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LIZEI

EIN ARTNER

P

Kreisgruppe Autobahnpolizei/

Verkehr Köln

Gewerkschaft der Polizei

Karnevalssitzung

der Autobahnpolizei Köln

2011


Gewerkschaft der Polizei

Kreisgruppe Autobahnpolizei/

Verkehr Köln

15.01.2011,

14.00 Uhr

Heeresamt Köln

Brühler Str. 300

POLIZEI -

DEIN PARTNER

39. Karnevalssitzung

Impressum

Verantwortlich für den redaktionellen Teil:

xxxx Dieter Königs, Köln

Fotos: Die Verfasser

Nachdruck des redaktionellen Teils nur nach

ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers

Sämtliche hier veröffentlichte Anzeigen, die im

Kundenauftrag für die Drucklegung vom Verlag

gestaltet wurden, sind urheberrechtlich geschützt.

Nachdruck, Vervielfältigung und elektronische

Speicherung ist nur mit Zustimmung des Anzeigenkunden

und des Verlages erlaubt. Verstöße

hiergegen werden vom Verlag, auch im Auftrag

des Anzeigenkunden, unnachsichtig verfolgt.

Verlag, Anzeigenwerbung und Gestaltung:

VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBH

Anzeigenverwaltung

Ein Unternehmen der Gewerkschaft der Polizei

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Telefon 02 11/71 04-0 • Telefax 02 11/71 04-174

AV@VDPolizei.de

Geschäftsführer:

Bodo Andrae, Joachim Kranz

Anzeigenleiterin: Antje Kleuker

Gestaltung und Layout: Jana Kolfhaus

Satz Anzeigen: und Druck: Digitaler Satz- u. Druckservice Strobel

DTP Druck: & Druck medienHaus GmbH & Plump Co. KG, GmbH Düsseldorf

© 2011

der Autobahnpolizei Köln

Grußworte

Programm

Artikel

Danksagung

3

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21

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05/2011/01

VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBH

© 2011

Anzeigenverwaltung

www.VDPolizei.de


Grußwort

Für mich ist dies ein „jeckes Jubiläum“,

da ich seit elf Jahren diese

tolle Veranstaltung als Sitzungspräsident

moderieren darf.

Liebe Karnevalsfreunde,

leev Fastelovendsjecke,

das diesjährige Motto des Kölner Karnevals

„Köln hat was zu beaten“ ist eine

Reminiszenz an die Musikszene der 60er

und 70er Jahre, die durch bekannte Kölner

Bands wie Bläck Fööss, Höhner oder

jüngst auch Brings Einzug in die Karnevalssitzungen

gehalten hat.

Viele dieser Lieder sind bereits Evergreens

und somit aus dem karnevalistischen Treiben

gar nicht mehr wegzudenken.

Ja wenn man die Historie betrachtet, gäbe

es ohne Gruppen wie den Bläck Fööss den

Sitzungskarneval schon nicht mehr. Daneben

haben Gruppen wie BAP die gesungene

Mundart gesellschaftsfähig gemacht.

In Anlehnung an das phonetische Wortspiel

des Mottos hat Köln also durchaus

etwas zu bieten.

Zu „beaten“ haben wir heute im Heeresamt

zu Köln auch wieder etwas.

Im Rahmen unserer Prunksitzung darf ich

euch einladen, mit uns den Geist der 60er

und 70er aufleben zu lassen und zu feiern.

Singt mit uns die kölschen Interpretationen

dieser Epoche, schunkelt und erfreut

euch an dem bunten und tollen Programm.

Für mich ist dies ein „jeckes Jubiläum“, da

ich seit elf Jahren diese tolle Veranstaltung

als Sitzungspräsident moderieren darf.

Wie ich feststellen durfte, genießt unsere

Veranstaltung inzwischen bei den Offiziel-

len des Kölner Karnevals ein großes Ansehen.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die

bei uns auftretenden Gruppen und Künstler

voll des Lobes ob unseres tollen Publikums

sind. Ein Publikum, das richtig ausgelassen

und laut feiern kann, aber andererseits

noch ein Ohr und die Ruhe für

einen Vortrag aufbringt.

Ich wünsche mir mehr davon und freue

mich auf ein hoffentlich auch zukünftig

ausverkauftes Haus.

Rolf Wirtz

Sitzungspräsident

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Grußwort

Die Organisatoren der hinter uns liegenden

Veranstaltungen haben jedoch

bewiesen, dass man auch mit

geringen Mitteln eine unterhaltsame

und niveaureiche Karnevalssitzung

zustande bringen kann!

Meine sehr geehrten Damen und

Herren,

wenn mir vor 40 Jahren jemand gesagt

hätte, dass die Sitzung der Autobahnpolizei

Köln aufgrund schwieriger

finanzieller Verhältnisse ein vorübergehendes

Phänomen darstellt, das sich

bald erledigen werde, hätte sich mein

Widerspruch sehr in Grenzen halten

müssen. Die Organisatoren der hinter

uns liegenden Veranstaltungen haben

jedoch bewiesen, dass man auch mit

geringen Mitteln eine unterhaltsame

und niveaureiche Karnevalssitzung

zustande bringen kann! Ihnen allen als

treuen Gästen haben wir in diesem

Zusammenhang ausdrücklich zu danken!

Dazu später mehr. Herzlich Willkommen,

viel Spaß und gute Unterhaltung

bei unserer neununddreißigsten

Sitzung wünscht Ihnen mit Kölle Alaaf

Manfred Linden

Ehrenvorsitzender Festkommitee

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Grußwort

Das Festkomitee

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Gäste

und Freunde der Autobahnpolizei Köln!

Herzlich Willkommen bei der traditionellen

Karnevalssitzung der Gewerkschaft

der Polizei im Kölner Heeresamt.

Im Jahre 2006 munkelten vermeintliche

Kölner Insider, es fände die letzte Sitzung

der „Autobahnpolizei Köln“ wegen der

Behördenzusammenführung statt.

2011 gibt es sie immer noch, die familiäre

Sitzung, die Autobahnpolizei Köln und

die nicht wegzudenkende eigenständige

Kreisgruppe der GdP.

Deshalb wollen wir wie jedes Jahr in entspannter

Atmosphäre den anstrengenden

Job und jeglichen Ärger vergessen und

statt Schattenseiten des Berufsalltages die

Glanzlichter des Karnevals genießen.

Mit einem 3 fach Kölle Alaaf wünschen

wir euch und uns allen einen kurzweiligen

Nachmittag.

Euer Festkomitee

Hans-Peter Klein

Dieter Königs

Heribert Wilden

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Grußwort

„Köln hat was zu beaten“ lautet das

Motto der diesjährigen Kölner Karnevalssession

und spielt damit auf den

unverwechselbaren Puls unserer

Stadt an, der sich vor allem zur Karnevalszeit

auf unsere Besucherinnen

und Besucher überträgt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen der

GdP-Kreisgruppe Autobahnpolizei, verehrte

Gäste,

„Köln hat was zu beaten“ lautet das Motto

der diesjährigen Kölner Karnevalssession

und spielt damit auf den unverwechselbaren

Puls unserer Stadt an, der sich vor

allem zur Karnevalszeit auf unsere Besucherinnen

und Besucher überträgt.

Gerade die unbeschwerte Stimmung ist es,

die Köln zu einer Karnevalshochburg mit

einem ganz eigenen Charakter macht. Hier

kommen Menschen aus allen Teilen der Welt

zusammen, um in das närrischen Treiben

einzutauchen und gemeinsam zu feiern.

Lassen Sie mich trotz der Freude am kölschen

Fasteleer die Gelegenheit nutzen,

Sie mit einem weniger erfreulichen Thema

zu konfrontieren. Denn die ausgelassene

Stimmung kann sich rasch verflüchtigen,

wenn Sie bei der Heimkehr in Ihr

Haus oder Ihre Wohnung feststellen müssen,

dass Sie Opfer eines Einbruchs geworden

sind.

Neben dem materiellen Schaden schockiert

die Betroffenen häufig der Gedanke,

dass Fremde in ihre Privatsphäre eingedrungen

sind. Das Gefühl, sich in den

eigenen vier Wänden nicht mehr sicher

fühlen zu können, macht vielen Opfern

langfristig zu schaffen. Die Polizei Köln

unternimmt große Anstrengungen, Wohnungseinbrecher

zu überführen und festzunehmen.

Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte

sind von Berufs wegen sensibilisiert.

Machen Sie auch in der Nachbarschaft

und bei Freunden darauf aufmerksam,

Personen und Beobachtungen,

die verdächtig erscheinen, zu melden.

Unser gemeinsamer Appell lautet: „Wachsam

sein! Bei Verdacht: Sofort 110. Jeder

Hinweis zählt.“

Ich vertraue auf leistungsstarke Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter und auf enga-

gierte Menschen, die uns bei unserer

Arbeit unterstützen. Sie alle tragen dazu

bei, dass man sich in Köln sicher fühlen

und das besondere Flair genießen kann.

