Spielplan 2011/2012 - IOCO

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Spielplan 2011/2012 - IOCO

2. Pressekonferenz

des designierten Intendanten des

Theater und Orchester Heidelberg

Holger Schultze

Präsentation des Spielplans

2011/12

Holger Schultze designierter Intendant

Cornelius Meister Generalmusikdirektor

Heribert Germeshausen designierter Operndirektor

Jürgen Popig designierter Leitender Dramaturg Schauspiel

Nanine Linning Choreografin Tanz

Franziska-Theresa Schütz designierte Leiterin des Jungen Theater im Zwinger 3

Sonja Zirkler designierte Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Anne Pöhlmann designierte Projektleiterin Heidelberger Stückemarkt

18. Mai 2011, 11 Uhr

Rathaus der Stadt Heidelberg / Neuer Sitzungssaal

Ab heute finden Sie weitere Informationen auf der Website des Theater Heidelberg,

u.a. Lebensläufe des Ensembles

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Inhalt

Premierenübersicht

Musiktheater

Konzerte

Schauspiel

Tanz

Junges Theater

Festivals

Mitarbeiter

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Premieren 2011|12

Schauspiel

Musiktheater

7. Oktober 2011 Theaterkino

7. Oktober 2011 Zwinger 1

8. Oktober 2011 Probebühnengelände

8. Oktober 2011 Probebühnengelände

8. Oktober 2011 Straßenbahndepot

9. Oktober 2011 Restaurant Horn of Africa

9. Oktober 2011 Neckarschiff Europa

20. Oktober 2011 Theaterkino

28. Oktober 2011 Opernzelt

30. Oktober 2011 Theaterkino

November 2011 Zwinger 1

10. Dezember 2011 Zwinger 1

17. Dezember 2011 Theaterkino

30. Dezember 2011 Theaterkino

24. Februar 2012 Zwinger 1

25. Februar 2012 Theaterkino

5. April 2012 Opernzelt

15. April 2012 Theaterkino

27. April 2012 Zwinger 1

16. Juni 2012 Zwinger 1 Wermut von Katharina Schlender

Ammen von Daniel Goetsch

Freie Sicht von Marius von Mayenburg

Erreger von Albert Ostermaier

retten – zerstören von Robert Woelfl

Wenn ihr kein Brot habt, dann esst halt Kuchen

von Philipp Löhle

Das Ding aus dem Meer von Rebekka Kricheldorf

Der Balkon von Jean Genet

Struwwelpeter (Shockheaded Peter)

von Phelim McDermott / Julian Crouch / Martyn Jacques

Amok von Emmanuel Carrère Uraufführung

Zur Blindheit überredete Augen / Hölderlin

Ein Abend mit Friedrich Hölderlin

Uraufführung

Epic 3.0 von Hubert Schipkowski

Furcht und Hoffnung in Deutschland

von Franz Xaver Kroetz

»Kunst« von Yasmina Reza

Die vier Himmelsrichtungen

von Roland Schimmelpfennig

Elektra von Sophokles

Happy End von Dorothy Lane / Kurt Weill / Bertolt Brecht

Eines langen Tages Reise in die Nacht

von Eugene O’Neill

Uraufführung

Uraufführung

Einigkeit und ... (Arbeitstitel) von Dirk Laucke

S. 92

S. 95

S. 96

S. 101

S. 102

S. 105

S. 107

S. 108

S. 109

S. 113

S. 115

S. 116

S. 119

S. 120

S. 123

S. 124

S. 127

S. 128

S. 131

S. 135

1. Oktober 2011 Opernzelt

26. Oktober 2011 Zwinger 1

5. November 2011 Opernzelt

25. November 2011

Rokokotheater Schwetzingen

29. Januar 2012 Opernzelt

10. März 2012 Opernzelt

20. Mai 2012 Opernzelt

22. Oktober 2011 Opernzelt

18. Februar 2012 Opernzelt

1. Oktober 2011 Zwinger 3

2. Oktober 2011 Zwinger 3

7. Oktober 2011 Zwinger 3

19. November 2011 Opernzelt

3. März 2012 Zwinger 3

21. April 2012 Zwinger 3

Aida von Giuseppe Verdi / Antonio Ghislanzoni

Las cartas de Frida

von Marcela Rodríguez / Frida Kahlo

Festliche Operngala

Marco Attilio Regolo

von Alessandro Scarlatti / Matteo Noris

Carmen von Georges Bizet / Henri Meilhac / Ludovic Halévy

Der tausendjährige Posten oder Der Germanist

von Franz Schubert / Irene Drische / Elfriede Jelinek

Ariadne auf Naxos

von Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal

Tanz

Requiem von Nanine Linning

Sammlung Prinzhorn

von Christoph Klimke / Johann Kresnik

Junges Theater

Sput & Nik von Gertrud Pigor

Uraufführung

Schwestern von Theo Fransz

Deutsche Erstaufführung

Uraufführung

Uraufführung

Human Being Parzival von Bernhard Studlar

Der kleine Muck nach Wilhelm Hauff

Elses Geschichte von Michail Krausnick

The Beach Live-Hörspiel nach Alex Garland

Uraufführung

Uraufführung

S. 18

S. 20

S. 23

S. 24

S. 25

S. 26

S. 29

S. 140

S. 143

S. 152

S. 153

S. 159

S. 160

S. 161

S. 162

17. Juni 2012 Heidelberger Schloss

Der kleine Ritter Trenk von Kirsten Boie

S. 164

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Der

tausendjährige

Posten

Marco Attilio Regolo

Festliche OperngalaAida

Las cartas de Frida

Carmen

Musiktheater

Ariadne auf Naxos

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Oper in vier Akten

von Giuseppe Verdi

Dichtung von Antonio Ghislanzoni

In italienischer Sprache

mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung

Cornelius Meister

Regie

Lydia Steier

Bühne

Katharina Schlipf

Kostüme

Siegfried Zoller

Ruhm

Selbstaufopferung

Heimtückisch

Ägypten

Orakel Aida Politische

Gefangenschaft Zwänge

Gericht

Liebestod

Rivalinnen

Königstochter

Pharaonen List Heimliche Liebe

Verrat

Aushorchen Vaterlandsliebe

Eifersucht

Äthiopien

Flucht

Ägypten liegt mit Äthiopien im Krieg. Der ägyptische Feldherr

Radamès träumt von militärischem Ruhm und der Heirat mit

der äthiopischen Sklavin Aida – eine heimliche Liebe hat sich

zwischen den beiden entsponnen. Doch nicht nur hat Aida in

Amneris, der ägyptischen Königstochter, die ebenfalls um Radamès’

Gunst buhlt, eine politisch mächtige Rivalin – auch fühlt sie sich

in tiefem Zwiespalt zwischen ihrer Liebe zu dem ägyptischen

Krieger und den Verpflichtungen gegenüber ihrem Heimatland

sowie ihrem Vater Amonasro. Als Herrscher Äthiopiens kämpft

dieser an der Spitze seines Heers gegen die Ägypter und fordert

von seiner Tochter, dem Geliebten den geheimen Schlachtplan

zu entlocken. Als Aida und Radamès beschließen, miteinander

zu fliehen, wird Radamès gefangen genommen und wegen Landesverrats

zum Tode verurteilt. Vergeblich fleht Amneris, die sich

noch immer Radamès’ Lossagung von Aida erhofft, um Gnade,

während die beiden Liebenden, vereinigt in der Todesgruft, sich

in Fantasien über das gemeinsame Glück im Jenseits verlieren.

Partido Comunista

Revolution

Casa Azul

Identität Einsamkeit

Las cartas de Frida

SchmerzZerrissenheit

Natur

Gerechtigkeit

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo fasziniert nicht nur

mit ihren Bildern. Auch als starke Persönlichkeit, die den

Uraufführung lebenslangen schweren Folgen eines Verkehrsunfalls immer wieder

Lebensmut und künstlerische Kreativität abtrotzte, ist sie

Kammeroper

für Schauspielerin und Sopran

mythenumrankt. 2002 wurde ihr Nachlass veröffentlicht. Aus den

von Marcela Rodríguez

Text Frida Kahlo Briefen und Tagebuchnotizen hat die international renommierte

In spanischer Sprache

mit deutschen Übertiteln

mexikanische Komponistin Marcela Rodríguez eine Kammeroper

geschaffen, die das Leben dieser beeindruckenden Frau facettenreich

ausleuchtet: Kahlos politisches Engagement für ein

Musikalische Leitung

Mirga GraŽinytė

freieres,

Regie

Johanna Wehner

Bühne

Melanie Fürst

Kostüme

Miriam Draxl

Lust

Mexiko

Zweifel

Ritual

Kreativität

Kraft

Amour fou

gerechteres Mexiko und ihr Verhältnis zu Leo Trotzki, den sie

im Exil versteckte, ihr kulturelles Umfeld und die Bekanntschaft

mit dem europäischen Surrealistenkreis um André Breton, die

aufreibende Liebe zu ihrem Mann Diego Rivera und ihre zahlreichen

Affären. Dabei legen die Selbstzeugnisse einen Blick

frei auf Kahlos Reflexion des künstlerischen Schaffens, das hier

allem voran eine Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit

ist und sich speist aus der Ambivalenz zwischen Schmerz,

Verzweiflung, Einsamkeit und einer unbändigen Willenskraft,

Sinnlichkeit und Lebenslust.

Lebendig

Las dos Fridas

Selbstbewusstsein

Lo que el agua me dio

Premiere

1. Oktober 2011

Opernzelt

Premiere

26. Oktober 2011

Zwinger 1

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Festliche Operngala

Mit Musik von

Francesco Cilèa, Ruggero Leoncavallo,

Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi,

Leonard Bernstein und anderen

Musikalische Leitung

Dietger Holm

Moderation

Heribert Germeshausen

Als »Kraftwerk der Gefühle« hat Alexander Kluge die Oper

bezeichnet, in einer kalten, rationalen Welt, in der Emotionen

als Schwäche ausgelegt werden und emotionale Verkarstung

als Vergeistigung missverstanden wird. In unserer festlichen

Operngala werden mit Carolyn Frank, Sharleen Joynt, Hye-Sung Na,

Anna Peshes, Silke Schwarz, James Homann, Winfrid Mikus,

Pavel Shmulevich, Wilfried Staber und Angus Wood alle Sänger

unseres festen Ensembles auf der Bühne stehen und die Emotionen

zum Sieden bringen. Sie präsentieren in Arien und Ensembles

Höhepunkte vornehmlich des italienischen Opernrepertoires,

wobei wir einen Schwerpunkt auf Werke setzen, die längere Zeit

nicht in Heidelberg zu hören waren.

Taktieren

RomTriumph

Friedensverhandlungen

Marco Attilio Regolo

Soldaten

Karthago

Treue

Leidenschaft

Gefangenschaft

RacheKrieg

Täuschen

Unsicherheit

Tod Delirium

Happy

Z

End ur Zeit des Ersten Punischen Krieges: Der römische Feldherr

Marco Attilio Regolo ist von den Karthagern für die Friedensverhandlungen

nach Rom geschickt worden. Dem Karthager

Deutsche Erstaufführung

Dramma per musica in drei Akten Amilcare wurde Eraclea zur Braut versprochen – er ist jedoch in

von Alessandro Scarlatti

Fausta verliebt, die Frau des Attilio Regolo. Als dieser zurückkehrt

und erklärt, der Senat von Rom habe beschlossen, den Krieg

Text Matteo Noris

In italienischer Sprache

mit deutschen Übertiteln

fortzusetzen, lässt Amilcare ihn gefangen nehmen und befiehlt

Musikalische Leitung

Rubén Dubrovsky

Regie

Eva-Maria Höckmayr

Bühne

Nina von Essen

Kostüme

Julia Rösler

Liebe

Vertrauensverlust

Eifersucht Intrigen

dessen Ermordung. Fausta jedoch bleibt standhaft und will sich

nun selbst in den Tod stürzen, um dem Gatten weiter treu zu

sein. Amilcares Untergebener Santippo wiederum liebt Emilia,

die Tochter Attilios und Faustas, und stellt dem Vater die Freiheit

in Aussicht, wenn dieser ihm Emilia zur Frau gibt … Die in freier

Form aufgegriffenen Kriegshandlungen aus dem 3. Jahrhundert

vor Christus geben in diesem Dramma per musica von Alessandro

Scarlatti, einem der bedeutendsten Vertreter der Neapolitanischen

Oper, Anlass zu allerlei Missverständnissen und Liebesintrigen,

die in die politischen Ereignisse verwoben sind. Als die

verfeindeten Heere erneut zum Kampf zusammentreffen, scheinen

sich die persönlichen Wogen zu glätten.

Premiere

5. November 2011

Opernzelt

Premiere

25. November 2011

Rokokotheater Schwetzingen

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Zerstörung

Spiel

Anarchie

Opéra comique in vier Akten

von Georges Bizet

Text Henri Meilhac

und Ludovic Halévy,

nach der Novelle

von Prosper Mérimée

In französischer Sprache

mit deutschen Übertiteln

Konsequent

Grenzüberschreitung

Gesetzlos

Reiz Unberechenbar

Hitzig Sinnlichkeit

Verführung Carmen

Selbstaufgabe

Musikalische Leitung

Dietger Holm

Regie

Nadja Loschky

Bühne und Kostüme

Gabriele Jaenecke

Jetzt

Pflicht

Verfallen

Laster

Freiheit

Trieb

Tod

Gehorsam

Si tu ne m’aimes pas, je t’aime – Wenn du mich nicht liebst,

dann liebe ich dich«, so lautet Carmens Credo über die Liebe,

die kein Gesetz kennt. Leidenschaftliche Unberechenbarkeit und

Willkür kennzeichnen auch sonst die Haltung dieser sich allen

Konventionen verweigernden Frau, die die Freiheit und das Auskosten

des Moments über alles stellt. Damit übt sie größte Faszination

aus auf die sie umgebende Männerwelt – insbesondere

auf den jungen Soldaten José. In ihm weckt Carmen die Sehnsucht

nach Lebensentwürfen jenseits bürgerlicher Werte und Pflichten –

und konfrontiert ihn mit der Schwierigkeit, diese zu leben. Immer

wieder gerät er in Zwiespalt zwischen seiner Leidenschaft und

den Anforderungen, die Familie, Beruf und Gesellschaft an ihn

stellen; zweimal muss Micaela, mit der ihn einst die Aussicht auf

eine gemeinsame Zukunft verband, ihn an seine sterbende Mutter

erinnern, um ihn der Verführungskraft Carmens zu entreißen. Als

diese Josés Unentschlossenheit satt hat und sich dem rassigen

Escamillo hingibt, meint nun seinerseits José, seinen Tribut von

Carmen fordern zu können. Doch sie folgt ihrem Ideal mit letzter

Konsequenz, koste es den Tod.

