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WIR SIND ANDERS

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Und diese Erfahrung wollte er weitergeben.

Vor vier Jahren gründete er Talentfrogs,

die erste Jobbörse für Quereinsteiger. „Ich

wollte auch hier Talente wach küssen“,

sagt er. Unterteilt wird bei Talentfrogs nicht

nach Branchen und Jobtiteln, sondern

nach Talenten: von Analysefähigkeit, über

praktisches Geschick, soziale Stärke bis hin

zu Initiative und Verhandlungsgeschick. Mit

einem Psychologen hat der Gründer jene

20 Talente herausgearbeitet, die potenzielle

Kandidaten selbst am besten einschätzen

können. So lassen sich Fähigkeiten

entdecken, die in einem klassischen

Lebenslauf nicht vorkommen. Er will

Menschen helfen, den Job zu finden, der

wirklich zu ihnen passt. Und Unternehmen,

die Leute zu finden, die sonst durchs

Raster fallen, weil sie nicht den passenden

Abschluss haben.

Die Idee passt gut zum Zeitgeist. Der

Fachkräftemangel macht den Unternehmen

zunehmend zu schaffen. Die junge

Generation sehnt sich nach Flexibilität auch

in der Karriere. Ein Leben lang eine Tätigkeit

in einer Firma auszuüben, kann sich heute

kaum noch jemand vorstellen. „Außerdem

bekomme ich einen Wind ins Unternehmen,

den ich nicht hineinbekomme, wenn ich nur

geklonte Kandidaten einstelle“, ist Bieber

überzeugt.

Durchschnittlich 1000 Stellen werden auf

der Seite angeboten, von 600 bis 700

unterschiedlichen Unternehmen. Immer

mehr Firmen sehen sich auf der Seite

nach geeigneten Mitarbeitern um, weil sie

gemerkt haben, dass die Quereinsteiger

nicht nur einfach einen Job suchen. „Sie

sind mit unglaublich viel Herzblut dabei,

hoch motiviert und lernbegierig“, sagt Bieber.

Er weiß, wovon er spricht, er ist ja selbst

ein Quereinsteiger.

Natürlich muss er hier und da noch

Überzeugungsarbeit leisten. Die Mehrzahl

der Personalleiter findet seinen Ansatz sehr

interessant, doch den Mut und das Geld, ihre

Stellenausschreibungen ausschließlich auf

Biebers Jobbörse zu veröffentlichen, haben

nicht alle. Dabei gibt es durchaus erfolgreiche

Vorbilder. Die komplette IT-Branche sei so

entstanden, sagt Bieber, durch Lehrer und

Quereinsteiger. Erst danach hat sich ein

Ausbildungsweg entwickelt.

VON DER IT–BRANCHE LERNEN

Und Bieber selbst hat in Neuseeland

auch eine Menge positiver Erfahrungen

gesammelt. Eine Psychologin quatschte

ihn im Vorstellungsgespräch derart voll,

dass Bieber ihr eine Position im Vertrieb

gab. „Fürs Rechnen habe ich ihr so lange

einen Assistenten an die Seite gestellt, bis

sie es selber gelernt hatte“, erzählt er. Die

Frau sorgte für unglaublich viel Umsatz in

Biebers alter Firma. Inzwischen leitet sie eine

kaufmännische Abteilung.


UNTERNEHMEN, DIE DEN

MUT HABEN, MITARBEITER

EINZUSTELLEN, DIE FORMAL

NICHT FÜR DEN JOB GEEIGNET

SIND, BEKOMMEN OFT

MEHR, ALS SIE ERWARTEN:

HOCH MOTIVIERTE UND

LERNBEGIERIGE ANGESTELLTE.


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