NEW CERAMICS - Neue Keramik

neue.keramik.de

NEW CERAMICS - Neue Keramik

NEUE KERAMIK

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08

NEW CERAMICS


15. November bis 19. Dezember 2008

Faltungen Bernd Fischer

Wandobjekte und Plastiken Arbeiten 2007 – 2008

galerie b15 renate wunderle

zeitgenössische kunst · gefäß · objekt · skulptur

Baaderstraße15 80469 München Tel. 089/202 10 10 Fax 089/642 14 45

e·mail: b15 ·wunderle@t·online.de Internet: www.b15 ·wunderle.com


TiTel: "Blue"

Michael Geertsen

(Dänemark), XX. Biennale

Internationale de la

Céramique à Vallauris,

courtesy Gallery Koppe,

Seite 48

Foto: Soren Nielsen

INHALT

4 DIe News International

VORGesTeLLT

8 Theresia Hebenstreit - 1001nackt Deutschland

PORTRAITs

13 Karen Thuesen Massaro USA

16 Jean Paul Azaïs Frankreich

19 Gunilla Åkesson Norwegen

23 Theo Schipp Deutschland

26 Jan Kollwitz Deutschland

JUNGe TALeNTe

30 Julia Beyer Deutschland

32

fORUm

Offene Werkstätten Landshut Pädagogik

38 Wie alles begann II Philosophie/Pädagogik

AUssTeLLUNGeN/PROJekTe/VeRANsTALTUNGeN

39 Porzellan + Schacholympiade Deutschland

40 Symposium Römhild Deutschland

42 Figürliche Keramik Deutschland

44 Deutsche Künstler in Fuping China

48 Biennale Vallauris Frankreich

52 "Platform 2008" Schweiz

BUcHBesPRecHUNGeN

54 Neue Titel International

GALeRIeN

56 Ausstellungskalender International

keRAmIk & ReIseN

60 Die Töpferhöhlen in Kappadokien Türkei

wIsseN & köNNeN

64 Reduktionsversuche - Peter Wollwage Technik

68 Raku III - Georg Krüger Technik

70 kURse/semINARe/mäRkTe International

74 ANzeIGeN International

80 VORscHAU / ImPRessUm Information

40

44

60

48

NEUE KERAMIK

NEW CERAMICS

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6 / 2008


Ein Löschwassergefäß (Bronze) in der

Verbotenen Stadt, Peking


Liebe Leserinnen und Leser

der NEUEN KERAMIK

6/2008

„The China-Hype is over“, sagte mir Philippe Barde während der AIC-Tagung in Xi`an, China. Philippe Barde ist Professor für

Keramik an der Universität für Kunst und Design in Genf und im Vorstand der AIC. (Der Bericht zur AIC-Tagung folgt im nächsten Heft.

In dieser Ausgabe beschränken wir uns auf den Bericht über das Deutsche Museum in Fuping, das im Sommer eingeweiht wurde.)

Philippe Barde meinte damit jedoch nicht, dass China und die Kooperation mit chinesischen Kollegen und Institutionen vorbei sei

und China für den keramisch Interessierten wieder in einem Dunkel verschwinden würde, wie es vor seiner Öffnung und den Reformen

von Deng Xiaoping in den 1980er Jahren dort herrschte.

Nein, im Gegenteil, er brachte damit zum Ausdruck, dass China und die Kontakte dorthin im vergangenen Jahrzehnt das am

meisten beachtete Thema waren - und dass diese Situation nun vorbei ist – China und die Kontakte dort hin beginnen für uns zur

Normalität zu werden. Sicherlich nicht über Nacht, aber Schritt für Schritt. Der Scheitelpunkt des Interesses, oder besser der Euphorie

des Neuen, ist überschritten – the Hype is over!

Die wichtigsten keramischen Zentren, die international Beachtung für Artist-in-Residenz Programme finden, Fuping in der Nähe

von Xi`an und Sanbao, am Stadtrand der Porzellanstadt Jingdezhen, sind etabliert. In Fuping wird noch gebaut und es stehen noch

mehrere Museen und Atelierbauten fertig entworfen auf dem Reißbrett oder sind in Bau. Sie werden demnächst noch fertiggestellt

und auch die andere Planung für ein Kulturzentrum sondergleichen wird hier sicherlich realisiert. Viele Westler und auch Kollegen aus

den ostasiatischen Ländern werden hier noch einfliegen, hier arbeiten und die Museen mit ihren Arbeiten bestücken. Das alles wird

sich realisieren, wie so manches in China, das man als Mensch aus den westlichen Gefilden nur staunend betrachten kann.

Aber wir alle wissen, dass hinter diesem immensen „Hype“ (synonym für Medienrummel, etwas künstlich stimulieren) vor Ort viel

Improvisation steckte, und dass jetzt eine Phase der Konsolidierung beginnen müsste und sicherlich beginnen wird. Wir erinnern uns

an die ersten japanischen PKWs auf europäischen Straßen und an das Lächeln, das sie bei uns noch in den 1960er Jahren auslösten.

Heute stehen die Wagen dieser Hersteller bei der Pannenstatistik des ADAC auf den ersten Plätzen der problemlos arbeitenden

Fahrzeuge, zum Teil mit umweltverträglichen Antrieben, die unsere westliche Ingenieurswelt, wenigstens momentan noch, verschlafen hat.

Ähnlich wird die Zukunft China ausschauen. Aus der gegenwärtigen Massenproduktion an Waren, die in vielen Bereichen keine

hohe Qualität zeigen - China ist heute noch die billigste Werkbank der Welt - wird zunehmend eine Qualitätsproduktion werden. Das

„aus der Erde schießen von Wolkenkratzern wie auch von Museen“ wird sich in ein geruhsameres und qualitätsvolleres Produzieren

und Agieren verwandeln. Die sozialen Gegensätze, die heute auf virulente Weise und in krasser Form im Land noch vorhanden sind,

werden sich egalisieren, und dann wird sich erst aufs Neue die imperiale Größe dieses bevölkerungsreichsten Staates der Welt in

seiner ganzen Tragweite zeigen. Der wahre Umfang dieser Entwicklung ist heute noch nicht abzusehen.

Und spätestens dann werden wir auch feststellen, wie wichtig die Kontakte zu unseren chinesischen Kollegen und Kolleginnen,

wie wichtig das Hineintragen von westlichen Vorstellungen und Einsichten war und ständig ist, damit sich eine globalisierte Welt

nicht nur an partikulären lokalen Interessen stößt, sondern dass sich ein gegenseitiges Verständnis entwickelt, das in einen fruchtbaren

Austausch einmündet, in eine Adaption der gegenseitig als lebbar erkannten Eigenarten, und das letztlich zu einer liberalen

und freiheitlichen Weltsicht führt.

Die Zeichen hierfür stehen nicht schlecht, will mir scheinen. Ich schreibe diese Zeilen in Peking, nach Rückkehr von der oben

genannten AIC-Konferenz, und wenn man hier durch die Straßen geht, ist man überrascht von der Menge an Menschen und mehr

noch überrascht vom Durchschnittsalter dieser Menschen. Die weitaus meisten erscheinen mir jünger als 30, irgendwo zwischen

20 und 30 Jahre, alt zu sein. Diese Jugend stellt sicherlich eine der Kraftquellen für das dynamische Geschehen in China dar.

Aber all diese Menschen sind in westlicher Kleidung unterwegs – oder kann man das noch als westliche Kleidung definieren? Sie

wird zumeist hier hergestellt und von westlichen und östlichen Designern entworfen, aber auf jeden Fall ist sie nicht an der traditionellen

chinesischen Kleidung orientiert, die man noch in der Oper oder im Museum bewundern kann. Und die uniformierte Kleidung

der Mao-Zeit ist völlig aus dem Straßenbild verschwunden. Blendet man die asiatische Physiognomie der Menschen auf der Straße

aus, kann man feststellen, dass man auch am Times Square in New York unterwegs sein könnte. Junge Leute halten sich auch hier

an der Hand, im Arm oder erlauben es sich sogar, sich in aller Öffentlichkeit zu küssen.

Und wir sollten glücklich darüber sein. Denn was wäre, wenn sich auch hier in Asien ein geschichtlich gestützter, religiöser

Fundamentalismus entwickelt hätte und auch hier verschleierte Frauen und traditionell gekleidete Männer - nur eben auf chinesische

Art gekleidet - auftreten und uns, in unserer liberalen Lebensweise, zumindest als verachtenswert ansehen würden?

Bei aller Konkurrenz, die uns durch China wirtschaftlich erwachsen ist, wir sollten froh um den weltweiten Zuwachs an global zu

akzeptierender Lebensart sein, die von Seiten der chinesischen Bevölkerung, besonders der Jugend und sicherlich auch von den

chinesischen Kultur- und Kunstschaffenden zum globalen Gesamten beigetragen wird.

Vielleicht ist es auch an der Zeit, dass wir wieder ein wenig mehr „chinesische Werte“ in unseren Kulturraum einziehen lassen – sie

haben im kulturellen Bereich zumeist hohen ästhetischen Wert, und man kann sich ja nehmen

was passt und gefällt, der chinesische Kulturraum macht nichts anderes. Sinn macht ein

solcher, sich ständig erneuernder Kulturaustausch allemal.

In diesem Sinne und zum Abschluss des Jahres 2008 noch die besten Wünsche für

die zwar erst in zwei Monaten bevorstehenden Feiertage.

Alles Gute und bis zum Januar 2009.

Ihr

Bernd Pfannkuche

(rechts mit Fred Olsen bei der Eröffnung der AIC-Konference in Xi`an, China)

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 3

VORWORT


DIE NEWS

23.Internationale Keramik-Symposium in Bechyne (CR)

Das 23. Internationale keramische Symposium in bechyne wird ununterbrochen seit dem Jahr 1966 veranstaltet. Es

ist somit das älteste Keramik-Symposium in Europa. Die Arbeiten der letzten 40 Jahre sind in dem Internationalen

Keramikmuseum in bechyne ausgestellt. Die Sammlung beinhaltet Werke namenhafter Keramiker aus der ganzen

Welt. Alle zwei Jahre werden neue Keramikkünstler aus dem Ausland und Tschechien eingeladen. Gearbeitet wird in

allen Disziplinen der Freien und Angewandten Keramik. Dieses Jahr fand das Symposium vom 28. Juli bis 22. August

statt. Die entstandenen Arbeiten werden im Internationalen Keramikmuseum in bechyne, später im Kunstgewerbe

museum Prag, in der National Galerie Prag und in weiteren orten in Tschechien und im Ausland ausgestellt.

Arbeit von Veronika Selingerova

„Der andere Körting“ – Heiner Hans Körting als Maler und Zeichner - Unter diesem Titel stellt das museum für Angewandte

Kunst Gera bis 15. Februar 2009 den bekannten Keramiker Heiner Hans Körting aus Dornburg (1911-1991) von einer ganz neuen Seite vor.

mit seiner zweiten Frau Lisa schuf er jahrzehntelang ein umfangreiches und vielgestaltiges Lebenswerk, das vom winzigen Schälchen über

Geschirre, vasen aller Größen, keramische Kleinplastiken und bilder oder Gartenkeramiken bis zu großen baukeramischen Aufträgen den

ganzen Facettenreichtum der Keramik in sehr persönlicher Handschrift darstellte. Dabei experimentierte er permanent mit Formen und

Dekoren. Für Körting gehörte meisterliches zeichnen zu seinem in handwerklichen betrieben und Schulen herausgebildeten Selbstverständnis

ebenso wie sichere material- und Technologiekenntnisse der Keramik als Grundlage für schöpferisches Experimentieren. Er hinterließ ein

riesiges Konvolut an Studien, Skizzen, zeichnungen, Gemälden und blättern in seltenen grafischen Drucktechniken. Es gab praktisch nichts,

was er als darstellungsunwürdig empfunden hätte. Daneben hat Körting eine unübersehbare Fülle von Entwürfen zu keramischen Arbeiten

geschaffen. Das mAK präsentiert erstmalig dieses Œvre Körtings in einer umfassenden Ausstellung, dessen Großteil sich dank finanzieller

Unterstützung der Kulturstiftung der Länder im besitz des museums befindet. „Der andere Körting“ ist somit eine Ehrung an einen der

bedeutendsten deutschen Keramiker und ein großartiges sinnlich-optisches vergnügen. Während dieser Ausstellung zeigt das museum

zusätzlich in Kabinettausstellungen bis 23. November 2008 Keramiken von Ute Brade (Halle) und vom 28. November bis 15. Februar

2009 von Ludwig Laser (obergeißendorf). H.–P. Jakobson

Abenteuer Kristallglasur - mit dieser prachtvollen Ausstellung feiert

das museum im Schloss der Porzellanmanufaktur FÜrSTENbErG eine

Königsdisziplin der Keramik. bis zum 1. märz 2009 werden Arbeiten von

Künstlerinnen und Künstlern aus drei Kontinenten gezeigt. Kristallglasuren

bilden eine hochästhetische, spannungsreiche Synthese von ordnung

und Chaos, beides fesselt viele menschen an diesem keramischen

Phänomen. Sie werden meist auf ruhigen, zeitlosen und elegant

gespannten Formen aufgebracht, die ganz der grandiosen Entfaltung der

kristallischen Glasuren dienen. Damit stehen überwiegend handgedrehte

stereometrische Unikatgefäße im mittelpunkt der Ausstellung, die auch

erworben werden können. museum der Porzellanmanufaktur FÜrSTENbErG,

meinbrexener Straße 2, D-37699 Fürstenberg/Weser, www.fuerstenbergporzellan.com

Öffnungszeiten: ab 02.11.08: samstags und sonntags

0 - 17 Uhr, 27.12. - 29.12.08 geöffnet, 24.12.-26.12., 30.12.08 - 07.01.09 geschlossen.

The Galerie michel Giraud presents until November

15 th 2008 Emile DECŒUR. For this retrospective

will be presented more or less a hundred pieces

which will be compared in order to understand

Decœur’s diversity and excellence through a

career of almost 50 years, from the Art Nouveau

to the Art Deco. Each period is presented for

the amateur to be able to apprehend the artist’s

artworks in its whole. This monographic exhibition

underlines the specific approach of Emile Decœur,

who thanks to a continued questioning on the

means of his art, managed during his all career to

reinvent his artwork. To the researches on flambé

glazes typical of the Art Nouveau period answers the controlled audacity

of the Art Deco period, which is still nowadays admired by all. Galerie

michel Giraud 35-37, rue de Seine - 75006 Paris. T. +33-1-43.25.11.01

gmg1930@wanadoo.fr ww.galeriemichelgiraud.com

An alle Holzbrenner - Keramiker

können ihre Arbeiten unter‚ artist

submission‘ ins Netz stellen.

www.woodfiredceramics.net ist eine

nicht kommerzielle Seite.

ArTIST SUbmISSIoNS:

www.woodfiredceramics.net/

gallery/4647457_cCAfx

ArTIST DIrECTorIES:

www.woodfiredceramics.net/

gallery/4734802_UfKzm

NEW CATALoGUE:

www.woodfiredceramics.net/

gallery/3663005_cUqA3

CoNTACT:

www.woodfiredceramics.net

CANDID ARTS TRUST - is based at its arts centre in Torrens Street,

behind the Angel tube in Islington, London. Two victorian warehouses

totaling 23,000 square feet have been converted into 6,500 sqft of

exhibition space, two loft-style galleries have been created, as well

as 20 artists studios, banqueting, conference and screening rooms,

rehearsal spaces and a cafe. Each year the Candid Galleries host

numerous College Degree Shows, group and individual exhibitions and

as well as the Trust’s own shows such as The Islington Contemporary

Art & Design Fair. Candid’s mandate is to promote the arts and arts

education with special emphasis placed on helping newly graduated

Art & Designers in their first years out of college. To this aim Network

A.D. has been established; a membership scheme for graduates offering

the chance to exhibit in Candid’s galleries regularily as well as a five

page website. over the past few years Candid arts trust has developed

an educational program which includes painting and drawing classes.

CANDID ArTS TrUST, 3 Torrens St, London, EC1v 1NQ,

T. +44-207 837 4237 info@candidarts.com

In diesem Jahr feierte der Iznanger Keramik Markt sein 10 jähriges Jubiläum. Parallel zum

marktgeschehen am Samstag und Sonntag fand wie jedes Jahr eine Themenaustellung im Iznanger

rathaus statt, aus der heraus die Preisträger des Iznanger Keramikpreis ermittelt werden. Die Jury,

bestehend aus Prof.Dr. Harald Siebenmorgen, Direktor des badischen Landesmuseums Karlsruhe,

Frau Dr. barbara Stark, Leiterin der städtischen Wessenberg Galerie Konstanz, und Dr. Klaus Läuger

Keramiksammler, vergab drei Preise, wobei als Höhepunkt gelten darf, dass die prämierten Stücke

einen Platz in der badischen Landessammlung finden.Die bemühungen des Iznanger Keramikmarktes

gehen dahin, das keramische Angebot breitgefächert zu halten, und bei einer guten mélange hohes

handwerklich-künstlerisches Niveau zu zeigen. Links die Jury bei der Arbeit.

4 NEUE KERAMIK NovEmbEr / DEzEmbEr 2008


Danner-Preis für Katja Maechtel - Am 16.oktober 2008 erhielt die Keramikkünstlerin

Katja maechtel aus Düsseldorf den vielbegehrten münchner Danner-Preis. Katja maechtel

wurde 1971 in Karlsruhe geboren. Nach einer klassischen Keramikerlehre in ihrer Geburtsstadt

studierte sie am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Fachhochschule Koblenz

in Höhr-Grenzhausen und im Anschluss an der Akademie der bildenden Künste in münchen

in der Klasse von Norbert Prangenberg. beide Studien schloss sie mit dem Diplom ab.

Ihre Arbeiten wurden bisher schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so unter anderem

1999 mit dem bayerischen Staatspreis und dem 2.Preis im richard-bampi-Wettbewerb sowie

2003 mit dem Keramikpreis der Frechener Kulturstiftung. zu ihren Arbeiten sagt sie: „meine

Arbeiten basieren auf der Wahrnehmung von Formensprache und Sprachmustern. Ich suche

nach neuen formalen Umsetzungen von überlieferten Formen und Abläufen.“ Diese Suche

schließt auch das gedrehte Gefäß nicht aus, das sie gegebenenfalls zu großen Installationen

aufbaut. Aber auch die Auseinandersetzung mit nichtkeramischen materialien ist für sie eine

selbstverständliche Ausdrucksform. -so

Der 3. von Fred Olsen in Deutschland eigenhändig

entworfene und mitgebaute Fastfire-brennofen steht nun auf dem

Atelierhof Scholen 53 in Niedersachsen. Die Keramikerin Sabine

Kratzer baute in Form eines Workshops mit Keramikerkollegen aus

ganz Deutschland mit dem bekannten amerikanischen ofenbauer

einen knapp 1m 3 Holzbrennofen. Erwähnenswert ist auch, dass

das Projekt vom Landkreis Diepholz durch den Landschaftsverband

Weser-Hunte finanziell großzügig mit Euro 5000.- unterstützt

wurde. In zukunft werden auf dem Atelierhof Kurse und Workshops

stattfinden. So wird einem breiten Publikum die ganz ursprüngliche

Form des brennens nähergebracht. Der 1. Workshop, in dem

unterschiedliche keramische Fertigungstechniken ausprobiert und

die Ergebnisse im Fastfire ofen gebrannt werden können, findet am

3/4/5. April 2009 statt. Infos unter 04245/267.

Neueröffnung der Porzellan- und Fayenceausstellung im Zunfthaus zur Meisen

- Nach ihrem Ausflug an den Genfersee – in die Ausstellungsräume von Schloss Prangins –

kehrt die Porzellan- und Fayencesammlung des 18. Jahrhunderts wieder nach zürich ins

zunfthaus zur meisen zurück. Seit kurzem präsentieren sich Fayencen sowie Porzellan aus

zürich und Nyon neu angeordnet, neu kontextualisiert und neu ausgeleuchtet. Gut 50 Jahre

nach der Ersteinrichtung zeigt sich die Porzellan- und Fayencesammlung neu ausgestellt in

den wundervollen barockräumen des zunfthauses zur meisen. Hier findet die Sammlung die

ihr gebührende beachtung und wird künftig durch die wechselnde Präsentation weiterer

bestände der Keramiksammlung der Landesmuseen ergänzt. zunfthaus zur meisen, Porzellan-

und Fayenceausstellung, münsterhof 20, CH-8001 zürich. T. +41 (0)44 221 28 07, F. +41

(0)44 211 29 49. www.landesmuseen.ch/meisen

Steingutfabriken Velten-Vordamm - In der Ausstellung (bis 26.01.2009, Sa-mo 13 - 17

Uhr) wird besonders das Werk von Charlotte Hartmann hervorgehoben. Die Künstlerin wurde

vor 110 Jahren in berlin geboren und war prägend in den nur fünf Jahren ihrer Tätigkeit

für das veltener Werk der Steingutfabriken (1919-1924). Sie entwarf eine große vielfalt an

Dekoren, darunter das berühmte „Decor 29“, im Werksjargon auch „Paradiesgarten“ genannt.

zahlreiche Unikate von ihr sowie viele Entwürfe ihrer Künstlerkollegen in velten und vordamm

werden in der Ausstellung gezeigt. Unter den rund 150 Exponaten finden sich Arbeiten von:

T. bogler, H. bollhagen, W. burri, C. o. Czeschka, E. Dörr, U. Fesca, G. Frommann, W. Gothein,

G. Guzinski, m. Hahm, L. Harkort, Ch. Jartmann, W. Kreidl, G. marcks, m. meyfarth, m. müller,

W. Stock und W. Sutkowski.

Keramik-museum berlin, Schustehrusstraße 13, D-10585 berlin T. +49 (0)30 - 321 23 22

theis@keramik-museum-berlin.de www.keramik-museum-berlin.de

Staatspreis Baden-Württemberg an Joachim Lambrecht

verliehen - Am 19. oktober wurde im veranstaltungshaus Salmen in

offenburg der 34. baden-Württembergische Staatspreis verliehen. Einer

der 3 Hauptpreise in Höhe von 5000.- Euro ging an den Keramiker Joachim

Lambrecht. Der baden-württembergische Staatspreis wird alle 2 Jahre in

Form eines Wettbewerbs mit Namen „Gestaltung Kunst Handwerk baden-

Württemberg“ ausgeschrieben. Eine Jury wählt aus den eingereichten

Arbeiten eine Auswahl aus, die dann jeweils in einer anderen badenwürttembergischen

Stadt gezeigt wird, diesmal in offenburg. Der

Keramiker Joachim Lambrecht ist in den

letzten Jahren hauptsächlich mit seinen

schwarzen rakuarbeiten hervorgetreten,

die als Gefäßplastiken angelegt sind. Der

rakubrand wird sehr gezielt eingesetzt, um

ein weiches, warmes Schwarz zu erreichen,

das die Plastizität seiner Arbeiten noch

steigert. Joachim Lambrecht studierte

nach seiner Töpferlehre bei Fritz Göllner in

besigheim an der staatlichen Kunstakademie

Stuttgart bildhauerei. Nach dem Studium

trat er mit raumgreifenden Installationen

aus verschiedenen materialien und mit

Gipsplastiken in Erscheinung. Seit 1996

wandte er sich erneut der Keramik zu,

um seine Affinität zu Ton und Feuer in

plastische Arbeiten umzusetzen.

NovEmbEr / DEzEmbEr 2008 NEUE KERAMIK 5

Majolika Plastik von Uwe Henneken am

LBBW Neubau in Karlsruhe übergeben

Im rahmen einer feierlichen Übergabe

präsentierte die Landesbank baden-

Württemberg in Anwesenheit des Künst-lers

Uwe Henneken die Plastik „Sohn und Erbe“

der Öffentlichkeit. Das rund acht meter hohe,

grellfarbige Kunstwerk

aus Keramik, das

eine Figur (vanguard)

mit Gelehrtenhut

zeigt, ging aus einem

Wettbewerb hervor,

der anlässlich des

Neubaus der LbbW

an der Karlsruher

Ludwig-Erhard-Allee

ausgeschrieben wurde.

Gefertigt wurde „Sohn

und Erbe“ von der

Staatlichen Keramik

manufaktur majolika.

info@majolika-karlsruhe.com

www.majolika-karlsruhe.com

DIE NEWS


DIE NEWS

Keramik trifft Glas - Neues Ausstellungskonzept in Otterndorf - Für die Liebhaber der

Keramik ist die Stadt otterndorf an der Niederelbe weiterhin ein attraktives ziel. Nachdem Peter

Hagenah im Jahr 2007 seine jahrzehntelange erfolgreiche Ausstellungstätigkeit aus Altersgründen

beendet hatte, fand sich zur Überraschung vieler die Glasgestalterin Hanne veit aus dem benachbarten

Cuxhaven bereit, die Ausstellungsreihe fortzusetzen. Ihr erster „Wunschaussteller“ war martin

mcWilliam, der seinen Kollegen Frank Schillo als zweiten Keramiker empfahl. vom Publikum wurden

die Glasarbeiten von Frank meurer und oliver Drobar als gewinnende Ergänzung begeistert begrüßt.

Neu sind neben dem geänderten Ausstellungsangebot auch die räume, die die Stadt otterndorf zur

verfügung stellt. Waren bisher die Exponate auf zwei Ausstellungsorte in der Stadtscheune und im rathaus verteilt, so stehen nun in der

Stadtscheune unter einem Dach die hellen räume des vormaligen „Studio A“ zur verfügung. kontakt@studioglas-veit.de

Hohe Auszeichnung für Otto Piene - Der international renommierte Künstler otto Piene erhält in diesem Jahr den Großen Kunstpreis

der Sparkassen-Kulturstiftung rheinland für sein Gesamtwerk. Piene, der in Düsseldorf und boston lebt, war neben Heinz mack und Günther

Uecker Gründungsmitglied der Künstlergruppe zEro. Feuer, Licht und Luft sowie raum und bewegung sind die zentralen Elemente im Werk

Pienes. Erst im Sommer 2007 hatte ihm das Hetjens museum in Düsseldorf eine große Einzelausstellung ausgerichtet. Der Preis ist mit 30.000

Euro dotiert. In der Presseverlautbarung der Stiftung heißt es: „mit otto Piene ehren wir eine außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit des 20.

und 21. Jahrhunderts. Als Künstler, der in seinen Werken meisterhaft mit den Elementen der Natur umzugehen weiß, hat er vom rheinland aus

bedeutung in der ganzen Welt erlangt. Die Stiftung ist stolz darauf, otto Piene mit dem rheinlandkulturpreis 2008 auszeichnen zu können.“

Decœur im Musée National de la Céramique in Sèvres

- das Curtis Erbes - bis 31. Dezember 2008. Das musée National

de la Céramique in Sèvres zeigt zum ersten mal die Keramiken

von Emile Decœur, einem der renommiertesten Künstler des

Art Deco. Das musée National de Céramique ist der besitzer

der weltweit größten Decœur Sammlung. Diese stammt aus

dem bedeutenden Nachlass (571 Stücke) den Atherton Curtis

(1863-1948) ein großer amerikanischer Sammler, Gönner und

enger Freund Decœurs über mehr als dreißig Jahre nationalen

museen hinterließ. Geboren in brooklyn/New York lies sich

Atherton Curtis 1904 in Frankreich nieder und entdeckte Emile

Decœur´s Kunstwerke 1907 im „Salon des Artistes Français“

und auf der Pozellanausstellung, die im musée Galliera im

selben Jahr stattfand. Kurze zeit später traf Curtis den

Künstler und erwarb seine ersten vasen von ihm. Curtis wurde

zum Patron Decœurs indem er regelmäßig bis zum Anfang

des 2. Weltkrieges Stücke sozusagen direkt aus dem ofen

kaufte. Dadurch zeigt die Sammlung ausgiebig alle Phasen,

die der Künstler durchlief. musée National de la Céramique, Place de la manufacture,

92310 Sèvres, Frankreich. T. +33-(0)1 41 14 04 20 musee.sevres@cultura.gouv.fr

www.musee-ceramique-sevres.fr

Gisela Schmidt-Reuther und Wilhelm

Kuch bei der Ausstellungseröffnung vor

dem Keramikmuseum Westerwald

„KLASSIK IN FORM UND FARBE“

- unter diesem Titel präsentiert

das KErAmIKmUSEUm WESTErWALD

Keramik der Werkstatt KUCH.

Die Arbeiten von Elly und Wilhelm

Kuch, die bereits früh weltweit ausstellten,

wurden mit allen wichtigen

internationalen Keramikpreisen ausgezeichnet:

den Preis der biennale in

vallauris, den Premio di Faenza, und

den Westerwaldpreis. Als Gründungsmitglieder

der Gruppe 83 wie der AIC/

IAC in Genf standen beide Kuch´s stets

in vorderster reihe der Deutschen

Keramik. Typisch für ihren ganz

eigenen, man könnte im rückblick

sagen, fast avantgardistischen, male-

risch wie keramisch orientierten Stil, war eine absolut klare Formsprache.

Die oberflächen der Keramiken sind frei, mit leichter Hand und

treffsicherer Farbwahl wie dreidimensionale Leinwände bemalt, perfekte

Dekors bestimmen das Gesamtbild. Dies gilt für klassisch elegante Gefäße,

geometrische oder fruchtartig geformte montagen sowie für die plastischen

Arbeiten. Die Ausstellung im KmW zeigt maßgebliche Arbeiten aus der

gemeinsamen Schaffenszeit in einer retrospektive. Die Ausstellung ist

noch bis zum 6. Januar 2009 zu sehen. Keramikmuseum Westerwald,

Höhr-Grenzhausen www.keramikmuseum. de

Susanne Bartram (zweite v. links) erhielt den

1. Preis des Kölner Töpfermarktes 2008 (dotiert mit 1000

Euro) und Ruth Stark (links) den 2. Preis (dotiert mit

500 Euro). Der Preis wird von den Handwerkskammern

in Köln, Düsseldorf und Aachen vergeben. Die Jury

war mit drei bekannten KeramikerInnen besetzt:

rita de Nigris (rechts), Keramikerin und Dozentin

an der Fachschule für Keramik, Höhr-Grenzhausen,

Thomas Naethe, Keramiker, Utzerath und Claudia

Holzapfel (zweite v. rechts), Keramikerin, Troisdorf.

Keramikgalerie

terra rossa - 10 Jahre

Schaufenster der

aktuellen Keramik in

Leipzig - begeisterung

für die keramische Kunst

und Lust am praktischen,

zielgerichteten Handeln bil-

det die basis der Keramik-

galerie terra rossa.

Sowohl von den mitglie-

dern des vereins als auch

von mitarbeiterInnen der

Galerie werden einem inter-

essierten Publikum überlieferte, traditionelle und moderne

brenn- und Glasurtechniken nahe gebracht. Der Standort in

Leipzig am roßplatz 12 ist die Konstante in den zehn Jahren des

Galeriebetriebes. mit Gründung im oktober 1998, zunächst als Gbr,

wurde mit der Ausstellungstätigkeit begonnen. Dem keramischen

Schaffen eine urbane bühne zu geben und dem Publikum Kunst,

Kunsthandwerk und Design sowie Informationen über Technik

und Arbeitsweise der KeramikerInnen zu vermitteln, ist das

Hauptanliegen der Galerie terra rossa. Weitere Informationen zu

terra rossa finden Sie unter www-terra-rossa-leipzig.de

6 NEUE KERAMIK NovEmbEr / DEzEmbEr 2008


12. WESTERWALDPREIS 2009 – KERAMIK EUROPAS - Der Westerwaldpreis wurde 1973 erstmalig ausgeschrieben, um herausragende

keramische Arbeiten handwerklicher wie künstlerischer Art im rahmen eines Wettbewerbes und einer Ausstellung im Keramikmuseum

Westerwald zu präsentieren. Es werden Preise in 4 Sparten zu jeweils 5.000 Euro und ein Förderpreis für KeramikerInnen bis 35 Jahre zu

4.500 Euro vergeben. Eine bewerbung ist möglich in den Sparten: 1. SALzbrAND/ STEINzEUG, PorzELLAN, 2. DESIGN / SErIE, 3. GEFÄß /

Form / DEKor, 4. FrEIE ArbEITEN / SKULPTUr/ INSTALLATIoN, 5. FÖrDEPrEIS (bis einschließlich 35 Jahre). Über die vergabe der Preise

entscheidet eine Jury mit internationaler besetzung in einem zweistufigen verfahren (1.Abbildungen/2. Auswahl objekte). Der Jury 2009

gehören an: 1. Peter-Paul Weinert, Landrat des Westerwaldkreises (D), 2. Professor Gerhard Hahn, Krefeld (D), 3. Professor Frank Louis, Linz

(A), 4. Professor Elaine o. Henry, Kansas (USA), 5. Caroline Cheng, Schanghai (Gb und CN), 6. Nani Champy-Schott, Plaisir (F), 7. monika

Gass, Keramikmuseum Westerwald (D). Die veranstaltung findet statt unter der Ägide der bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela merkel.

Abgabe von Bewerbungsunterlagen bis zum 18. Januar 2009. Die Ausstellungseröffnung und die vergabe von Urkunden und Preisen

finden statt am 28. August 2009 um 18 Uhr im Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen. Am 29. August 2009 findet im neuen

vortragssaal des museum ein Kolloquium statt. Die Ausschreibungs-Unterlagen in DEUTSCH, ENGLISCH, FrANzÖSISCH (als ausfüllbares

Formular oder als PDF) können angefordert werden bei: info@keramikmuseum.de als Download www.keramikmuseum.de oder telefonisch

0049 (0) 2624 9460 -10 oder per Fax 0049 (0) 2624 9460 -120

Im vorfeld der 12. Wettbewerbsausstellung 2009 zeigt das Keramikmuseum ab Januar/Februar 2009 in einer rückschau die in der Sammlung

des Hauses inventarisierten Ankäufe aus den Westerwaldpreis-Wettbewerben seit 1973. Info hierzu demnächst.

Artists in Residence - Vallauris : Applications Deadlines - Located in the heart of the old town of vallauris France, the Association

A.I.r. vallauris (Artists in residence) welcomes international artists from all horizons to meet and collaborate with local artists and

to research and create new work in an artistic laboratory created specifically for them. Since its conception in 2002, over 90 creators of

different nationalities have taken part in the program. The application deadlines for 2009 residencies are october 15th 2008 and April 15th

2009. For more information please consult the website: www.air-vallauris.org

Small Art Objects 2009 - This A.I.r. vallauris fund-raising event takes place bi-annually and includes a competition, exhibition and prizes.

The Small Art objects can be made from any material, but are restricted in size to: 15cm X 15cm X 15cm. Entries must be received by may 31,

2009. The exhibition opens July 4th, 2009 in vallauris France. For more information please consult the website: www.air-vallauris.org

Ausschreibung K.i.Ste 09 - DIE WAND - Eine Kulisse fordert heraus. - Wie schon seit zehn Jahren, findet auch 2009 wieder die open-Air-

Ausstellung K.i.Ste (Keramik im Steinbruch) im malerischen Steinbruch von oberpullendorf/Österreich vom 1. bis 3. mai 09 statt. Ausschreibungsbedingungen

und bilder der Steinbruchwand auf der K.i.Ste-Homepage: www.kultur-oberpullendorf.at Bewerbungsschluss: 1. Dezember 2008

(auch Entwurfskizzen und modellfotos möglich). Nähere Auskünfte: Waltraud Ehrenhöfer, T. 0043 (0)676 7570 409, traude.ehrenhoefer@bnet.at

Keramikpreis 2009 der Frechener Kulturstiftung - zum 15. mal seit 1972 verleiht die Frechener Kulturstiftung im nächsten Jahr

den bekannten Keramikpreis. Der Keramikpreis der Frechener Kulturstiftung ist ein Förderpreis für keramische NachwuchskünstlerInnen

im Alter von bis zu 35 Jahren, die ihre Tätigkeit in Deutschland ausüben. Er ist mit drei Geldpreisen in Höhe von jeweils 1.500 Euro

ausgelobt. Für die Qualifizierung sind künstlerische Aussagen in allen Keramikbereichen möglich: Gefäß, Plastik, relief/bild, serielle

Keramik, architekturbezogene Keramik und Installation. Erstmalig wird 2009 zusätzlich ein Sonderpreis ausgelobt. Das zulassungsverfahren

erfolgt über fünf vorschlagsberechtigte: Gabriele beßler m.A., Kunsthistorikerin, Hohentwielstr. 143, 70199 Stuttgart; Gabi Dewald,

Fachjournalistin, Dietrich-bonhoeffer-ring 15, 64653 Lorsch; Doris Kaiser, Künstlerin, markt 16, 47929 Grefrath; martin möhwald, Künstler,

Ulestr. 2, 06114 Halle; renate Wunderle, Galeristin, baaderstr. 15, 80469 münchen. Nachwuchskeramiker können sich auch selbstständig

bei einem vorschlagberechtigten bis zum 31.12.2008 um die Teilnahme bewerben. Die bis August 2009 einzureichenden keramischen

Arbeiten der zugelassenen Teilnehmer werden in einer Gemeinschaftsausstellung in der zeit vom 20.09. bis 22.11. 2009 im KErAmIoN in

Frechen gezeigt und in einem Ausstellungskatalog dokumentiert. Eine Fachjury, zu der neben den vorschlagberechtigten Frau Hannelore

Seiffert, Sammlerin, und michael Cleff, Künstler, gehören, ermittelt die Preisträger. Die Auslobungsbedingungen können angefordert werden

bei: Frechener Kulturstiftung, bonnstr. 12, 50226 Frechen, Tel. 02234-69769-0, Fax 02234-69769-20, info@keramion.de

Internationale Keramikwochen Hüfingen 2009 - 17. Internationaler Töpfermarkt Hüfingen 2009 - Die bewerbungsfrist

für den auf 50 ausgewählte Teilnehmer begrenzten Töpfermarkt Hüfingen (2009: 11. bis 13. September) endet am 31. Dezember 2008.

bewerbung mit biografie, Angebotsbeschreibung, aussagekräftigen Fotos an die Projektorganisatorin: Ingrid rockrohr, Am rappenschneller

16, D-78183 Hüfingen. - veranstalter: Stadt Hüfingen - www.huefingen.de

Opening for Visiting Professor of Ceramics - Kyung Hee University-Global Campus, Ceramics Department, Seoul, Korea has an opening

for a Ceramicist. The two year position for a visiting Professor begins on Sept. 1, 2009. only non-Korean ceramicists with an mFA degree or

higher and teaching experience may apply. The annual salary is 41,000,000 Won (ca. $2900 U.S. per month). The teaching responsibility is

11 hours/week of theory and technique with undergraduate and graduate students. All classes are taught in English. Private studio space will

be provided. Please submit your resume, a CD of your art work, two professional references, and an official University transcript. Closing date:

February 1, 2009. The final candidate will be notified in march 2009.For further information contact Prof. Kim: sukim@khu.ac.kr Kyung Hee

University, College of Art and Design/Ceramics Department, 1 Seocheon-dong, Giheung-gu, Yongin-si, Gyeonggi-do, 449-701 republic of Korea

Internationaler Keramikmarkt in Höhr-Grenzhausen - Keramikfestival der besonderen Art am Samstag, 06. Juni 2009 von 10 bis

18 Uhr und Sonntag, 07. Juni 2009 von 11 – 18 Uhr. Wer Interesse an einer Teilnahme als Aussteller hat, kann sofort die bewerbungsunterlagen

anfordern oder unter: www.hoehr-grenzhausen.de – den Suchbegriff „Ausstellerinfo“ eingeben und die Unterlagen dort abrufen. Ehemalige

Teilnehmer des marktes 2008 erhalten die Unterlagen automatisch. Bewerbungsende ist am 02. Februar 2009. Tourist-Information Höhr-

Grenzhausen, rheinstr. 60a, D-56203 Höhr-Grenzhausen. Tel.: +49 (0) 26 24/1 94 33, Fax: +49 (0) 26 24/9473 129

tourismus@hoehr-grenzhausen.de www.hoehr-grenzhausen.de

Der nächste Frechener Töpfermarkt findet am 16. und 17. mai 2009 statt. Interessenten melden sich bitte bei der Stiftung KErAmIoN,

bonnstraße 12, 50226 Frechen info@keramion.de T. +49 (0)2234-69 76 90) oder laden sich das bewerbungsformular von oktober 2008 an

von der Internetseite www.keramion.de herunter. Anmeldeschluss ist der 9. Januar 2009.