50er-Jahre-Idylle

Identität

Heuchelei

Verleumdung

Lüftl-Report

Antisemitismus

Krieg

Franz Schuberts Singspiel Der vierjährige Posten erzählt von der

Fahnenflucht aus Liebe eines an der deutsch-französischen

Uraufführung Grenze stationierten Soldaten; im Einakter Die Zwillingsbrüder

Oper in drei Akten bringt die unerwartete Rückkehr zweier Zwillingsbrüder aus der

Musik Franz Schubert

Fremdenlegion eine Verlobung durcheinander. Elfriede Jelineks

Libretto Irene Drische und

Elfriede Jelinek basierend auf Bearbeitung verleiht den heiteren Singspiel-Handlungen einen

Der vierjährige Posten (D 190),

Singspiel in einem Aufzug

bitterbösen Dreh und thematisiert damit den wahren Fall des

von Theodor Körner, Holocaust-Leugners Walter Lüftl, der 2009 von der Technischen

und Die Zwillingsbrüder (D 647),

Singspiel in einem Aufzug, Universität Wien mit dem Goldenen Ingenieurdiplom ausgezeichnet

wurde: Prof. Dr. Hans Schall, einstmals SS-Hauptsturm-

nach dem Französischen

von Georg Ernst von Hoffmann

führer Schaal, hat sich nach dem Krieg in alter Gesinnung eine

Musikalische Leitung neue Identität gegeben – »einzig aus Liebe« zu seiner Frau. Die

Dietger Holm

Regie

Andrea Schwalbach

Lebenslüge

Der tausendjährige Posten

Bühne und Kostüme

Anne Neuser

Blind Vetternwirtschaft

Schuld

Persilschein

Neuanfang

Nazi-Verbrechen

oder Der Germanist

notwendige zweite Hochzeit zwischen den beiden in den 1950er-

Jahren wäre beinahe gescheitert und der ganze Plan aufgeflogen,

als Kamerad Spieß aus Sibirien heimkehrte und sein Anrecht auf

die Witwe des angeblich Verstorbenen geltend machen wollte.

Nun blickt Schall auf eine erfolgreiche Laufbahn als Germanist

zurück. Just als ihm von der Universität eine Ehrenmedaille verliehen

wird, deckt die Presse den Betrug auf.

Premiere

29. Januar 2012

Opernzelt

Premiere

10. März 2012

Opernzelt

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Stein

Vertraute

Theseus Nächster Verehrer

Muntere Gesellschaft Um neun Uhr

Großmächtige Prinzessin Lustiges Nachspiel Göttliche Lust

Zufällig Pünktlich

HingegebenBräutigam

Totenreich

Höhle

Hoffen Zagen

Gleichzeitig

»Musik ist Feuerwerk

eine heilige Ariadne auf Naxos

Nachher

Kunst«

Spektakel »Kommt der Stumm

Vorher

Oper in einem Aufzuge

nebst einem Vorspiel

von Richard Strauss

Text Hugo von Hofmannsthal

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Musikalische Leitung

Cornelius Meister

Regie

Lorenzo Fioroni

Bühne

Stefan Heyne

Kostüme

Sabine Blickenstorfer

Circe

Ewige Sterne

neue Gott

Wüste Insel

gegangen …«

Fliehen

Einmischen

Schmerzen

Im Haus eines neureichen Herren soll als prestigeträchtige

Abendunterhaltung zunächst die heroisch-tragische Oper

Ariadne auf Naxos eines jungen, aufstrebenden Komponistentalents

zur Uraufführung kommen, anschließend die Komödie

Zerbinetta und ihre vier Liebhaber von einer Commedia dell’Arte-

Truppe zum Besten gegeben werden. Der ehrgeizige Komponist

bangt um die Wirkung seines Werkes – und ist dem Nervenzusammenbruch

nahe, als der Zeremonienmeister nun auch noch

befiehlt, beide Werke gleichzeitig zur Aufführung zu bringen.

Doch für Primadonnen-Allüren, Buffo-Scherze und Kunstdebatten

hinter den Kulissen ist es nun zu spät: Die Oper beginnt, und so

wird Ariadnes wüste Insel, auf der sie sich der Todessehnsucht

hingibt, da der geliebte Theseus sie verlassen hat, belebt von

der Komödientruppe rund um Zerbinetta. Diese kann die Seelenqualen

ihrer Geschlechtsgenossin nicht verstehen; vergeblich

versucht sie, ihr die Süße eines wechselreichen Liebeslebens

nahezubringen. Als schließlich Bacchus erscheint, in dem Ariadne

den Todesboten zu erkennen meint, glaubt Zerbinetta ihr Credo

erfüllt: »Kommt der neue Gott gegangen ...« Mit dieser Produktion

verabschiedet sich Generalmusikdirektor Cornelius Meister

nach sieben Jahren vom Heidelberger Publikum.

Sängerporträt

In der neuen Reihe Sängerporträt haben Sie die Gelegenheit,

die Mitglieder des Heidelberger Opernensembles im kleinen

konzertanten Rahmen kennenzulernen. Lassen Sie sich überraschen,

wenn sich unsere Sängerinnen und Sänger musikalisch

von ungewohnter Seite präsentieren. Durch das Programm, in

dem Sie je zwei oder drei Stimmen, allein und im Ensemble, hören

können, führt Operndirektor Heribert Germeshausen.

Oktober 2011

Carolyn Frank & Pavel Shmulevich

November 2011

Silke Schwarz & James Homann & Winfrid Mikus

Februar 2012

Hye-Sung Na & Anna Peshes & Angus Wood

April 2012

Sharleen Joynt & Wilfried Staber

DDDie Termine entnehmen Sie bitte dem Monatsspielplan.

Premiere

20. Mai 2012

Opernzelt

Oktober 2011 – April 2012

Palais Prinz Carl

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Composers in Focus

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Ab der Spiel -

zeit 2012|13 wird mit dem Einzug in das neue Theater der

Auseinandersetzung mit der musikalischen Gegenwart eine zentrale

Rolle in unserem Musiktheaterrepertoire zukommen. Was

aufgrund der verkürzten Spielzeit und der Ausweichspielstätten

in der Saison 2011|12 nur begrenzt möglich ist, holen wir im

darauffolgenden Jahr nach: Gleich zwei große Musiktheaterpremieren

sind der Musik des 21. Jahrhunderts gewidmet. In einem

Fall wollen wir den Vorhang bereits etwas lüften. Wolfgang Rihm,

einer der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit, wird im Frühjahr

2013 im Zentrum unseres Interesses stehen. Denn es ist uns

gelungen, die Aufführungsrechte der ersten Neuinszenierung

nach der Uraufführung für eine seiner zentralen Opern zu erhalten.

Ein Werk, das wie gemacht ist für eine geistig offene, pulsierende

Universitätsstadt. Sie dürfen gespannt sein! Der Komponist ist

bereits in unserer ersten Spielzeit vor Ort und für das Heidelberger

Publikum in einem Kammerkonzert erlebbar. 2012 feiert

er seinen 60. Geburtstag – feiern Sie mit!

13. Mai 2012, 11 Uhr

Palais Prinz Carl

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Die Geschöpfe

des Prometheus

Matthäus-

Die

PassionPrometheus Bremer Stadtmusikanten

Konzert für Harfe und Orchester

Konzerte

Ali

Das schlaue und der

Füchslein Zauberkrug

4. Symphonie H 305

Stabat Mater

Weihnachts-Oratorium

Konzert für Kontrabass und Orchester fis-Moll

Missa in angustiis

Klangbogen

The Young Person’s Guide to

the Orchestra

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David Philip Hefti

Komponist für Heidelberg 2011|12

Jamilia Jazylbekova

Heidelberger Künstlerinnenpreis 2012

David Philip Hefti, Gewinner des renommierten Gustav Mahler

Wettbewerbes und des George Enescu Wettbewerbes, gehört

zu den bedeutendsten Schweizer Komponisten der Gegenwart.

Die Neue Zürcher Zeitung beschrieb seine Kompositionen als

»Gebilde, in denen die Gefühlswelten in ihrer Gegensätzlichkeit

aufeinanderprallen«, als eine Musik, »die sich nicht anbiedert

und die doch schon beim ersten Höreindruck zu fesseln

vermag«. Heftis Schaffen reicht von Kammermusik über Ensemblekompositionen

bis hin zu Werken für Orchester. Er studierte

Kompo sition, Dirigieren, Klarinette und Kammermusik, unter

anderem bei Wolfgang Rihm, Rudolf Kelterborn, Cristóbal Halffter

und Wolfgang Meyer. Zahlreiche Konzerte verbinden ihn mit

Dirigenten wie David Zinman, Ralf Weikert, Jac van Steen, Michael

Sanderling und Howard Griffiths und mit so namhaften Ensembles

wie dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Deutschen

Radio Philharmonie. David Philip Hefti hat in jüngster Zeit Auftragswerke

für das Tonhalle-Orchester Zürich, die Augsburger

Philharmoniker, das Luzerner Sinfonieorchester, das Radio-Sinfonieorchester

Wien und das Leipziger Streichquartett komponiert.

David Philip Hefti ist Komponist für Heidelberg 2011|12. Im

1. Philharmonischen Konzert zur Eröffnung der Konzertsaison

steht sein Orchesterwerk Klangbogen als deutsche Erstaufführung

auf dem Programm. Im 7. Philharmonischen Konzert

präsentiert Hefti in einer Uraufführung sein neuestes Orchesterwerk,

eine Auftragskomposition des Theater und Orchester

Heidelberg.

Das Werk der kasachischen Komponistin Jamilia Jazylbekova

ist vom spirituellen Naturverständnis und von den Musizierformen

ihrer zentralasiatischen Heimat geprägt. Nach ihrem

Studium in Almaty und Moskau kam die Künstlerin 1995 nach

Bremen, wo sie bei Younghi Pagh-Paan und Klaus Huber Komposition

studierte. Neben Auszeichnungen und Stipendien, beispielsweise

der renommierten Villa Massimo in Rom, des Berliner

Senats oder der Villa Aurora (Los Angeles), erhielt die bedeutende

Komponistin zahlreiche Kompositionsaufträge, zum Beispiel von

Radio Bremen oder dem MaerzMusik Festival Berlin. 2012 wird

Jazylbekova, deren Arbeiten vom Ensemble Modern, vom Arditti

Streichquartett, dem Klangforum Wien oder vom Leipziger Streich -

quartett aufgeführt werden, mit dem Heidelberger Künstlerinnenpreis

ausgezeichnet. Der Heidelberger Künstlerinnenpreis zählt

zu den wichtigsten Kulturpreisen des Landes und ist der weltweit

einzige Preis, der ausschließlich an Komponistinnen vergeben

wird. 1987 initiiert, wird der Preis seit 2007 von der Stadt

Heidelberg verliehen und vom Theater und Orchester Heidelberg

ausgerichtet. Unter den Preisträgerinnen finden sich so namhafte

Künstlerinnen wie Adriana Hölszky, Sofia Gubaidulina, Olga Neuwirth

und Kaija Saariaho. 2012 feiert der Preis sein 25-jähriges

Jubiläum. Aus diesem Anlass wird im 4. Philharmonischen

Konzert von Jamilia Jazylbekova eine Auftragskomposition des

Theater und Orchester Heidelberg und des Deutschlandfunk

uraufgeführt. Der Deutschlandfunk als langjähriger Medienpartner

zeichnet das Konzert auf und strahlt es bundesweit aus.

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Tzimon Barto

Cornelius Meister

1. Philharmonisches Konzert

2.

Philharmonisches Konzert

Viviane Hagner

Nicholas Milton

Deutsche Erstaufführung

David Philip Hefti

Klangbogen

Peter Iljitsch Tschaikowsky

Konzert für Klavier und

Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23

Jean Sibelius

Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Klavier

Tzimon Barto

Dirigent

Cornelius Meister

Zur Eröffnung der neuen Konzertsaison stellt sich David Philip

Hefti mit einem Klangbogen als Komponist für Heidelberg

2011|12 vor. Aus einem einzigen Klangfaden entspinnen sich

zwischen Nervosität und vollkommener Ruhe schwankende Klang-

flächen, die im Abgesang eines einzelnen Cellos münden. Mit

seinem 1. Klavierkonzert schuf Tschaikowsky wohl eine seiner

berühmtesten Kompositionen, wenn nicht eines der berühmtesten

Werke des klassisch-romantischen Kanons überhaupt. Für das

Konzert, in dem der »Kampf zweier ebenbürtiger Kräfte« sowie

Kraft und Frische klanglich eindrucksvoll dargestellt sind, konnte

der US-amerikanische Pianist Tzimon Barto gewonnen werden.

Zu den Junispielen 1901 des städtischen Allgemeinen Deutschen

Musikvereins weilte der Finne Jean Sibelius am Neckar und präsentierte

seine musikprogrammatischen Werke Der Schwan von

Tuonela und Lemminkäinen zieht heimwärts. In seiner 2. Symphonie

hingegen, die im selben Jahr entstand, konzentriert er sich ganz

auf absolute Musik. Mit eingängigen Melodien, mitreißenden

Rhythmen und in einem berauschenden Klanggewand fand Sibelius

seinen ganz eigenen Zugriff auf die Gattung Symphonie.

William Walton

Prelude and Fugue: The Spitfire

Béla Bartók

Konzert für Violine

und Orchester Nr. 2 Sz 112

Edward Elgar

Variations on an Original Theme –

Enigma op. 36

Violine

Viviane Hagner

Dirigent

Nicholas Milton

William Walton war neben Edward Elgar, Ralph Vaughan

Williams und Benjamin Britten nicht nur einer der wichtigsten

englischen Kompo nisten, sondern auch ein anerkannter

Filmmusikkomponist, der beispiels weise die Musiken zu den

Shakespeare-Verfilmungen von Laurence Olivier lieferte. Sein

Prelude and Fugue: The Spitfire schrieb er für The First of the

Few, einen Film des Regisseurs von Vom Winde verweht: Leslie

Howard. Mit Béla Bartóks 2. Violinkonzert und Viviane Hagner

eröffnen wir unsere Reihe mit Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts.

Streng an den klas sischen Vorbildern ausgerichtet, komponierte

der Pianist Bartók, des Geigenspiels selbst nicht mächtig,

ein verspieltes Konzert, das vor allem im dritten und letzten Satz,

einem Variationensatz, höchste spieltechnische Anforderungen

an die Solistin stellt. In seinen insgesamt vierzehn Variations

on an Original Theme, besser bekannt als Enigma Variations,

porträtierte der Brite Edward Elgar Menschen aus seinem Umfeld.

Seinen »Freunden, die darin abgebildet sind« gewidmet, begeistert

das abwechslungsreiche Werk durch die Vielfalt der Klangfarben

und der musikalischen Charaktere.

12. / 13. Oktober 2011, 20 Uhr

Stadthalle

16. November 2011, 20 Uhr

Stadthalle

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3.

Wolfgang Beuschel

Sebastian Manz

Philharmonisches Konzert

Matthias Foremny

4.

Baiba Skride

Philharmonisches Konzert

André de Ridder

Franz Liszt

Prometheus

Symphonische Dichtung Nr. 5

Carl Maria von Weber

Konzert für Klarinette

und Orchester Nr. 2

Es-Dur op. 74 J 118

Ludwig van Beethoven

Die Geschöpfe des Prometheus op. 43

Musik zu dem heroisch-allegorischen

Ballett in zwei Akten von

Salvatore Vigano

Text Wolfgang Beuschel

Klarinette

Sebastian Manz

Sprecher

Wolfgang Beuschel

Dirigent

Matthias Foremny

Der sagenhafte Prometheus, der als »Vorausdenkender« den

Menschen nicht nur erschuf, sondern ihm verbotenerweise

das Feuer und hiermit Kultur und Fortschritt bescherte, hat Dichter,

Maler und Komponisten seit jeher zu Meisterwerken inspiriert.

