geschäftsbericht 2009 - Stadtwerke Emmerich

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geschäftsbericht 2009 - Stadtwerke Emmerich

geschäftsbericht 2009


geschäftsbericht 2009

„ Energieversorgung

muss bezahlbar bleiben.

Und zwar für alle. “

Ulrich Schnake, Geschäftsführer

Impressum

Redaktion Stadtwerke Emmerich GmbH

Layout und Realisation H&E Werbung GmbH, Ratingen

Fotos Stadtwerke Emmerich GmbH


03

geschäftsbericht 2009

inhalt

05 Organe der Gesellschaft

05 Bericht des Aufsichtsrates

06 Vorwort: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

08 Lagebericht 2009

09 Aktuelle Entwicklung im Bereich Stromversorgung

10 Aktuelle Entwicklung im Bereich Gasversorgung

11 Aktuelle Entwicklung im Bereich Trinkwasser

12 Aktuelle Entwicklung im Bereich Energiegewinnung

und Wärme-Direkt-Service 2009

12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

14 Umsatz- und Ertragsentwicklung

16 Finanzlage und Bilanzstruktur

17 Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2009

18 Bilanz zum 31.12.2009


Udo Jessner

Vorsitzender


geschäftsbericht 2009

organe der gesellschaft

Gesellschafter 75,1% Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH,

Emmerich am Rhein

24,9 % RWE Rheinland Westfalen Netz AG, Essen

Geschäftsführung Dipl.-Betriebswirt Ulrich Schnake, Emmerich am Rhein

Aufsichtsrat Herr Udo Jessner (Vorsitzender)

Herr Dr. Lothar Oelert (stellv. Vorsitzender)

Herr Christian Beckschaefer

Herr Johannes Diks

Herr Markus Elbers

Herr Georg Lang (beratendes Mitglied)

Frau Birgit Offergeld

Herr Wilhelm Roebrock

Frau Dr. Uta Grone

05

bericht des aufsichtsrates

Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat regelmäßig

mündlich und schriftlich über die Lage und die Entwicklung

des Unternehmens unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat

Geschäftsvorgänge von wesentlicher Bedeutung mit der

Geschäftsführung beraten und bei den Entscheidungen

im Rahmen der ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden

Aufgaben mitgewirkt.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Geschäftsfüh-

rung sind von der BDO Deutsche Warentreuhand Aktien-

gesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf,

geprüft worden. Beanstandungen ergaben sich nicht.

Die Prüfungsgesellschaft hat für den Jahresabschluss

zum 31. Dezember 2009 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

erteilt. Das Ergebnis der Abschlussprüfung

nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis.

Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrates

über den Jahresabschluss teilgenommen,

über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet

und für Erläuterungen zur Verfügung gestanden. Der

Aufsichtsrat hat den Jahresabschlusss und den Lagebericht

geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner

Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat

empfiehlt den Gesellschaftern die Feststellung

des Jahresabschlusses. Der ausgewiesene Bilanzgewinn

ist gem. § 1 des mit der Emmericher Gesellschaft für

kommunale Dienstleistungen mbH (EGD) bestehenden

Ergebnisabführungsvertrages abzuführen.

Am 15. Januar 2009 verstarb Herr Heinz-Gerd Kunigk,

der dem Aufsichtsrat unserer Gesellschaft seit dem

Jahr 1999 angehörte. Während dieser Zeit hat Herr

Kunigk mit großem Engagement und Sachkenntnis seine

Aufgaben im Aufsichtsrat unseres Unternehmens wahrgenommen.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken

bewahren.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

sowie der Geschäftsführung des Unternehmens

für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit

und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Emmerich am Rhein, im September 2010

Der Aufsichtsrat

Udo Jessner

Vorsitzender


geschäftsbericht 2009

06

vorwort – erneuerbare energien auf dem vormarsch

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung

in Deutschland hat sich von 6,6 % im Jahr 2000 auf

16,0 % im Jahr 2009 mehr als verdoppelt. Anfang des

Jahres 2009 gab es rd. 470.000 Anlagen, die Strom aus

Wind, Biomasse, Wasserkraft oder Sonnenenergie erzeugten.

Etwa 7 % trug im Jahr 2009 allein die Windkraft

zur Stromerzeugung bei, gut 1 % entfiel auf Solarstrom

aus insgesamt 440.000 Photovoltaikanlagen. Vor allem

die Zahl der Photovoltaikanlagen – auch in Emmerich am

Rhein – ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen.

In den Jahren 2008 und 2009 wurden rund 5.800 MW

Solarleistung installiert. Insgesamt betrug die installierte

Leistung der Photovoltaikanlagen in Deutschland zum

Jahresende 2009 rund 9.800 MW.

Der größte Teil des Ökostroms stammt aus Windkraftanlagen.

Ihre Zahl hat sich im Zeitraum 1995 bis Ende

2009 von 3.700 auf etwa 21.000 erhöht, wobei die

installierte Leistung von etwa 1.150 auf 25.780 MW

anstieg. Zu Beginn des Jahres 2010 wurde der erste

deutsche Offshore-Windpark in Betrieb genommen.

