Grundlagen der Planungs- und Bauökonomie Teil 2 Modul K+T_BÖK-I

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Grundlagen der Planungs- und Bauökonomie Teil 2 Modul K+T_BÖK-I

Fakultät Architektur Professur für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen, i.V. U. Mickan SS 2013

Grundlagen der Planungs- und Bauökonomie

Teil 2

Modul K+T_BÖK-I

Professur i.V. Dipl.-Ing. Ulrike Mickan

Dipl.-Ing. Knuth Pietsch

Dipl.-Ing. Matthias Döring

cand.arch. Normen Frost

cand. arch Stephanie Tillig


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Vorwort

Diese Materialsammlung zur Lehrveranstaltung Grundlagen der Planungs- und Bauökonomie soll

zu einer hohen Effizienz der Wissensvermittlung dadurch beitragen, dass die Hörer sich auf das

Erfassen und Festhalten der wesentlichen Grundlagen und Zusammenhänge konzentrieren können

und nicht durch das Mitschreiben von umfangreichen Daten, Fakten und Vorschriften abgelenkt

werden.

Dementsprechend enthält die Materialsammlung wesentliche Informationen, die als Schaubilder in

der Lehrveranstaltung gezeigt werden und den Studenten als Ergänzung ihrer eigenen

Aufzeichnungen dienen sollen. Es handelt sich also nicht um ein Vorlesungsskript, sondern um

Einzelaspekte, die im Gesamtzusammenhang des Lehrinhaltes gesehen werden müssen.

Der Inhalt der Lehrveranstaltung ist veröffentlicht in:

Dietrich-Alexander Möller:

Planungs- und Bauökonomie

Band 1: Grundlagen der wirtschaftlichen Bauplanung

5. Auflage, München 2007

Dietrich-Alexander Möller, Wolfdietrich Kalusche:

Planungs- und Bauökonomie

Band 2: Grundlagen der wirtschaftlichen Bauausführung

5. Auflage, München 2008

Dietrich-Alexander Möller, Wolfdietrich Kalusche:

Übungsbuch zur Planungs- und Bauökonomie

5. Auflage, München 2009


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im Internet:

Fakultät

www.arch.tu-dresden.de

Lehrstuhl BauÖk+CAD

http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_architektur/bauoekcad

Übungen zur Lehrveranstaltung auf Fakultätsserver

Volume_f (Z):\ Belege\BauOek_Grundstudium


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Inhaltsverzeichnis

11. Projektentwicklung .................................................................................................................... 5

11.1 Koordinatoren

11.2 Institutionen

11.2.1 Projektentwickler

11.2.2 Immobilienfonds

11.3 Investoren und Investitionsobjekte

11.4 Flächenwirtschaftlichkeit auf städtebaulicher Ebene

11.4.1 Bruttobauland

11.4.2 Nettobauland

11.4.3 Bruttowohnbauland und Nettowohnbauland

11.4.4 Baulandpreise

11.4.5 Anteil Nettobaulandam Bruttobauland

11.4.6 Maß der baulichen Nutzung - BauNVO § 20 Vollgeschosse, Geschossfläche

11.4.7 Beispielrechnung Geschossfläche

12. Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ................................................... 14

12.1 Vergaberecht für öffentliche und private Planungsaufträge

12.2 Preisverordnung statt Marktpreise

12.3 Die HOAI

12.3.1 Aufbau der HOAI

12.3.2 HOAI Teil 1 (auszugsweise)

12.3.3 HOAI Teil 3 (auszugsweise)

12.3.4 Anlagen (auszugsweise)

12.3.5 Ablaufschema Honorarberechnung nach § 6 HOAI 2009

12.3.6 Tabelle zur Honorarberechnung

12.3.7 Architektenhonorar in der Europäischen Union

13. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen ................................................................ 28

13.1 Rechtliche Grundlagen

13.2 Entwicklung der Vergabe- und Vertragsordnung für bauleistungen (VOB)

13.3 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, Vergabeordnung und Verdingungsordnung

13.4 Öffentliches Recht

13.5 Privates Recht

13.6 Gliederung der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

13.7 VOB A - Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen

13.8 VOB B - Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen

13.8.1 VOB B - in Auszügen

13.9 VOB C - Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen

13.9.1 Aufbau der VOB Teil C - Gliederung der Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für

Bauleistungen

13.9.2 Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnissen (VOB/A, §§ 7 und 7 EG, Leistungsbeschreibung)

13.9.3 Funktionale Leistungsbeschreibung (VOB/A, §§ 7 und 7 EG, Leistungsbeschreibung)

13.9.4 VOB C - 0 Hinweise für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung

13.9.5 VOB C - 1 Geltungsbereich

13.9.6 VOB C - 2 Stoffe, Bauteile

13.9.7 VOB C - 3 Ausführung

13.9.8 VOB C - 4 Nebenleistungen, Besondere Leistungen

13.9.9 VOB C - 5 Abrechnung

14. Objektüberwachung und Objektbetreuung ............................................................................ 76

14.1 Wesentliche Leistungen der Objektüberwachung

14.1.1 Technische, geschäftliche und künstlerische Oberleitung

14.1.2 Abnahme der Bauleistungen

14.1.3 Rechnung

14.1.4 Terminplanung

14.2 Leistungen der Leistungsphase 9


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Themenbereiche und Organisation der Lehrveranstaltung

Grundlagen der Planungs- und Bauökonomie Teil 1

Grundlagen des Computereinsatzes in der Planungs- und Bauökonomie

Entscheidungsvorbereitung mittels planungsökonomischen Instrumentariums

Mengenermittlungen (DIN 277, WoFlV)

Kostenermittlungen (DIN 276)

Ermittlung der Nutzungskosten (DIN 18 960)

Wohnfläche

Abwägung der Vorteilhaftigkeit (Nutzen-Kosten-Analyse)

Grundlagen der Planungs- und Bauökonomie Teil 2

Projektentwicklung, Wirtschaftlichkeitsbeurteilung

Anfangsrentabilität, Mietpreisberechnung

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung von Bauleistungen nach VOB

Objektüberwachung (Bauleitung, Terminplanung)

Vorlesung: dienstags, 11.10 -12.40 Uhr, ZEU 160

siehe Aushang

Übungen

Gruppe 1: dienstags, 09.20 – 10.50 Uhr, BZW, A 419

2: dienstags, 11.10 – 12.40 Uhr, BZW, A 419

3: dienstags, 13.00 – 14.30 Uhr, BZW, A 419

siehe Aushang

Leistungsnachweis

Bauökonomischer Beleg anhand des Übungshauses „Wohnen am Wasser“.

(Abgabe Teil 2 des Beleges am 09.08.2013, 12.00 Uhr)

Abschlussklausur am Ende des Sommersemesters 2013.


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11. Einführung Immobilienwirtschaft, Projektentwicklung

11.1 Begriffe und Gliederung der Immobilienwirtschaft

11.1.1 Begriffe

11.1.2 Funktionale Gliederung

11.1.3 Insitutionelle Gliederung

11.2 Koordinaten der Immobilienwirtschaft

11.2.1 Institutionen - Objekte/Projekte - Prozesse/Funktionen

11.2.2 Institutionen: Projektentwickler

11.2.3 Institutionen: Immobilienfond

11.3 Investoren und Investitionsobjekte

11.4 Nutzungsanforderungen

11.5 Projektentwicklung

11.5.1 Aufgabe der Projektentwicklung

11.5.2 Standortanalyse

11.5.3 Marktanalyse

11.6 Flächenwirtschaftlichkeit auf städtebaulicher Ebene

11.6.1 Maß der baulichen Nutzung – BauNVO § 20 Vollgeschosse,

Geschossfläche

11.6.2 Beispielrechnung Geschossfläche

11.7 Immobilienwirtschaftliche Kennwerte

11.7.1 Anfangsrentabilität

11.7.2 Mietpreisberechnung

11. HOAI 7


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11.1 Begriffe und Gliederung der Immobilienwirtschaft

„Unter Immobilienwirtschaft versteht man den Zweig

der Volkswirtschaft, in dem die

wirtschaftlichen Leistungen zur Schaffung und

Bewirtschaftung von Immobilien

erbracht werden.

Es werden damit alle Maßnahmen und Tätigkeiten zur

Deckung des Bedarfs an Immobilien,

bezeichnet.“

wie Planung, Finanzierung, Bau, Vermittlung und

Bewirtschaftung von Immobilien,

Quelle: B. Falk (Hrsg.): Fachlexikon Immobilienwirtschaft, Köln 1996, S. 357

Gegenstand der Immobilienökonomie

sind alle Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs an Immobilien

(Planung, Finanzierung, Bau, Vermittlung, Bewirtschaftung)

vielfach unter besonderer Beachtung der Renditeerwirtschaftung.

Gegenstand der Planungs- und Bauökonomie

sind die wirtschaftliche Planung und Ausführung von Bauwerken

im weiteren Sinne, also unter besonderer Berücksichtigung

der Anforderungen und Bedürfnisse des Bauherrn und der Nutzer.

11. HOAI 8


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Funktionale Gliederung der Immobilienwirtschaftslehre

Lebenszyklus der Immobilie

IDEE

BAU-

BEGINN

IN-

BETRIEB

-NAHME

RÜCK-

BAU

PLANUNG

ERSTELLUNG

NUTZUNG

PLANUNG

Funktionale Gliederung der Immobilienwirtschaftslehre

Beschaffung Produktion Absatz

Grundstücksankauf

Bau Vermarktung

Grundstücksbeschaffung

Informationsbeschaffung

Personal-/Materialbeschaffung

Entwicklung /

Erstellung der

Immobilie

Vermietung /

Verkauf

Verwaltung

(Betriebswirtschaftslehre)

Immobilie als Ergebnis

Immobilie als

Produktionsfaktor

institutionelle Gliederung der Immobilienwirtschaftslehre

Natürliche Personen

Eigennutzer

Anleger

Juristische Personen

Wohnungsunternehmen

Immobilienfondsgesellschaft

Immobilienleasinggesellschaft

Immobilienaktiengesellschaft

Nichtimmobilienunternehmen

Endinvestor

Makler

Immobilienverwalter

Immobilie als

Produktionsfaktor

Projektentwickler

Bauträger

Zwischeninvestor

Immobilie als Ergebnis

(Quelle: Kerry-U. Brauer, Grundlagen der Immobilienwirtschaft, 5. Aufl., 2006)

11. HOAI 9


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11.2 Koordinaten der Immobilienwirtschaft

11.2.1 Institutionen - Objekte/Projekte - Prozesse/Funktionen

11.2.2 Institutionen: Projektentwickler

11. HOAI 10


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11.2.3 Institutionen: Immobilienfonds

11.3 Investoren und Investitionsobjekte

11. HOAI 11


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11.4 Nutzungsanforderungen

Nutzungsanforderungen -

sind spezifisch je Nutzungsart und je Nutzer

Aufgabenstellung:

Nutzeranforderungen

(Raumprogramm)

Entwurf

Realisierung

Nutzung

Büro

-Zielgruppe: Kundenverkehr,

Arbeitsweise:Team/ separat

-Einzel-, Großraumbüros,

repräsent.Empfangsbereich,

Versammlungs-/Berat.räume

Produktion

-Zielgruppe: Verarbeiten

(Gießerei,Holzstoffindustrie),

Veredeln (Verzinkereien),

Fertigen(Fahrzeug,Bekleid.)

- Hallenhöhe,-größe, Kran

Öffentliche Nutzung

-Zielgruppe: Lehre, Gesundheit,

Verwaltung, Forschung

- Raumgrößen/-höhen: Säle /

Aula, Einzelbüros, Labore

- Flur-/ Tür-, Treppenbreite

Wohnen

- Zielgruppe: Single, Familie

Senioren, WG

- offene / fließende Räume

- abgetrennte Einzelräume

- Maisonette / Lofts

Hotel

-Zielgruppe: Ferien-, Kur-,

Tagungshotel, Motel,

Jugendherberge, Pension

-kleine funktionelle Zimmer

-Appartements, Suiten

Einkaufen

-Zielgruppe: täglichen

Bedarf, Gebrauchsgüter,

Schnäppchen, Markenware,

Antik/Gebraucht/ Einmalig

-Einzelläden, Großflächig

11. HOAI 12


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11.5 Projektentwicklung

11.5.1 Aufgabe der Projektentwicklung

Nutzeranforderungen / Raumbedarf

PROJEKT - IDEE

STANDORT

KAPITAL

einzelwirtschaftlich wettbewerbsfähig,

dauerhaft rentabel nutzbar

gesamtwirtschaftlich sozial

Arbeitsplätze sichern/schaffen,

umweltverträglich

Immobilienobjekte

11.5.2 Standortanalyse

STANDORTANALYSE

optimale Nutzungsmöglichkeiten für einen bestimmten Standort

Baurechtlicher Zustand des

Grundstückes, Lagequalitäten,

Infrastruktur (Verkehr,

Einzelhandel, Dienstleistungen,

soziale Einrichtungen),

Besonderheiten und Einbindung in

den Makrostandort

Standortuntersuchung

Potentielle Zielgruppe: Herkunft,

demographische Struktur, absehbare

Entwicklung, Wanderungsbewegung in

und aus dem Projektgebiet,

Bevölkerungs- und

Einkommensentwicklung,

Wohnungsbedarf

Nachfrageuntersuchung

Bewertung der Erfüllung der Nutzerbedürfnisse

11. HOAI 13


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Nutzwertanalyse zur Standortbeurteilung:

Micro-Standortfaktoren

Gewichtung (Summe:100%) x Bewertung (Zielerfüllungsgrad) = Einzelbeuteilungdes Standortfaktors

11. HOAI 14


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11.5.2 Marktanalyse

MARKTANALYSE …nachhaltig zu erwartende Erträge

an einem bestimmten Standort für eine bestimmte Nutzung

Potentielle Zielgruppe: Herkunft,

demographische Struktur, absehbare

Entwicklung, Wanderungsbewegung

in und aus dem Projektgebiet,

Bevölkerungs-und

Einkommensentwicklung,

Wohnungsbedarf

Nachfrageuntersuchung

Situation des regionalen Teilmarktes, des

vorhandenen Wohnungsbestandes, der

künftigen Bautätigkeiten, der Miet-und

Kaufpreisentwicklung, des

Wohnungsleerstand, Wettbewerbuntersuchung,

vor kurzem realisierte und

in Planung befindliche Bauvorhaben im

Projektumfeld und auf dem Teilmarkt

Angebotsuntersuchung

regionale Miet-/ Kaufpreise

Die Erträge (Mietpreis) werden bestimmt durch …

… Nachfrage und Angebot …

… einer bestimmten Nutzung

an einem bestimmten Standort.

http://www.dresden.de

→ Mietpreisspiegel, Wohnlagekarte, Themenstadtplan, Stadtteilauskunft

11. HOAI 15


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11.6 Flächenwirtschaftlichkeit auf städtebaulicher Ebene

11.6.1 Maß der baulichen Nutzung – BauNVO §20 Vollgeschosse,

Geschossfläche

Baunutzungsverordnung §17, Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung

11. HOAI 16


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11.6.2 Beispielrechnung Geschossfläche

zul. GFZ = 1,20

gepl. GFZ = zul. GFZ

11.6.2 Beispielrechnung Grundfläche

GRZ geplant

= GR / FBG

= 214,38 m² /

495 m²

= 0,43

30,00

zul. GRZ = 0,40

gepl. GRZ > zul. GRZ

16,50

Fläche Baugrundstück

GR … versiegelte Fläche des Baugrundstückes

(Außenmaße des Gebäudes im EG + sonst.

Versiegelung)

Grundfläche GR =

Gebäude + Zugang Gebäude + Terrasse

GR = 16,50 x 12,00 + 2,40 x 3,00

+ 2 x 1,70 x 2,70

GR = 198 + 7,2 + 9,18 = 214,38 m² GR

= geplante Grundfläche

Zulässige Grundfläche (GRZ 0,4)

GR = FBG x GRZ

+ 50% Überschreitung (Garagen,

Zufahrten, Nebenanlagen etc.)

