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AW: AW: AW: wer-weiss-was: Physik theoretische

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Betreff: AW: AW: AW: wer-weiss-was: Physik theoretische

Datum: Mon, 05 Mar 2001 10:03:04 +0100

Von: "Christoph Appel"

An: m.schm@t-online.de

> Lieber Herr Appel,

Hallo,

> vielen Dank für Ihre neuerlichen Bemühungen. Alles was Sie schreiben,

> ist mir 'natürlich' bekannt. Deshalb wollte ich es nicht wieder lesen.

Fein. Allerdings motiviert es meine Diskussionsbereitschaft nicht, wenn Sie

meine Rückfragen auf diese Art einfach beiseite wischen.

> Ich will deshalb auch nocheinmal versuchen, ihnen das Problem zu

> schildern und meine Lösung.

>

> Man kann zu jedem micro-universe of discourse eine 'saubere' Theorie

> machen, die einem akzeptierten oder zu akzeptierenden Theorienmodell

> entspricht, ohne dass man schon wissen muss, ob und wie die Theorie in

> eine allgemeinere eingebettet oder als deren Näherung

> dargestellt werden

> kann. Denken sie an Newton's Erfolge!

Denken Sie an die Erfolge der Quantenmechanik. Und Newton ist eine Näherung

der Quantenmechanik für gewisse Bereiche.

> [...]

>

> Da gibt es zum Beispiel die makroskopische klassische Mechanik. In

> Cauchy's universeller Impulsbilanz für Kontinua halten Kraftfelder und

> Divergenzen von Spannungen den massenspezifischen

> Impulsänderungen, den

> Beschleunigungen, das Gleichgewicht. Die Spannungen sind ihrer Natur

> nach molekular bedingte diffusive Impulsflüsse, die

> 'Schwerkraftfelder'

> sind ihrer Natur nach nuklear bedingte Impulsproduktionen.

>

> Zuerst zu den Spannungensgesetzen, den Fluss- oder Stoffgesetzen, den

> constitutive laws. Meines Wissens ist es den theoretischen Physikern

> bisher noch nicht gelungen, diese Gesetze oder wenigstens ihre

> phaenomenologischen Parameter für technisch wichtige Stoffe

> aus Molekül-

> und Kristalldaten zu berechnen.

Das glaube ich gern.

> Ich wüsste gern, ob und wo daran überhaupt arbeitet gearbeitet wird.

> Wozu auch Die rationale Theorie der Stoffgesetze hat die

> theoretischen

> Grundlagen geliefert, rein axiomatisch ohne alle Quantentheorie oder

> Molekulartheorie. Und die Werkstoffkunde und Rheologie haben die

> notwendigen Methoden zur Bestimmung dieser makroskopischen Parameter

> entwickelt. Wenn wir auf die theoretische Physik hätten warten müssen,

> dann hätte es nie Brücken und Eisenbahnen gegeben.

;-)

Und ohne theoretische Physik hätten wir keine Mikrowelle, keinen CD-Player,

kein GPS, keine Computer, ...

So what


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> [...]

> Jetzt zu den 'Schwerekraftfeldern', den massenspezifischen

> Impulsproduktionen, dem Problem, das Gegenstand meiner Frage war. Dazu

> fällt Ihnen nun nichts anderes ein als der folgende

> umwerfende Satz, den

> ich zitiere, damit Sie ihn sich nocheinmal auf der Zunge zergehen

> lassen.

>

> "Weiter spielt die Gravitation bei der Wechselwirkung dieser Teilchen

> untereinander (zumindest bei den von uns derzeit beobachtbaren

> Energien/Größenordnungen) absolut keine Rolle. Andererseits ist das

> genau eines der großen Probleme der theoretischen Physik: Das

> Standardmodell der Elementarteilchen ist zwar unglaublich

> erfolgreich in

> der Beschreibung des 'Mikrokosmos', die Gravition fehlt aber in diesem

> Modell (sie spielt aber auch, wie schon gesagt, in diesen

> Größenbereichen keine Rolle)."

>

> Also was nun Genau das, was die klassische Mechanik interessiert, was

> über die Nukleonen hinausreicht, kann Ihr Standardmodell also nicht

> leisten!

Wie ich bereits gesagt habe, ist es ja eines der großen derzeitigen Probleme

der theoretischen Physik, die Gravitation mit dem Standardmodell zu

verknüpfen. Man arbeitet übrigens daran.

> Wollten Sie mich mit dem folgenden rituellen Litanei also nur

> veräppeln

Durchaus nicht. Möglicherweise reden wir immer noch aneinander vorbei.

> "Äh, wo ist das Problem Die klassische Mechanik läßt sich

> als Grenzfall

> aus der Quantentheorie herleiten und ist für viele Bereiche

> (gerade für

> die von Ihnen genannten) einen hervorragende Näherung. Klassische

> Mechanik auf einer galilei-invarianten Mannigfaltigkeit ist für viele

> Bereiche eine hervorragende Näherung an Mechanik auf einer

> lorentz-invarianten Mannigfaltigkeit. Sowohl Quantentheorie als auch

> Relativitätstheorien gehen aber über klassische Mechanik in

> galilei-invarianter Raum-Zeit hinaus. Sie besitzen einen größeren

> Gültigkeitsbereich und erklären weiter, wo klassische Mechanik eine

> sinnvolle Näherung darstellt."

>

> Genau das meine ich mit 'intellektuell unbefriedigend', um nicht zu

> sagen 'unredlich'. Vielleicht spüren Sie ja jetzt selber, wo

> der Hase im

> Pfeffer liegt. Ich habe das Gefühl, die Physiker sehen den

> riesigen Wald

> vor lauter Kastanien, Eicheln und Bucheckern nicht.

Nun, mir geht es offenbar ebenso. Was genau ist denn Ihrer Meinung nach nun

'intellektuell unbefriedigend', was ist 'unredlich' Ich empfinde den Inhalt

der obigen Aussage gerade als intellektuell befriedigend.

> Jetzt aber endlich zu meiner Vorstellung. Ich sage, mit immer

> grösserer

> Überzeugung: es muss für den in den Nukleonen eingesperrten

> Partikel-Zoo

> ein Ersatz-Modell geben, genau der von mir beschriebenen Art. Meine


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> freche Frage ist: Können die theoretischen Physiker

> wenigstens das, die

> Gravitationskonstante aus den Quark- und Gluonendaten

> berechnen, nachdem

> die klassische Mechanik festgestellt hat, was zu tun ist

Nein. Wie gesagt, im Standardmodell ist Gravitation nicht enthalten. Mir ist

auch leider nicht klar, was nach Aussage der klassischen Mechanik zu tun

ist.

> Für uns klassischen Mechaniker kommt es übrigens gar nicht auf die

> genauen Werte der Massendichte in den 'Kernen' der Nukleonen und die

> Steifigkeit ihrer Aufhängung an, da wir die Gravitationskonstante, die

> Reaktionskonstante ja schon bestimmt haben, mit unseren Methoden. Die

> Situation ist genau wie bei den Flussgesetzen.

>

> So, jetzt sind Sie wieder dran!

>

> Ihr Michael Schmiechen.

Viele Grüße,

Christoph Appel

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