Offensive Informationspolitik Offensive Informationspolitik - VÖEB

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Offensive Informationspolitik Offensive Informationspolitik - VÖEB

Magazin

Nr. 33 _ 15. Jahrgang _ Juni 2009

THEMA:

Offensive

Informationspolitik

Foto: Getty Images

■ Interview: Bundesminister Niki Berlakovich Seite 5

■ Gastkommentar: Erinnerungen eines Pioniers Seite 7

■ Interview: FEAD-Präsidiumsmitglied Mag. Rudolf Platzer Seite 8


Foto: AVE

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

was sich im Herbst des vergangenen Jahres bereits angekündigt

hat, trifft nunmehr auch Österreich mit voller

Wucht: Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat

unser Land und seine Wirtschaft erreicht. Die Auswirkungen

sind, auch für die Entsorgungswirtschaft,

zum Teil dramatisch und

klare Prognosen über den weiteren

Verlauf der Entwicklung oder gar ein

Ende der aktuellen Krise sind reine

Spekulation. In dieses Bild passt, dass

es die Wirtschaftsforscher in Deutschland

abgelehnt haben, Prognosen für

die kommenden Jahre abzugeben.

Ich möchte aber an dieser Stelle nicht in das allgemeine

Wehklagen einstimmen. Unser Weg als Verband ist

ein anderer. Wir können zwar diese schwierige Situation

nicht ändern, aber als Interessenvertretung können wir

dazu beitragen, dass die Auswirkungen dieser Krise die

heimische Entsorgungswirtschaft weniger hart treffen.

Und wir können bereits jetzt mit Initiativen zur Verbesserung

der Rahmenbedingungen die Basis für eine rasche

Erholung der Branche nach dem Ende der Krise legen.

Zu diesem Zweck haben wir eine Lobbying-Kampagne

gestartet, mit der wir Verantwortungsträgern in Politik

und Verwaltung in ganz Österreich die Leistungen der

heimischen Entsorgungswirtschaft vorstellen werden.

Darüber hinaus diskutieren wir mit unseren Gesprächspartnern

jene Forderungen des Verbandes, die eine administrative

und damit auch ökonomische Entlastung der

Betriebe mit sich bringen würden.

Immer wieder wird davon gesprochen, dass jede Krise

auch eine Chance sei. Genau daran wollen wir mit unserer

Lobbying-Kampagne die heimischen Entscheidungsträger

erinnern: Dass es jetzt die Chance dafür gibt, Deregulierungen

und Vereinfachungen im Bereich der – zuletzt

eindeutig überbordenden – Verwaltung vorzunehmen,

Unternehmen damit zu entlasten und ihnen mehr

Spielraum zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu geben.

Dass es im Zuge dieser Gespräche auch ein aktuelles

Thema gibt, nämlich den illegalen Abfalltransport nach

Osteuropa, rundet unsere Lobbying-Bemühungen ab.

In dieser Ausgabe des VÖEB-Magazins stellen wir Ihnen

die von uns gesetzten Maßnahmen vor, führen ein

Interview mit dem neuen Landwirtschaftsminister Berlakovich

zu aktuellen und zukünftigen Fragen der Entsorgungswirtschaft,

informieren über Neuerungen im Bereich

der Verpackungsverordnung und ergänzen den Inhalt

dieser Ausgabe um Serviceinformationen.

Lassen Sie mich einmal noch zusammenfassend festhalten:

Der VÖEB kann als Verband die Krise nicht aufhalten.

Aber wir können daran arbeiten, für unsere Mitglieder

die Rahmenbedingungen so weit zu verbessern,

dass die Abfallwirtschaft ökonomisch massiv entlastet

wird. Um damit eine gesunde Basis für die Zeit nach dieser

Wirtschaftskrise zu schaffen. Und genau daran arbeiten

wir für Sie mit großer Konsequenz.

Das Team des VÖEB hofft, Ihnen mit dieser aktuellen

Ausgabe des VÖEB-Magazins einmal mehr eine abwechslungsreiche

und interessante Lektüre anbieten zu können.

Mit besten Grüßen

Dr. Robert Gruber

THEMA

Offensive

Informationspolitik

Als Robert Gruber das Amt des VÖEB-Präsidenten im September

2008 von Langzeitpräsident Ing. Peter J. Kneissl übernommen hatte,

kündigte er eine Reihe neuer Vorhaben, Initiativen und medialer

Aktivitäten an. Eines dieser Vorhaben war eine österreichweite Lobbying-Offensive,

um Positionen und Forderungen des VÖEB Vertretern

von Politik und Verwaltung vorzustellen. Eine der dabei verwendeten

Argumentationsgrundlagen war eine vom VÖEB in Auftrag

gegebene Studie, die vom Institut für Strategieanalyse (ISA) von

Prof. Filzmaier durchgeführt wurde.

Wirtschaftsfaktor

Entsorgungswirtschaft

Gutes Lobbying braucht gute Argumente

und nachvollziehbare Zahlen,

Daten und Fakten. Ziel der ISA-Studie

war es daher, den wirtschaftlichen und

gesellschaftlichen Wert der heimischen

Entsorgungswirtschaft zu erfassen

und für die Lobbying-Gespräche

aufzubereiten. Und die Ergebnisse

können sich sehen lassen, bestätigen

sie doch die wirtschafts- und umweltpolitische

Bedeutung der Branche. So

betrug der gesamte wirtschaftliche

Output der Entsorgungswirtschaft

(inkl. des Anteils der Rückgewinnung,

z. B. durch Sekundärenergieträger) im

Jahr 2005 3,96 Mrd. Euro. Zum Vergleich:

Der gesamte Output des Segments

Landwirtschaft (inkl. Jagd) lag

im gleichen Jahr bei 4,7 Mrd. Euro. Beachtlich

auch die intensiven Wirtschaftsverflechtungen:

Diverse Vorleistungen

– vom Baugewerbe bis zum

KFZ- und Transport-Segment – für die

Dienstleistungen in der Entsorgungswirtschaft

machen bereits ein Volumen

in der Höhe von 1,89 Mrd. Euro

aus.

Hohe Beschäftigtenzahlen

Auch die Beschäftigtenzahl macht

deutlich, dass die Branche ein relevanter

Industriezweig geworden ist. Über

27.000 direkt und mehr als 16.000 indirekt

Beschäftigte arbeiten in und mit

der Entsorgungswirtschaft. Die Beschäftigungsentwicklung

wird übrigens

weiterhin ausgesprochen positiv

eingeschätzt, hier erweist sich die Entsorgungswirtschaft

als relativ krisensicher.

Die Studie verweist darauf, dass

die zum Teil arbeitsintensiven Tätigkeiten

hohe Beschäftigungsimpulse

zur Folge haben und die Lohnwirksamkeit

um 20% höher ausfällt als der

Durchschnitt aller österreichischen

Branchen.

Lobbying von Bregenz bis

Wien

Ausgestattet mit umfangreichen

Argumentarien und der ISA-Studie

nahm sich der VÖEB ein dichtes Arbeitsprogramm

vor. Eine zentrale

Maßnahme dieses Programms war es,

mit einer Vielzahl relevanter Politiker

und Politikerinnen auf Landes- und

Bundesebene Gespräche zu führen.

Mit dem Ziel, die Positionen und Forderungen

des Verbandes vorzustellen

und zu erörtern. Die Liste der Gesprächspartner

war dabei so prominent

wie lang: Mit den Landeshauptleuten

von Vorarlberg, Salzburg und

Oberösterreich, Dr. Herbert Sausgruber,

Mag. Gabi Burgstaller und Dr. Josef

Pühringer, den für Umweltfragen

zuständigen Landesräten von Tirol

(LH-Stv. Hannes Gschwentner), Salzburg

(Walter Blachfellner) und Wien

(Mag. Ulli Simma) sowie den Umweltund

Wirtschaftssprechern im österreichischen

Nationalrat (wie z.B. Ing. Hermann

Schultes und Konrad Steindl von

der ÖVP) wurden ausführliche Gespräche

über Gegenwart und Zukunft der

heimischen Entsorgungswirtschaft geführt.

Abgerundet wurde der Gesprächsreigen

von Terminen mit Vertretern

mehrerer Sozialpartnerorganisationen

und anderer Interessenvertretungen

wie z. B. dem Leiter der Abteilung

Energie- und Umweltpolitik in der

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VÖEB Magazin|


WKO Univ.-Doz. Dr. Stephan Schwarzer

oder dem Präsidenten des Gemeindebundes

Helmut Mödlhammer. Einmal mehr sei

auch die gute Gesprächsbasis zum zuständigen

Sektionschef im Lebensministerium,

Dr. Leopold Zahrer, erwähnt. Mit ihm gab

und gibt es laufend Gespräche über

grundlegende und aktuelle Anliegen der

Branche.

Der neue Umweltminister Niki Berlakovich

kommt übrigens in dieser Ausgabe

des VÖEB-Magazins ebenfalls ausführlich

zu Wort. Sie finden ein Interview mit ihm

ab Seite 5.

Foto: VÖEB

Entwicklung von Argumentarium

und Positionspapieren

Der VÖEB hat die eigene Ausgangssituation,

die wichtigsten Positionen sowie

die konkreten Ziele seiner Initiative

überlegt, formuliert und die Ergebnisse in

einem umfangreichen Argumentarium

zusammengefasst. Im Wesentlichen wurden

darin die bereits in der jüngeren Vergangenheit

aufgestellten Forderungen,

ergänzt um aktuelle Aspekte, aufgenommen.

Also die Forderungen nach Deregulierung,

nach optimalen Rahmenbedingungen

für die Entwicklung einer modernen

Ressourcenwirtschaft, nach Reduktion

des enormen bürokratischen Aufwandes

sowie nach klaren und kontinuierlichen

gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Argumentationslinie

des Verbandes ist die Haltung

in der Frage der Abgrenzung zwischen

Hausrestmüll und Gewerbemüll.

