Download Homes 4/2010 (PDF) - BILANZ Homes

bilanzhomes.ch

Download Homes 4/2010 (PDF) - BILANZ Homes

Architektur: Lofts // Interview 1: Winka Dubbeldam // Style: Home Office, Home Electronics // Interior: Ferienhaus in Klosters // Citytrip: Istanbul // Interview 2: Gigon/Guyer homes

4 // 2010

homes

4/2010 // CHF 12.– / Euro 8.–

www.bilanzhomes.ch

Das Schweizer Immobilienmagazin

Exklusiv

50 Seiten

Immobilien-

Angebote

architEktur

Lofts – eine Wohnrevolution.

DEsign

Heimbüros und Stil.

citytrip

Istanbul – Bars, Basar

und Bosporus.

intErviEw

Gigon/Guyer über ihre

Lieblingsbauten.

Winterzauber

Gemütliches Bergrefugium in Klosters – mit

modernem Touch.


Cover: Martin Guggisberg; Fotos: Bruno Helbling, Martin Guggisberg, Sandro Fiechter

Wie die Umnutzung von

Fabriken, Mühlen oder

Kirchen die Wohnkultur

revolutioniert (Seite 12),

wie Innenarchitektinnen

einem Chalet in Klosters

zeitgemässe Gemütlichkeit

verleihen (Seite 30) und

weshalb Annette Gigon

und Mike Guyer vermehrt

in die Vertikale bauen

(Seite 46).

5 // Editorial_Mirko Beetschen und

Stéphane Houlmann über die

Umnutzung von Industriebrachen.

6 // News_Die besten neuen Produkte

und Bücher; Nachrichten aus der

Immobilienbranche.

12 // Umnutzungen_Die früheren

Refugien für Künstler haben sich inzwischen

als die angesagteste Wohnform

etabliert. Ein Rückblick auf die Anfänge

der Loft-Bewegung in New York.

19 // Winka Dubbeldam_Die Stararchitektin

über Stolpersteine und Tricks

bei Umbau und Möblierung von Lofts.

20 // Metamorphosen_Fünf

Beispiele für gelungene Umnutzungen

aus aller Welt.

22 // Home Office_Wie Sie Ihr

Zuhause in eine erweiterte Arbeitszone

verwandeln.

26 // Home Electronics_Die besten,

schönsten und nützlichsten elektronischen

Helferlein für daheim.

30 // Klosters_Wie Innenarchitektinnen

von Atelier Zürich in einem

Chalet im Bündnerland alpine

Gemütlichkeit neu interpretierten.

4 // 2010 // BILANZhomes

inhalt

38 // Istanbul_Das Spannungsfeld

zwischen Orient und Okzident, Tradition

und Aufbruch manifestiert sich nirgends

so bunt und reichhaltig wie am Bosporus.

45 // Fragebogen_Markus Ruf,

Werber und Unternehmer.

46

12 30

46 // Annette Gigon / Mike Guyer_

Das Architektenduo über die DNA

ihrer Bauten und den Hochhausbau in

der Schweiz.

53 // Traumhäuser_50 Immobilienpräsentationen.

104 // Wohnraum im Süden_Zwölf

Villen und Appartements für die Ferien

von Italien bis Australien.

5 // Impressum

106 // Vorschau_BILANZ Homes 1/11


BILANZ Homes

Axel Springer Schweiz AG

Förrlibuckstrasse 70

CH-8021 Zürich

Tel. +41 (0)43 444 55 12

Tel. Abo: +41 (0)43 444 55 22

Fax +41 (0)43 444 55 15

E-Mail: homes@bilanz.ch

Internet: www.bilanzhomes.ch

Auflage: 60 000 Exemplare

Chefredaktor: Dirk Schütz

Stellvertretender Chefredaktor:

Stefan Barmettler

Redaktion: Bergdorf AG

Produktion: Christian Wapp (Leitung),

Patrick Imper, Gerd Löhrer,

Max Trossmann

Art Direction: Wernie Baumeler,

Christina Elvedi

Bildredaktion: Monika Polyvas

Korrektorat: Thomas Basler,

Cornelia Lautenschütz, Andreas Ritter

Online: Michael Sicker

Verlag: Jörg Tobuschat (Leitung, 5540),

Maike Juchler (stv. Leitung, 5557)

Anzeigenverkauf Deutschschweiz:

Christine Lesnik (Leitung, 5869),

christine.lesnik@axelspringer.ch

Reservationen: Jda Hess (5514),

Nicole Kälin (5515)

anzeigenid@bilanz.ch

Marketing: Patrizia Serra

(Leitung, 5890),

Delia Deane (Product Manager, 5914)

Immobilien-Präsentationen:

Sandra Geiger

(sandra.geiger@bilanzhomes.ch)

www.bilanzhomes.ch/immobilien

Anzeigenverkauf Westschweiz:

Axel Springer Suisse SA

Rue de Lyon 109, CH-1203 Genève

Tel. +41 (0)22 949 06 60

Fax +41 (0)22 949 06 64

contact@axelspringer.ch

Servais Micolot (Leitung)

Anzeigenverkauf International:

IMV Internationale Medien

Vermarktung GmbH

Hauptstrasse 29

D-82319 Starnberg

Tel. +49 8151 550 8959

Fax +49 8151 550 9180

w.jaeger@imv-media.com

Wolfgang Jäger

Abonnementspreis:

1 Jahr Schweiz Fr. 30.– inkl. MWSt

Einzelverkaufspreis:

Fr. 12.– inkl. MWSt

Erscheint: 4-mal im Jahr

Druck und Versand:

Swissprinters St. Gallen AG,

www.swissprinters.ch

Herausgeberin:

Axel Springer Schweiz AG, Zürich.

Bekanntgabe von namhaften

Beteiligungen im Sinne von Art. 322

StGB: Verlag Sport Wochenzeitung AG,

Tourmedia AG.

Architektur: Lofts // Interview 1: Winka Dubbeldam // Style: Home Of� ce, Home Electronics // Interior: Ferienhaus in Klosters // Citytrip: Istanbul // Interview 2: Gigon/Guyer 4 // 2010

homes

4/2010 // CHF 12.– / Euro 8.–

www.bilanzhomes.ch

homes

Das Schweizer Immobilienmagazin

EXKLUSIV

50 Seiten

Immobilien-

Angebote

ARCHITEKTUR

Lofts – eine Wohnrevolution.

DESIGN

Heimbüros und Stil.

CITYTRIP

Istanbul – Bars, Basar

und Bosporus.

INTERVIEW

Gigon/Guyer über ihre

Lieblingsbauten.

Winterzauber

Gemütliches Bergrefugium in Klosters – mit

modernem Touch.

Titel Das Chalet in Klosters ist typisch alpin,

aber ohne Klischee, gemütlich, doch modern

(Seite 30). Foto: Martin Guggisberg.

Stéphane Houlmann (l.) und

Mirko Beetschen, Bergdorf AG

Der Lauf der Dinge // Die Welt ist in stetem Wandel. Was

heute dienlich ist, wird morgen nutzlos sein, aus Unabdingbarem wird Überflüssiges.

Der Mensch lässt auf seinem Weg durch die Zeit eine Unzahl Objekte und Dinge

zurück, für die er keine Verwendung mehr hat – sei es wegen technologischer

Innovationen, sei es wegen des Modewandels. Das betrifft ebenso Alltagsobjekte,

beispielsweise Geschirr, Kleidung oder Mobiliar, wie Arbeitsgeräte und Werkzeug.

Nach zwei, drei Generationen erhalten die Relikte der Vergangenheit dann oft

Raritätswert und landen bisweilen sogar im Museum. Ob das mit unseren Dingen

eines Tages auch geschehen wird – wer weiss?

Leichter als Alltagsgegenstände hat es die Architektur. Mit dem Fortschritt werden

zwar viele Bauten ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, doch meist kann man sie

einer neuen Nutzung zuführen. Längst dienen viele Schlösser, Herrschaftssitze,

Bauernhäuser oder Villen aus vergangenen Tagen einem neuen Zweck. Die grössten

Brachen jedoch liess die Industrie des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts zurück.

Die leer stehenden Maschinenfabriken, Spinnereien und Uhrenmanufakturen sind

in den letzten 30 Jahren zu Ateliers, Museen und Wohnräumen umfunktioniert

worden. Heute werden die meisten dieser Areale als Mittel zur Verdichtung der

Stadt genutzt. Altes wird bewahrt und durch Neues ergänzt.

Auch künftig wird es eine wichtige Aufgabe von Stadtplanern und Architekten sein,

alte Gebäude neuen Nutzungen zuzuführen. Noch ist nicht klar, was sich als

Nächstes totlaufen wird. Vielleicht die Einkaufszentren der siebziger und achtziger

Jahre, die mancherorts nur noch aus schierer Verzweiflung am Leben erhalten

werden? Die schicken Bürobauten aus Glas und Stahl der neunziger Jahre, weil sich

der Arbeitsort der Leute mehr und mehr nach Hause verlagert? Die Wohnkolonien

auf dem Land, weil es die Leute in die Stadt zieht? Oder vielleicht die Kirchen,

deren Gemeinden schrumpfen?

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre von BILANZ Homes.

Mirko Beetschen & Stéphane Houlmann

editorial

4 // 2010 // BILANZhomes 5


news

Mit grosser Geste

Der über 80-jährige Frank O. Gehry ist einer der

grossen Architekten unserer Tage. Mit Bauten

wie dem Guggenheim Museum in Bilbao oder

der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles

schuf der Träger des Pritzker-Preises 1989

Ikonen der dekonstruktivistischen Architektur.

Die Ausstellung «Frank O. Gehry seit 1997» im

Vitra Design Museum beleuchtet das Werk des

US-Architekten seit seinem Entwurf für Bilbao.

Zwölf Projekte werden mit aufwendigen Modellen

aus dem Archiv des Büros sowie mit Originalskizzen

vorgestellt. Kenner wissen: Das Designmuseum

in Weil am Rhein, wo die Ausstellung

gezeigt wird, war Frank O. Gehrys erster Bau in

Europa. Die Ausstellung dauert bis zum 13. März

2011. www.design-museum.de

BILANZhomes // 4 // 2010

Unverwechselbare Handschrift: (im Uhrzeigersinn von oben)

Walt Disney Concert Hall in Los Angeles, Frank O. Gehry,

Designmuseum in Weil am Rhein.

Fotos: Image Courtesy of Gehry Partners, LLP, LiemeFotoEurope.com


Voll konkret

Sich von Konventionen zu lösen und

neue Interpretationen gewöhnlicher

Dinge zu finden, ist die grosse

Herausforderung des

Designers. Mit der Leuchte

Bau legt die dänische

Gestalterin Vibeke

Fonnesberg Schmidt

einen völlig unkonventi-

onellen Entwurf vor. Die

Deckenleuchte aus verschie-

denfarbigen runden Holzscheiben

erinnert an die Skulptur eines konkreten

Künstlers und kreiert ein sinnliches Spiel mit

Licht und Schatten. www.normann-copenhagen.com

Designschwein

Yvonne Fehling und Jennie Peiz sind Kraud, ein junges

deutsches Designstudio aus Karlsruhe, das sich nicht in

eine Schublade stecken lassen mag. Die beiden Frauen

kreieren Objekte und Konzepte, die dem Benutzer nicht

vorschreiben, wie sie zu benutzen sind. Im Gegenteil:

Man soll selbst kreativ werden und das Produkt so nutzen,

wie es für einen stimmt. So dienen die lebensgrossen

Lederschweine mit traditioneller Rautenheftung als

Spielzeug, Kunstobjekt oder als Hocker. www.kraud.de

Dänische Schönheit

Mit der Serie 8 findet ein weiteres

Möbelstück aus der skandinavischen

Moderne seinen Weg zurück in die

Produktion. Der dänische Architekt

und Designer Arne Jacobsen – berühmt

unter anderem für seinen unsterblichen

Sessel Schwan oder den

Ameisenstuhl – hatte den Stuhl 19 8

für die Dänische Nationalbank entworfen.

Bekannt wurde er unter dem

Namen Lilie, mit Armlehnen ausgestattet.

Erhältlich ist das Stück in

Schwarz und dunklem Schokoladebraun.

www.fritzhansen.com

Immo-News

Walde & Partner // Mit iPad

Zum 25-Jahr-Jubiläum des Immobilienvermarkters

Walde & Partner

aus Zollikon ZH hat sich VR-Präsident

Gerhard E. Walde etwas

Besonderes einfallen lassen: Die von

seiner Firma publizierte Immobilienzeitung

gibt es nun auch digital für

iPads und Smartphones. Kostenlos im

App-Store.