Lassen auch Sie sich vom „beat“ unserer

Stadt anstecken. Der GdP-Kreisgruppe

Autobahnpolizei und ihren Gästen wünsche

ich eine fröhliche Karnevalssitzung,

die in dieser Session unter einem besonderen

kölschen Jubiläum steht: Seit elf Jahren

ist Rolf Wirtz Ihr Sitzungspräsident.

Ihrem sangesfreudigen Präsidenten gratuliere

ich herzlich.

Klaus Steffenhagen

Polizeipräsident

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Programm

Gewerkschaft der Polizei

Kreisgruppe Autobahnpolizei/Verkehr

Köln

Programm

Ratsbläser

Dotz un Dötzje

de Kröetsch

Wicky Junggeburth

FC Cheerleader

Schnäuzer Duo

De Vajabunde

Der Lange

Brass on Spass

Funken Rot-Weiß Hürth – Gleuel

Die Rheinländer

Wir wünschen allen Besuchern

des heutigen Karnevalssitzung

frohe Stunden in beschwingter

und heiterer Atmosphäre.

KAPELLE

Frank Maubach

SITZUNGSPRÄSIDENT

Rolf Wirtz

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Programm

SCHNÄUZER DUO

DOTZ UN DÖTZJE

BRASS ON SPASS

FC CHEERLEADER

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Programm

DE VAJABUNDE

DER LANGE

WICKY JUNGGEBURTH

DIE RHEINLÄNDER

FUNKEN ROT-WEISS HÜRTH – GLEUEL

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Spende

Bitte an den Sitzungsleiter

weitergeben.

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Verlosung/Vorschau

SITZUNGSVERLOSUNG

15. Januar 2011

3 Reisegutscheine der GdP Service GmbH, Wert 100 €

1 signierte aktuelle „Domstürmer“ CD

1 aktuelle CD „Rheinländer“

1 aktuelle CD „Die Coellner“

5 x 10 Liter Kölsch

2 Freikarten für die Sitzung 2012

6 Gutscheine Claudius Therme

1 Brunch-Gutschein Holiday Inn Airport Hotel für 2 Personen

und viele weitere Sachpreise

Lose zum Preis von nur 1 Euro an der Ordenskasse

PROGRAMMVORSCHAU

für den 28. Januar 2012, Heeresamt zu Köln

Ratsbläser

Klaus und Willi

Fauth Dance

Company

Harry und Chris

Crazy Kokolores

und der Ernstfall

40. Sitzung!

Kläävbotze

Ne Kölsche Köbes

3 SÖCK

Samba Brasil Show

De Boore

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Karin Lange

Gesundheit

POSTTRAUMATISCHE

BELASTUNGSSTÖRUNGEN

UND PHOBIEN

Ursachen und Auswirkungen

Unter Phobien leiden viele Menschen. Es gibt rund 600 verschiedene Phobien.

Ein Mensch kann unter einer oder auch mehreren Phobien leiden. Es ist dann

von einer Phobie die Rede, wenn jemand übermäßige Angst vor scheinbar

gefährlichen Dingen oder Situationen hat. Darunter zählen zum Beispiel auch

die Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie).

Kennzeichen der Phobie ist, dass der

Betroffene nicht die bestimmten Objekte

oder Ereignisse fürchtet, sondern die

mit deren Kontakt verbundenen Konsequenzen.

Der Betroffene weiß oft, dass

seine Angst unbegründet ist; trotzdem

schafft er es nicht, sich in diese für ihn

angstauslösende Situation zu begeben.

Sofern er weit von der Gefahrensituation

entfernt ist, fühlt er sich sicher. Einen

Großteil seiner Zeit verbringt der Betroffene

damit, diese Situation zu meiden.

Dadurch erfährt er jedoch nicht, dass er

die Situation aushalten kann und sie für

ihn ungefährlich ist. Mit der Zeit wird

die Phobie immer schlimmer und kann

letztendlich den gesamten Tagesablauf

beeinflussen.

Es werden drei Unterformen von Phobien

unterschieden:

• Agoraphobie

• Soziale Phobie

• Spezifische Phobie.

Foto: Forgiss/Fotolia.com

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Karin Lange

Gesundheit

Agoraphobie (Platzangst) bedeutet, wenn

eine krankhafte Furcht vorliegt, einen

freien Platz zu überqueren oder Angst vor

bestimmten Orten zu haben. Soll die Person

ihre gewohnte Umgebung verlassen

tritt diese Phobie ein. Zu den typischen

Situationen gehören unter anderem Menschenmengen,

große öffentliche Plätze,

Supermärkte, Busse und Bahnen, Fahrstühle

usw. Außerdem bemüht sich der

Betroffene, nicht allzu weit von zu Hause

wegzugehen. Der eigentliche Grund der

Angst ist, dass im Notfall niemand da ist,

der helfen kann. Zudem tritt eine Furcht

vor einer peinlichen Situation auf. Dieses

bewirkt meistens, dass sich die Person

sozial immer mehr abgrenzt, weil sie sich

nicht in „gefährliche Situationen“ begeben

will. Entsprechend wird vermieden

mit Freunden ins Kino, in die Kneipe oder

sonst irgendwohin zu gehen. Am liebsten

bleibt man zu Hause.

Symptome der sozialen Phobie

Ebenfalls tritt hier die Angst in der Öffentlichkeit

auf; jedoch in der Form, dass sich

die Betroffenen minderwertig, nicht

gemocht, ausgelacht oder überfordert fühlen.

Sie beziehen alles auf sich, sie richten

ihren Blick andauernd auf sich selbst, ob

sie wieder etwas falsch gemacht haben

und steigern sich somit immer tiefer in die

Phobie. Sozialphobiker sind angespannt

und versuchen sich zu kontrollieren, was

natürlich der Umwelt irgendwann auffällt.

Meistens werden sie als abweisend oder

unnahbar bewertet, manchmal sogar als

faul oder dumm. Diese Faktoren verstärken

wiederum das negative Gefühl des

Erkrankten. Ein Teufelskreis entsteht.

Typische Denkmuster von

Sozialphobikern

• Sich selbst negativ sehen

(„Ich kann nichts“).

• Sich selbst falsch sehen

(„Wenn man mich kennenlernt,

mag man mich nicht“).

• Überzogene Vorstellungen über das

eigene Sozialverhalten („Ich muss

immer gut und freundlich sein“).

Diese Denkmuster treiben den Betroffenen

immer tiefer in die Phobie. Die eigenen

negativen Erwartungen lösen eine

negative Selbstbewertung aus. Hierüber

tritt eine Angst auf, wenn man in eine

„gefährliche Situation“ kommt. Diese

führt dazu, dass man befürchtet, von anderen

negativ bewertet zu werden. Daraufhin

werden die Betroffenen weitestgehend

verunsichert und versagen tatsächlich.

Somit traut sich der Sozialphobiker nichts

mehr zu. Oftmals entwickeln sie auch

Standartverhaltensweisen, die sie abspielen,

wenn sie in schwierige Situationen

kommen; das bedeutet: Sätze oder eingeübte

Handlungen sollen ihnen helfen.

Zieht sich der Betroffene vor gefährlichen

Situationen immer mehr zurück, kann dieses

zur Isolation und zu einem Verlust des

Selbstvertrauens führen.

Diese Phobie ist weitaus stärker im Vergleich

zu dem, was man als Schüchternheit

kennt. Im äußersten Fall vermeidet

der Betroffene das Zusammentreffen mit

fremden Personen. An dieser sozialen

Phobie leiden bei uns bis zu dreizehn Prozent

der Bevölkerung. Das erste Auftreten

dieser Symptome erfolgt meistens im

Jugendalter. Das Verhältnis der erkrankten

Männer und Frauen hält sich die Waage.

Sozialphobiker leiden auch unter anderen

Phobien. Im Laufe der Erkrankung

können sie auch Depressionen bekommen,

ferner kann es zum Alkohol- oder

Medikamentenmissbrauch kommen,

wenn nicht rechtzeitig etwas dagegen

unternommen wird. Schätzungen zu folge

können bis zu 10 Prozent der Bevölkerung

in ihrem Leben eine Neigung zu einer

solchen Phobie entwickeln.

Spezifische Phobien

Diese Phobie wird durch einen bestimmten

Gegenstand, einen Ort, ein Tier oder

eine Situation ausgelöst. Die Folge ist, dass

solche Angstauslöser gemieden werden.

Meistens wissen die Betroffenen, dass die

Phobie übertrieben ist und sie nichts dagegen

tun können.

Foto: schmetterling01/Pixelio.de

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Karin Lange

Gesundheit

Traumatische Erfahrungen

und akute Belastungsreaktionen

Zustände emotionaler Beeinträchtigung

und die des subjektiven Leidens treten

häufig im Zusammenhang mit belastenden

Lebenssituationen auf, zum Beispiel

Krisen in der Partnerschaft, Konflikte mit

Kollegen sowie andauerndem alltäglichen

Ärger und Lebensveränderungen; unter

anderem die Geburt des ersten Kindes,

Beginn bzw. Ende wichtiger Beziehungen

oder Pensionierung. Bezogen auf diese

Erfahrungen wird eine Neuanpassung

gefordert, jedoch kann diese auch zu

Anpassungsstörungen führen. Traumatische

Ereignisse sind dadurch charakterisiert,

dass sie die Betroffenen mit existentiellen

Grenzsituationen konfrontieren.

