KLIMA WASSERKREISLAUF

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KLIMA WASSERKREISLAUF

KLIMA

WASSERKREISLAUF

Fast drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Nur ein kleiner

Teil davon entfällt auf Süßwasser (2,67%), der Rest — also über 97% — verteilt sich

auf die Meere und einige Salzseen.

Über 77% des globalen Süßwassers ist auf den Polarkappen und den Gletschern der

Erde gespeichert, über 22% ist gebundenes Wasser im Boden, und nur 1% des

gesamten Süßwassers befindet sich in dem Kreislauf, aus dem wir unsere

Wasservorräte täglich schöpfen: dem Wasserkreislauf. Als Kreislauf in der Natur

bezeichnet man einen sich über verschiedene Stufen der Umwandlung befindlichen

Vorgang, der stets zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Nur ein kleiner Teil des Wassers

bewegt sich tatsächlich innerhalb der Parameter des Wasserkreislaufs: Wasser verdunstet,

bildet Wolken, kondensiert während es abkühlt, um schließlich als Schnee,

Regen oder Hagel zurück auf die Erdoberfläche zu fallen. Der Motor dieses

Kreislaufes ist die Sonne: Sie erwärmt das Wasser so weit, dass Moleküle sich aus

dem Wasserverbund lösen und gasförmig aufsteigen. Da Wasserdampf leichter als

die umgebende Luft ist, steigen die gasförmigen Wassermoleküle im Regelfall

einige Kilometer auf, bis sie auf kühlere Luftschichten stoßen.

Bei kalter Luft kondensiert das Wasser schneller und bildet Wolken. Die „Überschwere“

des Wassers rund um die Kondensationskerne in den Wolken (siehe

Kapitel Wolken) bewirkt schließlich das „Fallen“ des Wasser — Regen fällt zurück

auf die Erdoberfläche.Vor allem durch die Eigenrotation der Erde, aber auch durch

Luftdruckunterschiede fällt das Wasser normalerweise nicht direkt auf den Ort, an

dem es verdampft ist, sondern wird durch den Wind weitertransportiert. Mit dem

Vorkommen des Wassers auf der festen Erdoberfläche konnten gute

Voraussetzungen für die Entwicklung des Lebens außerhalb des Wasserverbundes

geschaffen werden: Das Vorhandensein von Wasser ermöglichte Erosionsvorgänge

innerhalb der Felsstrukturen, gleichzeitig fanden erste, primitive Pflanzen durch die

Niederschläge Möglichkeiten vor, an Land leben zu können.

Alle Niederschläge, die das Festland erreichen, fließen über kurz oder lang zurück

in die Meere: Entweder erfolgt der Rücktransport oberirdisch durch Flüsse,

oder das Wasser versickert und fließt langsam über das Grundwasser bergab

— also zurück auf das Niveau Null, das Meeresniveau. Durch Verdunstung und

Assimilation gelangt Wasser ebenfalls wieder in die Atmosphäre um

anschließend neuerlich als Niederschlag auf die Erde zu fallen.

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SACH

INFORMATION

ALTERSGRUPPE

6-10

Auf dem „ewigen Eis“ kann man

auch im Sommer Schi fahren oder

im Schnee wandern. Aber unsere

Gletscher sind von der

Klimaerwärmung bedroht.

Süßwasser ist in vielen Regionen

der Welt Mangelware. Bestes

Beispiel dafür ist ein Eiland aus

der Malediven-Inselgruppe im

Indischen Ozean. Mit Trinkwasser

muss auch in den Touristenressorts

sparsam umgegangen werden.

KLIMA

WASSERKREISLAUF

1.3


SACH

INFORMATION

ALTERSGRUPPE

6-10

Pflanzen geben Wasser über die

Spaltöffnungen an den Unterseiten

der Blätter ab, und dieses wird

somit wieder Teil des kleinen

Wasserkreislaufs.

Moderne Kläranlagen schaffen

heute bereits einen sehr hohen

Leistungsgrad. Damit ist in

Niederösterreich sicher gestellt,

dass das Wasser, das aus einer

Kläranlage in die Flüsse und Bäche

abgeleitet wird, keinen Schaden

anrichtet.

KLIMA

WASSERKREISLAUF

1.3

KLIMA WASSERKREISLAUF

Durch die Wasseraufnahme von Menschen,Tieren und Pflanzen verbleiben Teile des

Wassers länger im System der festen Erdoberfläche: Wasser wird gespeichert, im Falle

der Pflanzen als Transportmittel der Nährstoffe verwendet um schließlich wieder

zusammen mit dem Sauerstoff „ausgeatmet“ zu werden — es schließt sich

somit in einem kleinen Kreislauf den gasförmigen Wassermolekülen an.

