2015 CUMINAIVEL #2

cuminaivel

Nr. 2 | Donnerstag, 15. Januar 2015

///CUMINAIVEL

Informationsmagazin für alle eingesetzten Sicherheitskräfte am WEF 2015

/// www.cuminaivel.ch /// Hotline: 081 632 16 75 /// Mail: info@kapo.gr.ch

Bausappeure packen an

Das WEF rückt näher. Die Hotels und

Konferenzgebäude müssen bereit sein

für den grossen Ansturm von Politikern

und Prominenten. Die Bausappeure

stellen sicher, dass alle Gebäude

ausreichend gesichert werden. Seite 2

Der Verkehr muss rollen

Bald wird eine Blechlawine von Limousinen

über Davos rollen. Wer

stellt sicher, dass der Verkehr einwandfrei

funktioniert Wir interviewten

Robert Müller - Chef des

Bezirkstiefbauamts 5. Seite 4

Auf dem neusten Stand

Für das Geb S Bat 6 gilt es jetzt ernst!

Als Vorbereitung muss jeder AdA eine

einsatzbezogene Ausbildung durchlaufen.

Von Brandbekämpfung bis zur

ABC-Abwehr – alles wird nochmals

trainiert und aufgefrischt. Seite 5

Les origines du WEF

Le « Spirit of Davos » s’est forgé au fil

des ans. D’une rencontre locale à un

sommet mondial. Les personnalités

du monde entier continuent d’affluer

dans ce lieu désormais célèbre pour

son atmosphère unique. Pagina 11

Meteo

Min / Max

Donnerstag 1° / 13°

Davos Chur

Freitag 5° / 11°

Donnerstag -7° / 4°

Freitag -3° / 4°

AN DER

ARBEIT

Bild: rmo.


2 /// DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Bausappeure

packen an

Seit fast schon zwei Wochen sind sie im Einsatz für das WEF: Die Bausappeure

der Kompanie 23/4. Ihr Auftrag: Die Davoser Kernzone mit Sperrgittern und

Stacheldraht absichern.

Premiere am WEF

Der 23-jährige Leutnant ist bereits seit

dem 2. Januar im Einsatz. Nach einem

kurzen KVK wurde es dann ernst. Zum

ersten Mal arbeitet er mit ihm zugeteilten

Soldaten zusammen. Jan Michel

übernimmt gerne Verantwortung und

kommuniziert klar. Viele der AdA seien

in seinem Alter, doch das führe zu

keinen Problemen. «Die Disziplin der

Soldaten ist tadellos», betont er. Die

meisten seiner AdA seien Handwerker

und Spezialisten ihres Fachs. Technische

Probleme bei Fahrzeugen können

daher von den eigenen Leuten behoben

werden. Weitere Zwischenfälle mussten

bisher nicht registriert werden. Der

Zugführer schätzt die gute Zusammenarbeit

sehr. Seine Männer seien voll im

Zeitplan, der milde Winter erleichtere

die Arbeit. Bis zum kommenden Wochenende

sollten die Bau- und Aufstellarbeiten

abgeschlossen werden.

«Die Rückmeldungen

der Polizei sind durchwegs

positiv.»

Jan Michel

Hier sind die Bausappeure am Werk.

pbo. Wer mit den Bausap Kp 23/4 Kontakt

aufnehmen möchte, geht am besten

gleich an den Ort des Geschehens. Da,

wo Politiker, aber auch Stars und Sternchen

während des WEF residieren. Als

wir den Bausappeuren vor dem Hotel

Belvédère begegneten, sahen wir sie

jedoch nicht beim Urlaub machen. Mit

Sperrgittern und Stacheldraht sollen sie

hier für Sicherheit sorgen.

Im Dienste des Kantons Graubünden

Auftraggeber dieses subsidiären Einsatzes

der Armee ist der Kanton Graubünden.

Vor Ort arbeiten die Bausappeure

Hand in Hand mit der Kantonspolizei

Graubünden zusammen, welche die

lokalen Rahmenbedingungen bestens

kennt. Vor den einzelnen schützenswerten

Objekten ist jeweils ein Vertreter

der Polizei, der die Ada instruiert

und die Rolle als «Gruppenleiter»

Bilder: rmo.