Die Klassifikation der Weltgesundheitsbehörde

definiert traumatische Stressoren

als „Ereignis außergewöhnlicher Bedrohung

oder katastrophalen Ausmaßes, die

bei jedem tief greifende Verzweiflung auslösen

würden“ (WHO 1993). In Verbindung

mit dem präziseren Klassifikationssystem

der Amerikanischen Psychiatrischen

Gesellschaft unterscheidet man bei

der Traumadefinition zwischen den emotionalen

Reaktionen der betroffenen Personen

und den genau definierten Ereignisfaktoren.

Es müssen beide Aspekte vorliegen,

damit ein Ereignis als „traumatisch“

bewertet werden kann. Situationen

sind nicht nur dann potentiell traumatisierend,

wenn eine Person selbst in

Lebens- oder Verletzungsgefahr gerät,

sondern der Anblick anderer Menschen,

die beispielsweise ernsthaft verletzt oder

getötet werden, trägt ebenfalls dazu bei.

Schließlich kann auch die Mitteilung über

die Bedrohung oder den plötzlichen Tod

nahestehender Menschen diese Wirkung

haben. Aus diesem Grund sind Katastrophen,

Terroranschläge und Gewalttaten

nicht nur für die primären Opfer, sondern

genauso für die helfenden Berufsgruppen,

wie zum Beispiel Rettungskräfte,

Bergungsmannschaften, Feuerwehrleute

oder Polizisten potentiell traumatisierend.

Fast alle Menschen entwickeln während

und nach traumatischen Ereignissen

Beschwerden, die sich in den meisten Fällen

wieder zurückbilden. Mit einer Art

Betäubung, Bewusstseinsverengung oder

Desorientierung beginnen typischerweise

Foto: S. Thomas/Pixelio.de

Begebenheit

Als am 11. September 2001 der

Südturm des World Trade Centers

in New York einstürzte, riss das

plötzliche Vakuum die 40-jährige

Polizistin Terry Tobin aus ihren Schuhen

und schleuderte sie quer über

die Straße. Eine Staubwolke verdunkelte

die Sicht. Sie hörte in der

Nähe jemanden stöhnen, sie tastete

um sich herum, spürte eine Hand

und ergriff sie. „Ich hielt sie und sagte,

dass alles in Ordnung käme.

Dass man mich aber nicht loslassen

sollte. Dann merkte ich, dass ich

nur eine Hand mit einem Arm daran

festhielt.“ Anschließend brachte

sie mit zwei Polizisten Menschen,

die sich retten konnten, zu den Fähren.

Über Funk forderten ihre Kollegen

Hilfe für einen verletzten Polizisten

an. Terry Toben war verwundert,

weil sie keinen verletzten Kollegen

sah. Sie kam nicht auf die Idee, dass sie selbst gemeint sein könnte. Weder fühlte sie

sich beeinträchtigt noch spürte sie Schmerzen. Erst im Krankenhaus wurde ihr allmählich

bewusst, dass ihr Fußgelenk gebrochen war und sie schwere Verletzungen am Rücken davon

getragen hatte.

(Possemeyer, 2002, S.149)

akute Belastungsreaktionen. Dissoziative

Zustände (in Verbindung mit dem

Bewusstsein erfolgt eine Auflösung

zusammenhängender Vorstellungen) können

darauf folgen: Ein Gefühl von emotionaler

Taubheit oder fehlender emotionaler

Reaktionsfähigkeit. Außerdem kann

eine Veränderung des vertrauten Selbst-,

Umwelt- und Zeiterlebens einsetzen. Häufig

erinnern sich Überlebende schwerer

Unfälle daran, dass sie die Ereignisse

extrem verlangsamt, absolut emotionslos,

wie aus einer großen Entfernung oder vergleichsweise

durch einen Filter wahrgenommen

haben. Zeichen von panischer

Angst können auch auftreten (Zittern,

Schwitzen, Hyperventilation) sowie Unruhe

oder Überaktivität. Oft ist in diesem

Zusammenhang die bewusste Wahrnehmung

eingeschränkt, die Aufmerksamkeit,

die Urteilskraft sowie die Fähigkeit,

Reize zu verarbeiten. Man muss es sich so

vorstellen, dass sich die sehr konkreten

Erinnerungen an das traumatische

Geschehen dem wachen Bewusstsein

unkontrollierbar aufdrängen und schließlich

in den Schlaf eindringen, das heißt

Schlafstörungen treten auf. Oft sind grauenhafte

Eindrücke zunächst sprachlich

nicht fassbar. Meistens besteht eine Unfähigkeit,

sich an einen wichtigen Aspekt

des Traumas zu erinnern. Bedingt durch

ein erhöhtes körperliches Erregungsniveau

kann es zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen,

übertriebene Schreckreaktionen

und Reizbarkeit kommen.

Akute Belastungsreaktionen sind ein Zeichen

dafür, dass das Bewusstsein noch

nicht fähig ist, extreme Eindrücke zu ordnen;

außerdem benötigen die Betroffenen

Schutz, Ruhe, Entlastung und Mitgefühl,

um diese Erlebnisse zu ertragen und

Schritt für Schritt zu verarbeiten. In der

Regel klingen die Reaktionen innerhalb

weniger Tage oder Stunden ab. Über längere

Zeit dagegen können Erinnerungsattacken,

Konzentrations- und Schlafstörungen

sowie eine Minderung der vertrauten

Leistungsfähigkeit bestehen bleiben.

Akute Belastungsstörung (ABS)

Es wird dann die Diagnose einer akuten

Belastungsstörung (ABS) in Betracht gezogen,

wenn die Beschwerden massiv ausgeprägt

sind, das bedeutet länger als zwei

Tage nach dem traumatischen Ereignis

andauern. Sie verursachen ein heftiges

subjektives Leiden sowie starke Beeinträchtigungen

in sozialen und beruflichen

Funktionsbereichen und schließlich füh-

25


Karin Lange

Gesundheit

ren die Beschwerden dazu, dass ein Austausch

über die traumatischen Erlebnisse

sogar mit nahestehenden Menschen vermieden

wird. Bezogen auf die Wahrnehmung

und Bewertung der traumatischen

Störung beeinflusst die Qualität des sozialen

Umfeldes die Erholungsphase entscheidend

mit. Dauer und Intensität der

Konfrontation mit Lebens- und Verletzungsgefahr

sowie das Ausmaß von

mentalem Kontrollverlust sind von

Bedeutung. In Verbindung mit einem

gezielten Training und klaren Einweisungen

in die Arbeitsaufgaben besteht für

Einsatzkräfte die Möglichkeit, ein Gefühl

der Kontrolle zu erhalten und sie somit

vor der Überflutung durch hoch belastende

Erfahrungen zu schützen. Die Einsatzkräfte,

die als erste an einem

Unglücksort eintreffen, werden oft völlig

unvorbereitet mit Schwerverletzten,

Toten oder extremen Sinneseindrücken

konfrontiert und sind deshalb stärker

gefährdet im Vergleich zu den Kollegen,

die vorinformiert eintreffen. In dem Fall,

wo katastrophale Ereignisse lange andauern,

besteht die Gefahr, dass die Konfrontation

mit extremen Sinneseindrücken

und Emotionen die Bewältigungskraft

erschöpft. Rettungskräfte können bei

einer massiven Überforderung, lebensgefährlichen

Bedrohungen oder wenn sie

sogar einer Vielfalt grauenhafter Eindrücke

ausgesetzt sind, in veränderte

Bewusstseinszustände geraten. Was das

betrifft, funktionieren die Betroffenen

völlig automatisch „wie ein Roboter“

oder „wie im Traum“. Sie nehmen die

Anstrengungen oder Verletzungen nicht

angemessen oder überhaupt nicht wahr,

schätzen Risiken falsch ein und müssen,

manchmal geschieht dieses massiv, an

einer Weiterarbeit gehindert werden.

Letztendlich tragen Ärger und Schuldzuweisungen

dazu bei, dass technische und

vom Menschen verursachte Unglücksfälle,

im Vergleich zu Naturkatastrophen, sowohl

von Opfern und Hinterbliebenen als auch

von Helfern schlechter bewältigt werden.

Eine akute Belastungsstörung (ABS)

beinhaltet folgende Diagnosekriterien:

a Konfrontation mit einem/mehreren

traumatischen Ereignissen und intensive

emotionale Reaktion.

b Dissoziative Symptome: Fehlende emotionale

Reaktionsfähigkeit, Beeinträchtigung

der bewussten Umweltwahrnehmung,

Amnesie (Gedächtnisstörung,

vorübergehender Gedächtnisverlust).

c Ständiges Wiedererleben des

traumatischen Ereignisses.

d Deutliche Vermeidung von

Reizen, die an das Trauma erinnern.

e Deutliche Symptome von

Angst und erhöhter körperlicher

Erregung.

f Die Störung verursacht in klinisch

bedeutsamer Weise ein

Leiden oder eine Beeinträchtigung

in sozialen, beruflichen

oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

Sie beeinträchtigt

die Fähigkeit, notwendige

Aufgaben zu bewältigen.

g Die Störung dauert mindestens

zwei Tage und höchstens

vier Wochen. Sie tritt innerhalb

von vier Wochen nach

dem traumatischen Erlebnis

auf.