GR = 30 m x 16,50 m x 0,4

GR = 198 m²GR + 50% x 198m²GR

GR = 297 m²GR

geplante GR ≤ zulässige GR

geplante GR Gebäude: 198 m² = zulässige GR Gebäude 198 m²

11. HOAI 17


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11.7 Immobilienwirtschaftliche Kennwerte

11.7.1 Anfangsrentabilität

statische Rentabilität =

(Umsatzerlöse – Kosten)

Gewinn vor kalkulatorischen Zinsen

durchschnittlich gebundenes Kapital

Definitionen nach gif (Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung):

Renditearten

Erklärungen

Anfangsrenditen = die zum Betrachtungszeitpunkt gegebene anfängliche Rendite eines

Investments bezogen auf die Herstellungs- bzw. Erwerbskosten

(stichtagsbezogen und investorenunabhängig)

Brutto-Anfangsrendite

Netto-Anfangsrendite

Vertragsmiete = 12 * Monatsmiete zum Stichtag

für nicht-umlegbare Bewirtschaftungskosten marktübliche Ansätze wählen

Brutto-Anfangsrendite: Vertragsmiete (VM)

VM (i.d.R. anfängliche mtl. VM x 12 Monate)

=

(BAR) Netto-Kaufpreis (NKP) Netto-Kaufpreis

Vertragsmiete

Netto-Kaufpreis

… vom Mieter vertraglich geschuldete Miete ohne Nebenkosten (anfängliche monatliche

Vertragsmiete x 12, etwaige Veränderungen in Folgeperioden bleiben unberücksichtigt)

= am Standort erzielbarer Mietpreis (Mietpreisspiegel DD)

… gemäß Kaufvertrag zu erbringende Gegenleistung

= Brutto-Kaufpreis - objektbezogene Erwerbsnebenkosten

Netto-Anfangsrendite: Netto-Mieteinnahmen (NME) VM (i.d.R. anfängl. mtl. VM x 12) – BeWiKo (p.a.)

=

(NAR) Brutto-Kaufpreis (BKP) NKP + objektbez. Erwerbsnebenkosten

Netto-Mieteinnahmen

Bewirtschaftungskosten

Brutto-Kaufpreis

objektbezogene

Erwerbsnebenkosten

… Ertragskraft des Objektes auf Basis gegebener bzw. marktüblicher Ansätze vor

Ausfallrisiken und Wertveränderungen

= Vertragsmiete – nicht umlegbare Bewirtschaftungskosten

… in Abweichung zur II. BV und WertV: hier Bewirtschaftungskosten = Betriebskosten

(BetrKV) + objektbezogene Verwaltungskosten + Kosten für Instandhaltung

(evtl. kalkulatorische bzw. marktübliche Ansätze für Verwaltung und Instandsetzung)

nicht umlegbare BeWiKo = tatsächliche bzw. kalkulatorisch angesetzte bzw.

marktübliche Bewirtschaftungskosten – erhaltene bzw. vertraglich geschuldete

Nebenkostenzahlungen

= Netto-Kaufpreis + objektbezogene Erwerbsnebenkosten

… üblicherweise anfallende Erwerbsnebenkosten,

wie Grunderwerbssteuer, Notar-/Gerichtsgebühren, Maklercourtage …

11. HOAI 18


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11.7.2 Mietpreiskalkulation

laufende Aufwendungen (nach II. Berechnungsverordnung,

Teil2 Wirtschaftlichkeitsberechnungen):

Fremdkapitalkosten (Kosten für Inanspruchnahme von Darlehen)

Verwaltungskosten (keine Eigenleistungen)

Betriebskosten (Heizung, Strom, (Ab)Wasser, Müll, Reinigung, Wartung etc.

Instandhaltungskosten (tatsächlich ausgeführte Instandhaltung)

Mietausfall (tatsächlicher Leerstand)

Abschreibung (Rücklage in Höhe der Wertminderung)

Eigenkapitalkosten (Zinsentgangauf das gebundene Kapital,

kalkulatorische Zinsen)

Gewinn: über die Verzinsung am Kapitalmarkt hinausgehende Verzinsung

Forderungen an

eine wirtschaftl.

Investition:

Decken laufender

Ausgaben

Wiedergewinnung

des eingesetzten

Kapitals

Kapitalmarktentsprechende

Verzinsung

Wagnis + Gewinn

Wagnis: Mietausfallwagnis, Rücklage für Instandhaltung, sonst. Rücklage

Beispiel:

Gesamtkosten: 125.750 € Wohnfläche (m²): 80,4

Grundstücksanteil: 19.200 € Eigenkapital: 30.750 €

Gebäudeanteil: 106.550 € Fremdkapital: 95.000 €

Kennwert Bezugsgröße pro Wohnung und

Jahr

pro m² Wohnfläche

und Monat

Eigenkapitalkosten 3,00% 30.750 € 923 €

Fremdkapitalkosten 2,98% 65.000 € 1.937 €

Fremdkapitalkosten 3,95% 30.000 € 1.185 €

Abschreibung 1,00% Gebäudekosten 1.066 €

Verwaltungkosten 263 € Wohnung 263 €

Betriebskosten umlegbar 0 €

Instandhaltungskosten 8,13 €/m² WF m² Wohnfläche 654 €

Mietausfallwagnis 2,00% Mietrohertrag 123 €

Mietrohertrag ohne umlegbare Betriebskosten

6.150 € 6,37 €

11. HOAI 19


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12. Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

12.1 Vergaberecht für öffentliche und private Planungsaufträge

12.2 Preisverordnung statt Marktpreise

11.2.1 Marktpreise

11.2.2 Preisverordnung

12.3 Die HOAI

12.3.1 Aufbau der HOAI

12.3.2 Teil 1 (auszugsweise)

12.3.3 Teil 3 (auszugsweise)

12.3.4 Anlagen (auszugsweise)

12.3.5 Ablaufschema Honorarberechnung nach § 6 HOAI 2009

12.3.6 Tabelle zur Honorarberechnung

12.3.7 Architektenhonorare in der Europäischen Union

11. HOAI 20


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12.1 Vergaberecht für öffentliche und private Planungsaufträge

Öffentliche Auftraggeber von Planungsaufträgen

Private Auftraggeber

Europäische Verträge

Dienstleistungsfreiheit in der EU

Und Diskriminierungsverbot

EU-Dienstleistungsrichtlinie

(92/50/EWG)

Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen

Vergabeverordnung

VOF Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen

Verhandlungsverfahren

- mit vorheriger Vergabebekanntmachung und EUoffenem

Teilnahmewettbewerb

- in bestimmten Ausnahmefällen ohne vorherige

Vergabebekanntmachung

Wettbewerbe, insbesondere Planungswettbewerbe

- mit vorheriger Bekanntmachung

- nicht diskriminierende Auswahl bei beschränkter

Teilnehmerzahl

RPW 2013

Richtlinien für Planungswettbewerbe

Schwellenwert

200.000 €

(VgV §2)

Offener Wettbewerb

Nichtoffener Wettbewerb

Zweiphasiges Verfahren

Kooperatives Verfahren

Besondere Verfahren

- kombinierter Wettbewerb

- Investorenwettbewerb

Diskriminierungsverbot gilt auch unterhalb des Schwellenwertes

Öffentliche Auftraggeber von Planungsaufträgen

Private Auftraggeber

11. HOAI 21


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12.2 Preisverordnung statt Marktpreise

12.2.1 Marktpreise

Markt ist der Treffpunkt von Angebot und Nachfrage. Diese bestimmen den Preis.

Grundsatz der freien Preisbildung.

Beste Befriedigung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage bei funktionierendem Wettbewerb und

Marktpreisen.

12.2.2 Preisverordnung

Staatliche Preisregelungen in besonders begründeten Fällen:

- Agrarpreise

- Verkehrstarife

- Wohnungsmieten (sozialer Wohnungsbau)

- Gesundheitswesen

- freie Berufe (Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten)

- staatliche Gebühren

Ein Preiswettbewerb ist aufgrund der staatlichen Preisregelung nicht möglich. In diesen Fällen

geht es darum einen Leistungswettbewerb zu schaffen. Dadurch wird erreicht, dass nicht das

niedrigste Angebot, sondern die beste Leistung einen Zuschlag erhält.

11. HOAI 22


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12.3 Die HOAI

Grundlage der Vergütung: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB, §632, Abs. 1)

Höhe der Vergütung: z.T. verbindlich in der HOAI geregelt, z.T. frei vereinbar

12.3.1 Aufbau der HOAI

Verbindlicher Teil der HOAI: §§ 1bis 56, Anlagen 3,4 bis 14

Unverbindlicher Teil der HOAI: Anlagen 1 und 2

Teil 1: Allgemeine Vorschriften

Teil 2: Flächenplanung: Leistungen der Bauleitplanung und Landschaftsplanung

Teil 3: Objektplanung: Leistungen bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten, Freianlagen,

Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen

Teil 4: Fachplanung: Tragwerksplanung und technische Ausrüstung

Teil 5: Übergangs- und Schlussvorschriften

Anlagen (Auszug)

- Anlage 1: Beratungsleistungen (Umweltverträglichkeitsstudien, Leistungen für thermische

Bauphysik, Schallschutz, Raumakustik, Bodenmechanik, Erd- und Grundbau und

Vermessungstechnische Leistungen)

- Anlage 2: Besondere Leistungen

- Anlage 3: Objektlisten (Einordnung der Gebäude in Honorarzonen)

- Anlage 11: Leistungen im Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten sowie im

Leistungsbild Freianlagen

12.3.2 HOAI Teil 1 (auszugsweise)

§ 3 Leistungen und Leistungsbilder

(1)

Die Honorare für Leistungen sind in den Teilen 2 bis 4 dieser Verordnung verbindlich geregelt. Die

Honorare für Beratungsleistungen sind in der Anlage 1 zu dieser Verordnung enthalten und nicht

verbindlich geregelt.

(2)

Leistungen, die zur ordnungsgemäßen Erfüllung eines Auftrags im Allgemeinen erforderlich sind,

sind in Leistungsbildern erfasst. Andere Leistungen, die durch eine Änderung des Leistungsziels,

des Leistungsumfangs, einer Änderung des Leistungsablaufs oder andere Anordnungen des

Auftraggebers erforderlich werden, sind von den Leistungsbildern nicht erfasst und gesondert frei

zu vereinbaren und zu vergüten.

(3)

Besondere Leistungen sind in der Anlage 2 aufgeführt, die Aufzählung ist nicht abschließend. Die

Honorare für besondere Leistungen können frei vereinbart werden.

11. HOAI 23


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(4) Bewertung der Leistungen nach Leistungsphasen

in % des Honorars nach

§33 §38

Gebäude und raumbildende Freianlagen

Ausbauten

1. Grundlagenermittlung

Ermitteln der Voraussetzungen zur

Lösung der Bauaufgabe durch die

Planung 3 3 3

2. Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung)

Erarbeiten der wesentlichen Teile

einer Lösung der Planungsaufgabe 7 7 10

3. Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung)

Erarbeiten der endgültigen Lösung

der Planungsaufgabe 11 14 15

4. Genehmigungsplanung

Erarbeiten und Einreichen der Vorlagen

für die erforderlichen Genehmigungen

oder Zustimmungen 6 2 6

5. Ausführungsplanung

Erarbeiten und Darstellen der ausführungsreifen

Planungslösung 25 30 24

6. Vorbereitung der Vergabe

Ermitteln der Mengen und Aufstellen

von Leistungsverzeichnissen 10 7 7

7. Mitwirkung bei der Vergabe

Ermitteln der Kosten und Mitwirkung

bei der Auftragsvergabe 4 3 3

8. Objektüberwachung (Bauüberwachung)

Überwachen der Ausführung des

Objektes 31 31 29

9. Objektbetreuung und Dokumentation

Überwachen der Beseitigung von

Mängeln und Dokumentation des

Gesamtergebnisses 3 3 3

§ 4 Anrechenbare Kosten

(1) Anrechenbare Kosten sind Teil der Kosten zur Herstellung, zum Umbau, zur Modernisierung,

Instandhaltung oder Instandsetzung von Objekten sowie den damit zusammenhängenden

11. HOAI 24


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Aufwendungen. Sie sind nach fachlich allgemein anerkannten Regeln der Technik oder nach

Verwaltungsvorschriften (Kostenvorschriften) auf der Grundlage ortsüblicher Preise zu ermitteln.

Wird in dieser Verordnung die DIN 276 in Bezug genommen, so ist diese in der Fassung vom

Dezember 2008 (DIN 276-1:2008-12) bei der Ermittlung der anrechenbaren Kosten zugrunde zu

legen. Die auf die Kosten von Objekten entfallende Umsatzsteuer ist nicht Bestandteil der

anrechenbaren Kosten.

Anrechenbare Kosten für die Objektplanung siehe auch § 32

§ 5 Honorarzonen für Objekt-, Bauleit- und Tragwerksplanung

Honorarzone I

Honorarzone II

Honorarzone III

Honorarzone IV

Honorarzone V

Gebäude mit sehr geringen Planungsanforderungen

Gebäude mit geringen Planungsanforderungen

Gebäude mit durchschnittlichen Planungsanforderungen

Gebäude mit überdurchschnittlichen Planungsanforderungen

Gebäude mit sehr hohen Planungsanforderungen

Beispiele zur Einordnung der Gebäude in die Honorarzonen siehe Anlage 11

§ 14 Nebenkosten

Zu den Nebenkosten gehören insbesondere nach §14 (2)

1. Versandkosten, Kosten für Datenübertragungen

2. Kosten für Vervielfältigungen von Zeichnungen und von schriftlichen Unterlagen sowie

Anfertigung von Filmen und Fotos,

3. Kosten für ein Baustellenbüro einschl. der Einrichtung, Beleuchtung und Beheizung,

4. Fahrkosten für Reisen, die über den Umkreis von mehr als 15 km vom Geschäftssitz des

Auftragnehmers hinausgehen, in Höhe der steuerlich zulässigen Pauschalsätze, sofern nicht

höhere Aufwendungen nachgewiesen werden,

5. Trennungsentschädigungen und Kosten für Familienheimfahrten nach den steuerlich

zulässigen Pauschalsätzen, sofern nicht höhere Aufwendungen an Mitarbeiter des

Auftragnehmers aufgrund von tariflichen Vereinbarungen bezahlt werden,

6. Entschädigungen für den sonstigen Aufwand bei längeren Reisen nach Nummer 4, sofern

die Entschädigungen vor der Geschäftsreise schriftlich vereinbart worden sind,

7. Entgelte für nicht dem Auftragnehmer obliegenden Leistungen, die von ihm im

Einvernehmen mit dem Auftraggeber Dritten übertragen worden sind.

Pauschalierung der Nebenkosten nach § 14 (3)

Nebenkosten können pauschal oder nach Einzelnachweis abgerechnet werden. Sie sind nach

Einzelnachweis abzurechnen, sofern bei Auftragserteilung keine pauschale Abrechnung schriftlich

vereinbart worden ist.

