Borderlines – Die vielen Gesichter des Internets - Xeophin

xeophin.net

Borderlines – Die vielen Gesichter des Internets - Xeophin

Borderlines

Die verschiedenen Gesichter

des Internets

Universität Bern

Institut für Kommunikationsund

Medienwissenschaft

Lerchenweg 36

3000 Bern 9

Seminar Sommersemester 2005

Die Fabrikation des Populären.

Cultural Studies und die

Erforschung der Alltagskultur

Prof. Dr. Rainer Winter

Wintersemester 2003 ⁄ 2004

Kaspar Manz | Stockacher 185

3417 Rüegsau | +41 79 753 51 81

kaspar.manz@student.unibe.ch


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

2

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Inhaltsverzeichnis

Schöne neue Welt! ................................................................................. 3

Dislokation ............................................................................................ 4

Kriminalität ..............................................................................................4

Relokation ................................................................................................5

Bürgerschaft .......................................................................................... 6

Communities ............................................................................................6

Tribes & Clans ...........................................................................................6

Herkunft als Identität ...............................................................................6

Grenzen ................................................................................................. 8

Sprachgrenzen ..........................................................................................8

Landesgrenzen .........................................................................................8

Willkürliche Grenzen ................................................................................9

Übergänge ........................................................................................... 11

Macht ...................................................................................................... 11

Kommerzialisierung des Webs ................................................................ 11

Willkommen im Cyberkommunismus ..................................................... 11

Macht durch Wissen ................................................................................. 12

Blogs ......................................................................................................... 12

Skillz sind alles .......................................................................................... 17

Information ............................................................................................18

Information als Virus ................................................................................ 18

Viral Advertising ....................................................................................... 18

Cut & Paste Culture ................................................................................... 19

Creative Commons ....................................................................................20

«Guns don’t kill people …».................................................................. 22

Literaturverzeichnis ............................................................................. 23


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

3

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Schöne neue Welt!

«Das Internet lässt sämtliche Grenzen verschwinden!» Wer wie Barwell und

Bowles in ihrem Aufsatz «Border Crossings – The Internet and the Dislocations

of Cititizenship» (Barwell und Bowles, 2003) diese Erkenntnis heute noch vorbringen

will, kann nicht mehr als ein müdes Lächeln erwarten – wurde dieser

Satz doch lange genug von Lobbyisten, Werbung und Wissenschaft zuerst breit-,

und dann totgetreten. Ganz unrecht hat niemand, wenn er vom Verschwinden

der Landesgrenzen im Internet spricht – doch ist es nur die halbe Wahrheit:

das Gegenteil kann genauso gut propagiert und belegt werden. Selbst das Argument,

das Internet sei Ausdruck einer subkulturellen Bewegung, stimmt in

dieser Absolutheit kaum. Das Internet ist zum Abbild einer komplexen Realität

geworden, die sich kaum mehr in diese einfachen Begriffe fassen lässt.

Was verrückt klingen mag, ist im Internet Realität – und macht es möglicherweise

gerade deshalb interessant.


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

4

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Dislokation

Wenn davon gesprochen wird, dass das Internet Grenzen auflöst, so wird meist

damit gemeint, dass die alten Landesgrenzen im Internet keine Gültigkeit mehr

haben. Das Internet ist konzeptuell so aufgebaut, dass es die Grenzen überschreiten

muss, um seinem Zweck gerecht zu werden.

Das Internet hat jedoch nicht nur keine fühlbaren Landesgrenzen, etwas viel

entscheidenderes ist ebenfalls nicht möglich: die Zuordnung eines Ortes im Cyberspace

auf den «Meatspace». Natürlich: IP-Nummern können zu einem gewissen

Grad an einen Ort gebunden werden – doch nur bis zum Level der Provider.

Niemand hindert mich als Netizen daran, mich über einen australischen Provider

einzuwählen, und damit vorzugeben, aus Australien zu kommen. Es ist denn

auch genau diese Qualität, die die Kriminellen am Internet so sehr schätzen.

Eine IP-Nummer ist die eindeutige

Adresse eines Netzwerk-Knotens

im Internet – jeder am Internet

angeschlossene Computer

hat eine solche IP-Nummer.

Justizsysteme sind prinzipiell an Landesgrenzen gebunden, das Internet prinzipiell

nicht. Was immer ein Krimineller tut – sein «Ghost» im Internet ist flüchtig,

kann über die Grenzen entwischen, weil es im Internet keine Landesgrenzen

gibt.

Ist es bei einem Verbrechen im Meatspace in den meisten Fällen nötig, dass sich

der Täter zumindest in der Nähe der Tat befindet, ist er im Internet nicht mehr

daran gebunden. Mehr noch – auch zeitlich kann die Tat vollständig unabhängig

von ihm ablaufen. Man nehme einen Virenautor: er schreibt einen Virus und

setzt ihn frei. Was passiert danach Der Virus verbreitet sich, und wird vielleicht

ein halbes Jahr später «in die Luft» gehen, an vielen tausend Orten quer über die

Welt verstreut gleichzeitig, währenddem der ursprüngliche Autor möglicherweise

als Hilfsarbeiter gerade im Supermarkt ein Regal einräumt.

Kriminalität

Ich benutze den Ausdruck

«Ghost» hier in Anlehnung an

den Film «Ghost in the Shell», in

dem ein Spionageprogramm im

Netz eine künstliche Intelligenz

entwickelt und sich einen (Roboter-)Körper

sucht.

Der Begriff Meatspace ist mit

einem Augenzwinkern zu verstehen:

wörtlich übersetzt «Fleischraum»,

bezeichnet der Ausdruck

unter Netizens das Leben ausserhalb

des Cyberspaces.

Hier rennt die Justiz gegen Wände – gegen Wände, die in der realen Welt existieren,

in der sie operieren muss, im Cyberspace jedoch nicht, und das schon bevor

es das Internet überhaupt gab. Bruce Sterling schreibt in seiner Reportage auf

Buchlänge «The Hacker Crackdown»:

«And then too, there’s the international angle. Electronic crime has never been

easy to localize, to tie to a physical jurisdiction. And phone phreaks and hacker

loathe boundaries, the jump them whenever they can. The English. The Dutch.

And the Germans, especially the ubiquitous Chaos Computer Club. The Australians.

They’ve all learned phone phreaking from America. It‘s a growth mischief

industry. The multinational networks are global, but governments and the po-


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

5

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

lice system simply aren’t. Neither are the laws. Or the legal frameworks for citizen

protection.» (Sterling, 1992:176)

Das hat auch heute, nach über zehn Jahren, wenig geändert. Angesichts der Tatsache,

dass die meisten Cyberlaws quer über die Länder unterschiedlich ausfallen,

wird es immer ein Land geben, wo eine solche Aktion durch fehlende

Rechtsquellen nicht verfolgbar ist.

Das Verbot von Spam in den USA hat wenig Wirkung gezeigt – Spammen die

Spammer halt einfach aus anderen Ländern – ja, sie verlieren nicht einmal an

«Kunden» – die Amerikaner sind ihnen genauso zugänglich wie jeder am Internet

angeschlossene Mensch. Dasselbe gilt für extremistische Websites.

