B eiträge für die kaufmännische Aus- und Weiterbildung in Schule ...

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B eiträge für die kaufmännische Aus- und Weiterbildung in Schule ...

2011

Themen:

• Bewerbermanagement in Zeiten

des Fachkräftemangels

• Berufsausbildung und Studium

im Doppelpack

ISSN 0933-9213 450036

2

• Pisa-Studie – Herausforderungen

an das deutsche Bildungssystem

Flügelstift

Beiträge für die kaufmännische Aus- und

Weiterbildung in Schule und Betrieb


Verkäuferinnen/Verkäufer

Kaufleute im Einzelhandel

Die Komplettausstattung für

¸ Ausbildung und

¸ Prüfung

¸ Das zentrale Nachschlagewerk

ermöglicht selbstständiges

Arbeiten

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werden vermittelt:

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Datenverarbeitung

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und selbstorganisiertes Lernen

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Editorial

Flügelstift

Beiträge für die kaufmännische Aus- und Weiterbildung

in Schule und Betrieb

Liebe Leserin, lieber Leser,

Meldungen über den demografisch bedingten Fachkräftemangel beherrschen

die Schlagzeilen in den Medien. Das Zauberwort im Wettstreit um die besten

Köpfe heißt Employer Branding, eine Maßnahme, bei der sich Unternehmen

als attraktive Arbeitgebermarke präsentieren. In seinem Beitrag „Bewerbermanagement

in Zeiten des Fachkräftemangels“ stellt Andreas Nareuisch

Strategien für die erfolgreiche Bewerbergewinnung von morgen vor (S. 12).

Mit dem dualen Studium, einer Kombination aus Studium und Berufsausbildung,

leisten die staatlichen Hochschulen in Bayern ihren Beitrag zur Bekämpfung

des Fachkräftemangels. Um das Erfolgsmodell weiter auszubauen, wurde

2006 die Initiative hochschule dual gegründet. Das Konzept kann sich sehen

lassen: Aktuell bieten 19 Hochschulen über 280 Studiengänge an, mehr als

3 300 Studierende sind in über 700 Unternehmen tätig (S. 7).

Dem von Unternehmen beklagten Fachkräftemangel steht eine Vielzahl an

Jugendlichen gegenüber, die in Warteschleifen berufsvorbereitende Maßnahmen

absolvieren. Zwar ist die Zahl der im Übergangssystem befindlichen

Jugendlichen von 2005 bis 2010 um 22,5 % gesunken (vgl. S. 23), dennoch

spiegeln Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit, befristete Jobs und unentgeltliche

Praktika die Lebensrealität vieler junger Menschen wider. Hilmar

Grundmann stellt das Aufbrechen des Zusammenhangs zwischen sozialem

Umfeld der Schule und Lernleistungen der Schüler in seinem Beitrag „Unsere

Schulen wieder auf Kurs“ als eine der größten Herausforderungen des deutschen

Bildungs- und Ausbildungswesens dar (S. 17).

Unter der Fragestellung „Finanzkrise überwunden“ nimmt Rudolf Mayländer

die fatalen Folgen des Börsencrashs und das Fehlverhalten von Banken, Bundesregierung

& Co. unter die Lupe – angefangen vom Konjunktureinbruch in

den 1990er Jahren bis hin zu den jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten.

Sein Credo: Nur mit wirksamen Maßnahmen der Politik lassen sich Finanzkrisen

zukünftig verhindern und die Verursacher zur Verantwortung ziehen (S. 4).

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre Redaktion

Flügelstift 2/2011


Redaktion va Maroske und irsten Friedrichs Satz la Szer. inklers Flgelstift, Beitrge fr die

kaufmnnische Aus- und eiterbildung in Schule und Betrieb erscheint als auszeitschrift von inklers,

in zwangloser Folge. ber die erffentlichung eingesandter Manuskrite entscheidet der erlag.

achdruck und auszugsweise erffentlichung nur mit enehmigung des erlages.



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Inhalt

Seite 4

Seite 7

Aus der Praxis

Finanzkrise überwunden

Die Bundesregierung ist längst zur

Tagesordnung übergegangen und

die Banken bedrohen uns erneut

RUDOLF MAYLÄNDER

Dual geht’s besser

Berufsausbildung und Studium

im Doppelpack – eine Initiative

in Bayern macht es möglich

MIRIAM WEICH

Druckfrisch

Seite 24 Tourismus und Reisen

Das komplette Wissen für Tourismuskaufleute

Seite 26 Steuerlehre

Ein Plus an Übersicht

Seite 28 Vorbereiten auf Ausbildung und Beruf

Die Reihe für alle Formen der

Berufsausbildungsvorbereitung

Seite 12 Bewerbermanagement in Zeiten des

Fachkräftemangels

Wege zur Erkenntnis und zum aktiven Handeln

ANDREAS NAREUISCH

Für den Unterricht

Seite 30 Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung

Seite 17 Unsere Schulen wieder auf Kurs

Zu den Ergebnissen der Pisa-Studie 2009

und den ersten Reaktionen

HILMAR GRUNDMANN

Daten & Fakten

Was Wann Wo

Seite 36 Terminübersicht

September 2011 bis Februar 2012

Seite 21 DIN 5008 – das Regelwerk ist die Richtschnur

Aus Schule und Wirtschaft

Seite 22 BLLV-Studie:

Begeistert für die Schule, zermürbt vom Alltag

Deutscher Qualifikationsrahmen:

BIBB empfiehlt Zuordnung der Hochschulreife

auf Stufe 4

DIHK-Umfrage:

Unternehmen setzen verstärkt auf

Weiterbildung

IW-Schulbuchanalyse:

Ökonomie: Unternehmerperspektive fehlt

Seite 23 Schul/Banker:

Mit Bankenplanspiel im virtuellen Chefsessel

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft:

Forderung nach mehr Ausbildungsplätzen an

Berufsschulen

Weitere Informationen zu unserem Verlag finden Sie unter:

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Ausbildungsstellenmarkt :

Zahl der Jugendlichen im Übergangsbereich

rückläufig

Flügelstift 2/2011


Finanzkrise überwunden

Die Bundesregierung ist längst zur Tagesordnung

übergegangen und die Banken bedrohen uns erneut

I

RUDOLF MAYLÄNDER

Begrenzung der Boni und Gehälter von Bankmanagern, Einführung

einer Transaktionssteuer für den Handel mit Risikopapieren, Verschärfung

der Eigenkapitalhinterlegung, strengere Überwachung von Hedgefonds,

Entmachtung der Ratingagenturen – diese und weitere Vorschläge

zur Verhinderung von Finanzkrisen in der Zukunft hat die Bundesregierung

angekündigt. Was ist passiert Bis jetzt ganz wenig. Und in den letzten

Wochen sind die Kurse an den Börsen wiederholt stark eingebrochen.

Das Unglück auf den Finanzmärkten

hat seinen Ursprung

in den 1990er Jahren. Anlass

dafür waren der Börsenkrach und der

anschließende Konjunktureinbruch.

Der Traum der US-Bürger von den

eigenen vier Wänden und das Versprechen

der Regierung diesen Traum

zu verwirklichen. Die amerikanische

Notenbank (FED) senkte damals die

Zinsen drastisch und erhöhte den Refinanzierungsspielraum

für Kreditinstitute.

Dies ermöglichte den Banken

eine Ausweitung der Wohnbaukredite

zu günstigen Zinsen. Dieser Konjunkturimpuls

der Notenbank ist in einer

Rezession ganz normal, doch wie die

Immobilien finanziert wurden, war im

Vergleich zu Deutschland ungewöhnlich

und für die zukünftige Entwicklung

verhängnisvoll.

Großzügige finanzierungen

Das Immobiliengeschäft florierte, es

wurden Häuser und Wohnungen in

Massen gebaut und auch an Eigentümer

mit geringer Bonität verkauft.

Dabei boten die Hypothekenbanken

großzügige Finanzierungen an, die

bei 100 % des Objektwertes und

weit darüber lagen. In Deutschland

erwarten Kreditinstitute bei Immobiliendarlehen

üblicherweise Eigenmittel

in Höhe von mindestens 20 %.

Dahinter stand die Erwartung von

drastischen Preissteigerungen bei

den finanzierten Immobilien. Hatten

sich doch in den Jahren zuvor die

Immobilienpreise binnen kurzer Zeit

verdoppelt. So verwundert es nicht,

dass die Kreditinstitute ihren Kunden

diese in Aussicht stellten.

Ein Haus, das z. B. für 250.000 US-$

angeschafft wurde, konnte leicht bis

300.000 US-$ beliehen und finanziert

werden, da bei einer Veräußerung

nach zehn Jahren ein Verkaufserlös

von 500.000 US-$ und mehr entgegenstehen

würde. Warum sollte bei

diesen Erwartungen nicht noch ein

neuer PKW und eine Wohnungseinrichtung

mitfinanziert werden

kreditverträge mit variablen

Zinsen

Weiter wurde bei diesen hervorragenden

Prognosen auf eine laufende

Tilgung bei den Darlehen verzichtet.

Hinzu kam, wie es im angelsächsischen

Raum üblich ist, dass in Kreditverträgen

variable Zinsen vereinbart

wurden. Entgegen deutschem

Vorsichtsdenken, bei niedrigem Zinsniveau

langfristige Zinsfestschreibungen

von fünf bis 15 Jahren zu vereinbaren,

bedeutete das in den USA,

dass bei veränderten Marktzinsen

die Zinsen vierteljährlich angepasst

werden konnten. Bei einem Kredit in

Höhe von 300.000 US-$ betrug die

Belastung für den Kreditnehmer bei

einem Zinssatz von 2,5 % 625 US-$

im Monat. Diese Belastung war je

nach Einkommen leicht tragbar. Stieg

der Zins aber auf 5 % (1.250 US-$)

oder 7,5 % (1.875 US-$), verdoppelte

oder verdreifachte sich auch die Belastung

des Kreditnehmers.

