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SEMINARE, WORKSHOPS UND VORTRÄGE

FAMILIENHUNDE

Themenabend mit Jan Nijboer, Natural Dogmanship®:

«Unterschiedliche Trainingskonzepte und ihre Konsequenzen für den Hund»

Eigene Trainingsformen überdenken

Hunde sind soziale Lebewesen und haben ein

Recht auf Erziehung. Erzieherische Elemente sichern

ihnen die Eingliederung in die Familie und

führen sie an das Leben und Überleben in unserer

Gesellschaft heran. Erziehung vermittelt Werte

und Normen und hilft dem Zögling, erwünschte

Verhaltensweisen zu etablieren. Dieser Vorgang

geschieht in der sozialen Interaktion zwischen

zwei Individuen. Bei einem Welpen ist es zuerst

die Mutterhündin, die aktiv lehrend tätig wird.

Kommt der kleine Hund in die Familie, hat die Bezugsperson

diese Aufgabe zu übernehmen. Erzieher

zeigen Vorbildverhalten, an welchem sich der

Hund orientieren kann. Durch die kommunikative

Auseinandersetzung kann der Mensch bestimmte

Lernprozesse bewusst und absichtlich

herbeiführen und sie mit seinem Handeln unterstützen,

damit eine dauerhafte Verhaltensänderung

beim Hund erreicht werden kann.Voraussetzung

für das Gelingen von Erziehung ist ein Vertrauensverhältnis

zwischen den beiden. Hunde

brauchen einen Beziehungspartner, der Sicherheit,

Nahrung und Geborgenheit garantiert. Noch

immer kursieren aber in der Hundeerziehung unterschiedlichste

Trainingskonzepte, die nicht mit

sozialem Lernen sondern mit Manipulation, Konditionierung

oder Dressur gleichzusetzen sind.

Reine Abrichtung missachtet die Bedürfnisse des

Hundes und zeugt von wenig Einfühlungsvermögen

seitens der Menschen gegenüber dem Tier.

KITTY SIMIONE

Eltern unterstützen ihre Kinder in

der Entwicklung. Sie gehen auf deren

Bedürfnisse ein, fördern vorhandene

Talente und leben soziale Umgangsformen

vor. Die Lernprozesse des Nachwuchses

werden aktiv begleitet. Ganz

selbstverständlich bringt der Erwachsene

seine Persönlichkeit in die Erziehung

der Kinder ein, doch der Hund

bleibt oftmals in seiner Entwicklung

und in seinen Lernprozessen allein gelassen.

Das Tier erzieht sich selbst und

lässt sich dadurch in entscheidenden Situationen

auch nicht durch seinen Besitzer

beeinflussen.Viele Menschen haben

ihr Einfühlungsvermögen gegenüber

dem Tier verloren. Jedes einzelne

Mitglied einer Familie, die einen Welpen

bei sich aufnimmt, hat meist eine

ganz eigene Vorstellung davon, wie der

Hund sein sollte. Es bestehen klare

Die Lerntheorie der klassischen

Konditionierung macht den Hund

nicht sozialer. Leckerlitraining

lässt ihn fordernder, penetranter

und respektloser auftreten.