Das Internet wäre nicht das Internet, gäbe es nicht auch gerade die andere Richtung:

mit Plazes oder GeoURL wird versucht, Websites und Menschen wieder in

der Realität verortbar zu machen. Plazes tut dies, indem es den Benutzern erlaubt,

Zugangspunkte zum Internet zu «entdecken», d.h. registrieren und mit

Bildern, Angaben zu Position etc. zu versehen.

Relokation

http://beta.plazes.com

http://geourl.org

GeoURL versucht etwas ähnliches, geht dabei jedoch von Websites aus, denen

eine Angabe der geographischen Position eingefügt werden kann. Die GeoURL-

Website zeigt darauf «Websites in der Nähe» an. Wie jedoch zuvor schon erwähnt:

Eine solcher Service basiert darauf, dass Menschen «von Hand» die Verbindung

(mittels Koordinaten) herstellen – und damit ist das System für Schwindeleien

anfällig. Wie einfach ist es denn im Falle von Plazes, einfach ein neues Netzwerk

zu «entdecken» (ein anderer Netzwerk-Router reicht dazu schon) und dieses

als irgendwo im Pazifik befindlich anzugeben, um so ganz bewusst seinen

Standort zu verschleiern Noch wäre mir kein solcher Fall bewusst – doch es

kann nicht lange dauern, bis jemand dieses System auf diese Weise ausnutzt.


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

6

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Bürgerschaft

Barwell und Bowles beschreiben in ihrem Aufsatz den Verlust der Bürgerschaft

im Internet – da das Internet per definition grenzüberschreitend sei, verliere

sich damit auch die «Staatszugehörigkeit». Der Benutzer wird zum Internet-

Bürger, zum Netizen – als ein Teilchen in einer Masse weiterer solcher Bürger.

Das mag zu einem gewissen Grad sicher stimmen, doch Barwell und Bowles haben

selber schon Formen von Gemeinschaften entdeckt, die dieser Bewegung

entgegenlaufen. Die meisten Netizens suchen sich nämlich ganz spezifisch

neue Zugehörigkeiten, möglicherweise, um sich in den endlosen Weiten des Internets

nicht ganz verloren zu fühlen.

Barwell und Bowles beschreiben den Zusammenschluss von ihren sogenannten

Citizens zu «moral clusters»:

Communities

The fact that those citizens alre also congregating across national boundaries in

what we may call moral clusters, […] many of whom are united in their opposition

to governments of any national hue attempting to control the technology,

undermines any reading of Internet history as a history of simple imperialism.

(Barwell und Bowles, 2003:709)

In der Tat sind solche «Moral Clusters» nur ein kleines Beispiel der vielen «Communities»,

die im Internet entstanden sind. Für praktisch jedes Steckenpferd,

das man möglicherweise haben kann, existieren heute Communities, in denen

auf verschiedenste Art und Weise miteinander kollaboriert wird. Solche Communities

beziehen sich auf verschiedenste Dinge: Da gibt es zum Beispiel die

Gruppe der WordPress-Benutzer, eines Blogging-Tools. Da gibt es Kreuzstichgruppen.

Da gibt es Go-Spieler. Oder aber DeviantArt – eine mittlerweile riesige

Community, bei der Kunst jeder Art ausgestellt und besprochen werden kann.

http://wordpress.org

http://www.deviantart.com

Ein weiteres Phänomen vor allem unter jugendlichen Netizens ist die Tribalisierung.

In Online-Games schliessen sich mehrere Jugendliche zu einem «Clan»

zusammen. Unter einem gemeinsamen Namen spielen sie zusammen auf den

Spielservern und versuchen sich als Gruppe zu profilieren. Oft haben die einzelnen

Mitglieder verschiedene Ränge oder Funktionen, die sie ausführen, oder die

sie sich durch spezielle Fähigkeiten erarbeitet haben.

Tribes & Clans

Je grösser diese Communities werden, desto mehr beginnen sich innerhalb

dieser wieder Sub-Gruppen zu bilden. DeviantArt ist ein solches Beispiel. Mit

einer Mitgliederzahl, die sich bei mehreren Tausend bewegt, schleicht sich das

Herkunft als Identität


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

7

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Gefühl ein, wieder nur ein Teilchen unter vielen zu werden. In der Folge werden

Clubs gegründet. Einige davon sind thematischer Natur – andere, und das ist

das entscheidende, basieren auf der lokalen Herkunft der Mitglieder: So gibt es

einen schweizer Club, einen Club für Spanier, Engländer, Mexikaner, Brasilianer

– die dann innerhalb dieser Gruppe ihre Arbeiten gegenseitig ansehen und

besprechen.

Der Effekt ist subtil, und doch geschieht es oft: ich habe in meinem rss-Newsreader

eine Kategorie von Feeds von persönlichen Blogs, die ich weiter unterteilt

habe in «Schweiz», «Deutschland» und «Englisch», was so mehr oder weniger

der ganze Rest ist – eine Entscheidung, die ich ohne grosses Nachdenken

getroffen habe. Es hängt möglicherweise mit der Erwartung zusammen, die

ich bei schweizer Blogs hege: dass sich der Erfahrungshorizont dieser Blogs

mehr oder weniger mit meinem deckt, ich mich dort also heimischer fühle als

bei Bloggern aus Deutschland oder englischsprachigen, die möglicherweise in

New York oder Tokyo beheimatet sind.

Erst auf diese Weise wird einem klar, dass sich durch das Internet durchaus

Grenzen ziehen – kaum wahrnehmbar, weil man sie selten überschreitet.


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

8

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Grenzen

Der Wunsch der Digerati – der frühen Internet-Elite – dass das Internet alle lokalen

Grenzen auflösen würde, dass die Welt ein einziges, globales Dorf werden

würde, hat sich bis heute nicht bestätigt.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese Idee des grenzenlosen Ideenaustausches

mit der starken Verbindung zur Demokratie den naiven, weltverbesserischen

Einschlag aus den Vereinigten Staaten hat. Es ist leicht, sich ein solches

Netz vorzustellen – wenn man dabei davon ausgeht, dass sowieso alle englisch

sprechen, und niemand etwas gegen freie Meinungsäusserung haben kann.

In der Tat sind die Sprachgrenzen im Internet weit grösser, als man als Netizen

gern annehmen möchte. Es ist absolut verständlich, dass man Inhalte in

der eigenen Sprache bereitstellen möchte – doch damit werden sie auch nur für

Leser der eigenen Sprache verwendbar. Jeglicher anderssprachige Inhalt wird

vom Benutzer praktisch automatisch ausgeblendet – «mein» Internet besteht

vor allem aus deutschen und englischen Websites, aber nicht aus arabischen,

chinesischen oder mexikanischen – ganz einfach, weil ich diese Sprachen nicht

verstehe, die dort bereitgestellten Inhalte also für mich gar nicht sinnvoll verwendbar

sind, selbst wenn sich dort gute Ressourcen verbergen würden.