Entwicklungsschub durch EEG

Das im April 2000 eingeführte Erneuerbare-Energien-

Gesetz (EEG) hat wesentlichen Anteil daran, dass Ökostrom

heute einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung

leisten kann. Mit diesem Gesetz sind aus einer

Vision anwendungsfähige und auch exportfähige Technologien

geworden. Insofern ist das EEG unbestritten

ein Erfolgsmodell. Die Bundesregierung strebt für das

Jahr 2020 einen Anteil des Stroms aus regenerativen

Energiequellen am Brutto-Inlandsstromverbrauch in

Höhe von 30 % an. Im Vergleich zum Status quo bedeutet

dieses in etwa nochmals eine Verdoppelung der

Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung. Aufgrund

der Fördermechanismen des EEG erscheint

dieser Zielwert nicht unrealistisch. Allerdings sind die

mit dem EEG verbundenen Kosten beträchtlich. Allein

im Jahr 2009 betrugen die Mehrkosten durch EEG

Strom bundesweit rund 4,8 Mrd. E; für das Jahr 2010

werden Mehrkosten in Höhe von 8,2 Mrd. E erwartet.

Diese Mehrkosten sind durch den EEG-Aufschlag von

den Stromkunden in Deutschland aufzubringen. Absehbar

ist, dass die EEG-Umlage in den kommenden Jahren

deutlich ansteigen wird.

Stadtwerke engagieren sich bei Green GECCO

Auch für die regenerative Stromerzeugung gilt, dass mit

größeren Erzeugungsanlagen eine höhere Wirtschaftlichkeit

erreicht werden kann. Gerade mittelständisch

strukturierte Stadtwerke sind jedoch in der Regel kaum

in der Lage, Investitionen in derartige Großanlagen zu

tätigen. Vor diesem Hintergrund haben sich im Jahr

2009 26 Stadtwerke – vorwiegend aus Nordrhein-

Westfalen – und RWE Innogy zu einem langfristig angelegten

Kooperationsprojekt zusammengeschlossen.

Die Stadtwerke Emmerich GmbH hat sich an diesem

Projekt beteiligt und wird in den kommenden Jahren

ca. 1,0 Mio. E in regenerative Erzeugungsanlagen investieren.

Ziel von Green GECCO ist die gemeinsame Entwicklung

und Umsetzung von nationalen und internationalen

Projekten zur regenerativen Energieerzeugung. Als erstes

Projekt für das Green GECCO-Portfolio wird im Jahr

2010 der in Schottland gelegene Onshore-Windpark

„An Suidhe“ realisiert. Die hohen Windgeschwindigkeiten

an der schottischen Küste lassen hierbei einen vergleichsweise

hohen Stromertrag erwarten. Der Windpark

soll über 23 Turbinen verfügen und etwa 14.000 Haushalte

mit Strom versorgen können. Im Fokus der Green

GECCO-Kooperation werden in den Folgejahren auch

Investitionen in Biogasanlagen, Biomasse-Heizkraftwerke

und Geothermieanlagen stehen.

Ulrich Schnake

Geschäftsführer


Ulrich Schnake

Geschäftsführer


geschäftsbericht 2009

lagebericht

I. Allgemeines und Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

wurde im Berichtsjahr durch die globale Wirtschaftskrise

geprägt. Das reale Bruttoinlandsprodukt fiel um 5 % unter

den Vorjahreswert. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete

damit den stärksten Wachstumseinbruch der Nachkriegszeit.

Infolge dieser Entwicklung verminderte sich der Ener-

gieverbrauch in Deutschland um 6,5 % auf 453,1 Mio. Tonnen

Steinkohleeinheiten (SKE) und damit auf den nied-

rigsten Stand seit Anfang der 70er Jahre.

Neben den gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren gewinnen

regulatorische Vorgaben und der deutliche Anstieg

der Wettbewerbsintensität bei Strom und Erdgas

zunehmend an Bedeutung für den Unternehmenserfolg.

Am 1. Januar 2009 begann für Strom- und Gasnetzbetreiber

die erste Periode der Anreizregulierung. Durch die

Regulierungsbehörde werden im Rahmen der Anreizregu-

lierung Obergrenzen für die Erlöse aus dem Netzbetrieb

vorgegeben, die zur Deckung der Kosten zur Verfü-

gung stehen. Das Ziel und die Herausforderung der An-

reizregulierung liegt in der Verbesserung der Effizienz

des Netzbetriebes.

Der Wettbewerb in der Energiebranche hat im Jahr 2009

weiter an Dynamik gewonnen. Die Anzahl der Wettbewerber

im Liefergebiet unserer Gesellschaft nahm weiter

zu. Sowohl im Strom- als auch im Erdgasmarkt konnten

Wettbewerber weitere Marktanteile verbuchen.

Diese Rahmendaten führten im Berichtsjahr zu einem

Rückgang des Stromabsatzes unserer Gesellschaft im

Gebiet der Stadt Emmerich am Rhein um 2,7 % auf

167.309 MWh. In der Unternehmenssparte Erdgas vermin-

derte sich der Verkauf im eigenen Netzgebiet um 7,8 %

auf 305.833 MWh. Im Vergleich hierzu verminderte sich

der Strom- und Erdgasverbrauch bundesweit jeweils um ca.

5,0 %. Die nutzbare Trinkwasserabgabe lag mit rund 2,1Mio.

Kubikmeter um rund 5 % unter dem Vorjahresniveau.

II. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft in Höhe von

30.710 T€ (Vorjahr: 30.736 T€) entfällt mit 68,9 % auf

langfristige und mit 31,1 % auf kurzfristige Vermögenswerte.

Der überwiegende Teil des langfristigen Vermögens

besteht mit einem Anteil von rund 78 % aus dem

Sachanlagevermögen. Auf der Passivseite der Bilanz beträgt

das Eigenkapital unverändert rund 12,1 Mio. €. Die

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten um

rund 500 T€ auf rund 6,3 Mio. € zurückgeführt werden.

Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag betrug 39,45 %

und entspricht damit dem Vorjahreswert. Die Liquidität der

Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit gewährleistet.

Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr mengen- und

preisbedingt um 10,6 % auf 46.532 T€. Das Urteil des

Bundesgerichtshofes (BGH) vom 14. August 2008 zu der

sogenannten Mehrerlösabschöpfung hat – wie im Vor-

jahr - einen signifikanten Einfluss auf das Jahresergebnis

unserer Gesellschaft. Nach diesem Urteil wirken Mehrerlöse

ergebnismindernd, die dadurch erzielt wurden,

dass Netzbetreiber in der Zeit zwischen dem Inkraft-

treten der Netzentgeltverordnungen und der erstmaligen

Genehmigung der Netzentgelte höhere Netzentgelte ver-

rechnet haben. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses

bestehen nach wie vor Rechtsunsicherheiten,

denen mit einer weiteren Zuführung zu den Rückstellungen

für die Mehrerlösabschöpfung in Höhe von

765 T€ entsprochen wurde. Das Ergebnis nach Steuern

wird mit 4.080 T€ nach 2.210 T€ im Vorjahr deutlich

verbessert ausgewiesen und erreichte damit wieder ein

gutes Niveau. Der Gewinn wird aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages

an die Emmericher Gesellschaft für

kommunale Dienstleistungen mbH (EGD mbH) ausgeschüttet.

III. Risikobericht

Das Risikomanagement wird durch die EGD mbH als

Mehrheitsgesellschafterin für alle operativ tätigen Tochtergesellschaften

zentral durchgeführt. Ziel des Risikomanagementsystems

ist es, Unternehmensrisiken aus

dem externen Unternehmensumfeld und unternehmensinternen

Gegebenheiten rechtzeitig zu erkennen, zu

bewerten und identifizierten Risiken entgegenzuwirken.

Die EGD mbH hat das Risikomanagement weiter verstärkt

und systematisiert.

Marktrisiken bestehen durch eine erwartete weitere

Wettbewerbsintensivierung bei Strom und Erdgas. Diesen

Risiken ist durch eine intensive Beobachtung unseres

lokalen Marktes zu begegnen. Gezielte Maßnahmen

zur Kundenrückgewinnung und eine Ausweitung der Ver-

triebsaktivitäten über unser Netzgebiet hinaus können

dazu beitragen, diese Marktrisiken zu begrenzen. Die

Notierungen an der Deutschen Strombörse sind durch

deutlich höhere Volatilitäten geprägt. Hieraus resultieren

vermehrt Beschaffungsrisiken für das Stromgeschäft, die

durch eine permanente Anpassung der Beschaffungsstrategie

begrenzt werden können.

Darüber hinaus bestehen Regulierungsrisiken und weitere

Rechtsrisiken. Die im Rahmen der Anreizregulierung

vorgesehenen weiteren Absenkungen der Netzentgelte

und die Umsetzung der Mehrerlösabschöpfung durch die

Regulierungsbehörden stellen im diesem Zusammenhang

die wesentlichen Risikoaspekte dar. Weitere Risiken

können durch die ständige Rechtssprechung resultieren,

wobei eine deutliche Zunahme laufender Gerichtsverfahren

– insbesondere im Zusammenhang mit der Höhe der

Netzentgelte – zu beobachten ist.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses

sind Hinweise auf Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens

gefährden könnten nicht erkennbar.


09

geschäftsbericht 2009

IV. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind bis zum Datum der Erstellung

des Jahresabschlusses keine Ereignisse eingetreten,

die auf eine Veränderung der Lage hindeuten oder

Einfluss auf die Bewertung des Jahresabschlusses des

Geschäftsjahres 2009 haben.

V. Prognosebericht

Die wesentlichen Konjunkturindikatoren signalisieren

für das laufende Geschäftsjahr eine Belebung der Wirtschaftstätigkeit.

Das reale Bruttoinlandsprodukt wird

von den führenden Wirtschaftsinstituten um etwa 2 %

über dem des Vorjahres erwartet. Nach dem deutlichen

Rückgang der Energiepreise im Jahr 2009 ist vor dem

Hintergrund der sich erholenden Konjunktur mit einem

moderaten Preisanstieg zu rechnen.

aktuelle entwicklung im bereich stromversorgung

Prägend für die Entwicklung des Strommarktes in

Deutschland und auch in unserem Liefergebiet waren im

Jahr 2009 die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise

und ein weiter zunehmender Wettbewerb. Dabei

konnten wir unsere dominierende Position im lokalen

Strommarkt behaupten. Der mengenbezogene Marktanteil

externer Lieferanten lag im Privatkundensegment

mit 9,2 % über dem Vorjahreswert von 6,0 %. Vergleichsweise

höher ist die Wettbewerbsintensität im industriellen

Geschäftskundenbereich. Bei einem Marktanteil

von Drittlieferanten zum Jahresende in Höhe von mehr

als 16,5 % des industriellen Strombedarfes konnten wir

unsere Marktposition leicht verbessern. Kurz- und mittelfristig

gehen wir von einer weiteren Intensivierung des

Wettbewerbs aus.

Der gesamte Stromverbrauch in Deutschland sank im

Jahr 2009 parallel zum Rückgang des Brutto-Inlands-

produktes um rund 5 %. Dagegen erhöhte sich der gesamte

Stromabsatz unseres Unternehmens deutlich auf

270.000 MWh. Ursächlich für den Anstieg des Stromabsatzes

waren insbesondere um 93.500 MWh höhere

Stromhandelsmengen. Der Absatz an industrielle Geschäftskunden

verminderte sich vorwiegend konjunktur-

bedingt um 7,2 % auf rund 100.000 MWh. Dagegen

verzeichneten wir bei den Privatkunden einen leichten

Anstieg des Strombedarfs auf 74.000 MWh.