Dieser Markt funktionierte so lange

die Immobilienpreise wuchsen und

die Zinssätze stabil blieben. Deshalb

stiegen die Wachstumsraten für diesen

sogenannten Subprime-Markt

(zweitklassige Kredite) in wenigen

Jahren unglaublich an. Doch was hat

das alles mit den deutschen Kreditinstituten

zu tun

Beteiligung ausländischer Banken

Den massiven Refinanzierungsbedarf

durch die starke Kreditnachfrage

deckten die amerikanischen Banken

dadurch, dass sie die Immobilienkredite

verkauften. Im ersten Schritt

wurden die Subprime-Kredite in neu

gegründete Zweckgesellschaften als

4 Flügelstift 2/2011


Aus der Praxis

„verbriefte“ Wertpapiere, sogenannte

Asset Backed Securities (ABS) oder

Collateralized Dept Obligations (CDO)

ausgelagert. Vereinfacht dargestellt

wurden sie in Tranchen „verpackt“

und so lange geschichtet und zerlegt,

bis Einzelteile davon Bestnoten (AAA)

von den Ratingagenturen erhielten.

Erst die positiven Einschätzungen

von namhaften US-amerikanischen

Ratingagenturen wie Moodys, Standard

& Poor und Fitch machten diese

vermeintlich lukrativen Papiere zu

Kassenschlagern. Viele Kreditinstitute

auf der ganzen Welt deckten sich mit

solchen Papieren ein.

Die rückläufigen Margen am deutschen

Bankenmarkt verleiteten auch

deutsche Kreditinstitute dazu, sich

am amerikanischen Finanzmarkt zu

engagieren. Stark risikobehaftete Kredite,

die so nie an inländische Kunden

vergeben worden wären, kauften

namhafte deutsche Banken wie die

Hypo Real Estate Bank, die IKB, die

Landesbanken und die Großbanken

durch diese verbrieften Kredite ein.

Bankencrash –

die Tsunamiwelle rollt

Die Auswirkungen sind schnell erzählt.

Der Anstieg des Zinsniveaus

in den USA führte dazu, dass die

Hausbesitzer ihre Kredite nicht mehr

bedienen konnten. Die Kreditinstitute

verwerteten nun die Immobilien

als Sicherheiten. Das so entstandene,

massive Angebot an Immobilien

ließ die Immobilienpreise in den

USA sinken. Aus den Versteigerungserlösen

konnten die Kredite bei den

Banken nicht mehr gedeckt werden.

Der hohe Abschreibungsbedarf bei

den Hypothekenbanken führte zu

Zahlungsschwierigkeiten. Die ersten

Hypothekenbanken in den USA waren

insolvent.

Bei uns unbekannte Hypothekenbanken

mit putzigen Namen wie

Fannie Mae und Freddie Mac beherrschten

plötzlich die deutsche Öffentlichkeit.

Aber auch in Deutschland

wurden schon 2007 hohe Verluste

durch drastischen Abschreibungsbedarf

aus diesen „giftigen“ Papieren

von der Landesbank Sachsen, der Bayerischen

Landesbank und der IKB gemeldet.

Die Meldungen aus den USA

häuften sich und weitere deutsche

Banken wie die Dresdener Bank, die

HRE und die Westdeutsche Landesbank

gaben hohe Verluste bekannt.

Die Insolvenz von Lehmann Brothers

im Herbst 2008 verbreitete tsunamiartig

die Angst am Bankenmarkt.

Der Bankengeldmarkt war von einem

Tag auf den anderen verstopft. Kreditinstitute

liehen sich untereinander

keine Gelder mehr. Die dadurch entstandene

Liquiditätskrise führte zu

einem massiven Konjunktureinbruch

an den realen Märkten (vgl. Abb. 1).

Auftragseingänge in der Industrie brachen

ab, die Arbeitslosenzahlen stiegen

rapide an. In Deutschland wurde

rasch ein Bankenrettungsschirm

durch Garantien des Bundes in Höhe

von 480 Mrd. € beschlossen.

Problembank Hypo Real Estate

Eine ganz besondere Rolle spielte die

Hypo Real Estate Bank.

In Deutschland sind Hypothekenbanken

normalerweise besonders sichere

Banken. Bei diesem Geschäftsmodell

werden Immobilienkredite

an Privatpersonen oder Kredite an

Kommunen vergeben, die besonders

sorgfältig abgesichert und finanziert

sind. Diese Banken refinanzieren sich

durch die Ausgabe von Pfandbriefen,

die dieselbe Laufzeit mit festem Zinssatz

haben wie die Zinsfestschreibung

bei den Krediten. Beispielsweise finanziert

eine Hypothekenbank ein

Eigenheim bis zu einem Beleihungswert

von 60 bis 80 %, d. h. bei einem

Objektwert von 300.000 € würde der

maximale Kredit bei 180.000 bis

240.000 € liegen. Bietet die Bank dem

Kreditkunden einen Festzinssatz zu

5 % für 10 Jahre, dann „holt“ sie sich

das Geld über die Ausgabe von Pfandbriefen

in derselben Höhe zu einem

festen Zinssatz von 4 %. Eigentlich

hat eine Bank, die diese Regeln einhält,

so gut wie keine Risiken. Diese

Vorschriften sind im Pfandbriefgesetz

und im Kreditwesengesetz (KWG) geregelt.

Dieses Geschäftsmodell, bei dem nur

geringe Erträge erwirtschaftet werden,

reichte den Managern der HRE-Bank

nicht. Sie kauften vordergründig aus

steuerlichen Gründen (in Irland liegt

der Körperschaftssteuersatz bei 14 %)

die Depfa Bank in Irland. Da deutsche

Vorschriften dort nicht gelten, wurden

die normalen Finanzierungsregeln

eines sorgfältigen Bankers außer Acht

gelassen. Die mit langfristigem, festen

Zins ausgegebenen Darlehen an

deutsche Kommunen wurden kurzfristig

am Geldmarkt finanziert. Das

bescherte hohe Gewinne, solange der

kurzfristige Zins weit niedriger war

als der langfristige. Da kurzfristige

Zinsen aber an den Marktzins angepasst

werden, treten dann Probleme

auf, wenn sie über die langfristigen

festen Zinsen steigen. Fristenübereinstimmung

auf der Aktiv- und Passivseite

der Bankbilanz nennt man in der

Branche die „goldene Bankregel“. Die

kurzfristigen Zinsen sind leider in der

Liquiditätskrise angestiegen. Innerhalb

von kurzer Zeit hat die HRE über

140 Mrd. € Verluste aus der Depfa

Bank und den Subprime-Papieren

eingefahren. Die HRE wurde gestützt

Abb. 1: Finanzkrise – der Internationale Währungsfonds

(IWF) schätzte 2009 die Gesamtverluste

rund um den Globus auf 4,1 Bio. US-Dollar

(Bild: Kladu/Pixelio)

Flügelstift 2/2011


Aus der Praxis

und verstaatlicht. Statt hinter Gittern

zu sitzen, klagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende

Georg Funke vor

einem Zivilgericht auf Nachzahlung

von 1,5 Mio. € zusätzlicher Abfindung,

weil er nach diesem Versagen

mit einer Abschlagszahlung von „nur“

6 Mio. € entlassen wurde.

Anfang Oktober 2010 hat die HRE Darlehen

und Wertpapiere über 173 Mrd. €

in eine „Bad Bank“ ausgelagert.

Ebenfalls in einer „Bad Bank“ hat die

WestLB 77 Mrd. € deponiert und in

den Büchern der Commerzbank AG

schlummern Giftpapiere im Wert von

29 Mrd. €. Für diese Risiken haftet immer

noch der Steuerzahler.

Verantwortung Fehlanzeige

Bisher ist nichts bekannt geworden,

ob die heute immer noch sehr forsch

auftretenden Ratingagenturen (Abstrafung

von Griechenland, Irland,

Portugal und jetzt sogar der USA)

für das zweifelhafte Verfahren bei

der Einschätzung der mit Immobilien

hinterlegten Wertpapiere zur Verantwortung

gezogen worden sind. Die

europäische Union hat die Gründung

eigener Ratingagenturen angekündigt,

aber bis heute geben weltweit nach

wie vor US-amerikanische Agenturen

den Ton an.

Auch die Manager der deutschen Kreditinstitute

tragen Verantwortung für

die Katastrophe. Hätten sie den Anlagegrundsatz

–„Don’t put all eggs in

one basket“ – der Risikostreuung befolgt,

wären diese gigantischen Verluste

nie entstanden. Auch das gültige

Kreditwesengesetz in Deutschland

lässt solche massiven Anlagen ohne

Eigenkapitalhinterlegung nicht

zu. Deshalb wurden diese Papiere in

Zweckgesellschaften ins europäische

Ausland insbesondere nach Irland

ausgelagert. Viele dieser Manager

mussten ihre Posten räumen. Meist

aber mit einem „goldenen“ Handschlag

und ohne für das Desaster zur

Rechenschaft gezogen zu werden.

Von den anfangs großspurig angekündigten

Maßnahmen der Politik konnte

nur über kleine Schritte Einigkeit

erzielt werden: eine Verschärfung

der Eigenkapitalhinterlegung bei

risikobehafteten Geschäften durch das

Reformpaket Basel III und eine Bankenabgabe

in Höhe von 1 Mrd. € im

Jahr, die besonders Sparkassen und

Volksbanken belastet, die nicht zu den

Verursachern der Krise gehören.

Ist die Krise vorüber

Nach der überstandenen Finanzkrise

und der erholten Konjunktur war auch

der „Markt“, wie die wenigen Finanzjongleure

der kleinen Gruppe von

Großbanken und Hedgefonds in den

Nachrichten genannt werden, positiv

gestimmt. Die Indizes (DAX, CAC, Dow

Jones usw.) erholten sich weltweit auf

den Stand von vor der Krise.