SVIT // Gipfeltreffen

Das SVIT-Immobilienforum in

Pontresina GR ist der Branchentreff

schlechthin. Entsprechend vielseitig

und hochkarätig ist das Programm.

SVIT-Präsident Urs Gribi begrüsst

vom 20. bis zum 22. Januar 2011

unter anderen den Musiker und

Menschenrechtsaktivisten Bob Geldof,

den deutschen Politiker Hans Eichel

und die ehemalige französische Justizministerin

Rachida Dati.

www.svit-immobilienforum.ch

Mobimo Tower // Bauherr

Der Mobimo Tower in Zürich findet

allmählich seine Besitzer: Bereits ist

über ein Drittel der Wohnungen

verkauft. Die Landmark in Zürich

West beherbergt das Renaissance

Zürich Tower Hotel (15 Etagen) und

Eigentumswohnungen (9 Etagen).

Besitzerin und Bauherrin des 81-

Meter-Turms ist Mobimo – und nicht

Coop, wie in BILANZ Homes 3/10

fälschlicherweise stand.

Andermatt // Auch im Ausland

An der Münchner Immobilienmesse

Expo Real hat Andermatt Swiss Alps

mit dem Verkauf im Ausland begonnen.

Das Urner Sawiris-Grossprojekt

peilt nun die Märkte in Deutschland,

Grossbritannien und Italien an. Ein

wichtiges Verkaufsargument: Die

Immobilien von Andermatt Swiss

Alps sind von der Lex Koller befreit.

Engel & Völkers // Neue Leitung

Daniela Vetsch hat die Geschäftsleitung

des Büros von Engel & Völkers

in Freienbach SZ übernommen.

Von dort aus werden die Region

Ausserschwyz sowie das linke Zürichseeufer

von Freienbach bis Reichenburg

betreut.

4 // 2010 // BILANZhomes 7


news

Le Corbusier bunt

Dass die Klassische Moderne nur in Schwarz und Weiss dachte, ist ein

Missverständnis, das längst ausgemerzt gehört. Der Übervater der

Bewegung – der Schweizer Architekt Le Corbusier – experimentierte mit

Farbe ebenso wie mit Form und Material und schuf eigene Farbpaletten,

die heute in der Schweiz von kt.Color originalgetreu hergestellt werden.

Auch Corbusiers bekanntestes Möbelstück erlebt dieser Tage eine

farbliche Auffrischung. Der Sessel LC2, den meisten als Architekten-

Must-have in komplett schwarzer Ausführung hinlänglich bekannt, gibt

es in sieben neuen Farben. www.cassina.com

Natur und Technik

Die belgische Firma MGX hat sich in den vergangenen

Jahren mit Leuchten und Möbelstücken einen

Namen gemacht, die in modernster 3-D-Drucktechnologie

hergestellt werden. Sämtliche Produkte

werden via Computer maschinell hergestellt und von

Hand fertig verarbeitet.

Der Beistelltisch

Module.MGX kann

beliebig erweitert

werden und basiert

auf fraktalen Mustern

in der Natur. www.

mgxbymaterialise.com

8 BILANZhomes // 4 // 2010

Second Life

In diesem Herbst konnte St. Gallen eine ganz

besondere Umnutzung feiern: Mit der über

100-jährigen Lokremise erhielt ein bauhistorisch

wertvolles Gebäude im Zentrum der

Stadt ein zweites Leben. Aus dem ehemaligen

Lokomotiv-Ringdepot ist ein Kulturzentrum

mit Ausstellungsräumen, Theater, Kino und

Restaurant entstanden. Unbedingt hingehen!

www.lokremise.ch


Zukunftsmusik

Zum achten Mal fand dieses Jahr das Electrolux

Design Lab statt, ein Wettbewerb, bei dem

Designstudenten weltweit aufgefordert sind,

ihre Visionen für Haushaltgeräte einzureichen.

Diesmal ging es darum, platz- und energiesparende

Objekte für das Jahr 2050 zu entwerfen,

wenn gemäss einer Uno-Studie beinahe drei

Viertel der Weltbevölkerung in Städten leben

werden. Gewonnen hat der Inder Peter Alvin

mit The Snail (Bild unten), einem portablen

Induktionskocher. Der schwedische Haushaltgerätehersteller

Electrolux erhält mit dem

Design Lab frischen Input, während den

Designern Praktika beim Branchenriesen und

Geldbeträge winken. Bereits arbeiten Gewinner

früherer Wettbewerbe bei Electrolux oder

haben eine Firma gegründet. www.electrolux.ch

Drei nach acht

Nachacht nennen sich die drei Jungs

aus Berlin, weil sie erst nach Feierabend

zu Möbeldesignern werden;

untertags entwerfen sie nämlich Fahrzeuge.

In den drei Jahren seines

Bestehens hat das Trio eifrig

mit Metall und Holz experimentiert

und bereits eine

ganze Kollektion an Kleinmöbeln

kreiert, von der

Garderobe bis zum Regalsystem.

Ihr jüngster Wurf, den sie

diesen Frühling an der Mailänder

Möbelmesse präsentierten, ist die

Leuchtenserie LightGuys mit Füssen

aus Eichenholz und Schirmen aus

Metall und Stoff. www.nachacht.de

Bücher

«Stilvoll wohnen».

Callwey Verlag,

München, 2010.

Herausgegeben von

Wim Pauwels und

Jo Pauwels (Fotografie),

Fr. 109.–.

«Ideales Heim

Architekturpreis».

Archithema Verlag,

Zürich, 2010, Fr. 35.–.

Das Buch «Stilvoll wohnen» kommt aus Belgien

und zeigt den typischen modernen Landhausstil,

den belgische Architekten und Innenarchitekten in

den letzten Jahren entwickelt haben und der sich

unterdessen grosser internationaler Beliebtheit

erfreut. Schlichte Formen, Riemenböden, Eichenholz

und viel Weiss, Grau und Braun prägen die lichten

Räume. Auf über 300 Seiten wird die Leserschaft

vom Eingangsbereich über Wohn- und Esszimmer,

Küchen, Bäder bis in die Schlaf- und Arbeitsräume

unterschiedlicher Häuser und Villen geführt. Die

durchwegs qualitätsvollen Aufnahmen werden

grosszügig präsentiert. Informative Bildlegenden

mit Angaben zu Architekten, Planern und Herstellern

ergänzen die Fotos. Für Liebhaber des eleganten

belgischen Landhausstils ist das Buch eine Fundgrube

und Inspirationsquelle fürs eigene Zuhause.

Zum dritten Mal hat die Schweizer Wohn- und

Architekturzeitschrift «Ideales Heim» 2009 den

Preis für das schönste Einfamilienhaus vergeben.

Dem Wettbewerb lässt der auf Magazine im

Wohn- und Umbaubereich spezialisierte Zürcher

Archithema Verlag nun ein ansprechendes Buch

folgen. Der schön gestaltete Band stellt die acht

Finalisten vor, aus denen schliesslich der Sieger und

der Publikumsliebling erkoren wurden. In stimmungsvollen

Bildern und mit einem kurzen

Text werden die einzelnen Objekte porträtiert,

die Gewinner kommen in Interviews zu Wort.

Auf knapp 100 Seiten erhalten die Leser so einen

guten Querschnitt durch das aktuelle Schweizer

Architekturschaffen, mit Bauten aus Beton und

Holz zwischen Zürichsee und Tessin, Basel

und Graubünden.

4 // 2010 // BILANZhomes 9


12 BILANZhomes // 4 // 2010


Fotos: Sabrina Rothe

New York: In Manhattan, der Geburtsstätte der Lofts, hat ein Grafiker ein altes Warenlager am Rand von SoHo (links)

zum sechsstöckigen Wohn- und Arbeitshaus umfunktioniert (unten).

architektur // umnutzungen

Wohnrevolution

Vom einstigen Refugium für Künstler zur angesagtesten

Wohnform der Jahrtausendwende – Lofts haben

in kurzer Zeit Europas Wohnkultur revolutioniert.

BILANZ Homes blickt auf die Anfänge der Bewegung

im New York der sechziger Jahre zurück.

Mirko BeetscheN, text // MartiN guggisBerg, fotos

4 // 2010 // BILANZhomes 13


als Andy Warhol im November

1963 The Factory in Midtown

Manhattan einweihte, wo fortan

Partys gefeiert, Platten aufgenommen

und Kunstwerke produziert wurden, ahnte er kaum, dass er

entscheidend zur erst einsetzenden Wohnrevolution beitrug. Bereits

in den vierziger Jahren nutzten findige Künstler in Manhattan

den Umstand, dass die Leichtindustrie mitten in der Stadt

begann, riesige leere Gebäude zurückzulassen. Der grosse Boom

setzte jedoch erst ein, als neue Vorschriften den schlechten Arbeitsbedingungen

in den Fabriken von SoHo ein Ende setzten. Vor

allem die Textilindustrie hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

in SoHo – was für South of Houston Street steht –

architektur // umnutzungen

Zürich: In eine alte Scheune am Zürcher Stadtrand (rechts) hat Architekt Eduard Neuenschwander mehrere

Wohnungen eingebaut. Die ursprüngliche Holzstruktur blieb bewahrt (unten).

14 BILANZhomes // 4 // 2010

gebaut, als die Wohnbevölkerung der rasant wachsenden Stadt

nach Norden zog. Damals entstanden die Fabrikations­ und

Lagergebäude in moderner Gusseisenbauweise, oft mit reich dekorierten

Fassaden im historisierenden Stil.

Nach dem Wegzug des produzierenden Gewerbes Jahrzehnte

später verwaiste der Bezirk. Es ist gut nachvollziehbar, warum die

Bohémiens in den Sechzigern hierherzogen. Erstens wurden ihre

angestammten Quartiere wie Greenwich Village immer teurer, die

alten Industriegebäude lagen zentral und waren günstig zu mieten.

Zweitens boten die riesigen Räume mit den hohen Fenstern ideale

Arbeitsbedingungen, mit den alten Warenliften konnte man

sperrige Materialien und Kunstwerke transportieren, schliesslich

boten die russgeschwärzten und ölverschmierten Hallen aus Stahl,


Altes neu beleben: Der Trend entstand in den Sechzigern

des letzten Jahrhunderts in SoHo, New York.

Rasant hat er Europa und die Schweiz erreicht.

Glas und Backstein eine Alternative zur bürgerlich­spiessigen

Wohnkultur. Die Künstler wanderten in Massen Richtung SoHo.

geburt der Lofts. In jenen Jahren wurde der Loftstil geprägt.

Mehr aus Not als aus einer Designabsicht, denn die neuen Bewohner

investierten bloss das Nötigste in die industriellen Hallen. Der

Backstein blieb unverputzt, die Stahlstrukturen waren sichtbar,

und mitten durch die Räume verliefen Rohre und Leitungen –

Charakteristika, die das Loftleben bis heute prägen. Hinzu kam,

dass viele der Pioniere die Hallen inoffiziell bewohnten. Damit bei

einem Besuch der Behörden nichts aufflog, musste das Mobiliar

schnell verschwinden. So wurden verschiebbare Wände eingezogen

und Möbel entwickelt, die hochgeklappt, aufgehängt oder

weggerollt werden konnten. Flexible Räume und mobile Möbel

sind bis heute typische Kennzeichen eines Lofts.

Viele Künstler taten sich in dieser Zeit zusammen, um frühere

Industriegebäude zu mieten oder zu kaufen. Im New York der

sechziger Jahre entstanden wilde Künstlerkommunen, in denen

sich fortan Avantgarde und Anti­Establishment bewegten. Einen

steten Kampf fochten die Loftbewohner mit den Behörden, die

1962 Pläne offenlegten, das Quartier einer zehnspurigen Schnellstrasse

zu opfern. 1968 wurde diese Idee nach massiven Protesten

der Bevölkerung und im Zug der berühmt gewordenen Studie des

Städteplaners Chester Rapkin verworfen. Er rechnete der Stadt

vor, wie viele Wohnräume und Arbeitsplätze durch den Abriss der

gusseisernen Stadt verloren gingen. 1971 gewann die Künst­ •

4 // 2010 // BILANZhomes 15


16 BILANZhomes // 4 // 2010


Fotos: Bruno Helbling

London: Ein minimaler Ausbau einer ehemaligen Schuhfabrik in Hackney im Londoner East End (unten) garantierte

moderate Mieten und erhielt das originale Industrieflair, das Loftbewohner suchen (links).

architektur // umnutzungen

Am Anfang kamen die Künstler. Sie mieteten die hohen

alten Hallen für wenig Geld, installierten geräumige

Ateliers, arbeiteten und wohnten gleich da: praktisch, chic.

