Vorbild und Modell – seit 1947 - EMB Emmental-Modell-Bau GmbH

emb.gmbh.ch

Vorbild und Modell – seit 1947 - EMB Emmental-Modell-Bau GmbH

11

2010

CHF 12.–

EUR 8,–

Vorbild und Modellseit 1947

Swiss Made – Emmental-Modell-Bau

Die neue Botniabahn

Modell-Eisenbahn-Club Flawil MECF

Un réseau romand sur mesure

Der neue ICN von Roco

Die Erzbahn

Luleå–Kiruna–

Narvik


Modellbau

Swiss Made – Modellbau auf hohem Niveau! Teil II

■ Roger Karpf, SVEA

Klein aber fein, einzigartig und vielseitig

wie das Vorbild, präsentiert sich der Modelleisenbahnbau

in der Schweiz. In dieser

mehrteiligen und weiterführenden Serie

wollen wir dem interessierten Leser aufzeigen,

wo und vor allem was in den helvetischen

Werkstätten für den enthusiastischen,

aber auch meist gutbetuchten

Modellbahnfreund entsteht. Das Prädikat

«Swiss Made» bezieht sich dabei auf Hersteller,

die mehrheitlich in der Schweiz produzieren

und somit auch Arbeitsplätze in

der Schweiz sichern bzw. aufrechterhalten.

Ein Umstand, welcher sich letztendlich auch

im Preis niederschlägt, diesen aber jederzeit

rechtfertigt.

Der 1. Teil der Serie wurde im EA 6/10, Seiten

334–336, publiziert und widmete sich

der Firma GBmodell aus Grabs.

EMB Emmental-Modell-Bau

Hans Pfander, Langenthalstrasse 38

CH-4912 Aarwangen

Tel./Fax 062 922 64 35

Für den 2. Teil dieser Serie konnte der engagierte

und innovative Hersteller von Hightech-Modelleisenbahnen

in der Nenngrösse

H0 aus dem Mittelland gewonnen werden.

Ausschlaggebend war unter anderem das

an der Plattform der Kleinserie in Bauma im

vergangenen Jahr vorgestellte SBB-Krokodil

Be 6/8 II , welches kompromisslos im

Massstab 1:87 hergestellt und vertrieben

werden wird (siehe EA 12/09, Seite 658). Die

modellbauerischen Tätigkeiten des Firmeninhabers

reichen rund 40 Jahre zurück und

hatten ihren Ursprung im Umbau von

Grossseriemodellen. Die Firma Emmental-

Modell-Bau EMB ihrerseits existiert seit 15

Jahren und in der heutigen Form als Einmannbetrieb

seit 2009.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Serien von

jeweils 25 Exemplaren sowohl vom Handling

her, aber auch für den Verkauf eine

ideale Grösse sind. Kundenspezifi sche Anfertigungen,

beispielsweise für die Chemins

de fer du Kaeserberg, sind dabei nur eine

der Stärken von EMB. Die konsequente und

massstäbliche Umsetzung ins Modell zieht

sich wie ein roter Faden durch die Produktpalette

des Herstellers. Die sprichwörtliche

Uhrmacherfertigkeit fi ndet sich unter anderem

in den Drehgestellen mit gefederten

Achsen wieder. Sogar eine Aussenlagerung

der Achsen mit Radlagern ist grundsätzlich

möglich. Wenn immer möglich werden Vorbildaufnahmen

in die Planung einbezogen.

Insbesondere im Bereich der Dachaufbauten

konnten so schon verschiedene Abweichungen

gegenüber von Plänen entdeckt

und richtig ins Modell übertragen werden.

618 EA 11/2010

SBB-Be 6/8 II

Beim Betreten des in Umbau bzw. Neuausrichtung

befi ndlichen Ausstellungsraumes

offenbaren sich mir eine Reihe von Kisten

mit allerlei vorgefertigten Baugruppen aus

Messing und Neusilber. Auf den ersten Blick

wird hier offensichtlich fi eberhaft an der

Fertigstellung der Be 6/8 II gearbeitet. Das

Modell dieser typischen Stangenlokomotive

nach SBB-Vorbild wurde noch nie in die-

Fein detaillierte und vorbildliche Pantographen.

Fotos: R. Karpf

ser Nenngrösse in der Schweiz hergestellt –

somit handelt es sich bei dem aus über 800

Teilen und in rund 250 Stunden hergestellten

und massstäblichen Modell um eine

echte CH-Premiere. In der Serienausführung

kommen vorbildliche und fi ligrane

Stromabnehmer, wie sie exklusiv für EMB

bei Entec in Schweden gefertigt werden,

zum Einsatz. Diese Pantographen können

für bestehende Modelle auch als Einzelteil

bestellt werden. Die Artikelnummer 13254

Des pantographes très détaillés et de re production

fidèle.


steht stellvertretend für die gleich lautende

Betriebsnummer des Vorbildes, so wie das

bei der Firma Emmental-Modell-Bau bei allen

angebotenen Modellen der Fall ist. Das

Modell der 13254 wird in den Ausführungen

Messing (lackiert), braun und grün

erhältlich sein. Eine 1. Serie mit einer Aufl age

von 20 Exemplaren soll noch 2010 ausgeliefert

werden.

BLS/BN-Be 4/4

Dieses erstmals in H0 hergestellte Modell

des BN- bzw. BLS-Triebwagens mit dem

Übernamen «Wellensittich», steht kurz vor

der Auslieferung. In einer 1. Serie wird der

BN-Be 4/4 761 in zweifarbiger Ursprungsausführung

(dunkel- und hellgrün) noch in

diesem Jahr erhältlich sein. Anschliessend

(2011) folgt der Triebwagen als Betriebsnummer

762 in Tannengrün in der Version

als BN- oder BLS-Fahrzeug. Die Serienmodelle

haben zusätzliche Optimierungen im

Bereich der Abdeckung für die Bremswiderstände

in Form von durchbrochenen Gittern

erhalten.