Sprachgrenzen

Der Hegemonial-Vorwurf erhält durch die Sprachproblematik durchaus an Bedeutung:

denn was nicht in Englisch gehalten ist, wird nicht gelesen – oder nur

in einem Kreis derjenigen, die diesselbe Sprache sprechen. Das Internet ist damit

nicht wirklich vernetzt – eher bestehen verschiedene sprachliche Subnetze,

innerhalb deren die Sites dichter verknüpft sind, aus denen in das englische

Subnetz verknüft wird – jedoch kaum in umgekehrter Richtung.

Auch gewisse Regierungen haben wenig Interesse daran, das Internet für ihre

Bürger zu öffnen. Saudi-Arabien, Myanmar, Bahrain und Usbekistan gehören

dazu (Walsh, 2005), am besten bekannt ist jedoch China, wo viele «ausserchinesische»

Websites von Seiten der Regierung gesperrt werden:

Landesgrenzen

«But as the Internet booms, China is growing more politically closed. Its government

has used the Internet masterfully as a steam valve, allowing Chinese to

participate in a world that is modern in all senses but one. A controlled Internet

may seem like an oxymoron, but China has one. Sophisticated filters block access

for users in China to ideas about democracy, human rights, Taiwan, Tiananmen

and other sensitive subjects. Type in „democracy“ on a search engine in China


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

9

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

and you get a limited choice of government-approved sites, or nothing at all,

or a warning that the word is prohibited. If you use one of these words in an

e-mail message, chat room or blog, you will be censored, and possibly arrested.»

(Rosenberg, 2005).

China ist denn auch ein Lieblingsbeispiel der Amerikaner für ein Beispiel, das

es auszurotten gäbe – Information habe schliesslich frei zu fliessen: «great emphasis

is placed on its potential for the promotion of democratic ideals and free

trade» (Barwell und Bowles, 2003:703). Dies ist doppelt ironisch. Denn zum einen

sind es amerikanische Firmen, die China mit der Soft- und Hardware ausrüsten,

und es sind auch amerikanische Firmen, die ihre Internetportale zensurieren

und Dissidenten bei der chinesischen Regierung verpfeifen:

«How did the police find Shi His newly published verdict states that the prosecution

relied in part on information given to the government by Shi‘s e-mail provider,

Yahoo. […] [Many] foreign Internet companies in China have gone beyond

neutrality. Some, including Yahoo, signed a pledge of „self-discipline“ in 2002,

promising to follow China‘s censorship laws. Many Internet portals actively censor

their Chinese Web sites.» (Rosenberg, 2005).

Zum anderen hat die amerikanische Regierung beim Aufkommen des Internets

entschieden, dass Informationen, die in andere Länder gelangen würden, den

Export-Beschränkungen zu unterliegen hätten (Barwell und Bowles, 2003:703).

Darunter fielen auch Verschlüsselungstechnologien, die vom Verteidungsministerium

als Militärgeheimnis betrachtet wurden und von amerikanischen Unternehmen

nicht exportiert werden durften – eine Entscheidung, die durchaus

Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft hatte und erst in letzter Zeit

gelockert wurde.

Genau so, wie die Vereinigten Staaten die Verteilung von Informationen beschränken

wollten, verfahren heute viele Websites von sich aus. Informationen

können nur abgerufen werden, wenn man sich auf der Website registrieren lässt,

und damit die immer hungrigen Datenbanken füttert, aus denen Marketing-Daten

gewonnen sollen. Wer an gewünschte Informationen nicht kommt, weil er

oder sie dafür nicht bezahlen will, oder aber nicht noch einen weiteren nutzlosen

Account erstellen will, wird kaum mehr sagen, dass das Internet ganz ohne

Grenzen sei – denn diese Grenzen sind schmerzhaft, weil sie dem Prinzip des

Internets zuwiederlaufen, dass Informationen frei zugänglich sein sollen.

Willkürliche Grenzen


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

10

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Aber wiederum gilt: das Internet wäre nicht das Internet, wenn es nicht Abhilfe

gäbe: auf BugMeNot.com werden Logins für alle möglichen Sites gesammelt,

die öffentlich gebraucht werden können, was einen davon bewahrt, etliche Accounts

anzusammeln, und zum anderen die erhobenen Daten etwas durcheinander

bringt …

http://www.bugmenot.com


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

11

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Übergänge

Solange solche Grenzen bestehen, scheint es, als wäre das Internet eine Illusion

– eine liebgewordene, aber leider vergebliche Illusion einiger Vernetzen, die sich

dem Glauben hingeben wollen, mit dem Internet eine bessere Welt zu schaffen.

Es ist einfach, das Internet per se als Gegenpol zur verwaltenden Macht des

Meatspaces zu sehen. Leider sieht der Cyberspace anders aus – nicht zuletzt

auch aus geschichtlichen Gründen. Die Struktur, die das Internet heute so stabil

macht, stammt ursprünglich aus einem militärischen Projekt, dem Arpanet,

das sicherstellen sollte, dass Kommunikation auch nach einem atomaren

Angriff weiterhin funktionieren würde, selbst wenn einige Knoten dazwischen

zerstört sein würden. Den wenigsten Leuten ist zudem bekannt, dass es neben

den bekannten Top-Level-Domains wie .com, .net, .org auch .mil gibt – speziell

für die amerikanischen Streitkräfte.

Der Einfluss der Streitkräfte beschränkt sich dabei nicht nur auf diese Domains.

Längst hat die Armee einen Ego-Shooter namens «America’s Army» entwickeln

lassen, in dem die Kids auf den Armee-eigenen Servern spielen dürfen – gratis.

Der Hintergedanke dabei: die Armee will untersuchen, wie sich die Spieler verhalten,

und sie wollen neue Soldaten rekrutieren. Allein dieses Beispiel zeigt,

dass Macht im Internet nicht etwas ist, das von aussen, aus dem Meatspace

kommt, sondern schon von Beginn weg eng in das Netz verwoben wurde.

Macht

Es würde jedoch, hat sich erst

letzthin beim Ausfall eines grossen

Carriers gezeigt, um einiges

langsamer werden.

Top-Level-Domains sind die

jeweils letzen Teile hinter dem

Punkt einer Internet-Adresse, wie

etwa .com, .de oder .net. Durch

diese lassen sich Websites einem

bestimmten Themengebiet oder

einer Region / Land zuordnen.

http://americasarmy.com/

Oft sind heute Klagen zu hören, das Internet sei kommerzialisiert worden

– quasi aufgekauft von Firmen wie Amazon, eBay, Google, Microsoft und Apple.

Dieses Gefühl hängt natürlich damit zusammen, dass es lange Zeit durch

die NSF verboten war, das Internet für kommerzielle Zwecke zu nutzen. (Auch

Barwell und Bowles scheinen in ihrem Artikel noch davon auszugehen). Diese

Änderung hat zwar den Dot-Com-Boom überhaupt auslösen können, doch im

Grunde haben sich die Befürchtungen nicht bestätigt: sogenannte Grassroots-

Bewegungen – also Bewegungen von unten – können dem bis heute standhalten.