11. HOAI 25


Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen – Fakultät Architektur – TU Dresden SS 2013

12.3.3 HOAI Teil 3 (auszugsweise)

§ 34 (1) Honorartafel in €

anrechenbare Zone I Zone II Zone III Zone IV Zone V

Kosten von bis von bis von bis von bis von bis

25.565 2.182 2.654 2.654 3.290 3.290 4.241 4.241 4.876 4.876 5.348

30.000 2.558 3.109 3.109 3.847 3.847 4.948 4.948 5.686 5.686 6.237

35.000 2.991 3.629 3.629 4.483 4.483 5.760 5.760 6.613 6.613 7.252

40.000 3.411 4.138 4.138 5.112 5.112 6.565 6.565 7.538 7.538 8.264

45.000 3.843 4.657 4.657 5.743 5.743 7.372 7.372 8.458 8.458 9.272

50.000 4.269 5.167 5.167 6.358 6.358 8.154 8.154 9.346 9.346 10.243

100.000 8.531 10.206 10.206 12.442 12.442 15.796 15.796 18.032 18.032 19.708

150.000 12.799 15.128 15.128 18.236 18.236 22.900 22.900 26.008 26.008 28.337

200.000 17.061 19.927 19.927 23.745 23.745 29.471 29.471 33.289 33.289 36.155

250.000 21.324 24.622 24.622 29.018 29.018 35.610 35.610 40.006 40.006 43.305

300.000 24.732 28.581 28.581 33.715 33.715 41.407 41.407 46.540 46.540 50.389

350.000 27.566 32.044 32.044 38.017 38.017 46.970 46.970 52.944 52.944 57.421

400.000 29.999 35.114 35.114 41.940 41.940 52.175 52.175 59.001 59.001 64.116

450.000 32.058 37.820 37.820 45.498 45.498 57.024 57.024 64.702 64.702 70.465

500.000 33.738 40.137 40.137 48.667 48.667 61.464 61.464 69.994 69.994 76.392

1.000.000 60.822 72.089 72.089 87.112 87.112 109.650 109.650 124.674 124.674 135.940

1.500.000 88.184 104.284 104.284 125.749 125.749 157.951 157.951 179.416 179.416 195.516

2.000.000 115.506 136.436 136.436 164.341 164.341 206.201 206.201 234.105 234.105 255.036

2.500.000 142.830 168.598 168.598 202.953 202.953 254.487 254.487 288.842 288.842 314.607

3.000.000 171.226 200.401 200.401 239.295 239.295 297.639 297.639 336.534 336.534 365.708

3.500.000 199.766 232.158 232.158 275.353 275.353 340.143 340.143 383.337 383.337 415.731

4.000.000 228.305 263.920 263.920 311.411 311.411 382.642 382.642 430.133 430.133 465.748

4.500.000 256.840 295.678 295.678 347.465 347.465 425.145 425.145 476.931 476.931 515.769

5.000.000 285.379 327.439 327.439 383.522 383.522 467.649 467.649 523.731 523.731 565.792

10.000.000 570.757 648.805 648.805 752.869 752.869 908.967 908.967 1.013.031 1.013.031 1.091.079

15.000.000 856.136 964.745 964.745 1.109.559 1.109.559 1.326.782 1.326.782 1.471.595 1.471.595 1.580.205

20.000.000 1.141.514 1.275.044 1.275.044 1.453.088 1.453.088 1.720.148 1.720.148 1.898.192 1.898.192 2.031.722

25.000.000 1.426.893 1.586.268 1.586.268 1.798.766 1.798.766 2.117.513 2.117.513 2.330.011 2.330.011 2.489.383

25.564.594 1.459.117 1.621.426 1.621.426 1.837.835 1.837.835 2.162.447 2.162.447 2.378.856 2.378.856 2.541.160

11. HOAI 26


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§ 34 (2-5) Bewertungsmerkmale für die Zuordnung der Honorarzone

Anforderungen

an die Einbindung in die Umgebung

Anzahl der Funktionsbereiche

gestalterische Anforderungen Bewertung der Kriterien nach Punktesystem § 34 (4,5)

konstruktive Anforderungen

technische Ausrüstungen

Ausbau

Bewertungsmerkmale

Anforderungen an die Einbindung in

die Umgebung

maximale

Punktzahl

Honorarzonen

I II III IV V

6 sehr geringe geringe

Anzhal der Funktionsbereiche 9 ein wenige

gestalterische Anforderungen 9 sehr geringe geringe

konstruktive Anforderungen 6 einfachste einfache

technische Ausrüstung 6

Ausbau 6

keine oder

einfache

kein oder

einfachere

geringe

geringer

mehrere

einfache

überdurchschnittliche

mehrere mit

vielfältigen

Beziehungen

überdurchschnittliche

überdurchschn

ittliche

durchschnittliche

normale oder

gebräuchliche

überdurchschnittliche

durchschnittlicher

normaler

durchschnittliche

durchschnittliche

überdurchschnittlicher

sehr hohe

Vielzahl mit

umfassenden

Beziehungen

sehr hohe

sehr hohe

vielfältige mit

hohen

technischen

Ansprüchen

umfangreicher

qualitativ

hochwertiger

erforderliche Punktzahl bis 10 11 bis 18 19 bis 26 27 bis 34 35 bis 42

11. HOAI 27


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Grafische Darstellung des Verlaufs der Mindest- und Höchstsätze

Honorar

80.000 €

70.000 €

60.000 €

Zone V

Zone IV

Zone III

50.000 €

Zone II

40.000 €

Zone I

30.000 €

20.000 €

10.000 €

Anrechenbare Kosten

0 €

0 € 250.000 € 500.000 €

Honorar

20%

15%

Zone V

Zone IV

10%

Zone III

Zone II

Zone I

5%

Anrechenbare Kosten

0%

0 € 250.000 € 500.000 €

11. HOAI 28


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§ 32 Anrechenbare Kosten für die Objektplanung

(1) Anrechenbar sind für Leistungen bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten

die Kosten der Baukonstruktion.

(2) Anrechenbar für Leistungen bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten sind

auch die Kosten für Technische Anlagen, die der Auftragnehmer nicht fachlich plant

oder deren Ausführung er nicht fachlich überwacht,

1. vollständig bis zu 25 Prozent der sonstigen anrechenbaren Kosten und

2. zur Hälfte mit dem 25 Prozent der sonstigen anrechenbaren Kostenübersteigenden Betrag.

(3) Nicht anrechenbar sind insbesondere die Kosten für das Herrichten, die nicht

öffentliche Erschließung, sowie Leistungen für Ausstattung und Kunstwerke, soweit

der Auftragnehmer sie nicht plant, bei der Beschaffung mitwirkt oder ihre Ausführung

oder ihren Einbau fachlich überwacht.

(4) § 11 Absatz 1 gilt nicht, wenn die getrennte Berechnung weniger als 7.500 Euro

anrechenbare Kosten der Freianlagen zum Gegenstand hätte. Absatz 3 ist insoweit

nicht anzuwenden.

12.3.4 Anlagen (auszugsweise)

Anlage 1

Beratungsleistungen mit nicht verbindlichen Honorarregelungen:

- Umweltverträglichkeitsstudien

- Leistungen für Thermische Bauphysik

- Leistungen für Schallschutz und Raumakustik

- Leistungen für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau

- Vermessungstechnische Leistungen

Anlage 3

Einordnung der Gebäude in Honorarzonen

Honorarzone II:

Einfache Wohnbauten mit gemeinschaftlichen Sanitär- und Kücheneinrichtungen;

Garagenbauten, Parkhäuser, Gewächshäuser, geschlossene, eingeschossige Hallen und Gebäude als selbständige

Bauaufgabe;

Kassengebäude, Bootshäuser, einfache Werkstätten ohne Kranbahnen, Verkaufslager, Unfall- und Sanitätswachen,

Musikpavillons

Honorarzone III:

Wohnhäuser, Wohnheime und Heime mit durchschnittlicher Ausstattung;

Kinderhorte, Kindergärten, Gemeinschaftsunterkünfte, Jugendherbergen, Grundschulen, Jugendfreizeitstätten,

Jugendzentren, Bürgerhäuser, Studentenhäuser, Altentagesstätten und andere Betreuungseinrichtungen, …

Werkstätten, geschlossene Hallen und landwirtschaftliche Gebäude, soweit nicht in Honorarzone I, II oder IV erwähnt,

Bürobauten mit durchschnittlicher Ausstattung, Ladenbauten, Einkaufszentren, Märkte und Großmärkte, Messehallen,

Gaststätten, Kantinen, Mensen, Wirtschaftsgebäude, Feuerwachen, Rettungsstationen, Ambulatorien, Pflegeheime ohne

medizinisch-technische Ausrüstung, Hilfskrankenhäuser; Turn- und Sportgebäude sowie -anlagen, …

11. HOAI 29


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Anlage 11 (Auszug)

Leistungsbild der Leistungsphase 2. Vorplanung

(Auszug aus Anlage 11 zu §§33 und 38 HOAI 2009 für Leistungen sowie Anlage 2 zu §3 (2) Nr.

2.6. und 2.7. für besondere Leistungen)

Leistungen im Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten sowie im Leistungsbild

Freianlagen

a) Analyse der Grundlagen

b) Abstimmen der Zielvorstellungen (Randbedingungen, Zielkonflikte)

c) Aufstellen eines planungsbezogenen Zielkatalogs (Programmziele)

d) Erarbeiten eines Planungskonzepts einschl. Untersuchung der alternativen Lösungsmöglichkeiten

nach gleichen Anforderungen mit zeichnerischer Darstellung und Bewertung, z. B.

versuchsweise zeichnerische Darstellungen, Strichskizzen, ggf. mit erläuternden Angaben

e) Integrieren der Leistungen anderer an der Planung fachlich Beteiligter

f) Klären und Erläutern der wesentlichen städtebaulichen, gestalterischen, funktionalen,

technischen, bauphysikalischen, wirtschaftlichen, energiewirtschaftlichen (z. B. hinsichtlich

rationeller Energieverwendung und der Verwendung erneuerbarer Energien) und

landschaftsökologischen Zusammenhänge, Vorgänge und Bedingungen sowie der Belastung und

Empfindlichkeit der betroffenen Ökosysteme

g) Vorverhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Beteiligten über die

Genehmigungsfähigkeit

i) Kostenschätzung nach DIN 276 oder nach dem wohnungsrechtlichen Berechnungsrecht

j) Zusammenstellen aller Vorplanungsergebnisse

Besondere Leistungen:

-Untersuchen von Lösungsmöglichkeiten nach grundsätzlich verschiedenen Anforderungen

- Ergänzen der Vorplanungsunterlagen aufgrund besonderer Anforderungen

- Aufstellen eines Finanzierungsplanes

- Aufstellen einer Bauwerks- und Betriebs-Kosten-Nutzen-Analyse

- Mitwirken bei der Kreditbeschaffung, Durchführen der Voranfrage (Bauanfrage)

- Anfertigen von Darstellungen durch besondere Techniken, wie z. B. Perspektiven, Muster,

Modelle

- Aufstellen eines Zeit- und Organisationsplanes

- Ergänzen der Vorplanungsunterlagen hinsichtlich besonderer Maßnahmen zur Gebäude- und

Bauteiloptimierung, die über das übliche Maß der Verringerung des Energieverbrauchs und CO 2 -

Emissionen und zur Nutzung erneuerbarer Energien in Abstimmung mit anderen an der Planung

fachlich Beteiligten. Das übliche Maß ist für Maßnahmen zur Energieeinsparung durch die

Erfüllung der Anforderungen gegeben, die sich aus Rechtsvorschriften und den allgemein

anerkannten Regeln der Technik ergeben.

11. HOAI 30


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12.3.5 Ablaufschema Honorarberechnung nach § 6 HOAI 2009

1. Anrechenbare Kosten bestimmen

§ 4 und § 32 (1) Anrechenbare Kosten

§ 32 (2) begrenzt anrechenbar: Installationen, zentrale Betriebstechnik ...

§ 32 (3) bedingt anrechenbar ...

2. Berechnung des Honorars für die erbrachten Leistungen und Leistungsphasen

§ 8 Teilhonorare ...

§ 33 Bewertung der Grundleistungen in v. H. der Honorare bei Gebäuden

§ 9 Vorplanung, Entwurfsplanung und Objektüberwachung als Einzelleistung

§ 10 Mehrere Vorentwurfs- oder Entwurfsplanungen

§ 11 Auftrag für mehrere Objekte

3. Festlegung der Honorarzone und Einordnung in der Spanne zwischen Mindest- und

Höchstsatz.

§ 7 Honorarvereinbarung

§ 5 Honorarzonen

§34 (2) Honorarzone Gebäude (Punktbewertung)

Anlage 3.1 (Objektliste)

4. Honorartafel und Interpolation des Honorars

§ 34 (1) Honorartafeln für Leistungen

§ 13 Interpolation

5. bei Leistungen im Bestand:

§35 Zuschlag für Umbauten und Modernisierungen

(Zuschlag bis zu 80 % kann vereinbart werden; sofern nichts vereinbart 20 %)

§36 Instandhaltungen und Instandsetzungen

(Prozentsatz der Bauüberwachung LP8 kann bis zu 50 % erhöht werden)

Weiterhin zu berücksichtigen:

Eventuell zusätzliche Entgelte

Anlage 2 zu §3 (3) Besondere Leistungen ...

Berechnung der Nebenkosten

§ 14 Nebenkosten

Berechnung der Umsatzsteuer

§ 16 Umsatzsteuer

11. HOAI 31


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12.3.6 Tabelle zur Honorarermittlung

Kostengruppe

DIN 276 ab 1993

100 Grundstück

210 Herrichten

220 Öffentliche Erschließung

300 Bauwerk - Baukonstruktionen

400 Bauwerk - Techn. Anlagen

500 Außenanlagen

600 Ausstattung und Kunstwerke

700 Baunebenkosten

Gesamtkosten

Kosten

anrechenbar

ia / nein /

bedingt / begrenzt

geplant /

überwacht

ja / nein

Kostenberechnung

mit MWSt.

Kosten-

Berechnung

ohne MWSt.

anrechenbare

Kosten

H

H N

sonstige anrechenbar Kosten

AK - AK N

25% der sonstigen anrechenbaren Kosten

H = H N + (H H - H N ) *

AK H - AK N Anrechenbarkeit KG 400 Anteil voll

Anteil hälftig

= Honorar (gemäß anrechenbaren Kosten des Objekts)

Summe KG 400

= Honorar, das dem nächstniedrigeren in der Honorartafel angegebenen

Wert der anrechenbaren Kosten entspricht

H H = Honorar, das dem nächsthöheren in der Honorartafel angegebenen

Wert der anrechenbaren Kosten entspricht

AK = anrechenbare Kosten des Objekts

AK N = nächstniedrigerer Wert der anrechenbaren Kosten, der in der

Honorartafel angegeben ist

AK H = nächsthöherer Wert der anrechenbaren Kosten, der in der

Honorartafel angegeben ist

Anrechenbare Kosten

Leistungsphasen 1 bis 9

(100 %):

Honorar ohne MWSt

19 % MWSt.

Honorar inkl. MwSt.

Mindestsatz

Mindestsatz

Honorar

11. HOAI 32


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12.3.7 Architektenhonorar in der Europäischen Union

Verbindliche Honorarordnung

Deutschland Slowenien 1)

Griechenland

Türkei

Italien

Honorarordnung, für öffentliche Bauten bindend

Luxemburg 2) Portugal 3)

Irland 4) Ukraine

Honorarordnung, empfohlen, jedoch nicht bindend

Dänemark

Russland

Frankreich 5)

Schweiz

Lettland

Slowakei

Litauen Spanien 7)

Niederlande 6)

Tschechische Republik

Österreich

Ungarn

Polen

Honorarordnung, nicht bindend

Rumänien

keine Honorarordnung

Belgien Großbritannien 9)

Bulgarien

Norwegen

Estland 8)

Schweden

Finnland

1) wird in der Praxis jedoch oftmals ignoriert

2) Orientierungshilfe für private Projekte

3) für private Bauten empfohlen

4) statistisch ausgewertete Honorarinformationen erhältlich

5) empfohlene Honorarordnung nur für öffentliche Bauten

6) empfohlenes, nicht verbindliches System der Honorarberechnung

7) es gibt empfohlene Tabellen, die sich auf den Typ des Gebäudes, den Qualitätslevel und den Schwierigkeitsgrad des

Projektes beziehen

8) vermutlich in Arbeit

9) Honorartabellen als Anhaltspunkte, keine offizielle Honorarordnung

Quelle: Informationen der Bundesarchitektenkammer, Länderdatenbank für international tätige Architekten und

Ingenieure, hhtp:/www.bak.de

11. HOAI 33


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13. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

13.1 Rechtliche Grundlagen

13.2 Entwicklung der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

13.3 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung

13.4 Öffentliches Recht

13.5 Privates Recht

13.6 Gliederung der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

13.7 VOB A – Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen

13.8 VOB B – Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von

Bauleistungen

12.8.1 VOB B in Auszügen

13.9 VOB C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen

13.9.1 Aufbau der VOB Teil C - Gliederung

13.9.2 Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnissen

13.9.3 VOB C – 0 Hinweise für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung

13.9.4 VOB C – 1 Geltungsbereich

13.9.5 VOB C – 2 Stoffe, Bauteile

13.9.6 VOB C – 3 Ausführung

13.9.7 VOB C – 4 Nebenleistungen, Besondere Leistungen

13.9.8 VOB C – 5 Abrechnung

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 35


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13.1 Rechtliche Grundlagen

RECHTSORDNUNG

(= Gesamtheit der Rechtsnormen/Vorschriften, die in bindender Weise das

menschliche Gemeinschaftsleben regeln.)

Baurecht

BauGB

BauNVO

LBO

SächsBO

Öffentliches Recht

VOB

HOAI

BGB

Privates Recht

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und Werkvertrag

Privatrecht

- Regelung der Rechtsverhältnisse Einzelner oder privatrechtlicher Vereinigungen zueinander

- Regelung teilweise durch das BGB

2. Buch: Schuldverhältnisse z. B. Kauf und Tausch

Schenkung

Darlehen

Schuldverhältnisse ergeben sich im Geschäftsverkehr meistens aus Verträgen. Dabei ist die

Gläubiger-Schuldner-Beziehung wechselseitig.

Kaufvertrag:

Übereignung einer Sache gegen Kaufpreiszahlung (BGB §§ 433 ff.)

Dienstvertrag: Dienstleistung gegen Vergütung (BGB §§ 611 ff.)