Grauenhafte Eindrücke

und veränderte

Bewusstseinszustände

Unsicherheiten, unter anderem

über die Dauer der Bedrohung,

nächtliche Einsätze, Bedrohung

durch nicht sichtbare Gefahren (zum Beispiel

Unfälle in Chemiefabriken), können

die Belastung erhöhen. Misslungene

Rettungs- und Bergungsaktionen

lösen oft Versagens- und Schuldgefühle

aus. Hilflosigkeit und Schuldgefühle verstärken

die Belastungsintensität. In Notfallsituationen

müssen oft schnell Entscheidungen

getroffen und verantwortet

werden, die in der Regel Vorgesetzte übernehmen.

So tragen zum Beispiel Rettungsassistenten

und Rettungssanitäter vor Eintreffen

des Arztes eine sehr hohe Verantwortung.

Eine gute Einsatzleitung, eine geschulte

problemorientierte Konzentration auf die

Arbeit und kognitive (auf Erkenntnis beruhend)

Distanzierungstechniken können

Einsatzkräfte in gewissem Ausmaß vor

einem Zusammenbruch der mentalen

Kontrolle schützen. Ein wesentlicher

Aspekt für eine gute Bewältigung ist die

Offenheit für die emotionale Bedeutung

des Erlebens und der Gefühlsausdruck.

Dieser wird unmittelbar nach den Belastungen

gefördert, vor allem durch das Verständnis

von Bezugspersonen und vertrauten

Kollegen.

Entsprechend gibt es auch verschiedene

Faktoren, die dazu beitragen können, dass

eine akute Belastungsstörung nicht

erkannt wird. Das bedeutet, gefährdete

Personen werden nicht angemessen

betreut. Befürchtungen können schließlich

dazu führen, für „verrückt“ gehalten oder

für eine nicht optimale Leistung kritisiert

zu werden, so dass starke Beeinträchtigungen

heruntergespielt bzw. verharmlost

oder verschwiegen werden.

Quellen- und Literaturverzeichnis:

www.palverlag.de/Phobien.html

www.angst-phobie-panik.de

www.soziale-phobie.net/

Frauke Teegen, Posttraumatische

Belastungsstörungen bei gefährdeten

Berufsgruppen, Verlag Hans Huber,

1. Auflage Bern 2003

Foto: dr/Pixelio.de

27


Karin Lange

Gesundheit

ÜBERGEWICHT

UND FETTLEIBIGKEIT

bei Kindern und Erwachsenen

Generation Fastfood

und die veränderten

Gesellschaftsstrukturen

Was führt eigentlich in unserer Gesellschaft

zu immer mehr übergewichtigen

Menschen und vor allem zur Fettleibigkeit

(Adipositas) bereits schon bei Kindern

Typische Merkmale werden schnell

deutlich. Unsere Gesellschaft ist um einiges

schneller geworden. Arbeitsplätze

befinden sich nicht mehr unmittelbar vor

der Haustür; viele Kinder, die in den Großstädten

leben, haben nicht ausreichend

Platz zum Spielen. Außerdem befinden

sich an fast jeder Ecke Imbissbuden oder

Fastfood-Ketten, so dass kaum einer heute

noch weiß, wo diese Nahrungsmittel

überhaupt herkommen. Alles ist ohnehin

im Überfluss vorhanden: Im Supermarkt

quellen die Regale über, ein Produkt

scheint besser und obendrein auch gesünder

als das andere zu sein. Auf größere,

bessere und billigere Produkte setzt die

Werbung.

Bei alledem tritt völlig in den Hintergrund,

was der Mensch wirklich braucht, wie es

zubereitet wird, welche Mengen gesund

und notwendig sind. Nicht unberücksichtigt

bleiben sollte in diesem Zusammenhang

der Wandel in der Arbeitswelt,

gefolgt von der Frage nach der Vereinbarung

von Familie und Beruf. Die daraus

resultierende Doppelbelastung der berufstätigen

Frauen ist ebenfalls zu betrachten.

Nach einer Gesundheitsstudie des Berliner

Senats leiden acht Prozent aller Schulabgänger,

die aus Familien mit höherem,

gesellschaftlichen sozialen Status kommen,

an Übergewicht. Bezogen auf die

finanziell weniger gut gestellten Familien

sind es 16 Prozent der Kinder. Essen diese

Kinder das Falsche oder einfach nur zu

viel Fehlt es an regelmäßigen warmen

Mahlzeiten Was sie essen, tut ihnen jedenfalls

nicht gut. Tatsache ist: Fastfood schadet

nicht nur der gesunden Ernährung, es

schadet auch dem Geldbeutel. Die Kinder

ernähren sich nicht nur ungesünder,

sondern auch teurer.

Im Vergleich zu ihren in ländlichen Regionen

wohnenden Altersgenossen, haben

Stadtkinder oft weniger Spielräume, wo

sie sich im Freien angemessen bewegen

können. Was das betrifft, wäre es schon

die erste Verbesserung, Schulhöfe auch

nachmittags für Kinder zu öffnen.

Bis zum Jahr 2002 stieg der Prozentsatz

von fettleibigen Kindern kontinuierlich

auf 4,7 Prozent an. Krankheiten, die durch

Adipositas hervorgerufen werden, sind

deshalb besonders tückisch, weil sie selten

von alleine wieder verschwinden und

entsprechend chronische Schäden verursachen.

Leidet ein 50-Jähriger unter Bluthochdruck,

ist dieses sicherlich bedenklich.

Dass jedoch zehnjährige Kinder medikamentös

behandelt werden, weil sie

29


Karin Lange

Gesundheit

unter Krankheiten leiden, die früher nur

die Erwachsenen betrafen, ist sehr alarmierend.

Adipositas ist ein Zustand, der durch eine

übermäßige Ansammlung von Fettgewebe

im Körper gekennzeichnet ist. Heute

wird die Adipositas als eine chronische

Gesundheitsstörung verstanden. Etwa

jeder zweite erwachsene Bundesbürger ist

deutlich übergewichtig und sollte aus

medizinischen Gründen sein Gewicht

reduzieren.

Was lässt Kinder und

Erwachsene dicker werden

Durchaus sind Kinder für die Werbung ein

lohnendes Publikum. Die meisten unter

ihnen erhalten regelmäßig ein eigenes

Taschengeld, andere wiederum verfügen

über ein kleines Sparbuch. Natürlich ist

diese Kundschaft nicht so kritisch wie die

Erwachsenen und hat keine Hemmungen,

sich Konsumwünsche zielstrebig zu erfüllen.

Manchmal sind Werbespots für Kinder

eine tolle Unterhaltung; vor allem,

wenn das Produkt mit allerlei Spaß und

Gags, sogar mit aktueller Musik effektiv

aufgepeppt wird. Eine Studie der Bundeszentrale

für politische Bildung ermittelte,

dass sich im Alter bis zu neun Jahren die

positive Einstellung zur Werbung am

deutlichsten darstelle. Wie bekannt die

Werbung ist, hängt natürlich vom jeweiligen

Medium ab. Die Fernsehwerbung

erreicht bei Kindern einen Bekanntheitsgrad

von 95 Prozent. Zeitungen und Zeitschriften

liegen bei unter 10 Prozent. Dagegen

erreichen die Werbespots im Radio

das junge Publikum mit 28 Prozent.

Gewiss schafft das Fernsehen einen

Anreiz, ein bestimmtes Produkt zu kaufen.

Die eigentliche Entscheidung, bezogen

auf die Nahrungsmittelprodukte,

wird zum Beispiel von extrem bunten

Milchreisbechern mindestens genauso

mitbestimmt.

Ein Blick ins Wohnzimmer von Ehepaar

Müller, die sich gerade die Haare raufen,

weil ihr aufmüpfiger Sohn Dennis seine

Gemüsemahlzeit mal wieder nicht essen

will, sondern mit entschlossener Stimme

nach seiner Milchschnitte verlangt. Von

der befindet sich sogar ein Zehnerpack im

Kühlschrank. Mit einem schlagfertigen

Argument kommentiert er seine Handlung:

„Erst gestern haben sie im Fernsehen

berichtet, das die „Extra Portion

Milch“ etwas tolles Gesundes sei“. Die

Eltern schauen sich für ein paar Sekunden

verdutzt an; sie denken, dass es stimmt.

Dennis bekommt seine Milchschnitte. Hätte

sein Vater nicht resigniert und ihm stattdessen

erzählt, was er kürzlich gelesen hat,

wäre es möglich gewesen, seinen Sohn zur

Einsicht zu bringen. Somit müsste Dennis

17 Milchschnitten essen, um seinen täglichen

Kalziumbedarf – gut für Knochen

und Zähne – zu decken. Höchst unwahrscheinlich,

dass Dennis 17 Milchschnitten

auf einmal essen wird. Nicht nur, dass ihm

übel davon wird, damit nähme er auch

etwa 40 Würfelzucker und ein halbes

Paket Butter zu sich. Wie viele Stücke Würfelzucker

enthält eigentlich ein Glas Nuss-

Nougat-Creme Es sind genau 77 Stücke.