Und selbst wenn höhere Lebewesen wie Menschen oder Tiere Wasser zu sich nehmen

(ein Mensch in Österreich verbraucht übrigens durchschnittlich 150 Liter Wasser

ZUSAMMENFASSUNG: Der Wasserkreislauf ist der eigentliche Motor

des Wetters: Wasser verdunstet durch die Sonnenwärme, bildet in höheren

Schichten durch die Abkühlung der Luft Wolken, diese werden durch den Wind

übers Land transportiert und regnen sich wieder ab. Über die Flüsse und das

Grundwasser fließt das Wasser zurück ins Meer. Es geht kein Wasser verloren, alles

bleibt im Kreislauf. Global gesehen sind die Ungleichheit der Wasserverteilung und

die Verschmutzung die größten Probleme rund ums Wasser.

täglich — davon ein Drittel jeweils für WC-Spülung bzw. Duschen/Baden), so bleibt es

doch über die Ausscheidungsorgane im Kreislauf — somit gibt es heute auf der Erde

genauso viel Wasser wie zu den Zeiten, als die Erde entstanden ist und die ersten

Niederschläge die Becken der Eroberfläche gefüllt haben.

AKTUELLE ENTWICKLUNG ZUM WASSERKREISLAUF

Obwohl die Wassermenge auf unserer Erde immer gleich bleibt,

beeinflusst der Mensch über seine Aktivitäten den Wasserkreislauf.

In manchen Ländern fließen immer noch ungeklärte Abwässer ohne

Kläranlagen in die Flüsse oder verunreinigen das Grundwasser. Unsachgemäß oder

übermäßig eingesetzte Düngemittel aus Garten und Landwirtschaft belasten das

Grundwasser erheblich (siehe auch Ordner Lebensraum, Kapitel Naturgarten -

Kompost). Andererseits verschieben sich durch die Erderwärmung die Orte der

Niederschläge. Die Tendenz weist darauf hin, dass ehemals trockene Gebiete heute

noch weniger Niederschläge abbekommen, feuchte Gebiete aber durch erhöhte

Niederschläge prozentuell eine höhere Wahrscheinlichkeit für

Überschwemmungskatastrophen aller Art

aufweisen als noch vor

hundert

Jahren.


KLIMA

WASSERKREISLAUF

Im Rahmen einer Stunde werden den Kindern die Begriffe rund um

den Wasserkreislauf erklärt. Mit Hilfe des Arbeitsblattes lernen

sie die Grundbegriffe des Kreislaufs kennen (Sonne —

Wolken — Regen — Flüsse — Einfluss Mensch — Meer).

Der Einfluss des Menschen wird den Kindern

durch das Wasserquiz (siehe Arbeitsblatt auf

der nächsten Seite) näher erklärt. Mit einem

einfachen Experiment kann der „Kleine Wasserkreislauf“ (Wasser in der Erde —

Pflanzen nehmen es auf — Wasser wird über die Blätter abgegeben — verdunstetes

Wasser steigt auf und sammelt sich in den Wolken) in einer weiteren Stunde

nachgeahmt und beobachtet werden. Die Anleitung zu dem Experiment finden Sie

unter „Umsetzung“ in diesem Kapitel.

LERNZIELE:

■ Beobachten und Verstehen des Begriffs Wasserkreislauf: Wasser verdunstet

und wird zu Wolken.

■ Visualisierung der Pflanzenatmung und deren Einfluss auf den Wasserkreislauf.

ORT: Schulklasse oder Schulgarten.

ZEITAUFWAND: eine Stunde für die theoretische Einführung (mittels

Arbeitsblatt) in den Themenkreis Wasserkreislauf, ein bis zwei Stunden für das

Projekt „Kleiner Wasserkreislauf“. Will man eigene Pflanzen für das Projekt heranzüchten,

so sät man einige Wochen vorher beispielsweise Kleesamen oder einfach

Zitronenkerne an (siehe auch Ordner Lebensraum, Kapitel Narurgarten -

Experimente).

KOSTEN: geringe Kosten für Holzkohle und Gartenerde.

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DIDAKTISCHE

UMSETZUNG

ALTERSGRUPPE

6-10

Niederösterreichs Gebirgswasser auf

dem Weg zum Meer.

Tropische Regenwälder sind in

den Regenzeiten oft monatelang

überschwemmt. Dann tummeln sich

dort, wo noch vor wenigen Wochen

Jaguare nach Beute suchten,

Süßwasserdelfine.

Ein Klimaglas verdeutlicht nicht

nur anschaulich den „Kleinen

Wasserkreislauf“, es ist auch ein

preiswertes und dekoratives

Geschenk.

KLIMA

WASSERKREISLAUF

1.3


DIDAKTISCHE

UMSETZUNG

ALTERSGRUPPE

6-10

Wenn das Klimaglas richtig funktionieren

soll, muss unbedingt die

richtige Reihenfolge beachtet

werden.