Franz Liszt, der mit seinen Symphonischen Dichtungen eine

neue Gattung begründete, war insbesondere von Johann Gottfried

Herders Adaption des Mythos in seinem Drama Der entfesselte

Prometheus fasziniert. In seiner Tondichtung Prometheus be -

schreibt Liszt die griechische Sagenfigur durch starke musikalische

Kontraste und zeichnet mit Tönen einen zwischen Trotz

und Leid schwankenden Charakter. Ludwig van Beethoven komponierte

gleich eine ganze Ballettmusik, die als Schlüsselwerk

für sein Schaffen angesehen werden kann. Angesiedelt zwischen

allegorischer Pantomime und heroischem Ballett entwickelt

Beethoven in enger Anlehnung an die antike Sage eine Folge

von reizvollen Nummern. Mit Carl Maria von Webers Zweitem

Klarinettenkonzert stellt sich das Ausnahmetalent Sebastian

Manz in Heidelberg vor. Ausgebildet bei Sabine Meyer, erhielt

der junge Klarinettist 2008 den 1. Preis des renommierten ARD-

Musikwettbewerbs sowie drei weitere Sonderpreise.

Uraufführung

Jamilia Jazylbekova

Auftragskomposition

des Theater und

Orchester Heidelberg

und des Deutschlandfunk

Aram Chatschaturjan

Konzert für Violine

und Orchester d-Moll

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 38

KV 504 D-Dur »Prager«

Violine

Baiba Skride

Dirigent

André de Ridder

Mit der Uraufführung einer Auftragskomposition der kasachischen

Komponistin Jamilia Jazylbekova, Trägerin des

Heidelberger Künstlerinnenpreises 2012, läuten wir das neue

Jahr ein. Nach Viviane Hagner im 2. Philharmonischen Konzert

interpretiert die international gefragte lettische Geigerin Baiba

Skride mit dem mitreißenden Violinkonzert aus dem Jahr 1949

von Aram Chatschaturjan ein weiteres Meisterkonzert des 20. Jahr -

hunderts. Ganz seiner Heimat verbunden, hat der armenische

Komponist eine energiegeladene und rauschende Musik geschaffen,

die in ihrer traditionellen Formsprache zeitweise an Borodin

erinnert und deren schwermütige folkloristische Wendungen auf

Chatschaturjans orientalisch-kaukasische Herkunft verweisen.

Mozarts Prager Symphonie stellt in mancherlei Hinsicht eine

Besonderheit dar: Das dreisätzige Werk ist nicht nur mit Blick

auf die klanglichen wie formalen Aspekte bemerkenswert, sondern

es weist auch die längste Adagio-Einleitung auf, die Mozart

je geschrieben hat. In ihrer opernhaften Dramatik und mit motivischen

Bezügen zu Le Nozze di Figaro und Don Giovanni ist sie

zudem eine seiner dramatischsten Symphonien.

14. Dezember 2011, 20 Uhr

Stadthalle

18. Januar 2012, 20 Uhr

Stadthalle

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Nabil Shehata

5.

Cornelius Meister

Philharmonisches Konzert

6.

Veronika Eberle

Philharmonisches Konzert

Mikhel Kütson

Leoš Janáček

Suite aus der Oper in drei Akten

Das schlaue Füchslein

Sergei Koussevitzky

Konzert für Kontrabass

und Orchester fis-Moll op. 3

Bohuslav Martinů

Symphonie Nr. 4 H 305

Kontrabass

Nabil Shehata

Dirigent

Cornelius Meister

Leoš Janáčeks Oper Das schlaue Füchslein gehört mit ihrer

märchenhaften Handlung und den impressionistischen wie

folkloristischen Anklängen in der Musik zu den originellsten

Werken des tschechischen Komponisten. Kein Wunder also, dass

sein Landsmann, der Dirigent Václav Talich, eine Orchestersuite

für den Konzertsaal zusammenstellte. Kaum bekannt ist die Tatsache,

dass der bedeutende Mäzen und Dirigent Sergei Koussevitzky

auch als Kontrabassvirtuose außerordentlich erfolgreich

war. So ist es wohl auch kein Zufall, dass eines der wenigen

Stücke, die er komponierte, ein Kontrabasskonzert ist. Nabil

Shehata machte als 1. Solo-Kontrabassist sowohl bei der Staatskapelle

Berlin als auch bei den Berliner Philharmonikern Karriere.

Mittlerweile tritt er als gefragter Solist bei großen Orchestern

und Festivals auf. Zurück zur tschechischen Musik führt Bohuslav

Martinůs 4. Symphonie. Wie so viele Komponisten des 20. Jahrhunderts

im US-amerikanischen Exil wirkend, wurde Martinů

1942 von niemand anderem als Sergei Koussevitzky zu seiner

1. Symphonie angeregt. In seiner 4. Symphonie zeigt sich der

55-Jährige im Jahr 1945 wie in kaum einem Werk als sonniger

Optimist: voller Elan, mit klanglicher Wärme und emotionaler

Intensität.

Dmitri Schostakowitsch

Konzert für Violine

und Orchester Nr. 1

a-Moll op. 77

Sergei Rachmaninoff

Symphonische Tänze op. 45

Violine

Veronika Eberle

Dirigent

Mikhel Kütson

1948 war ein schweres Jahr für die Komponisten in der ehemaligen

Sowjetunion, die den Vorgaben der herrschenden

Kulturpolitik entgegenstanden, wurde doch so namhaften Künstlern

wie Prokofjew, Chatschaturjan und auch Schostakowitsch

Berufsverbot erteilt. Die ersten Entwürfe zu Schostakowitschs

Violinkonzert Nr. 1 fallen genau in diese Zeit und so wundert

es nicht, dass das Konzert erst Jahre später zur Uraufführung kam.

Die Musik ist geprägt von der Süße und Wehmut jüdischer Musik,

die mit dem Personalstil des Komponisten eine faszinierende

Bindung eingeht. Im 6. Philharmonischen Konzert beschließt

Veronika Eberle die Reihe mit Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts.

Die junge Interpretin gehört spätestens seit ihrem Debüt

bei den Salzburger Festspielen 2006 unter Sir Simon Rattle zu

den gefragtesten Geigerinnen weltweit. Auch Rachmaninoff wider-

setzte sich der Kulturpolitik des Sowjetregimes; nicht ohne Grund

unterzeichnete er 1931 im US-amerikanischen Exil zwei antisowjetische

Protestnoten, die den Boykott seiner Werke in seiner

russischen Heimat zur Folge hatten. Die Symphonischen Tänze,

seine letzte große Komposition, entstanden fern der Heimat auf

Long Island.

22. / 23. Februar 2012, 20 Uhr

Stadthalle

21. März 2012, 20 Uhr

Stadthalle

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Xavier de Maistre

Francesco Angelico

7. Philharmonisches Konzert

8.

Philharmonisches Konzert

Cornelius Meister

Uraufführung

David Philip Hefti

Auftragskomposition

des Theater und

Orchester Heidelberg

Alberto Ginastera

Konzert für Harfe

und Orchester op. 25

Antonín Dvořák

Symphonie Nr. 8

G-Dur op. 88 B 111 »Englische«

Harfe

Xavier de Maistre

Dirigent

Francesco Angelico

Der argentinische Komponist Alberto Ginastera steht mit seinen

Werken zwischen den Kompositionstechniken zeitgenössischer

Avantgarde und argentinischer Folklore. Sein kraftvolles

und rhythmisch mitreißendes Harfenkonzert komponierte er

für den bedeutenden Harfenisten Nicanor Zabaleta. Mit Xavier

de Maistre konnte ein wahrer Meister seiner Zunft gewonnen

werden. Der ECHO-Gewinner und ehemaliges Mitglied der Wiener

Philharmoniker begeistert vor allem mit seinem selbstbewussten

und zupackenden Spiel. »Ich habe den Kopf voller Ideen. [...]

Das Komponieren geht über Erwartung leicht, und die Melodien

fliegen mir nur so zu«, berichtet Antonín Dvořák in einem Brief

aus dem Herbst 1889. Nach der eher verschatteten 7. Symphonie

komponierte er auf seinem idyllischen Sommerlandsitz Vysoká

mit der Achten eine strahlende, schillernde Musik. Inspiriert

von der landschaftlichen Schönheit ist das Werk durchzogen von

folkloristischen Elementen und sprudelt über an musikalischen

Einfällen. Eröffnet wird der Konzertabend mit der Uraufführung

eines neuen Orchesterwerkes von David Philip Hefti, unserem

Komponisten für Heidelberg 2011|12.

Anton Bruckner

Symphonie Nr. 8

c-Moll WAB 108

(2. Fassung von 1890)

Dirigent

Cornelius Meister

Wie kaum ein anderer Komponist steht Anton Bruckner in

der Musikgeschichte für Monumentalität und Erhabenheit

spätromantischer Symphonik. Mit seiner 8. Symphonie schuf

der österreichische Komponist im Anschluss an sein Te Deum ein

Werk, welches nicht nur seine längste Komposition werden sollte,

sondern zum Größten gehörte, was die symphonische Konzert-

literatur seinerzeit vorzuweisen hatte. Bruckner selbst sprach von

seinem »Mysterium«; Hermann Levi, der Bruckners 7. Symphonie

mit großem Erfolg zur Uraufführung gebracht hatte, bezeichnete

den letzten Satz der Achten als ein »verschlossenes Buch«; auch

der Beiname »Apokalyptische« findet sich oft. In seiner letzten

vollendeten Symphonie zeigt sich der oft als naiv, unbedarft oder

auch als unintellektuell gescholtene Komponist als großer Klangarchitekt,

der mit einer enormen Orchesterbesetzung eine Musik

der klanglichen Extreme und von philosophischer Tiefe fand.

25. April 2012, 20 Uhr

Stadthalle

23. / 24. Mai 2012, 20 Uhr

Stadthalle

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Bachchor-Konzerte

Bachchor Heidelberg

Peterskirche

Philharmonisches

Orchester Heidelberg

Piccolokonzerte

Dirigent

Dietger Holm

Dirigent

Christian Kabitz

1. Bachchor-Konzert

30. Oktober 2011, 20 Uhr

DDAntonín Dvořák Stabat Mater op. 58

2. Bachchor-Konzert

10. Dezember 2011, 20 Uhr

DDJohann Sebastian Bach Weihnachts-Oratorium

BWV 248 Kantate I-III

0–5 Jahre

Musik aus Peter Iljitsch Tschaikowsky

Der Nussknacker

Suite Nr. 1 op. 71a

Erzählerin und Einrichtung

Sabine Georg

Dirigent

Dietger Holm

1. Piccolokonzert

Am ersten Advent öffnet das Opernzelt zum zweiten Mal seine

Pforten für unsere Allerkleinsten und lädt zu einem besonderen

Konzert ein. Flauschig und gemütlich geht es in der Zelt arena

zu, wenn das junge Publikum sich auf Teppichen und Kissen

zwischen den Musikern zu Klängen aus Tschaikowskys Nussknacker-Suite

im Philharmonischen Orchester tummelt. Da wecken

leise Melodien zunächst die Neugier, man lauscht verträumt den

Abenteuern von Marie und ihrem Nussknacker, bis man schließlich

beim Hören des Blumenwalzers den Klang eines großen

Orchesters bestaunen kann.

Opernzelt

27. November 2011, 11 Uhr

Dirigent

Christian Kabitz

Dirigent

Ivo Hentschel

3. Bachchor-Konzert

31. März 2012, 18 Uhr

DDJohann Sebastian Bach Matthäus-Passion BWV 244

4. Bachchor-Konzert

16. Juni 2012, 20 Uhr

DDFranz Schubert Stabat Mater f-Moll D 383

DDJoseph Haydn Missa in angustiis »Nelsonmesse«

d-Moll Hob. XXII:11

0–2 Jahre

Einrichtung

Sabine Georg

2. Piccolokonzert

Auf kuscheligen Teppichen und bunten Kissen können es sich

die Kleinsten mit ihren Eltern gemütlich machen, während

sie von Musikern des Philharmonischen Orchesters in noch ungewohnte

Klangwelten geführt werden. Bei unserem 2. Piccolokonzert

schaffen wir – dieses Mal mit einer kammermusikalischen

Besetzung – wieder eine Wohlfühlatmosphäre für unser

Publikum zwischen 0 und 2 Jahren. Wer sein Lieblingsinstrument

bereits ausgemacht hat, der kann es hier einmal aus nächster

Nähe betrachten oder einfach dahin krabbeln, wo es ihm am

besten gefällt.

Zwinger 1

4. März 2012, 11 Uhr

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Familienkonzerte

Opernzelt

1. Familienkonzert

3. Familienkonzert

6. November 2011, 11.30 Uhr

8. November 2011, 10 Uhr (Schulkonzert)

6. Mai 2012, 11.30 Uhr

7. Mai 2012, 10 Uhr (Schulkonzert)

ab 6 Jahren

Wolfgang Söring

Die Bremer Stadtmusikanten

Musikalisches Märchen

für Sprecher und Orchester

Szenische Einrichtung und Erzähler

AP Zahner

Dirigent

Jan Schweiger

Die Sprache der Musik verstehen sogar Tiere und sie können

sich auch durch Musik unterhalten! Ein alter Esel, ein gequälter

Hund, eine traurige, zerrupfte Katze und ein gerade so dem

Suppentopf entschlüpfter Hahn treffen sich auf ihrem Weg in die

Freiheit. Denn gemeinsam macht das Frei-Sein einfach viel mehr

Spaß! Doch das sonderbare Quartett ist auch höchst musikalisch.

Beflügelt von ihrem Sieg über gefährliche Räuber schwingen sie

das Tanzbein und sinken dann in einen traumhaften Schlaf, in

dem jeder auf seine Weise berühmt wird.

ab 6 Jahren

Wilfried Hiller

Der Josa mit der Zauberfiedel

Tänze auf dem Weg zum Mond

für Erzähler, Solovioline

und kleines Orchester

Szenische Einrichtung und Erzähler

AP Zahner

Dirigent

Timothy Schwarz

Der ein wenig zu klein gewachsene Köhlerssohn Josa hat eine

einzigartige Gabe: Durch sein wunderschönes Geigenspiel

kann er alles schrumpfen und wachsen lassen, nur nicht sich

selbst. Doch er hat ein Ziel: Er will für seinen Vater den Mond

verzaubern! Er macht sich mit seinem Instrument einmal zart

und leise, einmal tänzerisch beschwingt auf eine abenteuerliche

Reise dorthin, wo der Mond die Erde berührt. Josa begegnet den

Ärmsten mit seiner Musik hilfsbereit und lehrt sogar einen habgierigen

König das Fürchten.

ab 6 Jahren

Benjamin Britten

The Young Person’s Guide

to the Orchestra

Enjott Schneider

Ali und der Zauberkrug

Ein musikalisches Märchen

aus Äthiopien

Text Karlheinz Böhm

Szenische Einrichtung

Franziska-Theresa Schütz

In Zusammenarbeit mit

dem Jungen Theater

2. Familienkonzert

25. März 2012, 11.30 Uhr

In Benjamin Brittens auskomponierter Instrumentenvorstellung

The Young Person’s Guide to the Orchestra werden die

Ins trumente des Orchesters präsentiert. Doch nicht nur das Or-

ches ter verzückt in diesem Konzert mit seinen verschiedenen

Klangfarben, sondern auch der arme Hirtenjunge Ali, der ganz

wunderbar auf seiner Flöte spielt und mit seinem Spiel sogar

einen Geist verzaubert. Dieser schenkt ihm daraufhin einen Zauberkrug,

der sein Leben verändert. Ein afrikanisches Märchen

über die Sprache der Musik, die alle Grenzen überwindet.