In den letzten Wochen jedoch brachen

die Kurse weltweit dramatisch

ein. Als Beobachter der Szene war

man überrascht, wie der „Markt“

(wenige Investmentbanker auf der

Welt) plötzlich alle negativen Gerüchte

und Nachrichten über Staaten

(Italien, Frankreich und zuletzt die

USA und Japan) oder Unternehmen

und selbst sogar ein fälschlich ausgelöstes

Verkaufssignal eines Börsianers

am Computer genüsslich aufsaugten,

um ihre Wetten gegen Staatsanleihen,

Aktienkurse oder allem anderen,

was gehandelt wird, nach unten zu

begründen. Der „Markt“ sei verunsichert,

habe panische Angst, fühle

sich bedroht. So ein Quatsch: Daimler,

BMW, VW, Siemens, Merck & Co.

– fast alle Unternehmen im DAX und

in anderen Indizes haben zur selben

Zeit glänzende Umsatzprognosen,





Auf einen Blick

Gewinnerwartungen und die Einstellung

zusätzlicher Mitarbeiter für das

laufende und nächste Jahr angekündigt.

Das trifft auch für den deutschen

Mittelstand zu, der nicht an der Börse

vertreten ist. Auch die Konsumenten

in Deutschland sind überwiegend positiv

gestimmt.

Der Normalbürger fragt sich, wie

lange die Investmentbanker ihre

negativen Signale auf die Wirtschaft

ausstrahlen dürfen, um die so gut

laufende Konjunktur in Deutschland

und anderen Staaten Europas zu erdrosseln.

Es ist fatal, dass die G20-

Staaten nach der letzten Krise wirksame

Maßnahmen aus egoistischen

Gründen vereitelt haben.

Man neigt dazu, Altkanzler Helmut

Schmidt zuzustimmen, der kürzlich

in „Die Zeit“ die Steigerung des Bösen

im Menschen so beschrieb: „Es gibt

normale Menschen, die in der Jugend

schon mal Äpfel gestohlen, sich aber

dann normal in die Gesellschaft integriert

haben. Dann gibt es Verbrecher,

die hinter Gitter gehören. Und dann

gibt es noch die Investmentbanker.“

Hoffentlich gibt es auch Politiker, die

dieses Spielchen langsam durchschauen.

Der Autor

Rudolf Mayländer ist stellvertretender

Schulleiter an der Kaufmännischen

Schule Göppingen und Autor der

Winklers-Reihe für die Ausbildung im

Bankbereich, „Bankkaufleute“. ■

Ursache für die Finanzkrise waren der US-amerikanische Konjunktureinbruch,

der Börsencrash in den 1990er Jahren sowie die Verbilligung

von Krediten zur Kreditfinanzierung.

Deutsche Banken kauften stark risikobehaftete US-Wertpapiere, die von

Ratingagenturen als sehr gut bewertet wurden. Durch den Zinsanstieg

in den USA kam es schließlich zum Bankencrash.

Die HRE-Bank verursachte über 140 Mrd. € Verluste durch die Anlage

in zweifelhafte Wertpapiere und eine verfehlte Risikopolitik in der

Depfa Bank.

In den letzten Wochen sind die Aktienmärkte weltweit erneut auf

Talfahrt – trotz glänzender Umsatz- und Gewinnerwartungen der Unternehmen

des DAX.

Flügelstift 2/2011


Dual geht’s besser

Berufsausbildung und Studium im Doppelpack –

eine Initiative in Bayern macht es möglich

MIRIAM WEICH

Was haben Audi, Siemens und die manroland AG gemeinsam mit der

Kuka Roboter GmbH, der Rhode & Schwarz Messgerätebau GmbH sowie

vielen Volks- und Raiffeisenbanken Ganz einfach: Sie nutzen das duale

Studium in Bayern für die Ausbildung ihrer nachwuchskräfte.

II

Seit Jahren schon zeigt die Statistik

eines ganz deutlich: Die Zahl

der Jugendlichen – und damit

auch die Zahl der künftigen Fach- und

Führungskräfte – reduziert sich immer

weiter, in manchen Regionen sogar

um bis zu 20 %.

Gute nachwuchskräfte

werden rar

Spätestens ab 2020 wird es mancherorts

schwierig, gute Nachwuchskräfte

zu finden. In einigen Branchen ist der

Fachkräftemangel bereits heute deutlich

spürbar.

Gerade für kleinere, weniger bekannte

Unternehmen bedeutet das, umdenken

zu müssen: Während sie es

sich in den letzten Jahren noch leisten

konnten, unter den Absolventen eines

Jahrgangs die besten Kandidaten herauszufiltern,

müssen sie in Zukunft

ihr Ausbildungs- und Arbeitsangebot

gezielt attraktiv gestalten, um die

Besten ihres Jahrgangs für sich zu

gewinnen.

Schon heute für den Nachwuchs von

morgen zu sorgen – vor dieser Aufgabe

stehen kleine und mittelständische

Unternehmen ebenso wie die

großen Konzerne. Im „Wettbewerb

um die besten Köpfe“ muss es daher

ein strategisches Ziel für die Zukunft

sein, sich als Unternehmen zu einem

Wunsch-Arbeitgeber zu entwickeln.

Um dem drohenden Fachkräftemangel

in der Wirtschaft rechtzeitig entgegenzuwirken,

haben die staatlichen

Hochschulen für angewandte

Wissenschaften in Bayern bereits vor

einigen Jahren begonnen, ein für Studienanfänger

attraktives Programm

auszuarbeiten: die Initiative hochschule

dual.

Wirtschaft und Wissenschaft

eng verzahnt

Das Modell des dualen Studiums gibt

es in Bayern seit etlichen Jahren. Es

hat sich in der Praxis bestens bewährt,

war jedoch anfangs auf die

Aktivitäten einzelner Hochschulen in

Kooperation mit einzelnen Unternehmen

beschränkt.

Um den Erfolg des dualen Studiums

gezielt auszuweiten, wurde im Jahr

2006 hochschule dual

als Initiative al-

ler staatlichen Hochschulen in Bayern

gegründet. Eine zentrale Anlaufstelle

in München koordiniert die Aktivitäten

rund um hochschule dual

und

sorgt dafür, die Marke als Qualitätsauszeichnung

zu etablieren – quasi als

Gütesiegel für duale Studienangebote

in Bayern.

Von Anfang an zielte hochschule dual

auf eine attraktive Verbindung von

Theorie und Praxis. Als „Sprachrohr

von Wirtschaft und angewandter

Wissenschaft“ hat die Initiative einen

Beirat mit hochrangigen Vertretern

aus beiden Bereichen ins Leben

gerufen. In diesem Beirat können

Wirtschaftsverbände und Unterneh-

Abb. 1: Das Studienmodell „Verbundstudium“ (VB) kombiniert ein Hochschulstudium

mit klassischer Berufsausbildung

Flügelstift 2/2011

7


Aus der Praxis

men ihre Wünsche einbringen und

gemeinsam mit Vertretern der Hochschule

die dualen Studienmodelle

überprüfen und optimieren.

Finanziert wird hochschule dual vom

Bayerischen Staatsministerium für

Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Von Seiten der Wirtschaft erhält die

Initiative tatkräftige Unterstützung

von den Kammern, die bei der Beratung

von Unternehmen und bei der

Vertragsgestaltung im Verbundstudium

helfen. Unterstützung kommt

zudem von der vbw (Vereinigung der

Bayerischen Wirtschaft e.V.) sowie

den Bayerischen Metallarbeitgeberverbänden

bayme und vbm.

Die einzelnen Studienmodelle

Es gibt gute Gründe, das duale Studium

mehrgleisig anzubieten. Für welche

Variante sich ein Unternehmen

entscheidet, hängt vom individuellen

Bedarf ab. In den Ingenieurberufen ist

das Studienmodell „Verbundstudium“

mit dem Doppelabschluss von Studium

plus klassischer Berufsausbildung

hoch angesehen. Geht es hingegen

um die Weiterqualifikation bereits

ausgebildeter Fachkräfte, ist das Studienmodell

„Studium mit vertiefter

Praxis“ ein gern gewählter Weg.

Kombination von Studium und

Lehre

Das Verbundstudium (VB) ist die Kombination

aus akademischem Studium

und klassischer Berufsausbildung (vgl.

Abb. 1). Leistungs- und zielorientierte

Interessenten mit Fachhochschulreife

oder Abitur bewerben sich um einen

entsprechenden Ausbildungsplatz in

einem Unternehmen und zusätzlich

um einen Studienplatz an einer bayerischen

Hochschule.

Die ersten Monate dienen der Berufsausbildung

im Unternehmen, dann

folgt der Wechsel an die Hochschule.

Im Praxissemester und in den vorlesungsfreien

Zeiten arbeiten die dual

Studierenden wieder im Unternehmen

und übernehmen in den höheren Semestern

eigene betriebliche Projekte.

Alle Tätigkeiten werden vergütet.

Die IHK- oder HWK-Prüfung steht in

der Regel im dritten Ausbildungsjahr

an. Nach Ende der Berufsausbildung

wird die weitere Zusammenarbeit im

Unternehmen individuell vereinbart.

Zum Studienabschluss erstellen die

dual Studierenden eine praxisorientierte

Bachelor- oder Diplomarbeit im

Unternehmen. Nach dem Studienabschluss

werden fast alle Absolventen

übernommen – die sonst übliche Einarbeitungszeit

entfällt.