NovEmbEr / DEzEmbEr 2008 NEUE KERAMIK 7

DIE NEWS


vorGeSTeLLT

Antje Soléau

Im Herbst 2005 startete die Wiesbadener Keramikerin Theresia Hebenstreit ein im

wahrsten Sinne weltumspannendes Projekt. Sie fertigte 13 in Größe und Haltung

unterschiedliche nackte, aber selbstbewusste Frauenfiguren, die aus ihrer bekannten

Lilith-Figur entwickelt wurden. diese Figuren wurden je 77-mal vervielfacht, das heißt,

es gibt insgesamt 1001 exemplare von ihnen. mit dieser zahl knüpfte Theresia Hebenstreit

an die Geschichten aus 1001 nacht an, die die kluge Sheheradzade ihrem grausamen

Liebhaber nacht für nacht erzählte. die Figuren oder Figurinen sind ebenso wie die

Geschichten der Sheheradzade eine beeindruckende darstellung von weiblicher Klugheit

und der macht der Phantasie.

In einem ersten Prospekt, mit dem die Künstlerin ihre SammlerInnen einlud, eine

dieser Figuren zu erwerben, schrieb sie: „davon (von den Geschichten der Sheheradzade,

d.A.) angeregt und inspiriert möchte ich 1000 und eine nackte, kleine Frauenfiguren aus

Terrakotta erschaffen. Als einzelwesen haben sie sich schon lange behauptet. nun sollen

sie in großer Gemeinsamkeit ihr weibliches Selbstbewusstsein und ihre volle Körperlichkeit

in dem Projekt 1001 nackt entfalten.“

die SammlerInnen und andere Interessierte konnten eine dieser Figuren käuflich erwerben,

überließen sie aber vertrauensvoll der Künstlerin für eine geplante „Weltreise“.

mit dem verkaufserlös konnte Theresia Hebenstreit das große Projekt finanziell starten.

1001 nackte

Frauen auf

Weltreise

Theresia

hebensTreiT

und ihre

Frauen - „armee“

– ein Protokoll

8 NEUE KERAMIK november / dezember 2008


von jedem Aufenthaltsort ihrer charmanten „Armee“

informierte sie die besitzerInnen der Figurinen per

gemailten rundschreiben. So schrieb sie nach der ersten

Ausstellung in villach/Österreich am 11.Juni 2006: „die

erste Ausstellung!!!! Sie hat stattgefunden, es war beeindruckend.

Wir haben zweieinhalb Tage zum Aufbauen

gebraucht, jede Figur in die Hand genommen und liebevoll

auf ihren Kisten und darauf gelegten rot bemalten

Platten fixiert. Lilith, „mother of all“, steht in der mitte,

fast sakral anmutend und überschaut die Schar ihrer

Schwestern, ein wirklich starkes bild. dank der liebevollen

betreuung von Frau dr. renate obud vom Kulturamt

in villach war es eine rundum gelungene und eindrucksvolle

veranstaltung. die rede von monika Gass, der Leiterin

des Keramikmuseums Westerwald, war informativ,

einfühlsam und amüsant. Stellen Sie sich vor, sagte sie,

ein vulkanausbruch in villach würde all das hier konservieren

und nach 2000 Jahren brächten Archäologen diese

Frauenarmee wieder ans Licht der Welt. ein matriarchat

in villach? 2006?, was für eine ungewöhnliche Stadt, wie

passt das ins gesamteuropäische bild vom Anfang des

3.Jahrtausends?“

Im Sommer 2006 reiste Theresia Hebenstreit mit einer

Touristengruppe nach China und nahm auf diese reise

auch Luzie, die kleinste ihrer Terrakotta-mädels mit. Sie

stellte sie zu den Soldatenfiguren der Terrakotta-Armeee

in X’ian, ließ sie auf der großen mauer und in der verbotenen

Stadt in beijing posieren und traf alle vorbereitungen

für eine Ausstellung im Sommer 2007. Luzie

berichtete ihren Schwestern anschließend vom großen

Abenteuer im fernen osten.

Im Frühjahr 2007 folgte die zweite öffentliche Präsentation

in breslau/Wroclaw, wo die Figuren im September

2005 von ausgebildeten Keramikern der Keramikfakultät

der Kunstakademie vervielfältigt worden waren, bevor

sie zum „Schminken“, also bemalen, und zum Signieren

nach Wiesbaden ins Atelier kamen. In der einladung zur

breslauer Ausstellung hieß es: „Theresia Hebenstreit,

deutsche Künstlerin aus Wiesbaden (der Partnerstadt

breslaus, d.A.), schickt im rahmen ihres Projektes

"1001nackt" tausend und eine keramische Frauenfiguren

in die Welt. Sie schuf eine vielfältige reihe von Frauenformen,

angeregt durch die Weisheit und vorstellungskraft

von Sheheradzade und die macht der chinesischen

Terrakotta-Armee. Ihre kleinen Terrakottagestalten

erzählen von Glück und Unglück und widersprechen allen

gängigen Schönheitsidealen: nackt und rundlich, aber

durchaus selbstbewusst, provozieren sie diskussionen

über gesellschaftliche Gebote und das Streben nach

erreichbaren vorbildern.“

die Ausstellung in breslau war ein voller erfolg. Theresia

Hebenstreit resümierte im mai 2007: „… viele besucher

kamen und bestaunten die fröhliche und kommunikative

Gesellschaft der 1001 nackten Tonfrauen. Auch

das Interesse der medien war bemerkenswert. bekannte

regionale und überregionale zeitungen und das Fern-

ABBILDUNGEN -

linke Seite -

Luzie auf der Großen Mauer - China 2007

rechts v.o.n.u.

- Die Figuren trocknen noch in den Gipsformen

- In Kisten verpackt geht es zu den verschiedenen Ausstellungspunkten

THereSIA HebenSTreIT

vorGeSTeLLT

november / dezember 2008 NEUE KERAMIK 9


vorGeSTeLLT

10 NK JULI / AUGUST 2008

sehen brachten berichte über das Projekt. dann wurde

die Ausstellung abgebaut, die Figuren wieder verpackt,

in ihre 77 Kisten verstaut und mit dem LKW zurückgebracht.“

„Ja, und jetzt soll es tatsächlich nach China

gehen, schrieb Theresia Hebenstreit. meine Kollegin

Anette mertens, die als Sinologin seit mehr als 15 Jahren

beste Kontakte nach China pflegt und regelmäßig die

ungewöhnlichsten reisen in dieses Land führt, hat dafür

alle Fäden gezogen.“ „ ...und heute am 25.7.2007 verlässt

das Schiff den Hafen von Hamburg und sticht in See

gen China mit Ihren und meinen Figuren aus 1001 nackt

in ihren Kisten, die ja auch in China wieder als Ausstellungspodeste

dienen werden. Auf jeder Kiste stehen

13 Figuren und das ganze 77 mal, wie gehabt, da darf

keine fehlen. … Was mich nun in Tangshan erwartet,

weiß ich ganz und gar nicht. es ist einfach ein großes

Abenteuer, das ich voller Spannung auf mich zukommen

lasse. Aber dank der guten Planung und vorbereitung

von Anette mertens, der ausgewiesenen Chinakennerin,

und der professionellen betreuung durch die Spedition

müller und Partner und (man darf es kaum sagen) dank

des vom Kiedricher Winzer-Speicher Schuth gesponserten

und unter den Figurinen eingeschmuggelten Weins kann

mir eigentlich nicht mehr viel passieren. Ich werde am

25. August meinen 1001nackten nachfliegen und Ihnen

Anfang oktober berichten, was diese im Land der Terra-

kotta-Krieger an- und ausgerichtet haben.“

Inzwischen nahm auch die deutsche Presse von dem

völkerverständigenden Projekt der Theresia Hebenstreit

notiz. Am 7.August 2007 informierte sie ihre SponsorInnen:

„ Am montag, dem 13.August wird um 17.05 Uhr in

Hr2 (96.7) im rahmen der Sendung mikado am nachmittag

ein life Interview mit barbara Henke und der 1000

und 2.Frau stattfinden.“ Am 17.August 2007 folgte die

mitteilung: „Heute um 17.00 Uhr wird es voraussichtlich

im Hessischen Fernsehen in der Sendung Hessen Aktuell

einen beitrag über der Projekt 1001nackt geben, noch

mal mit der 1002. Frau.“

Selbst der Spiegel nahm von der weiblichen Tonarmee

ABBILDUNGEN -

links v.o.n.u. -

Beim Aufbau und während der

Ausstellungseröffnung in Breslau

rechte Seite -

Die Ausstellung in Villach

10 N K november / dezember 2008


notiz und schrieb in seiner Ausgabe nr.36/2007: „ein Gegenentwurf

zur streng ausgerichteten, weltberühmten chinesischen

Terrakotta-Armee sollen sie sein, die 1001 nackten und ziemlich

undisziplinierten Tonfrauen der Wiesbadener Künstlerin Theresia

Hebenstreit.“ dass die regionale Tagespresse in Hessen auf das

Projekt mehr oder minder intensiv einging, versteht sich fast von

selbst.

Über die Ausstellung in Tangshan schließlich schrieb Theresia

Hebenstreit begeistert an die besitzerInnen der Figurinen: „Genau

das hatte ich mir gewünscht, meine kleinen unvollkommenen

Terrakotta-Frauen sollten reisen, reisen in der zeit, die wir, Sie als

Leihgeber und ich als Schöpferin, ihnen zur verfügung gestellt

hatten. Sie sollten reisen soweit wie möglich, und wenn irgend

möglich eben auch nach China, in die Heimat ihrer großen brüder.

Und genau das taten sie nun. diese Ausstellung in Tangshan, einer

6 millionen Stadt östlich von beijing, war nun also ein weiterer

Höhepunkt des reiseprojekts 1001nackt, nach den vielbeachteten

Ausstellungen in villach und breslau. es war in der Tat ein würdiger

Gegenbesuch (so stand es auf der Website des Hessischen

rundfunks und auch im SPIeGeL), zu den 1001 Chinesen, die nach

Kassel zur documenta gekommen waren. mehr als 2000 besucher

stürzten sich mit vergnügen und großem Interesse auf das

fröhliche Gewusel der 1001nackten und verbreiteten die botschaft

der Ausstellung in der Stadt. dieses dichte zusammensein vieler

THereSIA HebenSTreIT

vorGeSTeLLT

menschen an einem ort entsprach unbedingt den natürlichen

chinesischen bedürfnissen. …

Im bibliotheksgebäude der Universität standen meine 77

Kisten, als ich am 3.September dort ankam, um meine damen

dort mit Hilfe vieler netter mitarbeiter der Universität zu installieren.

Am 6.September unserer zeitrechnung, morgens um 10.00

Uhr, fand dort die eröffnung meiner Ausstellung 1001nackt statt,

unter großer Anteilnahme der lokalen städtischen Prominenz, der

Honoratioren der Universität und berühmtheiten aus Kultur und

Kunst. … ein Toast auf Anette mertens, die einen großen Anteil

an dem zustandekommen der Ausstellung hatte … ein dank an die

direktorin der Universität von Tangshan …Was jetzt so selbstverständlich

klingt, war die Frucht einer intensiven zusammenarbeit

vieler menschen aus China und deutschland.“

Im märz 2008 schließlich folgte ein Ausblick auf das Jahr 2008:

„das ereignisreiche und erfolgreiche Jahr mit der Präsentation der

1001nackt in Wroclaw (Polen) und der überwältigenden Ausstellung

in Tangshan (China) ist vorüber. bei weiteren Ausstellungen

in Holland, Göttingen und dotzheim zeigte ich neue einzelstücke

und konnte mich über eine breite zustimmung von Publikum

und Presse erfreuen … die Figuren aus 1001nackt rüsten sich

für die große Abschlussausstellung in Heidelberg. Jede einzelne

wird noch einmal dem liebevoll-kritischen blick der Künstlerin

ausgesetzt, wird zugeordnet und katalogisiert, damit am ende

november / dezember dezemberT 2008 NEUE KERAMIK 11 11


vorGeSTeLLT

keine verwechslungen passieren und die Figuren ohne Probleme

in die Hände ihrer besitzerinnen und besitzer übergehen können.

Gleichzeitig arbeite ich jetzt an meinem Katalog, den Sie dann

anlässlich der Ausstellung erwerben können. er wird das große

Projekt 1001nackt ausführlich bebildern und beschreiben. … vier

Ausstellungen in 3 Jahren, villach, Wroclaw, Tangshan und Heidelberg.

veröffentlichungen im SPIeGeL und vielen anderen regionalen

und überregionalen zeitungen, Filmbeiträge im polnischen und

chinesischen Fernsehen, sowie Interviews im Österreichischen und

Hessischen rundfunk – es ist viel passiert und ich freue mich auf

einen fulminanten Abschluss des Projektes in Heidelberg.“

Freuen wir uns mit Theresia Hebenstreit und den besitzerInnen

der 1001 nackten auf die glückliche Heimkehr der erfolgreichsten

„Armee“, die je von deutschland aus in die Welt zog. nicht mit

Feuer und eisen, sondern mit Charme und Witz hat sie die Herzen

der menschen überall dort erobert, wo sie in Aktion trat.

ANTjE SoLéAU lebt in Köln und ist als freie Journalistin für deutsche und internationale

Fachzeitschriften im Bereich Kunst und Kunsthandwerk tätig.

Letzte Ausstellung von 1001nackt:

Galerie Heller, Heidelberg, vom 23.11.2008 bis 18.1.2009.

Bis zum 21.12.2008 ist die Installation komplett zu sehen, danach

erfolgt die Ausgabe der einzelnen Figuren an ihre rechtmäßigen

BesitzerInnen. www.galerie-heller.de

Theresia Hebenstreit

Ziegelhüttenstrasse 2a

D-65199 Wiesbaden

T. +49 (0) 611 42 55 16

theresia-hebenstreit@t-online.de

www.1001nackt.de

ABBILDUNGEN - oben

Während der Ausstellungseröffnung in Tangshan, China

Theresia Hebenstreit wurde 1950 in Wiesbaden geboren. Nach dem Abitur

1968 studierte sie von 1979 bis 1981 an der FH Wiesbaden Keramik Design

bei Prof. Münster. Es folgten Studienaufenthalte 1980 und 1984 in England.

1983 eröffnete sie ihre eigene Werkstatt in Wiesbaden, gleichzeitig

war sie Gasthörerin für Plastische Keramik an der Universität Mainz. 1998

folgte noch ein Studienaufenthalt in der Keramischen Werkstatt Margaretenhöhe

in Essen bei Young Jae Lee. Von 1995 bis 2000 studierte sie

Kulturanthropologie, Kunstgeschichte und Ethnologie an der Universität

Mainz. Im Wintersemester 1998/99 übernahm sie eine Vertretungsprofessur

und leitete das Institut für Künstlerische Keramik der FH Koblenz

in Höhr-Grenzhausen. Seit 2006 leitet sie die Galerie im Thalhaus in

Wiesbaden. Sie beteiligte sich an Ausstellungen, Projekten, Messen und

Symposien im In- und Ausland und ist mit ihren Arbeiten in privaten und

öffentlichen Sammlungen vertreten.

12 NEUE KERAMIK november / dezember 2008


Karen Thuesen Massaro

Titel - ja oder nein?

Wenn eine Arbeit fertiggestellt ist, stellt sich einem die

Frage, wie man sie nun mit der richtigen Bezeichnung

umschreiben, identifizieren oder benennen soll. Ich

gebe meinen Arbeiten schon seit langem Namen, da „Ohne Titel“

mir für etwas mit dem man sich so intensiv beschäftigt hat als

nicht passend vorkam. Nummern sind gute, neutrale Ordnungshilfen.

Quantitativ und kurz. Ich habe manchmal sogar dieselbe

Arbeit sowohl mit Nummern als auch mit Begriffen bezeichnet.

Die Nummern wurden aber nach und nach in den Hintergrund

gedrängt, da Titel aus Wörtern die Diskussionen über die Arbeiten

erleichterten, speziell dann, wenn man die Arbeiten, oder ein Bild

von ihnen, nicht direkt vor sich hat. Ich für mich selbst benutze,

wenn ich über Arbeiten nachdenke, auch immer ihre Titel.

KAREN THUESEN MASSARO

Diese Titel können verschlüsselt sein oder die Natur der Arbeit

wiedergeben. Ich ziehe es vor, Begriffe zu verwenden, die mir

beim Arbeiten einfallen oder die ich mit Erlebnissen verbinde, die

mit meiner Arbeit zu tun haben. Ich schaue mir das Stück eine

Weile an; verschiedene Wörter bilden sich in meinem Kopf und

wenn ihr Klang und die Symbolik passen, verwende ich sie. Titel

können beschreibend sein wie Scrim (grober Baumwollstoff) zum

Beispiel, welches wegen den schirmähnlichen bemalten und beklebten

Platten so benannt wurde, oder Passage (die Strecke), wegen

den Lufträumen zwischen den keramischen Wänden. Novella

ABBILDUNGEN - oben - Clay Tablet - unten - Forum 07

PORTRAITS

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 13


PORTRAITS

(die Novelle) wurde so benannt, weil es ewig

dauerte, bis das kleine Stück fertig wurde

und die Farben und Muster die Handlung auf

der Oberfläche zuende brachten.

Bei La Rambla (die Allee) wurde es weit

schwieriger als beabsichtigt, aber eine Reise

nach Barcelona lieferte dann gottseidank

diesen Titel.

Ich benutze die Namen von Leuten, um

meinen Respekt oder meine Freundschaft zu

zeigen oder um eine Sache zu thematisieren.

Vor einigen Jahren benannte ich Arbeiten

nach engen Freunden oder Verwandten,

wobei die Arbeiten unsere Beziehungen zum

Ausdruck brachten. Es gab Übereinstimmungen

zwischen meiner Mutter als eineiiger

Zwilling und dem Wechsel zwischen Symmetrie

und Asymmetrie und den vielfachen

Wechseln von Double Twin, Twin Roll, Twin

Cones (...Zwillinge) übereinstimmen würde.

Oft wird die Wirkung eines Stücks durch

den Titel ausgelöst. Meine Arbeit 35 Chairs

Waiting besteht aus fünf Reihen aus jeweils

sieben leeren Stühlen, welche alle 15 cm groß

sind. Uns ist zwar bekannt, dass Stühle dazu

da sind, dass Menschen sich darauf setzen,

uns wird aber vielleicht nicht bewusst, wie

sich die Charaktere dieser Personen durch die

Sitzposition und den Gebrauch der Stühle

darstellen. Der Titel deutet auf einen leer,

still und erwartungsvoll wirkenden Raum

hin, welcher durch die vertrauten Objekte

geschaffen wird.

Naughty Orange (freche Orange), eine

Sammlung von Früchten aus Porzellan

darstelltwnd, wurde aus Verzweiflung heraus

so benannt, da ich es auf ein Objekt gemalt

habe, das eine gespaltenen Persönlichkeit

hat. Jede Seite wäre für sich gut gewesen, es

war keine Einheit herzustellen. Letztendlich

habe ich einfach auf diese Wörter zurückgegriffen,

um mein Problem mit Humor zu

umgehen. Eines Abends, während ich blaue

Punkte auf eine glänzende fleckige Kobalt

Glasur malte, hörte ich Thelonius Monk im

Blue Note (Jazzclub in New York) im Radio.

Diese Musik ging dann praktisch als provozierender

Groove in Blue Note über.

Manchmal findet man Wörter sowohl

in der Arbeit als auch im Titel wieder. Vor

einigen Jahren habe ich Wände aus in Ton

gegossenen Seifenstücken aufgebaut. Auf

den ersten Blick wirkt Camay Corner für

viele sicherlich sehr nüchtern. Wenn man

jedoch ein zweites Mal hin schaut, erkennt

man, dass einige der Strukturen auf der

ABBILDUNGEN - v.o.n.u.

- Scrime

- Forum 07

- Passage

- Novella

rechte Seite v.o.n.u.

- Table Quartet

- Garden Line

14 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


Oberfläche Buchstaben und keine Bemalung sind. Wenn man diese

Schnörkel einmal gesehen hat, schaut man automatisch genauer

hin und liest die Wörter.

Nachdem man deren Sinn erkannt hat, verändert sich auch die

Einstellung, mit der wir das Werk betrachten. Manchmal erstaunt

uns die Erkenntnis und unsere Haltung und Sichtweise ändert sich.

Diese Momente liebe ich. Egal ob ich sie bei meinen eigenen Werken

erfahre, oder visuelle Irritationen entdecke. Während der Zeit, als

ich mit den Seifen arbeitete, habe ich die Seifenstücke entweder als

gestapelte kleine Tonblöcke gesehen oder als immer wiederkehrende

Wortträger. Die Wörter haben meine Gedanken in unterschiedliche

Richtungen dirigiert; Wortspiele entstanden durch verschiedene

Anordnungen der Blöcke und den unterschiedlichen Logos. Ein

spielerischer Scherz für unsere Sinne: Die Seifen, die man leicht an

ihren Logos erkennen konnte, waren gar keine Seifen.

Aber sage niemals Nie! Auch Ohne Titel kann ein interessanter

Titel sein. Während ich arbeite, plappere ich in meinen Selbstgesprächen

sowohl laut als auch in mir. Wie gut neue Ideen auch

sein mögen, meine besten Arbeiten entstehen meiner Meinung

nach dann, wenn ich ein Ziel habe und in einer Art instinktiver

Trance arbeite: Aufmerksam das Material beobachten, entspannt

aber dennoch auf der Suche nach dem erlösenden „Aha-Moment“.

Zu sprechen über etwas, ist eher abstrakt, und sehr nützlich, um

die Reaktion auf eine Arbeit zu ordnen und zu klären. Aber wenn

man versucht die Objekte visuell zu erfahren und zu erspüren,

muss man sehr auf die Eigenarten dieses non-verbalen Austausches

achten, um letztendlich Erfolg zu haben. Wenn ich also ein

"Ohne-Titel" machen würde, würde ich darauf achten, dass der

Austausch zwischen dem Betrachter und dem Objekt über Allem

steht. So würden viele verschiedene Interpretationen des Objektes

ohne die steuernde Wirkung eines Titels entstehen. Im Endeffekt

gilt: “What you see is what you get”.

Dieser Text erschien zuerst in "Studio Potter", Volume 35 Nummer 2, 2007.

Karen Thuesen Massaro studierte von

1968 bis 1972 an der University of Wisconsin,

Madison, die sie 1972 mit dem

Master of Fine Art (M.F.A.) verließ.

Während des Studiums war sie als

Technische Assistentin und Lehrerin für

Keramik am La Jolla Museum of Art,

Kalifornien, tätig. Seit 1972 unterhält

sie ein eigenes Studio.

KAREN THUESEN MASSARO

Karen Thuesen Massaro

617 Arroyo Seco,

Santa Cruz

California 95060-3147, USA

T. +1-831.429.5300

claypieces@hotmail.com

www.karentmassaro.com

PORTRAITS

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 15


PORTRAITS

JEAN PAUL

AZAïS

"...entscheidend ist der Rauch"

Nesrin During

Jean Paul Azaïs` Charakteristikum ist die Suche nach möglichkeiten,

Farbe allein aus der masse, aus der engobe,

mit Hilfe wechselnder Atmosphäre in einem Holzofen zu

erzeugen. dieses ziel erreichte er durch die beherrschung des

Rauches. die Palette natürlicher Farben, die er erzeugt, entsteht

durch Kohlenstoffeinschlüsse, die zwischen sehr dünnen Schichten

aus Schlicker eingelagert werden. die Farben, die sich hierbei

zeigen, entstehen aus den Stücken heraus, folgen den Formen

der Stücke und schaffen so eine einheit zwischen Form und

Oberfläche.

Ich besuchte Jean Paul Azais an einem klaren, sonnigen

Frühlingstag. er lebt im Südosten von Frankreich, zwischen

Perpignan und einem kleinen Ort namens Ceret. In diesem

reizvollen Ort wohnten einst Künstler und Autoren wie Picasso,

Chagall, Soutine und Proust. Im ortseigenen museum für zeitgenössische

Kunst finden sich viele Keramiken von Picasso und

anderen Künstlern.

Jean Paul Azaïs lebt in einem dorf mit dem wunderschönen

namen Llauro in dem er 1952 geboren wurde. er hatte eine

fröhliche, harmonische Kindheit mit viel Kontakt zur natur.

Während seiner Schuljahre in Perpignan war er sehr interessiert an

Pflanzen und Geologie. er trat einem Wissenschafts- und naturklub

bei und studierte sogar ein Jahr lang Geologie, bevor er seine

Ausbildung als Apotheker begann.

Seine Liebe zur Keramik begann bereits in seiner Jugend.

einer seiner Freunde, der ein Schüler von Loul Combres war,

einem Pionier der polierten Oberflächen und Holzbrandtechniken,

führte ihn in die Welt der Keramik ein. vom eigenen Tongraben

und Aufbereiten über das drehen auf der Töpferscheibe bis

zum bau von mehreren Holzöfen brachte er sich selbst die

nötigen Techniken bei. da mediterrane und iberische Keramik

ihn fasziniert, sind seine Keramiken häufig formal an diese Stile

angelehnt. Ausgehend von seinem naturwissenschaftlich Interesse,

beschäftigte er sich mit alten und traditionellen Feuerungs- und

Fertigungsweisen.

Jean Paul Azaïs dreht seine Stücke auf einer alten Fußdrehscheibe,

an die er einen motor angeschlossen hat. er verdreht sehr

plastischen Ton von Ceradel (KPCL SAPeC), ein Limoge Produkt.

es ist ein gut zu verarbeitender Ton, ohne Kalkeinschlüsse. er

benutzt sowohl die weiß- wie die rotbrennende masse und auch

eine eigene mischung, halb rot halb weiß, um ein weicheres Rot

zu bekommen. zudem mischt er noch einen sehr feinen Sand in

die Tonmasse.

Jean Paul hat keine keramische Ausbildung absolviert, wurde

16 NEUE KERAMIK nOvembeR / dezembeR 2008


also auch nie dazu gedrängt, benutzbare Objekte herzustellen.

nach dem drehen und dem Abdrehen wird das Stück auf der

Scheibe solange poliert bis die Oberfläche spiegelt und glänzt. Im

nächsten Schritt werden die engoben aufgetragen. dabei handelt

es sich um erden, die er im Umkreis von bis zu 5 km um sein

Haus herum sammelt. bei einem Spaziergang durch die Felder

zeigte er mir die Umgebung. dabei hob er dann und wann kleine

erdklumpen auf und zeigte sie mir. er sagt, dass dieses Gebiet sehr

mineralhaltig sei, und schon die alten Römer hier minen für eisen,

blei, zinn und andere materialien angelegt hätten. Auch Gold

soll im Flussbett gefunden worden sein. die erden, die Jean Paul

sammelt, säubert er zu Hause, zerstößt, mahlt und verreibt sie und

JeAn PAUL AzAIS

siebt sie viele male in einzelnen Schritten. es ist die Arbeit eines

echten Apothekers. diese erden stellen somit seine „Glasur“ dar.

er benutzt kein verflüssigungsmittel, wie zum beispiel Kalgon oder

ähnliches, in seinen feinen engoben und geht davon aus, dass die

alten Römer auch kein verflüssigungsmittel benutzten.

Wenn das gedrehte Stück noch feucht ist, gießt er die vorher

mit einem Aräometer genau eingestellte engobe über die Form.

Wenn die Form schon trocken ist, spritzt er die engobe mit einer

Airbrush-Pistole auf. diese Pistole arbeitet wesentlich feiner als

normale Spritzpistolen.

nach dem Auftragen wird die Form wieder lange und ausgiebig

mit Wolle poliert, um die Oberfläche zu glätten und die engobe

in die Gefäßoberfläche einzuarbeiten. Jean Paul

benutzt mehrere verschiedene engoben aus

verschiedenen erden. eine sehr feine weiße und

eine rotbrennende, eisenhaltige engobe benutzt

er oft in Kombination, die Weiße oft auch als

Grundierung. die Anzahl der Schichten variieren

von mal zu mal und ergeben so verschiedene

Farbergebnisse.

die Grundfarbe des Tons aus dem ein

Stück gemacht wurde, die darüberliegenden

verschiedenfarbigen engoben und ihre dichte und

dicke, alles wichtige Komponenten, sowie das

brennen mit Holz in einer stark reduzierenden

Atmosphäre lassen unendlich viele ergebnisse zu.

eine dünne Schicht eisenhaltiger engobe

auf einem hochpolierten Stück erzeugt meist

eine spiegelartige, blanke Oberfläche. Jean Paul

versucht Tiefe in der Farbe zu erzeugen und

PORTRAITS

ABBILDUNGEN -

obere Reihe v.l.n.r.

- Triangulo - 2007 - H 16 cm, D 20 cm - gebrannt bei 1084°C

- drei Teststücke

Triangulo -2007- H 9 cm, D 15 cm

Pyxide - mit hellem Blau - H 14 cm, D 17,5 cm

Arrow pot - H 25 cm, D 18 cm lederfarben mit Hochtemperatur-

Metallisierung, 1084°C

- Farbmetallisierungen bei Temperaturen über 1040°C - im

Vordergrund Calabash - H 16,5 cm, D 13,5cm

- Detail einer Oberfläche

linke Seite unten -

Decaying dry poppy seed box - H 22,5 cm, D 20 cm - weiße

Engobe

links - Dying dried smoked blue - H 25 cm, D 18 cm, stark

reduziert

nOvembeR / dezembeR 2008 NEUE KERAMIK 17


PORTRAITS

experimentiert deshalb unaufhörlich mit verschiedenen engoben

und brenntechniken. er erzeugt Farben, indem er unter starker

Reduktion Farben einschließt und dann oxidierend weiter brennt,

um eine dünne Schicht zu erzeugen, die das Licht absorbiert und

auch reflektiert. zuerst brennt er immer oxidierend, hiernach

folgt eine Phase in der er mit der Oxidation und der Reduktion

herumspielt, um verschiedenen Farbvarianten zu erzeugen.

manchmal hält er die Reduktion auch beim Abkühlen aufrecht.

Sein Ofen ist ein weiterentwickelter Holzofen von Fred Olsen

mit zwei Feuerungen. er brennt seine Stücke im einbrandverfahren.

Im Ofen stellt er um jedes Stück eine Art Kapsel aus Steinen.

Seine brenntechnik liegt zwischen der der alten Griechen, also

einer eisenhaltigen engobe, die direkt im Holzfeuer gebrannt

wird, und der gallisch-römischen Terra Sigillata, bei der die

Ware von direkter Flammeneinwirkung geschützt wird. Um die

metallischen Oberflächen zu erzeugen, benötigt Jean Paul extrem

ABBILDUNGEN -

oben v.l.n.r.

- Blue nest - H 21cm, D 21.5cm - roter Ton, doppelwandig gedreht, weiße Engobe ,

gebrannt bei 1020°C

- Blick in den Ausstellungsraum

unten links - der Ofen von Jean Paul Azaïs

rechts - Nesrin During und Jean Paul Azais in seinem Studio

viel Rauch. Hierzu füllt er am ende des brandes die Feuerlöcher mit

Oliventrester (Reste aus der Olivenpresse) und verschließt den Ofen

hermetisch mit einem Gemisch aus Sand und Asche um eine Re-

Oxidation zu verhindern.

da die Stücke zu Anfang nicht geschrüht sind, fängt er langsam

an zu brennen und brennt mindestens zwölf Stunden lang. es

kommt auch manchmal vor, dass er nach einem brand den Ofen

nicht öffnet, sondern ihn nach dem Abkühlen ein zweites mal

brennt, nur um zu sehen was passiert. er brennt bei Temperaturen

zwischen 980°C und 1125°C. das zum Feuern benötigte Holz,

meist Kastanie und Kiefer, schlägt er in seinen Wäldern.

die Platzierung der Steine, die die Flammen zum Stück

durchlassen oder sie abhalten, die dauer des brennens, die Holzart,

die durch den Oliventrester erzeugte masse an Rauch oder auch

die nachbrennzeit und das erneute brennen des Ofens bis zu einer

bestimmten, höheren oder tieferen Temperatur. All dies sind die

mittel, mit denen Jean Paul seine Farben erzeugt: Weiß, Grau,

Anthrazit, Schwarz, Rot, Orange, braun, Gelb, Grün und auch blau.

die bezeichnung des „der Wert des Rauches“ wurde von Jean

Paul Azaïs geprägt. er ist der meister des Rauchbrands, der

unbeschreibliche Farben auf den Oberflächen und in deren Tiefen

erzeugen kann. Im moment schreibt er an einem buch über seine

Arbeitstechniken und seine erfahrungen, doch er hofft, bald diese

Arbeit abschließen zu können, um wieder zu seiner Arbeit im

Atelier zurückzukehren.

Nesrin During ist Keramikerin und schreibt neben ihrer praktischen und pädagogischen

Tätigkeit für KLEI (NL), Ceramic Review (GB) und NEUE KERAMIK (D).

Jean Paul Azaïs wurde 1952 in Perpignan, Frankreich, geboren. An der Universitität

in Montpellier studierte er Pharmazie. Im Jahre 1971 begann er sich

autodidaktisch mit Keramik zu beschäftigen und hatte seine erste Ausstellung

1973 in Llauro. Seitdem hat er an zahllosen Ausstellungen in Deutschland,

Belgien, Kroatien, Spanien, Frankreich, Italien, Japan, Mexiko, Neuseeland,

den Niederlanden und der Schweiz teilgenommen.

Er gewann Preise in Vallauris

1984, Zagreb 1990 und

1997, Spanien 1993, Mino,

Japan, 1998 und 1st Prize

Janaus 1999, Frankreich.

Seine Arbeiten befinden sich

in verschiedenen Sammlungen

in Frankreich und Japan.

Jean–Paul AZAÏS

Les Clots

66300 Llauro / Frankreich

18 NEUE KERAMIK nOvembeR / dezembeR 2008


Grete Huus

Seit langem schon verfolge ich den künstlerischen

Werdegang und die Keramiken von Gunilla Åkesson.

Jetzt, wo ich etwas über sie schreiben soll, denke ich,

dass dies eine gewisse Intimität nicht nur voraussetzt sondern

auch fordert. Ich habe Artikel von ihren Kritikern und auch von ihr

selbst über die Arbeiten gelesen, welche für den außenstehenden

Betrachter gleichzeitig schön aber auch anstößig erscheinen

mögen. Jemand, der mehr Zeit mit den Arbeiten verbringt und

über sie nachdenkt, wird einen gewisse Ruhe und Geschlossenheit

in ihnen finden. Doch zur gleichen Zeit strahlen sie durch ihren

organischen Ausdruck Unruhe aus – ist da Atmung, Leben, fragt

man sich.