• lergemeinde den Rechtsstreit um den Erhalt der wertvollen

Gebäude, sodass der Kern von SoHo, der sogenannte Cast Iron

Historic District, 1978 unter Denkmalschutz gestellt wurde. 2010

kamen zu den 500 geschützten Gebäuden 135 weitere hinzu.

soho wird chic. Bereits in den sechziger Jahren blieben die Loftpioniere

nicht lange unter sich, denn schnell entdeckte die gehobene

Mittelklasse den Chic der neuen Wohnform. In SoHo setzte

damit eine Gentrifizierung sondergleichen ein, und die «wahren

Loftbewohner», als die sich die Künstler bis heute sehen, zogen

nach TriBeCa (Triangle Below Canal Street), Chelsea, in den

Meatpacking District und schliesslich über den East River nach

Williamsburg und jüngst nach Red Hook im Süden Brooklyns.

In Europa und im Rest der Welt waren im späten 19. und frühen

20. Jahrhundert zahllose innerstädtische Fabriken, Druckereigebäude

und Brauereien entstanden. Zuerst noch an Randlage, rückten

die Gebiete als Folge der urbanen Ausdehnung immer mehr ins

Zentrum. Der damit verbundene Anstieg der Bodenpreise, der

Wandel der Technologie, Konkurrenzdruck aus dem Ausland und

vor allem eine unzeitgemässe Infrastruktur haben diese Industrien

besonders in den letzten 40 Jahren aus der Stadt verdrängt.

Während das Loftleben in New York bereits in den siebziger

und achtziger Jahren als chic galt – die Filmschmiede Hollywood

trug massgeblich dazu bei, das coole Image des Lofts zu verbreiten

–, waren es in Europa zu jener Zeit lediglich Individualisten

und Exzentriker, welche diese Wohnform wählten. Erst •

4 // 2010 // BILANZhomes 17


architektur // umnutzungen

• in den neunziger Jahren erwachte ein grösseres Interesse, und

in kurzer Zeit setzte die kommerzielle Umnutzung ein, es entstand

ein regelrechter Loftboom – Vorbilder hatte man in New

York genügend.

alt und neu zugleich. Heute gehört die Transformation industrieller

Brachen in vielen urbanen Räumen integral zu Stadtplanung

und ­entwicklung. Besonders in Zürich und Winterthur, die eine

hohe Dichte innerstädtischer Industriegebiete aufweisen, wurden

und werden immer noch Brachen in Büro­, Gewerbe­ und Wohnraum

umgewandelt. Wie im New York der sechziger Jahre waren

es auch hier Künstler und Freigeister, welche die leer stehenden

Räume als Erste für sich entdeckten. Mittlerweile sind die meisten

Zürich: Diese alte Buchbinderei mitten in Zürich erlebte schon verschiedene Nutzungen. Während zweier Jahre wurde im

200-Quadratmeter-Raum mit Glas-Sheddach gewohnt und gearbeitet.

18 BILANZhomes // 4 // 2010

grossen Areale fest in den Händen von Investoren und bereits

umgenutzt. Wurden in den neunziger Jahren noch viele Industriegebäude

abgerissen, haben die Planer mittlerweile deren Attraktivität

und Wert erkannt, sodass die meisten Bauten als Zeitzeugen

erhalten bleiben und mit zeitgenössischer Architektur ergänzt

werden. Insbesondere die Umwandlung von Industriearealen in

Zürich West zu einem völlig neuen Stadtteil, unter Wahrung der

historischen Strukturen, hat Schule gemacht. Waren sich Eigentümer,

Politiker und Investoren lange Zeit uneins, besteht heute

Konsens darüber, dass sorgfältige Umnutzungen eine gesündere

Stadtentwicklung bedeuten als das Tabula­rasa­Prinzip, wie es in

Zürich Nord zur Anwendung kam, wo von den Industriearealen

leider kaum ursprüngliche Substanz übrig geblieben ist.


Fotos: Bruno Helbling


«Die industrielle Umgebung

ist gewöhnungsbedürftig»

Die in New York lebende Architektin Winka Dubbeldam hat in Manhattan,

der Wiege der Loftkultur, zahlreiche Umnutzungen verwirklicht.

Winka Dubbeldam, leben sie

selbst in einem Loft?

Ja, ich habe während vier Jahren

in unserem Greenwich

Street Project gelebt. Kürzlich

haben wir aber ein altes Industriegebäude

in TriBeCa gekauft,

in dem ich nun einen Loft direkt

über dem Büro bewohne.

Was ist das greenwich street

Project?

Ein historisches Lagerhaus, das

wir renoviert und mit einem

zeitgenössischen An­ und Aufbau

ergänzt haben. Es umfasst

über 7000 Quadratmeter auf elf

Stockwerken. Darin befinden

sich 25 Wohnlofts sowie Läden

und Kunstgalerien. Die Lofts

haben wir als offene Räume mit

je einem komplett ausgestatteten

Badezimmer konzipiert.

Den Grundriss konnten die Bewohner

selber bestimmen.

Was ist bei einer solchen umnutzung

die grösste schwierigkeit

für den architekten?

Das Einholen der Bewilligungen.

Der Amtsschimmel bei der

Stadtplanung und die Wartezeiten

bei der Antragsstellung

sind unglaublich.

und bautechnisch?

Da sind die Aufgaben ähnlich

wie bei jedem anderen Wohnprojekt.

Wir versuchen, möglichst

gerade Achsen durch die

Gebäude zu legen, sodass die

Bewohner bei der Planung flexibel

sind und ihre Küchen und

Bäder nach Belieben platzieren

können.

Was ist die grösste herausforderung

für den angehenden

Loftbewohner?

Oft ist schon die industrielle

Umgebung gewöhnungsbedürftig.

Dazu kommen die Offenheit

und die hohen Decken

der Räume. Wenn man selbst

nicht umbauen kann, braucht es

einen Innenarchitekten und

Bauunternehmer. Wichtig ist,

dass man die Dämmwerte prüft,

denn Industriegebäude sind oft

sehr kalt.

Wie richtet man einen solch

riesigen raum am besten ein?

Gewöhnliche Möbel wirken in

grossen Lofts mickrig. Wenn

der Kunde die Atmosphäre eines

offenen Lofts mag, schaffen wir

Funktionszonen mit fliessenden

Übergängen. Anstatt mit Türen

und Wänden arbeiten wir mit

Material­ und Grössenunterschieden

und kreieren so private

und öffentliche Bereiche.

Was macht die attraktivität

des Lebens in einem Loft aus?

Der Freiraum. Noch in den

neunziger Jahren hat man mehr

Raum für weniger Geld bekommen,

vor allem auch deshalb,

weil die Besitzer oder

Investoren kaum etwas in den

Ausbau investierten. Das ist

mittlerweile anders. Dafür befinden

sich Lofts heute in noch

spannenderen Stadtteilen.

Bleiben die Leute in ihren

Lofts, oder werden sie dieser

Wohnform irgendwann

überdrüssig?

Wenn sie die Lofts nicht aus

finanziellen Gründen ausbauen

Das Greenwich Street

Project ist ein historisches

Industriegebäude

in Manhattan, das

Winka Dubbeldam

renovierte und mit

einem gläsernen An-

und Aufbau ergänzte.

und weiterverkaufen – wie es

hier in New York sehr oft passiert

–, bleiben die meisten Bewohner.

Aber das kommt natürlich

sehr auf die Stadt an. New

Yorker sind nomadisch!

Zur Person: Die gebürtige Holländerin Winka Dubbeldam studierte in Rotterdam und New York Architektur, bevor sie 1994 das Büro

Archi­Tectonics gründete. Neben ihren Umbau­ und Einrichtungsprojekten unterrichtet sie an mehreren amerikanischen Hochschulen.

Sie lebt in Manhattan. adresse: Archi­Tectonics, 11 Hubert Street, New York, NY 10013, T +1 212 226 03 03, www.archi­tectonics.com

4 // 2010 // BILANZhomes 19


architektur // umnutzungen

Die

Wunder

des

Wandels

Ob grosszügige Lagerhalle

oder alte Mühle, ob frühere

Kirche oder Druckerei –

Grossbauten, aussergewöhnliche

Grundrisse

und Ambiente sind die

perfekte Bühne für

spezielle Geschäfte,

individualistische Hotels

oder atmosphärische Museen.

BILANZ Homes hat

für Sie die spannendsten

Metamorphosen besucht.

20 BILANZhomes // 4 // 2010

The Boundary Hotel –

von der Druckerei zum

Designhotel

Lange wagten sich Londons Taxifahrer

kaum in Shoreditchs backsteinerne Hinterstrasse.

Heute trifft man hier Hipsters und

Trendscouts aus aller Welt. Zwischen den

Düften Bangladeshs, die aus der Brick Lane

wehen, und der nahen City prägt ein Mix

aus historischen Wohnhäusern und Industriehallen

sowie moderner Architektur den

Stadtteil. Mittendrin eröffnete vor zwei

Jahren das Hotel Boundary in einer alten

Druckerei. Im Maschinenraum ein Restaurant,

im Erdgeschoss ein Café und Foodshop

mit britischen Spezialitäten und darüber

zwölf individuelle Gästezimmer sowie fünf

Suiten, eingerichtet vom Designmeister Sir

Terence Conran. www.theboundary.co.uk

Moïtel – vom Motel

zum Designlabor

Das multidisziplinäre Seeländer Büro Atelier

Oï, von den drei Designern Aurel Aebi,

Armand Louis und Patrick Reymond vor

20 Jahren gegründet, residiert seit 2009 in

einem Motel aus den sechziger Jahren an

der Seestrasse in La Neuveville. Das Kreativteam,

das mit aussergewöhnlichen Leuchten,

Möbeln und Architektur glänzt, hat das

Gebäude komplett umgekrempelt. Einzig

die Seefassade musste im Grundzug

erhalten bleiben, denn das Motel ist eines

der letzten Exemplare seiner Art in der

Schweiz und denkmalgeschützt. Hangseitig

entstand eine Erweiterung, die den früheren

Laubengang ins Innere des Gebäudes rückt

und zur zentralen Erschliessung werden

lässt. Aus den Schlafräumen wurden offene

Büros, Sitzungszimmer, Begegnungsräume

– und zwei Schlafzimmer für Gäste, Kunden

und Praktikanten. www.atelier-oi.ch


Mühle Tiefenbrunnen –

von der Mühle

zum Kreativzentrum

Die erste Transformation einer Industriebrache

in der Schweiz ist ein Paradebeispiel.

20 Jahre bevor man andernorts solche

Mischnutzungen überhaupt erwog, ging

hier ein funktionierendes, aus einem Industrieareal

geborenes Stadtquartier in Betrieb.

Fast 100 Jahre hatte die Mühle Tiefenbrunnen

am Zürichsee ihre Dienste verrichtet

– ein kleiner Teil mahlt im Museum gar

bis heute. Die Besitzerfamilie erhielt die gesamte

repräsentative Anlage nach der

Schliessung 1983. Architekt Pierre Zoelly

renovierte das Ensemble, ergänzte und

nutzte es neu. Sein Mix aus Kultur, Gastronomie,

Läden, Büros, Wohnen hat sich

bewährt. www.muehle-tiefenbrunnen.ch

Santralistanbul –

vom Elektrizitätswerk

zum Kunstcampus

Es war das erste grosse Elektrizitätswerk des

Osmanischen Reichs: Am Goldenen Horn

im Istanbuler Stadtteil Eyüp gelegen, versorgte

das Silahtaraga-Kraftwerk ab 1914

die Metropole. Ab 1983 stand das Werk 20

Jahre leer, seit 1991 steht es unter Schutz.

2004 erlaubte die Stadt als Besitzerin der

Istanbul-Bilgi-Universität die Umnutzung

zum Kunstcampus. Das Projekt Santralistanbul,

im Herbst 2007 eingeweiht, beherbergt

heute neben den Kunstfakultäten ein

Kunstmuseum, Restaurants und Konzerthallen.

