SENATE 2012/4 - Senat der Wirtschaft

senat.der.wirtschaft.at

SENATE 2012/4 - Senat der Wirtschaft

SenatE //

Magazin für eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft 2012/4

Schwerpunkt: Zivilisationskrankheit Demokratie // Gastkommentar von

Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher, Präsident Senat der Wirtschaft Deutschland //

Leitartikel von Dr. Erhard Busek, Präsident Senat der Wirtschaft Österreich //


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Der SENAT DER WIRSCHAFT

hat politische Verantwortung

Aufgabe des Senats ist es nicht, für irgendeine

Partei einzutreten, noch selbst in die Wahlwerbung

zu gehen, wohl aber ist es eine Verpflichtung,

für eine Verbesserung der Qualität

der Politik zu sorgen. Warum Ganz einfach:

weil wir direkt davon betroffen sind und gerade

die Wirtschaft eine vernünftige Politik als

Voraussetzung braucht.

Das ist aber auch die große Chance des Senats,

sich auf diese Weise zu artikulieren, zu einem

wichtigen Partner zu werden und Herausforderungscharakter

zu haben. Nämlich die Herausforderung,

eine bessere Politik zu machen. Die Sensibilität für politische Probleme

ist im Steigen, die Überzeugung, dass wir die richtigen Lösungen haben, leider

im Sinken. Wir als SENAT DER WIRSCHAFT wollen dazu beitragen, dass eben diese

Qualität entsteht – wie wir das in einer Reihe von Veranstaltungen der letzten Zeit

getan haben. Bitte engagieren Sie sich weiter – vor allem in Ihrem eigenen Interesse.

Dr. Erhard Busek

Präsident SENAT DER WIRSCHAFT Österreich e.V.

Impressum

Herausgeber: Dr. Erhard Busek, Dieter Härthe, Hans Harrer // SENAT DER WIRSCHAFT Österreich e.V. Rotenturmstraße 5–9, A-1010 Wien, Telefon +43 1 505 35 48,

www.senat-oesterreich.at // Redaktion: Labinota Isufi, Mag. Elmar Weixlbaumer // Autoren dieser Ausgabe: Reinhard Bimashofer, Dr. Brigitte Bösenkopf, Dr. Christoph

Brüssel, Dr. Erhard Busek, Thomas Dillon, MBA, Mag. Robert Egger, Dr. Marie-Theres Ehrendorff, Honorargeneralkonsul Dieter Härthe, Labinota Isufi, Mag. Karin Keglevich,

Hilde Maier, Mag. Waltraud Martius, Dr. Reinhold Mitterlehner, Dr. Anna Offner, Prof. Dr. Dr. F.J. Radermacher, Mag. (FH) Peter Skalicky, Dr. Hannes Swoboda, Mag. Elmar

Weixlbaumer // Abbildungen: U1 © Maksym Dykha – Fotolia.com, © artburger – Fotolia.com, S. 3 Dr. Erhard Busek, Fotografin: Manca Juvan, S. 11 Dr. Erhard Busek, Fotografin:

Manca Juvan, S. 15 Univ.-Prof. Dr.Dr. F.J. Radermacher ©Thomas Klink, S. 17 Dr. Reinhold Mitterlehner © Hans Ringhofer, S. 20 © Senat der Wirtschaft, Fotograf Markus Prantl,

S. 22 Dr. Hannes Swoboda © F3-Dimko Krisanz, S. 24 Mag. Karin Keglevich © Richard Tanzer, S. 29 Hans Harrer, Fotograf Christoph Teufel © Senat der Wirtschaft, S. 31 Dr.

Klaus Schierhackl © ASFINAG, S. 31 DI. Alois Schedl © ASFINAG, S. 33 © Robert Egger, S. 35 Prof. Joseph Stiglitz © Senat der Wirtschaft, S. 37 Prof. Joseph Stiglitz © Senat der

Wirtschaft, Seite 42 Thomas Dillon © Paul Hampartsoumian, S. 44 Dr. Brigitte Bösenkopf © Fotostudio Floyd, S. 46 Mag. Waltraud Martius © Fotostudio August Salzburg, S. 48

Univ.-Prof. Dr. Robert Pfaller © Conny Habbel, S. 50 Mag (FH) Peter Skalicky © Foto Wilke, S. 50 Mag. (FH) Andrea Hayden© Foto Wilke, S. 54 Bundespräsident Dr. Heinz Fischer,

Senator Willi Opitz © Franz Baldauf, S. 55 © Sonnendorf, S. 58, S. 60 Mag. Elmar Weixlbaumer © Foto Wilke, S. 60 Herwig Kusatz © Edith Weicher, S. 62 Alle Bilder © Senat

der Wirtschaft, Fotograf Bilder links oben und links unten : Markus Prantl, alle übrigen Fotos: Walter Skokanitsch, S. 66 © Senat der Wirtschaft, Fotograf Walter Skokanitsch //

Layout und Herstellung: Goldegg Verlag GmbH, Mommsengasse 4/2, A-1040 Wien, www.goldegg-verlag.com // Gedruckte Auflage: 10.000 Exemplare


Senate // themen und menschen im dezember 2012

Schwerpunktthema

Zivilisationskrankheit

Demokratie

6 Zivilisationskrankheit Demokratie //

Elmar Weixlbaumer

9 Verantwortung für Österreich //

Erhard Busek, Präsident SENAT DER

WIRSCHAFT Österreich e.V.

14 Die Demokratie steht unter Druck //

Franz Josef Radermacher, Präsident SENAT

DER WIRTSCHAFT Deutschland

17 Quo vadis Österreich // Interview

mit Bundesminister Dr. Reinhold

Mitterlehner, geführt von Anna Offner

21 Eine stabile Demokratie braucht sozialen

Zusammenhalt // Hannes Swoboda

24 Abkürzung zur Macht – Der Wert von Lobbying

für eine Demokratie // Karin Keglevich

Nachhaltigkeit

28 Nachhaltigkeit: Feigenblatt

oder gelebte CSR-Strategie //

Marie-Theres Ehrendorff spricht

mit dem Vorstand des

SENAT DER WIRTSCHAFT

Österreich, Hans Harrer

32 Mit der Kraft des Chan //

Mehr Gemeinwohlökonomie

durch wirksameres Managing

und Leading mit der Shaolin-

Strategie // Robert Egger

34 Die Marktwirtschaft hat

eine echte Chance auf

mehr Gerechtigkeit // Der

Nobelpreisträger und sein

„Preis der Ungerechtigkeit“ –

Notizen nach einem Gespräch

zwischen SENATE und Joseph

Stiglitz // Christoph Brüssel


Business &

Management

40 When negotiation fails //

Mediation: A growing method

for dispute resolution //

Thomas Dillon

43 Geniale Querdenker // Wie

innovative Persönlichkeiten

denken und handeln //

Brigitte Bösenkopf

46 Reihe: Franchising – Company

to go // Teil 1: Von der

Franchising-Idee zur

Umsetzung // Waltraud Martius

Buchvorstellung

48 Braucht man eine zweite Welt

um die erste zu ertragen //

Robert Pfaller: Zweite Welten

Best Practice

49 120 Jahre Retsch

Verpackungen // Am Puls der

Zeit zum Erfolg! // Peter Skalicky

52 Mit Holzbau in Spitzenqualität

auf Erfolgskurs // Holzbau Maier

aus Bramberg // Hilde Maier

54 Goldmedaille in London für

Weingut Willi Opitz/Illmitz

55 In Kärnten entsteht ein

Sonnendorf // Lei, lei!

Kein Scherz, aber für alle

die mittun, wirklich zum

Lachen // Reinhard Bimashofer

58 Botschafterinnen und Botschafter

des ganz Besonderen // Brand

„SENATOR Cuvée 2012

59 We want you! //

Das Project Office des Senats

sucht Projektleiter und

Initiatoren // Elmar Weixlbaumer

Rückblick

61 RULE-BREAKING Mit

vertauschten Rollen zum neuen

Sozialsystem für die nächste

Generation // Labinota Isufi

65 Verantwortung für

Staat und Gesellschaft

übernehmen // Rückblick auf das

Expertengespräch am 15. Juni

im Palais Palffy // Labinota Isufi


Schwerpunktthema

Zivilisationskrankheit

Demokratie


Schwerpunktthema

Demokratie

Elmar Weixlbaumer

D

ie Welt erlebte in den letzten Wochen wieder

einmal den aufwendigsten Wahlkampf unseres

Planeten: Die USA haben gewählt und Barack

Obama hat einen knappen Sieg davongetragen.

Wer den Wahlkampf verfolgt hat, erlebte ein typisch

US-amerikanisches Medienspektakel erster

Güte: Rund 5,3 Milliarden US-Dollar flossen

Schätzungen zufolge in diesen Wahlkampf, das

ist das Bruttoinlandsprodukt eines Kleinstaates

wie Liechtenstein oder Monaco.

Was hat diesen Sieg herbeigeführt Waren es

wirklich die live übertragenen helping hands nach

dem Wüten des Wirbelsturms Sandy, die Obama

die nötige Publizität bescherten Klar ist, dass

wie immer die Macht der Medien entschieden

hat. Nicht die besten Argumente haben gesiegt,

nicht einmal der der medientauglichere, eloquentere

Kandidat, sondern die griffigeren Slogans

und die unterhaltsameren Werbespots. Ist

das das Wesen moderner Demokratie Regieren

demokratische Volksvertreter nur mehr durch

Täuschung und leere Werbeversprechen

Auch in Österreich ist das Bild der Bevölkerung

über unsere Volksvertreter geprägt von Misstrauen

und Frustration. Allseits ausufernde

Korruption, öffentlich zur Schau getragener

Missbrauch der Macht und das inzwischen anscheinend

völlige Fehlen politischen Verantwortungsbewusstseins

lassen die Wähler vor der

Wahlurne zurückschrecken. Die Wahlbeteiligung

sinkt seit 60 Jahren beständig: In Österreich und

Deutschland gehen nur mehr 3/4 der Wahlberechtigten

zur Wahl, in der Schweiz – der Wiege

der direkten Demokratie – nicht einmal mehr die

Hälfte.

Wenn das Volk aber, das Blut in den Adern der

Demokratie, sich aus dem politischen Leben zurückzieht,

dann muss man von einer Erkrankung

des Systems sprechen. Eine Erkrankung, die typisch

für zivilisierte Länder ist, eine Zivilisationskrankheit.

Die Symptome sind: Übersättigung –

verursacht durch inhaltsleere Fast-Food-Politik;

Blutarmut – das Volk zieht sich zurück; Schwäche

– die Regierenden scheitern an ihrer Aufga-

7


SenatE // Schwerpunktthema

be, der Prozess der Legislative verlangsamt bis

zum Stillstand; Fieber – öffentliche Unruhen;

Nekrose – einzelne Regionen sterben ab und treten

aus dem gemeinsamen Verbund aus. Erleben

wir noch den Exitus

Der Begriff Demokratie bedeutet wortwörtlich

„Herrschaft des Volkes“, was wir jedoch nicht

mehr so wahrnehmen. Das Volk sieht eine herrschende

Klasse aus Berufspolitikern, Industrieund

Bankenvertretern, deren Handeln durch

Korruption und Machtmissbrauch geprägt ist.

Demokratie ist heute zum Rettungsfallschirm reduziert:

Man kann sich noch immer damit trösten,

dass wir die Regierenden abwählen können,

wenn sie es zu bunt treiben. Doch was, wenn der

Rettungsfallschirm dann nicht aufgeht

Wie geht es also weiter Kann sich die Demokratie

selbst heilen oder sehen wir hier das Ende

eines politischen Experiments und stehen kurz

vor der Ablöse zu einem neuen Staatskonzept

Fünf prominente Persönlichkeiten aus dem politischen

Leben nehmen in dieser Ausgabe der

Zeitschrift „Senate“ Stellung und zeigen uns individuelle

Lösungsansätze gegen die politische

Ermüdung.

Dr. Erhard Busek zeigt uns die Lösung, die die

Plattform „Mein OE“ anbietet und die von unserer

Regierung vor allem mehr direkte Demokratie,

stärkere Unabhängigkeit der Justiz und

Medien und einen klaren Kurs gegen Korruption

fordert.

Prof. Dr. Dr. Franz J. Radermacher geht auf die

Globalisierung und jene Probleme ein, die dadurch

demokratischen Konzepten erwachsen.

Das Trilemma der Globalisierung bedingt, dass

Demokratie, Globalisierung und nationale Souveränität

nicht gleichzeitig möglich sind.

BM Dr. Reinhold Mitterlehner wurde als aktiver

Politiker von Dr. in Anna Offner interviewt und

bezieht Stellung zu den aktuellsten Themen der

österreichischen Demokratieentwicklung.

Dr. Hannes Swoboda zeigt den Zusammenhang

zwischen den aktuellen Sparprogrammen in Europa

und dem Verlust an demokratischer Glaubwürdigkeit

auf.

Mag. a Karin Keglevich greift die Rolle des Lobbyisten

in der modernen Demokratie auf und weist

auf die wichtige Funktion des Lobbying als Vermittler

von Interessensgruppen hin.

Letztlich muss der Patient selbst die Verantwortung

für seine Gesundheit übernehmen. Blindes

Vertrauen in verstaubte Heilmethoden wird

dabei genauso wenig helfen wie der Ruf nach

charismatischen Wunderheilern der Demokratie.

Lernen wir die Symptome zu erkennen und

machen wir die Gesundung unseres politischen

Systems zu unserem Anliegen! Sonst laufen wir

Gefahr, dass die Krankheit unheilbar wird.

Der Wahlspruch des SENAT DER WIRTSCHAFT

lautet „Wirtschaft, das sind wir alle“. Erweitern

wir dieses Verständnis auf „Demokratie, das sind

wir alle“!

8


Schwerpunktthema

Demokratie

Verantwortung

für Österreich

Erhard Busek

Präsident SENAT DER WIRSCHAFT Österreich e.V.

Das Unbehagen betreffend die Situation der Demokratie

ist ein allgemeines. Mehr noch aber hat

es gediente Politiker aus allen Parteien erfasst.

Das war der Grund, warum die Initiative „Mein

OE“ entstanden ist. Worum geht es dabei

Die im Nationalrat vertretenen politischen Parteien

müssen sich wieder auf ihre Kernaufgabe

besinnen, die Entwicklung der österreichischen

Gesellschaft mutig, engagiert und zukunftsorientiert

zu gestalten. „Mein OE“ ist davon überzeugt,

dass die österreichischen Wähler und

Wählerinnen dies wollen und auch anerkennen

werden. Deshalb forderten sie im Wege eines

Volksbegehrens folgende Veränderungen:

Dr. Erhard Busek war von 1991–1995 Vizekanzler der

Republik Österreich; Neben seinen politischen Funktionen,

unter anderem als Minister, Generalsekretär der

ÖVP, Stadtrat und Vizebürgermeister von Wien bekleidete

er viele weitere Funktionen wie die des Rektors der Fachhochschule

Salzburg, Präsident des Europäischen Forum

Alpbach, Berater des Außenministers der Tschechischen

Regierung, Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes

für Südosteuropa; Heute ist Dr. Busek Vorsitzender des

Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa; Präsident

des „Gustav-Mahler Jugendorchesters“; Koordinator der

Southeast European Cooperative Initiative, Präsident des

Vienna Economic Forums, Vorsitzender des Universitätsrates

der Medizinischen Universität Wien und Präsident

des „SENAT DER WIRSCHAFT“ neben etlichen anderen

Funktionen und seiner Lehrtätigkeit an mehreren Universitäten.

9


SenatE // Schwerpunktthema

1. Für den Ausbau der Grundund

Freiheitsrechte

Alle in der „Europäischen Charta der Grundrechte“

verankerten Rechte werden in die österreichische

Verfassung übernommen.

2. Ein neues Wahlrecht

Die eine Hälfte der Abgeordneten zum Nationalrat

und zu den Landtagen soll künftig in einer

Direktwahl in Einerwahlkreisen gewählt werden.

Erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit,

hat eine Stichwahl stattzufinden. Bei Erledigung

eines Mandates findet eine Nachwahl statt. Die

andere Hälfte der Abgeordneten soll über Parteilisten

nach dem Verhältniswahlrecht gewählt

werden.

Oder:

Der Nationalrat besteht aus 160 Sitzen und sich

aus dem Wahlverfahren ergebenden Überhangmandaten.

Die eine Hälfte der Abgeordneten zum Nationalrat

und zu den Landtagen soll künftig in einer

Direktwahl in Einerwahlkreisen gewählt werden.

Erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit,

hat eine Stichwahl stattzufinden. Bei Erledigung

eines Mandates findet eine Nachwahl statt. Die

andere Hälfte der Abgeordneten soll über Parteilisten

gewählt werden.

Im ersten Ermittlungsverfahren wird die Verteilung

der Mandate nach Zweitstimmen auf die

wahlwerbenden Gruppen mit mindestens vier

Prozent Stimmenanteil gemäß der Verhältnismäßigkeit

vorgenommen. Direktmandate werden

jener wahlwerbenden Gruppe angerechnet,

für die sie kandidiert haben.

Erhält eine wahlwerbende Gruppe mehr Direktmandate,

als ihr nach ihrem Zweitstimmenanteil

zusteht, werden Überhangmandate zugewiesen,

ebenso für Direktmandate, die keiner wahlwerbenden

Gruppe zuzurechnen sind.

Für die Zweitstimmen gilt dasselbe Vorzugsstimmensystem

wie zur Wahl des Europäischen Parlaments.

Direkt gewählte Abgeordnete, die keiner Fraktion

angehören, haben das Recht auf eine zusätzliche

Ausstattung in der Höhe eines Fünftels einer

Fraktion mit Mindeststärke, auf Mitgliedschaft

in einem selbst gewählten Ausschuss und das

Anfragerecht. Sie üben das Antragsrecht mit Unterstützung

von vier Abgeordneten aus.

Die Wahlkampfkosten der Direktkandidaten und

gemessen an der Einwohnerzahl jene der wahlwerbenden

Gruppen sowie die Rückerstattung

der Kosten sind gesetzlich zu begrenzen. Es werden

nur nachgewiesene Kosten rückerstattet.

3. Mehr direkte Demokratie

Volksbegehren, die von mehr als 400.000 Wahlberechtigten

unterstützt werden, müssen in

einer weiteren Stufe einer Volksabstimmung

zugeführt werden, deren Ergebnis für den Nationalrat

bindend ist. Davon auszunehmen sind

Begehren, in denen eine Einschränkung der geltenden

Grund- und Freiheitsrechte oder bestehender

völkerrechtlicher Verpflichtungen gefordert

wird. Die Behandlung von Volksbegehren ist

nicht auf Legislaturperioden beschränkt.

Der Inhalt eines Volksbegehrens ist hinreichend

genau darzustellen. Die gesetzliche Ausgestaltung

obliegt dem Nationalrat. Der Verfassungsgerichtshof

entscheidet in Streitfällen. Für

derartige Volksabstimmungen, sofern sie zur Änderung

von Verfassungsgesetzen führen sollen,

bedarf es der Teilnahme von mindestens 50% der

Wahlberechtigten; von einfachen Gesetzen von

mindestens einem Drittel der Wahlberechtigten.

Der Abstimmungsvorgang hat die Möglichkeit

vorzusehen, mit Ja oder mit Nein abzustimmen.

In den Bundesländern sind für die Zuständigkeitsbereiche

der Landesregierungen Bürgerbegehren

vorzusehen, deren Quoten bezogen auf

die Bevölkerungszahl nicht höher sein dürfen als

jene für Volksbegehren auf Bundesebene.

10


SenatE // Schwerpunktthema

4. Eine Renaissance des Parlaments

Die Legislaturperiode des Nationalrates beträgt

vier Jahre.

Das Parlament soll als Gesetzgeber gestärkt werden:

Die Initiative für Gesetze soll verstärkt vom

Parlament ausgehen, indem dieses in einer ersten

Lesung die wesentlichen Ziele und Inhalte eines

Gesetzes vorgibt. Diese Vorgaben sind für die

Ausarbeitung der Gesetzesvorlagen verbindlich.

Um diesen Aufgaben gerecht werden zu können,

sind der Nationalrat und seine Abgeordneten mit

angemessenen Ressourcen auszustatten (insbesondere

mit eigenem Legislativdienst).

Mitglieder der Regierung haben sich vor ihrer Ernennung

einem Hearing im Parlament zu stellen.

Ihre Ernennung kann mit Mehrheit abgelehnt

werden.

Abgeordnete und Fraktionen können zur Feststellung

der Verletzung ihrer Rechte aus der

Geschäftsordnung den Verfassungsgerichtshof

anrufen.

Für parlamentarische Anträge gilt eine Behandlungs-

und Erledigungsfrist.

Der Nationalrat nimmt künftig seine europäische

Verantwortung verstärkt wahr: durch eine

halbjährliche Plenardebatte, in der die österreichischen

Mitglieder des Europäischen Parlaments,

die Mitglieder der Kommission und der

Präsident des Europäischen Rates Rederecht besitzen.

Sie wird durch eine Erklärung der Regierung

zum Stand der europäischen Einigung und

zu den europäischen Initiativen der Bundesregierung

eingeleitet.

5. Ein neuer Föderalismus

Die Gesetzgebungskompetenz der Landtage wird

in dem vom Österreich-Konvent vorgeschlagenen

Ausmaß in die Bundeskompetenz übertragen.

