Lernheft 1 - Gefährdungsbeurteilung

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Lernheft 1 - Gefährdungsbeurteilung

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Arbeitsschutz in kleineren

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Unternehmen

Fernlehrgang für den Unternehmer im Einzelhandel Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz


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Fernlehrgang für den Unternehmer im Einzelhandel Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

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Telefonisch sind wir Montag bis Freitag von 8.30 bis 15.30 Uhr für Sie erreichbar.

Einführung in den

Fernlehrgang für

Unternehmer

Arbeitsschutz

in kleineren

Unternehmen

Gefährdungen im Betrieb I

Brandschutz und

Gefahrstoffe

Testfragen beantworten

Gefährdungen im Betrieb II

Raubüberfall und

Ladendiebstahl


Inhalt Heft 1

Verantwortung tragen und übertragen 4

Das Arbeitsschutzgesetz 9

Sind Sie sicher? Erste Schritte zur

Gefährdungsbeurteilung im Betrieb 10

Wenn doch etwas passiert – der Ernstfall 14

Die BGHW – ihre Aufgaben und Leistungen 19

Die Medien zum Heft 21

Testfragen 22

Gefährdungen im Betrieb III

Bauliche Einrichtungen

und Maschinen

Arbeitsmedizin

und Erste Hilfe

Antwortbogen zu diesem Heft bitte

bis zum 24.9.08 zurücksenden

Ergonomie Sicherheitsbewusstsein Arbeitsschutzorganisation

durch Motivation und

und Gefährdungs-

Unterweisung

beurteilung


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

4

Verantwortung tragen

und übertragen

Kommen Ihnen die folgenden Situationen bekannt vor?

Wenn jetzt ein Unfall passiert, wer trägt die

Verantwortung, wer die Kosten?

Grundsätzlich sind Sie als Unternehmer für alles, was in Ihrem

Betrieb passiert, verantwortlich – selbstverständlich auch für die

Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften und die Vermeidung

von Unfällen und Gesundheitsschäden. Natürlich haben Sie es

nicht allein zu ver antworten, wenn Ihr Mitarbeiter auf einen Drehstuhl

steigt, um Ware oder einen Aktenordner aus dem Regal zu

holen und dabei stürzt. Sie sind aber verpflichtet, dafür zu sorgen,

dass es nicht zu solchem Verhalten kommt.


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Was meinen Sie – welcher Unternehmer tut

mehr für die Sicherheit in seinem Betrieb?

Kreuzen Sie die Aussagen an, die Ihrer Meinung

nach für sicherheits bewusstes Verhalten stehen.

Herr A: Ich informiere meine Mitarbeiter regelmäßig

über alles, was sie über Arbeitssicherheit und Gesundheits

schutz wissen müssen. Neue Mitarbeiter weise

ich persönlich ein.

Herr B: Meine Mitarbeiter wissen selbst, was sie tun

müssen und die Neuen lernen das schon mit der Zeit!

Herr A: Ich gehe regelmäßig durch den Betrieb, frage

nach Mängeln und kümmere mich um eine schnelle

Beseitigung.

Herr B: Für Kontrollgänge habe ich keine Zeit.

Ich kann auch nicht jede Kleinigkeit ernst nehmen,

die mir ein Mitarbeiter meldet.

Herr A: Bei uns gibt es eine klare Aufgabenverteilung,

was Sicherheit und Gesundheitsschutz angeht.

Herr B: Wir brauchen da keine festen Abmachungen.

Das regelt sich auch so.

Haben Sie die meisten Kästchen bei Herrn A angekreuzt? Gut!

Er tut nämlich schon viel von dem, was von einem Unternehmer

verlangt wird:

� die Mitarbeiter mindestens einmal im Jahr ausführlich über

Vorschriften, Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen unterweisen

und informieren (Das gilt insbesondere für neue Mitarbeiter

und Neuerungen im Betrieb!) und

� für die regelmäßige Auffrischung und Aktualisierung der Kennt -

nisse sorgen.

Die BGHW liefert Ihnen

Infor mationen über alles,

was Sie und Ihre Mitarbeiter

über Arbeits sicherheit und

Gesundheitsschutz wissen

müssen!

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Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

Hätten Sie das gedacht?

Fußböden, Messer, Kisten,

Kartons, Leitern und Treppen

sind die häufigsten Auslöser

für Arbeitsunfälle!