Schau doch einmal daheim

nach, ob du ein Stück

Grillkohle findest.

Eine dünne Schichte Holz-

/Grillkohle zwischen der

Drainageschichte und der

Erde in deinem Klimaglas

beugt der Schimmelbildung

vor.

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WASSERKREISLAUF

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UMSETZUNG EXPERIMENT

„KLEINER WASSERKREISLAUF“ — DAS KLIMAGLAS

Man benötigt ein Gurkenglas (mindestens fünf Liter) pro SchülerIn.

Das Gurkenglas wird mit je einer Schicht Drainagematerial (Lecasteine, Kiesel etc.)

und dem Mutterboden (darunter versteht man den Boden, von dem die entnommenen

Pflanzen abstammen) befüllt. Danach werden die Pflanzen eingesetzt. Dabei ist zu

achten, dass keine Pflanzen mit Blüten oder behaarten Blättern (zum Beispiel

Usambaraveilchen) verwendet werden. Besonders gut eignen sich Moose, Farne,

Gräser und Flechten. Bitte keine großen Wildbestände oder gar gefährdete oder

geschützte Pflanzen verwenden. Lieber sogenanntes „Unkraut“ verwenden, das, wie

überall, auch im Klimaglas sehr gut gedeiht und filigranes Blattwerk von bezaubernder

Schönheit hervorbringen kann! Nachdem auch das Dekorationsmaterial (Zapfen, leere

Schneckenhäuser etc.) arrangiert wurde, wird der kleine Garten einmal kräftig — am

besten mit destilliertem — Wasser gegossen und das Glas mit angefeuchteter

Einmachfolie sorgfältig verschlossen. Nun erhält das Kleinklima-Glas einen sonnigen

Platz, am besten auf einem Fensterbrett. Schon nach

sehr kurzer Zeit kann man beobachten, wie die

Pflanzen Wasser verdunsten. Dieses steigt als

Wasserdampf auf, kühlt an der Glasfläche ab

und wird dort in Form von kleinen

Tröpfchen sichtbar. Bei Sonneneinstrahlung

beginnt es im Klimaglas

richtiggehend zu regnen. Das Klimaglas

darf nicht geöffnet werden, damit der

Wasserkreislauf nicht unterbrochen

wird. Es erhält sich über viele Jahre und

ist immer dekorativ.

ALTERNATIVE PROJEKTE:

■ Exkursion ins Freie — „Suchen und

Finden“ von Wasserkreisläufen

(Beobachtung von Wolken oder

Wasserlacken, die in der Sonne langsam

verdunsten, Wasserkreislauf an

einem Bachverlauf erklären etc.);

■ Einladung eines Meteorologen.

1.3 ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH

Fotostudio Vodicka


KLIMA

WASSERKREISLAUF

Im Wasserkreislauf bewegt sich das Wasser auf der Erde: Wasser

verdunstet aus Meeren, Seen und Flüssen, steigt hoch in die Luft

hinauf, bildet dort Wolken und regnet oder schneit an anderen

Orten aus den Wolken wieder zurück auf die Erde. Es läuft in

den Flüssen oder als unterirdisches Grundwasser zusammen und

fließt zurück in die Meere.

Kannst du die Bilder mit eigenen Worten beschreiben?

Male die einzelnen Wetterelemente an.

ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH

ARBEITSBLATT

ALTERSGRUPPE

6-10

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1.3


ARBEITSBLATT

ALTERSGRUPPE

6-10

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KLEINES WASSERQUIZ

1. Durch die Sonne verdunstet Wasser (das heißt, flüssiges Wasser

wird gasförmig). Der Wasserdampf steigt auf, und Wolken bilden

sich. Wo, glaubst du, verdunstet das meiste Wasser?

� aus den Flüssen � aus den Seen � aus den Meeren

Warum? ______________________________________________

2. Wir alle verbrauchen Wasser – nicht nur zum Trinken,

sondern auch für die WC-Spülung, zum Duschen oder beim

Wäschewaschen. Wie viel Liter Wasser, glaubst du,

verbraucht ein Mensch in Österreich täglich?

� 10 Liter � 55 Liter � 150 Liter

3. Wofür, glaubst du, wird bei dir zu Hause das meiste Wasser

verbraucht? Kreuze die richtige Antwort an! Kannst du schätzen,

wie viel Liter ihr zu Hause für die Tätigkeit braucht?

Tätigkeit: WC-Spülung, trinken/kochen, Wäsche waschen, Blumen gießen, duschen

verbraucht viel Wasser � � � � �

verbraucht wenig Wasser

� � � � �

Was kann jeder machen, damit das Wasser sauber bleibt:

______________________________________________________

______________________________________________________

______________________________________________________

1.3 ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH

2. ca. 150l 3. verschieden, je nach Größe der Familie

1. aus den Meeren, weil die Oberfläche am größten ist.

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