lebenshilfe_03_09 (Page 1) - Lebenshilfe Steiermark

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lebenshilfe_03_09 (Page 1) - Lebenshilfe Steiermark

© H. Schiffer

Sponsoring-Post Lebenshilfe Verlagspostamt Steiermark 8010 | Thema Graz 02Z033483 S Jahrgang 21, Nr. 2/2010

Kunst & Literatur

Seite 1

„50 Jahre

Menschlichkeit”

2010: Das Jubiläumsjahr

der Lebenshilfe Steiermark


Seite 2

Vorwort

Seite 4 Zum Geleit: 50 Jahre Lebenshilfe

Landeshauptmann Franz Voves und Landeshauptmann-Stellvertreter

Siegfried Schrittwieser gratulieren der Lebenshilfe Steiermark.

Seite 6 50 Jahre Menschlichkeit

Präsidentin Margit Keshmiri über das 50-jährige Bestehen der

Lebenshilfe Steiermark.

Historie

50 Jahre

Seite 8 50 Jahre und ein Blick zurück

Ehrenpräsidentin Ursula Vennemann blickt auf ein halbes Jahrhundert

Lebenshilfe zurück.

Seite 10 50 Jahre Lebensrecht

Ursula Vennemann im Gespräch mit Germain Weber, dem Präsidenten der

Lebenshilfe Österreich.

Perlen aus den Lebenshilfen

Seite 13 Menschen, die keiner will

Thomas Driessen über Alternativen zur Ausgrenzung und die Arbeit der

Lebenshilfe.

Seite 14 Ein kurzes Leben im Sonnenschein

Daniel starb sehr früh. Seine Mutter schreibt über den mühsamen und

freudigen Weg, den die Familie mit ihm zurücklegte.

Seite 15 „Ihr Kind wird behindert sein!”

Diagnose Behinderung: Herta Kleinschusters Tochter hat eine Behinderung,

doch das ist kein Grund zur Traurigkeit.


Menschlichkeit

Seite 17 Im (Außen)Dienst

Die Lebenshilfe Judenburg setzt mit einem breit gefächerten

Angebot im Bereich Beschäftigung wichtige Akzente.

Seite 18 „Es hat sich viel verändert!”

Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Ennstal erzählen von den

Anfängen und dem Lauf der Zeit.

Seite 20 Meine Arbeit und mein Leben

Gabriel Müller schreibt von seiner größten Leidenschaft: seiner

Arbeit, die ihn aus den Tiefen des Lebens befreite.

Seite 22 Die schöpferische Kraft

Kunst in Werkstätten: Vom exotischen Novum zum Teil des

universalen künstlerischen Schaffens.

Seite 24 Der schwere Weg zurück

Beate Schieder über ihr Leben, ihre Familie und ihre Behinderung.

Seite 26 Im Selbstvertreterbeirat

Hanna Kamrat gibt Einblick in ihre Arbeit als Selbstvertreterin

bei der Lebenshilfe Österreich.

Seite 27 Senioren: Die goldenen Jahre

Immer mehr ältere und alte Menschen brauchen die Lebenshilfe.

Seite 29 Lebensbegleitung ist Sterbebegleitung

Das Thema „Tod und Sterben“ war in unserer Gesellschaft

lange Zeit ein Tabu.

Spektrum

Seite 30 Adressen der Lebenshilfen in der Steiermark

Seite 31 Impressum

Seite 3


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Vorwort

Zum Geleit ...

Mit der Lebenshilfe Steiermark wurde eine Organisation ins

Leben gerufen, die sich seit nunmehr fünfzig Jahren als

Dienstleisterin und Interessenvertretung für Menschen mit

Behinderung einsetzt. Ein engmaschiges Netzwerk, welches

sich mittlerweile über alle Regionen der Steiermark spannt,

und ein breites Angebot an Leistungen erlauben es,

flächendeckend zu unterstützen und gleichzeitig auf die

Bedürfnisse jeder und jedes Einzelnen eingehen zu können.

Ihre Anfänge fand die Lebenshilfe

Steiermark in einer Selbsthilfe unmittelbar

Betroffener, deren primäres

Ziel es war, Menschen mit Behinderung

die Chance zu geben, ihr Leben so zu

führen wie andere auch. Bereits seit

einem halben Jahrhundert hält die Lebenshilfe,

die längst als eine der bedeutendsten

gemeinnützigen Organisationen

unseres Landes etabliert ist, an diesem

Grundsatz fest. Besonders beeindruckend

dabei ist, dass aus der täglichen

Herausforderung, den betroffenen Menschen

und ihren Bedürfnissen gerecht zu

werden, trotz der langen Bestandsgeschichte

keine Routine geworden ist – im

Gegenteil: Die Lebenshilfe tritt weiterhin

als verlässliche, mitfühlende Partnerin und

mit einem stärkeren Leistungsangebot

denn je auf.

Als große Gemeinschaft hält die Lebenshilfe

Steiermark Möglichkeiten bereit,

welche die Betroffenen in den naturgemäß

kleineren Strukturen ihrer Familien

selbst bei intensivster Betreuung in

einer solchen Vielfalt niemals in Anspruch

nehmen könnten. Dabei deckt die Palette

der angebotenen Hilfe nahezu alle Lebensbereiche

ab. Die aktive Teilnahme

am gesellschaftlichen Leben, die für die

Seite 4

Persönlichkeitsentwicklung eines jeden

Menschen nicht nur eine wertvolle, sondern

notwendige Erfahrung darstellt, ist

nur ein Ziel von vielen, das man sich im

weitreichenden Betätigungsfeld gesteckt

hat. So stellt die Lebenshilfe etwa ein umfassendes

Bildungs- und Ausbildungsangebot

zur Verfügung, das vom heilpädagogischen

Kindergarten bis hin zur

Erwachsenenbildung und einer integrativen

Berufsausbildung reicht. Außerdem

ermöglichen betreute Arbeitstrainings,

Beschäftigungen in Tageswerkstätten und

ähnliche Programme die Eingliederung ins

Berufsleben. Die Tätigkeit in den Tageswerkstätten

fördert die individuelle Kreativität,

die Zusammenarbeit in der Gruppe

stärkt die soziale Integration und die

ständig neuen Aufgaben in einem vertrauten

Umfeld schaffen einen geregelten

Tagesrhythmus.

Bei all dem intensiven und umfangreichen

Betreuungsangebot bleibt dennoch

immer Freiraum für Eigenständigkeit.

Schließlich gilt für jedes Mitglied unserer

Gesellschaft: Die Möglichkeit zum selbstständigen

und selbstbestimmten Handeln

ist gleichsam die Grundlage für die Entwicklung

selbstbewusster Persönlichkeiten.

Wie hervorragend die Lebenshilfe

Steiermark es schafft, die Erfüllung teils

Die steirischen Lebenshilfen begleiten ca. 2.700

Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen.

sehr individueller Bedürfnisse und die

Wahrung der Entscheidungsfreiheit und

Eigenverantwortung von Menschen mit

Behinderung in einer ausgewogenen Balance

zu halten, beweist die Geschichte

der vergangenen fünfzig Jahre, die eine

wahre Erfolgstory gewesen ist.

In diesem Sinn bedanke ich mich als

Landeshauptmann für die großartigen

Verdienste, welche die Lebenshilfe Steiermark

an unserer Gesellschaft, an den

Steirerinnen und Steirern erbracht hat.

Ich gratuliere Frau Präsidentin Margit

Keshmiri und den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern der Lebenshilfe Steiermark

zum runden Jubiläum und wünsche Ihnen

allen, dass Sie auch in Zukunft mit beispielgebender

Menschlichkeit das Leben

unserer Mitmenschen so lebenswert gestalten.


© Melbinger

Mag. Franz Voves,

Landeshauptmann

der Steiermark


© Harry Schiffer

50 Jahre Lebenshilfe

Von Anfang an war es das Ziel meiner politischen Arbeit, allen Menschen

einen gleichberechtigten Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Eine große Hilfe ist mir dabei die

Lebenshilfe Steiermark, die eine

starke Interessenvertretung für

Menschen mit Behinderung und für

deren Angehörige ist. Über 2.700 Menschen

mit Behinderung werden von rund

1.200 MitarbeiterInnen der steirischen

Lebenshilfen betreut. Damit ist die Lebenshilfe

Steiermark die größte Dienstleistungsorganisation

für Menschen mit

Behinderung in der Steiermark. Die Initiativen

der steirischen Lebenshilfen sind

durch Respekt gegenüber dem Mitmenschen,

Menschenwürde und auch Menschennähe

gekennzeichnet und sind ein

unverzichtbarer Bestandteil unseres Sozialsystems,

der uns hilft, das soziale Netz

in der Steiermark weiterzustärken.

In unserer heutigen, von Stress geprägten

Zeit sind diese Tätigkeiten eine

Dienstleistung von unschätzbarem Wert,

denn oft werden Egoismus und Eigennutz

vor das Gemeinwohl gestellt. Doch gerade

in Zeiten der Krise brauchen wir

mehr solidarisches Miteinander statt

eines neiderfüllten Nebeneinanders.

Meine besondere Wertschätzung gilt

daher all jenen Menschen, die sich in der

Lebenshilfe Steiermark engagieren. Denn

die soziale Sicherheit, die wir in Österreich

haben, ist keine Selbstverständlichkeit,

sondern eine Errungenschaft, die

weiter gepflegt und bewahrt werden

muss. Denn ein Gebäude, in das nicht

immer wieder Arbeit investiert wird, verfällt

irgendwann einmal.

Siegfried

Schrittwieser,

Landeshauptmann -Stellver treter

Ich gratuliere der Lebenshilfe Steiermark

zu ihrem 50-jährigen Bestehen, bedanke

mich bei den Teams der steirischen

Lebenshilfen für die Arbeit zum Wohle

der Menschen und wünsche für die Zukunft

viel Erfolg. ❧

Seite 5

© Harry Schiffer


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Vorwort

50 Jahre Menschlichkeit

Am 12. Juni 2010 feiert die Lebenshilfe Steiermark ihr 50-jähriges Bestehen.

Ich möchte diesen runden Geburtstag zum Anlass nehmen, die Entwicklung unserer Gesellschaft

im Hinblick auf ihren Wertewandel gegenüber behinderten Menschen anzusprechen. Von Margit Keshmiri

Werte, an denen sich Menschen

orientieren, sind aus

meiner Sicht keine abstrakten

Phänomene, sondern sie bilden die

Grundlage von vielen Entscheidungen,

mit denen wir täglich konfrontiert sind

und die auch viele Entscheidungsträger

täglich treffen müssen. Sie beeinflussen

unseren Umgang miteinander und sind

maßgebliche Entscheidungskriterien. Die

Wertehaltung unserer Gesellschaft ist

somit das Fundament unseres Tun und

Handelns für Menschen mit Beeinträchtigung.

Wir, die Lebenshilfe Steiermark,

müssen dafür Sorge tragen, dass diese

Wertehaltung unserem Menschenbild –

jeder Mensch, ob mit oder ohne Behinderung,

ist frei und gleich an Würde und

Rechten – entspricht. Nur so können wir

unseren KundInnen eine selbstbestimmte

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gewährleisten.

„Alle Menschen mit Behinderung

haben das Recht auf ein selbstbestimmtes

Leben und auf eine chancengleiche

Teilhabe an der Gesellschaft.” Die Voraussetzung

für ein selbstbestimmtes

Leben bildet die Gleichstellung. Dies

wurde im Rahmen der UN-Konvention

niedergeschrieben und auch in Gesetzen

verankert. Trotz dieser großteils positi-

Seite 6

Menschen mit

Behinderung haben

Menschenrechte.

ven Entwicklung sind wir jedoch noch

lange nicht an einer tatsächlichen chancengleichen

Teilhabe von behinderten

Menschen an der Gesellschaft angelangt.

