USSBALL - Rot Weiss Damme

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USSBALL - Rot Weiss Damme

Bezirk Lüneburg

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„Mit dem Ex-FIFA-Schiedsrichter

Urs Meier können wir einen

Gast bei unserem Lehrabend

begrüßen, den wir nicht mehr

toppen können.“ So hieß der Vorsitzende

des Harburger Schiedsrichterausschusses,

Joachim Weis,

den Schweizer beim Lehrabend im

Hittfelder Gasthaus Gambrinus

auf das Herzlichste willkommen.

Der Saal war bis auf den letzten

Platz gefüllt. Mit von der Partie

waren unter den Aktiven auch einige

Nicht-Schiedsrichter.

„Es ist selten, dass ein

Schiedsrichter mit lang anhaltendem

Beifall begrüßt wird“, bedankte

sich Urs Meier für den

herzlichen Empfang. Seine rund

90-minütigen Informationen waren

mit Charme und Witz gekonnt

verpackt. Der 50-Jährige berichtete

zunächst von der Europameisterschaft

2004 in Portugal. Bei

diesen Titelkämpfen hatte er besonders

die von ihm geleitete Parte

zwischen Portugal und England

(1:1) im Visier. Anhand eines Filmes

stellte er kritische Situationen

dar, in denen er auch in hektischen

Situationen blitzschnell Entscheidungen

treffen musste. Als

die Engländer in der 89. Minute

ein Tor erzielten, das durch den

Schiedsrichter keine Anerkennung

fand, gab es für den Schweizer

Bedrohungen der schlimmsten

Art.

Auch die von ihm erhaltenen

rund 16.000 Mails auf seine Entscheidung

hin musste Urs Meier

verkraften. „Durch das nicht gegebene

Tor für England hat man

mich zum Staatsfeind Nr. 1 auf der

Insel ernannt. In diesen Situationen

liegt der Pulsschlag des

Januar 2010

Schiedsrichters bei 160“, verriet

Meier.

„Pfeifen kann jeder, aber ein

Spiel leiten ist etwas anderes.“ So

beschrieb Meier die Situation in

der Bundesrepublik Deutschland,

in der rund 70.000 Fußball-

Schiedsrichter registriert sind.

Dennoch sei das Leistungsniveau

im internationalen Vergleich sehr

beachtenswert. Doch der Weg an

die Spitze ist für jeden Schiedsrichter

sehr schwierig. Er erfordere

viele Entbehrungen, Selbstbewus-

Ehrenamtspreis für

Bärbel Schlatermund

Auszeichnungen im NFV-Kreis Lüneburg

„Tue Gutes und berichte darüber.“

So eröffnete Kreisvorsitzender

Christian Röhling in Erbstorf

die Ehrenamtpreisverleihung

im NFV-Kreis Lüneburg. Seit 13

Jahren wird der DFB-Preis mittlerweile

verliehen und bereits zum

dritten Mal überreichte die Kreisehrenamtsbeauftragte

Daniela

Schöning den Preis.

41 Vereine waren angeschrieben

worden, um Vorschläge zu

unterbreiten. Doch nicht einmal

die Hälfte antwortete. Vielleicht

lag es auch am Thema. Insbesondere

Verdienste um den Frauenund

Mädchenfußball sollten in den

Mittelpunkt gerückt werden. „Im

Kreis Lüneburg wird der jedoch

noch wie ein Stiefkind behandelt“,

monierte Daniela Schöning und erhofft

sich durch die Fußball-Weltmeisterschaft

der Frauen im Jahr

2011 einen Schub.

„Staatsfeind Nr. 1“

mit Witz und Charme

Schweizer Urs Meier begeisterte in Hittfeld

Geschenke erhielt Urs Meier (Mitte) nach seinen interessanten Ausführungen

vom Kreisvorsitzenden Manfred Marquardt (rechts) und

Schiedsrichterobmann Joachim Weis. Foto: Balzer

Bärbel Schlatermund war es

schließlich, die mit dem Ehrenamtspreis

ausgezeichnet wurde.