Bei der Wahrnehmung ihrer Kontrollaufgaben

bedienen sich die Landtage tatsächlich unabhängig

gestellter Landesrechnungshöfe.

Der Bundesrat in seiner derzeitigen Form wird

abgeschafft. Seine Einspruchsrechte werden auf

die Mehrheit der Landtage übertragen. Im Falle

eines Einspruchs wird ein Vermittlungsausschuss

eingerichtet.

Die Landes- und Bezirksschulräte werden abgeschafft.

6. Für eine stärkere

Unabhängigkeit der Justiz

Zur Unabhängigkeit der Anklagebehörden und

der Leitung der polizeilichen Ermittlungen im

Rahmen der Strafverfolgung werden entweder

unabhängige Untersuchungsrichter mit erweiterten

Kompetenzen oder ein vom Nationalrat

bestellter Generalstaatsanwalt eingerichtet.

Das Recht zur Anrufung des Verwaltungsgerichtshofes

im Asylverfahren wird wiederhergestellt.

7. Für eine stärkere

Unabhängigkeit der Medien

Die Kriterien (analog dem Öffentlichkeitsauftrag

des ORF) und die Höhe der Presseförderung

werden gesetzlich geregelt. Auf die Förderung

besteht ein Rechtsanspruch. Die Vergabe erfolgt

durch einen unabhängigen Presserat.

Vorbehaltlich keiner den nachstehenden Kriterien

entsprechenden parlamentarischen Erledigung:

8. Ein neues Parteiengesetz

Das Parteiengesetz legt Mindesterfordernisse

der demokratischen Strukturen und der Finanzgebarung

fest.

In einem neuen Parteiengesetz müssen die Parteien

einschließlich ihrer Unter- und Nebenorganisationen

dazu verpflichtet werden, sämtliche

Einnahmen, auch aus Unternehmensbeteiligungen,

und ihre Ausgaben offenzulegen.

Bei Spenden und Sachzuwendungen ab € 100,–

sind die Spenderinnen und Spender namentlich

anzuführen.

Die Kontrolle der Gebarung der Parteien wird

dem Rechnungshof übertragen. Dieser hat auch

12


Schwerpunktthema

Demokratie

das Recht, Unter- und Vorfeldorganisationen der

im Parlament vertretenen politischen Parteien

zu überprüfen. Die Endberichte sind vollständig

zu veröffentlichen.

9. Entschlossen gegen Korruption

In einem neuen Anti-Korruptionsgesetz sind zu

regeln:

Für Regierungsmitglieder und in allgemeinen

Wahlen gewählte Vertreter sowie Manager staatlicher

Versorgungsbetriebe wie etwa ÖBB, AS-

FINAG oder öffentlicher Krankenhäuser darf es

keine Ausnahme in den Korruptionsbestimmungen

geben.

Die sogenannte „Anfütterungsbestimmung“ für

Amtsträger nach Schweizer Vorbild ist wieder

einzuführen.

Die Vergabe öffentlicher Aufträge ist nachvollziehbar

öffentlich zu machen.

Die Unvereinbarkeit von Abgeordnetenmandaten

und wirtschaftlichen Funktionen ist klar zu

regeln.

In staatlichen oder staatsnahen Unternehmen

sind Bezüge, Abfertigungen und Pensionsansprüche

vollständig offenzulegen.

Die Vergabe von Posten im öffentlichen Bereich

ist unter Strafe zu stellen, wenn im Zuge parteipolitisch

motivierter Postenbesetzung parteinahe

Kandidaten parteifernen Kandidaten vorgezogen

werden.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ist personell

so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben ohne jede

Verzögerung wirkungsvoll erfüllen kann.

Die Bestimmungen des Anti-Korruptionsgesetzes

müssen ohne Ausnahmen gelten.

Was wird damit versucht Man will an den

entscheidenden Punkten das gegenwärtige

politische System verbessern. Korruptionsbekämpfung

ist ohnehin klar, eine Verbesserung

der Mediensituation dringend notwendig, die

Schlüsselfrage aber ist das Wahlrecht, um eine

bessere Qualität von Personen unter der Mitwirkung

der Bürgerinnen und Bürger in das Parlament

zu bekommen. Gleiches gilt für die direkte

Demokratie, denn sie ist oft ein notwendiges

Korrektiv zur Meinung der „Oberen“ und eine

ganz wichtige Artikulation der Bürgermitwirkung.

Wir sind an einem entscheidenden Punkt,

sodass ich nur alle Österreicherinnen und Österreicher

bitten kann, im Interesse der Qualität,

der politischen Entscheidung und der Zukunft

unseres Landes mitzuwirken.

Gegenwärtig müssen wir registrieren, dass vor

allem die jungen Menschen aus der Demokratie

ausziehen. Noch ist nicht klar wohin, wobei eine

verwirrende Fülle von Parteigründungen die Sache

nicht einfacher macht. Es ist das Recht eines

jeden, eine Partei zu gründen, aber die Art und

Weise, wie das oft geschieht, ist doch etwas problematisch.

Das verlangt engagierte Bürger, wie

es der SENAT DER WIRSCHAFT eigentlich darstellt.

13


SenatE // Schwerpunktthema

Franz Josef Radermacher

Die Demokratie

steht unter Druck

D

ie Demokratie ist die beste Staatsform, die wir

kennen. Sie erfordert allerdings vielfältige Voraussetzungen.

Es geht der Demokratie heute

nicht gut. Sie befindet sich aber nicht in einer Zivilisationskrankheit.

Die Krankheit ist eher vom

Globalisierungstyp.

Demokratien funktionieren nur in einer Struktur,

in der sich die Menschen als zusammengehörig

empfinden. Wesentliche Fragen bzgl.

Eigentum, Freiheiten und Machtverteilung müssen

vorab bereits geklärt sein. Gute Beispiele

sind die früh industrialisierten, erfolgreichen

Nationalstaaten.

Demokratien können nur funktionieren, wenn

sie die für die gesellschaftlichen Verhältnisse

relevanten Fragen auf ihrem Territorium klären

können.

Das bedeutet z.B. bezüglich Staatsschulden, dass

der Staat primär bei seinen eigenen Bürgern verschuldet

sein sollte und diese sich dieser Situation

auch nicht ohne Weiteres entziehen können.

Die Bürger sollten dies außerdem bejahen und so

wollen, etwa weil es ihr Staat ist. Das hat in der

Historie gut funktioniert, solange die weltpolitische

Position von Eliten mit der internationalen

Position ihres (Heimat-)Staates eng verknüpft

war. Dieser Zusammenhang hat sich mittlerweile

weitgehend aufgelöst. Die Heimat des Finanzkapitals

ist mittlerweile die ganze Welt.

Unter heutigen Bedingungen der Globalisierung

sind wesentliche Fragen global geregelt,

z.B. Welthandelsordnung, Weltfinanzsystem.

Die entsprechenden Verträge sind in der Regel

kaum änderbar, selbst wenn große Mehrheiten

in allen beteiligten Staaten dies wollen sollten.

Die supranationale Struktur „hebelt“ in diesem

Sinne die nationale Demokratie zugunsten der

leistungsstärksten Akteure aus. Prekarisierung

und Neofeudalisierung werden so durchgesetzt.

Die Bilder aus Athen und Madrid zeigen die

Hilflosigkeit der Bürger angesichts dieser Verhältnisse.

Die Politik im eigenen Land kann nur

wenig dazu beitragen, an den Verhältnissen etwas

zu ändern. Ihr wird zudem die Schuld für

die Verhältnisse zugewiesen, was ebenfalls ungerecht

ist. Die Politik hat vorher meist umgesetzt,

was große Mehrheiten wollten. So funktioniert

eigentlich die Demokratie. Jetzt muss sie auf-

14


Schwerpunktthema

Demokratie

grund der veränderten weltweiten Machtverhältnisse

in der Folge der Weltwirtschafts- und

Weltfinanzkrise Programme umsetzen, die die

große Mehrheit der Bevölkerung ablehnt. Zum

Schluss fürchtet man sich in Europa vor einer

Abstimmung in Griechenland.

Insoweit die Politik nicht zugeben will, dass sie

den bestehenden „alternativlosen“ supranationalen

Zwängen weitgehend ausgeliefert ist, frustriert

sie den Wähler, weil nicht „geliefert“ wird,

was erwartet wird.

Wenn allerdings die Politik zugibt, dass sie nicht

„liefern“ kann, ist der Wähler erst recht frustriert

und fragt sich, was dann die Demokratie noch

soll und wieso die etablierten Parteien nicht verhindert

haben, dass der Staat in eine solche hilflose

Lage geraten ist.

In dieser Frustration wählt der Bürger dann

manchmal beliebige Parteien, selbst solche, die

erklären, dass sie nicht wissen, wie sie die Lage

verbessern können, weil das immer noch besser

zu sein scheint, als die zu wählen, denen man die

Schuld an der aktuellen Lage gibt, bzw. die zu

wählen, die zwar so tun, als könnten sie „liefern“,

dann aber erfahrungsgemäß dazu nicht in der

Lage sind.

Gelöst werden können die heute immer sichtbareren

weltweiten Probleme allenfalls im Kontext

der Durchsetzung einer besseren Global Governance,

z.B. in Form der Reaktion auf eine zu erwartende

große internationale Krise.

Auf eine geeignete Global Governance zielt die

Bewegung einer Ökosozialen Marktwirtschaft

(www.oekosozial.at). Dies ist genau die Struktur,

die Wohlstand, Markt und Nachhaltigkeit ver-

Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher,

Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte

Wissensverarbeitung/n (FAW/n), zugleich Professor

für Informatik, Universität Ulm, Präsident des Senat

der Wirtschaft e.V., Deutschland, Vizepräsident

des Ökosozialen Forum Europa, Wien, sowie Mitglied des

Club of Rome

Korrespondenzadresse: FAW/n, Lise-Meitner-Str. 9,

D-89081 Ulm, Tel. 0731–50 39 100,

Fax 0731–50 39 111, http://www.faw-neu-ulm.de

E-Mail: radermacher@faw-neu-ulm.de,

15


edelbrände höchst prämiert

SenatE // Schwerpunktthema

knüpft. Sie ist inhaltlich mit einer Bewegung hin

zu Elementen von Weltdemokratie verknüpft.

Hoffnung gibt die Initiative für eine parlamentarische

Versammlung (http://de.unpacampaign.

org/about/unpa/index.php) bei den Vereinten

Nationen, die mittlerweile auch die Unterstützung

des EU-Parlaments hat.

Ein zentrales Element jeder vernünftigen Global

Governance muss in einer „Einhegung“ der Steuerparadiese

bestehen. Dies sind die „schwarzen

Löcher“ der Weltökonomie. Die so erschließbaren

zusätzlichen Steuermittel würden ausreichen,

die Entschuldung der Staaten zu bezahlen.

Eine Bewegung in Richtung einer weltweiten

Ökosozialen Marktwirtschaft zielt auch auf eine

konsequente Regulierung des Weltfinanzsektors

und die Durchsetzung einer vergleichbaren Besteuerung

aller weltweiten Weltschöpfungsprozesse.

Sie würde der Demokratie überall helfen

– national und supranational.

Die Bewegung in Europa zu einer stärker bundesstaatlichen

Struktur und Fiskalunion in Reaktion

auf die Weltfinanz- und Eurokrise bei

Stärkung des EU-Parlaments weist in die richtige

Richtung.

Ein Global Marshall Plan und die Durchsetzung

der Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten

Nationen würde den Weg in eine Ökosoziale

Marktwirtschaft und in Richtung Weltdemokratie

fördern.

In Zeiten der Globalisierung sind Demokratie

und Freiheitsrechte, Wohlstand und soziale Balance

nur bei Verzicht auf Abgabe nationaler

Souveränitätsrechte möglich. In der Literatur

wird das sogenannte „Trilemma der Globalisierung“

diskutiert. Es besagt, dass von den drei gesellschaftlichen

Strukturelementen Demokratie,

Globalisierung und nationale Souveränität nicht

alle drei gleichzeitig möglich sind. Heute sind

Globalisierung und nationale Souveränität zulasten

der Demokratie verwirklicht. In dieser Lage

einen Weg zu mehr Demokratie zu finden, heißt

über Weltinnenpolitik nachzudenken. Das ist

nicht einfach, aber zumindest eine Perspektive

– für eine funktionierende Demokratie in Zeiten

der Globalisierung wahrscheinlich die einzige.

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» Zahlreiche internationale

Auszeichnungen

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Siegfried Herzog Destillate

Breitenbergham 5, A-5760 Saalfelden, office@herzogdestillate.at

Onlineshop: www.herzogdestillate.at


Schwerpunktthema

Demokratie

Quo vadis

Österreich

Interview mit Bundesminister

Dr. Reinhold Mitterlehner,

geführt von Anna Offner

Die kommenden Jahre werden

für Österreich entscheidend

werden. Dies betrifft Energie,

Umwelt und auch die Ausbildung

unserer Jugend. Bundesminister

Dr. Reinhold Mitterlehner stellte

sich zu diesen Themen für ein

Interview zur Verfügung.

SENATE: Sehr geehrter Herr Bundesminister, die

Energiewende rückt angesichts der europäischen

Schuldenpolitik in den Hintergrund. Zudem sind

sowohl Zeitplan als auch Finanzierung nach wie vor

unklar. In Österreich ist aktuell der Anteil erneuerbarer

Energien gesunken, der Anteil der fossilen

hingegen gestiegen. Welche Schritte sind kurz- und

mittelfristig gesetzt, um die Energiewende voranzutreiben

Mitterlehner: Wir wollen im Rahmen der

2020-Ziele der EU alle Chancen nützen, um unsere

Energieversorgung auf ein effizientes, erneuerbares

und sicheres System umzustellen. Um

diesen Prozess offensiv zu gestalten, beschleunigen

wir die Energiewende auf mehreren Ebenen:

Durch das Ökostromgesetz wird der Anteil erneuerbarer

Energien am Stromverbrauch bis zum

Jahr 2020 auf 85 Prozent steigen. Derzeit liegen

wir bei 67 Prozent und sind damit EU-weit am

besten. Bis 2020 lösen wir Investitionen von rund

zwölf Milliarden Euro in grüne Technologien aus

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SenatE // Schwerpunktthema

und erhöhen so die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten

Branche. Das hilft unseren Unternehmen

auch bei ihren Exporten, weil Öko-Innovationen

„Made in Austria“ weltweit immer stärker nachgefragt

werden. Noch wichtiger als der Ausbau

der erneuerbaren Energien ist aber der effizientere

Einsatz von Energie. Jede Kilowattstunde, die

nicht verbraucht wird, muss nicht erzeugt werden,

schont die Umwelt und spart Unternehmen und

Haushalten Energiekosten. Daher stellen wir auch

jährlich 100 Millionen Euro für die thermische

Sanierung zur Verfügung und arbeiten derzeit an

einem Energieeffizienzgesetz.

SENATE: Welche Chance hat die Gaspipeline Nabucco

angesichts der Veränderungen und Entscheidungen

der Türkei und der Mangel an entsprechenden

Quellen noch Welche Alternativen gäbe es

Mitterlehner: Das Projekt Nabucco-West von

der türkisch-bulgarischen Grenze bis nach Baumgarten

in Österreich ist auf Schiene. Erst kürzlich

haben sich bei der Wiener Nabucco-Konferenz

alle Partner erneut zum Projekt bekannt. Mit

weiteren Partnern steht man in Verhandlungen.

Nabucco-West ist für Europa und Österreich ein

wichtiges Projekt. Denn sowohl die Transportrouten

als auch die Quellenländer müssen diversifiziert

werden, um unsere Versorgungssicherheit

mit Erdgas langfristig zu sichern. Das einzige

verbleibende Konkurrenzprojekt zu Nabucco ist

die Transadriatische Pipeline von Griechenland

nach Süditalien. Die Entscheidung, welches der

zwei Projekte den Zuschlag für die Gaslieferungen

aus dem Gasfeld in Aserbaidschan bekommt,

soll 2013 fallen. Es werden aber laufend andere

neue Gasfunde in verschiedenen Regionen gemeldet,

die zur Versorgungssicherheit in Mitteleuropa

beitragen.

SENATE: Sind Sie für eine stärkere Kompetenz in

Energiefragen auf der Ebene der Europäischen Union

und wie könnte eine solche aussehen

Mitterlehner: Da wir in Europa einen Energiebinnenmarkt

haben, werden viele Fragen auf der

EU-Ebene besprochen und beschlossen, also von

allen 27 Mitgliedsstaaten und dem Europäischen

Parlament. Die Strom- und Gasnetze gehen über

Ländergrenzen hinweg, daher muss auch deren

Ausbau länderübergreifend koordiniert werden.

Ein rein nationaler Ausbau der erneuerbaren

Energien würde auch wenig Sinn machen, wenn

nicht andere Mitgliedsstaaten den gleichen Weg

einschlagen würden. In anderen Fragen müssen

die Nationalstaaten aber auch in Zukunft selber

entscheiden können. Darunter fällt vor allem die

Frage, welche Energietechnologien im eigenen

Land zum Einsatz kommen und welche nicht.

SENATE: Die EU-Schuldenpolitik zeigt, dass Sparen

allein einen Staat nicht sanieren kann, genauso

wichtig sind wachstumsfördernde Maßnahmen. Die

Aussichten für Österreichs Wirtschaft sind bescheiden.

Welche Maßnahmen sehen Sie diesbezüglich

vor

Mitterlehner: Wir müssen die öffentlichen Budgets

konsequent konsolidieren und gleichzeitig

die Wirtschaft umstrukturieren, um wieder mehr

Wachstum in Europa zu schaffen. Beide Strategien

lassen sich miteinander verbinden. Österreichs

Konjunktur ist in den vergangenen elf

Jahren stärker gewachsen als der Durchschnitt

der Eurozone. Auch für nächstes Jahr haben das

die Wirtschaftsforschungsinstitute so prognostiziert.

Zusätzliche groß angelegte Konjunkturpakete

würden unser Konsolidierungsprogramm

jetzt nur torpedieren und wären das falsche Signal

an die Finanzmärkte. Zum Wohle des Standorts

setzen wir daher auf einen effizienten Einsatz

der vorhandenen Mittel für Wachstum und

Beschäftigung. Allein für das letzte Quartal 2012

sind noch rund 570 Millionen Euro an Zuschüssen,

Haftungen und zinsgünstigen Krediten abrufbar.

Damit sichern wir vor allem Finanzierung

und Investitionen von Unternehmen.

SENATE: Eine ÖVP-Expertengruppe sieht Maßnahmen

für Jungunternehmen und eine Exportoffensive

vor. Wie sollen die konkret aussehen

Mitterlehner: Wir unterstützen sowohl Jungunternehmer

als auch Exporteure und verstärken

unsere Maßnahmen 2013 weiter. Wir

verlängern zum Beispiel die gut laufende Internationalisierungsoffensive,

mit der wir neue

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Schwerpunktthema

Demokratie

Wachstumsmärkte mit neuen Produkten und

Dienstleistungen erschließen. Damit profitieren

wir vom überdurchschnittlichen Wachstum in

den Schwellenländern und verteilen gleichzeitig

unser Risiko besser, wenn es in einzelnen Regionen

zu Konjunktureinbrüchen kommt. Was

Jungunternehmer betrifft, starten wir 2013 zwei

neue Fonds, über die schrittweise 110 Millionen

Euro an Investitionskraft in den Markt gebracht

werden: einen Gründerfonds für die langfristige

Risikofinanzierung und den optimalen Zugang

zu allen Angeboten der Förderbank aws und ein

Business Angel Fund, der neben Risikokapital

auch Know-how und Netzwerke in die jungen

Unternehmen einbringt. Mit diesen Fonds wollen

wir neuen Ideen stärker zum Durchbruch

verhelfen und den Weg vom Garagenlabor zum

Weltmarktführer leichter ermöglichen.

SENATE: Heimische Unternehmen sind in Ost- und

Südosteuropa beeindruckend vertreten. Inwieweit

kann die zweifellos vorhandene Kreditklemme auch

für diese Unternehmen überwunden werden

Mitterlehner: In Österreich gibt es derzeit

keine Kreditklemme, wie der Kreditmonitor der

OeNB mehrfach belegt hat. Aufgrund der schwachen

Wachstumsprognosen und der höheren Eigenkapitalanforderungen

der Banken gewinnen

allerdings die Angebote der Förderbank aws an

Bedeutung. Damit können wir die Investitionen

der Unternehmen gezielt unterstützen.

SENATE: Die Globalisierung verlangt eine äußerst

intensive Exporttätigkeit. Bekannte Bemühungen

gibt es etwa für China. Gibt es seitens der Regierung

Anregungen für wachstumsstarke Regionen wie Indien

und Südamerika

Mitterlehner: Wir sind schon seit Jahren in

diese Richtung aktiv, indem wir auf eine stärkere

Diversifikation der Exportmärkte setzen. Unsere

Internationalisierungsoffensive konzentriert

sich vor allem auf die Zukunftsmärkte außerhalb

der EU. Gefördert werden Instrumente wie der

Besuch wichtiger Branchentreffs, die Teilnahme

an Forschungskooperationen sowie die neuen

Exportschecks speziell für kleine und mittlere

Unternehmen. Der Erfolg dieser Strategie lässt

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SenatE // Schwerpunktthema

sich auch in Zahlen bemessen: Mit einem Plus

von 8,5 Prozent sind die Exporte in Drittstaaten

in den ersten sieben Monaten 2012 überdurchschnittlich

stark gestiegen, während die Exporte

in die EU-Länder um 0,6 Prozent zurückgingen.