Den zur Belieferung unserer Kunden benötigten Strom

haben wir bei verschiedenen Lieferanten eingedeckt.

Geringe Mengen wurden durch eigene Anlagen (Windkraftanlage,

BHKW Freizeitbad) erzeugt. Wachsende

Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz

(EEG) und gestiegene Beschaffungskosten wirkten sich

im Jahr 2009 auf die Strompreiskalkulation aus. Zum

Ausgleich dieser Mehrkosten haben wir die Strompreise

zum 1. Januar 2009 um 1,0 ct/kWh (netto) angehoben.

Der Wettbewerb um Endkunden wird weiter zunehmen.

Dieses gilt auch und insbesondere für den Erdgasmarkt.

Nach Erhebungen des Bundesverbandes der Deutschen

Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat bereits

ein fünftel aller Haushalte beim Gas ein neues Produkt

oder einen anderen Lieferanten gewählt. Etwa 6 % aller

Haushaltskunden entschieden sich für einen neuen Gasanbieter.

Dieser Tendenz werden wir durch eine permanente

Optimierung der Kundenprozesse und einer marktgerechten

Preisgestaltung begegnen.

Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unsere Investitionstätigkeit

– auch vor dem Hintergrund der aktuellen

Kapitalmarktsituation – ausweiten. Das Jahresergebnis

2010 und das des Folgejahres erwarten wir leicht unter

dem Vorjahresniveau (ohne Berücksichtigung von Sondereffekten

aus der Mehrerlösabschöpfung).

Neben den Stromlieferungen zu Preisen der Grund- und

Ersatzversorgung bieten wir unseren Kunden mit steigendem

Erfolg alternative Strom-Produkte bei differenzierter

Preispolitik an. Mit unserem Festpreisangebot

„EMM Fix“ konnten wir eine hohe Akzeptanz bei Privatkunden,

die Wert auf Strompreisstabilität legen, erzielen

– auch im Wettbewerb mit ähnlichen Angeboten überregionaler

Mitbewerber.

Die Jahresinvestitionen in Anlagen der Stromversorgung

betrugen 1.039 T€. Der Investitionsschwerpunkt lag branchenüblich

bei den Verteilungsanlagen und den Hausanschlüssen.

Die Anzahl der Hausanschlüsse betrug zum

Jahresende 8.312. Unser Versorgungsnetz umfasste im

Berichtsjahr eine Gesamtlänge von 478,2 km.

Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch

in Deutschland

18

16

14

12

10

8

Photovoltaik

Windenergie

0,7

4,5

6,6

Biomasse

Wasserkraft

1,1

5,3

6,7

6

4

2

0

3,3

3,3

2008 (15,2%) 2009 (16,4%)

Quelle: BMU


geschäftsbericht 2009

10

aktuelle entwicklung im bereich gasversorgung

Der Wettbewerb um Endkunden gewann im Geschäftsjahr

2009 weiter an Dynamik. Die Anzahl der Produkte

und Anbieter, zwischen denen die Kunden wählen können,

ist im Berichtsjahr deutlich gestiegen. Nach einer

durch den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

e.V. (BDEW) veröffentlichten Studie haben sich zwischenzeitlich

etwa 8 % aller Haushaltskunden für einen

Wechsel des Gaslieferanten entschieden. Auch im Netzgebiet

unserer Gesellschaft konnten Wettbewerber weitere

Markterfolge sowohl im Privatkunden- als auch im

Geschäftskundenbereich realisieren. Auch vor dem Hintergrund,

dass die Kosten für Erdgas bei einem typischen

Haushaltskunden stärker zu Buche schlagen als die

Stromkosten, wird die Wechselbereitschaft der Gaskunden

mittelfristig weiter steigen.

Die im 3. Quartal des Jahres 2008 einsetzende Entspannung

auf den internationalen Energiemärkten hat sich im

Berichtsjahr signifikant auf die Beschaffungsmärkte für

Erdgas in Deutschland ausgewirkt. Trotz höherer Staatslasten

sind die Gaspreise im Jahr 2009 nach Angaben

des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich um

20 % gesunken und erreichten damit das Preisniveau des

Jahres 2006. Vor diesem Hintergrund konnten wir im

Jahr 2009 drei Preissenkungen für Erdgaslieferungen

durchführen. Bezogen auf einen in unserem Liefer-

gebiet typischen Erdgasbedarf von 25.000 kWh jährlich

ermäßigten sich die Gaspreise im Berichtsjahr analog der

bundesweiten Entwicklung um etwa 20 %. Im regionalen

Vergleich zählt unser Unternehmen nach wie vor zu den

günstigsten Erdgasanbietern.

Der Erdgasverbrauch in Deutschland nahm gegenüber

dem Vorjahr um etwa 5 % ab. Die gegenüber dem Vorjahr

mildere Witterung und die rückläufige gesamtwirtschaftliche

Entwicklung führten zu einer verminderten Gasnachfrage.

Die vorgenannten Tendenzen spiegeln sich in der Absatzentwicklung

in unserem Liefergebiet wieder. Insgesamt ver-

zeichneten wir einen Rückgang des Erdgasverkaufs um

7,8 % auf 305.833 MWh. Hierbei lagen die Erdgaslieferungen

an Privatkunden mit einem Minus von 2,5 % nur

leicht unter Vorjahresniveau; an unsere industriellen Geschäftskunden

lieferten wir im Vergleich zum Vorjahr konjunktur-

und wettbewerbsbedingt 20,2 % weniger Erdgas.