Dirigent

Ivo Hentschel

Kartenreservierungen für die Schulkonzerte

am 8. November 2011 und am 7. Mai 2012 unter:

✆ 06221 | 5835 780

schulgruppen@theater.heidelberg.de

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Kinderkonzert

Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte

3–5 Jahre

Eine musikalische Fabel

in Rondoform

Musik Wilfried Hiller

Text Michael Ende

Szenische Einrichtung und Erzähler

AP Zahner

Dirigent

Ivo Hentschel

Leo der Achtundzwanzigste, ein stattlicher Löwe, hat zu seiner

Hochzeit alle Tiere zu einem großen Fest eingeladen. Auch

Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte, macht sich

auf den Weg. »Schritt für Schritt« krabbelt sie ihrem Ziel entgegen

und lernt auf ihrer beschwerlichen Reise allerhand andere

Tiere kennen, die sie von ihrem Weg abbringen wollen. Aber Tranquilla

lässt sich nicht beirren und läuft zielstrebig weiter. Doch

ob sie es rechtzeitig schaffen wird Sie ist ja nicht die schnellste.

Zwinger 1

5. Februar 2012, 11 Uhr

Klassik im Club

ab 16 Jahren

Ungewöhnliches in Heidelberg: Ein Streichquartett und Elektrobeats,

ein Bläsertrio und ein DJ, klassische Musik in

Clubatmosphäre! In einer der angesagtesten Partylocations der

Stadt lernt man die Heidelberger Philharmoniker einmal von

einer ganz neuen Seite kennen: Orchestermusiker performen

Stücke aus dem klassischen Repertoire – von Bach bis Bartók

ist alles möglich. Kunstvoll steuert ein DJ live die passenden

Beats bei. Man lauscht, chillt und entdeckt klassische Musik auf

neuartigen Wegen.

Halle 02

12. Mai 2012, 19 Uhr

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Ravel

Saint-SaënsStrauss

Schostakowitsch

Haydn

Kammerkonzerte

Brahms

Stähli

Dvořák

D’Rivera

Villa-Lobos

SchubertColeman

Bach

im Palais Prinz Carl

Mendelssohn-Bartholdy

Albéniz

Debussy

1. Kammerkonzert

20. November 2011, 11 Uhr

3. Kammerkonzert

29. April 2012, 11 Uhr

Violine

Caroline Korn, Janetta Grishchuk

Viola

Anne Simon

Violoncello

Elina Feiertag

Klavier

Elke Burger von Stein

DDJoseph Haydn Streichquartett Es-Dur op. 9 Nr. 2 Hob. III:20

DDFelix Mendelssohn-Bartholdy Trio für Violine, Violoncello

und Klavier Nr. 1 d-Moll op. 49

DDJohannes Brahms Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51, 2

Flöte

Konrad Metz

Oboe

Sandra Seibold

Klarinette

Detlef Mitscher

Horn

Philip Schmelzle

DDAntonín Dvořák Slawischer Tanz Nr. 8 g-Moll op. 46

DDClaude Debussy Petite Suite

DDDmitri Schostakowitsch Sätze aus Jazz-Suite Nr. 1 und 2

DDValerie Coleman Umoja – The First Day of Kwanzaa

DDPaquito D’Rivera Sätze aus Aires Tropicales

DDAstor Piazzolla Libertango

Fagott

Hitomi Wilkening

2. Kammerkonzert

12. Februar 2012, 11 Uhr

Schlagzeug

Gregory Riffel

Violine

Nadine-Goussi Aguigah

Klarinette

Sascha Stinner

Horn

Judit Tigyi

Fagott

Hitomi Wilkening

Kontrabass

Thomas Acker

Flöte

Barbara Rosnitschek

Fagott

Sophia Brenneke

Gitarre

Christian Wernicke

DDRichard Strauss / Franz Hasenörl (Arr.) Till Eulenspiegel –

Einmal Anders! Grotesque musicale für Violine, Klarinette,

Horn, Fagott und Kontrabass

DDHans Stähli Streichtrio A-Dur

DDJohann Sebastian Bach Sonate e-Moll BWV 1034 für Flöte

und Basso continuo

DDHeitor Villa-Lobos Bachianas Brasileiras Nr. 5 für Flöte,

Fagott und Gitarre

DDIsaac Albéniz Granada und Aragón aus Suite Española für

Flöte, Fagott und Gitarre

Klarinette

Detlef Mitscher

Fagott

Hitomi Wilkening

Violine

Marion Thomas, Sebastian Eckoldt

Violoncello

Min-Yung Lee

Klavier

Martin Schmalz, Annemarie Herfurth

4. Kammerkonzert

10. Juni 2012, 11 Uhr

DDCamille Saint-Saëns Fagottsonate op. 168

DDFranz Schubert Fantasie für Violine und Klavier C-Dur D934

DDJohannes Brahms Sonate für Klavier und

Klarinette Es-Dur op. 120 Nr. 2

DDMaurice Ravel Sonate für Violine und Violoncello

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Silvesterkonzert

Alexander Borodin

Polowetzer Tänze,

aus der Oper Fürst Igor

Ludwig van Beethoven

Fantasie für Klavier, Chor und

Orchester c-Moll op. 80

Richard Strauss

Suite aus der Oper

Der Rosenkavalier

Klavier

Mateusz Molęda

Sopran

Hye-Sung Na, Silke Schwarz

Solisten des Opernensembles

Opernchor, Extrachor und

Heidelberger Chöre

Chordirektor

Jan Schweiger

Dirigent

Cornelius Meister

Feierlich und schwungvoll – mit den orientalisch anklingenden

Polowetzer Tänzen und der rauschenden Rosenkavaliersuite

begehen Generalmusikdirektor Cornelius Meister und das

Philharmonische Orchester den Abschied des Jahres 2011. Bei der

außergewöhnlich besetzten Fantasie für Klavier, Chor und

Orchester haben Heidel berger Chöre und Einzelsänger zum

Jahres wechsel die einzigartige Möglichkeit, mit den Heidelberger

Philharmonikern und Cornelius Meister zu musizieren. Anmeldungen

ab sofort bei: raphael.roesler@heidelberg.de

Stadthalle

31. Dezember 2011, 18 Uhr

Gastspiele des Philharmonischen

Orchesters Heidelberg

Flöte

Antje Thiele

Klarinette

Lena Veltkamp

Violine (Mozart)

Aylen Amtmann

Violine (Vieuxtemps)

Jacob Meinig

Violoncello

Johannes Bancken

Dirigentin

Mirga Gražinytė

19. Konzert mit Stipendiaten der Jürgen-Ponto-Stiftung

36. Schwetzinger Mozartfest 2011

14. Oktober 2011, 20 Uhr

Rokokotheater Schwetzingen

DDWolfgang Amadeus Mozart Konzert für Violine und

Orchester Nr. 1 B-Dur KV 207

DDAnton Filtz Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur

DDFranz Danzi Sinfonia concertante für Flöte, Klarinette

und Orchester B-Dur op. 41

DDHenri Vieuxtemps Konzert für Violine und Orchester Nr. 5

a-Moll op. 37

Musikalisches Kabarett an Neujahr

mit dem BosArt Trio & Special Guest Cornelius Meister

Gesang

Wolfgang Schäfer

Texte und Gesang

Hans Hachmann

Klavier

Reinhard Buhrow

Special Guest

Cornelius Meister

Anspruchsvolles Kabarett, Musikkabarett sogar, erwartet Sie

am Neujahrsabend im Heidelberger Opernzelt. Die Mit glieder

des BosArt Trios graben sich mit ihrem Wissen, scharfem Verstand,

musikalischem Humor und einer guten Portion Live-Musik

durch die Musikgeschichte und fördern dabei Erstaunliches

zutage. Als ungewöhnlichen Höhepunkt haben Sie die Gelegenheit,

den Heidelberger Generalmusikdirektor Cornelius Meister

mal nicht wie gewohnt am Dirigentenpult zu erleben!

Opernzelt

1. Januar 2012, 18 Uhr

Violine

Viviane Hagner

Dirigent

Cornelius Meister

Violine

Viviane Hagner

Dirigent

Cornelius Meister

Choriner Musiksommer

7. Juli 2012, 15 Uhr

Kloster Chorin

DDLudwig van Beethoven Ouvertüre Nr. 3 C-Dur op. 72 »Leonore«

DDJean Sibelius Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

DDAntonín Dvořák Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 B 111 »Englische«

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

8. Juli 2012, 16 Uhr

Festspielscheune Ulrichshusen

DDLudwig van Beethoven Ouvertüre Nr. 3 C-Dur op. 72 »Leonore«

DDJean Sibelius Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

DDAntonín Dvořák Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 B 111 »Englische«

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Elektra

Schauspiel

Eines langen Tages

Happy

End

»Kunst«

Ammen

Die vier Himmelsrichtungen

Stückemarkt 2011 Wermut Furcht

Freie Sicht und Hoffnung

Wenn ihr kein Brot habt, in Deutschland

dann esst halt Kuchen

Struwwelpeter

(Shockheaded Peter)

Das Ding Einigkeit und ... (AT)

aus dem Meer Erreger

Amok

retten – zerstören

Epic 3.0

Zur Blindheit überredete Augen /

Hölderlin

Der Balkon

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Eröffnung Schauspiel

Künstlerische Leitung Eröffnungswochenende Veit Güssow

A Das Schauspiel Heidelberg eröffnet die Spielzeit 2011|12 nicht

mit einer großen Klassikerinszenierung B Nein. Weil es ja auch

gar keine große Spielstätte hat. Das Theater Heidelberg ist zurzeit

eine Baustelle, falls Sie es noch nicht gemerkt haben. A

Natürlich hab ich das gemerkt. Trotzdem kann man doch Theater

spielen. Finde ich jedenfalls. B Eben. Deswegen findet

die Eröffnung an unterschiedlichen Orten statt: im Zwinger und

Theaterkino, aber auch in einem afrikanischen Restaurant, im

Straßenbahndepot und einem Schiff auf dem Neckar. Da kommen

Sie auch mal in andere Ecken der Stadt. A Und das Thema Das

Motto B Es sind einfach Stücke von Autorinnen und Autoren, die

irgendwann einmal einen Preis des Heidelberger Stückemarkts

gewonnen haben. Und zwar Stücke, die seit ihrer Uraufführung

nie mehr nachgespielt worden sind. A Das wird dann wohl an

der Qualität der Texte gelegen haben. B Kaum, denn die Stücke

sind ja hoch gelobt worden. Sie haben eine zweite Chance

verdient. Es ist doch viel die Rede von Autorenförderung. Das

könnte ein sinnvoller Ansatz sein. A Schön und gut. Bloß wer

soll diese ganzen Stücke inszenieren B Junge Regisseurinnen

und Regisseure, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Und für

die Ausstattung sind Studierende der Akademie für Bildende

Künste Maastricht (Niederlande) verantwortlich. A Ein Neustart

im wahrsten Sinn des Wortes! Wird man denn überhaupt

alles mitbekommen Und wenn nicht, wofür soll ich mich entscheiden

B Das Eröffnungswochenende geht über drei Tage

und wird am Folgewochenende wiederholt. Wenn Sie jeden Tag

kommen, sehen Sie nicht nur alle Stücke an allen Orten, Sie

erhalten auch eine besondere Ermäßigung. Insgesamt sieben

Schauspielinszenierungen und eine Inszenierung des Jungen

Theaters, dazu ein Rahmenprogramm. Die meisten Aufführungen

sollen aber auch ins Repertoire übernommen werden, wie man

hört. A Also, das geht mir jetzt alles zu schnell. B Dann warten

Sie auf den Eröffnungsprospekt, der noch vor der Sommerpause

erscheint. Der wird Sie ausführlich über die Risiken und Nebenwirkungen

informieren.

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Verwahrlost MissbrauchFamilie

Vaterfigur

Minderjährig

Wermut

Überforderung

Neid Urteil

Perspektivlos Ein neuerlicher Selbstmord an der Göltzschtalbrücke – ein

Blut Fleisch

Mann habe sich in den Tod gestürzt, so meldet die Zeitung.

Ein Tag im Leben von Pegg, noch nicht 16, ihrer Mutter Marie,

Moritat nach einem

authentischen Fall

von Katharina Schlender

Autorenpreis des

Heidelberger Stückemarktes 2003

Regie

Laura Linnenbaum

Bühne

Christina Kirk

Kostüme

Eefke Smulders

Hass

Willkür

Gewalt

Verletzt

die es schriftlich hat, dass sie sie nicht erziehen kann, dem verhassten

Stiefvater Thom und ein paar Freunden. Arbeitslosigkeit,

Alkoholmissbrauch, latente Gewalt, das Gefühl des Zurückge-

wiesenseins, gescheiterte Lebensträume und Vorsätze kennzeichnen

ihr Umfeld. Das Unglück, das einfach so kommt, vor dem

es wie in einem Kreislauf sich ähnelnder und wiederholender

Biografien kein Entkommen gibt Die Spirale der Ereignisse dreht

sich schneller und schneller, wachsendes Unbehagen kommt auf,

wenn die Kneipenwirtin Heidi immer neue Zeitungsmeldungen

verliest, mit Revisionen und Präzisierungen: Kein Selbstmord sei

es gewesen, mit Eisenstangen sei der Mann niedergeschlagen

worden von den Angehörigen der eigenen Familie, und die Tat

anschließend als Suizid getarnt. Sachlich und minuziös listet die

Stimme der Ann Richter die Verletzungen des Opfers auf und verkündet

ihr Urteil über sechs Menschenleben. Eine Moritat nach

einem authentischen Fall.

Gebote

Brandanschlag

Opfer

System

Aufarbeitung

Gerechtigkeit

Ammen

Dorf

Rauchverbot

Eine komische Tragödie

von Daniel Goetsch

Autorenpreis des

Heidelberger Stückemarktes 2002

Regie

Paul-Georg Dittrich

Bühne und Kostüme

Pia Dederichs

Gemeinschaft

Hass

Rassismus

Ungewöhnliche Regeln organisieren das Leben im kleinen Ort

Ammen: »Verantwortung heißt keine Ausrede«, »Solidarität

heißt zupacken« und »Verzeihen heißt vergessen«. Die Beharrlichkeit

der Bewohner, mit der sie ihre Regeln anwenden, kann nicht

darüber hinwegtäuschen, dass nicht immer Frieden in Ammen

geherrscht hat. Ein Brandanschlag auf »die Papierlosen« war der

damalige Höhepunkt der Gewalt gegen die anderen. Die brutale

Tat war der Wendepunkt zu einem System des vermeintlichen

Friedens, in dem die strikte Überwachung und die Brutalität der

Maßregelung auch zu einem System der Gewaltherrschaft werden.

Keno kehrt nach Jahren das erste Mal wieder nach Ammen

zurück. Er war mit den jugendlichen Tätern des Brandanschlags

befreundet, aber selbst an der Tat nicht beteiligt. Nun ist Keno

der Fremde, der die grotesken Regeln von Ammen in Frage stellt.

Daniel Goetschs Ammen ist eine kluge Beobachtung der Gewaltmechanismen

von Unterdrückung und Machtausübung, selbst

wenn sie unter dem Deckmantel des größten Gutmenschentums

geschehen.