Ganz aktuell werden wir Anfang Dezember eine

Wirtschaftsmission nach Argentinien und Chile

anführen, um die Bedeutung der Geschäftsbeziehungen

vor Ort zu unterstreichen.

SENATE: Was tut die österreichische Regierung,

um kurzsichtige Aktionen (z.B. Verstaatlichtengesetz

der Abfallwirtschaft) gegen österreichische und

europäische Unternehmen etwa in Ungarn hintanzuhalten

Mitterlehner: Wir sprechen das sowohl bei unseren

bilateralen Terminen als auch auf EU-Ebene

an, die ja auch schon Verfahren eingeleitet

hat. Die europäischen Verträge geben klare Rahmenbedingungen

für den Binnenmarkt vor.

SENATE: Entstaatlichung ist auch ein Ziel der ÖVP

für eine kommende Regierung. In Ihre Bereiche fallen

der Energieversorger Verbund und die BIG. Was

können Sie sich dabei vorstellen

Mitterlehner: Bei der Bundesimmobiliengesellschaft

sind die Weichen schon richtig gestellt.

Wir setzen jetzt noch stärker auf eine aktive

Bewirtschaftung des Immobilienvermögens, anstatt

es nur zu verwalten. Eine neue Tochtergesellschaft

der BIG umfasst alle marktgängigen

Immobilien und ist absolut marktwirtschaftlich

ausgerichtet. Damit kann die BIG sowohl auf

Konjunkturzyklen als auch auf die Bedürfnisse

ihrer Mieter wesentlich flexibler und schneller

reagieren. Was der Bund mit seinen Beteiligungen

künftig macht, wird Teil der nächsten Regierungsverhandlungen

sein.

SENATE: Die SPÖ hat sich auf das Thema Gerechtigkeit

eingeschworen und fordert auch eine Erbschaftssteuer.

55.000 Unternehmen stehen in den

kommenden zehn Jahren vor der Übergabe – zwei

Drittel davon sind Familienbetriebe. Eine Erbschaftssteuer

könnte vielen Unternehmen die Existenz

kosten. Wie wollen Sie dieser Thematik entgegnen

Mitterlehner: Eine Erbschaftssteuer für Unternehmen

wird es mit uns nicht geben, weil eine

Wiedereinführung der – aus guten Gründen

abgeschafften – Steuer vor allem den Standort

Österreich und den Mittelstand belasten würde.

Wer Umverteilung und neue Eigentumssteuern

propagiert, zerstört das Investitionsklima

im Land und sorgt in weiterer Folge dafür, dass

die Arbeitslosigkeit steigt. Eine Neiddebatte, die

unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit läuft,

bringt unser Land jedenfalls nicht weiter. Viel

wichtiger ist, dass wir durch gute Rahmenbedingungen

für Forschung und Entwicklung zum Innovationsführer

aufsteigen.

SENATE: Wie muss eine Bildungspolitik aussehen,

die auch eine entsprechende wirtschaftliche Entwicklung

und Erfolge im Bereich der Forschung garantiert

Mitterlehner: Forschung und Entwicklung haben

uns in der Wettbewerbsfähigkeit sehr geholfen

und tragen entscheidend dazu bei, dass

sich Österreich im jüngsten Standortranking

des World-Economic-Forums auf Platz 16 unter

144 Ländern verbessert hat. Wir ruhen uns

darauf aber nicht aus, sondern arbeiten gezielt

die Defizite auf. Zum Beispiel stehen zehn zusätzliche

Millionen zur Verfügung, um den Engpass

beim Forschungspersonal zu beheben. Mit

diesem Programm bringen wir unter anderem

Klein- und Mittelbetriebe mit wissenschaftlichen

Partnern zusammen und ermöglichen ihnen die

Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Beschäftigten.

Dass sich diese Investitionen nachhaltig

auszahlen und das beste Konjunkturpaket darstellen,

zeigt eine neue Wifo-Studie. Demnach

sind Unternehmen, die F&E betreiben, krisenfester,

wachsen schneller und schaffen mehr Arbeitsplätze

als Unternehmen, die das nicht tun.

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Schwerpunktthema

Demokratie

Hannes Swoboda

Eine stabile Demokratie

braucht sozialen

Zusammenhalt

Was als Finanz- und Wirtschaftskrise begann, hat

sich längst auch zu einer Demokratiekrise weiterentwickelt.

Erkennen lässt sich dies an den zahlreichen

Protesten in den südlichen EU-Ländern

gegen die harten Sparauflagen, am Aufschwung

extremistischer Parteien und nicht zuletzt an separatistischen

Tendenzen in Regionen wie Flandern,

Schottland oder Katalonien. Die Gründe

dafür liegen auf der Hand. Als die Wirtschaftskrise

über Europa hereinbrach und vor allem die

südlichen Staaten – insbesondere Griechenland

– ins Wanken brachte, hat man nicht entschlossen

genug agiert, von europäischer Einigkeit war

wenig zu spüren. Es folgten Jahre mit aneinandergestückelten

und letztlich hilflosen Maßnahmen.

Eine Vision, wie man den Herausforderungen

entgegentreten und Antworten angesichts

neuer globaler Machtverhältnisse formulieren

kann, ist nicht erkennbar.

Bis jetzt hat man wenig mehr zu bieten als eine

harsche Austeritätspolitik, die dazu führt, dass

weite Teile der Bevölkerung immer mehr ins Abseits

gedrängt werden. So ist man bis jetzt nicht

über Absichtserklärungen hinausgekommen,

wenn es etwa darum geht, die Jugendarbeitslosigkeit,

die in der Eurozone bei 22,6 Prozent

liegt, zu bekämpfen. Neben der sozialen Katastrophe

für den Einzelnen und den zunehmenden

Belastungen für den Sozialstaat birgt das

Heranwachsen einer verlorenen Generation auch

demokratiepolitische Probleme. Wer kann es

verdenken, dass sich die jungen Menschen von

den etablierten Parteien der Mitte abwenden,

den politischen Institutionen kein Vertrauen

mehr schenken und sich jenen zuwenden, die

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SenatE // Schwerpunktthema

Dr. Hannes Swoboda, geboren 1946, ist seit 1996 Mitglied

des Europäischen Parlaments und seit Jänner 2012

Vorsitzender der Fraktion der SozialdemokratInnen im

EU-Parlament. Zwischen 1988 und 1994 war er amtsführender

Stadtrat für Stadtentwicklung in Wien.

vermeintlich einfache Lösungen anbieten Was

für jugendliche Arbeitslose gilt, gilt auch für andere

Bevölkerungsgruppen. Dazu gehören etwa

die prekär Beschäftigten oder jene Gruppe von

Senior/-innen, die von Altersarmut betroffen

ist, obwohl von ihrer Seite lebenslang Beiträge

an den Sozialstaat entrichtet wurden. Es ist absurd,

dass wir es im reichen Europa nicht schaffen,

diese Probleme nachhaltig zu bekämpfen,

und es sollte auch im Interesse der politisch Verantwortlichen

sein, die Kluft zwischen Arm und

Reich nicht noch weiter zu vergrößern. Die Europäische

Union wurde kürzlich mit dem Friedensnobelpreis

ausgezeichnet und in allen Lobesreden

wurde zu Recht betont, dass es gelungen sei,

den Frieden, die Demokratie und die Einhaltung

der Menschenrechte auf dem Kontinent zu etablieren.

Was aber Europa ebenso auszeichnet,

ist der soziale Friede, der über Jahre geherrscht

hat. Die Wirtschaftskrise hat uns gezeigt, dass

dieser Friede aber brüchig ist und wir daran arbeiten

müssen, um ein Auseinanderdriften der

Gesellschaft zu verhindern. Neben Fiskalpakt

und Bankenunion muss es endlich gelingen, auch

einen europäischen Sozialpakt zu etablieren, der

unter anderem Lohn- und Sozialdumping eindämmt,

grundlegende Sozial- und Arbeitsrechte

absichert und eine europäische Jugendgarantie

vorsieht.

Der Erfolg des europäischen Projekts hängt nämlich

unmittelbar von der Akzeptanz seiner Bürger

ab. Deshalb ist der soziale Zusammenhalt

zwischen den Ländern, aber auch innerhalb der

einzelnen Mitgliedsländer ein wichtiges Ziel europäischer

Politik. Auch wenn es plump klingen

mag, der Mensch muss im Vordergrund unseres

Handeln stehen und nicht ausschließlich der

Markt. Nach wie vor reden wir zu viel von Bankenrettungen,

Wachstumsraten und Zinssätzen

und zu wenig von der realen Lebenssituation und

dem sozialen Abstieg vieler Menschen und das

gefährdet unsere Demokratie.

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Schwerpunktthema

Demokratie

Karin Keglevich

Abkürzung

zur Macht

Der Wert von Lobbying für eine Demokratie

„L

obbying is a regulated industry and protected

activity under the First Amendment of the

U.S. Constitution that guarantees rights to free

speech, assembly, and petition.“ So definiert man

in den USA Lobbying, wo rund 15.000 Lobbyisten

ihrem Beruf nachgehen. In der EU bedient

man sich ebenfalls gerne der registrierten Experten,

um deren Praxiswissen in Entscheidungsprozesse

mit einfließen zu lassen. In Österreich

ist das noch lange nicht so selbstverständlich. Da

sieht man in Lobbyisten jene, die sich um das Allgemeinwohl

nicht kümmern und nur partikular

Interessen durchsetzen wollen.

Geprägt durch die starke Macht der Sozialpartner

hat sich auf dem Gebiet des Lobbyings als

Berufsstand für Privatpersonen nichts bis gar

nichts bewegt, denn es waren und sind die „großen

Zwei“ da: Die Wirtschafts- oder Arbeiterkammer

vertraten und vertreten gegenüber der

Politik ihr jeweiliges Klientel, immer vorgebend

genau zu wissen, was dieses will. Lobbying als

Wort kam bis vor wenigen Jahren im allgemeinen

Sprachgebrauch nicht einmal vor. Einzelinteressen

von Unternehmen, Vereinen etc. waren

da nicht wirklich maßgeblich, wollte man sie jedoch

durchsetzen, dann musste schon ein sehr,

sehr guter persönlicher politischer Kontakt vorhanden

sein, um irgendetwas zu bewegen.

Vor einigen Jahren hat sich in Österreich eine

kleine Gruppe an Personen des professionellen

Lobbyings angenommen und hier einen Berufsstand

etabliert, der aber keine öffentliche Legitimation

erzielt hat. Man operierte in einem

Graubereich. Als ich bereits 1993 – soweit mir

bekannt ist, als Erste in Österreich – in meinen

Firmennamen das Wort Lobbying integrieren

wollte, fragte mich der zuständige Beamte, was

das denn für eine Tätigkeit sei. Nach meiner

Erklärung war er überzeugt, dass man damit

in Österreich kein Geld verdienen könne, da es

dafür doch die Sozialpartner gebe. Ich glaube, er

hatte mit meinem „brotlosen“ Berufsansatz Mitleid,

da er meinte: „Na, dann lassen Sie das halt

im Firmennamen stehen, stört ja niemanden.“

Wen wundert es daher, dass es in Österreich bis

vor Kurzem nicht einmal Richtlinien gab, was

ein Lobbyist sei bzw. wie Politiker und Beamte

mit Lobbyisten transparent umzugehen hätten.

Dies war auch der Grund, warum sich eine Reihe

an sonderlichen Typen etablieren konnte, die

25


SenatE // Schwerpunktthema

fälschlicherweise Lobbyisten genannt wurden,

aber Lobbyismus für sich uminterpretierten,darin

nur eine unerschöpfliche Kapitalquelle sahen

und jahrelang ungehindert unter dem Motto

„Schöpfen wir, solange die Quellen sprudeln“ in

ihrem „geschlossenen Netzwerk“ tätig sein konnten.

So kann man einen Berufsstand, der international

durchaus Ansehen hat, auch kaputt machen,

bevor der Durchschnittsösterreicher noch

wusste, dass es ihn überhaupt gab.

Österreich ist von Haus aus kein Land, in dem

die Menschen von individuellem Entfaltungshunger

geprägt sind. Man bekommt gerne alles

geregelt, über das man sich dann umso mehr

aufregen kann, weil man selbst nichts beigetragen

hat. Richtet man es sich aber dann doch

einmal irgendwie, dann gilt gerne das Motto:

„Das geht niemanden etwas an.“ Transparenz

schien ein Fremdwort zu sein. Dass man in einer

modernen Demokratie Lobbyismus als Berufsstand

akzeptiert und für wichtig anerkennt, ist

schon ein großer Schritt für dieses Land, denn

Wirtschaftsinteressen und Demokratie sind ein

Spannungsfeld, in der die Praxisexpertise Wert

haben muss. Kein Beamter – von Politikern ganz

zu schweigen – kann über alle Für und Wider

eines fachspezifischen Problems Bescheid wissen.

In einer pluralistischen Demokratie ist der

Informationsaustausch, gerade bei Reformen

zwischen Unternehmen, Verbänden, dem Parlament

und der Verwaltung, wichtig und notwendig.

Man braucht Ansprechpartner. Woher sollte

z.B. der Beamte wissen, wie sich eine geplante

Reform schlussendlich in einem Unternehmen

auswirken kann Praxisexpertise transparent an

staatliche Einrichtungen heranzubringen sollte

eine Selbstverständlichkeit sein. Vorschläge

müssen daher transparent nachvollziehbar sein.

Allerdings muss sich auch die Politik hüten Lobbying

permanent nach eigenem Gutdünken umzuinterpretieren

und negativ darzustellen. Wird

ein Interesse umgesetzt, heißt es schnell einmal

„reine Klientelpolitik“ oder „Kniefall vor der Lobby“.

Nun, jede Partei hat „ihr“ Klientel, daher

macht jede Partei mehr oder weniger Klientelpolitik,

das wird in der politischen Diskussion nur

gerne vergessen und somit Lobbying schnell zum

Schimpfwort. Hier sind auch Medien gefordert

nicht jedem politischen „Aufschrei“ hinterherzulaufen.

Eine moderne repräsentative Demokratie

muss mit Lobbyisten leben können und

eine Gesellschaft an sich darf hinter Lobbyismus

nicht „kapitalistische“ Halsabschneider vermuten,

die nichts anderes im Sinn haben, als durch

Bestechung einen Vorteil zu erzwingen. Dort, wo

Missbrauch entsteht und Korruption aufgezeigt

wird, muss mit aller Härte durchgegriffen werden,

ohne jede Rücksicht auf Rang und Namen.

Es wird die Zukunft weisen, ob die Lobbying-Richtlinien

und Transparenzregeln, die

ab 2013 zwingend für die Branche werden, ihren

Zweck erfüllen. Es darf gehofft werden.

„Wenn wir einen Vorschlag machen, dann ist das

bösartiger Lobbyismus“, klagt Hofmann. „Und

wehe, wenn der Vorschlag sogar angenommen

wird, dann wird der Politik gar ein Kniefall vor

der Pharmalobby vorgeworfen.“ Nein, um seinen

Job ist Hofmann derzeit nicht zu beneiden. „Es

gehört für einen Politiker schon Mut dazu, überhaupt

mit uns zu sprechen.“

Denn Lobbyisten sind in den Augen der Bevölkerung

nicht gut angesehen. Lobbyisten, das sind

die Männer in den schwarzen Anzügen, die das

Interesse ihres Auftraggebers über das Allgemeinwohl

stellen, die Politiker in dunklen Hinterzimmern

zu beeinflussen suchen, die den Ministerialbeamten

ganze Gesetze diktieren.

Dabei, so räumen selbst die schärfsten Lobbykritiker

ein, ist der Informationsaustausch

von Unternehmen, Verbänden, Parlament und

Verwaltung für eine pluralistische Demokratie

notwendig und wichtig. Doch wo hört legitime,

demokratische Interessenvertretung auf und wo

beginnt illegale Einflussnahme

„Der Einfluss von Interessen auf Politik ist so

alt wie die Demokratie“, sagt Edda Müller, die

Vorsitzende der Antikorruptionsorganisation

Transparency International Deutschland. „Politik

braucht einen Ansprechpartner in der Gesellschaft.

Man kann ja nicht mit jedem einzelnen

reden“, meint Müller, die lange Zeit als oberste

Verbraucherschützerin selbst Lobbypolitik be-

26


Schwerpunktthema

Demokratie

trieb. Ohne Lobbys geht es im modernen Politbetrieb

nicht. Die Inhalte werden immer komplexer,

der politische Alltag immer schnelllebiger.

Politik und Ministerien sind auf externe Information

und Beratung angewiesen.

Genau in diese Informationslücke stoßen Lobbyisten

wie Sebastian Hofmann. Jeder, der eine

Reform mache, sollte mit den Betroffenen reden,

findet Hofmann. „Die Beamten im Ministerium

haben keine Ahnung vom Alltag in der Industrie

– woher auch.“ Sein Job sei es, „gute Vorschläge

zu machen, und das möglichst früh“. „Demokratie

lebt von Vorschlägen“, so die Überzeugung

des Pharmalobbyisten. Wichtig sei, dass es dabei

transparent zugeht. „Jeder muss wissen, woher

der Vorschlag kommt.“

Hofmann muss das Gras im politischen Berlin

wachsen hören. „Monitoring“ nennt er das.

Nicht erst im Parlament, schon im Vorfeld, wenn

Eckpunkte oder Gesetzesentwürfe entwickelt

werden, erste Ideen kursieren, werden die Lobbyisten

aktiv. Was plant die Politik, was kommt

auf seine Unternehmen zu Hofmann hält die

Kontakte zu Abgeordneten und ihren Mitarbeitern

und zu der Fachebene im Ministerium.

Nicht Lobbyist, sondern „verlässlicher und seriöser

Ansprechpartner“ will er sein.

Dabei vertreten gerade die großen Konzerne ihre

politischen Interessen immer öfter selbst, statt

auf die Verhandlungsmacht ihrer Verbände zu

vertrauen. Die Laufzeitverlängerung etwa haben

die vier AKW-Betreiber lieber bilateral mit der

Bundeskanzlerin ausgemacht. Und die größte

Interessenvertretung der Energiebranche, der

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

(BDEW), genießt beste Verbindungen in

die Regierungsspitze: Hauptgeschäftsführerin

Hildegard Müller war bis 2002 Staatsministerin

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SenatE // Nachhaltigkeit

Marie-Theres Ehrendorff

Nachhaltigkeit:

Feigenblatt oder gelebte

CSR-Strategie

Marie-Theres Ehrendorff spricht mit dem Vorstand des

SENAT DER WIRSCHAFT Österreich, Hans Harrer

A

ls der US-Ökonom und Nobelpreisträger Milton

Friedman vor gut 40 Jahren proklamierte, dass

es „die soziale Verantwortung der Wirtschaft

ist, ihre Profite zu vergrößern“, lebten auf dem

Planeten Erde halb so viele Menschen wie heute,

das Ozonloch war damals noch unbeachtet und

Schuldenkrise und Solidargemeinschaft definitiv

kein Gesprächsthema.

„CSR ist im Ursprung dennoch nicht Neues“,

betont Hans Harrer, Vorstand des SENAT

DER WIRSCHAFT. „Neu ist ausschließlich der

Name, nämlich ,Corporate Social Responsibility’.

Im Grunde geht es bei CSR um nichts

anderes, als Verantwortung für das Unternehmen,

die Mitarbeiter, das soziale Umfeld und

die Gesellschaft rund um das Unternehmen

zu übernehmen. Und zwar im sozialen wie im

ökologischen Bereich. Diese Werte leben unsere

erfolgreichen Unternehmen, Familienbetriebe

und KMU seit eh und je in Hochkultur.“

„Unternehmerische Tätigkeit und gesellschaftliche

Verantwortung sind zwei Seiten einer

Medaille und beides ist Voraussetzung für

nachhaltigen Wohlstand“, sagt René Schmidpeter

von der deutschen Bertelsmann Stiftung.

International hat sich der Terminus „Corporate

Social Responsibility (CSR) etabliert, wenngleich

einheitliche Definitionen und Standards

„Das Wirtschaften und die Verantwortung für das

Wirtschaften ist ein Prinzip, dessen sich jeder Unternehmer

und jeder Manager bewusst sein muss“, meint Hans

Harrer, Vorstand des SENAT DER WIRSCHAFT. „Sowohl

im sozialen Umgang mit seinen Mitarbeitern oder im

respektvollen Umgang mit Kunden, Kollegen, Lieferanten

oder der Umwelt.“

fehlen und noch immer weitgehende Unkenntnis

über Inhalt, Maßnahmen und Wirkungen

von CSR herrscht.