Forderung an die Politik:

Reduktion der Kostenbelastung

Besondere Aufmerksamkeit widmete

der VÖEB in den Gesprächen dem Thema

der immer größer werdenden Kostenbelastung,

hervorgerufen durch immer neue

Verordnungen. Die Wirtschaftskrise führt

zu deutlich geringerer Produktion in vielen

Industriezweigen, was wiederum zu

weniger Müllaufkommen und zu geringerer

Auslastung der Betriebe führt. Dazu

kommt ein massiver Einbruch am Sekundärrohstoffmarkt,

was wiederum direkt

die Verwertungsbetriebe trifft. Eine Entwicklung,

die VÖEB-Präsident Robert Gruber

mit Sorge beobachtet. Er verlangte in

den Gesprächen ein aktives Gegensteuern

von Seiten der Politik. „Es kann ja nicht

sein, dass einer der großen Chancen eines

ganzen Industriezweiges, nämlich dem

Ressourcenmanagement, die Zukunft genommen

wird“, so Gruber in seiner Argumentation.

Die Politik müsse jetzt handeln

und die gesamte Branche entlasten.

Immerhin hängen mehr als 43.000 direkte

VÖEB-Präsident Gruber besuchte im Rahmen seiner „Österreich-Tour“ auch VÖEB-

Gründungsmitglied Gojer in Kärnten (v.l.n.r.: Adolf Gojer jun., Honorarkonsul KR Adolf

Gojer, VÖEB-Präsident Dr. Gruber, VÖEB-Vorstand Kärnten Werner Gruschitz und

Dipl. Ing. Harald Tschabuschnig vom Amt der Kärntner Landesregierung)

und indirekte Arbeitsplätze davon ab. Dabei

geht es der Entsorgungsbranche nicht

darum, (Umwelt-) Gesetze aufzuweichen,

sondern um „die Gestaltung einer fairen

und wirtschaftlich effizienten Marktsituation“,

so Gruber weiter. Hauptansatzpunkt

des VÖEB: der hohe administrative

Aufwand, der durch heimische Verschärfungen

der EU-Verordnungen und durch

einen enormen Dokumentationsaufwand

– Stichwort: das Elektronische Datenmanagement

EDM – hervorgerufen wird. Die

unglaubliche Menge von 170 Millionen

Datensätzen müssen von der Branche

jährlich verarbeitet werden, was zusätzliche

Personalkosten mit sich bringt. Ganz

zu schweigen von der immer noch fehlenden

Datensicherheit. Nichts gegen klare

Dokumentationen, aber die herrschenden

Regelungen schießen weit über jedes

sinnvolle Ziel hinaus, so der VÖEB.

Rechnungshof-Kritik an

Umsetzung des EDM

Der VÖEB ist mit seiner Kritik an der

Vorgangsweise der Behörden im Bezug

auf das EDM allerdings nicht alleine. Auch

der Rechnungshof stellt dem Ministerium

(BMFLUW) kein allzu gutes Zeugnis aus.

So heißt es in einem Bericht unter anderem,

dass für die gemeinsam mit dem Umweltbundesamt

erfolgte Entwicklung und

Betriebsführung „die Voraussetzungen

für eine zielorientierte Projektabwicklung

nicht gegeben“ waren. Dazu kamen

Schwierigkeiten mit der Kompetenzabgrenzung

und unzureichende personelle

Ressourcen, was den Projektstart nicht nur

erschwerte, sondern auch Mehrkosten in

Höhe von 800.000 Euro nach sich zog.

Konkret heißt es im RH-Bericht weiter,

dass zu Beginn des Projektes „... im Jahr

2002 insbesondere im Umweltbundesamt

die organisatorischen Voraussetzungen

für eine kostengünstige und zweckmäßige

(sic!) Umsetzung nicht gegeben waren“.

Zudem kritisiert der RH, dass es im

BMFLUW verabsäumt wurde, das vorhandene

Fachwissen im Projektteam zu konzentrieren,

und Schwierigkeiten bei der

Kompetenzabgrenzung zum BMWA zu

„verlorenem Entwicklungsaufwand“

führten. Ebenfalls kritisch bemerkt wurde

vom RH, dass Zeitpläne nicht eingehalten

und Projektkosten sowie Budgetmittel

überschritten wurden. Alles in allem war

aus Sicht des Rechnungshofes die Entwicklung

des Projektes EDM kein Ruhmesblatt

für das BMFLUW, was die Abfallwirtschaft

in den vergangenen Jahren durchaus zu

spüren bekam.

Neuverhandlungen nach

deutschem Vorbild

Auch die bereits bestehenden Überregulierungen

belasten die heimischen Unternehmen

stark. Die geschätzten Kosten

allein für die Deponieverordnung belaufen

sich auf rund 46 Millionen Euro für die

Probennahme und noch einmal 97 Millio-

Fortsetzung auf Seite 4

|VÖEB Magazin 3


THEMA

Foto: VÖEB

Fortsetzung von Seite 3

nen für die Sicherstellungen. Belastungen,

die auch schon vor der Krise bedrohlich

waren, die österreichische Entsorgungswirtschaft

nunmehr aber existenziell gefährden.

„Wir haben als Verband in den

Gesprächen mit den Politikern und Entscheidungsträgern

im Umweltbereich eindringlich

darauf hingewiesen, dass es keine

zusätzlichen Erschwernisse für uns geben

darf. Ansonsten gefährdet man Teile

der gut funktionierenden Entsorgungswirtschaft

und damit des heimischen Umweltschutzes“,

fasst VÖEB-Präsident Gruber

die Gespräche zusammen. Auch die internationale

Konkurrenzfähigkeit der

heimischen Entsorgungsbetriebe werde

durch diese Belastungen geschwächt. Gruber

zitiert in diesem Zusammenhang das

Vorbild Bundesrepublik Deutschland, in

der bereits seit einiger Zeit Verhandlungen

zwischen der Entsorgungswirtschaft

und der Politik geführt werden. Mit dem

erklärten Ziel, die Überregulierung abzu-

bauen und dabei vor allem die Praxisnähe

der Bestimmungen zu verbessern. Derartige

umfassende Neuverhandlungen im

Sinne eines Durchforstens der bestehenden

Regulierungen, so Gruber, wären

auch in Österreich das Gebot der Stunde.

Sorge um Anlagenauslastung

Es gab auch ein aktuelles Thema, das in

den Gesprächen zu Wort kam: die vor allem

in den letzten Monaten zunehmende

Sorge um die zu geringe Auslastung der

heimischen Verwertungsanlagen. „In den

vergangenen Jahren wurden in Österreich

enorme Summen in die Errichtung modernster

Verwertungsanlagen investiert.

Investitionen und Arbeitsplätze, die nunmehr

gefährdet sind, wenn die Auslastung

dieser Anlagen nicht langfristig sichergestellt

werden kann“, beschreibt

VÖEB-Präsident Gruber den Ernst der Lage.

Daher fordert der Verband auch vom

Gesetzgeber und den Behörden strengere

Kontrollen. „Natürlich ist uns bewusst,

VÖEB-Präsident Gruber überreicht

Gemeindebund-Präsident Helmut

Mödlhammer ein „lebendes“ Präsent

dass es auch weiterhin genehmigte Exporte

geben wird, da nicht alle Mengen in

Österreich verwertet werden können“, ist

Gruber realistisch. „Es kann aber nicht angehen,

dass wir als Unternehmen eine Unmenge

von Kontrollen und Aufzeichnungen

zu führen haben und gleichzeitig große

Mengen von Abfall auf ungeklärten

Wegen das Land verlassen“, formuliert

Gruber andererseits große Sorgen um die

aktuelle Situation.

Foto: VÖEB

Gute Ausgangsbasis für

Abfallwirtschaft

Die Informationsgespräche führten VÖEB-Präsident Gruber auch nach Vorarlberg zu Landeshauptmann

Dr. Herbert Sausgruber, im Bild mit VÖEB-Vorstand Vorarlberg Wieland Hofer.

Beim VÖEB zeigt man sich von den bisher

geführten Gesprächen erfreut. Es sei

gelungen, den Gesprächspartnern die Positionen

und Forderungen des Verbandes

in sachlicher Atmosphäre zu vermitteln

und konkrete Vorschläge zur Lösung der

aus Sicht der Branche drängendsten Probleme

zu machen. So konnte der Verband

unter anderem darüber berichten, dass

die Treibhausgasemissionen seit 1990 um

beispiellose 40% gesenkt werden konnten

(zum Vergleich: Energieerbringung

+1%, Gewerbe +21%, Verkehr +73%!).

Nicht nur aus diesem Grund kann die Entsorgungswirtschaft

als größte Umweltschutzeinrichtung

des Landes bezeichnet

werden. Diese Informationen und Tatsachen

den Entscheidungsträgern in Politik,

Verwaltung und Interessenvertretungen

vor Augen zu führen, war das Ziel der Lobbying-Kampagne

des VÖEB. „Und das“, so

Präsident Robert Gruber, „ist uns mit Sicherheit

gelungen. Wir werden aber natürlich

weiter dranbleiben und mit unseren

Forderungen nicht locker lassen. Im Interesse

der heimischen Umwelt und unserer

Branche. Wenn wir weiterhin so konsequent

bleiben, dann werden wir uns auch

die gute Ausgangsbasis erhalten, die wir

uns in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet

haben“, ist Gruber überzeugt. ■

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VÖEB Magazin|


INTERVIEW

„Der Beitrag zur Ressourceneffizienzsteigerung

ist beträchtlich“

Das VÖEB-Magazin konnte bereits die erste Ausgabe nach seiner Angelobung nutzen, um mit dem neuen Umweltminister

Niki Berlakovich ein ausführliches Gespräch zu führen. Lesen Sie nachfolgend seine Gedanken zu

Auswirkungen der Wirtschaftskrise, zu administrativen Belastungen der Abfallwirtschaftsbranche, zu illegalen

Abfallexporten, zukünftigen Herausforderungen und Leistungen der Branche.

VÖEB-Magazin: Herr Bundesminister,

welche Auswirkungen wird aus Ihrer Sicht

die gegenwärtige weltweite Finanz- und

Wirtschaftskrise auf die nationale und internationale

Umweltpolitik haben

BM Niki Berlakovich: Die österreichische

und die internationale Umweltpolitik

sind wie alle Politikbereiche von der gegenwärtigen

Wirtschafts- und Finanzentwicklung

deutlich betroffen. Dennoch

müssen der Schutz der Umwelt und der

Kampf gegen den Klimawandel weiterhin

Priorität haben, sonst drohen hohe Folgekosten,

die die derzeitige schwierige Situation

nachhaltig verschärfen würden.