Das Hauptgebäude des Kraftwerks

wurde ein eindrückliches Energiemuseum.

Unbestrittener Höhepunkt eines Besuchs ist

das Kontrollzentrum, welches an ein utopisches

Raumschiff erinnert. Die Museumsneubauten,

deren Fassaden ein Aluminiumnetz

überzieht, das tagsüber Licht in die

Ausstellung bringt und das Gebäude nachts

von innen leuchten lässt, schufen die türkischen

Architekten Nevzat Sayin und

Emre Arolat (siehe auch Seite 43).

www.santralistanbul.org

Selexyz Dominicanen –

von der Kirche

zur Buchhandlung

Die 1292 geweihte Dominikanerkirche in

Maastricht war die erste gotische Kirche der

Niederlande und Belgiens. Sie hat eine

bewegte Geschichte. Napoleon vertrieb die

Dominikaner Anfang des 19. Jahrhunderts

und nutzte die Kirche als Pferdestall. 1815

ging das Gebäude an die Stadt. Seither war

die alte Kirche Feuerwehrdepot, Staatsarchiv,

Orchesterproberaum, Lazarett,

Autoausstellungshalle, Partyraum, Fahrradparking

und Sporthalle. Lange Zeit fand

hier der Kinderkarneval statt. Vor vier

Jahren zog die Buchhandlung Selexyz in

den von Merkx + Girod renovierten Raum

und füllt ihn nun mit dem Duft von

gedrucktem Papier. www.selexyz.nl

4 // 2010 // BILANZhomes 21


style // home office

work & more

Nordisch frisch oder klassisch herb: Wenn das Zuhause zum Arbeitsplatz wird

und das Büro zur erweiterten Wohnzone, sollte die Einrichtung

umso flexibler sein. BILANZ Homes zeigt die Elemente, die Sie dazu brauchen.

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22 BILANZhomes // 4 // 2010

1

2

3

Stéphane houlmann, Redaktion

8

1: Mit Fort hat der in Helsinki

lebende japanische Designer

Arihiro Miyake ein modulares

Raumteilersystem entworfen, entworfen,

das aus wiederverwerteten PET-

Flaschen besteht. Die Elemente

werden werden mittels versteckter versteckter

Magnete aneinandergefügt.

www.arihiromiyake.com

2:

Die Designer von Freshwestie

haben die über zwei Meter

hohe Leuchte Brave New World

Stück für Stück aus Eichenholz

teilen gebaut. Für die Balance

sorgen sorgen Gusseisengewichte.

Gusseise

www.moooi.com

3:

Dieser Stifthalter aus Ahorn-

holz ist eines von zahlreichen

schlichten Produkten des Projekts

D.Lab der Nationaluniversität

in Singapur.

www.designincu-

bationcentre.com


4: Der Regalklassiker String

wurde 1949 vom schwedischen

Architekten und Designer

Nils Strinning entworfen.

Seinen Erfolg hat er nicht nur

der eleganten, schlichten Form,

sondern auch einer grossen

Flexibilität bei einfachster

Handhabung zu verdanken.

www.string.se

5: Aus der süddeutschen Designschmiede

von Nils Holger

Moormann kommen regelmässig

clevere Designinnovationen.

Beim Regal Else sorgt einzig die

Schrägstellung der Seitenteile

für Stabilität. Gleichzeitig lassen

sich so hervorragend Bücher

und Magazine ohne Buchstützen

aufbewahren.

www.moormann.de

6: Die Schreibtischleuchte Work

besteht aus Steinzeug und Holz

und wird in einer der ältesten

europäischen Porzellanmanufakturen

hergestellt, bei Royal

Tichelaar im niederländischen

Makkum. www.tichelaar.nl

7: Der Schreibtisch Clark der

Berliner Designgruppe llot llov

basiert auf der Idee, dass sich die

meisten Menschen am Arbeitsplatz

nicht mit Schubladen,

sondern mit Stapeln organisieren.

Deshalb haben sie Clark mit

genügend Stapelplatz ausgestat-

tet. Wem der Name der Designer

exotisch vorkommt, der

denke mal andersherum.

www.llotllov.de

8: Robuste Konstruktion,

filigrane Wirkung: Das Regal

system Woody Woody ist eine eine Neuinter

pretation des des klassischen Leiter

regals regals mit Verstrebungen aus

massivem Eichenholz Eichenholz und Regal

einlagen aus dünnem Stahl.

www.hay.dk

9: Der Schweizer Bürosystem-

Klassiker von USM lässt sich für

alle möglichen Büro- und WohnWohnsituationen verwenden. Die

Korpusse eignen eignen sich ausserdem

hervorragend als als Raumtrenner.

www.usm.com

4

Nordisch

frisch

Helle Hölzer, filigrane

Formen und viel Weiss

und und Grau Grau verleihen verleihen

Wohnung Wohnung und und Arbeitsplatz Arbeitsplatz

Leichtigkeit, Leichtigkeit, Frische Frische

und und einen einen Hauch Hauch

skandinavischer skandinavischer Eleganz. Eleganz.

7 6

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4 // 2010 // BILANZhomes 23


style // home office

24 BILANZhomes // 4 // 2010

1

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11

Klassisch

herb

Dunkel und respekteinflössend

waren

die Chefbüros vergangener

Tage. Von dieser herbmännlichen

Einrichtung

sind die Materialien

geblieben. Doch heute

kommen sie in zeitlosem

Look Look und und mit mit modernster modernster

Technologie daher.

1: Das clevere kleine Sideboard

Pivot mit zwei ausklappbaren

Fächern ist in Eiche, Nussbaum

oder farbig lackiert erhältlich.

Es wurde 2008 mit dem

begehrten iF Design Award

ausgezeichnet. www.arco.nl

2: Visuell und akustisch abgeschirmt,

besitzt der Benutzer des

Bürostuhles Workbay der französischen

Brüder Ronan &

Erwan Bouroullec ein eigentliches

Mikrobüro. www.vitra.com

3: Der Schreibtisch Cavour des

grossen italienischen Architekten

und Designers Carlo Mollino

wird seit 2003 wieder hergestellt.

Ausgestattet mit einer Kristall- Kristall-

9

glasplatte und einem Schubladenstock

aus Eichenholz,

strahlt dieses Stück die Eleganz

der fünfziger Jahre aus.

www.zanotta.it

4: Stardesigner Antonio Citterio

holt mit Kelvin LED die alte

Gelenkleuchte ins stromsparende

Beleuchtungszeitalter. Die ganze

Leuchte besteht ausserdem aus

wieder verwertbaren Materialien.

www.flos.com

5: Die Book Towers des Designers

Samuel Chan interpretieren das

klassische Bibliotheksmöbel neu.

Erhältlich in drei Grössen in

Eiche natur und dunkel gebeizt.

www.linteloo.nl

6: Der Schreibtisch Secret birgt

in in die Arbeitsfläche integrierten

Stauraum für Utensilien und

Kabel. Kabel. Er Er ist wie auch der Stuhl Stuhl

Morph Morph aus amerikanischem

Nussbaum gefertigt. gefe

www.zeitraum-moebel.de

7: Der Massivholzstuhl Ono ist

in diversen Hölzern, Farben, mit

und ohne Armlehnen und Sitz

polster erhältlich. Was man ihm

auf den ersten Blick nicht ansieht:

Er ist leicht und stapelbar.

www.dietiker.com

8: Die Rollmöbel von Lista Office

sind mit einer kratzfesten, licht

beständigen und schmutzresisten

schmutzresisten-

Ausgestattet mit einer Kristall www.linteloo.nl

2


ten Lackierung namens Softtouch

versehen, die es in neun Farben

wie Bronze, Kupferoxid und Olive

gibt. www.lista-office.com

9: Viel mehr als Alfredo Häberlis

Drehsessel Solitaire aus dem Jahre

2001 braucht ein Heimbüro

im Laptop-Zeitalter eigentlich

nicht. www.offecct.se

10: Für das dänische Fair-Trade-

Label Mater hat der Schweizer

Designer Alfredo Häberli eine

Buchstütze entworfen, die

zugleich als Display für das

Lieblingsbuch dient.

www.materdesign.com

11: Das leichtfüssige Schrankmöbel

Kilt light ist ein Entwurf

der berühmten schwedischen

Architekten Claesson Koivisto

Rune. Rune. www.asplund.org

3

8

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4

5

6

4 // 2010 // BILANZhomes 25


style // home electronics

Lust auf 3-D

Die dritte Dimension erobert das Wohnzimmer: Die neusten Beamer, Camcorder und

Bildschirme sind auf 3-D eingestellt. Dazu braucht es eine Spezialbrille – und zur

Steigerung des Wohlbefindens eine Flasche Wein aus dem Kühler mit LED-Leuchten.

Marc KowalsKy, redaKtion

26 BILANZhomes // 4 // 2010

1

7

6


1: An 3-D kommt man nicht

mehr vorbei, wenn es ums Thema

Heimkino geht. Aber erst jetzt

gibt es auch einen Heimkinoprojektor

für die dritte Dimension.

Der Sony VPL-VW90ES rechnet

sogar 2-D-Bilder auf 3-D

hoch. Für das 3-D-Erlebnis muss

man eine Spezialbrille tragen.

Ab November, Preis auf Anfrage.

www.sony.ch

2: Das VX6 Netbook entspringt

einer Kooperation des Computerbauers

Asus mit Lamborghini,

was sich im schnittigen Design

niederschlägt. Für den guten

Klang sorgt kein Achtzylinder,

sondern ein Soundsystem von

Bang & Olufsen. Auch sonst ist

das Gerät für ein Netbook überdurchschnittlich

gut ausgestattet.

849 Franken.

http://ch.asus.com

3: Hier wäre Technologie für

einmal unnötig – aber dafür ist

sie schön: Der Weinkühler

Lumiware von Philips ist mit

Akku und 14 LED-Leuchten

ausgestattet, die in allen

Regenbogenfarben leuchten und

so für Atmosphäre sorgen.

179 Franken.

www.philips.ch

4: Wir kommen noch einmal aufs

Thema 3-D zurück: Mit irgendetwas

muss der schicke Sony-

Beamer (1) schliesslich gefüttert

werden. Der Philips BDP9600

liefert dreidimensionales Filmmaterial

und lässt sich zudem

drahtlos ans Heimnetzwerk

anschliessen. 999 Franken.

www.philips.ch

5: Falls Sie sich lieber selbst

gedrehte Filme in 3-D anschauen,

ist der HDC-SDT750EG

von Panasonic das Richtige

für Sie. Er ist der erste HD-

Camcorder mit einer 3-D-

Vorsatzlinse. 2101 Franken.

www.panasonic.ch

6: Für gehörig Bumms sorgen

die Soundsysteme von Geneva

Labs. Das Modell SDAB+ bietet

– der Name lässt es bereits erahnen

– den neuesten Digitalradiostandard

DAB+ sowie ein motorisiertes

Dock zum Anschluss von

iPhone und iPod, Wecker und

Fernbedienung. 645 Franken.

www.genevaconcept.ch

7: Wir haben mit 3-D begonnen,

wir hören mit 3-D auf: Die

Sony-Modelle NX710 und

NX810 können es natürlich

auch. Zudem bieten sie Zugriff

auf Facebook, Youtube & Co und

lassen sich ins Heimnetzwerk

einbinden. Ein 3.1-Soundsystem

ist integriert. Preis je nach Grösse

2713 bis 5019 Franken.

www.sony.ch

2

4 // 2010 // BILANZhomes 27

3

4

5


wohnen // eliquismodo

30 BILANZhomes // 4 // 2010

1


1_Blick von der Küche

durch den offenen Wohn-

und Essbereich, den Atelier

Zürich mit typisch alpinen,

aber nicht klischierten

Elementen eingerichtet

hat. Der Teppich stammt

aus Kirgistan (Colombo

la Famiglia). Sofa Luis:

B&B Italia; Loungetische:

Fly; Leseleuchte AJ:

Louis Poulsen.

2_Das Chalet, in dem

sich die Wohnung befindet,

erhielt ein modernes

Äusseres mit traditionellen

Elementen aus der lokalen

Architektur wie diesem

Fenster.

Chalet,

Charme

Vichy-Karos

In einem Chalet in Klosters GR haben die

Innenarchitektinnen von Atelier Zürich bewiesen,

dass man alpine Gemütlichkeit zeitgemäss

und ohne Alpenklischees kreieren kann.