Werkvertrag: Herstellung eines Werkes gegen Vergütung (BGB §§ 631 - 651)

Geschäftsbesorgungsvertrag:

Verpflichtung zur Besorgung eines Geschäfts für einen anderen gegen

Vergütung (BGB § 675)

Typisch für das Bauwesen: keine Marktproduktion, sondern Auftrags- und Kundenproduktion

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 36


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VOB und übergeordnete Gesetze

Gesetz gegen

Wettbewerbsbeschränkung

Vergabeordnung

BGB Werkvertragsrecht

VOB A

Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe

von Bauleistungen

VOB B

Allgemeine

Vertragsbedingungen für die

Ausführung von Bauleistungen

VOB C

Allgemeine Technische

Vertragsbedingungen für

Bauleistungen

§ 3 Arten der Vergabe

Diskriminierungsverbot

Anwendung (der a-

Paragraphen) auf die

Vergabe öffentlicher

Aufträge bei

Überschreiten der

Schwellenwerte

Bauleistungen

§ 4 Vertragsarten

§ 12 Abnahme

§ 14 Sicherheitsleistungen

§ 633 Freiheit von

Mängeln

§634 Nacherfüllung,

Schadensersatz

§ 634a Verjährung der

Mängelansprüche

Bauwerke

0. Hinweise zur

Leistungsbeschreibung

1. Geltungsbereich

2. Stoffe, Bauteile

3. Ausführung

4. Nebenleistungen, Besondere

Leistungen

5. Abrechnung

z.B. freiberufliche

Leistungen

Maßanzüge, Schiffe

u.a.

VOF

Allgemeine Bestimmungen für die

Vergabe und Vertragsbedingungen von

(freiberuflichen) Leistungen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 37


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13.2 Entwicklung der Vergabe- und Vertragsordnung für

Bauleistungen (VOB)

1921 – 26 Erarbeitung und Verabschiedung durch den damaligen

Reichsverdingungsausschuss (Vertreter der Reichsverwaltungen,

Länderregierungen und Städte, der Wirtschaft und der Gewerkschaften)

1952 Deutscher Verdingungsausschuss für Bauleistungen

1958 Dreiteilung der VOB und Eingliederung in das deutsche Normenwerk

Teil A (DIN 1960): Allg. Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen

Teil B (DIN 1961): Allg. Vertragsbedingungen für die Ausführung von

Bauleistungen

Teil C (DIN [18299] 18300 ... 18451): Allgemeine Technische

Vertragsbedingungen für Bauleistungen

1973 Allgemeinverbindliche Einführung für die Öffentliche Hand durch

Bekanntmachung des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und

Städtebau im Bundesanzeiger vom 29.10.73

1992 Neue Gliederung der VOB A in 4 Abschnitte

1: Basisparagraphen

2: Basisparagraphen mit zusätzlichen Bestimmungen nach der EG-

Baukoordinierungsrichtlinie

3. Basisparagraphen mit zusätzlichen Bestimmungen nach der EG-

Sektorenrichtlinie

4. Vergabebestimmungen nach der EG-Sektorenrichtlinie (VOB/A-SKR)

2002 Umbenennung der Verdingungsordnung für Bauleistungen in Vergabe- und

Vertragsordnung für Bauleistungen

Änderungen VOB Teil B:

- Änderung der Haftung und der Gewährleistungsfristen (§13)

2005 Ergänzungsband zu VOB Ausgabe 2002

Neufassung von 8 Allgemeinen Technischen Vertragsbestimmungen (ATV),

2006 Anpassung der VOB A an die EU-Richtlinie 2004/17 und 18/EG, Anpassung

der VOB B an aktuelle Rechtsprechnung sowie Überarbeitung bzw.

Neuerstellung zahlreicher ATVs der VOB C

2010 folgende Neuerungen der VOB 2009 traten am 11.06.2010 in Kraft: VOB A:

Reduktion von 32 auf 22 Paragraphen, Einführung von Wertgrenzen für

beschränkte und freihändige Vergaben, Erleichterung für Bieter durch einen

Eintrag in der Präqualifizierungsliste; kein zwingender Ausschluss des

Angebotes durch Möglichkeit, fehlende Erklärungen kurzfristig

nachzufordern; formale Anpassung der VOB B (Nr. und Abs.)

2012 folgende Neuerung der VOB: Neufassung und Änderung des Abschnitt 2 der

VOB/A (Vergabebestimmungen in Zusammenhang mit dem Gesetz gegen

Wettbewerbsbeschränkung), Neueinführung Abschnitt 3 VOB/A

(Vergabebestimmungen für Bauaufträge im Bereich Verteidigung und

Sicherheit (spez. militärische Zwecke und Verschlusssachenaufträge)

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 38


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13.3 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, Vergabeordnung

und Verdingungsordnungen

Richtlinie 2004/18/EG

des europ. Parlaments und des Rates vom 31.03.04 über due Koordinierung der Verfahren zur

Vergabe öffentlicher Bauaufträge, Lieferaufträge und Dienstleistungsaufträge

gemeinschaftliche Koordinierung der nationalen Verfahren für die Vergabe

öffentlicher Aufträge bei Erreichen oder Überschreiten der Schwellenwerte, um

die Wirksamkeit der Grundsätze der Gleichbehandlung, Nichtdiskriminierung,

gegenseitigen Anerkennung, Verhältnismäßigkeit und Transparenz sowie die

Öffnung des öffentlichen Beschaffungswesens für den Wettbewerb zu garantieren

Richtlinie 2004/17/EG zur Koordinierung der Zuschlagserteilung durch Auftraggeber im Bereich der

Wasser-, Energie- und Verkehrsversorgung sowie der Postdienste

Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)

Kartellverbot

Diskriminierungsverbot

Bußgeldverfahren

Vergabe öffentlicher Aufträge

Anwendungsbereich (Schwellenwerte)

Arten der Vergabe

Nachprüfungsverfahren

Anrufung der Vergabekammer

sofortige Beschwerde beim OLG

Vergabeverordnung (VgV §2, Nr. 3)

§ 2 Anwendung auf Vergabe öffentlicher Aufträge, die die EU-

Schwellenwerte nicht unterschreiten

Bauaufträge > 5. Mio. €

Dienstleistungsaufträge > 200.000 €

§ 16 Ausschluss voreingenommener Personen

§ 17 Nachprüfungsbestimmungen

VOF Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen

VOL Verdingungsordnung für Leistungen

VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

Teil A: Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von

Bauleistungen Basis-Paragraphen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 39


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13.4 Öffentliches Recht

Das öffentliche Baurecht beinhaltet Regelungen, die sich auf die Ordnung und Förderung der

Bebauung von Grundstücken beziehen, insbesondere:

- Zulässigkeit von baulichen Anlagen

- ihre Errichtung

- ihre Nutzung

- ihre Änderung

- die Beseitigung

13.5 Privates Recht

Das private Baurecht behandelt:

- die zivilrechtlichen Rechtsbeziehung, insbesondere hinsichtlich des Baugeschehens

- der Nutzung des Eigentums an Grund und Boden

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Privatrecht

- Regelung der Rechtsverhältnisse Einzelner oder privatrechtlicher Vereinigungen zueinander

- Regelung teilweise durch das BGB

2. Buch: Schuldverhältnisse z. B. Kauf und Tausch

Schenkung

Darlehen

Schuldverhältnisse ergeben sich im Geschäftsverkehr meistens aus Verträgen. Dabei ist die

Gläubiger-Schuldner-Beziehung wechselseitig.

Kaufvertrag:

Übereignung einer Sache gegen Kaufpreiszahlung (BGB §§ 433 ff.)

Dienstvertrag: Dienstleistung gegen Vergütung (BGB §§ 611 ff.)

Werkvertrag: Herstellung eines Werkes gegen Vergütung (BGB §§ 631 - 651)

Geschäftsbesorgungsvertrag:

Verpflichtung zur Besorgung eines Geschäfts für einen anderen gegen

Vergütung (BGB § 675)

Typisch für das Bauwesen: keine Marktproduktion, sondern Auftrags- und Kundenproduktion

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 40


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Werkvertrag nach BGB

Pflichten des Bestellers:

- Besteller (AG) muss das Werk abnehmen

- Besteller (AG) muss das Werk bezahlen

Pflichten des Unternehmers:

- Unternehmer (AN) muss den geschuldeten Werkerfolg herbeiführen

§ 631 Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag

§ 633 Sach- und Rechtsmangel

Freiheit von Sachmängeln = vereinbarte Beschaffenheit

Eignung für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst gewöhnliche

Verwendung und Beschaffenheit, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und

die der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann

anderes Werk oder zu geringe Menge = Sachmangel

§ 634 Rechte des Bestellers bei Mängeln

Nacherfüllung

Ersatz der erforderlichen Aufwendungen bei Beseitigung durch den Besteller

Rücktritt vom Vertrag oder Minderung der Vergütung

Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen

§ 634a Verjährung der Mängelansprüche

in fünf Jahren bei einem Bauwerk und einem Werk, dessen Erfolg in der Erbringung

von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht

sonst in zwei Jahren bzw. in der regelmäßigen Verjährungsfrist

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 41


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13.6 Gliederung der Vergabe- und Vertragsordnung für

Bauleistungen (VOB)

Die VOB ist weder Gesetz noch Rechtsverordnung und auch kein Gewohnheitsrecht. Sie ist ein

Regelwerk, dass 1926 geschaffen und zwischenzeitlich mehrfach überarbeitet wurde.

Teil A: Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen (DIN 1960, Ausgabe

09.2012)

Abschnitt 1: Basisparagraphen (Gesamtauftragswert < 5.Mio. €)

Abschnitt 2: Vergabeverfahren im Anwendungsbereich der Richtlinie 2004/18/EG

Teil B: Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen (DIN 1961,

Ausgabe 09.2012)

Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) (separate DIN je

Gewerk, Ausgabe 09.2012)

Teil A betrifft das vor dem Vertragsabschluss liegende Vergabeverfahren gemäß Teil A erfolgt die

Vergabe von Bauleistungen der Öffentlichen Hand. Private Bauherren können sich an die VOB/A

halten, sie müssen es aber nur, wenn sie öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen.

Teil B gilt nur kraft individueller Vertragsvereinbarung, wozu die Öffentliche Hand verpflichtet ist.

Teil C: Die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen sind DIN-Normen und somit

allgemein anerkannte Regeln der Technik (insbesondere die Abschnitte

„2 Stoffe, Bauteile“ und „3 Ausführung“).

Mit der Vereinbarung von VOB Teil B gilt auch Teil C als Vertragsbestandteil.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 42


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13.7 VOB A – Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von

Bauleistungen

VOB A, Abschnitt 1, § 3: Arte der Vergabe (auszugsweise)

§3 (1) i.V.m. (2) Bei Öffentlicher Ausschreibung werden Bauleistungen im vorgeschriebenen

Verfahren nach öffentlicher Aufforderung einer unbeschränkten Zahl von

Unternehmern zur Einreichung von Angeboten vergeben. Sie muss stattfinden,

wenn nicht die Eigenart der Leistung oder besondere Umstände eine Abweichung

rechtfertigen.

§3 (1) i.V.m. (3) Bei Beschränkter Ausschreibung werden Bauleistungen im vorgeschriebenen

Verfahren nach Aufforderung einer beschränkten Zahl von Unternehmern zur

Einreichung von Angeboten vergeben. Sie kann erfolgen

- bis Nettoauftragswert von 50.000 € für Ausbaugewerke

150.000 € für Tief-, Verkehrswege- und Ingenieurbau,

100.000 € für alle übrigen Gewerke

- wenn zuvor kein annehmbares Ergebnis

- bei Zweckmäßigkeit aus anderen Gründen z. B. Geheimhaltung, Dringlichkeit

§3 (1) i.V.m. (4) Bei Beschränkter Ausschreibung nach Öffentlichem Teilnahmewettbewerb

werden Bauleistungen nach öffentlicher Aufforderung, Teilnahmeanträge zu

stellen, und anschließender Aufforderung einer beschränkten Zahl von

Unternehmern zur Einreichung von Angeboten vergeben. Sie ist zulässig bei

- beschränktem Kreis von geeigneten Unternehmern

- außergewöhnlich hohem Aufwand der Angebotsbearbeitung

§3 (1) i.V.m. (5) Bei Freihändiger Vergabe werden Bauleistungen ohne ein förmliches Verfahren

vergeben. Sie ist zulässig, bei

- nur einem in Frage kommenden Unternehmer

- nicht eindeutiger und erschöpfender Festlegung der Leistung

- Geheimhaltung

- wenn zuvor kein annehmbares Ergebnis

- bei Nettoauftragwert von bis zu 10.000 €

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 43


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3-5

Unternehmer

wenige Unternehmer

alle Unternehmer

Öffentliche

Ausschreibung

Nettoauftragswert

< 5. Mio. €

Beschränkte

Ausschreibung

Nettoauftragswert i.d.R < 100.000 €

< 50.000 (Ausbau), < 150.000 (Tiefbau, Verkehr, Ingenieurbau)

Öffentlicher Teilnahme-

Wettbewerb

Freihändige Vergabe

Nettoauftragswert <

10.000 €

Abb.: Vergabearten (< 5.Mio. €)

Gesamtauftragswert

der Baumaßnahme

Vergabeart

Anwendungsvoraussetzungen

Teilnehmer am

Wettbewerb

Angebotsfrist

Kalendertage

< 5 Mio. € Öffentliche Ausschreibung

< 5 Mio. € Beschränkte Ausschreibung

< 5 Mio. €

Beschränkte Ausschreibung nach

Teilnahmewettbewerb

< 5 Mio. € Freihändige Vergabe

Abschnitt 1,

§3 (2)

Abschnitt 1,

§3 (3)

Abschnitt 1,

§3 (4)

Abschnitt 1,

§3 (5)

Regelfall (wenn nicht die Eigenart der Leistung oder

besondere Umstände ine Abweichung rechtfertigen)

1. bis zu folgenden Auftragswert der

Bauleistung ohne Ust: 50T€ für

ausbaugewerke, 100T€ für übrige Gewerke

2. wenn eine öff. Ausschreibung keine annehmbares

Ergebnis erzielt hat

3. wenn die öff. Ausschreibung aus anderen Gründen

(z.B. Dringlichkeit, Geheimhaltung) unzweckmäßig

ist

1. wenn die Leistung nach ihrer Eigenart nur von

einem beschränkten Kreis von Unternehmern in

geeigneter

Weise ausgeführt werden kann (ausßergewöhnliche

Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit)

2. Bearbeitung des Angebots erfordert einen

außergewöhnlich hohen Aufwand

1. aus besonderen gründen (z.B. Patentschutz) kommt

nur ein Unternehmer in Betracht

2. besondere Dringlichkeit

3. Art und Umfang der Leistung kann vor der Vergabe

nicht eindeutig und erschöpfend festgelegt werden

4. weil nach Aufhebung einer öff. Oder beschränkten

Ausschreibung eine erneute Ausschreibung kein

annehmbares Ergebnis verspricht

5. wenn es aus gründen der Geheimhaltung

erforderlich ist

6. eine kleinere Lösung lässt sich nicht ohne Nachteil

von einer vergebenen größeren Leistung trennen

alle Bewerber, die sich

gewerbsmäßig mit der

Leistung befassen

Abb.: Vergabearten von Bauleistungen (im Anwendungsbereich der Richtlinie 2004/18/EG), Abschnitt 1 (< 5 Mio. €)

3-8

unter den Bewerbern soll möglichst gewechselt werden (§ 6 (2) Nr. 3

mind. 10

mind. 10

mind. 10

mind. 10

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 44


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VOB A, Abschnitt 2, § 3 EG (1) Arten der Vergabe (auszugsweiße)

Abs. 1 Bauaufträge i. S. von § 1a werden vergeben:

1. im Offenen Verfahren,

das der Öffentlichen Ausschreibung (§ 3 Abs. 1 Satz 1) entspricht,

2. im Nichtoffenen Verfahren,

das der beschränkten Ausschreibung nach Öffentlichem Teilnahmewettbewerb

(§ 3 Abs. 1 Satz 2) entspricht,

3. im Wettbewerblichen Dialog

Aufforderung zur Teilnahme und anschließend Verhandlungen mit ausgewählten Unternehmen

über alle Einzelheiten bei besonders komplexen Aufträgen

4. im Verhandlungsverfahren,

das an die Stelle der Freihändigen Vergabe (§ 3 Abs. 1 Satz 3) tritt.