6

Sie können aber noch mehr für die Sicherheit in Ihrem Betrieb tun:

� Ihre Mitarbeiter dazu ermuntern, mit offenen Augen durch

den Betrieb zu gehen, auf mögliche Gefahren zu achten und

diese auch mitzuteilen,

� jeden Hinweis ernst nehmen und auf die schnelle Beseitigung

von Mängeln achten,

� Vorbild sein: Nur wer sich selbst sicherheitsbewusst

verhält, kann dies auch von seinen Mitarbeitern erwarten und

� vergessen Sie nicht, Ihre Mitarbeiter für sicherheitsbewusstes

Verhalten zu loben.

Selbst vermeintliche Kleinigkeiten können die Ursache eines Arbeitsunfalls

mit all seinen Folgen sein: Unebenheiten im Fußbodenbelag

oder herumliegendes Werkzeug werden zur Stolperfalle, eine

glim mende Zigarette im Papierkorb oder eine nicht ausgeschaltete

Kaffeemaschine im Frühstücksraum lösen einen Brand aus.

Die „Top Ten“ der unfallauslösenden Gegenstände

im Einzelhandel


� Messer


� Treppen

Fußböden, Gehwege

Kisten, Kartons, Dosen

� Aufschnittscheidemaschinen

� Flachpaletten

� Hubwagen

� Türen, Tore

� Gewalt durch Menschen

� Stehleitern


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Niemand kann seine Augen überall haben oder

an mehreren Orten gleichzeitig sein. Daher ist

der Unternehmer manchmal gezwungen, einzelne

Aufgaben an bestimmte Mitarbeiter zu übertragen.

Wen würden Sie z. B. mit Brandschutzaufgaben betrauen?

Die allseits beliebte Frau Fröhlich, die manchmal etwas

vergesslich ist und schnell die Nerven verliert,

den zuverlässigen Herrn Stark, schon seit 20 Jahren

im Betrieb, der von allen Kollegen geschätzt wird und

Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr ist oder

den Azubi Neumann, der seit 2 Monaten im Betrieb

ist und immer alles besser weiß.

Bestimmt haben Sie sich für Herrn Stark

entschieden. Und warum?

Was Sie bei der Über tragung von

Unternehmer pflichten beachten

müssen: Verant wortung und

Kontrollpflicht bleiben immer

beim Unternehmer!

7


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

8

Weil er die richtigen Eigenschaften für diese Aufgabe aufweist:

� lange Betriebszugehörigkeit,

� wird von den Kollegen respektiert,

� Kenntnisse im Brandschutz.

Nicht nur wenn es um Aufgaben der Arbeitssicherheit und des

Gesundheitsschutzes geht, sollten Sie Beschäftigte auswählen,

� die mit den Sicherheitsbestimmungen gut vertraut sind und

� für die Einhaltung der entsprechenden Maßnahmen sorgen

können.

Was sollte noch unbedingt geregelt werden,

nachdem die geeignete Person gefunden ist?

Die richtige Antwortet lautet: Art und Dauer der Übertragung

sind klar und deutlich zu formulieren und schriftlich festzuhalten.

Um Sie bei Ihrer Arbeit zu unterstützen, stellt Ihnen die BGHW

das Formular „Bestätigung der Übertragung von Unternehmerpflichten“

zur Verfügung.

Den Vordruck „Be stä ti gung der Übertragung der

Unternehmerpflichten“ A 5 können Sie bei der

BGHW – Sparte Einzelhandel per Fax bestellen,

aber auch über die CD-ROM (Menüpunkte Service,

Formulare) oder über www.bghw.de ausdrucken.


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Das Arbeitsschutzgesetz

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) bildet die gesetzliche Grund -

lage für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Es verpflichtet den Unternehmer dazu:

� mögliche Gefahren in seinem Betrieb zu erkennen,

� Maßnahmen zur Beseitigung zu treffen unter Berücksichtigung

von technischen, hygienischen und arbeitsmedizinischen

Erkenntnissen und

� seine Mitarbeiter gezielt, objektiv und ausreichend in Bezug

auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu unterweisen.

Wie diese – zugegeben wenig anschaulichen – gesetzlichen

Verpflichtungen für Sie und Ihren Betrieb im Einzelnen aussehen

und was Sie tun können, um sie zu erfüllen,

finden Sie auf den folgenden Seiten.