übernimmt. Die Polizei bestimmt beispielsweise

die genaue Platzierung der

Sperrgitter. «Die Rückmeldungen der

Polizei sind durchwegs positiv», teilt

uns Lt Jan Michel mit.

Während des WEF gönnen sich die

Bausappeure einen einwöchigen Dienstunterbuch.

Sobald die «Mächtigen» der

Welt Davos wieder verlassen haben, rücken

die AdA der Bausap Kp 23/4 wieder

in den Dienst ein und übernehmen

die Abbauarbeiten.

Lt Jan Michel, Zfhr Bausap Kp 23/4.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015

/// 3

Les sapeurs se

mettent au travail

Depuis presque deux semaines, les sapeurs de la compagnie 23/4 sont engagés.

Leur mission : sécuriser la zone centrale de Davos avec des grilles de barrage et des

fils de fer barbelés.

Les sapeurs mettent en place les grilles de barrage pour le WEF.

Photo: rmo.

pbo/aj. Celui qui souhaite contacter

les sapeurs de la compagnie 23/4 doit

se rendre directement sur les lieux

où les politiciens mais aussi les stars

ou célébrités résident durant le WEF.

Lorsque nous avons rencontré les sapeurs

devant l’hôtel Belvedere, ils ne

chômaient pas. Ici, ils assurent la sécurité

au moyen de grilles de barrage et

de fils de fer barbelés.

Au service du canton des Grisons

Le canton des Grisons a mandaté

l’armée pour cet engagement subsidiaire.

Sur place, les sapeurs travaillent

main dans la main avec la police cantonale,

qui connait mieux les conditions

locales. Devant chaque objet à surveiller

se tient un représentant de la police

qui instruit et dirige les militaires. La

police détermine par exemple l’emplacement

exact des grilles de barrage.

«Les échos de la police sont en tous

points positifs», explique le lieutenant

Jan Michel.

Une première au WEF

Le Lieutenant de 23 ans est en service

depuis le 2 janvier. Après un court CC,

les choses sérieuses ont commencé.

Pour la première fois, il travaille avec

des soldats. La communication entre

Jan Michel et ses mil se passe à merveille,

malgré une faible différence

d’âge. «La discipline des soldats est

irréprochable», souligne-t-il. La plupart

de ses mil sont des artisans ou

des spécialistes dans leur domaine.

Ils résolvent eux-mêmes les problèmes

techniques qui surviennent sur

leurs véhicules. Jusqu’à présent aucun

incident n’a été enregistré. Jan Michel

apprécie particulièrement la bonne collaboration

entre le rég ter 3 et le rég ter

4 qui rend possible l’engagement de sa

compagnie. Le Lieutenant Jan Michel

est d’ordinaire au service du rég ter 4.

Ses hommes sont dans les temps. La

douceur de l’hiver facilite leur travail.

D’ici ce week-end, les travaux de construction

et d’installation devraient être

achevés. Pendant le WEF, les sapeurs

pourront profiter d’une «interruption

de service». Ils se remettront au travail

une fois que les « puissants de ce monde

» auront quitté Davos pour commencer

le démontage.


4 /// DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

«Der Verkehr

muss rollen»

Robert Müller ist Chef des Bezirkstiefbauamts 5 in Davos und amtet während des

WEF als Koordinator des Tiefbauamts Graubünden. «Cuminaivel» wollte von ihm

wissen, was der Grossanlass für diese Institution bedeutet.

Herr Müller, woraus besteht Ihre

Aufgabe während des Jahres

Robert Müller: Ich trage die Mitverantwortung

für den baulichen und die

Verantwortung für den betrieblichen

Unterhalt des Kantonsstrassennetzes

im Raum Mittelbünden. Weiter sind

mein Team und ich verantwortlich für

den betrieblichen Unterhalt der Nationalstrasse

N28 (Prättigauerstrasse).

Während des WEF haben Sie einen

erweiterten Auftrag. Welches sind

die Eckpfeiler

Mitarbeitende der Bezirke Chur, Thusis

und Davos setzen alles daran, dass die

Strassen möglichst optimal befahrbar

sind. Dies ist zwar das ganze Jahr über

der Fall, aber für die WEF-Zeit handelt

es sich um einen erweiterten Einsatz

und der Verkehrsfluss hat eine noch

höhere Priorität.