Gunilla hat selbst über ihre Kunst in Form von Gedichten

geschrieben, in denen sie versucht, uns die Hintergründe

ihres Schaffens aufzuzeigen. Sie sagt: „Nun braucht man keine

Erklärungen mehr. Es gibt keinen expliziten geistigen oder

rationalen Prozess, es läuft mehr intuitiv aus der Hand“. Das

Kommunizieren mit ihren Arbeiten ist wichtig. Man sollte als

Betrachter eher auf seine Sinne achten, anstatt zu versuchen,

distanziert und gedanklich ihre Kunst zu verstehen. Ihre Arbeiten

GUNILLA MARIA ÅKESSON

VERBORGENE ENERGIEN

sind vieldeutig – doch ich will ihnen zuhören und versuchen sie zu

verstehen.

Zuerst möchte ich die Arbeit von Gunilla als Keramikerin

vom zeitlichen Aspekt her betrachten. Diese Betrachtung bezieht

sich auf ihre persönliche Entwicklung. Die Verbindung zwischen

dieser Persönlichkeitsentwicklung und ihrem künstlerischen

Ausdruck ist sehr interessant, da alles heller und aufgeweckter

wurde. Hierbei entwickelten sich die Formen, Strukturen und

Oberflächen in andere Richtungen und ihre Arbeitstechnik

veränderte sich. Nach massigen Formen, die Schicht um Schicht

aus ausgerolltem Tonplatten aufgebaut und mit einer matten

Bariumglasur in dunklen Farben bemalt wurden, entstanden in

einer modellierenden Wulstaufbautechnik helle, offene Objekte.

Die Glasur ist nicht mehr trocken-matt, sondern großzügig

aufgetragen, glänzend und auch tropfend. Die neusten Plastiken

sind außerdem auffallend feminin, was durch die helle,

ABBILDUNGEN -

”Shell III” - 2007 - niedrig gebranntes Steinzeug/Porzellan - 15 x 66 x 50 cm

PORTRAITS

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 19


PORTRAITS

schimmernde Glasur hervorgehoben wird, die an Perlmutt erinnert.

Den weiblichen Aspekt thematisierte sie schon früher, jedoch

nie so stark wie in ihren späteren Werken. Viele Formen sind

unmittelbar erotisch oder lustbetont mit fließender roter Glasur,

assoziativ zu Blut.

Die teilweise biomorphen Objekte erinnern an die kleinen

Skulpturen des Surrealist Hans Arp, die in den 1930er Jahren

entstanden, wie zum Beispiel „Human Concretion“ oder „Hybrid

Fruit Called Propaganda“. Aber sie erinnern mich ebenfalls

an Frida Kahlo´s Bilder von ihren eigenen Organen auf dem

Operationstisch. Eben weil Gunillas kleine Plastiken uns oft an

etwas erinnern, was wir meinen schon einmal gesehen zu haben,

erscheinen sie uns vertraut, obwohl wir nicht beschreiben können,

was denn nun an ihnen so gewohnt ist.

Die Formen deuten etwas an, was aus dem Innern zu

entstehen scheint oder sind sie Erinnerungen einer fernen

Vergangenheit – heran gespült vom Ozean? Für mich stellen sie

am ehesten Organe dar, die zu einem menschenähnlichen Körper

gehören: Herzen, Lungen, Blasen und anderes was es im Innern zu

finden gibt. Sie leben – und atmen allein.

Einige kann man als schön beschreiben, andere erinnern mich

ABBILDUNGEN -

oben v.l.n.r.

- ”Movements I” - 2007 - niedrig gebranntes Steinzeug/Porzellan - 30 x 23 x 27 cm

- ”Movements VII” - 2007 - niedrig gebranntes Steinzeug/Porzellan - 32 x 23 x 12 cm

unten v.l.n.r.

- ”Black” - 2005 - niedrig gebranntes Steinzeug/Porzellan - 38 x 15 x 12 cm

- ”Movements IV” - 2007 - niedrig gebranntes Steinzeug/Porzellan - 53 x 38 x 22 cm

rechte Seite oben

- ”Red” - 2004 - niedrig gebranntes Steinzeug/Porzellan - 8 x 20 x 15 cm

an Verstümmelung und Tod. Sie haben gelitten, scheint mir, und

sich vor Schmerzen gewunden, als sie ihrem Ursprung entrissen

wurden, und man hat Mitleid mit ihnen.

Gunilla geht tief in sich, will sich dort selbst treffen und

Türen, die einst verschlossen wurden, wieder öffnen. Sie hat

Stillstand erlebt. Ihr begegneten Hindernisse, die eine lange Zeit

lang für sie als unbezwingbar galten, bis sie diese überwinden und

neue Räume betreten konnte.

In dem Gedicht „Movement in Standstill“ sagt sie:

I can not get any further

The hands are being paralysed

The direction is lost

The movement...

It is nothing

Nothing

Absolutely nothing

The silence is silenced

The movement is silenced

Freezing.

(”Movement in Standstill”; G.M. Åkesson 2001)

Gunilla beschreibt den kreativen Prozess als eine Art

hermeneutischen Kreislauf – sie kehrt immer wieder mit neuen

Eindrücken und Erfahrungen, zu einem bestimmten Punkt zurück

und kann von diesem Punkt aus wieder in einen neuen Kreislauf

aufbrechen. Die Erfahrungen, die sie über die Zeit gesammelt hat,

sind in Verbindungen sichtbar, die sie zwischen verschiedenen

Objekten herstellt – sie sind verbunden durch Tunnel und Brücken,

durchdringen einander. Die Formen sind oft perforiert, Licht kann

durch die Öffnungen eindringen und wenn man will kann man in

das Innere hineinschauen.

Die Öffnungen werden nicht als Dekor verstanden. Sie stellen

20 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


eher die notwendigen Folgen für die Organismen dar, um sich am

Leben zu erhalten. Dekore gehören nicht zu den Ausdrucksformen

der Künstlerin. Das Erscheinungsbild der Oberfläche wird durch das

Wechselspiel zwischen der Auftragsstärke und den Farbnuancen der

Glasur, der Form und dem Material des Objektes gebildet.

Für mich als Betrachter ist der Aspekt, dass die Objekte zu

atmen scheinen, der am schwierigsten zu beschreibende. Sie

erscheinen still und rätselhaft aber gleichzeitig aufgeschlossen

– und ich kann nicht an ihnen vorbeigehen ohne von ihnen in

ihren Bann gezogen zu werden. Sie haben etwas Menschliches

an sich und erscheinen somit als Jemand oder Etwas, der oder

das als solches wahrgenommen werden will und eine Bewertung

herausfordert. Sie lassen mich ahnen, dass diese Objekte eventuell

mehr über das Leben wissen als ich selbst.

For your inner eye

The truth is standing

Do you dare

To see it?

You are being watched

By

Your own truth

It is standing there

Always

Waiting...

For you.

(”For your inner eye”; G.M. Åkesson 1999)

Gunillas Antrieb diese Form von Kunst zu machen, scheint aus

einem starker Bedürfnis nach Selbstbespiegelung zu erwachsen.

Dieses Bedürfnis erfordert Mut und Ehrlichkeit. Ihre Kunstwerke

sind daher nicht gleichgültig. Sie fordern den Betrachter im

Gegenteil heraus, einen Standpunkt zu beziehen. Ich ertappe mich

dabei, ihnen starke und zielbewusste Charakterzüge zuzuschreiben,

und sie bringen mich durch ihre mysteriöse, sinnliche Ausstrahlung

dazu, eine Art zwischenmenschliche Beziehungen zu ihnen

aufzubauen. Sei es, um sie aus ihrem Zusammenhang mit den

anderen Objekten herauszunehmen und sie in den Bereich der

Kunst zu stellen, unserem letzten Hort in unserer zerstörten

Existenz, in dem nicht alles träge und festgelegt ist und Wunder

und Scheu noch eine wichtige Rolle spielen.

„Kunst ist unsere Hoffnung, das einzig mögliche Medium der

Kommunikation zwischen Menschen, die bereit sind, aufeinander

loszugehen im Streit“ sagte der amerikanische Direktor Peter

Sellars vor kurzem in einem Interview. Und weiter: „Bevor

irgendetwas durch Politik geändert werden kann, müssen wir

verstehen, dass Kunst und Politik zusammengehören. Auf dem

Feld der Kunst könnte dieses Verstehen geschehen. Ein Künstler

entscheidet sich vielleicht dazu, einer Sache auf den Grund zu

gehen und denkt nicht zuerst an die Folgen. Wenn man auf

den Ursprung schaut, erkennt man, dass man dort am Anfang

richtungsgebende Entscheidungen treffen konnte, und früher

oder später muss man sich damit beschäftigen, was in einem

Selbst gut oder schlecht ist. In diesem Spiegelbild sieht man

zuerst sich selbst und später erst die Anderen – alles beginnt

Gunilla M. Åkesson

Brendeholten 6, 6800 Førde, Norwegen

T./F. +47 57 82 36 01

gunillaa@online.no

www.kunst.no/gunilla

Gunilla M. Åkesson studierte von 1987 bis 1992 am National College of Art and

Design, Bergen, Norwegen. Seit 1990 Solo- und Gruppenausstellungen in Norwegen,

Schweden, Deutschland, Dänemark, Belgiem, Italien und den Niederlanden. 2006 erhielt

sie den National Scholarships for artists, travel and study (N), 2005 den County of Sogn

og Fjordane, (N), 2001-2004 den Craftsmen Fund's 3 Jahre Scholarship for Artists (N).

Ihre Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen.

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 21

GUNILLA MARIA ÅKESSON

Fotos - Vidar Helle - copyright ©Gunilla M. Åkesson/BONO 2007

somit hier. Wenn man sich selbst versteht, kann man auch Andere

verstehen. Kunst ist Teil der kompletten Ökologie. Die Kunst

kann keine sozialen, ökonomischen oder politischen Aktionen

ausgleichen. Aber sie kann neue Wege und Handlungen bewirken

und Verbindungen herstellen zwischen gänzlich verschiedenen

Dingen. Alles in Allem geht es darum, zu versuchen sich in andere

Menschen hineinzuversetzen, um sie so zu verstehen“.

Kunst ist tief verwurzelt im Handwerk und lässt somit oftmals

auch ausdrucksstarke Objekte entstehen, die wichtige existenzielle

Fragen stellen. Diese keramischen Objekte stellen Arbeiten dar,

die aus dem tiefsten Innern des Herzens stammen und einen

existentiellen Charakter präsentieren. Früher wurden solche

Arbeiten als Musterbeispiele für gutes Handwerk bezeichnet.

„Kunst ist eine Frucht, die in einem Menschen wächst wie

eine Pflanze oder Frucht oder ein Kind im Bauch der Mutter“

sagte einmal der schon genannte Hans Arp und ich finde diese

Beschreibung sehr passend für den ernsthaften Prozess des

Entstehens eines jeden einzelnen Objektes durch den Künstler.

Ihre Wege sind unergründlich, da sie tief in sich Energien zu

haben scheinen, die erforschen und verändern.

Grete Huus studierte an der Universität Bergen u.a. Kunstgeschichte und ist

freiberuflich als Kuratorin und Dozentin tätig. Sie ist Mitglied der Norwegian

Association of Craftsmen NK.

PORTRAITS


PORTRAITS

THEO SCHIPP

Die beheizbare Plastik

Doris Banzhaf

Mehr als 400 Öfen und Kamine hat der Baukeramiker Theo

Schipp zur Gestaltung von Innenräumen geschaffen –

jeder ein Unikat mit wärmender Funktion.

Sie spenden Wärme, sie gestalten Räume. Sie fügen sich in

einen innenarchitektonischen Rahmen, sie stehen für sich – in

Form, Farbgebung und Oberflächenstruktur. mehr als 400 Kachelöfen

hat der baukeramiker Theo Schipp in den vergangenen

25 Jahren geschaffen, jeder ein Unikat. den 56-Jährigen reizt

das zusammenspiel von Gestaltung und Technik, von Form und

Funktion.

nach Anfängen in der Gefäßkeramik sind seit mitte der 80er

Jahre Kachelöfen der Schwerpunkt seines keramischen Arbeitens.

daneben stellt er in der Form und Farbgebung reduzierte und

stilvolle möblierungen, Wasserspiele und Objekte – meist für den

Garten – her. Gerne kombiniert er hierzu auch Keramik mit metall

und Holz. Seine gesamte baukeramik hat stets die Gestaltung von

Räumen im blick – sei es draußen in einem landschaftsgärtnerischen

Sinne oder besonders in Gebäuden.

noch vor seiner Ausbildung zum Keramiker an der Fachschule

für Keramik in Landshut und dem Gesellenstück 1977 hatte Theo

Schipp sich zunächst dem Studium der Innenarchitektur gewidmet

und nach ein paar Semestern wieder abgebrochen. In der

Rückschau meint er heute, sei ihm glücklicherweise schnell klar

geworden, dass ihn die Raumgestaltung zwar lockte, aber nicht

die trockene Theorie zu beginn des Studiums. die Keramik bot

ihm stattdessen die möglichkeit, mit den Händen zu arbeiten,

ohne die gestalterischen Ambitionen aufgeben zu müssen.

bereits seinen ersten Ofen baute er – damals zusammen mit

zwei anderen Schülern als Gesellenstück – in Überschlagtechnik.

Hierbei wird auf einen Unterbau von Stegen und Tonstützen die

Außenhülle in Form von Tonplatten aufgebracht (also überschlagen).

der Ofen wird so in seiner äußeren Form als Ganzes

geschaffen. Ist dieser Rohbau vollendet, sind die Flächen überarbeitet,

die Feueröffnung eingesetzt und schließlich die Kanten

gebrochen und geglättet, wird der Ofenkörper nach einem vorher

festgelegten Raster in einzelne Kacheln geschnitten.

22 NEUE KERAMIK nOvembeR / dezembeR 2008


ABBILDUNGEN -

linke Seite -"Social Club"

rechte Seite oben v.l.n.r. -"Grundofen"

-"Castle Cross"

-"Konvex mit beheizter Bank"

mitte -"Kubus Grundofen"

unten v.l.n.r -"Raumteiler"

-"Spiel mit dem Dreieck"

die Technik erlaubt Formenfreiheit, besonders beim Grundofen, der

Theo Schipp besonders am Herzen liegt. dieser althergebrachte, traditionelle

Kachelofen ist immer noch unschlagbar in der Qualität seiner Strahlungswärme

für den menschlichen Organismus und der hohen effizienz

in der energienutzung. die Freiheit bedingt jedoch eine genaue Planung:

von der Idee zum Aufbau der Ofenform bis hin zur Teilung in Kacheln und

zum einbau dort, wo der Ofen später den Raum gestaltet und wärmt, sind

viele wichtige Schritte nötig. zwar favorisiert Theo Schipp den Grundofen

aus energetischen Gründen, aus Gesundheitsaspekten und aufgrund der

enormen Freiheitsgrade in der Gestaltung.

THeO SCHIPP

PORTRAITS

nOvembeR / dezembeR 2008 NEUE KERAMIK 23


PORTRAITS

ABBILDUNGEN -

links v.o.n.u -

-"Brunnen"

-"Tisch" - Keramik - Douglasie

oben v.l.n.r-

-"Bunnen Kubus Kreissegment"

-"Gasfackel"

er hat aber in den mehr als drei Jahrzehnten seines Schaffens

ebenso Öfen als Hypokaustensystem, (geschlossener Warmluftkreislauf,

der Konvektionswärme in Strahlungswärme umwandelt),

Heizkamine, offene Kamine oder auch Öfen mit kombinierter

Warmwasserzubereitung realisiert.

mit jedem Ofen entsteht ein Unikat. neben der künstlerischen

Formensprache fordert Theo Schipp von sich „ein stimmiges Konzept“,

das die Raumgröße und –ausstattung genauso im blick hat

wie die Heizbedürfnisse künftiger Ofenbesitzer. das zusammenspiel

von Gestaltung und Technik reizt und fordert ihn. Sofern möglich,

lässt er sich vom späteren Standort des Kachelofens inspirieren.

In der Regel verschafft er seinen Auftraggebern mit einem modell

im maßstab von 1 : 10 die möglichkeit, visuell an seiner Idee

teilzuhaben und sich von der Form oder auch Farbgebung oder

Oberflächenstruktur vorher einen eindruck zu machen. Gespräche

mit dem Kunden, die Koordination mit dem Architekten, und nicht

zu vergessen, mit dem Schornsteinfegermeister bilden die Pfeiler

einer jeden neuen Arbeit.

In der Form bevorzugt Theo Schipp klare Konturen. verspielt ist

ab und zu die Oberfläche des Ofens selbst. die Farbgebung bleibt

meist dezent, die Form soll im vordergrund stehen und sich als

zeitloses Ganzes auch noch nach Jahren in die Architektur des

Raumes einfügen. die Überschlagtechnik erlaubt es ihm, Strukturen

oder muster über den gesamten Ofen hinweg zu ziehen, bevor

die Kacheln geschnitten und gebrannt werden. Jede Kachel ist ein

genau ins Gesamtgefüge integrierter mosaikstein der Ofensplastik,

die genau geplant, getrennt, gebrannt und nachher am Ofenstandort

in langjähriger und bewährter zusammenarbeit mit einem

Ofensetzer zu einem funktionierenden Ganzen zusammengefügt

wird. Wird eine der Kacheln beim Herstellungsprozess oder einbau

24 NEUE KERAMIK nOvembeR / dezembeR 2008


Theo Schipp wurde 1952 in Bad Kissingen geboren. Nach Fachhochschulreife und

einem Ausflug in die Innenarchitektur 1977 Gesellenprüfung an der Fachschule für

Keramik in Landshut. 1981 Meisterprüfung. 1977 Werkstatt E.Krautwig in Freiburg.

1980 Weiterführung der Werkstatt in eigener Regie. 1984 Umzug in neue Werkstatt in

Emmendingen, 1997 Umzug in neue Werkstatt in Waldkirch. Zwischen 1978 bis 1990

mehrere mehrmonatige “Keramikreisen” nach USA, Australien, Indonesien, Großbritannien

und Skandinavien. 1999 dreiwöchiges Seminar als Gastdozent zusammen mit Mani

Tille an der “Escuola des Artes Visuais” in Maputo, Moçambique. In den 80-er und 90-er

Jahren Einzel- und Gruppenausstellungen, heute überwiegend Auftragsarbeiten.

Theo Schipp

August-Jeanmaire-Straße 24

D-79183 Waldkirch-Kollnau,

Tel. +49 (0)76 81 - 40 93 20

Fax: +49 (0)76 81 - 40 93 42

info@theoschipp.de

nOvembeR / dezembeR 2008 NEUE KERAMIK 25

ABBILDUNGEN -

links -

-"Bank" - Keramik - Douglasie

unten -

- Stufen der Ofenherstellung

THeO SCHIPP

PORTRAITS

beschädigt, so muss sie nachgefertigt werden und darf dennoch

den Charakter der vorgängerin nicht einbüßen. Form,

Oberfläche und Farbgebung – alles muss stimmen, damit sie

sich später nahtlos einfügt.

Theo Schipps erfahrung mit solchen nachträglich ergänzten

mosaiksteinen wissen auch besitzer historischer Öfen zu

schätzen. denn für Öfen, die teilweise bis zu 300 Jahre alt

sind, arbeitet Theo Schipp fehlende elemente nach. Auch sie

wurden übrigens teilweise schon damals in Überschlagtechnik

hergestellt. die Herausforderung der nachbildungen ist

neben der Form auch die Glasur. Früher war die Auswahl an

Rohstoffen sehr eingeschränkt, sie waren oft verunreinigt,

auch wurde mit giftigen Stoffen wie bleiweiß und bleimennige

gearbeitet. das Herstellen eines solchen alten Glasurcharakters

erfordert viel Improvisation und oft eine Unzahl

von Glasurproben.

neben Kunst und Technik ist das naturmaterial Ton selbst

eine Herausforderung für jeden baukeramiker. Passgenauigkeit,

Schwund und verzug beim Trocknen und brennen,

besonders bei großen Stücken sind für Theo Schipp Routine

und integraler bestandteil seiner Arbeit geworden. Als

Arbeitsmaterial benutzt er eine grob schamottierte Steinzeugmasse

aus dem Westerwald, mit der das Kachelmaterial

bei 1050°C und die Arbeiten für den Aussenbereich, die ja

frostbeständig sein müssen, bei 1250°C gebrannt werden.

doch er arbeitet auch immer wieder gern mit metall und

Holz, kombiniert beide wiederum miteinander und mit der

Keramik. So, wie zwischen bestimmten keramischen Oberflächen

und Glasuren Symbiosen entstehen, so geschieht

dies auch zwischen Keramik, metall, Holz und vielen anderen

materialien die vielfalt der Formen wird durch die materialkombinationen

im freien künstlerischen Arbeiten noch

größer. Auch im Ofenbau setzt Theo Schipp ab und zu auf

Kombinationen mit metall. doch Form, Funktion, Farbgebung

und Oberflächenstruktur im Raum – das bleibt stets

der Kern seines baukeramischen Schaffens.

Doris Banzhaf ist freie Journalistin in Freiburg.


PORTRAITS

JK -

JAN KOLLWITZ -

JAPANISCHE KERAMIK Heinz Spielmann

Einige konkrete Beobachtungen und allgemeine Bemerkungen

Die Initialen seines Namens, die Jan Kollwitz mit einem

an japanische Schriftzeichen erinnernden, ligierten

Monogramm auf den Boden seiner Gefäße, auf seine

Visitenkarten, Ausstellungseinladungen und Werkstattprospekte

schreibt, verweisen zugleich auf das Konzept seiner Arbeit:

Japanische Keramik. Darunter versteht er nicht eine europäische

Kunst mit japanisierender Tendenz, sondern ein künstlerisches

Handwerk nach Maßgabe des Fernen Ostens, ein Métier, das dem

Gebrauch dient, bewährten Regulativen folgt, mehr durch die

meisterliche Beherrschung dieser Regulative als durch Individualismus

bestimmt ist und der Ästhetik im Alltag dient. Ein solches

Verständnis der eigenen Arbeit unterscheidet sich kompromisslos

von der verbreiteten Auffassung, Keramik sei eine als autonome

Kunst realisierbare Disziplin. Kollwitz kann sich mit einer solchen

Auffassung nicht einverstanden erklären, vielleicht deshalb nicht,

weil er aus der eigenen Familientradition weiß, welchen Forderungen

Kunst entsprechen sollte, denn seine Urgroßmutter war Käthe

Kollwitz, die ihre Kunst des Zeichnens, Radierens und der Bildhauerei

in den Dienst der Humanität stellte. Wer Kunst an solche

Zielsetzungen gebunden sieht, kann sich mit einer mehr oder

minder dekorativen, dem Kunstgewerbe im negativen Sinn oft

sehr nahe kommenden Art von Keramik nicht zufrieden geben, er

wählt statt dessen das weniger Ambitionierte, also das bei aller

Bescheidenheit Anspruchsvollere. Mit der Zuwendung zu einer

Schönheit für jeden und auf Dauer erfüllt er damit eine humane

Zweckbestimmung, wie William Morris forderte, wie Bernard Leach

26 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


durchsetzte und wie es in Japan noch als Maxime gilt.

Jan Kollwitz beliess es nicht beim Ungefähren, als er sich

im Alter von 23 Jahren gegen die Schauspielkunst und für die

Keramik entschieden hatte. Er lernte das Handwerk bei Horst

Kerstan, der ihm den Respekt vor der japanischen Ästhetik

vermittelte, lernte Japanisch und begab sich dann in den Fernen

Osten. Er fand 1986 eine Umbruch-Situation vor. Zwar bewahrten

die tradierten Töpferorte noch ihr Erbe; von den „alten Öfen“

des 13. Jahrhunderts waren dies vor allem Seto, Tamba, Bizen,

Tokoname und nach einer Phase der Stagnation auch Shigaraki.

Von den „neuen Öfen“ des 16./17. Jahrhunderts standen Hagi und

Karatsu weiter in Blüte. Das von Hamada Shojis* Ruhm und Lehre

Fotos - Jochanan Kollwitz

ABBILDUNGEN -

linke Seite -

Jan Kollwitz in seinem Atelier

- 2008

oben -

Wohn- und Ausstellungsgebäude,

Anagama und Ausstellungsräume

von Jan Kollwitz in Cismar

* Die japanischen Namen werden mit

dem Familiennamen an erster, dem

Vornamen an zweiter Stelle angeführt.

JAN KOLLWITZ

PORTRAITS

lebende Mashiko hatte diesen Orten ein neues, ungemein fruchtbares

Angebot gegenüber gestellt. Aber der regional geprägte

Typus der „alten“ und „neuen“ Öfen hatte sich vielfach von der

Ortsgebundenheit gelöst. Eine jüngere Generation hatte sich an

anderen Plätzen Werkstätten eingerichtet, ging freier mit ererbten

Regulativen um, wenn sie sich nicht auf individuelle Weise

neu orientierte und eine nach einem eigenen Topos ausgerichtete

plastisch-keramische Kunst favorisierte.

Echizen, für das Jan Kollwitz sich entschied, war zwar einer der

ältesten japanischen Keramik-Orte, aber seine durch eine bäuerliche

Ware - vor allem große Vorratsgefäße - geprägte Tradition

war weitgehend erloschen. Die umsichtige Praefektur-Verwaltung

machte große Anstrengungen zur Belebung und Erneuerung des Erbes, gründete ein Museum mit

alten, z.T. bei archöologischen Grabungen gefundenen Stücken der regionalen Produktion, half

jungen Töpfern bei der Ansiedlung und liess nach dem Konzept des berühmten Seto-Meisters Kato

Tokuro einen Ofen bauen, der den Werkstätten zur Verfügung stand. Jan Kollwitz fand mithin, als er

ankam, eine durchaus lebendige,im Aufbruch befindliche Szene vor, aber er traf auch auf Werkstätten

sehr verschiedener Ausrichtung. Zunächst arbeitete er bei Nakamura Yukata, der ebenso wie seine

Frau eine abstrakt-zeichenhafte Kunst vertrat. Bei allem Respekt vor diesem Meister: Kollwitz wollte

etwas Anderes, er dachte nicht an eine zweckfreie Kunst - er wollte Gefäße machen und fand dabei

Unterstützung durch Yamada Kazu. Yamada kam aus Seto; sein Vater war dort ein geachteter Töpfer,

er selbst ein Schüler des großen Kato Tokuro. Seine Arbeiten verraten diese Einflüsse, zeigen das rote

oder gelbe Shino, das grüne und schwarze Oribe. Der junge Deutsche folgte, bei aller persönlichen

Freundschaft, jedoch auch ihm nicht, sondern orientierte sich am Typus von Shigaraki. Er besteht aus

einem Ton mit Quarzeinschlüssen und gewinnt seine Zeichnung allein aus dem Brand im Holzofen.

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 27


PORTRAITS

ABBILDUNGEN -

oben -

Vase, Iga-hanaire - 2005 - H 30 cm

unten links -

Wassertopf, mizusashi - 2008, H 23 cm

unten rechts -

Vase, hanaike - 2008 - H 24 cm

Einen dafür geeigneten Anagama-Ofen liess sich Jan Kollwitz

1988 unweit der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Benediktinerklosterkirche

Cismar durch den japanischen, aus Mino stammenden

Watanabe Tatsuo bauen. Er bereitete sich einen für seine

Zwecke geeigneten Ton durch Beimengungen von Quarzsand und

eröffnete 1990 auf diesen Grundlagen seine Werkstatt. Bald begann

er eine Folge jährlicher Ausstellungen, deren dritte 1993 unweit

der Werkstatt durch das Schleswig-Holsteinsche Landesmuseum

ausgerichtet wurde. Seitdem hat der Töpfer seine Ressourcen

ausgebaut, ohne seine Ziele grundsätzlich zu ändern. Er beharrt auf

dem Canon fernöstlicher Gefäßtypologie und unterstreicht seine

Haltung noch dadurch, dass er die japanischen Begriffe verwendet,

etwa Hanaire für Vase, Oke für Brauchwassergefäß, Kame für

Vorratsgefäß, Suiban für eine rechteckige Ikebana-Schale. Er glaubt

daran, dass seine Arbeiten auch dann, wenn sie für eine spezifisch

ostasiatische Zweckbestimmung wie für die Teezeremonie gedacht

sind, in Europa ebenso dem Alltag dienen können. Für große oder

kleine Vasen und Schalen, für Kummen und Deckeldosen findet

sich durchaus auch hier eine Gebrauchsfunktion, zumal für denjenigen,

der abseits von Konventionen seinem Leben eine Form geben

will. Mit seiner kompromisslosen Konzeption hat Jan Kollwitz viele

Freunde gefunden, sich einen Namen gemacht und eine eigenständige,

wenn auch in Europa ein wenig exotisch scheinende Position

geschaffen.

Auf den ersten Blick scheint es in der Entwicklung des Künstlers

während der letzten eineinhalb Jahrzehnte keine ins Auge fallende

Entwicklung gegeben zu haben. Sieht man genauer hin, bemerkt

man, dass Kollwitz dem Ofen, dem Holzbrand und der Feuerführung

neue, subtile Nuancen abgewann. Die von warmem Hellbraun zu

Rotbraun, zu Schwarz und Blaugrau wechselnde Farbigkeit wurde

satter, der Aschenfluss kräftiger, die zufällig scheinende Verformung

selbstverständlicher. Man spürt, dass hier jemand nicht auf Sensationen

und vordergründige Effekte, nicht auf leicht zu erreichende

Resultate, auf Wechsel und individuellen Ehrgeiz setzt, sondern auf

rechte Seite

links oben -

Brauchwasserbehälter, oke - 2008 - H 23 cm

rechts -

Vase, Iga-hanaire - 2008 - H 29 cm

links unten

Wassertopf, mizusashi - 2008 - H 20 cm

28 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


die allmähliche Steigerung der Qualität, auf das Erreichen künstlerischer

Substanz durch eine konsequente Beherrschung des Handwerks

nach der Überzeugung, die Goethe vertrat, als er in seinen

„Maximen und Reflexionen“ feststellte, aus tüchtigen Farbenreibern

seien schon oft hervorragende Maler geworden.

Die japanische Keramik war seit dem späten 19. Jahrhundert

das wichtigste Vorbild für die europäische. Die Künstler, die ihr

nacheiferten, beherrschten jedoch nicht deren Technologie, sie

ahmten das Seladon, die Reisstrohaschenglasur, die Goldlackreparaturen

ganz äußerlich nach, mischten etwa Kupferoxyde mit

anderen Zusätzen, um auf diese Weise bei oxidierendem Brand

ein dem Seladon ähnliches Graugrün zu erzeugen. Jan Kollwitz

hat sich für eine diametral andere Rezeption der fernöstlichen

Vorbilder entschieden, für eine Arbeit nach den genau übernommenen

Verfahren und, darüber hinaus, für eine Orientierung an

Form und Funktion. In einer Zeit, die ganz auf Individualität

abhebt und das learning by doing the same verschmäht, erscheint

heute eine Haltung als obsolet, die jahrhundertelang auch in

JAN KOLLWITZ

Europa bestimmend war und etwa in der authentischen Vokskunst

über alle Veränderungen hinweg kulturelle Identität ermöglichte.

Neu daran ist, dass im Zeichen der Globalisierung das Beharren

auf kulturellen Ressourcen weite Räume überbrückt. Wie auch

immer das Urteil darüber ausfällt - an einem ist nicht zu zweifeln:

Wenn unser Individualismus sich nicht der Mittel versichert, mit

denen er sich darzustellen vermag, wenn Kunst nicht im weitesten

Sinn ihr Handwerk beherrscht, gibt sie ihre Grundlagen auf. Jan

Kollwitz geht dagegen auf überzeugende Weise an und trägt damit

dazu bei, Ressourcen zu erhalten, auf denen andere aufbauen können.

Schließlich eine Anmerkung zu einem Paradoxon: Während

die mittlere und jüngere Generation in Japan sich mehr und mehr

dem aus dem Westen kommenden Individualismus verschreibt,

bekennt sich in Deutschland ein gleichaltriger Künstler zu einem

antipodischen Konzept. Es lohnt sich zu beobachten, was daraus

resultieren wird.

Prof. Dr. Heinz Spielmann war lange Jahre Direktor des Landesmuseum Schleswig,

Schloß Gottorf und danach Gründungsdirektor des Bucerius Kunst Forums, Hamburg.

Jan Kollwitz wurde 1960 in Berlin geboren. Von 1983 bis 1985

Ausbildung bei Horst Kerstan in Kandern. 1986 bis 1987 Schüler

von Nakamura Yutaka, in Echizen, Japan. Seit 1987 steht Jan

Kollwitz im Austausch mit Yanada Kazu aus Echizen, Japan.

Seit 1988 Werkstatt in Cismar und Bau des Anagama-Holzbrennofens

durch Watanabe Tatsuo, aus Mino, Japan.

Jan Kollwitz Arbeiten befinden sich in Deutschland in vielen

privaten und öffentlichen Sammlungen.

Jan Kollwitz

Japanische Keramik

Altes Pastorat / Bäderstraße 23

D-23743 Cismar

T. +49 (0)4366-614

www.jankollwitz.de jan.kollwitz@t-online.de

PORTRAITS

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 29


JUnGe TALenTe

Perfekt Unperfekt

über die Keramikerin Julia Beyer

verschnörkelte, aufeinander gestapelte filigrane Tonfäden,

zwei bienestöcke für Wespentaillen als Lehnen. zwei meter

misst und 130 Kilo wiegt er, der Thron. bis zu seiner Fertigstellung

beschäftigte sich Julia beyer zwei Jahre intensiv mit

ihrem bisher größten Werk. Wer spekuliert, ob sie böse wird, wenn

man droht, sich mit einem mitgebrachten zepter auf den Thron zu

setzen und Privataudienzen abzuhalten oder die opium-rauchende

raupe aus Alice im Wunderland samt Shisha zu imitieren, wird

überrascht sein. Ihre Werke beabsichtigen keinen Abstand zum

Marion C. Schmidt

betrachter, im Gegenteil. bei Gelegenheiten, wie der im märz

2008 zu ende gegangenen Ausstellung in der Galerie Keramikum

in darmstadt, könnte sie einem möglicherweise gestatten, Türkischen

Honig von dem zum Werk gehörenden plastischen Geschirr

zu essen und starken Schwarztee daraus zu trinken.

Auch andere Werke der Keramikerin reflektieren die gewünschte

nähe der Kunst zum Publikum. An ihrem rand findet man ab

und zu barocke, schleifenartige, dreidimensionale Garnierungen.

breite, transparente Pinselstriche werden von feinen, aber

bestimmten Linien und mustern in kräftigen Farben begleitet,

sie erscheinen wie hüpfende Punkte, lose in einer Perlenkette

aufgezogen. Ursprünglich wollte Julia beyer kein Geschirr

„töpfern“. dann wohnte und arbeitete sie acht monate bei

Sandy brown in Appledore in der englischen Grafschaft devon.

Für Sandy ist der Übergang zwischen Kunst und Kunsthandwerk

fließend. Geschirr ist Gebrauchsgegenstand, aber auch Kunst.

bei entsprechender Qualität sind objekte mit praktischem zweck

der Kunst, beispielsweise Gemälden, ebenbürtig. Sie hängen nur

nicht an der Wand, sondern stehen auf dem Tisch. Julia beyers

Werk erbittet Aktivität vom betrachter. Ganz minimalistisch, ein

mentales dehnen im eigenen Interesse: Sieh’s weniger eng! oder

ambitionierter: verändert sich die Perspektive nicht, verändere

die Perspektive selbst. die zwischen rund und oval schwankenden,

wellig und divers verzierten Werke, wie z.b. die Platten mit

ihrem spärlich, aber pointiert platzierten dekor oder die schneckenförmigen,

fast hypnotisierenden details am Thron und dem

zugehörigen Geschirr sagen: der Künstlerin sind rechte Winkel

und Kanten zuwider. „Stimmt,“ meint sie.

Wichtig war ihr schon immer, Keramik zu nutzen, um sich mit

schönen und doch praktischen dingen zu umgeben, den Alltag

aufzuwerten und Lebensräume zu schaffen. Sie benutzt Ton, weil

er lebendig ist, man ihm seinen ehemals weichen Charakter und

die veränderung, die er im kreativen Prozess durchläuft, ansieht.

die in der Schaffensphase ausgefilterten angenehmen Aspekte

der Impressionen werden unters mikroskop gelegt. Ihre Kunst

zeigt dem betrachter: Wie in der natur ist in unserer Kultur auch

ohne ecken und Kanten alles in bester ordnung. die organischen

Formen ruhen in sich, strahlen sinnlich und schön. bei ihrem

Anblick fühlt man sich warm und geborgen und schließt mit

dem Schiefen und Krummen in sich selbst Frieden. Plötzlich sind

gerade diese züge unglaublich schön, einzigartig und vollkommen,

denn es ist der eigene Charakter: perfekt unperfekt.

In den von der Künstlerin gestalteten räumen gelten

neue, eigene definitionen und regeln zum Wohlfühlen und für

Ästhetik. Aber sie operiert nicht im vakuum, sondern in einem

Kreislauf des Austausches mit der intellektuellen Umwelt und

der realität. Sie schöpft aus allen Künsten, der Geschichte und

der Gegenwart sowie in dem, was sein könnte, Inspirierendes.

Sie beschränkt sich nicht auf die Keramik als einzige Ausdrucksform,

sondern findet immer auch bereicherung und Ausgleich in

anderen Spielarten der Kunst.

Seit fünf Jahren wohnt sie wieder in münchen, seit Februar

2006 entstehen in einer Werkstatt auf dem Gelände der ehemaligen

Pfanni-Werke ihre Keramiken. Wie sie im kreativen Prozess

vorgeht? In ihrer Werkstatt fragt sie sich als erstes, „Was fehlt

mir noch?“ einfach, sagt sie, aber auch ehrlich. In meinen

Augen ist ihre Kunst auch von anthropologischer bedeutung.