Die BGHW unterstützt Sie auch bei der

Erfüllung Ihrer gesetzlichen Pflichten.

9


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

10

Sind Sie sicher? Erste Schritte

zur Gefährdungs -

beurteilung im Betrieb

Als verantwortungsbewusster Unternehmer kennen Sie die meisten

Sicherheits- und Gesundheitsrisiken in Ihrem Betrieb. Aber bestimmt

gibt es da das eine oder andere, was Sie bisher noch nicht bedacht

haben. Nicht nur um die gesetzlichen Forderungen zu erfüllen,

sollten Sie die folgenden Fragen beantworten können, sondern

auch in Ihrem eigenen Interesse.

� Welche Unfall- und Gesundheitsgefährdungen

bestehen in meinem Betrieb?

� Wie hoch ist dabei das Risiko?

� Wie kann vorgebeugt werden?


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

� Wie können Vorbeugungsmaßnahmen kontrolliert und

über wacht werden? Sind die festgelegten Maßnahmen

ausreichend?

� Wie dokumentiere ich Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen?

� Wann brauche ich Hilfe von einem Betriebsarzt oder

einer Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Was Ihnen spontan zu den Fragen 1 bis 6 einfällt, können Sie sofort

auf dieser Seite notieren. Oder Sie sehen sich erst unser Suchbild auf

der nächsten Doppelseite an und kehren später hierher auf diese

Seite zu rück, um sich Notizen zu machen. Wichtig ist, dass Sie sich die

speziellen Gefahren in Ihrem Betrieb bewusst machen und erkennen,

wo Handlungsbedarf besteht. Denn niemand kennt Ihren Betrieb

besser als Sie! Laut Arbeitsschutzgesetz soll der Unternehmer nicht

nur ermitteln, sondern auch beurteilen, vorbeugen, überwachen und

dokumentieren. Auch hier lässt Sie die BGHW mit den gesetzlichen

Auflagen nicht allein: Der „Sicherheits-Check Verkaufsstellen allgemein“

z.B. hilft Ihnen bei allem, was zur Gefährdungsbeurteilung

dazu gehört. In Heft 8 „Arbeitsschutzorganisation und Gefährdungsbeurteilung“,

dem letzten Heft unseres Lehrgangs, wird dieser ausführlich

behandelt. Dann haben Sie sich schon mit den wichtigsten

Sicherheits- und Gesundheitsgefahren in Ihrem Betrieb beschäftigt.

BGHW-„Sicherheits-Check

Verkaufsstellen allgemein“

11


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

Achtung Gefahr! Wir haben in diesem Suchbild verschiedene typische Unfall- und Gesundheitsgefahren

versteckt aber auch Beispiele und Anregungen, ...

12


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

... wie sich Gefahren durch vorbildliches Verhalten vermeiden

oder beseitigen lassen. Wo sind diese zu finden?

Beispiele für mögliche Gefährdungen

A Stolperfallen

(Teppich, Kabel, Bananenschale)

B Absturzgefahren

(Leiter, Treppe, Stuhl)

C Nicht standfestes Regal

D Stoßstellen (Auspuff, Schublade)

E Aufschneiden von Verpackungs -

material mit ungeeignetem

Werkzeug

F Rauchen in der Nähe von

feuergefährlichen Stoffen

G Verstellter Notausgang

H Unsicherer Warenstapel

I Leichtsinniger Umgang mit

Bargeld

J Brennende Kerze

Beispiele für vorbildliche Situationen

K Erste Hilfe-Leistung

L Hautschutzcreme

M Sicherheitskennzeichnung

(Notausgänge, Feuerlöscher, Rauchverbot)

N Fußboden wird gesäubert

O „Kabelwirrwarr“ wird beseitigt

P Stufe ist mit schwarz-gelber Farbe

gekennzeichnet

Q Chef bringt sichere Leiter

oder Tritt herbei

M

L

A

P

N

K

D

J

M

H G

13

B

E

Q

M

C

M

B

B

M

D

A

A

F

O

I


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

Auch Wege- und Dienst wegeunfälle

zählen zu den Arbeitsunfällen,

wobei sich die meisten

Unfälle zwischen Wohnung

und Betrieb ereignen.