VÖEB-Magazin: Auch die Abfallwirtschaft

ist von der Krise massiv betroffen.

Sinkende Industrieproduktion bedeutet

weniger Entsorgungsaufträge. Was können

Sie als Umweltminister unternehmen,

um die betroffenen Unternehmen in dieser

Zeit zu unterstützen

BM Niki Berlakovich: Die von der Bundesregierung

ergriffenen Maßnahmen

zur Ankurbelung der wirtschaftlichen Aktivitäten

und die geplanten Förderungen

für KMUs werden auch in der Abfallwirtschaft

wirksam werden und zu einer Entspannung

führen. Mit der Wirtschaftskrise

ist aber nicht nur ein Rückgang an Entsorgungsaufträgen

verbunden, vielmehr haben

sich auch die Absatzchancen der verwerteten

Materialien aufgrund der Veränderungen

auf den Rohstoffmärkten beträchtlich

verschlechtert. Sinkende Erlöse

für Altstoffe sind die Folge.

Umso wichtiger ist die Einhaltung von

Qualitätsstandards bei der stofflichen Verwertung.

Nur hochwertige Materialien

werden langfristig mit den Primärmaterialien

konkurrieren können und bei der

Produktion neuer Güter herangezogen

werden. Durch die Intensivierung der Abfallkontrollen

und vor allem durch ein Zusammenwirken

zwischen den Behörden

und der Abfallbranche soll auch die illegale

Abwanderung der Abfälle hintan gehalten

werden und deren Wertschöpfungspotenzial

der österreichischen Wirtschaft

erhalten bleiben.

VÖEB-Magazin: Die Abfallwirtschaft

wird mit ihren rund 27.000 Beschäftigten

als größte heimische Umweltschutzorganisation

bezeichnet. Sie schafft Arbeitsplätze,

investiert in modernste Entsorgungstechnologien,

trägt massiv zur Reduktion

der Treibhausemissionen in Österreich

bei und viele Betriebe unterziehen

sich der freiwilligen Qualitätsinitiative

„Entsorgungsfachbetrieb“. Welche Anreize

und Erleichterungen können Sie sich

für diese Unternehmen vorstellen

BM Niki Berlakovich: Es ist ein großes

Verdienst der Branche, dass die auf Basis

gesetzlicher Regelungen getroffenen Investitionen

und Maßnahmen einen wesentlichen,

überproportional hohen Beitrag

zum Klimaschutz leisten. Diesbezüglich

gilt mein besonderer Dank allen daran

beteiligten Unternehmen.

Auch die positive Entwicklung der Abfallwirtschaft

insgesamt und die Steigerung

der Qualitätsstandards in der Entsorgungsbranche

sind unbestritten und als

Erfolg zu würdigen. Es freut mich, wenn

wir gemeinsam dazu auch die nächsten

Schritte setzen und dass eine Entwicklung

des VÖEB von einer rein betriebswirtschaftliche

Interessen vertretenden Vereinigung

zu einer proaktiven, Umweltschutzinteressen

wahrnehmenden Organisation

zu verzeichnen ist.

Zertifizierte Unternehmen, wie die

„Entsorgungsfachbetriebe“, sind vorbildhaft

in ihrer Ausrichtung und sichern sich

durch die Auszeichnung und die Dokumentation

ihrer qualitativ einwandfreien

Leistung eine starke Position am Markt sowie

eine neue Qualität im Zusammenwirken

mit den Behörden.

VÖEB-Magazin: Werden Sie konkrete

Schritte gegen die herrschende Überregulierung

in der Entsorgungswirtschaft unternehmen,

die zu großen Belastungen

der Betriebe und zu Wettbewerbsnachteilen

in Europa führen Zwei Beispiele aus

Umweltminister Niki Berlakovich

der jüngsten Vergangenheit: DeponieVO

mit ihrem europaweit einzigartigen Analyseaufwand

und die AbfallbilanzVO, die

einen hohen Verwaltungsaufwand für die

Betriebe bedeutet.

BM Niki Berlakovich: Wir stehen heute

global vor einer Reihe großer umweltund

wirtschaftspolitischer Herausforderungen

wie dem Klimawandel, der steigenden

Nachfrage nach Energie, der Wirtschaftskrise,

der Sicherung gesunder Lebensmittel

und dem Erhalt der biologischen

Vielfalt. Wir brauchen daher Konzepte

und Regelungen, die die wirtschaftliche,

die soziale und die umweltpolitische

Seite unter einen Hut bringen, um Zu-

Fortsetzung auf Seite 6

Foto: BMLKFUW/Rita Newman

|VÖEB Magazin 5


INTERVIEW

Fortsetzung von Seite 5

kunftsperspektiven in den verschiedenen

Bereichen zu sichern und auch zukünftigen

Generationen ein lebenswertes Umfeld

zu erhalten.

Konkret im Bereich der Abfallsammlung

und -behandlung konnte mit der Deponieverordnung

nach langen Verhandlungen

und unter Einbindung aller Betroffenen

eine legistische Regelung geschaffen

werden, die diesen Ansprüchen gerecht

wird. Die Umsetzung der Ratsentscheidung

betreffend die Abfallbeurteilung

in der Deponieverordnung ist diesbezüglich

beispielhaft für alle Mitgliedsstaaten,

wie dies auch die Europäische Kommission

bestätigt.

Gerade in der jüngsten Vergangenheit

hat sich auch wieder die Notwendigkeit

einer transparenten und nachvollziehbaren

Dokumentation der Abfallströme gezeigt.

Abfallsammler und -behandler wurden

in diversen Medien wiederholt als Akteure

unsachgemäßer Entsorgung und illegaler

Exporte aufgedeckt, die in der Folge

umweltschädliche und gesellschaftspolitische

Konsequenzen verursachen, die

öffentliche Hand oft mit hohen Kosten für

die Bereinigung belasten und das gute

Image unserer vorbildhaften Abfallsammel-

und Behandlungsbranche nachhaltig

schädigen.

Grundsätzlich vergleichbare Meldepflichten

wie z.B. im Elektro- und Elektronikaltgerätebereich

werden heute vorbildlich

bewältigt und können durch die

elektronische Abwicklung höchst effizient

erfolgen.

VÖEB-Magazin: In letzter Zeit häufen

sich illegale Abfallexporte, vor allem nach

Osteuropa. Das gefährdet heimische Betriebe

und die europäische Umwelt gleichermaßen.

Welche Maßnahmen sind in

nächster Zeit geplant, um dieser Entwicklung

Herr zu werden

BM Niki Berlakovich: Gerade in wirtschaftlich

schwierigen Zeiten und in einer

Phase, in der die Marktpreise auch im

Abfallbereich stark im Fallen sind, stehen

unsere heimischen Entsorgungsbetriebe

durch die fehlende Auslastung vor großen

Fragen. Illegale Abfallexporte sind diesbezüglich

sowohl wirtschafts- als auch umweltpolitisch

hart zu verurteilen.

Die Kontrolle von Abfalltransporten ist

in erster Linie Aufgabe der Zollorgane

und der Organe der öffentlichen Aufsicht,

eine Funktion, die auch in der AWG-Novelle

2007 verankert werden konnte. Regelmäßige

Schulungen hinsichtlich grenzüberschreitender

Abfallverbringung werden

durch mein Ressort sichergestellt. Illegale

grenzüberschreitende Transporte

sind aber aufgrund der offenen Grenzen

auch bei noch so dichter Kontrolle nicht

gänzlich zu verhindern, so dass verstärkt

auf Prävention durch entsprechende Meldepflichten

und Überwachung Wert gelegt

werden muss, wobei eine stärkere

Einbindung der Länder und der Bezirksverwaltungsbehörden

in der Kontrolle

angestrebt wird.

Im grenzüberschreitenden Kontext ist

mir die Mitverantwortung der betroffenen

Importstaaten bei illegalen Verbringungen

ein wichtiges Anliegen. Ein Prozess,

der gerade auf europäischer Ebene

intensiv diskutiert wird. Die enge Zusammenarbeit

bei den Kontrollen mit unseren

Nachbarländern ist diesbezüglich natürlich

ein weiterer Schwerpunkt. Zur Eindämmung

aller unzulässigen und nicht

umweltgerechten Aktionen setzte ich

aber vor allem auch auf die Zusammenarbeit

mit der Abfallbranche, die in der Aufdeckung

der „schwarzen Schafe“ sicher

einen entscheidenden Beitrag zur Lösung

der anstehenden Situation beitragen

kann.

VÖEB-Magazin: Gibt es aus Ihrer Sicht

die Chance, vor dem Hintergrund der

herrschenden Krise die längst fälligen Verwaltungsreformen,

die auch die Abfallwirtschaft

belasten, umzusetzen Stichwort

zehn Abfallwirtschaftsgesetze

BM Niki Berlakovich: Eine umfassende

Verwaltungsreform steht bereits seit Jahren

zur Diskussion, geht aber weit über

die Abfallwirtschaft hinaus. Nicht zuletzt

deshalb wurde auch im Rahmen der Initiative

eGovernment das Projekt Elektronisches

Datenmanagement initiiert. Bei jeder

Regelung wird zudem ausführlich geprüft,

inwieweit eine Verwaltungsentlastung

möglich ist.

VÖEB-Magazin: Die moderne Abfallwirtschaft

österreichischer Ausprägung ist

schon seit längerem auf dem Weg zur Ressourcenwirtschaft.

Wie wird Ihr Ressort

bzw. die heimische Politik diesen ökologischen

und ökonomisch sinnvollen Weg im

europäischen Umfeld unterstützen

BM Niki Berlakovich: Der Beitrag zur

Ressourceneffizienzsteigerung, den die

österreichische Abfallwirtschaft leistet, ist

ein beträchtlicher. Durch die in der Vergangenheit

gesetzten zahlreichen Maßnahmen

ist es gelungen, den Anteil der

verwerteten Abfälle kontinuierlich zu

steigern. Derzeit werden rund 67 % aller

Abfälle zum Zwecke einer Verwertung gesammelt.