3-5

Unternehmer

wenige Unternehmer

alle Unternehmer

offenes Verfahren

nicht offenes

Verfahren

)

öffentliche Aufforderung zur

Teilnahme

Verhandlungsverfahren

mit mind. 1 Unternehmer

verhandeln

mit oder ohne öffentlicher Vergabebekanntmachung

wettberwerblicher

Dialog

öffentliche Aufforderung zur Teilnahme

Abb.: Vergabearten > 5. Mio. €

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 45


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Gesamtauftragswert

der Baumaßnahme

Vergabeart

> 5. Mio. Offenes Verfahren

> 5. Mio. Nichtoffenes Verfahren

> 5. Mio. Wettbewerblicher Dialog

> 5. Mio.

> 5. Mio.

Verhandlungsverfahren nach Öffentl.

Vergabebekanntmachung

Verhandlungsverfahren ohne Öffentl.

Vergabebekanntmachung

Anwendungsvoraussetzungen

Abschnitt 2,

§3a (2)

Abschnitt 2,

§3a (3)

Abschnitt 2,

§3a (4)

Abschnitt 2,

§3a (5)

Abschnitt 2,

§3a (6)

Regelfall (wenn nicht die Eigenart der Leistung oder

besondere Umstände ine Abweichung rechtfertigen)

Das Nichtoffene Verfahren ist zulässig, wenn die

Voraussetzungen des §3 (3) und (4) vorliegen sowie

nach Aufhebung eines Offenen Verfahrens oder

Nichtoffenen Verfahrens, sofern nicht das

Verhandlungsverfahren zulässig ist

1. Das Wettbewerbliche Dialog ist zulässig, wenn der

Auftraggeber objektiv nicht in der Lage ist

a) die technischen Mittel anzugeben, mit denen seine

Bedürfnisse und Ziele erfüllt werden können

b) die rechtlichen und finanziellen Bedingungen des

Vorhabens anzugeben

2. Der Wettbewerbliche Dialog ist ausgeschlossen

wenn:

a) eine Lösung entsprechend den Bedürfnissen

gefunden ist

b) erkennbar ist, dass keine Lösung gefunden werden

kann

1. keine annehmbaren Angebote bei einem Offenen

oder Nichtoffenen Verfahren (ohne grundlegende

Änderung der Verdingungsunterlagen)

2. Bauvorhaben nur zu Forschungs-, Versuchs- oder

Entwicklungszwecken (nicht mit dem Ziel der

Rentabilität oder Deckung der Entwicklungskosten)

3. Leistung kann nach Art und Umfang oder wegen

der damit verbundenen Wagnisse nicht eindeutig

und so erschöpfend beschrieben werden, dass eine

einwandfreie Preisermittlung zwecks Vereinbarung

einer festen Vergütung möglich ist

1. keine annehmbaren Angebote bei einem Offenen

oder Nichtoffenen Verfahren (ohne grundlegende

Änderung der Verdingungsunterlagen),

Einbeziehung aller fachkundigen, zuverlässigen du

leistungsfähigen Bieter aus dem vorausgegangenen

Verfahren

2. keine annehmbaren oder nur nach § 16 (1) Nr. 2

und 3 auszuschließende Angebote bei einem

Offenen oder Nichtoffenen Verfahren (ohne

grundlegende Änderung der

Verdingungsunterlagen)

3. nur ein bestimmter Unternehmer (technische bzw.

künstlerische Gründe oder Ausschließlichkeitsrechte)

4. vorgeschriebene Fristen können wegen besonderer

Dringlichkeit nicht eingehalten werden

5. zusätzliche Leistung..., die sich nicht ohne

wesentliche Nachteile vom Hauptauftrag trennen

lassen oder für die Verbesserung der Leistung des

Hauptauftrages unbedingt erforderlich sind

6. Wiederholung gleichartiger Bauleistungen

(Möglichkeit der Wiederholung muss bereits bei der

Ausschreibung der ersten Bauleistung angegeben

werden.)

7. teilweise Erneuerung von gelieferten Waren oder

Einrichtungen zur laufenden Benutzung oder

Erweiterung, wenn andernfalls Waren mit

unterschiedlichen technischen Merkmalen

unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten mit

Teilnehmer am

Wettbewerb

alle Bewerber, die sich

gewerbsmäßig mit der

Leistung befassen

mind. 5

Auswahl durch

den AG nach

Bekanntmachung

seiner Bedürfnisse

mit mind. 3

geeigneten

Bewerbern ist zu

verhandeln

Angebotsfrist

Kalendertage

mind. 52

mind. 37+40

(15+10)

mind. 37+40

(15+10)

Abb.: Vergabearten von Bauleistungen (im Anwendungsbereich der Richtlinie 2004/18/EG), Abschnitt 1 (> 5 Mio. €)

unter den Bewerbern soll möglichst gewechselt werden (§ 6 (2) Nr. 3

mind 10

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 46


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VOB A, Abschnitt 1, § 4: Vertragsarten

§ 4 (1) Leistungsvertrag

- Einheitspreisvertrag

Einheitspreise für technische und wirtschaftlich einheitliche Teilleistungen

- Pauschalvertrag

wenn die Leistung nach Ausführungsart und Umfang genau bestimmt ist und mit einer

Änderung bei der Ausführung nicht zu rechnen ist

Detailpauschalvertrag:

Leistungen detailliert beschreiben. Pauschalpreis bezieht sich exakt auf diese Leistung.

Abrechnung ohne Aufmaß.

- bei Leistungsänderung: Vergütungsänderung

- bei zusätzlichen Leistungen: zusätzlicher Vergütungsanspruch

Globalpauschalvertrag:

Pauschalpreis bezieht sich auf die funktional beschriebene Leistung. Pauschalisiert ist nicht

nur der Preis sondern auch die Leistung

§ 4 (2) Stundenlohnvertrag

Bei Bauleistungen geringeren Umfangs, die überwiegend Lohnkosten verursachen.

Stundenlohnarbeiten werden nur vergütet, wenn sie als solche vor Beginn ausdrücklich vereinbart

worden sind (VOB/B §2, Nr.10)

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 47


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Ablaufschema Vergabe

1) Fertigstellung der Vergabeunterlagen (VOB A, Abschnitt 2, § 8 EG)

2) Bekanntmachung (VOB A, Abschnitt 2, § 12 EG, VwV zum Sächsischen Ausschreibungsdienst)

Tageszeitungen

Amtliche Veröffentlichungsblätter

Fachzeitschriften

3) Anforderung der Vergabeunterlagen durch interessierte Unternehmen (VOB A, Abschnitt 2, § 12

EG)

4) Angebotsabgabe (VOB A, Abschnitt 2, § 13 EG)

5) Angebotseröffnung (Submission) (VOB A, Abschnitt 2, § 14 EG)

6) Aufklärung des Angebotsinhaltes (VOB A, Abschnitt 2, § 15 EG)

7) Prüfung der Angebote (VOB A, Abschnitt 2, § 16 EG)

8) Wertung der Angebote (VOB A, Abschnitt 2, § 16 EG)

9) Zuschlag und Bekanntmachung des Zuschlages (VOB A, Abschnitt 2, § 18 EG)

10) Information der Bieter, die nicht berücksichtigt werden sollen (VOB A, Abschnitt 2, § 19 EG)

11) Dokumentation (VOB A, Abschnitt 2, § 20 EG)

12) Auftragserteilung

2

Angebotsfrist

mind. 22KT

i.d.R. 52KT

5

Zuschlagfrist

< 30 KT

9

Einspruch-/

Wartefrist

mind. 10KT

i.d.R. >15KT

12

1

3 + 4

6 + 7 + 8

10

+

11

Bekanntmachung

Submission

Zuschlag/

Bekanntmachung

Auftragserteilung

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 48


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VOB A, Abschnitt 2, § 7 EG: Leistungsbeschreibung, Technische Anforderungen

Es gibt zwei grundsätzliche Arten der Leistungsbeschreibung

- Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm (VOB/A, §7 EG, Nr. 9-12)

‣ Baubeschreibung (allgemeine Beschreibung des Bausolls, detaillierte Beschreibung des

Bauvorhabens und der örtlichen Verhältnisse, Bezeichnung der Ausfürhungsunterlagen)

‣ Leistungsverzeichnis (Beschreibung der zu erbringenden Leistung mittels

Positionsnummer, Mengen und Positionsbeschreibung, und jeweils zugeordneten

Einheitspreisen und Positionspreisen)

- funktionale Leistungsbeschreibung (VOB/A, §7 EG, Nr. 13-14)

‣ zu erbringende Leistung wird nach dem vom AG erwarteten Erfolg beschrieben

VOB A, Abschnitt 2, § 8 EG: Vergabeunterlagen

- Anschreiben (Aufforderung zur Angebotsabgabe), ggf. Bewerbungsbedingungen

(VOB A, Abschnitt 2, § 8 EG, Abs. 2)

- Vertragsunterlagen (VOB A, Abschnitt 2, §§ 7 EG und 8 EG Abs. 3 bis 6)

- Leistungsbeschreibung (§ 7)

- Besondere Vertragsbedingungen (§ 8 EG, Abs. 6)

- etwaige Zusätzliche Vertragsbedingungen

- etwaige Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen

- Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen

(VOB Teil B)

- Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (VOB Teil C)

- Bekanntmachungen (VOB A, Abschnitt 2, § 12 EG)

- Vorinformation über beabsichtigten Bauauftrag > 5 Mio. (bei Verkürzung der

Angebotsfrist notwendig)

- Bekanntmachung gem. VwV Ausschreibungsdienst: Veröffentlichungspflicht,

Erscheinungstermine und Erscheinungsweise, Veröffentlichungsverfahren

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 49


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VOB A, Abschnitt 2, § 12 EG: Bekanntmachung, Versand der Vergabeunterlagen

Quelle: Internet: http://www.bundesausschreibungsblatt.de

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 50


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VOB A, Abschnitt 2, § 15 EG: Aufklärung des Angebotsinhaltes

Bietergespräch nur zur Unterrichtung über

- dessen Eignung, insbesondere seine technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

- das Angebot

- etwaige Nebenangebote

- die geplante Art der Durchführung

- etwaige Ursprungsorte und Bezugsquellen von Stoffen oder Bauteilen

- die Angemessenheit der Preise

Verhandlungen über die Änderung der Angebote der Preise sind unstatthaft

VOB A, Abschnitt 2, § 16: Prüfung und Wertung der Angebote

Ausschluss von Angeboten (§ 16 EG (1))

Eignung der Bieter (§ 16 EG (2))

Prüfung der Angebote (§ 16 EG (3))

Wertung der Angebote (§ 16 EG (6))

Wertung der Angebote

VOB A, Abschnitt 2, §16 (6) Nr. 3

In die engere Wahl kommen nur solche Angebote, die unter Berücksichtigung rationellen

Baubetriebs und sparsamer Wirtschaftsführung eine einwandfreie Ausführung einschließlich

Haftung für Mängelansprüche erwarten lassen.

VOB A, Abschnitt 1 (Basisparagraphen), §16 (6) Nr. 3

Unter diesen Angeboten

erscheint.

soll der Zuschlag auf das Angebot erteilt werden, das unter Berücksichtigung aller

Gesichtspunkte, wie z. B. Qualität, Preis, technischer Wert, Ästhetik, Zweckmäßigkeit,

Umwelteigenschaften, Betriebs- und Folgekosten, Rentabilität, Kundendienst und

technischen Hilfe oder Ausführungsfirste als das wirtschaftlichste

Der niedrigste Angebotspreis allein ist nicht entscheidend.

VOB A, Abschnitt 2, § 18 EG: Zuschlag

Zugang vor Ablauf der Zuschlagsfrist (Zuschlagfrist: länger als 30 Kalendertage nur in begründeten

Fällen, VOB A, Abschnitt 2, § 10 EG (1), 10)

Bei Angebotserweiterungen, -einschränkungen oder -änderungen bzw. bei verspäteter

Zuschlagserteilung ist der Bieter aufzufordern, sich unverzüglich über die Annahme zu erklären.

Bekanntmachung spätestens 48 Kalendertage nach Auftragserteilung

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 51


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VOB A, Abschnitt 2, § 19 EG: Nicht berücksichtigte Bewerbungen und Angebote

Nicht berücksichtigte und ausgeschlossene Angebote sind unverzüglich mit Begründung zu

unterrichten.

Inhalt der Mitteilung:

- Name des Unternehmens, welches Zuschlag erhalten hat

- Frühester Zeitpunkt des Vertragsabschlusses

- Begründung der Nichtberücksichtigung

Vertragsabschluss mit dem Unternehmen, welches Zuschlag erhalten hat, darf erst 15 Kalendertage

nach absenden der oben genannten Information erfolgen.

VOB A, Abschnitt 2, § 20 EG: Dokumentation

Zeitnahe zu dokumentieren (Vergabevorschlag):

- Stufen des Verfahrens

- Einzelne Maßnahmen

- Maßgebende Feststellungen

- Begründung der einzelnen Entscheidungen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 52


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13.8 VOB B – Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung

von Bauleistungen

§ 1: Art und Umfang der Leistung

- u.a. in Allgemeine Technische Vertragsbedingungen (VOB C)

§ 2: Vergütung

- Vergütung der tatsächlich ausgeführten Leistung

- bei Abweichungen > 10%: Minderung Einheitspreis

- bei Abweichungen < 10%: Erhöhung Einheitspreis

- Vergütung eines Nachtrages: Anspruch muss vor Leistungsbeginn beim Auftraggeber

angekündigt werden

- Stundenlohnarbeiten müssen ausdrücklich vor Beginn vereinbart werden

§3: Ausführungsunterlagen

- Übergabe der Unterlagen durch Auftraggeber unentgeltlich und rechtzeitig

- Beweisaufnahme des Umgebungsumfeldes vor Beginn der Baumaßnahme (ist von Seiten

des Auftragnehmers und Auftraggebers anzuerkennen

- Nutzungsrechte der Unterlagen

§ 4: Ausführung

- Ordnung auf der Baustelle

- Genehmigungen und Erlaubnisse (öffentlich-rechtliche)

- Anmelden von Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung, Qualität der

Baustoffe, Leistungen anderer Unternehmer)

- Benutzung von Lager- und Arbeitsplätzen

- Mangelfreie Leistungen

- Zwischenabnahmen zur Feststellung der mangelfreien Ausführung (schriftlich)

§ 5: Ausführungsfristen

- Vertragsfristen gem. Bauzeitenplan (Beginn und Ende)

- Einzelfristen sind nur dann Vertragsfristen, wenn vorher ausdrücklich vereinbart

- Beginn: mind. 12 Werktage nach Aufforderung

§6: Behinderung und Unterbrechung der Ausführung

- unverzügliches anzeigen einer Behinderung um Anspruch auf nachfolgendes zu erlangen:

‣ Verlängerung der Ausführungsfristen

‣ Entstehung von Mehrkosten durch zusätzliche oder geänderte Leistungen

‣ Schadensersatzanspruch und/oder entgangener Gewinn

‣ Anspruch auf angemessene Entschädigung

§ 7: Verteilung der Gefahr

- vor Abnahme besteht nur Ersatz für Schäden aus § 6 (Behinderung und Unterbrechung der

Ausführung)

§ 8: Kündigung durch den Auftraggeber

- Auftraggeber kann jederzeit kündigen

- Vergütung der Leistungen des Auftragnehmers abzüglich ersparten Aufwendungen

- Kündigung schriftlich erklären

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 53


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§ 9: Kündigung durch den Auftragnehmer

- Kündigung nur möglich wenn:

‣ Auftraggeber Zuarbeiten unterlässt

‣ fällige Zahlung nicht leistet

- Vergütung der bisherigen Leistungen zzgl. Angemessene Entschädigungen

- Kündigung schriftlich erklären

- Angemessene Frist zur Vertragserfüllung

§ 10: Haftung der Vertragsparteien

- Haftung für eigenes Verschulden

§ 11: Vertragsstrafe

- Vertragserfüllung nicht in vorgesehener Frist: Höhe Vertragsstrafe im Vertrag vereinbaren

§ 12: Abnahme

- Abnahmearten

‣ förmliche Abnahme: auf Verlangen, schriftlich, Vorbehalte wegen Mängel und

Vertragsstrafen aufnehmen (VOB/B, §12, Nr. 4, Abs. 1)

‣ fiktive Abnahme: Abnahme der Leistung 12 Werktage nach schriftlicher

Mitteilung über Fertigstellung, Vorbehalte wegen Mängel und Vertragsstrafen

aufnehmen innerhalb von 12 Werktagen (VOB/B, §12, Nr. 5, Abs. 1 und 2)

‣ fiktive Abnahme: Abnahme der Leistung 6 Werktage nach Beginn der

Benutzung, Vorbehalte wegen Mängel und Vertragsstrafen aufnehmen innerhalb

von 6 Werktagen (VOB/B, §12, Nr. 5, Abs. 1 und 2)

‣ konkludente Abnahme: durch vorbehaltslose Zahlung des Restwerklohnesm

Ingebrauchnahme des Bauwerkes, Bezug oder Erklärung zum Einverständnis mit

der Werkleistung

§ 13: Mängelansprüche

- Verjährungsfrist für Bauwerke: 4 Jahre

- Verjährungsfrist beginnt mit Abnahme der gesamten Leistung

- Mängelansprüche sc7hriftlich anzeigen

§ 14: Abrechnung

- Prüfbare und übersichtliche (Reihenfolge der Posten) Rechnungen

- Nachweis von Art und Umfang der Leistungen (Mengenberechnung, Zeichnungen, Belege)

§ 15: Stundenlohnarbeiten

- wird nach vertraglicher Vereinbarung abgerechnet

- vor Beginn anzeigen

§ 16: Zahlungen

- Abschlagszahlungen auf Antrag möglich

- Fälligkeit der Abschlagszahlung: nach 21 Tagen

- Fälligkeit der Schlussrechnung: nach 30 Tagen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 54


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§ 17: Sicherheitsleistungen

- für Vertragserfüllung und für Mängelansprüche

- durch Bürgschaft oder durch Hinterlegung von Geld

- binnen 18 Werktage nach Vertragsabschluss

- Sicherheitsleistungen ist nach zwei Jahren zurückzugeben, wenn nicht anders vereinbart

§ 18: Streitigkeiten

13.8.1 VOB B – in Auszügen

VOB B, § 1: Art und Umfang der Leistung

Definition durch Vertrag

VOB Teil C - Bestandteil des Vertrages

Geltungsreihenfolge von Vertragsbedingungen

Anordnung von Entwurfsänderungen

nicht vereinbarte, aber erforderliche Leistungen

VOB B, § 2 Vergütung

- Änderung des Einheitspreises auf Verlangen bei Mengenabweichungen von mehr als 10 %.