14

Wenn doch etwas passiert –

der Ernstfall

Irren ist menschlich, Fehler machen auch – und so entstehen Unfälle.

Was ist überhaupt ein Arbeitsunfall, was unterscheidet ihn von

einem „normalen“ Unfall?

Arbeitsunfall – ja oder nein?

Bei einem Arbeitsunfall gibt es mindestens einen Verletzten oder

Toten. Der Arbeitsunfall passiert bei einer betriebsdienlichen Tätigkeit.

Ein typischer Arbeitsunfall liegt vor, wenn

� einer Ihrer Mitarbeiter beim Bedienen eines Kunden ausrutscht

und sich ein Bein bricht oder

� einer Ihrer Beschäftigten bei einem Verkehrsunfall auf

dem unmittelbaren Weg zum Betrieb oder während eines

Dienstweges, z. B. beim Gang zur Post, verletzt wird.

Kein Arbeitsunfall liegt dagegen vor, wenn

� sich ein Kunde beim Besuch Ihres Betriebs verletzt oder

� einer Ihrer Angestellten ein Geschäft zu einem privaten Einkauf

aufsuchen möchte und auf der Fahrt dorthin bei einem Autounfall

verletzt wird.

Arbeitsunfall – was nun?

Als Unternehmer sind Sie verpflichtet Unfälle, die eine Arbeitsunfähigkeit

von mehr als 3 Kalendertagen zur Folge haben, binnen

3 Tagen nach Kenntnisnahme bei der Berufsgenossenschaft an -

zuzeigen. Der Tod eines Versicherten ist unverzüglich zu melden.

Die Anzeige kann

� über das Formular „Unfallanzeige“ (gibt es im Schreibwarenhandel

oder zum Ausdrucken auf der CD-ROM oder unter

www.bghw.de) oder

� per elektronischer Datenübertragung im Extranet erfolgen.


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Was meinen Sie? Ist das ein Arbeitsunfall?

A Der Unternehmer möchte einen wichtigen Kunden

bewirten und schickt den Auszubildenden los, um

Kuchen zu besorgen. Auf dem Weg zum Bäcker stürzt

der Azubi mit seinem Mofa und verletzt sich so, dass

er einige Tage arbeitsunfähig ist.

Ja Nein

B Eine Mitarbeiterin holt Ware aus dem Keller, um Regale

aufzufüllen und stürzt dabei auf der Kellertreppe.

Ja Nein

Beispiel A ist ein Arbeitsunfall: Der Lehrling hat einen betrieblichen

Auftrag. Auch in Beispiel B handelt die Mitarbeiterin betriebs dienlich.

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren –

wenn die Arbeit krank macht

Aus arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren kann eine Berufskrankheit

entstehen. Eine Berufskrankheit kann vorliegen, wenn Personen aufgrund

ihrer beruflichen Tätigkeit wesentlich häufiger als die übrige

Bevölkerung Belastungen ausgesetzt sind, die diese Krank heit verursachen.

Der Gesetzgeber bestimmt, welche Krankheiten als Berufskrankheiten

anerkannt werden. Die Berufs genossenschaften prüfen

im Verdachtsfall, ob die Voraussetzungen für die Anerkennung einer

Berufskrankheit vorliegen.

15


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

16

Was meinen Sie? Welche Krankheiten gehören

zu den 3 häufigsten Berufskrankheiten?

Haben Sie es gewusst? Die häufigsten Berufskrankheiten sind:

Hauterkrankungen, Atemwegsbeschwerden durch allergieauslösende

Stoffe am Arbeitsplatz und durch den Umgang mit

Asbest verursachte Erkrankungen.

Was Sie ein Arbeitsunfall kosten kann

Wissen Sie, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn in Ihrem Be -

trieb ein Arbeitsunfall passiert oder einer Ihrer Beschäftigten

berufsbedingt erkrankt? Ja? Dann können Sie hier Ihre Vor stellungen

gleich eintragen ...

Kosten pro Tag Arbeitsausfall sind:


Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Nein? Macht nichts! Wir haben die typischen Kosten für Sie

zusammengestellt – unabhängig von Branche und Art des Unfalls.

Anschließend zeigen wir Ihnen an einem Beispiel, wie Sie die

Folgekosten eines Arbeitsunfalls für sich berechnen können.