CSR heute in aller Munde

„CSR beginnt sich derzeit als Geschäftsmodell

zu verselbstständigen“, bemängelt Harrer eine

28


Entwicklung in die falsche Richtung. „So wird

heute aus politischer Sicht in einigen Ministerien

bereits überlegt CSR zu normieren. Dazu

sage ich klar und deutlich ,Nein’. Wir benötigen

für unsere Geisteshaltung keine Norm, was

auch die Linie des SENAT DER WIRSCHAFT

darstellt. In der Freiwilligkeit liegt die Herausforderung

und in dem ,Anreize-Schaffen’, dass

es sich lohnt, für das Gemeinwohl der Gesellschaft

zu arbeiten. Am Ende des Tages werden

wir auch alle mehr von unserem Kuchen haben

als dann, wenn sich einzelne Unternehmer lediglich

ganz gezielt den Eigeninteressen ihres

Unternehmens nach Asset-Value-Prinzipien

widmen.“

Die Aufgabe des SENAT DER WIRSCHAFT

zum Thema CSR sieht Harrer darin, „den institutionellen

Einrichtungen Expertisen zu liefern,

wie man an CSR herangeht. Im Senat gibt

es auch Unternehmen, die sich des Bereichs

CSR angenommen haben, damit im Endeffekt

in der konsequenten Durchführung eine

,Win-win’-Situation entsteht.“

„Wir haben zu viele Exel-Manager, die auf Zahlen

fixiert sind, die jedoch weder eine Seele

noch ein Gesicht haben. Und man muss zeigen,

dass es nicht die Zahl ist, die Wirtschaft lebendig

macht, sondern die Menschen, die dahinter

stehen.“

Wir sind eine Gemeinwohlwirtschaft

„Der SENAT DER WIRSCHAFT ist interessiert,

dass die Grundverständnisse unserer Gesellschaft

nicht noch mehr reglementiert werden.

Die Politik neigt dazu, sich aus der Verantwortung

herauszustehlen, indem sie bequeme

Schablonen schafft, die die Menschen der

persönlichen Haftung für ihr Tun enthebt. À la

longue vertauscht der Bürger das Denken mit

staatlichen Normen, Regeln und Gesetzen, die

von ,oben’ verordnet werden, was nicht im Sinne

eines sorgsamen ökosozialen Umgangs mit

unseren Strukturen sein kann. Ich warne davor:

Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen,

„Eine wichtige Herausforderung für uns ist, die Mobilität

von morgen zu bewältigen. Und zwar: ökologisch,

nachhaltig und sozial verträglich“, ist ASFINAG-Vorstand

Dr. Klaus Schierhackl überzeugt.

und nicht Normen und Schablonen“, appelliert

Hans Harrer an die heimische Wirtschaft.

„Die Politik bedient derzeit zwei Bereiche: einerseits

die Parteidemokratie, wo die Politik

den Interessen der Parteien dient, und andererseits

der Klienteninteressen, die der jeweiligen

Klientel dienen. Und dazwischen bleiben

KMU und Familienbetriebe, die Verantwortung

für Mitarbeiter und Umfeld tragen, um

überlebensfähig zu bleiben. Mit einer „Feigenblatt“-CSR,

wie das einige Großkonzerne oft

vortäuschen, hätte die mittelständische Wirtschaft

niemals reüssiert. Daher muss die Politik

für die Masse der Mittelständler und nicht

für einige wenige Multis Politik machen.

Verlässlichkeit auf allen Wegen

„Wir leben in einer Zeit, die durch ein rasantes

Tempo geprägt ist. Wenn wir allerdings dieses

Prinzip des ewigen Wachstums und der permanenten

Beschleunigung so weitertreiben, dann

werden zukünftige Generationen die Rechnung

dafür zu bezahlen haben“, prophezeit Klaus

Schierhackl, Vorstand der ASFINAG, einer der

führenden Autobahnbetreiber Europas.

Ein modernes und nachhaltig ausgebautes Autobahnen-

und Schnellstraßennetz ist entscheidend

für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirt-

29


SenatE // Nachhaltigkeit

„Grundsätzlich werden im Zuge von Infrastrukturvorhaben

vorwiegend regionale Bauprodukte wie Kies, Beton

und Asphalt eingesetzt, um kurze Transportwege zu

forcieren“, erklärt ASFINAG-Vorstand, DI. Alois Schedl.

schaftsstandortes Österreich und ein Beitrag

für die Mobilität jedes Einzelnen. „Nachhaltigkeit

bedeutet für die ASFINAG verantwortliches,

innovatives und langfristig ausgerichtetes

Handeln“, betont ASFINAG-Vorstand Alois

Schedl. Einer stetigen Weiterentwicklung und

Verbesserung unterliegt auch der Bereich der

Arbeitssicherheit. „Für unsere 2.700 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter wird Wissensaustausch

und das Lernen mit- und voneinander

von uns sehr unterstützt. Besonders wichtig

sind uns auch Maßnahmen zur Risikominimierung

am Arbeitsplatz und zur Vermeidung

von Arbeitsunfällen – daher schulen wir unsere

Mitarbeiter in Sicherheitsfragen. Ein wertschätzender

Umgang auf allen Ebenen des

Unternehmens ist für uns ebenso wichtig wie

ethisch einwandfreies Verhalten jedes und jeder

Einzelnen im Unternehmen.“

Alle Geschäftsfelder der ASFINAG haben Auswirkungen

auf die Umwelt, daher achtet das

Unternehmen sowohl beim Neubau sowie in

der Straßenerhaltung und im Betrieb der Autobahnen

und Schnellstraßen sehr auf ökologische

Bauweisen und sparsamen und effizienten

Ressourceneinsatz. Die Bereitstellung

einer hochrangigen Infrastruktur quer durch

das Bundesgebiet bedeutet, dass die ASFINAG

das gesamtwirtschaftliche Geschehen in Österreich

wesentlich mitbestimmt. Das Unternehmen

berücksichtigt daher sowohl volkswirtschaftliche

als auch betriebswirtschaftliche

Aspekte mit dem Ziel einer bedarfsgerechten

Netzentwicklung unter Berücksichtigung der

regionalen und lokalen Wirtschaft sowie einer

fairen, leistungsbezogenen Preisgestaltung.

„Wir garantieren 2.175 Kilometer sichere und

moderne Autobahnen und Schnellstraßen,

das bestmögliche Service und gleichzeitig ein

nachhaltig wirtschaftlich stabiles Unternehmen“,

verknüpft Klaus Schierhackl den betriebswirtschaftlichen

Aspekt mit jenem der

Nachhaltigkeit.

Die Meinung der Kunden zählt

Eine jährliche Kundenumfrage liefert Daten

darüber, wie die Leistungen der Autobahnenund

Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft

beurteilt werden. Die Befragten

stellten der ASFINAG ein gutes Zeugnis aus.

Insgesamt neun von zehn Autofahrern sind

mit der Erfüllung der Aufgaben der ASFINAG

sehr bzw. eher zufrieden. Auch der internationale

Vergleich fällt positiv aus: 72 Prozent der

heimischen Autofahrer, die in den vergangenen

zwei Jahren im Ausland unterwegs waren,

sind der Meinung, dass die österreichischen

Autobahnen und Schnellstraßen besser sind

als jene in unseren Nachbarländern.

Erstmals hat die ASFINAG in einer Pilotstudie

anhand von Autobahnanschlussstellen untersucht,

inwieweit durch Verkehrsinfrastruktur

kleinräumige, regionalwirtschaftliche Nutzeneffekte

erzielt werden. Die Effekte sind signifikant:

mehr Unternehmensansiedlungen,

eine höhere Wirtschaftsleistung der Gemeinden,

mehr und bessere Arbeitsplätze, Bevölkerungswachstum,

mehr Kommunalsteuern für

die Gemeinden und weniger Wochenpendler.

Zusätzlicher volkswirtschaftlicher Nutzen:

eine klare und eindeutige Verringerung der

Unfallfolgekosten.

30


SenatE SENat // // Intern

„Unser Erfolgsfaktor heißt

‚Näher am Menschen‘“

SeneCura ist der größte private Pflegeheimbetreiber

in Österreich und gilt als Vorreiter bei alternativen

Pflegeangeboten und Wohnformen im Alter

Seit der Unternehmensgründung

im Jahr 1998 werden

bei SeneCura, dem größten

privaten Pflegeheimbetreiber in

Österreich, alle Aktivitäten am

Leitsatz „Näher am Menschen“ ausgerichtet.

Ziel ist es, soziale Wärme

finanzierbar zu machen – ausgezeichnete

Pflege und Betreuung zu

bieten, die sich jeder leisten kann.

Das schließt jedoch Wirtschaftlichkeit

nicht aus: Mit über 50 Pflegeheimen

in Österreich, einem Umsatz

von 132,47 Mio. Euro und rd.

3.300 MitarbeiterInnen zählt die

Gruppe zu den größten Unternehmen

des Landes. Geschäftsführer

Prof. Rudolf Öhlinger über Besonderheiten

und Erfolgsgeheimnisse

seines Unternehmens.

Was macht SeneCura als Unternehmen

so erfolgreich

Es galt und gilt für uns, mit unseren

Angeboten die Lebensqualität

unserer Alten zu steigern und Versorgungslücken

mit alternativen

Betreuungsangeboten zu schließen.

Unser Geschäft ist ein zutiefst

menschliches – deshalb sind neben

fachlichem Know-how Menschlichkeit,

Wertschätzung und Respekt

die zentralen Inhalte, die die tägliche

Arbeit in den SeneCura Häusern

prägen.

Was ist das Besondere an den Betreuungseinrichtungen

von SeneCura

Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt

– wir bieten individuelle

Betreuung und Pflege, ganz nach

Wunsch und Bedarf. Und das ist

nicht alles: Spezialangebote wie

Neuroreha, rehabilitative Übergangspflege,

das Mobilitätsprogramm

„Fit & Beweglich 77+“ oder

auch das Projekt „Schmerzfreies

Pflegeheim“ unterscheiden uns

vom Mitbewerb. Und Wohlfühlen

ist mehr als Gesundheit: Wir bringen

Freude in den Alltag durch die

Aktion Jahreswunsch, regelmäßige

Candlelight Dinners, einen Urlaubsaustausch

zwischen den Häusern

und einem bunten Freizeitprogramm.

Wie wird die Zukunft aussehen

Die älteren Menschen werden

mehr, und ihre Ansprüche verändern

sich. Dem werden wir schon

heute gerecht. Wir werden auf solider

Basis und mit einer starken

Eigenkapitalquote von fast 20%

weiter wachsen und der älteren

Generation flächendeckend einen

schönen, aktiven und gesunden Lebensherbst

bieten.

Mehr Informationen unter

SeneCura Kliniken- und

Heime betriebsgesmbH

1060 Wien, Capistrangasse 5/1/54

01 585 61 59-0

office@senecura.at

www.senecura.at

www.senevita.at

(bezahlte Anzeige)

31


SenatE // Nachhaltigkeit

Mit der Kraft des Chan

Mehr Gemeinwohlökonomie durch wirksameres

Managing und Leading mit der Shaolin-Strategie

Robert Egger

Was hat das Weltbild der Shaolin

mit dem Gemeinwohl der modernen

Wirtschaft gemeinsam

Die Philosophie der Shaolin – der

Chan, im Westen auch als Zen bekannt

– hat während der Jahrhunderte

ihrer Überlieferung und

Weiterentwicklung mancherlei

Wandlung durchlaufen. Sie hatte

sich im Laufe der Zeit neuen

Einsichten zu öffnen und unterschiedliche

Akzente und Spielarten

zuzulassen. Diese Weltoffenheit

und Anpassungsfähigkeit hat entscheidend

zu ihrem Erfolg und ihrer

Langlebigkeit beigetragen. Andererseits

gibt es konstante Merkmale,

die ihr ein unverwechselbares Gefüge

geben. Diese gliedern sich in die

drei Bereiche

der Physik, die sich mit dem Kosmos

und den Dingen im Kosmos

befasst,

der Logik, die auf Erkenntnis,

Erklärung, Beweisführung und

Handlung gerichtet ist,

der Ethik, die sich mit dem

menschlichen Leben beschäftigt

und das Zentrum der Philosophie

der Shaolin bildet.

Diese Zusammenhänge der Physik,

der Logik und der Ethik sind

aus Sicht der Shaolin die Grundlage

einer Gemeinwohlökonomie.

Um unsere Zukunft nachhaltig zu

gestalten, sind Entscheidungen

notwendig, welche sich in erster

Instanz durch Effektivität und weniger

durch Effizienz auszeichnen.

Führende Vertreter der Gemeinwohlökonomie

sind aufgefordert

voranzugehen und Menschen zu begeistern,

ihr Vertrauen zu gewinnen

und zu erhalten. Sie sind aufgefordert

effektiv und mutig neue Wege

zu gehen. Große Bevölkerungsgruppen

sind von dieser notwendigen

und zukunftsfähigen Idee zu begeistern.

Die Shaolin-Strategie, wie sie im

Auftrag des Shaolin-Klosters von

Shaolin Österreich weitergegeben

wird, wurde von Robert Egger

– Chemiker und Physiker, taoistischer

Meister, Senator im SENAT

DER WIRSCHAFT und seit 2003

Vorstand von Shaolin Österreich

– von mystischem, religiösem und

esoterischem Beiwerk befreit und

auf das Wesentliche zentriert. Unter

konsequenter Anwendung der

Grundlagen des Chan, sowie der

Physik, Logik und Ethik, konnten

die drei Eckpfeiler: 1. Kommunikation;

2. Managing; 3. Leading – als

die drei wesentlichen Parameter zur

wirksamen Gestaltung der Zukunft

definiert werden. Alle drei Faktoren

sind im Inneren der handelnden

Personen begründet und können

von außen nicht oder nur sehr eingeschränkt

beeinflusst werden.

Aus Sicht der Shaolin ist der Weg zu

wirksamer Kommunikation, wirksamem

Managing und Leading ein

vorzügliches Selbstmanagement.

Klarheit, der Mut, Neues zu tun,

und ein Fokus auf Ausrichtung

sind wichtige Aufgaben und stellen

oberste Priorität dar.

Klarheit, Mut und Fokus sind untrennbar

mit dem Energiebegriff

der chinesischen Medizin der Shaolin

verbunden. Die deutsche Sprache

weist bereits darauf hin, das

BeGEISTerung und beHERZtes

Handeln untrennbar mit der psychischen,

aber auch physischen Stärke

der Organe „Gehirn“ und „Herz“

verbunden sind. Sie sind auch die

am stärksten von Sauerstoff unterstützten

Organe. Sie sind die wirklichen

Antriebskräfte aktiver Menschen.

Das Wort „Führungskraft:

die Kraft zum Führen“ zeigt auch die

hohe Bedeutung des Energie- und

Kraftbegriffs für Entscheidungsträger

und spiegelt das Shaolin-Wissen

in klarer, eindrucksvoller Form wider.

In turbulenten und unsicheren Zeiten

ist es für die Mehrheit der Men-

32


schen wichtig, starke Führungskräfte

und Entscheider an der Spitze zu

wissen. Wie die Geschichte zeigt,

hatten die meisten dieser ausgeprägten

Führungspersönlichkeiten

wenig Skrupel und Ethik. Für kurze

Zeit konnten sie große Menschenmassen

begeistern. Der Weitblick in

ihren Entscheidungen führte allerdings

zu vielen dunklen Momenten

in der Geschichte der Menschheit.

Ethik und ihre gelebte Praxis ist

gefordert. Ethik in der von Shaolin

Österreich transportierten Shaolin-Strategie

ist dem Chan verpflichtet.

Im Chan entwickeln sich Ideen

immer vom Primitiven über das

Komplizierte zum Einfachen. Kung

Fu, durch die gleichnamige Serie in

der westlichen Welt als Kampfsport

bekannt, kommt aus dem Chinesischen

und bedeutet in seiner originären

Übersetzung „etwas vorzüglich

machen“. Weit von Kampf

entfernt bedeutet bedeutet Kung

Fu:

1. effektiv – die richtigen Dinge tun

2. effizient – die Dinge richtig tun

Die Ethik des Chan fordert Personen

auf effektiv und effizient

• zum eigenen Wohl,

• zum Wohl der Gesellschaft,

• zum Wohl des Planeten

zu handeln, sich neu zu organisieren

und Entscheidungen zu treffen,

die über den Tellerrand der eigenen

Befindlichkeit hinausgehen.

Zum eigenen Wohl, sonst werden

die meisten unserer Mitmenschen

nicht ihre Komfortzone verlassen

und ins Handeln kommen wollen.

Zum Wohle der Gesellschaft, dem

wohl ursprünglichsten Anspruch

wirtschaftlicher und kaufmännischer

Absicht und eben solchen Verhaltens.

Zum Wohle des Planeten,

Dipl.-Ing. Robert Egger studierte technische

Physik und Chemie und war Manager

für Unternehmen wie TÜV Rheinland

oder die Austrian Aerospace Company.

Heute ist er Vortragender, Wirtschaftstrainer

und Buchautor, er leitet Shaolin

Europa und ist Tai Chi Meister, Qi Gong

Lehrer, im 2. Meistergrad in Karate,

Lehrbevollmächtigter des Shaolin Tempels

und ist Träger der Vollmacht des Tempels

in China. www.shaolinoesterreich.at

denn erstmals in der Geschichte der

Menschheit sind wir in der technischen

Lage, unsere eigene Lebensgrundlage

– die Ökologie des Planeten

– zu zerstören.

Die mittlerweile sehr strapazierte

Idee der Nachhaltigkeit sollte natürlich

das Handeln der meisten

Menschen bestimmen. Die Lippenbekenntnisse

der politischen und

wirtschaftlichen Entscheidungsträger

zu Ethik und Nachhaltigkeit

sind allgegenwärtig und daher auch

schon abgestumpft. Obwohl schon

wesentliche Fortschritte in Gemeinwohlökonomie

erreicht wurden.

Kultivierung: Das Meister-

Schüler-Verhältnis

Handeln zum eigenen Wohl, zum

Wohl der Gesellschaft und zum

Wohl des Planeten wird in der Shaolin-Strategie

auch als die „Kultivierung

des Menschen“ bezeichnet.

Kultivierung ist untrennbar mit

• verantwortungsvoller Kommunikation,

• verantwortungsvollem Managing

und

• verantwortungsvollem Leading

verbunden.

Aus Sicht der Shaolin-Medizin ist

die Kultivierung des Menschen eine

Frage der Klarheit, des Mutes und

der Intention des Denkens. Unsere

jahrtausendealte Tradition und

modernste schulmedizinische Forschungsergebnisse

bestätigen, dass

Mut, Klarheit und Fokus

• eine Frage der Fitness des Gehirns,

der dem Gehirn zur Verfügung

stehenden Energie

ist.

Modernste Gehirnforschungsergebnisse

mit computerunterstützten

bildgebenden Verfahren belegen,

dass beim Denken mehr Sauerstoff

verbraucht wird. Dieser als neurovaskuläre

Kopplung bezeichnete Zusammenhang

bestätigt, dass Durchblutung

und neuronale Aktivität

eines Gehirnareals aneinandergekoppelt

sind.

Die erste Maßnahme der Shaolin-Medizin

ist daher die erhöhte

Zufuhr von Sauerstoff, der wichtigsten

Energiequelle des Gehirns. Mit

der pulmologischen Abteilung der

Universität Wien unter der Leitung

von Univ.-Prof. Dr. Hartmut Zwick

ist die Methode und Praxis des

Shaolin Yi Jin Jings „Die Transformation

der Bänder, Sehnen und Faszien“

im Buch „Mehr Energie durch

Shaolin Qi Gong“ im Springer Verlag

erschienen.

33


SenatE // Nachhaltigkeit

Christoph Brüssel

Die Marktwirtschaft hat

eine echte Chance auf

mehr Gerechtigkeit

Der Nobelpreisträger und sein „Preis der

Ungerechtigkeit“ – Notizen nach einem

Gespräch zwischen SENATE und Joseph Stiglitz

Wer mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wird, der gilt als

außerordentlicher Erfinder, Denker, Wissenschaftler

oder Autor. Regelmäßig sind es die global bewegenden

Entdeckungen, Erfindungen oder Werke, die mit dem

Nobelpreis die höchste aller Ehrungen erfahren. So gelten

deren Empfänger gleichsam als die Spitze der Vorbilder

in ihren jeweiligen Disziplinen.

Prof. Joseph Stiglitz ist eben solch ein Wissenschaftler,

dem von weiten Teilen der globalen Gesellschaft hoher

Respekt entgegenkommt. Eine außergewöhnliche Persönlichkeit,

deren Biografie mehr aufzeigt, als nur in

Elfenbeintürmen der Wissenschaft gesessen zu haben.

Stiglitz wurde bekannt als Chefvolkswirt des damaligen

Präsidenten Clinton und hatte eine vergleichbare Aufgabe

bei der Weltbank. Bekannt wurde er aber besonders

dadurch, dass er die Grenzen der Marktwirtschaft

und des Wohlstandes tatkräftig aufzuzeigen gewillt ist.

Als Direktor der Weltbank trat er zurück, als ihm diese

Grenzen gefährdet schienen, als Professor der ehrwürdigen

Columbia-Universität New York setzte er sich zu

den Wirtschaftsrebellen an der Wall Street und unterstützte

selbst die Occupy-Bewegung.

Als Wirtschaftswissenschaftler plädiert er für die

Marktwirtschaft, macht sich aber dabei leidenschaftlich

für eine ausgewogene Vermögensverteilung stark.

Keine Schelte gegen die gut Verdienenden, keine Ideologie,

aber ein deutlicher Appell für eine Balance zwischen

Reichen und Armen. Seine Erkenntnis greift die

bekannten Fakten auf und will die Marktwirtschaft als

sozial und ökologisch unterstützen.

Nüchterne Zahlen zeigen, ohne Ideologie häufen immer

weniger Menschen immer größeren Reichtum an, während

die Zahl der Armen wächst und die Mittelschicht

vom Abstieg bedroht ist. Doch diese Entwicklung ist

laut Stiglitz keine zwangsläufige Folge der Marktwirtschaft.

Sie ist das Ergebnis einer globalisierten Ökonomie,

die zunehmend von dem einen reichsten Prozent

der Bevölkerung beherrscht wird.

