Jahresbericht 2011 06/12 - Open Doors

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Jahresbericht 2011 06/12 - Open Doors

Open Doors

Im Dienst der verfolgten Christen weltweit

Ägypten

Vietnam

Irak

Äthiopien

Zentralasien

06/12

Vielen Dank für

Ihre Hilfe!

Open Doors an

der Seite verfolgter Christen:

Jahresbericht 2011


Editorial

Projekte 2011 weltweit

Seit dem Beginn der Bibelschulung

in China 1996,

nahmen über 100‘000 chinesische

Pastoren, Gemeindehelfer

und Christen an den

Schulungen von Open Doors

teil.

Durch Schulung zum Wandel

Das Jahr 2011 war geprägt von einer

spektakulären Zunahme der Schulungsprojekte.

In Ländern, in denen

es zu Umwälzungen und Krisen kam,

haben die Christen erfreulicherweise

angefangen, in (biblischer) Schulung

eine Antwort auf ihre Bedürfnisse zu

sehen und wir konnten ihnen nachkommen.

Das war im Nahen Osten,

vor allem in Ägypten, und in Afrika

der Fall.

Bisher bestand in China während

Jahrzehnten die größte Nachfrage an

Material und Schulung. Heute stellen

wir fest, dass Gott unsere Anstrengungen

gesegnet hat. Die Kirche

in China wird immer stärker. Sie

wächst langsam aus den Kinderschuhen

heraus und übernimmt

mehr Eigenverantwortung. Ein

Projektverantwortlicher sagte:

«Wir haben den Christen in China

nicht nur Millionen Bibeln

und christliche Bücher, sondern

auch intensive Schulung

gebracht. Ich nahm an

einem Treffen von rund 350

Pastoren einer Hauskirchenbewegung

mit zwei Millionen

Mitgliedern teil. Alle Pastoren haben

unser Bibelschulungsprogramm abgeschlossen.

Nun bitten sie uns, sie

auf einem neuen Abschnitt zu begleiten,

in Form von Mentoring. Dies soll

ihnen helfen, die chinesische Gesellschaft

aus der Sicht der Bibel zu verstehen,

damit die Christen Werkzeuge

des Wandels sein können.»

Schulung bedeutet Wissen zu vermitteln

mit dem Ziel, etwas zu verändern.

Im Römerbrief 12, 2 steht sogar:

«Gleicht euch nicht dieser Welt an,

sondern wandelt euch...».

Dort, wo unser Glaube nicht angefeindet

wird, findet oft eine über

Generationen hinweg schleichende

Angleichung an die Welt statt. Dadurch

droht die geistliche Wachheit

abzunehmen, die es für ein Leben mit

Gott braucht.

Für die verfolgten Christen, die unter

Druck sind, kann es bedeuten, sich

von der Angst besiegen lassen, den

Glauben aufzugeben und nicht mehr

die Frohe Botschaft des Evangeliums

zu verkünden.

Gott formt uns, egal, in welcher Gesellschaft

wir leben, damit wir neue

Menschen werden. In der Bergpredigt

(Matthäus 5, 3-12) hat er uns

ein Lernprogramm mit auf den Weg

gegeben: unsere Schwachheit anerkennen,

loslassen, was wir nicht ändern

können, hungern und dürsten

nach Gerechtigkeit, Frieden stiften

und Verfolgung als Teil der Nachfolge

Christi annehmen.

Ein herzliches Dankeschön an alle,

die unsere Projekte 2011 mit Gebet

und Gaben unterstützt haben. Möge

die verfolgte Kirche uns ermutigen,

als gewandelte Menschen zu leben.

Eric Lecomte,

Leiter Open Doors

2

Open Doors 06/12 05/12

Open Doors 06/12 3

Schweiz

Advocacy

2011 wurden weltweit tausende Briefe

an die Botschaften von Irak und Algerien

geschickt, was in einigen Ländern zu

persönlichen Treffen mit Botschaftsvertretern

führte.

