2015 CUMINAIVEL #11

cuminaivel

Nr. 11 | Samstag, 24. Januar 2015

///CUMINAIVEL

Informationsmagazin für alle eingesetzten Sicherheitskräfte am WEF 2015

/// www.cuminaivel.ch /// Hotline: 081 632 16 75 /// Mail: info@kapo.gr.ch

Grippewelle im Anmarsch

Ansteckende Krankheiten sind am

WEF eine Gefahr. Wir fragen Truppenarzt

Christian Egloff, was man

dagegen tun kann und präsentieren

euch die besten Tricks und Tipps gegen

die Grippe. Seite 2

Détection des mouvements

Les observateurs de la compagnie de

renseignements 62 sont chargés de

scruter les différentes « zones d’ombre

» aux alentours de Davos. Ces lieux

que le radar n’arrive pas à passer

au crible. Coup de projecteur sur ces

hommes clés. Page 3

Der Mann mit dem Koffer

Wenn ein Flugzeug unerlaubt in den

Luftraum des WEF eindringt, muss

alles sekundenschnell geschehen.

Wird das Flugzeug abgeschossen oder

nicht Ein Bericht über die Männer,

die entscheiden müssen. Seite 7

Kontrolle mit Röntgengerät

Um Gepäck nach Sprengstoff und

Drogen zu durchsuchen, bedient

sich das Grenzwachtkorps modernster

Geräte. Den Kontrolleuren darf

nichts entgehen. Seite 10

Meteo

Davos Chur

Min / Max

Samstag -1° / 4°

Sonntag -1° / 2°

Samstag -7° / -3°

Sonntag -8° / -7°

DURCH-

BLICK

Bild: as.


2 /// SAMSTAG, 24. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

«Das Schlimmste wäre

eine Grippewelle!»

Voller Einsatz für die Weltelite aus Wirtschaft und Politik. Ihre Sicherheit steht

in diesen Tagen an erster Stelle. Dafür stehen die Einsatzkräfte oft stundenlang

in der Kälte oder legen Hunderte Kilometer auf der Strasse zurück. Das kann sich

auch auf die eigene Gesundheit auswirken.

ft. «Das WEF ist ein Ernsteinsatz», sagt Oblt Christian Egloff.

Er ist Truppenarzt bei der San Hist in Davos. In diesen

Tagen sei die Situation ernst und daher müsse einfach

alles reibungslos funktionieren. Die hohe Anzahl von Armeeangehörigen,

Polizisten und privaten Sicherheitsleuten

stelle den Sanitätsdienst vor eine gewaltige Aufgabe. Von

fiktiven Übungen und simulierten Katastropheneinsätzen

wie in einem «normalen» WK sei hier keine Rede, betont

Egloff. «Die Patienten haben richtige Verletzungen oder

sind krank und brauchen eine entsprechende medizinische

Betreuung.» In den letzten Tagen sei es

aber zu keinen grösseren Unfällen oder schweren

Krankheiten gekommen, so der Truppenarzt. Das

sei ein grosses Glück und er hoffe, dass das auch

so bleibe.

Von Bobos bis zu Massenanstürmen

Die Sanitätstruppen sind in Davos an zwei Standorten

präsent. Die erste Anlaufstelle ist die Station

«Vaillant Arena» vor dem Eisstadion. Dort

betreibt die San Kp 4 ein ambulantes Krankenzimmer von

8 bis 22 Uhr. Während dieser Zeit könnten Patienten wie

in einer normalen Klinik von Ärzten gesehen werden, sagt

Egloff. Anders bei der Station «Bünda». Sie sei konkret für

Massenanstürme ausgerichtet. Innerhalb von zehn Minuten

wäre die Station in voller Aufnahmebereitschaft und könne

bis zu 150 Personen aufnehmen, behandeln und gegebenenfalls

weitertransportieren, erklärt der Truppenarzt.

Prävention ist die beste Medizin

Durch die tiefen Temperaturen und das Zusammenleben

der Truppe auf engstem Raum sei die

gesundheitliche Lage in Davos derzeit aber angespannt.