Weshalb ein erweiterter Einsatz

Fahrzeuglenkende aus fernen Ländern,

welche sich mit den winterlichen Strassenverhältnissen

nicht auskennen, generieren

erhöhte Anforderungen an den

Strassenunterhalt. Dies trifft teils auch

auf WEF-Transporteure mit Lastwagen

zu. Wir versuchen auch dem Umstand

der teils fehlenden Winterausrüstung

Rechnung zu tragen.

Was bedeutet der WEF-Support für

Ihre Mitarbeiter

Wir verstehen uns als Dienstleister und

unterstützen unsere Partnerorganisationen

wo immer möglich. Dies zieht erweiterte

Pikettstellungen und Arbeitszeiten

nach sich. Während dieser Zeit

sind wir wenn nötig rund um die Uhr

im Einsatz.

Robert Müller zeigt die Stelle der Abseilaktion auf der Sunnibergbrücke.

Beschränkt sich dieser Einsatz auf

die fünf WEF-Tage

Nein, es handelt sich um die Zeit zwischen

Jahresbeginn bis in die erste Hälfte

Februar. Somit beschäftigt uns das

WEF nicht nur während der Haupttage,

sondern während rund sechs Wochen.

Gibt es eine Schlüsselstelle auf Ihrem

Strassennetz

Der Hauptzubringer nach Davos ist

die Prättigauerstrasse. Ein Abschnitt

daraus ist der Wolfgangpass, welcher

oberhalb der Verladestation Vereina

mit seinen Steigungen und den vielen

Bild: rr.

Kurven den Verkehr einbremst. Dies

kann insbesondere bei Schneefall zu

einem Verkehrsstillstand führen.

An welches WEF-Ereignis werden

Sie noch lange zurückdenken

Dies ist die Transparent- und Abseilaktion

von WEF-Aktivisten im Jahr 2009

auf der Sunnibergbrücke bei Klosters.

Sie löste eine Verkehrsblockade aus.

Die Chaos-Phase konnten wir jedoch

mit unseren Partnern so bewältigen,

dass sie nur kurz war. Während dieser

kurzen Zeit wurde der Verkehr über

Klosters umgeleitet.

rr.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015

/// 5

Auf dem

neuesten Stand

Der Einsatz am WEF rückt näher. Um optimal auf den Einsatz vorbereitet zu sein,

absolviert das Geb S Bat 6 eine einsatzbezogene Ausbildung (EBA). Alles muss einwandfrei

funktionieren. Von der Wärmebildkamera bis zum Reizstoffsprühgerät –

alles wird nochmals trainiert.

Für den Ernstfall bereit: Die AdA des Geb S Bat 6 trainieren Festnahmen.

Bild: dv.

dv. Die Angehörigen des Geb S Bat 6 leisten

ihren Dienst im Rahmen eines subsidiären

Sicherungs- und Unterstützungseinsatzes.

Alle aufgebotenen AdA müssen

daher vorgängig eine entsprechende, auf

den Einsatz zugeschnittene Ausbildung

durchlaufen und bestehen. Die Verantwortung

für die Durchführung liegt

beim Kommandanten des Geb S Bat 6.

Die Ausbildung umfasst unterschiedliche

Module und erfolgt einsatznah nach

dem Prinzip «train the trainer». In einer

ersten Phase werden dabei die Kader

geschult und instruiert, welche ihrerseits

die zu einem späteren Zeitpunkt

einrückende Truppe ausbilden. Ausgebildet

wird in den unterschiedlichsten

Bereichen. Zunächst werden mit den

rechtlichen Grundlagen, dem Umgang

mit Medien sowie einem Referat zur

Bewältigung von Stresssituationen theoretische

Grundlagen vermittelt und

aufgefrischt. Des weiteren gehört ein

Rückblick über die sicherheitsrelevanten

Ereignisse der vergangenen Jahre ebenso

zur Schulung, wie eine ausführliche

Analyse der aktuellen Gefahren im Allgemeinen

wie auch auf einzelne Objekte

bezogen.