Mirko Beetschen, text // Martin GuGGisBerG, FotoGraFie

wohnen // klosters

&

2

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wohnen // eliquismodo

32 BILANZhomes // 4 // 2010

Die Küche hat ein Bündner Schreiner

auf Mass angefertigt.

Bestechend sind die praktischen Details.

3


3_Die Frühstücksecke

wurde mit einem schneeweissen

Holztisch, einer

Spezialanfertigung von

Schreiner Markus Egger,

und jeder Menge Kissen

mit alpinen Mustern ausgestattet.

Die Stabellen

liessen die Innenarchitektinnen

in einer Reihe

miteinander kombinierbarer

Farben bemalen.

4_Die Küche ist eine

Massanfertigung von

Schreiner Markus Egger

nach einem Entwurf von

Atelier Zürich. Sämtliche

Fronten sind grifflos und

bestehen aus Eichenholz,

die Arbeitsflächen

aus Edelstahl. Der frei

stehende Korpus wurde

schokoladenbraun lackiert.

Hängeleuchte Trunk:

Frandsen.

5_In der Eichenwand im

Eingangsbereich verstecken

sich Garderobenschränke

und Schubladen.

Im praktischen Sitzquader

verbirgt sich

zusätzlicher Stauraum.

wohnen // klosters

4

4 // 2010 // BILANZhomes 33

5


wohnen // eliquismodo

34 BILANZhomes // 4 // 2010

Manche Elemente prägen die ganze

Wohnung, so der Eichenboden.

Dazu kommen individuelle Feinheiten.

6


6_Das Gästezimmer hat

wie die ganze Wohnung

einen Boden aus Eichenholz

und Wände in einem

warmen Grauton. Ein

weisser Schneestern ziert

eine Ecke des Raums. Die

Vorhänge bestehen aus

einem schweren dunkelgrauen

Leinenstoff. Die

vom Schreiner gefertigten

Betten liess Atelier Zürich

in einen ungefärbten

Leinenstoff (von Romo)

kleiden.

7_Der Eichenholzkern

der Wohnung verfügt im

Elternschlafzimmer über

Wandschränke und

Bücherregale. Eine Verbindungstüre

geht direkt

ins blauweiss gekachelte

Elternbad. Dessen Vichy-

Karo-Muster findet sich

auch auf den Bettbezügen

und der Tapete (Sandberg)

wieder.

Das weibliche Geschlecht ist

im Vormarsch. Seis in der

Wissenschaft, der Wirtschaft

oder der Politik, Frauen

übernehmen eine um die andere

Position. Dass Frauen

auch ein überaus sensibles

Händchen für Gestaltung,

Architektur und Einrichtung haben, weiss man zwar

schon länger, und doch sind männliche Innenarchitekten

nach wie vor in der Überzahl, rein weibliche Innenarchitekturbüros

gibt es kaum. Eine Ausnahme ist das

Atelier Zürich. Von zwei Frauen geführt, ist das zehnköpfige

Team ausschliesslich weiblich und jung. Claudia

Silberschmidt hat ihr Büro Form.c 1999 gegründet.

Drei Jahre später stiess Flavia Spahr dazu und

wurde 2009 Partnerin von Atelier Zürich, wie das Büro

seitdem heisst. In Zürich hat es sich mit der Neugestaltung

des Cafés im Tramrondell am Bellevue sowie des

ebenso gemütlichen wie zeitgemässen Stadthotels

Helvetia einen Namen gemacht. Daneben hat das

Büro mit Sitz im Zürcher Enge-Quartier zahlreiche

Privathäuser renoviert und eingerichtet.

Atelier Zürich betrachtet jede Aufgabe als unbeschriebenes

Buch. Copy-Paste kommt für die Ladys

nicht in Frage. «Jedes Projekt», so sagen sie, «bietet

unterschiedliche Voraussetzungen.» Und auch wenn

sich die Wünsche der Bauherrschaften ähnlich anhör-

wohnen // klosters

ten, seien die Bedürfnisse doch von Fall zu Fall anders

gelagert. Diese herauszuhören, ist die erklärte Aufgabe

von Atelier Zürich, wenn es darum geht, ein neues

Projekt zu erarbeiten. Vorhandenem begegnen sie dabei

mit grossem Respekt. Manches Element, das sich

bewährt hat, wird so belassen oder sanft aufgefrischt

und integriert. Die Tabula-rasa-Methode entspricht

den beiden nicht, denn für sie hat jeder Ort eine Seele,

welche man behutsam anfassen und bewahren muss.

Gut zugehört. Eigentlich waren Claudia Silberschmidt

und Flavia Spahr bei ihrem Projekt in Klosters nur um

Rat bei der Wahl von Küche und Bad gefragt worden.

Ein Zürcher Ehepaar mit drei Kindern hatte sich zwei

nebeneinanderliegende Wohnungen in einem Chaletneubau

gekauft und zu einer grossen zusammenlegen

lassen. «Die Pläne für die schlüsselfertigen Wohnungen

waren ziemlich konventionell», erinnert sich Claudia

Silberschmidt. Schnell merkte die Bauherrschaft,

dass ihre Vorstellungen einer alpin-gemütlichen, dabei

aber modernen Wohnung von Atelier Zürich genau

verstanden wurden, und so erteilten sie dem Büro den

Auftrag für den kompletten Innenausbau.

Die Besitzer wünschten sich eine Art urbanen Chaletstil,

und so überlegten sich die Innenarchitektinnen

als Erstes, wie sie eine heimelige Atmosphäre in die

Räume zaubern könnten, jedoch ohne Klischees. «Wir

wollten zwar auch mit Holz, karierten Stoffen und •

7

4 // 2010 // BILANZhomes 35


wohnen // eliquismodo

Das Kajütenbett der Kinder ist nicht 08/15.

Unten auf dem breiteren Teil haben

die drei Kinder Platz. Und ein viertes Gspänli.

36 BILANZhomes // 4 // 2010

8


8_Praktisch, flexibel und

lustig: Das Kinderzimmer

erhielt ein Kajütenbett

mit einem unteren

Teil, der locker Platz für

vier Kinder bietet. Der

Spieltisch lässt sich auf-

und zuklappen, die Leiter

verschieben, und Schubladen

sorgen für genügend

Stauraum.

Tapete: Sandberg.

9_Claudia Silberschmidt

(links) gründete ihr Büro

für Innenarchitektur

1999. Heute führt sie das

Atelier Zürich zusammen

mit Partnerin Flavia

Spahr. Das Team besteht

aus zehn jungen Frauen.

• traditionellen Möbeln arbeiten, aber überraschend,

zeitgemäss interpretiert und nicht als Abklatsch herkömmlicher

Chalets», erklären die beiden. Der Grundriss

hat einen zentralen Kern mit Bädern, Toiletten

und Stauraum, um den sich die Wohnräume schmiegen.

Diesen kleideten die Gestalter in Eichenholz und

machten ihn zum warmen Herz der Wohnung. Die

restlichen Wände sowie die Decken liessen sie in hellem,

warmem Grau streichen, das mit den Holzeinbauten

und -fenstern harmoniert und eine angenehme

Grundstimmung schafft. Einen Glückstreffer landeten

sie mit dem Schreiner Markus Egger aus Scuol, der

ihnen nicht nur sämtliche Holzeinbauten auf Mass

anfertigte, sondern in kniffligen Bausituationen stets

um optimale Detaillösungen bemüht war.

karos im Bad. Die Eichenoberflächen, die neben ihrer

ruhigen Maserung auch robust sind und dauerhaft,

wurden gebürstet und geölt. Die Schranktüren erhielten

Ledergriffe, die Fenster dunkelgraue Leinenvorhänge

und der massangefertigte Schreibtisch des

Bauherrn eine schwarze Linoleumoberfläche. «Die

Bewohner wünschten sich beanspruchbare, einfache

Materialien, und uns war eine angenehme Haptik

wichtig», erklärt Flavia Spahr. Etwas Besonderes liessen

sich die Innenarchitektinnen auch für die Bäder

einfallen: «Karierte Stoffe sind ein typisches Wohnelement

aus den Alpen. Neben den karierten Tapeten und

wohnen // klosters

Bettanzügen kleideten wir daher die Badezimmer mit

Mosaikkacheln im Vichy-Karo-Muster aus.» Der

textile Charakter, den die Nasszellen so erhalten, wirkt

zugleich aussergewöhnlich und vertraut – wohl

deshalb, weil alte Chaletbäder mit ihren Holzriemenböden,

karierten Vorhängchen und einem einfachen

Waschbecken eine ähnliche Atmosphäre hatten.

So ist eine Ferienwohnung in den Alpen entstanden,

die sich an Stimmungen traditioneller Berghäuser

orientiert und diese erfrischend neu interpretiert. Die

zufriedene Bauherrschaft nutzt ihr alpines Refugium,

wann immer sie kann. Für die Innenarchitektinnen

selbst ist es jeweils schmerzlich, ein fertiges Objekt

nach intensiver Arbeit loszulassen. «Wenn wir wieder

mal auf Besuch kommen, ist es jedes Mal, als ob man

heimkommt», lacht Claudia Silberschmidt.


adressen:

Atelier Zürich, Gotthardstrasse 51, CH-8002 Zürich,

Tel. +41 (0)44 205 93 93, www.atelierzuerich.ch

E&G Planung Innenausbau, Markus Egger, Porta 29,

7550 Scuol, Tel. +41 (0)81 860 37 90, www.eundg.ch

hersteller:

B&B Italia, www.bebitalia.it // Colombo la Famiglia,

www.colombo-lafamiglia.ch // Fly, www.fly.ch // Frandsen,

www.designbyfrandsen.dk // Louis Poulsen,

www.louispoulsen.com // Romo, www.romo.com //

Sandberg, www.sandbergab.se

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4 // 2010 // BILANZhomes 37


citytrip // istanbul

Turkish Delight // Nirgends manifestiert

sich das Spannungsfeld zwischen Orient

und Okzident, Tradition und Aufbruch,

Geschichte und Zukunft so bunt und reichhaltig

wie in der Metropole am Bosporus.

Mirko Beetschen und stéphane houlMann, text // Martin GuGGisBerG, Fotos

38 BILANZhomes // 4 // 2010

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1 Müzedechanga_Inmitten eines

riesigen Parks am Bosporushang

befindet sich im Anbau des Sakip-

Sabanci-Museums für Kalligrafie

eines der schönsten Restaurants der

Stadt, das «Müzedechanga». Tagsüber

Museumscafé, wird es abends

zum Edelrestaurant. Das Design

besorgten die genialen Autoban-

Leute. Sie kombinierten Eichenholz,

Kupfer und Messing zu

einem eleganten Interieur. Im

Sommer bietet die Terrasse einen

herrlichen Blick auf den Bosporus.

2 sirkeci_Strassenszene in Sirkeci

im Stadtteil Eminönü. Hier treffen

Ost und West, Alt und Neu aufeinander.

Touristen zwischen Blauer

Moschee, Hagia Sophia und Goldenem

Horn mischen sich unter die

Einheimischen, die hier einkaufen.

Mittendrin der Bahnhof Sirkeci,

1890 als Endstation des Orientexpresses

eröffnet. Auch architektonisch

ist der Stadtteil heterogen:

Paläste aus dem 18. und 19. Jahrhundert,

funktionale Bürobauten,

verspielte Geschäftshäuser und

dazwischen osmanische Holzhäuser.

3 ethnic home art_Unterhalb

der Blauen Moschee im Altstadtteil

Sultanahmet befindet sich in ehemaligen

Stallungen der Kavalleriebasar

mit einer schönen Auswahl

an Kunsthandwerk. Bei Ethnic

Home Art gibt es zwar ähnliche

Produkte, doch werden sie etwas

moderner interpretiert. Den mit

buntem Glas verzierten Leuchten

steht der Spagat zwischen Tradition

und Moderne sehr gut.

4 abdulla_Die Geschichte des

Grossen Basars geht bis ins Mittelalter

zurück. Um zu den Perlen des

Basars zu finden, muss man sich an

zahllosen Verkäufern von billigen

Kleidern vorbeikämpfen. Ein

kleines Juwel mitten im Basar ist

Abdulla. Hier findet man alles, was

es für einen stilvollen Hamambesuch

braucht: handgemachte Seife

etwa oder schöne Tücher.