Eine weitere Steigerung ist nicht

zuletzt aufgrund der Maßnahmenbündel,

die in der Abfallvermeidungs- und -verwertungsstrategie

des Bundes-Abfallwirtschaftsplans

2006 festgelegt worden sind

und teilweise noch umzusetzen sind, zu

erwarten. Die Schwerpunkte dieser Strategie

liegen im Bereich der Vermeidung

und Verwertung von Baurestmassen, der

Förderung von Reparatur- und ReUse-

Zentren und in der Erarbeitung von

Grundlagen zur Reduktion der Schadstoffgehalte

von Abfällen. Letztere ist

von essentieller Bedeutung, gilt es doch

bei der Verwertung eine Schadstoffdissipation

in die Umwelt bzw. -anreicherung

im Produkt zu vermeiden.

Insbesondere im europäischen und internationalen

Kontext ist darauf zu achten,

dass durch entsprechende Kontrollmechanismen

bzw. internationale Kooperationen

Scheinverwertungen verhindert

werden. Um den fachlichen Dialog zur

nachhaltigen Ressourcennutzung mit unseren

Nachbarländern Deutschland und

der Schweiz aufzugreifen und gemeinsam

weiterzuentwickeln, findet am 23. und 24.

Juni 2009 die Fachtagung Resource 2009

in Berlin statt. Diese ist als Auftaktveranstaltung

für weitere Tagungen in Österreich

und der Schweiz vorgesehen. Damit

sollen eine längerfristige Zusammenarbeit

gestartet werden und länderübergreifende

Kooperationen auf allen Ebenen

entstehen.

VÖEB-Magazin: Welche Rolle und welche

Positionen wird Österreich in den

kommenden Jahren in der europäischen

Umweltpolitik einnehmen bzw. besonders

unterstützen

BM Niki Berlakovich: Österreich war

immer ein aktiver Mitgestalter der europäischen

Umweltpolitik, im Abfallbereich

insbesondere bei der neuen Abfallrahmenrichtlinie,

deren Umsetzung Schwerpunkt

der kommenden Jahre sein wird. Zu

nennen sind hier unter anderem die Abfallhierarchie,

die Abfallvermeidung und

Entwicklung in Richtung Recyclinggesellschaft

sowie Regelungen betreffend das

Ende der Abfalleigenschaft. Durch die gemeinsam

erreichten Fortschritte und Erfolge

hat die österreichische Position entsprechenden

Stellenwert erlangt.

VÖEB-Magazin: Herr Bundesminister,

wir danken für dieses Gespräch. ■

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Erinnerungen eines Pioniers

GASTKOMMENTAR

Er ist einer der Pioniere der modernen Abfallwirtschaft in Österreich: Saubermacher-Vorstandssprecher Hans

Roth. Als VÖEB-Mitbegründer und ehemaliger Präsident ist er auch Wissensträger um die Anfänge und die

ersten Meilensteine der Verbandsarbeit. Wir baten ihn um einen Gastkommentar über die Anfänge des VÖEB.

Start im Jahr 1982

Mit der Gründung des VÖEB im Jahr

1982 als erste freiwillige Interessenvertretung

privater Abfallwirtschaftsunternehmen

leisteten wir Pionierarbeit, um

eine starke Kommunikationsbasis zwischen

Politik, Gesetzgebung und Behörden

zu etablieren. Vor allem die Tatsache,

dass wir in den 80er Jahren in der Wirtschaftskammer

keine eigene Interessenvertretung

hatten, machte die Gründung

einer starken Vereinigung möglichst vieler

privater Entsorgungsbetriebe unbedingt

notwendig. Viele namhafte Unternehmen,

wie Kröpfl, Widmoser und Spreitzer,

waren damals entschlossen, den VÖEB zu

gründen und zu unterstützen.

Foto: Roth/Saubermacher

Gemeinsam mehr erreichen

Wir Entsorger mussten von Beginn an

stets um Anerkennung kämpfen. Mit konsequenter

Arbeit ist es uns aber letztendlich

gelungen, diese Anerkennung zu erreichen:

Als Dienstleister und Partner für

Gemeinden setzten wir uns gegen die

Tendenz der Kommunalisierung ein; das

Berufsbild des Abfallberaters und Abfalltechnikers

wurde unter der Mitarbeit des

VÖEB konkretisiert – und damit eine ganze

Branche aufgewertet; und dank des

Engagements aller Mitglieder entwickelten

sich aus den klassischen Entsorgungsfachbetrieben

innovative Hightech-Unternehmen,

die in der Lage sind, gemischten

Abfall zu Brennstoff aufzubereiten, aber

auch andere Altstoffe wie Kupfer, Aluminium

und andere definierte Produkte herauszufiltern.

Mit nachhaltigem Engagement

für getrennte Sammlung, Förderung

der Privatisierung und zukunftsweisende

Technologien setzten wir Zeichen

nicht nur in Österreich, sondern in ganz

Zentraleuropa.

Wissensplattform VÖEB

Der VÖEB, der sich mittlerweile zu einer

Wissensplattform rund um die Abfallwirtschaft

weiterentwickelt hat, steht darüber

hinaus dem Gesetzgeber bei der Umsetzung

neuer Richtlinien, Verordnungen

und Gesetze beratend zur Seite. Eine Partnerschaft,

die für beide Seiten von Vorteil

ist.

Erinnert an die Anfänge des Verbandes: Abfallwirtschafts-Pionier, VÖEB-Mitbegründer und

ehemaliger Verbands-Präsident Hans Roth.

Aus diesem Grund ist es besonders

wichtig, dass die einzelnen Mitgliedsbetriebe

ihre kompetentesten Mitarbeiter

entsenden – nur so können wir gemeinsam

die Zukunft mitgestalten und unsere

Anliegen gegenüber der öffentlichen

Hand vertreten.

Das umfassende Aus- und Weiterbildungssystem

des VÖEB trägt dazu bei, einen

einheitlichen Wissensstand rund um

die Abfallwirtschaft aufzubauen und die

Mitgliedsbetriebe mit dem nötigen Rüstzeug

– von abfallwirtschaftlichen Spezialthemen

über Novellen in der Gesetzgebung

bis hin zu betriebswirtschaftlichem

Fachwissen – auszustatten.

Meilensteine setzen

Als Mitbegründer und ehemaliger Präsident

des VÖEB erinnere ich mich besonders

gerne an die Meilensteine in der

VÖEB-Geschichte. Dazu zählen z.B. die

Einführung der getrennten Sammlung,

das gemeinsam mit der Papierindustrie,

dem Bundesgremium für Altstoffhandel

sowie dem Wirtschafts- und Umweltminister

getroffene Übereinkommen für die

Regelung der Altpapierabnahme, die Mitgestaltung

des ARA-Verpackungssystems

verbunden mit der aktiven Mitarbeit bei

der Umsetzung der Verpackungsverordnung

samt der dazugehörigen Novellen

und die Erarbeitung des Bundesabfallwirtschaftsplans.

Wir investierten enorm viel, um die

auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

fortwährende Unterstützung zu garantieren,

und setzten uns stets für eine gute

Zusammenarbeit mit den jeweiligen Umweltministern,

von Steyrer über Kreuzer,

Flemming, Feldgrill-Zankel, Rauch-Kallat,

Bartenstein, Molterer, Pröll bis derzeit

Berlakovich, ein.

Umwelt-Pioniere

Dank unserem großen Wissensvorsprung

und innovativem Know-how ist es

heimischen Unternehmen schon sehr früh

gelungen, in Zentraleuropa Fuß zu fassen.

Als Pioniere am Umwelt-Sektor trugen wir

Fortsetzung auf Seite 8

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INTERVIEW

Fortsetzung von Seite 7

viel dazu bei, die Entsorgung vor Ort nach

modernsten Richtlinien umzusetzen und

die Anlagen zur gegenseitigen Nutzung

zu optimieren.

Hohen Umwelt-Standard nicht

gefährden

Zusammenfassend kann festgehalten

werden, dass das unermüdliche Lobbying

seit Gründung des Verbandes im Jahr 1982

bewirkt hat, viele Rahmenbedingungen

von Anfang an mitgestalten zu können –

und die Abfallwirtschaft darüber hinaus

als bedeutender Wirtschaftszweig das

notwendige Gehör in der Öffentlichkeit

erhalten hat. In Zukunft gilt es noch einige

Herausforderungen zu meistern, um

Umweltschutz, Kosten- und Ressourcenschonung

zu garantieren!

Wichtig ist, trotz der derzeitigen

schwierigen Situation, die getrennte

Sammlung aufrechtzuerhalten. Wir haben

einen sehr hohen Standard erreicht,

den wir nicht aufs Spiel setzen dürfen. Die

Altstoffpreise sind nach der Hochkonjunktur

zwar am Boden, aber wir dürfen uns

nicht entmutigen lassen. Denn Rohstoffe

werden gebraucht – und die Verwertung

ist für die Bevölkerung immer noch günstiger

als die Entsorgung. Wer in Österreich

erfolgreich ist, kann auch im Ausland

erfolgreich sein. Daher müssen wir bei der

Frage „Export-Import“ noch stärker zusammenarbeiten,

um eine bessere Auslastung

der Anlagen zu gewährleisten und

dadurch auch im internationalen Wettbewerb

besser bestehen zu können.

Kräfte bündeln

Wir verfügen im VÖEB über ausgezeichnete

Kräfte, sowohl im Vorstand als

auch bei den Mitgliedern, um auf breiter

Basis unsere Anliegen weiter zu tragen.