Doppelt so viel Praxis

Abb. 2: Das Studienmodell „Studium mit vertiefter Praxis“ (SmvP) kombiniert ein

Hochschulstudium mit intensiven Praxisphasen

Im Studium mit vertiefter Praxis (SmvP)

wird ein akademisches Studium

mit intensiven Praxisphasen absolviert

(vgl. Abb. 2). Hierfür bewerben

sich leistungs- und zielorientierte Interessenten

mit Fachhochschulreife,

Abitur, Meisterprüfung (bzw. einer

der Meisterprüfung gleichgestellten

Fortbildungsprüfung) oder besonders

qualifizierte Berufstätige (fachgebundener

Zugang) um einen entsprechenden

Ausbildungsplatz in einem

Unternehmen und um einen Studienplatz

an einer bayerischen Hochschule.

Alternativ ist es auch möglich, sich

nach dem ersten, zweiten oder dritten

Semester noch um einen dualen

Ausbildungsplatz zu bewerben.

Nach dem Start des dualen Studienprogramms

wechseln sich Theorie-

und Praxiszeiten regelmäßig ab.

Während der intensiven Praxistätigkeit

beteiligen sich die Studierenden

aktiv in Projektarbeiten des Unternehmens

und erhalten hierfür eine

Vergütung.

Das Studium endet mit einer im

Unternehmen erstellten praxisorientierten

Bachelor- oder Diplomarbeit.

Auch bei diesem Studienmodell

werden die Absolventen in der Regel

von „ihrem” Unternehmen übernommen,

in dem sie ihre Praxisphasen

absolviert haben. Der Übergang oder

der Wiedereinstieg ins Berufsleben

erfolgt auch bei diesem Studienmodell

nahtlos.

Vorteile für Studierende

Das duale Modell bietet allen beteiligten

Parteien vielfältige Vorteile.

Zunächst dient es den Bedürfnissen

der Studierenden; sie

können das erlernte Wissen nahezu

gleichzeitig in der betrieblichen

Praxis anwenden und vertiefen,

lernen bereits während des Studiums

betriebliche Strukturen, Arbeitsweisen

und Projektabläufe kennen,

erwerben wichtige Schlüsselkompetenzen,

erhalten finanzielle Sicherheit durch

eine kontinuierliche Vergütung,

arbeiten schon während des Studiums

produktiv im Unternehmen – mit

eigenen Aufgaben und Projekten,

erlangen unternehmensspezifisches

Know-how: bei der Übernahme

entfällt die Einarbeitung,

erwerben dieselbe breite theoretische

Qualifikation wie nicht dual

Studierende, haben dabei aber bis

zu 300 % mehr Praxis,

haben hervorragende Job- und

Karrierechancen: die Übernahmequote

nach dem Abschluss beträgt

80 bis 100 %.

Flügelstift 2/2011


Aus der Praxis


Insbesondere das Studium mit vertiefter

Praxis ist ideal geeignet für

Nachwuchskräfte mit bereits abgeschlossener

Berufsausbildung.

Vorteile für Unternehmen

hochschule dual ist aber nicht nur

für Studierende attraktiv, auch die

beteiligten Unternehmen profitieren

sichtbar:

im „Wettbewerb um die besten

Köpfe“ können sie die Besten für

sich gewinnen – durch den nahtlosen

Übergang vom Studium ins

Berufsleben ist hochschule dual

ein starkes Zugpferd für leistungsorientierte

junge Menschen, die

anpacken wollen,

durch den engen Kontakt mit der

Hochschule ergeben sich vom

konstruktiven Gedankenaustausch

bis hin zum Technologietransfer frische

Impulse für alle Beteiligten,

bereits während des Studiums arbeiten

dual Studierende tatkräftig

im Betrieb mit: Dabei lernen sie

nicht nur Produkte, Prozesse und

wichtige Ansprechpartner kennen,

sondern vor allem die spezifische

Unternehmenskultur,

durch den Aufbau eines eigenen

Netzwerks im Unternehmen schaffen

sie sich gute Kontakte, um

schnell erfolgreich mitarbeiten zu

können,

nach dem Studienabschluss haben

die Unternehmen mit „ihrem“ Absolventen

einen hoch qualifizierten,

akademisch bestens ausgebildeten

Mitarbeiter mit firmenspezifischem

Know-how, der zudem bereits

gründlich eingearbeitet ist,

die meisten Absolventen fühlen

sich wiederum „ihrem“ Unternehmen

stark verbunden – es sind also

nicht nur bestens ausgebildete,

sondern auch höchst loyale Mitarbeiter,

was einen nicht zu unterschätzenden

Wettbewerbsfaktor

darstellt.

Es zahlt sich aus – für alle Seiten

Ein duales Studium, so das Fazit

der letzten Jahre, zahlt sich aus. Für

Studierende, weil sie einen akade-

mischen Abschluss gleichzeitig mit

Berufserfahrung erhalten. Und für

Unternehmen, weil sie in ihre Zukunft

investieren: Mit der Übernahme

nach dem Studium erhalten sie eine

bereits bewährte und fertig eingearbeitete

Nachwuchskraft, was dem

Unternehmen zeit- und kostenintensive

Traineeprogramme spart.

Selbst teilnehmen geht ganz

einfach

Ob als Studieninteressent oder als Unternehmen

– hochschule dual freut

sich auf jeden Teilnehmer. Studieninteressenten,

die ein duales Studium

beginnen möchten, wird empfohlen,

in einer auf der Homepage eingerichteten

Online-Datenbank nach fachlich

passenden Studienangeboten zu recherchieren.

Dort findet man auch

zu jedem Studiengang Unternehmen,

die Ausbildungsplätze zur Verfügung

stellen. Bei inhaltlichen Fragen zu

den Studiengängen helfen die Studienberatungen

an den Hochschulen in

einem persönlichen Gespräch weiter.

Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

erfolgt bei einem Verbundstudium

dann direkt beim Unternehmen,

und zwar bereits ein Jahr

vor dem geplanten Start. Auch beim

Studium mit vertiefter Praxis bewerben

sich Studieninteressenten in der

Regel einige Monate vor Studienbeginn

um einen Ausbildungsplatz im

Unternehmen. Die Bewerbung um

den Studienplatz wird zu den an

Hochschulen üblichen Bewerbungszeiten

eingereicht.




Auf einen Blick

Unternehmen, die das duale Studium

an einer Hochschule in Bayern

für die Gewinnung und Bindung ihrer

künftigen Nachwuchskräfte nutzen

möchten, finden ebenfalls alle

grundlegenden Informationen auf

der Website von hochschule dual.

Die Geschäftsführung mit Sitz in München

steht für individuelle Fragen

zur Verfügung und stellt Kontakte zu

Hochschulen mit passenden Studiengängen

her.

Auch die IHKs bzw. HWKs beraten die

Unternehmen fachkundig, beispielsweise

zur Vertragsgestaltung oder zu

Versicherungsfragen.

Alle weiterführenden Informationen,

inklusive einer detaillierten Beschreibung

der unterschiedlichen Studienmodelle,

der Datenbank mit allen

aktuell teilnehmenden Unternehmen,

einem Job-Portal sowie Hinweisen für

das Bewerbungsverfahren, finden

sich im Internet unter:

www.hochschule-dual.de.

Die Autorin

Miriam Weich M.A. arbeitet seit 2006

für hochschule dual, im Jahr 2009 hat

sie die Geschäftsführung übernommen.

In dieser Funktion informiert,

berät und vermittelt sie Kontakte

zwischen Hochschulen, Unternehmen

und Studieninteressenten und verantwortet

Qualitätsmaßnahmen sowie

Marketingaktivitäten zur Gestaltung

der Marke hochschule dual in Bayern

(Kontakt: miriam.weich@hochschuledual.de).


Das duale Studium gibt es in Bayern bereits seit vielen Jahren. Um

den Erfolg auszubauen, wurde 2006 die Initiative hochschule dual

gegründet.

Mittlerweile bieten 19 bayerische Hochschulen über 280 duale Studiengänge

in technischen, kaufmännischen und sozialen Fächern an. Mehr

als 3 300 Studierende sind in über 700 beteiligten Unternehmen tätig.

Zwei Studienmodelle sind möglich: Beim Verbundstudium, der Kombination

von Studium und Berufsausbildung, erwerben Absolventen zwei

Abschlüsse parallel. Das Studium mit vertiefter Praxis eignet sich für

die Weiterqualifikation. Es umfasst akademisches Studium mit festen

Praxisphasen in einem Unternehmen.

Flügelstift 2/2011


Für Fachlageristen und Fachkräfte

für Lagerlogistik haben wir

Alles auf Lager

1. und 2. Ausbildungsjahr

Grundqualifikation

CD-ROM Lehrermaterialien

Grundqualifikation

Informationsband

Schülerbuch

1. Auflage, 2010

vierfarbig, 632 S.

978-3-8045-5080-3

Lehrermaterialien

CD-ROM, 1. Auflage, 2010

978-3-8045-5082-7

CD-ROMs Filme, Spiele, Präsentationen

Grundqualifikation

Trainingsbuch

Schülerbuch

1. Auflage, 2010

vierfarbig, A4, 360 S.

978-3-8045-5081-0

Filme, Spiele und

Präsentationen

1. Ausbildungsjahr

CD-ROM, 1. Auflage, 2011

978-3-8045-5093-3

Filme, Spiele und

Präsentationen

2. Ausbildungsjahr

CD-ROM, 1. Auflage, 2011

978-3-8045-5094-0

Warenwirtschaftsystem

Arbeitsheft + CD-ROM

1. Auflage, 2011

vierfarbig, A4, 64 S.

978-3-8045-5092-6

Englisch

Schülerbuch, 1. Auflage, 2012

vierfarbig, A4, 120 S.

978-3-8045-5088-4

Lösungen + CD, 1. Auflage, 2012

978-3-8045-5089-6


3. Ausbildungsjahr

Fachqualifikation

CD-ROM Lehrermaterialien

Fachqualifikation

Informationsband

Schülerbuch

1. Auflage, 2011

vierfarbig, 344 S.