In New York sprachen wir mit einer Delegation

aus Laos über die vertriebenen

Familien aus dem Dorf Katin. Wenige Wochen

später erhielten wir die Bestätigung,

dass ihre Situation sich verbessert habe.

LITERATURPROJEKTE

Die Teams von Open Doors lieferten mehr

als 3,1 Millionen Bibeln, Kinderbibeln, Unterrichts-

und anderes christliches Material

in rund 50 Länder. Im Vorjahr waren

es 3,4 Millionen Stück.

BIBLISCHE SCHULUNG

263’542 Christen (Vorjahr 159’465) wurden

geschult. Die Programme reichen

von theologischen Ausbildungen über

kürzere Verfolgungs- und Ermutigungsseminare

bis hin zur Glaubensschulung

via Satellit und Internet.

«HILFE ZUR SELBSTHILFE»

2011 wurden 172’137 Personen (Vorjahr

143‘466) beim Aufbau einer Lebensgrundlage

unterstützt. Dies ist in Ländern

nötig, in denen sie als Bürger zweiter Klasse

keine Einkommensmöglichkeiten haben

und wirtschaftliche Not leiden.

GEBET UND ADVOCACY

In den Ländern, in denen Glaubensfreiheit

herrscht, informiert Open

Doors über die verfolgte Kirche,

ermutigt zum Gebet und zur

finanziellen Unterstützung.

Für die Öffentlichkeitsarbeit

führen wir 22

Büros weltweit.

Unsere Advocacy-Projekte

ermöglichen Christen

weltweit, mit Petitionen,

Kampagnen und Anlässen

bei politischen

Machthabern der Länder

mit Christenverfolgung

Einfluss zu nehmen.


Projekte und Jahresbericht 2011

Projekt Tendenzen

Helfen, wo es brennt

Die Mission von Open Doors besteht darin, die verfolgten Christen zu stärken, damit sie unter

schwierigsten Bedingungen in christenfeindlichen Gebieten dem Herrn nachfolgen und seine

Zeugen sein können. Unser Werk, das 1955 mit der Lieferung von Bibeln in den ehemaligen Ostblock

begann, wächst beständig und umfasst eine große Vielfalt von Hilfeleistungen. Die biblische

Schulung und Hilfe zur Selbsthilfe entsprechen einem zunehmenden Bedürfnis der verfolgten

Kirche, wie die Zahlen zeigen. Die Stärke von Open Doors liegt darin, dass wir dank bestehender

Partnerschaften in den gefährlichen Gebieten für die Christen rasch auf Krisen reagieren können,

wie das 2011 in den Ländern des arabischen Frühlings der Fall war.

Das Arbeitsgebiet von Open Doors

Lateinamerika

Biblische Schulung 2011

Anzahl Teilnehmer nach

Regionen

5‘428

8‘248

2‘164

30‘696

33‘203

34‘157

Naher Osten & Nordafrika

149‘646

Afrika

Zentralasien, Pakistan

Indien

«Hilfe zur Selbsthilfe» 2011

Anzahl Begünstigte nach

Regionen

8‘237

16‘752

1‘258

25‘574

23‘121

41‘119

China, Nordkorea

Südostasien

56‘076

Die wichtigsten Entwicklungen

in einigen Ländern und Regionen

Die Kinder im Norden Nigerias

werden zum islamischen Religionsunterricht

gezwungen. Eine

Bibel ist für sie ein wertvolles und

notwendiges Geschenk. 2011 verteilte

Open Doors 1178 Kinderbibeln.

Die Kinder werden gestärkt

durch den Zugang zu Gottes

Verheißungen in seinem Wort.

Literaturprojekte 2011

in % nach Regionen

Literaturprojekte

− 8.9% weltweit

Insgesamt wurden 3‘105‘886

Stück Bibeln, Bücher und Unterrichtsmaterial

verteilt.