In den letzten 50 Jahren hat sich das

Leben von Menschen mit Beeinträchtigung

um Vieles verbessert. Einen maßgeblichen

Beitrag dazu haben die

Lebenshilfen mit ihren Verantwortlichen

und engagierten Mitgliedern geleistet.

Großheime, in denen oft 20 Personen das

© Harry Schiffer

Zimmer teilen mussten, gehören der

Vergangenheit an. Heute leben beeinträchtigte

Personen in kleinen Wohnformen,

haben meist ihr eigenes Zimmer

oder können in betreuten Wohngemeinschaften

die Hilfe zum täglichen Leben in

Anspruch nehmen, die sie dafür brauchen.

Heute arbeiten Menschen mit Beeinträchtigung

entweder in Fachwerkstätten

oder auch in Unternehmen

des ersten Arbeitsmarktes. Sonderschulen

für behinderte Kinder gehören der


© Harry Schiffer

Heute arbeiten Menschen mit

Beeinträchtigung wie andere auch.

Vergangenheit an – heute stehen in

Österreich großteils integrative Schulformen

zur Verfügung. Rechtsansprüche auf

mobile Dienstleistungen stellen einen

Meilenstein in der Behindertenarbeit dar

und gewährleisten den Betroffenen Lebensqualität

und Selbstbestimmtheit.

Die Lebenshilfe Steiermark steht für

die Aufgabe und Verpflichtung, mit ihren

Dienstleistungsorganisationen und mit

der Verantwortung als Interessenvertretung

Menschen mit Behinderung in ihrem

täglichen Leben unterstützend zur Seite

zu stehen, damit sie ihr Leben selbstbestimmt

und selbstkontrolliert leben können.

Menschen mit Behinderung sind

heute mit Menschenrechten ausgestattet

– die Lebenshilfe mit ihren Organisationen

hat die Verantwortung dafür übernommen,

die notwendigen Rahmenbedingungen

zur Verfügung zu stellen,

damit diese Menschenrechte auch gelebt

werden können.

Die Gründung der Lebenshilfe Steiermark

vor 50 Jahren und die vielen damit

verbundenen gesellschaftspolitischen

Entwicklungen für Menschen mit Beeinträchtigung

dürfen uns jedoch nicht vergessen

lassen, dass viele behinderte

Menschen der nationalsozialistischen

Euthanasie zum Opfer fielen. Durch

grausame und erbarmungslose systematische

Verbrechen wurde „lebensunwertes“

Leben ausgelöscht. Das kunstvoll

gestaltete Mahnmal, das von Sigi Faschingbauer

geschaffen wurde, soll beim

zukünftigen Betrachter Betroffenheit erzeugen

und ein Garant für die generationsübergreifende

Wachsamkeit in Zusammenhang

mit den Verbrechen der

NS-Zeit darstellen. Es kann Vergangenes

nicht ungeschehen machen, aber es kann

dem Betrachter vielleicht etwas mehr an

Zivilcourage und Leidenschaft mitgeben,

um gegen Unmenschlichkeit in unserer

heutigen Gesellschaft anzukämpfen.

Großheime gehören der

Vergangenheit an.

Ich wünsche der Lebenshilfe Steiermark

zu Ihrem 50. Geburtstag das Allerbeste

– mögen die nächsten 50 Jahre

genauso erfolgreich sein. ❧

Margit

Keshmiri ist

Präsidentin der

Lebenshilfe

Steiermark

SIGI FASCHINGBAUER

KURZBIOGRAFIE

1940 in Graz geboren.

Ab 1970 Graphik Designer, ab 1985 Inhaber einer

Werbeagentur.

1999 Rückzug aus allen kommerziellen Tätigkeiten, als freier

Bildender Künstler und Autor tätig. Ausstellungen und

Personalen ab 2002, zum Teil im Rahmen des „Steirischen

Herbstes“, Projekte mit Textbildern sowie interdisziplinäre

Kulturprojekte im In-und Ausland.

2001 Skripturale Gemälde und Skulpturen.

2004 Verlagerung des Schwerpunktes von der Bildenden

Kunst auf interdisziplinäre bzw. literarische Projekte wie:

Polenta magenta, Thelonious Monks Walk (beide Wieser),

Kornblumen (edition keiper 09), Das Förderband, Roman,

(edition keiper, ab Sept. 10).

Sigi Faschingbauer, Eisteichgasse 16, 8042 Graz

Telefon: 0664 / 25 27 671

mail@sigi-faschingbauer.at

Seite 7


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Historie

50 Jahre

und ein Blick zurück

Ein halbes Jahrhundert besteht sie nun schon, „die Lebenshilfe“. Ein halbes Jahrhundert, in dem sich

unsere Welt gesellschaftspolitisch verändert hat, das Eintreten der Lebenshilfe für Menschen

mit Behinderung aber immer oberstes Ziel geblieben ist. Von Ursula Vennemann I Fotos: Harry Schiffer

Seite 8

Die Lebenshilfe, gegründet durch

Eltern und Angehörige von

Menschen mit Behinderung, ist

immer von einem einzigen Aspekt ausgegangen

– Menschen mit Behinderung

müssen ihren Platz in unserer Welt einnehmen

können. Geprägt von den

furchtbaren Erfahrungen einer menschenverachtenden

Zeit, war es der

Gründergeneration besonders wichtig,

das Lebensrecht von Menschen mit Behinderung

nicht mehr in Frage stellen zu

lassen und für gute Unterstützungen in

der Lebensbewältigung zu sorgen.

Der Blick zurück in die Vergangenheit

lässt natürlich die Erinnerung an die Pioniere

erstehen. Leider reicht dieser Artikel

nicht aus, alle oft jahrzehntelang

ehrenamtlich tätigen Idealisten zu erwähnen;

was sie alle verbunden hat,

waren die Liebe zu den Menschen und

Was sie verbunden hat,

war die Liebe zu den

Menschen.

der Mut, sich auf Neues einzulassen. Beispielgebend

für die vielen Persönlichkeiten

sollen hier aber einige besonders

verdienstvolle Damen und Herren erwähnt

werden.

Mit der Gründung der Lebenshilfe

1960 in Graz durch die langjährige Ehrenpräsidentin

Maria Pachleitner und

ihren Mann August wurde ein Impuls ge-

setzt, der sich auf ganz Österreich ausdehnte.

Maria Pachleitner prägte mehr

als dreißig Jahre die Entwicklung der Lebenshilfe,

sie war in diesen Gründerjahren

Motor der steirischen Behindertenhilfe

und wurde für ihre Verdienste

vielfach ausgezeichnet. Viele heute

selbstverständliche Dienstleistungen wie

Familienentlastung, Frühförderung und

der Aufbau von Trainingswohnungen

wurden unter ihrem Vorsitz entwickelt

und erprobt.

1964 erhielt die Steiermark gemeinsam

mit Vorarlberg als erstes Bundesland

ein eigenes Behindertengesetz, das erstmals

Leistungen für Menschen mit Behinderung

regelte. Die politische Einflussnahme

der Gründergeneration hat

wesentlich zur Entstehung dieses wichtigen

Gesetzes beigetragen.

Eine besondere Qualität der Lebenshilfe

entwickelte sich mit der Regionalisierung;

ab 1976 entstanden in den

Bezirken Judenburg, Mürzzuschlag und

Leoben eigenständige Lebenshilfen, die

es Menschen mit Behinderung ermöglichten,

Unterstützung in ihrer vertrauten

Umgebung zu erhalten. Helga Harb-

Schmidt und Direktor Janz prägten gemeinsam

mit vielen anderen Menschen

diesen regionalen Aufbau. DI Margaretha

Schaffenrath als Gründungsmitglied der

Lebenshilfe Bezirk Mürzzuschlag ist noch

heute als Obfrau unermüdlich tätig und

bemüht, Menschen mit Behinderung ein

qualitätsvolles Leben zu sichern.


Immer mehr junge Menschen mit Behinderung wagen den Schritt ins Berufsleben. Bei ihrer Ausbildung und Arbeit

gibt ihnen die Lebenshilfe Sicherheit und das richtige Maß an Unterstützung.

In den frühen 80er-Jahren erweiterte

sich die Lebenshilfe Steiermark mit dem

Entstehen der Lebenshilfen Ennstal, Feldbach,

Fürstenfeld, Leibnitz, Trofaiach,

Murau, Knittelfeld und Hartberg. Ende

der 80er und bis Mitte der 90er Jahre

entstanden mit den Lebenshilfen Bruck /

Mur, Bad Radkersburg, Weiz, Ausseerland,

Alpha Nova und Deutschlandsberg

in allen steirischen Bezirken Vereine der

Lebenshilfe, die sich in einem Landesverband

der Lebenshilfe Steiermark zusammenschlossen.

In diese Zeit fällt auch

die Entwicklung der

Lebenshilfe Graz

zur Lebenshilfe

Graz und Umgebung

– Voitsberg

mit Dr. Hannes

Priebsch als Nachfolger

von Maria

Pachleitner.

Großen Einfluss auf die Entwicklung

der Lebenshilfe hatte auch Mag. Udo

Strallhofer, Gründungsmitglied der Lebenshilfe

Liezen, heute Lebenshilfe Ennstal,

und langjähriger Präsident des

Landesverbandes der Lebenshilfe Steiermark.

Er war maßgeblich in die Arbeit am

Sozialplan des Landes Steiermark und in

die Neuorganisation des Dachverbandes

„Die Steirische Behindertenhilfe“ eingebunden.

Auch er gehört zu den noch

immer tätigen Persönlichkeiten, die viele

Veränderungsprozesse initiiert und mitgetragen

haben. „Für mich persönlich

war der Antrieb die persönliche Betroffenheit

und das Gefühl, dass sich der bis-

Menschen mit

Behinderung sollen so

leben können,

wie andere auch.

herige trostlose Zustand ändern müsste“

– dieses persönliche Zitat drückt wohl

das für alle engagierten Persönlichkeiten

gültige Motiv aus.

Die Lebenshilfe, als Elternorganisation

gegründet und verständlicher Weise vom

Schutzgedanken bestimmt, veränderte in

diesen Jahren ihre Ausrichtung. Integrative,

in die Gesellschaft eingliedernde

Grundsätze und die Stärkung der Persönlichkeit

von Menschen mit Behinderung

wurden die Ziele, die in einem

gemeinsamen Leit-

bild aller Lebenshilfen

um die Jahrtausendwendeverankert

wurden.

Diese Ziele führen

in eine gemeinsame

Vision: „Menschen

mit Behinderung sollen so leben können,

wie andere auch“. Die Lebenshilfe steht

in diesem Prozess mit ihrer Erfahrung in

der Verpflichtung, die Erreichung dieses

Zieles zu betreiben.

Mit der Verabschiedung des Steiermärkischen

Behindertengesetzes 2004

konnte ein weiterer Quantensprung im

Rechtsanspruch und in den Dienstleistungen

für Menschen mit Behinderung

erreicht werden, der natürlich gravierende

Spuren in die Lebenshilfe-Organisationen

zeichnete. Die stets wachsende

Nachfrage nach Unterstützungsleistungen

führte zur Professionalisierung in der

Führung der einzelnen Lebenshilfen. Geschäftsführungen

wurden eingerichtet,

die Organisationen professionell aufgestellt

und die Anzahl der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter vervielfacht. Diese Entwicklung

machte die Lebenshilfe zu der

Organisation, die heute als verlässlicher

Partner für Menschen mit Behinderung

und für unsere Gesellschaft zu erleben ist.

Sowohl in der Interessenvertretung wie

auch als größte Dienstleistungsorganisation

für Menschen mit Behinderung in der

Steiermark, haben die heutige Führungsebene

und die künftigen Generationen

die Aufgabe, an der Entwicklung einer offenen,

alle Menschen einschließenden

Gesellschaft mitzuwirken. Eine wahrlich

große, schöne Aufgabe für die nächsten

50 Jahre. ❧

Ursula Vennemann ist Ehrenpräsidentin

des Landesverbandes

der Lebenshilfe Steiermark.