978-3-8045-5084-1

Lehrermaterialien

CD-ROM, 1. Auflage, 2011

978-3-8045-5086-5

CD-ROM Filme, Spiele, Präsentationen

Fachqualifikation

Trainingsbuch

Schülerbuch

1. Auflage, 2011

vierfarbig, A4, 200 S.

978-3-8045-5085-8

Filme, Spiele und

Präsentationen

3. Ausbildungsjahr

CD-ROM, 1. Auflage 2012

978-3-8045-5095-7

Vorbereiten auf

Ausbildung und Beruf

Lager und Handel

Schülerbuch

1. Auflage, 2011

vierfarbig, 112 S.

978-3-14-290507-4

Lehrerband

1. Auflage, 2011

978-3-14-290607-0


I

Bewerbermanagement

in Zeiten des

Fachkräftemangels

Wege zur Erkenntnis und zum aktiven Handeln

ANDREAS NAREUISCH

Von vielen Betrieben unbemerkt naht eine Krise am Ausbildungsmarkt.

Künftig werden sich die Unternehmen die Auszubildenden nicht mehr

aussuchen können, sondern vielmehr droht der Krieg um die besten

Köpfe die Vorzeichen umzudrehen. neben Fakten zur aktuellen Situation

und zum demographischen Wandel zeigen konkrete Tipps zur Bewerbergewinnung

auf, was Betriebe tun können, um die Fachkräfteschlacht

langfristig zu gewinnen.

Im Mai 2011 wurde der Berufsbildungsbericht

2011 der Bundesregierung

veröffentlicht. Im Ausbildungsjahr

2009/2010 gab es wieder

mehr Lehrstellen als Ausbildungssuchende.

Von Oktober 2009 bis zum

30. September 2010 wurden 560 073

Ausbildungsverträge neu geschlossen.

Das sind 4 234 oder 0,8 % weniger

als im Vorjahr. Im Westen waren es

468 410 Verträge (0,7 % mehr), im

Osten 91 663 (7,4 % weniger). Am

30. September 2010 waren 12 225 unversorgte

Bewerber/-innen gemeldet

(3 424 oder 21,8 % weniger als im

Vorjahr). Die Zahl der unbesetzten

Ausbildungsstellen ist dagegen um

2 350 auf 19 605 gestiegen. Die Anzahl

von Altbewerbern und jungen Menschen

im Übergangssystem ist rückläufig.

Zum dritten Mal in Folge gab es

damit weniger unversorgte Bewerber

als unbesetzte Ausbildungsplätze.

Der DGB schreibt dazu in seiner Stellungnahme:

„Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt

wird auch im Entwurf des Berufsbildungsbericht

2011 geschönt dargestellt.

Nach einem Minus von 50 000

Ausbildungsverträgen im Jahr 2009

gab es 2010 einen Rückgang von

4 000 Verträgen. Das Ausbildungsplatzangebot

mit insgesamt 580 000

Plätzen ist auf den drittniedrigsten

Stand der vergangenen zehn Jahre

gefallen. Der positive Arbeitsmarkttrend

ist am Ausbildungsmarkt nicht

angekommen.“

Wie dem auch sei, immer mehr Betriebe

bilden nicht aus oder lassen

sogar Ausbildungsplätze unbesetzt,

da die sogenannte Ausbildungsreife

fehlt.

probleme der Zukunft

Berufe

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Verkäufer/-in

Bürokaufmann/-frau

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in

Industriekaufmann/-frau

Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel

Koch/Köchin

Medizinische/-r Fachangestellte/-r

Friseur/-in

Bankkaufmann/-frau

neue

Ausbildungsverträge

29 740

27 527

21 642

18 746

17 959

14 857

14 763

14 695

14 081

13 397

Abb. 1: Die zehn beliebtesten Ausbildungsplätze nach Anzahl der neu abgeschlossenen

Ausbildungsverträge (Quelle: BIBB; September 2010)

Wichtigste Herausforderung für das

Berufsbildungssystem und den Arbeitsmarkt

der Zukunft bleiben der

Rückgang der Schulabgängerzahlen

und ein drohender Fachkräftemangel.

Die Bevölkerungszahl in Deutschland

wird bis 2030 von etwa 82 auf rund

78 Mio. Menschen sinken. Daraus

ergeben sich rückläufige Schulabgängerzahlen.

Gleichzeitig steigt die

Anzahl der Studierwilligen. Durch

die doppelten Abiturjahrgänge wird

der Rückgang der Bewerberzahlen

12 Flügelstift 2/2011


Aus der Praxis

zunächst nicht sehr hoch ausfallen,

längerfristig jedoch ein erhebliches

Problem darstellen.

Schon heute sind Ingenieure, deutsche

Arbeitskräfte im Bereich von

Pflege und Erziehung, aber auch studierte

Fachkräfte wie Mathematiker,

Informatiker, Naturwissenschaftler

und Techniker nur schwer zu finden.

Zumal auch in einigen Bereichen wie

der Pflege das Gehaltsgefüge keinen

Anreiz zum Engagement in diesem

Berufsfeld gibt.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) hat 2010 in einer Erhebung die

zehn beliebtesten Ausbildungsberufe

nach der Anzahl der neu abgeschlossenen

Ausbildungsverhältnisse ermittelt

(vgl. Abb. 1). Daraus geht hervor,

dass keiner der am Arbeitsmarkt dringend

gesuchten Berufe in der Top-10-

Liste zu finden ist (vgl. Abb. 2). Auch

die am Arbeitsmarkt heißbegehrten

MINT-Berufe (Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften, Technik) finden

nur wenig Anklang.

Der demographische Faktor

Die Kultusministerkonferenz (KMK)

hat eine Vorausberechnung der Schüler-

und Absolventenzahlen in Auftrag

gegeben, um das Bildungssystem und

den Arbeitsmarkt der Zukunft zu planen.

Für die einzelnen Schulbereiche

wird darin folgendes vorausgesagt:

Die Zahl der Schüler/-innen im

Sekundarbereich I geht von bundesweit

knapp 5,0 Mio. im Jahr

2005 um 910 000 (18 %) auf unter

4,1 Mio. im Jahr 2020 zurück.

Im Sekundarbereich II (allgemeinbildende

und berufliche Schulen)

wird die Schülerzahl, ausgehend

von gut 3,6 Mio. im Jahr 2005, bis

2020 kontinuierlich um 760 000

(21 %) auf unter 2,9 Mio. sinken.

Die Gesamtschülerzahl wird von

12,3 Mio. (2005) auf 10,1 Mio. im

Jahr 2020 zurückgehen.

Die Zahl der Absolventen und Abgänger

aller allgemeinbildenden

Schulen betrug 2005 bundesweit

knapp 960 000 und im Jahr 2006

975 000, um danach – abgesehen

von zwei Spitzen in den Jahren

2011 und 2013 aufgrund doppel-



ter Abiturjahrgänge – bis 2020 um

gut 190 000 (20 %) auf 780 000

zu sinken.

Im Jahr 2005 beendeten mehr als

1,1 Mio. Schüler/-innen die Bildungsgänge

an beruflichen Schulen.

Bis zum Jahr 2008 ist mit einer

Zunahme der Absolventenzahlen

um 18 000 (1,6 %) auf knapp 1,2

Mio. zu rechnen. Danach setzt ein

kontinuierlicher Rückgang ein, sodass

für 2020 noch 950 000 Absolventen

erwartet werden.

Die Zahl der Studienberechtigten

(Absolventen der allgemeinbildenden

und beruflichen Schulen mit

Hochschul- und Fachhochschulreife)

stieg von 400 000 im Jahr

2005 bis 450 000 im Jahr 2008 an.

Nach einem kurzzeitigen Rückgang

sind aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge

im Jahr 2011 knapp

490 000 Absolventen mit Hochschul-

und Fachhochschulreife und

damit 89 000 (22 %) mehr als im

Jahr 2005 zu erwarten. Eine weitere

Spitze wird es im Jahr 2013

mit über 490 000 Absolventen geben.

Entsprechend stärker fällt der

anschließende Rückgang bis auf

410 000 im Jahr 2020 aus. Bei gleichbleibenden

Bedingungen würde die

Zahl der Studienberechtigten 2020

um 8 600 (2,2 %) über dem Stand

von 2005 liegen. Ursächlich dafür

ist die wachsende Beteiligung an

Bildungsgängen, die zur Hochschulbzw.

Fachhochschulreife führen. Damit

wird die demographische Entwicklung

teilweise kompensiert.

Viele Schulabgänger sind hoch- oder

fachhochschulberechtigt und werden

daher eher studieren als einen

Männer

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

Kfz-Mechatroniker

Einzelhandelskaufmann

Industriemechaniker

Koch

Elektroniker

Anlagenmechaniker für Sanitär-,

Heizungs- u. Klimatechnik

Verkäufer

Maler und Lackierer

Fachinformatiker

Tischler

Abb. 2: Die Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe

betrieblichen Ausbildungsplatz zu

suchen, was das Angebot an guten

Auszubildenden nochmals reduziert.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Rentner,

also derjenigen, die aus dem

Erwerbsleben ausscheiden, was den

Fachkräftebedarf erhöht. Zugleich

sinkt die Gesamtbevölkerungszahl bis

2030 von 82 auf 78 Mio. Einwohner.

Was plant die Bundesregierung

Die Bundesregierung hat zahlreiche

Maßnahmen im Fokus. Unter anderem

ist folgendes geplant:

1. Im neuen Pakt für Ausbildung (seit

Herbst 2010) ist die stärkere Unterstützung

von lernschwachen Schülern

(insbesondere Hauptschülern)

vorgesehen, um diese fit für die betriebliche

Ausbildung zu machen.