30 NEUE KERAMIK november / dezember 2008


desmond morris, ein britischer biologe, interpretiert die Parks in

den Städten oder die an Wände von Plattenbauten gesprühten

Graffitis als einen drang des menschen, sich in der rasend voranschreitenden

zivilisierung und der damit verbundenen Sterilität

und Kultiviertheit die vielfalt der währenddessen verloren gegangenen

Flora und Fauna zurück zu holen. Genau wie Julia beyer.

die Künstlerin gewann durch ihren Aufenthalt in Appledore an

Selbstbewusstsein. Sie ist entspannter, aber auch ambitionierter

und dem ziel, Lebensräume zu schaffen, näher. das Umsetzen der

Ideen gelingt besser. Sie denkt nicht nur darüber nach, etwas

zu tun, sie probiert es. Ihre Werke wachsen, bedingt durch die

mittlerweile zehnjährige Arbeit mit Ton, vorwiegend Steinzeug.

Sie kennt dessen Grenzen, weiß, was man ihm abverlangen kann

und fordert das material heraus. Sie möchte neue orte erobern:

Große Gärten um alte Häuser oder Parks. das material fordert

aber auch sie heraus. man sieht den Stücken den kreativen Prozess

an. mühsal und zwang auf dem Weg zum ergebnis hinter-

aBBilDuNGeN

linke Seite - Thron - 2007 - H 200 cm, B 65 cm - Steinzeug

oben v.l.n.r. - flache Schale - 2008 - D 40 cm - Steinzeug und Porzellanengobe

- "BlauimQuadrat" - Platte - 2008 - 45 x 45 cm - Steinzeug und Porzellanengobe

- große Schale - 2008 - D 45 cm - Porzellan

unten - drei Becher - 2008 - H 10 cm - Steinzeug und Porzellanengobe

JULIA beYer

JUnGe TALenTe

lassen ungewollte Spuren. deshalb ist es ihr wichtig, einfache

Lösungen zu finden, die den vom Genuss geleiteten Weg das

ergebnis bestimmen zu lassen, keine zwingenden vorstellungen

zu entwickeln. die Künstlerin läuft parallel zur entwicklung

ihres Werkes, arbeitet mit ihr und den erwarteten zufälligkeiten,

reagiert und interagiert. mit dieser einstellung ist Julia beyer im

oktober 2008 für ein halbes Jahr nach neuseeland und Australien

gereist, um bei Künstlern zu wohnen, zu lernen und sich

auszutauschen. Sie gönnt dem Plan Spontaneität. zufälligkeiten

und Spielerisches entfaltet sich nicht am reißbrett. Ich denke an

den chinesischen Konzeptkünstler Ai Weiwei und seine Skulptur

„Template“. Kurz nach beginn der documenta 2007 fiel sein aus

alten Türen bestehender Pavillon durch ein Unwetter in sich zusammen

und Ai entschied sich gegen den Wiederaufbau. „Template“

gefalle ihm nun besser. Julia beyer durchläuft und schätzt die

gleiche natürlichkeit im kreativen Prozess. Perfekt unperfekt.

Marion C. Schmidt ist freie Autorin und Übersetzerin. Sie lebt in Stuttgart.

Julia Beyer

wurde 1979 in Berlin geboren. 1998 Fachabitur Gestaltung und 2002 Abschluss an

der Keramikfachschule Landshut. Bis 2003 Studienaufenthalt in North Devon, UK,

bei der Keramikerin Sandy Brown (Stipendium der HWK München).

Seit 2004 Werkstatt in München, Einzelausstellungen und Beteiligung an

Gruppenausstellungen.

Julia Beyer

Dreimühlenstraße 16

D-80469 München

T. +49 (0)89-775818

julia_beyer@t-online.de

www.julia-beyer.de

november / dezember 2008 NEUE KERAMIK 31


PÄDAGOGIK

Malerische Orientierung,

Gestaltung erspielen

Das „Offene Atelier“ in der Keramikschule Landshut

Das „Offene Atelier“ in der Keramikschule

Landshut besteht seit etwa einem Jahr.

Die leerstehende Hausmeisterwohnung

der Fachschule bot Räumlichkeiten für

Staffeleien, Leinwände und Farben. Angefangen

hatte es, als ich selbst in meinem

Schulleiterinnen-Atelier am Abend und den

Wochenenden an meinen Bildern arbeitete

und Schüler mich fragten, ob sie dazu kommen

könnten.

Schnell hat sich eine Gruppe interessierter

Schüler aller Klassen gefunden und ich hatte

Freude daran, mit ihnen in die Bereiche

der Malerei zu gehen. Nun biete ich einmal

die Woche einen Tag an, an dem man sich

nach der Schule von 16:00 bis 22:00 Uhr

mit Kunst und Malerei beschäftigen kann.

Ein Konzept entwickelte sich dabei fast wie

von selbst:

Nichtschulisch und nicht mit lehrplanbezogen

vorbereiteten Aufgabenfeldern soll die

Arbeit im Offenen Atelier sein, sondern frei

und sie soll die Suche nach einer

ureigenen Formensprache möglich

machen. Lockerer Umgang mit Farben

auf der weißen Leinwand in

einer entspannten Situation. Keine

vorgegebenen Leistungserwartungen.

Dennoch Kritik, auch mal harte,

gegenseitig.

Atmosphärisch herrscht im Atelier

eine wohnliche Umgebung.

Da wird in der Hausmeisterküche

gekocht, gebacken, geklönt, gemeinsam

für die Arbeit in Chemie-

und Werkstoffkunde am nächsten

Tag gelernt. Nebenbei sichern

forschende Blicke die gerade eben

letzten frischen Pinselstriche auf

dem Bild, das dann gleich weiter gemalt

werden soll.

Ich selbst gliedere mich in den Arbeitsprozess

ein, arbeite an meinen Bildern und gebe

nur dann Rat, wenn er gewünscht wird.

Außerordentlich profitabel für alle ist das

nonverbale Lernen voneinander. Sehen und

lernen sind da manchmal eins, ohne viel herumzureden.

Wie einfach ist da das Lernen.

Inzwischen können Besucher der Schule

viele Werke unserer Schüler in allen öffentlich

begehbaren Räumen der Schule betrachten.

Dort hängen sie aber nicht immer befriedigend

fertig. Die Arbeiten zeigen sich

oft kompliziert, wollen sie doch im Dialog

mit ihrem Gestalter oder Gestalterin bleiben.

Diese laufen in der Woche zwischen

den Atelierabenden hundertmal in der Schule

von einer Unterrichtsstunde zur anderen

an ihnen vorbei. „ES-malt-sich“ flüchtig

wahrnehmend im Hintergrund weiter: Da

schmeichelt sich wirklich gelebte visuelle

Kommunikation, reges Auffüllen innerer

Lehr-Räume, potenzielles Sensibilisieren der

künstlerischen Wahrnehmung ein – ohne

jegliche Mühe und Anstrengung, die der

spielende Mensch sonst aufbringen muss,

um etwas zu lernen.

Wissenschaftlich, kunstdidaktisch steht

immer wieder das Thema der Entwicklung des

sog. „Anschaulichen Denkens“ zur Diskussion.

Gefordert werden Fähigkeiten zu transkulturell

funktionierender visueller Kommunikation,

selbständiges Arbeiten, teamkompetentes

Reagieren auch im Individualwesen eines

Lernens in Kunstproduktion.

"Ein/e Lernende/r soll hohe Bereitschaft

Annette Ody

haben, sich komplexen Fragestellungen problemorientiert

zu stellen, er/sie soll alle Situationen,

auch die mehrdeutigen und unrealistisch

anmutenden, schnell erfassen und

einordnen, dabei die Umwelt stets bewusst

wahrnehmen, hier dauerhaft ideenreich Gestaltungen

schöpferisch entwickeln können

und sich sozialkompetent auch den Problemen

des Nächsten widmen".

Das alles bei niedrigsten Bafög-Sätzen

- im besten Fall. In vielen Fällen: Schüler

unserer Schule sitzen Samstags und an

Abenden bei Lidl (im Supermarkt) an der

Kasse, geben Nachhilfe, sortieren Waren bei

Aldi (im Kaufhaus) ein, betreuen Behinderte,

verkaufen Schrot und Korn und verteilen

Prospekte in ganz Landshut. Neben einem

8-Stunden Schultag, um sich die wunderbare

Welt der Keramik erschließen zu können,

lernend und finanziell.

Nach Rudolf Arnheim (Prof. Dr. em., Psychology

of Art, Havard University, USA 1904

– 2007) ist ein künstlerisch arbeitender

Mensch in der Regel darauf trainiert, sich

in hochkomplexen Wahrnehmungssituationen

klar orientiert zu bewegen, und ist in

der Lage, Fragestellungen anschaulich und

schöpferisch zu lösen.

Ja, - Herr Arnheim hat recht: Das zeigen

unsere Schüler immer wieder!

Bewundernswert für mich: Viele Talente

entdecken sich selbst im „Offenen Atelier“

und keine der dort gemachten Erfahrungen

der Experimente mit Farbe, Form und Komposition

bleiben ungenutzt. Transfers der

künstlerischen Erfahrungen und Leistungen

aus dem Offenen Atelier auf die weitere

Erntearbeit mit Keramik in unserer Schule

ist - wie nebenbei - ein Geschenk an die

Zukunft. Für mich selbst als Initiatorin des

Offenen Ateliers immer wieder eine große

Freude, und niemals, absolut niemals, zusätzlicher

oder gar überflüssiger Arbeitsstress

- das kann ich deutlich betonen.

Somit hat auch ein Anastasius Grün, dto.

Anton Alexander Graf von Auersperg (1806-

1876) recht, wenn er den, oben eher wissenschaftlich

benannten Lern- und Arbeitskomplex

einfacher besingt: „Bei der Arbeit

magst Du singen, das verleiht der Arbeit

Schwingen“

Annette Ody M.A. Kunst- und Literaturwissenschaften,

Keramikmeisterin und Fachschulrektorin der Staatliche

Fachschulen für Keramik, Landshut

32 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


ABBILDUNGEN - v.l.n.r.

1.Reihe -

Judith Neidhart, Korbinian

Köppl, Friederike Dux

2.Reihe -

Lilli Gaza, Johannes Schmidt

Marieke Riegel

3.Reihe -

Anne Welsch, Julian Pittrof

4.Reihe -

Verena Brummer, Melike

Öztürk, Camil von Hofacker

5.Reihe -

Carolin Immerz, Anja

Wolfsteiner, Bianca Watzek

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 33


PÄDAGOGIK

ABBILDUNGEN - v.l.n.r.

1.Reihe - Fanny Jentsch, Karoline Bichinger. 2.Reihe - Elisabeth Pracher, Frederike Ahrendt, 3.Reihe - Katharina Mellinghoff

unten - Miriam Gebauer, Julia Himmelmann

Melike Öztürk

Das „Offene Atelier“ in der

Keramikschule Landshut

Dienstags, kurz nach Unterrichtsschluss,

gegen 16:15 Uhr, wissen

die Teilnehmer des „Offenen Ateliers“

in der Keramikschule, dass es

wieder soweit ist: „Meine Damen

und Herren, ab sofort ist das Atelier

offen!“

Die Durchsage durch den Lautsprecher

der Schule ist in allen

Klassenräumen zu hören. Das „Atelier“,

das ist die umfunktionierte

Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss

des Schulgebäudes. Selbst in

der Küche und im Badezimmer der

ehemaligen Hausmeisterwohnung

sind Leinwände und Malplätze aufgebaut.

Ungefähr 15 Schüler und

Schülerinnen aller Jahrgänge der

Keramikschule nutzen das Angebot,

sich mit freier Malerei zu beschäftigen.

Malerei, die sonst keinen Platz

hat im Ablauf eines engen Stundenplans.

Aber nicht nur vom Bad bis

in die Küche hinein sind Mal- und

Farbexperimentierplätze aufgebaut

und dienen der Entwicklung von gestalterischem

Sehen. Es wird auch

getanzt im „Offenen Atelier“ der

Keramikschule. Es gibt einen großen

Spiegel im ehemalige Esszimmer

des Hausmeisters, vor dem gesteppt

wird. Schüler unserer Schule können

nämlich auch die Kunst der Bewegung

am eigenen Leib erfahren

im kostenlosen Stepptanzunterricht

bei Regine und Marion, zwei Tanzlehrerinnen,

die hier selbst üben.

„Wer sich mit Tanz beschäftigt

und sich bewegen lernt, der kann

auch gut gestalten“ ist die Ansicht

unserer Schulleiterin, Annette Ody,

die die Angebote, Tanz und freie

Malerei seit ihrem Antritt in das

Amt eingerichtet hat. Und der

Erfolg gibt ihr recht: Bewegung

entsteht nicht nur beim Tanzen

und beim Malen auf für uns ungewohnt

große Leinwandformate. Ich

möchte besonders hervorheben,

dass parallel zum Malakt ein offener

Schaffensprozess in Gang gesetzt

wird, der auch das Miteinander

der Schüler untereinander stärkt.

Man findet neue Wege zueinander.

Vielleicht gerade deshalb, weil im

sogenannten “Offenen Atelier“ bewußt

eine unschulische Struktur

angedacht ist. Keine Stundenbegrenzung

unterbricht eine schöpferische

Phase, kein Leistungsdruck

34 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


im herkömmlichen Sinne blockiert

den Ideeenfluss. Man kommt gegen

16:30 Uhr und geht gegen 22:00

Uhr. Zwischendrin wird gekocht,

lecker gegessen, geplaudert und

gemalt. Zwischendrin wird aber

hauptsächlich gearbeitet und mit

Farbe experimentiert. Und hier ist

harte Arbeit an dem Bildobjekt und

vor allem an sich selbst angesagt.

Denn es entgeht niemandem, der

dabei ist, was auf den einzelnen

Leinwänden passiert. „ Tote Farbe

aus der Tube“, wie Frau Ody sagt,

ist nicht erlaubt. Wir machen unsere

sehr erstaunlichen Erfahrungen

mit Farbpigmenten und der unendlichen

Vielfalt von differenzierten

Farbklängen mit den Darstellungen

von Paprika, Landschaften,

Portraits, Pflanzen und Nichtgegenständlichem

auf Leinwänden. Wir

machen aber auch Erfahrungen von

Grenzgängen und zum Beispiel die

Erfahrung nicht mehr weitermachen

zu können oder an den Rand seiner

momentanen künstlerischen Ausdrucksfähigkeit

zu geraten. Letzteres

ist besonders schlimm zu erleben.

Und hier wird dann erlernt,

wie man damit umgeht. Die Station

dieses Zustandes ist ein Übergang,

eine Brücke zu einer nächsten

Stufe von etwas Neuerlerntem.

Unter anderem liegen Bücher aus,

Kunstbände, in denen wir uns an

Arbeiten anderer Maler weiter orientieren

können. Per Kirkeby oder

Chaim Soutine sind, als Beispiel mal

genannt, ständige Begleiter unserer

malerischen Reise.

Gegen Ende findet eine große gemeinsame

Bildbesprechung statt,

meistens an einem Bild, das an

diesem Abend eine bestimmte Form

oder seine Fertigstellung gefunden

hat. Das kann durchaus auch ein

Bild von Frau Ody selbst sein, die

sich damit auch gefährlich unserer

Kritik öffnet.

Inzwischen sind alle Flure und

Eingangsbereiche der Keramikschule

mit unseren Bildern aus dem „Offenen

Atelier“ bestückt und sie erregen

die Aufmerksamkeit von Besuchern.

Es liegen bereits Anfragen

nach Ausstellungen vor.

Melike Öztürk, geb. 1974 in Roth/Deutschland,

türkische Staatsbürgerin. Seit 2007 Schülerin

der Keramikschule, 2. Jahr Berufsfachschule.

Vor ihrer Ausbildung zur Keramikerin hat sie den

Beruf der Krankenschwester erlernt. Sie übersetzt

Bücher aus dem Deutschen ins Türkische.

ABBILDUNGEN - v.l.n.r.

FACHSCHULE FÜR KERAMIK LANDSHUT

PÄDAGOGIK

1.Reihe - Sofia Braun, Lisa Morgenstern. 2.Reihe - Oliver Pflug, Katharina Raddaz. 3.Reihe - Thomas Auer, Michael Choubow

unten - Vanessa Andronic, Matthias Hien

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 35


ForUm

Wie alles begann ...

Ein Versuch, die Entstehung und frühe Entwicklung der Keramik mit dem Aufkommen

des Sozial- und Geisteslebens in Einklang zu bringen - Teil II und Schluss

Gustav Weiß

Die Entwicklung der Keramik

Wie der begriff der entwicklung alle Wissenschaften

beherrscht, so gilt auch für die

Keramik, dass ihre Wurzeln weit zurückreichen

in eine zeit, in der sie nach archäologischer

Ansicht noch gar keine Keramik

war, sondern ein Produkt aus Lehm. der

lässt sich nur schwer modellieren, und auch

die ersten Tonfiguren waren nicht modelliert,

sondern wie ein lufttrockener Lehm

aus trockenem Ton geschnitzt. Lehm ist

ein Luftmörtel, das heißt, er erhärtet an

der Luft, so wie der hydraulische zement

im Wasser erhärtet. diese eigenschaft des

Lehms müssen die menschen zuerst erkannt

haben. offensichtlich wurde ihnen erst später

die bildsamkeit des Tones bewusst und

danach erst seine veränderung durch das

Feuer.

dieser Werdegang lässt sich mit der

natürlichen biologischen entwicklung der

Lebewesen vergleichen (Hübner 1966). Ihr

entspricht als „vorentwicklung“ die entdeckung

des Lehms als Luftmörtel, der auch

gebrannt wurde, auf die die entdeckung

der Plastizität des Tones als „embryonalleben“

folgte. das führte zur Geburt der

Keramik als ein im Feuer gehärteter Ton

als „Jugendstadium“, noch ohne bemalung,

das in das „reifestadium“ überging,

das die bemalte Keramik als eigenständige

Kunst ausweist. Um weiter in der Sprache

der biologie zu bleiben, wurden in diesem

Stadium Fortpflanzungszellen ausgesondert,

so dass an dieser Stelle ein neuer

Lebenszyklus begann. Wie die Gesellschaft,

so entfaltete sich auch die Keramik zu ihrer

gegenwärtigen mannigfaltigkeit. In den

jahrtausendelangen zeiträumen vollzog sich,

entsprechend der lebenden Natur, auch in

der Keramik ein Wandel. die entdeckung

Aus anstehendem Lehm geschnittene 63x61cm große

Wisentfiguren in Tuc d´Audoubert, Frankreich.

Magdalenien VI b, um 10.000 v.Chr.

der Transmutation des Tones durch das

Feuer legt die vermutung nahe, dass die

menschen auch andere Gesteine dem Feuer

aussetzten und dass dabei auch verglasungen

vorkamen.

die Prähistoriker verzeichnen schon aus

der zeit zwischen 40 000 und 20 000 in europa

ein aufkommendes Schmuckbedürfnis

und Kunstäußerungen aus magisch-rituellem

Anlass. In dieses Jungpaläolithikum

fallen plastische Tier- und Frauenfiguren

aus Lehm und die Funde der ersten Tonfiguren.

Im südmährischen mammutjägerlager

dolní vêstonice fand man unter über 2000

gebrannten Tonklumpen geschnitzte Tierköpfe

und die älteste venusfigur aus Ton.

die „knetbare masse“ bestand nach Angaben

des Ausgräbers Absolon (1924-38) aus

Ton mit pulverisiertem verkohlten elfenbein

und Knochen gemischt. die „roh gekneteten,

gebrannten Tonklumpen“ wurden

als rohmaterial gedeutet, aus dem offenbar

nach dem Trocknen die Figuren geschnitzt

wurden.

erst zu beginn des 6.Jahrtausends,

nachdem das alles schon zwanzigtausend

Jahre lang Geschichte war, treten zuerst in

Nordmesopotamien in Karim Schahir kleine

undefinierbare Gegenstände aus Ton und

in djarmo richtige Frauenfiguren auf, die

sich überall in mesopotamien verbreiteten.

es waren als Fruchtbarkeitsgöttinen gedeutete

anthropomorphe Figuren und erst

später Tierfiguren und Frauen mit Kindern

– vielleicht ein zeichen für den bewusstseinswandel,

der durch die erkenntnis des

Keimens und der Fruchtbarkeit eintrat.

einige Figuren waren noch ungebrannt

(beidha II = 5500) wie auch frühe Tongefäße

(el Chiam , Jordanien, 7700-7000).

In Nordmesopotamien wurden in djarmo

in den untersten Schichten 5900 neben

Steingefäßen die ersten gebrannten Tongefäße

ausgegraben. Sie waren mit organischen

Substanzen gemagert, oft poliert,

rot geslipt oder mit Streifen rot bemalt. die

phantasievolle malerei auf Tongefäßen, die

in mesopotamien und im Iran um 5000 zu

einer eigenen Kunstgattung wurde, begann

um 6000-5600 im irakischen Tell Hassuna

mit der feintonigen, bemalten „Archaic

painted ware“ mit rotem Schraffurmus-

ter auf hellem Slip. Um 5500 ging sie in

die „Standard painted ware“ mit geritzten

mustern über. Um 5000 folgte im Irak die

Samarra-Keramik und etwa 5000-4500 in

Syrien die Halaf-Keramik, beide mit kunstvoller

bemalung, neben der die gleichzeitigen

Alabastergefäße schlicht aussahen,

während in Ägypten die Steinschneidekunst

und die elfenbeinschnitzereien die Keramik

als Kunstwerke weit übertrafen – so als ob

der Ton dort kein würdiges material für den

Künstler gewesen sei. Hingegen erfasste in

mesopotamien und im Iran die Kunst der

Gefäßbemalung im 5.Jahrtausend den ganzen

bereich des fruchtbaren Halbmondes.

die bemalung der Gefäße ist chronologisch

die endstufe der oberflächengestaltung.

Sie begann mit der Glättung und

Politur, dann folgte der Auftrag einer feingeschlämmten

Tonschicht (Slip) und danach

erst die bemalung. der bemalung der

Hauswände aus früheren zeiten wird, wie

Wandbemalung in roter, grüner, schwarzer und

gelber Farbe in Çatal Hüyük.

in den Kulträumen von Çatal Hüyük, ein

magischer Hintergrund nachgesagt, und

das nicht nur wegen ihrer rätselhaftigkeit,

sonder auch, weil unter den Wandpodesten,

sogar in die Wand selbst eingelassene bestattungen

festgestellt wurden.

daneben gibt es in diesen räumen auch

geometrische muster, für die eine verbindung

zur Textilkunst angenommen wird

(mallett 1990). Solche muster findet in

Çatal Hüyük man nicht auf Gefäßen, wohl

aber auf Ton-Pintaderas zur Körperbemalung.

dagegen fanden sich in Turkmenistan

aus einer jüngeren zeit die gleichen geometrischen

muster der Wandbemalung auch

auf keramischen Gefäßen.

bei den Gefäßen ist es nur selten möglich,

zwischen zweckbestimmung und Charakter

als Kunstwerk zu unterscheiden.

Sobald der zustand der bemalung eingetre-

36 NEUE KERAMIK November / dezember 2008


Zeit Lebensbedingungen, Geistesleben und Gesellschaft

Chr.Geb.

Beginn der Chaldäer-Zeit (626, neubabylonisches Reich)

mit Zukunfts deutung, Astrologie, Omendeutung, Magie

in Mesopotamien · Zarathustra, Religionsstifter

und Prophet in Chorassan (630–553) · Etruskische

Schrift mit magischer Kraft (Ende 1. Jt. bis 8. Jh.)

1000 Eisenzeit beginnt in Griechenland (1000)

v.Chr. Trojanischer Krieg (1184) · Moses führt die Juden aus

Ägypten (1225) · Astronomische Berechnungen in

Babylon führen zur Astrologie und Alchemie · Babylonischer

Stadtgott Marduk wird in ganz Vorderasien

verehrt

Bronzezeit endet im Vorderen Orient und in Ägypten

(1600–1000)

Abraham lebt in Palästina (zwischen 1900 u. 1700)

Gilgamesch-Epos (Ende 2. Jt.)

2000 Erste Aufzeichnungen historischer Ereignisse:

v.Chr. Beginn der Geschichte

Kupferzeit 2700–1600

3000 Entstehung der Keilschrift in Uruk, Mesopoptamien

v.Chr. Ältester europäischer Kalender auf Tongefäßen in

Vučedol, Kroatien (3000–2600)

4000 Chalkolithikum (Kupfersteinzeit)

v.Chr. Anfänge des Totenkults in Ägypten

Badari-Zeit in Ägypten

Ausstrahlung der Halafkultur nach Syrien und Anatolien

Kupferexport aus Arisma und Sialk, Iran, nach Mesopotamien

und Ägypten

5000 Sintflut-Flüchtlinge begründen die Vinča-Kultur (5300–

v.Chr. 3500) auf dem Balkan mit der ältesten Zeichenschrift

für das kultische Ritual von Bestattungszeremonien

Beginn der Pflugkultur in Mesopotamien

Erste Kultbauten (Eridu)

Erste Stempelsiegel (Nord-Syrien)

6000 Rechteckige Bauten in Çatal Hüyük, darin Kulträume

v.Chr. mit großen plastischen Stierköpfen und Wandbemalung

mit Jagdszenen und magischen Zeichen in Rot, Grün,

Schwarz und Gelb

Entstehung von Religion mit Opfern an ein weltbeherrschendes

höheres Wesen · gemauerte Herde

7000 Fortschreitende Sesshaftwerdung

v.Chr. Sympathetische Magie

Rundbauten aus Stein mit Estrichböden in Eynan im

Jordantal, Israel (7500–6900) und Jericho, Jordanien

(C14: 9850 ± 240)

8000 Jungsteinzeit. Überwiegend Sesshaftigkeit mit pro-

v.Chr. duzierender Wirtschaftsform: Domestikation von Wild-

pflanzen, von Ziegen und Schafen, später Rindern,

„Selbstdomestikation“ des Menschen und Domestikation

des Tones.

9000 Erste Niederlassungen in Beidha und Jericho. Daneben

v.Chr. nomadisierende Hirten , die Gazellen und Antilopen in

Herden hielten, denen sie folgten.

35000 Jungpaläolithikum

bis Wildbeuter, aneignende Wirtschaftsform.

9000 Hütten und Zelte. Sorgfältige Bestattungen

v.Chr.

Keramik

Terra sigillata in Arretium und Puteoli (30)

Die Ägyptische Fayence verliert ihre Bedeutung (um 500)

Ischtartor mit farbigglasierten Ziegeln in Babylon (um 520)

Griechische Vasenmalerei (1000–300)

Früheste glasierte Ziegel in Tchoka Zanbil, Chusistan (14. / 13. Jh.) ·

Mykenischer Stierkopfrhyton von Karpathos s, Griechenland (1400–

1300) · Weiterentwicklung des Susa-Ofens aus Iran zum korinthischen

Ofen in Griechenland · Spätminoisches Gefäß a in Knossos, Kreta

(1600–1500) · Mittelminoische Schlangengöttin aus ägyptischer

Fayence : in Knossos, Kreta (1650–1550) · Scheibengedrehte mittel -

helladische Figuren mit Gebetsgeste L in Tiryns, Argolis. Griechenland

(1900–1700) · Keilschrifttexte über Öfen, Schmelzen und

Glasrezepte in Assyrien (1700–700) · Fayencegefäße K in Kerma,

Sudan (1970–1930)

Frühe Uscheptis mit gekreuzten Armen (als Gebetsgeste gedeutet) J

in privaten und Königsgräbern Ägyptens (2040–1785) · Neu sumerischer

Votivwagen H aus einem Tempel in Lagaš, Süd-Mesopo tamien

(2150–1950) · Gesichtsurnen G in Troja II (2300) Scheingefäße

mit Fayence-Einlagen F in Abusir II, Ägypten (2450) Frühdynastische

Knickschultergefäße mit breitem Gesichtshenkel D in Kiš

bei Babylon, Mesopotamien (2500– 2350) · Hartgebrannte Metallic

ware in Tell Bia, Nord-Mesopotamien (2700–2200) · Auf der schnell

rotierenden Töpferscheibe gedrehte Gefäße S in Djemdet Nasr,

Süd-Mesopotamien (2900–2700) · Farbiges Stiftmosaik als Wandverkleidung

des Tempels C in Uruk IVb, Süd-Mesopotamien (2900)

Gefäße auf langsam laufender Töpferscheibe (Tournette) mit Bemalung

auf weißer Engobe A in Telelat Ghassul, Jordanien (3400–2900)·

Ältester Meilerofen mit durchlöcherter Ofensohle in Susa, Südwestiran

Ältester Ofen mit kuppelförmigem Gewölbe mit Feuerzügen in Sialk,

Zentraliran · Weibliche Tonfigur ] in Eridu XI, Mesopotamien (3600)

Tänzerin-Figur [ aus Mohammerije, Ägypten (1370) · Nagadazeit liche

Schiffsdarstellungen auf Gefäßen p in Gerzeh, Ägypten (3700–2900)

Gefäße in Tell-i-Bakum I-IV o , Südiran (4000–3400) · Gefäße u

und Figuren i in Ur, Süd-Mesopotamien (4000–3800)

Gefäße, mit stilisierten Tieren bemalt y in Sialk bei Kaschan, Iran

(4000–3500) · Schwarzrandkeramik (black toped) t und glasierte

Steatit-Perlen in El-Badari, Ägypten(4100–3100) · Ältestes Gefäß

mit Gesichtsdarstellung r in Tell Hassuna IV, Mesopotamien (4800)

Gefäße in Tell Halaf e, Syrien (4600–3700) · Erste Keramik in

Jericho, Stufe 5, 4 Jordanien (4900–4600) · In Ur werden erst jetzt

beim Brennen 1050°C erreicht.

Gefäße } und Figuren mit roter Streifenbemalung q, in Samarra,

Mesopotamien (5000–4500) · Gebrannte und ungebrannte weibliche

Tonfigur mit Kindern oder Jungtieren P in Hacilar, Schicht VI,

(5400) und rotbraun auf hell bemalte Gefäße { in Schicht II (5100),

Anatolien · Eine Tonfigur O neben zahlreichen Alabasterfiguren in

Tell as-Sauwan, Mesopotamien (5400) · Kleine Tonfiguren U und

rotgeslipte oder rot bemalte, polierte Gefäße I in Djarmo, Mesopotamien

(5900–5500). Beim Brennen werden hier um 5900 1050°C

erreicht, in Samarra erst um 5500.

Tonfigur der gebärenden Muttergöttin auf einem von Leoparden

flankierten Thron Y in Çatal Hüyük, Anatolien (6000–4300) · Älteste

Gefäßkeramik: grobtonige, strohgemagerte Tongefäße R in Tell Hassuna,

Nord-Mesopotamien (6000–5600) in Schicht 1a Archaic painted

ware, in Schicht 1b Standard painted ware T · Luftgetrocknete

Lehm ziegel (z.T. 72 x 28 x 8 cm groß) im präkeramischen Hacilar X,

Anatolien (6000) · Gemauerte Lehm-Herde in Beidha VI-I, Jordanien

(6000–5500) · Aus Ton modellierte, schwach gebrannte einfache Formen

E in Karim Schahir bei Djarmo, Nord-Mesopotamien (7000–6000)

Präkeramisches Neolithikum

Basaltnäpfe mit Reliefmustern und Steine, geritzt mit anthropomorphen

Darstellungen in Eynan, Israel (7500–6900) · Ungebrannte

Tongefäße W in El-Chiam in der Wüste Juda, Jordanien (7600–6300)

Kopfplastik aus Calcit in Mugharet el-Wad, Israel (7900–7000)

Entdeckung des Lehms als Baustoff (Stampflehm) in Sialk, Iran

Steingefäße, Perlen, Armringe aus Alabaster, Marmor, Kalkstein -

plastiken

Aus Ton geschnitzte „Venus“ Q in Dolní Věstonice, Mähren.

Garvettien, C14 = 25600 +170

Steinzeitkultur in Göbekli Tepe, Anatolien (10.000)

GUSTAv WeISS ForUm

Q W

Die Entwicklung der Keramik und der Fortgang des Sozial- und Geisteslebens. Abbildungen aus den Grabungsberichten, die im neunbändigen

Handbuch der Vorgeschichte von Hermann Müller-Karpe gesammelt sind. Mit freundlicher Genehmigung der C.H.Beck‘ schen Verlagsbuchhandlung

(Oscar Beck), München. Die Zeichnungen wurden im Institut für Vorgeschichte der Universität Frankfurt a.M. angefertigt.

November / dezember 2008 NEUE KERAMIK 37

:

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ForUm

ten war, sind die dabei angewandten handwerklichen

Techniken als Kunstfertigkeiten

anzusprechen. einen Höhepunkt fand die

Gefäßbemalung im Iran mit stilisierten

Wand- und Gefäßbemalung in Yassy-Depe,

Turkmenistan, 3000 v.Chr.

Tierfiguren in Tepe Sialk bei Kashan (4800-

4500) und Tepe Hissar südlich des Kaspischen

meeres (3500-2900) sowie in der 1928

von Herzfeld in Farsistan ausgegrabene Keramik

von Tell-i-bakum (Schicht II 4500).

In mesopotamien verlagerten sich um 4000

die Kultur- und Wirtschaftszentren aus dem

Norden in die südlichen Flussoasen. Jetzt

beherrschte die etwas weniger fantasievoll

bemalte Keramik in Stil von Ubaid (4500-

3700) ein großes Gebiet, woraus man auf

zunehmende Kulturverbindungen schließen

kann. In den Hochkulturen, in die auch die

Töpferscheibe eindrang, stand die kunstvolle

Keramik unter dem einfluss der oberschicht,

aber deren religiöse Überzeugung

ist an ihr nicht zu erkennen. die ergebnisse

lassen sich nicht mit magie und Symbolik

begründen, sondern scheinen ein Ausdruck

von schöpferischen Fähigkeiten, Fantasie

und Schönheitsempfinden zu sein. es gab

eine zeitmode und einflüsse von fremden

vorbildern. Als Kunstwerk drückte die Keramik

so sehr ihre zeit aus, dass die zeit an

ihr festgemacht wird.

In Ägypten stand hingegen die ägyptische

Fayence unter dem vorzeichen der religion

und diente auch dem König- und Götterkult.

Goldgefasste Fayenceperlen fanden

in der Geißel der Königsinsignien verwendung,

und vermutlich bestand auch der Tierschwanz

des Königsornats aus Fayenceperlenkaskaden.

der dunkelblaue Fayencekopf

der Königskobra sollte an der Stirn der Goldmaske

Tutanchamuns den König beschützen.

Thot, der Gott der Weisheit, wurde als

leuchtend tiefblaue Fayencefigur in Paviangestalt

dargestellt. Anders als die malfarben

war die ägyptisch-blaue Glasur aus mineralien

ein Symbol des Himmels und des ewigen

Kreislaufs der Natur mit dem Glauben an die

Wiedergeburt (Schulz 1997).

In der griechischen religion wurden

die Götter in menschengestalt mit ihren

menschlichen eigenschaften und empfindungen

auf den vasen dargestellt. die hierarchische

Gliederung des Götterhimmels

entsprach der menschlichen patriarchalischen

Gesellschaft. die etrusker gaben den

griechischen Göttern eigene Namen. Ihre

vasenmalerei ging von attischen vorbildern

aus und wurde zunehmend in zentren auto-

nom. Während für die Griechen der marmor

das bevorzugte material für Plastiken war,

war es bei den etruskern die Terrakotta. daraus

bestehen viele Tonstatuetten als Weihegaben

und menschliche deckelfiguren von

Urnen und Sarkophagen. die römer deckten

ihren Kunstbedarf in der Frühzeit größtenteils

durch Aufträge an die etrusker. erst

unter Augustus kam es im 1. Jahrhundert zu

einer römischen Kunst eigener Note. darin

spielten die Porträts von Köpfen und büsten

eine große rolle. die religion bestand anfänglich

in Fortführung dörflicher riten aus

vegetationskulten in der Familie. Schließlich

kam es zur Pontifikalreligion mit dem

Pontifex maximus an der Spitze und zu einer

vergöttlichung des Herrschers mit geschönten

Porträts. dabei spielte die Terrakotta

eine wichtige rolle. mit der verwendung

von Formschüsseln und der Herstellung von

Tafelgeschirr bildete die Terra sigillata den

ersten Schritt zur fabrikmäßigen Keramikproduktion.

Zusammenfassung

riten, Kulte, religionen hatten durch

ihre Sozialkontakte neben ihrer geistigen

und ethischen auch eine soziologische bedeutung.

Sie gehörten, wie die Politik und

Wirtschaft, zur Umwelt, die die menschen

in ihren Handlungen beeinflusste. es ist erstaunlich,

wie sich die entwicklung des einzelnen

in seiner Lebenszeit und der Gesellschaft

über die Generationen in der Keramik

widerspiegelt. es ist der allgemeine verlauf

von der realen erfahrung zur irrealen und

zuletzt integralen vorstellung. So verlief

das Geistesleben von den rituellen Kulten

der Wildbeuter und Hirtennomaden 4 bis zu

den organisierten religionen, und so verlief

auch die entwicklung der Keramik. Sie

begann mit konkreter beobachtung, entdeckung,

erfahrung und zweckbestimmung

und endete als Kunstwerk, wie wir es besonders

im Iran bewundern. dann kam die

Töpferscheibe auf, und die Kunst der bemalung

ging zurück oder hörte ganz auf. von

neuem kam ein Kreislauf („Lebenszyklus“)

in Gang von den einfachen, undekorierten

Formen der massenproduktion bis zur hohen

Kunst der griechischen vasen. Nachdem diese

zu ende war, begann es wieder realistisch

mit der Terra sigillata, die den beginn der

fabrikmäßigen Produktion darstellte. Und

so lief es bis zur Kunst der manufakturen

weiter, die mit dem zweiten Jahrtausend zu

ende ging. die maschine setzte einen neuen

4 ) die zeit seit der Schrift wird als „Geschichte“ bezeichnet,

die zeit davor als „vorgeschichte“. diese Stützt sich

vor allem auf Grabbeigaben. die zeit vor dieser vorgeschichte

ist die der Hirtennomaden, die nur selten, wie

in der Steinkupferzeit in Al badari, ihre Toten über Generationen

hinweg mit beigaben an einem heiligen ort

beigesetzt haben. das bedeutet, dass die kulturellen

Leistungen der Hirtennomaden, die aus ihrer Naturnähe

hervorgingen, nicht ausreichend gewürdigt werden

können. zu diesen gehört vermutlich der beginn der

Töpferei und die erfindung der Glasur.