Beide Formen sind durch die geringe Regelungsdichte des Internets gefördert

worden: sowohl Cyberkommerz wie Cyberkommunismus konnten blühen,

und das nebeneinander.

Kommerzialisierung

des Webs

Gegensteuer zu der Kommerzialisierung bieten vor allem die unzähligen Open-

Source-Projekte, die erst duch das Internet zu ihrer Blüte gelangen konnten.

Unter diesem Modell werden Applikationen nicht mehr länger von einer bestimmten

Firma gebaut und anschliessend gegen Geld abgegeben. Stattdessen

Willkommen im

Cyberkommunismus


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

12

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

schliessen sich verschiedenste Leute zusammen, die eine Lösung für ein vorgegebenes

Problem finden wollen, und schreiben – meist in ihrer Freizeit und unentgeldlich

– die Applikation. Der Quellcode, die Basis also, ist frei zugänglich,

und jeder, der eine bessere Idee, eine elegantere Lösung hat, darf diese zufügen.

Linux, das Betriebssystem, das Microsoft zunehmend Angst bereitet, ist etwa

auf diese Weise entstanden – und ist bis heute gratis zu beziehen, im Gegensatz

zu Windows.

Zu fast jeder kommerziellen Website gibt es ein «freies» Gegenstück, das vor

allem auf der Gemeinschaft, der Community basiert. Ein Beispiel ist etwa Book-

Crossing, eine Website, die das Freisetzen von Büchern propagiert. Gelesene

Bücher werden mit einer Nummer versehen und an öffentlichen Orten liegengelassen.

Wer die Bücher findet, darf sie lesen, behalten oder ebenfalls wieder

«freisetzen». Über die Nummer, die auf der Website angegeben werden kann,

wird der Weg des Buches verfolgt. Statt Bücher zu kaufen, werden diese hier

verliehen – ein Vorgang, der Amazon suspekt sein muss …

http://www.bookcrossing.com

Gerade solche Bewegungen sind der Antrieb im Internet, durch solche Bewegungen

wird die Macht gebrochen – zumindest derjenigen, die das Internet gerne

kontrollieren möchten. Bis heute herrscht zumindest unter den «Erst-Entdeckern»

des Internets eine Kultur des Widerstands, die solche Bewegungen fördert

und unterstützt. So lässt sich auch der Erfolg von Napster erklären, und der

darauffolgende Erfolg der meisten P2P-Applikationen, die bis heute bestehen.

Diese Form des Widerstands ist jedoch nicht ganz unproblematisch, fördert es

doch gleichzeitig eine andere Form von Macht: Die Macht durch Wissen.

In den Communities – man ist fast verführt, Tribes zu sagen – herrschen durchaus

Hierarchien – Hierarchien, die nicht mit Geld geschaffen sind, sondern mit

Wissen.

P2P ist eine Abkürzung für «Peerto-Peer»

und bezeichnet Programme,

die zwar das Internet

als Kommunikationskanal verwenden,

aber den Austausch von

Dateien nicht über einen zentralen

Server organisieren, sondern

die Verbindung zwischen zwei

Computern direkt erstellen.

Macht durch Wissen

Am eindrücklichsten ist diese Tendenz wohl in der Blogosphäre zu beobachten.

Blogs – oft vereinfacht als Internettagebücher bezeichnet – sind im Grunde die

Wiederentdeckung der Pamphlete und Flugblätter, die zu Beginn der Druckereigeschichte

aufgetaucht sind.

Blogs sind einem dem Internet ganz eigene Textform. Jeder Versuch, Blogs in

ein anderes Medium zu überführen, muss zwangsläufig scheitern; Blogs sind

ein Kind des Internets und auf dessen Technologien angewiesen.

Blogs


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

13

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Blogs tauchten schon um 1993 in einer Frühform als «What’s new»-Seiten auf

Webportalen auf (vgl. Winer, o.J.). Während diese noch durch Firmen wie Netscape

bewirtschaftet wurden, tauchten bald schon private Initiativen auf – hier

ist vor allem Dave Winer zu nennen, der 1996 mit dieser Form experimentierte

und schliesslich 1997 regelmässig begann, andere Websites zu verlinken. Der

Name «Weblog», der durch Jorn Barger geprägt wurde, ist ein Zusammenzug

von «Web» und «Logbuch» und gibt schon einen Hinweis darauf, wie ein Weblog

in den Anfängen verwendet wurde. Es diente zuerst als private Linkliste von Sites,

die man auf den Entdeckungsreisen im WorldWideWeb angetroffen und für

interessant befunden hatte. Nach und nach wurden diese reinen Auflistungen

ausgebaut: jeden Tag kamen mehr und mehr Links dazu, die der Einfachheit

halber jeweils zuoberst auf der Page angefügt wurden, und je länger und je mehr,

auch mit ein–zwei Sätzen kommentiert. Nach gewisser Zeit werden die ältesten

Beiträge in ein – meist nach Monaten geordnetes – Archiv gepackt. Damit wird

zum einen der Logbuch-artige Charakter klar erkennbar, zum anderen finden

sich hier auch schon die wichtigsten Merkmale eines Blogs: Die oft grosse Anzahl

an (externen) Links sowie die umgekehrt chronologische Anordnung der

einzelnen Beiträge (meist «Posts» genannt). Diese Formen sind heute noch auf

einigen Blogs zu finden, wie etwa Jorn Bargers Robot Wisdom oder Christian

Neukirchens Anarchaia zu finden.

http://www.robotwisdom.com/

http://chneukirchen.org/

anarchaia/

Im Laufe der Zeit begannen sich die Websites dieser Art zu mehren. Rebecca

Blood schreibt:

«Cameron published the list on Camworld, and others maintaining similar sites

began sending their URLs to him for inclusion on the list. Jesse‘s ‘page of only

weblogs’ lists the 23 known to be in existence at the beginning of 1999. Suddenly

a community sprang up. It was easy to read all of the weblogs on Cameron‘s

list, and most interested people did.» (Blood, 2000)

http://www.camworld.com

http://www.jjg.net/retired/

portal/tpoowl.html

Die Autoren dieser ersten Blogs lasen sich gegenseitig und verlinkten sich auch

gegenseitig. Gleichzeitig wurden auch technische Fortschritte gemacht. Skripts

begannen, die mühselige Arbeit des Archivierens von alten Beiträgen zu automatisieren.

(Auch hier ist wieder Dave Winer zu nennen, der eines der ersten

dieser Skripts veröffentlichte). Doch noch immer war es nur Experten möglich,

die sich oft schon beruflich im IT-Bereich bewegten, diese Sites zu unterhalten.

Doch dies sollte sich schnell ändern. Mitte 1999 kamen plötzlich mehrere Lösungen

auf den Markt, die es ermöglichten, ohne grössere technischen Kenntnisse

ein Weblog auf die Beine zu stellen. Pitas.com gehörte zu den ersten, die

das ermöglichten, wurde jedoch schnell mal von Blogger und anderen Services

http://www.blogger.com


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

14

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

wie Dave Winers «Edit this Page» und GrokSoup (existiert nach einem Hacker-

Angriff nicht mehr) überholt. Diese Tools liessen die Zahl der existierenden

Blogs explodieren.