In Anlagen der Erdgasversorgung investierten wir im

Berichtsjahr rd. 581 T€. Das Investitionsvolumen übertraf

das der Vorjahre deutlich. Die Zahl der Hausanschlüsse

erhöhte sich auf 7.347. Die Netzlänge wurde auf rund

191 km erweitert.

Bedeutendstes Investitionsprojekt war im Jahr 2009 der

Neubau der Gashochdruckregel- und Messanlage auf

unserem Werksgelände. Hierbei handelt es sich um eine

von insgesamt sieben Gasübernahmestationen, die die

Einspeisung in unser Gasverteilnetz gewährleisten. Die

Anlage ersetzt eine mehr als 40 Jahre betriebene Gasübernahmestation.

0,40

Steuern und Abgaben (30 %)

Mehrwertsteuer

Erdgassteuer

Anteile

Förderabgabe

Konzessionsabgabe

CO 2 -Bildung bei der Verbrennung

fossiler Energieträger

9

3

2

(kg/kWh Brennstoffeinsatz)

0,33

Braunkohle Steinkohle Heizöl schwer Heizöl leicht Erdgas

Bestandteile des Gaspreises

für Haushalte* (in Prozent)

16

0,28

0,26

70

0,20

Import

Produktion

Transport

Speicherung

Verteilung

(70 %)

*Stand Dezember 2009

Quelle: BDEW


geschäftsbericht 2009

aktuelle entwicklung im bereich trinkwasser

Analysedaten des Emmericher Trinkwassers Nutzbare Trinkwasserabgabe 1985 - 2009

(Angaben in Tm3 )

Parameter Grenzwert Wasserwerk Wasserwerk

Helenenbusch Vrasselt

Härtebereich -- hart hart

Natrium mg/l 200 16,1 10,0

Sulfat mg/l 240 73,8 67,4

Chlorid mg/l 250 28,6 21,8

Nitrat mg/l 50 15,5 5,0

Chlororganische

Lösungsmittel µg/l 10 < 0,1 < 0,1

Pflanzenbehandlungsmitttel

µg/l 0,1 n.n. n.n.

Mit rund 2.100 Tm³ lag die nutzbare Trinkwasserabgabe in

Emmerich am Rhein im Geschäftsjahr 2009 um rund 5 %

unter Vorjahresniveau. Der langfristig anhaltende Trend zur

sparsamen Trinkwassernutzung setzte sich auch im Berichtsjahr

fort. Darüber hinaus wirkte sich der verminder-

te Bedarf eines Industriekunden auf die Wasserabgabe

aus. Die Fördermenge der durch unsere Gesellschaft betrie-

benen Wasserwerke betrug im Berichtsjahr 2.207 Tm³.

Die weitaus überwiegende Trinkwassermenge wurde mit

1.916 Tm³ im Wasserwerk Helenenbusch gefördert. Die

Differenz zwischen geförderter und abgesetzter Trinkwassermenge

stellt die sogenannten Transportverluste

dar. Diese betrugen im Berichtsjahr 4,8 % des Wasseraufkommens

im Vergleich zu 5,7 % im Vorjahr.

Die Investitionen zur qualitativen und quantitativen Sicher-

stellung der Trinkwasserversorgung betrugen im Berichtsjahr

409 T€. Die Zahl der Hausanschlüsse nahm um

128 auf 8.977 zu. Das Transportnetz umfasste zum Ende

des Berichtsjahres eine Länge von rund 210 km.

Trinkwasser ist unser wichtigstes und zugleich eines der

am strengsten kontrollierten Lebensmittel. Die Qualitätssicherung

hat für unser Unternehmen einen herausragenden

Stellenwert. Permanente Wasseranalysen tragen

wesentlich zur Sicherung einer gleichbleibenden Lieferqualität

bei. Die Überwachung der Wasserqualität bezieht

sich dabei auf sämtliche Prozessstufen vom Grundwasser

über das geförderte Rohwasser bis hin zu den Verbrauchstellen

der Haushalte. Auch im Jahr 2009 unter-

2,5

2,0 1985

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

2000

1999

1998

1997

1996

1995

1994

1993

1992

1991

1990

1989

1988

1987

1986

schritt das in Emmerich am Rhein geförderte Wasser die

in der deutschen Trinkwasserverordnung verankerten

Grenzwerte deutlich. Ein wichtiger Baustein im Rahmen

der Qualitätssicherung ist die Kooperation mit den Landwirten

in unseren Wasserschutzgebieten. Gemeinsames

Ziel dieser Zusammenarbeit, die durch einen Landwirtschaftsberater

unterstützt wird, ist vorrangig eine Minimierung

der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft in

das Grundwasser.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Erneuerung

der wasserrechtlichen Bewilligung für das Wasserwerk

Helenenbusch haben sich Geschäftsführung und Aufsichtsrat

unserer Gesellschaft im Berichtsjahr intensiv mit

einem langfristigen Wasserversorgungskonzept befasst.

Wesentliches Element der beschlossenen Konzeption ist

der Neubau einer Wasseraufbereitungsanlage mit einer

Entkarbonisierungsanlage (Wasserwerk Helenenbusch II).

Hierdurch soll u.a. eine Reduzierung der Wasserhärte

bewirkt werden. Die Planungen für dieses zukunftsweisende

Investitionsprojekt erfolgen im Jahr 2010, der

Baubeginn ist für das Jahr 2011 vorgesehen.