Der Grund: «Eine Grippewelle ist bereits

im Anmarsch», sagt Egloff. Einzelne Armeeangehörige

seien bereits wegen Grippesymptomen

behandelt worden. Prävention sei nämlich oft

die beste Medizin. Das Schlimmste wäre aber eine

Grippeepidemie, meint Egloff. «Dann wäre definitiv

fertig lustig!»

GRIPPE-PRÄVENTION

• Lockersitzende, mehrlagige Kleidung (Luftisolation)

• Nasse Kleider unbedingt wechseln

• Oft bewegen und nicht zu lange in der Kälte stehen (Wache)

• Warme Getränke trinken

• Regelmässige Mahlzeiten (Kalorienzufuhr)

• Genug schlafen (zu wenig Schlaf schwächt das Immunsystem)

• Auf die Hygiene achten (Hände desinfizieren)

• Die Vorzeichen für eine Grippe sind oft schnell zu erkennen

(Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen). In diesem Fall sofort

die San Hist in der Vaillant Arena kontaktieren.


CUMINAIVEL SAMSTAG, 24. JANUAR 2015

/// 3

Avec « RHITA » sur

le poste d’observation

À Prättigau et en Engadine, les postes d’observation, placés à différents endroits,

surveillent les «zones d’ombre». Il s’agit de lieux étroits de la vallée que le radar

ne peut pas passer au crible.

Le soldat scrute les horizons depois son poste d’observation.

Photo: mw.

su. / da. Le soldat Gygax scrute les

différents versants de la vallée avec beaucoup

de calme. Chaque colline, chaque

route et presque chaque arbre sont minutieusement

examinés avec les jumelles.

Ce week-end, l’hiver s’est installé et a

recouvert toute la vallée d’une couche de

20 centimètres d’or blanc qui s’est mis à

briller au premier rayon de soleil. « Aujourd’hui,

ce sont des conditions idéales

pour détecter les mouvements au sol et

dans les airs », explique l’observateur de

la compagnie de renseignements 62 (FA

cp rens 62). Accompagné de sa radio, il

se tient devant le poste d’observation.

« Hier encore, on s’est couché dehors

dans la tente mais ce matin nous nous

sommes construits cet abri provisoire

avec des lattes de bois », raconte-t-il.

Une couverture complète du secteur

La cp rens FA 62 livre des informations

sur tous les endroits invisibles au radar.

Equipés uniquement de jumelles et de

yeux éveillés, les soldats de renseignement

transmettent par radio chaque

mouvement au sol ou dans le ciel. La

cp rens 62 est divisée en une douzaine

de petites unités qui couvrent toutes les

« zones d’ombres » invisible pour un

radar dans les alentours de Davos. Chaque

unité possède un hébergement non

loin du poste d’observation et est approvisionnée

en nourriture pour toute la

semaine. « Nous pouvons ainsi opérer

de manière autonome et remplir notre

mission, au cas où nous serions coupés

de la troupe à cause de la météo »,

explique le sergent Florian Weiss qui

effectue son dernier CR lors du WEF.

Tout d’un coup, on entend le vacarme

du moteur d’un hélicoptère. « Un des

nôtres », signale de suite l’expérimenté

chef de groupe et pointe du doigt, en

direction du sud-est, le petit point noir

dans le ciel bleu. Le soldat Gygax dans

l’abri prend note de l’information de

vol. Aussitôt, il inscrit les lettres suivantes

R, H, I, T, A suivies de quelques

chiffres dans l’appareil de transmission

posé devant lui. La direction, l’altitude,

le type et le nombre d’objets volants.

Peu après, l’information arrive à la centrale

en plaine, qui recueille toutes les

nouvelles afin d’assurer une couverture

absolue autour de Davos. Il s’agit d’une

des missions clé des Forces aériennes

pendant le WEF.


4 /// SAMSTAG, 24. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Die Militärpolizei –

gestern und heute

Ohne die «Militärische Sicherheit», die den meisten Soldaten wohl eher als Militärpolizei

bekannt sein dürfte, geht es auch am WEF nicht. Mit einer Visite am

Einsatzort und einem Blick in die Vergangenheit durchleuchten wir die Arbeit

der Militärischen Sicherheit.

Zutrittskontrolle vor dem Hotel Intercontinental.

Bild: rm.

cb. Wer sich in diesen Tagen dem Hotel

Intercontinental nähern möchte und

nicht zu den Gästen gehört, gehört ziemlich

sicher zum Kreis der Sicherheitskräfte.