Kreislauf in Gang – die zeit des Karl marx

und des Walter Gropius. das Werk der Hand

wird jetzt zum design. die Handschrift, die

man noch für das Testament braucht, wird

vom email verdrängt, beherrscht von „asap“

– keine zeit, um „as soon as possible“ auszuschreiben.

Wir sind schon mitten drin in

der zukunft. Stets waren es die breiteren

entfaltungsmöglichkeiten in einem stetig

größer werdenden rahmen, und sie sind es

immer noch.

Literatur

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and the tomb of Ánkhm´ahor at Saqqara”. berkeley:

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38 NEUE KERAMIK November / dezember 2008


Ausstellung vom 12. - 25.November 2008

anläßlich der Schacholympiade im Internationalen

Kongresszentrum Dresden, 3.

Etage. Etwa 25 künstlerische Schachspiele

aus Porzellan und artverwandten keramischen

Materialen wie Sintolan, Terrakotta

und Steinzeug, sowie aus Bronze und Holz.

Außerdem: Skulpuren, Reliefs und Installationen

zum Thema.

Seit dem Jahr 1994 hat die Sächsische Porzellanmanufaktur

dresden Schachspiele von hoher

künstlerischer Qualität gefertigt und auf einigen

dieser kostbaren Schachspiele aus Porzellan haben

schon Großmeister wie Wolfgang Uhlmann entscheidende

Turnierpartien gespielt. Nun werden sie

im rahmen der Schacholympiade dresden 2008 in

einer Wanderausstellung „Vis-a-vis - künstlerische

Schachspiele aus Dresdner Porzellan und mehr“

der Öffentlichkeit vorgestellt.

die voraussetzungen hierfür wurden bereits am

2.April 2008 durch dr. Klaus-Peter Arnold, vorsitzender

des vereins dresdner Porzellankunst, olaf

Stoy, organisator der Ausstellung und freischaffender

Porzellankünstler, sowie Jörn-Torsten verleger,

Geschäftsführer der Schacholympiade 2008 - Chess

Foundation GmbH vertraglich vereinbart.

Für die olympiade ist die Porzellanausstellung

eine der tragenden Säulen innerhalb des ambitionierten

Kulturprogramms, zu dem auch das musical

„Chess“ in der Staatsoperette dresden und

die Ausstellung „Schach und Intelligenz - vom

Schachtürken zum Schachcomputer“ in den Technischen

Sammlungen dresden gehört. ziel sei es,

den besuchern eine erstklassige Schacholympiade

zu präsentieren, die über das reine Turniergeschehen

hinausgehe.

Gezeigt werden in der Porzellan-Schau nicht nur

Schachspiele aus Porzellan, sondern auch aus artverwandten

keramischen materialien wie Steinzeug

oder Terrakotta sowie aus Holz und Silber. ergänzt

wird die Präsentation durch Skulpturen, reliefs und

Installationen.

die erste Station der als Wanderausstellung

konzipierten Ausstellung war vom 30. August bis

5. oktober die Galerie des Kunstvereins Freital im

einnehmerhaus. Nach kleineren Präsentationen in

verschiedenen Filialen der ostsächsischen Sparkasse

dresden wandert die Ausstellung während

der Schacholympiade vom 12. bis 25. November in

die Konferenzebene des Internationalen Congress

Centers dresden, dem Schauplatz der weltgrößten

Schachveranstaltung. Red.

Beteiligte KünstlerInnen:

Ralf Becker (Bitterfeld), Andreas Ehret (Meißen), Mario Enke

(Boren-Lindaunis), Prof.Ulrich Eißner (Dresden), Olaf Fieber

(Meißen), Thomas Franz (Schmölln), Else Gold (Meißen),

Acki Jürgens (Dresden), Heidrun Kuhn (Niederwiesa),

Katharina Lewonig (Dresden), Frank Maasdorf (Dresden),

Sarah Pschor (Dresden), Rico Rensmeyer (Halle), Gerald

Schädlich (Hinterhermsdorf), Fritz-Peter Schulze

(Radebeul), Olaf Stoy (Rabenau), Aneta Volrabova

(Litomerice, CZ), Sonja Zimmermann (Dresden).

Fotos - Olaf Stoy

ABBILDUNGEN -

oben - Thomas Franz - Schachspiel - Sanitärporzellan -

engobiert - unglasiert - Schmelzfarben

unten - Olaf Stoy - anima mechanica - Porzellan -

teilweise glasiert bzw. mit Eisenoxidengoben

dreSdeN

AUSSTeLLUNGeN

Vis - a - Vis

Porzellankunst

zur Schacholympiade

November / dezember 2008 NEUE KERAMIK 39


VERANSTALTUNGEN

Römhild 2008 - „Phönix aus der Asche“

Das VIII Internationale Keramik-Symposium

Heidi Preus-Grew

Das Internationale Keramiksymposium Römhild war seit 1978 Legende in der DDR. Es war eine der wenigen

Veranstaltungen, bei denen in der DDR während der Teilung Deutschlands ein internationaler kultureller Austausch

stattfand. Nach der Wiedervereinigung fand 1993 das letzte Symposium statt. Im April 2007 gründete

sich in Römhild ein Verein, dessen Zweck es ist,

das Symposium wiederzubeleben, und 2008 begann

ein neuer Zyklus des Römhilder Keramiksymposiums,

diesmal mit fünf Beteiligten, das nun in dreijährigem

Rhythmus wiederholt werden soll. Heidi Preus-Grew,

Amerikanerin mit deutschen Wurzeln, war eine der

Teilnehmerinnen und berichtet aus Römhild.

mit viel Vorfreude kam ich nach Römhild,

um an der Wiedergeburt des VIII. Internationalen

Keramik-Symposiums Teil zu

nehmen. das Symposium hat seit langem

unter den Keramikern der Vereinigten Staaten

einen sehr guten Ruf. Nach der besichtigung

des museums Schloss Glücksburg mit

seiner überraschend starken und vielseitigen

Sammlung von Ergebnissen der letzten Symposien,

kann man voll und ganz verstehen,

warum.

diese Sammlung ist von besonderer bedeutung,

da sich Römhild in der ehemaligen

ddR befindet und trotz der behinderungen

von Reisen im ost-block ein magnet für so

viele internationale Künstler wurde. Es war

sehr interessant, ein in der Nähe gelegenes

ddR-bRd Grenz-bildungs-zentrum zu besuchen.

dort konnte man einen Wachturm, die

drei-zonenzäune, eine Strecke von Landminen,

und Panzersperren besichtigen. Lebhafte

Gespräche mit Einheimischen während

des gesamten Symposiums umfassten viele

Themen unter anderem auch ihre Erfahrungen

vor und während der Phase der Wiedervereinigung.

Römhild ist eine wunderbare kleine Stadt

am Thüringer Wald, die am Fuße zweier

schön bewaldeter berge liegt, den „Gleichbergen“,

die aufgrund ihrer ähnlichen Form

und Größe so genannt wurden. Auf einem

von ihnen hat es eine keltischen Siedlung

aus dem 5. – 1. Jahrhundert vor Christus gegeben.

die hervorragenden archäologischen

bronze-, Stein-, und Keramikfunde sind ganz

in der Nähe im Steinsburg-museum ausgestellt.

dieses museum und weitere Gebäude

im ort, wurden von einem Römhilder finanziert,

der in den 1800er Jahren nach Amerika

emigrierte und dort ein Vermögen als

bierbrauer machte. Ich habe bald erfahren,

dass die derzeitigen Römhilder bürger eine

ähnlich großzügige Natur haben: sie sind

welt-orientierte menschen, sind außerordentlich

gastfreundlich, warm und einla-

ABBILDUNGEN -

oben - Arbeitsbesprechung während des Symposiums

linke Spalte - Danijela Tennert bei der Arbeit, darunter

eine der während des Symposiums entstandenen

Arbeiten

mittlere Spalte - Heidi Preus-Grew während der Arbeit,

darunter eine ihrer Arbeiten

40 NEUE KERAMIK NoVEmbER / dEzEmbER 2008


dend. Ihrer zielstrebigkeit und harter Arbeit

ist es zu verdanken, dass dieses Symposium

wieder auferstehen konnte. Ich freue mich,

dass ich dadurch viel über die Region und

ihre Geschichte erfahren konnte.

das Symposium wurde sorgfältig geplant.

Wir wohnten in einem liebevoll betrieben

Jugendzentrum. An warmen Tagen aßen wir

unser Frühstück und Abendessen draußen im

Garten, umgeben von Natur. Von dort aus

fuhren wir mit Fahrrädern in die Stadt oder

gingen zu Fuß zu ELIoG, einem Unternehmen

das industrielle brennöfen für den internationalen

Export baut. dort konnten wir

eine große Lagerhalle für unsere Arbeit nutzen.

das Symposium hatte früher auf dem

Töpferhof Gramann stattgefunden, der 1720

gegründet wurde und in seiner blütezeit in

der ddR 450 menschen beschäftigte. Heute

arbeiten dort nur noch vier Personen. bei

ELIoG hatten wir rund um die Uhr zugang zu

unserem Studio.

die Veranstalter hatten ein ehrgeiziges

begleitprogramm organisiert mit Vorträgen

regionaler Wissenschaftler, mehreren Holzbränden,

unter anderem in einem kleinen

keltischen ofen, Konzerten und Festen im

Schlosshof Glücksburg. Wöchentlich gab es

Künstlergespräche für die Öffentlichkeit.

Wir unternahmen auch Ausflüge in die Umgebung,

zum beispiel nach meiningen mit

seinem bekannten Theater. Es gibt viel zu

entdecken in dieser Region. Es ist in der Tat

ein inspirierender ort! die Kirche in Römhild

ist ein atemberaubendes gotisches Gebäude,

das vor der Gründung meines eigenen Landes,

den USA, gebaut wurde!

markus Weingarten, ein Töpfer aus Römhild

führte uns auf eine Wanderung im Wald

in der Nähe unserer Unterkunft, um den

lokalen Ton zu suchen. dieser ist außergewöhnlich

plastisch und bekommt im brand

ABBILDUNGEN -

oben - Gudrun Petzold während des Symposiums,

daneben eine während des Sympposiums entstandene

Werkgruppe

mittlere Reihe - Stephanie Link bei der Arbeit,

daneben eines ihrer Arrangements

unten - Elsbietta Grosseova während der Arbeit,

daneben eine ihrer Arbeiten

NoVEmbER / dEzEmbER 2008 NEUE KERAMIK 41

bei 1000°C eine warme rötliche Farbe. diese

alte Tongrube, die in der Vergangenheit

möglicherweise von der Töpferei Gramann

benutzt wurde, ist nun ein wundervoller, mit

Quellwasser gefüllter Teich.

Wie so oft, wenn ich im Ausland arbeite,

kam ich ohne Konzept für das Thema, „Phönix

aus der Asche“ hierher, sondern erwartete,

dass mich die neue Umgebung inspirieren

würde. Tatsächlich erlebte ich jeden

Tag fruchtbare Inspirationen, zum beispiel

aus Fakten eines Gesprächs, die sich durch

Übersetzung veränderten oder bestimmten

regional geprägten Gesten von neuen Freunden.

meine beobachtungen der unermüdlichen

Anstrengungen der organisatoren und

engagierten Einheimischen fanden Ausdruck

Fotos - Peter Ruszwurm

in einem neuen Weg figurativer keramischer

Plastiken. dabei verschmolz ich tierische mit

menschlichen Eigenschaften, um besondere

bedeutungen, Symbolik und psychologische

Wirkungen auszudrücken. Es ist eine Kombination

aus großer Freiheit im kreativen

Prozess und den Ergebnissen von zeichnerischen

Skizzen, die sowohl reale als auch fiktive

Elemente enthalten. Es ist ein intuitiver,

jedoch sehr wohl bewusster Prozess, auf die

verfügbaren materialien zu reagieren, meine

Absichten zu realisieren, und dabei die Real-

Life-Situations einzubringen, die meine Arbeit

motiviert.

Heidi Preuss-Grew lebt in Portland und Salem, Oregon,

USA. Sie ist Mitglied der AIC und Associate Professor of

Art an der Willamette University, Salem, USA.


AUSSTELLUNGEN

Figürliche Keramik in Freiburg

Die Galerie Bollhorst zeigt vier figürlich arbeitende KeramikerInnen

Frederik Bollhorst

mit Marianne Eggimann stellt eine junge

Schweizerin aus, die ihr Atelier in Leipzig

betreibt. Eggimann schafft ein eigentümliches

Skurrilitätenkabinett aus Porzellan. Ihre

vielschichtigen Schöpfungen zeugen von

einer unbändigen Lust am Gestalten einer

Welt, in der ihre Neuschöpfungen selber ob

ihrer Existenz zu staunen scheinen. Gleichsam

erstarrt und konserviert unter „eisigen“

bedingungen finden sich ihre Figuren oftmals

in einer mundgeblasenen Schneekugel

wieder. Ihre Wesen sind zumeist Neuschöpfungen,

scheinbar aus Laboren entsprungen,

in denen die Experimente genomumbauender

Forscher zu abstrusen Geschöpfen führen.

Eggimann baut eine Welt, die in transparent

glasiertem Limoges-Porzellan unter Glaskolben

kollektibel wird wie in einer Wunderkammer

oder einer medizinisch-anatomischen

Abteilung, wo in reihen geordnet in Formalin

konservierte Abnormitäten auf voyeuristische

blicke warten. In diesem Licht der

Schneekugel entlarvend, traumwandlerisch,

surreal, voller Lust und Neugier, schwelgt

Eggimann zwischen seltsamen Tiergestalten

und bürgerlichen Szenen. Es bleibt eine tiefe

Einsamkeit dieser Geschöpfe, wenn sie, nach

dem Schütteln der Schneekugel, geräuschlos

einschneien.

Eine eigene Art von Einsamkeit ist auch

in den Arbeiten von Silvia Siemes zu erkennen,

im besonderen in der reihe der „Haubenfrauen“,

von denen einige in der Ausstellung

zu sehen sind. diese Figuren stehen in

Posen einer absoluten ruhe oder Kontemplation.

die spärlichen Gesten sind nicht spontan,

sondern für eine Ewigkeit geschaffen,

von ihren Protagonistinnen sehr sorgfältig

geplant und mit stoischer ruhe langsam und

bewußt ausgeführt. die Figuren muten an,

als folgten sie einer Art Aufgabe oder einem

Auftrag, den sie mit einer inneren Haltung

gelassen erfüllen. die Kleidung der Figuren

ist unauffällig, spartanisch, ganz einem

übergeordneten ziel angepaßt. die Strenge

einer selbstauferlegten ordnung bekommt

durch die Hauben der Figuren fast eine religiöse

Färbung. den Figuren von Siemes ist

eine sehr eigene, nahrhafte Stärke gemeinsam,

trotz ihrer Einsamkeit und des zeitweiligen

Gefühls einer Isolation.

Gänzlich anders arbeitet Michael Flynn.

die Arbeiten in der Ausstellung von michael

Flynn zwingen den menschlichen Körper in

expressive, spontane bewegungen. die Körper

zeigen überformte dehnungen bis zum

fast gefühlten, physischen Schmerz. die

Szenen sind wie eingefroren dargestellt,

fast wie in dem Sekundenbruchteil einer

Fotografie. Flynns Arbeiten provozieren Erzählungen

von der Lust an Körpern im Tanz,

vom Schmerz und von rastlosigkeit. Flynns

Arbeiten scheinen von einer Sehnsucht nach

einer permanenten verwandlung geprägt zu

sein. Sie erzählen von einer besessenheit und

Leidenschaft, davon, Grenzen zu überschreiten

oder zu verwässern. vieles geschieht

in einer Art Tanz, vielleicht sogar rausch.

Flynn arbeitet in einer radikalen Weise mit

dem keramischen material. die Auseinandersetzung,

gewissermaßen der Kampf mit dem

material, ist das Fundament für die Aussage

seiner Arbeit. mit dieser radikalität erweitert

er konsequent die Grenzen des materials.

Flynn operiert nicht in standardisierten

Fertigungstechniken, sondern setzt selbstsicher

seine eigenen Standards.

Ähnlich wie bei michael Flynn entstehen

die zumeist weiblichen Figuren von Nathalie

Schnider-Lang in einem spontanen,

fließenden Prozeß. Schnider-Lang modelliert

mit einem weichen, stark schamottierten

Ton. Um ihre bevorzugte Arbeitsmethode zu

verdeutlichen, zieht man am besten ihre Serie

aus kleinformatigen Figuren zu rate, die

auf Ständern präsentiert werden. man kann

sich sehr gut vorstellen, wie Schnider-Lang

mit nur wenigen, temporeichen bewegungen

ihrer Finger der Figur eine Grundpose,

einen Grundcharakter verleiht. dabei folgt

die Künstlerin einem vorherrschenden Gefühl,

welches in der Figur eine spontane

Umsetzung finden soll. die Figuren bleiben

ständig in einem offenen Prozeß. die Figuren

von Schnider-Lang sind bestimmt von

einer sehr feinen Poesie. die pastelligen

Engoben nehmen den Figuren ihr Gewicht,

reduzieren ihre „Erdschwere“ und transportieren

dafür umsomehr eine leicht weltentrückte,

melancholische Gefühlswelt. Ihnen

wohnt ein träumerischer, etwas weltverlorener

Grundton inne. viele Gesten sind wie bei

42 NEUE KERAMIK NovEmbEr / dEzEmbEr 2008


ABBILDUNGEN -

linke Seite v.l.n.r.

- Marianne Eggimann, Beutelspringer - 2007 - Porzellan, Glas, Wasser,

Silikon, Kunstschnee, Glanzgold - H 13 cm

- Marianne Eggimann, Space-Paar - 2006 - Porzellan, Glanzgold - H 17 cm

oben links - Nathalie Schnider-Lang, Isabella - 2008

oben rechts - Michael Flynn, Catching the Cock - 2007 - Porzellan - H 30 cm

rechts - Silvia Siemes, Figuren aus der Reihe „Haubenfrauen“ - 2006/07

michael Flynn durch übertrieben überdehnte Gliedmaßen überhöht,

finden sich im Tanz wieder oder scheinen einem rhythmus zu folgen.

die weißliche Haut der Figuren verleiht ihnen etwas maskenhaftes,

Geschminktes und in ihrem Tun leicht Inszeniertes. die Figuren von

Schnider-Lang, die sie bis in Lebensgröße arbeitet, wirken durch ihre

eindrückliche Patina ausgesprochen zeitlos. Fast scheint es, als könnten

die Arbeiten aus archäologischen Grabungen stammen. Schnider-

Lang simuliert diesen Eindruck, indem sie die Engoben vor dem brand

durch Schleifen teilweise bis auf den rohen Ton zurücknimmt und

somit eindrückliche Spuren hinterläßt. der anschließende Salzbrand

verstärkt durch seine oberflächenwirkung das Gefühl, einem Gegenstand

mit Geschichte zu begegnen.

die Lust, Geschichten zu erzählen, ist den vier Künstlern der Ausstellung

gemeinsam. berühren sie sich gestalterisch kaum, so tragen

alle den drang zum Erzählen in sich. Es ist äußerst gehaltvoll, der

wundersamen Poesie der vier Künstler zu folgen und in ihre Welt

einzutauchen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28.11.2008 zu sehen in der

Galerie Bollhorst, D-79098 Freiburg, Konviktstrasse 11

Frederik Bollhorst hat an der Humboldt-Universität in Berlin Kulturwissenschaften und

Kunstgeschichte studiert und führt die Galerie Bollhorst in Freiburg/Breisgau.

NovEmbEr / dEzEmbEr 2008 NEUE KERAMIK 43

Fotos - Galerie Bollhorst

FrEIbUrG

AUSSTELLUNGEN


AUSSTeLLUNGeN

Fuping - China

die internationalen Museen

Beate Thiesmeyer

die am häufigsten an uns gerichtete Frage der letzten monate

war wohl für alle 15 deutschen Keramiker, die im Fuping Pottery

Art village für das Flicam-Projekt gearbeitet haben, die gleiche:

Wie war China?

Nach einem monat in einem Land, dessen Kultur so reich und so

fremd ist, mit Lebens- und Arbeitsbedingungen, die für uns Westeuropäer

nur schwer vorstellbar sind, und doch so voller heiterer liebenswürdiger

menschen, nahm jeder von uns sein China-bild mit.

So ist auch dies ein sehr persönlicher bericht, in dem die Keramik

nicht immer im vordergrund steht.

die Gruppe der deutschen Keramiker wurde von monika Gass, der

Leiterin des Keramikmuseums Westerwald und dem chinesischen Initiator

und mentor des Projektes dr. I Chi Hsu, eingeladen. die Auswahl

sollte die vielfalt deutscher zeitgenössischer Keramik zeigen.

Nur wenige von uns kannten sich gut und jeder hatte als einzelkämpfer

(die 2 Keramikerpaare als doppelkämpfer) vorher soviel

Informationen wie möglich zusammengetragen, um Strategien für

seine Arbeit an diesem unbekannten ort zu entwickeln. Angereist

15 KeramikerInnen aus Deutschland bestücken

das neu eröffnete Deutsche Keramikmuseum in

Fuping, China.

Petra Bittl, Monika Debus, Manfred Emmenegger-Kanzler,

Martin Goerg, Barbara Gröbl, Thomas Hirschler, Martin

Möhwald, Werner Nowka, René Putbrese, Fritz Roßmann,

Antje Scharfe, Michael Sälzer, Monika Schödel-Müller,

Beate Thiesmeyer und Thomas Weber.

wurde alleine oder in kleinen Gruppen. Insgesamt 6 von uns nutzten

die Gelegenheit, in einem touristischen vorprogramm Peking

und die herzliche und großzügige Gastfreundschaft von dr. Hsu

kennen zu lernen. So dauerte es eine Weile, bis die Gruppe komplett

in Fuping versammelt war.

Sehr hilfreich für den Start waren die erfahrungen der Italiener,

an denen sie uns großzügig teilhaben ließen. eine weitere möglichkeit

zum Ausloten der möglichkeiten, waren die besuche in den

bereits eröffneten Keramik-museen. die hier präsentierten Stücke

waren (fast) alle unter den Umständen entstanden, die jetzt auf uns

warteten. Hier konnte man beispielsweise die verschiedenen Tonsorten

studieren und den einsatz der traditionellen bleiglasuren.

zudem bedeutete es einen ungeheuren Ansporn, hier die Arbeiten

so vieler bekannter Keramiker in diesen großartigen museen zu sehen.

mit ihren Werken würden wir unsere messen lassen müssen!

Jeder von uns hatte ein Konzept im Kopf und im Koffer wichtige

Werkzeuge und Hilfsmittel.

Wir waren angespannt, konnten aber dennoch den überaus herzlichen

empfang genießen: das Gespräch mit Firmenchef Herrn Xu

und seinem Sohn, das opulente begrüßungsdiner, unsere schönen

zimmer mit bad und der Annehmlichkeit, sich immer ein heißes

Getränk bereiten zu können.

die ersten zwei Arbeitstage waren die schwierigsten. mit Hilfe

der fünf unermüdlichen dolmetscher wurden Arbeitsplatz und ma-

44 NEUE KERAMIK November / dezember 2008


terial organisiert. Wir fanden Platz im leer geräumten Ausstellungsraum

der baukeramischen Produkte der Fule-Tile-Company. er lag in

direkter Nachbarschaft der Produktionsstätten und gut erreichbar

für die besucher.

man versuchte, unsere speziellen Wünsche zu erfüllen, und wir

hatten den eindruck, dass unsere Arbeit von allen ernst genommen

und respektiert wurde. ein gutes Gefühl, was durch die freundliche

Aufmerksamkeit, mit der Chairman Xu unsere Anstrengungen

verfolgte, noch verstärkt wurde. All unser Tun wurde von einem

jungen Fotografen, den die Firma eigens dafür eingestellt hatte,

dokumentiert.

die Arbeit kam in Fluss. Langsam hatten wir die zeit und muße,

mal zu sehen, was die anderen so machen, zeit mit den Italienern zu

feiern und zu singen. Und gerade beim Singen, wobei wir uns auf den

kleinsten gemeinsamen Nenner „oh, Tannenbaum“ einigten, beim

Tränenlachen und beim abendlichen rituellen biertrinken, wuchs die

Gruppe zusammen. Immer besser ging es nun, Ideen auszutauschen

und die ersten brennergebnisse und Proben zu diskutieren.

Probleme kristallisierten sich heraus: die Tonqualität war sehr

schwankend, so dass man für gleiche ergebnisse größere mengen

der gewählten masse bunkern musste. der Ton war im lederharten

zustand sehr empfindlich, trocknete schlecht durch und explodierte

bei restfeuchte regelrecht im Tunnelofen. rohteile, die aus der

Hohlstrangpresse kamen, standen unter so großer Spannung, dass

sie nach dem brand aufrissen. es gab oft verunreinigungen. Wir

mussten also hoch konzentriert und mit viel Frustrationstoleranz an

unseren Stücken arbeiten.

Und dann bebte die erde. obwohl wir doch über 500 km vom

epizentrum entfernt waren, wanden sich die Fabrikschornsteine wie

Schlangen, das bassin des Springbrunnens unseres Hotels schwappte

über. Wir rannten mit zitternden Knien über einen boden, der wie

ein Schiffsdeck im Sturm schwankte. ein essentielles erlebnis in Anbetracht

der vielen Todesopfer in der Nachbarprovinz. Während der

dreitägigen Staatstrauer nahmen wir an den Schweigeminuten für

sie teil, die auf dem vorplatz des Potery Art villages mit der ganzen

belegschaft begangen wurde. Gerade diese Teilnahme am Leben im

village, wenn auch mit Privilegien für uns, war ein eindrücklicher

bestandteil unseres Aufenthaltes.

Wir hielten uns an Arbeits – und essenszeiten, arbeiteten 7 Tage

die Woche und mindestens 10 Stunden am Tag, gewöhnten uns an

drei warme mahlzeiten, die Nudelsuppe und den gebratenen Spinat

zum Frühstück, schwitzten mit am Tunnelofen, schluckten den allgegenwärtigen

Staub, lächelten den besuchergruppen zu, schüttelten

Politikerhände.

dies brachte uns den chinesischen Lebensbedingungen etwas

näher. die Gänge in die Stadt Fuping, die man zu Fuß erreichen

konnte, rundeten das bild ab.

zuerst begleiteten uns unsere dolmetscher, die großen Spaß daran

hatten, mit uns langnasigen exoten durch das Getümmel der

Gassen zu streifen, wo unser Anblick immer verwundertes Staunen

auslöste. doch bald ging es auch alleine mit ein paar chinesischen

brocken, denn englisch konnte kaum jemand. Hier begegneten wir

China, dem atemberaubenden verkehr aller erdenklichen Fahrzeuge,

den Garküchen, den zahllosen Tee- und allgegenwärtigen mobiltelefonläden.

Wir sahen die Gassen der Textil- und Pinselhändler,

ABBILDUNGEN -

linke Seite oben - das Deutsche Museum in Fuping

linke Seite unten - Blick vom Französischen Museum auf das noch in Bau

befindliche AIC- Museum

rechts v.o.n.u.

- Blick in das Museum mit chinesischen Keramiken

- während des Aufbaus der Ausstellung

- während der Eröffnung des Deutschen Museums

November / dezember 2008 NEUE KERAMIK 45

FUPING, CHINA

AUSSTeLLUNGeN


AUSSTeLLUNGeN

rochen die Gewürzmühlen und Soyasaucenbrauereien, wunderten

uns über die lebendigen Auslagen der Fisch- und Geflügelhändler.

Unsere harten Arbeitswochen wurden unterbrochen von wunderbaren

Ausflugstagen. mit einem kleinen bus, einem waghalsigen

Fahrer, zwei besorgten dolmetschern, dem unvermeidlichen Fotografen

und einem vorrat an Trinkwasser und Sonnenschirmchen ging

es hinaus in die fruchtbare Hochebene, deren Lösboden Gemüse

und Weizenanbau begünstigt. Alle Sorten von Straßen gab es dort:

löchrige Schotterpisten, staubige Landstraßen, aber auch 6-Spurige

Autobahnen und prachtvolle Alleen. An den verkehr, ein Alptraum

scheinbar völlig ohne regeln, mit orgiastischem Gehupe und

Schleimhaut versengendem Gestank, konnte man sich erstaunlicherweise

irgendwie gewöhnen. das durchhalten wurde immer belohnt!

ein Höhepunkt war der besuch der Terrakotta-Armee. Über 6000

tönerne Soldaten bewachen das Grab ihres Kaisers. Sie sind überlebensgroß

und individuell gestaltet. Sie sind unglaublich präsent

und lebendig. der Ton, der unter einer nur noch rudimentär vorhandenen

bemalung sichtbar war, entsprach von Art und Farbe ungefähr

dem, mit dem wir im 1 ½ Stunden entfernten Fuping arbeiteten.

der Gedanke daran, wie vieler Handwerker- und Künstlerhände

es bedurfte, um dieses Werk zu vollbringen, macht nachdenklich.

Wie haben sie wohl gelebt und gearbeitet. bestimmt nicht so verwöhnt

wie wir!

ABBILDUNGEN -

links oben - beim Besuch der Terra Cotta Armee in Xi`an

links unten - beim Besuch eines Töpferdorfes in den Bergen

oben - die Tunnelofenanlage in Fuping in der auch Arbeiten der

Teilnehmer gebrannt wurden

einblicke in heutiges chinesisches Keramikerleben bekamen wir

in einem Töpferdorf in den bergen. Überall sind gebrauchte brennkapseln

mit oberflächen, bei denen unsere Holzofentöpfer Wonneschreie

ausstoßen würden, als baumaterial verwandt.

Wer Höhr-Grenzhausen noch vor 30 Jahren kannte, dem waren

die bilder, die wir beim blick in die Werkstätten sahen, gar nicht so

fremd: Frauen auf niedrigen Hockern beim dekorieren, männer an

mit Transmissionsriemen betriebenen drehscheiben, Gießbänke vor

riesigen Trommelmühlen.

Und wer das Landleben satt hatte, kam bei den Ausfügen nach

Xi‘an auf seine Kosten. die Stadt ist etwa so groß wie Paris und

damit eine von den kleineren millionenstädten Chinas. da sie über

viele Jahrhunderte nicht nur die Hauptstadt des chinesischen reiches

war, sondern auch Ausgangspunkt der völker verbindenden

Seidenstraße, ist sie unglaublich reich an historischen bauten. die

von einer über 20 km langen mauer umgebene Altstadt widerstand

den zerstörungen der Kulturrevolution wie der bauwut der letzten

Jahre gleichermaßen und bezauberte mit ihren Gassen voller Händler

und Garküchen. Auf der rückfahrt im bus zeigten wir uns unsere

Souvenir-beute, die nach gnadenlosem Feilschen den besitzer gewechselt

hatte.

beim besuch der kleineren, unbekannteren Terrakotta-Armee

eines weiteren Herrschers fiel es uns schwer zu entscheiden, was

eindrucksvoller war, die etwa 60 cm hohen eleganten Figuren, die

den gesamten Kaiserhof mit mensch und Tier, Gefährt und Gerät darstellen

oder das neu errichtete museumsgebäude. man lief auf dicken

Glasplatten direkt über die Ausgrabungsstätte. ein einzigartiges beispiel

moderner chinesischer baukunst, die imponieren will.

So wie die museen in Fuping. Auch hier ist es gelungen, mit

der Kombination aus backstein und beton eine imposante museumsarchitektur

zu schaffen, die hochmodern ist, aber gleichzeitig

mit ihrer archaischen Ausstrahlung an romanische Sakralbauten

erinnert.

In „unserem“ museum trocknete der beton noch, als wir unsere

letzten Stücke in die Öfen schoben.

die Anspannung der Tage vor der eröffnung war sehr groß. Wieder

einmal stand der Tunnelofen wegen eines defektes still. In ihm

unerreichbar eine große Anzahl von Stücken, von denen nun völlig

unklar war, ob sie heil und ausreichend hoch gebrannt wieder ans

46 NEUE KERAMIK November / dezember 2008


Tageslicht kommen würden. die brände zweier großer Kammeröfen,

durch die für einige von uns die gesamte Produktion der 4 Arbeitswochen

lief, standen noch aus.

ohne zu wissen, welche Stücke nun tatsächlich gelingen würden,

mussten wir die Gestaltung unserer Ausstellungsfläche planen und

unseren bedarf an Podesten anmelden, die dann im rahmen der

möglichkeiten nach unseren vorstellungen gefertigt wurden. Wer

steht wo? Was passt zueinander? Heikle Probleme, die wir nach

meinung unserer dolmetscher als Gruppe ohne Führer nicht würden

lösen können. es war schwierig, aber es ging, und als monika Gass

zwei Tage vor der eröffnungszeremonie eintraf, brauchte sie dem

Ganzen nur noch den letzten Schliff zu geben. Gut tat uns ihr Lob!

Sie schien stolz auf uns zu sein. Wir waren froh, dass sie da war

und mit uns zusammen die deutsche Keramik bei der großen Feier

vertreten würde. Sie hatte an alles gedacht und den Koffer voller

Geschenke und kleiner Überraschungen für alle, die für uns wichtig

waren. die Jüngste unserer Gruppe, barbara Gröbel, wurde nun ausgewählt,

den dank von uns allen bei der eröffnung auszusprechen.

die Feierlichkeiten begannen am späten vormittag. dr. Hsu war

aus Peking angereist, begleitet von einer Gruppe bekannter chinesischer

Keramiker und einiger Journalisten.

ein meer von roten riesenlampions, Fahnen, bändern. Auch wir

feierlich geschmückt mit den Papierblumenansteckern, die uns als

„v.I.P.‘s“ kennzeichneten und einer schwarz-rot-goldenen Halsgirlande

aus dem unergründlichen Koffer von monika Gass. Trommeln,

zimbeln, Gesangsdarbietungen, reden, Geschenke, Glückwünsche,

danksagungen und dann endlich das feierliche zerschneiden eines

roten bandes. Unter Krachen der böller und in einem Schneesturm

FUPING, CHINA

AUSSTeLLUNGeN

von Konfetti betraten alle das neue museum. Wir sind erleichtert,

aber auch ein bisschen stolz auf uns.

der große raum sieht wunderbar aus. eine gute mischung aus

Gefäß, Plastik und Installation wurde gefunden. die holländischen

und die angereisten chinesischen Kollegen beglückwünschten uns.

die Feiern setzten sich bis zum Abend fort. bei einem Grillfest,

das mit einem phantastischen Feuerwerk begann, hatten wir Gelegenheit,

uns mit den holländischen Kollegen auszutauschen. Letzte

Gelegenheit mit unseren chinesischen Gastgebern die gute zeit revue

passieren zu lassen, die wir im Pottery Art village hatten und

noch mehr über ihre Pläne zu erfahren. zeit, langsam Abschied zu

nehmen von unseren großartigen dolmetschern. Sie waren unsere

Stimme und auch unser Fenster für einen sehr persönlichen blick

auf einen kleinen Teil dieses riesigen Landes.

beim Abschiednehmen wurde uns sehr bewusst, dass wir quasi

als Pioniere an einem international einzigartigen privatwirtschaftlichen

Projekt teilnahmen: der Aufbau eines zentrums, in dem in

museen, Galerien, Ausbildungsstätten zeitgenössische Keramik im

mittelpunkt steht. Wird uns das mut und Kraft geben, uns auch in

unserem Heimatland für den Stellenwert der keramischen Kunst im

öffentlichen bewusstsein einzusetzen?

Wir werden es, jeder an seinem Platz, gestärkt durch die Wertschätzung,

die unserer Arbeit von unseren chinesischen Freunden

entgegengebracht wurde, versuchen!

Beate Thiesmeyer ist Töpfermeisterin und Freie Künstlerin und war Mitglied der Gruppe

deutscher Künstler, die in Fuping arbeiteten. Sie lebt in Kaub am Rhein und schreibt

gelegentlich für deutsche und internationale Keramikmagazine.