Jeder kennt die gerösteten Maisflocken,

mit denen Dr. John Harvey Kellog 1906

einen Siegeszug um die Welt begann. Von

Anfang an begleitet durch Werbekampagnen,

zum Beispiel in Form von Anzeigen

und Radiospots. Außerdem kennt jeder

das Schweizer Müsli des Arztes und

Homöopathen Maximilian Bircher-Benner,

das zur gleichen Zeit als Mischung

aus eingeweichtem Getreide, Äpfeln,

Milch und Nüssen zum Inbegriff gesunden

Frühstückens wurde. Während man

sich damals auf den natürlichen

Geschmack ebenso wie auf den natürlichen

Gehalt an Mineralien und Vitaminen

verließ, sind heute dagegen Cerealien

enorm angereichert mit Vitaminzusätzen

und mit Zucker. Kinder wissen sehr wohl,

dass viele Leckereien, auch die vermeintlich

gesunden Frühstückszutaten, in der

Regel eins gemeinsam haben: Sie sind

lecker, weil sie süß sind.

Milliarden Beträge werden in

die Werbung des Lebensmittelhandels

investiert

Im Jahr 2002 hat die Nahrungsmittelindustrie

in Deutschland nach Angaben des

Zentralverbandes der Werbewirtschaft

insgesamt 2,5 Milliarden Euro in die Werbung

investiert. Hinzu kommt die spezielle

Werbung des Lebensmittelhandels, die

mit nochmals zwei Milliarden Euro Werbeinvestitionen

bedacht wird. Das sind

bereits 4,5 Milliarden Euro. Welchen Einfluss

schließlich Werbung auf das Essverhalten

von Kindern ausübt, hängt sicherlich

auch davon ab, wie oft und wie lange

ein Kind vor dem Fernseher sitzt, wie

stark Mütter und Väter sich während des

Einkaufens von der Werbung leiten lassen

oder wie gesundheitsbewusst sich die

Eltern ernähren.

Wie können Eltern letztendlich

herausfinden, wann ihr Kind

mehr isst, als ihm gut tut

In der Regel sind Fettdepots bereits mit

dem bloßen Auge zu sehen. Es werden

zum Beispiel beim Arzt die Hautfalten

unter den Schultern gemessen, um die

Fettgewebsdichte zu bestimmen und herauszufinden,

ob die überzähligen Pfunde

sich bald von selbst verflüchtigen oder sich

weiter steigern werden. Grundsätzlich

gibt das äußere Erscheinungsbild Aufschluss

darüber, ob ein Kind unter ernäh-

31


Karin Lange

Gesundheit

rungsbedingtem Übergewicht leidet. Vorab

sollte jedoch geklärt werden, was Übergewicht

überhaupt ist. Im Prinzip gerät

beim Übergewicht eine Bilanz aus dem

Gleichgewicht, die auf den Gleichklang

von Energiezufuhr und Energieverbrauch

angewiesen ist. Dieses ist wie folgt vorstellbar:

Wer über längere Zeit enorme

Mengen Nahrung in sich aufnimmt,

jedoch gleichzeitig kaum einen Schritt zu

Fuß unternimmt, wird die überschüssige

Energie als Fett speichern. Mit der Zeit

wächst der Energiespeicher immer weiter.

Das große Überangebot an Nahrung und

der Mangel an Bewegung lassen das

Gleichgewicht kippen. Für Kinder und

Erwachsene gilt, dass sie auf eine ausgeglichene

Energiebilanz achten müssen,

wenn sie nicht zu dick werden wollen.

Anders deutlich gemacht: Wenn Kinder

und Erwachsene sich dazu entscheiden,

die Abende nicht vor dem Fernseher oder

dem Computer zu verbringen, sondern

Rad zu fahren, Fußball zu spielen oder zu

joggen, sorgen sie dafür, die ein oder andere

Pizza ohne Fettrückstände verkraften

zu können. Klar müssen sie dafür ordentlich

laufen. Nur die Mengen an Essen und

Getränken zu sich nehmen, die der Körper

verbraucht, das ist ein Traum. Ohne

Nahrung und Wasser kann ein Mensch

nicht leben. Selbst wenn er nichts tut, zum

Beispiel im Schlaf, wird Energie benötigt,

um die Körperfunktionen aufrecht zu

erhalten.

Der Body-Mass-Index (BMI)

als Anhaltspunkt

Einen wichtigen Anhaltspunkt stellt der

Body-Mass-Index (abgekürzt BMI) dar, zu

Deutsch Köpermassenindex. Der Body-

Mass-Index wird berechnet aus dem Körpergewicht

in Kilogramm, dividiert durch

das Quadrat der Körpergröße in Metern.

Befindet sich der BMI eines Erwachsenen

zwischen 20 und 25, so ist alles in der

Norm. Bei einem BMI von unter 20 handelt

es sich um Untergewicht, befindet sich

dieser zwischen 25 und 30 ist von Übergewicht

die Rede, gemäß der Weltgesundheitsorganisation

(WHO). Liegt die Zahl

eindeutig über 30, wird von Fettleibigkeit

gesprochen. Diese Werte sind als Richtwerte

zu sehen, die nicht jede individuelle

Eigenart berücksichtigen können. Der

BMI sagt beispielsweise nichts über die

Zusammensetzung der Körpermasse aus

Fett- und Muskelgewebe aus. Ein dickhäutiger

„Büromensch“ kann den gleichen

BMI haben wie ein „Bodybuilder“.

Die Grenzziehung zwischen Normal-,

Übergewicht und Adipositas ist stets ein

klein wenig willkürlich. Eine Studie belegt,

dass manche Kinder doppelt so viele Kalorien

zu sich nehmen wie andere, ohne das

sie deshalb dicker werden. Kinderärzte

empfehlen unter anderem, zu beobachten,

ob ein Kind trotz seiner guten Ernährung

aktiv ist. Die Chancen, dass somit die Nahrungszufuhr

ausgewogen ist, stehen gut.

Abgewöhnen sollte man sich, Übergewicht

bei Kindern, den besagten Babyspeck,

zu verharmlosen und niedlich zu finden.

Von selbst wird sich in dieser Hinsicht

nichts auswachsen. Oft werden aus

dicken Kindern auch dicke Erwachsene.

Jedes fünfte Grundschulkind hat

Gewichtsprobleme.

Das Thema „Gewichtsprobleme bei Kindern“

gewinnt in Zeiten von Computern,

DVD und Gameboys zunehmend an

Bedeutung. Eine Vielzahl fällt bereits bei

der Einschulung durch Übergewicht auf.

Dadurch treten weitere Erkrankungen

besonders bei Kindern und Jugendlichen

auf, wie zum Beispiel Diabetes mellitus

Typ 2 und Störungen im Essverhalten.

Eine Studie der Universität Ulm hat fast

1.100 Schüler im Alter von sechs bis neun

Jahren untersucht. Das Ergebnis: 17 Prozent

der Schüler waren übergewichtig,

davon vier Prozent adipös. In Verbindung

mit den adipösen Fällen muss noch unterschieden

werden, dass es bei Nicht-

Migranten eher die Mädchen sind, die zu

viele Kilos auf die Waage bringen, während

bei den Migranten ein deutliches

Gewichtsplus bei den Jungen zu verzeichnen

ist. Knapp zehn Prozent sind hier

adipös, bei den Mädchen dagegen vier

Prozent.

Gesundheitliche Probleme

im Kindes- und Erwachsenenalter

Eine Studie an der Universitätsklinik Ulm

hat gezeigt, dass die Adipositas bei Kindern

und Jugendlichen nicht erst im

Erwachsenenalter die Gesundheit beeinträchtigt,

sondern bereits in jungen Jahren

erhebliche Konsequenzen beinhalten

kann. Es wurden 281 Mädchen und 231

Jungen zwischen neun und 19 Jahren

untersucht. Das Ergebnis fiel wie folgt aus:

Bei 42 Prozent der Jungen und 34 Prozent

der Mädchen wurde ein erhöhter Cholesterinspiegel

festgestellt. Besonders auffallend

war, dass jedes dritte Kind eine Fettleber

aufwies, die Rate von Gallensteinerkrankungen

betrug zwei Prozent und lag

damit zehnmal höher als bei normalgewichtigen

Kindern. Die Befunde gleichen

denen, die bei Erwachsenen erhoben werden.

Im Vergleich zu normalgewichtigen

Kindern haben übergewichtige Kinder,

vor allem dicke Mädchen, häufiger Asthma.

Dieses ist das Ergebnis der Schuleingangsuntersuchungen

in Bayern. Durch

ein extremes Übergewicht wird die Lungenfunktion

beeinträchtigt, außerdem die

Sauerstoffversorgung des Blutes vermindert.

Das wiederum kann zu Schlafstörungen

führen und sich somit negativ auf die

Lern- und Gedächtnisfunktion auswirken.

Der Blick auf die Langzeitfolgen ist vor

allem wichtig. Aus 60 Prozent der adipösen

Kinder werden dicke Erwachsene.