Dies gilt vor allem auch für die Länder,

weil dort wesentliche, regionale und für

die Menschen täglich spürbare Umweltpolitik

gemacht wird. Und wenn ich meine

Erinnerungen an die Entwicklung des

VÖEB abschließend mit einigen Stichworten

umschreiben soll, dann lauten diese

wie folgt:

VÖEB = „Gesammelte“ Erfolge

VÖEB = „Gesammeltes“ Know-how

VÖEB = Wissensplattform für eine lebenswerte

Umwelt

VÖEB = Pioniere am Umwelt-Sektor

VÖEB = Gemeinsame Entsorgungs-

Leistungen

VÖEB = eine starke Lobby für die

Umwelt


„Mittendrin statt

nur dabei“

Lobbying zählt zu den wichtigsten Aufgaben von Interessenvertretungen

wie dem VÖEB. Lobbying beschränkt sich für einen Verband aus einem EU-

Mitgliedsland aber längst nicht mehr nur auf die heimische Politik. Mehr

und mehr gilt es, auch in der EU seine Interessen zu vertreten. Wird doch

gerade im Umweltbereich der überwiegende Teil der Gesetze in Brüssel

beschlossen. Zu diesem Zweck hat sich die europäische Entsorgungswirtschaft

in einem Verband, der Fédération Européenne des Activités de la

Dépollution et de l’Environnement, kurz FEAD, organisiert. Wie dieser Verband

organisiert ist und wie er arbeitet, wollten wir vom FEAD-Präsidiumsmitglied

Mag. Rudolf Platzer erfahren.

VÖEB-Magazin: Herr Platzer, Sie repräsentieren

den VÖEB im FEAD-Präsidium.

Braucht es tatsächlich einen europäischen

Dachverband

Platzer: Definitiv ja. Der Großteil aller

Gesetze in Europa wird inzwischen in

Brüssel beschlossen. Hier macht der Umweltbereich

keine Ausnahme. Wenn wir

also an der Entstehung der für uns relevanten

Gesetze mitwirken wollen, müssen

wir uns in Brüssel engagieren und an den

Diskussionen aktiv teilnehmen. Alleine ist

ein Verband wie der VÖEB dazu aber weder

personell noch finanziell in der Lage.

So wie viele andere europäische Länder

übrigens auch nicht. Daher war es von so

großer Bedeutung, sich zu einem Dachverband

zusammenzuschließen und mit

geeinten Kräften unsere Brancheninteressen

zu vertreten.

VÖEB-Magazin: Wird die FEAD aber

auch in Brüssel als relevante Größe wahrgenommen

Platzer: Auch hier ist die Antwort ein

klares „Ja“. Die FEAD repräsentiert die europäische

Abfallwirtschaft und umfasst inzwischen

21 Voll- und assoziierte Mitglieder

aus 20 EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen.

FEAD-Mitglieder sind die nationalen

Verbände der Abfallwirtschaft, die zusammen

einen Marktanteil von 70% der

Haushaltsabfälle und sogar 75% der Industrieabfälle,

inklusive der gefährlichen

Abfälle, in Europa repräsentieren. Der

jährliche Umsatz der in den Verbänden organisierten

Betriebe beträgt über 50 Milliarden

Euro. Das ist schon eine beachtliche

Größenordnung. Auch andere Zahlen machen

deutlich, dass die Stimme der FEAD

nicht so einfach überhört werden kann,

Für den VÖEB auf dem internationalen Parkett unterwegs: FEAD-Präsidiumsmitglied

Mag. Rudolf Platzer (im Bild rechts außen)

Foto: VÖEB

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wenn es um umwelt- und abfallwirtschaftsrechtliche

Fragen geht. Denn die

FEAD bzw. die in den nationalen Verbänden

organisierten 4.000 Unternehmen beschäftigen

über 350.000 Mitarbeiter, betreiben

etwa 2.200 kontrollierte Deponien,

über 2.000 Verwertungs- und Sortierzentren,

mehr als 1.700 Kompost-Anlagen

und rund 400 Verbrennungsanlagen.

Das ist eine geballte Problemlösungskapazität.

Foto: VÖEB

VÖEB-Magazin: Wie kann man sich

denn die Lobbying-Arbeit der FEAD in

Brüssel vorstellen

Platzer: Im Wesentlichen wie jede andere

professionelle Lobbying-Arbeit. Zuallererst

geht es darum, bei den Diskussionen

in den diversen Organen und Gremien

der Europäischen Union Kompetenz

und Fachwissen einzubringen. Darin sehen

wir unsere Hauptaufgabe. Wir leiten

das Fachwissen und die tägliche Erfahrung

der von uns vertretenen Mitglieder

auf kurzen Wegen zu den Entscheidungsträgern

in der Europäischen Union weiter.

Und stellen damit sicher, dass die im Rahmen

der europäischen Gesetzgebung getätigten

abfallwirtschaftlichen Maßnahmen

sowohl ökologisch als auch ökonomisch

sinnvoll bleiben. Wir bringen eine

fortschrittliche, aber immer auch auf dem

Boden der realen Anforderungen und

Möglichkeiten stehende Sicht der Dinge

ein.

Zu diesem Zweck und zur Vertretung

der Interessen unserer Mitgliedsorganisationen

stehen wir in ständigem Kontakt

mit allen relevanten Einrichtungen der

Europäischen Union. Teilweise kooperieren

wir auch mit anderen vergleichbaren

Interessenvertretungen, um uns zum Beispiel

bei Gesetzesinitiativen, die weit über

die Abfallwirtschaft hinausgehen, zu koordinieren.

Ich erwähne in diesem Zusammenhang

nur die so genannten Chemie-

Richtlinien „REACH“.

VÖEB-Magazin: Ist es nicht oft schwierig,

die nationalen und europäischen Interessen

unter einen Hut zu bringen

FEAD-Präsidiumsmitglied Mag. Rudolf Platzer

Platzer: Im Grunde nicht. Denn der

Schutz der Umwelt kann nicht an Landesgrenzen

Halt machen und ist auch an sich

nicht teilbar. Aber natürlich gibt es immer

wieder Fragen, die in den einzelnen Nationalstaaten

unterschiedlich betrachtet

werden. Es ist nun mal ein Faktum, dass es

in der Europäischen Union in immer größerem

Ausmaß einen gemeinsamen, europäischen

Gesetzesrahmen geben wird.

Unsere Aufgabe besteht darin, dass dieser

Rahmen auch lokale und nationale Bedürfnisse

berücksichtigt, ohne dabei die

allgemeinen Spielregeln des gemeinsamen

Marktes außer Acht zu lassen. Das ist

nicht immer leicht, aber es gelingt uns

ganz gut. Die FEAD stellt jedenfalls sicher,

dass wir mit unseren Kollegen in ganz

Europa an den Gesetzgebungsprozessen

aktiv beteiligt sind, also mitten drin sind

und nicht nur als Beobachter dabei. Somit

können wir direkt Einfluss nehmen, werden

dadurch von späteren nationalen Gesetzgebungen

nicht überrascht. Mit der

FEAD sind wir in Brüssel ein „Player“, der

wahrgenommen und dessen Expertise gehört

und geschätzt wird.

VÖEB-Magazin: Welche Länder sind

denn konkret bei der FEAD Mitglied

Platzer: Wie bereits erwähnt, umfasst

die FEAD derzeit 21 Mitglieder, 20 Mitgliedsstaaten

der EU – nämlich in alphabetischer

Reihung Belgien, Deutschland, Estland,

Finnland, Frankreich, Griechenland,

Großbritannien, Irland, Italien, Lettland,

Luxemburg, die Niederlande, Polen, Rumänien,

die Slowakei, Schweden, Spanien,

die Tschechische Republik, Ungarn

und Österreich – sowie das Nicht-EU-Land

Norwegen. Besonders freut mich als Repräsentant

Österreichs das starke Anwachsen

von zentral- und osteuropäischen

Mitgliedsorganisationen wie in der

Slowakei, Ungarn und zuletzt Estland und

Lettland. Hier spiegeln sich das zunehmende

Bewusstsein und die großen Bemühungen

im Bereich der Abfallwirtschaft

in den Ländern Zentral- und Osteuropas

wider.

VÖEB-Magazin: Ist die Position des

VÖEB als „nur“ einem von 21 Mitgliedern

nicht eine relativ schwache

Platzer: Überhaupt nicht. Erstens darf

ich darauf hinweisen, dass unser früherer

Präsident Ing. Kneissl auch FEAD-Präsident

war, die österreichische Abfallwirtschaft

also sowohl personell als auch inhaltlich

in der FEAD perfekt verankert ist.

Darüber hinaus vertritt der VÖEB fünf

kleinere Mitgliedsorganisationen, nämlich

die Kollegen aus Ungarn, Finnland,

der Slowakei, Lettland und Estland. Was

die Stimmgewichtung betrifft, repräsentiert

der VÖEB damit 107 Stimmen von

insgesamt 881 innerhalb der FEAD und ist,

wenn man so will, der fünftwichtigste

Block in der gesamten Organisation. Unsere

Bedeutung und unser Einfluss sind in

der Realität weit größer, als es unserer

Landesgröße entsprechen würde.

VÖEB-Magazin: Können Sie uns in kurzen

Worten die Funktionsweise der FEAD

schildern

Platzer: Also, wie in allen Verbänden

und Vereinen ist einmal die Generalversammlung

das oberste Organ. In der

Struktur selber gibt es den Präsidenten,

unter ihm ein so genanntes Management-

Komitee, das gemeinsam mit dem Präsidenten

die operative Arbeit des Verbandes

erledigt und in dem auch der VÖEB

vertreten ist. Unter dem Management-

Komitee gibt es sechs Themen-Komitees

Fortsetzung auf Seite 10

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INTERVIEW

Fortsetzung von Seite 9

bzw. insgesamt zehn Komitees, wenn die

Sub-Komitees dazugerechnet werden

(siehe Grafik der Struktur des Verbandes

und Struktur der Komitees). Die einzelnen

Komitees – das ist ja durchaus ähnlich wie

beim VÖEB selbst – kümmern sich um

Schwerpunktthemen wie Gesetzgebung,

technische Standards, gefährlicher Abfall,

Recycling, Energiegewinnung und Deponierung.

Betreut werden alle diese Tätigkeiten

von einem Sekretariat. In Summe

eine sehr schlanke, überschaubare Organisation,

die lediglich aus vier Mitarbeitern

besteht. Es hat sich in der jüngeren

Vergangenheit vieles zum Besseren geändert,

denn in seinen Anfängen war der

Verband nicht immer optimal strukturiert

und daher auch nicht besonders effizient.

Aber das gehört der Vergangenheit an, in

der Zwischenzeit funktionieren die Abläufe

reibungslos und die FEAD kann mit Fug

und Recht als hochpräzises und effizientes

Instrument der Interessenvertretung der

europäischen Abfallwirtschaftsverbände

bezeichnet werden.