Solingen

Ombudsmann

Schöne neue Welt

Premiere

7. Oktober 2011

Theaterkino

Premiere

7. Oktober 2011

Zwinger 1

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»Ein unfassbares Gefühl«

»Wir haben Schlimmeres verhindert«

Diffuses Feindbild

von Marius von Mayenburg

Autorenpreis des

Heidelberger Stückemarktes 1998

Regie

Sahar Amini

Bühne und Kostüme

Anna Schurau

Gewaltexzesse

Schutzbedürftige

Einsatzkommando marsch!

Innere Verhärtung

Aggression

Amoklauf

Freie Sicht

Überwachungskamera No-Future-Kids

Wir hoffen, dass nichts passiert.« – Ein »Schwarm« Erwachsener

tauscht sich über die beunruhigenden Verhaltensänderungen

seiner Kinder aus. Panik, Aggression und gesellschaftliche

Hysterie bestimmen eine Welt, in der selbst die eigenen Kinder

zur realen Bedrohung werden können. Die dauerhafte Angst vor

Terror und Kontrollverlust versetzt die Eltern in Alarmbereitschaft.

Es ist die Horrorvision davor, dass unsere lieben Kleinen bei

Dunkelheit über Parkplätze schleichen und grüne Sprengstoffpakete

in Papierkörbe werfen. Wo lauern Gefahr und Gewalt

Auf den Spielplätzen In den Köpfen der Erwachsenen Marius

von Mayenburg verschneidet Motive einer allgemeinen gesellschaftlichen

Verunsicherung zu einer atemlosen Spielvorlage und

beschreibt, wie Angst und Terror in gutbürgerliche Verhältnisse

Einzug halten, bis sich am Ende ein Schuss löst. 2008 wurde

Freie Sicht am Malthouse Theatre in Melbourne uraufgeführt.

Seit 1999 ist Marius von Mayenburg Dramaturg und Hausautor

an der Berliner Schaubühne.

Wohlstandsorientierungslosigkeit

Winnenden

Fehler

im System

Die Gedanken

Gewinnmaximierung rennen um sein Leben

Quarantäne

Menschenverstand

Disziplin

Effektiv

Ein Börsenmakler, befallen von einem ungenannten Virus. Wie

die Börsenwerte über den Monitor, flimmert die Sprache

im Fieberrausch durch seinen Kopf. In einem rastlosen Monolog,

von Albert Ostermaier

Autorenpreis des

Heidelberger Stückemarktes 2000

Regie

Andrea Thiesen

Bühne und Kostüme

Hedda Ladwig

Bulle und

NervösAktien

Bär

News Analysetools

Infiziert Funktionieren

Virtuelle Welt

Erreger

»man muss so schnell rennen wie man kann, um an der selben

Stelle zu bleiben«, wirbeln Kindheitserinnerungen, Allmachtsfantasien,

Management-Philosophie, Börsen-ABC und Realität

durcheinander. Was geschieht, wenn einem »Trader« der tägliche

Hochleistungssport im Parkett des Börsensaals entzogen wird

»ich bin einfallsreich kreativ jung skrupellos hoch motiviert die

gesellschaft kann es sich nicht leisten mich zu verlieren«, »ich

funktioniere« – sein Burn-out ignorierend, merkt er nicht, wie

sich die Grenzen zwischen abstrakter Finanzwelt und Wirklichkeit

auflösen. Albert Ostermaier gilt als einer der erfolgreichsten

deutschen Lyriker und Dramatiker der Gegenwart. Viele seiner

Gedichte und Theaterstücke wurden mit Preisen ausgezeichnet,

wurden in mehrere Sprachen übersetzt und gelangten zu internationalen

Aufführungen. Erreger wurde 2000 am Staatstheater

Hannover uraufgeführt.

Premiere

8. Oktober 2011

Probebühnengelände

Premiere

8. Oktober 2011

Probebühnengelände

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GroßstadtMarktwert

Brücke

Selbstmord

Sehnsucht

Rettungsanker retten – zerstören

von Robert Woelfl

Autorenpreis der deutschsprachigen

Theaterverlage beim

Heidelberger Stückemarkt 2001

Entlassung Konkurs

Meeting Büro

Kraft

Krise

Regie

Karoline Behrens

Bühne

Lena Käuper

Kostüme

Kim Zumstein

Tabletten

Affäre

Jana hält dem Druck in der Firma nicht stand. Marian rettet

sie vor dem Sprung von der Brücke. Doch auch bei Marian hat

der gescheiterte Kampf um die Gründung einer eigenen Existenz

Spuren hinterlassen. Er braucht dringend Geld für Tabletten,

damit er den inneren Schmerz für kurze Zeit vergessen kann.

Janas Freund Michael macht sich Sorgen, dass ihr Leben aus dem

Ruder läuft, spornt sie an wie ein Bewerbungscoach, doch emotional

hat er sie längst verlassen und pflegt seine wöchentliche

Affäre. Der Teenager Nelly möchte endlich einen richtigen Freund,

wie ihre Freundin. Ihre geschiedene Mutter sieht sich auf dem

Markt der menschlichen Beziehungen längst als gescheitert an.

Der Grad zwischen Rettung und Zerstörung ist schmal. Meistens

ist die Sehnsucht nach Rettung zu groß und der Anker in weiter

Ferne. Der 1965 geborene Österreicher Robert Woelfl schreibt

Theaterstücke und Hörspiele. 2000 erhielt er den Reinhold-Lenz-

Preis für neue Dramatik.

Rettung

Reflexion

Zurückkommen

Ego

Auf und davon

Boat-People

Marie Antoinette

Wenn ihr kein Brot habt,

dann esst halt Kuchen

Gegensätzlich

»Voll bis oben hin«

von Philipp Löhle

Autorenpreis des

Heidelberger Stückemarktes 2008

Regie

Kieran Joel

Bühne und Kostüme

Luise Schlegelmilch

Zwei Menschen begegnen sich. Sie sind beide Schiffspassagiere

und haben aus sehr unterschiedlichen Gründen die Reise über

das Meer angetreten. »Der Eine« spricht von seiner Luxuskreuzfahrt

auf dem Mittelmeer, dem umfangreichen Unterhaltungsprogramm,

dem Dinner und dem Pool. »Der Andere« von einer

Höllenfahrt in einer kleinen Nussschale, zusammengepfercht mit

anderen, ohne Essen, ohne Wasser. Zwei Menschen auf See mit

unterschiedlichen Absichten und unter verschiedenen Voraussetzungen.

Löhle beschreibt mit klaren Worten in einem alltäglichen

Kontext die immer weiter anwachsende soziale Kluft in

der Welt. Wohlstand und Armut treffen zwar aufeinander, doch

der »Eine« ignoriert konsequent das Leid des »Anderen«. Philipp

Löhles Minidrama ist eines von drei Kurzstücken, die 2009 im

Rahmen von »4x4« am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt

wurden.

Premiere

8. Oktober 2011

Strassenbahndepot

Premiere

9. Oktober 2011

Restaurant Horn of Africa

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Traumfiguren

Hölle Besoffen

Das Ding aus dem Meer

Albtraum Panik

Romantiker

Takelage

Größenwahn

Backbord

Hobbyjustiz Zusammengerührt

Organismus

Kellneroutfit

Geschlechtsteile

Rundfahrt

Ein Katastrophenstück

von Rebekka Kricheldorf

Autorenpreis des Heidelberger

Stückemarktes und Preis des

Heidelberger Publikums 2002

Regie

Gernot Grünewald

Bühne und Kostüme

Davy van Gerven

Schlafstörung

Fünf Dosen Kaviar

Aufenthaltsgenehmigung

Depressiv

Essensvorräte

Tittenmagazinvorsteher

Partydeko

Ein Partyschiff in der Morgendämmerung. Die letzten betrunkenen

Gäste einer illustren Party sind noch zugegen. Plötzlich

bemerkt einer, dass das Schiff aufs offene Meer hinaus getrieben

ist. Also heißt es: Lebensmittel einteilen! Kontaktaufnahme

zu eventuell vorbeifahrenden Schiffen vorbereiten! Ruhe bewahren!

Doch das Katastrophenszenario geht weiter: Eine gewaltige

Kraft, die aus der Meerestiefe zu kommen scheint, erschüttert

das Schiff und bringt es fast zum Kentern. Die Passagiere glauben,

eine Art Seeungeheuer gesehen zu haben. Nach anfänglicher

Panik entwickelt jeder auf seine Weise eine Faszination für

»das Ding«. Zwischen Überlebenstrieb und Todesangst, Abscheu

und Faszination werden die Menschen immer weniger berechenbar,

die Konflikte gewalttätiger. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

Rebekka Kricheldorf arbeitet seit 2001 als Theaterautorin. Für

Prinzessin Nicoletta erhielt sie gleich zwei Preise beim Heidelberger

Stückemarkt 2002. In ihren Stücken verbindet sie scharfe

und genaue Zeitbeobachtung mit guter Unterhaltung. Gernot

Grünewald studierte Regie an der Theaterakademie Hamburg.

Seine Diplominszenierung Dreileben – Ein Projekt übers Sterben

gewann den Wettbewerb beim Körber Studio Junge Regie 2011.

Echtkörper

Überdimensional

Schein und Sein

Hure

Ironischer Blick

Jeder Traum Die Bordellwelt

endet einmal. als Weltbordell

Identität ist immer

vom Anderen abhängig

Politische

Verhältnisse

Propagierung

GewaltSelbstverwirklichung

Der Balkon

Spiegel

von Jean Genet

Regie

Claudia Bauer

Bühne und Kostüme

Patrizia Talacko

Der Balkon ist ein Bordell mit besonderem Service. Salonchefin

Madame Irma verspricht den Kunden einen Ausflug

in ihre Traumwelt und stellt jedem Besucher nicht nur die passende

Szenerie, sondern auch das entsprechende Kostüm zur

Verfügung. Im »Balkon« entsteht so eine bizarre Scheinwelt, in

der sich kleine Leute als Bischof, Richter oder General verkleiden

und die perversen Rituale der Macht nachspielen. Die scheinbare

Idylle wird gestört, als die auf der Straße tobende Revolution

nicht mehr zu überhören ist. Der Polizeichef, der den Salon der

Madame Irma patronisiert, soll den Aufstand beenden. Er kommt

auf einen eigentümlichen Gedanken, die Ordnung wiederherzustellen:

Nachdem die Revolutionäre die Königin und die Würdenträger

des Staates umgebracht haben, stellt er der revoltierenden

Menge zum Schein eine neue Regierung vor. Als Doubles für die

getöteten Machthaber erscheinen auf dem Balkon die verkleideten

Bordellbesucher. Die Traumwelt wird zur gelebten Wirklichkeit.

Der französische Autor Jean Genet, geboren 1910 in Paris,

hat ein abenteuerliches Leben und nicht weniger als fünfzehn

Vorstrafen hinter sich. Seine Gedichte, Dramen und Romane provozieren

und polarisieren noch heute. In diesem Jahr jährt sich

sein Todestag zum 25. Mal.

Premiere

9. Oktober 2011

Neckarschiff Europa

Premiere

20. Oktober 2011

Theaterkino

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Haare

Junkopera Hans-Guck-in-die-Luft

Suppenkaspar

Struwwelpeter Nachtschwarzgrabesdunkel

Peitsche

von Phelim McDermott,

Julian Crouch und Martyn Jacques

Aus dem Englischen

von Andreas Marber

Musikalische Leitung

Jacob Suske

Regie

Jan-Christoph Gockel

Bühne

Julia Kurzweg

Kostüme

Sophie du Vinage

Friederich

(Shockheaded Peter)

Tot

Konrad

Zündhölzer

Daumenlutscher Feuerzeug

Maunz

Minz

Zappelphilipp

Paulinchen

Wenn die Kinder artig sind

Kommt zu ihnen das Christkind.

Wenn sie ihre Suppe essen

Leise spielen nicht vergessen

Hält die schöne Weihnachtszeit

Manch Geschenk für sie bereit.

Aber wenn sie immer schrein

Sich nur schlagen und bespein

Wenn sie die Geschwister beißen

Hemd und Hose sich zerreißen

Dann sind sie nicht gut genug

Für dies schöne Bilderbuch.

Schere

Es musste erst die very britische Popgruppe The Tiger Lillies

kommen, um aus dem weltberühmten und berüchtigten deutschen

Kinderbuch von Heinrich Hoffmann (1845) ein schaurigschönes

Musical für Erwachsene zu machen. Seit dem Jahr 1998

treibt der Shockheaded Peter sein Unwesen auf den Bühnen

der Welt. Jetzt auch in Heidelberg. Vorsicht: schwarzer Humor!

Er fuhr Auto!

Drei kleine

Woher nahm er bloß Schweinchen

das Geld

»Jean-Claudes Lügen

hatten ihr ganzes

Lebens

Leben vergiftet«

Der schwerste

Brief seines

Unscheinbar

Krebs

Lügengebäude

Amok

Rollenspielen

Couragiert kommentiert

Balance zwischen Ernst

und Komik

Schreibblockade

A

Der Agnostiker lles beginnt ganz harmlos: Eine versäumte Medizin-Klausur,

eine kleine Lüge, die größere nach sich zieht, und der Student

Jean-Claude Romand entwickelt ein perfektes Uraufführung

Scheinleben,

nach dem Buch

von Emmanuel Carrère

Bühnenfassung von

Patricia Nickel-Dönicke

und Jan-Christoph Gockel

Regie

Jan-Christoph Gockel

Bühne und Kostüme

Julia Kurzweg

Der Gerichtssaal im

Bücherregal

Verwirrspiel über Realität und Illusion

Der Hund

um den schalen Geschmack seiner Erfolglosigkeit zu kaschieren.

Aller Welt, Frau und Kind und Geliebter, spielt er vor, ein höchst

angesehener WHO-Mediziner zu sein, doch statt ins Büro geht er

im Wald spazieren und liest gemütlich Zeitung. Nach siebzehn

Jahren fliegt der ungeheure Bluff auf, der Hochstapler tötet Frau,

Kinder, Eltern, schluckt Tabletten und überlebt. Die Abgründigkeit

dieser Geschichte scheint von Dostojewskij zu stammen, und

doch hat sie sich 1993 in einem kleinen französischen Ort an

der Schweizer Grenze zugetragen. Vor aller Augen entspann sich

eine Tragödie und niemand ahnte nur das Geringste. Emmanuel

Carrère befasste sich über sechs Jahre mit dem authentischen Fall.

Seine eigene erschreckende Faszination und die gleichzeitige

Schwierigkeit, über eine solche Tat zu schreiben, steht in der Theaterfassung

des Romans im Fokus. Amok ist eine Übernahme aus

dem Theater Osnabrück und hatte dort am 3. April 2011 Premiere.

Premiere

28. Oktober 2011

Opernzelt

Premiere

30. Oktober 2011

Theaterkino

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Ein Abend mit Friedrich Hölderlin

von Hannes Hametner,

Hans Rotman

und Andreas Seifert

Französische Revolution

Schlachtfeld Napoleons

Verzweiflung Trauer

Kerker der Bilder

Hölderlin Fluch des Ödipus

Last Wahnsinn Ajax’

Scheitern

Wut Deutsche Romantik

Fanatismus

Eingeschlossen in seinen Tübinger Turm überblickt der Dichter

Friedrich Hölderlin, 36-jährig, das Scheitern seiner Hoffnungen.

Sein utopischer Staat, gebildet nach den Idealen der

Französischen Revolution, nach den Gesetzen der Freiheit und

Schönheit, liegt in ebenso weiter Ferne wie ein sinnvolles und

tätiges Leben. Europa ist zum Schlachtfeld Napoleons geworden.