ABBILDUNGEN -

links oben - die Gruppe der deutschen Künstler mit Gästen beim

Abschiedsessen -

sitzend v.l.n.r. - Werner B.Nowka, Monika Schödel-Müller, Barabara Gröbl,

Monika Gass, René Putbrese

stehend v.l.n.r. Mr. Wu, Thomas Hirschler, Antje Scharfe, Dr. Hsu, Chairman

Xu, Fritz Roßmann, Martin Möhwald, Michael Sälzer, Thomas Weber, Beate

Thiesmeyer, Petra Bittl und Manfred Emmenegger-Kanzler. Monika Debus und

Martin Goerg waren zu diesem Zeitpunkt schon wieder abgereist.

links unten - Dr.Hsu durchschneidet das Band bei der Eröffnung des Museums

unten rechts - Monika Gass mit Übersetzerin und deutschen Künstlern bei der

Eröffnung des Museums

November / dezember 2008 NEUE KERAMIK 47


AUSSTELLUNGEN

XX. Biennale Internationale

de la Céramique à Vallauris

Otto Lindner

Viele Franzosen kennen die zwischen Cannes und Nizza an der Côte

d’Azur gelegene Stadt Vallauris als einen Ort, der in enger Beziehung

zur Kunst der Keramik steht. Vor allem Pablo Picasso, der

hier in den 50er-Jahren lebte und schuf, aber auch Marc Chagall

und Henri Matisse sowie bedeutende Keramiker wie Gilbert

Portanier, Jean Derwal und Roger Capron, um nur einige zu nennen,

haben die Stadt zu einem Pilgerort für Keramikliebhaber

gemacht.

Der Bürgermeister der Stadt hat dem Generaldirektor

der Biennale Yves Peltier seit seinem Amtsantritt einen

Blankoscheck ausgestellt, um der Biennale nach jahrelangem

künstlerischen Dornröschenschlaf wieder

zu neuer Dynamik zu verhelfen und das Image

moderner und zeitgenössischer Keramik

aufzupolieren.

Yves Peltier war bereits Leiter der Biennale

2006 und möchte den eingeschlagenen

Weg auch an der kommenden Biennale

2010 fortsetzen. Er wünscht sich

eine Biennale zeitgenössischer Kunst im

Bereich Keramik an Stelle einer Biennale

zeitgenössischer Keramik. Die Nuance

ist wesentlich. Während berühmte Maler

und Bildhauer, die von Zeit zu Zeit auch

Keramik als Ausdrucksmittel verwenden,

sofort grosse Aufmerksamkeit auf sich

ziehen (z.B. Richard Deacon oder Miquel

Barcelo), können bekannte Künstler aus

der Keramikszene oft nur mit einem geringen Potenzial an

Sammlern und Liebhabern rechnen. Selbst die Besten unter

ihnen bekommen selten die Anerkennung, die sie für

ihre Kunst verdienen. Dazu erklärt Yves Peltier etwas provozierend:

„Mit Schwierigkeiten konfrontiert reagiert die

Keramikszene mit korporativen

Reflexen und zieht sich auf sich

selbst zurück. Man muss zugeben,

dass so manches keramische Werk

künstlerisch ziemlich mittelmässig

ist und die Fachleute, die das

beurteilen sollten, nicht immer

kompetent genug sind.....in Wirklichkeit

bezahlen die Guten für

die Schlechten, denn sie werden

verdächtigt, korporative Werte zu

befördern. Dieser Verdacht verhindert

öffentliche Anerkennung.“

In seinem Vorwort zu dem bemerkenswerten

Katalog der Biennale

lädt Yves Peltier uns ein, über

unser Verhältniss zur zeitgenössischen

Kunst und der Entwicklung

zeitgenössischer Keramik nachzudenken:

„Es existiert ein Problem

zwischen der Welt der Keramik und

der Welt zeitgenössischer Kunst.

Das Problem ist komplex, vieldeutig

und schwer zu verstehen. Auf

der einen Seite herrscht Unverständniss

sowie Unkenntniss der

Mechanismen der Kunstszene und

der sich daraus ergebenden Strategien

des Kunstmarktes mit seinen

Ansprüchen, auf der anderen

Seite existiert häufig Gleichgültigkeit,

Ablehnung, ja sogar deutlich

gezeigte Verachtung.“

Die seit 1966 bestehende Biennale

bietet in ihrer 20. Ausga-

48 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


© Fotos - Gaby Giordano - Claude Germain - Dorte Krogh - Etienne Van Sloun - G. Ramaekers - Gitte Jungersen - Alain Chudeau

ABBILDUNGEN -

linke Seite - Enno Jaekel - Sleepers - Steinzeug in verschiedenen Grössen

oben v.l.n.r - Bean Finneran - Installation - Stäbe aus Irdenware mit Farbkörpern

- Plastiken von Richard Deacon

Mitte - Gitte Jungersen - The Longings of Spiderman - Steinzeug und Plastikmännchen - 42 x 18 x 18 cm

rechts - Arnaud Verin - La Sphinge - glasierte Irdenware - H 95 cm

be weit mehr als nur den Wettbewerb europäischer zeitgenössischer Keramik.

Sieben auf die ganze Innenstadt verteilte Gebäude laden zu einem abwechslungsreichen

Rundgang ein und an jedem dieser Orte gibt es einen anderen Aspekt zeitgenössischer

Keramik zu entdecken.

Der Wettbewerb wird im Erdgeschoss des nach dem Maler Alberto Magnelli benannten

Keramikmuseums in zum Teil abgedunkelten Räumen wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Die zehnköpfige Jury (1) hat unter 400 Bewerbern 30 Künstler in die engere Auswahl

genommen, darunter konnten sich in diesem Jahr nur 7 Bewerber in der Kategorie

„Gefäss-Keramik“ qualifizieren. Die grosse Mehrheit der ausgestellten Arbeiten kommt

aus dem Bereich „Skulpturale, konzeptuelle und architektonische Keramik“ und kann

damit leichter dem Begriff „zeitgenössische Kunst“ zugeordnet werden. Drei deutsche

KeramikerInnen konnten die Juroren mit ihrer Arbeit überzeugen und gehören zu den 30

ausgestellten Künstlern : Martin Goerg, Enno Jaekel und Anna-Franziska Kessler. Den mit

15.000 Euro dotierten Grand Prix erhielt die Französin Clemence van Lunen für „fleur“,

eine aus neun Einzelteilen bestehende Porzellanblume, die mit Hilfe eines unsichtbaren

komplizierten Metallskeletts trotz ihrer Länge von 1,80 m scheinbar schwerelos im Raum

zu stehen scheint. Ein Aufenthalt in der chinesischen Porzellanmetropole Jingdezhen

half ihr, technische Schwierigkeiten bei der Verwirklichung ihrer Arbeit in den Griff zu

bekommen.

VALLAURIS

AUSSTELLUNGEN

AUSSTELLUNGEN

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 49

49


AUSSTELLUNGEN

© Foto - Otto Lindner

Der Däne Michael Geertsen setzt sich sowohl realistisch wie abstrakt

mit dem Konzept des Gefässes auseinander. Er dreht verschiedene

Elemente, zerschneidet sie und fügt sie jenseits aller Funktionalität

wieder zusammen. Popfarbig gelb glasiert mit vergoldeten Teilen ergibt

dies ein unkonventionnelles und skulpturales Gefäss. Dafür wurde ihm

der Preis der Stadt Vallauris im Bereich Gefäss-Keramik zugesprochen

(5.000 Euro). Seine Wandobjekte sind im Treppenhaus des Museums zu

sehen (siehe auch das Titelfoto).

Der französische Künstler Raphaél de Villers erhielt den Preis für

skulpturale, konzeptuelle und architektonische Keramik (5.000 Euro).

Auch seine Werke entstanden in Jingdezhen und überraschen durch

ihre expressive Spontaneität. Seine meist anthropomorphen oder zoomorphen

Porzellanplstiken aus gedrehten, impulsiv zusammengesetzten

Teilen räumen während des Brandes bei 1300°C dem Zufall einen

ABBILDUNGEN - oben v.l.n.r.

Clémence Van Lunen - Fleur - Porzellan, Gips, Leim, Metall - 72 x 110 x 180 cm - Grand Prix

Raphaél de Villers - Annonciation - Prix de la Ville, "Céramique... sculpturale..."

Piet Stockmans - 100 vases in box - Porzellan - H 18cm

Martin Goerg - Form 1 - Steinzeug - Engoben und Porzellan - H 55 cm

Kim Simonsson - Idol

unten v.l.n.r.

Charlotte Nordin - Unknown Forest - 5O x 5OO x 200 cm - Prix de la relève

Michael Geertsen - Vessel - Fayence und Gold - H 55 cm - Prix de la Ville, "Le contenant"

Anne Van Hoey - Etude géométrique - Fayence - 15 x 30 cm

Maxim Velcosky (Qubus éditeur) - Ornament and crime - Porzellan - H 30 cm

50 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


grossen Platz ein. Entstehende Verformungen

und Risse sowie verlaufene Farben werden

akzeptiert und sind wesentlicher Ausdruck

der fertigen Plastik.

Die Schwedin Charlotte Nordin gewann

den Preis für KeramikerInnen unter 35 Jahren

(5.000 Euro). Ihre Kindheitserinnerungen an

Wälder und mystische Geschichten von Trollen

und Elfen waren Inspirationsquelle für

ihre Installation „unknown forest“.

Im 1. Stock versetzen uns die sensiblen

Plastiken des Finnen Kim Simonsson für

einen Moment in eine Welt à la „Alice im

Wunderland“. Ganz anders ist der Eindruck

bei den meist kleinformatigen Plastiken der

Dänin Gitte Jungersen. Der ihre Werke umgebende

leere Raum spielt eine grosse Rolle.

Durch ihn kommt die teilweise beängstigende

Einsamkeit der figurativ dargestellten Wesen

zum Ausdruck.

Gleich links vom Eingang zum Museum

Magnelli befindet sich das Musée National

Picasso, eine wundervolle kleine Kapelle aus

dem 12.Jhd., in der Picasso 1952 auf Holztafeln

sein Monumentalwerk „Krieg und Frieden“

realisierte. Dort stehen und hängen die

keramischen Skulpturen von Richard Deacon.

Zwei seiner Plastiken waren bereits auf der

Biennale in Venedig zu sehen und seine An-

wesenheit in Vallauris ist ein Zeichen für die

Wertschätzung der dortigen Biennale. Er bezeichnet

seine Keramikplastiken als ein Konstruktionsspiel,

erst am Ende des Brandes ist

das monolithisches Resultat vollendet.

Nach China im Jahr 2006 ist die Schweiz

Gastland der diesjährigen Biennale. Die 12

eingeladenen KeramikerInnen (2) teilen sich

den Saal Eden neben dem Museum und überzeugen

zumeist mit innovativen und technisch

hochwertigen Arbeiten.

Flaniert man anschliessend durch die

Rue Clément Bel kommt man zum Maison

des Quartiers, wo uns eine Ausstellung mit

dem Titel „Keramik und Kitsch“ so manches

Schmunzeln abringt und uns gleichzeitig

demonstriert, wie zeitgenössische Künstler

Kitsch auf spielerische und belebende Art

und Weise in ihre Arbeit integrieren.

Die kleine Chapelle de la Miséricorde wurde

der Kalifornierin Bean Finneran bis zum

31.08. für eine ihrer aussergewöhnlichen

Installationen zur Verfügung gestellt. Das

Ergebnis ist überwältigend : An die 40 000

gebogene rote Keramikstäbe (in 90 Kisten

aus Kalifornien eingeflogen), jeder mit einem

schwarzen Punkt an einem Ende versehen,

wurden hier am Boden der Kapelle zu einem

ovalen, an die 10 m langen korallenartigen

AUSSTELLUNGEN

Nest zusammengesteckt. In der Kapelle geradezu

sakral wirkend, scheint ihre Installation

der Planzenwelt entsprungen und animiert zu

meditativer Betrachtung. Ab dem 1.09. steht

die Kapelle dann bis zum Ende der Biennale

dem Belgier Piet Stockmans zur Verfügung.

Die sorgfältig gebauten, architektonisch

wirkenden Skulpturen der englischen Preisträgerin

KeramikerInnen unter 35 Jahren“

von 2006, Rebecca Catterall, sind im Espace

Grandjean zu finden, wo sie am 1.09. von

dem Dänen Anders Ruhwald abgelöst wird.

Die enge Beziehung zwischen Designern

und KeramikerInnen kommt schliesslich in

der Ausstellung „Design, unter welchem

Motiv?“ im Saal Jules Agard zum Ausdruck.

Das ehrgeizige Projekt, Galeristen und

Sammler zeitgenössischer Kunst für Künstler

aus der Keramikszene zu interessieren,

scheint bei Yves Peltier in besten Händen

zu sein. Man kann ihn nur beglückwünschen

zu seinem „cru 2008“ und auf eine mögliche

Steigerung im Jahr 2010 neugierig sein.

Die Biennale geht noch bis zum

17.11.2008. Weitere Infomationen unter:

http://biennale.vallauris.free.fr.

Otto Lindner ist Keramiker und lebt in Soulatge, Süd-

Frankreich. Er schreibt gelegentlich für internationale

Keramikzeitschriften

(1): Auch in der Zusammenstellung seiner Jury setzte

Yves Peltier Akzente in Richtung zeitgenössische Kunst:

Guy Bloch-Champfort (Kunstkritiker, Paris), Hélène

Huret (Direktorin der Stiftung Bernardaud, Limoges),

Brigitte Drud (Galeristin, Dänemark), Philippe Hardy

(Generalinspektor des Kultusministeriums, Paris), Gitte

Jungersen (Künstlerin, Dänemark), Jean-Jacques Wattel

(Departements-Direktor bei Tajan, Experte dekorativer

Kunst des 20. Jhd., Paris), Annette Sloth (Galeristin,

Belgien), David Caméo (Direktor der Manufacture

Nationale de Sèvres, Paris), Nathalie Pasqua und Elsa

Lemarignier (Sammlerinnen, Paris), Kim Simonsson

(Künstler, Finnland).

(2): Philippe Barde, Ruth Amstutz, Joelle Bennelot,

Fabien Clerc, Margareta Daepp, Marianne Eggimann,

Patrica Glave, Christian Gonzenbach, Rebecca Maeder,

Michèle Rochat, François Ruegg und Dorothee Schellhorn

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 51


AUSSTELLUNGEN SCHWEIZ

“PLATFORM 2008”

Laurin Schaub

ABBILDUNGEN -

oben

- "БIŁŁIG!" - Clemens Bautz-Zukanović - Steingut - gegossen -

Airbrush und Siebdruck

mitte

- "die Ellbogen auf dem Tisch" - Lydiane Pittet - Porzellan - seidenmatte Glasur

unten

- "Klangstoff Keramik"- Laurin Schaub - Porzellan - 1280° -

reduzierend gebrannt - Installation 3m x 2m

Es geht weiter !

Rebecca Maeder

die damals in der fabrik’Art in Kirchberg geborene Ausstellung

“platform“ ist wieder ins Leben gerufen. Sie

zeigt jeweils die zwei best benoteten diplomarbeiten jeder

Keramikschule in der Schweiz.

In dem kleinen Land der Schweiz findet man ein breites

Spektrum der Keramik: Geschirr, objekte, Figuren, Skulpturen,

Installationen, Architektur usw... die Schweizer Keramikszene

ist sehr aktiv und zeigt sich international immer

positiver.

der verein swiss ceramics (Arbeitsgemeinschaft Schweizer

Keramik) unterstützt dieses Erscheinungsbild mit verschiedenen

Aktivitäten wie Wettbewerben, Internetauftritt

und Zeitschriften. So wird in Ausstellungen und auf den

zahlreichen märkten die hohe Qualität der Schweizer Keramik

gezeigt. Und schon bald feiert die ASK ihr 50. Jubiläum.

2009 steht die ganze Schweiz unter dem Zeichen der

Keramik! Ein Anlass, den man sich nicht entgehen lassen

sollte…

damit diese aktive Szene wachsen und stetige Nachfolge

finden kann, vergibt die ASK einen Preis an die beste

diplomarbeit von jeder Fachschule. die jährlich drei best

prämierten Schüler werden ausserdem auf der Website unter

www.swissceramics.ch vorgestellt.

In Zusammenarbeit mit den Schulen und Galerien wird

die ASK die Platform weiterorganisieren.

dieses Jahr findet die Platform im artelier céramique von

Gabriella Picci statt. die Fachklassen-Absolventin von 2007

engagiert sich stark für die Keramik. Sie hat selber schon an

internationalen Wettbewerben teilgenommen und eröffnete

ihre Galerie in Lausanne im Winter 2007. die Ausstellung

platform ist vom 1. bis zum 23. November zu sehen.

die Schweiz zählt drei Schulen, die in allen bereichen

der Keramik ausbilden: die Schule für Gestaltung bern und

biel, die Ecole d’Arts Appliqués in vevey und die Ecole d’Arts

Appliqués in Genf.

die dauer des Studiums ist unterschiedlich. Auch die Tendenzen

sind absolut verschieden. ohne diese zu analysieren

gebe ich das Wort den AbsolventInnen des Jahrgangs 2008.

der Nachwuchs spiegelt die eigenen umfassenden Arbeiten,

die sowohl politische Themen wie auch Gebrauchsobjekte

darstellen. Sie können mit diesem beitrag in die Welt der

Schweizer diplomarbeiten 2008 eintauchen.

52 NEUE KERAMIK NovEmbEr / dEZEmbEr 2008


Schule für Gestaltung Bern

Klangstoffkeramik - Laurin Schaub

Eine bespielbare Installation, als Ergebnis einer experimentellen

Auseinandersetzung mit dem WerkSTOFF Keramik und dessen KLANG

möglichkeiten. Pflanzenähnliche Objekte können mittels einer Übersetzung

angetrieben werden, dabei drehen sie sich im Kreis und spielen

ihre eigene Musik. Mit einem Bogen an den Rändern der Klangteller

entlang gestrichen, entstehen obertonreiche, lang gezogene

Klagelaute. Klangstoffkeramik versteht sich als ein Instrument gewordenes

Experiment mit stark visuellem Charakter, und wirkt dabei,

spartenübergreifend, in die neue Musik hinein.

БIŁŁIG! - Clemens bautz-ZukanoviÐ

Das Grundbedürfnis ist die Entwicklung von nützlichen und kostengünstigen

Produkten mit lang anhaltendem und hohem Gebrauchswert

für Konsumierende. Die Frage ist die nach der Definition von

"Wert". Die Arbeit ist dahingehend als Studie angelegt. Durch (Re-)

Kombination unterschiedlicher Grundelemente von Form, Farbe und

Muster entstehen unterschiedliche Objekte. Deren optische und ideelle

Aussage ergänzt sich mit den massetypischen Charaktereigenschaften

ABBILDUNGEN -

oben v.l.n.r.

- "Vanessa, Mélissa, …" - Fanny Liberek - 19 Porzellanpuppen,

Bett aus Metall - 300 x 200 x 107 cm - Giessporzellan - 1220°C

- transparente Glasur - Puppee 24,5 x 19 x 14,5 cm -

Bett 180 x 90 cm, Boden 300 x 200 cm

- "Icebergs" - Clémence Kovaliv - 24 Stücke - 46 x 20 cm -

Giessporzellan - Glasur - 1240°C

unten

- "o.T." - Ursula Vogel - Paperclay (Porzellan) - 60 cm - 1260°C

SCHWEIZ

AUSSTELLUNGEN

des Steingutes zu spezifischen Produkten. Produktbezogen integriert

die Studie u.a. folgende gestalterische Denk- und Handlungsansätze:

Entschleunigung des Verbrauchsprozesses und Konsumerlebnisses, soziale

Preisgestaltung: so billig wie möglich, so teuer wie nötig.

Ecole d’Arts Appliqués, Vevey

"die Ellbogen auf dem Tisch" - Lydiane Pittet

„Porzellan-Tischservice bestehend aus verschieden grossen Schalen,

einem Becher, einer Platte und einem Essteller. Das Service ist

ausgehend von Isolationselementen aus gegossenem PVC entstanden.

Dieses Baumaterial, ein Massenprodukt, wurde seinem Verwendungszweck

entfremdet und in wertvolle Elemente einer Kleinserie

verwandelt.“

o.T. - Ursula vogel

Am Anfang war da eine Geschichte. Eine etwas unangenehme,

erotische Geschichte eines Bekannten. Es entstand ein Objekt, ein

Gegenstand, der uns seine eigene Geschichte erzählt: Ein Hund. Eine

Lampe. Ein Hund aus Porzellan. Die Dünne des Porzellanscherbens

lässt das Licht im Innern des Hundes dessen Präsenz markieren und

wird durch seinen Blick zur beobachtenden Hundelampe. Eine Reflexion über

den Fetischismus zum Objekt und die Vermenschlichung gewisser Gegenstände.

Ecole d’Arts Appliqués, Genf

"Vanessa, Mélissa, …" - Fanny Liberek

Die Pädophilie existiert unglücklicherweise seit Jahrhunderten. Vor zwanzig

Jahren war dieses Thema noch vom Mantel des Schweigens verhüllt. Die missbrauchten

Kinder konnten sich aus Furcht vor Strafmassnahmen oder weil sie

als Lügner abgestempelt würden, weder den Eltern noch anderen Nahestehenden

anvertrauen; sie waren ihrem Schicksal ausgeliefert und zum Schweigen

gezwungen. Diese Arbeit prangert diese erlittenen Notsituationen an und erlaubt

den Besuchern im Gedächtnis zu behalten, was sich ereignete und dass

es sich wiederholen könnte.

Und es gibt noch Clémence Kovaliv, die eine Installation aus Eisbergen

realisiert hat. Sie möchte die LeserInnen nicht mit einem Text beeinflussen,

damit man sich selbst Assoziationen sucht.

Wir gratulieren besonders Ursula vogel, Clemens bautz-ZukanoviÐ und

Fanny Liberek zu ihren ASK-Anerkennungspreisen und wünschen allen einen

guten Sprung in die professionelle Keramikwelt. man darf ja nicht vergessen,

dass dies erst der Anfang ist.

In diesem Sinne, seid mutig, aktiv und vertraut euch.

Rebecca Maeder ist Keramikerin und lebt in der Schweiz.

NovEmbEr / dEZEmbEr 2008 NEUE KERAMIK 53


BÜCHER • BÜCHER • BÜCHER •

„Moderne Keramik des 20. Jahrhunderts –

Die Sammlung Hinder/Reimers des Landes Rheinland-

Pfalz“ auf Schloss Villa Ludwigshöhe - Ingrid Vetter

2006 wurde das neue domizil der 1993 vom Land rheinland-Pfalz

übernommenen Sammlung des ehemaligen museums für moderne

Keramik deidesheim offiziell vorgestellt.

Im Gewölbekeller von Schloss villa Ludwigshöhe in edenkoben ist

ein depot für die 1.587 objekte umfassende Sammlung moderner

deutscher und internationaler Keramik entstanden, das durch schmale

Fensterbänder einen blick auf die vorhandenen Schätze gewährt. die

Website www.keramik-sammlung.de informiert über die aktuellen

Führungstermine im Ausstellungsraum.

zum bestand gehören u.a. objekte von richard bampi, Jan bontjes

van beek, bernard Leach/england, Arno Lehmann, Stephan erdös,

Hubert Griemert, Walter Popp, Ingeborg und bruno Asshoff, ruth

duckworth/USA, der Keramiker-dynastie Hohlt, beate Kuhn, Signe

Pistorius-Lehmann, Gilbert Portanier/Frankreich, Klaus Lehmann, Lotte

reimers, Ursula und Karl Scheid, Gotlind und Gerald Weigel, robert

Sturm, dieter Crumbiegel, Antje brüggemann, reinhold rieckmann,

vera und Fritz vehring, Gerd Knäpper/Japan, Thomas naethe und rita

Ternes.

Handelte es sich zu zeiten des „Wander-Galeristen“ Jakob Wilhelm

Hinder überwiegend um Arbeiten führender deutscher Keramiker, so

ergänzte Lotte reimers – seine mitarbeiterin seit 1951 – mit ihren

erwerbungen bis 1993 die Sammlung um wichtige beispiele internationaler

Keramiker.

nach der Übernahme durch das Land rheinland-Pfalz wurde die Kol-

lektion in ihrer Gesamtheit unter dem Titel „Keramik des 20. Jahrhunderts“

1994 im rheinischen Landesmuseum in Trier gezeigt und

anschließend dort eingelagert.

Um weiter auf die museumssammlung aufmerksam zu machen, wurden

1997 fünfundfünfzig ausgesuchte Arbeiten aus dem bestand als

dauerpräsentation in die Abteilung „Kunst des 20. Jahrhunderts“

des Landesmuseums mainz integriert. Außerdem tourte die Themen-

Ausstellung „Aspekte der moderne – zeitgenössische Keramik aus der

Sammlung Hinder/reimers“ nach der Auftaktausstellung 1997 auf

dem Hambacher Schloss durch deutsche museen.

Parallel dazu liefen die bemühungen um einen festen Standort für

diese international bedeutende Sammlung.

ende 2007 konnte der Gesamt-bestandskatalog gedruckt werden. In

der umfangreichen Publikation (304 Seiten – Text in deutscher und

englischer Sprache) sind dem Werkverzeichnis mit Abbildungen und

wissenschaftlichen beschreibungen aller 1.587 Arbeiten großformatige

„Porträts“ ausgesuchter objekte vorangestellt. ein markenverzeichnis

in Schwarz-Weiß, Literaturverzeichnis und register komplettieren

den band. der Leser wird auf eine visuelle reise durch die moderne

Keramik mitgenommen, auf der sich ihm erschließt, wie Stile und

Strömungen in der bildenden Kunst die Formen und oberflächen der

modernen Keramik beeinflussten. zusätzliche biographische Würze

erhält die Publikation durch ein Interview, in dem Lotte reimers

sehr persönlich einblicke gewährt in ihr außergewöhnliches Leben

als Galeristin, Sammlerin und Förderin keramischer Kunst und – nicht

zuletzt – Keramikkünstlerin.

moderne Keramik des 20. Jahrhunderts, bestandskatalog der Sammlung

Hinder/reimers des Landes rheinland-Pfalz

304 Seiten, 21,5 x 28,5 cm, 1.685 Abbildungen in Farbe,

258 Schwarzweiß-Abbildungen und 219 marken-Abbildungen.

Hardcover mit Schutzumschlag. Text in deutsch und englisch.

ISbn 978-3-89790-275-6,erschienen bei ArnoLdSCHe, Stuttgart

E 64.80 sFr 114.00

Ton färben und schöpferisch verarbeiten

Jo Connell

In diesem buch wird gezeigt, wie sich Ton einfärben und als dekor einsetzen lässt.

vorgestellt wird eine vielfalt von methoden, mit denen sich faszinierende oberflächeneffekte

allein mit Ton erzielen lassen, ohne dass eine Glasur notwendig wäre.

"Colouring Clay" zeigt auf, wie man eine geeignete masse findet und mit Farbe in

Form von oxiden oder Farbkörpern vermischt, und wie man mit von natur aus farbigen

massen arbeitet. das Aufbereiten, mischen, Glasieren und brennen wird erläutert,

ebenso das durchführen von Tests und das erzielen wiederholbarer ergebnisse. Auch

eine einführung in die Geschichte der verwendung farbiger massen wird geboten.

Anhand der Werke von Künstlern aus aller Welt werden die aktuellen Ansätze für die

Arbeit mit farbigen massen aufgeführt, von sehr einfachen Herstellungsmethoden zu

den komplizierteren. In diesem buch werden Aufbau- und daumentechniken, Struktureffekte,

Intarsien, Laminieren, Applikationen, Achatware und neriage beschrieben

– alles mit eingefärbten massen. Auch die Herstellung von selbstglasierenden massen

und anderen ungewöhnlichen Tonmassen wird erklärt.

Jo Connell ist professionelle Keramikerin und Universitätsdozentin. Ihre Arbeiten mit

farbigen massen sind wohlbekannt und in vielen Publikationen abgebildet. Sie arbeitet

in ihrem Atelier in Leichestershire und bestückt viele Ausstellungen. von ihr erschienen

ist bereits „Keramische oberflächen“. die reihe „Keramische Handbücher“ ist als

einführung in verschiedenste Themen und Techniken in verbindung mit Ton konzipiert.

die bücher wenden sich an Studenten oder berufskeramiker, die in neuen bereichen

experimentieren wollen. Hanusch verlag. Koblenz. September 2008. 95 Seiten, 118

farbige Abbildungen, 23,4 (h) x 15,5 cm (b) Kartoniert. ISbn 978-3-936489-25-5

Bestellen Sie direkt über www.neue-keramik.de oder 02624-948068

E 19.95 sFr. 32.00

2008 © Ingrid vetter, Kunsthistorikerin, betreut auf Schloss villa Ludwigshöhe

(bild oben) die Keramik-Sammlung Hinder/reimers des Landes rheinland-Pfalz

54 NEUE KERAMIK november / dezember 2008


BÜCHER • BÜCHER • BÜCHER

neUerSCHeInUnGen bücher

BREnnofEnBau - STEIn fÜR STEIn unD SCHRITT fÜR SCHRITT

Joe Finch

das buch ist eine benutzerfreundliche Anleitung für den bau des eigenen ofens.

es bietet zunächst fundierte Grundlagen, erläutert wesentliche Fragen und gibt

entscheidungshilfen. danach wird der bau von drei verschiedenen ofentypen im detail

erläutert – Stein für Stein und Schritt für Schritt.

diese ofentypen – zum befeuern mit Gas, Öl und Holz – wurden ausgiebig erprobt und

getestet und sind bei führenden Keramikern Großbritanniens im täglichen Gebrauch. der

bau jedes dieser Öfen wird mithilfe von diagrammen und Fotos detailliert dargestellt.

Joe Finch stammt aus einer Töpferfamilie und ist in england ein bekannter Keramiker –

sein vater ist ray Finch von der Winchcombe Pottery. Joe lebt in der nähe von Cardigan

in Wales und baut seit 1968 brennöfen. er ist viel gereist und hat Keramik- und

brennofenseminare in Südafrika, Australien und Indien sowie beim International Ceramic

Festival in Aberystwyth, Wales, geleitet.

Paperback, 112 Seiten, 206 farbige Abbildungen, Diagramme und Grafiken.

Format 18,5 x 24,5 cm

Bestellen Sie direkt über www.neue-keramik.de oder 02624-948068

E 24.80 sFr 39.50

Lieferbar anfang november

Keramik der 50er Jahre

Formen, Farben und dekore – ein Handbuch von Horst Makus

Auch für die Keramik galt es, nach dem ende des zweiten Weltkrieges und damit des

„1000jährigen reiches“ und seiner völkisch aufgeblähten Kulturpolitik in den 50er Jahren

einen neuanfang zu finden. experimentierfreude mit neuartigen Formen, abstrakt-expressiven

dekoren und eigenwilligen Glasuren bestimmte das bild sowohl der Studiokeramik als

auch der manufakturware. das lexikalisch gegliederte Werk enthält unzählige neue Informationen

über Künstler und Firmen und ist damit ein unverzichtbares nachschlagewerk für

Liebhaber dieser Keramikepoche geworden. Über 800 objektabbildungen und ca. 400 marken

und Signaturen bieten einen breiten Fundus. dabei beschränkt sich der Autor ausschließlich

auf vasen und vasenähnliche objekte aus manufakturherstellung. besonders interessant ist

seine Wiederentdeckung des fast vergessenen bildhauers und Keramikers Anton van eyk, der

in der Gemeinde nettetal am niederrhein völlig zurückgezogen mit seiner Frau, der Textildesignerin

dorothea van eyk, lebte. besondere Kennzeichen der 50er Jahre Keramik sind

die Gemmo-Technik, die es ermöglichte, glasiertes Porzellan mit eingeschliffenen dekoren

zu versehen, sowie die asymmetrischen Formen und die stark kontrastierenden Farbkombinationen

wie schwarz-weiß, schwarz-rot oder schwarz-gelb. mitte der 50er Jahre wurde mit

der Sgrafo-Technik des mehrschichten-Porzellans eine weitere neuerung eingeführt. dieses

beeindruckende Spektrum an technisch und material-ästhetisch innovativer Keramik auf

einem gestalterisch überraschend hohen niveau kann noch bis zum 21.Dezember 2008

im Kreismuseum Zons (www.kreismuseumzons.de) aus der privaten Sammlung des Autors

bewundert werden. –so Arnoldsche, Stuttgart 2008 E 49.50 sFr

Confrontational Ceramics by Judith S.Schwartz

This ground-breaking book looks at the use of ceramics as a tool for confrontation, where

artists use this ancient and most plastic of media to make provocative commentaries about

the inequities of the human condition. It is a massive overview of the ceramic scene from

this perspective, showcasing representative artists‘ work juxtaposed against their Statements

to provide the contexts for the issues against which they rail. This sumptuous art

book is very much about how ceramic work is used to confront the harshest of realities.

These artists take nothing for granted nor do they accept any condition as merely a fact of

life. Their realities are the universal concerns that constitute the flux within which we all

swim. The book is divided into relevant chapters: War and Politics, the environment, Social

and Human Condition, Gender Issues and Popular Culture. Artists include very well-known,

established makers, both alive and dead, such as Grayson Perry, robert Arneson, richard

notkin and Howard Kottier, as well as introducing many lesser-known artists working in this

area. This glamorous and radical book displays the work of 228 contemporary artists from

30 different countries, including the UK, USA, Greece, Hungary, France, Israel, Canada, norway,

Italy, Germany, The netherlands, Japan, China, Palestine, Sweden and estonia amongst

others, making it truly international. Size 28 x 25 cm. Hardback.

A&C black, London. ISbn: 978 07136 76556 £ 30.00

november / dezember 2008 NEUE KERAMIK 55


GALERIEN

�: Sonderausstellung / special exhibition | V: Eröffnung / vernissage | Fi: Finissage / finissage | � Ausstellungsende / end of the exhibition

Einsendeschluß für die Ausgabe

Januar / Februar 2009:

01. Dezember 2008

Last date for entries: 01 December 2008

Amsterdam

NL-1017 KH

Gallery Carla Koch

Veemkade 500. Detroit Building, 6th floor

T: +31-20-67 37 310 www.carlakoch.nl

ckoch@xs4all.nl O: Sa + So 11 - 18h, *A

�: Morten Löbner Espersen � 16.11.

NL-1017 GE

Galerie De Witte Voet

Kerkstraat 135. T: +31-20-6258412

O: Do-Sa 12-17h, 1. So im Monat 14-17 h*A

NL-1017 JR

European Makers Gallery

Spiegel gracht 2a (souterrain)

T: +31-20-622-3088.

gallery@europeanmakers.nl

www.europeanmakers.nl O: Do - Sa 12 - 17h

Permanent exhibitions with contemporary

European ceramists. Hanna Jarlehed,

Anna Rosenzweig, Beate Andersen,

Kate McBride, Rafaela Pareja, Steen

Kepp, Paolo Staccioli, Nesrin During,

Agnes His, Rafael Perez a.o.

Apeldoorn NL-7313 CJ

Galerie Montana Keramiek

Montanalaan 8. T. +31 55 3550540

info@galerie-montana.nl

www.galerie-montana.nl

O: Fr, Sa + So 13-17h, *A

�: Marga Knaven, Porzellan

02.11.-14.12. V: 02.11., 14h

Bargemon F-83830

Galerie Beddington Fine Art

Les Remparts T: +33-(0)494 766406

contact@beddingtonfineart.com

www.beddingtonfineart.com

Beckum D-59269

Forum Keramik. Galerie Irmtraud Stiegler

Lippweg 33 T: +49-(0)2521-28501

O: Di+Do 15-18h *A

�: Renée Reichenbach - Neue

Arbeiten und Workshop. 07.-30.11.

Berlin D-10997 Kreuzberg

feuer-zeug-keramik

Mariannenstr. 48. T: +49-(0)30-6183723

O: Di-Fr 14-20, Sa 12-16h

post@feuer-zeug-keramik.de

www.feuer-zeug-keramik.de

D-10585

Keramik-Museum Berlin. Schustehrusstraße

13. T: +49-(0)177-3212322

F: 030-32102007. O: Sa-Mo 13-17h*A

theis@keramik-museum-berlin.de

www.keramik-museum-berlin.de

�: Neuerwerbungen des KMB

01.11.08-26.01.09

D-10585

GALERiE ThEis. am Keramikmuseum

Berlin. Schustehrusstraße 15

T: +49-(0)30-3212322. F: -32102007

O: Di-Sa 14-18h, Mo 17-18h, *A

D-10117

Meissen® Galerie. Charlottenstraße 34

T: +49-(0)30-20458166. F: -20458167

www.meissengalerie.de O: Mo-Fr 11-18h,

Sa 10-15h meissengalerie@aol.com

D-10623

Galerie Workshop. Fasanenstraße 11

T+F: +49-(0)30-3122567 O: Mo-Fr 10.30-

19, Sa 10.30-18h

wohnenundkunst@gmx.de

www.wohnen-und-kunst.de. Ständige

Verkaufspräsentation Glas und Keramik

D-10117

KUNsTREiCh am Pergamonmuseum

Leela Beate Martiny, Am Kupfergraben 6

T: +49-(0)30-20642781. F:-20642783

O: Mo 12-19h, Di-So 11-19h.

www.kunstreich-berlin.de

kontakt@kunstreich-berlin.de

Bonstetten CH-8906

GG - GALERiE FÜR GEGENWARTsKUNsT

Elfi Bohrer. Im Dorfzentrum Burgwies 2

T: +41-(0)1-7003210. F: -7011027

galerie@ggbohrer.ch www.ggbohrer.ch

O: Di-Fr 14-18, Sa 11-16, So 13-17h*A

�: heinz Göbel & Urs Twellmann -

Malerei, holz-skulpturen.

09.11.-07.12.

Bozen I-39100

Tonhaus. Rauschertorgasse 28

T+F: +39-(0)471-976681

O: Mo-Fr 9-12.30, 15-18, Sa 9-12.30h

info@tonhaus.it

Ständige Präsentation von Keramikern

aus verschiedenen Werkstätten

Bremen D-28195

KERAMIK GALERIE

HILDE HOLSTEIN

Hilde Holstein. Schnoor 5/7

T: +49-(0)421-324885. Wechselnde

Ausstellungen zeitgenössischer Keramik,

Keramikobjekte und Skulpturen

gallerie.holstein@web.de

O: Mo-Fr 11-18, Sa 11-16h

Brescia Bs I-25121

Maurer Zilioli - Contemporary Arts

Via Trieste, 42b

galleria@maurerzilioli.com

www.maurerzilioli.com

T: mobil 0039-331 331 16 81

Brüssel B-1050

Puls Contemporary Ceramics

4,pl. du Châtelain-Kasteleinsplein

T: +32-26 40 26 55. O: Mi-Sa 13-18h

www.pulsceramics.com

�: Gustavo Pérez und Ann Van hoey.