+ 62.6% in der Region

Naher Osten / Nordafrika

Die Auswirkungen der Unruhen

in mehreren nordafrikanischen

Ländern auf die Kirche

führten dazu, dass die Unterstützung

durch Open Doors

2011 nötiger wurde denn je.

Die durch den «arabischen

Frühling» geöffneten Grenzen

in Nordafrika erlaubten uns

247‘870 Stück Material mehr

als im Vorjahr zu liefern.

In Syrien lieferte Open Doors

so viel Material als möglich, als

die Lage noch sicherer war.

+ 233.6 %

in Lateinamerika

Für ein neues Ausbildungsprogramm

in Kolumbien wurden

rund 70‘000 Stück Material gedruckt.

− 34.8 % in China

Es wurden 1’387’532 Stück Studienbibeln,

christliche Bücher,

Kindermaterial und Kinderbibeln

geliefert. Diese Anzahl

wird in Zukunft weiter abnehmen.

Ein neuer Schwerpunkt

von Open Doors in China ist

die Rekrutierung und Ausbilding

von chinesischen Christen

zum Aufbau eines einheimischen

Literaturdienstes.

4 Open Doors 06/12

Open Doors 06/12 5

INDIEN

Mit 65’000 Bibeln und anderen

Büchern nahm der Literaturdienst

um 112% zu. Mit neuen

Möglichkeiten, mehr Kirchen

und Sonntagsschullehrer zu

erreichen, stieg auch die Nachfrage

nach Bibeln und anderem

Material für Kinder rasant, von

null (2010) auf 3300 Bibeln und

mit 26’500 Stück mehr als doppelt

so viel Material für Kinder.

21%

22%

ZENTRALASIEN

Open Doors verteilte zusammen

mit seinen Partnern insgesamt

rund 470’000 Stück Literatur und

Bibeln, die zweitgrößte Menge

nach China, d.h. eine Zunahme

von 12% im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Grund ist, dass die 2010

für Turkmenistan gedruckten

Bücher erst 2011 geliefert werden

konnten. Ein neues, restriktives

Gesetz in Aserbaidschan erschwerte

dort die Verteilung. In

Kasachstan und Kirgisistan, wo

Open Doors 2010 vorwiegend

Bücher anderer Organisationen

verteilte, starteten wir 2011 mit

eigenen Projekten.

2% 3%

2%

4%

Total 3‘105‘886 Stück

46%


Projekte und Jahresbericht 2011

Projekt Tendenzen

LIBYEN

In der Aufbruchstimmung des

«arabischen Frühlings» boten

sich in Libyen einzigartige Möglichkeiten.

Eine kurze Zeit lang

waren die Grenzübergänge

zu Ägypten verwaist und man

konnte kommen und gehen, wie

man wollte. «Wir ließen uns nicht

zweimal bitten! Noch nie waren

die Grenzen so offen», freut sich

ein Mitarbeiter von Open Doors.

So wurden 2011 ganze Lastwagen

voll christlichem Material

eingeführt, zusammen mit dringenden

Hilfsgütern. Es waren

mehr Bibeln denn je während

des 42-jährigen Gaddafi-Regimes.

Inzwischen sind die Grenzposten

wieder besetzt. Dank der

Großzügigkeit der Freunde von

Open Doors ist nun ein guter

Vorrat von Bibeln und anderem

Material im Land vorhanden.

Priester in der unterirdischen

Ananias-Kapelle in Damaskus

SYRIEN

Christen verschiedener Konfessionen

vereint im Gebet

Das hat es in Syrien noch nie

gegeben: 420 syrische Kirchenleiter,

orthodoxe, katholische

und evangelikale Christen

aus allen Landesteilen

versammelten sich im Oktober

2011 zu fünf Tagen Glaubensschulung,

Lobpreis, Buße

und Fürbitte.

Sie kamen trotz Straßensperren

und drohender Gewalt durch

die Zusammenstöße zwischen

Rebellen und Regierungstruppen.