Trifft es zu, dass ein Elternteil oder beide

Eltern adipös sind, steigt das Risiko, dass

ein fettleibiges Kind auch als Erwachsener

fettleibig bleiben wird. Die häufigsten

auftretenden Krankheiten, die im

Laufe der Zeit bei einer Fettleibigkeit vorkommen,

sind Gallensteine, Fettleber,

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen

und Krankheiten des Stützund

Bewegungsapparates. Hauptsächlich

bestehen Gallensteine aus Cholesterin.

Durch zu viel Cholesterin wird ihre Entstehung

im Blut begünstigt, ebenfalls

durch Adipositas. Die Steine können zu

einem Verschluss des Ausgangs der Gallenblase

führen und somit nicht nur starke

Schmerzen verursachen, sondern auch

die Leber schädigen. Die Aufnahme von

zu viel Fett, besonders im Zusammenhang

mit Alkoholgenuss, zu hohen Blutfetten

und Diabetes mellitus führt letztendlich

zu einer Verfettung der Leberzellen (Fettleber)

und langfristig betrachtet zu einem

Funktionsverlust der Leber.

Eine Folgeerscheinung von Fettleibigkeit

ist, wie bereits erwähnt, ein hoher Blutdruck.

Im Zusammenhang mit anderen

Faktoren führt die krankhafte Veränderung

der Blutfettwerte zu Ablagerungen

an den Blutgefäßen und damit zu einer

Verengung der Blutgefäße. In dem Fall

33


Karin Lange

Gesundheit

liegt eine Arteriosklerose vor. Stelle man

sich eine Wasserleitung vor, die im Innern

verkalkt ist, wobei jedoch dieselbe Menge

Wasser in der gleichen Zeit ein freies

wie ein verkalktes Rohr passiert, steigt in

dem verengten Rohr der Druck. Das

bedeutet, dass Herz muss viel heftiger

pumpen, um diesen Widerstand zu überwinden;

wird jedoch damit auf Dauer

übermäßig belastet und zwar so, bis der

Muskel eines Tages nicht mehr kann

(Herzinsuffizienz). Die Ablagerungen in

den Arterien können mit der Zeit lebenswichtige

Gefäße, wie die Arterien, verschließen,

die den Herzmuskel oder das

Gehirn versorgen. Herzinfarkt oder

Schlaganfall drohen. Während des Verlaufs

eines Herzinfarktes sterben Herzmuskelzellen

ab, weil sie nicht mehr ausreichend

durchblutet und mit Sauerstoff

versorgt werden. Ein Herzinfarkt kann

zum sofortigen Tod führen. Der Schlaganfall

oder Hirninfarkt wird durch die mangelnde

Durchblutung und Sauerstoffversorgung

des Gehirns ausgelöst.

Fettstoffwechselstörungen: Alle umfassenderen

Studien bestätigen eine Verbindung

zwischen hohem Körpergewicht

und Anstieg der Blutfettwerte (Lipoproteine).

In einigen Fällen kann der hohe

Cholesterinspiegel im Blut erblich bedingt

sein. In den meisten Fällen gibt es hierfür

den Grund, dass zu viel Fett oder Cholesterin

vorhanden ist.

Zuckerkrankheit: In Verbindung mit Diabetes

mellitus unterscheidet man Typ 1 und

Typ 2. Typ 1 entsteht, weil die Bauchspeicheldrüse

kein Insulin mehr produziert. Die

Ursache ist in den meisten Fällen nicht

genau bekannt. Bei dem häufigeren Typ 2

wirkt das produzierte Insulin nicht mehr

richtig (Insulinresistenz). Er wird auch

Altersdiabetes genannt. Die Entstehung

dieser Diabetes mellitus Erkrankung (Typ

2) steht in direktem Zusammenhang mit

Übergewicht und falscher Ernährung.

Nach einigen Jahren hat Diabetes unbehandelt

schwerwiegende Folgen wie zum Beispiel:

Nervenprobleme, „offene Beine“,

Blindheit, Nierenversagen usw. Bedenklich

ist vor allem, dass vom „Altersdiabetes“

mittlerweile häufig Kinder betroffen sind,

sofern ihr Gewicht ein bestimmtes individuelles

Maß überschreitet.

Thrombose: Innerhalb des Blutgefäßes

stockt bei einer Thrombose das Blut und

bildet eine Gefäßverengung oder einen

Verschluss (häufig tritt dieses an den Beinvenen

auf). Es besteht auch die Möglichkeit,

dass sich ein Thrombus lösen kann

und andere lebenswichtige Organe blockiert.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Meistens geht dem eine Schädigung

der Gefäßinnenwand voraus. Außerdem

kann ebenfalls ein langsamer Blutstrom

die Entstehung einer Thrombose begünstigen.

Dieses wird bei Krampfadern deutlich,

die oft durch langes Sitzen oder mangelnde

Bewegung entstehen können.

Arthrose: Man spricht dann von einer

Arthrose, wenn die Gleitfähigkeit eines

Gelenkes durch eine Knorpelzerstörung

beeinträchtigt ist. Durch „Verschleiß“

kann es im Alter dazu kommen. Handelt

es sich um sehr schwergewichtige Menschen,

kommt es zu einer frühzeitigen

Abnutzung allein durch das Gewicht. Dieser

Prozess wird zusätzlich durch mangelnde

Bewegung unterstützt.

Depressionen: Verhaltensauffälligkeiten

und Depressionen lassen sich bei Übergewichtigen

vermehrt nachweisen. Es

besteht zwar nicht immer ein direkter

Zusammenhang mit dem Übergewicht,

jedoch ist es in vielen Fällen zutreffend,

dass Übergewichtige an ihrem Übergewicht

und damit an der sozialen Ausgrenzung

leiden.

Psychische Störungen

als Ursache

und Folge des

Übergewichts

Einsamkeit, zu wenig

Zuwendung, Langeweile,

Enttäuschungen, Schulstress,

Ängste, Scheidung der Eltern,

Überforderungen – es gibt endlose Beispiele

für Kriterien, die im Zusammenhang

mit stark übergewichtigen Kindern

zu sehen sind. Bevor ein Kind adipös wird,

zeigt es über einen langen Zeitraum deutliche

Anzeichen von Übergewicht, ohne

dass dieses als störend oder behindernd

empfunden wird. Oft führen erlittene

Frustrationen bei Kindern, die dazu neigen,

zu viel Gewicht anzusetzen, zu den

selben Konsequenzen: Sie essen noch

mehr. Kleine Kinder, die zu oft allein sind

und die meiste Zeit vor dem Fernseher

oder dem Computer sitzen, erleben ihren

Alltag als langweilig. Für die sensorische

(bezogen auf die Sinnesorgane) und motorische

Entwicklung (bezogen auf die Körperbewegung)

fehlen wichtige Anregungen.

Stattdessen heißt die negative Begleiterscheinung

Kummerspeck. Die Kinder

futtern maßlos in sich hinein. Mit Hilfe

diverser Diätpläne, Ermahnungen usw.

lassen sich stark übergewichtige Kinder,

die unter ihrem Zustand leiden, nicht in

eine schlanke Zukunft führen. Wenn Essen

und Trinken bereits Suchtcharakter annehmen,

dann dürfte die vernünftigste und

behutsamste Ernährungsumstellung nur

Erfolg haben, wenn diese therapeutisch

begleitet wird. Meistens ist auch eine

Gruppentherapie hilfreich. Nach dem

Motto: Nicht mehr allein sein, sich mit

ebenfalls betroffenen Kindern austauschen

können und Anerkennung erleben.

Wesentliches hierzu können Eltern im

Gespräch mit dem Kinderarzt herausfinden.

Bei alledem bleibt es niemanden

erspart, für sich selbst und für die Kinder

zu lernen, was gesunde Ernährung im Verhältnis

zu einer gesunden Lebensweise

beinhaltet. Außerdem kann das richtig

Spaß machen. Wenn im Leben der Erwachsenen

die Wertschätzung des Essens sinkt,

nimmt sie durchaus mit großer Wahrscheinlichkeit

bei den Kindern ab. Entsprechend

sinkt die Fähigkeit, den Signalen

des Körpers (Hunger, Appetit,

Sättigung) zu folgen.

Literatur- und Quellenangabe:

Silke Lautenschläger, Dicke Kinder ,

Fischer Taschenbuch Verlag GmbH,

Frankfurt am Main, September 2004.

Rheinische Post, Samstag 17. Juli 2010 D

14 Im Blickpunkt

www.adipositas-gesellschaft.de

www.aktuelle_nachrichten.htm

www.gesundheit-heute.de

www.gesund-heilfasten.de

www.sozial-oekologische-forschung.de

35


Gesundheit

Karin Lange

AKTUELLE FAKTEN ZUM

THEMA ADIPOSITAS

Verdreifachung der Adipositas

in EU-Ländern

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO)

hat sich in vielen EU-Ländern seit 1980

die Adipositas verdreifacht. Besonders

erschreckend und Besorgnis erregend ist

die Adipositas im Kindesalter. Derzeit wird

geschätzt, dass etwa drei Millionen europäische

Schulkinder fettleibig sind und dieses

Jahr etwa 85.000 Kinder dazu kommen

– eine Wachstumsrate, die äußerst

alarmierend ist. Eine sogenannte Kinderfettleibigkeit

bedeutet, dass viele dieser

Kinder Erwachsenenkrankheiten entwickeln,

wie zum Beispiel Diabetes Typ 2.