VÖEB-Magazin: Was waren denn in

der jüngsten Zeit die Highlights der FEAD-

Aktivitäten

Platzer: Also hier fallen mir zuallererst

unser Engagement in der Entwicklung der

AbfallRahmenRL, aber auch der REACH-

Verordnung oder der IPPC-RL ein.

VÖEB-Magazin: Und was werden die

nächsten Aufgaben für den Verband sein

Platzer: Die Themen der europäischen

Gesetzgebung werden mit Sicherheit

nicht weniger. Neben den eher technischlogistischen

Aufgaben in Brüssel, die es zu

betreuen gilt, stehen zunehmend auch

politische Fragen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Da ist zum Beispiel der von

vielen unserer Mitglieder als belastend

empfundene Konflikt zwischen privater

und kommunaler Abfallentsorgung, dem

wir uns widmen müssen. Eine Re-Kommunalisierung

quer durch Europa würde viele

Erfolge der Abfallwirtschaft aus den

vergangenen Jahrzehnten wieder zunichte

machen. Das Management-Komitee

hat ja neben der Unterstützung des Präsidenten

bei der Erreichung der geplanten

Ziele und seiner Verantwortung für das

tägliche Management des Verbandes ausreichend

mit der Koordination und Finalisierung

von Positionspapieren zu aktuellen

Fragen bzw. zu Vorhaben der EU-Gesetzgebung,

der Koordination der gesamten

internen wie externen Kommunikation

und der Betreuung der Fachkomitees

zu tun. Also wie bereits gesagt, langweilig

wird uns in der FEAD mit Sicherheit nicht

werden, denn bei der Vertretung der Interessen

der österreichischen Positionen

im Rahmen der europäischen abfallwirtschaftlichen

Entwicklungen ist immer was

los.

VÖEB-Magazin: Herr Platzer, wir danken

für das Gespräch.


19, Avenue des Gaulois –

B-1040 Brussels

Tel: +32 2 732 32 13

Fax: +32 2 734 95 92

info@fead.be

www.fead.be

Foto: VÖEB

Arbeitet an Fragen der europäischen Abfallwirtschaft: Mag. Rudolf Platzer (Dritter von links) im Rahmen einer FEAD Jahreskonferenz in

Mitten des Präsidiums

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VÖEB Magazin|


GASTKOMMENTAR

Foto: VÖEB

EFB-Geschäftsführer DI (FH) Wolfgang Büchler (ganz links) und V.EFB und VÖEB-Vorstand Wolfgang Leitner (ganz rechts) bei der

Überreichung eines EFB-Zertifikates im Rahmen der VÖEB-Jahrestagung in Kitzbühel im September 2008.

10 Jahre Entsorgungsfachbetrieb

– 10 Jahre Qualität in der

Abfallwirtschaft

Der Entsorgungsfachbetrieb (EFB) ist eine nationale Entwicklung, die sich an den Vorlagen der deutschen

Entsorgungsfachbetriebeverordnung orientiert hat. Der Startschuss erfolgte 1997, als der VÖEB (Verband Österreichischer

Entsorgungsbetriebe) in einer Mitgliederurabstimmung den Auftrag bekam, mit den Vorarbeiten zu

beginnen.

Im Frühjahr 1998 wurde klar, dass es

auch in Österreich den Entsorgungsfachbetrieb

geben soll, worauf vor allem Mitgliedsbetriebe

nahe dem süddeutschen

Raum drängten. Nach der Bildung eines

Proponentenkomitees aus Mitgliedern

von VÖEB und ÖWAV (Österreichischer

Wasser- und Abfallwirtschaftsverband),

die eine tragfähige Lösung erarbeiteten,

war es im Frühjahr 1999 endlich so weit:

Der V.EFB – der Verein zur Verleihung des

Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes

– wurde von seinen beiden Mitgliedern

ÖWAV und VÖEB aus der Taufe gehoben.

Im April 2002 kam ein drittes Mitglied,

die ISWA Austria (The International

Solid Waste Association Austria) hinzu.

Der Verein zur Verleihung eines Entsorgungsfachbetriebs

(V.EFB) feiert am 29. 6.

2009 sein zehnjähriges Bestehen. In dieser

Zeitspanne hat sich das Managementsystem

EFB in Österreich durchgesetzt. Das

EFB-System wurde eigens für die Abfallwirtschaftsbranche

entwickelt. Diese Eigenständigkeit

bewirkt, dass es sich von

anderen Managementsystemen abhebt

und speziell auf die Besonderheiten der

Branche konzipiert ist. Die momentan 93

zertifizierten Betriebe, mit mehr als 150

Standorten, unterstreichen dabei die

hohe Akzeptanz dieses Zertifizierungsverfahrens

(siehe Grafik).

Die zertifizierten Entsorgungsfachbetriebe

tragen wesentlich dazu bei, dass die

Abfallwirtschaftsbranche nachhaltig auf

einem ausgezeichnet hohen Qualitätsniveau

arbeitet.

Der V.EFB – eine zielsichere

Organisation

Der V.EFB ist auf vier tragenden Säulen

aufgebaut:

• Vorstand

• Beirat

• Gutachter

• Geschäftsstelle

Fortsetzung auf Seite 12

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GASTKOMMENTAR

Fortsetzung von Seite 11

Diese Gremien setzen sich aus Experten

zusammen, die alle einschlägigen Bereiche

der Abfall- und Entsorgungswirtschaft

repräsentieren. Dem V.EFB-Fachbeirat obliegt

dabei die Entscheidung über die Verleihung,

Fortschreibung oder den Entzug

des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes.

Als Grundlage dafür dienen vom

Gutachter erstellte, an den Beirat weitergeleitete

Begutachtungs- und Abweichungsberichte.

Die zugelassenen V.EFB-

Gutachter sind Umweltgutachter mit den

spezifischen Branchenzulassungen der

Abfallwirtschaft. Sie führen bei den Firmen

vor Ort die Audits durch. So wird die

Prüfung zum Entsorgungsfachbetrieb auf

einem hohen Niveau sichergestellt. Unser

Motto bei der Auswahl der Entsorgungsfachbetriebe

ist „Qualität vor Quantität“.

Das V.EFB-Zertifizierungssystem ist im

Gegensatz zu anderen Managementsystemen

ein sehr dynamisches Verfahren, welches

seine Regelungen kontinuierlich im

Abstand von ca. zwei Jahren an die aktuelle

Rechts- und Branchensituation anpasst.

Dabei arbeiten alle Gremien des

V.EFB in einem eigenen Ausschuss zusammen.

Im Vordergrund steht dabei ein ständiger

Verbesserungsprozess.

Wie steht es um die Zufriedenheit

der Entsorgungsfachbetriebe

Das Wichtigste für den Verein ist, dass

die zertifizierten Betriebe mit „ihrem“

Branchenzertifikat zufrieden sind. Deswegen

haben wir Ende 2006 eine Kundenbefragung

im Rahmen einer Konzeptionsarbeit

auf der Donau Uni Krems, Fachrichtung

Public Relations, beauftragt. Eine

Rücklaufquote von 45% und eine Durchschnittsnote

von 1,7 über alle Bereiche

hinweg bestätigten eine gute Arbeit und

hohe Akzeptanz des V.EFBs. Die Entsorgungsfachbetriebe

zeigen dies ihrerseits

durch Verwendung des V.EFB-Logos, vom

Briefpapier bis hin zur Fahrzeugbeschriftung.

Zurzeit ist im Rahmen einer Diplomarbeit

am Technikum Wien wieder eine

Kundenbefragung im Umlauf. Die Ergebnisse

der Befragung erwarten wir im

Laufe des Jahres 2009.

Was sind die Zukunftspläne des

V.EFB

10 Jahre EFB – feiern Sie mit uns!

10 Jahre Verlässlichkeit

10 Jahre Engagement

10 Jahre Fortbildung

10 Jahre Betriebsorganisation

Datum & Ort:

29. Juni 2009

ab: 15:30

INDUSTRIELLEN VEREINIGUNG WIEN

Lothringerstrasse 12

Kleiner Festsaal

1030 Wien

Ein Viertel der in Österreich tätigen Abfallwirtschaftsbetriebe sind bereits zertifizierte

Entsorgungsfachbetriebe. Diese 93 EFB-Betriebe decken jedoch einen Marktanteil von

rund einem Drittel ab!

Um Anmeldung bis 22. Juni 2009 wird

gebeten!

V.EFB Verein zur Verleihung des Zertifikates

eines Entsorgungsfachbetriebes

Lothringerstraße 12, 1030 Wien,

Tel. +43/1/532 62 83

melanie.mollnar@vefb.at, www.vefb.at

Mit einer breit angelegten Informationskampagne

wollen wir den Bekanntheitsgrad

bei den lokalen Behörden und

vor allem bei den ausschreibenden Organen

steigern. Bei dieser Aktion soll vor allem

auf die Zuverlässigkeit der Betriebe

hingewiesen werden. Denn diese Zuverlässigkeit

der Entsorgungsfachbetriebe

wird jährlich überprüft. Von den leitenden

Angestellten wird ein aktueller Strafregisterauszug

verlangt und der Betrieb muss

eine aktuelle Sozialversicherungs- und

Finanzamtsbestätigung nachweisen. Ein

wichtiger Aspekt ist auch die Verpflichtung

zur Führung eines Bescheidregisters.

Durch diese Maßnahme wird „legal compliance“

auf einem hohen Niveau gewährleistet

und sollte noch mehr bei Ausschreibungen

positiv berücksichtigt werden.

Der EFB auch ein System für

Europa

Mit der Gründung der EVGE (Europäische

Vereinigung der Gemeinschaften zur

Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben

e.V.) im Jahre 2004 ist die Europäisierung

des Entsorgungsfachbetriebs gelungen.

Zurzeit sind elf Entsorgergemeinschaften

aus Deutschland und nationale

Zertifizierungsstellen aus der Tschechischen

Republik, der Slowakischen Republik,

aus Ungarn und aus Österreich Mitglied.

Weitere nationale Gemeinschaften

zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben

in Europa bestehen bereits oder

befinden sich in der Gründungsphase und

sind an einer Mitgliedschaft interessiert.