Die 38-Jährige begann vor drei

Jahren beim TuS Erbstorf als G-Junioren-Trainerin

und betreute danach

die U 8- und U 9-Junioren.

Ein Jahr später kamen dann noch

die U 7-Junioren dazu und in der

laufenden Saison betreut sie auch

wieder drei Mannschaften (U 9-,

U 12- und U 15-Junioren). Mittlerweile

hat Bärbel Schlatermund ihre

C-Trainer-Lizenz erworben. Neben

einer DFB-Damen-Uhr und einem

Blumenstrauß wurde ihr auch

ein Dankeschönwochenende für

zwei Personen im Sporthotel in

Barsinghausen mit anschließendem

Fußball-Bundesliga-Besuch

zugesprochen.

Weiterhin erhielten eine DFB-

Uhr und eine Urkunde: Hans-Werner

Heitsch, 1. Vorsitzender und

stsein und völlige Belastbarkeit.

Wichtig seien außerdem Durchsetzungsvermögen

und Klarheit

im Ausdruck von Entscheidungen.

Urs Meier war seit 1977 als

Schiedsrichter im Einsatz. 1991

leitete er sein erstes Spiel in der

Nationalliga A, seit 1994 war er

FIFA-Schiedsrichter. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft

1998 war

Meier mit der Leitung des brisanten

Vorrundenspiels zwischen den

USA und dem Iran beauftragt.

Außerdem pfiff er die Partie im

Geschäftsführer vom ESV Lüneburg,

der als Urgestein auch „Mr.

ESV“ genannt wird; Heinrich

Straßenburg (ehmaliger Jugendobmann

TuS Barendorf), der Mann

für alle Fälle beim TuS wurde schon

2007 mit dem Sepp-Herberger

Achtelfinale zwischen Dänemark

und Nigeria. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft

2002 leitete Urs

Meier das Halbfinale zwischen

Deutschland und Südkorea. Am

11. Dezember 2004 absolvierte

Meier mit der Partie FC Basel gegen

FC Thun sein letztes Spiel. Danach

trat er als Profi-Schiedsrichter

zurück. Bis dahin hatte er insgesamt

883 Partien geleitet.

Anschließend arbeitete Urs

Meier als Schiedsrichter-Beobachter

für die UEFA. Seit 2005 war er

für drei Jahre zusammen mit Bundesliga-Trainer

Jürgen Klopp als

Experte für das ZDF aktiv. Befragt

nach seinen zukünftigen Aufgaben

gab Meier bekannt, dass er

derzeit bei der FIFA in der Kommission

Strategie sowie bei der

FIFA als auch bei der UEFA Beobachter

ist. Er freut sich aber auch

auf seine weiteren Aufgaben beim

ZDF, in der er in der Sportsendung

„Pfiff des Tages“ Entscheidungen

der Unparteiischen analysieren

wird.

Fast nicht anhaltendender

Beifall war Lohn für die tollen

Ausführungen von Urs Meier.

Vom Vorsitzenden des Harburger

Kreisfußballverbandes, Manfred

Marquardt, erhielt er eine mit

seinem Namen bestickte Schirmmütze,

in der LCD-Beleuchtung

integriert war, sowie etwas Hochprozentiges

aus der Region.

Schiedsrichter-Boss Joachim Weis

dankte mit einem roten T-Shirt

mit der Aufschrift „Fan vom

Schiri“. Der Gast aus der Schweiz

ließ sich nach dem offiziellen Teil

jede Menge Zeit, um alle Autogrammwünsche

zu erfüllen.

Ulrich Balzer

Im NFV-Kreis Lüneburg wurde der Ehrenamtspreis des DFB verliehen. Unser

Foto zeigt (von links) Christian Röhling, Daniela Schöning, Matthias

Bielau, Bärbel Schlatermund, Heinrich Straßenburg und Hans-Werner

Heitsch. Foto: Paul

Preis ausgezeichnet; Matthias Bielau

(stellvertretender Jugendobmann

des TSV Gellersen) ist auch

als Trainer und Schiedsrichter tätig

und hat sich fest vorgenommen,

nun endlich eine Mädchenmannschaft

aufzubauen. Michael Paul

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