34


In seinem neuesten Buch schreibt Prof. Stiglitz wie sich

diese Entwicklung besonders drastisch in den USA erkennen

lässt.

„Die wachsende Ungleichheit hat ihren Preis. Sie behindert

Wirtschaft und Wachstum, führt zu weniger Chancengerechtigkeit

und korrumpiert Justiz und Politik“,

schreibt Stiglitz. Deswegen ruft der Nobelpreisträger

dazu auf, die zunehmende Ungleichheit in unseren Gesellschaften

nicht einfach hinzunehmen, sondern Wirtschaft

und Politik so zu reformieren, dass der Wohlstand

wieder gerechter verteilt ist. Die weltweiten Demonstrationen

der Occupy-Bewegung können aus seiner Sicht

ein erster Schritt in diese Richtung sein.

In diesem neuen Buch zeigt Stiglitz auch Ansätze seines

Bildes für eine Veränderung der globalen Marktwirtschaft,

die er als eine ökosoziale und damit gerechte

Wirtschaft ansieht. Diesen Teil des Werkes bietet SENA-

TE hier als Leseausschnitt von Prof. Stiglitz.

Die wirtschaftliche Reformagenda

Eine Wirtschaftsreform, die ihren Namen verdient,

sollte gleichzeitig die ökonomische Effizienz,

die Fairness und die Chancengerechtigkeit

verbessern.

Die meisten Amerikaner würden gewinnen; die einzigen

Verlierer wären vielleicht einige aus dem obersten einen

Prozent – diejenigen zum Beispiel, deren Einkommen

sich überwiegend aus Rent-Seeking speist, und jene, die

ihnen allzu nahestehen. Die Reformen orientieren sich

eng an unserer Diagnose: Wir haben ein Problem an der

Spitze, in der Mitte und im unteren Bereich der Einkommenspyramide.

Einfache Lösungen werden nicht genügen.

Wir haben gesehen, dass mehrere Faktoren zu dem

hohen Maß an Ungleichheit und dem niedrigen Grad

an Chancengerechtigkeit in den USA beitragen. Ökonomen

streiten sich oftmals über die relative Bedeutung

jedes dieser Faktoren, ein Problem, das, wie ich erläutert

habe, beinahe unmöglich zu lösen ist. Überdies hat die

ungleiche Chancenverteilung in den USA ein Ausmaß

erreicht, dem wir mit allen uns zur Verfügung stehenden

Mitteln entgegenwirken müssen. Einige Ursachen

für die Vermögenskonzentration an der Spitze mögen

sich weitgehend unserer Kontrolle entziehen, andere

können wir nur allmählich, langfristig beeinflussen,

aber wieder andere können wir sofort angehen. Wir

brauchen einen Generalangriff, und einige der dazu nötigen

Schlüsselelemente lege ich nachfolgend dar.

Wie sich die Exzesse an der Spitze eindämmen lassen

In Kapitel 2 zeige ich, dass das Vermögen des reichsten

einen Prozents zu einem Großteil auf die eine oder andere

Art das Produkt von Rent-Seeking und Spielregeln

ist, die diese Gruppe begünstigen. Unser gesamtes Wirtschaftssystem

ist durchgängig verzerrt und pervertiert,

aber die folgenden sieben Reformschritte würden schon

erhebliche Verbesserungen nach sich ziehen.

Rent-Seeking begrenzen und gleiche

Bedingungen für alle schaffen.

Den Finanzsektor zügeln. Da die Zunahme der Ungleichheit

zu einem Gutteil mit den Auswüchsen im Finanzsektor

zusammenhängt, bietet es sich an, hier mit ei-

35


SenatE // Nachhaltigkeit

nem Reformprogramm anzusetzen. Der Dodd-Frank

Act zur Finanzmarktregulierung war ein Anfang, aber

nicht mehr. Die folgenden sechs Reformschritte sind

dringend erforderlich:

(a) Die überzogene Risikobereitschaft der Finanzinstitute

muss gezügelt sowie deren „Systemrelevanz“ durch

schiere Größe und Vernetzung eingeschränkt werden;

diese tödliche Kombination ist für die wiederholten Rettungspakete

der letzten dreißig Jahre verantwortlich.

Beschränkungen der Fremdkapitalaufnahme und der

Liquidität sind von entscheidender Bedeutung, denn

die Banken glauben aus irgendeinem Grund, sie könnten

wie mit einem magischen Hebel (Leverage-Effekt)

Schulden in Eigenkapital verwandeln. Aber das ist ein

fauler Zauber. Was sie in Wirklichkeit erschaffen, sind

Risiken und extreme Instabilität.

(b) Banken müssen transparenter werden, insbesondere

was ihren außerbörslichen Handel mit Derivaten anbelangt,

der stark begrenzt werden sollte und von dem

mit Staatsbürgschaften abgesicherte Finanzinstitute

die Finger lassen sollten. Der Steuerzahler sollte für

diese riskanten Produkte keine Haftung übernehmen,

ganz egal, ob wir sie als Versicherung, als eine Form des

Glücksspiels oder als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“,

wie Warren Buffett sie nannte, betrachten.

(c) Der Wettbewerb im Bankensektor und unter den

Kreditkartenunternehmen sollte gestärkt werden, und

es sollte dafür gesorgt werden, dass sie auch wettbewerblich

handeln. Wir verfügen über die Technik, um

einen effizienten elektronischen Zahlungsmechanismus

für das 21. Jahrhundert einzurichten, aber unser

Bankensystem ist entschlossen, an einem Kredit- und

Debitkartensystem festzuhalten, das nicht nur die Verbraucher

ausbeutet, sondern auch den Einzelhändlern

für jede Transaktion überhöhte Gebühren auferlegt.

(d) Den Banken sollten ausbeuterische Kreditgeschäfte,

bei denen sie gezielt die Unwissenheit ihrer Vertragspartner

ausnutzen, und unlautere Kreditkartengeschäfte

erschwert werden; dazu gehört auch die Einschränkung

von Zinswucher.

(e) Bonussysteme, die überzogene Risikobereitschaft

und kurzsichtiges Verhalten fördern, sollten verboten

werden.

(f) Offshore-Bankplätze (und ihre „Onshore“-Pendants),

die sich Regulierungen so erfolgreich entzogen und zugleich

Steuerflucht und -hinterziehung gefördert haben,

sollten geschlossen werden. Es gibt keinen sachlichen

Grund dafür, so viele Finanzgeschäfte auf den Cayman

Islands zu tätigen; weder die Inseln an sich noch ihr

Klima sind Bankdienstleistungen besonders förderlich.

Der Bankplatz dient nur einem einzigen Zweck: Steuerhinterziehung.

Viele dieser Reformen hängen miteinander zusammen:

Mehr Wettbewerb im Bankensektor wird vermutlich

dazu führen, dass die unlauteren Geschäftspraktiken

zurückgehen und die Banken beim Rent-Seeking weniger

erfolgreich sein werden. Es wird schwer sein, dem

Finanzsektor Zügel anzulegen, weil die Banken so geschickt

darin sind, Regeln zu umgehen.

Selbst wenn man die Größe der Banken beschränkt –

eine Aufgabe, die schwer genug ist –, werden sie untereinander

Kontrakte schließen (etwa Derivate), durch die

sie so eng miteinander verflochten sind, dass der Staat

sie notfalls wieder herauspauken muss.

Strengere und effektiver durchgesetzte

Wettbewerbsgesetze.

Auch wenn jeder Aspekt unseres (aufsichts)rechtlichen

Ordnungsrahmens sowohl für die ökonomische Effizienz

als auch für die soziale Gerechtigkeit von Belang ist,

sind die Gesetze, die den Wettbewerb, die Corporate

Governance und das Insolvenzverfahren regeln, besonders

wichtig.

Monopole und unvollkommene Wettbewerbsmärkte

sind eine wichtige Quelle von Renteneinkommen. Das

Bankgewerbe ist nicht der einzige Sektor, in dem zu wenig

Wettbewerb herrscht. Betrachtet man die einzelnen

Wirtschaftssektoren, ist es verblüffend, wie viele von

höchstens zwei, drei oder vier Firmen beherrscht werden.

Früher einmal hielt man das für unproblematisch,

weil in dem dynamischen Wettbewerb, der mit dem

technischen Wandel einhergeht, ein marktbeherrschendes

Unternehmen ein anderes ablösen würde. Es gab

einen Wettbewerb „um“ den Markt statt eines Wettbewerbs

auf dem Markt. Aber wir wissen, dass dies nicht

ausreichen wird. Marktbeherrschende Unternehmen

36


verfügen über Instrumente, mit denen sie Wettbewerber

unterdrücken und häufig auch Innovationen unterbinden

können. Die höheren Preise, die sie verlangen,

verzerren nicht nur die Wirtschaft, sondern sie wirken

auch wie eine Steuer, deren Einnahmen allerdings nicht

öffentlichen Zwecken zugutekommen, sondern die

Schatullen der Monopolisten füllen.

Verbesserung der Corporate

Governance – insbesondere um die

Möglichkeiten von Vorstandschefs

einzuschränken, Gewinne des von

ihnen geführten Unternehmens

für sich selbst abzuzweigen.

Topmanager von Konzernen haben zu viel Macht, und

ihrer vermeintlichen intellektuellen Brillanz wird zu

viel Respekt entgegengebracht. Wir haben gesehen, wie

sie diese Macht missbrauchen, um in die eigene Tasche

zu wirtschaften.

Gesetze, die Aktionären ein Mitspracherecht in Fragen

der Führungskräftevergütung einräumen, wären ein

wichtiger Schritt. Das Gleiche gilt für Bilanzierungsregeln,

die den Aktionären ein genaues Bild darüber vermitteln,

wie die leitenden Angestellten ihres Unternehmens

entlohnt werden.

Umfassende Reform der

Insolvenzgesetze mit Blick auf Derivate,

überschuldete Hausbesitzer bis hin

zum Umgang mit Studentendarlehen.

Das Insolvenzrecht liefert ein weiteres Beispiel dafür,

dass die grundlegenden Spielregeln der Märkte erhebliche

Verteilungsfolgen und Effizienzeffekte haben. Wie

in vielen anderen Bereichen bevorteilen diese Regeln in

zunehmendem Maße die Topverdiener.

Jeder Kredit beruht auf einem Vertrag, der nur durch

übereinstimmende Willenserklärung von Kreditnehmer

und Kreditgeber zustande kommt, wobei jedoch

im Allgemeinen eine Vertragsseite viel bessere Marktkenntnisse

besitzt als die andere; daher liegt eine massive

Asymmetrie bezüglich des Informationsstands und

der Verhandlungsmacht vor. Entsprechend sollte der

Kreditgeber, nicht der Kreditnehmer, die Hauptlast der

Folgen tragen, die ein Fehler nach sich zieht.

Ein schuldnerfreundlicheres Insolvenzrecht würde Banken

einen Anreiz geben, bei der Kreditvergabe mehr

Sorgfalt walten zu lassen. Wir hätten weniger Kreditbla-

37


SenatE // Nachhaltigkeit

sen und weniger hochverschuldete Amerikaner. Eines

der skandalösesten Beispiele unlauterer Kreditvergabe

sind die Studentendarlehen; und diese sittenwidrigen

Geschäfte werden für die Banken durch den Umstand

besonders attraktiv, dass die Schulden im Fall einer Privatinsolvenz

nicht erlöschen.

Kurzum, ein unausgewogenes Insolvenzrecht hat mit zu

der Aufblähung des Finanzsektors, zu ökonomischer Instabilität,

zur Ausbeutung der Armen und Uninformierten

und zu ökonomischer Ungleichheit beigetragen.

Schluss mit staatlichen Geschenken,

ob bei der Verfügung über

öffentliche Vermögenswerte

oder bei der Auftragsvergabe.

Die vorherigen vier Reformen konzentrieren sich darauf,

den Spielraum der Superreichen, darunter jener aus

dem Finanzsektor, zur Ausbeutung von Verbrauchern,

Kreditnehmern, Aktionären und anderen bei privaten

Transaktionen zu begrenzen. Aber Rent-Seeking ergibt

sich oft auch aus der Ausbeutung der Steuerzahler. Diese

Ausbeutung nimmt viele verschiedene Formen an,

einige lassen sich am besten als Geschenke beschreiben,

andere fallen unter die Rubrik „Konzernwohlfahrt“.

Wie wir in Kapitel 2 sahen, geht es bei den Geschenken

der öffentlichen Hand an Unternehmen um gewaltige

Summen. Das Spektrum dieser Gaben reicht von der

Klausel, die Behörden Preisverhandlungen mit Pharmaherstellern

untersagt, über die Kostenzuschlagsverträge

mit Halliburton im Verteidigungsbereich, schlecht

geplante Auktionen von Ölbohrrechten, die kostenlose

Vergabe von Frequenzspektren an Fernseh- und Radiosender

bis hin zu Förderabgaben für Erze unter dem

Marktpreis. Diese Geschenke sind schlicht ein Transfer

von der Gesellschaft an Unternehmen und an die Reichen;

aber in einer Zeit knapper Budgets sind sie mehr

als das, denn sie führen dazu, dass hochrentierliche öffentliche

Investitionen zurückgefahren werden.

Schluss mit der „Konzernwohlfahrt“

einschließlich versteckter Subventionen.

In den vorangegangenen Kapiteln habe ich gezeigt, dass

die Regierung allzu oft, statt Bedürftigen zu helfen, ihr

kostbares Geld lieber dafür ausgibt, Unternehmen zu

stützen. Viele dieser Subventionen sind im Steuergesetz

versteckt. Obwohl alle Schlupflöcher, Ausnahmen, Befreiungen

und Präferenzen die Steuerprogression bremsen

und Anreize verzerren, gilt dies für solche zugunsten

der Konzernwohlfahrt in besonderem Maße. Unternehmen,

die es nicht aus eigener Kraft schaffen, sollten vom

Markt verschwinden. Vielleicht brauchen ihre Mitarbeiter

Hilfe bei der Suche nach einer neuen Stelle, aber das

ist etwas ganz anderes als Konzernwohlfahrt.

Die Konzernwohlfahrt wird weitgehend intransparent

gewährt – vielleicht deshalb, weil die Bürger, wenn sie

wirklich wüssten, wie viel sie das kostet, dagegen rebellieren

würden. Neben den Vergünstigungen im Steuerrecht

gibt es die Subventionen, die sich in billigen Krediten

und staatlichen Kreditbürgschaften verbergen.

Zu den gefährlichsten Formen der Konzernwohlfahrt

gehören jene, welche die Haftung für die Schäden, die

Unternehmen anrichten können, begrenzen, ob es die

beschränkte Haftung für Kernkraftwerke oder für die

Umweltschäden der Ölindustrie ist.

Wenn man nicht die vollen Kosten für einen Schaden,

den man durch sein Handeln angerichtet hat, tragen

muss, kommt dies einer impliziten Subvention gleich, so

dass alle Branchen, die zum Beispiel anderen Umweltkosten

auferlegen, de facto subventioniert werden. Wie

viele der anderen Reformen, die ich in diesem Abschnitt

vorgestellt habe, hätten auch diese eine dreifach positive

Wirkung: Die Wirtschaft würde effizienter, es gäbe weniger

Exzesse an der Spitze, und der gesamtgesellschaftliche

Wohlstand würde steigen.

Entnommen aus: Joseph Stiglitz: Der Preis der Ungleichheit:

Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht.

ISBN 978-382750-019-9, 2. Auflage, Siedler Verlag 2012; Preis

24,99 EUR

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SenatE // Business & Management

Thomas Dillon

When negotiation fails

Mediation: A growing method

for dispute resolution

C

onflict is an inevitable element of commerce.

When negotiation fails, the parties may need

the help of a third party, traditionally a judge,

to resolve their dispute. However, litigation can

be costly in money and management time. It

typically takes place in a public forum and can

destroy any possibility of continued business relations

between the parties. Over the last 20 years,

interest in mediation as a method of dispute

resolution has grown enormously.

Mediation provides a quick, inexpensive method

of resolving disputes and can be used in almost

any kind of conflict, including consumer complaints,

workplace disputes and divorce proceedings.

In essence, it is a voluntary negotiation

managed by a skilled facilitator. It is confidential

and “without prejudice” – that is to say, what is

said may not be given in evidence in any later

court proceedings. The objective is to reach a binding

agreement settling the dispute.

An example beloved of mediators is the following:

two girls are fighting over the last orange

in the kitchen. Mother intervenes. It turns out

that girl A wants the orange because she wants

to squeeze a drink of fresh orange juice. Girl B

wants the orange because she needs the peel in

order to bake a cake. The solution immediately

becomes obvious. Once the parties’ real interests

are separated from their positions, settlement is

much more likely.

However, the emotion of conflict and the fear of

making concessions make it difficult for parties

in dispute to work out not only what they really

need, but also what their opponent has to achieve

in order to reach compromise. Through mediation,

diverse solutions may be found to resolve

a dispute. A varied contract, an exchange of property

or even an apology for distress caused may

permit settlement, measures which no judge or

arbitrator could impose on the parties.

In its commercial application, mediation typically

involves the parties coming together at an

appropriate office location. It begins with a joint

meeting with the mediator, where the parties

40


Thomas Dillon is a mediator, based in London, UK. He studied at the University of Cambridge and is a member of the Bar of England and

Wales. He has an MBA from Sir John Cass Business School, City of London: www.dillon.eu

briefly explain their respective positions. Each side

then retires to a separate, private room. The mediator

moves between the two sides, seeking to bring

the parties to an understanding of their real interests

and an appreciation of the reality of their positions. If

settlement is achieved, a written agreement is drawn

up with the mediator’s help and signed by the parties.

Most mediators practise so-called facilitative mediation.

That is to say, the mediator avoids expressing

a view on the merits of the case, and encourages the

parties to use their own imagination and judgment to

find a solution. The alternative is evaluative mediation,

in which the mediator offers his own opinion on

the merits of the case. Anecdotal evidence suggests a

growing demand among parties to receive the mediator’s

opinion on the merits, but the vast majority of

mediations remain facilitative. In reality, the mediator

cannot guide the process without having at least

some idea of the merits. However, it is usually counterproductive

for the mediator to impose a view on

either party, in case it undermines that party’s confidence

in the mediator’s impartiality.

Statistics indicate that a majority of cases brought to

mediation reach settlement. In a recent survey in the

UK, it was reported that as many as 70 % of civil and

commercial cases settled on the day of the mediation,

with a further 20 % settling shortly afterwards1.

In order to reduce the burden on judicial resources,

courts increasingly encourage mediation by litigants

or even try to compel them through the threat of

costs sanctions. It seems that mediation will continue

to grow in importance as a method of resolving conflict

in commercial relations.

1 The Fifth Mediation Audit, Centre for Dispute Resolution, London,

May 2012.

41


SenatE // Business & Management

Geniale Querdenker

Wie innovative Persönlichkeiten

denken und handeln

Brigitte Bösenkopf

„Innovationsstärke

wird mehr als früher

zum Schlüssel

einer höheren

Wettbewerbsfähigkeit.

Die Hälfte aller

Produkte, die wir in

fünf Jahren verkaufen

wollen, müssen wir

erst entwickeln.“

(Karl Heinz Beckurts,

Deutscher Physiker

und Manager)

Es ist Ziel und Anspruch eines erfolgreichen

Managers, die Besten

für sein Unternehmen zu gewinnen,

und so spielt der Wettbewerb

um die flexibelsten und kreativsten

Mitarbeiter eine entscheidende Rolle,

wenn ein Betrieb durch innovative

Entwicklungen erfolgreich am

Markt unterwegs sein will.

Wer aber sind sie, die kreativen, die

innovativen Persönlichkeiten, die

Rulebreaker, die durch ihre Ideen die

Welt um uns verändern

Als Psychologin und Trainerin in

der Wirtschaft habe ich mich sehr

intensiv mit den Persönlichkeitsprofilen

vieler Menschen beschäftigt

und durch intensive Gespräche herausgefiltert,

wie Kreative denken,

welche Eigenschaften sie verbinden

und warum erfolgreiche Rulebreaker

durch ihre „Lust am Widerstand“

mental wachsen und zu ihrer geistigen

Höchstform auflaufen.

Nicht jeder Kreative muss sich auch

als innovative Persönlichkeit erweisen

und innovativ Denkende werden

nicht automatisch zum Rulebreaker.

Welche Persönlichkeitseigenschaften

haben daher Rulebreaker entwickelt,

die Kreative nicht besitzen

Kreative Persönlichkeiten fallen

durch hohe Werte im Bereich

„Selbst- und Fremdmotivation“ auf,

indem sie als Meister der Selbstdarstellung

charismatisch im Umgang

mit Kollegen oder Kunden agieren.

Sie haben viele Ideen, manchmal

auch zu viele und so ist ihre Umsetzungsstärke

wesentlich schlechter

entwickelt als ihr schöpferisches Potenzial.

Ihre größte Schwachstelle liegt aber

in der größten Stärke der Rulebreaker:

Sie sind nicht stressresistent

und besitzen eine niedrige Frustrationstoleranz.

Bevor sie an ihren

Arbeitsplätzen „leiden“, flüchten

sie lieber in eine lustvollere Umgebung

und so ist es sehr einfach als

Arbeitgeber, diesen Mitarbeiter loszuwerden.

Schütten Sie ihn mit Routineaufgaben

zu, kontrollieren Sie

seine Arbeit durch strenge Regeln

und isolieren Sie ihn alleine in seinem

Büro. Er wird sofort kündigen

43


SenatE // Business & Management

Dr. Brigitte Bösenkopf

Psychologin, Wirtschaftstrainerin, Buchautorin

und sich einen neuen Job als Herausforderung

suchen, wo er Spaß,

Handlungsspielraum und seine Visionen

ausleben kann.