� Lohnkosten

– Lohnfortzahlung für verletzte Mitarbeiter (Arbeitslohn

plus gesetzliche, tarifliche und freiwillige Zusatzleistungen)

– Zusätzliche Personalkosten

Sie bezahlen die Zeit, in der sich Kollegen oder Sie selbst

um den verunfallten Mitarbeiter kümmern, die notwendigen

Formulare ausfüllen oder eine Ersatzkraft einarbeiten

– Lohnkosten für Ersatzkraft

� Sachkosten

– Reparaturkosten für Maschinen oder Geräte, die bei dem

Unfall beschädigt wurden

– Entsorgung und Neuanschaffung von beschädigter Ware

– Reinigungskosten

� Rechtliche Folgekosten

– Bei Verdacht auf grob fahrlässiges Verhalten des Unternehmers

können Kosten für Rechtsanwalt, Gericht, Entschädigungen

und Bußgeld anfallen

� Versicherungskosten

– höhere Beiträge für die

Berufsgenossenschaft

durch Wegfall des

Beitragsnachlasses

– höhere Beiträge für

Sachversicherungen

Die Kosten eines Arbeits unfalls

stellen für jeden Unternehmer

einen realen Verlust dar, der wieder

„ein gefahren“ werden muss.

Außerdem entstehen noch andere

Kosten für Heilbehandlungen,

Reha bilitationsmaßnahmen oder

Renten, die von Ihrer Berufs -

genossenschaft bezahlt werden.

17


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

Kostenart

Lohnkosten

Lohnnebenkosten

18

Als Unternehmer müssen Sie gewinnorientiert arbeiten.

Können Sie sich da einen Arbeitsunfall leisten?

Das ist unser Rechenbeispiel und wie sieht Ihre Kostenkalkulation aus?

Personalkosten für Dritte

Sachkosten

Gewinnausfall

Arbeitsplatzkosten

Rechtliche Folgekosten

BG-Beitragsnachlass

Kosten

Kosten

8 Stunden à 10 €für 10 Tage

100 % der Lohnkosten

Erste Hilfe, Unfallanzeige 5 Std.

à 20 € Lohnnebenkosten inkl.

Reparatur, Entsorgung,

Ersatzbeschaffung

Umsatzeinbuße von 5.000 € bei

einer Umsatzrendite von 1,5 %

Fallen nicht immer an

Fallen selten an

Fällt weg

Für 10 Arbeitstage

Pro Arbeitstag

Kosten in €

8 x 10 x 10 = 800,–

8 x 10 x 10 = 800,–

5 x 20 = 100,–

250,–

75,–

100,–

2.125,–

212,50

Kosten für Ihren Betrieb











Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Die BGHW – ihre Aufgaben

und Leistungen

Die Aufgaben der Berufsgenossenschaft sind:

� Verhüten von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und

arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren,

� Wiederherstellen von Gesundheit und Leistungsfähigkeit der

Versicherten nach Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten

und gegebenenfalls

� Entschädigen von Versicherten und Hinterbliebenen durch

Geldleistungen.

Beratung und Überwachung

Für diesen Aufgabenbereich sind die Mitarbeiter der Prävention –

Sparte Einzelhandel zuständig.

� Sie beraten Unternehmer kostenlos, z. B. bei der sicherheitstechnischen

Beurteilung von Baulichkeiten, Arbeitsstätten,

Maschinen und Arbeitsstoffen.

� Sie ermitteln die Ursachen von Arbeitsunfällen oder berufsbedingten

Erkrankungen.

� Sie überprüfen im Rahmen von Betriebsbesichtigungen die

Einhaltung der von der Berufsgenossenschaft erlassenen Unfall -

verhütungsvorschriften und sonstiger relevanter Arbeitsschutz -

bestimmungen.

Für Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe Betriebsarzt und Fachkraft

für Ar beits sicherheit bestellen müssen, bietet die BGHW Seminare

zur Ausbildung von Sicherheitsfachkräften an. Ein weiteres Ausbildungs -

angebot der BGHW kennen Sie schon: den kostenlosen Fernlehrgang

für Unternehmer mit bis zu 50 Beschäftigten.