ABC-Abwehr und Brandbekämpfung

Sämtliche AdA durchlaufen darüber hinaus

eine Auffrischung ihrer praktischen

Grundkenntnisse in den Bereichen der

Selbst- und Kameradenhilfe sowie der

ABC-Abwehr. Je nach Einsatzbereich

des einzelnen AdA werden schliesslich

der Umgang mit unterschiedlichen

Zwangsmitteln und Waffen, der effiziente

Betrieb von Zutrittskontrollen und

Massnahmen zur Brandbekämpfung

aufgefrischt. Durch die zeitnahe und

komplette Absolvierung der einsatzbezogenen

Ausbildung kann sichergestellt

werden, dass ausnahmslos alle eingesetzten

AdA über die nötigen Voraussetzungen

theoretischer wie auch praktischer

Natur verfügen, um den anspruchsvollen

Dienst am WEF bestmöglich und zur

vollen Zufriedenheit sämtlicher Beteiligter

erfüllen zu können.


6 /// DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Zappatori

costruttori in azione

Da quasi due settimane sono impiegati al WEF: gli zappatori costruttori della compagnia

23/4. Il loro compito: consolidare con reticolato e filo spinato il perimetro

delle zone particolarmente sensibili del Forum.

pbo/lr. Per poter incontrare gli zappatori

costruttori della compagnia 23/4 è necessario

addentrarsi nel cuore del WEF, ovvero

laddove alloggiano i politici, come

pure le star e le starlette che partecipano

al vertice. Nulla di sorprendente dunque

se la compagnia è intenta a consolidare

la zona con reticolato e filo spinato proprio

di fronte all’Hotel Belvedere.

Al servizio del Cantone

L’intervento dell’esercito al fine di delimitare

e assicurare le «zone calde» del

Forum economico di Davos viene espressamente

richiesto dal Canton Grigioni.

Gli zappatori costruttori della compagnia

23/4 collaborano in tal senso con

la Polizia cantonale grigionese. Per ogni

oggetto che necessita di protezione vi è

un rappresentante della Polizia che, oltre

a istruire i militi riveste il ruolo di supervisore.

È, infatti, la Polizia che indica

l’esatta ubicazione in cui deve essere posata

la recinzione attorno a un determinato

oggetto. La cooperazione fra i due

corpi ha dato buoni risultati e, come rilevato

dal tenente Jan Michel, «i feedback

della Polizia sono molto positivi».

Prima volta al WEF

Nonostante la giovane età (23 anni) e il

breve corso quadri che ha preceduto l’inizio

del suo impiego al WEF, il 2 gennaio,

il tenente Jan Michel si è assunto

volentieri la responsabilità del compito

affidato agli zappatori costruttori della

compagnia 23/4. Il fatto di lavorare per

la prima volta con i militi a lui assegnati,

o ancora il fatto che fra di essi molti fossero

suoi coetanei, non ha causato alcun

problema. Anzi. Stando a quanto da lui

stesso riferito «la disciplina dei soldati è

impeccabile». La maggior parte dei suoi

Gli zappatori costruttori hanno il loro buon da fare.

militari utilizzano le loro conoscenze

professionali civili. Problemi tecnici ai

veicoli possono di conseguenza essere

risolti dagli stessi soldati. Ad ogni modo

non sono stati fin ora registrati particolari

contrattempi. Jan Michel, che di norma

presta servizio presso la reg ter 4, apprezza

la collaborazione con altri corpi.

Grazie anche all’inverno mite, che ha

senz’altro facilitato le operazioni, gli uomini

del tenente Michel sono attualmente

in perfetto orario rispetto alla tabella

di marcia prospettata. I lavori di posa e

di costruzione potranno di conseguenza

essere ultimati per il fine settimana.

Gli zappatori costruttori della compagnia

23/4 saranno licenziati non appena i

riflettori verranno puntati sulle personalità

di spicco riunite a Davos. Una volta

terminato il Forum, essi rientreranno in

servizio per riportare la località alpina

alla normalità.

Foto: rmo.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015

/// 7

Eine Begegnungsstätte

inmitten der Alpen

Seit nunmehr 44 Jahren wird in Davos das Treffen des World Economic Forum

abgehalten. Das jährliche Zusammenkommen bietet Grössen aus Politik, Wirtschaft

und Wissenschaft eine Plattform, um sich über aktuelle Themen auszutauschen.

Was macht das WEF so erfolgreich

Auch dieses Jahr der Ort des Geschehens: Kongresszentrum Davos.

sig. In rund einer Woche wird der Wintersportort

Davos wieder für einige

Tage im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit

stehen. Auf rund 1500 m ü. M.

treffen sich dann führende Wirtschaftsexperten,

Politiker, Journalisten,

Wissenschaftler und Grössen aus der

Kultur, um sich zu aktuellen Themen

verschiedenster Art auszutauschen.