Innovative Persönlichkeiten besitzen

eine wesentlich höhere Leidensfähigkeit

und ein ausgeprägtes

Durchhaltevermögen, da manche

oft jahrelang warten müssen, bis

ihre innovativen Ideen marktreif

und erfolgreich sind (z.B. 13 Jahre

beim Gillette Sensor Rasierer).

Indem sie sich aber ganz und nur

mit einem Ziel identifizieren, entwickeln

sie eine hohe intrinsische

Motivation, die ihre Visionen voranträgt.

Sie sind die geistigen „Flower“,

die durch die Kraft ihrer Ideen

Weggefährten durch ihre Motivation

anstecken können, um gemeinsam

neue Produkte zu designen.

Innovative Persönlichkeiten sind

Meister der kreativen Entwicklung,

nicht aber der Zerstörung und unterscheiden

sich mit dieser Fähigkeit

vom „klassischen Regelbrecher“. Sie

sind auf der Suche nach neuen Produkten,

Produktverbesserungen

oder Optimierungen von Prozessen.

Die „Zerstörung des Marktes“,

um neu durchzustarten, entspricht

nicht ihrem Persönlichkeitsprofil!

Und sie haben als ein weiteres Erfolgsgeheimnis

im Gegensatz zu den

Kreativen und Rulebreakern gelernt

die richtige Balance zwischen kreativem,

aber auch wirtschaftlichem

Denken und Handeln zu entwickeln.

Der deutsche Industrielle Philipp

Rosenthal hat diese Fähigkeit treffend

in folgendem Zitat formuliert:

„Wer zu spät an die Kosten denkt,

ruiniert sein Unternehmen. Wer

immer zu früh an die Kosten denkt,

tötet die Kreativität.“

Wer aber sind nun die Rulebreaker

unter uns, die für „disruptive Innovation“

stehen, indem sie Geschäftsmodelle

zerstören und durch neue

Prozesse ersetzen

Sie besitzen die höchste Form der

Frustrationstoleranz und durch ihre

Lust am Widerstand motivieren sie

sich durch Misserfolge und Regelbrüche

bevorzugt in besonders traditionellen

Märkten oder Betrieben.

Sie leben ihre Visionen, indem sie

das scheinbar Unmögliche möglich

machen wollen, und sind stark im

Erobern neuer Märkte. Ihre ausgeprägte

Selbstmotivation zeigt sich

besonders im Bereich „Wettkampf“,

wo Rulebreaker hohe Werte aufweisen.

Sie wollen nicht den Markt verbessern,

sondern radikal durch ihre

Ideen verändern. Je größer die Ablehnung

im eigenen Unternehmen

oder bei der Konkurrenz, umso engagierter

werden sie, weil Sätze wie

„Das ist bei uns nicht machbar, das

geht mit Sicherheit so nicht“ sie zur

Lösung inspirieren.

Der erst kürzlich verstorbene Steve

Jobs, der als Apple-Computergenie

in die Geschichte eingehen wird und

bereits als „Leonardo da Vinci des

Digitalzeitalters“ bezeichnet wird,

hat in einer Rede an junge Studenten

folgende Empfehlung gegeben:

„Bleiben Sie hungrig, bleiben Sie

verrückt!“

Wie psychologisch auffällig muss

daher ein Mensch sein, der als Rulebreaker

durch die Welt flitzt und

in seinem Persönlichkeitsprofil ein

ewig getriebener, rastloser Mensch

ist

Auf den ersten Blick hat der Innovative

eine gewisse Disziplin im

Verrückt-Denken, während der Rulebreaker

auch auf den zweiten Blick

„grenzenlos ver-rückt“ scheint.

Reinhold Messner, der als erster

Mensch auf allen 14 Achttausendern

der Welt war, meint dazu: „Visionär,

Grenzgänger bist du, wenn

du etwas denkst, was so noch keiner

gedacht hat. Zum Tun gehören Mut,

Energie und Zivilcourage.“

Rulebreaker, die unsere Welt verändern

oder Schritte setzen, die noch

kein Mensch vor ihnen gemacht hat,

brauchen aber auch den Mut zum

„geistigen Grenzgang“ und so kann

auch der Schritt vom Genie zum

Wahnsinn manchmal nur ein marginaler

sein …

Wo aber liegen die größten Gefahren

für innovative Persönlichkeiten

und Rulebreaker, die verhindern,

dass sie in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld

ihre geistigen Potenziale

vollständig ausschöpfen können

„Wer stark brennen kann, kann

auch stark ausbrennen“, und so ist

die Gefahr bei Rulebreakern enorm,

nicht nur hochleistungsmotiviert

zu arbeiten, sondern klassisch ar-

44


eitssüchtig zu werden und im

Burn-out-Endstadium zu landen.

Sie setzen im Extremfall nicht nur

ihre Gesundheit aufs Spiel, um ihre

Visionen erfolgreich umzusetzen.

Sie sind auch bereit ihre finanzielle

Existenz aufs Spiel zu setzen, um ihr

Projekt nicht aufgeben zu müssen.

Rulebreaker sind aber auch die lebenslänglich

Getriebenen, die Zufriedenheit

nur als Momentaufnahme

kennen. Gelingt ihnen endlich

die Erreichung ihres Zieles, fallen

sie oft in einen Zustand der emotionellen

Leere und können ihm nur

durch eine sofortige Suche nach

neuen Regelbrüchen, Jobwechsel

oder Neugründung eines Unternehmens

entfliehen.

Geistige Höhenflüge machen aber

auch einsam! Und so habe ich durch

viele Gespräche mit Rulebreakern

festgestellt, dass Genialität und

Soziale Kompetenz sich selten vertragen.

Im Extremfall bleiben Partner

und langjährige Mitarbeiter auf

der Strecke, wenn sie zu langsam

denken oder Rulebreaker in ihren

Handlungen behindern.

Im Erkennen ihrer eigenen Grenzen

liegt aber auch die große Chance für

innovative Persönlichkeiten, sich in

ihrem geistigen Potenzial nicht zu

überfordern und an ihrer inneren

Gelassenheit und Toleranz im Umgang

mit Menschen zu arbeiten. Sie

brauchen die motivierende Schwingung

ihrer Umwelt und den lustvollen

Zugang zur Welt für ihr geistiges

Wachstum. Nur dann können sie

ihre Kraft als Rulebreaker vollständig

ausschöpfen …


SenatE // Business & Management

Reihe: Franchising – Company to go

Teil 1: Von der Franchising-

Idee zur Umsetzung

Waltraud Martius

Das Angebot des Franchise-Gebers

ist eine „schlüsselfertige“ Existenz.

Sein Produktversprechen lautet:

„überdurchschnittlicher Gewinn,

langfristige Sicherheit und soziales

Ansehen als Unternehmer“.

Im Franchising veranlasst der Franchise-Geber

eine große Zahl von

Franchise-Nehmern jeweils erhebliches

Kapital in sein Konzept zu investieren.

Darüber hinaus verlangt

der Franchise-Geber, dass seine

Partner seiner Strategie und seinen

taktischen Anweisungen folgen –

also ihre gesamte wirtschaftliche

Existenz in die Hände des Franchise-Gebers

legen. Die Franchise-Nehmer

sind zu dieser Leistung bereit,

weil sie vom Franchise-Geber etwas

erwarten, das sie alleine nicht schaffen

und woanders in dieser Form

nicht erhalten – nämlich eine zukunftssichere

und gewinnbringende

Existenz. Unter diesem Aspekt hat

der Franchise-Geber eine Mitverantwortung

für den wirtschaftlichen

Erfolg seiner Partner.

Franchising ist kein Wundermittel.

Die Franchise-Effekte sind nur dann

zu erreichen, wenn die Voraussetzungen

für erfolgreiches Franchising

gegeben sind. In der Euphorie

über die Franchise-Chancen werden

die Erfolgsbedingungen häufig

übersehen. Die Voraussetzungen für

erfolgreiches Franchising können in

10 Bereiche gegliedert werden.

Mag. Waltraud Martius

Geschäftsführung SYNCON International

Franchise Consultants

46


• Marktpotenzial: Voraussetzung

für Franchise-Erfolge ist

selbstverständlich ein auf Dauer

gesichertes Marktpotenzial.

• Wettbewerbskraft: Die Frage

nach dem Marktpotenzial

bezieht sich auf die Größe des

„Kuchens“. Entscheidend für den

Erfolg des Franchise-Nehmers ist

der von ihm erreichbare Anteil

am „Kuchen“.

• Attraktivität der Franchise-Existenz:

Ein Franchise-Geber

muss nicht nur Wettbewerbsvorteile

im Absatzmarkt

besitzen, sondern auch im Markt

der Existenzen attraktiv sein.

Ausschlaggebend für die Attraktivität

ist, in welchem Umfang

das Franchise-Paket den wirtschaftlichen

Erfolg des Franchise-Nehmers

fördert.

• Übertragbarkeit: Der Markterfolg

muss unabhängig von der

Persönlichkeit des Franchise-Gebers

beliebig reproduzierbar sein.

• Partnerpotenzial: Der Wert einer

übertragbaren Erfolgsformel

ist weitgehend vom Potenzial

der Franchise-Nehmer abhängig,

die dem Anforderungsprofil des

Franchise-Gebers entsprechen.

• Durchsetzungskraft: Der

Erfolg eines Franchise-Systems

hängt weitgehend von der

konsequenten Durchsetzung der

erprobten Konzeption ab.

• Bindungskraft: Ein Franchise-System

ist eine langfristig

angelegte Partnerschaft. Die

Startphase ist nur der „Auftakt“,

die eigentliche Franchise-Partnerschaft

beginnt danach.

• Know-how-Basis: Umfassendes

Wissen auf allen betroffenen

Gebieten ist unverzichtbar – für

den Erfolg im Absatzmarkt und

für eine erfolgreiche Franchise-Partnerschaft.

• Organisatorische Basis: Ohne

ausreichende und qualifizierte

Kapazität für Systementwicklung,

Systeminstallation und

Systemmanagement kann kein

Franchise-System aufgebaut

werden. Franchising nebenbei ist

nicht möglich.

• Kapitalbasis: Der Multiplikator

„Franchising“ ermöglicht marktweite

Aktivitäten mit relativ

geringen Investitionen. Jedoch

ist auch ein Franchise-System

nicht ohne erhebliche Investitionen

realisierbar.

Nach festgestellter Franchise-Eignung

ist der Weg zu einem seriösen

Franchise-System in folgenden

Schritten zu gehen:

• Erstellung des Franchise-Paketes:

Neben einem erfolgreichen Betriebstyp

sind die Serviceleistungen,

die die Franchise-Zentrale

für ihre Partner erbringt, von

wesentlicher Bedeutung für den

Erfolg des gesamten Systems.

• Erstellung des wirtschaftlichen

Modells für den Franchise-Geber

und Franchise-Nehmer: Das

wirtschaftliche Modell für den

Franchise-Geber dient der Offenlegung

der zu erwartenden Investitionen,

Erlöse und Kosten in

Abhängigkeit von der Anzahl der

Franchise-Nehmer. Es soll die

Rentabilität der Franchise-Zentrale

aufzeigen, die Über- und

Unterdeckungen sowie die Berechnung,

wann der Break-even

erreicht ist. Daraus ableiten lässt

sich dann der Finanzbedarf für

die Entwicklung und den Aufbau

des Franchise-Systems.

• Die Wirtschaftlichkeitsberechnung

für den Franchise-Nehmer

ist ein wirkungsvolles Planungsund

Controllinginstrument, mit

dem der Franchise-Nehmer seine

persönliche Erfolgsvision entwirft

und das (eventuell notwendige)

Finanzierungsgespräch mit

seiner Bank unterstützt.

• Erarbeitung der umfassenden

Know-how-Dokumentation

(Franchise-Handbuch und Intranet)

sowie aller Franchise-Tools

zur Umsetzung vor Ort durch

den Franchise-Nehmer.

• Pilotierung: In der Pilotierungsphase

werden sowohl der Betriebstyp

als auch die einzelnen

Serviceleistungen des Franchise-Gebers

getestet und erprobt.

• Korrektur des geplanten Systems,

aufgrund der Erfahrung in

der Pilotphase.

• Suche der Franchise-Nehmer

• Aufbau des Systems

• Programm zur Existenzsicherung

und Bindung der Franchise-Nehmer

• Weiterentwicklung des Franchise-Systems

Der Franchise-Geber hat für seinen

Erfolg nur einen Maßstab – nämlich

„den Erfolg seiner Partner“. Die

Serviceleistungen, die die Franchise-Zentrale

erbringt, entlasten den

Franchise-Nehmer von Nebenfunktionen

und ermöglichen es ihm, sich

voll auf seine wesentlichen Aufgaben

– Verkauf, Kundenberatung,

Führung seiner Mitarbeiter sowie

Verkauf der Produkte bzw. Umsetzung

der Dienstleistungen vor Ort

– zu konzentrieren.

47


SenatE // Buchvorstellung

Braucht man eine

zweite Welt, um

die erste zu ertragen

Robert Pfaller: Zweite Welten

Die erste Welt ist die unseres wirklichen Lebens

mit allen Mühen, Frustrationen und Kompromissen.

Die zweite Welt ist die der Träume,

Wünsche und Illusionen. Wie hängen beide zusammen

Braucht man die zweite, um die erste

zu ertragen

Nach dem großen Erfolg von „Wofür es sich zu leben

lohnt“ treibt Robert Pfaller seine Kulturkritik

in politischer Absicht weiter. Er untersucht die

komplizierte Dialektik von Realität und Wunsch

und entfaltet sie an so unterschiedlichen Themen

wie dem Staunen, der Illusion, der Komödie oder

der Katharsis, der Serie „Sex and the City“ oder

dem Phänomen der „Interpassivität“. Seine Diagnose:

Weil wir keine Fantasie mehr haben, aus

der wir erleichtert ins Leben flüchten können,

gerät uns das Leben selbst zu einem ausweglosen

Albtraum.

„Warum lebt kaum jemand so, wie er es richtig

findet“

Robert Pfaller

Zweite Welten

Und andere

Lebenselixiere

S.FischerWissenschaft

Robert Pfaller – Zweite Welten. Und andere Lebenselixiere.

265 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-10-059034-3;

Preis: € 20,60

Univ.-Prof. Dr. Robert Pfaller

Professor der Philosophie an der Universität der angewandten

Kunst Wien

Robert Pfaller, geboren 1962, studierte Philosophie

in Wien und Berlin und war nach Gastprofessuren

in Chicago, Berlin, Zürich und Straßburg

Professor für Kulturwissenschaften und

Kulturtheorie an der Kunstuniversität Linz. Seit

2009 ist er Professor für Philosophie an der Universität

für angewandte Kunst Wien.

48


SenatE // Best Practice

120 Jahre

Retsch Verpackungen

Am Puls der Zeit zum Erfolg!

Peter Skalicky

Womöglich hatten Sie heute

früh eine Semmel oder ein

Brot zum Frühstück, vielleicht

Schokobananen gestern Abend

beim Fernsehen genossen oder

der Freundin einen Strauß Blumen

geschenkt. Bei all diesen

Momenten war wahrscheinlich ein

Produkt von Retsch Verpackungen

dabei. Ohne dass Sie es ahnen, ist

Retsch Verpackungen vermutlich

schon seit Langem ein fixer Bestandteil

Ihres täglichen Lebens.

Retsch Verpackungen ist ein mittlerweile

120-jähriges Familienunternehmen

mit Sitz in Korneuburg

bei Wien, welches von der geschäftsführenden

Gesellschafterin Frau

Mag. (FH) Andrea Hayden gemeinsam

mit Senator Mag. (FH) Peter

Skalicky erfolgreich geführt wird.

Am Standort in Korneuburg werden

mehrfach prämierte Papierverpackungen

wie Säcke und Papiere

erzeugt. Ein sehr breites Handelssortiment

rundet das Angebot ab.

Im Fokus stehen Lebensmittelverpackungen

für gewerbliche Kunden

und Industrie, aber auch viele andere

Produkte wie Stopfpapiere für

Umzüge oder Fußmatten in Werkstatten

verlassen regelmäßig das

Werk. Vorrangig ist immer ein sehr

hoher Qualitätsanspruch, der über

dem am Markt üblichen liegen

muss. Dies gewährleisten auch zahlreiche

Zertifizierungen.

Seit Frau Mag. (FH) Andrea Hayden

die Geschäftsführung im Jahr

2004 übernommen hat, wurden

viele wegweisende Adaptierungen

vorgenommen. Selbst verfügt sie

über ein mit Auszeichnung erfolgreich

abgeschlossenes Studium

über wirtschaftsberatende Berufe.

Aktuell beendet sie gerade das Psychologie-Propädeutikum.

Ihr Anliegen

war es, das erfolgreiche

Unternehmen den wandelnden

Anforderungen

anzupassen, da die klassischen

Zielmärkte von

Retsch Verpackungen, die

primär aus gewerblichen

Bäckereien, Konditoreien,

Fleischern und Floristen bestand,

massiv im Umbruch waren.

Dies bedeutete nicht nur

interne Prozesse anzupassen,

um auch den Bedürfnissen neuer

Zielgruppen gerecht zu werden,

sondern auch vertriebsseitig neue

Wege zu gehen. Aus diesem Grund

wurde das Team um Mag. (FH) Peter

Skalicky verstärkt.

Senator Mag. (FH) Peter Skalicky

studierte Marketing und Sales berufsbegleitend,

während er für die

Erste Bank tätig war, zuletzt im

Bereich Zielgruppenmarketing. Bei

Retsch Verpackungen startet er

2002 im Key Account und gewann

rasch große Kunden wie „BP“ Österreich

und Schweiz sowie die Großbäckerei

„Der Mann“. Sehr bald

zeichnet er für den kompletten Vertrieb

als Prokurist verantwortlich

und wurde schließlich 2010 in die

Geschäftsführung aufgenommen.

49


SenatE // Best Practice

Mag (FH) Peter Skalicky

Geschäftsführer Retsch Verpackungen

Mag. (FH) Andrea Hayden

Geschäftsführende Gesellschafterin

Aktuell präsentieren sich Retsch

Verpackungen als ein modernes und

innovatives Verpackungsunternehmen,

welches sich international präsentiert.

Regelmäßig werden Preise

für besondere Leistungen hinsichtlich

Druckqualität gewonnen, aber

auch innovative Verpackungen helfen

sowohl den Kunden als auch den

Endkonsumenten das Leben mit

Verpackungen zu erleichtern. Bei

all den Überlegungen nach weiteren

Verbesserungen werden ökosoziale

Ziele keinesfalls hintangestellt,

vielmehr wird versucht die Umweltbelastungen

zu reduzieren und

nachhaltige Produkte zu erzeugen.

Die wirtschaftliche Situation der

letzten Jahre hat auch den Bedarf

an optimalen Verpackungslösungen

erhöht, sodass Verpackungen günstiger

werden, ohne Qualität einbüßen

zu müssen.

Um diese Ziele zu erreichen, ist die

Beratungskompetenz zunehmend

wichtiger geworden und eine weitere

Stärke von Retsch Verpackungen

wurde vom Markt aktiv nachgefragt.

Mit Retsch Design verfügt

man auch über eine Werbe- und

Marketingabteilung, die vor allem

im Bereich Branding beratend zur

Seite steht und so aktiv hilft mit der

Verpackung einen Zusatznutzen zu

stiften.

Es zeigt sich hier eindeutig, dass es

auch im Bereich der Verpackungen

einen Bereich jenseits der Billigstschiene

gibt und sowohl eine ordentliche

Werbewirkung durch die Verpackung

gewünscht ist, aber auch

eine höhere Qualität und Funktionalität

gefordert wird. Unabhängig

wie groß oder klein eine Marke ist,

sobald eine Verpackung nicht unbedruckt

oder generisch bedruckt ist,

ist die Hülle der erste Kontakt zum

Käufer. Wie Paul Watzlawick es formuliert:

„ Es kann nicht nicht kommuniziert

werden!“ Gerade in Zeiten

härteren Wettbewerbs achten viele

Kunden auf diese „gratis“ Werbung

durch den bewusst hochwertigen

Einsatz der ohnedies notwendigen

Verpackung. Bei Retsch Verpackungen

wird dies konsequent gelebt und

umgesetzt, sodass viele zufriedene

Kunden neue Ideen anfragen.

Eine logische Konsequenz daraus ist

auch die kontinuierliche Investition

sowohl in bessere Druckqualität als

auch in top ausgebildetes Personal.

„Standardisiert hohe Qualität anbieten

zu können, ist kein Prozess,

der einmal aufgesetzt wurde, vielmehr

ist es ein Resultat laufender

Kontrolle und Anpassungen“, so GF

Peter Skalicky. Zu vielschichtig ist

das Sortiment, dass RV anbietet, als

dass dies eine Nebenbeschäftigung

sein könnte. Zahlreiche Kunden

haben dies bereits für sich erkannt

und haben die gesamte Verpackung

an Retsch Verpackungen ausgelagert.

Somit kann auf einen Experten

zurückgegriffen werden, der die Sicherheit

quer durch alle Materialien

und Verpackungsarten gewährleisten

kann. Hierbei geht es nicht nur

um Farbtreue, sondern auch um

Lebensmittelsicherheit, Funktionalität,

Verfügbarkeit, aber auch um

das Preisthema.