Seite 9


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Historie

50 Jahre Lebensrecht

Ehrenpräsidentin Ursula Vennemann im Gespräch mit Germain Weber,

dem Präsidenten der Lebenshilfe Österreich. Fotos: Harry Schiffer

Ursula Vennemann: Herr Präsident, Sie

wurden im Oktober des Vorjahres zur Abhaltung

der Gedenkrede bei der Gedenkfeier

für die Ermordung wehrlosen Opfer mit

Behinderung durch das NS-Regime nach-

Schloss Hartheim in Oberösterreich eingeladen.

Welche Inhalte waren Ihnen dabei

besonders wichtig?

Germain Weber: Eingangs ist bei dieser

Frage anzumerken, dass der Präsident

der Lebenshilfe Österreich zur Abhaltung

der Gedenkrede 2009 in Schloss Hartheim

eingeladen war und dies für uns als

Lebenshilfe, eine große Ehre war. Es war

eine Einladung an die Lebenshilfen aus

Österreich, in Anerkennung der beachtlichen

Leistungen, die unsere Vereinigungen

nun seit gut 50 Jahren zu stetigen

Verbesserung der Position von Menschen

mit intellektuellen Beeinträchtigungen

und Lernschwierigkeiten in den Regionen,

Ländern sowie der österreichischen

Gesellschaft insgesamt geleistet haben. In

der Gedenkrede war es mir dann, als je-

Seite 10

mand von der Universität, also von Forschung

und Lehre kommend, ein Anliegen

jene Hintergründe aufzuzeigen, die

von der wissenschaftlichen Seite und der

Theoriebildung, dazu geführt haben, dass

es während der NS-Zeit zu jenem Genozid

an Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen

und schweren psychischen

Störungen kommen konnte. Es

ging dabei, jene wenig bekannten Hintergründe

aus der Wissenschaft aufzu-

decken, die zur systematischen Ermordung

dieser Personen geführt haben,

dies nicht um diese Gräueltaten zu entschuldigen,

sondern um zu einem Verständnis

beitragen, wie angeblich

gesicherte wissenschaftliche Belege und

Theorien zu entsetzlichen gesellschaftlichen

Entwicklungen führen können. Es ist

die Geschichte einer politisch instrumentalisierten

Forschung und Wissenschaft,

deren erste entsprechende Tendenzen,

die in Zusammenhang mit dem Genozid

aus NS-Zeit zu sehen sind, sich ab Mitte

des 19ten Jahrhunderts aufzeigten, wobei

die wissenschaftliche „Beweisführung“

bereits damals global geführt wurde.

Diese entsprechenden Theorien, samt

den vermeintlichen wissenschaftlichen

Belegen, passte Bestens zur NAZI-Ideologie

der Entartung und Minderwertigkeit

von Menschengruppen. Und entsprechende

Forderungen aus der internationalen

Wissenschaftsgemeinschaft gegenüber

Menschen mit intellektuellen

Beeinträchtigen – vor und während des

In den letzten 50 Jahren hat sich das Bild der Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit verändert ...

NS-Regimes – fanden in der NS-Zeit den

Boden zur Umsetzung. Meine Aussage

zielte auf die Mitverantwortung der Wissenschaft

in Zusammenhang zu diesen

zeitgeschichtlichen Ereignissen, dies im

Sinne eines Plädoyers zur Wachsamkeit

gegenüber Zusammenhängen aus Forschung,

Wissenschaft und gesellschaftlichen

Diskursen von heute.

Sie selbst betreiben Forschung und Lehre an

der Universität Wien. Wie sehen Sie die

Rolle der Wissenschaft und Forschung auf

die Wertung von Leben?


Weber: Wissenschaft soll stets dem

Menschen dienen – das heißt zu Gunsten

des einzelnen Menschen sein, wobei Forschung

allen Menschen dienen soll und

keine Gruppe von jenen Fortschritten,

die sich aus Forschungsaktivitäten ergeben

können, systematisch ausgeschlossen

werden. Forschung zu Gunsten des Menschen

ist Forschung, die Leben in einem

hohen Maße respektiert. Gemäß den

Aussagen der Universellen Menschenrechtserklärung

aus 1947 haben alle

Menschen ein Recht auf Leben und ein

Recht auf Leben in Würde. Diese Position

schließt eine differentielle Bewertung

menschlichen Lebens aus und diese Position

ist für die Forschung gleichfalls relevant.

Forschungsplanungen und Forschungsergebnisse

sind stets auf ihren diskriminierenden

Charakter gegenüber

Personengruppen hin kritisch zu prüfen

und in diesem Zusammenhang kommt

Ethikkommissionen in Einrichtungen, in

denen Forschung betrieben wird, eine

hohe Bedeutung zu. Diesbezüglich herrscht

beispielsweise an den österreichi-

Prof. Dr. Germain Weber

ist Präsident der

Lebenshilfe Österreich

schen Universitäten, mit Ausnahme der

medizinischen Universitäten, ein erdrückender

Nachholbedarf sowie generell

Forschungsförderung zu Gunsten von

Themen, die Menschen mit Behinderungen

betreffen, in Österreich im internationalen

Vergleich extrem kurz gehalten

wird.

Die Lebenshilfe Steiermark setzt sich seit

50 Jahren für das Lebensrecht von Menschen

mit Behinderungen ein. Bei der Veranstaltung

in Graz am 12. Juni 2010 wird

eine Gedenkskulptur aufgestellt, die an die

unschuldigen Opfer der Vergangenheit erinnern

soll. Kann damit zur Bewusstseinsbildung

beigetragen werden?

Weber: Geschichtliches Wissen ist eine

nicht wegzudenkende, fruchtbare

Quelle, um Zusammenhänge zu heutigen

gesellschaftlichen Entwicklungen und

Herausforderungen analysieren zu können;

ein Wissen, das wir auf diesem Weg

in unsere heutigen Entscheidungsfindungen

und unser heutiges Handeln nutzbar

... Menschen mit Beeinträchtigung sind wertvolle Mitglieder der Gesellschaft.

einzubringen haben. In diesem Zusammenhang

ist die Aufbereitung und Bearbeitung

von komplexen Ereignissen, in

denen in einer kaum vorstellbaren Art gegenüber

einer, aus welchen Gründen

auch immer, ausgewählten Gruppe, massive

Verstöße gegen die Menschlichkeit

vorgekommen sind, von zentraler Bedeutung;

vor allem dann, wenn wir heute

mit Menschen mit Behinderungen in unserer

Gesellschaft zum Thema Behinderung

denken und planen. Die in der Frage

angesprochene Bewusstseinsbildung geht

allerdings über die zeitgeschichtliche Dimension

hinaus und führt letztlich zu

grundsätzlichen Fragen menschlicher Existenz,

der Vielfalt menschlicher Existenzen

und der damit von jeder Generation zu

verhandelnden Co-Existenz dieser Vielfalt

in einer Gesellschaft. In diesem Sinne

möge die Gedenkskulptur im Land Steiermark

stets an jene Wachsamkeit appellieren,

die kommende Generationen

benötigen, wenn Verhandlungen zu solidarischem

und respektvollem Zusammenleben

von allen BürgerInnen anstehen.

Fortsetzung ...

Seite 11


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Menschen mit Behinderung finden

heute in unserer Gesellschaft überwiegend

gute Lebensbedingungen

vor. Internationale und nationale

Gesetze und Deklarationen sprechen

ihnen die volle gesellschaftliche

Teilhabe und das uneingeschränkte

Recht auf Leben zu. Kann man

daher von einer erreichten Sicherheit

sprechen oder ist die Arbeit der Lebenshilfe

als Interessenvertretung

für Menschen mit Behinderungen

noch immer nötig?

Weber: Blicken wir 60 Jahre

zurück, ist tatsächlich viel zur Verbesserung

der Lebensbedingungen

von Menschen mit intellektuellen

Beeinträchtigungen in

Österreich geschaffen worden. Allerdings

wäre es aus vielerlei Hinsicht

ein Trugschluss, sich nun als

Interessenvertretung dieser Gruppe

von Bürgerinnen und Bürgern

auf den vermeintlichen Lorbeeren

ausruhen zu wollen. Die vorher

angesprochene Wachsamkeit gegenüber

Gruppen mit hoher sozialer

Vulnerabilität ist stets

sicherzustellen und diese Wachsamkeit

ist der Kern jeder Interessenvertretung.

Gesetzte und Deklarationen

sind wichtige Instrumente,

aber wenn deren Umsetzung

nicht reklamiert wird bzw.

die Interessenvertretung bei der

Umsetzung nicht partizipiert, dann

ist die Gefahr groß, dass die Interessen

von Menschen mit intellek-

Seite 12

© Harry Schiffer

tueller Beeinträchtigung rasch in

diesem Prozess vernachlässigt

werden bzw. in Vergessenheit geraten.

Es ist ja eine Errungenschaft

der letzten Jahrzehnte, die Arbeit

zu Gunsten von Menschen mit Behinderungen

von einer rein karitativen

Grundlage, hin auf eine

Grundlage, die auf Rechten und

Gleichstellung fußt, zu konzipieren.

Auf dieser Rechte-Grundlage

wird die Arbeit mit und für Menschen

mit Behinderungen in den

kommenden Jahren in vielen Bereichen

der alltäglichen Praxis Veränderungen

erfahren und dies

betrifft letztlich auch die Art und

Form wie und von wem Interessenvertretung

wahrgenommen

wird. Interessenvertretung von

und für Menschen mit intellektuellen

Beeinträchtigungen wird in

Österreich in den kommenden

Jahren vor allem in Hinblick auf die

Umsetzung der UN-Konvention

zu den Rechten von Menschen mit

Behinderungen zu sehen sein –

und hier kommt einer durch

Selbstvertreter gestärkten Interessenvertretung

der Lebenshilfe

Österreich eine zentrale Bedeutung

zu. ❧

Hier sind Menschen willkommen.


Menschen, die keiner will

Über Alternativen zum Wegsperren, Verwahren, Ausgrenzen von Menschen

mit Behinderung im 21. Jahrhundert. Von Thomas Driessen | Fotos: Harry Schiffer

Ein psychiatrisches Krankenhaus

irgendwo in Österreich: Kahle,

grau-weiße Wände, farb- und

einfallslos verflieste Böden, vergitterte

Fenster verbreiten eine Atmosphäre von

Ein Krankenhaus ist

kein Ort zum Leben.

Trostlosigkeit. Der für psychiatrische Anstalten

typische Geruch – eine Mischung

aus menschlichen Ausdünstungen, Essen

aus der Großküche und Desinfektionsmitteln

sowie die von den nackten

Wänden widerhallenden Schreie,

Quietschlaute und das vereinzelte Stöhnen

der Patienten verstärken den Eindruck

der Hoffnungslosigkeit.

In ganz Österreich gibt es in psychiatrischen

Großkrankenhäusern noch

immer Abteilungen für Langzeitpatienten,

in denen auch viele „geistig behinderte“

und „verhaltensgestörte“ Menschen

untergebracht sind. Anstalten, wie

sie zu Beginn dieses Jahrhunderts für

psychisch Kranke und Behinderte errichtet

wurden (in Graz der so genannte

„Feldhof“ – das heutige LSF), hatten in

erster Linie die Funktion, die Kranken

und Behinderten zu verwahren und

wegzusperren. „Geisteskranke“ und

„Idioten“ sollten von der Gesellschaft

ferngehalten werden, die rund um die

Anstalten errichteten Mauern dem

Schutz der Bürger vor Übergriffen oder

Belästigungen dienen.

Und heute? Unstrittig ist: ein Krankenhaus

ist in keinem Fall ein Ort zum

Leben. Für die Psychiatrie sind die so genannten

„Oligophrenen“ außerdem

längst kein interessantes „Patientengut“

mehr, können sie ihnen doch keine Heilung

anbieten, sondern nur durch Phar-

makotherapie eine Ruhigstellung erreichen.