Das heute auf internationaler Ebene

«Das WEF bietet uns

die Chance, die globale

Agenda zu gestalten.»

Klaus Schwab

Bild: wikipedia.com

angesiedelte Podium startete eher bescheiden,

als sich im Januar 1971 etwa

400 Vertreter der Betriebswirtschaft in

privatem Rahmen austauschten. Ziel

war es gemäss Gründer Klaus Schwab

– zu dieser Zeit Wirtschaftsprofessor

in Genf – den Europäern erfolgreiche

Managementpraktiken aus den Vereinigten

Staaten nahezubringen. Mit den

politischen Entwicklungen der frühen

siebziger Jahre weitete sich auch der

Fokus des Treffens: 1974 lud Schwab

erstmals Vertreter aus der Politik nach

Davos ein. Ende der achtziger Jahre

wurde der Name der Veranstaltung

zum heute bekannten «World Economic

Forum» geändert.

Entscheide auf der Skipiste

Klaus Schwab lag von Beginn weg am

Herzen, für die Zusammenkunft der

Teilnehmer eine Umgebung zu schaffen,

die auf der einen Seite gute zielorientierte

Diskussionen ermöglicht,

und auf der anderen Seite informelle

Gespräche erlaubt. So war es gerade in

früheren Jahren durchaus möglich, dass

wichtige Beschlüsse nicht am Sitzungstisch,

sondern beim Skifahren oder in

den Gängen des Kongresszentrums getroffen

wurden. Schwab war stets um

diese ungezwungene Atmosphäre bemüht

und sorgte sich mit viel Elan um

das Wohl seiner Gäste. So kam es, dass

bald auch prominente Persönlichkeiten

aus der Kultur- und Medienwelt zu den

Besuchern zählten. Diesen Ruf – der

sagenumwobene «Spirit of Davos» –

hat sich das WEF bis heute bewahrt.

Zu den bekanntesten Promis der letzten

Jahre zählen etwa die Schauspieler Brad

Pitt, Angelina Jolie und Matt Damon

oder der Leadsänger Bono der irischen

Rockband U2. Inzwischen will Schwab

mit dem WEF Lösungen für die grossen

Probleme der Welt finden. «Das

jährliche Treffen bietet uns die Chance,

die globale Agenda für die kommende

Zeit zu verstehen und zu gestalten»,

sagte Schwab. «In einer schnell ändernden

Welt dient das der Gesellschaft und

ermöglicht gemeinsame Innovationen

zum Wohl aller.»

Protestbewegungen

Schwabs Vision vermag indes nicht alle

zu überzeugen: Regelmässig kommt

es am Rande des WEF zu Protesten.

Kritiker werfen den Veranstaltern vor,

Interessen der armen Länder nicht ausreichend

zu berücksichtigen. Als Gegenveranstaltung

wurde seit 2000 parallel

zum WEF der «Public Eye

Award» an besonders skrupellose Firmen

verliehen. Mit einer Schlussveranstaltung

soll diese Kampagne dieses

Jahr beendet werden, im Einklang mit

dem in den letzten Jahren schwächer

gewordenen Widerstand gegen das

WEF. Dieses wiederum wird in einer

Woche mehr Gäste empfangen als je

zuvor. Klaus Schwab hat mit seinem

Treffen inmitten der Alpen eine Begegnungsstätte

verwirklicht, die Vorbildcharakter

besitzt.


8 /// DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Appuntamento

ad alta quota

Il World Economic Forum avrà luogo quest’anno per la 44esima volta e oggi come

allora offrirà a personalità del mondo politico, economico e accademico una piattaforma

per discutere i temi di più pressante attualità. Qual è il segreto del successo

del WEF

«Un’opportunità unica

per analizzare e modellare

l’agenda mondiale»

Klaus Schwab

sig/fap. La località alpina di Davos tornerà

a breve sotto i riflettori del mondo.