Aufgaben der BGHW

– Beratung

– Ausbildung

– Überwachung

– Heilbehandlung

– Berufliche Wiedereingliederung

– Geldleistungen

19


Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Heft 1 | Arbeitsschutz in kleineren Unternehmen

Natürlich finden Sie die BGHW

auch im Internet. Klicken Sie

doch mal rein: www.bghw.de

20

Neben den für den Einzelhandel wichtigen Teilen des berufsgenos-

senschaftlichen Vorschriften- und Regelwerkes stehen Ihnen auch

Bro schüren, Merkblätter, Plakate, Videos, CD-ROMs, DVDs oder

Medien pakete zur Verfügung. Sie wählen aus, wie Sie sich und Ihre

Mitarbeiter informieren möchten.

Das Mitteilungsblatt der BGHW „BGHW aktuell“ hält Sie mit

Bekanntmachungen, Informationen und Meinungen auf dem Laufenden;

unsere Kampagnen zu Schwerpunktthemen wie z. B. die

Aktionen „Sicherer Auftritt“ oder „Hautsache gesund“ informieren

Sie gezielt zu besonderen Brennpunkten.

Hilfe bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten

Bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten kümmert sich die BGHW

um die Heilbehandlung, die Wiedereingliederung in das Berufs leben

und unterstützt die betroffenen Versicherten ggf. auch mit Geld -

leistungen.

Die Bestimmungen, Vorschriften und Gesetze zur Verhinderung

berufsbedingter Unfälle und Krankheiten sind zahlreich. Sie können

ihr Ziel nur dann erreichen, wenn sie in der täglichen betrieblichen

Praxis auch entsprechend beachtet, eingehalten und umgesetzt

werden und alle Beteiligten daran mitwirken.

Sie sind nun fast am Ende von Heft 1 angekommen. Wenn Sie jetzt

noch die Fragen auf den Seiten 22 und 23 beantworten und den

ersten Antwortbogen rechtzeitig zum Stichtag abschicken, bekommen

Sie schon mit dem nächsten Heft die Ergebnisse. Probieren

Sie es doch einfach!


Die Medien zum Heft

Alle Medien, auf die wir in den Heften des Fernlehrgangs hinweisen,

finden Sie auf der CD-ROM, die Sie zusammen mit dem Lehrgangsordner

erhalten haben. Unter dem Menüpunkt „Vorschriften und

Medien“ können Sie die gewünschten Informationen anschauen,

ausdrucken oder bestellen.

Für alle, die lieber per Fax bestellen, haben wir im Einführungs heft E

einen Bestellvordruck als Kopiervorlage vorbereitet.

Natürlich können Sie auch das Internet nutzen: Mit www.bghw.de

sind Sie immer auf dem aktuellen Stand.

Ausgewählte Medien zu den in diesem Heft behandelten Themen

Medium Bestell-Nr. Titel

Arbeitsmittel A 5 „Übertragung von Unternehmerpflichten“

Faltblatt TA 80 „Prävention, Rehabilitation, Rente“

21


Testfragen zu Heft E und 1

[2*] bedeutet: 2 richtige Antworten sind erforderlich

1. Welche beiden Vorschriften sind keine

Grundlage für die arbeitsmedizinische

und sicherheits technische Betreuung in

Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten im

Einzelhandel? [2*]

A Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)

B Unfallverhütungsvorschrift BGV A 2

„Betriebs ärzte und Fachkräfte für

Arbeitssicherheit“

C Mutterschutzgesetz

D Versicherungsgesetz

2. Welche Vorteile hat die aktive Teilnahme

am Fernlehrgang „Arbeitssicherheit &

Gesundheitsschutz“ für Unternehmer mit

weniger als 10 Beschäftigten? [2*]

A Der Unternehmer spart die Grundbetreuung

durch einen Betriebsarzt oder

eine Fachkraft für Arbeitssicherheit

B Er kann selbst entscheiden, wann die

Beratung durch einen Betriebsarzt oder

eine Fachkraft für Arbeitssicherheit

erforderlich ist

C Der Unternehmer kann selbst als Fachkraft

für Arbeitssicherheit arbeiten

D Er darf kein Fachunternehmen mit der

Gefährdungsbeurteilung beauftragen

3. Wer ist im Betrieb immer zuerst für

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

verantwortlich?

A Der Unternehmer

B Die Berufsgenossenschaft

C Die Mitarbeiter

D Der Gesetzgeber

22

Lösungen in den beigefügten

Antwortbogen übertragen ...