�22.11.

B-1000

design flanders gallery

Kanselarijstraat 19. O: Di-Fr 11-14h,

Sa+So 13-17h. inge.vranken@designflanders.de

www.designvlaanderen.be

Bürgel D-07616

Keramik-Museum Bürgel. Am Kirchplatz 2

T: +49-(0)36692-491-41. F: -42

keramikmuseum@stadt-buergel.de

�: Telsche Neubert - zum 70.

Geburtstag �März 09

Carouge-Genève CH-1227

Galerie Marianne Brand

20 rue Ancienne, T/F: +41-(0)22-3013457

www.galeriembrand.ch

galerie-m.brand@genevalink.ch

O: Di-Fr 14-18h, Sa-So 14-17h

Coesfeld D-48653

Kunstverein Münsterland-Coesfeld.

Jakobiwall 1 T: +49-(0)2541-880711.

www.kunstverein-muensterland.de

�: Petra Bittl. 23.11.08 - Januar 09

Courbevoie F-92400

Musée Roybet-Fould 178, Boulevard

Saint Denis T: +33-(0)1-433333073

Darmstadt

D-64291

Galerie KERAMiKUM. Gloria Hasse

Untere Mühlstr. 26.

T+F: +49-(0)6151-37886

www.keramikum.de O: Do-So 15-18h

keramikum@keramikum.de

�: Markus Klausmann und Jochen

Rüth - Gefäße und Objekte

09.11.-29.11. V: 09.11., 11.30h

D-64297

Galerie in der Villenkolonie. Brigitte

Klee. Heidelberger Landstraße 36

T+F: +49-(0)6151-953821

www.galerie-klee.de mail@galerie-klee.de

O: Do-So 15-18h*A

�: Keramik: Johannes Peters.

Malerei: sabine Gaiser-Koch.

schmuck: ilka Bruse, Barbara

Weinberger � 09.11.

Deidesheim D-67146

Lotte Reimers Archiv-Atelier-Ausstellung

Stadtmauergasse 17 T. +49 (0)6326-1222,

F -298 www.lottereimers.de

Delft NL-2611 HK

Galerie Terra Delft. Nieuwstraat 7

T: +31-(0)15-2147072 www.terra-delft.nl

O: Di-Fr 11-18, Fr 19-21, Sa 11-17h

Den haag NL-2501 CB

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T: +31-70 3381111.

info@geneentemuseum.nl

Deventer NL-7411 JN

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T: +49 (0)2133-53020

Dorset GB-DT9 3LU

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T: +44-(0)1935 - 814 944. F: - 863 932

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T: +49-(0)211-8994210. O: Di-So 11-17,

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Eckernförde D-24340

Museum Eckernförde. Rathausmarkt 8

T: +49-(0)4351-712547

O: Di-Sa 10-12.30, 14.30-17, So 11-17h

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Emmendingen D-79312

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T: +49-(0)4521-7018-0. O:Di-So 14-17h,

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T: +49 (0)69-21234037

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T: +49 (0)9233 7722-01, F:-08

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info@porzellanikon.org

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Karlsruhe-Mühlburg. T: +49-(0)721-551305

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GALERIEN


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koeln@meissen.com www.meissen.com

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La Borne F-18250 Henrichemont

Centre Creation Céramique de La Borne

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Leeuwarden NL 8911 DZ

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Grote Kerkstraat 11. T: +31-58-2948958.

F: -2948956. museum@princessehof.nl

O: Di-So 11-17h www.princessehof.nl

Leiden NL-2313 KA

Galerie Zone Nieuwstraat 17b

T: +31-(0)715126307. O: Mi-Fr 12-18,

Sa 10-17, So 13-17h www.annikadelfos.nl

Permanent exhibition of members,

ceramic artist Marianne Hensel, Jolanda

Verdegaal and Annica Delfos

Leipzig D-04103

Grassi museum Museum für

Angewandte Kunst Johannsiplatz 5-11

T: +49-(0)341-22 29 100.

www.grassimuseum.de

O: Di-So 10-18, Mi+Do 10-20h

D-04103

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London GB-W1X 3HB

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Bond Street T: +44 (0)171-491 1706

F: -495 3203 O: Mo-Fr 10-17.30h

www.galeriebesson.co.uk

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Sutton Street. T: +44-20-733663-96.

F: -733663-91 www.bmgallery.co.uk

O: Di-Fr 11-18h, Sa 11-16h

Ludwigsburg D-71634

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T: +49-(0)6131-999247.

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T: +31-43-4582751

F: 4583029. O: Mi, Sa + So 13-17h *A

www.keramiek-grootwelsden.nl

Mettlach D-66693

Keramikmuseum Mettlach

Saaruferstr.1-3. T: +49-(0)6864-811020,

F-812305. O:Mo-Fr 9-18h.Sa/So 9.30-18h

info@keramikmuseum.mettlach.de

Meissen D-01662

Porzellan - Manufaktur Meissen

Talstr. 9. T: +49-(0)3521-468324

O: täglich 9-17h www.meissen.com

Middelfart DK-5500

DANMARKs KERAMiKMUsEUM

Museum of International Ceramic Art-Denmark

Kongebrovej 42. T:+45-64414798

O: Di-So 11-17h. www.grimmerhus.dk

München D-80333

Galerie für Angewandte Kunst

Pacellistraße 6-8. T: +49-(0)89-290147-0

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D-80333

Galerie handwerk

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T: +49-(0)89-5955-84 F:-44

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Porzellanikon selb - Europäisches industriemuseum

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Museum für Technische Keramik.

Rosenthal Museum. Werner-Schürer-Platz 1

T: +49-(0)9287-9180-00 F: -30

info@porzellanikon.org

www.porzellanikon.org

Porzellanikon hohenberg:

�: Die Kunst der Kalligraphie -

Geheime Botschaften taiwanesischer

Künstler auf Porzellan�09.11.

sint-Kruis (Brugge) B-8310

LeJa Gallery. Keramikatelier Yoon-Kyung

Lee, Zilversparrenstraat 23, T: +32-50-36

31 64. www.users.skynet.be/yk.lee

yk.lee@skynet.be

soloturn CH-4500

Kunstforum soloturn

Schaalgasse 9 T: +41-(0)32-6213858

www.kunstforum.cc

O: Do/Fr 15-19 Sa 14-17h

�: heinz Gerber �09.11.

�: "präsent" 21.11.-21.12.

sommerhausen D-97286

Galerie beim „Roten Turm“

Rathausgasse 20 T: +49-(0)9333-489

www.galerie-beim-roten-turm.de

O: Mi-So 14-18h

Ganzjährig Keramik im Keramikkeller

staufen D-79219

Keramikmuseum staufen

Wettelbrunnerstr.3 T: +49-(0)7633-6721

O: Mi-Sa 14-17, So 11-13/ 14-17h

�: Emil Wachter. �30.11.

�: Christine hitzblech �30.11.

sögel D-49751

Emsland Museum-schloss Clemenswerth

T: +49 (0)5952-932325. O: Di-So 10-18h

st-Quentin-la-Poterie F -30700

Galerie TERRA ViVA

5, rue de la Fontaine. T: +33-466-224878

www.terraviva.fr O: Tgl.10-13 + 14.30-19h

�: "Bijou De Createurs" �11.11.

�: simone Perrotte, Claude Dutertre,

Anne Krog Ovrebo �04.01.09

�: "TERRA NOEl" alle sa/so im Dez.

Musée de la Poterie Méditerranéenne

17, rue de la Fontaine. Maison de la Terre

T: +33-466-036586

terres.de.mediterranee@wanadoo.fr

WEiBEL/rouBy - Galerie Gaia, Lausanne (Ch)

Tegelen NL-5932 AG

Keramikcentrum Tiendschuur Tegelen

Pottenbakkersmuseum. Kasteellaan 8

T: +31-(0)77-3260213. F: - 3260214

O: Di-So 14-17h. www.tiendschuur.net

tiendschuurtegelen@zonnet.nl

Todi (Pg) I-06059

ab OVO Gallery. Via del Forno, 4

T: +39-75 8945526 info@abovogallery.com

www.abovogallery.com

O: Di-So 10.30-13.30 u. 15.30-19.30 h

�: LUCE 3- Gabriele hain, Freia schulze,

Dorothy Feibleman. �02.11.

Treigny F-89520

Association des Potiers créateurs de

Puisaye (APCP) Le Couvent

O: tägl. 14-19h. An Wochenenden und

Feiertagen geschlossen

Tulln A-3430

Galerie flora cum arte (Praskac

Pflanzenland). Praskacstr. 101-108

O: Mo-Fr 8-18, Sa 8-17h.

www.artspectra.at office@artspectra.at

Turin I-10123

Galleria Terre D`Arte.

Via Maria Vittoria 20/A

O: Mo-Sa 10.30-13.15, 16.15-19.30 h

T: +39-011-19503453

info@terredarte.net www.terredarte.net

Velten D-16727

Ofen- und Keramikmuseum Velten

Wilhelmstr. 32. T: +49-(0)3304-31760

F: -505887. www.ofenmuseum-velten.de

info@ofenmuseum-velten.de

O: Di-Fr 11-17, Sa+So 13-17h

Vallauris F-06220

A.i.R. Vallauris. Place Lisnard

1 Boulevard des Deux Vallons

T+F: +33(0)493-646550

www.air-vallauris.org

Villach

A-9500

Galerie Freihausgasse. Freihausgasse

T: +43-(0)4242-2053450. www.villach.at

O: Mo-Fr 10-12.30 + 15-18, Sa 10-12h

A-9500

Galerie Unart - Peter Resch. Kaiser-

Josef-Platz 3. T: +43-(0)4242-28097

www.galerie-unart.at

Wassenaar NL-2242 WHW

Galerie VWBK T: +31- (0)70 514 554

O: Do-So 14-17h

Weiden/Oberpf. D-92637

internationales Keramik-Museum

Zweigmuseum der Neuen Sammlung

München. Luipoldstrasse 25.

T: +49-(0)961-32030

keramikmuseum@die-neue-sammlung.de

O: Di-So 10-12.30 + 14-16.30h

�: Porzellan aus China �Ende 2008.

Westerstede D-26655

Mühlenbrink 17. T: +49-(0)4488-525391

F: -525392 www.belindaberger.de

O: Sa+So 16-18h*A

Wien A-1180

genussgalerie - kunst & kulinarik.

Gertrudplatz 3

T: +43-1-4090933. F:-1-4090661

www.genussgalerie.at

maggies@genussgalerie.at

O: Mi-Do 14-19, Fr 10-19, Sa 9-14h

A-1180

Galerie Candeias. Gymnasiumstraße 15

T: +43-699-18572244, O: Mo-Sa 16-19h

Wieren D-29568 OT. Emern, Bezirk Lüneburg

GALERIEN

Galerie Drei Eichen. Dr. Else Fricke,

Unter den Eichen 31. T. +49 (0)5825/1346,

F. -831 9079, email fricke.irc@t-online.de

O: Do-So 15-18h

Würzburg D-97070

werkkunstgalerie. Sylvia Uebele

Beim Grafeneckart 2, Rathaus Südflügel

T: +49-(0)931-12189 O: Mo-Fr 10-18 +

Sa 10-15h. www.werkkunstgalerie.de

Zell im Wiesental D-79669

Galerie am Brühl. Lisa Trefzer

Ortsteil Gresgen 29. T+F: 07625-1816

lisa_trefzer@gmx.de O: Sa+So 14-18h*A

Zulte B-9870

Centrum GOED WERK. Moerbeekstraat 86

T: +32-56-60-9805 F: -7935

tania.de.bruycker@pandora.be

www.centrumgoedwerk.be Ö:Sa+So 14-18h

Zürich

CH-8045/8003

Galerie Feuer 111.

Grubenstrasse 27/Zweierestraße 111

T: +41-444634713. www.raku.ch

CH-8006

Galerie Meystre. Catherine Noélle Meystre

Scheuchzerstr. 16. www.galeriemeystre.ch

O: nach Vereinbarung

ThoMAS WEBEr, Studengalerie der pädagogischen hochschule, Ludwigsburg


KerAmIK & reISen

KaPPaDOKIEN

Töpferhöhlen am Roten Fluss

Susanne Oberheu

Abseits der Straße bestimmt der Gesang

der vögel die Akustik: Askdere – Liebestal

– nennen die bewohner Kappadokiens

diese Schlucht und die Assoziation wird einem

augenblicklich klar: bis zu 30 m hoch

ist mancher überdimensionale Phallus aus

Stein, den der Liebe Gott oder die natur hier

einen neben dem anderen erschaffen hat,

umschwirrt von vögeln und umrankt von

Wein; ein paradiesisches „Liebestal“.

nur wenige Kilometer entfernt liegt der

Töpferort Avanos. Seit Generationen bestimmt

das Töpferhandwerk das Leben seiner

bewohner. Wir sind eine kleine reisegruppe:

Töpfer und Hobbytöpfer wollen Kappadokien

kennenlernen und vor allem das unter deutschen

Töpfern noch völlig unbekannte Töpferzentrum

Avanos.

(Siehe www.kappadokya-travel.com)

dort treffen wir auf einen dieser zahlreichen

virtuosen an der Töpferscheibe, umringt

von einer busladung lärmender Japaner.

Kraftvoll und doch elegant zentriert er seinen

Klumpen Ton,

drückt ihn zur mitte zusammen und zwischen

seinen Händen erwächst eine Art Kegel,

den wir in steinerner Form erst vor ein

paar Stunden im Liebestal bestaunt hatten.

Wir versuchen dem touristischen Spektakel

zu entkommen und entdecken eine

kleine Werkstatt ganz abseits. Hier wird

nicht gedreht, hier drängen sich keine zuschauerhorden

durch das Atelier. erdogan

Gülec steht vor einer riesigen Holztafel und

modelliert Unmengen von Ton zu einem relief.

Leise anatolische Gitarrenmusik schwebt

durch den raum und vermischt sich mit dem

duft dampfenden Tees und irdenen Tones. er

hat wieder einen neuen Auftrag erhalten.

vor ihm liegt aufgeschlagen ein buch über

Hethitische Archäologie, das ein altes relief

aus Hatuscha zeigt, der Hethiterhauptstadt

nördlich von Kappadokien. Im maßstab 1:1

hat ein Hotelier aus Istanbul diese Kopie zur

verschönerung seiner rezeption bestellt.

erdogan war einer der ersten hier in Avanos,

die mit der Herstellung großflächiger Wandreliefs

nach his-

torischem vorbild begannen. mittlerweile ist

sein name in der ganzen Türkei bekannt, nur

Touristen verirren sich selten in sein altes

Tuffsteinhaus oberhalb der Altstadt.

man weiß, dass bereits die Hethiter etwa

1500 v.Chr. am roten Fluss siedelten und

aus dessen tonhaltigen Ablagerungen hochwertige

Töpferwaren herstellten. noch heute

gelten die komplizierten Schnabelkannen

aus jener zeit zu den schwierigsten drehformen

des Töpferhandwerkes. Seit über 3000

Jahren werden in den Höhlen und Tuffsteinhäusern

entlang des Flusses diese Kenntnisse

und Fähigkeiten des Töpferns von einer

Generation an die nächste weitergegeben.

noch vor 20 Jahren gab es in Avanos über

300 Töpferfamilien, in denen jeder männliche

nachkomme das Handwerk lernen musste.

die industrielle Fertigung hat viele Familien

arbeitslos gemacht und so findet man

heute noch einige hundert Töpfer, die mehr

schlecht als recht ihren Lebensunterhalt

mit Gebrauchskeramik oder Souvenirs für

den Tourismus verdienen. Aus einigen Töp-

60 NEUE KERAMIK november / dezember 2008


fern sind aber auch inzwischen international anerkannte

Künstler geworden und sogar ausländische Keramiker

haben sich in einigen dieser Höhlen niedergelassen: da

arbeiten marokkanische, japanische und türkische Töpfer

Seite an Seite. Weltweit bestehen verbindungen zu anderen

Töpfereien und Kunstkeramikern, ganz besonders

auch nach Frankreich und Kanada.

Kappadokien ist bekannt durch seine einmalige vulkanlandschaft.

1,7 millionen besucher zählte man 2007.

Allerdings kamen die meisten nur kurz auf eine Stippvisite

von der Küste herauf gefahren, ohne zu wissen in

was für eine Wunderwelt sie da gerieten. Gäste, die sich

längerfristig für dieses Unesco Weltkultur- und naturerbe

interessierten, blieben dabei in der minderzahl. dass

sich in Kappadokien ein traditionsreiches Töpferzentrum

befindet, das in europa seinesgleichen sucht, blieb unter

Töpfern ein Insidertipp und dem normalen Touristen völlig

unbekannt.

vulkane schütteten vor geologisch noch nicht einmal

langer zeit gesehen, etwa 1 million Jahre, eine gigantische

Tuffsteinschicht über Kappadokien auf. An den

rändern dieser Schichten fraßen sich der aus ostanatolien

kommende größte Fluss Kleinasiens, Kizilirmak, der

rote Fluss, und andere kleinere rinnsale in das lockere

Gestein hinein und formten eine der skurrilsten Landschaften

der erde. der Tuff ist porös, leicht zu behauen

und er schützt vor Kälte und Hitze. das nutzten schon

die Hethiter und bauten sich komfortable Wohnhöhlen.

Ganze unterirdische Städte entstanden später für tausende

von menschen. die ersten Christen vor 2000 Jahren

liebten die Abgeschiedenheit Kappadokiens und kratzten

verzweigte Klosteranlagen und Hunderte von Kirchen in

die bizarren Felsformationen. Und sie schmückten ihre

heiligen Stätten mit wertvollen byzantinischen Fresken,

die in der dunkelheit der Höhlen für 1000 Jahre vergessen

waren, an Farbenpracht kaum eingebüßt haben und

heute Weltkulturerbe sind.

ABBILDUNGEN -

linke Seite oben - "Keramikkopf"

unten - "Hethitische Ringvasen"

rechte Seite oben v.l.n.r - der Meister beim Drehen

mitte

- Meister und Sohn

-"Kappadokische Töpferkunst"

unten erste Reihe v.l.n.r.

- Töpferei für Touristen im Zentrum von Avanos

- Brennofen mit Töpfen

- Keramisches Wandrelief mit kappadokischem Motiv

zweite Reihe v.l.n.r.

- Orientalischen Lampen

- Keramik-Atelier Innenhof

- Eingang in eine unterirdische Töpferhöhle im Zentrum

von Avanos

KAPPAdoKIen KerAmIK & reISen

november / dezember 2008 NEUE KERAMIK 61


KerAmIK & reISen

erdogan bringt uns zu der Werkstatt seines

Freundes Harkan. Wieder stehen wir

in einer der kühlen Höhlen und hier

finden wir ausreichend Gelegenheit,

uns in aller ruhe die traditionelle

Töpferscheibe anzusehen. Wie schon

zu Urzeiten ist das Schwungrad im

boden verankert. darauf sind mit

Ton verklebte Keramikröhren zu einer

Welle übereinander montiert, welche

den Scheibenkopf auf Arbeitshöhe

bringen. dieser hat einen maximalen

durchmesser von 15 cm und besteht

vieler orts immer noch aus einem

flachen Stein, der mit Ton einfach an die

Welle geklebt wird; eine mehr als wackelige

Angelegenheit, was äußerstes Feingefühl

erfordert.

der erste Freiwillige aus unserer Gruppe

wagt sich an die ungewohnte Konstruktion

heran. er setzt sich breitbeinig dahinter

auf eine bank, tritt das Schwungrad mit dem

Fuß an, erst zaghaft, dann kräftiger tretend.

Schließlich verliert er so mit den beinen

wedelnd und ohne Halt das Gleichgewicht

und das Schwungrad sofort an Schwung.

Schmunzelnd greift Harkan dem Aspiranten

unter die Arme, bzw. ersetzt ihm die beine,

indem er die wacklige maschinerie mit ge-

zielten Tritten auf Touren bringt. der Kopf

macht dabei beängstigende Schlenker und

das zentrieren, zumindest für den Ungeübten

zu einem Glücksspiel mit zweifelhaftem

Ausgang. Harkan will uns zeigen, dass

das doch gar nicht so schwierig ist und

dreht in minutenschnelle eine komplette

Teekanne mit Griff, Tülle und

deckel und setzt alles noch feucht

zusammen – „Fertig!“, grinst er.

Auch ohne „Phallusnummer“ beim

zentrieren ist das staunende Publikum

begeistert. das war auch

der Sinn der Übung und die

frisch gedrehte Teekanne landet

zum entsetzen der Touristen im

Schlickereimer.

„Hier in weniger exponierter

Lage laufe das Geschäft nicht so gut“,

klagt uns der meister sein Leid. das eigentliche

Geschäft, von dem er und sein

bruder leben können, spielt sich vor den Toren

der Stadt ab. dort will er uns dann morgen

hinführen.

Als wir morgens um neun Uhr im "Gewerbegebiet"

von Avanos ankommen, hat

die Sonne schon wieder ihre volle Kraft erreicht.

die Luft ist staubig, und während ein

mit Töpfen beladener Lastwagen die Piste

zwischen trostlosen betonhütten entlang

rast, gehen wir, mund und nase zuhaltend

in deckung. Harkan führt uns in eine dieser

wenig romantischen zweckbauten. nur

62 NEUE KERAMIK november / dezember 2008


ein paar nackte Glühbirnen sorgen für eine

mangelhafte Innenbeleuchtung. Hier drehen

muskel bepackte und Ton verschmierte

männer die großen, und aus mehreren Teilen

bestehenden klassischen anatolischen vorratsbehälter

im Akkord. Trotz des schmalen

Fußes sind einige bis zu eineinhalb meter

hoch. Keine Stelle in diesem raum, die nicht

mit Tonspritzern überdeckt ist. Ständig müssen

wir den Arbeitern auf den engen Gängen

ausweichen, die mal wieder einen dieser

gigantischen Töpfe auf kleinen rollwägen

nach draußen in die anatolische Sommerhitze

schleppen, bei 20% Luftfeuchtigkeit

ist eine Trockenkammer überflüssig. Harkan

zeigt stolz auf einen Überseecontainer, der

vor der Werkstatt steht. Was hier produziert

wird, erklärt er uns, geht in alle Welt hinaus.

ABBILDUNGEN -

linke Seite oben v.l.n.r.

- Mehmet dreht und formt eine Hethitervase

mitte - Hethitische Sonne - Hethitisches Spiel

unten v.l.n.r.

- "Hethitisches Motiv als Wandrelief"

- "Hethitische Votiv-Stiere "

- "Wandrelief von Erdogan Gülec"

rechte Seite oben

- "Raku-Keramik

unten v.l.n.r.

- Vorbereitung eines klassischen Mosaiks

als Wandrelief von Erdogan Gülec

- "Moderne Vasen"

- "Fuß einer Tischlampe"

diese historischen vorratsbehälter kauft kein

mensch mehr in der Türkei, aber woanders

seien seine Waren als Garten- oder Hausdekorationen

sehr gefragt. Wir sollen am Abend

wieder kommen und dann könnten wir beim

brennen in einem der haushohen Öfen zuschauen.

es ist schon dunkel, als wir den ort des

Geschehens erreichen. Auch erdogan ist da

und hat zur Feier des Tages eine Flasche

Löwenmilch, den allseits beliebten raki,

mitgebracht. vor dem ofen arbeitet Harkans

bruder im wahrsten Sinne des Wortes im

Schweiße seines Angesichts: nur einen meter

von der Feuersbrunst im Innern entfernt

hockt mehmet mit tief ins Gesicht gezogener

Schirmmütze und füttert im Sekundentakt

die Flammen mit Strohhäcksel, das schon in

der Luft verglüht. ein Helfer

sorgt mit seiner Forke dafür,

dass immer genug material

griffbereit um mehmet herumliegt;

fast versinkt er im

weichen Stroh. Schließlich

gibt Harkans bruder einen

Hinweis, dass er abgelöst

werden will. Als er sich zu

uns auf den boden setzt,

unterscheidet sich seine Gesichtsfarbe

nicht sonderlich

vom Glanze der ofenglut;

nur die Stirn blieb durch die

mütze unbeschadet. der aus

Tuffsteinquadern gemauerte

ofen hat einen Grundriss

von etwa 4 x 4m. Im erdgeschoss

wird das Feuer geschürt

und im obergeschoss

KAPPAdoKIen KerAmIK & reISen

liegen die getrockneten und nicht glasierten

Töpfe scheinbar wild durcheinander, aber mit

System, wie man uns versichert. Immer wieder

gibt der meister zeichen und dann wird das

offene dach des ofens mithilfe von blechen,

Pappen und sogar Tierfellen zu- und wieder

aufgedeckt. einen Abzug gibt es nicht, die

rauchgase werden durch die Töpfe hindurch

nach oben geleitet. Schließlich bittet mehmet

um ruhe und eine erwartungsvolle Stille

umgibt den leise knisternden ofen. Plötzlich

knackt es fürchterlich aus dem Innern. Wir

zucken zusammen, aber der meister beruhigt

uns. „Ganz normaler Ausschuss“ sagt erdogan.

In dieser nacht sollte uns noch so manch unangenehmes

Knacken zusammenfahren lassen.

nach vielen Stunden Arbeit lassen sich

alle erschöpft ins noch übrige Stroh fallen.

erdogan bereitet über einer Schaufel Glut

einige leckere Lammspieße zu, dazu gibt es

brot, Salat und natürlich Löwenmilch, die uns

später ein wenig Katzenjammer bereitet. Als

wir gehen, kommt die Sonne bereits glutrot

über die kappadokischen berge und ausgeschlafene

nachbarinnen bringen schwatzend

einige Krüge, um die restglut für heißes Wasser

zu nutzen.

Am nachmittag wollen wir noch einmal in

die Stille des Liebestals, mit seinem vogelgezwitscher

und seiner unverwechselbaren

Felsformen, die eigentlich ganz unverfänglich

„Feenkamine“ heißen, weil die Kappadokier

sie für Schornsteine einer unterirdischen

Geisterwelt hielten. nur die Töpfer aus Avanos

wussten es schon immer besser!

Susanne Oberheu ist Keramikerin, Autorin und

Reiseleiterin.

Infos über Kappadokien:

Geografische Lage: Kappadokien liegt inmitten der anatolischen Hochebene im Herzen

der Türkei auf einer Höhe von durchschnittlich 1000 meter. die nächste Großstadt,

Kayseri, liegt 60 km entfernt.

Anreise: Türkisch Airlines fliegt von mehreren deutschen Städten aus über Istanbul nach

Kayseri.

Literatur: „Kappadokien – ein reiseführer durch das Land der Feenkamine und Felsenburgen“

ISbn: 978-3-8334-8086-7 bod-verlag 05/2007

Reiseanbieter: Kappadokya Travel - ricklinger Str. 44, d – 31535 neustadt

reiseleiterin und Töpferin Susanne oberheu bietet 10-tägige Wander- und rundreisen im

zusammenhang mit Töpferkursen vor ort an:

Tel. +49 (0)157-71 42 0162

www.kappadokya-travel.com email: Avanos@gmx.de

november / dezember 2008 NEUE KERAMIK 63


WISSEN & KÖNNEN

REDUKTIONSVERSUCHE

UM EINEN KUPFERLÜSTER ZU ERZIELEN

Peter Wollwage

Gelegentlich treten beim Reduzieren mit

Holzkohle schwarze, unansehnliche, und

fleckige Oberflächen auf. Nach meinen Versuchen

wird das durch eine zu hohe Temperatur,

also über 700°C, beziehungsweise durch einen

direkten Kontakt mit der Kohle verursacht.

Das kann man vermeiden, wenn man nur

die Innenwände der Kapsel, in der reduziert

werden soll, mit einer Holzkohlepaste bestreicht,

die Teile so einsetzt, dass die Glasur

nicht die Wand berührt und dann bei maximal

700°C, etwa 20 bis 30 Minuten die Temperatur

hält. Wenn bei borhaltigen Glasuren dennoch

unschöne Oberflächen und Bläschen in

der Glasur entstehen, sollte man bei weniger

als 700°C reduzieren.

Damit schöne lüsterartig glänzende Oberflächen

entstehen, kann eine alkalireiche,

borarme oder borfreie Glasur empfohlen werden,

die bei 1200°C gebrannt wird. Zum Reduzieren

sollte man wieder eine Kapsel verwenden,

deren Wände mit Holzkohlepaste dick

bestrichen ist und unter 700°C reduzieren.

Die Holzkohlepaste wird aus pulverisierter

Holzkohle, Wasser und etwas Bentone EW hergestellt.

Zur Herstellung der Paste verwende

ich einen alten, hochtourigen elektrischen

Haushalt-Mixer. Damit wird die Holzkohle fein

E30/7 mit 4% CuO mit 2% CuO mit 1% CuO mit 0,5% CuO

nach dem Brand bei 1230°C

Die gleiche Serie mit 4%CuO mit 2% CuO mit 1% CuO mit 0,5% CuO

nach dem Kapselbrand bei 700°C 30 Min. Haltezeit. Kapsel war wie oben beschrieben präpariert.

Versuchs-Nr. E30/7 Versuchs-Nr. E31/3

Gewichtsangaben Gewichtsangaben

Fritte R&S 2120 70 50

Fritte R&S 3158 ----- 30

Quarzmehl 12 -----

Kaolin 15 16

SnO 2 2 2

CuO 1 (bis 2%) 2

Binder CMC 1 1

Bentone EW 0,5 0,5

Summe 101,5 101,5

verteilt und vor allem das Bentone EW. Bentone

EW ist ein Präparat aus Montmorillonit,

das seine Wirkung erst durch hohe Scherkräfte

beim Mischen entwickelt.

Bei den meisten Glasuren, die ich verwendet

habe, hat ein Zusatz von Soda zur Holzkohlepaste

oder einfach eingestreut in die

Kapsel, eine schönere Oberfläche der Glasuren

gebracht. Soda (Na 2 ·CO 3 , Natriumcarbonat)

ergibt in der geschlossenen Kapsel vermutlich

einen leichten Dampf von Natriumoxid, welcher

einen gleichmässigeren Kupferlüster auf

der Glasuroberfläche erzeugt.

Oft entsteht auf der Oberfläche bei der

Reduktion ein matt-bräunlicher Belag. Dieser

kann mit einem feinen Abrasiv-Schwamm

(Haushalt oder Handwerksartikel) nass abgerieben

werden.

Welchen Einfluss die Zusammensetzung

der reduzierenden Atmosphäre hat, möchte

ich mit dem oben abgebildeten Versuch zeigen:

Das linke Gefäss wurde wie schon beschrieben

ohne Zusatz von Soda zur Reduktionskohle

bei 700°C mit 20 Minuten Haltezeit reduziert.

Das rechte Gefäss wurde bei gleichen

Bedingungen in einer Kapsel mit einem Zusatz

von Soda zur Reduktionskohle reduziert.

Die Glasur beider Gefässe hatte die Zusammensetzung

E22/9.

Zusammensetzung in Mol%

Oxide: Na 2 O CaO B 2 O 3 Al 2 O 3 SiO 2 SnO 2 CuO

E30/7 20.11 5.0 ---- 5.0 68.0 0.86 0.81

E31/3 17.06 4.69 10.25 5.35 60.11 0.88 1.66

64 NEUE KERAMIK NOVEMBER / DEZEMBER 2008


ABBILDUNG rechts -

Das linke Gefäss wurde bei 700°C, das mittlere bei 650°C

und das rechte bei 600°C jeweils mit 20 Minuten Haltezeit

reduziert. Was man auf den Bildern nicht gut erkennen

kann ist, dass bei 600°C ein paar der dünneren Glasurzonen

noch grün sind. Als optimal kann man in diesem Versuch

650°C mit 20 Minuten Haltezeit ansehen. Glasur E22/9.

ABBILDUNG Mitte -

Ein gut und gleichmässig ausgeprägter Kupferspiegel mag

für manchen Betrachter nicht als ästhetisch „schön“ angesehen

werden. Daher sei noch eine Möglichkeit gezeigt,

bei der die Reduktion bei 20’ 650°C nur teilweise stattfand.

Diese Effekte genau zu reproduzieren ist jedoch sehr

schwierig. Glasur E30/7.

Jede Glasur hat eine optimale Temperatur

für die Reduktion. Diese Temperatur und die

Haltezeit sind jeweils empirisch heraus zu

finden.

Zusammenfassung:

Die Glasurzusammensetzung ist für das

Reduktionsergebnis ausschlaggebend. Stark

borhaltige Glasuren ergeben praktisch keinen

Lüster, sondern „nur“ eine rote Glasur. Der

Lüster scheint durch die Wirkung des Kohlenmonoxids

zustande zu kommen. Ein Kontakt,

auch schon die Berührung oder ein zu kleiner

Abstand von der Kohle verhindert die Bildung

eines gleichmässigen Glanzes. Die Reproduzierbarkeit

der Ergebnisse kann je nach

Position des glasierten Teiles in der Kapsel

beeinträchtigt sein. Die optimale Reduktionstemperatur

liegt je nach Glasur und Brandführung

zwischen 600° und 700°C und muss bei

jeder Glasur empirisch ermittelt werden.

Jedem, der Interesse an diesen Versuchen

hat, möchte ich zu eigenen Experimenten

raten, weil neben der wichtigen aber reproduzierbaren

Glasurzusammensetzung und des

Scherbens der Temperaturverlauf im Ofen je

nach Grösse und Bestückung anders ist. Die

besten Ergebnisse bekam ich auf einem Porzellanton.

Mit diesen Versuchen hoffe ich, all

jenen zu helfen, die sich die vielen Versuche

nicht leisten können, die es braucht, um an

ein einfaches und machbares Rezept zu kommen.

Denn bei Experimenten gibt es neben

den brauchbaren Ergebnissen doch überwiegend

unbrauchbare Ergebnisse, wie das Bild

(rechts) meiner Experimentsammlung zur Erreichung

des Kupferslüsters zeigt.

PETER WOLLWAGE

WISSEN & KÖNNEN

NOVEMBER / DEZEMBER 2008 NEUE KERAMIK 65


WISSEN & KÖNNEN

RAKU - meine Faszination ohne Ende!

Teil 3: Der Raku-Brand - die Faszination der thermischen Verwandlung

Der Keramiker und Dozent Georg Krüger aus dem nördlichen Elsass

gibt seine Erfahrungen an die Leser der NK weiter

zuerst eine Korrektur der ersten zwei berichte.

Es ist mir schlicht und einfach

ein Tipfehler beim Übertragen des Glasurrezeptes

passiert: die Fritte d 90158 wurde von

mir mit d 90157 angegeben. diese Fritte gibt

es aber nicht auf dem markt. Tut mir leid! Ich

bitte um Korrektur des rezeptes.

Einige Leser und viele Kursteilnehmer haben

aufgrund der berichte eine menge Fragen

gestellt. die Fragen geben aber auch immer

Hinweise über die Sachfragen, über die ich

noch berichten sollte. So zeigt sich, dass der

brand und die brennführung eines rakubrandes

durchaus noch einen bericht wert sind.

Im Elektroofen wird die brennführung durch

die Steuerung kontrolliert. Im Prinzip ist es

auch möglich raku im Elektroofen zu brennen,

wenn die voraussetzungen stimmen. Hier ist

vor allem auf die Sicherheit zu achten!

In Gasöfen, vor allem in denen, die im

raku verwandt werden, wird im Normalfall die

Steuerung per Hand betrieben. deshalb sind

einige wichtige Steuerelemente zu beachten,

die einen rakubrand erfolgreich werden lassen.

bei der Erzeugung von Wärme in einem

brennofen mit Primärbrennstoffen ist immer

die Luftzufuhr und das verhältnis der Abgasabgabe

zu beachten! So sollte der Gasofen

folgende voraussetzungen haben: keramischer

brenner mit Sicherheitseinrichtung und Nadelventil

zur Feinregulierung des Gasdrucks,

ein Abgaskanal, der mindestens ein drittel

größer ist als die Öffnung, durch die das Gas

einströmt, mit keramischen Platten, um die

Öffnung dem Gasdruck anzupassen und einen

Sicherheitsventil

Manometer

Temperaturfühler mit Anzeige. Wenn diese voraussetzungen

gegeben sind, ist das brennen

nicht schwer. bevor man den brand startet,

sollte man immer im ofen nachschauen, ob

der besatz so aufgebaut wurde, dass dem Fluss

der brenngase genug Platz bleibt, um zum Abgaskanal

oder zur Abgasöffnung zu kommen.

Hier kann man leider nur diesen allgemeinen

Tipp geben, da besatz und ofentypen wie

auch die brenner sehr unterschiedlich sein

können.

beim brennen in neutraler brennatmosphäre

geht man am besten so vor: in der Anheizphase

sollte der Temperaturanstieg beim

Glattbrand nicht über 200°C pro Stunde (bis

400°C) betragen, damit die Keramik trocknen

kann und sich der Temperatur anpasst. von

400°C an kann der Gasdruck entsprechend

dem druck erhöht werden, der für den brenner

vorgesehen ist. diesen erfährt man beim

Lieferanten oder Produzenten. die meisten

brenner können mit einem druck von 100 bis

300 mmbar betrieben werden. mehr als 300°C

pro Stunde heize ich die Öfen nicht auf, da

so die Qualität des Ausschmelzprozesses wesentlich

besser ist (siehe bericht 2). Ab 750°C

fängt man an seinen ofen kennen zu lernen.

bei dieser Temperatur oder eventuell erst bei

800°C (unterzügige Öfen, da der umgeleitete

Abgaskanal die Abgase kühlt) entzündet sich

das überschüssige, nicht im ofen verbrannte

Gas und zeigt an der Abgasöffnung eine

Flamme, die je nach menge, Temperatur und

ofeninhalt zwischen den Farben orange-rot,

grün-blau oder blau variieren kann.