Ohne Aussicht auf Veränderung und ohne künstlerische Wirkung

bleibt Hölderlin bloß die Sprache, um seiner Wut, Verzweiflung

und Trauer Ausdruck zu verleihen.

»Mal ganz ehrlich: Muss man Hölderlin wirklich auf die Bühne

bringen Muss man sich mit dem Philosophen, der an sich und

den Menschen verzweifelt, dramatisch auseinandersetzen Nein.

Aber wenn man es trotzdem tut, dann genau so, wie es Hametner

und Seifert zeigen.« Berliner Morgenpost

»Eine Stunde höchster gedanklicher Konzentration und sprachlicher

Ausdruckskraft.« Der Tagesspiegel

»Respekt.« Neues Deutschland

Premiere

November 2011

Zwinger 1

Zur Blindheit überredete Augen /

Turm

Zelebriert

Hacker

Utopie

Investment

Datenschutz »Ich habe ihn

Informationen Werbung disconnected«

Liebe

Schulden

Social Network

»Sind Freunde

Sie sicher«

von Hubert Schipkowski

Regie

Jens Poth

Bühne und Kostüme

Simone Wildt

Musik

Wendelin Hejny

Profil

Epic 3.0

Computer

Kunden Selbstverwirklichung

Uraufführung

AGB

Auf der Suche nach Geld und Erfolg bietet das Internet bekannterweise

eine gute Plattform, um Geschäfte zu machen. Falk

und Thees sind Besitzer eines social networks. Unterstützt werden

sie dabei von Gabors Evolving Personalized Information

Construct, kurz EPIC, die größte Sammlung von Nutzerdaten, die

es je gab. Schärfster Kritiker dieses Unternehmens ist Hagen, der

eine alternative Plattform aufbauen will, die sich für Freiheit und

Bürgerrechte einsetzt. Doch auch seine Idee braucht Geld. Als

Gabor ihm seine Hilfe anbietet, kann Hagen nicht widerstehen, er

gerät immer mehr in Gabors Machenschaften und verliert dabei

am Ende mehr als nur seine eigene Version vom freien Internet. In

schnellen Szenen entwickelt Hubert Schipkowski eine spannende

Geschichte über die Macher des Web 2.0 und zeichnet dabei nach,

was noch kommen kann, wenn wir für die ständige Verfügbarkeit

aller Informationen unsere Selbstbestimmtheit opfern. Hubert

Schipkowsi, 1973 in Lebork / Polen geboren, schreibt neben Theaterstücken

und Drehbüchern auch Kurzprosa. Für Epic 3.0 erhielt

er 2008 ein Autorenstipendium am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Premiere

10. Dezember 2011

Zwinger 1

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Aus dem deutschen

Arbeitslosensperma Alltag

Gewerkschaften Hausarbeit

Selbstmitleid Bertolt Brecht

Flächentarifvertrag Einsamkeit

Arbeitslosenquote

Rassismus

Konkurs

»Heimat – Ich möchte

staatenlos sein«

Emanzipation

von Franz Xaver Kroetz

Regie

Cornelia Crombholz

Den Gürtel

Europa enger schnallen

Anerkennung

Furcht und Hoffnung

in Deutschland

Erwerbsarbeit

Hartz IV

Bühne

Marcel Keller

Kostüme

Marion Hauer

Notiz. Als ich das Stück schrieb, hieß es: Furcht und Hoffnung

der BRD. Die Zeit war noch nicht reif, dieses an sich schon

als verfassungsfeindlich angesehene Kürzel durch das stattliche

Deutschland zu ersetzen. Die Zeit ist reif; ich danke der Wieder-

vereinigung, dem Herrn Dr. Kohl, den vielen andern. Endlich

macht das große Thema des Stücks nicht mehr vor den widernatürlichen

innerdeutschen Grenzen halt: Die Arbeitslosigkeit hat

fast alle erreicht. Und mein Stück endlich den schönen, runden

Titel. Danke vielmals!« F. X. Kroetz, 30. Juni 1997

Kroetz’ Stück, das in seinem Titel auf Bertolt Brechts Furcht und

Elend des Dritten Reiches Bezug nimmt, wurde 1984 uraufgeführt.

Die Gesellschaft hat sich seither rasant gewandelt – nicht nur

durch die Wiedervereinigung. Nicht verändert hat sich die Verbindung

von gesellschaftlichem Ansehen und Erwerbsarbeit. Von

denen, die darunter leiden, mit der Arbeit auch ihr gesellschaftliches

Ansehen und ihre Teilhabe zu verlieren, erzählt Kroetz’

Stück.

Modell der Zukunft

Weiß

von Yasmina Reza

Aus dem Französischen

von Eugen Helmlé

Regie

Jürgen Bosse

Bühne und Kostüme

Erika Landertinger

Prix Molière

Lyoneser Blickwinkel Heiraten

Restaurant FilzstiftSchinken

Dekonstruktion

Seneca

Freundschaft

»Kunst«

»Mein

Freund Serge hat sich ein Bild

gekauft«

Avantgarde

Homöopathie

Zweihunderttausend

l’art pour l’art

Männerbünde

Antrios Skifahrer

Trio

Analyse

Monochromie

Serge ist längst geschieden, die Beziehung von Yvan entpuppt

sich noch vor der Hochzeit als Katastrophe, und Marcs Freundin

Paula ist für ihn mehr Ärztin als Partnerin, immer mit dem

neuesten Schrei aus der Homöopathie zur Stelle. Die Männerfreundschaft

der drei hingegen hat bisher alles überstanden. Was

könnte sie trüben Serge kauft sich ein Bild des teuer gehandelten

Antrios. Auf dem ist allerdings nicht viel zu sehen, erst wenn man

im richtigen Winkel steht, erkennt man feine Nuancierungen im

Weiß. Marc ist entsetzt über die »weiße Scheiße« und zweifelt am

Verstand seines Freundes. Yvan versucht alles gelassen zu sehen,

aber zeigt er dadurch nicht, wie sehr ihm Serge egal geworden

ist Yasmina Rezas Komödie kratzt in pointierten, komischen Dialogen

nicht nur am Mythos der Männerfreundschaft, sondern führt

mit scharfem Blick für das scheinbar Nebensächliche amüsant

verschiedene Moden wie Psychologie und Dekonstruktivismus

vor. Der Regisseur Jürgen Bosse wurde 1977 Schauspieldirektor

am Nationaltheater Mannheim, wechselte Ende der 1980er-Jahre

als Intendant ans Staatstheater Stuttgart und war 13 Jahre Intendant

des Essener Grillo-Theaters.

Premiere

17. Dezember 2011

Theaterkino

Premiere

30. Dezember 2011

Theaterkino

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Elektrakomplex

Das Wetter

Luftballontiere

»Ich würde dich gern küssen«Gier nach Leben

Die vier Himmelsrichtungen

Nähe des Todes

Schlachthofbesitzer

Ein Mann verunglückt mit seinem LKW, lässt die Ladung im

Straßengraben liegen und überfällt anschließend einen

Schnapsladen. Der andere Mann findet am Stadtrand genau diese

von Roland Schimmelpfennig Ladung. 400 Kartons mit Modellierballons machen ihn von einem

Regie Tag auf den anderen zu einem Kleinkünstler. Der eine kommt aus

Jakob Fedler dem Norden, bringt den Regen mit und kauft sich einen Revolver,

Bühne und Kostüme der andere kommt aus dem Süden und glaubt, er sei Perseus.

Bernhard Siegl

Beide verlieben sich in eine junge Frau mit unheimlichen Locken.

Sie arbeitet als Kellnerin, erinnert an Medusa und wird begleitet

vom Westwind. Madame Oiseau, die Wahrsagerin aus dem Osten,

weiß, dass sie einander zum Verhängnis werden. Roland Schimmelpfennig,

Jahrgang 1967, ist Deutschlands derzeit erfolgreichster

Bühnenautor. Er wurde mehrfach ausgezeichnet und seine

Stücke werden in über 40 Ländern aufgeführt.

Premiere

24. Februar 2012

Zwinger 1

Geschwister

Blut Rache

Elektra

Opfer

Mykene

Apollon

Tragödie von Sophokles

Regie

Hans-Ulrich Becker

Musik

Viola Kramer

Bühne und Kostüme

N.N.

Erinnyen

Tyrannenmord Tantaliden

Geliebter Recht Ehebruch

Selbstjustiz

Familienehre

Troja

Elektra hat keine Ruhe mehr, seitdem ihre Mutter Klytaimnestra

und deren Geliebter Aigisthos ihren Vater Agamemnon

umgebracht haben. Während Klytaimnestra und Aigisthos scham-

los ihre neue Beziehung leben und reuelos an der Spitze des

Staates herrschen, sinnt Elektra auf blutige Rache, einzige Hoffnung

ist ihr Bruder Orest. Die Nachricht vom Tod ihres Bruders

scheint für einen Moment all ihre Hoffnungen zu zerstören.

Doch der unbekannte Bote bringt nicht die Urne des Toten, er ist

es selbst, verkleidet, um unerkannt nach Mykene zu gelangen.

Sophokles’ Version stellt Elektras Schmerz über den Verlust des

Vaters und ihre Isolation ins Zentrum des Dramas. Die Stimmen

der Frauen von Mykene bezeugen aber auch, dass über die persönliche

Rache hinaus mit dem Mord an Aigisthos ein Volk von einem

Tyrannen befreit wird. Der Regisseur Hans-Ulrich Becker arbeitete

unter anderem am Staatstheater Stuttgart, am Deutschen

Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Düsseldorfer

Schauspielhaus und am Bayerischen Staatsschauspiel. Er ist Professor

für Regie an der Hochschule für Musik und darstellende

Kunst in Frankfurt am Main.

Premiere

25. Februar 2012

Theaterkino

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Tanzboden

Chicago

Bekehrung

Hetzjagd

Mutter Goddams Puff in Mandelay

Reverend

Happyendlich

Betbruder

Großunternehmer

Whisky Happy End

Bills Ballhaus Bilbaomond

Matadore des Verbrechens

Komödie in drei Akten

von Dorothy Lane

Musik von Kurt Weill

Liedtexte von Bertolt Brecht

Fliege

Dame in Grau

Regie

Philip Tiedemann

Musikalische Leitung

Hajo Wiesemann

Bühne und Kostüme

Stephan von Wedel

Surabaya Johnny

Versinken

Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie, was ist ein Einbruch in

eine Bank gegen die Gründung einer Bank« – Mit Happy

End versuchten Bertolt Brecht, Kurt Weill und Elisabeth Hauptmann,

alias Dorothy Lane, den Erfolg ihrer Dreigroschenoper zu

wiederholen. Das ist ihnen zwar nicht gelungen, aber doch eine

Art Fortsetzung mit musikalischen Mitteln. Surabaya-Johnny,

Bills Ballhaus in Bilbao und der Matrosen-Song (Ja, das Meer ist

blau, so blau) gehören zu den schönsten und populärsten Songs

von Brecht und Weill. Der aussichtslose Kampf gegen die Groß-

unternehmer, hinter denen die Banken stehen, nimmt Motive aus

Die heilige Johanna der Schlachthöfe vorweg. Der Regisseur Philip

Tiedemann arbeitete von 1995 bis 1999 am Wiener Burgtheater.

Seit 1999 inszeniert er am Berliner Ensemble, wo er unter der

Intendanz von Claus Peymann drei Jahre lang Oberspielleiter war.

Autobiografie

Ausweglos Brautkleid

Morphium

Eines langen Tages

Reise in die Nacht

MöwenDienstmädchen

Nebelhorn Alkohol

Freiheit

Blut und Tränen

Amerikanischer

Traum

Rückfall

Sommergrippe

Wirkliche TragödieTeufelskreis

Überglücklich

Irisch Schwindsucht

Verstärktes

L

Gefühl

iebste: In Deine Hände lege ich das Manuskript dieses Schauspiels,

geboren aus frühem Schmerz, geschrieben mit Blut

und Tränen. Ein kaum passendes Geschenk, scheint es, für einen

Ein Schauspiel

von Eugene O’Neill

Regie

Holger Schultze

Bühne und Kostüme

Nanette Zimmermann

Glücksfeiertag. Aber du wirst verstehen. Ich lege es in Deine

Hände als Huldigung Deiner Liebe und Zartheit, die mir den

Glauben an Liebe gab und die Kraft, mich am Ende auch meinen

Toten zu stellen und dieses Stück zu schreiben – es zu schreiben

mit tiefem Mitleid, Verstehen und Vergebung für alle vier gejagten

Tyrones. Diese zwölf Jahre, meine einzig Geliebte, waren ein

Weg ins Licht – in die Liebe. Du weißt meine Dankbarkeit. Und

meine Liebe! Tao House, 22. Juli 1942« (Eugene O’Neill für Carlotta am

12. Hochzeitstag).

Eugene O’Neills Familiendrama zeigt von Morgen bis Mitter-

nacht eines einzigen Tages das Leben, das Leiden und das

Fortbestehen der Familie Tyrone, einer Schauspielerdynastie.

Die Ausweglosigkeit ihres Schicksals treibt die vier Familienmitglieder

– Vater, Mutter und zwei Söhne – in gegenseitiges

Quälen, Anschuldigen, Verzeihen und zum brutalen Aussprechen

der Wahrheiten.

Premiere

5. April 2012

Opernzelt

Premiere

15. April 2012

Theaterkino

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Regie

Marie Bues

Bühne

Johanna Fritz

Kostüme

Floor Savelkoul

foreign angst

Die Leiden des jungen

SuperMario in 2D

Die Verfassung

Der Ring Text der Strände

Zigeuner-Boxer

Die gewaltige

Schlacht um die

Herzen der

Menschen

Uraufführung


Die Themen, die sich die Autoren der Stücke des Heidelberger

Stückemarkts 2011 vorgenommen haben, könnten aktueller

kaum sein. Umweltverschmutzung und die Katastrophe der Deep

Water Horizon, der Krieg in Afghanistan, Entführungen, der Um-

gang mit den Sinti und Roma während des Nationalsozialismus

und futuristische Geschichten aus virtuellen Welten. Neben der

großen thematischen Aktualität der Texte lässt sich als Tendenz

ausmachen, dass die Autoren das Theater und seine Mittel

befragen, in Frage stellen und herausfordern. Im April 2012

zeigen wir Ihnen die Uraufführung eines der für den Heidelberger

Stückemarkt 2011 nominierten Stücke. Welches wir Ihnen zeigen

werden, wissen wir zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht.

Die Regisseurin der Uraufführung Marie Bues absolvierte ihre

Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende

Kunst Stuttgart. Anschließend arbeitete sie einige Zeit als

Schauspielerin und begann mit eigenen Regiearbeiten. Seither

inszenierte sie unter anderem am Staatstheater Karlsruhe, am

Theater Basel, am Theater Osnabrück und am Bayerischen Staatsschauspiel.

Hetzjagd

HassMord

Minderheit Kosovo

Schutz

Zigeunerlager

Vertreibung

der Roma

Klischees

Romantik

Einigkeit und ...

Antiziganismus

mit antiziganistischen Klischees gepoltert wird, hält man sich

in Deutschland noch zurück – um in der Abschiebepraxis dasselbe

auszudrücken. Doch was sagen die Betroffenen dazu In

einem gemeinschaftlichen Projekt mit Sinti und Roma am Theater

Heidelberg recherchiert der Autor Dirk Laucke zum Thema Europa

und dessen neuem alten »Volksfeind«, den Sinti und Roma. In

der Zeitschrift Theater heute wurde Dirk Laucke 2007 zum Nachwuchsautor

des Jahres gewählt. Er erhielt unter anderem den

Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker, wurde zum Heidelberger

Stückemarkt eingeladen und für den Mülheimer Dramatikerpreis

nominiert.