4. Welches Unternehmerverhalten trägt

nicht zur Sicherheit im Betrieb bei?

A Mitarbeiter für sicherheitsbewusstes

Verhalten loben

B Mitarbeiter zurechtweisen, wenn sie von

Sicherheitsmängeln berichten

C Den Mitarbeitern ein Vorbild sein

D Bestehende Mängel sofort beseitigen

5. Was ist bei der Übertragung von

Unternehmeraufgaben zu beachten? [2*]

A Im Bereich Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz dürfen grundsätzlich

keine Unternehmeraufgaben übertragen

werden

B Es müssen Mitarbeiter ausgesucht

werden, die mit den Sicherheitsbestimmungen

gut vertraut sind und

für die Einhaltung der entsprechenden

Maßnahmen sorgen können

C Art und Dauer der Übertragung sollten

schriftlich festgehalten werden

D Nichts

6. Wozu verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz

den Unternehmer?

A Mögliche Gefährdungen im Betrieb zu

ermitteln, zu beurteilen und zu beseitigen

B Zu nichts

C Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft

pünktlich zu bezahlen

D Mitarbeitern regelmäßig kostspielige

Motivationsseminare zu finanzieren


... und an die eingedruckte

Adresse senden.

7. Wann muss ein Arbeitsunfall der

Berufsgenossenschaft gemeldet werden?

A Wenn es Tote gegeben hat oder mindestens

ein Mitarbeiter so verletzt wird, dass

er länger als 3 Tage arbeitsunfähig ist

B Wenn ein Kunde am Unfall beteiligt ist

C Wenn Sachschaden entstanden ist

D Wenn der Verbandkasten benutzt wird

8. Welcher der folgenden Unfälle ist kein

Arbeitsunfall?

A Eine Verkäuferin wird auf dem Weg zur

Arbeit von einem Radfahrer angefahren

B Ein Mitarbeiter stürzt im Lager beim

Auswechseln einer Leuchtstoffröhre von

der Leiter

C Eine Floristin sucht an ihrem freien Tag

den Blumenladen auf, in dem sie be -

schäf tigt ist, um ein Geschenk für eine

Freundin auszu suchen. Beim Verlassen

des Geschäfts stürzt sie auf der Eingangs

treppe

D Ein Beschäftigter wird in einem

Geschäft ausgeraubt und niedergeschlagen

9. Welche Kosten übernimmt die BGHW

nach einem Arbeitsunfall? [2*]

A Heilbehandlungskosten

B Reinigungskosten

C Gar keine

D Rehabilitationskosten

... oder Antwortbogen unter

www.bghw.de direkt ausfüllen.

10. Was gehört zu den Aufgaben der

Berufsgenossenschaften? [2*]

A Entschädigung von Kunden, die in

Mitgliedsbetrieben zu Schaden

gekommen sind

B Wiederherstellen von Gesundheit und

Leistungsfähigkeit der Versicherten nach

Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten

C Entschädigen von Versicherten und

Hinterbliebenen durch Geldleistungen

D Kostenübernahme bei Sachschäden

z. B. bei einem Brand

Die Einsendung ist auch nach dem Stichtag

möglich. Die Auswertung wird Ihnen dann

mit einem der nächsten Hefte zugesendet.

23


Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution

Prävention – Sparte Einzelhandel, Niebuhrstr. 5, 53113 Bonn

www.bghw.de, E-Mail: fernlehrgang@bghw.de

Gestaltung: Brunk-Design, brunk-design@web.de

Druck: Brandt GmbH, Bonn

Text: Dr. Johanna Rupp und ein Autorenteam der BGHW – Sparte Einzelhandel

Gestaltung: Brunk-Design, Frankfurt am Main

Fotos: BGHW, plonsker media gmbh

Illustrationen: Dagmar Brunk

Druck & Produktion: Brandt GmbH, Bonn

Stand: FLG 2008

Um den Text in unseren Lehrheften leicht lesbar und übersichtlich zu halten,

haben wir stellvertretend für alle Unternehmerinnen und Unternehmer

durchgängig den Begriff „Unternehmer“ benutzt. Wir bitten diese verkürzte

Form im Interesse der besseren Lesbarkeit zu entschuldigen.

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