§ 2 Abs. 3

Nr. 1 Weicht die ausgeführte Menge der unter einem Einheitspreis erfassten Leistung oder

Teilleistung um nicht mehr als 10 v. H. von dem im Vertrag vorgesehenen Umfang ab, so gilt

der vertragliche Einheitspreis.

Nr. 2 Für die über 10 v. H. hinausgehende Überschreitung des Mengenansatzes ist auf

Verlangen ein neuer Preis unter Berücksichtigung der Mehr- oder Minderkosten zu

vereinbaren.

Nr. 3 Bei einer über 10 v. H. hinausgehenden Unterschreitung des Mengenansatzes ist auf

Verlangen der Einheitspreis für die tatsächlich ausgeführte Menge der Leistung oder Teilleistung

zu erhöhen, soweit der Auftragnehmer nicht durch Erhöhung der Mengen bei anderen

Ordnungszahlen (Positionen) oder in anderer Weise einen Ausgleich erhält. Die Erhöhung des

Einheitspreises soll im Wesentlichen dem Mehrbetrag entsprechen, der sich durch Verteilung der

Baustelleneinrichtungs- und Baustellengemeinkosten und der Allgemeinen Geschäftskosten auf

die verringerte Menge ergibt. Die Umsatzsteuer wird entsprechend dem neuen Preis vergütet.

- Änderung der Pauschalsumme nur bei Unzumutbarkeit (BGB § 242)

§ 2 Abs. 7 Nr.1

Ist als Vergütung der Leistung eine Pauschalsumme vereinbart, so bleibt die Vergütung

unverändert. Weicht jedoch die ausgeführte Leistung von der vertraglich vorgesehenen Leistung

so erheblich ab, dass ein Festhalten an der Pauschalsumme nicht zumutbar ist (§ 242 BGB), so

ist auf Verlangen ein Ausgleich unter Berücksichtigung der Mehr- oder Minderkosten zu

gewähren.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 55


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VOB B, § 4: Ausführung

(1) Nr. 1 Der Auftraggeber hat für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung auf

der Baustelle zu sorgen und das Zusammenwirken der verschiedenen Unternehmer

zu regeln. ...

(6) Stoffe oder Bauteile, die dem Vertrag oder den Proben nicht entsprechen, sind auf

Anordnung des Auftraggebers innerhalb einer von ihm bestimmten Frist von der

Baustelle zu entfernen. ...

(7) Leistungen, die schon während der Ausführung als mangelhaft oder

vertragswidrig erkannt werden, hat der Auftragnehmer auf eigene Kosten durch

mangelfreie zu ersetzen. ...

VOB B – § 5 Ausführungsfristen

(1) Die Ausführung ist nach den verbindlichen Fristen (Vertragsfristen) zu beginnen,

angemessen zu fördern und zu vollenden. In einem Bauzeitenplan enthaltene Einzelfristen

gelten nur dann als Vertragsfristen, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist.

(2) Ist für den Beginn der Ausführung keine Frist vereinbart, so hat der Auftraggeber dem

Auftragnehmer auf Verlangen Auskunft über den voraussichtlichen Beginn zu erteilen. Der

Auftragnehmer hat innerhalb von 12 Werktagen nach Aufforderung zu beginnen. Der Beginn

der Ausführung ist dem Auftraggeber anzuzeigen.

(3) Wenn Arbeitskräfte, Geräte, Gerüste, Stoffe oder Bauteile so unzureichend sind, dass die

Ausführungsfristen offenbar nicht eingehalten werden können, muss der Auftragnehmer auf

Verlangen unverzüglich Abhilfe schaffen.

(4) Verzögert der Auftragnehmer den Beginn der Ausführung, gerät er mit der Vollendung in

Verzug, oder kommt er der in Nummer 3 erwähnten Verpflichtung nicht nach, so kann der

Auftraggeber bei Aufrechterhaltung des Vertrages Schadensersatz nach § 6 Nr. 6 verlangen

oder dem Auftragnehmer eine angemessene Frist zur Vertragserfüllung setzen und erklären,

dass er ihm nach fruchtlosem Ablauf der Frist den Auftrag entziehe (§ 8 Abs. 3).

VOB B – § 8 und § 9 Kündigung

§ 8 Kündigung durch den Auftraggeber

(1) Nr. 1 Der Auftraggeber kann bis zur Vollendung der Leistung jederzeit den Vertrag kündigen.

Nr. 2 Dem Auftragnehmer steht die vereinbarte Vergütung zu. Er muss sich jedoch anrechnen

lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Kosten erspart oder durch anderweitige

Verwendung seiner Arbeitskraft und seines Betriebs erwirbt oder zu erwerben böswillig

unterlässt (§ 649 BGB).

(2) Nr. 2 Der Auftraggeber kann den Vertrag kündigen, wenn der Auftragnehmer seine

Zahlungen einstellt, von ihm oder zulässigerweise vom Auftraggeber oder einem anderen

Gläubiger in das Insolvenzverfahren (§§ 14 und 15 InsO) beziehungsweise ein vergleichbares

gesetzliches Verfahren beantragt ist, ein solches Verfahren eröffnet wird oder dessen Eröffnung

mangels Masse abgelehnt wird.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 56


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(3) Nr. 1 Der Auftraggeber kann den Vertrag kündigen, wenn in den Fällen des § 4 Abs. 7 und 8

Nr. 1 und des § 5 Abs. 4 die gesetzte Frist fruchtlos abgelaufen ist (Entziehung des Auftrags).

[§ 4 Abs. 7 - mangelhafte oder vertragswidrige Leistung]

[§ 5 Abs. 4 - verzögerter Beginn oder Vollendung]

§ 9 Kündigung durch den Auftragnehmer

(1) Der Auftragnehmer kann den Vertrag kündigen:

Nr. 1 wenn der Auftraggeber eine ihm obliegende Handlung unterlässt und dadurch den

Auftragnehmer außerstande setzt, die Leistung auszuführen (Annahmeverzug nach §§

293 ff. BGB),

Nr. 2 wenn der Auftraggeber eine fällige Zahlung nicht leistet oder sonst in Schuldnerverzug

gerät.

(2) Die Kündigung ist schriftlich zu erklären. Sie ist erst zulässig, wenn der Auftragnehmer dem

Auftraggeber ohne Erfolg eine angemessene Frist zur Vertragserfüllung gesetzt und erklärt hat,

dass er nach fruchtlosem Ablauf der Frist den Vertrag kündigen werde.

(3) Die bisherigen Leistungen sind nach den Vertragspreisen abzurechnen. Außerdem hat der

Auftragnehmer Anspruch auf angemessene Entschädigung nach § 642 BGB; etwaige

weitergehende Ansprüche des Auftragnehmers bleiben unberührt.

VOB B – § 11 Vertragsstrafe

(1) Wenn Vertragsstrafen vereinbart sind, gelten die §§ 339 bis 345 BGB.

(2) Ist die Vertragsstrafe für den Fall vereinbart, dass der Auftragnehmer nicht in der

vorgesehenen Frist erfüllt, so wird sie fällig, wenn der Auftragnehmer in Verzug gerät.

(3) Ist die Vertragsstrafe nach Tagen bemessen, so zählen nur Werktage; ist sie nach Wochen

bemessen, so wird jeder Werktag angefangener Wochen als 1/6 Woche gerechnet.

(4) Hat der Auftraggeber die Leistung abgenommen, so kann er die Strafe nur verlangen, wenn

er dies bei der Abnahme vorbehalten hat.

VOB B – § 13 Mängelansprüche

Gewähr des Auftragnehmers für

- vertraglich zugesicherte Eigenschaften

- Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik

- Fehlerfreiheit

Verjährungsfrist (wenn nichts anderes vertraglich vereinbart)

- 4 Jahre für Bauwerke

- 2 Jahre für andere Werke, deren Erfolg in der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer

Sache besteht, und für die vom Feuer berührten Teile von Feuerungsanlagen

- 1 Jahr für feuerberührte abgasdämmende Teile von industriellen Feuerungsanlagen

Fristbeginn

- Abnahme der gesamten Leistung

- Teilabnahme für in sich abgeschlossene Leistungsteile

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 57


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VOB B – § 16 Zahlung

- Abschlagszahlungen

- auf Antrag

- in Höhe des Wertes der jeweils nachgewiesenen vertragsmäßigen Leistungen

- in möglichst kurzen Zeitabständen oder zu vereinbarten Zeitpunkten

- binnen 18 Werktagen nach Zugang der Aufstellung

- Schlusszahlung spätestens innerhalb von 2 Monaten nach Zugang der Schlussrechnung

- Ausschluss von Nachforderungen bei vorbehaltloser Annahme der Schlusszahlung

(schriftlicher Hinweis auf Ausschlusswirkung und Vorbehaltserklärung binnen 24

Werktagen)

VOB B – § 17 Sicherheitsleistung

Sicherheit durch

- Einbehalt

- Hinterlegung

- Bürgschaft

- bei Einbehalt Kürzung der jeweiligen Zahlungen um höchstens 10 v. H.

- Rückgabe der Sicherheit für die Vertragserfüllung zum vereinbarten Zeitpunkt, spätestens

nach Abnahme.

- Rückgabe der Sicherheit für Mängelansprüche nach Ablauf von 2 Jahren (sofern kein

anderer Rückgabezeitpunkt vereinbart worden ist).

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 58


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13.9 VOB C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für

Bauleistungen

13.9.1 Aufbau der VOB Teil C - Gliederung der Allgemeinen Technischen

Vertragsbedingungen für Bauleistungen

18 299 Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

0 Hinweise

1 Geltungsbereich

2 Stoffe, Bauteile

3 Ausführung

4 Nebenleistungen

5 Abrechnung

18 300 Erdarbeiten


18 330 Mauerarbeiten

18 331 Betonarbeiten


18 334 Zimmer- und Holzbauarbeiten


18 352 Fliesen- und Plattenarbeiten

18 353 Estricharbeiten


18 459 Abbruch- und Rückbauarbeiten

0 Hinweise für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung

sind an die ausschreibende Stelle gerichtet und sollen die allgemeine Forderung nach ausreichender

und erschöpfender Leistungsbeschreibung bewerkstelligen.

1 Geltungsbereich

grenzt für Bauherrn und Unternehmer den Geltungsbereich der betreffenden Allgemeinen

Technischen Vertragsbedingungen ab.

2 Stoffe, Bauteile

legt die für eine Standardausführung zu verwendenden Baustoffe fest und bestimmt die normale Art

und Güte. Der Bauherr wird mit diesen Festlegungen vor der Verwendung minderwertiger

Materialien, der Unternehmer vor überspitzten Forderungen des Bauherrn bewahrt.

3 Ausführung

legt wie Nr. 2 die durch den Bauherrn vom Unternehmer zu beanspruchende „Standardleistung“

fest.

4 Nebenleistungen, Besondere Leistungen

Nebenleistungen werden als nicht gesondert vergütete, aber mit der in der Leistungsbeschreibung

verlangten Leistung zu erbringende Leistungen festgelegt. Besondere Leistungen gehören nur dann

zur vertraglichen Leistung, wenn sie in der Leistungsbeschreibung besonders erwähnt sind. Es

erfolgt eine Abgrenzung in der „finanziellen Auseinandersetzung“ zwischen Bauherrn und

Unternehmer.

5 Abrechnung

regelt die zur „finanziellen Auseinandersetzung“ zwischen Bauherrn und Unternehmer notwendige

Feststellung der tatsächlich ausgeführten Mengen.

Quelle: Mantscheff, Jack: Einführung in die Baubetriebslehre Teil 1, Düsseldorf 2002

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 59


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13.9.2 Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnissen

(VOB/A, §§ 7 und 7 EG, Leistungsbeschreibung)

Dreifache Funktion der Leistungsbeschreibung:

- Teil der Ausschreibungsunterlagen

- Teil des Angebotes

- Teil des Bauvertrages

Grundsätze:

- eindeutige und erschöpfende Beschreibung

- kein ungewöhnliches Wagnis für den Auftragnehmer

- Angabe aller preisbeeinflussenden Umstände, insbesondere der für die Leistungserbringung

wesentlichen Baustellenverhältnisse

- Markennamen nur ausnahmsweise und mit dem Zusatz „oder gleichwertiger Art“

- Leistungsverzeichnis so in Teilleistungen aufgliedern, dass unter einer Ordnungszahl (Position)

nur solche Leistungen aufgenommen werden, die nach ihrer technischen Beschaffenheit und für

die Preisbildung als in sich gleichartig anzusehen sind.

Aufgliederung der Gesamtleistungen in Teilleistungen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 60


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Aufbau des Leistungsverzeichnisses

Pos. Menge Leistungsbeschreibung Einheits- Gesamtpreis

preis

Leistungsverzeichnis Rohbauarbeiten

Leistungsbereich 2 Mauerarbeiten

Pos. 2.01 .......................................................

....................................................... ............... ...............

Pos. 2.02 105,0 m² Innenwände

aus Kalksandstein KSL 12 – 1,2 –

Format 3 DF,

Mörtelgruppe MG II,

24 cm dick,

Höhe bis 2,75 m

in allen Geschossen

für 1 m² ........... EUR .............. EUR

Pos. 2.03 .......................................................

....................................................... ............... ...............

Summe LB 2 ................