Ziel ist es, in den nächsten beiden Jahren

auf zehn Mitgliedsnationen zu wachsen.

Neben einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch

zwischen den Nationen wird

auch der Kontakt zu EU-Gremien gepflegt.

Innerhalb der Mitglieder wurde ein

europäischer Mindeststandard festgelegt,

an dem die EU-Kommission und das europäische

Normungsinstitut CEN interessiert

sind.


12

VÖEB Magazin|


INTERN

Seminare der Extraklasse

Diesmal kann das VÖEB-Magazin seinen Lesern zwei besondere Seminarangebote vorstellen: In jeweils dreitägigen

Veranstaltungen kann eine Verlängerung der Gültigkeit der EU-Schulungsnachweise für Gefahrgutbeauftragte

erworben werden bzw. findet ein umfassender Kanaldichtheitsprüfungskurs statt.

● Verlängerung des EU-Schulungsnachweises

Konkret handelt es sich bei diesem Seminar

um die „Verlängerung der Gültigkeit

des EU-Schulungsnachweises für Gefahrgutbeauftragte

(gemäß § 11 GGBG)“.

Aufgrund des Gefahrgutbeförderungsgesetzes

GGBG müssen alle Unternehmen,

die gefährliche Güter transportieren,

verladen oder entladen, bereits seit

dem Jahr 2000 über mindestens einen Gefahrgutbeauftragten

verfügen. Wobei die

Qualifikation mit einer Schulung zu erlangen

und einer Prüfung zu belegen ist. Die

Verpflichtung, einen Gefahrgutbeauftragten

im Betrieb zu haben, ist breit gefächert:

Es betrifft alle Beförderer von Gefahrgut

wie Speditionen, Transporteure,

Entsorger usw., wie auch die Be- und Entladestellen,

also somit auch Gewerbe, Industrie

und Gemeinden. Gültig ist die erworbene

Qualifikation allerdings nur fünf

Jahre, sodass schon innerhalb des letzten

Jahres vor Ablauf der Gültigkeit – also im

Laufe des fünften Jahres – eine Auffrischungsschulung

und Prüfung absolviert

werden muss. Das ist insofern von Bedeutung,

als bei Fristversäumnis die Bescheinigung

als verfallen gilt und eine erneute

Komplettausbildung erforderlich ist.

Denn ein abgelaufener Nachweis kann

nicht mehr einfach verlängert werden.

Zu diesem Zweck findet vom 30. September

bis 2. Oktober 2009 im Hotel

Schwartz, im niederösterreichischen Breitenau,

ein Prüfungs-Intensivkurs statt. Dabei

finden pro Tag jeweils acht Unterrichtseinheiten

á 45 Minuten statt. Am

letzten Tag erfolgt eine schriftliche Prüfung,

daran anschließend allfällige mündliche

Prüfungen (siehe Details der Teilnahmebedingungen).

Vortragender dieses Intensivkurses

ist Martin Malik.

Die Kosten betragen EUR 790,00 + 20%

USt. für VÖEB-Mitglieder und EUR 890,00

+ 20% USt. für Nicht-Mitglieder. Dieser

Betrag inkludiert die Seminarteilnahme,

die Seminarunterlagen, Mittagessen sowie

Pausengetränke. Alle sonstigen Kosten,

wie z. Bsp. Aufenthalts- und Verpflegungskosten

sind von den Teilnehmern

selbst zu tragen. Auch die Zimmerreser-

Fortsetzung auf Seite 14

Teilnahmebedingungen:

1. Das Seminar wird bei einer

Teilnehmerzahl von mindestens

7 und höchstens 25

durchgeführt.

2. Teilnahmeberechtigt sind

alle volljährigen Personen

nach Bezahlung des Seminarpreises.

Um das Vorankommen

der Gruppe zu gewährleisten,

kann ein Teilnehmer

vom Unterricht

ausgeschlossen werden,

wenn er den Ablauf der

Schulung trotz Ermahnung

grob stört.

3. Die Schulung wird mit einer

schriftlichen Prüfung abgeschlossen,

die laut Verordnung

als bestanden gilt,

wenn mindestens 80 % der

Höchstpunktezahl erreicht

wird. Bei Erreichen von 60

% der möglichen Punkte

folgt im Anschluss eine

mündliche Prüfung.

4. Laut Prüfungsvorschriften

ist folgende Regelung vorgeschrieben:

Erreicht der

Prüfling bei der schriftlichen

Prüfung weniger als

60 % oder weniger als 80 %

und kann er die Kommission

beim anschließenden

mündlichen Teil nicht überzeugen,

ist nach frühestens

2 Wochen ein zweites Antreten

möglich. Wird die

Prüfung auch beim zweiten

Antreten nicht bestanden,

ist das Seminar neuerlich zu

besuchen. Der Veranstalter

haftet nicht für ein allfälliges

Nichtbestehen der Prüfung.

5. Für jene Teilnehmer, die die

Prüfung zu einem späteren

Zeitpunkt ablegen wollen,

wird ein späterer Termin

ausgeschrieben. Zu den Kosten

siehe Pkt. 11.

6. Unterrichts- und Prüfungssprache

ist Deutsch.

7. Zur Prüfungszulassung ist

der Besuch der gesamten

Schulung im Umfang von

32 Unterrichtseinheiten à

45 Minuten erforderlich.

Verantwortung und Kosten

der Nichtzulassung trägt

der säumige Teilnehmer.

8. Bricht ein Teilnehmer die

Ausbildung ab, kann aus

den oben genannten Gründen

keine Rückerstattung

erfolgen.

9. Prüfungsgebühr: Die Prüfungsgebühr

ist vom Teilnehmer

selbst zu begleichen.

Sie richtet sich nach

der Teilnehmerzahl und beträgt

zB bei 5 Teilnehmern

EUR 40,00, bei 10 Teilnehmern

EUR 28,00. Im Fall einer

Wiederholungsprüfung

sind Kosten und Spesen für

Sachverständigen, Prüfer

und Betreuungsperson vom

Prüfling bei Anmeldung

zur Wiederholungsprüfung

zu bezahlen. Treten mehrere

Kandidaten an, werden

die Kosten aliquot aufgeteilt

und es erfolgt eine entsprechende

Refundierung.

Für eine Prüfung, die nicht

unmittelbar nach dem

Lehrgang abgelegt wird

(Pkt. 5), gelten analog die

finanziellen Bestimmungen

der Wiederholungsprüfung.

10. Zur Schulungsteilnahme

und zum Prüfungsantritt ist

ein Ausweis erforderlich.

11. Kann das Seminar aus triftigen

Gründen oder höherer

Gewalt nicht durchgeführt

werden, erfolgt umgehend

eine Information der Teilnehmer.

Ist eine Teilnahme

am angebotenen Ersatztermin

nicht möglich, erfolgt

eine Rückerstattung bereits

eingezahlter Beträge. Der

Veranstalter übernimmt

keine Haftung für allfällige,

aus dem Ausfall bzw. der

Verschiebung resultierende

Schäden oder Folgeschäden,

sowie für Schäden

oder Folgeschäden aufgrund

von Schritten, die geschulte

Personen gesetzt

haben.

|VÖEB Magazin 13


INTERN

Fortsetzung von Seite 13

vierung für die Teilnehmer sind selbst

durchzuführen (www.hotel-schwartz.at;

Tel.: + 43 2638/77717).

Anmelden können Sie sich 2 Wochen

vor dem Seminar beim VÖEB per Fax

(+43 1 715 21 07) oder per E-mail unter

voeb@voeb.at. Interessierte sollten auch

die Teilnahmebedingungen im Detail beachten.

Foto: VÖEB

● Kanaldichtheitsprüfungskurs

Bereits zum 19. Mal findet der vom

VÖEB mit dem ÖWAV gemeinsam durchgeführte

Kanaldichtheitsprüfungskurs

statt. Diesmal vom 12. bis 14. Oktober

2009 im RHV Tennengau Nord, 5081 Anif.

Die Kursinhalte sind umfassend und vielfältig.

Nach einer Einführung durch DI Florian

Kretschmer folgen am ersten Tag Informationen

über rechtliche Grundlagen

(ebenfalls vorgetragen von DI Florian

Kretschmer) und am Nachmittag Theorie

und Praxis zu den Themen „Sicherheit und

Gesundheitsschutz“, referiert von Ing.

Klaus Kopia, Wolfgang Haslauer und Jürgen

Dietrich. Am Abend des ersten Kurstages

erfolgt auf Einladung des VÖEB ein

gemeinsames Abendessen samt geselligem

Abend. Fortgesetzt wird der Prüfungskurs

am zweiten Tag mit dem Thema

„Dichtheitsprüfung in der Praxis“, den

Ausführungen zur ÖNORM B 2503 und EN

1610 und deren praktische Anwendung

sowie am Nachmittag den Dichtheitsprüfungsteil

Praxis II, alle Seminarteile vorgetragen

und betreut von Herbert Egger.

Abgerundet wird der Kurs am dritten

Tag durch Informationen zum Thema

Messtechnik, der Dichtheitsprüfung Praxis

III, IV und V (wiederum alle durch Herbert

Egger) sowie am Nachmittag durch die

schriftliche Prüfung sowie die Schlussbesprechung

und Zeugnisverteilung.

Organisatorisches

Die Kursteilnehmer müssen – mit Ausnahme

der Einladung zur Abendveranstaltung

am ersten Kurstag – für Unterkunft

und Verpflegung selbst aufkommen.

Die Kosten für Unterbringung und

Verpflegung sind also nicht im Kursbeitrag

enthalten. Für eine Zimmerreservierung

melden sich die Interessenten beim

Tourismusverband Grödig unter dem

Kennwort „Dichtheitskurs“ (Tel.:

06246/73570; Fax.: 06246/74795; E-mail info@groedig.net).

Die Kurskosten belaufen

sich pro Person auf EUR 620,00 + 20% USt.

für VÖEB- und ÖWAV-Mitglieder bzw. auf

EUR 750,00 + 20% USt. für Nicht-Mitglieder.

Anmeldung

Die Anmeldung sollte bis zum 28. September

2009 beim VÖEB, Schwarzenbergplatz

4, 1030 Wien (Tel.: 01/7130253,

voeb@voeb.at) erfolgen.

