proPOLIZEI, März/April 2013 - Niedersächsisches Ministerium für ...

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proPOLIZEI, März/April 2013 - Niedersächsisches Ministerium für ...

Ak t u e l l

Notruf-Decoder

Eine innovative Technik aus der

Zentralen Polizeidirektion

Schematische Darstellung der Funktionsweise des Notrufdecoders (D-Kanal-Decoder)

E

10 p roPo l i z e i He f t 2/2013

nde 2012 trat die neue „Technische

Richtlinie für Notrufverbindungen

(TR Notruf)“ in Kraft. Darin werden die

Netzbetreiber grundsätzlich verpflichtet,

Standortdaten der notrufenden Person zu

übermitteln. Die Mobilfunkanbieter

(Provider) übermitteln dabei die Position

des Funkmastes, in dem das notrufende

Handy eingewählt ist.

Mit der neuen Richtlinie ermöglicht

der Gesetzgeber eine leichtere Ortung

des Notrufes und damit eine schnellere

Hilfeleistung für eine in Not befindliche

Person durch die Feuerwehr, die Rettungsdienste

und die Polizei. Die Richtlinie

betrifft nicht nur den Notruf 110,

sondern auch die Notrufnummer 112.

Soweit also eine gute Sache. Um die

Daten nutzen zu können, bedurfte es

jedoch einer Anpassung der Einsatzleitstellentechnik.

Der Systemanbieter der

polizeilichen Leitstellen in Niedersachsen

sah jedoch keinen eigenen Bedarf für

eine Weiterentwicklung der bestehenden

Technik.

Mit diesem Umstand wollte und konnte

sich der verantwortliche Ingenieur der

Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen

(ZPD-NI), Martin Streifel, nicht

zufriedengeben. Nachdem er gegenüber

seiner Dienststelle und dem Innenministerium

(MI) die Problematik der fehlenden

Technik dargestellt hatte, wurden

Mittel seitens des MI zugewiesen. Damit

entwickelte die ZPD-NI einen ersten

Prototyp, der in den durchgeführten Tests

die gestellten Anforderungen bereits

weitgehend erfüllte. Mit den Vorgaben

dieses Protyps wurden anschließend

mittelständische Unternehmen angesprochen

und Musterentwicklungen

angeregt. Dabei wurde besonderes Augenmerk

auf eine universelle Lösung

gelegt, die über den Bereich der Polizei

Niedersachsen hinaus einsetzbar ist.

Die Firma „Datus“ aus Aachen entschied

als mittelständisches Unternehmen

die Ausschreibung für sich. In Zusammenarbeit

mit „T-Systems“ aus

Hamburg und unter fachlicher Begleitung

der ZPD-NI machte sich die Firma

ans Werk. Ergebnis: Der „D-Kanal-Decoder“

oder mittlerweile auch „Notruf-

Decoder“ genannt. Mit dieser in die

polizeilichen Leitstellen nachträglich zu

integrierenden Technik ist es möglich,

die mit dem Notruf eingehenden Daten

auszulesen und über den Einsatzleitrechner

und das dort eingesetzte geografische

Informationssystem (GIS) darzustellen.

Grafik: Polizei

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