Ideen, wie er auszusehen hat, welche

Fähigkeiten der Hund besitzen muss

und welche Anforderungen er zu erfüllen

hat. Kann er den Erwartungen des

Menschen nicht entsprechen, sind die

Besitzer enttäuscht. Das Tier Hund ist

in der modernen Gesellschaft zu einem

Produkt geworden, dessen Bedürfnisse

wir nicht wahrhaben wollen. Bei Kindern

ist das anders. Schreit beispielsweise

in der Nacht das Baby, springt die

Mutter sofort auf und macht sich Gedanken

darüber, was dem kleinen Kind

fehlen könnte. Der Welpe hingegen

wird alleine in der Küche eingesperrt,

weil er noch nicht stubenrein ist und

sich der Küchenboden am besten putzen

lässt. Dass es für den kleinen Hund

völlig unnatürlich ist, allein zu sein, darüber

macht sich der Mensch keine Gedanken

und wenn der Welpe dann zu

jammern beginnt, reagiert sein Besitzer

gereizt und überlegt sich, wie er es

schaffen kann, dieses nervige Verhalten

wieder abzustellen. Viele Hundebesitzer

kommen mit der Absicht in eine

Hundeschule, ein ganz bestimmtes Verhalten

des Hundes mit einfachen Mitteln

zu unterbinden, ohne dafür viel tun

zu müssen. Dabei interessiert es sie

nicht, was der Hund durch sein Handeln

zum Ausdruck bringt. Die Gründe

für sein Verhalten sind für sie bedeutungslos

– genauso bedeutungslos wie

der Hund selbst. Jeder Hund hat einen

ganz eigenständigen und einzigartigen

Charakter, den es zu fördern gilt. Und

es ist nur fair, dass er seine Erwartungen

und seine eigene Persönlichkeit

auch in die Beziehung einbringen darf.

Klassische Konditionierung

ist Dressur, nicht Beziehung

Noch immer werden in der Hundeszene

Trainingsmethoden angewandt,

die einer sozialen Entwicklung des

Hundes entgegenwirken. Es sind weit

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FAMILIENHUNDE

SEMINARE, WORKSHOPS UND VORTRÄGE

Voraussetzung für das Gelingen von

Erziehung ist ein Vertrauensverhältnis

zwischen Mensch und Tier. Hunde

brauchen einen Beziehungspartner,

der Sicherheit, Nahrung und

Geborgenheit garantiert.

Unterordnungstraining hat mit der

Ausübung von Macht gegenüber

einem anderen Individuum zu tun.

Das Sammeln von Punkten in Prüfungen

muss sehr kritisch betrachtet

werden. Für den Hund ergibt diese

Form des Trainings keinen Sinn.

verbreitete Übungskonzepte, die den

Hund weder umgänglicher, zurückhaltender

noch ruhiger werden lassen. Genau

das Gegenteil ist der Fall. Die klassische

Konditionierung beispielsweise

geht auf den US-amerikanischen Psychologen

Burrhus Frederic Skinner

(1904 – 1990) zurück, der die Arbeit des

russischen Physiologen Iwan Petrowitsch

Pawlow fortsetzte. Die Lerntheorie

beruht auf den Mechanismen

zwischen Reiz und Reaktion. Gegeben

ist ein Reiz, der ohne vorangegangenes

Lernen einen angeborenen Reflex auslöst.

Beispielsweise löst der Geruch von

Futter den Speichelfluss des Hundes

aus. Bietet man in dieser Situation einen

zusätzlichen, neutralen Reiz an,

wird die natürliche Reaktion auch an

diesen Reiz gekoppelt. Der neutrale

Ton einer Glocke, die normalerweise

keinen Speichelfluss beim Hund auslösen

würde, wird aber zum unbedingten

Reiz, wenn er mehrfach mit dem Geruch

von Futter gekoppelt wird. Bald

genügt alleine der Ton, um den Speichelfluss

auszulösen. Die klassische

Konditionierung ist ein Phänomen, das

sowohl beim Menschen als auch beim

Hund in natürlicher Form auftritt und

einen Teil der Erziehung darstellt. Sie

steht aber dann immer im Zusammenhang

mit einem Sozialpartner und wird

in einer Situation angewendet, in der

sie wichtig und notwendig ist. Dadurch

führt sie nicht zu einer Traumatisierung

des Zöglings. Wiederum kann dies ein

Beispiel aus dem menschlichen Leben

verdeutlichen: Die kleine Tochter spielt

mit dem Feuerzeug in der Nähe des

Vorhangs. Natürlich wird der Vater

böse, schreit sie an und zerrt sie vom

Vorhang weg. Dieses Verhalten des Vaters

löst bei ihr einen Schreckreflex aus.