Die Konferenz, die in Zusammenarbeit

mit Open Doors

organisiert wurde, schuf über

alle konfessionellen Barrieren

hinweg eine nie erreichte Einheit

unter den Christen, die

zehn bis zwölf Prozent der syrischen

Bevölkerung ausmachen.

«Wir waren freudig überrascht,

dass so viele kamen!», sagte

ein Kirchenleiter. Ein Vertreter

von Open Doors erzählte: «Als

die Unruhen ausbrachen, rechneten

wir damit, dass wir viele

Kurse absagen müssen. Doch

die Christen wurden immer

mutiger und seit dem Sommer

organisieren wir einen Schulung

nach der anderen.»

Alle Prediger, Lobpreisleiter, Organisatoren,

Musiker und Freiwilligen

der Gebetskonferenz

waren Syrier aus verschiedenen

Kirchenkreisen. «Sogar die

Musikgruppe setzte sich aus

Mitgliedern unterschiedlicher

Denominationen zusammen

und spielte doch ganz harmonisch!»,

meinte ein Kirchenleiter

lächelnd.

«Ich bin hier, weil ich mich

am Gebet für Syrien beteiligen

will. Die Konferenz hat

alle meine Erwartungen

übertroffen.»

Orthodoxer Priester

In den täglichen Vorträgen

über das Gebet war die Einheit

das Hauptthema. «Wir sind ein

einziger Leib Christi. Wir wollen

gemeinsam für unser Land zum

Segen werden und nicht die

Politik, sondern Gott in den Mittelpunkt

stellen», fasste ein Teilnehmer

zusammen. «Ich habe

Gebet noch nie so erlebt», sagte

ein anderer.

Eine orthodoxe Christin hatte

stets beteuert, sie werde niemals

eine evangelische Kirche

besuchen. Nach der Konferenz

bat sie eine Freundin: «Bitte gib

mir Bescheid, wenn wieder so

ein evangelischer Anlass stattfindet;

ich möchte unbedingt

kommen.»

Selbst wenn das Chaos in Syrien

weitergehen sollte, sind die

Christen entschlossen, nächstes

Jahr einen Gebetsevent mit

zwei- oder dreimal so vielen Teilnehmern

zu organisieren.

ÄGYPTEN

China

Mit dem Umbruch in Ägypten

verschärfte sich die Lage für die

Kirche. Die Zahl der Morde und

Gewalttaten gegen Christen sowie

Überfälle auf Kirchen und

Häuser von Gläubigen nahm besorgniserregend

zu. Open Doors

stand den Christen bei. Der arabische

Frühling eröffneten aber

auch neue Möglichkeiten, vor

allem zur Annäherung an die

orthodoxe Kirche

Mit 46’000 Personen nahmen

10’000 mehr als im Vorjahr an

Schulungen teil. Dies war dank

unseres Teams in Assiut und

doppelt so vielen Mitarbeitern

als 2010 möglich. Open Doors

lieferte 60 Prozent mehr christliches

Material, über 207’500

Stück.

Wegen der Unruhen in 2011

wurde von den «Hilfe zur

Selbsthilfe»-Projekten die Nothilfe

am meisten benötigt. Mit

5160 Personen waren es dreimal

so viele Begünstigte als das Jahr

zuvor. Auch bei den Lebensunterhaltsprojekten,

medizinischer

Hilfe und Unterstützung beim

Wiederaufbau von Kirchen waren

es viele hundert mehr als

2010.

CHINA

Die Abnahme der Hilfeleistungen

in China hat mit dem veränderten

Ansatz von Open Doors

zu tun, der auf mehr Eigenverantwortung

der Kirche vor Ort setzt.

Statt intensiver Leiterschulung

bieten wir einer ausgewählten

Gruppe von Verantwortlichen

eine langfristige Begleitung. Dieses

Mentoring hat das Potential,

Veränderungen in der Einstellung

der Gemeindeleiter zu

bewirken und sowohl den persönlichen

Glaubensweg als auch

den der Gemeinde zu fördern.

Dies entspricht der Vision von

gelebtem Glauben im Dienst

der verfolgten Kirche Chinas.