Folgerichtig erklärt man sich heute

für diese Menschen unzuständig und

möchte die noch verbliebenen Langzeitpatienten

loswerden, die schon viel zu

lange die knappen und teuren Anstaltsbetten

belegen. Die meisten heil- und

sonderpädagogisch orientierten Einrichtungen

der Behindertenhilfe widerum

sehen sich mit den schwer hospitalisierten,

auto- und fremdaggressiven oder

durch Sedierung völlig apathen Klienten

überfordert und lehnen mangels psychiatrischer

Kompetenz deren Aufnahme

in Wohn- und Tagesbetreuungseinrichtungen

ab.

Die Politik sucht nach Auswegen und

hat im Sommer 2008 ExpertInnen unterschiedlicher

Organisationen – darunter

Pflegedirektoren, Fachärzte für

Psychiatrie, Fachbeamte der Sozialverwaltung,

Juristen, Bewohnervertreter

und Sozialmanager – gebeten, ein Konzept

für Menschen mit intellektuellen

Einschränkungen und Verhaltensauffäl-

Entwicklung, Teilhabe

und Selbstbestimmung

sind möglich.

ligkeiten mit ernstlich und erheblicher

Selbst- und / oder Fremdgefährdung zu

erarbeiten. Dieses liegt nun vor – und

beinhaltet folgende Eckpunkte:

• 24-Stunden-Betreuung mit einer

Dauerpräsenz von 2 BetreuerInnen

für 3 KlientInnen im Tagdienst und

1 BetreuerIn für 3 KlientInnen im

Nachdienst.

• Betreuung in Kleingruppen von

maximal 3 KlientInnen; an einem

Standort können maximal 2 räumlich

voneinander getrennte Kleingruppen

(somit max. 6 KlientInnen) betreut

werden.

• Vermeidung der dauerhaften zwangsweisen

Unterbringung in psychiatrischen

Einrichtungen (Inklusion statt

Isolation).

• Eröffnung von Möglichkeiten der Teilnahme

am gesellschaftlichen Leben in

all seinen Ausprägungsformen.

• Verhinderung der Kriminalisierung

von Menschen mit intellektueller

Beeinträchtigung („geistiger Behinderung“).

• Schaffung eines auf individuelle

Bedürfnisse ausgerichteten Leistungsangebots.

• Möglichkeit des Wechsels zu anderen

Leistungsangeboten mit geringerer

Betreuungsintensität.

• Einsatz multiprofessioneller Teams

(aus dem Fachgebiet der Psychiatrie,

klinischen und Gesundheitspsychologie,

Behindertenpädagogik und der

Gesundheits- und Krankenpflege)

und mobiler ExpertInnen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre in

der Arbeit mit Menschen mit „Doppeldiagnosen“

zeigen, welch hohes Maß an

Entwicklung, Teilhabe und Selbstbestimmung

bei entsprechend intensiver Förderung

und Begleitung möglich ist. Es

liegt nun an der Politik, die Realisierung

des vorgelegten Konzepts finanziell zu

ermöglichen. Zugegeben: es ist eine sehr

teure Form der Unterstützung – aber

eine Chance, auch für Menschen mit

höchstem Unterstützungsbedarf die im

Steiermärkischen Behindertengesetz

und der UN-Konvention beschriebenen

Rechte auf umfassende Teilhabe zu verwirklichen.

Seite 13


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Ein kurzes Leben

im Sonnenschein

Unser Daniel kam als Frühchen mit 1.585 Gramm und einer Gaumenspalte auf die Welt.

Er hatte Probleme mit der Atmung; mit zweieinhalb entwickelte sich nach einem Fieberkrampf

eine nicht einzustellende Epilepsie. Alles mühsam Erlernte war weg und musste wieder neu gelernt

werden. Von Veronika Poschacher

Am Anfang glaubten wir noch,

alles würde sich mit der Zeit

„auswachsen“. Was noch alles

auf uns zukommen würde, wussten wir

damals noch nicht. Manchmal nahm fast

die Verzweiflung überhand, wenn wir

wieder im Krankenhaus aufwachten.

Aber unser Dani war ein Kämpfer, der

sich nicht unterkriegen ließ. Und er hat

uns die Kraft gegeben, alles zu schaffen.

Wir haben gelernt, wie schön das Leben

sein kann, wenn man mit kleinen Schritten

zufrieden ist. Wenn ein guter Tag

mehr wert ist, als ein Sechser im Lotto.

Dani war aber auch ein Lauser, der es

faustdick hinter den Ohren hatte. Das

war auch gut so, und wenn wir ihn

manchmal etwas zu viel verwöhnt haben,

hat er sich das verdient.

Mit drei Jahren ging Dani in den Heilpädagogischen

Kindergarten der Lebenshilfe

Trofaiach. Am Anfang hatten wir

Glück ist, wenn ein

guter Tag mehr wert ist,

als ein Sechser im Lotto.

etwas Angst davor. Da wir ja rund um die

Uhr im Einsatz waren, war es ein komisches

Gefühl, Dani ein paar Stunden in

fremde Hände zu geben. Und als Mutter

denkt man ja sowieso, „meinem Kind

geht es bei mir am besten“. Aber durch

die liebevolle und kompetente Betreuung

im Heilpädagogischen Kindergarten war

Daniel bestens aufgehoben. Im Kinder-

Daniel hat das Leben und die Einstellung seiner Familie von Grund auf verändert.

Seite 14

garten wurde uns die Familienentlastung

angeboten, damit man ein bisschen Zeit

für einen selber oder zum Arbeiten hatte.

Und mit Rosi hatten wir einen Engel für

Daniel gefunden. Dani liebte seine Rosi

und uns war sehr geholfen. Die Kindergartenjahre

gehörten zur schönsten Zeit

in seinem leider viel zu kurzem Leben.

Im letzten Kindergartenjahr überlegten

wir dann, welche Schule Dani besuchen

sollte. Es kam nicht darauf an, Lesen und

Schreiben zu lernen, sondern ein bisschen

Selbständigkeit zu erlernen. Obwohl

wir traurig vom Heilpädagogischen

Kindergarten Abschied nahmen, sahen

wir mit Aufregung und Freude dem ersten

Schultag entgegen. Stolz füllten wir

seine Schultüte. Vorzeitig beendete Dani

seinen ersten Schultag mit einer riesen


Beule nach einem Epi-Anfall. Zuhause

aber war er wieder fit und konnte seine

Schultüte auspacken. Daniel hatte richtige

Schulhefte, und jede gekrizelte

Zeichnung erfüllte uns mit Stolz. Er

konnte auch bis drei zählen und ein A

erkennen. Eines seiner Lieblingslieder

war „O Tannenbaum“, das er mit sei-

Dani hatte den besten

Papa der Welt.

nem Papa das ganze Jahr hindurch sang.

Dani hat sich den besten Papa der Welt

ausgesucht. Und wenn man so wie wir

eine tolle Familie und Freunde hat,

scheint auch an dunklen Tagen die

Sonne.

Mit achteinhalb Jahren verloren wir

unseren Sonnenschein auf tragische

Weise. Es gibt keine Worte für den

Schmerz, aber wir sind dankbar für

jeden Tag, den wir mit ihm verbringen

durften. Das Leben mit einem behinderten

Kind ist nicht einfach und leicht

und manchmal stößt man an seine

Grenzen, aber es ist schön. Wir Eltern

von besonderen Kindern wissen, dass

unsere Kinder ein Geschenk sind. Unsere

Kinder sind keine Belastung wie

viele glauben, sondern eine Aufgabe,

die es zu meistern gilt; und der Lohn

dafür ist bedingungslose Liebe von unseren

Kindern. Als ich wieder schwanger

wurde, wünschte mir jeder ein

„gesundes“ Kind, aber das Wichtigste

ist, sein Kind zu lieben – egal wie es auf

die Welt kommt. Und nur darauf

kommt es an. ❧

„Ihr Kind

wird behindert sein“

... Was diese fünf Worte in einem auslösen können, wissen nur

diejenigen, die es erfahren haben. – Mütter und Väter, die ein

behindertes Kind großziehen und großgezogen haben. Trauer

und Wut, Schock und Angst spielen eine große Rolle. „Wie wird

die Zukunft werden? Werde ich meinem Kind alles geben

können, was es braucht? Wie wird mein Umfeld reagieren?“

Vor allem eine Frage stellt sich jedoch immer: „Warum wir?“ –

Ich habe mit jemandem gesprochen, der sich diese Frage nie

gestellt hat. Kein einziges Mal. Weil es keine Antwort darauf

gibt. Und auch nicht geben muss. Weil es nicht, wie viele sagen

und denken, eine Strafe für etwas ist. Sondern eine

Bereicherung und ein Geschenk. Für all jene, die es so sehen.

Von Marlene Pirkheim

Hertha Kleinschuster ist

Mutter der 22-jährigen

Marlies: „Nach der Geburt

unseres Babys tuschelten die

Schwestern und die Hebamme hintervorgehalte-

ner Hand. Gleich

darauf kam der

Arzt und teilte

mir und meinem

Mann mit,

dass unsere Tochter behindert sei.

Der erste Schock legte sich aber

bald. Wir sahen die Behinderung unserer

Tochter nie als Problem.“ Familie

Kleinschuster nahm ihr Kind so

an, wie es war. Sie erzählten den

Großeltern, Geschwistern und

Freunden offen von der Behinderung.

„Marlies wurde großartig auf-

genommen. Sie war ein entzückendes

Baby, mit einem wundervollen,

strahlenden Lächeln. Es gab kein

Misstrauen, keine Scheu und keine

Vorurteile. Wir haben sie von Anfang

an überall mit

hingenommen;

Natürlich war Marlies ob zum Einkau-

anders als andere Kinder. fen oder bei

allen täglichen

Routinen. Alle

Leute im Ort begegneten und begegnen

uns auch heute noch offen.

Marlies ist überall integriert“, erzählt

Herta Kleinschuster. Natürlich war

Marlies anders als andere Kinder.

Aber nicht viel. Sie brauchte länger

beim Gehenlernen, oder beim Reinwerden.

Wie jedes andere Kleinkind

machte sie unzählig viele Erfahrun-

Fortsetzung ...

Seite 15


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Wenn man ein Kind mit Behinderung

hat, darf man sich nicht zu sehr

versteifen, sondern sollte das Leben

auf einen zukommen lassen. Es

braucht und soll nicht alles im Leben

perfekt sein. Kinder und Menschen

mit Behinderung sind ein Teil der

Gesellschaft. Sie helfen uns, zu

erkennen, dass nicht alles so

selbstverständlich ist, wie wir es

manchmal glauben. Kein Mensch ist

perfekt, auch jene ohne Behinderung

nicht. Kein Mensch ist unfehlbar. Man

soll und muss die Schwächen aller

Menschen akzeptieren und

respektieren. Uns hat wegen Marlies

nie etwas gefehlt, uns ist nie etwas

abgegangen. Wir haben unser Leben

mit Marlies nie bereut!

Herta Kleinschuster

Seite 16

Die 22-jährige Marlies arbeitet bei der Lebenshilfe Radkersburg.

gen. Doch die machte sie in ihrem Tempo

und so gut wie sie es konnte – ohne

Druck. Für die Familie war es schön, ihr

dabei zuzusehen.

Im Kindergartenalter besuchte Marlies

zuerst einen heilpädagogischen Kindergarten,

danach den Kindergarten in Gnas.

Abgeholt und nach Hause gebracht

wurde sie immer mit dem Bus. So lernte

sie andere Kinder kennen. „Einige haben

sie sogar bemuttert und in Schutz genommen.

Es war schön mitanzusehen,

wie Kinder ohne Vorurteile aufeinander

zugehen. Kinder gehen generell viel offener

auf Menschen zu“, lächelt ihre Mutter.