Sie weicht sofort zurück. Da ihr der Vater

aber erklären kann, weshalb er so

reagiert hat, wird sie nicht jedes Mal erschrecken,

wenn sie ihren Vater sieht,

aber sie wird das Feuerzeug meiden.

Auf das Hundetraining übertragen, ist

es richtig, dass die Anwendung von

Würge-, Stachel- oder Stromhalsbändern

durchaus in den Bereich der klassischen

Konditionierung gehören.

Diese Reize lösen auch ohne vorangegangenes

Lernen Reflexe aus. Reflexverhalten

dient einem Individuum

dazu, die eigene körperliche Unversehrtheit

zu sichern. Reflexverhalten

wird also zur Selbsterhaltung eingesetzt

und enthält keine soziale Komponente.

Je mehr ein Hund aufgrund der Anwendung

von Starkzwangmitteln Reflexverhalten

zeigen muss und je mehr er

mit der Erhaltung seiner Existenz beschäftigt

ist, umso weniger hat er den

Kopf für weitere Verhaltensformen

frei. Gefördert wird ein Gehorsam, der

nicht aus freiem Willen und Einsicht erfolgt,

sondern aus Angst vor erneutem

Einsatz der Reize und somit vor körperlicher

Strafe gezeigt wird. Und da

dem Hund meist ein vertrauensvoller

Bezug zum Menschen fehlt, er sich in

dessen Nähe nicht sicher fühlen kann

und ihm der Grund für die Einwirkung

auch nicht erklärt werden kann, ist ein

späteres Trauma des Hundes nicht auszuschliessen.

Doch es sind nicht nur

starke Zwangsmittel, die dem Bereich

der klassischen Konditionierung zuzuordnen

sind. Auch der simple Griff in

AkteHund 08/09 • 13


SEMINARE, WORKSHOPS UND VORTRÄGE

FAMILIENHUNDE

die Jackentasche kann dazu führen,

dass der Hund nur noch die Futterbelohnung

im Kopf hat und sich auf nichts

anderes mehr konzentrieren kann. Das

ist konditioniert. Clickertraining beispielsweise

ist nichts anderes als klassische

Konditionierung. Will man dem

Hund Tricks beibringen, ist der Clicker

ein tolles Hilfsmittel, doch mit ehrlicher,

fördender Erziehung hat das

nichts zu tun. Das ist Dressur. Bei Kindern

würden wir niemals auf diese unnatürliche

Art der Erziehung zurückgreifen!

«Gummibärchen-Erziehung»

hat verzogene Kinder zur Folge, schafft

aber kaum Werte wie Respekt, Anstand,

Höflichkeit und Empathie.

Hunde, die mit Leckerchen erzogen

werden, zeigen sich ebenfalls verzogen,

penetrant, abverlangend und respektlos.

Instrumentelle Konditionierung,

das Selbstlernprinzip

Die Theorie der instrumentellen

Konditionierung beruht auf dem Erlernen

von Reiz-Reaktions-Mustern aus

Drogensuchhunde werden in ihrer Ausbildung oftmals auf einen einzigen Spielgegenstand

konditioniert, den sie als Belohnung bekommen, wenn sie gut gearbeitet haben.

ursprünglich spontanem Verhalten. Die

Häufigkeit eines Verhaltens wird durch

seine angenehmen oder unangenehmen

Konsequenzen beeinflusst. Oft

wird diese Form der Konditionierung

auch mit dem «Lernen am Erfolg» umschrieben.

Im Gegensatz zur klassischen

Konditionierung, bei welcher der

Hund keine Kontrolle über seine Reflexe

ausüben kann, ist es ihm in der instrumentellen

Konditionierung sehr

wohl möglich, seine Reaktionen der Situation

anzupassen. Der Hund begibt

sich alleine auf Entdeckungsreise und

lernt durch Versuch und Irrtum. Instrumentelle

Konditionierung ist ein individuelles

Lernen, ein Selbstlernprinzip.