2. Nur 31,4 % der Schüler mit Migrationshintergrund

finden eine

(betriebliche) Ausbildung (Ausbildungsquote),

was Potential ungenutzt

lässt. In Zukunft werden bis

zu 40 % eines Schülerjahrgangs

Migrationshintergrund haben. Auch

hier soll es eine stärkere Förderung

für bessere Startchancen geben.

3. Rund 15 % der Deutschen bis 29

Jahre verfügen über keinen Berufsabschluss.

Eine Initiative zur

beruflichen Nachqualifizierung,

insbesondere in modularisierten

Berufen oder Teilzertifizierungen,

soll Abhilfe schaffen und die Fachkräftereserve

von rund 1,5 Mio.

Menschen heben.

4. Die MINT-Initiative der Wirtschaft

unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin

Angela Merkel soll

Schülern und Studenten gezielt

diese Berufsfelder näher bringen.

Frauen

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

Verkäuferin

Einzelhandelskauffrau

Bürokauffrau

Medizinische Fachangestellte

Friseurin

Zahnmedizinische Fachangestellte

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk

Industriekauffrau

Kauffrau für Bürokommunikation

Hotelfachfrau

Flügelstift 2/2011

13


Aus der Praxis

Bewerber: Was wird heute

schon erwartet

Heute müssen Jugendliche weit mehr

Qualifikationen für einen Ausbildungsplatz

mitbringen, als vor etwa zehn

Jahren, da die Anforderungen an

Auszubildende und in der beruflichen

Qualifikation merklich gestiegen sind.

Das liegt u. a. an komplexeren Berufsbildern,

längeren Ausbildungszeiten

(drei Jahre sind inzwischen für kaufmännische

Berufe Standard) und dem

Ziel der Bildungspolitiker und Betriebe,

auf „Arbeitsmarktfähigkeit“ hin auszubilden.

Das heißt, dass der Azubi

sofort nach Abschluss der Ausbildung

einsatzbereit sein soll und keine erneute

Einarbeitungszeit (was früher

oft üblich war) bekommt.

Unter der Überschrift „Ausbildungsfähigkeit“

(Bewältigung der Anforderungen

einer Berufsausbildung) wird

heute verstanden, dass sich Jugendliche

bewusst für eine erste Stufe in

ihrer Berufsbiographie entscheiden

und sich darüber hinaus auf eine permanente

Erweiterung und Vertiefung

ihrer erworbenen fachlichen und überfachlichen

Kompetenzen, sprich auf ein

lebensbegleitendes Lernen einstellen.

Voraussetzung dafür sind nachhaltige

Motivation und Befähigung.

Seitens der Ausbildungsbetriebe gibt

es vielfältige Erwartungen an künftige

Auszubildende:

I. Beherrschung der Grundqualifikationen

Jeder Schulabgänger sollte lesen und

schreiben sowie rechnen können.

Dazu gehört auch, dass fremde Texte

gelesen, verstanden und wiedergegeben

sowie einfache Briefe verfasst

werden. Je nach gewähltem Beruf

variiert der Grad der Beherrschung

dieser „Kulturtechniken“. Leider versagen

viele Jugendliche bereits bei

einfachen Deutsch- oder Mathetests

und verbauen sich so ihre Chancen.

Eine aktuelle exemplarische Studie

des Soziologen Thomas Welzenbacher

(September 2008, für die Grünen) hat

ergeben, dass jeder 15. Berliner (das

sind rund 164 000) nicht richtig lesen

und schreiben kann. Aufgrund größerer

Klassenstärke und oftmals schwieriger

Umstände wird dieses Manko oft

zu spät oder gar nicht erkannt.

II. Soziale und persönliche Kompetenzen

Hierzu gehören Teamfähigkeit, Pünktlichkeit,

Zuverlässigkeit, situativ angemessenes

Benehmen und Motivation

für sich selbst und andere sowie Kommunikationsfähigkeit.

III. Fachliche Kompetenz

Natürlich ist ein guter Schulabschluss

die Eintrittskarte ins Berufsleben. Je

nach gewähltem Beruf sind – neben

den Grundqualifikationen – mal naturwissenschaftliche

oder mal technische

Fächer von besonderer Bedeutung im

Bewerbungsprozess. Leider werden

die Erwartungen an die potentiellen

Auszubildenden, auch vor dem Hinter-

1. Professioneller Internetauftritt des Unternehmens

Jugendliche informieren sich vorrangig in virtuellen Medien, deshalb sollte Ihr

Unternehmen dort fundiert dargestellt werden. Es muss klar sein, welche Berufe

Sie ausbilden und was Bewerber erwartet.

2. Setzen Sie auf moderne Recruting-Methoden

Fitte Bewerber möchten sich elektronisch bewerben und dafür eine einfache

Menüführung mit konkreten Ansprechpartnern vorfinden. Ein gutes Bewerberportal

mit Erklärungen der internen Abläufe ist ein Muss.

3. Kooperation mit Schulen – die Basisarbeit

Gehen Sie mit Ihrer Ausbildungsabteilung vor Ort in Schulklassen, die kurz vor

der Berufswahl stehen. Stellen Sie Ihr Unternehmen vor. Bringen Sie „echte

Auszubildende“ mit, die Fragen beantworten.

4. Interne Kommunikation – oft stiefmütterlich behandelt

In vielen Großkonzernen laufen die Aktionen „MIKI“ und „KUKI“ erfolgreich.

Informieren Sie intern am schwarzen Brett, im Intranet oder der Hauszeitschrift

über Ausbildungsplätze und Möglichkeiten, dass Mitarbeiter ihre Kinder (MIKI) zu

einer Bewerbung motivieren. Auch die Ansprache von Kundenkindern („KUKI“)

kann positiv sein.

5. Printmedien

Überlegen Sie sich genau, wo Sie teure Anzeigen schalten. Nutzen Sie Schüleroder

Studentenzeitungen oder regionale Ausgaben (ggf. verbunden mit einem

werbenden Bericht über Ihr Haus).

6. Internet – das unverzichtbare Medium

Hier gilt es, ein einheitliches Auftreten zu zeigen. Wenn Sie sich auf Jobplattformen

präsentieren, sollten Sie auf Ihr Bewerberportal verlinken. Überlegen

Sie, ob Sie auf den Zug von „Social Media Web 2.0“ aufspringen. Eine Präsenz in

Facebook, StudiVZ & Co. kostet viel Zeit, um die Seiten aktuell zu halten.

7. Schnuppern erlaubt

Bieten Sie Schülerpraktika an. Ein besseres gegenseitiges Kennenlernen gibt

es nicht.

8. Das gewisse Mehr

Offerieren Sie potentiellen Auszubildenden Auslandseinsätze (z. B. bei Niederlassungen)

und besondere Möglichkeiten der persönlichen und fachlichen

Entwicklung (z. B. duale Studiengänge).

9. Den Schwachen helfen

Künftig werden Sie auch schwächeren Bewerbern eine Chance geben müssen.

Knüpfen Sie Kontakte zu Bildungsträgern und Qualifizierungsmaßnahmen

(z. B. EQ-Einstiegsqualifizierungen), um hier die besten Absolventen „abzuholen“

oder früh zu fördern.

10. Finden Sie Ihre Kunden

Wie im Marketing müssen Sie Ihre Bewerber dort abholen, wo sie stehen. Beteiligen

Sie sich an Job- oder Bildungsmessen. Fördern Sie Projekte von Gewerkschaften

oder Veranstaltungen wie „girls day“. Aktivieren Sie Ihre Zielgruppe mit

Ideen wie „Tag der offenen Tür“.

Abb. 3: Zehn Tipps für die Bewerbergewinnung Ihres Unternehmens

14 Flügelstift 2/2011


Aus der Praxis

grund der künftigen Mangelverwaltung,

immer höher.

Laut einer Studie des Instituts für

Deutsche Wirtschaft (Köln) erwarten

Ausbildungsbetriebe von Auszubildenden

in kaufmännischen Berufen:

grundlegende Beherrschung der

deutschen Sprache in Wort und

Schrift,

grundlegende Beherrschung einfacher

Rechentechniken

Lern- und Leistungsbereitschaft,

Zuverlässigkeit, Qualitätsbewusstsein

und Verantwortungsbereitschaft,

Kooperationsbereitschaft und

Teamfähigkeit,

Selbstständigkeit, Initiative und

Kreativität,

Kunden-Service-Orientierung,

Ausdauer, Durchhaltevermögen

und Belastbarkeit.

Auszubildende hingegen möchten:

Anerkennung in der Berufswelt

finden,

als Erwachsene behandelt werden,

selbständig arbeiten, um ihr Können

unter Beweis zu stellen,

genug Freizeit für Freunde und

Hobbies haben,

ausreichend Geld verdienen.

Kampf um die besten Köpfe

Nicht nur wie heute bei erfolgreichen

Studienabgängern, sondern künftig

auch bei jedem Bewerber um einen

Ausbildungsplatz wird der „War for

Talents“ ausbrechen. Nur die engagiertesten

Betriebe werden die

besten Schulabgänger erhalten und

damit die eigene Zukunft sowie die

Wettbewerbsfähigkeit sichern. Natürlich

werden nicht unbedingt die

Anforderungen der Unternehmen in

einer komplexeren Welt reduziert,

sondern die Bewerber müssen auch

mehr mitbringen, um sich den besten

Ausbildungsplatz und damit den optimalen

Karrierestart zu sichern.

Employer Branding –

attraktiver Arbeitgeber

Auf der von Management Circle alljährlich

veranstalteten bundesweiten

Ausbilderkonferenz „Zukunftsmotor

Betriebliche Ausbildung“ kamen im

Mai 2011 in München zahlreiche renommierte

Unternehmen (u. a. BMW)

und Wissenschaftler sowie Vertreter

der Politik zusammen, um das Thema

gute Ausbildung und Bewerbergewinnung

zu beraten und optimale

Ansätze auszutauschen.