Numerosi esponenti del mondo economico

e politico, giornalisti, accademici

e grandi nomi della scena culturale si

apprestano a partecipare all’incontro

annuale del WEF e riflettere sullo

stato della nostra società. Le origini di

questo evento appaiono piuttosto modeste

a paragone della valenza che il

WEF ricopre oggi. Tutto è cominciato

nel lontano gennaio 1971 con una cerchia

ristretta di circa 400 esponenti dell’economia

privata. All’epoca l’obiettivo

primario del fondatore Klaus

Schwab, allora ancora professore di

economia all’Università di Ginevra, fu

di presentare agli Europei le strategie

di management provenienti dagli Stati

Uniti. Con i capovolgimenti politici

dei primi anni settanta l’agenda del Forum

cambiò profondamente e nel 1974

Schwab invitò per la prima volta a Davos

rappresentanti del mondo politico.

Questa evoluzione ha avuto ripercussioni

anche sul nome dell’evento, che

prende l’attuale denominazione negli

anni ottanta.

Decisioni sulla neve delle piste da sci

Fin dagli inizi il WEF non voleva tuttavia

essere solo un appuntamento formale,

bensì soprattutto un’occasione

per facilitare l’incontro e lo scambio tra

gli ospiti. Non deve dunque sorprendere

se, soprattutto agli inizi del Forum,

le decisioni importanti non venissero

prese nelle sale riunioni, ma ai bordi

delle piste da sci o nei corridoi del

centro congressi. Da lì a poco quest’atmosfera

rilassata e informale divenne

il fiore all’occhiello del WEF; Klaus

Schwab in persona si faceva in quattro,

con la sua celebre disinvoltura, affinché

gli ospiti del WEF si sentissero a loro

agio. E con il tempo anche le personalità

di spicco della scena culturale si

fecero sedurre dall’atmosfera del WEF,

meglio conosciuta come «lo spirito di

Davos». La lista dei VIP del cinema e

della musica conta personaggi del calibro

di Brad Pitt, Angelina Joli e Matt

Damon, così come Bono, il cantante

degli U2. Ma Schwab punta ancora più

in alto: l’obiettivo dichiarato del WEF

è oggi quello di trovare niente di meno

che soluzioni alle sfide che affliggono

la società odierna. «L’incontro annuale

è un’opportunità unica per analizzare e

modellare l’agenda mondiale», dichiara

Schwab. «Vogliamo che la società intera

possa beneficiare del Forum.»

Il centro congressi di Davos ospita anche quest’anno il WEF.

Foto: ppf.

Movimenti di protesta

La visione di Schwab non trova tuttavia

solo sostenitori. Col tempo emersero

anche voci di protesta, che criticarono

quanto poco il WEF si chini sui problemi

del terzo mondo. A ciò si aggiungono

eventi alternativi quali il «Public

Eye Award», il riconoscimento della

vergogna, che viene insignito dal 2000.

Esso verrà consegnato per l’ultima

volta quest’anno, a dimostrazione che

le voci critiche nei confronti del WEF

si stanno spegnendo. Il successo del

WEF invece continua a crescere. Tanto

di cappello a Klaus Schwab, che è riuscito

a fare di un piccolo incontro in

mezzo alle Alpi svizzere un evento di

portata mondiale.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015

/// 9

Ein Blick

zurück….

WEF-Geschichten von Daniel Zinsli

Das erste Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF)

in Davos hat im Januar 1971 stattgefunden. Damals hiess der

Anlass noch Davoser Symposium, später wurde es Annual

Meeting genannt, bis es dann schliesslich zum WEF wurde.

Sicherheitsmässig hatte zu dieser Zeit noch niemand von einer

3-D-Strategie gesprochen. Aufgrund der Lagebeurteilung

drängte sich eine solche auch nicht auf. Es gab weder Objektschutz

noch Innendienst.

Ebenfalls kein Thema war der Personenschutz, geschweige

denn mobile Einsatzelemente, Ordnungsdienst oder dergleichen.

Dennoch war die Sicherheit am WEF bereits bei seiner

ersten Austragung ein Thema. Am Eröffnungstag des WEF

bemerkte der damalige Chef des Polizeipostens Davos gegenüber

seinem Stellvertreter, dass da vorne im Kongresshaus irgend

ein Anlass stattfinde, der, wie er gehört habe, von einer

gewissen Bedeutung sei. Allerdings wisse er nicht genau, worum

es gehe. Um dies herauszufinden, begaben sich die beiden

Polizisten zu Fuss zum Kongresshaus und schauten sich dort

drin ein wenig um.