Frühförderung und Logopädie

gehörten in den ersten Jahren zu den

Therapieangeboten für Marlies. „Wir

wollten Marlies jedoch nicht mit zu vielen

Therapien eindecken, sondern wollten,

dass auch viel Zeit für unser

gemeinsames Familienleben bleibt. Das

stand immer an erster Stelle!“, drückt

Frau Kleinschuster klar und deutlich aus.

Aufgewachsen ist Marlies mit ihren drei

Geschwistern, ihren Eltern und ihrem

Opa auf einer kleinen Landwirtschaft.

Marlies war überall mit dabei. Ob bei der

Gartenarbeit, beim Mähen, beim Füttern

der Tiere. Marlies war nie allein, immer

auf dem Weg zu ihrer neuesten Entdeckung.

„Wir haben sie gleich behandelt,

wie alle unsere Kinder. Unsere Kinder

können mit allem zu uns kommen, was

sie bedrückt. Meine jüngere Tochter Carmen

genießt es, wenn wir beide nur Zeit

miteinander verbringen, genau wie Marlies.

Sie erzählen mir von ihrem Tag, was

gut war und was nicht. Ich finde diese gemeinsamen

Zeiten schön. Sie sind fixer

Bestandteil in unserem Alltag und unserem

Familienleben.“

Vor fünf Jahren erfuhr Familie Kleinschuster

von der Lebenshilfe. Eine Bekannte

war damals mit einer Leiterin der

Auf dem Weg in die

Schule lernte sie

andere kennen.

Werkstätten befreundet. Über diese Bekannte

erfuhr Familie Kleinschuster auch

nähere Details. Schnell ergab eines das

andere. „Marlies geht seither in die

Werkstätte Straden. Ihr gefällt es richtig

gut. Abends vor dem Einschlafen, höre

ich manchmal, wie sie allen BetreuerInnen

und KollegInnen eine gute Nacht

wünscht. Auch finde ich, dass Marlies in

der Werkstätte Straden gut aufgehoben

ist. Die Rücksprache mit den BetreuerInnen

klappt sehr gut und alle sind freundlich

und offen für jedes Problem.“ ❧


Menschen mit Behinderung packen mit an.

Im (Außen)Dienst

Die Lebenshilfe setzt mit einem breit gefächerten Angebot im

Bereich „Arbeit und Beschäftigung” wichtige Akzente. Im

Rahmen unterschiedlicher Projekte außerhalb der Werkstätten,

bietet die Lebenshilfe Bezirk Judenburg Menschen mit

Behinderung einerseits die Möglichkeit, das in den Werkstätten

Erlernte praktisch anzuwenden, andererseits können so auch

neue Arbeitsbereiche erforscht werden. KundInnen lernen,

kontinuierlich Verantwortung zu übernehmen und bekommen

Einblicke in die freie Wirtschaft. Von Christina Pirker

Quasi als „Begleiterscheinung“

werden Menschen

mit Behinderung so in die

Öffentlichkeit integriert und vielleicht

vorhandene Berührungsängste (von

beiden Seiten) reduziert. Nicht die

„Dienstleistung“, sondern der Mensch

steht im Vordergrund.

Derzeit verrichten KundInnen in diversen

Unternehmen, wie Merkur

Markt Judenburg, Baumax Judenburg,

Lagerhaus Knittelfeld und zwei Siedlungsgenossenschaftenunterschiedliche

Arbeiten. Je nach Fähigkeit der

KundInnen und Art des Unterneh-

© Harry Schiffer

mens, sind diese für Grünanlagenpflege,

Außenreinigung, Holzzuschnittarbeiten,

Stiegenhausreinigung

verantwortlich.

Auch die Gemeinden ermöglichen

KundInnen der Lebenshilfe Bezirk Judenburg,

sich zu bewähren und zu integrieren.

Die ganzjährige Betreuung

der Müllinseln im Gemeindegebiet

Zeltweg („Müllinselexpress“) und im

Gebiet Murdorf zählen ebenso zu den

Diensten, die geleistet werden, wie diverse

Arbeiten am Bauhof der Gemeinde

Zeltweg.

Im Gespräch

Im Oktober 2009 beauftragte

die Gemeinde Judenburg die

Werkstätte Wasendorf mit der

Betreuung der Müllinseln im

Gebiet Murdorf. Auch Christian

Semmler arbeitet in diesem

„Außenprojekt“ mit.

Lebenshilfe: Sie sind von Anfang mit dabei;

sind Sie denn alleine für die Sauberkeit im

Bereich der Müllinseln zuständig oder arbeiten

Sie mit anderen zusammen?

Semmler: Die meiste Zeit mache ich die

Arbeit alleine und ich komme auch ganz

gut zurecht. Nur im Winter, wenn die

Müllinseln vom Schnee befreit werden

müssen, helfen mir Kollegen von der

Werkstätte mit der Arbeit.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

Dreimal pro Woche fahre ich mit der

APE 50 die 18 Müllinseln an und gebe

Müll, der außerhalb der Container liegt,

in die richtigen Container. Sind diese bereits

voll, sammle ich den Müll ein und

bringe ihn zum Bauhof. Wenn sich Aufkleber

von den Containern lösen, sage

ich im Bauhof Bescheid.

Kommt es oft vor, dass Leute den Müll einfach

vor die Container werfen?

Es gibt da drei bis vier Problem-Müllinseln

im Gebiet, wo die Leute ihren Müll

oft nicht in die Container schmeißen,

auch wenn diese noch gar nicht voll sind.

So was ärgert mich schon. Aber sonst

mache ich die Arbeit gern.

Christian Semmler arbeitet gern.

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Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

„Es hat sich viel verändert!“

Wenn drei langjährige Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe erzählen, ließen sich ganze Bände mit

Erfahrungen und Erlebnissen, mit positiven Eindrücken aber auch kritischer Selbstschau füllen. Wir haben

drei Damen aus der Lebenshilfe Ennstal gefragt, wie sie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte sehen.

Text und Fotos von Hans-Peter Wildling

Der Rückblick: „Ich kann mich

noch gut daran erinnern, dass

ich 1981 in der Stainacher

Bahnhofstraße in einer sprichwörtlichen

Baustelle mit zwei Klienten mit der Tagesbetreuung

begonnen habe. Meine damalige

Kollegin und ich waren im

wahrsten Sinne des Wortes Mädchen für

alles. Dank vieler ehrenamtlicher HelferInnen,

der nötigen Portion Idealismus

und der tatkräftigen Unterstützung aus

der unmittelbaren Nachbarschaft haben

wir aber dennoch bald mit der Rund-umdie-Uhr-Betreuung

anfangen können. Die

ersten Tische und Sessel bekamen wir

zum Beispiel von Bediensteten des gegenüberliegenden

Bahnhofs geschenkt …

die ersten Abendessen im noch kargen

Speisesaal gab‘s sogar bei Kerzenlicht –

nicht weil es so romantisch war, sondern

weil wir noch keine Beleuchtungskörper

hatten. Und die Eltern haben uns in der

Anfangszeit sogar immer wieder Lebens-

Seite 18

© Harry Schiffer

Brigitte Leyendecker mit ihrer ehemaligen Leiterin Heidi Mussmann und mit

„Noch“-Kollegin Christa Ernecker.

mittel gebracht“, erzählt Heidi Mussmann.

„Als ich dann 1982 in Stainach anfing“,

so Gitti Leyendecker, „hatten wir gerade

den ersten Webstuhl bekommen; und

wir haben mit unseren KlientInnen die ersten

Versuche im Garten unternommen.

Ich kann mich noch

gut ans Erdäpfelausgraben

im Herbst

erinnern; wir haben

uns selbst einen

Marktstand gebaut,

um unsere Produkte

am Kirtag zu verkaufen. Und 1983

haben wir schon die erste gemeinsame

Urlaubsaktion durchgeführt.“

Die Veränderung. Als Christa Ernecker

1995 als Wohnbetreuerin einstieg, waren

Mehrbettzimmer mit drei Personen

durchaus noch üblich. Ernecker: „Darin

sehe ich eine der wohl positivsten Verän-

Eines können wir weder

kaufen noch in den besten

Ausbildungen lernen ...

derungen – es gibt Einzelzimmer. Menschen

mit Behinderung werden heute als

Individuum wahrgenommen und ihr Anspruch

auf Privatsphäre wird in der Lebenshilfe

genauso akzeptiert wie bei dir

und mir“. So wie überhaupt der Standard

an Ausstattung oder Infrastruktur

um ein Vielfaches ge-

stiegen ist. Nicht zu

vergessen das Leistungsangebot,

das

sich heute äußerst

personenzentriert

darstellt und eine

große Individualität in den Fördermöglichkeiten

zulässt – darin sind sich die drei

Damen einig.

Heidi Mussmann: „Was auch noch wesentlich

ist: Früher gab es bei weitem

nicht das Angebot an Aus- und Fortbildungslehrgängen

wie heute. Ich bin der

festen Überzeugung, dass eine fundierte

Ausbildung unerlässlich ist, um im Behin-


Heidi Mussmann: Die

„Frau der ersten Stunde“

in der Lebenshilfe

Ennstal; hat am 12.

Oktober 1981 begonnen,

den Standort Stainach

aufzubauen; hat sich nach

zehn Jahren einem neuen

Aufgabenbereich

zugewendet (Montessori-

Kindergarten) und ist seit

mehr als 20 Jahren als

ehrenamtliche

Sachwalterin mit der

Lebenshilfe in engster

Verbindung.

Gitti Leyendecker: Hat

1982 als eine der ersten

Kolleginnen von Heidi

Mussmann in Stainach

begonnen und wertvolle

Aufbauarbeit geleistet; ist

heute im neuen „vabene

– Das Haus der

Förderung“ in Liezen als

Begleiterin für Menschen

mit hohem und höchsten

Hilfebedarf engagiert.

Christa Ernecker: Hat

1995 als Wohnbetreuerin

in Admont begonnen;

2001 entwickelte sie in

Kooperation mit dem

Bundessozialamt

Steiermark das Projekt

Büro-Computer in

Rottenmann und ist seit

dieser Zeit in der

Qualifizierung und

beruflichen Integration

von Jugendlichen mit

Lernschwierigkeiten

tätig.

dertenbereich auf lange Sicht gut und

sinnvoll arbeiten zu können.“

„Dennoch oder gerade deswegen“,

ergänzt Ernecker, „muss die kritische

Selbstreflexion in Bezug auf unser Menschenbild

und unseren wertschätzenden

Umgang mit unseren KundInnen und

deren Eltern immer Thema sein“. „Eines

dürfen wir natürlich auch nicht vergessen!“,

bringt Leyendecker auf’s Tapet,

„wir alle zusammen –

unsere Kunden und wir

selbst – sind in den letzten

Jahrzehnten auch

gemeinsam älter geworden.

Allein schon

dieser gemeinsame Alterungsprozess

hat

mich, hat uns verändert.

Ich sehe mich heute nicht mehr, so wie

früher, als Helferin, sondern vielmehr als

Begleiterin oder Coach – das beeinflusst

ganz wesentlich meine tägliche Arbeit.“

Die Herausforderung. „Gerade wegen

der laufenden Professionalisierung und

Standardisierung in der Behindertenarbeit,

die ja beide wichtig und richtig sind,

dürfen wir nicht übersehen, dass immer

der Mensch mit Behinderung im Mittelpunkt

stehen muss“, so Mussmann, die

weiter ausführt: „In meinen Anfangszeiten

war der Betreuungsschlüssel für den

Nachtdienst beispielsweise 17:1 – so

etwas ist heute undenkbar! Die heute

geltenden, gesetzlich geregelten Betreuungsschlüssel

nach dem Steirischen Behindertengesetz

entsprechen viel eher

dem erforderlichen Qualitätsmaßstab.“

Ernecker: „Bei aller Professionalität,

guten Qualitätsstandards und einem

guten Ausbildungsangebot


eines können wir

weder kaufen

noch in den besten

Ausbildungen

lernen: Nämlich

das „G‘spür“ für

den Menschen

mit Behinderung. Dieses Gespür zu

haben und zu behalten, gehört wohl zu

den größten Herausforderungen in der

Behindertenarbeit – egal ob jung oder

alt.“ „Das Thema Menschenbild sowie

das Thema Integration werden uns auch

weiterhin treue Begleiter sein, denn der

vielzitierte Paradigmenwechsel ist uns –

bei allem Fortschritt – noch nicht vollends

gelungen“, so der gemeinsame Schluss,

wobei die drei Damen dies als positive

Herausforderung betrachten. ❧

... das „G‘spür“ für

den Menschen mit

Behinderung.