Auch wir wurden freundlich, aber

bestimmt darauf aufmerksam gemacht,

dass auch Cuminaivel-Redaktionsmitglieder

nicht vor dem Hotel parkieren

dürfen. Polizisten und Sicherheitsleute

diverser privater Sicherheitsfirmen begegneten

uns. Es herrschte eine angespannte

Stimmung. Doch wo ist die Militärpolizei

Der Mann im dunklen Anzug

Plötzlich tauchte ein Mann in dunklem

Anzug und Krawatte auf. «Guten Tag.

Ich bin Adj Remo Kurath.» Hier oben in

Davos ist er der Detachementschef. Für

den Rest des Jahres steht Remo Kurath

im Dienste des Mob MP Zugs in Mels.

«Der grösste Unterschied zu unserer alltäglichen

Arbeit ist die zivile Kleidung»,

lässt er mich wissen. Auch die jüngsten

Terroranschläge in Paris bringen ihn und

seine Leute nicht aus dem Konzept. Die

Sicherheitsmassnahmen der Militärischen

Sicherheit wurden deswegen nicht

angepasst. «Wir müssen agieren, nicht

reagieren», fügt Remo Kurath an. Die

Arbeit der Militärpolizei bewege sich auf

einem konstant hohen Niveau. Vor dem

Hotel Intercontinental sei die Militärpolizei

primär für die Zutrittskontrolle

zuständig. Vor dem Eingangsbereich des

Hotels wird das Hab und Gut jedes Besuchers

geröntgt. «Hier ist grosse Konzentration

gefordert», betont Remo Kurath.

Genauer ins Detail möchte er verständlicherweise

nicht gehen, Diskretion und

Sicherheit haben oberste Priorität.

Der Blick in die Vergangenheit

Der erfahrene Unteroffizier steht bereits

zum 15. Mal im Einsatz für das WEF.

Als sich Remo Kurath 1986 für einen

beruflichen Werdegang in der Armee

entschieden hat, gab es die Militärische

Sicherheit, wie sie heute existiert, gar

noch nicht. Erst im Jahr 2004 fusionierte

die Militärische Sicherheit der Armee 95

mit dem damaligen Festungswachtkorps.

Die Milizverbände wurden aufgelöst

und mit Berufsmilitärpolizisten ausgetauscht.

Die moderne Militärische Sicherheit,

wie wir sie heute kennen, wurde

ins Leben gerufen.


CUMINAIVEL SAMSTAG, 24. JANUAR 2015

/// 5

Ein Blick

zurück …

WEF-Geschichten von Daniel Zinsli

Bei einer Austragung des World Economic Forums (WEF)

Ende der Neunzigerjahre traf sich der damalige Palästinenserführer

Jassir Arafat mit dem Aussenminister und späteren

Präsidenten Israels, Shimon Peres.

Am Abreisetag von Arafat bekam eine fünfköpfige Personenschutzgruppe

den Auftrag, den Transport von Arafat zum Heliport

Stilli zu organisieren. Der Gruppenchef begab sich in

die Suite von Arafat im Hotel Seehof, während seine Kollegen

vor dem Haupteingang den Konvoi aufstellten. In

der Suite herrschte ein emsiges Treiben von israelischen

Personenschützern. Arafat selbst sass gemütlich auf einem

Sofa. Nach und nach verliessen die Leute die Suite und

gingen nach unten. Bald einmal war klar, dass es in den

bereit gestellten Fahrzeugen viel zu wenig Platz hatte, um

die ganze Delegation zu transportieren. Zusätzliche Autos

mussten organisiert werden, was die Abreise Arafats verzögerte.

Nach rund einer Stunde hatte sich die Suite vollständig

entleert – bis auf zwei Personen: Arafat selbst und

der Bündner Gruppenchef. Nach einer weiteren Viertelstunde

ging beim Gruppenchef per Funk die Meldung ein,

dass nun alles bereit sei und man herunterkommen könne.