Der mengenabhängige Arbeitspreis für Wasserlieferungen

konnte auch im Berichtsjahr konstant gehalten

werden. Die letzte Preisanpassung datiert aus dem Jahr

2004. Zum teilweisen Ausgleich der in diesem Zeitraum

eingetretenen Kostensteigerungen erfolgte mit Wirkung

zum 1. Januar 2010 eine Anhebung des Arbeitspreises

von 1,28 €./m³ auf 1,40 €./m³.


geschäftsbericht 2009

12

aktuelle entwicklung im bereich energiegewinnung

und wärme-direkt-service 2009

Die nachhaltige Energieversorgung zählt zu den tragenden

Säulen unserer Unternehmensphilosophie. Dem

folgend leisten wir im Rahmen unserer finanzwirtschaftlichen

Möglichkeiten lokale Beiträge zur Ressourcenschonung

und zur Entlastung der Umwelt.

Bedeutendstes Projekt zur Nutzung regenerativer Energien

ist die im Jahr 2005 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage

auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses

an der Weseler Straße. Die Anlage verfügt über eine Modulleistung

von 44 KW und lieferte einen Stromertrag von

36.600 kWh. Dieses entspricht in etwa dem Strombedarf

von 10 Haushalten.

Unsere Gesellschaft betreibt darüber hinaus ein erdgasgefeuertes

Blockheizkraftwerk, eine Wärmeerzeugungsanlage

und eine Windkraftanlage mit einer elektrischen

Leistung von 150 KW. Das BHKW „Freizeitbad“ verfügt

über 2 Module mit einer elektrischen Leistung von

jeweils 495 KW und einer thermischen Leistung von

664 KW. Aus dieser Anlage erfolgt die Wärmeversor-

mitarbeiterinnen und mitarbeiter

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen mit ihrem Know-

how und Engagement maßgeblich zum Unternehmenserfolg

bei. Durch Weiterbildungsmaßnahmen fördern wir im

Rahmen einer modernen Personalentwicklung ihre fachlichen

und persönlichen Qualifikationen. Zur Festigung

des Unternehmenserfolges erwarten wir Kreativität, Flexibilität

und Kundenorientierung.

Die Vermittlung fundierter Kenntnisse im Rahmen der Berufsausbildung

leistet einen weiteren wichtigen Beitrag.

Seit Jahren bieten wir deshalb Ausbildungsplätze über

den eigenen Bedarf hinaus an. Hiermit entsprechen wir

auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Die Aus-

bildungsquote liegt mit fünf Auszubildenden im Geschäftsjahr

2009 bei 12,5 %. Durch flache Hierarchien,

abteilungsübergreifende Arbeit und ein hohes Maß an

Eigenverantwortung können die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter ihre Qualifikation optimal nutzen. Bei einem

Durchschnittsalter von 45 Jahren können sie eingebunden

in eingespielte Teams ihre Qualifikation in den Dienst

unserer vielseitigen Angebote und Produkte stellen.

Zum Stichtag 31. Dezember 2009 betrug der Personalbestand

40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine lineare

Anhebung der Vergütung erfolgte ab dem 1. Januar 2009

gung des Freizeit- und Sportbades Embricana. Die Wärmeerzeugungsanlage

Am Beyenkamp wird als kleines

Nahwärmenetz mit einer Gesamtwärmeleistung von

210 KW betrieben und beliefert die umliegenden Wohneinheiten

mit Wärme für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung.

Die Stromeinspeisung der vorgenannten

Anlagen betrug insgesamt 22.562 MWh und lag damit

leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Investitionen im Geschäftsbereich Energiegewinnung

und Wärme-Direkt-Service betrugen 2009 insgesamt

rund 44 T€. Investitionsschwerpunkt war erneut die Errichtung

weiterer Heizungsanlagen im Rahmen von Contracting-Projekten.

Dieses Serviceangebot eröffnet Immobilienverwaltern

und Gewerbekunden die Möglichkeit, eine

dem modernsten technischen Standard entsprechende

Wärmeerzeugung funktionssicher und ohne finanzielle In-

vestitionsbelastung zu realisieren. Insgesamt lag die Abgabemenge

mit rund 19.300 MWh auf Vorjahresniveau.

gemäß dem Tarifvertrag mit der Dienstleistungsgewerkschaft

ver.di mit 3,55 %. Der gesamte Personalaufwand

erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % -

auf 2.212 T€. Gemessen am Gesamtumsatz betrug die

Personalaufwandsquote 4,7 % nach 5,0 % im Vorjahr.

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für

ihre Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude und unseren

Betriebsräten für eine vertrauensvolle und konstruktive

Zusammenarbeit. Wir sind zuversichtlich, dass wir die

vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen

gemeinsam mit Erfolg bewältigen werden.

Personalaufwand

Löhne/Gehälter

Arbeitgeberanteil zur

Sozialversicherung

14 %

5 %

1 %

80 %

Altersversorgung und

Unterstützung

Berufsgenossenschafts-

beiträge


Unsere Auszubildenden im Jahr 2009


geschäftsbericht 2009

umsatz- und ertragsentwicklung

Sonstige

Energiegewinnung/

Wärmeverkauf

Trinkwasser

Erdgas

Strom

14

Im Geschäftsjahr 2009 erzielte unser Unternehmen Umsatzerlöse

aus dem Energie- und Trinkwasserverkauf in

Höhe von 46.531 T€. Im Vergleich zum Vorjahr ist der

Gesamtumsatz damit vorrangig mengenbedingt um

4.466 T€ bzw. 10,6 % gestiegen. Das Ergebnis vor

Ertragssteuern konnte deutlich von 2.615 T€ auf

5.055 T€ gesteigert werden. Das Vorjahresergebnis war

durch Sondereinflüsse geprägt. Die Entwicklung der Umsatzerlöse

verlief in den einzelnen Geschäftsbereichen

unterschiedlich. Die Erlöse aus dem Erdgasverkauf betrugen

12.655 T€ und sind somit mengen- und preisbedingt

gegenüber dem Vorjahr um 1.887 T€ bzw.