Der Bann war gebrochen. Jeder konnte bloggen, wann und wieviel er wollte. Damit

bahnte sich nicht zuletzt auch eine Änderung der Textform an. Waren die

ursprünglichen Weblogs auf Links zu anderen, in den Augen des Autors interessanten

Websites konzentriert,

«in the post-Blogger explosion increasing numbers of weblogs eschewed this focus

on the web-at-large in favor of a sort of short-form journal. These blogs, often

updated several times a day, were instead a record of the blogger’s thoughts:

something noticed on the way to work, notes about the weekend, a quick reflection

on some subject or another. Links took the reader to the site of another blogger

with whom the first was having a public conversation or had met the previous

evening, or to the site of a band he had seen the night before.» (Blood, 2000)

Vor allem auch auf dem Service LiveJournal fanden sich schnell Teenager, die ihr

Tagebuch öffentlich publizierten. Emily Nussbaum, eine Journalistin des New

York Times Magazines, ist dem Phänomen nachgegangen und schreibt in ihrem

Artikel «My So-Called Blog»:

http://www.livejournal.com/

«He [J.] called it ‘better than therapy’ a way to get out his true feelings – all the

emotions he thought might get him in trouble if he expressed them in school

or at home. Online, he could blurt out confessions of loneliness and insecurity,

worrying aloud about slights from friends. Yet despite the fact that he knew that

anyone who wanted to could read his journal – and that a few friends did, leaving

comments at the ends of his posts – he also maintained the notion that what

he was doing was private. He didn’t write for an audience, he said; he just wrote

what he was feeling.» (Nussbaum, 2004)

Es scheint, als habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden: Das Tagebuch ist

nicht mehr länger etwas geheimes, das niemand auch nur anrühren darf, sondern

wird öffentlich präsentiert, für jeden einsichtlich. Natürlich geht dies nicht

ganz ohne Widersprüche:

«J.’s sense of private and public was filled with these kinds of contradictions: he

wanted his posts to be read, and feared that people would read them, and hoped

that people would read them, and didn’t care if people read them. He wanted to

be included while priding himself on his outsider status. And while he sometimes


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

15

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

wrote messages that were explicitly public – announcing a band practice, for

instance – he also had his own stringent notions of etiquette. His crush had

an online journal, but J. had never read it; that would be too intrusive, he explained.»

(Nussbaum, 2004)

Durch die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen, werden aus den einst privaten

Gedanken Konversationen, Konversationen oft, die allein im Web gehalten

werden, aber im «Real Life» nicht weitergeführt werden. Das soziale Leben

wird damit im Cyberspace dupliziert – und wird zur Gruppen-Therapie.

«Blogging is a replication of real life: each pool of blogs is its own ecosystem,

with only occasional links to other worlds. As I surfed from site to site, it became

apparent that as much as journals can break stereotypes, some patterns

are crushingly predictable: the cheerleaders post screen grabs of the Fox TV show

“The O.C.”; kids who identify with “ghetto” culture use hip-hop slang; the geeks

gush over Japanese anime. And while there are exceptions, many journal writers

exhibit a surprising lack of curiosity about the journals of true strangers. They’re

too busy writing posts to browse.» (Nussbaum, 2004)

Wiederum ist ersichtlich, dass es auch im Internet Grenzen gibt, die nur selten

überschritten werden. Man schreibt und liest in bestimmten thematischen Gebieten,

die selten verlassen werden.

Doch auch auf den «älteren» Blogs werden die Beiträge länger und ausführlicher

– Essays oder Pamphleten vergleichbar. Aktuelle Themen werden auf persönliche

Weise erörtert und debatiert. Solche Artikel werden oft von anderen Bloggern

verlinkt und wiederum kommentiert. Kein Wunder, tauchen damit auch

schnell mehrere Methode auf, die diese Debatiervariante im Web unterstützen.

Zum einen ist es oft möglich, direkt Kommentare auf dem betreffenden Weblog

zu hinterlassen, eine Funktion, die heute oft als konsitutiv angesehen wird, obwohl

sie in den ursprünglichen (Link-)Blogs nicht vorhanden war (und natürlich

auch nicht nötig war); es ist dabei Ehrensache, dass auch Kommentare, die

der Meinung des Bloggers widersprechen, nicht zu löschen. Zudem gibt es auch

sogenannte Trackbacks, die es erlauben, bei kommentierten Beiträgen einen

Link zum Kommentar zu hinterlassen.

Die direkte Verlinkung zu den Ursprungsthesen sollte jedem Medienwissenschaftler

die Tränen in die Augen treiben vor Freude – ist es doch die perfekte

Realisierung des Two-Step-Flow of Communication, der etwa von Lazarsfeld

schon früher beschrieben worden sind. Diese Theorien haben denn auch recht,


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

16

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

wenn sie sogenannte Meinungsführer postulieren: einige wenige Blogger

schreiben neue Texte, die Grosszahl der Blogger verlinkt zu diesen und notiert

nur die Zustimmung oder Ablehnung dessen Thesen. Durch die Visualisierung

der Links von und zu verschiedenen Blogs kann diese Tatsache eindrücklich

bestätigt werden.

Die Einführung eines neuen Inhaltsformates durch Netscape ebenfalls im Jahr

1999 führte dazu, dass Blogs nicht nur vermehrt geschrieben, sondern auch vermehrt

gelesen wurden. rss (Really Simple Syndication oder Rich Site Summary)

beschränkt sich alleine auf die Inhalte einer Website. Chronologisch geordnet

enthält ein sogenannter Feed eine Anzahl der aktuellsten Beiträge, meistens in

Form einer kurzen Zusammenfassung und eines Links zum vollständigen Artikel.

Spezielle Programme lesen diese Feeds und melden dem Benutzer, wenn

ein Feed – und damit die Website oder das Blog – aktualisiert wurde. Dies hat

zur Folge, dass Blogs teilweise fast «live» mitgelesen werden, und sich «Meme»

rasend schnell in der Blogosphäre verbreiten können. Eine Erwähnung auf einem

bekannten Blog wie BoingBoing reicht, um eine Website in das Bewusstsein

von Tausenden zu spülen – und damit oft wirksam vom Netz zu nehmen,

weil der Server dieser Last nicht gewachsen ist … Die Tatsache, dass Blogs neue

Websites oft schneller entdecken als dies Suchmaschinen möglich ist, hat auch

Google auf den Plan gerufen und zum Aufkauf von Blogger geführt. Damit erhoffte

sich Google, schneller auf Trends reagieren zu können und kommende

beliebte Suchanfragen antizipieren zu können. Leider hat dies auch einen unerwünschten

Nebeneffekt gehabt – denn auch Suchmaschinen-Spammer haben

Blogs entdeckt und eröffnen nun Blogs zuhauf, die alle nur ein Ziel haben: eine

bestimmte Website in die oberen Ränge von Suchmaschinen zu pushen.

http://boingboing.net

Die Tatsache, dass Blogs zuerst einmal von Einzelpersonen mit jeweils ihren

eigenen Interessen geführt wurden, hat schnell einmal auch zu hoch spezialisierten