Die Lebenshilfe begleitet Menschen in allen Lebenssituationen.

© Harry Schiffer

Seite 19


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Meine Arbeit & mein Leben

Gabriel Müller arbeitet in der Tageswerkstätte der Lebenshilfe Feldbach.

Er erzählt von seiner größten Leidenschaft: seiner Arbeit, die ihn aus den Tiefen des Lebens befreite.

Mein Name ist Gabriel und man

bat mich über meine Arbeit

und mein Leben zu erzählen:

Ich bin 48 Jahre und erkrankte als Kleinkind

an der Kinderlähmung. Am liebsten

spreche ich übers Flechten, denn das ist

meine Arbeit – und meine große Leidenschaft.

Eigentlich kam ich durch einen

Schicksalsschlag hierher, zur Lebenshilfe

Feldbach und zum Flechten. Der Gesundheitszustand

meiner Mutter zwang

mich zum Umzug von Graz zurück in die

Heimat. Heute kann ich stolz sagen, dass

ich eines der Gründungsmitglieder der

Flechterei der Lebenshilfe Feldbach war.

Meine Lehre zum Flechter machte ich

in Graz-Andritz, in der St.-Veiter-Straße.

Dort lernte ich alles über Materialien wie

Peddigrohr und Weiden, Größe, Verarbeitung

usw. Drei Jahre dauerte die

Lehrzeit, danach war ich weitere zehn

Jahre dort beschäftigt. Der Grund mei-

Seite 20

nes Wechsels nach Feldbach war der Tod

meiner Mutter. Sie litt an Krebs und die

letzten drei Monate ihres Lebens ver-

Jeder wollte ein

geflochtenes Körberl.

Gabriel Müller: Die Arbeit weckte

wieder seinen Lebensmut.

brachte ich Tag und Nacht mit ihr im

Krankenhaus. Der Arzt meinte: „Gabriel,

bleib gleich hier im Krankenhaus bei deiner

Mutter“. Ich hab immer ihre Hand

gehalten und wenn ich sie einmal wegnahm,

hat sie sofort danach verlangt. Irgendwann

wurden die Maschinen

abgeschaltet, sie lebte noch kurz und

verstarb dann. Mit glasigen Augen sagte

ich mir damals: „Das kann ich nie vergessen.“

Nach dem Tod meiner Mutter

bin ich am Boden gewesen und habe Alkohol

getrunken. Das war gar nicht gut,

aber so konnte ich meine Sorgen runterspülen.

Zu dieser Zeit bin ich kaum ausgegangen;

ich blieb zuhause und Papa hat

immer mehr gearbeitet. Alles war anders

als die Jahre in Graz – ich kannte die

Stadt wie meine Westentasche und bin

immer mit dem Zug allein heimgefahren.

Am liebsten wäre ich für immer in Graz

geblieben, wenn nicht dieses Unglück

© Lebenshilfe Feldbach


„Ich liebe meine Arbeit und

träume oft vom Flechten.“

mit meiner Mutter gewesen wäre. Drei

Winter sind vergangen, in denen ich

großteils auf mich selbst gestellt war. Ich

lebte allein. Mein Vater hatte einen

Schlaganfall und ich konnte ihm nicht helfen;

er ist ein Pflegefall. Einmal wöchentlich

kam ein Heimhelfer von der

Volkshilfe. Heute bin ich bei meinen

Nachbarn, die gleichzeitig meine Pflegefamilie

sind und es hat sich vieles zum Positiven

verändert.

Irgendwann kam ich dann zur Lebenshilfe.

Es hat schon eine Zeit gebraucht, bis

ich den Tod meiner Mutter verarbeitet

hatte und bis ich mich eingelebt habe.

Dann ergab das eine das andere: Ich habe

Peter, einen Freund von Graz-Andritz in

der Lebenshilfe Feldbach wiedergetroffen.

Niemand hier konnte flechten; nur

Peter und ich. So kam es, dass wir gemeinsam

mit einem Betreuer die Flechterei

aufbauten. Weitere Kollegen und

Betreuer sind nach und nach dazugekommen.

Thomas habe ich eingeschult

sowie auch Elisabeth, meine Betreuerin.

Elisabeth schenkte mir besonders viel

Freude, seither ist es nur mehr bergauf

gegangen. Wir haben viel Gaude gehabt!

Ich habe Tag und Nacht geflochten, habe

sogar davon geträumt. Wenn ich von der

Arbeit heimkam, habe ich in meiner

Werkstatt weitergeflochten.

Wir produzierten Brotkörberl, Papierkörbe,

Wäschetruhen mit Deckel,

Blumenübertöpfe und vieles mehr. – Das

war damals ein Bombengeschäft, jeder

wollte ein Körberl haben.

Heute mache ich nur mehr spezielle

Aufträge und flechte für Veranstaltungen

wie Ostern und Weihnachten. Ich suche

mir leichtere und abwechslungsreiche

Arbeiten aus, fahre in die Therme, mache

Therapien und lasse es mir gut gehen. ❧

Die Tageswerkstätten

und

Förderstätten der

Lebenshilfe

unterstützen

Menschen mit

Behinderung in der

ganzen Steiermark.

Hier heißt es:

„Wir wollen

arbeiten, wie

andere auch!”

Seite 21


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

„Male recht gerne.

Früher, wie ich in die

Schule ging, sagten die

Lehrer, in mir steckt

ein Künstler. Jetzt bin

ich einer geworden.“

Gerhard Gupfinger


„Früher hat man mich

oft gehänselt und

diskriminiert. Ich habe

mich abgewertet

gefühlt und

herabgesetzt. Darum

wollte ich oft zeigen,

dass mehr in mir

steckt oder drinnen ist

als wie ich aussehe

oder es den Anschein

hat. Heute weiß ich:

Ich bin ein Künstler!

Ich genieße mehr

Anerkennung. Ich will

damit sagen: Das

gefällt mir schon.“

Manfred Nagl

Seite 22

Die schöpferische

Kraft

Kunst in Werkstätten: Vom exotischen Novum zum Teil des

universalen künstlerischen Schaffens. Von Ilse Hitzelberger I Fotos: H. Schiffer

Ein Künstler mit Behinderung war

vor 50 Jahren noch so etwas wie

ein Exot. Das Prinzip der Menschenrechte

„Jeder Mensch hat das

Recht am kulturellen Leben frei teilzunehmen“,

galt zwar damals schon, aber

eine verstärkte Beteiligung von Menschen

mit Behinderung am kulturellen

Leben setzte sich nur langsam durch.

„Behindertenkunst“ im Wandel. In

den letzten Jahren hat sich die Einstellung

der Gesellschaft zur Behindertenkunst

gewandelt. Die Arbeiten von Künstlern

mit Behinderung werden von einer interessiertenÖf-

fentlichkeit

stärker wahrgenommen

und

ein immer größer

werdender Kreis von Liebhabern

und Sammlern erweist diesen Kunstwerken

hohe Anerkennung. So auch der akademische

Maler und Kunstpädagoge

Eine positive

Interaktion entsteht.

Frank Peter Hofbauer: „Österreich hat

mit Gugging und seinen Künstlern wie Johann

Hauser und August Walla einen bedeutenden

Beitrag dazu geleistet. Die

Kunst der geistig Beeinträchtigten hat

heute ihren festen Platz im Kunstschaffen

und dies zeigt sich auch mit ihrem

Wert am Kunstmarkt. Ein „spin–off“ dieses

Hauses der Kunst in Gugging ist die

„Nahtloskunst“ in Kindberg der Lebenshilfe

Bezirk Mürzzuschlag.“

Der Respekt von renommierten

Kunstschaffenden und die Anerkennung

des Kunstpublikums gibt den Mitgliedern

des Ateliers „Nahtloskunst Kindberg“ –

sowie allen an-

deren Künstlern

mit Behinderung

– Sicherheit

und Wertschätzung.

Und es wird dadurch auch die

Einsicht unterstützt, dass das Entstehen

von künstlerisch beeindruckenden Arbeiten

keineswegs zwingend Intellektua-


Sie sind Künstler aus Leidenschaft und zeigen,

was in ihrem Inneren steckt.

lität und psychiatrische Gesundheit voraussetzt.

Künstlerische Fähigkeiten eines

Menschen bestehen unabhängig von seiner

Intelligenz. Egon Hassbecker, Direktor

des Museums „Haus Cajeth“ in

Heidelberg meint dazu: „Der Mensch mit

geistiger Beeinträchtigung ist nicht von

vornherein auch ein ‚kunstbehinderter’

Mensch.“

Kunstwerkstätten der Lebenshilfe.

Menschen mit Behinderung haben erst

dann die Möglichkeit, sich als Malerin

oder Maler zu realisieren, wenn man für

sie diese Gelegenheit schafft. Es ist eine

interessante,

spannende und

für alle Seiten

lohnende Aufgabe,

mit Menschen

mit Behinderung

im kulturellen und künstlerischen

Bereich zu arbeiten. Die Kunstgruppen

und Ateliers der Lebenshilfe

haben einen wesentlichen Beitrag geleistet,

um Barrieren zwischen sogenannter

„normaler“ und Außenseiterkunst abzubauen.

In der Kunst geht es nicht um die

Frage, von wem sie stammt, sondern um

die Frage, ob die künstlerischen Arbeiten

Qualität haben. Qualitätskriterien sind Intensität,

Stimmigkeit, Authentizität und

Unverwechselbarkeit des persönlichen

Die Einstellung zur

Behindertenkunst ist anders.

Stils. Ziele therapeutischer Art sollten

von Kunstproduktion streng getrennt

werden. Das Entstehen von Kunstwerken

hat nichts mit Therapie im herkömmlichen

Sinn zu tun. Malen und

Zeichnen kann aber „persönliche Therapie“

jedes einzelnen sein.

Kunst, schöpferische Kraft. Gedanken

und Gefühle verbal und nonverbal zum

Ausdruck zu bringen, sind eine wesentliche

Lebensform des Menschen. Sich einzulassen

in künstlerische Arbeitsprozesse

bringt den Künstlern mit Behinderung Erfüllung,

bisweilen Glück, immer aber

Sinnhaftigkeit,

ein hohes Selbstwertgefühl

und

Zufriedenheit.

Kunst ist für sie

ein Medium, um

persönliche Themen eindrucksvoll und

berührend darzustellen. Sie zeigen damit

dem Betrachter ihre ganz eigenen, weitestgehend

ungebundene Sicht- und

Seinsweisen. Die Kunstschaffenden stellen

über ihre Werke Beziehung zur Gesellschaft

her. Eine positive Interaktion

entsteht. Denn die Akzeptanz der Werke

führt zur Akzeptanz der Menschen mit

Behinderung. Sie werden trotz ihrer Einschränkungen

als Persönlichkeiten des

Kunstgeschehens anerkannt. ❧

Die Malwerkstätten setzen auf Kreativität.

Seite 23


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Der schwere Weg zurück

Mein Name ist Beate Schieder, ich bin Diabetikerin und muss seit meiner Jugendzeit ohne Tageslicht

auskommen. Ich versuchte mich der Tatsache zu stellen, besuchte das BBRZ Linz, um lebenspraktische

Fertigkeiten zu erlernen. Meine Blindenhündin Gina, die ich vom Rotari-Club Baden geschenkt

bekommen habe, war mir eine treue und sehr hilfreiche Begleiterin.