Diese Form der Begleitung ist

auf eine lange Dauer ausgelegt.

Als Konsequenz nahm die Zahl

der Teilnehmer an unseren Ausbildungsprojekten

im Vergleich

zu den Vorjahren ab.

Nigeria

Biblische Schulung

+ 65.3% weltweit

Insgesamt konnten 263‘542

Personen an einem Schulungsprojekt

von Open Doors

teilnehmen. Die Schulung von

Pastoren und Verantwortlichen

(Leiterschulung) verzeichnete

eine Zunahme von

115.4% weltweit.

+ 522% in der Region

Naher Osten / Nordafrika

Über 149‘000 Personen profitierten

von den diversen Ausbildungsmöglichkeiten.

Der

Grund hinter dieser enormen

Zunahme ist eine neue Schätzungsgrundlage

über die

Glaubensschulung via Satellit

und Internet.

+ 154% in Afrika

Zunahme der Bibelschulung in

Nigeria, Äthiopien und Kenya.

In Eritrea war keine Schulung

möglich. Im Tschad und der

Elfenbeinküste mussten Seminare

abgesagt werden.

+ 39% in Indien

Zunahme der Leiterschulung

und Seminare für Frauen.

Biblische Schulung 2011

Biblische Leiterschulung

Mitarbeiterschulung

Kinderdienstmitarbeiter

Kinderschulung

Seminarteilnehmer

Total Teilnehmer 2011

52‘836 Pers.

96‘711 Pers.

24‘522 Pers.

25‘147 Pers.

64‘326 Pers.

263‘542 Pers.

Open Doors 06/12

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Projekte und Jahresbericht 2011

KOLUMBIEN

SÜDOSTASIEN

Projekt Tendenzen

«Hilfe zur Selbsthilfe»

Pastor José Luis (oben)

Teilnehmer einer

Versöhnungskonferenz von

ehemaligen Rebellen

«Die Kirche wurde von Rebellen

zerstört und hatte nur

noch vier in Angst erstarrte

Mitglieder. Gott hat uns

ermöglicht, den Schaden, den

wir anrichteten, wieder gut

zu machen.»

José Luis

Vom Christenfeind zum Pastor

José Luis war drei Jahre lang

Mitglied der paramilitärischen

Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen

(AUC), die

blutige Kämpfe gegen andere

bewaffnete Gruppierungen

und die Kirchen in den Dörfern

um San Pedro de Uraba

fochten.

Anfang 20 schloss sich José ihnen

an, weil er viel mehr Geld

verdienen würde, als wenn er in

die Fußstapfen seines Vaters als

Pastor träte. Dieser kratzte aus

den Gaben seiner Gemeinde

200 Dollar im Monat zusammen;

José machte in den AUC, die sich

mit Drogenhandel finanzierte,

ein kleines Vermögen. Er schaffte

es, nie einen Pastor anzugreifen,

wusste aber, dass die anderen es

taten und oft Kirchen zerstörten.

Pastoren und aktive Christen

waren den AUC suspekt, weil sie

ihre gewalttätige Strategie und

die okkulten Praktiken mancher

Mitglieder ablehnten.

2005 boten die Behörden den

Rebellen, die ihre Waffen niederlegten,

eine Amnestie an.

José nahm an, drohte aber wiederholt

rückfällig zu werden.

Jedes Mal begegnete ihm Gott

in einem Traum, in dem die Erde

sich öffnete, um seine damals

vierjährige Tochter zu verschlucken.

José verstand, dass Jesus

ihn rief. Im Dezember 2005 übergaben

er und seine Freundin

ihm ihr Leben. José wollte dem

Herrn als Pastor dienen, was

aber schwierig wurde, denn die

Kirchen misstrauten Männern

wie ihm.