Arafat begab sich, begleitet vom Personenschützer, zum

Lift und hinunter zum Haupteingang. Die Fahrt zum Heliport

verlief problemlos. Dort angekommen, entstieg Arafat,

immer noch in Begleitung des Gruppenchefs, der Limousine

und begab sich zum Helikopter. Er stieg ein, drehte sich um

und kam nochmals heraus, um dem Gruppenchef mit einem

kräftigen Händedruck für die gute Arbeit zu danken. Diesen

Moment wird der Grenadier nie mehr vergessen.

Bedauerlicherweise hatte niemand diesen Händedruck fotografisch

festgehalten, was den Gruppenchef natürlich

ziemlich verärgerte. Die Kollegen sorgten aber doch noch

für ein Andenken an diesen Augenblick. Sie kreierten eine

Fotomontage. Auf dem Bild war ein Händedruck zwischen

dem damaligen Bundespräsidenten, Jean-Pascal Delamuraz,

und dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl zu sehen.

Auf Kohls Hals setzten die Kollegen ein Bild von Arafat

und auf denjenigen von Delamuraz eines des Gruppenchefs.

Die Fotomontage trug die Überschrift: «Der Händedruck

von Davos». Sie hat auch heute noch einen Ehrenplatz in der

Wohnung des Grenadiers.

WEF-Geschichten

Daniel Zinsli ist bei der Kantonspolizei

Graubünden in der Dienststelle

Kommunikation tätig. Der 52-Jährige

blickt mittlerweile auf 31 Dienstjahre

zurück. Zwanzig Mal war er selbst

am WEF in Davos in verschiedensten

Funktionen im Einsatz. Die WEF-Geschichten

erscheinen alternierend zur

«WEF-Stafette» in jeder zweiten «Cuminaivel»-Ausgabe.

Mit offenen Worten

und etwas Humor blickt Zinsli dabei

bis ins Jahr 1971 zurück. In jenem

Jahr fand das Jahrestreffen des WEF

in Davos erstmals statt.


6 /// SAMSTAG, 24. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Dalla sedia d'ufficio

al sedile eiettabile

Solo qualche giorno fa il capitano Thomas Walther era seduto dietro ad una scrivania.

Durante il WEF il 46enne vola con il suo Tiger per proteggere lo spazio aereo

svizzero. È uno dei pochi piloti di jet ancora appartenenti alla milizia, infatti i

più complessi F/A-18 sono pilotati solo da professionisti.

dam. / dr. Durante il WEF i piloti di

Tiger supportano giornalmente i loro

colleghi piloti di F/A-18 per l'impiego

di polizia aerea. Devono sempre essere

pronti a intervenire appena giunge

l'ordine dalla centrale d'impiego della

difesa. «La calma, velocemente scivola

«Spero che non dovrò

mai ingaggiare uno

scontro a fuoco.»

cap Thomas Walther

via e nel contempo la pressione sale. È

molto importante essere sempre pronti

a intervenire» spiega il cap Walther.

Durante questo impiego i Tiger sono

armati con due cannoni da 20 millimetri

e due missili a infrarosso teleguidati.

Thomas Walther si è preparato prima

dell'inizio del suo servizio al compito

di polizia aerea e a un eventuale conflitto

armato. Dice quindi chiaramente:

«Spero che non dovrò mai ingaggiare

uno scontro a fuoco». Walther ci spiega

le particolarità di questo corso di ripetizione,

che vanno oltre all'armamento in

dotazione e all’operatività nell’hangar.

«Al contrario di quando svolgiamo i

nostri normali allenamenti, qui l'aereo

viene preparato da soldati di milizia e

le truppe di terra eseguono un lavoro

veramente eccellente. Noi piloti abbiamo

completa fiducia nel loro lavoro».

Come un secondo lavoro

25 anni fa il capitano Walther si sedette

per la prima volta in un Tiger.

All’epoca non avrebbe potuto prevede

che a 46 anni sarebbe stato ancora pilota

di squadriglia. Il limite di età per i

piloti di squadriglia era infatti 36 anni.

Tuttavia, con la messa fuori servizio dei

cap Thomas Walther vola con il Tiger.

I Tiger danno sopporto agli F/A-18 per proteggere lo spazio aereo svizzero.

Foto: zvg.

Tiger, esso è stato alzato a 50. Così il

capitano ha raggiunto finora le 1550 ore

di volo a bordo del Tiger «Ogni anno

facciamo all'incirca 50 ore di volo. In

concomitanza del corso di ripetizione

seguiamo dei corsi di allenamento in

squadriglia così come dei voli individuali».