13,0 % gefallen. Etwa 79 % der Erlöse aus der Erdgasvermarktung

werden für den Energieeinkauf aufgewandt.

Die Erlöse aus dem Stromverkauf betrugen 28.420 T€

und lagen damit um 6.631 T€ über dem Vorjahreswert.

Der Anstieg ist primär auf ein höheres Stromhandelsvolumen

zurückzuführen. Die Erlöse aus dem Wasserverkauf

lagen mengenbedingt mit 2.864 T€ um 5,4 % unter

Vorjahresniveau.

Der Personalaufwand wird mit rund 2.212 T€ um 92 T€

höher als im Vorjahr ausgewiesen. Ursächlich sind im Wesentlichen

gestiegene Löhne und Gehälter aufgrund tariflicher

Anpassungen. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und

Struktur der Umsatzerlöse

901

941

1.806

1.652

3.027

2.864

14.542

12.655

2008 2009

Mitarbeiter (ohne Auszubildende) unserer Gesellschaft

betrug 35 Beschäftigte.

An die Holdinggesellschaft EGD mbH wurde eine Verwaltungskostenumlage

in Höhe von 1.508 T€ gezahlt. Die

Abschreibungen werden mit 1.503 T€ und damit leicht

über Vorjahresniveau ausgewiesen. Die Konzessionsab-

gabe verminderte sich leicht auf 1.879 T€ und wurde nach den

maßgeblich steuerrechtlichen Vorschriften voll erwirtschaf-

tet. Aufwandserhöhend wirkte sich die Bildung einer

weiteren Rückstellung in Höhe von rund 765 T€ für

Risiken bei den zukünftigen Netzentgelten aus. Bei im

Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses vorhandenen

Rechtsunsicherheiten wurden damit Entschei-

dungen des Bundesgerichtshofes vom 14. August 2008

zur sogenannten Mehrerlösabschöpfung Rechnung getragen.

Nach Abzug der Ertragssteuern in Höhe von rund 961 T€

schließt die Gewinn- und Verlustrechnung mit einem

Jahresüberschuss in Höhe von rund 4.080 T€ im Vergleich

zu 2.210 T€ im Vorjahr. Der Jahresüberschuss

wird auf Basis des Ergebnisabführungsvertrages mit der

Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen

mbH an diese ausgeschüttet, so dass die Gewinn-

und Verlustrechnung ein ausgeglichenes Ergebnis zeigt.

21.789

28.420

5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000

in T€


Qualifizierte Mitarbeiter tragen zum Erfolg

eines Unternehmens bei


geschäftsbericht 2009

finanzlage und bilanzstruktur

Die Bilanzsumme wird mit 30.710 T€ ausgewiesen und hat

sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert.

Die Aktiva werden mit 21.074 T€ bzw. 68,6 % (Vorjahr

55,9 %) durch das Anlagevermögen bestimmt. Dagegen

betrugen die mittel- und langfristig verfügbaren Mittel bei

den Passiva 21.917 T€ bzw. 71,3 % (Vorjahr 70,9 %).

Bei einer im Vergleich zum Vorjahr stabilen Bilanzstruktur

betrug die Eigenkapitalquote unverändert 39,4 %. Hiermit

wird im Branchenvergleich ein zufriedenstellender

Wert erreicht.

Die Finanzlage ist durch ausgewogene Finanzierungs-

verhältnisse gekennzeichnet. Die mittel- und langfristig

verfügbaren Mittel in Höhe von 21.917 T€ decken das mittel-

und langfristig gebundene Vermögen von 21.160 T€

zu 96,5 % (Vorjahr 119,9 %). Das mittel- und langfristig

gebundene Vermögen ist somit im Wesentlichen fristenentsprechend

finanziert. Im Berichtsjahr war ein vergleichsweise

höherer Mittelzufluss aus der laufenden

Geschäftstätigkeit in Höhe von 7.112 T€ zu verzeichnen.

Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf einen Anstieg

des Cashflow um 1.754 T€ zurückzuführen. Der Nettoabfluss

aus der Investitionstätigkeit lag aufgrund höherer

2009

2008

2007

2006

2005

16

Abschreibungen und Investitionen in Sachanlagen im 5-Jahres-Vergleich

Investitionen in das Sach- und Finanzanlagevermögen

mit 4.762 T€ über dem Referenzwert des Vorjahres. Zur

Finanzierung des Mittelabflusses wurden Fremdmittel

durch eine Darlehensaufnahme eingesetzt. Die Investiti-

onen in das Sachanlagevermögen lagen mit 2.733 T€

über dem Niveau der Vorjahre. Der Investitionsschwerpunkt

bestand in der Erneuerung und dem Ausbau der

Energie- und Trinkwasserverteilnetze. Die Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten konnten durch planmäßige

Tilgungen um 450 T€ auf 6.254 T€ zurückgeführt

werden. Die Vermögens- und Finanzlage kann

zusammengefasst als solide bezeichnet werden.

