BANKInTErn - VR-Bank Westmünsterland eG

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BANKInTErn

Welche Werte sind uns wichtig?

antworten aus der vr-Bank Westmünsterland

„Werte schaffen Werte“ heißt die aktuelle Kampagne der

Volks- und Raiffeisenbanken. In diesem Heft werden Beispiele

gezeigt, wie die VR-Bank Westmünsterland diesem

Anspruch in Tagesarbeit, aber auch durch soziales und kulturelles

Engagement gerecht wird.

Welche Werte lenken aber die Menschen, die in der Bank

arbeiten? Was treibt sie an? Die BANKZEIT hat bei drei jungen

Bankkaufleuten nachgefragt, die noch nicht lange im

Berufsleben stehen. Und sie hat drei ältere Kollegen um ihre

Meinung gebeten, die in einer anderen Zeit groß geworden

sind und über viel Berufserfahrung verfügen.

Die Jungen: Vertrauen ist die Basis

Stefanie Hemsing, 20 Jahre jung, begeisterte Fußballerin

und noch Auszubildende, bezeichnet sich selbst

als Familienmensch. Dass sie durch die Ausbildung

weniger Zeit für Freunde und Familie hat, bedauert

sie darum. Vertrauen ist für sie der wichtigste Maßstab,

den sie an sich und an die Menschen in ihrer

Umwelt legt. Sie träumt von wirtschaftlicher Unabhängigkeit

und von einem eigenen Häuschen, findet aber, dass Geld

und Macht gerade bei den jüngeren Menschen ihrer Generation

überbewertet werden.

Auch für Marc Adler (23), Berater im Kompetenz-

Centrum Coesfeld, spielt Vertrauen die Schlüsselrolle

in seinem Wertekanon: „Wachse ich als Kind auf,

vertraue ich meinen Eltern. Bin ich Azubi, vertraue

ich meinem Ausbilder, dass er mich vernünftig zur

Prüfung bringt. Bin ich Arbeitnehmer, vertraue ich

meinem Arbeitgeber. Bin ich Sportler, vertraue ich meinen

Mannschaftskollegen. Bin ich hilfsbedürftig, vertraue ich

meinem Pflegepersonal oder meiner Familie“, sagt er. Ohne

Vertrauen sei nur ein Leben als Einzelkämpfer möglich. Marc

Adler stellt aber auch fest, dass die Menschen seiner Generation

auf Glauben weniger Wert legen, als es noch die Eltern

taten, als sie so jung waren. Unabhängigkeit und Ungebundenheit

seien für junge Menschen heute wichtiger.

„Geistige und religiöse Werte haben für die jüngere Generation

an Wert verloren“, sagt Christina Wansing (23),

die zurzeit in der Filiale in Reken eingesetzt ist. „Diese

Werte stehen bei unseren Großeltern noch an erster

Stelle.“ Deutlich spürt die junge Bankkauffrau, dass ihre

Wertvorstellungen durch das Berufsleben beeinflusst

werden. Ganz traditionelle Grundeinstellungen wie Zuverlässigkeit,

Zielstrebigkeit, finanzielle Unabhängigkeit haben an Bedeutung

gewonnen. Als Jugendliche sei es ihr noch viel mehr

um Anerkennung gegangen. Heute ist es wichtig, auf eigenen

Beinen zu stehen, von den Eltern finanziell unabhängig zu sein.

Aber auch sie stellt fest: Vertrauen ist privat wie beruflich die

Basis im Wertesystem. „Es ist wichtig, durch eine faire und ehrliche

Beratung das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Nur so

können wir Kunden auch langfristig an uns zu binden.“

BANKZEIT

GEMEINSAM WERTE SCHAFFEN

Die Älteren: Mehr über Werte sprechen

Ulrike Vogt, 57 Jahre alt, arbeitet im KompetenzCentrum

Borken. „Meine wichtigsten

Werte sind heute Eigeninitiative, Selbstverantwortung,

Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit,

Mut, Verantwortung für andere, Nachhaltigkeit,

Respekt. Leider scheinen viele Werte

aus der Mode gekommen zu sein“, sagt sie.

Was sie besonders stört: Statt Selbstverantwortung zu zeigen,

suche man heute oft die Schuld bei anderen. „Wenn

ich wegen eines Lochs im Bürgersteig stolpere, mache ich

die Stadt verantwortlich“, nennt Ulrike Vogt ein Beispiel.

Beängstigend findet sie es, dass es in einer Gesellschaft, in

der PC und Internet immer mehr persönliche Begegnungen

ersetzen, schwieriger werde, nach den eigenen Werten zu

leben und zu handeln. Eine Diskussion über Wertvorstellungen

hält sie darum auch für gut. „Wichtig ist das Bewusstsein,

dass jeder Einzelne seine Umwelt und seine Zukunft

durch sein Verhalten mitbestimmt.“

Für Bernhard Scheipers (61), Leiter der Niederlassung

in Holtwick, ist Ehrlichkeit die

Richtschnur. „Leider haben wir ja in den vergangenen

Jahren erleben müssen, dass in

verschiedenen Unternehmungen Ehrlichkeit

nicht richtig gelebt worden ist“, stellt er bedauernd

fest und ergänzt: „Auch der Wert

der Arbeit wurde zu meiner Jugendzeit mehr geschätzt als

heute. Die Blickrichtung auf den Menschen als Geschöpf

Gottes fehlt häufig.“ Eine Besinnung auf ethische Grundwerte

wie Toleranz, angemessene Zurückhaltung und

Hilfsbereitschaft tue not. „Wir müssen wieder lernen zu

erkennen, dass wir nur im Team stark sind und alle aufeinander

angewiesen sind.“ Eine Wertediskussion könne die

Gesellschaft gut gebrauchen, vor allem angesichts der Herausforderungen

durch die dramatischen demografischen

Umwälzungen.

Magdalena Schütte (56), Mitarbeiterin in

Südlohn, ist in einer Großfamilie aufgewachsen.

Traditionen, feste Regeln und Werte wie

Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und respektvoller

Umgang bestimmten den Alltag, berichtet sie.

Das prägt sie bis heute. „Viele junge Leute sind

heute selbstbewusster, kritischer und auf sich

gestellt, weil ihnen oft der familiäre Halt fehlt. Manchmal sind

ihnen materielle Werte wichtig“, sagt sie. Umso wichtiger sei

es, dass Jung von Alt lerne und umgekehrt. Schütte: „Das

Miteinander im Privaten wie im Beruflichen ist ein Geben und

Nehmen. Wir können von der Jugend im Bereich Computer

und Technik und die Jugend von unseren Wertvorstellungen

und Erfahrungen im Alltag lernen. Der Umgang mit jungen

Menschen im täglichen Leben macht mir viel Spaß!“

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