Mit einer Versöhnungskonferenz

im November 2011, die

zweite dieser Art, baute Open

Doors eine Brücke zwischen Kirchenleitern

und konvertierten

Rebellen. Dabei feierte José das

erste Jahr als Pastor. Er hatte die

fünfjährige Jüngerschaftsschulung

abgeschlossen, die Open

Doors eigens für ehemalige

Kämpfer konzipiert hatte. Die

Kirchen lernten, sie trotz ihrer

Vergangenheit zu akzeptieren.

«Gott hat eine ganz neue Generation

herangebildet, damit

sie von der Gerechtigkeit und

Wahrheit zeugen, die nur Christus

ist.»

Inzwischen verheiratet und mit

drei Kindern wirken José und

seine Frau unter den bewaffneten

Gruppen im gleichen Gebiet,

in dem er einst die Kirche

terrorisierte. Er verkündet die

Botschaft vom Wort Gottes, das

stärker ist als alle Waffen. Und

er ist Pastor der Gemeinde, die

sein Vater leitete. Die Gemeinde

besteht heute aus 40 Erwachsenen

und 20 Kindern. Auch Josés

betagter Vater gehört dazu.

Fast 136’000 Stück Bibeln und

verschiedenes christliches Material

sowie 76’800 Kinderbibeln

wurden verteilt. Vietnam erhielt

70’000 Kinderbibeln zur Feier

der hundert Jahre seit Beginn

der Evangelisierung des Landes.

In Bangladesch wurden 6000

Bücher mit biblischen Geschichten

für Kinder geliefert.

Über 25’500 Christen in Südostasien

kamen in den Genuss von

«Hilfe zur Selbsthilfe»-Projekten.

Open Doors ist bekannt für unbürokratische

praktische Soforthilfe

bei akuter Verfolgung

und Krisen, durch Darlehen für

Lebensunterhaltsprojekte und

Berufsschulung, etwa im landwirtschaftlichen

Bereich. Die

Hungersnot in Myanmar, wiederholte

Überschwemmungen

in Bangladesch und schwere

Dürre in Vietnam waren der

Grund für die Zunahme der

Nothilfe.

NORDKOREA

Das Jahr 2011 war ein Meilenstein

für die Arbeit in Nordkorea.

Noch nie konnten so viele Hilfsgüter

und Bücher geliefert werden.

Die nordkoreanische Kirche

ist wie das ganze Land von der

Außenwelt abgeschnitten; die

lokalen Gemeinden können

nicht aus eigener Kraft bestehen.

Wie alle Bewohner leiden

die Christen unter dem Mangel

an Nahrung, Medikamenten,

Kleidung und anderen Lebensmitteln.

«Den Nordkoreanern

Überlebenshilfe zu bieten, ist

unser Hauptaufgabe», sagt Bruder

Simon*, der wichtigste Kontaktmann

von Open Doors. «Natürlich

sind christliche Literatur

und Schulungen durch unsere

Netzwerk im In- und Ausland

«Hinter all diesem Leiden

und den Problemen steckt

Gottes großer Plan. Durch

Open Doors gab er uns zwei

Ochsen. Gott kann alles in

unserem Leben, wenn wir an

ihn glauben.»

Godabori Pradhan, Orissa

Bangladesch

wichtig. Aber

wir müssen die

Gläubigen auch

ernähren.»

*Pseudonym

+ 19.9% weltweit

Insgesamt 172’137 Personen

wurden durch 4906 Selbsthilfeprojekte

unterstützt.

+ 285% in Indien

Über die Hälfte der 8237 Begünstigten

erhielten Nothilfe

und praktische Unterstützung.

+ 246% in China

Mit der neuen Ausrichtung der

Chinahilfe erhielten 76 Personen

Mikrokredite bzw. Finanzierungshilfen.

+ 108% in Ägypten

Aufgrund der Unruhen erhielten

30‘448 Begünstigte Hilfe.

Es erhielten dreimal so viele

Personen Nothilfe wie in 2010.

− 53.5% in Pakistan

In der zweiten Projektphase

der Fluthilfe nahm die Anzahl

Begünstigter ab, im Zentrum

stand die Hilfe zum Wiederaufbau.