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 61


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Standardleistungsbuch (STLB-Bau) - Baumstruktur

Leistungsbereich 012 Mauerarbeiten – Beispiel für eine STLB-Position

Quelle: D.-A. Möller, W. Kalusche: Planungs- und Bauökonomie, Band 2: Grundlagen der wirtschaftlichen

Bauausführung, München 2007, übernommen aus der CD zum STLB-Bau (Dynamische BauDaten), aufgestellt vom

Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen in Verbindung mit der Dr. Schiller Partner GmbH -Dynamische

BauDaten-, herausgegeben vom DIN e.V.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 62


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Standardleistungsbuch (STLB-Bau)

Beispiel für eine STLB-Position Leistungsbereich 012 Mauerarbeiten

Quelle: D.-A. Möller, W. Kalusche: Planungs- und Bauökonomie, Band 2: Grundlagen der wirtschaftlichen

Bauausführung, München 2007, übernommen aus der CD zum STLB-Bau (Dynamische BauDaten), aufgestellt vom

Gemeinsamen Ausschuß Elektronik im Bauwesen in Verbindung mit der Dr. Schiller Partner GmbH -Dynamische

BauDaten-, herausgegeben vom DIN e.V.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 63


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13.9.3 Funktionale Leistungsbeschreibung

(VOB/A, §§ 7 und 7 EG, Leistungsbeschreibung)

Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm

- Wettbewerb für die auszuführende Bauleistung und deren Entwurf

- geschuldete Leistung wird nach dem vom Besteller erwarteten Erfolg beschrieben

Leistungsprogramm:

Festlegung funktionaler und technischer Anforderungen

- Objekt: Raum- und Funktionsprogramm

- Bauteil: Lage, Abmessungen, prinzipielle Gestaltung und bautechnische

Anforderungen

Vorteil:

Nachteil:

verbesserte Rückkopplung von den Ausführungsbedingungen zur Planung,

relative Nachtragssicherheit

Unabhängigkeit der Planung von erwerbswirtschaftlichen Interessen

in Frage gestellt, kein detaillierter Leistungsbeschreib ermöglicht größere

Freiheiten in der Ausführung für den Unternehmer (Auftragnehmer)

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 64


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Funktionale Leistungsbeschreibung für ein Parkhaus

1.0 Allgemein

1.1 Das Parkhaus ist schlüsselfertig und betriebsbereit mit Ausnahme der Kassenanlage zu

erstellen. Für das Tragwerk ist eine Stahlkonstruktion vorzusehen. Die Deckenplatten sind

als Fertigteile, z. B. in Stahlbeton, herzustellen. Die Parkschiffe müssen stützenfrei

überspannt werden. Die Konstruktion muss demontier- und remontierbar ausgeführt werden.

Alle Teile sind deshalb verschraubt vorzusehen.

1.2 Das Gebäude ist in 2 Bauabschnitte unterteilt. Dabei ist der 1. Bauabschnitt bis zur

Brandwand zu erstellen, d. h. die Brandwand wird im 1. Abschnitt nicht ausgeführt. Die

Fundamente, sowie ggf. die Anschlussbewehrung für diese Brandwand sind jedoch mit dem

1. Bauabschnitt auszuführen.

1.3 Insgesamt sind innerhalb des Gebäudes 1.343 PKW-Einstellplätze in 4 Parkebenen zu

erstellen. Davon sind im 1. Bauabschnitt 169 Stellplätze pro Ebene und in der 0-Ebene die

vorh. Kassenanlage unterzubringen (= 671 Stellplätze im 1. Bauabschnitt). Die restlichen

672 Stellplätze = 168/Ebene, werden im 2. Bauabschnitt erstellt.

1.4 Aufgrund der vorgegebenen Geländesituation darf die Gebäudetiefe 48,00 m nicht

wesentlich überschreiten.

1.5 Die Rampen sind getrennt für jede Fahrrichtung auszubilden. Die max. Rampenneigung

beträgt 15 %.

1.6 Für die Stellplätze sind Senkrecht-Aufstellungen gefordert.

1.7 Die Mindestabmessungen der Stellplätze betragen 2,50 x 5,00 m. Die Fahrgassen müssen

6,00 m breit sein. Als lichte Durchfahrtshöhe in allen Ebenen werden mind. 2,10 m

gefordert.

1.8 Als Bezugspunkte gelten die Höhen des vorhandenen Parkplatzes P 3 und der ihn

umgebenen Straßen.

1.9 Treppenhäuser sind entsprechend der Garagenverordnung in entsprechender Anzahl

vorzusehen.

1.10 In jeder Parkebene ist eine WC-Anlage in folgender Unterteilung, gem. beigefügter

Systemzeichnung einzubauen.

0. und 2. Parkebene = je 1 WC – Herren

1. und 3. Parkebene = je 1 WC - Damen

1.11 Alle Bauteile müssen für die De- und Remontierarbeiten in Teileinheiten zerlegbar und

stapelbar sein und sich zum Transport auf öffentlichen Straßen eignen.

1.12 Mit dem Angebot der Bieter eine technisch detaillierte Baubeschreibung zu liefern, aus der

alle systemtypischen Merkmale und bauphysikalischen Daten hervorgehen und in welcher

insbesondere alle Abweichungen von der Ausschreibung genau beschrieben sind. Hierin

könnten Alternativpreise angegeben werden.

Die unter Punkt 3.0 aufgestellte Baubeschreibung stellt die Mindestanforderung dar und

erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf die schlüsselfertige Erstellung des

Gebäudes.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 65


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2.0 Planungs- und Nebenleistungen

2.1 Entwurfplanung

Der Bieter hat bereits mit dem Angebot einen Vorentwurf im Maßstab 1 : 100 als Grundlage

für die weitere Planung abzugeben.

2.2 Genehmigungsplanung

Innerhalb von 2 Wochen nach Auftragserteilung sind in Form von Mutterpausen vom

Auftragnehmer zu liefern:

- Grundrisse aller Parkebenen

- Ansichten und erforderliche Schnitte

- Entwässerungsplan im Maßstab 1 : 100 (kein Lageplan)

Die Bauzeichnungen werden bei der eingereicht und müssen deshalb deren Vorschriften für

Eingabepläne entsprechen.

2.3 Ausführungs- und Detailplanung

Mit dem Angebot sind außerdem auch Details anzugeben, aus denen der konstruktive

Aufbau des Parkhauses ersichtlich ist.

2.4 Bauüberwachung

Einschl. Stellung des verantwortlichen Bauleiters gem. Art. 76 Bayer. Bauordnung.

2.5 Statische Berechnung

Aufstellen in dem für die Baugenehmigung erforderlichen Umfang mit allen Positionsplänen

und erforderlichen Konstruktionsdetails in 4-facher Ausfertigung bis innerhalb von 4

Wochen nach Auftragserteilung

2.6 Gleichzeitig sind mit der stat. Berechnung sämtl. behördlich geforderten Nachweise über

Brand-, Schall- und Wärmeschutz zu liefern. Hierfür sind die Prüfzeugnisse bzw. Gutachten

zugelassener westdeutscher Institute vorzulegen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 66


Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen – Fakultät Architektur – TU Dresden SS 2013

13.9.4 VOB C - 0 Hinweise für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung

DIN 18 299

Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

0.1 Angaben zur Baustelle

. . .

0.1.4 Verkehrsverhältnisse auf der Baustelle, insbesondere

Verkehrsbeschränkungen

0.2 Angaben zur Ausführung

. . .

0.2.2 Besondere Erschwernisse während der Ausführung,

z. B. Arbeiten in Räumen, in denen der Betrieb weiterläuft,

Arbeiten im Bereich von Verkehrswegen,

oder bei außergewöhnlichen äußeren Einflüssen

DIN 18 330

Mauerarbeiten

0.5 Abrechnungseinheiten

. . .

0.5.2 Raummaß (m 3 ), getrennt nach Bauart und Maßen, für

- Dämmstoffe für die Auffüllung von Hohlräumen

- Schüttungen

DIN 18 331

Betonarbeiten

0.2 Angaben zur Ausführung

. . .

0.2.19 Besondere Ausbildung der Bauteile und Beschaffenheit der Oberfläche des

Betons, z. B. für Abdichtungen, Beschichtungen, Tapezierungen

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 67


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13.9.5 VOB C - 1 Geltungsbereich

DIN 18 299

Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

Die ATV 18299 „Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art“ gilt für

alle Bauarbeiten, auch für solche, für die keine ATV in VOB/C – ATV DIN

18 300 – ATV DIN 18459 – bestehen.

Abweichende Regelungen in den ATV DIN 18 300 – ATV DIN 18 451

haben Vorrang.

DIN 18 330

Mauerarbeiten

1.1 Die ATV DIN 18 330 „Mauerarbeiten“ gilt für Mauerwerk jeder Art aus

natürlichen und künstlichen Steinen.

1.2 Die ATV DIN 18 330 gilt nicht für

DIN 18 331 Betonarbeiten

- Quadermauerwerk (siehe ATV DIN 18 332 „Naturwerksteinarbeiten“)

- Versetzen von Betonwerksteinen (siehe ATV DIN 18 333

„Betonwerksteinarbeiten“)

Die ATV DIN 18 331 „Betonarbeiten“ gilt für das Herstellen von Bauteilen

aus bewehrtem oder unbewehrtem Beton jeder Art.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 68


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13.9.6 VOB C - 2 Stoffe, Bauteile

DIN 18 299

. . .

Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

2.2 Vorhalten

Stoffe und Bauteile, die der Auftragnehmer nur vorzuhalten

hat, die also nicht in das Bauwerk eingehen,

dürfen nach Wahl des Auftragnehmers gebraucht oder ungebraucht sein.

2.3 Liefern

2.3.1 Stoffe und Bauteile, die der Auftragnehmer zu liefern und

einzubauen hat, die also in das Bauwerk eingehen,

müssen ungebraucht sein. Wiederaufbereitete (Recycling-)

Stoffe gelten als ungebraucht, ...

DIN 18 330 Mauerarbeiten

. . .

2.2 Künstliche Steine

. . .

2.5 Mörtel

DIN 18 331 Betonarbeiten

. . .

DIN 105-5, Mauerziegel – Teil 5: Leichtlanglochziegel und Leichtlangloch-

Ziegelplatten

DIN V 18580: Mauermörtel mit besonderen Eigenschaften

2.2 DIN 488-1, DIN 488-2 und DIN 488-4 Betonstahl

DIN 4099-1 Schweißen von Betonstahl – Teil 1: Ausführung

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 69


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13.9.7 VOB C - 3 Ausführung

DIN 18 299

Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

. . .

3.2 Die für die Aufrechterhaltung des Verkehrs

bestimmten Flächen sind freizuhalten . . . .

DIN 18 330

Mauerarbeiten

3.1 Allgemeines

3.1.1 Der Auftragnehmer hat bei seiner Prüfung Bedenken (siehe § 4

Abs. 3 VOB/B) insbesondere geltend zu machen bei

- ungeeigneter Beschaffenheit oder ungenügender Tragfähigkeit des

Untergrundes

- fehlenden Bezugspunkten

3.1.2 Ausführung bei Frost bedarf der Zustimmung des

Auftraggebers

DIN 18 331 Betonarbeiten

3.3 Schalung und Betonflächen

Die Wahl der Schalung nach Art und Ausführung bleibt dem Auftragnehmer

überlassen. Nicht geschalte Flächen sind roh abzuziehen. Geschalte Flächen

des Betons bleiben nach dem Ausschalen unbearbeitet.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 70


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13.9.8 VOB C - 4 Nebenleistungen, Besondere Leistungen

DIN 18 299

Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

4.1 Nebenleistungen

Nebenleistungen sind Leistungen, die auch ohne

Erwähnung im Vertrag zur vertraglichen Leistung

gehören (§ 2 Abs. 1 VOB/B).

Nebenleistungen sind demnach insbesondere:

4.1.1 Einrichten und Räumen der Baustelle einschließlich

der Geräte und dergleichen

4.2 Besondere Leistungen

Besondere Leistungen sind Leistungen, die nicht

Nebenleistungen gemäß Abschnitt 4.1 sind und nur

dann zur vertraglichen Leistungen gehören, wenn sie in der

Leistungsbeschreibung besonders erwähnt sind.

Besondere Leistungen sind z. B.:

. . .

4.2.2 Beaufsichtigung der Leistungen anderer Unternehmer

4.2.15 Beseitigen von Hindernissen

DIN 18 330 Mauerarbeiten /

DIN 18 331 Betonarbeiten

4.1 Nebenleistungen sind ergänzend zur ATV DIN 18299,

Abschnitt 4.1, insbesondere

4.1.2 / 4.1.4 Auf-, Um- und Abbauen sowie Vorhalten der Arbeitsund

Schutzgerüste sowie der Traggerüste für die Bemessungsklasse A, soweit

diese für die eigene Leistung notwendig sind.

4.2 Besondere Leistungen sind ergänzend zur ATV

DIN 18 299, Abschnitt 4.2, z. B.

4.2.1/4.2.4 Vorhalten der Gerüste über die eigene Benutzungsdauer

hinaus für andere Unternehmer

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 71


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13.9.9 VOB C - 5 Abrechnung

DIN 18 299

Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

Die Leistung ist aus Zeichnungen zu ermitteln, soweit die ausgeführte Leistung diesen Zeichnungen

entspricht. Sind solche Zeichnungen nicht vorhanden, ist die Leistung aufzumessen.

DIN 18 330 Mauerarbeiten

5.1 Allgemeines

. . .

5.1.2 Wandmauerwerk wird von der Oberseite Rohdecke bis Unterseite Rohdecke

gerechnet

. . .

5.1.9 Tür- und Fensterpfeiler im Wandmauerwerk werden, wenn sie schmaler als

50 cm sind und die beiderseits dieser Pfeiler liegenden Öffnungen abgezogen

werden, gesondert gerechnet, andernfalls gelten sie als Wandmauerwerk.

5.2 Es werden abgezogen:

5.2.1 Bei Abrechnung nach Flächenmaß:

- Öffnungen (auch raumhoch) über 2,5 m 2 Einzelgröße

DIN 18 331 Betonarbeiten

5.1.1.3 Geneigt liegende oder gekrümmte Decken werden mit ihren tatsächlichen

Maßen gerechnet.

5.1.2 Es werden abgezogen:

5.1.2.1 Bei Abrechnung nach Raummaß:

Öffnungen (auch raumhoch), Nischen, Kassetten, Hohlkörper und

dergleichen über 0,5 m³ Einzelgröße

5.1.2.2 Bei Abrechnung nach Flächenmaß:

Öffnungen (auch raumhoch) und Durchdringungen über 2,5 m² Einzelgröße.

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 72


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Leistungsbereich Abrechnungseinheit beispielhafte Aufzählung Abmessungen Abzüge

DIN 18331

Betonarbeiten

Raummaß (m³) Fundamente Konstruktionsmaße

Pfeiler

Flächenmaß (m²) Wände Konstruktionsmaße

Fundament- und Bodenplatten

Fertigteile

Decken

Längenmaß (m) Stützen Konstruktionsmaße

Pfeilervorlagen

Unterzüge

Fertigteile

Schlitze

Anzahl (Stück) Stützen

Fertigteile

Stufen (auch nach Längenmaß)

Herstellung von Aussparungen,

z.B. Öffnungen, Nischen (auch

nach Flächenmaß)

Masse (kg, t) Bewehrungen Abrechnung nach Stahllisten

Öffnungen, Durchdringungen und

Einbindungen über 0,5 m³

Einzelgröße, Schlitze über 0,1 m³ je m

Länge

Öffnungen und Durchdringungen über

2,5 m² Einzelgröße; kein Abzug bei

Nischen, Schlitzen, Kanälen u.A.