5 ansen-suiten_Die Ansen-

Suiten liegen ideal für Leute, die

das hippe Istanbul kennen lernen

wollen. Von hier aus lässt sich der

Stadtteil Beyoglu zu Fuss erforschen,

Karaköy und die Galata-

Brücke sind leicht zu erreichen. Die

neun Zimmer und Suiten im alten

osmanischen Wohnhaus bieten viel

Platz und ab der vierten Etage eine

unglaubliche Aussicht über das

Goldene Horn.

4 // 2010 // BILANZhomes 39


citytrip // istanbul

Der Bosporus trennt Asien von Europa –

Istanbul verbindet die beiden Kontinente.

Der Ruf des Muezzins schallt über

die schlafende Stadt, für die Gläubigen

ist es Zeit zum Frühgebet.

Von der Blauen Moschee flattert

aufgeschreckt ein Schwarm Tauben,

im Park räkeln sich streunende

Hunde im Halbschlaf. Im

morgendlichen Nebel, der über

den Fischerbooten im Marmarameer hängt, kreischen

die Möwen. Wir Westeuropäer sitzen derweil kerzengerade

im Bett. Die ungewohnte Klangkulisse hat uns abrupt

aus dem Schlaf gerissen. Hier in Sultanahmet, dem

ältesten Teil Istanbuls, stehen die beiden bekanntesten

Moscheen, die Hagia Sophia – die im 6. Jahrhundert als

christliche Kirche erbaut worden ist – und der prächtige

Bau der 1000 Jahre jüngeren Blauen Moschee. Von den

Minaretten klingt der Gebetsruf laut durch die engen

Gassen, in denen sich heute Hotel an Hotel reiht. Es ist

erst fünf Uhr morgens, und um fit für unser Tagesprogramm

zu sein, brauchen wir noch etwas Schlaf.

Vier Stunden später sitzen wir gut gelaunt im Taxi und

verlassen Sultanahmet. Die Strasse führt uns rund um die

Landspitze, auf welcher der riesige Topkapipalast thront

– während Jahrhunderten Sitz der osmanischen Sultane.

Wir verstummen unwillkürlich, als sich der Blick auf die

ganze Pracht der Grossstadt öffnet. Staunend betrachten

40 BILANZhomes // 4 // 2010

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2

wir das Marmarameer zur einen und den Meeresarm des

Goldenen Horns zur anderen Seite. Dazwischen die

Bosporus-Meerenge, die Asien von Europa trennt. Rundum

erstreckt sich die Stadt über Ufer und Hügel.

Vorbei geht es am prächtigen Bahnhof Sirkeci, der

1890 als Endstation des Orientexpresses eröffnet wurde

und damals als einer der modernsten Bahnhöfe galt.

Noch heute beeindruckt sein gewagter Stilmix. Vorbei

am lebendigen Fährhafen mit seinen Händlern und

Marktschreiern und über die Galata-Brücke, die das Goldene

Horn überspannt und den ganzen Tag von Fischern

und Schaulustigen belagert wird.

kreativ und alternativ: Beyoglu. Auf der anderen Seite

geht es den Hügel hoch. Wir befinden uns nun in Beyoglu,

dem traditionellerweise liberalsten und europäischsten

Stadtteil. Hier weht der Geist des alten Europa. Genueser,

Venetier und Osmanen haben ihre Spuren

hinterlassen. Das heutige Gesicht des riesigen Stadtteils

ist vor allem vom 19. Jahrhundert geprägt, in dem traditionelle

osmanische Baustile mit modischen Architekturformen

aus Westeuropa vermischt wurden.

Unser erster Stopp gilt dem Showroom von Autoban.

Niemand hat in den vergangenen Jahren die Design-

Landkarte Istanbuls derart geprägt wie das Duo Seyhan

Özdemir und Sefer Çaglar. Ihre Interieurs für die •

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5

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6

1 seyhan Özdemir_Sie ist die

eine Hälfte des Designduos Autoban,

das die Designszene Istanbuls

in den letzten Jahren geprägt hat.

Neben den wunderbaren House

Cafés beinhaltet das Portfolio der

Firma das Restaurant Müzedechanga.

Die grossen Vorbilder von

Seyhan Özdemir und Sefer Çaglar

sind die Möbeldesigner Ray und

Charles Eames.

2 hotel sofa_Das Designhotel befindet

sich mitten in einer lebhaften

Einkaufsstrasse im Viertel Nisantasi.

Der Concierge empfängt im

Parterre, die gemütliche Lobby

befindet sich im ersten Stock. Das

Hotel Sofa ist ein klassisches

Grandhotel, zu dem auch ein Buchladen

gehört. Die Zimmer und

Suiten sind zeitgemäss und in

dezenten Beige- und Brauntönen

gehalten. Blickfang ist die verglaste

Liftanlage.

3 hagia sophia_Die «Kirche der

heiligen Weisheit» aus dem

6. Jahrhundert gilt als Meisterwerk

byzantinischer Baukunst. Sie

wurde im 15. Jahrhundert von den

osmanischen Herrschern in eine

Moschee umgewandelt.

4 otto santral_2007 wurde das

ehemalige osmanische Elektrizitätswerk

zu Santralistanbul,

einem Ort der Kunst und Kultur.

Die alten Gebäude wurden mit

moderner Architektur ergänzt und

umfassen heute einen Universitätscampus,

Museen und Gastrobetriebe,

darunter das Restaurant

Otto Santral, das schnell zum

Lieblingsort der Szene geworden

ist. Am Wochenende locken auch

Konzerte und Live-Events.

5 Beyoglu_Im Quartier im Norden

des Goldenen Horns weht der

Geist des alten Europa. Beyoglu

ist seit Jahrhunderten europäisch

orientiert. Genueser, Venetier und

Osmanen hinterliessen hier ebenso

ihre Spuren wie ab dem 19. Jahrhundert

die Botschaften und internationalen

Schulen.

6 Beymen_Eleganz pur ist in diesem

Modehaus angesagt. Auf sieben

Etagen kann man sich, umsorgt

von über 90 Angestellten, durch die

Highlights internationaler und

türkischer Modemarken shoppen.

Beymen ist eine türkische Erfolgsgeschichte.

1971 gegründet, besitzt

das Modehaus heute 30 Filialen in

sieben Städten.

4 // 2010 // BILANZhomes 41


citytrip // istanbul

Das Wasser gibt Istanbul einen wunderbaren

Ausgleich zu Hektik und Lärm.

• Restaurantkette The House Café sind legendär und

haben eine eigentliche Istanbuler Handschrift begründet,

die stark an die Arbeiten der amerikanischen Designlegenden

Ray und Charles Eames erinnert.

Die Gegend um die Bergstation der Minimetro Tünel

– der zweitältesten U-Bahn der Welt – gilt als Epizentrum

der Kreativität. Hinter den prächtigen Fassaden finden

wir Modeateliers, kleine Clubs und Bars, vegetarische

Restaurants und Antiquitätengeschäfte.

Stundenlang schlendern wir durch die schattigen Strassen

und machen Entdeckung um Entdeckung. Allgegenwärtig

ist die knisternde Spannung zwischen Tradition

und Avantgarde. Schliesslich verschnaufen wir bei Tee –

schwarz und mit viel Zucker getrunken – und frischen

Mezze in einer der vielen sympathischen Bars.

chic und mondän: nisantasi. Am Nachmittag geht es im

Taxi nach Nisantasi. Derweil Beyoglu quirlig und alternativ

ist, gibt sich der Stadtteil nördlich des Taksim-

Platzes chic und mondän. Unser Ziel ist das vor ein paar

Jahren eröffnete Hotel Sofa. In der riesigen Lobby mit

Café im ersten Stock wird die Grosszügigkeit ehemaliger

Grandhotels neu interpretiert. In bequemen Sesseln

ruhen wir uns hier vom Grossstadtrummel aus, geniessen

einen Latte macchiato und blättern dabei in den Bildbänden

des integrierten Bücherladens. Nur ein paar Häuser

42 BILANZhomes // 4 // 2010

1

weiter geht es zum Fashion Shopping ins Beymen-Kaufhaus.

Neben berühmten internationalen Marken findet

man hier auf sieben Etagen viele einheimische Modelabels.

Die Strassen von Nisantasi werden von Modeboutiquen

und edlen Lokalen gesäumt, man könnte stundenlang

bummeln. Verführen lassen kann man sich aber auch

von den leckeren Auslagen der vielen Konditoreien. Das

orientalische Gebäck ist allerorten köstlich.

Die Hektik der Stadt ermüdet. Als Fussgänger hat man

im von Autos dominierten Istanbul immer das Nachsehen.

An einer U-Bahn wird zwar gebaut, im Zentrum gibt es

ein paar Tramlinien, aber bis die 13-Millionen-Metropole

ihr Verkehrsproblem in den Griff bekommt, wird noch

manches Schiff durch den Bosporus tuckern.

Also setzen wir uns erneut in ein Taxi und lassen uns

an die Meerenge chauffieren. Unser Ziel ist das ehemalige

Dorf Arnavutköy, das längst Teil der Grossstadt und

derzeit ziemlich angesagt ist. Von der Terrasse eines kleinen

Restaurants aus lassen wir unseren Blick über die

alten osmanischen Holzhäuser schweifen, die das Ufer

säumen, über den Bosporus mit seinen Yachten und Lastschiffen

und die malerische asiatische Seite der Metropole.

Ruhe kehrt ein. Es stimmt, was uns eine lokale Journalistin

gesagt hat: Es sei das Wasser, das dem Moloch

Istanbul die nötige Ruhe gebe und einen wunderbaren

Ausgleich zu Hektik und Lärm schaffe.


2


4

3

5

1 sirkeci_Blick aufs Wasser in

Sirkeci im Stadtteil Eminönü. Im

Hafen von Karaköy jenseits des

Goldenen Horns liegt ein riesiges

Kreuzfahrtschiff vor Anker.

2 ada_Das Bistro mit Buchhandlung

hat sich zum beliebten Treffpunkt

von Buchliebhabern, Kaffeetanten

und Nachtschwärmern

gemausert. Es befindet sich an

der lebendigen Istiklal Caddesi

in Beyoglu.

3 santralistanbul_2007 konnte

die Metropole Istanbul die Wiederbelebung

eines ganz besonderen

Stückes der Stadt feiern. Santralistanbul

ist das ehrgeizige, von einer

Universität initiierte Renovations-

und Stadtverdichtungsprojekt. Ein

osmanisches Elektrizitätswerk am

oberen Ende des Goldenen Horns

aus dem Jahr 1911 wurde ins neue

Jahrtausend hinübergerettet. Das

alte Kraftwerk ist heute ein Museum.

Mit Rolltreppen fährt man

durch riesige Hallen und kann die

komplett erhaltene Anlage besichtigen.

Daneben haben die türkischen

Architekten Nevzat Sayin und

Emre Arolat ein gigantisches,

modernes Kunstmuseum gebaut.

4 Ümit Ünal_Mitten im Tünel-

Quartier befinden sich Atelier und

Showroom des Modedesigners in

einem atmosphärischen Wohnhaus

aus osmanischer Zeit. Schwarz sind

die Wände, schummrig das Licht,

die Musik tönt blechern wie aus

einem alten Megafon. An alten

Holzpuppen kann man Ünals

jüngste Werke bewundern – gerade

hat er das Thema Cabaret umgesetzt.

In einem alten Schrank

lagert seine Kollektion historischer

Schuhe, die dem international

erfolgreichen Designer Inspiration

sind. Der leise Hauch von Morbidität

wird durch die Frische und

Fröhlichkeit des türkischen Fashionstars

immer wieder gebrochen.

5 lokal_In dem sympathischen

Café Lokal am Tünel-Platz lässt

sich fein frühstücken und lunchen,

wunderbar Tee und Kaffee trinken

und in den Stadtzeitschriften blättern.

Der Ort ist für ein urbanes,

international orientiertes Publikum

gemacht, hat aber den

Charme eines Quartier-Cafés

behalten, was vor allem der

Bedienung zu verdanken ist. Das

«Lokal» ist ein Beispiel dafür, wie

sich das Tünel-Quartier in den

letzten Jahren verändert hat.