Die Anzahl Teilnehmer an

Alphabetisierungs- und Berufsbildungskursen

nahm leicht ab.

Vermehrt wurden Frauenförderung

und Hilfe zum Gemeindeaufbau

angeboten.

Projekte «Hilfe zur Selbsthilfe» 2011

Lebensunterhaltsprojekte

Berufsbildung, Lesen & Schreiben

Gemeindeaufbau, Schulen

8 Open Doors 06/12

Open Doors 06/12

9

Nothilfe

Medizinische und soziale Hilfe

Total Begünstigte 2011

3‘802 Pers.

22‘725 Pers.

26‘218 Pers.

100‘739 Pers.

18‘653 Pers.

172‘137 Pers.


ERTRAG

Alle Beträge in CHF

Betriebsrechnung 2011

Verein

Open Doors

Verein

Open Doors

Nothilfe

Total

2011

ALLGEMEINE SPENDEN 2‘351‘637 389‘606 2‘741‘243 3‘121‘508

SPENDEN FÜR PROJEKTE 565‘983 699‘396 1‘265‘379 1‘274‘923

VERKAUF BÜCHER, DVDS 45‘986 45‘986 49‘052

ZINSEN UND SONSTIGE ERTRÄGE 3‘122 408 3‘530 3‘111

TOTAL BRUTTOERTRAG 2‘966‘728 1‘089‘410 4‘056‘138 4‘448‘594

PROJEKTSPENDEN FÜR VERWENDUNG

IM NÄCHSTEN GESCHÄFTSJAHR

Das Gütesiegel Ehrenkodex der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) wurde uns

ohne Vorbehalte verliehen. Unser Jahresabschluss 2011 wurde vom Treuhandbüro Fidinter

in Lausanne geprüft. Für weitere Auskünfte stehen wir gerne zur Verfügung.

Total

2010

-46‘931 -70‘204 -117‘135 -190‘830

TOTAL ERTRAG 2‘919‘797 1‘019‘206 3‘939‘003 4‘257‘764

Im Spendentotal inbegriffen:

Veranstaltungskollekten 131‘079 148‘267

Spenden Österreich 113‘388 127‘694

AUFWAND

Verein

Open Doors

Verein

Open Doors

Nothilfe

Total

2011

LITERATURDIENST, BIBELN, CHRISTLICHE BÜCHER 724‘186 724‘186 863‘615

BIBLISCHE SCHULUNGSPROJEKTE 1‘076‘251 1‘076‘251 969‘901

«HILFE ZUR SELBSTHILFE»-PROJEKTE, NOTHILFE 814‘648 814‘648 1‘058‘240

TOTAL DIREKTE HILFE 1‘800‘437 814‘648 2‘615‘085 66.6% 2‘891‘756

INFORMATIONS- UND ERMUTIGUNGSDIENST 814‘357 164‘842 979‘199 24.9% 992‘486

(Veranstaltungen in Kirchen und Gemeinden,

Heft Open Doors, Produktion von Filmen und

Büchern, Gebets- und Petitionsaktionen)

ABSCHREIBUNGEN 7‘893 1‘393 9‘285 0.2% 18‘803

UNTERSTÜTZUNG AN OD INTERNATIONAL 16‘987 16‘987 0.4%

VERWALTUNG 253‘828 52‘713 306‘541 7.8% 298‘210

TOTAL AUFWAND 2‘893‘502 1‘033‘595 3‘927‘097 4‘201‘255

BETRIEBSERGEBNIS 26‘295 -14‘389 11‘906 56‘509

Total

2010

Verein Open Doors - Literaturdienst (CHF)

China: Bibeln, Kinder- und anderes Material 303‘727

Nordafrika: Produktion, Verteilung von Literatur 110‘279

Zentralasien: Verteilung von Literatur 105‘757

Naher Osten: 10‘000 Familienbibeln 89‘948

China, Nordkorea: Diverse Projekte 71‘535

Bangladesch: Kinderbibeln 10‘653

Andere Projekte 32‘287

Total Literaturdienst 2011 724‘186

Verein Open Doors - Biblische Schulung (CHF)