Beeindruckt vom emsigen Treiben im Foyer des alten Kongresshauses

suchten sie dann den Kontakt zum Veranstalter

und Gründer des WEF, Klaus Schwab. Die zwei Polizisten

stellten sich vor und liessen sich von Schwab erklären, dass

es sich bei diesem Symposium um einen internationalen Meinungsaustausch

unter führenden Vertretern aus der Wirtschaft

handle. Mit der Bemerkung, bei irgendwelchen Problemen jederzeit

zur Verfügung zu stehen, hinterliessen die zwei Polizisten

die Telefonnummer des Polizeipostens Davos. Und damit

war der WEF-Einsatz aus polizeilicher Sicht für das Jahr

1971 zu Ende.

Schwab freute sich übrigens sehr, dass sich die beiden Polizisten

bei ihm meldeten und damit das Interesse an diesem

Anlass bekundeten. Bis etwa Mitte der Neunzigerjahre, als die

Sicherheitskräfte aufgrund der Anzahl noch an einem Ort versammelt

werden konnten, nahm sich Schwab jedes Jahr die

Zeit, die Einsatzkräfte persönlich zu begrüssen und ihnen für

ihre wertvolle Arbeit zu Gunsten des WEF zu danken. Seit

Beginn des WEF ist Schwab sehr froh und dankbar, dass die

Sicherheit so gut wie möglich gewährleistet wird. Und daran

hat sich bis heute nichts geändert.

WEF-Geschichten

Bild: as.

Daniel Zinsli ist bei der Kantonspolizei

Graubünden in der Dienstelle

Kommunikation tätig. Der 52-Jährige

blickt mittlerweile auf 31 Dienstjahre

zurück. Zwanzig Mal war er selbst

am WEF in Davos in verschiedensten

Funktionen im Einsatz. Die WEF-Geschichten

erscheinen alternierend zur

«WEF-Stafette» in jeder zweiten «Cuminaivel»-Ausgabe.

Mit offenen Worten

und etwas Humor blickt Zinsli dabei

bis ins Jahr 1971 zurück. In jenem

Jahr fand das Jahrestreffen des WEF

in Davos erstmals statt.


10 /// DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Bereit, den Luftraum

zu schützen

dam. Vor der majestätischen Kulisse der schneebedeckten

Berner Alpen trat das Flugplatzkommando

13 am Dienstagabend zur Fahnenübernahme an. Die

Angehörigen von Fliegergeschwader 13, Support

Abteilung 13, Logistik Abteilung 13 und Sicherungskompanie

13 wurden auf dem Militärflugplatz Meiringen

von Flugplatzkommandant Oberst im Generalstab

Peter Merz willkommen geheissen. Während

des WEF 2015 wird der Luftraum über der gesamten

Schweiz ab Meiringen geschützt. Zudem setzen die

Piloten die Luftraumeinschränkungen über Davos

durch. Zum Einsatz kommen die Miliz-Fliegerstaffel

8 mit F-5 Tiger und die Profi-Fliegerstaffel 11 mit

F/A-18 Hornet.

Bild: Franz Blatter


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015

/// 11

Un lieu de rencontre

au milieu des Alpes

Depuis désormais 44 ans, le sommet du World Economic Forum se tient à Davos. La

réunion annuelle offre une plateforme de discussions aux personnalités du monde

politique, économique et scientifique sur des sujets actuels. Comment expliquer le

succès du WEF

sig/da. Dans une semaine, les regards du

monde entier seront tournés vers la station

de sports d’hiver de Davos. A 1560

mètres, des experts de l’économie, de la

politique, des journalistes, des scientifiques

et des personnalités du monde

de la culture se rencontreront afin de

s’entretenir sur différentes thématiques

« Le WEF nous offre

la chance de façonner

l’agenda global. »

Klaus Schwab

d’actualité. Tout a commencé en janvier

1971. C’est là que la première réunion,

qui depuis lors est devenu internationale,

a eu lieu. 400 représentants de gestion

d’entreprise se sont entretenus à titre

privé. Pour les Grisons Klaus Schwab,

professeur d’économie à Genève à ce

moment-là, l’objectif était de rapprocher

les européens de la pratique de gestion

à succès venant des Etats-Unis. Avec le

développement politique du début des

années septante, l’objectif de la rencontre

s’élargit. En 1974, Schwab a invité

les premiers représentants politiques à

Davos. C’est à la fin des années quatre

-vingt que la rencontre a pris son nom

actuel de «World Economic Forum».