4 // 2010 // BILANZhomes 43


citytrip // istanbul

Adressen

hotels:

→ Ansen Suites,

Mesrutiyet Caddesi 70, Tünel,

Tel. +90 212 245 88 08,

www.ansensuites.com

→ The Sofa Hotel, Tesvikiye Caddesi

41, Nisantasi,

Tel. +90 212 368 18 18,

www.thesofahotel.com

Bars/cafés/restaurants:

→ Ada, Istiklal Caddesi 158, Tünel,

Tel. +90 212 251 55 44,

www.adakitapcafe.com

44 BILANZhomes // 4 // 2010

3

1 2

→ The House Café, Asmali Mescit 9,

Tünel, Tel. +90 212 245 95 15,

www.thehousecafe.com.tr

→ Lokal, Tünel Meydani 186,

Tünel, Tel. +90 212 245 40 28,

www.lokal-tunel.com

→ Müzedechanga, Sakip Sabanci

Müzesi, Sakip Sabanci Caddesi 42,

Emirgan, Tel. +90 212 323 09 01,

www.changa-istanbul.com

→ Otto Santral, Santralistanbul,

Eyüp, Tel. +90 212 427 80 68,

www.otto-restaurant.com

→ Schiller Chiemsee: diverse Filialen,

www.schillerchiemsee.com.tr

→ Simdi, Asmali Mescit 9, Tünel,

Tel. + 90 212 252 54 43,

→ Topaz, Inönü Caddesi 50,

Gümüssuyu, Tel. +90 212 249 10 01,

www.topazistanbul.com

shops/showrooms:

→ Abdulla Grand Bazaar, Alibaba

Türbe Sokak 25, Kapaliçarsi,

www.autoban212.com

→ Beymen, Abdi Ipekçi Caddesi 23,

Nisantasi, www.beymen.com.tr

→ Camper Store, Abdi Ipekçi Caddesi

4

1 topaz_Das Restaurant Topaz

bietet neben einer gediegenen internationalen

Küche eine unglaubliche

Aussicht auf den Bosporus und die

Brücke, die Europa und Asien verbindet.

Das Interieur ist zeitgemäss

und chic. Auffallend: die Asteroid-

Leuchten des in Paris lebenden türkischen

Designers Koray Ozgen, die

in Gruppen vor den riesigen Fensterfronten

hängen.

2 camper_Der Ableger der

spanischen Schuhmarke Camper

befindet sich im modischen Quartier

Nisantasi in einem typischen

Kellerlokal, das über eine schmale

Treppe zu erreichen ist.

3 autoban_Von der Decke hängen

vielarmige Oktopus-Leuchter, aus

dem Boden «wachsen» Mushroom-

Hocker und Tulip-Lampen, von den

Wänden strahlen Spider-Leuchten.

Der Showroom der Autoban-Designer

in Beyoglu ist das Epizentrum

der aktuellen Designszene. Die

Versuchung, sich hier ein Istanbul-

Souvenir der besonderen Art zu

leisten, ist für Design-Aficionados

gross. Ausgestellt ist ein grosser Teil

der Möbel- und Leuchtenkollektion

des Teams um Seyhan Özdemir und

Sefer Çaglar.

4 robinson crusoe_Der kleine

Laden mit englischen Büchern

befindet sich mitten in Beyoglus

quirliger Hauptschlagader, der

Istiklal Caddesi, auf der das nostalgische

Tram verkehrt. Bei Robinson

Crusoe findet man eine breite Auswahl

an Design- und Architekturbüchern,

Kunstbänden, Reiseführern

über Istanbul und die Türkei

sowie fremdsprachige Zeitschriften.

7, Nisantasi, www.camper.com

→ Ethnic Home Art,

Arasta Bazaar 119, Sultanahmet

→ Komsufirin: diverse Fililalen,

www.komsufirin.com.tr

→ Robinso Crusoe, Istiklal Caddesi

195, Tünel, www.rob389.com

→ Ümit Ünal, Ensiz Sokak 1, Tünel,

www.umitunal.com

Museum:

→ Santralistanbul, Kazim Karabekir

Caddesi 1, Eyüp,

www.santralistanbul.org


Redaktion: Stefan Barmettler // Fotos: Giuseppe Mezza (1), Keystone (1), Vitra (1)

Kreative Schweizer verraten ihre Architektur- und Designfavoriten

Markus Ruf*, Creative Director

Ihr Lieblingsgebäude in der

Schweiz? Die Therme Vals – ein

Werk von zeitloser Eleganz.

Es ist fast schade, wenn man in

den Bädern die Augen schliesst.

Ihr Lieblingsquartier? In der

Schweiz: die Kreise 4 und 5 in

Zürich. Im Ausland: die Chinatown

in Bangkok.

Welches Gebäude sollte man in der

Schweiz abreissen? Das frühere

Amtshaus am Helvetiaplatz. Wobei:

Der Klotz ist so hässlich, dass er

sicher irgendwann Kult wird. Der

Guildo Horn unter den Gebäuden.

Ihre Lieblingsarchitektin, Ihr

Lieblingsarchitekt? Mein Grossvater

und mein Vater waren Architekten

– trotzdem nenne ich Peter

Zumthor. Vor allem wegen der

besagten Therme in Vals und des

Kunsthauses in Bregenz.

Leben Sie zur Miete oder im

Eigentum? Zur Miete.

Das eindrücklichste Bauwerk

weltweit? Der neue Gotthardtunnel,

ein Jahrhundertbauwerk.

«Spiegel online» hat dafür die

passende Schlagzeile geliefert:

«Blut, Schweiz und Tränen».

Ihr liebstes Designmöbelstück?

Halt doch der Lounge Chair mit

Ottoman von Charles und Ray

Eames. Aber bitte nicht in der neuen

Farbe Weiss – die passt nur in

Liposuction­Centern –, sondern in

Dunkelbraun oder Schwarz.

Ihr Lieblingsdesignobjekt?

Ich umgebe mich nicht mit Designobjekten.

Dafür liebe ich Fotokunst.

Besonders angetan haben

es mir die grossformatigen

Kiefernwald­Aufnahmen des

Südkoreaners Bae Bien­U.

fragebogen

* Markus Ruf:

Creative Director

und Mitinhaber der

Werbeagentur Ruf

Lanz in Zürich. Der

zweifache Werber des

Jahres gehört zu den

meistausgezeichneten

Kreativen des

Landes. Er wirbt

unter anderem für

die Verkehrsbetriebe

der Stadt Zürich,

die Suva und das

Gastrounternehmen

Hiltl.

Markus Rufs Favoriten: Architekt

Peter Zumthor und seine Therme

Vals sowie der Lounge Chair von

Charles und Ray Eames.

4 // 2010 // BILANZhomes 45


interview // annette gigon / mike guyer

«Mal

laut, mal

leis»

Das Architekturbüro von Annette

Gigon und Mike Guyer gehört

zu den gefragtesten der Schweiz.

Nach Museen im In- und Ausland

baut das Duo zurzeit in Zürich

das höchste Gebäude der Schweiz.

46 BILANZhomes // 4 // 2010

mirko Beetschen, intervieW //

sandro fiechter, fotos

BiLanZ homes: frau Gigon, herr Guyer, haben sie unter

ihren vielen Projekten einen Liebling?

annette Gigon (a.G.): Diese Frage wird uns immer wieder

gestellt. Sicher weil unsere Arbeit in den letzten Jahren an Spannbreite

gewonnen hat und heute ebenso Wohnbauten umfasst wie

Umbauten, Museen und Bürogebäude. Aber wir müssen Sie

enttäuschen: Es ist nicht eines, sondern es sind viele Lieblingsprojekte,

darunter die fertig gestellten und die neuen, mit denen

wir noch beschäftigt sind.

Bekannt geworden sind sie mit museumsprojekten wie dem

museum Liner in appenzell oder dem kirchner museum

in davos, Bauten, die horizontal ausgerichtet sind. mit dem

Prime tower in Zürich gehen sie nun massiv in die vertikale.

War dieser Wechsel schwierig?

a.G.: Museen und Ausstellungsbauten sind tendenziell auf einem

Geschoss konzentriert, weil die Menschen sich auf einer einzigen

Ebene am leichtesten bewegen und orientieren können. Aber es

gibt in unserem Werk Ausnahmen. Bei zwei Museumsgebäuden

haben wir dieses horizontale Prinzip der Raumanordnung verlassen:

Das Archäologische Museum Kalkriese in Deutschland ergänzt

mit einem Aussichtsturm beim ehemaligen Schlachtfeld der

Hermannsschlacht die horizontal angeordneten Museumsräume,

und auch das Museumsgebäude im französischen Mouans­Sartoux

ist als kleiner Turm konzipiert, in dem sich die Ausstellung von

Halbgeschoss zu Halbgeschoss in die Höhe schraubt.

mike Guyer (m.G.): Ein wichtiger Unterschied zwischen den

Museumsbauten und dem Prime Tower ist, dass die Museen

öffentlich zugänglich sind, die Büros nicht. Bei unseren Museumsbauten

sind Gebäudevolumen und Ausstellungsräume eine untrennbare

Einheit, beim Prime Tower bilden Gebäudehülle,

Struktur und Erschliessungsräume den übergeordneten Rahmen

für sehr verschiedene, individuell gestaltete Arbeitswelten.

Was ist die besondere architektonische herausforderung bei

einem hochhaus?

a.G.: Der Wettbewerb für den Prime Tower 2004 war für uns die

erste Gelegenheit, uns fundiert mit der Thematik eines Bürohochhauses

auseinanderzusetzen. Neben der Schaffung von gut belichteten

Arbeitsplätzen, immer im Verhältnis zu Fluchttreppenhäusern

und Liften, nahmen wir uns vor, für das grosse Gebäude

eine Form und Materialität zu finden, die komplex und vielfältig

ist und nicht nur dem alltäglichen Gebrauch der Büromieter dient,

sondern auch dem täglichen optischen Gebrauch der ganzen Stadtbevölkerung.

Das Gebäude ist schliesslich von weit her sichtbar

und bildet einen neuen Orientierungspunkt in Zürich West.

mit dem Prime tower und den hochhäusern auf dem

Löwenbräu-areal prägen sie das stadtbild Zürichs nachhaltig.

Wie geht man mit dieser verantwortung um?


annette Gigon (1959) und mike Guyer (1958) haben

gleichzeitig an der ETH Zürich Architektur studiert

und 1984 abgeschlossen. Seit 1989 führen sie das gemeinsame

Büro Gigon/Guyer. Beide leben und arbeiten in Zürich.

Auch ihre neuesten Würfe markanter Architektur entstehen

in und um das Wirtschaftszentrum der Schweiz.

4 // 2010 // BILANZhomes 47


interview // annette gigon / mike guyer

Modell über Modell: vom Rohmaterial für Modelle zu neuen Bauten

über Grundrisse, Skizzen, Pläne und modellierte Innenräume

bis zu Fotos: In Gigon/Guyers Büro regiert die anregende Vielfalt.

• m.G.: Für uns ist die Stadt das gebaute Konglomerat der

Bedürfnisse der Bevölkerung und deshalb immer wieder Veränderungen

unterworfen. Wir wohnen und arbeiten in Zürich und

schätzen die Stadt sehr. Wir gehen deshalb behutsam und verantwortungsvoll

beim Setzen von Hochhäusern in die Stadtsilhouette

vor. Der Standort des Prime Tower am Kreuzungspunkt von

Gleisfeld und Hardbrücke mitten im Limmattal ist für ein Hochhaus

ideal. Durch seine freiwinklige Standfläche und den nach

oben grösser werdenden Schnitt ergibt sich ein Volumen, das sehr

unterschiedlich erscheint und durch die grünliche, leicht reflektierende

Glashülle eine kristalline Erscheinung bekommt, die durch

das Tageslicht moduliert wird.

Ganz anders sind die beiden hochbauten auf dem

Löwenbräu-areal konzipiert.

m.G.: Ja, sie sind in ihrer Form und Materialisierung direkt im

Dialog mit den alten Brauereigebäuden und den Silos entstanden

und präzise eingepasst. In Anlehnung an die Klinkerverkleidung

der alten Brauereigebäude werden die beiden Hochbauten mit

neu geformten, glänzend emaillierten Keramikplatten verkleidet.

Was denken sie, wie wird sich der hochhausbau in

der schweiz weiterentwickeln?

m.G.: Damit diese Quantensprünge im Stadtraum von der

Bevölkerung mitgetragen werden, ist es wichtig, dass die Hochhäuser,

die jetzt gebaut werden, in Nutzung und Architektur

erfolgreich sind und von der Bevölkerung akzeptiert werden.