Unregistriert

(Arbeitstitel)

N

Sarkozy ach dem Zusammenbruch des Ostblocks wächst Europa

zusammen. Ein gemeinsames Parlament, eine gemeinsame

Uraufführung Währung und offene Grenzen entsprechen dem Wunsch eines

Ein Rechercheprojekt geeinten Volkes. Doch wie geht Europa mit seiner größten Minderheit,

den Sinti und Roma, um Spricht man auch hier, trotz

zu Sinti und Roma in Deutschland

von Dirk Laucke

aller Differenzen, eine gemeinsame Sprache Die Antwort lautet:

Ja. In Diskriminierung und Abschiebungspraxis stehen sich

Regie

Tobias Rausch

Bühne und Kostüme die einzelnen Länder der EU nur in der jeweiligen Qualität um

N.N.

einiges nach. Während in Frankreich, Italien und Ungarn massiv

Premiere

27. April 2012

Zwinger 1

Premiere

16. Juni 2012

Zwinger 1

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Requiem

Sammlung

Prinzhorn

Tanz

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Paradies

Sinnlichkeit

Emotionen entlockend

Carpe Diem

Tanzkonzert

Eine Tanzproduktion

von Nanine Linning

Mit Skulpturen

von Les Deux Garçons

Musik

Requiem op. 48

von Gabriel Fauré

Liberty (Nanine’s Paradise)

von Michiel Jansen

Lebenspassion

OrchesterVerlangen

Weiß

Requiem

Sterben

Wahnsinn

Ästhetik

Uraufführung

Musikalische Leitung

Dietger Holm

Bildende Kunst

Traumwelt

Lebendige Ausstellung

Requiem ist ein Cross-Over-Projekt zwischen Ausstellung,

Konzert und Tanz, in dem Nanine Linning auf die Suche nach

dem irdischen Paradies geht, wobei sie sich nicht nur – wie bei

einer katholischen Totenmesse – auf die Trauer über den Tod

fokussiert, sondern vor allem auf die Verehrung des Lebens.

Requiem besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil des Abends lässt

sich wie eine Ausstellung besichtigen, wobei die Tänzer in Installationen

als lebende Skulpturen präsentiert werden. Das Publikum

wandert auf der Bühne durch eine sinnlich wahrnehmbare

und fassbare Welt fantasievoller Gestalten, die Nanine Linning

gemeinsam mit dem Künstlerduo Les Deux Garçons entwickelt

hat, inspiriert durch mythische Figuren wie den römischen Gott

Janus oder das griechische Mischwesen Zentaur. Im zweiten Teil

erwacht die erstarrte, »gefriergetrocknete« Welt zum Leben.

Linning inszeniert und choreografiert mit dem Requiem von

Gabriel Fauré als Ausgangspunkt auf der großen, offenen Bühne

Requiem für Tänzer, Gesangssolisten, Chor und Live-Orchester.

Hinzu kommen sowohl Michiel Jansens elektronische Komposition

Liberty als auch Live-Videoprojektionen. Wenn man sich des

eigenen Todes bewusst ist, wird die Passion für das Leben größer.

Requiem ist eine Koproduktion zwischen dem Theater Osnabrück,

der Stiftung Naninelinning.nl aus Amsterdam und dem Theater

und Orchester Heidelberg.

Erduntergang

Verrückt

Irrenarzt Schizophrenie

435 Patienten

Vergessenheit

Sammlung Prinzhorn

Uraufführung

von Christoph Klimke

Regie und Choreografie

Johann Kresnik

Bühne

Marion Eisele

Kostüme

Erika Landertinger

Musik

James Reynolds

Der Arzt und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn kam 1919 an die

Psychiatrische Klinik der Universität Heidelberg. Hier sammelte

er über 5.000 künstlerische Arbeiten von etwa 435 Patienten

psychiatrischer Anstalten in ganz Europa. Die Sammlung

sollte schon damals zu einem Museum ausgebaut werden und die

Bedeutung der Kunst psychisch kranker Menschen dokumentieren.

Stattdessen wurde sie 1938 in der NS-Ausstellung »Entartete

Kunst« gegen die Kunst der Moderne instrumentalisiert und geriet

nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit. Erst von 1980 an

wurde die Sammlung restauriert, katalogisiert und der Öffentlichkeit

zugänglich gemacht – unter Mitarbeit von Johann Kresnik.

Johann Kresnik, geboren 1939 in St. Margarethen (Österreich),

gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Regisseuren an der

Schnittstelle von Schauspiel und Tanztheater. Von 1979 bis 1989

war Kresnik Ballettdirektor in Heidelberg. Hier entwickelte er

seinen Stil eines modernen choreografischen Theaters. Jetzt kehrt

Johann Kresnik an seine frühere Wirkungsstätte zurück.

Premiere

22. Oktober 2011

Opernzelt

Premiere

18. Februar 2012

Opernzelt

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Elses

Sput Geschichte & Nik

Der kleine Ritter Trenk

Human Being Parzival

The Beach Schwestern

Junges theater

Der kleine

Muck

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Allein

Schwerelos

Spacig

Expedition

Rote Kugel

Der Durchschlagskraft

Countdown läuft

E² = m²c4+p²c² Lichtgeschwindigkeit

Kugelgrill Umlaufbahn

Sput & Nik

Acht Pfoten im Weltall

ab 4 Jahren

Ein Weltraumabenteuer

von Gertrud Pigor

mit Musik von Jan Fritsch

Galaktisch

Regie

Gertrud Pigor

Bühne und Kostüme

Anne Weiler

Musik

Jan Fritsch

Die beiden Hunde Sput und Nik haben eigentlich nur zwei Dinge

im Kopf: Fressen und Spielen. Das ärgert den Nachbarn, vor

allem wenn er es sich an einem schönen Sommerabend im Garten

gemütlich machen und in aller Ruhe grillen will. Doch genau das

finden Sput und Nik besonders spannend, denn wenn der Kugelgrill

unter dem Sternenhimmel raucht und zischt, sehen sie vor sich

das perfekte Raumschiff für eine abenteuerliche Reise ins All. Mit

dem entsprechenden Heißhunger auf galaktische Grillwürstchen

kann die Expedition zu den Planeten beginnen. Ihre Jagd nach

Sternschnuppen führt sie zu Mars, Mond und Milchstraße, selbst

vor einer Landung auf der Sonne schrecken die beiden Astronauten

nicht zurück. Nur eigenartig, dass auf allen Planeten

jemand auftaucht, der dem Nachbarn verdächtig ähnlich sieht –

und das Raumschiff will er sich offenbar auch wiederholen.

ab 9 Jahren

Zusammen

Eine Geschichte über

das Abschiednehmen

von Theo Fransz

Regie

Corinna Preisberg

Bühne und Kostüme

Döndü Toprak

Hoffen

Schlaflos

Schuldig

Schwestern Traumspiel

Spielen, Spielen, Lachinseln

Herzschmerz

SpielenLoslassen

Anfiesen

Erinnern

Reden, Reden, Reden

Mathilde und Zus sind Schwestern, Seelenverwandte, die nie

weit genug weg und nie eng genug beieinander sein können.

Sie streiten, weinen, lachen zusammen, reden über alles

und passen aufeinander auf. Doch einmal hat Mathilde nicht auf

ihre Schwester aufgepasst: Zus wurde von einem Zug überfahren

und ihre Schwester fühlt sich dafür verantwortlich. Schlaflos

ist Mathilde nun, weil sie nicht aufhören kann daran zu denken.

Wo soll sie hin, mit all ihrer Liebe, mit den Schuldgefühlen und

der Verzweiflung Sie braucht Zeit für ihre Trauer, egal was die

Eltern sagen. Nacht für Nacht bekommt sie nun von Zus Besuch.

Sie spielen wieder ihre alten Lieblingsspiele und reden, um Mathildes

Schmerz zu überwinden, die Schuldgefühle zu verarbeiten

und neuen Lebensmut zu finden. Am Ende kann Mathilde mit dem

Verlust umgehen und loslassen, denn in ihrer Erinnerung lebt

die Schwester weiter. Der niederländische Theatermacher Theo

Fransz setzt im Wechselspiel zwischen Tragik und Komik dem

Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen die Kraft der

Erinnerung entgegen. »Für die meisten ist der Tod ein Tabu, weil

er uns an unsere eigene Endlichkeit erinnert. Und davor haben

wir Angst, weil wir das nicht kontrollieren können, weil niemand

weiß, was danach kommt«, so der Autor. Er löst die Schuldfrage

so wunderbar versöhnlich auf, dass man am Ende nicht vor Trauer,

sondern vor Erleichterung weinen möchte.

Premiere

1. Oktober 2011

Zwinger 3

Premiere

2. Oktober 2011

Zwinger 3

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ab 13 Jahren

Ein dramatisches Parzival-Mash-up

frei nach Eschenbach & Wagner

von Bernhard Studlar

Autorenpreis des Heidelberger

Stückemarktes 2001

Regie

Franziska-Theresa Schütz

Bühne und Kostüme

Gregor Wickert

Musik

Alexandra Holtsch

Abenteuer

Roter Ritter

Und Action! Der Heilige Gral

Zweikampf

Quereinsteiger

Gegen alle Regeln Scheitern

Human Being Parzival

Wir müezen iuch

Muttersöhnchen bî fröuden lân

Mash-up-Hero

Der achthundert Jahre alte Parzival-Stoff ist Grundlage für die

Neubearbeitung der berühmten Geschichte des jungen, naiven,

aber wilden und mutigen roten Ritters. Parzival bedeutete

im Mittelalter »durch das Tal«, und so macht der Junge seinem

Namen alle Ehre, indem er keine Gefahren scheut, unerschrocken

jedem Abenteuer folgt und seinem Traum, Ritter zu werden,

nachgeht. Seine alleinerziehende Mutter glaubt, sie könne ihn

beschützen, wenn sie ihn von der Welt fern hält. Aber eines Tages

»kommt er in das komplizierte Alter, wo man sich nicht mehr darauf

verlassen kann, dass er macht, was man will«. Und so muss

sie ihren geliebten Sohn ziehen lassen. Nach einigen Umwegen,

wie die Liebe zu einer Frau beispielsweise, wird Parzival ein ganz

besonderer Ritter, dem alle Regeln egal sind, der sich durchsetzt,

Schmerz und Glück am eigenen Leib erfährt und skrupellos Menschen

tötet. Unbekümmert gelangt er an die Gralsburg und wird

dort einer Reifeprüfung unterzogen. Er versagt und wird fortgeschickt,

ohne verstanden zu haben, was er eigentlich falsch

gemacht hat. Herzensbildung ist gefragt im Leben, das muss er

leidvoll erfahren, bevor er eine zweite Chance erhält. Wie aus

einem ungestümen Raufbold ein geknickter Held und schließlich

doch noch ein echter Ritter wird, erzählt Bernhard Studlar in

seiner aktuellen Bearbeitung des bekannten Heldenepos.

Ein orientalisches Märchen

nach Wilhelm Hauff

von Tatjana Rese

mit Musik von Tom Wolter

Der Lauf

I

der Welt n Nicäa wohnt ein Mann, den man den kleinen Muck hieß.«

So beginnt Wilhelm Hauffs Geschichte von dem kleinen Muck,

ab 6 Jahren die 1826 im Märchen-Almanach veröffentlicht wurde und von der

Regie

Britta Geister

Bühne und Kostüme

Philipp Kiefer

Gold,

Gold,

GoldSchneller!

Schneller!

Betrogen und verraten

Der kleine Muck

Spotten

FremdPantoffeln

Alles krass in Istanbul

Suche nach dem Glück erzählt. Nachdem Mucks Vater gestorben

ist, vertreibt man ihn aus dem Haus und ihm bleibt nichts anderes

übrig, als in die große, unbekannte, weite Welt zu ziehen. Aber

offenbar passt sein gutes Herz nicht in diese Welt voller Neid

und Missgunst. So trifft er auf die hinterlistige Frau Ahavzi und

auf den intriganten Großwesir des Sultans, der Muck ins Gefängnis

bringt. Aber der tapfere Muck lässt sich nicht beirren. Er findet

magische Pantoffeln und rennt mit dem schnellsten Mann im

Reich um die Wette, um Oberleibläufer des Sultans zu werden.

Außerdem stehen ihm noch der Mond und ein streunender Kater

zur Seite, die ihn beschützen und ermutigen, an das Gute im

Menschen und vor allem an sich selbst zu glauben. Mit Klugheit,

Optimismus und Fantasie geht er weiter seinen Weg und erkennt

schließlich, dass das Glück manchmal genau dort auf einen wartet,

wo man es nie vermutet hätte.

Premiere

7. Oktober 2011

Zwinger 3

Premiere

19. November 2011

Opernzelt

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Erinnern

Courage Sinti und Roma

Hoffnung Halt! Lebenskraft

Das Rote Kleid

Premiere

Viel Zeit

ab 9 Jahren

Uraufführung

Nach dem Kinderbuch

von Michail Krausnick

Für die Bühne bearbeitet

von Nada Kokotovic

und Nedjo Osman

Regie und Bühne

Nada Kokotovic

Kostüme

Joanna Rybacka

Kämpfen

Vergessen

Aus heiterem Himmel

Elses Geschichte

Ein Mädchen überlebt Auschwitz

Wunder

Träumen

Schweigen

Mädchen

Widerstand

Freunde

Gedanken gehen

im Kopf herum

D

as Theaterstück nach dem gleichnamigen illustrierten Kinderbuch

erzählt vom Völkermord an den Sinti und Roma.

Elses Geschichte basiert auf dem wahren Schicksal der damals

8-jährigen Else Schmidt. »Zwei Männer in langen Ledermänteln

haben Else aus der Wohnung abgeholt, morgens ganz früh, als

es noch dunkel war. Else hatte keine Ahnung, was das für Männer

waren. Irgendwas mit ›geheim‹ und ›Polizei‹ wurde geflüstert.

Was wollten sie von ihr Sie hatte doch nichts ausgefressen«

Ihren Hamburger Pflegeeltern entrissen, wird sie 1943 in das

Konzentrationslager Auschwitz verschleppt. Als »Zigeunerkind«

erfasst und abgestempelt, ist sie der Rassenpolitik der Nationalsozialisten

schutzlos ausgeliefert. Else weiß nicht, wie ihr

geschieht. Ihre Eltern sind Roma und haben sie als Baby in eine

Pflegefamilie gegeben. Doch davon ahnt Else nichts. Nur dem

couragierten Kampf ihres Pflegevaters Emil Matulat ist es zu verdanken,

dass Else der Mordmaschinerie im letzten Moment entkommen

kann. Sie überlebt den Transport, die Monate in den

Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück, das ständig

von Mord und Vernichtung bedrohte Dasein in den Todeslagern.

Heute ist sie über siebzig Jahre alt und lebt in England. Aus der

Perspektive des Kindes wird die traumatische Vergangenheit

nachfühlbar und durch aktuelle Erinnerungen deutlich gemacht,

wie diese Erlebnisse ein ganzes Leben veränderten. Eine Geschichte

gegen das Vergessen für Kinder von gestern und heute.

Michail Krausnick lebt als freier Autor in Heidelberg.

Schattenseiten

Aussteigen

Sehnsüchte

Paradies

Achtung Haie!