Einigkeit bestand darüber, dass in

Zeiten von Markenbewusstsein und

raschen Informationskanälen auch

der Ausbildungsbetrieb als Arbeitgeber

der Zukunft eine „Marke“ sein

muss, der sich der jugendliche Arbeitnehmer

anvertraut.

Das Arbeitgeberimage ist eine Seite

dieses Markenbewusstseins, das als

wichtiger Wettbewerbsvorteil gesehen

wird. Theresa Fleidl, Leiterin Personalentwicklung

und Konzernausbildung

bei der Flughafen München GmbH

(30 000 Arbeitnehmer, 150 Auszubildende

in neun Ausbildungs- und Studienrichtungen

mit steigender Tendenz)

berichtete über das Engagement ihres

Unternehmens, um ein positives Arbeitgeberimage

auszubauen. Hierzu

gehören u. a. Vorsitz im Arbeitskreis

Schule-Wirtschaft, Durchführung überregionaler

Berufsorientierungsmessen,

Partnerunternehmen von Programmen

wie „Jugend forscht“ oder „Girls Day“,

Engagement bei den Industrie- und

Handelskammern und Ausbildungsgremien.

Natürlich dringen derartige

Aktivitäten auch über die Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit an das Ohr der

Jugendlichen (vgl. Abb. 3).




Auf einen Blick

Ich bin dabei, und jetzt –

Die Zukunft im Blick

Wichtig für jeden Ausbildungsbetrieb

ist nicht nur die Talentsuche unter den

Bewerbern, sondern auch die Förderung

nach Ausbildungsbeginn und

innerhalb der Ausbildung. Unternehmen

wie die BMW AG (ca. 400 Azubis),

so berichtete Hans-Joachim Mayer auf

der Ausbilderkonferenz, setzen gezielt

auf eine Personalentwicklung

während der Ausbildung, die über die

drei Bausteine individuelle Förderung,

teambezogene Förderung und unternehmensbezogene

Förderung erfolgt,

um schon früh die besten Auszubildenden

stärker zu fördern und in Talentgruppen

zu binden.

Denken Sie, liebe Leser, bei allen Bemühungen

um die besten Köpfe und

die optimalen Lösungen für Ihr Unternehmen

daran: Zukunft ist die Zeit, in

der du bereust, dass du das, was du

heute tun kannst, nicht getan hast.

Der Autor

Andreas Nareuisch gestaltet als Experte

und Bundessachverständiger seit Jahren

Berufsbilder und Qualifikationen,

berät Unternehmen bei der Umsetzung

von zukünftigen Anforderungen und ist

Autor von zahlreichen Fach- und Prüfungsbüchern

im kaufmännischen Bereich

(www.nareuisch.de). ■

Die Zahl der Schulabgänger und Auszubildenden geht bis zum Jahr

2020 dramatisch zurück. Zugleich steigt der Fachkräftebedarf durch

die demografische Entwicklung stark an.

Um den Arbeitsmarkt der Zukunft zu sichern, hat die Bundesregierung

ein Maßnahmenpaket geschnürt, das u. a. die Förderung von lernschwachen

Jugendlichen und die Verbesserung der Startchancen für

junge Menschen mit Migrationshintergrund vorsieht.

Ausbildungsbetriebe müssen schon heute für morgen planen und sich

neu aufstellen, um die besten Auszubildenden zu gewinnen und die

Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern. In diesem Zusammenhang

spielt Employer Branding, das Präsentieren eines Unternehmens

als attraktiver Arbeitgeber, eine entscheidene Rolle.

Flügelstift 2/2011

15


Deutsch

Speziell für das berufliche Gymnasium

Eingangsjahr und Basiswissen Abitur

Konzeption:

– kompetenzorientiert aufgebaut

– speziell für die didaktische

und pädagogische Situation der

Eingangsklassen entwickelt

– ein Grundlagenbuch für das Abitur

Eigenheiten:

– Anleitungsseite zu jeder

abiturrelevanten Aufsatzform

– Musterbeispiele zum

nachvollziehen

– Hervorhebung der

abiturrelevanten Operatoren

– bundeslandspezifische

Paraphrasen für die Operatoren

im Anhang

– Info-Rubriken zu zentralen

Begriffen und Kompetenzen

NEU

Die Basis

Eingangsjahr und Grundlagenwissen

Deutsch für das berufliche Gymnasium

320 Seiten, vierfarbig

1. Aufl age, 2011

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19,95 €

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✆ 01805 996696* • 6 0531 708-664 • service@winklers.de • www.winklers.de

* 14 ct/min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 42 ct/min


aus dEr praxis

Unsere Schulen

wieder auf Kurs

Zu den Ergebnissen der Pisa-Studie 2009

und den ersten Reaktionen

HILMAR GRUNDMANN

II

Als im Dezember 2010 die Pisa-Studie 2009 vorgestellt wurde, konnten

die Reaktionen widersprüchlicher nicht sein. Denn was für die einen ein

großer Schritt auf dem Wege zur Bildungsrepublik war, das war für die

anderen nichts mehr als eine Verbesserung im nicht signifikanten Bereich.

Was ist richtig

Das auffälligste Faktum ist zweifellos

der enorme Anstieg der

Länder und Regionen, die sich

diesmal an der Untersuchung beteiligt

haben, nämlich neben den 34 OECD-

Ländern weitere 31, und zwar über

alle Kontinente verteilt.

In der ersten Pisa-Studie aus dem Jahre

2000 waren es gerade mal 32 Länder,

in der zweiten drei Jahre später

41 und in der dritten aus dem Jahre

2006 insgesamt 57 (2).

Wer und was untersucht wurde

Dieser Trend sagt sehr viel darüber

aus, wie groß das Interesse an diesen

Studien inzwischen international

geworden ist. Auf jeden Fall stehen

sie unter diesem Aspekt einzigartig

in der Welt da. Entsprechend groß ist

die Zahl der getesteten 15-jährigen

Schüler, nämlich insgesamt 500 000.

In Deutschland waren es wie in den

Studien zuvor auch 5 000 zufällig ausgewählte

15-jährige Schüler aus 226

Schulen, darunter 13 berufsbildende

Schulen.

Das Besondere der jüngsten Pisa-Studie

besteht darin, dass die sogenannte

Hauptdomäne wieder wie schon in

der ersten Pisa-Studie, die Lesefähigkeit,

also die Fähigkeit, die in Texten

enthaltenen Informationen entnehmen

und mit dem eigenen Wissen

– durch Reflexion – in Beziehung

bringen zu können, kurz: die Fähigkeit

des Wissen bildenden Lesens. Das

bedeutet, dass man vergleichen, genauer

herausfinden kann, was sich in

den zehn Jahren zwischen der ersten

und der jüngsten Pisa-Untersuchung

getan hat bzw. ob sich überhaupt

etwas getan hat, und dies auf den

Pisa-Punkt genau.

Was sich in 10 Jahren getan hat

Und was hat sich in der Tat getan,

genauer: Hat sich die Lesefähigkeit

der 15-jährigen Schüler zwischen

1999 und 2009 verbessert Wenn

man die euphorischen Kommentare

der Bundesbildungsministerin Schavan

zum Maßstab nimmt, dann muss

sich die Lesefähigkeit, wie sie in der

Pisa-Studie definiert wird, in den letzten

zehn Jahren erheblich verbessert

haben. Nur so ist es jedenfalls zu verstehen,

wenn sie aus den Verbesserungen,

die die Pisa-Studie 2009 zutage

gefördert hat, herausliest, dass

die Bundesrepublik auf dem Wege

zur Bildungsrepublik einen großen

Schritt vorangekommen sei, wie sie

auf der Pressekonferenz, auf der die

Ergebnisse dieser Studie vorgestellt

wurden, erklärt hat.

Etwas zurückhaltender waren da

schon die OECD-Bildungsexperten,

z. B. Heino von Meyer, der die in

der Pisa-Studie 2009 ermittelten

Leistungszuwächse der deutschen

15-Jährigen auf derselben Pressekonferenz

sportlich, nämlich wie folgt

formulierte: Deutschland sei zwar innerhalb

der OECD-Liga aufgestiegen,

aber noch weit davon entfernt, sich

mit den besten OECD-Ländern messen

zu können. Und: An den großen

Herausforderungen an das deutsche

Schul- und Bildungswesen habe sich

nicht das Geringste geändert. Nichts

richtiger als das, wie die Analyse

der Ergebnisse schon auf den ersten

Blick erkennen lässt. Denn in Zahlen

ausgedrückt sind es ganze 13 Pisa-

Punkte, um die sich die Lesefähigkeit

der deutschen 15-jährigen Schüler in

den letzten zehn Jahren verbessert

hat, nämlich von 484 Punkte im Jahre

2000 auf 497 Punkte im Jahre 2009.

Dieser geringe Anstieg bedeutet allerdings,

dass die deutschen Schüler auf

der Länderskala von Platz 22 im Jahre

2000 auf Platz 16 im Jahre 2009 aufgestiegen

sind und damit einen Platz

über dem Durchschnitt der inzwischen

insgesamt 34 OECD-Länder liegen.

Flügelstift 2/2011

17


Aus der Praxis

Die Förderung der leistungsschwächsten

Schüler auf Kosten

der leistungsstärksten

Ein Weiteres kommt hinzu, das die

Verbesserung der Lesefähigkeit der

deutschen Schüler relativiert. Denn

wie die genauere Analyse zutage fördert,

haben sich nur die 15-jährigen

Schüler verbessern können, deren

Lesefähigkeit auf dem Grundschulniveau

und darunter stehen geblieben

ist, also auf einem Niveau, auf dem

sich Verbesserungen am leichtesten

erzielen lassen. So ist der Anteil

der als „leseschwach“ eingestuften

Schüler von 22,6 % im Jahre 2000

auf 18,5 % im Jahre 2009 zurückgegangen

und der Anteil der „extrem

leseschwachen“ 15-Jährigen von

10 % auf 5 %.