Verhalten, das selbst entwickelt wird

Jan Nijboer fordert ein Umdenken – auch in ganz alltäglichen Bereichen

In verschiedenen Videosequenzen zeigt Jan

Nijboer unterschiedlichste Trainingssituationen.

Mit mehrheitlich alltäglichen Bildern fordert er das

Publikum auf, auch in der eigenen Umgebung genauer

hinzusehen, was gängige Trainingsmethoden

für Konsequenzen für den Hund haben. In vielerlei

Hinsicht muss noch ein Umdenken stattfinden.

Positive Verstärkung

Über den Clicker wird dem Hund das «Sitz» beigebracht.

Das Hörsignal und das nachfolgende Futterstück

sind für den Hund angenehme Reize, die sein

Verhalten verstärken. Der Clicker wird eingesetzt,

um allfällige Emotionsschwankungen in der

menschlichen Stimme ausschliessen und eine reine,

saubere Konditionierung durchführen zu können.

Die Persönlichkeit des Menschen wird bewusst ausser

Acht gelassen. Die sogenannte positive Verstärkung

wird allgemein als etwas Positives empfunden.

Das angewendete Bonussystem ist aber mehr als

fragwürdig, denn der Hund lernt lediglich eine alternative

Form des Abverlangens. Er springt zwar nicht

mehr am Menschen hoch, merkt aber schnell, dass er

für das «Sitz» ein Leckerli bekommt und fordert es

auch ein, wenn es einmal ausbleibt. Der Mensch als

Person ist in der ganzen Handlung nicht interessant.

Die Konzentration des Hundes liegt allein bei der

Hand,die ihn füttert.Mit Erziehung hat das nichts zu

tun und wenn Menschen sich einreden, was für eine

schöne Beziehung sie durch diese Form des Trainings

zu ihrem Hund aufbauen können, dann belügen

sie sich selbst.

Mix-Training

Die Videosequenzen zeigen ein Mensch-Hund-

Team während einer Obedience-Prüfung. Wer das

Video eher unkritisch auf sich wirken lässt, ist sicherlich

von der Perfektion der Ausführung und der

Aufmerksamkeit des Hundes begeistert. Doch auch

hier gilt es, genauer hinzusehen. Sehr oft stehen

Hunde, die in Prüfungen Punkte erzielen müssen,

unter dem unberechenbaren Wechsel von positiver

Verstärkung und plötzlich auftretendem Druck.

Der Hund zeigt zwar genauste Ausführungen der

Aufgaben, ist in seiner ganzen Körpersprache jedoch

sehr ambivalent. Er kann den Menschen nicht

mehr richtig einschätzen und ist verunsichert. Unterordnung

in Perfektion ist für den Hund nicht witzig,

völlig unnatürlich und dient rein der egoistischen

Darstellung des Menschen.

Objektbezogene Konditionierung

Ein von der Polizei eingesetzter Malinois ist darauf

trainiert, Drogen aufzuspüren. Er ist so ausgebildet,

dass er im Grunde nur seinen Spielgegenstand

sucht, mit dem er für gute Arbeit belohnt wird. Dieser

Hund ist ganz extrem auf seinen Ball fixiert. Er

lebt nur noch für sein Spielzeug.Trainingsbedingt ist

er zu einem psychisch gestörten Individuum gemacht

worden. Er ist ein Balljunkie, ein Süchtiger,

der dem Menschen dabei hilft, Drogensucht zu bekämpfen.

Verhaltensunterbruch durch ein Teletac-Halsband

Bilder, die in der Verlangsamung laufen. Ein Terrier

bellt vor einem Kindergitter in die Richtung der

Haustüre. Da jemand ins Haus kommt und sich vom

Rest der Familie scheinbar niemand darum kümmert,

fühlt er sich für die Sicherheit verantwortlich

und übernimmt diese Aufgabe.Was er zeigt, ist normales

territoriales Verhalten. Doch das Bellen nervt

die Hundebesitzer. Sie möchten es unterbinden.

Der kleine Terrier trägt deshalb um den Hals ein Teletac-Gerät.