Insgesamt wird geschätzt, dass gut die

Hälfte der erwachsenen EU-Bevölkerung

sowie ein Viertel der Schulkinder übergewichtig

sind. Oft besteht die Gefahr, dass

übergewichtige Schulkinder ebenfalls im

Erwachsenenalter zu viele Kilos auf die

Waage bringen, so gesehen mit höherer

Wahrscheinlichkeit zur Fettleibigkeit neigen.

Die wichtigste Ursache für diese Entwicklung

ist der Lebensstil. Untersuchungen

zeigen, dass einer von drei Europäern

in seiner Freizeit überhaupt keinen Sport

treibt. Der Durchschnittseuropäer verbringt

jeden Tag über fünf Stunden täglich

sitzend. Außerdem reicht bei zwei von

drei Erwachsenen die sportliche Betätigung

nicht aus, um gezielt etwas für ihre

Gesundheit zu tun.

Was die männliche Fettverteilung betrifft,

ist hier das Fett überwiegend im Bauchraum

bzw. am Körperstamm gespeichert.

Der Bauch ist dick, während Gesäß und

Oberschenkel relativ dünn sind. Man

spricht auch von dem sogenannten

„Apfeltyp“. Diese Form geht mit einem

höheren Risiko für Folgekrankheiten einher.

Bei der weiblichen Fettverteilung

befindet sich das Fett vor allem in der

Unterhaut an Hüften, Po und Oberschenkeln.

In diesem Fall ist vom sogenannten

„Birnentyp“ die Rede. In Verbindung mit

dieser Fettverteilung ist viel seltener mit

Folgeschäden zu rechnen. Auf die Speicherung

von Fett sind Frauen von Natur

aus besser vorbereitet. Eine Schwangerschaft,

die immerhin 80.000 zusätzliche

Kilokalorien kostet, lässt sich nur durch

vorher angesammeltes Fett durchhalten.

Dadurch wird es ebenfalls erklärt, weshalb

sich das Fett bei Frauen vor allem an

den Hüften und am Po ablagert. Im Bauch

bleibt Platz für die Schwangerschaft.

Ein erhöhtes Risiko für Folgekrankheiten

besteht bei folgenden Taillenmaßen:

Für Männer besteht bei einem Taillenumfang

von 94 cm ein leicht erhöhtes Risiko.

Ein mäßig erhöhtes Risiko liegt ab 102 cm

vor und ein stark erhöhtes Risiko besteht

ab 112 cm.

Für Frauen dagegen liegt ein leicht erhöhtes

Risiko ab einem Taillenumfang von 80

cm vor, dagegen handelt es sich um ein

mäßig erhöhtes Risiko ab 88 cm und ein

stark erhöhtes Risiko ist ab 96 cm gegeben.

Aktuelle Daten des Statistischen

Bundesamtes

Foto: Harald Wanetschka/Pixelio.de

Was die aktuellen Daten des Statistischen

Bundesamts betreffen, tragen 51 Prozent

der Bundesbürger zu viel Gewicht mit

sich herum. Vor zehn Jahren waren es

noch 45 Prozent. Zwar stehen die Deutschen

im Dicken-Vergleich noch hinter

den USA, belegen jedoch seit Kurzem in

Europa Platz eins. Die Wiesbadener

Bundesstatistiker haben zum vierten

Male das Körpergewicht der Deutschen

genauer untersucht. Demnach lassen ihre

Ergebnisse keine Zweifel: Zwischen

Emmerich und Frankfurt an der Oder,

zwischen Flensburg und Konstanz grassiert

geradezu das Übergewicht. Dabei

ist es besonders ausgeprägt bei den Männern,

deren Dickenquote innerhalb von

zehn Jahren von 56 Prozent bis auf 60 Pro-

36


Karin Lange

Gesundheit

zent gestiegen ist. Dagegen entwickelte

sich bei Frauen die Dickenquote von 40

auf 43 Prozent. Man spricht dann von

einer deutlichen Adipositas, wenn der

Body-Mass-Index (BMI) jenseits der 30

liegt. Ab hier ist es tatsächlich gefährlich.

Immerhin werden diese Werte von

16 Prozent der Frauen und 14 Prozent der

Männer erreicht.

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern

leben mit 58 Prozent die meisten

Dicken. Witwer und Verheiratete sind

bei den Männern zu mehr als zwei Dritteln

übergewichtig, während Ledige auf

43 Prozent kommen. Wenn der Partner für

die Männer regelmäßig kocht oder aber

gestorben ist, treten die größten Gewichtsprobleme

auf. Außerdem sind Witwen

dicker als Ehefrauen und die wiederum

sind dicker als weibliche Singles. Was Letztere

betrifft, haben gerade 25 Prozent Übergewicht;

dafür erreichen sie mit einem

Anteil von sieben Prozent Untergewichtigen

einen absoluten Spitzenwert. Hierbei

handelt es sich um einen deutlichen Hinweis

darauf, dass der Schlankheits- und

Diätenwahn bei den Frauen stärker ausgeprägt

ist. Dieses ist zum Teil abhängig

davon, ob sich eine Frau noch auf Partnersuche

befindet.

Die meisten Fettleibigen befinden sich mit

20 Prozent in den Verkehrsberufen. Dazu

zählen zum Beispiel die Taxi-, Bus-, Lkwund

Straßenbahnfahrer. Eine logische

Erklärung hierfür besteht darin, dass sich

Vielfahrer extrem wenig bewegen.

Risiken der Fettleibigkeit

Trifft es zu, dass bereits heute die indirekten

Auswirkungen der Adipositas, wie

zum Beispiel die Frühberentung, krankheitsbedingte

Produktionsausfälle und

der Verlust von Lebensjahren rund die

Hälfte der Folgekosten ausmachen, spricht

dieses Indiz dafür, dass die Fettleibigkeit

als ein systemisches Risiko betrachtet werden

sollte. Fettleibigkeit kann wirtschaftliche,

soziale, ökologische und politische

Risiken nach sich ziehen. Unter systemischen

Risiken sind die Risiken zu verstehen,

die von möglichen Beeinträchtigungen

der körperlichen Gesundheit oder der

Umwelt ausgehen und dadurch in andere

Bereiche hineinwirken. Ein nicht minder

facettenreiches Geschehen stellt das

Zustandekommen von Übergewicht und

Fettleibigkeit dar, dessen Erforschung ein

Zusammenwirken verschiedener Wissenschaftsdisziplinen

erfordert.

Übergewichtige doppelt so

oft im Krankenhaus und

dreimal so häufig beim Arzt

Was die neuesten Berechnungen des Forschungszentrums

für Umwelt und

Gesundheit betreffen, belaufen sich die

jährlichen Kosten, die durch Fettleibigkeit

entstehen, auf 530 Millionen Euro. Rechnet

man die Kosten für Erkrankungen

infolge von Fettleibigkeit dazu, entstehen

jährliche Kosten von rund fünf Milliarden

Euro. Die Gesundheit des Menschen wird

durch Fettleibigkeit entschieden verschlechtert,

vor allem wegen Diabetes und

auch das Herzinfarktrisiko nimmt zu.

Ebenfalls werden schwerwiegende Herz-

Kreislauf-Störungen durch erhöhtes

Gewicht hervorgerufen. Außerdem müssen

Übergewichtige doppelt so oft ins

Krankenhaus wie Normalgewichtige.

Einen Allgemeinmediziner suchen Übergewichtige

etwa dreimal so häufig auf im

Vergleich zu Menschen mit einem Normalgewicht.

Während Fettleibige in Verbindung

mit einem Krankenhausaufenthalt

circa 1.630 Euro an Kosten verursachen,

beträgt der Kostenaufwand bei den

Normalgewichtigen nur etwa 600 Euro.

Die Kosten, die entstehen, wenn Übergewichtige

einen Arzt aufsuchen, liegen bei

etwa 73 Euro, die bei einem Normalgewichtigen

dagegen bei 45 Euro.

Fettleibigkeit ist sowohl in Deutschland

als auch in anderen Ländern mehr und

mehr zur Volkskrankheit geworden, weil

in den letzten Jahren

die Zahl an

Übergewichtigen,

bezogen auf Kinder,

Jugendliche

und junge

Erwachsene

enorm zugenommen

hat. Nach

Angaben der

Experten werden,

bedingt durch diese

Entwicklung,

noch größere

Gesundheitsausgaben

entstehen.

Die wirtschaftliche Produktivität wird

außerdem durch diese Entwicklung sinken,

weil Übergewichtige häufiger krank

sind.

Wichtig: Lebensgewohnheiten

ändern!

Das Gewicht allein ist noch nicht entscheidend

für die Gesundheit. Was vor allem

einen Nutzen für die Gesundheit darstellt,

ist eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit

sowie die Umstellung auf

eine bessere Ernährung. Entscheidender

ist für unsere Gesundheit, wie wir abnehmen.