Die Lebenshilfe und ihre Familie stehen hinter ihr: Beate Schieder mit den Kindern Dominik und Julian sowie ihrer Mutter.

In dieser Zeit bemerkte ich oft, dass

meine Mitmenschen nicht recht

wussten, wie sie mir gegenübertreten

und mit meiner Blindheit umgehen

sollten. Es wuchs in mir der Wunsch,

diese Berührungsängste abzubauen und

für die Akzeptanz von blinden Menschen

zu kämpfen.

Gemeinsam mit Frieda Schwarz begannen

wir das Projekt „Schmecken,

Hören, Riechen und Fühlen einer anderen

Dimension“, wo sich sehende Menschen

in Form eines Dinners im Dunkeln

in die Welt der Blinden hineinfühlen können.

Die Veranstaltungen erzielten überraschend

viel Zuspruch und werden auch

heute noch angeboten. Über Schulprojekte

versuchte ich auch Kinder und Jugendliche

auf die Thematik aufmerksam

zu machen. Parallel dazu war ich im Blindenverband

Steiermark tätig.

Seite 24

Privat habe ich mit meinen zwei Kindern

Julian und Dominik und meinem damaligen

Mann Norbert eine Familie

gegründet. Die Tatsache, dass Norbert

gehörlos und ich blind bin und wir eine

„normale“ Familie waren, bescherte uns

Meine Kinder und meine

Mutter halten zu mir.

eine große mediale Präsenz, welche bei

einem Besuch bei Barbara Karlich gipfelte.

Es war eine sehr glückliche Zeit und

ich erfreute mich des Lebens.

Im Herbst 2008, mit 30 Jahren, änderte

sich mein Leben zum zweiten Mal, als ich

aufgrund meiner Krankheit einen Schlaganfall

und einen Herzinfarkt erlitt. Seither

benötige ich einen Rollstuhl und kann nur

wenige Wörter sprechen. Die lange Zeit

im Krankenhaus war die schwerste; ich

weinte oft und wusste nicht, wie es weitergehen

sollte. Jedoch gab es Menschen,

die zu mir hielten; vor allem meine Familie

und meine Freunde. Es besuchten

mich Kollegen vom Motorradclub, Wolfgang

Niegelhell, der mir auf seiner Panflöte

seine wunderschöne Musik

vorspielte und noch viele andere.

Heute geht es mir schon viel besser, ich

habe ein kleines Stück des schweren

Weges zurück schon geschafft. Mittlerweile

kann ich wieder einiges mit meinen

Händen selbst erledigen und erlerne

immer wieder neue Wörter.

Seit einigen Monaten bekomme ich

die Unterstützung der mobilen Dienste

der Lebenshilfe Hartberg. Die Familienentlastung

hilft mir und meiner Mutter

sehr und im Zuge der Freizeitassistenz


Endlich ist Beate Schieder wieder mobil: Die Freizeitassistenz

begleitet sie dabei.

Wenn’s um Energiesparen geht,

ist nur eine Bank meine Bank.

www.raiffeisen.at/steiermark

*Inkl. Landesförderung für Jungfamilien und Sanierer bis 30.04.2010.

Abhängig vom Förderzinssatz.

*

bin ich auch wieder vermehrt unterwegs, was mir schon immer

sehr viel Spaß und Freude bereitete. So konnte ich unter anderem

schon „Holiday on Ice“ in Wien und das sehr bewegende

und außergewöhnliche Weihnachtskonzert meines Freundes

Wolfgang in der Grazer Stadthalle genießen. Schritt für Schritt

geht es bergauf, ich lache wieder viel und erfreue mich der kleinen

schönen Dingen, die mir das Leben gibt.

So möchte ich allen Menschen, denen es nicht so gut geht, Mut

machen und ihnen mit meiner Geschichte zeigen, dass es immer

einen Weg zurück zum Leben, gibt. Von ganzem Herzen möchte

ich mich bei meiner Familie, besonders meiner Mutter Maria,

die mich mit meinen zwei Kindern Dominik und Julian in ihrem

Haus aufgenommen hat, bedanken. Danke auch an alle, die mich

bisher und in Zukunft unterstützt haben und werden. ❧

Österreichische Kinderhilfe

P.S.K. 1.111.235

W i r d a n k e n d e n ö s t e r r e i c h i s c h e n L o t t o s p i e l e r I n n e n .

Seite 25


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Im Selbstvertreterbeirat

Jetzt bin ich seit zweieinhalb Jahren beim Selbstvertreterbeirat und habe schon viel erlebt.

Ich möchte euch einen Einblick in meine Erfahrungen und Wünsche geben. Von Hanna Kamrat

H. Kamrat ist Selbstvertreterin. J. Schröcker unterstützt sie dabei.

Positiv ist für mich die gute Zusammenarbeit

in der Gruppe.

Je länger wir miteinander arbeiten,

desto besser läuft es. Wir respektieren

uns gegenseitig und

kommen gut miteinander aus. Wir lernen

auch viel dazu und das bringt

einem selbst und der Gruppe viel.

Es steigert mein Selbstbewusstsein

und ich traue mich vieles zu sagen, was

ich denke.

Auch die Moderation

von

Workshops

fällt mir durch

die Anerkennung

meiner Kollegen und Unterstützer

viel leichter. In Vorarlberg beim

Kongress „ich du wir“ habe ich zum

Beispiel einen Workshop mit zwei Kollegen

geleitet und wir brauchten nur

Unterstützung bei der Schriftführung,

die Moderation haben wir ganz alleine

Seite 26

übernommen. Bei den Sitzungen des

Selbstvertreterbeirats finde ich sehr

gut, dass alles in leichter Sprache gemacht

wird und so alle gut verstehen,

um was es geht. Da diese Barriere abgebaut

ist, hat jeder die gleiche Chance

sich einzubringen.

Meine Wünsche für die kommenden

Jahre wären, dass die Forderungen

des Beirats ernster genommen

werden und

man Umsetzungen

spürt

sowie dass

wir Protokolle

der Mitgliederversammlung

oder der Präsidiumssitzung

in leichter Sprache bekommen.

Hanna Kamrat ist Kundin

der Lebenshilfe Ausseerland.

Schön wäre es auch, wenn der Austausch

in meinem Bundesland Steiermark

besser wäre, leider gibt es keine

klaren Ansprechpartner. Sehr wichtig

fände ich es, den Ausbau der Selbstvertretung

und Mitbestimmung weiter

zu verstärken. Ich habe das Glück, dass

meine Unterstützerin Julia nicht ausgetauscht

wurde, wie es bei anderen Kollegen

der Fall war und ich hoffe, dass

das auch so bleibt. Außerdem wünsche

ich mir mehr Fortbildungen für Menschen

mit Behinderung, um nicht

immer in eine Hauptstadt fahren zu

müssen. Meine Arbeit beim Selbstvertreterbeirat

macht mir viel Spaß und

ich freue mich auf die nächsten Treffen

in diesem Jahr und auf neue Herausforderungen.

„Der Selbstvertreterbeirat

besteht nun schon eine Zeit

und hat schon sehr viel

erarbeitet und beschlossen

und sich auch bei diversen

Kongressen eingebracht.

Auch waren Vertreter des

Beirats in der Mitgliederversammlung

und haben

Ergebnisse und Beschlüsse

präsentiert. Nach zwei

Jahren sind der Enthusiasmus

und das Engagement

noch stärker geworden und

die meisten Mitglieder sind

noch immer mit Freude

dabei. Leider haben aber

schon manche aufgehört. Es

wäre sehr schön, wenn bald

Ergebnisse und

Auswirkungen für die

Teilnehmer spürbar wären.“

Julia Schröcker ist Hanna

Kamrats Begleiterin beim

Selbsvertreterbeirat.


Senioren:

Die goldenen Jahre

Wie die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, werden Menschen mit Behinderung im Durchschnitt älter.

Es zeigt sich hier dieselbe Entwicklung wie bei Menschen ohne Beeinträchtigung. Von Annette Pichler

Alt werden mit der Lebenshilfe

als Partner.

© Harry Schiffer

Auf Grund dieser Entwicklung

sind die Betreuungseinrichtungen

gefordert, sich den neuen

Aufgaben und Herausforderungen zu

stellen, die sich durch die Betreuung von

älteren Menschen ergibt. Es ist nicht

möglich, auf Erfahrungswerte zurückzugreifen,

das Betreuungspersonal ist gefordert,

sich sehr schnell auf die Anforderungen

einzustellen. Auch bleibt im

Alter die Behinderung im Vordergrund,

altersbedingte Krankheiten können je-

doch zusätzlich auftreten, die nichts mit

der grundsätzlichen Behinderung des

Menschen zu tun haben. Um diesen

Krankheiten und der beginnenden Demenz

entgegenzusteuern, ist es erforderlich,

dass schon in frühen Jahren

darauf geachtet wird, Mobilität, geistige

Beweglichkeit und die Selbständigkeit zu

erhalten, fördern und auszubauen. Diese

Förderung unterstützt

das Ziel, Selbstbestimmung

bis ins hohe

Alter zu erreichen.

Denn Ziel kann es nur

sein, dass auch ältere

Menschen mit Behinderung

die Wahlmöglichkeit

der gewünschten

Betreuung haben

und nicht gezwungen sind, durch das

Erreichen eines bestimmten Alters das

bis dahin gewohnte soziale Umfeld zu

verlassen und sich in Unterstützungssystemen

eingliedern zu müssen, die eine

beträchtliche Verminderung der Lebensqualität

und sozialen Integration darstellen

und so zu enormen persönlichen

Benachteiligungen führen.

Sinnvoll kann nur sein, das Umfeld so

anzugleichen, dass der ältere Mensch mit

Behinderung seinen Lebensabend

mit Menschen,

die ihn sein Leben lang begleitet

haben, und in Strukturen

verbringen kann, die

das hohe Alter wirklich zu

goldenen Jahren machen.

Gesundheit, soziale

Beziehungen und

Selbstbestimmung

bestimmen die

Lebensqualität.

Eine Mischung aus sinnvoller Beschäftigung,

Förderung und Pflege wird eine

große Bedeutung erhalten. Das Personal

wird gefordert sein, eine Mischung aus

pädagogischer Begleitung und pflegerischer

Versorgung zu finden, dass die

Selbständigkeit und Lebensqualität erhalten

bleibt. Die Teilhabe am Leben und in

Würde altern zu können, stellt ein Grundrecht

der Menschen

mit Behinderung dar.

Nur wenn die Gesundheit

erhalten wird, die

sozialen Beziehungen

nicht abgebrochen

werden und die Selbstbestimmung

im Vordergrund

steht, wird es

möglich sein, Lebensqualität

auch im Seniorenalter zu erleben.

Die Herausforderung ist auch vor allem

dadurch gegeben, dass das familiäre Umfeld

sich ändert, „alte“ Eltern sind nicht

mehr so in der Lage, für die Angehörigen

mit Behinderung zu sorgen, was gerade

auch für die Eltern eine große seelische

Belastung darstellt. Umso größer ist die

Verantwortung in den Einrichtungen,

diese Aufgabe zu erfüllen. ❧

Die richtige Umgebung, die richtige Förderung.

Seite 27


Lebenshilfe Steiermark | 50 Jahre

Perlen aus den Lebenshilfen

Seite 28

Lebensbegleitung

ist Sterbebegleitung

Das Thema „Tod und Sterben“ war in unserer Gesellschaft lange Zeit ein Tabu. Erst die

Hospizbewegung und die Diskussion über aktive und passive Sterbehilfe haben dieses Thema

mitten in die Gesellschaft gebracht. Von Gertraud Fließer & Martin Hochegger I Fotos: Harry Schiffer

Mehr als 80 Prozent der

Österreicher sterben in

Pflegeheimen oder Krankenhäusern;

nur mehr ein relativ geringer

Prozentssatz in den eigenen vier

Wänden. Damit werden Einrichtungen

der Behindertenhilfe erstmals mit

dem Thema „Alter und Sterben“ konfrontiert.

