Die Recklinghäuser Bildungsvereinbarung Sprache - Metropole Ruhr

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Die Recklinghäuser Bildungsvereinbarung Sprache - Metropole Ruhr

Die Recklinghäuser Bildungsvereinbarung Sprache

Wie „Lernen vor Ort" die Zusammenarbeit von

Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ständig verbessert!

„Lernen vor Ort“ ist ein zentraler Bestandteil der Qualifizierungsinitiative der

Bundesregierung, die unter dem Motto „Aufstieg durch Bildung“ mehr und bessere Bildung

und Weiterbildung in allen Lebensbereichen für die Bürgerinnen und Bürger ermöglichen

will. Ziel der Förderinitiative ist es, in Kreisen und kreisfreien Städten ein kohärentes

Bildungsmanagement vor Ort zu entwickeln und zu verstetigen, so dass Bildungsstationen

entlang der individuellen Lebensläufe systematisch aufeinander bezogen werden können.

„Lernen vor Ort“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und

Forschung mit deutschen Stiftungen.

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem

Europäischem Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.“

Dazu identifiziert „Lernen vor Ort“ Modelle guter Praxis auf allen Ebenen der

Bildungslandschaft im Kreis Recklinghausen und verfolgt das Ziel, diese „Leuchttürme“ in

flächendeckende Alltagspraxis zu verwandeln.

Bildung ist eine wichtige Grundlage dafür, die eigene Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.

Sie ist Voraussetzung für berufliche und soziale Integration sowie gesellschaftliche

Teilhabe. Eine gut entwickelte Sprachkompetenz ist der Schlüssel für erfolgreiche Bildungsund

Lernprozesse im vorschulischen wie im schulischen Bereich. Das Hauptaugenmerk der

Sprachförderung liegt auf dem Erreichen einer altersgemäßen Sprachentwicklung und

hinreichenden Kenntnissen in der deutschen Sprache. Dies ist Grundvoraussetzung für eine

gelingende Bildungsbiografie in Schule, Beruf und Gesellschaft. Die Stadt Recklinghausen

treibt seit zehn Jahren intensiv verschiedene Initiativen zur Sprachförderung voran. Dies

aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und unter Federführung verschiedener

Fachbereiche bei zunehmender Abstimmung und Vernetzung. Die Recklinghäuser

Bildungsvereinbarung Sprache bündelt die Erfahrungen, die in der Zusammenarbeit

zwischen Schulen im Primarbereich, Tageseinrichtungen für Kinder, Stadt und

Schulaufsicht in den vergangenen Jahren gemacht worden sind.

Bildungspakt Sprachförderung

Bildungsvereinbarung Sprache.doc

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Auf der Grundlage der oben genannten konzeptionellen Ausführung hat die Stadt

Recklinghausen den Leuchtturm „Bildungspakt Sprachförderung“ entwickelt um den

Bildungsübergang von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen aktiv zu gestalten. Die

Stadt Recklinghausen strebt die Unterstützung der Bildungsbiographien von Kindern

unabhängig von sozialer Herkunft und Nationalität an. Voraussetzung dafür ist die

Entwicklung eines guten Sprachverständnisses, das den Kindern ermöglicht, dem Unterricht

in der ersten Klasse zu folgen.

Zu diesem Zweck hat die Stadt 7 Bildungsregionen eingerichtet, in denen die

Kindertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich eng über gemeinsame

Veranstaltungen, fachlichen Austausch, gemeinsame Fortbildungen und einen regionalen

Kooperationskalender zusammenarbeiten. Mit allen Leitungen der Kindertageseinrichtungen,

Grundschulleitungen, Trägern und der Stadt wurde nach der Etablierung der Regionen die

Bildungsvereinbarung Sprache erarbeitet, strukturiert, diskutiert und unterzeichnet. Die

Recklinghäuser Bildungsvereinbarung Sprache hat zum Ziel, dass jedes Kind sprachlich in

der Lage ist, dem Grundschulunterricht folgen zu können. In diesem Zusammenhang werden

die Eltern verstärkt in die Bildungsarbeit integriert und erhalten im gemeinsamen Lernprozess

einen individuellen Überblick über den Lernstand ihrer Kinder sowie konkrete Hinweise zur

Lernunterstützung durch die Familie.

Die Bildungsvereinbarung Sprache deckt folgende Kompetenzfelder ab:

Personale/soziale Kompetenzen im Bildungsbereich Sprache

(wie z.B. sich begrüßen, verabschieden, bedanken, entschuldigen können)

Sprechfähigkeit/Sprachfähigkeit

(wie z.B. in ganzen Sätzen sprechen)

Phonologische Bewusstheit

(wie z.B. Wörter in Silben gliedern können)

Bildungspakt Sprachförderung

Bildungsvereinbarung Sprache.doc

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Als erste positive Beispiele für die fortschreitende Implementierung des Bildungspakt

Sprachförderung in der Stadt Recklinghausen sind 2 Grundschulen in der Region

Hochlarmark zu nennen, die das Sprachförderkonzept der Kindertageseinrichtungen aus der

Region übernommen haben und es in der Schule fortsetzten. Das erleichtert den Kindern

den Einstieg in die Schule insofern als sie gerade im Bereich des Zweitspracherwerbs

nahtlos an das Erlernte anknüpfen können und keine zusätzlichen Barrieren entstehen.

Inzwischen gehört es zum Alltag in allen 7 Bildungsregionen, dass der Tageseinrichtungen

für Kinder so eng mit den Grundschulen kooperieren, dass Erzieherinnen und Erzieher in den

Schulen und Lehrerinnen und Lehrer in den KiTa´s gegenseitig hospitieren. Das Ziel hierbei

ist eine gemeinsame oder zumindest aufeinander abgestimmte Sprachförderung, was sowohl

den Kindern als auch den Eltern als unterstützender Part den Wechsel in die Grundschule

erleichtern soll. Eine Idee, die ursprünglich aus einer anderen Region stammt und dort auch

umgesetzt wird, ist in der Region Suderwich die Übernahme von Vorlesepatenschaften von

Drittklässlern für Kita- Kinder. Auch diese Idee soll als ein weiteres Best- Practice- Beispiel in

die gängige Praxis integriert werden.

Die Recklinghäuser Bildungsvereinbarung Sprache ist in Kooperation der Fachbereiche

Kinder, Jugend und Familie und Schule und Sport entstanden und zu beziehen unter :

Kommunales Bildungsbüro

Stadt Recklinghausen

Anke Sarrazin

Friedrich-Ebert-Straße 40

45669 Recklinghausen

Tel. 02361 502285

Fax 02361 502272

anke.sarrazin@recklinghausen.de

Autorin:

Anke Sarrazin

Koordinatorin im Projekt Lernen vor Ort mit dem Schwerpunkt Bildungspakt Sprache der

Stadt Recklinghausen

Bildungspakt Sprachförderung

Bildungsvereinbarung Sprache.doc

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