Die Forschungsergebnisse der letzten

Jahre zeigen:

• Bereits eine Umstellung auf eine gesündere

Ernährung senkt Blutfette und

Blutdruck – mit oder ohne Gewichtsreduktion.

• Körperliche Bewegung schützt langfristig

gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

– diese Schutzwirkung ist zu

einem großen Teil vom Körpergewicht

unabhängig.

• Schulungsprogramme der Krankenkassen

zeigen zum Beispiel im Vergleich

zu diätorientierten Schulungsprogrammen,

dass Bewegung für das

Abnehmen entscheidend ist.

• Nicht zu vergessen ist: Die Vermeidung

zusätzlicher Gesundheitsrisiken

ist für die Gesundheit mindestens genauso

wichtig. Mit dem Rauchen aufzuhören

kann ebenfalls wichtig sein.

Das erste Ziel in der Behandlung von Fettleibigkeit

heißt: Lebensgewohnheiten

ändern!

37


Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention

Kriminalprävention

Nach

5 MINUTEN

gibt der Dieb auf

Deutsches Forum für Kriminalprävention rät zu Schutz von Haus und Wohnung

Der Einbrecher wohnt ein paar Straßen

weiter. Nicht selten kennt er sein Opfer.

Meistens hat er schon einige Brüche hinter

sich gebracht, für die er nie zur Verantwortung

gezogen wurde. Er bevorzugt, wen

wundert es, allein stehende Häuser und solche,

die schlecht einsehbar sind, und lässt

sich verführen von Fenstern, die auf Kipp

stehen, oder Türen, die offensichtlich nicht

gut verschlossen wurden. Sein „Fachwissen“

hat er zumeist von erfahrenen Praktikern

– oft aus dem Gefängnis. Und er schaut

am liebsten dort vorbei, wo er Bares vermutet.

Das Institut für Kriminologie, Kriminalpolitik

und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-

Universität in Bochum suchte die Antwort

auf die Frage, wo Einbrecher am liebsten

einsteigen, bei Primärquellen, bei Straftätern,

die wegen Einbruchsdelikten zu meist

mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden

sind. Das Deutsche Forum für Kriminalprävention

(DFK) hatte die Untersuchung in

Auftrag gegeben, um den Wert selbst verantworteten

Schutzes vor Einbrüchen zu

ermitteln.

Im Ergebnis zeigt sich, dass eine Reihe von

Faktoren ausschlaggebend dafür sind, dass

ein Haus oder eine Wohnung Ziel eines Einbruchs

werden: So haben einige der befragten

Täter erklärt, sie achteten stets darauf,

dass ein Gebäude von der Straße und der

Nachbarschaft nicht gut einsehbar sei. Die

Frage, ob es auf dem Grundstück oder in

der Nähe Versteckmöglichkeiten gibt, spielt

ebenfalls eine Rolle. Einige halten gute Anund

Abfahrtswege im Blick, um die Beute

abtransportieren zu können.

Fenster und Türen in Einfamilienhäusern

und Wohnungstüren vor allem in den oberen

Etagen von Mietshäusern sind eindeutig

die Schwachstellen der Einbruchsprävention.

Die Mehrzahl der Befragten brach

Fenster auf, hebelte Türen auf. Die „Profis“

ließen erkennen, dass offensichtliche

Schutzmaßnahmen alleine sie zunächst

nicht abschrecken, einen Einbruch zu

wagen. Entscheidend ist allerdings der Faktor

Zeit. Die Befragung der Täter ergab, dass

sie für einen Einbruch nicht mehr als 20

Minuten ansetzen. Das Einsteigen in ein

Objekt darf dabei nicht mehr als zwei bis

fünf Minuten dauern. Sind sie in diesem

Zeitraum nicht in Haus oder Wohnung eingedrungen,

wird der Einbruch meistens

abgebrochen.

Das Forum Kriminalprävention sieht damit

die Haltung von Polizei und Versicherungswirtschaft

bestätigt, dass alle mechanischen

Sicherungen zwar letztendlich überwunden

werden können. Der Einbau einbruchsicherer

Fenster und Türen jedoch die Hürde,

ans Ziel zu gelangen, deutlich höher legt.

Gerade bei so genannten Zufallstaten, in

denen eher spontan nach einem Objekt

gesucht wird, lassen die Täter schneller von

ihrem Vorhaben ab, wenn sich ihnen technische

Barrieren entgegenstellen. Und das

gilt für nahezu 85 % der Fälle.

Einige der Befragten gaben an, dass sie

Gebäude mit Alarmanlage von vorn herein

links liegen lassen und auf solche ohne

erkennbares Signalsystem ausweichen.

Allerdings wird hier differenziert: Anlagen,

bei denen die Fenster gegen Bruch gesichert

sind und die draußen so eine Tröte

haben“, wie es einer der Täter formulierte,

hinterlassen offenbar keinen großen Eindruck

– nicht zuletzt deswegen, weil die

Einbrecher sehr genau beobachtet haben,

dass sich das Umfeld von einem solchen

Signal nicht zwingend in Aufregung versetzen

lässt. Alarmanlagen mit Bewegungsmeldern

allerdings gelten aus Tätersicht als

gefährlicher. Die Sicherheitsbehörden messen

ohnehin dem stillen Alarm größere

Bedeutung bei, bei dem über ein bestimmtes

Signal hin Polizei oder private Sicherheitsdienste

informiert werden.

Ein Einbruch in die private Wohnung hat

bei den Opfern vielfach nachhaltige Wirkung.

Eine Befragung des Polizeipräsidiums

Wiesbaden ergab, dass das Sicherheitsgefühl

der Betroffenen extrem leidet: Vor

der Tat fühlten sich neun Prozent der Betroffenen

unsicher, nachher waren es 56 Prozent.

Vor der Tat hatten sich 93 Prozent gern

in ihrer Wohnung aufgehalten, danach nur

noch ein Drittel der Befragten. Als Konsequenz

aus der Tat achten die Betroffenen

verstärkt darauf, Wohnungstüre und Fenster

korrekt zu verschließen. Auch wird vielfach

ein besseres Verhältnis zur Nachbarschaft

gepflegt, so dass doch verstärkt auf

Haus oder Wohnung im eigenen Umfeld

geachtet wird.

„Wir müssen bürgerschaftliches Engagement

fördern, das in einer eigenverantwortlichen

Übernahme der Vorsorge für den persönlichen

Schutz beginnt“, sagt Prof. Dr.

Rudolf Egg, Vorstandsvorsitzender des

DFK. Das bedeute, verstärkte Aufklärungsbemühungen

– ohne dabei unnötige Ängste

zu schüren. Die weit reichenden Einschnitte

in die Lebensqualität von Betroffenen

ließen sich schließlich mindern, so die

Studie, wenn gegenüber dem Gros der Einbrecher

wirkungsvollerer Schutz aufgebaut

würde. Dies um so mehr, als die Sicherheitsbehörden

angesichts ihrer personellen Auslastung

nur begrenzt zur Einbruch-Prävention

beitragen können. „Es spricht einiges

dafür, hier eine Prioritäteneinschätzung

dahingehend zu treffen, dass die Polizei sich

vor allem um den Schutz derjenigen Bürger

kümmert, die nicht über die finanziellen

Mittel verfügen, sich selbst (durch technische

oder persönlicher Sicherungsmaßnahmen)

vor Einbruchdiebstählen zu schützen“,

heißt es in der Analyse des Forums.

Die Bürger hätten durchaus eine realistische

Einschätzung der polizeilichen Möglichkeiten,

bräuchten aber vielfach bessere Information

über die eigenen Handlungsmöglichkeiten.

„Geeignete Präventionsmaßnahmen

müssen verhaltensorientierte und

sicherheitstechnische Aspekte miteinander

verbinden“, so das DFK. Das sei zum einen

Aufgabe der Polizei, die den Bürger konkret

beraten. Das sei zum anderen aber auch

komplexe Aufgabe der Gemeinden. So könne

bereits bei der Planung von Siedlungsgebieten

darauf geachtet werden, dass

Zufahrtswege und die Außengestaltung

von Gebäuden transparent angelegt würden.

Darüber hinaus seien nach einer

umfassenden Analyse der Kriminalitätsund

Täterentwicklung deliktübergreifend

Maßnahmen zu ergreifen – von der Jugendarbeit

bis hin zur Resozialisierung im Strafvollzug.

Nicht zuletzt aber sei es Aufgabe

jedes einzelnen, durch technische Prävention

wie auch durch Nachbarschaftshilfe

Einbruchrisiken zu minimieren.

39


Danksagung

www.VDPolizei.de

VIELEN

DANK!

Liebe Inserenten!

Mit der Beteiligung in der Festschrift anlässlich unserer Karnevalssitzung

haben Sie uns sehr geholfen. Wir danken Ihnen dafür sehr

herzlich!

Liebe Leser!

Alle Inserate dieser Festschrift verdienen Ihre Aufmerksamkeit.

Bitte berücksichtigen Sie diese Unternehmen bevorzugt bei Ihrer

nächsten Disposition.

Ihre

Gewerkschaft der Polizei

Kreisgruppe Autobahnpolizei/

Verkehr Köln

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