Themenblogs geführt. Interessiert sich jemand für Autos, ist es eine logische

Folge, dass sein Blog viele Links zu Autos enthalten wird. Daraus haben

sich Blogs entwickelt, die allein ein Thema beackern, oft auch Themen, die ansonsten

wenig anderweitige Beachtung finden, da der Kreis der Interessenten

zu klein und damit für die Werbewirtschaft nicht lohnen ist. Blogs jedoch sind

billig zu produzieren und sprechen eine potentiell weltweite Leserschaft an,

ohne damit mehr Produktionskosten zu verursachen. Damit wird zum einen

das Leservolumen für die Werbewirtschaft gross genug, zum anderen erweist

sich die hohe Spezielisierung nun als Vorteil: spezifische Zielgruppen können

kaum besser erreicht werden. Die Folge war klar: schnell bildeten sich kommerzielle

Blog-Netzwerke wie Gawker oder Weblogs, Inc., die sich aus Einnahmen

http://www.gawker.com

http://www.weblogsinc.com/


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

17

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

aus Bannerwerbung finanzieren und dafür «professionelle» Blogger anstellen

und bezahlen konnten. Durch die ständige Aktualisierung der Inhalte durch

diese Blogger kann ein ständiger Strom an Besuchern erzeugt werden – und

damit genügend «Page Impressions», um die Inserenten zufriedenzustellen.

Blogs sind in mehrerer Hinsicht bedeutsam: sie sind nicht nur deutlicher Ausdruck

einer Remix-Kultur, sondern auch des Erwachens einer Art 5. Gewalt:

Bürger schreiben öffentlich im Internet und überwachen damit nicht nur die ursprünglichen

drei Gewalten, sondern eben auch die sogenannte 4. Gewalt: die

Presse. In den Vereinigten Staaten konnten Blogger mehrmals Journalisten der

unsauberen Recherche oder sogar Fälschung überführen und ihre Entlassung

bewirken. In Deutschland werden etliche Korrekturen in Spiegel Online erst

durch wachsame Blogs ausgelöst, ein Blog widmet sich allein der Bild-Zeitung.

Die systembedingt positiven Nachrichten der embedded Reporters aus dem Irak

werden durch die von amerikanischen Soldaten geführten Blogs ad absurdum

geführt – sehr zum Missfallen der amerikanischen Regierung.

http://en.wikipedia.org/wiki/

Rathergate

http://bildblog.de/

In diesem Sinne sind Blogs das Spielfeld einer Generation, die sich nicht nicht

länger von den den Medien manipulieren lassen, sondern diese mitgestalten

will – eine Entwicklung, die möglicherweise durch das Internet angestossen

wurde, das es jedem erlaubt, sich auszudrücken. Blogs sind deshalb die logische

Erweiterung oder Fortsetzung des von Barwell und Bowles beschriebenen

Homolka-Falles: Man liegt sicher nicht falsch, wenn man annimmt, dass die Informationen

über dieses Fall nach 2003 nicht im Usenet, sondern eher in einem

Blog veröffentlicht worden wären – möglicherweise sogar in einem speziell für

diesen Fall erstellten Blog.

Blogs sind jedoch nicht der einzige Ort, an dem solche hierarchische Strukturen

wieder auftauchen. In Online-Spielen unter Jugendlichen ist es genauso vorhanden.

Wer die Tricks des Spiels nicht kennt, sich ungeschickt verhält, wird

innert Momenten als «N00b» bezeichnet – als Neuling, der keine Ahnung hat.

Wer nicht ein solcher n00b bleiben will, muss sich deshalb durch beharrliches

Üben die nötigen Fertigkeiten aneignen, um akzeptiert zu werden. Ist er jedoch

einmal so weit, wird ihm die Bewunderung sicher sein. Es ist zu bemerken, dass

es dabei einen unausgesprochenen Ehrenkodex gibt, der «Cheater» sehr schnell

einmal ächtet.

Skillz sind alles

Das Zitat «In the Internet, no one knows you’re a dog» (Barwell und Bowles,

2003:705) stimmt in diesem Sinne nur begrenzt – denn nur ein sehr kluger

Hund hat die Möglichkeit, sich nicht zu verraten. Alleine laut bellen wird kaum


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

18

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

hilfreich sein, im Gegenteil: allein Substanz wird ihn zu den Digerati, der digitalen

Elite, aufrücken lassen.

Eine solche Macht durch Wissen hat kann schon vor den Anfängen des Internets

belegt werden; die einzige Ware, mit der man im Internet handeln kann,

ist die Information – wer also mehr Informationen hat oder generieren kann,

ist besser dran: «Forbidden knowledge […] is the basic currency of the digital

underground, like seashells among Trobriand Islanders. Hackers hoard this

knowledge, and dwell upon it obsessively, and refine it, and bargain with it, and

talk and talk about it.» schreibt Bruce Sterling über die Hacker-Kultur (Sterling,

1992:56). Was Ende der Achtziger-Jahre für Hacker gegolten hat, gilt noch heute

für jeden normalen Netizen – selbst wenn es sich selten noch um verbotenes

Wissen handelt (um so mehr Prestige verleiht es einem jedoch, wenn man

darüber verfügt!). Doch Vorsicht ist geboten: das Geschäft ist ein heikles, und

Informationen können sich als heikle Pflänzchen oder als tickende Zeitbomben

zeigen.

Information

In der Tat existiert nicht einfach ein simpler Fluss, in dem Information schnell

von A nach B transportiert werden – das mag zwar technisch stimmten, auf

einer cybersozialen Ebene spielen sich jedoch andere Dinge an. Information

ist mit dem Internet unkontrollierbar geworden: Information, die einmal den

Weg ins Internet gefunden hat, ist und wird dort drin bleiben – selbst wenn

es gegen die Interessen der grossen Firmen ist. Informationen werden aufgenommen,

weiterverbreitet, umgeschrieben, umgeleitet, verändert, und dies in

einem Tempo, bei dem selbst Radio und Fernsehen, traditionell die «schnellsten»

Medien, nicht mehr mithalten können. Informationen verhalten sich wie

Viren – sie können sich anpassen, sie mutieren, sie können sich einnisten und

können kaum mehr vernichtet werden.

Information als Virus

Es ist deshalb kaum ein Zufall, dass sich auch die Werbewirtschaft diesem System

angenommen hat und die Technik bezeichnenderweise «Viral Advertising»

genannt hat.

Viral Advertising

Dabei wird ein möglichst obskurer Inhalt produziert – ohne zu offensichtlich

auf das beworbene Produkt zu verweisen – und quasi in die Wildnis entlassen.

Nach kurzer Zeit wird der Inhalt entdeckt und verbreitet sich daraufhin epidemie-artig

über das Netz: jeder spricht darüber, jeder verlinkt darauf, genau das

also, um was es den Werbern geht. Hat man die Leute genug lange an der Nase

herumgeführt, löst man das Rätsel meist.