Westafrika: Verfolgungsseminare, Schulung 296‘161

China: Mentoring, Ausbildungskurse 219‘865

Afrika: Ausbildungszentrum Sudan, Äthiopien 114‘273

Nordafrika: Seminare und TV-Bibelkurse 113‘192

Südostasien: Priscilla-Kurse, zahlreiche Seminare 106‘145

Naher Osten: Diverse Schulungsprojekte 94‘870

Ägypten: Projekte zum Gemeindeaufbau 54‘386

Indien: Verfolgungsseminare 46‘755

Andere Projekte 30‘604

Total Biblische Schulungsprojekte 2011 1‘076‘251

Open Doors Nothilfe - «Hilfe zur Selbsthilfe»-Projekte (CHF)

Pakistan: Alphabetisierung, Berufsbildung 196‘256

Nigeria: Schulen, Hilfe für Verfolgte, Kleinkredite 181‘121

Äthiopien, Sudan, usw: Schulen, Landwirtschaft 140‘601

China, Nordkorea: Nothilfe, Kleinkredite 98‘758

Nigeria: Wiederaufbau von Kirchen 66‘248

Zentralasien: Kleinkredite, Nothilfe 40‘190

Kolumbien: Zufluchtszentrum für Kinder 39‘669

Irak: Flüchtlingshilfe 30‘415

Andere Projekte 21‘390

Total «Hilfe zur Selbsthilfe»-Projekte 2011 814‘648

Bemerkungen zur Betriebsrechnung

Open Doors (OD) Schweiz führt aus administrativen Gründen zwei Vereine.

OD Schweiz unterstützt die Projekte von OD International mit Direktzahlungen und ist von

OD International mit der Leitung einiger Projekte in Nordafrika beauftragt.

Der Dienst in der Schweiz ist ein wichtiger Bestandteil des Auftrags von OD. Die

Öffentlichkeits- und Medienarbeit ist ein Dienst für die Verfolgten.

Die Personalkosten wurden auf die entsprechenden Arbeitsgebiete (Direkte Hilfe,

Information, Verwaltung) umgelegt. Am 31.12.2011 beschäftigte OD 12 Mitarbeiter (9.07

Vollzeitstellen, davon 0.47 für OD International).

Dienst in der

Schweiz 2011

10 Open Doors 06/12

Open Doors 06/12 11

An den 184

Veranstaltungen, die

wir in Kirchgemeinden

und Kleingruppen in der

Schweiz und Österreich

durchführten, nahmen

13‘437 Personen teil.

13‘811 Magazin-

Abonnenten erhielten

mindestens drei Mal

pro Jahr unser Heft und

3750 die wöchentliche

Gebetsmail.

6318 private und

institutionelle Spender

unterstützten die

verfolgte Kirche mit

einem durchschnittlichen

Jahresbetrag von CHF 616.

1031 Gebetspartner

beteiligten sich an der

Kampagne «Gefährlicher

Glaube» und 46 Reiselustige

unternahmen eine

Kurierreise oder besuchten

verfolgte Christen vor Ort.

Allen sei ganz herzlich

Dank! Ohne Ihren Einsatz

wäre dieser Dienst ganz

einfach unmöglich!

Impressum

Open Doors

Im Dienst der verfolgten Christen weltweit

Ägypten

Irak

06/12

Vietnam

Äthiopien

Zentralasien

Vielen Dank für

Ihre Hilfe!

Open Doors an

der Seite verfolgter Christen:

Jahresbericht 2011

JUNI 2012 (354)

Erscheint monatlich

Jahresabonnement: CHF 20.-

Titelseite:

Bilder aus dem Arbeitsgebiet von

Open Doors

Open Doors Schweiz:

Postfach 147

CH-1032 Romanel s/Lausanne

T 021/731 01 40

F 021/731 01 49

E info@opendoors.ch

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