Dies einerseits durch die

steigende Lebenserwartung von Menschen

mit Behinderung und andererseits

hatte die Todesmaschinerie des

Nationalsozialismus mehr als einer

Generation von Menschen mit Behinderung

das Leben gekostet.

Begleitung in Würde. Die Wohnhäuser

der Lebenshilfe sind vielen BewohnerInnen

Heimat geworden. Sie

sind hier 60, 70, 80 und beinahe 90

Jahren alt geworden und möchten,

Ein Eingehen auf die

Sprache Sterbender.

wenn möglich, auch hier sterben. Dies

ist verständlicher Weise ein ebenso

großes Anliegen der Angehörigen. Die

Begleitung von Menschen mit schwerer

Behinderung ist ein jahrzehntelan-

Menschen, die alt werden, haben besondere Bedürfnisse.

Menschen mit Behinderung, die alt werden, brauchen die Lebenshilfe.

ges Begleiten, das „Raum zum Leben“

gibt. Der Anspruch dabei: Das Schaffen

von Lebensqualität durch das Ermöglichen

von Selbstständigkeit und

Selbstbestimmung.

In ihrer letzten Lebensphase wünschen

sich Menschen mit Behinderung

dieselbe Qualität beim persönlichen

Sterbeprozess. Es braucht somit eine

behutsame Annäherung an das Thema

„mein Sterben und mein persönlicher

Tod“. Die Auseinandersetzung geschieht

abhängig von Lebensalter, Lebensgeschichte,

Lebensumständen

und Persönlichkeit auf sehr individuelle

Weise. Die Entwicklung eines eigenen

„Todeskonzeptes“ ist von wesentlicher

Bedeutung. Dieses korrespondiert

stark mit dem jeweiligen Zeitverständnis

und hängt daher auch vom jeweiligen

Grad der geistigen Beeinträchtigung

ab.

Wir sind gefordert. Die MitarbeiterInnen

müssen sich dieser Herausforderung

stellen. Dies ist nicht immer

einfach. Werden sie doch im Laufe dieses

Begleitprozesses ebenfalls mit den

großen Lebensthemen und großen

Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut,

Schmerz, Schuld, konfrontiert. Sie

müssen auf Momente und Gelegenheiten

hinhören, an denen die Menschen

mit Behinderung Sterben und


Tod ansprechen oder zeigen. Bei ritualisierten

Anlässen wie Ostern, Allerheiligen

oder auch wenn diese um

einen Verwandten trauern. Bei diesen

Gelegenheiten besteht die Möglichkeit

zu erfahren, wie sie sich ihr eigenes

Lebensende wünschen.

Sie können

Bedürfnisse, Erwartungen

und Hoffnungen

äußern oder

mit Gesten ausdrücken.

Fragen wie „Wer soll informiert

werden, wollen sie einen

geistlichen Beistand, wer soll beim

Es braucht ein

Hinschauen und

Hinhören.

Sorgfältige, liebevolle

Pflege des Körpers.

letzten Atemzug am Bett sitzen?“,

können geklärt und festgeschrieben

werden.

Achtsamkeit des Herzens. Hilfreich

ist es, wenn die Vorstellungen, Erwartungen

und Hoffnungen bereits bekannt

sind, um im Sinne des/der

Sterbenden handeln zu können. Es

braucht ein Hinschauen und Hinhören,

ein Einfühlen und Verstehen, welches

Nähe und Begegnung schafft. Achtsame

Aufmerksamkeit ermöglicht ein

Erkennen der Bedürfnisse und Signale

des Sterbenden. Dazu gehören

ebenso eine sorgfältige, liebevolle

Pflege des Körpers und die intensive

Behandlung von körperlichen Schmerzen.

Das Zurückgreifen auf mobile

Dienste, wie dem mobilen Palliativteam,

kann hier viel Unterstützung

bieten und das Pendeln zwischen

Wohnheim und Krankenhaus vermindern.

Ein Eingehen auf die Sprache

Sterbender, ein genaues Hinhören von

ausgesprochen Sätzen

und richtiges Interpretieren

von

Gesten und Signalen

setzt bei den BegleiterInnen

ein hohes

Maß an Sensibilität und Professionalität

voraus. Oft braucht es auch nur die

Gegenwart von lieben Menschen im

Zimmer oder beim Bett. Ein „DA-

SEIN“ bei Ängsten, Unterstützung

beim Bedürfnis nach Klärungen, nach

letzten Abschiedsgesprächen oder

Gesten.

Weiters ist es ein wichtiges Anliegen,

dass auch Angehörige sich in dieser

letzten Phase bei ihren Besuchen

willkommen fühlen und mit ihren Fragen

und Gefühlen wertschätzend begleitet

werden. Häufig bleiben die

Kontakte auch nach der Verabschiedung

und dem Begräbnis aufrecht und

wir werden über besondere Ereignisse

oder Veränderungen in der Familie

informiert. ❧

Helene Hammer wohnte 32 Jahre bei

der Lebenshilfe in Söding und verstarb

im Februar im Alter von 88 Jahren.

Seite 29


Lebenshilfe Steiermark | Spektrum

EINRICHTUNG ADRESSE TELEFON, MAIL, WEB

LANDESVERBAND DER

LEBENSHILFE STEIERMARK

ALPHA NOVA BETRIEBS GESMBH

OBFRAU: Dr. Daniela Treiber

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Mag. Thomas Driessen

LEBENSHILFE AUSSEERLAND

OBMANN: Mag. Erwin Schumann

GESCHÄFTSFÜHRUNG: Roland Kalß

LEBENSHILFE ENNSTAL

OBMANN: Mag. Udo Strallhofer

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Mag. Gerhard Heinz

LEBENSHILFE FELDBACH

OBFRAU: Mag. Michaela Künzel-Painsipp

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Mag. Monika Brandl

LEBENSHILFE HARTBERG

OBFRAU: Maria Schirnhofer

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Heidrun Notbauer

WIRTSCHAFTLICHE LEITUNG:

Mag. (FH) Hans Peter Kopp

Die Lebenshilfe Steiermark verfügt über ca. 120 Standorte und Einrichtungen sowie 180 Dienstleistungsangebote für

Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen. Alle Dienstleistungen finden Sie unter www.lebenshilfe-stmk.at

Seite 30

Schießstattgasse 6, 8010 Graz

Idlhofgasse 59-63, 8020 Graz

Pyhrnstraße 4, 8940 Liezen

Grazer Straße 22, 8330 Feldbach

LEBENSHILFE GRAZ UND UMGEBUNG – VOITSBERG

PRÄSIDENTIN: Ursula Vennemann

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Donat Schöffmann

Plaisirstraße 66, 8990 Bad Aussee

LEBENSHILFE BEZIRK BRUCK/MUR GEMEINNÜTZIGE GMBH

OBFRAU: Regina Grabmaier

GESCHÄFTSFÜHRUNG: Karin Prethaler

LEBENSHILFE FÜRSTENFELD

OBMANN: Alfred Lang

GESCHÄFTSFÜHRUNG: Martina Lang

Viktor-Adler-Straße 4, 8605 Kapfenberg

Buchwaldstraße 14, 8280 Fürstenfeld

Conrad-von-Hötzendorf-Straße 37a,

8010 Graz

Rotkreuzplatz 2, 8230 Hartberg

0316/81 25 75 (Fax DW 4)

landesverband@lebenshilfe-stmk.at

www.lebenshilfe-stmk.at

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office@alphanova.at

www.alphanova.at

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www.lebenshilfe-stmk.at

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www.lebenshilfe-bruck.at

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office@lebenshilfe-feldbach.at

www.lebenshilfe-feldbach.at

03382/54 0 13-11 (Fax DW 44)

office@lhff.at

www.lebenshilfe-stmk.at

0316/71 55 06 (Fax DW 999)

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www.lebenshilfe-guv.at

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lebenshilfe.hartberg@aon.at

www.lebenshilfe-stmk.at


EINRICHTUNG ADRESSE TELEFON, MAIL, WEB

LEBENSHILFE BEZIRK JUDENBURG GEMEINNÜTZIGE GMBH

OBFRAU: Michaela Eisbacher

GESCHÄFTSFÜHRUNG: (Kaufmännische

Leitung): Franziska Winter

Siemensstraße 9, 8753 Fohnsdorf

GESCHÄFTSFÜHRUNG: (Pädagogische

Leitung): Mag. Karl-Heinz Hirn

LEBENSHILFE KNITTELFELD

OBMANN: OAR Wilhelm Fischer

BETRIEBSLEITER: Günter Fischer

GESAMTLEITUNG WOHNHAUS &

TAGESWERKSTÄTTE: Daniela Gruber

LEBENSHILFE LEIBNITZ

OBFRAU: Ida-Maria Daum

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Manfred Pracher

Dr. Hans Kloepfer-Straße 38, 8720 Knittelfeld

Petzles 22, 8505 St.Nikolai im Sausal

LEBENSHILFE LEOBEN GEMEINNÜTZIGE BETRIEBS GMBH

OBFRAU: Margit Keshmiri

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Lorberaustraße 20, 8700 Leoben

Mag. Ferenc Ullmann

LEBENSHILFE MURAU

OBMANN: Herbert Bacher

LEITUNG: Maria Leitner

LEBENSHILFE MÜRZZUSCHLAG

GESCHÄFTSFÜHRENDE OBFRAU:

DI Margaretha Schaffenrath

LEBENSHILFE RADKERSBURG

OBFRAU: Mag. Marianne Schröttner

GESCHÄFTSFÜHRUNG: Helene Kager

LEBENSHILFE TROFAIACH

OBMANN: Mag. Robert Lackner

GESCHÄFTSFÜHRUNG:

MBA Werner Kachelmaier

Am Hammer 5, 8850 Murau

Friedhofgasse 6, 8650 Kindberg

Plaschenaustraße 2, 8490 Bad Radkersburg

Hauptstraße 26, 8793 Trofaiach

03573/20 7 52 (Fax DW 4)

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03456/24 94 (Fax DW 4)

zentr.verw@lebenshilfe-leibnitz.at

www.lebenshilfe-leibnitz.at

03842/24 6 83 (Fax DW 55)

office@lebenshilfe-leoben.at

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www.lebenshilfe-trofaiach.at

IMPRESSUM

Lebenshilfe“ ist eine Mitgliederzeitung des Landesverbandes der Lebenshilfe Steiermark und unabhängig von politischen Parteien und Kirchen. Namentlich gekennzeichnete Texte

geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für den Inhalt der Texte sind die jeweiligen AutorInnen verantwortlich. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Zeichnungen

und Fotos wird keine Haftung übernommen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge aus Platzgründen zu kürzen. Medieninhaber und Herausgeber:

Landesverband der Lebenshilfe Steiermark, Präsidentin Margit Keshmiri, Schießstattgasse 6, 8010 Graz, Tel.: 0316 / 81 25 75, Fax: Dw 4, landesverband@lebenshilfestmk.at,

www.lebenshilfe-stmk.at · Chefredaktion: IG Soziale Medien Steiermark, Nicole Rubisch, Traungauergasse 8, 8020 Graz · Redakteure & AutorInnen:

Mag. Thomas Driessen, Gertraud Fließer, Martin Hochegger, Ilse Hitzelberger, Mag. Christine Kaiser, Hanna Kamrat, Margit Keshmiri, Gilsela Pfeiler,

Anette Pichler, Christina Pirker, Marlene Pirkheim, Julia Schröcker, Ursula Vennemann, Hans Peter Wildling · Fotos: Alle Fotos, die mit dem Copyrightvermerk

Harry Schiffer gekennzeichnet sind, stellte die Lebenshilfe GUV zur Verfügung, Coverfotos sowie Seite 2 und 3: Harry Schiffer · Gestaltung: JeneweinDesign,

Lendkai 95, 8020 Graz, www. jeneweindesign.com · Druck & Anzeigen: Steurer-Medienhaus, Wels · Redaktionsschluss: 12. April 2010

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