In der 120-jährigen Geschichte hat

sich Retsch Verpackungen vom reinen

Verpackungshändler über den

Produzenten hin zum Full-Range-Anbieter

mit ausgeprägtem Verpackungswissen

entwickelt. Es gilt

nicht, vorrangig der Größte zu sein,

vielmehr ist man bestrebt der Beste

zu sein und ganz nah am Kunden

und am Markt zu sein, um Kundenlösungen

zu haben, die State of the

Art sind. Dass dies nicht nur in Österreich,

sondern international gewünscht

und gebraucht wird, haben

zahlreiche internationalen Kunden

auf diversen Messen und im Zuge

von Kundenkontakten gezeigt.

50


Luxury Collection

by austrostar

Traumhaftes

Grundstück am

Millstättersee

Das Juwel am Millstättersee – direkt

am See erstreckt sich eines der letzten

unverbauten Grundstücke in bester

Sonnenlage. Auf der circa 4800 m²

großen Fläche, die neu begrünt wurde,

befindet sich einzig das in den Kaufpreis

inkludierte neue

Bootshaus.

Dabei liegt diese

Fläche sehr zentral,

jedoch in absoluter

Ruhelage.

Weitere Informationen

bekommen

Sie bei Austrostar.

Weitblick

Panorama Resort Velden

Nennen Sie Ihr Zuhause Heimat, in der

man in naturbelassener Gegend pure

Lebensfreude verspürt. Dazu finden Sie

im „Weitblick Panorama Resort Velden“

15 exklusive Wohnungen, verteilt auf 3

Häuser, mit 67 bis 191,40 m² Wohnfläche,

großzügigen Terrassen oder eigenem

Garten. Optional ist sogar ein privater

Zugang zum Wörthersee möglich.

Thomas Morgenstern Center, Hauptstraße 13,

9871 Seeboden, +43 4762 81 966, info@austrostar.at

www.austrostar.at


SenatE // Best Practice

Mit Holzbau in Spitzenqualität

auf Erfolgskurs

Holzbau Maier aus Bramberg

Hilde Maier

Dass die Pinzgauer sehr fleißige

und bodenständige Menschen sind,

die mit großer Loyalität hinter ihrer

Arbeit und Heimat stehen, macht

einen großen Teil des Erfolges

der Firma Holzbau Maier aus. Das

Familienunternehmen mit Sitz in

Bramberg im Oberpinzgau führen

die Schwestern Gundi und Birgit

gemeinsam mit ihrer Mutter Hilde.

Holzbau Maier blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Seit 1967 verarbeitet der Familienbetrieb die erstklassigen

österreichischen Winterhölzer aus Hochlagen über

1200 Meter. Bereits seit 1969 fertigt Maier Holzhäuser

aus massiven Blockholzbohlen. Erstellt von hervorragend

ausgebildeten Zimmerei-Fachleuten werden realtypische

Architekturwünsche der Bauherren authentisch

umgesetzt und erfreuen die Eigentümer ein Leben

lang.

Tradition in Holz – die

Holzblockbauweise mit „Tiroler Schloss“

Seit 1970 setzt Holzbau Maier Abbundmaschinen zur

Herstellung von Blockwand-Eckverbindungen ein. Die

spezielle Eckverbindung, die „Klingschrot“ ist auch bei

neu gebauten Blockhäusern das unverkennbare Markenzeichen

der Maier-Blockhäuser.

Blockhauskäufer aus Österreich, Deutschland, Frankreich,

Südtirol, der Schweiz und Spanien erfreuen sich

an der unverkennbaren Bauweise, dem einzigartigen

Wohlfühlambiente, dem heimeligen „Holzduft“ und

fühlen sich durch den aktuellen Trend zum Einsatz natürlicher

Baumaterialien enorm bestätigt.

Ganz neu im Blockbausortiment bietet Holzbau Maier.

nun auch den „ Alpenblock“ an, das formstabilste Blockhaus,

das eine neue Ära im Holzbau einläutet: Es garantiert

nämlich weitgehende Setzungsfreiheit und schafft

eben dadurch eine nie dagewesene Formstabilität.

Rarität – Holz das mehr

als 100 Jahre alt ist

Holzbau Maier verfügt über ein Altholzlager, indem für

Kunden sogar Wünsche nach einem Altholzhaus oder

Altholzeinrichtungen erfüllbar werden. Holzbau Maier

trägt dazu alte Holzhäuser ab, plant mit seinen Kunden

den Altholzneubau, ergänzt fehlende Holzteile aus dem

Altholzlager und baut das Altholzhaus, ausgestattet mit

neuester Technik wieder auf. Weitere Verwendungsbereiche

des Altholzes sind Innenausstattungen welche

speziell im Bereich zahlreicher Schihütten und Skirestaurants

umgesetzt werden.

45-jährige Erfahrung und junge Ideen

Die Unternehmensleitung des Maier-Teams liegt seit

2010 in den Händen der beiden Töchter. Gundi Maier

ist dabei für den kaufmännischen Bereich verantwortlich,

Birgit Maier ist Architektin und leitet Marketing,

Verkauf, Planung und Technik.

52


Holzbau Maier weiß, internes Fachwissen ist die Voraussetzung

für innovatives Arbeiten. Daher sind viele

Mitarbeiter aus der Anfangszeit des Unternehmens

auch heute noch dabei. Diese gutausgebildeten Mitarbeiter

sind der Pfeiler des Unternehmens.

Die Liebe zum Rohstoff Holz, das stetige Streben nach

Qualität und der Blick nach vorne haben aus dem Familienbetrieb

das größte Holzbau- und Zimmerei- Unternehmen

im Bundesland Salzburg gemacht: Was sich

anhört wie ein Märchen, ist Teil der Maier Firmengeschichte:

260 Lehrlinge, 14 Meister und 24 Poliere hat

das Unternehmen seit seiner Betriebsgründung im

Jahre 1967 bereits durch die harte „Baum-Schule“ geschickt.

Im Jahresdurchschnitt sind 140 Vollzeit-Mitarbeiter

bei Holzbau Maier beschäftigt. Und auch das Arbeitspensum

der Holzbauprofis kann sich sehen lassen:

In 45 Jahren und ca. 9,5 Mio. Arbeitsstunden wurden

knapp 170.000 Festmeter Rund- bzw. Winterholz vom

Stamm verarbeitet und mehr als 13.000 Bauprojekte im

Holzbau und in der Tischlerei bearbeitet.

Natur, Tradition, Kreativität

und Leidenschaft ...

... sind die Markenwerte, die es Holzbau Maier seit über

45 Jahren ermöglichen Holzbaugeschichte zu schreiben.

Ob in Österreich oder im Land der unbegrenzten

Möglichkeiten, das Bramberger Unternehmen lässt

qualitativ hochwertige Holzhausträume wahr werden.

Mit handwerklichem Know-how, modernsten Technologien,

qualifizierten Mitarbeitern und viel Liebe zum

Baustoff Holz. Im Austausch mit Architekten, Designern

und Handwerkprofis beherrscht das Traditionsunternehmen

den Materialmix im modernen Holzhausbau

nach allen Regeln der Kunst sowie mit viel kreativem

Spielraum. Unabhängig von Stilen, Formen und Größenordnungen,

Holzbau Maier – mit seiner hauseigenen

Tischlerei – ist eine Koryphäe im gesamten Holzbau

und verwirklicht private und gewerbliche Fantasien in

Holz.

TESTSIEGER

MTB

Elektro

ElektroRad

ÜBERRAGEND

ELEKTRORAD 01|2012

Das Frühstück wieder genießen.

29er Cross

Fazit: „Ein ausgezeichnetes

E-Mountainbike mit überragenden

Fahreigenschaften,

einem starken zuverlässigen

Motor und ausgesucht hochwertigen

Komponenten.

Testsieger!“

[ ElektroRad: 1/2012: Überragend,

Note: 1,3 ]

tIPP

EMPFEHLUNG

ElektroRad

Mountainbike

ElEktrorad 04|2012

Shape

Fazit: „Das eShape eignet

sich besonders für sportliche

Fahrer, die sich im urbanen

Raum zügig fortbewegen

wollen. Design, das leichte

Gewicht und hervorragende

Fahreigenschaften machen es

zum Testsieger!“

TesTsieger

Urban

ElektroRad

ElEktrorad 02|2012

Ek

sehr gUT

Bow 45

Fazit: „29er Räder und Antrieb bis 45 km/h harmonieren perfekt.

Für Speed-Junkies eine gelungene Sache!“

[ ElektroRad: 4/2012: „Empfehlung“ Mountainbike ]

[ ElektroRad: 2/2012: Sehr gut,

Note: 1,5 ]

IKO Sportartikel Handels GmbH // Kufsteiner Str. 72 // D-83064 Raubling

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SenatE // Best Practice

Goldmedaille in

London für Weingut

Willi Opitz/Illmitz

Der SENAT DER WIRSCHAFT gratuliert!

B

ei den diesjährigen Olympischen Spielen in London

sind unsere SportlerInnen ja leider leer ausgegangen,

dafür aber gab es für unseren Senator

Willi Opitz gleich Gold.

Opitz hat in London bei der renommierten „International

Wine Challenge“ den 1. Preis gewonnen

und somit doch noch eine Goldmedaille für

Österreich geholt. Für seine Sämling-Trockenbeerenauslese

2007 bekam der Winzer aus dem

burgenländischen Illmitz nun bei der „International

Wine Challenge“ den ersten Preis verliehen.

„Wir freuen uns mit Senator Willi Opitz sehr

über diesen großen Erfolg, der Österreich als

Weinregion und Wirtschaftsstandort auch weit

über die österreichischen Grenzen hinaus ein

dynamisches und leistungsstarkes Gesicht gibt“,

betont Vorstand Hans Harrer.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Senator Willi Opitz bei der Preisverleihung

54


In Kärnten entsteht

ein Sonnendorf

Lei, lei! Kein Scherz, aber für alle die mittun,

wirklich zum Lachen

Reinhard Bimashofer

Wunder werden wahr. Im Sonnenland

Kärnten entsteht in See-, Golfplatz-

und Villach-Nähe ein Sonnendorf,

das seine Energie vom Himmel

holt. In 14 Doppelhäusern, errichtet

in ausgetüftelter Ziegel-Öko-Bauweise,

wird dank großflächiger Fotovoltaikanlagen

und modernster

Wärmepumpen mehr Energie erzeugt,

als von den Öko-Sparefrohs

dort verbraucht wird.

Eine Energiewende zum Guten.

Bauen in einer anderen Sphäre. Hier

wird die Latte so hoch gelegt, dass

es momentan einfach nicht höher

geht. Ein Vorzeigeprojekt, das Nachahmer

finden soll. Ein Unterfangen

ganz im Sinne des SENAT DER

WIRSCHAFT, das Könnerschaft, Innovationsfreude,

visionäre Haltung

und begeistertes Miteinander unter

Beweis stellt.

Andreas Müller, Vorarlberger, Initiator,

Senator und Motor des

Sonnendorfs in der Gemeinde Finkenstein

am Faakersee, gelang es,

schon 25 Mitglieder des SENAT

DER WIRSCHAFT in das begeisternde

Projekt zu involvieren. Da

dieses Beispiel Schule machen soll,

werden die ersten drei Häuser als

Lehrlingsbaustelle realisiert. „Den

jungen Menschen soll erfahrbar gemacht

werden, wie spannend Expertenwissen

zum Bauen von Niedrigenergie-Traumhäusern

umgesetzt

werden kann. Zu Preisen, die sich

kaum von weitaus weniger ambitionierten

Vorhaben unterscheiden“,

geht Müller sonnige Wege.

Die architektonisch gelungene Umsetzung

kommt vom Geschäfts-

55


SenatE // Best Practice

führer des Projekterfinders, der

Sunmedia Marketing GmbH, dem

der Sonne verpflichteten Architekten

Peter Schaffer. Mit Müller entdeckte

er bei Wienerberger einen

50 Zentimeter starken Ziegel, der

Behaglichkeit und exzellente Dämmeigenschaften

ohne zusätzliche

Dämmplatten bietet. Wärmepumpen

sorgen für Heizung und Warmwasser.

Den nötigen Strom für die

Wärmepumpe und den Haushalt

liefert eine 55 Quadratmeter große

Fotovoltaikanlage von SIG SOLAR

auf jedem Haus. Im Vergleich zu einer

Öl- oder Gasheizung spart jede

Wohneinheit damit 3,5 bis 6,5 Tonnen

CO 2

. Und zwar pro Jahr!

Auf 20 Jahre gerechnet spart jede

Wohneinheit rund 50.000 Euro

Energiekosten. Das wird durch modernste

Stromspeicherung erreicht.

Denn dadurch wird die Eigennutzung

des von der Sonne geschenkten

Stroms auf etwa 80 Prozent erhöht.

Sämtliche Autoabstellplätze werden

mit Stromtankstellen ausgerüstet.

Somit wird ein CO 2

-freies Wohnen,

Leben und sogar Fahren möglich.

Und das kostenfrei!

Da kommt Frohsinn auf. Ein Haus

als Energiesparschwein. Ohne Geheimniskrämerei.

Transparenz

schon auf der Vorzeigebaustelle, die

auch den Baustrom mit Solar- und

Windenergie erzeugt. „Das Sonnendorf

liegt ganz auf unserer Linie“,

findet Sandro de Roja, Managing

Director von der WKA Windkraftanlagen

Vertriebs KG. Deren neu

entwickelten Windräder mit 4 Metern

Durchmesser feierten erst vor

wenigen Monaten Europapremiere.

Sie liefern – je nach Standort – 2000

bis 4000 Kilowattstunden Strom pro

Jahr und gehören damit zu den effizientesten

Produkten am Markt.

Im Übrigen wird die Energiebilanz

der ersten drei realisierten Sonnendorf-Häuser

vom Planungsbüro

E-Plus wissenschaftlich ausgewertet

und der Best-Performer zur Grundlage

für alle künftigen Sonnendörfer.

„Aus der Region und für die Region“

ist ein Motto von Andreas Müller

bei der Wahl der Betriebe. „Unsere

Lehrlinge lernen selbstständig

zu arbeiten und Verantwortung zu

übernehmen. Bei einem Projekt wie

dem Sonnendorf Finkenstein können

sie ihre gute Ausbildung voll

einbringen“, freut sich KR Albin

Dolinschek, rühriger Geschäftsführer

des gleichnamigen Villacher Installateurbetriebs.

Er ist überzeugt:

„Die Lehrlingsbaustelle Sonnendorf

erhöht die Akzeptanz unseres Berufsstandes

und fördert das positive

Image der Lehre. Das schafft Zukunft!“

„Dieses Projekt zeigt in einzigartiger

Weise, wie soziale Verantwortung

und ökologische Kompetenz professionell

umgesetzt werden“, meint

Hans Harrer, Vorstand im SENAT

DER WIRSCHAFT, der sich als Vernetzungskünstler

von Anfang an positiv

für das Sonnendorf eingebracht

hat. Weil es Senatsphilosophie verkörpert

und Harrer nicht nur an Visionen

glaubt, sondern an die Kraft

des Miteinanders der Besten.

Gemeinsam sind wir einfach mehr

als nur die Summe der Teile. Sonnenbauen

passiert jetzt. Unterstützt

auch vom Wirtschafts- und vom Lebensministerium.

Die ersten Häuser

werden schon im Frühjahr 2013 besiedelt.

Neue Heime von glücklichen

Besitzern mit sonnigen Gemütern

in Bestlage.

Der Weg dorthin wird übrigens mit

mehreren Webcams lückenlos dokumentiert

und kann über den Link

www.lehrlingsbaustelle.at jederzeit

eingesehen werden. Es sind noch einige

Häuser zu haben.

56


KREATIVE KÖPFE.

VERNETZTES DENKEN.

BEI GESA ZÄHLT TEAMWORK.

Hier arbeiten engagierte, kreative Mitarbeiter gemeinsam an intelligenten Problemlösungen

für die Transporttechnik.

Die Firma GESA steht für Bewegung: Als Experte im Bereich betrieblicher Transportmittel

sind wir ein qualitativ hochwertiger und verlässlicher Partner. Mit Einsatzfreude, außergewöhnlichen

Ideen und Flexibilität entwickeln wir für Sie die besten Lösungen. Kreativität

und Teamgeist zählen zu unseren Stärken, denn bei uns herrscht Einfallsreichtum, Toleranz

und Freude an der Arbeit. Und das bewegt … von A nach B, und darüber hinaus!

Gesa. Das Team


SenatE // Best Practice

Botschafterinnen und Botschafter

des ganz Besonderen

Brand „SENATOR

Cuvée 2012

Mit „SENATS-Geist“ eine

Zukunft für Kinder schaffen

D

ie einzigartige Cuvée wurde von einem erlesenen

Kreis unserer Senatorinnen und Senatoren in

„geistreicher“ Runde kreiert und vom international

vielfach ausgezeichneten „Brenner des Jahres

in Gold“, Senator Siegi HERZOG, zum einzigartigen

Trinkgenuss vollendet.

Im Rahmen des FORUM ALPBACH wurde der

Senator CUVÉE 2012“ am Hüttenabend in der

Post Alm aus dem Taufbecken gehoben und erfreut

sich seither großer Beliebtheit.

Die gelungene Komposition von Siegi Herzogs

WILLIAMS und seinem exzellenten GIN „Hagmoar“

überzeugte an diesem Abend und trug zur

beschwingten Stimmung bei.

Wie bereits in Alpbach von Vorstand Hans Harrer

angekündigt, soll der „GEIST des SENATS“ speziell

in dieser Form in die Welt hinausgetragen

werden. Die Salzburger Künstlerin Isabella Monti

hat mit ihrem exklusiv für den SENAT DER

WIRTSCHAFT gestalteten Energiebild dem Geist

des SENATS unverwechselbaren Esprit verliehen.

Der SENAT DER WIRTSCHAFT unterstützt seit

Jahren die Organisation von Ehrensenatorin

Rosi Gollmann. Frau Gollmann finanziert seit

nunmehr 45 Jahren mithilfe von Spendengeldern

Augenoperationen bei Kindern in Indien,

die dadurch ihre Sehfähigkeit wiedererlangen.

Wir möchten Frau Gollmann in ihrem unaufhörlichen

Engagement auch weiterhin unterstützen.

Daher spendet unser SENATS-Unternehmen

Herzog Destillate jeweils € 1,– jeder verkauften

Flasche unseres „SENATOR CUVÉE 2012“ für

das wichtige und erfolgreiche Kinderhilfsprojekt

Andheri-Hilfe Bonn.

Tragen Sie, verehrte Senatorinnen und Senatoren,

den Geist des SENATS mit uns zusammen in

die Welt hinaus und helfen Sie so mit, Kindern

wieder eine lebenswerte Zukunft in Würde zu ermöglichen!

Im Namen des Präsidiums und des Vorstandes

des SENAT DER WIRTSCHAFT möchten wir Ihnen

jetzt schon für Ihre tatkräftige Unterstützung

danken und hoffen, dass wir gemeinsam

Großes bewegen können!

58


„… fragt vielmehr,

was könnt ihr für euer Land tun!“

(nach John F. Kennedy)

Der Senat Der WirtSchaft

setzt sich aus Persönlichkeiten der

Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft

zusammen, die sich ihrer

Verantwortung gegenüber Staat und

Gesellschaft in hohem Maße bewusst

sind.

Senats-Mitglieder sind Unternehmer

oder führungskräfte und zeichnen

sich durch hohe soziale und ethische

Kompetenz aus.

Die Senatoren sind Botschafter des

Senats und tragen durch ihre Visionen

und ihr engagement dazu bei,

die Ziele von gemeinwohlorientiertem

und nachhaltigem Wirtschaften

Wirklichkeit werden zu lassen.

als unabhängiger ratgeber geht der

Senat Der WirtSchaft auf politische

entscheidungsträger zu und

stellt sich als experte und parteineutraler

Vermittler zur Verfügung.

Der Senat Der WirtSchaft engagiert

sich stark für Generationengerechtigkeit

und fördert auch aktiv

Projekte für unsere Jugend.

Wenn auch Sie sich diesen Werten

verbunden fühlen und Sie gemeinsam

mit ihrem Unternehmen und

dem Senat Der WirtSchaft die

Zukunft gestalten möchten, freut es

uns, Sie bald persönlich kennenzulernen.

Profitieren Sie durch persönliche

Kontakte und Gedankenaustauch in

einem globalen netzwerk!

Mehr informationen bei:

Senat Der WirtSchaft Österreich e.V.

rotenturmstraße 5–9

1010 Wien, Österreich

tel.: +43 (0)1 505 35 48

office@senat-oesterreich.at

www.senat-oesterreich.at

Elmar Weixlbaumer

We want

you!

Das Project Office des

Senats sucht Projektleiter

und Initiatoren

„Unsere Zeit ist charakterisiert von der ,neuen

Unübersichtlichkeit‘“, schreibt Dr. Erhard Busek

auf der Website des SENAT DER WIRSCHAFT.

Ohne Unterbrechung überrollen uns Innovationen

und gesellschaftliche Veränderungen. Es

wird für politische Entscheidungsträger immer

schwieriger, mit diesem Tempo Schritt zu halten

und unter dem Blickwinkel der rasch zunehmenden

Globalisierung richtige Beschlüsse zu fassen

und sinnvolle, zukunftssichere Maßnahmen zu

veranlassen.