Auf Knopfdruck hört sein Bellen auf,

doch der ganze Hund zuckt zusammen,krümmt sich

und verkriecht sich in eine Ecke. Seine Besitzer finden

das auch noch lustig, freuen sich, dass es so gut

klappt und lachen dazu. Würden sie die Bilder

ebenfalls in Slow-Motion sehen, würde wohl auch

ihnen das Lachen vergehen. Einwirkungen dieser

Art führen schnell zu grosser Unsicherheit und zur

Vereinsamung des betroffenen Individuums und

sind für eine gute Beziehung keinesfalls förderlich.

Ein zweites, sehr interessantes Video zeigt zwei Studenten

der Veterinärmedizin, die das Stromhalsband

in einem Selbstversuch ausprobieren. Der

eine trägt das Gerät am Hals. Sobald er einen Laut

von sich gibt, wird automatisch ein Stromschlag ausgelöst.

Sein Kollege filmt. Sehr schnell ist zu erkennen,

wie der Proband verunsichert wird, in Stress

gerät und zu Hecheln beginnt. Er versucht, das

Halsband mit den Händen von seiner Kehle wegzudrücken.

Das Ganze ist kein Spass mehr.

Natural Dogmanship® fordert ein Umdenken –

und das zu Recht.

14 • AkteHund 08/09


FAMILIENHUNDE

SEMINARE, WORKSHOPS UND VORTRÄGE

Der Experte

© Sandro Bossi

Objektbezogene Konditionierung kann den Hund aber zum Balljunkie machen. Er wird

zum Süchtigen, um dem Menschen zu helfen, Drogensucht zu bekämpfen – wie paradox!

und ein angenehmes Gefühl auslöst,

wird immer häufiger gezeigt. Hunde,

die sich selbst überlassen sind und sich

dieses Selbstlernprinzip angeeignet haben,

werden immer selbständiger und

brauchen den Menschen nicht mehr.

Ein Individuum, dass alleine und auf

sich gestellt lernt, wird dadurch nicht

sozialer. Das Gegenteil ist der Fall.

Erziehung ist personifiziert

Sowohl das Leckerchentraining als

auch das Selbstlernprinzip sind keine

Erziehungsvarianten. Zwar ist es in beiden

Fällen möglich, dass der Hund damit

ein Zielverhalten entwickelt, das der

Mensch gerne sehen möchte, doch es ist

immer die Situation für das Auftreten

des Verhaltens ausschlaggebend und

nicht der Mensch als Person. In der klassischen

Konditionierung tut der Hund

alles für ein Leckerli oder für seinen

Spielgegenstand, zeigt das gleiche Verhalten

aber auch, wenn ihm eine andere

Person die erhoffte Belohnung verspricht.