Die seit 1997 bestehende Beteiligung an der Stadtwerke

Rees GmbH bildet mit 511 T € weiterhin die bedeutendste

Position unserer Finanzanlagen. Darüber hinaus bestehen

Beteiligungen an Projektgesellschaften im Zusammenhang

mit der Planung und dem Bau von Kraftwerken, die

in der Bilanz mit einem Betrag in Höhe von rund 497 T€

ausgewiesen werden. Weiterhin halten wir am Stammkapital

der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser-

forschung gemeinnützige GmbH, Mülheim an der Ruhr,

einen Anteil von 26 T€.

1.503

1.498

1.703

1.499

1.585

1.612

1.646

1.688

2.141

2.733

0 500 1000 1500 2000 2500 3000


geschäftsbericht 2009

gewinn- und verlustrechnung 2009

2009 2008

1. Umsatzerlöse 46.531.438,15 42.064.729,18

2. Verminderung/Erhöhung des Bestandes an unfertigen Leistungen -9.855,26 29.355,26

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 286.177,42 242.802,03

4. Sonstige betriebliche Erträge 722.528,30 425.810,58

5. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 31.912.779,86 27.587.638,56

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.879.004,43 33.791.784,29 2.402.335,37

6. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter 1.775.147,67 1.663.224,98

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für

Altersversorgung und für Unterstützung 436.357,91 2.211.505,58 457.222,50

- davon für Altersversorgung

117.660,38 E (i.Vj. 118.478,24 E)

7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.503.475,35 1.497.724,56

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

a) Konzessionsabgabe 1.879.000,00 1.901.600,00

b) Übrige 2.917.158,24 4.796.158,24 4.734.193,50

9. Erträge aus Beteiligungen 50.000,00 48.920,31

10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 144.308,28 48.177,50

11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 121.468,29 250.923,74

davon aus verbundenen Unternehmen

113.435,26 E (Vorjahr: 249.874,49 E)

12. Aufwendungen aus Verlustübernahme 180.799,32 67.998,52

13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 307.449,35 183.944,97

14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 5.054.893,05 2.614.835,64

15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 960.572,97 388.535,52

davon aus Steuerumlagen: 780.000 E

(Vorjahr: 408.000 E)

16. Sonstige Steuern 14.499,16 16.602,26

17. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages

abgeführte Gewinne 4.079.820,92 2.209.697,86

18. Jahresüberschuss 0,00 0,00

(Angaben in E)


geschäftsbericht 2009

bilanz zum 31.12.2009

AKTIVA 31.12.2009 31.12.2008

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche

Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen

Rechten und Werten 65.550,00 61.764,00

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3.401.063,98 3.448.635,98

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

2. Erzeugungs-, Gewinnungs- und Bezugsanlagen 1.703.612,00 1.319.843,00

3. Verteilungsanlagen 10.546.479,00 10.071.198,00

4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 594.117,95 512.534,95

5. Anlagen im Bau 130.072,57 0,00

III. Finanzanlagen

16.375.345,50 15.352.211,93

1. Beteiligungen 1.033.921,57 1.033.921,57

2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein 3.550.923,42 1.592.525,93

Beteiligungsverhältnis besteht

3. Sonstige Ausleihungen 48.160,24 52.231,19

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

4.633.005,23 2.678.678,69

21.073.900,73 18.092.654,62

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 466.884,34 476.766,04

2. Unfertige Leistungen 19.500,00 29.355,26

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

486.384,34 506.121,30

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.409.117,08 5.732.450,20

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.649.203,78 5.504.417,15

3. Forderungen gegenüber der Stadt Emmerich am Rhein 129.170,58 382.536,55

4. Sonstige Vermögensgegenstände 957.024,52 419.119,56

9.144.515,96 12.038.523,46

III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.339,86 95.817,41

9.635.240,16 12.640.462,17

C. Rechnungsabgrenzungsposten 900,00 3.242,25

30.710.040,89 30.736.359,04

(Angaben in €)


19

geschäftsbericht 2009

bilanz zum 31.12.2009

PASSIVA 31.12.2009 31.12.2008

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 5.450.000,00 5.450.000,00

II. Kapitalrücklage 6.664.503,56 6.664.503,56

12.114.503,56 12.114.503,56

B. Empfangene Ertragszuschüsse 2.223.775,00 2.531.625,00

C. Rückstellungen

1. Steuerrückstellung 0,00 70.000,00

2. Sonstige Rückstellungen 3.192.825,00 2.511.342,49

3.192.825,00 2.581.342,49

D. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.253.380,35 6.700.405,00

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

- davon gegenüber Gesellschafter:

691.245,11 E (Vorjahr 146.005,28 E)

2.763.781,82 4.272.354,49

3. Sonstige Verbindlichkeiten

- davon gegenüber Unternehmen, mit denen

ein Beteiligungsverhältnis besteht: 94.385,24 E

(Vorjahr 45.751,63 E)

- davon aus Steuern: 351.719,55 E

(Vorjahr 380.682,47 E)

- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit

4.121.363,60 2.536.128,50

1.321,66 E (Vorjahr 8.640,95 E) 13.138.525,77 13.508.887,99

E. Rechnungsabgrenzungsposten 40.411,56 0,00

30.710.040,89 30.736.359,04

(Angaben in €)


Stadtwerke Emmerich GmbH

Wassenbergstr. 1

46446 Emmerich am Rhein

Tel. 02822 604-0

Fax 02822 604-187

info@stadtwerke-emmerich.de

www.stadtwerke-emmerich.de

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