Der SENAT DER WIRSCHAFT versteht sich als

Schnittstelle zwischen Unternehmen und Politik,

zwischen Entscheidungsträgern und Gesellschaft.

Die Senatoren versuchen durch ihr Knowhow

und ihr Engagement Impulse für die Politik

zu schaffen und Projekte für ein nachhaltiges

Wirtschaften zu begründen.

Diese Arbeit des Senats findet in Form von Projekten

und Initiativen statt. Ehrenamtlich tätige

Projektleiter entwickeln ständig neue Ideen und

starten Projekte, die die Ziele des SENAT DER

WIRSCHAFT vorantreiben. Das sind Projekte

wie:

59


SenatE // Best Practice

Mag. Elmar Weixlbaumer und Dipl.-Ing. Herwig Kusatz

• Mag. Horst Krieger (ipcenter.at,

Wien) beschäftigt sich mit dem

Aufbau des „Impulsforum Bildung

& Kompetenz“, das sich als

Know-how-Träger für Fragen der

beruflichen Erwachsenenbildung

etablieren will. Dieses Forum

soll Senatoren Hilfestellung und

Infrastruktur für Wissens- und

Qualifikationserwerb und Kompetenzentwicklung

bieten.

• Gabriele Stowasser begründet

mit dem „Ambassador Senat

eine Schnittstelle zwischen

ausländischen Vertretungen und

den Unternehmen des SENAT

DER WIRSCHAFT. Mit gemeinsamen

Events, Betriebsbesichtigungen

und Botschaftsbesuchen

soll der Kontakt hergestellt werden

und gemeinsame Projekte

möglich gemacht werden.

Das Project Office

des Senats

Unsere Projekte benötigen Mitarbeiter

und viele helfende Hände.

Egal, ob dies in Form von Mitarbeit

geschieht, durch Führungsverantwortung

als Projektleiter oder als

Ideenbringer und Initiator eines

neuen Projekts. Der Senat ist auf

Ihre Erfahrung, Ihre Ideen und Ihre

Kraft angewiesen, um seine Ziele zu

verwirklichen.

Das Project Office ist die Servicestelle

für die Projekte des Senats. Wir

unterstützen unsere Projekte aktiv

durch:

• zahlreiche Dokumentenvorlagen

für Projektpläne, Abschlussberichte

usf.

• Rat und Tat bei der Gründung

und Umsetzung von Projekten

• gemeinsame Planung von Projekten

• Entscheidungshilfe bei offenen

Fragenstellungen

• Infrastruktur für das gemeinsame

Verwalten von Dokumenten,

Bildern, Präsentationen etc.

• Schnittstellen zum Vorstand bei

wichtigen Entscheidungen

Das Project Office besteht zurzeit

aus zwei ehrenamtlichen Mitgliedern:

Dipl.-Ing. Herwig Kusatz und

Mag. Elmar Weixlbaumer betreuen

die Projekte des Senats und stehen

für Fragen und Projektideen immer

zur Verfügung.

Wirtschaft, das sind wir alle“ lautet

der Wahlspruch des SENAT DER

WIRSCHAFT. Wir alle können etwas

zu den Zielen des Senats beitragen

und der SENAT DER WIRSCHAFT

ist mit seinen exklusiven Mitgliedern

und erfolgreichen Unternehmern

die optimale Basis, um etwas

zu verändern.

Wenn Sie Ideen für Projekte haben,

die die Ziele des Senats unterstützen,

oder wenn Sie bei einem

Projekt mithelfen wollen,

freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Telefonisch unter:

01 505 35 48 oder per Mail unter:

e.weixlbaumer@senat-oesterreich.at

bzw. h.kusatz@senat-oesterreich.at.

Wir freuen uns über jeden Vorschlag

und jede Unterstützung.

60


RULE-BREAKING

Mit vertauschten Rollen zum neuen

Sozialsystem für die nächste Generation

Labinota Isufi

Österreichs Sozialsystem steht unter Druck, und

damit unsere Jugend. ExpertInnen sind sich einig:

Verantwortlich dafür sind dabei weniger

die demografischen Gegebenheiten als vielmehr

überbürokratisierte Strukturen.

Das größte Problem, dem sich junge Menschen

in ganz Europa stellen müssen, ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit.

In Spanien zum Beispiel ist

die Lage derzeit dramatisch: Fast die Hälfte aller

unter 25-Jährigen ist arbeitslos. In der aktivsten

Phase seines Lebens ohne Chancen dazustehen,

ist nicht nur frustrierend, sondern auch gefährlich,

wie die Unruhen des letzten Jahres in London

deutlich gezeigt haben.

In Österreich sehen die Statistiken zwar besser

aus, jedoch ist dies keineswegs ein Freibrief – weder

für Politik noch Wirtschaft! Verglichen mit

dem EU-Durchschnitt hat Österreich eine hohe

Abgabenlast. So gab auch der neue Präsent des

Europäischen Forums Alpbach, Dr. Franz Fischler,

zu bedenken: „Von den Steuern fließt ein

überproportionaler Teil in den ausufernden Bürokratismus

und viel zu wenig in Zukunftsinvestitionen.

Dieser Mangel verbraucht unsere guten

Chancen!“ Hier ist dringender Reformbedarf gegeben.

„Überbordender Bürokratismus muss eingedämmt

werden; bestes Beispiel dafür ist unser

Bildungssystem. Die Zahl der SchulabbrecherInnen

steigt laufend an, und damit das Risiko der

akuten Armutsgefährdung“, so Fischler.

Um diesem Horrorszenario Einhalt zu gebieten,

trafen sich in Alpbach auch heuer wieder anerkannte

PhilosophInnen, WissenschaftlerInnen,

WirtschaftsexpertInnen, PolitikerInnen und Studierende

aus aller Welt, um sich intensiv mit dem

aktuellen Thema „Erwartungen – die Zukunft der

Jugend“ zu beschäftigen. In zahlreichen Arbeitskreisen

wurden gemeinsam neue Lösungsansätze

für eine bessere Zukunft entwickelt. Dem

schloss sich auch der SENAT DER WIRTSCHAFT

an und lud in Kooperation mit promitto organisations-

und politikberatung auch heuer wieder

zu einem Arbeitskreis der besonderen Art.

„Rule-Breaking“ – für eine

Jugend mit Perspektive

Im beliebten Böglerhof trafen sich unsere SenatorInnen,

AlpbachbesucherInnen, vor allem

aber auch StudentInnen zu dem einzigartigen

Live-Experiment: „Rule-Breaking – Mit vertauschten

Rollen zum neuen Sozialsystem“.

Prominente SpitzenvertreterInnen aus Politik,

Wirtschaft und Wissenschaft waren dazu aufgefordert,

jeweils ihre gewohnten Wege zu verlassen

und in die Schuhe der anderen zu schlüpfen.

Ihre Aufgabe war es, gemeinsam mit ihren

Teams in vertauschten Rollen einen wichtigen

und umsetzbaren Veränderungsvorschlag für die

nachhaltige Sicherung unserer Sozialsysteme zu

entwickeln. Durch diesen Perspektivenwechsel

wurden die vermuteten Wirklichkeitskonstruktionen

wesentlicher Stakeholder transparent.

SpitzenvertreterInnen in den Arbeitskreisen waren:

• Dr. Franz KÜBERL, Präsident Caritas Österreich,

schlüpfte in die Rolle der österr.

Bundesregierung.

• Dr. in Andrea KDOLSKY, PwC Österreich,

schlüpfte in die Rolle des ÖGB.

61


• DI Heinrich GRÖLLER, Vorsitzender Junge Industrie

Wien, schlüpfte in die Rolle des SENAT DER

WIRTSCHAFT.

• Mag. Alexander ZEH, CEO GfK Austria, Wien,

schlüpfte in die Rolle der Armutskonferenz.

• Mag. Martin SCHENK, Armutskonferenz, schlüpfte

in die Rolle der Industriellenvereinigung.

Nach dem Austausch in den Kleingruppen wurde jeweils

der beste Vorschlag der 5 Stakeholder in einer

simulierten „Im Zentrum“-Diskussion öffentlich ausgetauscht

und debattiert.

SprecherInnen der „Im-Zentrum“-Diskussion waren:

Senator Dieter MARTIUS in der Rolle des ÖGB-

Sprechers

Senator Clemens WIDHALM in der Rolle des Sprechers

der Armutskonferenz

Senator Axel GANSTER, MAS, in der Rolle des

Sprechers der Industriellenvereinigung

Senatorin Mag. a Brigitte PAWLITSCHEK in der

Rolle der Sprecherin des SENAT DER WIRT-

SCHAFT

• Mag. a Irene SCHULTE in der Rolle der Sprecherin

der österr. Bundesregierung

Im Abschluss-Panel wurden die Erkenntnisse aus dem

Live-Experiment diskutiert, welche der SENAT DER

WIRTSCHAFT in einem Alpbach-Manifest festhalten

wird. An dieser Stelle mahnte Präsident Dr. Erhard

Busek: „Dieser Arbeitskreis mag nur ein Spiel

gewesen sein, aber wir sind hier nicht im Kino. In diesem

Szenario (Europa) sind WIR die Akteure!“

SENATS-Initiative für mehr

Qualität in der Bildung

„Bildung muss in Österreich oberste Priorität haben!“,

dieser Appell von Präsident Dr. Busek an Politik

und Wirtschaft blieb im Senat nicht ungehört und so

arbeiteten die SenatorInnen gemeinsam mit ambitionierten

StudentInnen beim SENATS-Frühstück im

Alpbacherhof engagiert weiter.

Im Panel saßen die beiden SENATS-Präsidenten

Dr. Erhard Busek (SENAT DER WIRTSCHAFT Ö) und

Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher (SENAT DER WIRT-

SCHAFT D) sowie unsere Senatorin Mag. a Katharina

Wesonig, Geschäftsführerin von Weitzer Parkett

GmbH, und Senator Mag. Gerald Fitz, Vorstand der

Haberkorn AG, die beide Einblicke in innovative

„Best-Practice“-Modelle aus ihren eigenen Unternehmen

gaben.

Die eng miteinander verbundenen Themengebiete

„Nachhaltigkeit“, „Zukunftsfähigkeit“ und „Jugend“

bestimmten den gesamten Vormittag. Der Fokus der

Diskussion lag dabei sehr stark auf dem Thema Bildung.

„Wir müssen raus aus dem Reden und endlich

ins Tun!“, so der Vorstand des SENAT DER WIRT-

SCHAFT Hans Harrer. Diesen Wunsch bekräftigte

Prof. Dr. Dr. Radermacher: „Wir haben schon genug

Zeit verschwendet. Wir müssen das Potenzial nutzen,

welches JETZT da ist – und das gibt es, wir müssen

nur richtig hinschauen“, und wies damit vehement

auf die Missstände im Bildungssystem hin.

Die Jobperspektiven der Jugend sind trist, umso weniger

will der SENAT DER WIRTSCHAFT Zeit verlieren.

Schon beim SENATS-Frühstück haben sich die

ersten freiwilligen Mitglieder des Senats gemeldet,

die künftig gemeinsam mit dem SENAT DER WIRT-

SCHAFT an Lösungsansätzen für mehr Qualität in der

Bildung arbeiten wollen. „Wir werden dabei, so wie es

unserem Leitsatz entspricht, den Menschen in den

Mittelpunkt stellen! Es ist unsere Verantwortung, für

unsere Jugend eine lebenswerte Zukunft mit Perspektiven

zu schaffen!“, so der Vorstand des SENAT DER

WIRTSCHAFT, Hans Harrer, in seinem Abschluss-Plädoyer.

Dass der SENAT DER WIRTSCHAFT die Jugend

auch wirklich ernst nimmt, zeigte sich an der

Zahl der jungen TeilnehmerInnen im Arbeitskreis wie

auch beim SENATS-Frühstück.

Hüttenabend in

der Post Alm

Die Diskussion über Geistiges ging beim SENATS-Hüttenabend

in der zünftigen Post Alm in eine Diskussion

über Hochgeistiges über.

Zuvor jedoch begrüßte Honorargeneralkonsul Dieter

Härthe, Vorstandsvorsitzender des SENAT DER

WIRTSCHAFT, die zahlreichen Gäste. Die Präsidenten

Dr. Busek und Prof. Dr. Dr. Radermacher hielten

ein Plädoyer für die Gemeinwohlökonomie als Fundament

für eine bessere Zukunft. Vorstand des SENAT

DER WIRTSCHAFT Hans Harrer schloss an die Worte

seiner Vorredner an und erklärte schlussendlich den

63


SenatE // Rückblick

Alpbacher SENATS-Hüttenabend für eröffnet und

kündigte den Gästen eine besondere Überraschung

an.

Gegen Mitternacht wurde dann das hochprozentige

Geheimnis gelüftet und in exklusivem Rahmen verkostet.

Unser Senator Siegfried Herzog von Siegfried

Herzog Destillate stellte seinen, von SenatorInnen

eigens kuvertierten, SENATS-Brand vor und lud zur

Verkostung ein. Das ließen sich die Gäste nicht zweimal

sagen.

Bei dem geselligen Abend waren SenatorInnen und

zahlreiche prominente Gäste geladen. Darunter

Dr. Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der A1 Telekom

Austria AG, Faisal A. Muaammar, Generalsekretär

des Internationalen König-Abdullah-Zentrums, sowie

dessen Stellvertreterin, Dr. in Claudia Bandion-Ortner,

Cecily Corti von VinziRast-CortiHaus, Per Eckfeldt,

Head of Finance European Commission, UNIQA-Vorstand

Dr. Peter Eichler, AMS-Vorstand Dr. Johannes

Kopf, Pierre Schlosser von eurelectric, Lukas Wernert,

European Commission Directorate-General for

Energy, Prof. Dr. Dr. Jörg Tremmel, Juniorprofessor

der Eberhard Karl Universität Tübingen, Heinz Senger-Weiss

von Gebrüder Weiss GmbH. u.v.m.

Alpbach 2012 war ein voller Erfolg mit messbaren Ergebnissen!

Wir bedanken uns bei unseren Präsidenten

für die Zeit, die sie mit uns verbracht und in uns und

unsere Veranstaltungen investiert haben. Wir danken

unseren SpitzenvertreterInnen aus Politik und Wirtschaft,

die mutig Rollen getauscht haben. Und wir bedanken

uns bei unseren SenatorInnen, die tatkräftig

und voller Begeisterung Engagement gezeigt haben

für eine bessere Zukunft unserer Jugend!

Der SENAT DER WIRSCHAFT bedankt sich für die

freundliche Unterstützung bei unseren SenatorInnen

Renate und Ing. Gerhard Sandhofer, Gesa Transporttechnik

GmbH, und Dr. Günter Geyer, Vienna Insurance

Group AG.


Verantwortung für Staat und

Gesellschaft übernehmen

Rückblick auf das Expertengespräch

am 15. Juni im Palais Palffy

Labinota Isufi

Europa steckt tief

in der Krise. Nach

Spanien gilt nun

Zypern als nächster

Kandidat, der unter

den Rettungsschirm

schlüpft. Während man

darüber diskutiert,

aus welchem EU-

Rettungsfonds die

Milliarden für Spanien

kommen sollen, wird

an den Finanzmärkten

über die nächsten

Probleme spekuliert.

Aus aktuellem Anlass lud der SENAT

DER WIRTSCHAFT am 15. Juni

2012 drei renommierte Finanz- und

Wirtschaftsgrößen aus Österreich

und Deutschland zum exklusiven

Expertengespräch ins Palais Palffy.

Allen voran Prof. Dr. Dr. Franz Josef

Radermacher, Präsident des SENAT

DER WIRTSCHAFT Deutschland

und Mitglied des Club of Rome.

Der Nachhaltigkeitsforscher warnte

vor den Auswüchsen des Finanzsystems:

„Vor allem den Menschen

in den entwickelten Ländern sind

in den vergangenen Jahrzehnten

zu große Versprechungen gemacht

worden und unter den großen Akteuren

der Welt herrscht derzeit

eine große Nervosität und sogar eine

„Rette sich wer kann“-Stimmung. Es

wird sichtbar, dass nicht alles eingelöst

werden kann, was versprochen

wurde“, erklärte der Mathematiker

und Wirtschaftsexperte in seiner

Rede. Ein intransparentes Finanzsystem,

so Prof. Dr. Dr. Radermacher,

habe mitgeholfen, Sicherheiten

vorzutäuschen und Stroh als

Gold auszugeben. Um das Problem

der weltweiten Verschuldung zu lösen,

sollten sich die Staaten (G-20)

darauf einigen, geflüchtetes Vermögen,

das nicht zur Finanzierung des

Gemeinwesens beitrage, zu besteuern.

In seiner Analyse zur Griechenlandkrise

meinte er: „Der sinnvollste

Weg, Griechenland zu helfen, ist,

es im Euroraum zu halten. Ein Ausscheiden

wäre sowohl für Griechenland

als auch für den Euroraum sehr

schwer. Aber wenn man vernünftig

kooperiert und die schlimmsten

Effekte abfedert, könnte man das

machen. Wir müssten ihnen dabei

aber in jedem Fall helfen, ob sie im

Euroraum bleiben oder nicht. In

dem Prozess können erhebliche Probleme

entstehen, etwa die Frage,

ob nach außen in alter oder neuer

Währung gerechnet wird. Wir könnten

die Differenz übernehmen zwischen

den Verpflichtungen in neuer

und alter Währung. Und müssten

Liquidität und Mittel für Wachstum

bereitstellen.“

Auch Dr. Dirk Solte, stellvertretender

Vorstand am Institut für

anwendungsorientierte Wissensverarbeitung

(FAW) sowie Autor

zahlreicher Bücher, analysierte die

derzeitige Situation des Weltfinanzsystems:

„Leider kümmern wir uns

bislang viel zu sehr um die Symptome

des kranken Systems. Der ,tiefe‘

Grund für die aktuellen Krisen im

Kartenhaus Weltfinanzsystem ist

dreidimensional, im Zusammenwirken

von Wirtschaft, Gesellschaft

und Umwelt.“ Auch Dr. Solte äußerte

sich zur aktuellen Situation in

Griechenland: „Wir müssen unsere

europäischen Werte verteidigen!

Ein Wert von Europa ist die goldene

Mitte und die Solidarität.“ Griechenland

müsse jede Hilfe angediehen

werden, um es wieder auf Vordermann

zu bringen. „Grundsätzlich

65


SenatE // Rückblick

müssen wir strukturschwache Räume

auf ein Niveau heben, das wir

europaweit haben wollen“, so der

Experte. Wichtig sei es laut Sollte,

anzuerkennen, dass es sich um ein

globales Problem handle, von dem

wir alle betroffen sind.

Der ehemalige Chef der Wiener Börse

und LPC-Capital-Partners-Vorstand,

Dr. Stefan Zapotocky, gab

seine Einschätzung zu den Herausforderungen,

vor denen die österreichische

Kapitalmarktpolitik heute

steht: „Wir müssen die derzeitige

Empörungs- und Krisenstimmung

dringend durch gestärktes Vertrauen

in die Leistungsfähigkeit

unserer Wirtschaft ersetzen. Der

Kapitalmarkt ist dabei für die Aufbringung

von Wachstumskapital

unverzichtbar!“ Der Kapitalmarkt

solle für die Menschen da sein,

nicht vice versa. Die Stärkung des

Wirtschaftsstandortes Österreich

ist dem ehemaligen Börse-Chef ein

besonderes Anliegen: „Es braucht

glaubwürdige Strategien, um unseren

Wirtschaftsstandort nachhaltig

zu stärken.“ Dabei gelte es um eine

„kluge Setzung“ von ökosozialen

Regeln, ohne in eine Überregulierung

zu verfallen.

Über 100 Gäste aus Wirtschaftsund

Finanzwelt sowie Steuer- und

Rechtsspezialisten folgten der

Einladung des SENAT DER WIRT-

SCHAFT und tauschten sich mit

den Expertinnen und Experten im

Zuge einer anregenden Podiumsdiskussion

aus, die von unserer Senatorin

Frau Mag. a Karin Keglevich,

Kommunikationsberaterin und Geschäftsführerin

der Special Public

Affairs PR-Beratung und Lobbying

GmbH, moderiert wurde. Im Anschluss

daran überreichte Prof. Dr.

Dr. Radermacher persönlich die Senatsurkunden

an unsere jüngsten

Senatorinnen und Senatoren, bevor

der Tag einen geselligen Ausklang

mit Wiener Köstlichkeiten fand.

Wir möchten uns bei unseren Senatorinnen

und Senatoren sowie allen

Ehrengästen für ihr Kommen und

Engagement herzlichst bedanken.

Der französische Schriftsteller Antoine

de Saint-Exupéry hat einmal

gesagt: „Mensch sein heißt verantwortlich

sein.“ Besser hätte

man den Leitgedanken des SENAT

DER WIRTSCHAFT kaum in Worte

fassen können. Gerade in Krisenzeiten

gilt es, Verantwortung für Staat

und Gesellschaft zu übernehmen,

statt diese blind an Ratingagenturen

oder selbsternannte Expertinnen

und Experten zu delegieren,

denn am Ende des Tages ist es immer

der Mensch, der zählt!

Prof. Dr. Dr. F.J. Radermacher, Präsident Senat der Wirtschaft Deutschland; Dr. Dirk Solte, FAW; Honorargeneralkonsul Dieter Härthe,

Vorstandsvorsitzender Senat der Wirtschaft; Senatorin Mag. Karin Keglevich; Hans Harrer, Vorstand Senat der Wirtschaft.

66


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