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Evangelisch im Parkfeld

2 Wie ein Fest nach

2 Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, ein offnes Tor in einer Mauer, für die Sonne aufgemacht. Wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein „Ich-mag-Dich-trotzdem-Kuss“. Wie ein Regen in der Wüste, frischer Tau auf dürrem Land, Heimatklänge für Vermisste, alte Feinde Hand in Hand. Wie ein Schlüssel im Gefängnis, wie in Seenot „Land in Sicht“, wie ein Weg aus der Bedrängnis, wie ein strahlendes Gesicht. So ist Versöhnung ... Wie ein Wort von toten Lippen, wie ein Blick, der Hoffnung weckt, wie ein Licht auf steilen Klippen, wie ein Erdteil neu entdeckt. Wie der Frühling, wie der Morgen, wie ein Lied, wie ein Gedicht, wie das Leben, wie die Liebe, wie Gott selbst, das wahre Licht. So ist Versöhnung ... Ref.: So ist Versöhnung. So muss der wahre Friede sein. So ist Versöhnung. So ist Vergeben und Verzeihn. Text: Jürgen Werth Melodie: Johannes Nitsch © 1988 SCM Hänssler, 71087 Holzgerlingen aus der CD "Johannes Nitsch - Lebenslieder"

3 Zum Titelbild Die Skulptur etwas abseits in der Robert-Krekel-Anlage (früher Friedens-Anlage) trägt die Inschrift: „Menschlichkeit ist der letzte Hort der Freiheit“. Sie erinnert zugleich an Versöhnung, Friede und Verständigung. „200 Ziegen, 20 Böcke, 200 Schafe, 20 Widder, 30 säugende Kamele mit ihren Füllen, 40 Kühe und 10 junge Stiere, 20 Eselinnen und 10 Esel“ (Mose 32, 16), Liebe Leserinnen, liebe Leser, dieses reiche Geschenk schickte Jakob seinem Bruder Esau, als sie sich nach Jahren wiedertrafen. Ein Geschenk als Wiedergutmachung, diese Strategie wollte er gegenüber seinem Bruder einsetzen. Denn er hatte Angst und ein schlechtes Gewissen. Sicher kennen Sie die Geschichte: Mit einer List hatte Jakob seinem älteren Zwillingsbruder den Erstgeburtssegen seines Vaters Isaak abgeluchst. Esau war dermaßen betrübt und sauer, dass er Jakob töten wollte. Und Jakob war damals geflohen in die Fremde, zu Verwandten. Dort hatte er Aufnahme gefunden, er hatte geheiratet und er war ein reicher Mann geworden. Doch die unversöhnte Situation mit seinem Bruder ließ ihm keine Ruhe. Er fühlte sich auf Dauer nicht wohl in der Fremde. Und Unstimmigkeiten, Eifersucht und Streit gibt es auch hier. Jakob entschließt sich nach vielen Jahren, wieder in die Heimat zu ziehen. Eines Tages stellt er riesige Tierherden zusammen, um mit ihnen Esau zu besänftigen. Als die beiden Brüder sich begegnen, fallen sie sich in die Arme und weinen vor Rührung. Der Wille Jakobs zur Versöhnung hätte Esau schon genügt, um zu Pfrn. K. Meier verzeihen. "Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast!" (1. Mose 33, 9), sagt er. Jakob muss ihn überreden, das große Geschenk anzunehmen. So ein Moment ist wunderschön, ein Geschenk Gottes. Die meisten von uns kennen das ja auch: schlimmer Streit, Zorn, Erbitterung, und schließlich vielleicht jahrelange Feindschaft. Es ist traurig, wenn es soweit kommt, aber manchmal kommt es soweit. Was tun Wie soll man die Mauern des Zorns, des Hasses, der Entfremdung überwinden Wie gelangen wir zur Versöhnung, nach der wir uns doch eigentlich alle sehnen Vielleicht so, wie Jakob es gemacht hat, indem er dachte: Ich gehe hin zu meinem Bruder, auch wenn ich Angst habe, dass er noch so zornig ist wie damals, ich riskiere es, ihn um Verzeihung zu bitten. Und alles wurde gut. Nicht immer ist es so einfach und nicht immer gelingt es, aber den Versuch ist es wert. Ich wünsche Ihnen eine friedvolle Zeit Ihre Pfrn. Karin Meier

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