Weißer Strand

unter Palmen

ab 15 Jahren

Ein Live-Hörspiel

nach dem Roman von Alex Garland

von Eike Hannemann

und Karoline Felsmann

The Beach

Backpacker

Trip

Wahnsinn

Hölle

Regie und Konzept

Eike Hannemann

Albtraum

Gefährliche

Rivalen Begierde

Stellt euch eine Lagune vor, durch eine hohe, geschwungene

Felswand von dem Meer abgeschirmt. Denkt euch weißen

Sand dazu und Korallengärten. Süßwasserfälle rauschen auf der

Insel, umgeben von Dschungel, drei Schichten von Laubdächern,

die seit tausend Jahren niemand angerührt hat, seltsam bunte

Vögel und Affen befinden sich auf den Bäumen.« Diese traumhaften

Bilder wären im Theater unmöglich umzusetzen, aber das

Live-Hörspiel lässt die exotische Kulisse durch Klänge, Töne und

Geräusche, die von zwei Akteuren mittels ihrer Stimmen, Körper

und zweckentfremdeter Alltagsgegenstände live erzeugt werden,

im Kopf entstehen. Kino für die Ohren! Und bei der Herstellung

der Illusionen kann man den Spielern auch noch zusehen. Und

so wird ein Lappen zu Herzrasen, eine Gießkanne zum tropischen

Regen oder ein Strohhalm im Wasserglas zum Paradies für

Schnorchler. Und wie überzeugend kann man einen Haiangriff

vertonen Alex Garlands Bestsellerdebüt The Beach von 1996

erzählt die Geschichte des jungen Rucksacktouristen Richard, der

in Thailand fernab der Zivilisation das große Abenteuer sucht. Als

er von einem geheimnisvollen Strand erfährt, begibt er sich auf

die Suche nach dem unbekannten Ort und entdeckt eine Gruppe

von Aussteigern, die sich ihr eigenes sorgenfreies Paradies aufgebaut

haben. Aber wie weit geht man, um das Paradies zu

schützen Was als ein Traum vom Garten Eden begann, entpuppt

sich bald als Albtraum.

3. März 2012

Zwinger 3

Premiere

21. April 2012

Zwinger 3

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Hochstapler

Ritterturnier Ich tu, Milchzahn

was mir

gefällt.

Potzblitz und holdrio

Edle Damen

Tapfere Ritter

Abenteuer

Drache

Tausendschlag

Der kleine Ritter Trenk

Ich wage es!

Ferkelchen

Im Mittelalter war der Lebensweg der Menschen durch die

Geburt vorgezeichnet. So auch für Trenk, den kleinen Bauernjungen.

Doch der will sich damit nicht zufrieden geben, denn ab 5 Jahren

er

von Kirsten Boie

Für die Bühne bearbeitet

von Rainer Hertwig

Regie

Franziska-Theresa Schütz

Bühne und Kostüme

Birgit Remuss

Musik

Jan Fritsch

Schwert Wunderwild

Besiegen

will ein mutiger Ritter werden. Und so zieht er eines Tages mit

seinem Ferkelchen los, um jede Menge Abenteuer zu erleben. Er

trifft auf Zink, Sohn eines Ritters, der partout kein Ritter werden

möchte, weil er Angst vor dem Drachen hat, der irgendwo im

finstern Wald sein Unwesen treibt. Trenk sieht nun seine große

Chance als Ritter ausgebildet zu werden, indem er sich als Zink

ausgibt. Der Tausch gelingt und Trenk geht bei Ritter Hans von

Hohenlob in die Ritterlehre. Wenn da nur nicht die schlaue Tochter

Thekla wäre, die selbst Ritter werden möchte. Auf Anhieb

erkennt Thekla, dass Trenk sich als Zink ausgibt und erzwingt

ein geheimes Abkommen mit ihm. Sie möchte nämlich kämpfen,

aber als Mädchen darf sie nicht Ritter werden. Und so kommen

sie überein, dass sie ihn nicht verrät und er ihr alles beibringt,

was man als Ritter können muss. Die beiden werden ein unschlagbares

Team und lüften sogar das Geheimnis des Drachens. Kirsten

Boies preisgekrönter Roman hat seit 2006 schon viele Kinder

begeistert und ist nun auf der Bühne zu erleben.

Premiere

17. Juni 2012

Heidelberger Schloss

Zauberei

Wertolt der Wüterich

Abenteuer

Endlich groß Freund sein

sein

Wiederaufnahmen

Weltverbesserin Honk der Henker

Gerecht

Würmeln Eigenbrötler

An sich glauben

ab 10 Jahren

Uraufführung

von und mit Joanna Kapsch

ab 4 Jahren

von Barbro Lindgren

und Cecilia Torudd

Aus dem Schwedischen

von Günter Bergfeld

Mit Massoud Baygan

Päm!! – Eine Superheldin packt aus

Päm hat die Nase voll von der Schule. Aufgrund eines ihr

erteilten Verweises zieht sie sich in eine abgeschiedene

Besenkammer zurück und flüchtet sich in eine Traumwelt. Sie

verwandelt sich in ihr Alter Ego Päm, die Superheldin, die nicht

nur stark und unbesiegbar ist, sondern als »Rächerin der Missverstandenen«

auch alles Böse an der Schule bekämpft. Mit etwas

Sekundenkleber, Juckpulver und Nasenschleim müsste die Sache

doch zu lösen sein.

Wiederaufnahme

9. November 2011

Zwinger 3

Herr Sturm und sein Wurm

Herrn Sturm ist langweilig. Alles muss er alleine machen. Doch

eines Tages ändert sich sein Leben schlagartig: Beim Spazierengehen

rettet er einem kleinen Wurm das Leben. Die beiden

freunden sich an, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Algot Sturm ist ein höflicher Mensch, der leidenschaftlich

gerne malt und die Ruhe in der Natur genießt. Der Wurm dagegen

entpuppt sich bald als ziemlich freches kleines Wesen, das

sich um Anstand und Manieren nicht kümmert. Und trotzdem –

oder vielleicht gerade deswegen – finden die beiden Gefallen

aneinander.

Wiederaufnahme

Januar / Februar 2012

Zwinger 3

Frau Flieder

Träumen

Kippel-Knut

Wurmkuss

Kämpferin

Klein, aber oho

Die Freiheit der Fantasie

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Festivals

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Winter in Schwetzingen

25. November 2011 – 11. Februar 2012

Neapel war das Zentrum einer besonders innovativen und

glanzvollen Periode der frühen italienischen Oper, deren

Meister bis heute nicht ihren gebührenden Platz im Theaterleben

gefunden haben. Ihrer werden wir uns in den kommenden

Jahren annehmen, angefangen mit Alessandro Scarlattis Marco

Attilio Regolo. In unseren Konzerten werden nicht nur weitere

Neapolitanische Meister vorgestellt, sondern auch ihr Einfluss

auf musikalische Entwicklungen in anderen Regionen und zu

späteren Epochen. Die Stars der Neapolitanischen Oper waren

die Kastraten. Ihr Repertoire wird in unserem Eröffnungskonzert

von dem gefeierten Countertenor Franco Fagioli gesungen. Rubén

Dubrovsky wird mit seinem Bach Consort Wien den höchst interessanten

Querbezügen zwischen italienischer Barockmusik und

argentinischer Volksmusik des 18. Jahrhunderts nachgehen. Ein

besonderes Ereignis wird die Aufführung sämtlicher Sonaten und

Partiten für Violine Solo von Johann Sebastian Bach an einem

Abend durch die Stargeigerin Isabelle Faust sein. Zwei berühmte

Sängerinnen sind ebenfalls mit Recitals vertreten: Deborah Yorks

Konzert wird um Alessandro Scarlatti und Georg Friedrich Händel

zentriert sein, während Stella Doufexis, deren Karriere in Heidelberg

begann, einen Bogen von John Dowland bis zu Christian

Jost spannen wird. Neu und auf die nächsten Jahre angelegt ist

die Zusammenarbeit mit der Austria Barock Akademie, deren Stipendiaten

zu den besten Nachwuchskünstlern der Barockszene

gehören und denen wir in Schwetzingen ein Podium für den Start

in ihre internationale Karriere geben wollen.

Heribert Germeshausen und Rubén Dubrovsky

Künstlerische Leiter Winter in Schwetzingen

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Spielplan

Winter in Schwetzingen

Oper

Dirigent

Rubén Dubrovsky

Regie

Eva-Maria Höckmayr

Marco Attilio Regolo

Premiere 25. November 2011 (Deutsche Erstaufführung)

Rokokotheater

Sopran

Deborah York

Amrita Ensemble

Deborah York

14. Januar 2012

Rokokotheater

DDOper von Alessandro Scarlatti

DDAlessandro Scarlatti, Georg Friedrich Händel

Countertenor

Franco Fagioli

Dirigent

Rubén Dubrovsky

Philharmonisches Orchester

Heidelberg

Konzerte

Franco Fagioli

1. Dezember 2011

Rokokotheater

DDGiovanni Battista Pergolesi, Nicola Antonio Porpora,

Wolfgang Amadeus Mozart, Gioachino Rossini

Stipendiaten der

Austria Barock Akademie:

Countertenor

Oscar Verhaar

Violoncello

Sarah Weilenmann

Violine

Maria Grokhotova

Cembalo

Dmitri Bondarenko

Austria Barock Akademie

19. Januar 2012

Schlosskapelle

DDGiovanni Battista Pergolesi, Nicola Antonio Porpora und andere

Violine

Isabelle Faust

Isabelle Faust

4. Dezember 2011

Mozartsaal

Bach Consort Wien

Leitung

Rubén Dubrovsky

Barock & Beyond

22. Januar 2012

Rokokotheater

DDJohann Sebastian Bach Sonaten und Partiten

für Violine Solo BWV 1001-1006

DDItalienischer Barock und traditionelle argentinische Volksmusik

DDJohn Dowland, Christian Jost, Heinrich Schütz

Leitung und Violine

Thierry Stöckel

Violine

Eleonora Plotkina

Oboe

Sandra Seibold

Flöte

Konrad Metz

und weitere Mitglieder des

Philharmonischen Orchester Heidelberg

als Gast:

Cembalo, Arnold Werner-Jensen

Weihnachtskonzert

22. Dezember 2011

Mezzosopran Stella Doufexis

Schlosskapelle Stella Doufexis

11. Februar 2012

DDJohann Sebastian Bach Orchestersuite Nr. 2 in h-Moll

Viola

Pauline Sachse Mozartsaal

BWV 1067, Brandenbur gisches Konzert Nr. 3 in G-Dur BWV

1048, Konzert in d-Moll für Violine, Oboe und Streicher

BWV 1060, Konzert in d-Moll für 2 Violinen, Streicher und

Basso Continuo BWV 1043

Klavier

Daniel Heide

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Heidelberger Stückemarkt

27. April – 06. Mai 2012

Heidelberger Schlossfestspiele

17. Juni – 28. Juli 2012

Förderer

Neue Theaterautoren entdecken und fördern – das ist die Idee

des Heidelberger Stückemarkts seit vielen Jahren. Damit hat

sich der Stückemarkt zu einem der wichtigsten deutschsprachigen

Theaterfestivals entwickelt. Interessante neue Theaterstücke

und ihre Autoren, beispielhafte Aufführungen anderer Bühnen –

eine geballte Woche Gegenwartstheater in Heidelberg! Eine neue

Ausrichtung gibt es beim Europäischen Theaterpreis: Wir präsentieren

Inszenierungen deutschsprachiger Autoren aus anderen

Ländern. Damit geraten Fragen der Übersetzung sowie unterschiedliche

Spielstile und Theaterkulturen in den Fokus. Und

schließlich intensivieren wir die Zusammenarbeit mit Theaterverlagen.

In Interviews und Diskussionen kann die künftige Ausrichtung

des Heidelberger Stückemarkts erörtert werden oder

auch die Frage: Was für Stücke fehlen eigentlich Kommen Sie

zum Heidelberger Stückemarkt 2012, informieren Sie sich über

neue Theaterstücke und Inszenierungen, beteiligen Sie sich am

Gespräch und sagen Sie uns Ihre Meinung. Damit der traditionsreiche

Stückemarkt eines der wichtigsten deutschsprachigen

Theaterfestivals bleibt.

Förderer

Auch im Sommer 2012 werden wir wieder die schönsten Bühnen

im Heidelberger Schloss beziehen, um Ihnen in der

unvergleichlichen Atmosphäre genussvolle Stunden zu bereiten.

Der zeitgleiche Umzug aus den Interimsspielstätten in den Theaterneubau

und die Vorbereitung der Neueröffnung im Herbst

2012 bedingen jedoch eine Konzentration der Schlossfestspiele

auf ausgewählte Highlights. Neben der Inszenierung des Kinderstücks

Der kleine Ritter Trenk nach dem Kinderbuch von

Kirsten Boie bieten wir Ihnen ein spannendes und abwechslungsreiches

Konzertprogramm: Schwungvolle Operettenschlager und

beliebte italienische Opernarien werden ebenso zu hören sein

wie sommerliche Konzertklänge – traditionell natürlich auch

zur Schlossbeleuchtung. Eine Neuerung im Angebot verraten

wir Ihnen schon jetzt: In Kooperation mit dem Deutschen Musikrat

wird unter der Leitung des renommierten Dirigenten Marco

Letonja ein Meisterkurs für junge Dirigenten mit dem Philharmonischen

Orchester Heidelberg stattfinden. Das Ergebnis präsentieren

wir Ihnen in einem Konzert auf dem Heidelberger Schloss.

Lassen Sie sich überraschen und verzaubern!

DDDas detailierte Programm erscheint im Frühjahr 2012.

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Internationale Kooperationen

Förderer

Mit dem Neustart in Heidelberg soll einer der wichtigsten

Schwerpunkte von Holger Schultzes Arbeit weitergeführt

werden: der Austausch auf künstlerischer und personeller Ebene

mit internationalen kulturellen Institutionen. In Osnabrück wurde

dies über drei Jahre hinweg, zum Beispiel mit dem Theater in

Russe (Bulgarien), mehr als erfolgreich praktiziert. Wir möchten

besonders in Heidelberg den Fokus weiterhin verstärkt auf

die Vernetzung innerhalb der europäischen Theaterlandschaft

richten und die Mitgliedschaft in den beiden bekannten europäischen

Schauspiel- und Musiktheaternetzwerken European Theatre

Convention und Opera Europa mit dem Ziel nutzen, neue

Partnerschaften in Europa zu etablieren. Im Rahmen der ETC wird

das Theater und Orchester Heidelberg unter anderem zusammen

mit dem ungarischen Miskolc National Theatre zum Thema der

Sinti und Roma in Europa recherchieren sowie ein gemeinsames

Projekt präsentieren. Das Junge Theater startet eine auf längere

Zeit angelegte Zusammenarbeit mit der Cyprus Theatre Organisation

(Zypern), die in einer gemeinsamen Produktion gipfeln

wird. Ein Höhepunkt der internationalen Kooperationen in der

ersten Spielzeit ist die Uraufführung der Kammeroper Las cartas

de Frida. Der künftigen Theaterleitung ist es gelungen, eine der

bedeutendsten zeitgenössischen mexikanischen Komponistinnen

– Marcela Rodríguez – dafür zu gewinnen, die Kammeroper

eigens für das Theater und Orchester Heidelberg zu komponieren.

Lassen Sie sich überraschen, denn das ist erst der Anfang.

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