Als Folge der instrumentellen

Konditionierung vertraut der Hund

mehr seinen eigenen Fähigkeiten als

denjenigen seines Besitzers. In entscheidenden

Situationen hat bei beiden Varianten

der Mensch keinen Einfluss

mehr auf seinen Hund.Wer in der Beziehung

zu seinem Tier nicht austauschbar

sein will,bringt sich als Person in den Erziehungsprozess

ein. Lernprozesse werden

so gestaltet, dass sie der Hund als

sinnvoll erkennen kann und sie deshalb

auch gerne ausführt. Er soll durch möglichst

interessante Aufgaben mit Freude

lernen dürfen, denn jedes soziale Lebewesen

will lernen und ist leicht zu begeistern

und zu animieren.Sinnloses Abfragen

von Kommandos führt nicht zu Respekt

und keinesfalls zu einer vertrauensvollen

Beziehung. Zudem beschränkt

sich Erziehung auch nicht auf

die eine Stunde auf dem Hundeplatz.Sie

findet pausenlos statt und kann nicht geübt

werden. Die Erziehung des Hundes

definiert sich nicht durch das Training

sondern durch die Form und die Qualität

des täglichen Zusammenlebens. Sie

lässt sich auf einen ganz einfachen Nenner

bringen: Hunde lernen nicht nur das,

was jemand ihnen beibringen will, sie

lernen auch kontextbezogen und bewerten

ihr Gefühl, das sie in diesem Moment

empfinden. Es ist entscheidend,

wer was mit ihnen tut und was das in ihnen

auslöst. Hunde können durchaus einen

Wert in dem erkennen, was ihnen

beigebracht wird. Wenn sie das, was ihnen

durch den Menschen gelehrt wird,

als wertvoll empfinden und es ihnen ein

gutes Gefühl gibt, werden sie auch die

Beziehung zu diesem Menschen als

wertvoll einstufen. Der Mensch rückt

sich selbst in den Mittelpunkt des Interesses

und der Hund beginnt sich an ihm

zu orientieren. In dieser Form kann die

Erziehung des Hundes durchaus auch

mit derjenigen eines Kindes gleichgesetzt

werden.Allerdings gibt es dennoch

einen wesentlichen Unterschied. Kinder

werden zu mündigen, selbstbestimmten

und handlungsfähigen Personen erzogen,

die ihr eigenes Leben gestalten und

planen können. Haushunde hingegen

sollten immer in einer Abhängigkeit des

Menschen bleiben. Die Zielsetzung ist

eine andere.

Jan Nijboer war ursprünglich im sozial-pädagogischen

Bereich im Umgang mit schwer erziehbaren

Menschen tätig, bevor er sich immer stärker den Hunden

widmete. Von 1980 bis 1990 züchtete er Leonberger

und war Vorstandsmitglied im Kynologenverein in

den Niederlanden, wo er für den Bereich Hundeerziehung

und Ausbildung der Hundeerziehungsberater

verantwortlich war.

Seit 1984 befasst sich Jan Nijboer professionell mit der

Hundeerziehung. Er bildete für die Stiftungen Soho

(Soziale Honden) und SAM (Servicehonden voor Auditiv

en/of Motorisch gehandicapten) Servicehunde

aus und ist Ausbilder für Hundeerziehungsberater

und Servicehundetrainer. An der Uni Groningen

(Niederlande) war er von 1992 bis 1996 Gastdozent

für die Studienrichtung Tiermanagement.

Seit 1996 lebt und arbeitet Jan Nijboer als Hundeerziehungsberater

und Ausbilder von Hundeerziehungsberatern

in Deutschland. Aus seiner langjährigen

Erfahrung entwickelte er eine innovative Betrachtungsweise

des Hundes: Die Erziehungsphilosophie

Natural Dogmanship®. In Windeck (Nordrhein-

Westfalen) gründete er die Internationale Natural

Dogmanship® Zentrale, in der er Seminare für Hundehalter

anbietet und Hundeerziehungsberater sowie

Natural Dogmanship® Instruktoren aus- und fortbildet.

Im April 2007 verlegte er seinen Firmensitz nach

Niederwambach (Rheinland-Pfalz).

Kontaktadressen:

DEUTSCHLAND

Natural Dogmanship® Zentrale

Geschäftsleitung Jan Nijboer

Steimeler Strasse 10

D–57614 Niederwambach

Telefon: 0049 (0)2684 956314

E-Mail: info@natural-dogmanship.de

Internet: www.natural-dogmanship.de

SCHWEIZ

Triple-S GmbH

Frau Evelyn Streiff

Berghaus Oberbölchen

CH-4458 Eptingen

Telefon: 0041 (0)62 299 20 73

E-Mail: info@triple-s.ch

Internet: www.triple-s.ch

Veranstaltungen Schweiz

Im Triple-S Ausbildungszentrum

Berghaus Oberbölchen, Eptingen

Follow Up - Seminar

Natural Dogmanship®

mit Jan Nijboer

25. - 26. November 2009

Problemhunde - Seminar

Natural Dogmanship®

mit Jan Nijboer

10. - 11. Dezember 2009

AkteHund 08/09 • 15

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