Unter diesen Voraussetzungen wird eine nachhaltige Fortsetzung

des Hochhausbaus auf hohem Niveau möglich sein.

a.G.: Der Hochhausbau wird stets ein Thema bleiben, weil er die

Möglichkeit bietet, an wichtigen Stellen im städtischen Gewebe

48 BILANZhomes // 4 // 2010

«Hochhäuser setzen wir

behutsam in die

Silhouette einer Stadt.»

Akzente zu setzen, wie es der Prime Tower macht, oder zu verdichten

und gleichzeitig Bestehendes zu erhalten, wie es beim

Löwenbräu­Areal der Fall ist. Wahrscheinlich werden sich die

Städte mit absoluten Höhen überbieten wollen. Aber dieser Wettstreit

ist langfristig uninteressant. Wichtig und nachhaltig ist nur,

ob die hohen Bauten ihrer im Wortsinn herausragenden Rolle

gewachsen sind – das heisst, ob sie ihre Funktionen erfüllen und

ob sie den Blicken der Menschen auf Dauer standhalten können.

sie können mit dem Geschäftshaus rosau auf einem der

teuersten Grundstücke der schweiz bauen. Wie sind

sie das Projekt an dieser bevorzugten Lage zwischen

stadtzentrum Zürich und see angegangen?

m.G.: Von der Lage her sind die Parks der Villa Rosau und des

Hotels Baur au Lac tatsächlich der privilegierteste private

Zwillingsgarten der Stadt Zürich. Der Büroneubau legt sich winkelförmig

um die bestehende Villa und bezieht sich in seiner

Geometrie auf die Blockrandstruktur des Quartiers. In seiner

edlen, dunklen Erscheinung gehört er eher zum Park als zu den

hellen Bürobauten in der Nachbarschaft. Über eine grosse

Zufahrtsöffnung gegenüber der Tonhalle bleibt die Villa Rosau •

HO


Fotos: Georg Aerni, GG, Serge Demailly

Prachtstücke

Überbauung Brunnenhof – Wohnungen

für kinderreiche familien, Zürich

Mit den Ersatzbauten der Stiftung Wohnungen

für kinderreiche Familien bewiesen

Gigon/Guyer 2007 beim Zürcher Bucheggplatz,

dass sie auch kostenbewusst gut bauen

können. Gemeinsam mit dem Künstler Adrian

Schiess entwickelten sie das Farbkonzept für

die verschiebbaren Balkonpaneele.

HOM_Forster_1-2q-ra 21.10.2010 15:16 Uhr Seite 1

Bürogebäude Prime tower mit

annexbauten, Zürich

Mit diesem Prestigebau in Stahl und Glas

setzen Gigon/Guyer nicht nur ein architektonisches

Zeichen für das sich wandelnde

Zürich West, sondern auch einen Markstein

im helvetischen Hochhausbau – der Prime

Tower ist, zuminderst vorläufig, das höchste

Gebäude der Schweiz.

donation albers-honegger,

espace de l’art concret (eac) in

mouans-sartoux (frankreich)

Im alten Schlosspark des Espace de l’Art

Concret im südfranzösischen Mouans-Sartoux

haben Gigon/Guyer dem historischen Schloss

ein viel gepriesenes, der Moderne verpflichtetes

Ausstellungsgebäude in lichtem Grün

gegenübergestellt.

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interview // annette gigon / mike guyer

Das Architektenteam beim Atelier an der Zürcher Carmenstrasse.

Auch diesen Aussenraum haben sie durchkomponiert und

selbst gestaltet. Architekten schöpfen aus Ideen neue Wirklichkeit.

• mit dem öffentlichen Raum verbunden. Der Park wird saniert,

und er wird erweitert.

Gigon/Guyer-Bauten sind meist sachlich-schlicht und wirken

dadurch typisch schweizerisch. scheuen sie das extravagante?

a.G.: Wir glauben nicht, dass unserer Architektur mit den

Attributen «sachlich­schlicht» und «typisch schweizerisch» beizukommen

ist. Dafür sind die Charaktere unserer Bauten zu

unterschiedlich. Wir haben uns bewusst nie einem Bürostil verschrieben,

sondern haben die DNA unserer Bauten immer wieder

neu geschrieben, sie aus den Ortskontexten, den Raumprogrammen,

ja aus den teilweise limitierten Budgets heraus entwickelt.

Dabei sind laute und leise Projekte entstanden, auffallende und

zurückhaltende – und paradoxerweise sind die besten darunter

manchmal beides.

Welchen ihrer Bauten würden sie als auffällig bezeichnen?

a.G.: Die beiden neuen Bauten für das Verkehrshaus in

Luzern gehören sicher dazu. Dann die Wohnüberbauung

Brunnenhof am Bucheggplatz in Zürich und die Überbauung

Goldschlägi in Schlieren. Bei den beiden letztgenannten Projekten

ist besonders die Farbgebung ausschlaggebend für die starke

Präsenz der Gebäude.

farbe ist überhaupt ein wichtiges element ihrer architektur.

Wie gehen sie damit um?

m.G.: Wir setzen Farbe ein, um die Wirkung und Stimmung der

Architektur innen wie aussen zu verstärken. Beim Sportzentrum in

Davos beispielsweise widerspiegeln die Farben die Nutzungsvielfalt

und beziehen sich auf die werbewirksame Farbigkeit in der

Sportwelt. Beim Hörsaal der Universität Zürich markiert die

50 BILANZhomes // 4 // 2010

«Das Farbkonzept entwickeln

wir oft zusammen mit

Künstlern, die wir gut kennen.»

Farbe die neuen Eingriffe im ursprünglichen Bestand von Karl

Moser und verdichtet sich im unterirdischen Hörsaal zu einem

besonderen räumlichen Erlebnis.

Wie entstehen ihre farbkonzepte?

m.G.: Oft entwickeln wir sie zusammen mit Künstlern, mit denen

wir über mehrere Projekte hinweg eine enge Zusammenarbeit

aufbauen und dabei die gemeinsamen Erfahrungen vertiefen.

Gibt es etwas, das sie gerne einmal bauen würden?

m.G.: Ein Rathaus, eine Bibliothek, einen Konzertsaal, ein

Stadion oder eine Kirche. Das sind Gebäude, in denen Menschen

wichtige Ereignisse erleben und von denen man aussergewöhnliche

Architekturen erwartet. Es sind unter anderem öffentliche

Gebäude wie diese, die eine Stadt prägen und die für uns Architekten

eine besondere Herausforderung darstellen.

a.G.: Ob es künftig alltägliche Architekturaufgaben sind oder

kulturelle, in der Schweiz oder im Ausland: Wir wünschen uns

weiterhin einen guten, offenen Dialog mit der Bauherrschaft und

den Nutzern, Spielraum für Innovationen und auch, dass es uns

möglich sein wird, die Bauten ganzheitlich zu konzipieren. •


Immobilien-

Präsentationen

Auf den folgenden 50 Seiten zeigen renommierte

Immobilienfirmen ihre Top-Immobilien in der Schweiz

und in der ganzen Welt.

Immobilien Schweiz: Kaufobjekte Aargau 3 | Basel 1 | Bern 1 | Graubünden 1 | Luzern 4 | Schwyz 5

Tessin 2 | Zug 1 | Zürich 28

Immobilien Ausland: Kaufobjekte Deutschland 2 | Frankreich 1 | Spanien 1

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2 4 // 2010 // BILANZhomes 53


news immobilien // ferienobjekte

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104 BILANZhomes // 4 // 2010

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mit 15 000 m² Grundstück.

Ca. 350 m² Wohnfläche,

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Gehminuten vom Strand. 7 Zimmer.

297 m² Wohnfläche,

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Spanien / Port D’Andratx

Villa an begehrter Meereslinie

mit Blick über den Hafen.

Ca. 500 m² Wohnfläche,

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Spanien/Denia

Villa in begehrter Wohngegend an der Costa Blanca. 9 Zimmer. Ca. 500 m² Wohnfläche, 13343527

Costa Rica / Desamparados

Villa an bester Lage von Costa Rica

und mit besonderem Flair.

Ca. 750 m² Wohnfläche,

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Portugal/Almancil

Villa mit Charme und Charakter

und schönem Meerblick.

248 m² Wohnfläche,

13830128

4 // 2010 // BILANZhomes 105


agenda // vorschau

Agenda

Messen

Schweizer Immobilien-Kongress / Bern_Schwerpunkt der

Veranstaltung im Hotel Bellevue Palace in Bern ist das Thema

Raumentwicklung/Landschaftsinitiative. Dabei werden die

Strategie des Bundes sowie die Raumplanung zwischen Vorgabe

und Vollzug beleuchtet. Referenten informieren über Trends und

Zahlen im Immobilien­ und Hypothekarmarkt Schweiz.

→ 16. November 2010, Hotel Bellevue Palace, Bern,

www.iazi.ch

Blickfang / Zürich_Die internationale Designmesse ist die

grösste der Schweiz. Rund 220 Aussteller aus den Bereichen

Möbel, Leuchten, Wohnaccessoires, Mode und Schmuck präsentieren

ihre neusten Arbeiten. Der «Blickfang» findet neben

Zürich auch in Basel, Wien, Stuttgart und Tokio statt.

→ 20.–22. November 2010, Kongresshaus Zürich,

www.blickfang.com

Imm Cologne / Köln, Deutschland_Die Kölner Möbelmesse

ist Treffpunkt für Aussteller und Entscheidungsträger aus allen

wichtigen Märkten. Vom 18. bis 20. Januar sind ausschliesslich

Fachbesucher zugelassen, die Möbel, Einrichtungen und Leuchten

herstellen oder vertreiben; dazu gehören auch Architekten,

Inneneinrichter, Designer und Berater.

→ 18.–23. Januar 2011, Koelnmesse, Köln, Deutschland,

www.imm­cologne.de

Minergie Expo 2011 / Luzern_Zum ersten Mal findet die

Messe in der nach Minergie zertifizierten Messehalle in Luzern

statt. Sie informiert über energieeffizientes Bauen und mehr

Wohnkomfort. Ein attraktives Rahmenprogramm mit Vorträgen,

Symposien und der 2. Internationalen Minergie­Fachtagung

erwartet die Besucher.

→ 10.–13. März 2011, Messehalle Luzern, www.minergie.ch

Giardina / Zürich_Die Giardina Zürich ist eine Mischung

aus Gartenmesse, Ausstellung und sinnlicher Erlebnisplattform.

Hier zeigen sich die Trends für die Gartensaison 2011.

→ 16.–20. März 2011, Messe Zürich, www.giardina.ch

Immo Messe Schweiz / St. Gallen_Die 13. Fachmesse

für Wohneigentum und Energieeffizienz. Das diesjährige

Sonderthema ist dem Massivbau und der nachhaltigen

Gebäudesanierung gewidmet.

→ 25.–27. März 2011, Olma Messen St. Gallen,

www.immomesse.ch

Ausstellungen

Eidgenössische Preise für Design 2010 / Zürich_Der

Wettbewerb für Design, der jährlich vom Bundesamt für

Kultur (BAK) durchgeführt wird, ist ein wichtiges Instrument

in der Schweizer Designförderung. Die Ausstellung im

Museum für Gestaltung Zürich zeigt die prämierten Arbeiten

und gibt Einblick in das junge Designschaffen.

→ 2. Dezember 2010 bis 20. Februar 2011, Museum für

Gestaltung Zürich, www.museum­gestaltung.ch

Frank O. Gehry seit 1997 / Weil am Rhein_Mit dieser

Ausstellung zeigt das Vitra Design Museum die wichtigsten

Bauten des amerikanischen Architekten seit 1997. Zwölf Projekte,

die seit der Eröffnung des Guggenheim­Museums Bilbao

entstanden, werden samt Studien und Wettbewerbsmodellen

vorgestellt. Zeichnungen und Filme ergänzen die Ausstellung.

→ Bis 13. März 2011, Vitra Design Museum, Weil am Rhein,

www.design­museum.de

106 BILANZhomes // 4 // 2010

Im nächsten Frühjahr widmet sich

BILANZ Homes dem Thema Farbe in der

Architektur. Wir zeigen, welches Potenzial

hier brachliegt, und sprechen mit den

Gründern des weltweit einmaligen Hauses

der Farbe in Zürich. Der Citytrip führt

dieses Mal in die südholländische Minimetropole

Maastricht. Ausserdem zeigen

wir Ihnen Praktisches, Schönes und Neues

rund ums Schlafzimmer.

Homes 1/2011

erscheint am 8. April 2011

Foto: Sabrina Rothe

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