ETF+Magazin+3+2013 - peersuna

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SEPTEMBER 2013

erhalten Anleger die reine Index-Rendite

Trotz des starken Kursanstiegs dürfte der Aktienmarkt

in Tokio weiterhin überdurchschnittliche

Chancen bieten“, prognostiziert Asoka

Wöhrmann, Chief Investing Officer der Fondsgesellschaft

DWS. Vor allem Japans Exportunternehmen

stünden jetzt auf der Sonnenseite. Kein Wunder:

Die japanische Zentralbank pumpt Milliarden in die

Finanzmärkte des Inselreichs und drückt damit den

Yen immer weiter nach unten. Bis Ende 2014 will die

Bank durch den Aufkauf von Staatsanleihen, Aktien

und Reits die Geldbasis Japans glatt verdoppeln. Keine

andere Zentralbank der Welt ist so aggressiv. Die

angekündigten Käufe bedeuten nichts anderes als eine

monetäre Stimulierung der japanischen Wirtschaft von

1,4 Billionen Dollar. Relativ zum Bruttoinlandsprodukt

pumpt die Bank of Japan damit doppelt so viel Geld

in den Markt wie die US-Notenbank.

Die Stimulierung der japanischen Wirtschaft funktioniert

dabei zum Großteil über einen schwächeren Yen.

Mit der aggressiven Geldpolitik ging eine massive Abwertung

der Landeswährung um über 20 Prozent einher.

Die Wettbewerbsposition japanischer Unternehmen hat

sich damit natürlich deutlich verbessert. Das lässt den

Export boomen. Durch die billigere Währung sind japanische

Produkte weltweit wesentlich konkurrenzfähiger

geworden, während Importwaren für die Japaner jetzt

teurer werden. Dank der Abwertung des Yen können

zudem viele japanische Unternehmen, in heimischer

Währung gerechnet, ihre Gewinne enorm ausweiten.

„In den kommenden zwölf Monaten dürften die Unternehmensgewinne

im MSCI-Japan um rund 45 Prozent

steigen“, erklärt DWS-Stratege Wöhrmann. „Mit jedem

weiteren Prozent Verlust der Währung steigen die Gewinnmargen

der Unternehmen, vor allem

derjenigen, die exportieren“, urteilt

auch Stefan Riße, Manager des Riße-

Inflation-Opportunities- Fonds. Auch

Riße ist überzeugt: „Von den großen

Aktienmärkten dieser Welt dürfte die

Börse in Tokio in den kommenden zwölf

Monaten die aussichtsreichste sein.“

Doch wer als europäischer Geldanleger

in den japanischen Aktienmarkt

investieren will, hat ein Problem:

Währungsverluste fressen die

(Yen-)Kursgewinne der Aktien ganz

oder teilweise wieder auf. Ein Ende

der Yen-Abwertung ist noch nicht abzusehen.

„In Anbetracht

der ultralockeren Geldpolitik

und der expansiven

Ausrichtung der Regierung

Abe dürfte der Yen weiter

zur Schwäche neigen“, erwartet

Wöhrmann.

Praktische Fonds. Glücklicherweise

können Anleger

heute ihr Währungsrisiko

relativ problemlos mit

passenden Termingeschäften

absichern. Selbst Geldmanager,

denen das individuelle Hedging zu aufwendig

ist oder die auf Grund ihrer Anlagerichtlinien nicht

die entsprechenden Geschäfte tätigen können, müssen

sich die Japan-Chance nicht entgehen lassen. Mehrere

ETF-Anbieter haben inzwischen währungsgesicherte

ETFs für Japan und andere Märkte im Angebot (s.

S. 25). Wer in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren

will, kann ebenfalls auf währungsgesicherte

ETFs zurückgreifen (s. S. 23).

Noch gibt es in Deutschland nur eine Hand voll solcher

ETFs, doch das wird wohl nicht mehr lange so

bleiben. „2013 ist das Jahr der währungsgesicherten

ETFs“, beobachtete Sascha Levitt, ETF-Analyst der

Deutschen Bank in London. In diesem Jahr wäre

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