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

19

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Der Witz ist natürlich, dass nicht nur offizielle Werbefirmen solche Kampagnen

starten können – jeder kann dasselbe tun. So hat kürzlich ein im Netz

aufgetauchter Werbefilm für Aufregung gesorgt, der die Stärke des VW Polos

auf eigenwillige Weise beworben hat: die Autobombe, die der Selbstmordattentäter

zünden will, explodiert nur innerhalb des Wagens – der Wagen selbst

bleibt ganz. Natürlich hat sich VW beeilt, sich davon zu distanzieren, lange war

jedoch nicht klar, ob es sich dabei nur einfach um ein solche Viral Campaign

handeln würde.

http://www.werbewunderland.

de/download/_tv/VW_Dschihad.

mov

Die Tatsache, dass überhaupt solche inoffiziellen Werbefilme entstehen, weist

auf die Tatsache hin, dass sich der Zugang und der Umgang mit Medien für viele

Menschen durch das Internet grundlegend verändert hat.

Cut & Paste Culture

In der heutigen allgegenwärtigen Informationsflut des Internets wird die kreative

Verarbeitung zu einer Methode, damit umzugehen. Es ist kein Zufall, dass

das amerikanische Magazin WIRED in ihrer Juli-Ausgabe des Jahres 2005 auf

ihrem Cover in grossen Lettern schreiben: «Remix Now! The Rise of Cut & Paste

Culture» (o.A., 2005). Natürlich wurde in der Menschheitsgeschichte schon

immer gern zitiert, parodiert, neu interpretiert – Museen und Bibliotheken

würden leer stehen, würde man alle Werke entfernen, die sich auf ein früheres

Werk beziehen. Die Tatsache jedoch, dass durch das WorldWideWeb eine immer

grössere Menge an Informationen frei zugänglich ist, erleichtert es auch, Werke

zu erstellen, die auf diesen Informationen basieren.

Es ist kein Zufall, dass sowohl in der WIRED-Grafik «Remixing History» (o.A.,

2005) als auch in Dirk Hebdidges Aufsatz «Subculture: The Meaning of Style»

Duchamps «Ready-Mades» (Hebdidge, 2002:136) auftauchen. Was WIRED als

Remix bezeichnet, wird hier als «Bricolage» bezeichnet, und Art und Weise

vieler auf dem Internet entstehenden Werke erlaubt es meiner Meinung nach,

sie ebenfalls als eine Form der Bricolage zu sehen. Zwar geht es hier nicht um

«savage minds» (Hebdidge, 2002:135), im Gegenteil, doch folgendes kann bestimmt

gesagt werden: Die Inhalte des Internets «are capable of infinite extension

because basic elements can be used in a variety of improvised combinations

to generate new meaning within them» (Hebdidge, 2002:135). Informationsbestandteile

werden aus ihren Kontexten entfernt und in neuen Kontexten wieder

verwendet. Die unzähligen Photoshop-Wettbewerbe, die jede Woche durchgeführt

werden, sind nur die Spitze des Eisberges an unzähligen Menschen, die

mittels verschiedenster Software aus zusammengeklaubten Teilen etwas neues

entstehen lassen – um es dann im Internet zu entlassen, wo solche Medientexte

sofort wieder als neue Quelle verwendet wird. Ein Biest also, dass sich kontinu-

http://www.worth1000.com/


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

20

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

ierlich aus sich selbst heraus neu gebärt. Dabei wird lustvoll parodiert, persifliert,

vielfach auch lächerlich gemacht und bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Jeffrey Veen schreibt auf seinem Blog zusammenfassend:

«1. Your web site is a tiny piece of a much larger experience.

2. Nobody sees your web site the way you expected. Few use your content the way

you intended.

3. Everything you create online is being ripped apart and recombined with other

stuff by thousands of curious geeks. Or at least, should be.

4. The easiest way to fail is by trying to control all this.» (Veen, 2005)

Bestrebungen zur Schaffung neuer Nutzungslizenzen, die den Gebrauch von

Medientexten nicht einschränken, sondern fördern sollen, sind dabei nur ein

verspäteter sichtbarer Ausdruck des Erfolgs der Remix Culture. In der Tat sind

die Strukturen, die solches Handeln unterstützen, schon von Beginn weg in der

Konzeption des World Wide Web durch Tim Berners-Lee eingeplant. Das www

sollte eine Plattform zum Informationsaustausch werden – zum wissenschaftlichen

Informationsaustausch, natürlich. Tim O’Reilly schreibt über den von

Tim Berners-Lee entworfenen Markup-Standard html:

Creative Commons

«HTML is probably the single greatest testament to the power of source alone to

jumpstart innovation. The “view source” menu item made it possible for anyone

to see a neat feature on another web site, and immediately see how it was done.

And a culture that encouraged leapfrogging (rather than blocking it via patents,

copyrights, or standards committees.)» (O’Reilly und Turoff, 2003)

Texte sollten einfach zugänglich sein, kopiert und zitiert werden sollen; all

dies natürlich im wissenschaftlichen Kontext mit Quellenangabe, wofür sich

die Hyperlinks anboten. Doch selbst dies ist nicht erforderlich, sondern allein

dem Autor überlassen, ob er sich an diese eingebürgerten Regeln hält, wovon

Tim Berners-Lee offenbar ausgegangen ist, im Gegensatz zu Ted Nelson, der

in seinem Hypertextkonzept «Xanadu» strikte Regeln zum Zitieren und Kopieren

einführen wollte: «Xanadu is a system for the network sale of documents

with automatic royalty on every byte. The transclusion feature allows quotation

of fragments of any size with royalty to the original publisher.» (Phelbs und

Nelson, 1994). Erstaunlicherweise setzte sich dieses System nicht durch – ob

es an der Tatsache lag, dass für Inhalt bezahlt werden musste oder ob die gloriose

Idee technisch schlicht unlösbar war, ist bis heute nicht ganz klar; klar ist

jedoch für Ted Nelson, dass ihm die Hypertext-Idee geklaut wurde: «The Web

trivialized this original Xanadu model, vastly but incorrectly simplifying these


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

21

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

problems to a world of fragile ever-breaking one-way links, with no recognition

of change or copyright, and no support for multiple versions or principled reuse.»

(Nelson, 2000)

Das Web sollte sich nicht in diese Richtung bewegen, stattdessen hatten bald

einmal jegliche kommerziellen Anbieter mit der allgeinen Ansicht zu kämpfen,

dass im Netz sowieso alles gratis sein sollte. Gerade hier setzt Creative Commons

an: durch neue Lizenzmodelle soll es dem Netizen möglich sein, Inhalte

wiederzuverwenden, ohne dabei Copyrights zu verletzen. Der Autor kann dabei

selber bestimmen, welche Rechte er freigibt: darf das Werk verändert werden,

und soll es dabei wieder unter derselben Lizenz veröffentlich werden Darf das

Werk als Grundlage für ein anderes kommerzielles Werk dienen Indem ein Autor

frei entscheiden kann, welche Rechte er vergibt und welche er für sich behält,

kann der Unterschied zwischen restriktivem Copyright (das in den Vereinigten

Staaten Hochkultur hat) und der Public Domain, wo man keine Rechte mehr

hat, überbrücken. Eine solche Form ist um so wichtiger, da die grossen Entertainment-Unternehmen

mit Hilfe von Software-Unternehmen wie Microsoft

das sogenannte drm (Digital Rights Management) einführen will, mit dem

jegliche Verbreitung von Information verhindert werden soll, da es – möglicherweise!