SBB-Re 6/6

Von den beiden Prototypen mit den Betriebsnummern

11601 (Wolhusen) und

11602 (Morges), beide mit zweiteiligem

Kas ten, befi ndet sich bereits die 2. Serie in

Arbeit. Beide Modelle werden in der grünen

Ursprungsfarbgebung und in Rot mit

eckigen Scheinwerfern angeboten. Noch

vor den eigentlichen Serienlokomotiven

Frontpartie der Re 6/6 11601 mit dem erhabenen

und passgenauen Schweizer Wappen.

Partie frontale de la Re 6/6 11601, avec son

écusson suisse en relief à l’emplacement exacte.

Markante Optimierungen im Bereich der Bremswiderstandsabdeckung.

Im Vordergrund die

definitive Ausführung am BN-Be 4/4 761 und

im Hintergrund die Prototypabdeckung am

Be 4/4 762. Fotos: R. Karpf

dieser Bauart werden auch die Prototypen

mit einteiligem Kasten 11603 (Wädenswil)

und 11604 (Faido) hergestellt. Die 1. Serie

befi ndet sich ebenfalls in Arbeit. Auch diese

beiden Modelle sind jeweils in Grün und

Rot erhältlich. Jeweils zwei Drehgestelle

sind über ein Getriebe mit Kronenrad angetrieben

(Gleich- und Wechselstrom). Im Gegensatz

zu einem Getriebe mit Schneckenrad

ist die gewählte Ausführung nicht

selbsthemmend und erlaubt eine schmale

Antriebsausführung. Die Vorteile liegen auf

der Hand: Die Lokomotive verfügt über ein

so genanntes Freilaufgetriebe, und die

Modellbau

Optimalisation marquante des caches pour

les résistances de freinage. Au premier plan

l’exécution définitive sur la Be 4/4 761 du BN

et à l’arrière-plan les caches prototypes de la

Be 4/4 762.

Baugrösse lässt sogar eine Lok-Inneneinrichtung

mit «Tiefenwirkung» im Maschinenraum

zu. Erwähnenswert sind sicher

auch die «erhabene Schrift» durch einzeln

eingesetzte Buchstaben und das mehrteilige

Schweizer Wappen aus Schleuderguss,

welches perfekt am Kasten anliegt.

Bezüglich den Unterschieden zwischen den

Prototyp- und Serienlokomotiven sei auf

die entsprechenden Artikel im EA 11/09

über die letzte klassische Gotthardlok oder

das Loki Spezial Nr. 20 (2001) verwiesen.

EA 11/2010 619


Modellbau

Detailaufnahme der Prototyplok Re 6/6 11601

«Wolhusen» im Bereich des mittleren Drehgestells.

SBB-Re 4/4 II und Re 4/4 III

Auch von dieser Universallokomotive werden

im Laufe der Zeit alle Typen- und Ausführungsvarianten

entstehen. Als eines der

ersten Modelle darf hier die Re 4/4 II 11161

in der klassischen TEE-Farbgebung erwartet

werden, bevor dieser Loktyp in der grünen

Ursprungsversion erscheint. Hier darf der

interessierte Modellbahner nicht nur die

Versionen mit kleinen und grossen Seitenfenstern

erwarten, sondern auch die entsprechend

richtigen Ausführungen im Bereich

des Führerstandwinkels von 6° (Prototyp)

bzw. 9° (Serie). Das Antriebskonzept

620 EA 11/2010

Détail de la Re 6/6 11601 «Wolhusen» au niveau

du bogie médian. Fotos: R. Karpf

Messinggehäuse der Re 4/4 II . Chaudron de la Re 4/4 II en laiton.

entspricht weitgehend der Re 6/6, wobei in

der Wechselstromausführung nur ein Drehgestell

angetrieben wird.

Einzelheiten zu dieser grössten Lokomotivserie

können auch dem neusten Loki Spezial

Nr. 32 entnommen werden.

Projektstudien

SBB-Ae 6/6

Die Ae 6/6 befi ndet sich noch im so genannten

Projektstadium. Getreu dem Motto von

Messinggehäuse der Ae 6/6. Chaudron de l’Ae 6/6 en laiton.

Der filigrane Scherenstromabnehmer ist auch

als Einzelteil zum Nachrüsten bestehender

Modelle erhältlich.

Le pantographe à losanges est aussi disponible

pour équiper des modèles existants.

EMB sollen auch von dieser markanten Lokomotive

alle Typen, also sowohl die Kantons-

wie auch die Städteloks, produziert

werden. Nach dem heutigen Stand der Studie

wird der Antrieb über zwei Motoren

mit jeweils 3,5 W Leistung auf alle Achsen

erfolgen (siehe Vorschaubild im EA 10/10,

Seite 521).

E 3/3

Ein weiteres Projekt widmet sich dem

«SBB-Tigerli» in gewohnter und robuster,

aber dennoch fi ligraner Ausführung aus

Messing. Auch bei diesem Modell aus rund

350 Einzelteilen erfolgt der Antrieb über

ein mehrstufi ges Stirnradgetriebe auf alle

Achsen.

Für weitere Informationen und Angaben

hinsichtlich Verfügbarkeiten und Preise

wenden Sie sich bitte direkt an den Hersteller

oder erfahren Sie mehr auf:

www.emb-gmbh.ch ■

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