Cette année encore, Davos accueillera le sommet du Word Economic Forum.

Photo: ppf.

Décisions sur les pistes de ski

Depuis le début, Klaus Schwab avait à

cœur de trouver un environnement pour

travailler, qui d’un côté permet d’avoir

des discussions ciblées et de l’autre,

donne la possibilité de s’entretenir de

manière informelle. Ceci était possible

dans ces années-là puisque des décisions

importantes ne se prenaient pas

autour de la table mais plutôt sur les pistes

de ski ou lors de rencontres dans les

couloirs du Centre de Congrès. Schwab

a toujours entretenu cette atmosphère

détendue et s’est occupé avec beaucoup

d’enthousiasme du bien-être de ses invités.

C’est ainsi que très rapidement le

sommet a pu compter sur des invités du

monde de la culture et des médias. La

renommée du WEF, au travers du désormais

légendaire «Spirit of Davos», a été

préservé jusqu’à aujourd’hui. Parmi les

nombreuses personnalités de ces dernières

années, on compte les acteurs Brad

Pitt, Angelina Jolie et Matt Damon ou le

musicien Bono, du groupe de rock U2.

Entre-temps, Schwab a la volonté avec

le WEF de trouver des solutions aux

grands problèmes mondiaux - ni plus,

ni moins. «Cette réunion annuelle nous

donne la possibilité de saisir et de concevoir

l’agenda globale pour les temps à

venir», explique Schwab. «Idéalement,

le WEF devrait servir à la société et impliquer

tout le monde afin de trouver ensemble

des innovations pour le bien-être

de tous. »

Mouvement de protestations

La vision de Schwab ne convainc toutefois

pas tout le monde. En marge du

WEF, des mouvements de protestations

ont souvent lieux. Les opposants reprochent

aux représentants un manque

d’intérêt pour les pays plus démunis.

Parallèlement au WEF, en guise de contre-manifestation

et depuis les années

2000, le «Public Eye Award» récompense

les entreprises sans scrupule.

Cette campagne devrait cependant

prendre fin cette année, puisque la résistance

face au WEF s’est affaiblie ces

dernières années. Ce rendez-vous traditionnel

accueillera cette année plus d’invités

que précédemment. Klaus Schwab

a réussi à faire de sa réunion dans les

Alpes, une figure d’exemple.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 15. JANUAR 2015

/// 12

I bin dr

CdB – Chef

der Berge!

I han au

a Fahna!

Illustration: han.

Kopf des Tages: Sdt Andreas Studer, Bausap Kp 23/4

Bild: rmo.

pbo. Andreas Studer war mitten an der

Arbeit, als wir ihn kennenlernen durften.

Zusammen mit seinen Kollegen

stellt er in Davos vor diversen Hotels

die zahlreichen Sperrgitter auf. Eine

Arbeit, die kräftiges Anpacken erfordert.

Doch das ist sich der 23-jährige

Soldat aus Andelfingen gewöhnt. Als

Forstwart ist er mit dem Arbeiten an

der frischen Luft vertraut. Wie in seinem

Beruf hat die Sicherheit am Arbeitsplatz

auch hier am WEF oberste

Priorität. «Heil wieder nach Hause

kommen», ist daher sein tägliches Ziel.

Nach getaner Arbeit trinkt er

mit seinen Kollegen gerne noch

ein Bier oder klopft einen Jass. Auch

ein Besuch im örtlichen Hallenbad

war bisher möglich. Der gesellige

Hobbyfussballer trifft sich in der Freizeit

seines zivilen Lebens gerne mit

Freunden und hält sich auch gerne im

Fitnesscenter in Form. Auch beruflich

möchte sich Andreas Studer in der

näheren Zukunft weiterentwickeln.

Er sucht deshalb eine neue berufliche

Herausforderung. Vielleicht hilft ihm

dabei ja sein militärisches Netzwerk.

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Herausgeber: Gemeinschaftsproduktion der

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Verantwortliche:

Thomas Hobi, C Kommunikation Kapo GR

Oberst Marco La Bella, C Komm WEF Ter Reg 3

Ausgaben: Erscheint vom 14. 01. - 27. 01. 2015

Davos, 14.01.2015, 14:18

Bild: rmo.

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