DIN 18352

Fliesen- und

Plattenarbeiten

DIN 18353

Estricharbeiten

Flächenmaß (m²)

Längenmaß (m)

Anzahl (Stück)

Flächenmaß (m²)

Vorbehandlung Untergrund

Decken-, Wand- und

Bodenbeläge

Stufen und Schwellen (auch nach größte Bauteillänge

Anzahl)

Sockel und Kehlen

Bewegungsfugen

Anarbeiten an Waschtische

Stufen und Schwellen (auch nach

Längenmaß)

Anarbeiten an Aussparungen über

0,1 m² Einzelgröße

Einsetzen von Schaltern

Vorbehandlung Untergrund

Estriche

Oberflächenbehandlung

bis zu den begrenzenden,

unbekleideten Bauteilen,

sonst die Maße der zu

belegenden Bauteile

bis zu den begrenzenden,

unbekleideten Bauteilen,

sonst die Maße der zu

belegenden Bauteile

Längenmaß (m) Leisten, Profile, Schienen größte Bauteillängen

Sockel und Kehlen, Fugen

Anarbeiten an Durchdringungen

über 0,1 m² Einzelgröße

Abwicklung der jeweiligen

Durchdringung

Aussparungen und Öffnungen über

0,1 m² Einzelgröße

Unterbrechungen über 1 m

Einzellänge

Aussparungen, z.B. für Öffnungen,

Pfeiler und Pfeilervorlagen, über

0,1 m² Einzelgröße

Unterbrechungen über 1 m

Einzellänge

DIN 18363

Maler- und

Lackierarbeiten

Anzahl (Stück)

Flächenmaß (m²)

Längenmaß (m)

Anzahl (Stück)

Estriche auf Stufen und

Schwellen

Anarbeiten an Durchdringungen

bis 0,1 m² Einzelgröße

Schließen von Aussparungen

Decken, Wände, Böden und Maße der behandelten

Leibungen (auch nach

Flächen

Längenmaß) bei Flächen über 2,5

m² Einzelgröße

Leibungen, Leisten

Stahlprofile und Rohre mit einem

Umfang bis 90 cm

Türen (auch nach Flächenmaß),

Fenster, Heizkörper sowie

Decken, Wände, Böden und

Bekleidungen bei Flächen bis 2,5

m² Einzelgröße

Abb.: Abrechnungsvorschriften nach VOB Teil C bei verschiedenen Leistungsbereichen

Öffnungen, Aussparungen und

Nischen über 2,5 m² Einzelgröße, in

Böden über 0,5 m² Einzelgröße,

Leisten und Sockelfliesen über 10 cm

Höhe

Unterbrechungen über 1 m

Einzellänge

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 73


Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen – Fakultät Architektur – TU Dresden SS 2013

DIN 18 330 Mauerarbeiten

Abrechnung von Mauerwerk mit Tür- und Fensterpfeilern

Quelle: W. Winkler, P. J. Fröhlich: VOB Bildband – Abrechnung von Bauleistungen, Braunschweig/Wiesbaden 1998,

S.244

weitere Beispiele für die Mengenermittlung von Bauleistungen anderer Gewerke

4,00

3,50

Quelle: W. Winkler, P. J. Fröhlich: VOB Bildband – Abrechnung von Bauleistungen,

Braunschweig/Wiesbaden 1998, S. 282

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 74


Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen – Fakultät Architektur – TU Dresden SS 2013

4,00

5,00

2,50

5,00

Quelle: W. Winkler, P. J. Fröhlich: VOB Bildband – Abrechnung von Bauleistungen,

Braunschweig/Wiesbaden 1998, S. 482, 498 und 594

12. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) 75


Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen – Fakultät Architektur – TU Dresden SS 2013

14. Objektüberwachung und Objektbetreuung

14.1 Wesentliche Leistungen der Objektüberwachung

14.1.1 Technische, geschäftliche und künstlerische Oberleitung

14.1.2 Abnahme der Bauleistungen

14.1.3 Rechnung

14.1.4 Terminplanung

14.2 Leistungen der Leistungsphase 9

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 77


Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen – Fakultät Architektur – TU Dresden SS 2013

14.1 Wesentliche Leistungen der Objektüberwachung

14.1.1 Technische, geschäftliche und künstlerische Oberleitung

Treffen der notwendigen Entscheidungen auf der Baustelle

- offene Fragen

- Änderungsnotwendigkeiten

Überwachen der Ausführung

Überwachen der Ausführung des Objekts auf Übereinstimmung mit der Baugenehmigung ... den

Ausführungsplänen und den Leistungsbeschreibungen, mit den anerkannten Regeln der Technik

und den einschlägigen Vorschriften.

- privatrechtliche Verantwortung

- öffentlich-rechtliche Verantwortung

Bauleiterpräsenz bei wichtigen Bauabschnitten bzw. -leistungen, bei größeren Bauvorhaben ständig

Kontrolle von Leistungen bevor sie durch nachfolgende Leistungen unmöglich gemacht wird

Fachbauleiter einschalten bei fehlender Sachkunde

Verkehrssicherungspflicht

Baustelle = Gefahrenquelle

Sicherungsmaßnahmen zum Schutz

- des Straßenverkehrs

- des Baubetriebes (gefahrloses Ineinandergreifen der Arbeiten der einzelnen Unternehmen)

Die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Bauleiters erstreckt sich auf die von dem Baubetrieb

ausgehende Gefährdung Dritter, nicht jedoch auf den internen Betriebsablauf des einzelnen

Unternehmers.

Bautagebuch

Regelmäßig geführtes Bautagebuch = Beweismittel

Wichtige Eintragungen:

- Beginn und Ende von Arbeiten

- Zu- und Abgang von Großgeräten

- Wetter, insbesondere bei Frost

- Personaleinsatz auf der Baustelle

mündliche Weisungen an Bauführer

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 78


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14.1.2 Abnahme der Bauleistungen

Gemeinsames Aufmass mit den bauausführenden Unternehmen

- nur wenn die ausgeführte Leistung nicht den Zeichnungen entspricht

Antrag auf behördliche Abnahme und Teilnahme daran bzw. Anzeige der Fertigstellung des

Rohbaus und der abschließenden Fertigstellung

- Nutzung erst nach Schlussabnahme

- Auszahlung der letzten Darlehensrate oft erst nach Schlussabnahme

Übergabe des Objektes einschließlich Zusammenstellung und Übergabe der erforderlichen

Unterlagen

Auflisten der Gewährleistungsfristen

Formen der Abnahme:

Abnahme

Abnahme wird verlangt

Abnahme wird nicht verlangt

erklärte (tatsächliche)

fiktive

stillschweigend

(schlüssiges,

konkludentes

Verhalten)

ausdrücklich

12 Werktage nach

Mitteilung der

Fertigstellung

VOB/B §12 (5) Nr. 1

6 Werktage nach

Beginn der Nutzung

VOB/B §12 (5) Nr.2

förmlich

VOB/B §12 (4)

anderweitig

schriftlich oder

mündlich

Rechtsfolgen der Abnahme:

- Gefahrenübergang

- Beweislastumkehr

- Verwirkung von Vertragsstrafenansprüchen

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 79


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Abnahmeausrüstung:

- Maßstab, Zollstock, Laser Distanzmessgerät

- Wasserwaage (=> 80 cm)

- Lampe

- Protokollvordruck

- ggf. Diktiergerät

Abnahmevorgang:

- Inaugenscheinnahme

- Feststellen und Protokollieren von Mängeln

- Gegenzeichnung durch Bauherrn bei fehlender

Vollmacht des Architekten

- Überwachung der Mängelbeseitigung

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 80


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Abnahmeprotokoll

Allgemeine Bauträger- und Baubetreuungs-GmbH, Neustadt

Bauleistung:

Schlüsselfertige Erstellung des Gebäudes

Gebäude/Bauwerk:

Verwaltungsgebäude

Auftragnehmer:

Schnellbau-GmbH

Auftrags-Nr.: 94/123 vom: 30.05.2004

Zum Zwecke der Abnahme fand am : 12.06.2005

eine Prüfung der folgenden Leistungen statt:

gesamtes Bauwerk, Technische Anlagen vorbehaltlich der

Funktionsprüfung und Inbetriebnahme

Teilnehmer:

Meier (AG), Müller (AN), Schulze (Architekt)

Ergebnis:

O

O

O

Die Leistungen werden als einwandfrei befunden und daher ohne Vorbehalt abgenommen.

Die festgestellten Mängel sind so wesentlich, dass die Leistungen nicht abgenommen werden

können.

Die Leistungen werden unter dem Vorbehalt abgenommen, dass der Auftragnehmer die

festgestellten und im folgenden aufgeführten Mängel bis spätestens 31.07.1995 beseitigt.

Sofern dies nicht geschieht, ist der Bauherr berechtigt auf Kosten des Auftragnehmers die

Mängelbeseitigung vornehmen zu lassen.

Mängelliste:

EG, Herren-WC

Gipskarton-Decke nacharbeiten (Trockenbauarbeiten)

2 Fliesen auswechseln (Fliesenarbeiten)

1. OG, Raum 103 Blasen im PVC-Boden (Bodenbelagarbeiten)

3. OG, alle Büroräume Türpuffer fehlen (Bodenbelagarbeiten)

KG

restliche Anstricharbeiten (Anstrich- und Malerarbeiten)

Alle Ansprüche des Bauherrn auf Gewährleistung und Schadenersatz bleiben unberührt. Die

Abnahme bedeutet nicht, dass der Bauherr auf eine bereits verwirkte Vertragsstrafe verzichtet. Der

Bauherr behält sich vielmehr ausdrücklich vor, eine bereits verwirkte Vertragsstrafe auch weiterhin

aufrecht zu erhalten..

Ort, Datum: Neustadt, 12.06.2005

.................... .................... ....................

(Auftragnehmer) (Auftraggeber) (Objektüberwachung)

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 81


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14.1.3 Rechnung

Rechnungsprüfung

- Rechnungen mit Prüfvermerk dem Bauherrn zur Zahlungsanweisung

zuleiten

Kostenfeststellung

- Abrechnung des Bauvorhabens

- Grundlage für die Abrechnung des Architektenhonorars (Leistungsphasen 8 und 9)

Abrechnung nach § 14 VOB/B

1. Prüfbare Abrechnung der Leistungen durch den Auftragnehmer

Übersichtlichkeit

Einhaltung der Posten-Reihenfolge

Verwendung der vertragsgegenständlichen Bezeichnungen

Beifügung von Nachweisen (Mengenberechnungen, Zeichnungen und anderen Belegen)

besondere Kenntlichmachung von Änderungen und Ergänzungen des Vertrages

2. Gemeinsame, für die Abrechnung notwendige Feststellungen

dem Fortgang der Leistung entsprechend

rechtzeitige Beantragung durch den Auftragnehmer

Beachtung der Abrechnungsbestimmungen (VOB/C und ggf. andere Vertragsunterlagen)

3. Vorlagefristen für die Schlussrechnung

12 Werktage nach Fertigstellung (bei einer vertraglichen Ausführungsfrist von höchstens 3

Monaten)

Fristverlängerung um je 6 Werktage für je weitere 3 Monate Ausführungsfrist

4. Abrechnung durch den Auftraggeber auf Kosten des Auftragnehmers bei Nichtvorlage einer

prüfbaren Rechnung innerhalb einer gesetzten, angemessenen Frist

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 82


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14.1.4 Terminplanung

Arbeitsschritte zur Erstellung eines Terminplanes

Projektdefinition

Ziele, Aufgaben,

Randbedingungen

Projektaufgliederung:

Projektstrukturplan

Arbeitspaket

Arbeitspaket

Arbeitspaket

Vorgänge, Ereignisse,

Abhängigkeiten

Ablaufstrukturplan

Dauer der Vorgänge

Terminplan

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 83


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Dauer, Vorgänger und Nachfolger von Vorgängen und Ereignissen

Nr. Inhalt Dauer unmittelbarer unmittelbarer

(Arbeitstage) Vorgänger Nachfolger

0 Start 0 - 1

1 Planung 50 0 2, 3, 6

2 Ausschreibung und Vergabe 25 1 4

Rohbauarbeiten

3 Ausschreibung und Vergabe 35 1 5 **)

Ausbauarbeiten *)

4 Rohbau-Ausführung 75 2 5

5 Ausbau-Ausführung 100 3, 4 7 **)

6 Inbetriebnahmeplanung 20 1 7

7 Ende 0 5, 6 -

*) Baukonstruktiver Ausbau und Technische Anlagen

**) z. T. überlappen sich die Ausbauarbeiten sowohl bei der Ausschreibung und Vergabe als auch bei der

Ausführung (Aufzugsanlagen sollten wegen der Einbaumaße sogar vor den Rohbauarbeiten vergeben werden).

Netzplantechnik

50 70

6 / 20

Inbetriebnahmeplanung

230 250

0 0 0 50 50 85 150 250 250 250

0 / 0 1 / 50 3 / 35 5 / 100 7 / 0

Start Planung Ausschrei- Ausführung Ende

bung Ausbau Ausbau

0 0 0 50 115 150 150 250 250 250

50 75 75 150

2 / 25 4 / 75

Ausschrei- Ausführung

bung Rohbau Rohbau

50 75 75 150

Vorteile:

- gute Ablesbarkeit

- der Projekt-Ablaufstruktur

- Abhängigkeiten

- Angabe des Kritischen Weges und der Pufferzeiten

- einfache Ermittlung der Konsequenzen von

Steuerungsmaßnahmen

Nachteile:

- keine zeitproportionale Darstellung

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 84


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Balkendiagramm (Gantt)

Planung

Ausschreibung Rohbau

Ausschreibung Ausbau

Ausführung Rohbau

Ausführung Ausbau

Inbetriebnahmeplanung

0 50 100 150 200 250

Arbeitstage

Vorteile:

- Zeitproportionale Darstellung

- gute Ablesbarkeit

- momentaner Zeitpunkt

- Vorgangsdauern

- verbleibender Zeitraum

- Terminüberschreitungen

Nachteile:

- Abhängigkeiten kommen nicht zum Ausdruck

- keine Angabe des Kritischen Weges und der

Pufferzeiten

Weg-Zeit-Diagramm

%

100

75

Planung

50

25

Ausschreibung Rohbau

Vergabe Rohbau

Ausführung Rohbau

Ausschreibung Ausbau

Vergabe Ausbau

Ausführung Ausbau

Inbetriebnahmeplanung

0 50 100 150 200 250

Arbeitstage

Vorteile:

- verdeutlicht den Arbeitsfortschritt bei sehr langen

Vorgängen (besonders wenn sie auch geographisch

eine große Ausdehnung haben: Straßen, Kanäle,

Hochhäuser)

- gute Ablesbarkeit von Terminverzügen und deren

Entwicklung

Nachteile:

- Abhängigkeiten kommen nicht zum Ausdruck

- keine Angabe des Kritischen Weges und der

Pufferzeiten

- ungeeignet bei überwiegend kurzen

Vorgängen

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 85


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14.2 Leistungen der Leistungsphase 9

Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf der Verjährungsfristen der Mängelansprüche

gegenüber den bauausführenden Unternehmen

Überwachen der Beseitigung von Mängeln, die innerhalb der Verjährungsfristen der

Mängelansprüche, längstens jedoch bis zum Ablauf von fünf Jahren seit Abnahme der

Bauleistungen auftreten;

Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen

Systematische Zusammenstellung der zeichnerischen Darstellungen und rechnerischen Ergebnisse

des Objekts

13. Objektüberwachung und Objektbetreuung 86


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Anhang

Semesterablaufplan

Grundriss / Schnitt Übungshaus

Anhang 87


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ABLAUFPLAN SS 2013: Planungs- und Bauökonomie 1

PF Planungs- und Bauökonomie 1 (5.+6. Semester)

KW

wann wo was

KW Uhrzeit Raum

Lehrinhalt

15 Vorlesung 2.1:

Di:

Einführ. Immobilienwirtschaft

09.04 ZEU / 160 + Projektentwicklung

11.10-12.40

Mickan

16

Di:

16.04

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

Ü 2.1: BBL/NBL, tragbarer Bodenpreis, Markt-

Standort-Analyse

ABGABE Ü 2.1 am Di 23.04.13, 18.00Uhr

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

April

17 Vorlesung 2.2:

Di:

Anfangsrentabilität

23.04 ZEU / 160 + Investitionsrechnung

11.10-12.40

Mickan

13.00-14.30 BZW / A419 CAD-Pool

BELEGBETREUUNG

18

Di:

30.04

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

ABGABE Ü 2.2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

Ü 2.2: Mietpreisberechnung, Anfangsrentabilität

am Di 07.05.13, 18.00Uhr

19 Vorlesung 3.1:

Di:

HOAI

07.05 ZEU / 160

11.10-12.40

Mickan

13.00-14.30 BZW / A419 CAD-Pool

BELEGBETREUUNG

Mai

20

Di:

14.05

21

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

11.10-12.40

ABGABE Ü 3.1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

Exkursionswoche

Übung 3.1: HOAI

am Di 28.05.13, 18.00Uhr

22 Vorlesung 3.2:

Di:

Verdingungswesen

28.05 ZEU / 160

11.10-12.40

Mickan

13.00-14.30 BZW / A419 CAD-Pool

BELEGBETREUUNG

Juni

23

Di:

04.06

24

Di:

11.06

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

ABGABE Ü 3.2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

ABGABE Ü 3.2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

Übung 3.2a: AVA 1 (Mengen VOB)

am Di 18.06.13, 18.00Uhr

Übung 3.2b: AVA 2 (Auschreibung VOB)

am Di 18.06.13, 18.00Uhr

25 Vorlesung 3.3:

Di:

Objektüberwachung

18.06 ZEU / 160

11.10-12.40

Mickan

13.00-14.30 BZW / A419 CAD-Pool

BELEGBETREUUNG

Juli

26

Di:

25.06

27

Di:

02.07

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

09.20-10.50

11.10-12.40

13.00-14.30

14.50-16.20

ABGABE Ü 3.3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

ABGABE Ü 3.3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 1

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 2

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 3

BZW / A419 CAD-Pool Gruppe 4

Übung 3.3a: Terminplanung

am Di 09.07.13, 18.00Uhr

Übung 3.3b: Abrechnung / Kostenkontrolle

am Di 09.07.13, 18.00Uhr

28 Vorlesung 3.4:

Di: Zusammenfassung Kap. 1-3

09.07 ZEU / 160 Klausurvorbereitung

11.10-12.40

Mickan

13.00-14.30 BZW / A419 CAD-Pool

BELEGBETREUUNG

Anhang 88

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