Nadelventil

Nun kann man ausprobieren: 1. wie weit

muss der Abgaskanal geöffnet werden, damit

die Flamme erlischt? 2. Wie hoch ist der Gasdruck

auf dem manometer und wie viel Grad

pro Stunde steigt die ofentemperatur?

Tipp: Wenn die ofentemperatur nicht richtig

ansteigt oder sogar fällt, obwohl genug Gas

zur verfügung steht (auf Flaschenvereisung

achten), dann ist der Gasdruck im verhältnis

zur Abgasöffnung zu groß. dies kann man nun

durch die verminderung des Gasdrucks z.b.

um 20 mmbar oder durch Öffnen der Abgassteine

steuern. Sind die Abgasplatten zu weit

geöffnet, steigt die Temperatur langsamer an

als möglich und der Gasverbrauch kann bis

zu 50% höher sein. Über diese beiden Stellelemente

lässt sich das brennergebnis und der

Gasverbrauch optimieren. optimal ist der Gasverbrauch

und das oxidierende brennergebnis,

wenn die Flamme in den ofen „zurückkriecht“

entweder durch Öffnen der Abgasplatten oder

durch langsame reduzierung des Gasdrucks.

vor allem ruhe, Geduld, Protokollführung und

genaue beobachtung führen bald zum Ergebnis.

Nach jeder veränderung ist es notwendig,

dem brennprozess zeit zum Ausgleich zu geben,

d.h. 5-6 minuten sollten zwischen den

einzelnen regulationsschritten liegen. Es ist

Abbildungen -

linke Abb. - Gasstrang mit rechts Nadelventil zur

Druckregulierung, links Sicherheitsventil und unten

der Druckanzeige (Manometer)

rechte Abb. - Platten zum Regeln des Austrittsquerschnitts

der Abzugsöffnung im Deckel des Ofens

66 NEUE KERAMIK NovEmbEr / dEzEmbEr 2008


am besten, wenn man die brände mit einem

ofen, den man kennen lernen will in

der dämmerung oder Nacht macht, denn

der Unerfahrene erkennt bei hellen Lichtverhältnissen

nicht die Flamme. die in

bericht 2 gezeigten Ergebnisse beruhen

auf einer neutralen brennatmosphäre.

Natürlich kann der rakubrand auch reduzierend

geführt werden, um spezielle

Effekte und Farben zu erreichen. Ich bin

immer noch sehr fasziniert von solchen

reduktionbränden, die in einem späteren

bericht dargestellt werden.

Graphische Gestaltung im Raku

Unten und rechts zwei beispiele graphischer

Gestaltung:

Unten: Hier wird eine Wellpappe als

Strukturgestaltung eingesetzt. der Ton

muss noch sehr weich sein. diese strukturierte

Fläche wird nach dem 1. brand

mit malerband und Latex abgedeckt.

Rechts oben und Mitte: mit einem

weichen bleistift lassen sich Strukturen

in den lederharten Ton gut einritzen.

Nach dem 1.brand wird mit Latex abgedeckt.

Eine eventuelle verstärkung der

Linien mit einer speziellen schwarzen

Sinterengobe kann sehr hilfreich sein.

dieses Thema ist sehr wichtig in der

Aussagekraft von rakukeramiken. durch

die mögliche Karbonisierung des Scherbens

in der Nachreduktion ergibt sich

eine faszinierende vielfalt an formellen

Aussagen der jeweiligen Keramik. Es ist

leicht möglich grafische Aufteilungen

der keramischen oberfläche zu erreichen

und damit Aussagen zu betonen. die Planung

solcher graphischen Aufteilungen

sollten schon in der Entstehungsphase

sein. Hier lohnt es sich schon über die

Gestaltung nachzudenken. diese Arbeit

unterscheidet sich auch wesentlich von

dem zufälligen Überfließenlassen mit

Glasur, die zwar der Form und dem Gießverhalten

entsprechend typische muster

erzeugt, die durchaus reizvoll sind, aber

auch schnell im belanglosen enden können.

den Anfängern und den spontanen

menschen ist dies eine wichtige möglichkeit

der Arbeit, dem Fortgeschrittenen

wird aber das gezielte Abdecken mehr

Ausdrucksmöglichkeiten bieten.

So stehen drei Techniken zur Aussparung

von Glasuren zur verfügung: Latexauftrag,

Wachsauftrag und malerband.

1.Latex ist leicht mit dem Pinsel aufzutragen

und bei richtiger Auftragsstärke

auch wieder zu entfernen. die Schicht

sollte eher dick sein, damit sich das getrocknete

Latex in einem Film abziehen

lässt. bei einer rauen oberfläche ist dies

unbedingt erforderlich!

vorteile: Latex schützt sicher vor der

Glasur. Fehler beim Aufrag lassen sich

leicht korrigieren. Gerade runde, wellige

und nicht gerade Linien sind die Stärke

des Latexauftrags. Auch große Flächen

lassen sich sehr gut abdecken.

Nachteile: der starke Geruch des Lösungsmittels

Ammoniak, den manche

menschen nicht vertragen oder sogar allergisch

darauf reagieren. Weiterer Nachteil

ist der hohe Pinselverbrauch, der

aber mit folgendem Trick vermindert werden

kann: bevor man mit dem Pinsel ins

Latex taucht, sollte man diesen in eine

mischung von zwei drittel Spülmittel zu

einem drittel Wasser tauchen, diesen

dann am „Spüliglas“ ausdrücken, dann

erst in die Latexlösung eintauchen und

ohne auszudrücken auftragen. den Pinsel

sollte man etwa alle 15 minuten einmal

reinigen. bevorzugt man gerade Linien,

die sehr scharf sein sollen, so ist Latex

nicht so gut geeignet. Hier verwendet

man lieber malerband.

2. Malerband unten rechts: mit maler-

band lassen sich vor allem gerade und

graphisch exakte Linien darstellen. damit

die Glasur das band nicht unterkriecht,

muss dieses mit einem Plastikspachtel

fest an die Keramik angedrückt werden.

vorteile: Im Unterschied zu Latex ergeben

die glasurfreien Flächen ganz klare

Kanten, wenn die Glasur richtig aufgetragen

wurde. Es ist relativ einfach gerade

Flächenaufteilungen zu erhalten. Auch

leichte bögen lassen sich mit Kreppband

(malerband) gut abgrenzen.

Nachteile: bei zu dicker Glasurlage

läuft die Glasur eventuell in diese Struk-

Die Abbildungen zeigen

die verschiedenen, im Text erläuterten

Dekortechniken

GEorG KrÜGEr

WISSEN & KÖNNEN

NovEmbEr / dEzEmbEr 2008 NEUE KERAMIK 67


WISSEN & KÖNNEN

turen, die rakuschwarz werden sollen. die

bänder kleben nicht immer sehr fest auf der

geschrühten Keramik. vor allem bei einem

zweiten beguss oder beim Tauchen der Keramik

lösen sich die bänder leicht. Sehr schmale

Aussparungen gelingen aus dem gleichen

Grund nicht immer oder aber die Karbonisie-

ABBiLDUNGEN oben v.l.n.r. - die vorbereiteten Flüssigkeiten - der Latexauftrag sollte möglichst so dick sein,

dass er sich leicht abziehen läßt - die gesäuberte Latexhaut wird mit einer Nadel abgezogen

Mitte v.l.n.r - Das Malerband muss mit einer Spachtel fest angedrückt werden - Beim Auftragen von Wachs

darf kein Fehler passieren, jeder Fleck sperrt den Scherben ab - Die Wachsschicht muss nach dem Glasieren mit

Wattestäbchen gesäubert werden

links - Die drei Abdeckungsmöglichkeiten - Wachs - Latex - Malerband

rung ist nur sehr unbefriedigend, weil das Anmachwasser

alkalireicher Glasuren unter die

bänder diffundiert.

3. Wachs: Auch mit einem flüssigen resist-Wachs

lassen sich ähnlich wie im Latex

Aussparungen herstellen. die Wachsoberfläche

muss nach dem Glasurauftrag gereinigt

werden, wenn man keine Glasurpunkte in der

schwarzen Fläche nach dem brennen haben

möchte.

vorteile: das Wachs ist leicht aufzutragen,

verbraucht keine Pinsel im Übermaß, ist praktisch

geruchsfrei und länger haltbar als Latex.

Nachteile: Falls eine verkehrte Linie, ein unabsichtlicher

Tropfen auf die Keramik kommt,

ist dies nur durch einen weiteren Schrühbrand

oder durch Erhitzen mit einem Gasbrenner zu

korrigieren. das Säubern der Wachsschicht

von Glasurresten kann oft sehr aufwändig

sein, weil manche Glasuren das Wachs leicht

anlösen oder weil das Wachs beim Auftrag

noch nicht ganz durchgetrocknet war. Größter

Nachteil ist aber, das immer wieder Spuren der

Wachsverbrennung im rakuschwarz übrig bleiben

oder Glasurreste verbleiben, die manchmal

störend sind.

Tipp: Für alle Abdeckverfahren kann es je

nach motiv, Glasur und Form der Keramik sinnvoll

sein, „Antiflusslinien“ in den lederharten

Ton zu ritzen, damit die Glasur in diese Linien

hineinläuft und nicht in das ausgesparte Areal,

welches Schwarz werden soll. dies kann man

am besten mit einem bleistift, der eher weich

und nicht ganz spitz ist. Auf der vorigen Seite

68 NEUE KERAMIK NovEmbEr / dEzEmbEr 2008


GEorG KrÜGEr

WISSEN & KÖNNEN

ABBiLDUNGEN -

oben, links und Mitte - Arbeiten von Kursteilnehmern mit Beispielen

verschiedener Abdecktechniken

unten - ein gedrehtes Gefäß von Georg Krüger mit gewolltem äußerem

Riß, abgedeckt mit Latex

zeigt Andrea wie man es macht! Auf den Winkel (flach!!),

den bleistift (eher weich) und auf die Tonhärte kommt es

an (nicht zu feucht, eher spürbar lederhart). der Winkel zur

Tonoberfläche sollte dabei relativ flach sein. dadurch, dass

der bleistift mit seiner mine die Linie zieht und sich Graphit

löst, bleiben die Schamottkörner in der Tonschicht und treten

nicht an die oberfläche. Sollten doch einmal Körner nach

oben kommen, so sind diese leicht mit einer steifen Plastikkarte

nach unten zu bearbeiten (bericht 4).

diese Abdecktechniken lassen sich auch bei anderen rakutechniken

sehr gut einsetzen, zum beispiel bei Nacked

raku oder den sogenannten Kupfermattglasuren und einigen

anderen rakutechniken. Ich werde bei weiteren berichten

auf das jetzige Thema zurückgreifen.

Bericht 4: Oberflächenstrukturierung und Eisensulfat

Georg Krüger - Céramique de la Gare

97, Rue de Mouterhouse

F-57230 Bannstein, Frankreich

www.krueger-keramik.de

Erläuterung der Fachbegriffe:

keramischer Brenner: meist atmosphärischer Brenner mit Flamm-

Rückschlagsicherung

Nadelventil: dient der sehr genauen Regulierung des Gasdrucks

Abgaskanal: entweder Öffnung im Ofendeckel oder unterzügiger

Abgaskanal

Besatz: hierzu zählen alle Keramiken, Brennplatten und Stützen

Ofentypen: es gibt bei Gasöfen vor allem unterzügige und oberzügige

Öfen; die unterzügigen Öfen brennen sparsamer und ausgeglichener,

sind aber teurer und schwerer.

Neutrale Brennatmosphäre: dies ist der optimale Verbrennungszustand

in einem Gasofen. Der Gasverbrauch ist zum Temperaturanstieg

optimal. Wenn die Ofentemperatur nicht ansteigt bei starkem

Gasdruck, dann ist die Abgasöffnung zu verschlossen oder der Gasdruck

zu hoch, wenn diese schon ganz auf ist.

Karbonisierung: Schwarzfärbung der unglasierten Tonschicht mit

Kohlenstoff durch die Hitze

Latex: Latex wird mit Amoniakverbindungen streichbar gemacht,

läßt sich bei richtiger Schichtdicke gut abziehen

NovEmbEr / dEzEmbEr 2008 NEUE KERAMIK 69


KURSE - SEMINARE - VERSCHIEDENES

“The BICMA Is A greAT opporTunITy for Any ArTIsT BeCAuse of

ITs professIonAlIsM And ITs InTernATIonAl nATure”

Rafael Pérez Fernández has been the winner of the II International Ceramics

biennale of Marratxí, this competition awards had place the last 5th of July

at the Museu del Fang. This artist from La Rioja has a long professional

career. He started his education when he was 20 years old at the Massana

school of the city of barcelona and from there he was trying and starting in

different artistic discipline. Finally he stablished in Haro, a village from La

Rioja, where he started up his own workshop, and where he has worked for

more than 20 years.

A total of 74 participants with 125 works of 21 different countries have

well-attended in this second announcement of the competition, highlighting

its international nature. The winning works and the finalists have been

exhibited in the Museo de Fang of Marratxí until the 3rd of August. For the

winner of the first prize of the competition, “the professionalism and the

quality of the bICMA make also, that the satisfaction for this recognition of

my work is greater”

What made you bring your work to the BICMA?

In my opinion, it is a competition that has had a very good approach and organization. That is why the idea of bringing my work atracts

me from its first edition. The fact that is done in an international level made me know that for me it was a greater challenge. I was

working during a lot of time in my work, but I do not want to show it until it was perfectly finished and I saw it sure.

What means for you to have won the first prize?

All the experience of having participated in this competition has been very positive for me and, obviously to have won the

first prize it fills me of proud. The professionalism and the quality of the bICMA make also that the satisfaction for this recognition

to my work is greater.

What means for you your work?

In general, my works does not have any personal meaning for me, what I try always thorough my works is look for the beauty. With my

work I do not pretend to make any specific discourse but I work unconsciously.

From your own personal experience in the BICMA, would you encourage to other artists to

show their works in the following edition?

To other artists that are interested I would tell them that my experience as contestant of this competition has been exceptional. What I

would emphasize is the excellent organization, and the high level of the works and I would like to thank also the fantastic treatment

that I have received from the beginning by all the staff. In short, I think that is a great oportunity for any artist because of its professionalism

and its international nature.

above l. to r. - Ichi Yosawada

- Miguel Angel Gil Andaluz

- Liz Howe

- Rafael Parejaribera

bottom - Kim Sang-Woo

Toloño is the piece made by R. Pérez that has won the II BICMA

70 NEUE KERAMIK NoVEMbER / DEzEMbER 2008


Der nächste frechener Töpfermarkt

findet am 16. und 17. Mai 2009 statt.

Interessenten melden sich bitte bei der

Stiftung KERAMIoN, bonnstraße 12,

D-50226 Frechen (info@keramion.de;

Tel.: 02234-697 690) oder laden sich das

bewerbungsformular von der Internetseite

www.keramion.de herunter.

Anmeldeschluss ist der 9. Januar 2009.

3. Töpfermarkt der universitäts- und

hansestadt greifswald auf dem historischen

Marktplatz, am 23./24. Mai 2009,

bewerbungen mit 3 aussagekräftigen

Fotos und 1 Standfoto bis 31.01.09 an

Pomm.Pott Keramikwerkstatt, Schuhhagen

1, 17489 Greifswald.

13. Markt für Kunst und handwerk

in hannover am 13./14. Juni 2009

· offen für alle Formen von

Kunsthandwerk

· in der malerischen Altstadt Hannovers

· Auswahl durch unabhängige Fachjury.

Veranstalter:

landeshauptstadt hannover, Kulturbüro

bewerbungsunterlagen erhalten Sie vom

Kulturbüro der Stadt Hannover, Susanne

Drangmeister, Friedrichswall 15

D-30159 Hannover, Tel.: 0511/168-43319,

Fax: 0511/168-45073 www.Hannover.de

Susanne.Drangmeister@Hannover-Stadt.de

Bewerbungsschluss: 31. Jan. 2009

Internationaler Keramikmarkt in höhrgrenzhausen

- am 06. + 07. Juni 2009

von (Sa) 10 bis 18 Uhr und (So) von 11

– 18 Uhr. Auf einer ca. 500 Meter langen

Marktzone wird alles gezeigt, was die

Vielfalt der Keramik ausmacht. Das Keramikmuseum

Westerwald, direkt in der

Marktzone, lockt beim Museumsfest mit

vielen Attraktivitäten bei freiem Eintritt.

bewerbungsunterlagen anfordern unter:

www.hoehr-grenzhausen.de – den

Suchbegriff „Ausstellerinfo“ eingeben und

die Unterlagen dort abrufen. Teilnehmer

des Marktes 2008 erhalten die Unterlagen

automatisch. bewerbungsende: Montag,

02. Februar 2009. Weitere Informationen

sowie die Unterlagen erhalten Sie bei:

Tourist-Information Höhr-Grenzhausen,

Rheinstr. 60a in 56203 Höhr-Grenzhausen

Tel.: +49 (0) 26 24/1 94 33

Fax: +49 (0) 26 24/9473 129

e-mail: tourismus@hoehr-grenzhausen.de

Internet: www.hoehr-grenzhausen.de

17. Int. Töpfermarkt hüfingen 2009

Die bewerbungsfrist für den auf 50 ausgewählte

Teilnehmer begrenzten Töpfermarkt

Hüfingen (2008: 11. bis 13. September)

endet am 31. Dezember. – bewerbung mit

biografie, Angebotsbeschreibung, aussagekräftigen

Fotos an die Projektorganisatorin:

Ingrid Rockrohr, Am Rappenschneller

16, D-78183 Hüfingen.

- Veranstalter: Stadt Hüfingen -

www.huefingen.de

der Iznanger Töpfermarkt mit Keramikpreis

findet am Samstag, den 18. und

Sonntag, den 19.7.2009, statt. bis 31.

12. 2008 bewerben bei Sabina Hunger,

Hintere Gasse 41, 71063-Sindelfingen.

www.toepfermarkt-iznang.de

20 Jahre Alpen- Adria- Keramikmarkt -

4.-6.Juni 2009, ca. 70 Keramiker präsentieren

im historischen Stadtkern von

Villach (Österreich) Handwerkskunst und

Kunstwerke Informationen und bewerbungsunterlagen

und unter

+43 (0) 42 42-205,DW 3415 und unter

kultur@villach.at bewerbungen bis 15.

Jänner 2009 an: Kulturabteilung der Stadt

Villach, Schloßgasse 11, Dinzlschloss,

A-9500 Villach, Österreich.

MÄrKTe

pottbäckermarkt in Krefeld mit Keramikpreis.

Samstag 09. und Sonntag 10. Mai

2009 rund um die Dionysiuskirche in der

Krefelder Innenstadt bewerbungen mit

biografie und 3 Fotos bis 10. Januar an:

Stadtmarketing Krefeld, Verena Tomasik,

Rathaus, 47792 Krefeld oder per Mail:

verena.tomasik@krefeld.de

www.krefeld.de/pottbaeckermarkt

Internationaler 27. oldenburger

Töpfermarkt, 1./ 2. August 2009

Gut 100 Standplätze sind auf diesem europaweit

ausgeschriebenen Spitzenmarkt für

alle bereiche handwerklicher und künstlerischer

Keramik zu bestellen. Parallel zum

Markt findet für die Teilnehmer eine thematische

Ausstellung im benachbarten

oldenburger Landesmuseum statt, anläßlich

derer 3 Geldpreise durch Juryentscheid

sowie ein ebenfalls dotierter Publikumspreis

vergeben werden. erstmals vergeben

wird außerdem der „preis der neuen

KerAMIK“ für herausragende leistungen

auf dem gebiet der künstlerischen

Keramik. zur bewerbung aufgerufen sind

professionell arbeitende Keramiker und

Keramikerinnen aus allen Sparten, vom

Gebrauchsgeschirr über das Unikatgefäß

bis zur keramischen Plastik.

Info & Bewerbung: Die Werkschule e. V.,

Hochheider Weg 169, 26125 oldenburg;

Fon 0441/382930, Fax 0441/382742;

info@werkschule.de, www.werkschule.de;

www.oldenburger-toepfermarkt.de

Bewerbungsschluss: 10. Januar 2009.

28. darmsheimer Töpfermarkt in

Sindelfingen-Darmsheim. 20. + 21. Juni

2009. www.darmsheimer-töpfermarkt.de

7. Internationaler Töpfermarkt in

Überlingen am bodensee. 28., 29. und

30. August 2009. bewerbungsschluß:

Jeweils bis 30. November 2008.

www.überlinger-töpfermarkt.de

15. Töpfermarkt Waldenburg, 13. -

14.06.2009 (jährlich 2. Juniwochenende)

bewerbung bis Februar an Tourismusamt

Waldenburg, Peniger Straße 10

08396 Waldenburg, Tel. 037608/21000

4. pöttermarkt vör sankt nikolai in

Wismar. 11. und 12. Juli 2009.

Anmeldeformular unter www.Wismar.de,

Link: Veranstaltungen. Aussagekräftige

bewerbung mit frankiertem Rückumschlag

bis Ende Februar 2009 an Diana Hanczyk,

Dorfstr.18, D19069-Seehof.

14. dresdner Toepfermarkt 2009

Der Toepfermarkt Dresden mit 65 Teilnehmern

findet am 5. und 6. September

2009 statt. Anmeldeschluss 25. Februar

2008. bewerbungen bitte an Toepfermarkt

Dresden e.V., Pillnitzer Landstr. 253

01326 Dresden.

www.toepfermarkt-dresden.de

der 17. Wittenberger Töpfermarkt findet

vom 26. bis 27. September 2009 auf dem

Marktplatz statt. bewerbungsschluss:

28.2. 2009. Unterlagen an Petra Schütze,

Strasse des Friedens 1, 06773-Gräfenhainichen

schicken.petraschuetze@yahoo.de

Überregionaler Töpfermarkt großenrode

am 09. - 10. 05. 2009. Einer der grössten

und schönsten Märkte Norddeutschlands.

Der Markt findet nur in jedem zweiten

Jahre statt. Veranstalter: bürgerverein

„Unsere Umwelt Mörliehausen e.V.“

Mörliehäuserstr. 6, 37186 – Moringen

info@toepfermarkt-grossenrode.de

www.toepfermarkt-grossenrode.de

Anmeldeschluss: 20. 12. 2008

Wir sind für Feuer und Flamme

KURSE - SEMINARE - VERSCHIEDENES

Andrea und Georg

Krüger

Ceramique de la

Gare

Das haben wir bis jetzt ab März

2009 geplant

Archaische Brennverfahren

Brennen in der Tonne

Drehintensivkurs

Drehwochenende Thema

Drahtgitter

Engoben und Varianten

Glasperlenkurs

Gartenkeramik

Glas und Keramik

Intensivkurs Sommer

Kapselbrand

Metall und Keramik

Oberflächengestaltung

Osterintensivkurs

Raku in vielen Kursen

Raku spezial

Raku spezial Thema

Raku Brennwochenende

Stele und Varianten, größere

Plastiken in Stücken

Werkstatttage

Wunschkurs

oder was ihr euch wünscht unter

kontakt@krueger-keramik.de

Wir haben Freude an der Vermittlung unseres Wissens! Profitieren

Sie davon und kommen Sie zu uns!

Fordern sie ab Mitte November das neue Programm an!!

intensive Betreuung; fast alle Kurse auch für Anfänger geeignet; Übernachtung

und Werkstattessen möglich.

Ceramique de la Gare, Andrea und Georg Krüger

97, Rue de Mouterhouse,

F-57230 Bannstein/Eguelshardt

Telefon 00 33/387 96 00 11 /Fax 00 33/387 96 08 34

e- mail : kontakt@krueger-keramik.de

Homepage: www.krueger-keramik.de

NoVEMbER / DEzEMbER 2008 NEUE KERAMIK 71


KURSE - SEMINARE - VERSCHIEDENES

PETER KLUBE

Im RAKU-KURS zeigt Peter Klube die verschiedenen

Möglichkeiten des Arbeitens mit Raku

für Anfänger und Fortgeschrittene auf. Als

Haupt themen stehen bei jeweiliger Interessenlage

zur Auswahl: 1. Massen - Ton, Paperclay

bis Porzellan. 2. Engoben herstellen, einfärben,

anwenden. 3. Glasuren - Rohstoffe aussuchen

und bestimmen; 4. Oxide und Salze auf keramischen

Oberflächen; 5. Brennen und Abräuchern 7.Von polierten

Oberflächen über Terra Sigillata zu Naked Raku.

MONIKA DEBUS

NIEDRIGSALZBRAND UND

DAS THEMA GEFÄSS.

Wer Lust hat, ein bißchen zu experimentieren,

hat in diesem Kurs Gelegenheit dazu,

denn Schwerpunkt wird das Bemalen und

Aufbauen freier Gefäßformen sein, die

anschließend in dem eher ungewöhnlichen

Niedrigsalzbrand fertig gestellt werden.

Nebenbei können wir mehr über den Salzbrand erfahren.

SUSANNE ALTZWEIG

PAPERCLAY und SEINE VIELFÄLTIGEN

GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN

In diesem Kurs lernen Sie die Besonderheiten

und Möglichkeiten des Paperclays

kennen. Unter fachkundiger Anleitung von

Susanne Altzweig, wird Ihnen die Plattenbautechnik

vermittelt, so daß Gefäße, und

Objekte entstehen können. Auch das Drehen

an der Töpferscheibe ist möglich.

MARTIN GOERG

GROSSE GEFÄSSE AUFBAUEN

Für das Aufbauen braucht man kaum

Vorkenntnisse und auch keine aufwendige

Ausrüstung. Unter professioneller Anleitung

werden Technik und Tricks des Bauens und

der Formgebung vermittelt und selbst umgesetzt,

so dass am Ende des Kurses jeder

sein eigenes Gefäß bewundern kann.

WORKSHOPS 2009

● PORZELLAN ● FIGUR ● SALZBRAND ● RAKU

● DREHEN ● GROSSGEFÄSSE ● PAPERCLAY

Die Kurse beginnen am Freitag, den 06. 03. 09, 15 Uhr

und enden am Sonntag, den 08. 03. 09 gegen 17 Uhr.

VERANSTALTUNGSORT: Keramikgruppe

Brunnenstraße 13, 56203 Höhr-Grenzhausen

Gemeinsames Abendessen am Freitag

06. - 08. MÄRZ 2009

ANMELDUNG anfordern bei

TONraum-Peter Klube

Steinreuschweg 2, D-56203 Höhr-Grenzhausen

Tel./Fax: +49(0)2624 - 952967-0

eMail: p.klube@neue-keramik.de

Kurskosten: 220 E / Person

Materialkosten: extra

Teilnehmer pro Gruppe: 8-10 Personen

NÄCHSTER WORKSHOP: 02.- 04. Oktober 2009

Keramikkurse 2009

FRITZ ROSSMANN

PORZELLAN - DAS WEISSE GOLD

Geschichtliches, gedrehtes, geformtes,

getrickstes, strukturiertes - standard

porcelain – transparentes, weißes -

Southern Ice - gefärbtes, dickes –

Paperclay - dünnes, gewischtes, ästhetisches,

engobiertes, geheimes, glasiertes - Limoges

Porcelain - etc. etc. Grundlage für die Formgebung und

Oberflächenbehandlung sind Anregungen gewachsener

traditioneller und zeitgenössischer Keramik.

GASTDOZENT

ANDREAS HINDER

Die KERAMISCHE TIERPLASTIK

Töpferlehre in Höhr-Grenzhausen,

Gesellenjahre im In- und Ausland,

Gestalter im Handwerk an der HWK-

Kassel, Studium an der Staatlichen

Fachschule für Keramikgestaltung in

Höhr-Grenzhausen. Seit 1994 fertigt Andreas Hinder in

seiner Werkstatt hauptberuflich keramische

Tierplastiken. Diese werden aus grob schamottiertem

Steinzeugton frei aufgebaut, mit vielfältigen

Oberflächenstrukturen versehen und anschließend mit

Porzellanengobe bemalt. So entstehen Klein- und

Großplastiken für den Innenbereich oder frostsichere

Skulpturen für den Außenbereich. Im Kurs wird Andreas

Hinder seine praktischen Erfahrungen des täglichen

Modellierens weitergeben. Tipps und Kniffe zum leichten

Aufbauen einer Figur, einer abstrakten Plastik oder eines

Reliefs sind ebenso Inhalt, wie die Suche nach der sinnvollen

Form und deren Oberflächengestaltung.

Skizzenoder kleine Modelle zum eigenen Gestal-

tungsvorhaben können gerne mitgebracht werden! Ziel

ist es, die TeilnehmerInnen bei der Realisation der

eigenen Arbeit zu unterstützen.

Keramische Gefäßgestaltung mit Thomas Naethe 04. März bis 09. März

Dekoration auf dem Porzellan mit Beatrijs van Rheeden 27. März bis 29. März

„Das kann ich auch!“ Vorbild - Nachbildung mit Harald Jegodzienski 03. April bis 12. April

Kinderkurs - Frühlingsblumen aus Ton mit Gabi Schaly 15. April bis 17. April

„Der König und die Königin“ Keramik-Bildhauerischer Kurs mit Maria Geszler 17. Mai bis 24. Mai

Labyrinth - Grossplastiken - Gasreduktion mit Zsuzsanna Füsezi Heierli 01. Juni bis 08. Juni

Körper und Raum -

Bau eines großen Schneckenhauses mit Innenleben mit Karin Stegmann 20. Juli bis 25. Juli

„Das Schiff“ Keramik-Bildhauerischer Kurs mit Maria Geszler 20. September bis 27. September

„Farbträume – Erdräume“ mit Harald Jegodzienski 05. November bis 14. November

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Fax: 06852 - 991190

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72 NEUE KERAMIK NoVEMbER / DEzEMbER 2008


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16.02. - 21.02. Töpfern an der Töpferscheibe Oswald Platten

23.02. - 01.03. Alles ist möglich - 6 Tage Francesca Conserva

02.03. - 07.03. Freies Gestalten mit Ton Peter Widmer

09.03. - 14.03. Porträt und Figuren Beat Staehli

16.03. - 21.03. Stele in Haus und Garten Oswald Platten

23.03. - 28.03. Drachen Samuel Bächtold

30.03. - 04.04. Faszination Tier Pia Zürcher

06.04. - 11.04. Ton und Sand Jürg C. Bächtold

13.04. - 18.04. Glasuren komponieren: 1000°C-1280°C

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20.04. - 25.04. Smoke Firing Luca Tripaldi

27.04. - 02.05. Töpfern an der Töpferscheibe Oswald Platten

04.05. - 09.05. Einen Rakuofen bauen Jörg C. Bächtold

11.05. - 16.05. Die Kugel Peter Widmer

18.05. - 23.05. Porzellan Drehen Patty Wouters

25.05. - 30.05. Kapselbrand - Saggar Firing Patty Wouters

01.06. - 06.06. Feuer- und Räucherschalen Francesca Conserva

08.06. - 13.06. Menschliche Skulpturen Nino Mandrici

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bewerbungsschluss: 01. 12. 2008

Unterlagen zu senden an:

Eva Fürtbauer, Rathausplatz 1

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20. Bremer Keramikmarkt

Termin: 20.und 21. Juni 2009

bewerbungsschluss: 15. Januar 2009

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Di - So von 14.00-17.00 Uhr. www.tiendschuur.net info@tiendschuur.net

Teilnehmer: Ruth Amstutz, CH, Alphons ter Avest, NL, Neil Brownsword, GB, Elizabeth

Callinicos, GB, David Cushway, GB, Barbara Diduk, USA, Bruce Gernand, GB, Sigurdur

Gudmundsson, ISL, Christiane Haase, D, Eva Hild, S, Karin Hochstätter, D, Johan-Peter

Hol, I, Seet van Hout, NL, Ingela Jonasson, S, Luc Merx, D, Monica de Miguel Rubio,

NL, Trees De Mits, B, Peter Otto, NL, Ruudt Peters, NL, Julie Poitras Santos, USA, Har

van der Put, NL, Nick Renshaw, NL, Luk van Soom, B, Anne-Marie van Sprang, NL, Terhi

Tolvanen, NL, Xavier Toubes, USA, Han van Wetering, NL, Arne Widman, S, Christie

Wright, USA, Hans van Hoek, NL. Kurator: Sacha Odenhoven, Tiendschuur. Gastkuratoren:

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April 25.-26. BINGEN AM RHEIN-Burg Klopp

Mai 01.-03. RHEINFELDEN / HRH.-Schloss Beuggen

Mai 08.-09. ZIRNDORF-ANWANDEN-Gut Wolfgangshof

Mai 23.-24. HINTERZARTEN-Hochschwarzwald-Freiburg, im und ums

Kurhaus

Mai 30.-01. Juni IFFEZHEIM-am Rennplatz bei Baden-Baden

Juli 18.-19. BARTH-am Hafen-OSTSEE Neu

August 01.-02. RIBNITZ-DAMGARTEN-Park am Hafen Ribnitz-OSTSEE

August 08.-09. PUTBUS auf RÜGEN-Park am Hafen Lauterbach-OSTSEE

August 15.-16. BAD DOBERAN-Bachgarten am Münster

September 12.-13. VILLINGEN-SCHW.-Münsterplatz Neu

September 19.-20. ANGELBACHTAL-Schlosspark mit See

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biennale findet am 31. Mai und 1. Juni zum zweiten Mal im Park des

Landhauses „Keukenhof“ statt (südlich von Amsterdam). Führende

niederländische und internationale Keramiker werden ihre neuesten

Arbeiten im Rahmen einer Verkaufsausstellung zeigen. Ein attraktives

Rahmenprogramm mit einer ‚open air gallery‘, workshops und

Vorführungen wird für ein festliches Ambiente sorgen. Die

bewerbungsunterlagen stehen Ihnen im Internet zur Verfügung. Der

Einsendeschluss: 31. Dezember 2008. Anmeldung und weitere

Informationen: www.clay2day.nl

im Kanton Wallis, hoch über dem rhonetal –wo die schweiz am schönsten ist!

Auch 2009 unterrichten wieder international anerkannte Keramiker bei

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STEVEN bRANFMAN, Newton/Mass. USA 29.06. - 04.07.09

dynamische skulpturen aus paper-porzellan

MICHAEL FLYNN, Cardiff/Wales Gb 03.08. - 08.08.09

Kristallglasuren auf porzellan

PETER KLUbE, Höhr-Grenzhausen/D 17.08. - 22.08.09

porzellan und licht

MoNIKA ARMbRUSTER, Nürtingen/D 07.09. - 12.09.09

porzellan u. paper-porzellan im gas- u. holzofenbrand

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Tel. 0041/71/9694300

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Tel. 0041/62/7372121

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- erscheint in der ersten Januarwoche

1 Hans-peter Jakobson, ehemaliger leiter des MAK

in Gera, stellt uns die Arbeiten von

FriedeMann henschel vor.

Friedemann Henschel ist schon lange bekannt durch

seine schwelgerische, geradezu überbordende Fülle

erzählfreudiger Details an fast allen seinen Stücken.

Unbekümmert und mit viel ironie bedient er sich im

unendlichen Fundus menschlichen Schöpfertums.

2 sandro lorenzini, aus italien hat im

letzten Jahr während seines Aufenthaltes im

Shigaraki cultural ceramic park, Japan, eine neue

Kompositionsmethode seiner geometrischen Formelemente

gefunden und stellt diese

in kommendem Beitrag vor.

3 andreas hinder fertigt in seiner

Werkstatt in erster linie expressionistische

Tierplastiken und verwendet dabei auch Kanthal-

Stahl. Mit diesen Arbeiten ist er europaweit in

Galerien vertreten. Susanne ziegler, MA, gibt uns

einen Einblick in das Schaffen des Künstlers.

4 im Wettbewerb "Tierisch Vergnüglich" im

Keramikmuseum Westerwald, anläßlich des

Keramikmarktes in Höhr-Grenzhausen, erhielt

nicole Thoss den preis der NEUEN KErAMiK.

in diesem Beitrag erläutert sie eine ihrer

Drucktechniken.

Unter WiSSEN & KÖNNEN setzen wir zudem die

raku-reihe mit Georg Krüger fort.

5 Markus BöhM berichtet von der

internationalen Holzbrandkonferenz in Mittagong,

Australien und von den Eindrücken,

die er während des Brennes der Öfen und

der Vorträgen dort sammeln konnte.

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layout: Huriye Hallac, Bernd pfannkuche

kündigung des Abonnements bis zum 31. oktober läuft die-

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1001nackt

ein Projekt der Künstlerin

Theresia hebensTreiT

23. November 2008 bis 18. Januar 2009

Eröffnung : Sonntag, 23. November 11.30 Uhr

www.galerie-heller.de

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Tel: + 49 (0) 6221-6190 90

Friedrich-Ebert-Anlage 2

Am Stadtgarten

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grassi

GEFÄSS SKULPTUR

Deutsche und internationale Keramik seit 1946

Ausstellung vom 29. 11. 2008 bis 1. 3. 2009

Johannisplatz 5–11 · 04103 Leipzig · Tel. 0341-2 22 91 00 · www.grassimuseum.de · Geöffnet: Di–So, Feiertage 10–18 Uhr, Mo geschlossen

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