Ogni anno il capitano Walther

presta servizio militare per circa otto

settimane «È come un secondo lavoro.

Richiede molta flessibilità sia dal datore

di lavoro e sia dalle forze aeree, così

che entrambe possano organizzarsi nel

migliore dei modi» spiega il capitano

e continua «Ci sono anche privilegi a

pilotare un jet da caccia durante il servizio

militare: l'impiego a favore del

Paese e della popolazione assieme uniti

alla passione per il volo» conclude il

capitano.


CUMINAIVEL SAMSTAG, 24. JANUAR 2015

/// 7

Innert

Sekunden bereit

Würde das WEF – ähnlich wie bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New

York – mit einem Flugzeug angegriffen, so dürfte die Luftwaffe dieses notfalls abschiessen.

Der Entscheid dazu muss von Bundesrat Ueli Maurer oder dem Luftwaffenkommandanten

gefällt werden. Verbindungsoffiziere unterstützen bei der Entscheidungsfindung.

dam. Wie ein Schatten folgt Oberstleutnant

Jürg Studer dem Luftwaffenkommandanten,

Korpskommandant

Aldo C. Schellenberg, während des

WEF. Immer dabei: ein grauer Aluminiumkoffer

auf dessen Oberseite sich

ein grünes Lämpchen und ein kleiner

Lautsprecher befinden. «Sobald sich

ein verdächtiges Flugzeug der Zone

rund um Davos nähert, ‹klingelt› der

Koffer. Mir werden Informationen

«Ich hoffe, dass

wir nie einen

Waffeneinsatz

anordnen müssen.»

Oberstlt Jürg Studer

übermittelt, die ich innert Sekunden

für den Kommandanten aufbereiten

muss», so Verbindungsoffizier Studer.

Dabei gehe es darum, die technischen

Angaben so zu «übersetzen», dass sie

als Entscheidungsgrundlage taugen.

Der ehemalige Jet-Pilot Studer erklärt:

«Die eigentliche Beurteilung nimmt

der Kommandant vor, nicht ich. Allerdings

kann ich helfen, ein Ereignis zu

interpretieren und mögliche Reaktionen

vorschlagen.»

Oberstleutnant Jürg Studer trägt den grauen Koffer während des WEF permanent mit sich.

Koffer in Reichweite

Die gesetzlichen Grundlagen sehen vor,

dass der Chef VBS über einen Waffeneinsatz

entscheidet. Er wird ebenfalls

von einem Verbindungsoffizier begleitet.

Doch Maurer kann nicht permanent

erreichbar sein. «Wenn er mit dem Helikopter

unterwegs ist oder sich in einem

Funkloch befindet, so braucht der Chef

VBS einen Stellvertreter, dann liegt die

Entscheidungskompetenz beim Luftwaffenkommandanten»,

erklärt Jürg

Studer. Schellenberg und Studer müssen

deshalb rund um die Uhr bereit

sein. Sie wohnen während des WEF

Tür an Tür in einem Hotel. «Geht der

Kommandant an eine Sitzung, so warte

ich vor dem Sitzungszimmer. Muss

Bild: dam.

eine Entscheidung gefällt werden, bin

ich innert weniger Sekunden bei ihm»,

sagt Studer. Dann gelte es, die Situation

rasch und strukturiert zu bewältigen.

Etwas nachdenklich fügt er an: «Ich

hoffe, dass wir nie einen Waffeneinsatz

anordnen müssen.»


8 /// SAMSTAG, 24. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Pronti in ogni

momento

Analogamente a quanto successo l’11 settembre a New York, anche il WEF potrebbe

subire un attacco da un aereo dirottato. In tal caso le forze aeree dovrebbero intervenire

per neutralizzare la minaccia. La decisione riguardo all’utilizzo della forza

spetta al consigliere federale Ueli Maurer o al comandante delle forze aeree.

«Spero che mai ci capiti

la situazione in cui saremo

costretti a ordinare

di aprire il fuoco.»

ten col Jürg Studer

dam. / lr. Durante il WEF il comandante

di corpo Aldo C. Schellenberg,

comandante delle forze aeree, è costantemente

accompagnato dal tenente

colonnello Jürg Studer. Quest’ultimo

porta sempre appresso una valigetta

grigia in alluminio, dotata di una lampadina

verde e di un piccolo altoparlante.