– vom Copyright geschützt sein könnte, eine Idee, die von den wenigsten

Netizens gutgeheissen wird und dementsprechend heiss umkämpft ist; unter

anderen auch von Lawrence Lessig, Mitbegründer der Creative Commons:

http://creativecommons.org

«The bad in DRM is that if it is deployed universally as a default, it would move

us from one bad extreme to another. No doubt, DRM might make it easier for

record companies to stop the illegal spread of their content. But it would also

destroy the opportunities for the kind of uses that began this (already too long)

email – creative, unexpected, critical use. We would move from a world where

free use was the default, to a world where permission for every use would be the

rule.» (Lessig, 2005)


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

22

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

«Guns don’t kill people …»

Im Ende ist also die Nation, die die Informationen überhaupt freigelassen hat

im Sinne einer Demokratisierung der Welt (die mittels Technologien derselben

Nation in den Ländern, die sie am nötigsten hätten, gleich wieder zensuriert

wird) daran, diese mittels Gesetzen (Digital Millenium Copyright Act, dmca)

wieder einzufangen, weil einige Firmen dieser Nation das Gefühl haben, nicht

genügend Gewinnsteigerung vorweisen zu können, und beschlossen haben,

dass gegen Teenager einfacher vorzugehen ist als gegen eine gesamte Gesellschaft

mit verändertem Umgang mit Medien als dies vor einigen Jahren noch

der Fall war.

Wenn die Vereinigten Staaten davon ausgegangen sind, dass sie durch das Internet

die Demokratie fördern und für einen freieren Informationsfluss sorgen

können, so haben sie sicher einen Teil dazu beigetragen. Doch am Ende haben

sie – und ich vermute, dass Barwell und Bowles hierbei ebenfalls nicht weiter

gedacht haben – vergessen, dass die Öffnung der Schleusen auf sie zurückfallen

wird: Inzwischen ist die amerikanische Regierung in der Position, dass Informationen

über das Internet veröffentlicht werden, die die Regierung nicht allzu

publik machen wollte – und das ist weltweit möglich. Die usa kann seine Bürger

nicht davor «schützen», wollen sie nicht zu den selben Mitteln greifen wie China

und damit ihre weltweite Demokratie-Kampagne (noch) lächerlich(er) machen.

Das ist eine Seite des Internets – auf der anderen Seite stehen die «loose coalitions

of private individuals and ad hoc on-line [sic] communities, whose ethical

bias was towards self-regulation rather than censorship» (Barwell und Bowles,

2003:703) – Communities, die heute wohl kaum mehr als «loose» bezeichnet

werden können, sondern ausserordentlich gut organisiert sind. Ist das Internet

deshalb ein Ort der Subkulturen

Man darf das Internet nicht mit einem Teil seiner Bewohner verwechseln. Es

besteht nicht nur aus Hackern und gewissenlosen Bloggern. Das Internet ist ein

prinzipiell offener Platz – und bietet damit Platz sowohl für Kultur als auch Subkultur;

doch das Internet selbst ist keine Subkultur. Die Möglichkeit, Informationen

zu verbreiten, aber gleichzeitig den Zugriff darauf zu beschränken, die

Ortlosigkeit, die scheinbare elektronische Reinheit, die suggeriert, man würde

keine Spuren hinterlassen: Es ist also die Beschaffenheit des Ortes, weniger der

Ort selber, der den Ausdruck von Subkulturen fördert. Und es sind dieselben

Gründe, die das Internet zum Spielplatz der Mächtigen gemacht hat. Solange

diese beiden Seiten in Balance sind, sind sie allein Ausdruck der menschlichen

Gesellschaft, die sich nicht auf schwarz und weiss beschränken lässt, sondern

komplex viele Grautöne aufweist.


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

23

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Literaturverzeichnis

Barwell, Graham; Bowles, Kate (2003): Border Crossings: The Internet and

the Dislocation of Citizenship. In: Bell, David; Kennedy, Barbara M. (Hrsg.):

The Cybercultures Reader. New York, S. (702)–711.

Blood, Rebecca (2000): Weblogs: A History and Perspective. URL: http://www.

rebeccablood.net/essays/weblog_history.html (Letzter Zugriff: 2005-10-

26T16:27CEST).

Hebdidge, Dick (2002): Subculture: The Meaning of Style. In: Gelder, Ken;

Thornton, Sarah (Hrsg.): The Sub-Culture Reader. London, S. 130–142.

Lessig, Lawrence (2005): CC in Review: Lawrence Lessig on Interoperability.

URL: http://creativecommons.org/weblog/entry/5676 (Letzter Zugriff:

2005-10-30T00:04CEST).

Nelson, Ted (2000): Xanalogical Structure, Needed Now More than Ever:

Parallel Documents, Deep Links to Content, Deep Versioning and Deep Re-Use.

URL: http://www.xanadu.com.au/ted/XUsurvey/xuDation.html (Letzter

Zugriff: 2005-10-28T23:57CEST).

Nussbaum, Emily (2004): My So-Called Blog. In: The New York Times

Magazine, URL: http://www.nytimes.com/2004/01/11/magazine/11BLOG.

html (Letzter Zugriff: 2004-01-11T12:36CEST)

O’Reilly, Tim; Turoff, Adam (2003): The Architecture of Participation.

URL: http://www.oreillynet.com/pub/wlg/3017 (Letzter Zugriff: 2005-10-

29T23:33CEST).

Phelbs, Katherine; Nelson, Ted (1994): Xanadu: The Information Future.

URL: http://www.aus.xanadu.com/xanadu/future.html (Letzter Zugriff:

2005-10-28T23:40CEST).

[Remixing History] (2005): Remixing History. In: Wired, 13.07, S. 128–129.

Rosenberg, Tina (2005): The Great Firewall of China. In: The International

Herald Tribune, URL: http://www.iht.com/bin/print_ipub.phpfile=/

articles/2005/09/18/opinion/edtina.php (Letzter Zugriff: 2005-10-

29T15:16CEST).


BorderlinesDie verschiedenen Gesichter des Internets

24

Kaspar Manz | «Die Fabrikation des Populären» | Sommersemester 2005

Sterling, Bruce (1992): The Hacker Crackdown: Law and Disorder on the Electronic

Frontier. New York, Toronto, London, Sidney, Auckland.

Veen, Jeffrey (2005): Give up control. URL: http://www.veen.com/jeff/

archives/000791.html (Letzter Zugriff: 2005-10-29T15:52CEST).

Walsh, Mark (2005): Access Denied! – Countries that censor Web content – and what

really offends them. In: Wired, 13.09, S. (46)–47.

Winer, Dave (o.J.): The History of Weblogs. URL: http://oldweblogscomblog.

scripting.com/historyOf Weblogs (Letzter Zugriff: 2005-10-

25T14:27CEST).

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine