Die Kongresshalle Nürnberg - Bildarchiv der Philipp Holzmann AG

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Die Kongresshalle Nürnberg - Bildarchiv der Philipp Holzmann AG

Fachhochschule Potsdam, Fachbereich 3 Bauingenieurwesen

Schütze, Wischnewski

Ingenieurprojekt „Bildarchiv der Philipp Holzmann AG“ STAND 21.01.2014

3. Rahmenbedingungen

3.1 Politische Rahmenbedingungen

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete sich ab, dass dies ein historisch

bedeutsames Jahrhundert werden würde.

Am 28. Juni 1914 löste die Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz

Ferdinand, dem Thronfolger von Österreich-Ungarn, den Ersten Weltkrieg aus. In die

Geschichte ging dieser Akt als „Attentat von Sarajevo“ ein. Der deutsche Kaiser

Wilhelm II. und Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg versicherten

Österreich-Ungarn bedingungslose Unterstützung im Kriegsfall. Russland stellte sich

auf die Seite Serbiens. Als am 29. Juli 1914 Österreich-Ungarn Serbien den Krieg

erklärte, überschlugen sich die Ereignisse. Binnen kürzester Zeit entwickelte sich der

Lokalkrieg zum Kontinentalkrieg, bis hin zum Weltkrieg.

Am Ende des Ersten Weltkrieges im September 1918 stand das Deutsche Kaiserreich

vor seinem wirtschaftlichen und militärischen Zusammenbruch. Die militärische

Führung unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff wollte keine Verantwortung

für die Niederlage übernehmen. Mit der Novemberrevolution 1918 wurde in

Deutschland die konstitutionelle Monarchie durch die parlamentarische Demokratie

abgelöst. Während ihrer gesamten Existenz war die Weimarer Republik andauernden

inneren und äußeren Belastungen ausgesetzt. Von Beginn an mussten sich die

Befürworter der Republik innerhalb und außerhalb des Parlaments dem Druck

radikaler Kräfte von Links und Rechts entgegenstellen. Zu den entschiedenen

Gegnern der Republik gehörten die Deutsch-Nationale Volkspartei (DNVP), die

Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) als auch die Nationalsozialistische

Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Letzterer gelang Anfang der 1930er Jahre,

begünstigt durch die Verunsicherung und soziale Verelendung großer

Bevölkerungskreise im Rahmen der Weltwirtschaftskrise, der Aufstieg zur stärksten

politischen Kraft im Parlament (1932). 11

Am 30. Januar 1933 erlangte Adolf Hitler das Amt des Reichskanzlers, in welchem er

vom damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg vereidigt wurde. In der

Folgezeit schaffte die NSDAP die Demokratie immer weiter ab und festigte ihre

Herrschaft. Bereits 1927 und 1929 hatte die NSDAP ihre ersten Parteitage in Nürnberg

abgehalten. 12 1933, nach der Machtergreifung, wurde der Stadt der Titel „Stadt der

Reichsparteitage“ verliehen. Nun sollte Nürnberg, für die ihr zugedachte Aufgabe

ausgebaut werden, wie auch die anderen Führerstädte Berlin, Hamburg, München und

Linz. Nürnberg sollte folglich ein Ort der Machtdemonstration und der

Massenmobilisierung werden.

11

Vgl., http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/index.html (Stand: 10.01.2014)

12

Vgl., Richard J. Evans: Das Dritte Reich – Aufstieg. Deutscher Taschenbuchverlag, 2005;

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