«Non appena un aereo sospetto si

avvicina allo spazio aereo attorno a Davos,

la lampadina inizia a lampeggiare»,

riferisce l’ufficiale di collegamento

Studer. Si tratta dunque di «tradurre»

i dati tecnici necessari per valutare le

circostanze e per prendere la decisione

giusta. L’ex pilota di caccia Studer

chiarisce: «È il comandante che decide

come procedere, non io. Io posso eventualmente

aiutarlo a valutare l’accaduto,

suggerendo delle possibili reazioni».

Durante il WEF il tenente colonnello Jürg Studer porta sempre con se una valigetta grigia.

Sempre con lui

La decisione riguardo all’impiego o

meno delle armi, è una competenza che

la legge attribuisce al capo del Dipartimento

della difesa (DDPS) che è a sua

volta accompagnato da un altro ufficiale

di collegamento. Benché questa sia

la regola, non è tuttavia immaginabile

che Ueli Maurer possa essere costantemente

raggiungibile: occorre dunque

designare un sostituto. «Se il Ministro

della difesa si trova in viaggio in elicottero

o se si trova in una zona senza

copertura di rete, interviene il comandante

delle forze aeree», spiega Jürg

Studer. Durante il WEF, Schellenberg e

il suo collaboratore devono dunque essere

pronti in ogni momento. Proprio in

quest’ottica sono stati sistemati in due

stanze attigue dell’hotel. «Se il comandante

va a un incontro, io attendo all’esterno

del locale in cui questo si svolge.

Foto: dam.

Se occorre prendere una decisione per

fronteggiare una potenziale minaccia,

devo sempre poterlo raggiungere in

pochi secondi,», afferma Studer prima

di concludere: «Spero che mai ci capiti

la situazione in cui saremo costretti

a ordinare di aprire il fuoco contro un

velivolo».


CUMINAIVEL SAMSTAG, 24. JANUAR 2015

/// 9

La section de recherche

se surpasse pour le WEF

Comme pour tous les postes de police du canton des Grisons, le World Economic

Forum (WEF) impacte la section de recherche de Hanshof à Coire. Cuminaivel a

rencontré Armin Sigron, chef de cette section qui nous en parle. La devise est :

« nous dépassons nos limites ».

dz. / da. « L’une de nos missions est d’assurer

les services de base de la police

criminelle sur la place de Coire », explique

Sigron. Ceci ne doit pas changer

pendant les semaines du WEF. La moitié

de l’effectif de la section de recherche de

Coire est engagée pour le WEF. Il va de

soi que des concessions ont dû être faites

au niveau des services de base.

La section de recherche en action

Le plan de service de la section de recherche

n’est pas uniquement conçu

pour assurer les services de base : « les

actions de recherche sont aussi notre

pain quotidien », explique Sigron. Les

campagnes de préventions, telles que

« Verdacht – ruf an ! » (en français :

soupçon – appelle), génèrent aussi des

engagements quotidiens. C‘est justement

lors de ce type de prestations, qui

dépassent les services de bases, que

l’on doit concéder les lacunes dues au

WEF », décrit Sigron.

Pas de vacances envisageables

« Les services de base ne seraient plus

assurés si je devais octroyer des jours de

congé ou des vacances aux collaborateurs

de Coire à cette période», rajoute

Sigron. Ce qui signifierait dans les faits

un blocage. « Les jours de congé pendant

les week-ends du WEF sont décidés

à court terme en fonction de la charge de

travail ». Au final, Sigron voit toutes ces

restrictions de manière positive : « nous

sommes conscients que la sécurité pour

le WEF constitue un des plus grands défis

pour la police cantonale. La section

de recherche de Coire supporte aussi

volontiers la charge de travail quotidienne

supplémentaire afin de remplir la

mission ».

Armin Sigron: chef de la section de recherche.

Photo: dz.


10 /// SAMSTAG, 24. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Grenzwachtkorps

sorgt für Durchblick

In Davos stehen derzeit auch Mitarbeitende des Grenzwachtkorps (GWK) im Einsatz.

Was sind die Aufgaben des grössten nationalen, zivilen Sicherheitsorgans

der Schweiz am World Economic Forum (WEF) Und wie ist das GWK während des

Grossanlasses organisiert Cuminaivel fragt nach.

as. Kontrollposten Grüenbödeli – ein

Polizist weist den Lenker eines Kleinbusses

mit sechs Insassen an, auf den

Ausstellplatz zu fahren. «Grüezi mitenand,

Ihre Ausweise bitte!» Unter

dem Gepäck befindet sich Demonstrationsmaterial:

Transparente und Gestänge.

«Diese beiden Koffer kontrollieren»,

bittet ein Polizist Peter Piller

vom GWK. Jetzt kommt das mobile

Röntgengerät in den Einsatz. Wie am

Flughafen werden die Koffer durchleuchtet.

Daniela Looser sucht auf

dem Bildschirm nach verdächtigen

Objekten im Gepäck. Die Grenzwächterin

hat ein geschultes Auge dafür.

Prompt entdeckt sie ein längliches Objekt,

das wie ein Schlagstock aussieht.

Zwischen Unterwäsche und Schuhen

kommt ein Verlängerungsteil für eine

Videokamera zum Vorschein – Entwarnung.

Drogen und Sprengstoff

Während beim Grüenbödeli Koffer

geröntgt werden, untersuchen Mitarbeitende

des GWK im Kongresshaus

Personen und Gegenstände auf Drogen-

und Sprengstoffspuren. Mit dem

Ion-Trap-Mobility Spectroscopy-Gerät

(ITMS) können diese Stoffe innert

Sekunden analysiert und identifiziert

werden. Dafür nehmen die Grenzwächter

eine Wischprobe mit einem

speziellen Probenahme-Streifen von

der zu kontrollierenden Oberfläche.

Die Gerätespezialisten stehen für

kurzfristige Einsätze in ganz Davos

zur Verfügung – genau wie ihre Kollegen

mit den Sprengstoffspürhunden.

Wenn Letztere nicht gerade zu einem

herrenlosen Koffer gerufen werden,

machen sie ihre fixen Standardtouren.

Grenzwächterin Daniela Looser kann diese Gepäckstücke ihren Eigentümern zurückgeben.

Mehr Personal an der Front

In Davos sind die Grenzwächterinnen

und Grenzwächter sozusagen als

Dienstleister der Kantonspolizei Graubünden

unterstellt. Wie aber die Grenzübergänge

besetzt werden, liegt in

der Beurteilung des GWK. «Dieses

Jahr haben wir aufgrund der Terroranschläge

in Frankreich verschiedene

Massnahmen getroffen, um mehr Personal

an der Front einzusetzen», erklärt

Bild: as.

Andrea Schmid, Informationsbeauftragter

des Kommandos der Grenzwachtregion

III. Sein Vorgesetzter in Bern,

Roland Bratschi, ist am WEF in Davos

präsent. Bratschi ist Mitglied des interkantonalen

Koordinationsstabs IKKS.

«Wir behalten Ereignisse ausserhalb

des WEF im Auge und koordinieren die

Reserven», erklärt er. In Davos nutze er

auch die Gelegenheit, sich mit den Mitarbeitenden

des GWK auszutauschen.


CUMINAIVEL SAMSTAG, 24. JANUAR 2015

/// 11

Flugplatz Dübendorf,

leichter Schneefall

Eine Miliz-Wetterzelle in Dübendorf bereitet während des WEF spezifische

Flugwetterdaten für die im Einsatz stehenden Piloten auf. Diese sind insbesondere

bei winterlichen Wetterverhältnissen eine wichtige Grundlage für die

Planung der Flüge.

dam. Speziell für den WEF-Einsatz

rückt der 39-jährige Fachoffizier Thomas

Jordi ein. Wie alle Prognostiker

in der Wetterzentrale in Dübendorf arbeitet

er zivil bei Meteoschweiz. Zuvor

war der studierte Physiker und Geograf

acht Jahre lang im Team von «Wetterfrosch»

Thomas Bucheli. Vom Dach

des Schweizer Fernsehens aus moderierte

Jordi «Meteo am Mittag». Ein

viel kleineres, aber nicht minder wichtiges

Publikum hat er bei den täglichen

Briefings des Luftwaffen Einsatzstabes.

Vier Briefings pro Tag

Noch vor der Tagwache der Truppen

beginnt Jordi um 5 Uhr seinen Einsatz.

Denn bereits um 7 Uhr findet das erste

von vier täglichen Briefings statt. Im

Air Operation Center (AOC) präsentiert

der Fachoffizier die Wetterbedingungen.

Diese sind besonders für die

Helikoptertransporte der WEF-Staatsgäste

relevant. Gleich nach dem Briefing

wird bei einem Becher Kaffee die

nächste Präsentation vorbereitet. Dabei

Wetterinformationen werden aufbereitet.

Fachof Thomas Jordi diskutiert anhand der Bildschirmangaben die Daten von Meteoschweiz. Bilder: dam.

behilflich sind drei Wettersoldaten.

Daneben gilt es weitere individuelle

Wetter-Anfragen von Militärpiloten zu

beantworten. Um 11 Uhr beginnt dann

das ausführliche Morning Briefing im

AOC, welches live an die Einsatzstandorte

übertragen wird. Flugrelevante

Wetterdaten (GAFOR, METAR und

TAF, siehe Kasten) werden von Jordi

kurz und bündig präsentiert. Die Angaben

umfassen Sichtweite, Wind und

Niederschlag, aber auch die Lawinengefahr.

Letzteres, weil Kampfjets bei

Überschallgeschwindigkeit ungewollt

Lawinen auslösen könnten.

Nächste Schicht übernimmt

Für die Informationen und die Präsentation

erhält der Meteorologe Lob

vom Einsatzleiter. Vor Übergabe zum

nächsten Schichtleiter werden noch die

Prognosen vorbereitet. Im Moment sehen

diese durchzogen aus. Daran kann

auch eine perfekt organisierte Wetterzentrale

nichts ändern.

Kleines

Abkürzungsverzeichnis

GAFOR

(General Aviation Forecast):

Wettervoraussagen für die

Kleinfliegerei

METAR (METeorological

Aerodrome Report):

Aktuelle Wetterdaten von den

Flugplätzen (Sicht, Wolkenuntergrenzen,

Temperatur, Wind und

Luftdruck), während des WEF

auch für die Helikopterlandeplätze

in Chur und Davos

TAF

(Terminal Aerodrome

Forecast):

Lokale Wetterprognosen (gleiche

Daten wie bei METAR) für die

Flugplätze in Code-Form


CUMINAIVEL SAMSTAG, 24. JANUAR 2015

/// 12

Bild des Tages

I han nid

uf Tipps

vum Arzt

glosd!

Filisur, 22.01.2015, 09:06

Kopf des Tages: Sdt Jannis Geisseler

Bild: mw.

Illustration: han.

Bild: mw.

ps. In grossen Lettern prangt der

Schriftzug «Hamburger» auf dem

rechten Ärmel von Jannis Geisseler.

Er ist einer der Werkbetriebssoldaten,

die in der WEF-Woche ihren

ersten WK leisten. Der Luzerner

hat einen Job mit Aussicht: Er ist 12

Stunden am Tag zusammen mit einem

Kollegen für den sicheren Betrieb

einer militärischen Seilbahn

zuständig. «Im Gegensatz zu den anderen,

die ihren Dienst in einer Anlage

tief im Berg verrichten müssen,

sind wir draussen an der frischen

Luft», meint der 22-jährige Hochbauzeichner.

Doch trotz der schönen

Bergsicht sei der Schichtbetrieb

zuweilen auch belastend. «Die Zeit

vergeht hier oben sehr, sehr langsam.

Aber da müssen wir halt durch.»

Etwas gesehen – etwas gehört

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Impressum

Herausgeber: Gemeinschaftsproduktion der

Kantonspolizei Graubünden und der Schweizer Armee

Redaktion: Kapo GR, EVB, EVL, FUB, LBA

Hotline Cuminaivel: 081 632 16 75

E-Mail: info@kapo.gr.ch

Verantwortliche:

Thomas Hobi, C Kommunikation Kapo GR

Oberst Marco La Bella, C Komm WEF Ter Reg 3

Ausgaben: Erscheint vom 14. 01. – 27. 01. 2015

News im Web täglich auf:

www.cuminaivel.ch

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