Auskünfte

Für inhaltliche Details und organisatorische

Fragen wenden sich Interessenten

an das VÖEB-Büro, Schwarzenbergplatz

4, 1030 Wien (Tel.: 01/7130253 oder

voeb@voeb.at)


Foto: DAKA

Foto: VÖEB

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VÖEB Magazin|


PARTNER

Umweltfreundlich in die Zukunft

Als innovatives und umweltfreundliches Unternehmen bietet Volvo Trucks Austria eine Vielzahl zukunftsträchtiger

Produkte und Services an. Dabei wird besonderer Wert auf Qualität und Umweltverträglichkeit gelegt.

Das Unternehmen

Volvo-Lkw kann auf eine Geschichte

von über acht Jahrzehnten zurückblicken

Seit seinen Anfängen im Jahr 1928 hat sich

das Unternehmen mit über 100.000 verkauften

Trucks im Jahr 2008 zu einem der

wichtigsten Hersteller von Schwerlast-

LKW weltweit entwickelt. Die Fahrzeuge

von Volvo werden in über 130 Ländern

von mehr als 650 Niederlassungen vertrieben.

Im Mittelpunkt der Produktion und

des Vertriebs stehen dabei Fahrzeuge, die

zur Schwerstklasse der LKW über 16 Tonnen

gehören. Produziert und montiert

werden die Fahrzeuge in neun Montageund

in acht Partnerwerken. Die Kunden

von Volvo Trucks können darüber hinaus

auf ein Netzwerk von 3.000 Servicestellen

bauen. In Österreich ist Volvo mit seinem

Tochterunternehmen Volvo Trucks Austria

seit 1997 engagiert. Als Spezialist für

Komplettlösungen bietet das Unternehmen,

neben Services in fünf eigenen

Werkstätten und dreizehn Vertragswerkstätten,

auch Finanzierungs- und Service-

Dienstleistungen an. 320 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, davon 50 Lehrlinge,

arbeiten mit Erfolg am österreichischen

Transportmarkt. Im Jahr 2008 hat Volvo

Austria GmbH knapp 1.000 Trucks am heimischen

Markt verkauft und damit einen

Marktanteil von über 11 Prozent erreicht.

Qualität – höchste Leistungen für

den Kunden

Um sich am Markt gegen die Mitbewerber

durchsetzen zu können, spielt

Qualität die entscheidende Rolle. „Unsere

LKW müssen rund um die Uhr enorme

Qualität und höchste Leistungen bietet

Volvo Trucks mit einem umfassenden Servicenetz

und seiner 24-Stunden-Pannenhilfe

Volvo Truck mit Hybridantrieb im Einsatz in Göteborg

Transportaufgaben bewältigen, gleichzeitig

müssen sie zuverlässig funktionieren.

Daher ist Zuverlässigkeit das Maß für die

Qualität eines LKW, da Zuverlässigkeit

gleichbedeutend ist mit Verfügbarkeit“,

so der Geschäftsführer von Volvo Austria,

Dr. Otto C. Frommelt.

Dieser Qualitätsanspruch bestimmt das

Denken von Volvo Austria. Von der Produktion

über den Materialeinkauf, den

Wartungs- und Reparaturservice bis hin

zur Auswahl der Händler und der Ersatzteilversorgung.

Ziel ist es, die Qualität in

der gesamten Wertschöpfungskette, also

vom Entwurf bis zum After Sales, zu

garantieren. Qualität wird natürlich auch

bei den Volvo Dienstleistungen geboten:

• Serviceverträge stellen die fristgerechte

Wartung sicher

• Original Volvo-Teile sind bei Bedarf

über einen weltweiten Ersatzdienst an

jedem Ort und zu jeder Zeit erhältlich

• Dank eines umfassenden Servicenetzes

ist eine Werkstätte immer in unmittelbarer

Nähe

• die 24-Stunden-Pannenhilfe bietet jederzeit

Wartungen, Reparaturen und

Unterstützung

Diese Dienstleistungsangebote helfen,

Wartungen planmäßig vorzunehmen, keine

Betriebszeiten zu verlieren und Transporte

rasch und sicher ans Ziel zu bringen.

Umweltschutz – gelebte

Verpflichtung für zukünftige

Generationen

Klimawandel und Umweltverschmutzungen

sind die Herausforderungen in

Gegenwart und Zukunft für die Automobil-

und Transportbranche. Volvo kann auf

eine lange Tradition in Sachen Umwelt zurückblicken.

Das Ziel von Volvo ist es, nicht

nur LKW mit geringem Emissionsausstoß

und Kraftstoffverbrauch zu produzieren,

sondern die Umwelt im gesamten Produktionsprozess

zu schonen. Volvo-LKW sind

so gebaut, dass die Trennung und Wiederverwertung

aller Materialien möglich ist.

Neben der Verwertung des verbauten Metalls,

aus dem ein LKW zu 87 Prozent besteht,

werden auch Bauteile aus Kunststoff

und Gummi recycelt. So können beachtliche

85 bis 95 Prozent eines Fahrzeugs

wiederverwertet werden.

Volvo achtet aber nicht nur auf die

Wiederverwertbarkeit der verbauten Materialien.

Das Unternehmen investiert

auch in die umweltfreundliche Hybridtechnologie.

Durch die Kombination von

Diesel- mit Elektromotoren sind Kraftstoffeinsparungen

von 20 bis 30 Prozent

im Stop-and-go-Verkehr möglich. Dabei

wird die Bremsenergie zur späteren Verwendung

gespeichert. Zusätzliche Vortei-

Fortsetzung auf Seite 16

Fotos: Volvo Trucks Corporation

|VÖEB Magazin 15


PARTNER

Fortsetzung von Seite 15

le bietet der Elektromotor durch seine Geräuscharmut

und seinen reduzierten

Bremsenverschleiß, was sich wiederum

positiv in geringeren Wartungskosten

ausdrückt. Auch bei herkömmlichen Antrieben

setzt Volvo auf Umweltfreundlichkeit:

Die neuen Motoren sind umweltfreundlicher

als alle ihre Vorgänger und

erfüllen den neuen Euro-5-Standard, der

im Oktober 2009 in Kraft tritt. Im Vergleich

zur Euro-4-Norm gelten dann um

40 Prozent niedrigere Grenzwerte für

Stickoxide. Die Volvo Motoren D13 und

D11 sind auch in Versionen erhältlich, die

den EEV (Enhanced Environmentally

friendly Vehicle)-Standard erfüllen. EEV ist

ein freiwilliger Standard, der geringere

Grenzwerte für Russpartikelemissionen

vorsieht als Euro 5. Er kann von regionalen

Behörden zur beschleunigten Einführung

umweltfreundlicherer Fahrzeuge festgesetzt

werden. Mit SCR (selektive katalytische

Reduktion) hat das Unternehmen

eine weitere Zukunftsperspektive entwickelt,

die nicht nur Potenzial für Euro 5,

sondern auch für künftige Entwicklungen

birgt.

Volvo Trucks – einer der weltweit wichtigsten Hersteller von Schwerlastwagen mit mehr

als 650 Niederlassungen in 130 Ländern.

Fotos: Volvo Trucks Corporation

Speziell für die Entsorgungsbetriebe

– das erste Hybrid-

Fahrzeug

Klimaschutz und steigende Ölpreise

rücken kraftstoffsparende Technologien

in den Fokus von Kunden und Unternehmen.

„Die Hybridtechnologie wird zukünftig

eine immer wichtigere Rolle spielen,

da der Klimaschutz und die Unabhängigkeit

vom Erdöl noch stärker als bisher

in den Blickpunkt unserer Gesellschaft geraten“,

bringt Mats Franzén, Motormanager

der Abteilung Product Strategy und

Planning von Volvo Trucks, die strategischen

Überlegungen auf den Punkt.

Mit der Vorstellung von Hybrid-Entsorgungsfahrzeugen

setzt Volvo daher auch

konsequent einen innovativen Schritt bei

schweren Nutzfahrzeugen. Die Hybridlösung

von Volvo kombiniert einen Dieselmotor

mit einem Elektromotor. Um die

Vorteile beider Antriebe optimal zu nutzen,

übernimmt der Elektromotor das Anfahren

und Beschleunigen bis zu 20 km/h,

der Dieselmotor kommt erst bei höheren

Geschwindigkeiten zum Einsatz. Dieses

System ist besonders für die Müllabfuhr

interessant, bei der häufiges und wiederholtes

Anhalten und Weiterfahren erforderlich

ist. Zusätzlich ist eines der Fahrzeuge

mit einem Batterieblock ausgestattet,

über den der Abfallverdichter betrieben

wird. Aufgeladen wird diese Batterie über

das Stromnetz, die Batterie des Elektromotors

wird über die Energie, die beim

Bremsen erzeugt wird, versorgt. Der Einsatz

der Hybridtechnologie ermöglicht eine

Reduktion des Kohlendioxidausstoßes

um bis zu 20 Prozent, zusätzlich zeichnen

sich diese Fahrzeuge durch eine geringe

Lärmbelästigung aus.

Die Hybridtechnologie wird vorerst nur

bei Fahrzeugen zum Einsatz kommen, die

im innerstädtischen Bereich eingesetzt

werden. Langfristiges Ziel von Volvo ist

aber der Einsatz von Hybridfahrzeugen

auch im Fern- und Baustellenverkehr.

Zurzeit werden die Hybrid-Entsorgungsfahrzeuge

in Schweden von den Firmen

Renova und Ragn-Sells erfolgreich bei der

täglichen Müllabfuhr getestet. ■

Volvo Austria GmbH

Dr. Christina Hainbuchner

Volvostraße 1

2512 Tribuswinkel

Umweltfreundliche und geräuscharme Müllentsorgung in innerstädtischen Wohngebieten

dank Hybridtechnologie

Tel. +43 57500 10300

E-Mail:

christina.hainbuchner@volvo.com

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IMPRESSUM | Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe, Mag. Daisy Kroker, Lothringerstraße 12, 1030 Wien,

Telefon: 01/713 02 53, www.voeb.at | Konzeption und Text: communication matters | Layout und Grafik: JoHeinDesign | Druck: Grasl Druck & Neue Medien

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