Das bedeutet konkret zweierlei: Zum

einen, dass sich z. B. die 10 % der besten

Schüler nicht um einen einzigen

Pisa-Punkt verbessert haben, und

zum anderen, dass die Verbesserung

auf den beiden untersten Kompetenzstufen

ohne jede Auswirkung auf die

Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit

sein dürfte. Man kann es auch

deutlicher formulieren, und so wird

es ja auch formuliert: Die Förderung

der 10 % der schlechtesten Schüler

ist zu Lasten der 10 % der besten

gegangen. Das mag den Vertretern

der Fachdidaktiken durchaus gefallen,

d. h. jenen unter ihnen, die Didaktik

definieren als Parteinahme für

die Schwächsten. Aber klar ist auch,

was nicht gefallen kann: Wenn sich

die Förderung der Leistungsfähigkeit

nur auf eine Gruppe beschränkt, auch

wenn es diejenigen sind, die diese

Förderung am nötigsten haben. Denn

auf Förderung ihrer Leistungspotenziale

haben alle Anspruch, nicht nur

das, es kommt auch allen zugute, der

Gesellschaft ebenso wie dem Einzelnen.

Damit ist denn auch zugleich die

erste neue Herausforderung für das

deutsche Schul- und Bildungssystem

genannt, nämlich die Lernprozesse so

zu organisieren, dass alle Lerngruppen

davon profitieren.

Das eigentliche Problem: nicht

mehr die Migranten, sondern

die Jungen

Viel überraschender ist allerdings eine

andere Schlussfolgerung, die sich

aus den Ergebnissen der Pisa-Studie

2009 ableiten lässt – überraschend

vor allem deswegen, weil sie nicht

ins Bild passt, das wir uns bisher über

das relativ schlechte Abschneiden der

deutschen Schüler in den Pisa-Studien

und den anderen regelmäßig veröffentlichten

Bildungsberichten gemacht

haben. So war man sich ja bisher einig,

worauf die nur mittelmäßigen

schulischen Leistungen der deutschen

Schüler im OECD-Vergleich zurückzuführen

seien: Auf den hohen Anteil

der 15-Jährigen mit Migrationshintergrund

in unserem Lande, deutlich

daran erkennbar, dass die Bundesländer

mit hohem Migrantenanteil wie

Hamburg, Bremen und Berlin in allen

Bildungsstudien besonders schlecht

abschnitten. Aber nun wissen wir es

ganz genau: Nichts falscher als das,

inzwischen jedenfalls. Denn ganz offensichtlich

haben bei den 15-Jährigen

mit Migrationshintergrund die Fördermaßnahmen

zur Verbesserung der Lesefähigkeit

am besten gegriffen. Und

was auch offensichtlich ist: Dass dies

vor allem bei den weiblichen Schülern

mit Migrationshintergrund der Fall ist.

Dies ist übrigens ein Phänomen, das

auch für die deutschen Schülerinnen

gilt, d. h. ihr Vorsprung vor den männlichen

deutschen 15-Jährigen ist genau

so eindeutig nachweisbar.

Zahlen bringen es an den Tag. So ist

der Anteil der „leseschwachen“ und

„extrem leseschwachen“ Schüler von

27 % im Jahr 1999 der auf 24 % im

Jahr 2009 gesunken, also um genau

drei Pisa-Punkte, während es bei den

Schülerinnen dieser beiden Gruppen

immerhin sechs Pisa-Punkte sind, um

die sie sich verbessert haben, nämlich

im selben Zeitraum von 19 %

auf 13 %. Deutlicher formuliert: Der

Anteil der „leseschwachen“ und „extrem

leseschwachen“ Schüler ist nahezu

doppelt so hoch wie der Anteil

der „leseschwachen“ und „extrem

leseschwachen“ Schülerinnen. In der

Tendenz verhält es sich nicht anders

mit den 10 % der besten 15-Jährigen.

So ist der Anteil der Jungen, die auf

höchstem Niveau lesen können, in

den letzten zehn Jahren von 7 % auf

4 % zurückgegangen, während er bei

den Mädchen im selben Zeitraum mit

11 % konstant geblieben ist, d. h. auf

diesem Niveau ist der Vorsprung der

Schülerinnen vor den Schülern noch

erheblich größer. Insgesamt gesehen

ist dieser Vorsprung sogar so groß, dass

der Leistungsunterschied zwischen den

15-jährigen deutschen Jugendlichen

und den 15-jährigen Jugendlichen mit

Migrationshintergrund kaum noch ins

Gewicht fällt. Mit anderen Worten:

Während das Bildungsgefälle zwischen

den Jugendlichen mit Migrationshintergrund

offensichtlich zu schwinden

scheint, hat sich ein neues Bildungsgefälle

aufgetan, und zwar das zwischen

heranwachsenden Mädchen und zwischen

heranwachsenden Jungen. Oder

wie es die Autoren der Pisa-Studie auf

den Punkt gebracht haben: Das größte

Problem an deutschen Schulen sind

nicht mehr die Jugendlichen mit Migrationshintergrund,

sondern die Jungen.

Ursachen für die positiven

Trends

Die Pisa-Studie zeichnet sich dadurch

aus, dass sie nicht nur Fakten und Ergebnisse

auflistet bzw. Trends aufzeigt,

sondern auch untersucht, worauf sie

zurückgeführt werden können. Hinsichtlich

der beschriebenen Verbesserungen

legt sie sich fest. Vier Faktoren

sind für ihre Autoren dafür verantwortlich,

und zwar zum einen die deutlich

gestiegene Lesefreude der 15-jährigen

Schüler/-innen, zum anderen die effektivere

Nutzung der Unterrichtszeit,

und zwar als Folge nachlassender

Unterrichtsstörungen, schließlich die

deutliche Verbesserung der Lern- und

Unterrichtskultur, die zu einer Verbesserung

der Unterrichtsqualität geführt

habe, wie es heißt. Und nicht zuletzt,

weil es aufgrund der Einführung von

Leistungsstandards möglich geworden

ist, die Effektivität der Unterrichtsanstrengungen

vergleichen zu können.

Die Frage ist natürlich, wie es denn

kommt, dass die Lesefreude gestiegen

ist, die Unterrichtsstörungen nachge-

18 Flügelstift 2/2011


Aus der Praxis

lassen haben und sich die Lernkultur

verbessert hat. Auch hier legen sich

die Autoren der Pisa-Studie 2009 fest.

Das liegt i. E. in erster Linie daran, dass

im Bewusstsein der Bevölkerung ganz

generell Bildung wieder einen höheren

Stellenwert eingenommen hat und damit

auch im Bewusstsein jener Schichten,

die allgemein als bildungsfern

bzw. bildungsarm gelten, d. h. auch

in den Familien dieser Schichten weiß

man inzwischen, welche Rolle Bildung

für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche

Anerkennung spielt (1).

Das ist zweifellos eine äußerst positive

Entwicklung, wobei sich die

Autoren der Pisa-Studie 2009 diese

Entwicklung selbst als Verdienst zuschreiben,

genauer den Debatten, die

die Pisa-Studien in der deutschen Bevölkerung

ausgelöst haben.

Ein weiterer Verdienst kommt hinzu,

der allerdings zunehmend kritisch beurteilt

wird. Damit ist jene sogenannte

empirische Wende im Bildungs- und

Ausbildungswesen gemeint, die zweifellos

den Pisa-Studien zu verdanken

ist und mit deren Ergebnissen sie ja

auch begründet wird. Damit ist die

Wende weg von der Input-Orientierung

hin zur Output-Orientierung gemeint,

die inzwischen sämtliche Bildungsund

Ausbildungsgänge umgekrempelt

hat und die dazu geführt hat, wie ihre

Kritiker sagen, dass der Unterricht

mehr und mehr verkümmert zu einem

stupiden „Learning to the test“. Mit

anderen Worten: Unterrichtet wird immer

mehr, was sich messen und abprüfen

lässt und immer weniger das,

was sich nicht mit Hilfe von Outputs

und Tests messen und abprüfen lässt,

wie z. B. das, was keinen Gebrauchswert

hat und was der Bildung im Sinne

von Entwicklung der „menschlichen

Komponenten“ entspricht, wie es im

berufs- und wirtschaftspädagogischen

Sprachgebrauch heißt.

Stimmt die Richtung

Folgt man der Einschätzung der Bundesbildungsministerin

und berücksichtigt

man, dass es auch in die andere

Richtung hätte gehen können, d. h.

dass die Lesefähigkeit der deutschen

15-Jährigen im Vergleich zu den Jahren

2000, 2003 und 2006 schlechter

geworden wäre, wie dies z. B. für

die Lesefähigkeit der 15-Jährigen in

Österreich zutrifft, dann haben wir

wahrscheinlich den richtigen Weg

eingeschlagen. Mehr aber auch nicht.

Deutlicher formuliert: Die Herausforderungen

an das deutsche Bildungsund

Ausbildungswesen sind geblieben.

Und: Der Abstand zu den besten OECD-

Ländern wie Finnland oder Kanada ist

nach wie vor zu groß, als dass wir in

unseren Anstrengungen nachlassen

könnten. Das Gegenteil ist vielmehr

der Fall, z. B. wenn man daran denkt,

dass sich die Ausbildungsfähigkeit der

Schulabsolventen bisher jedenfalls um

keinen Deut verbessert hat bzw. dass

der Anteil derjenigen, die wegen allgemeiner

Lernschwäche weder auf dem

ersten noch auf dem zweiten Ausbildungsmarkt

(Schulberufssystem) eine

Chance haben, unverändert hoch ist.

Die größten aktuellen

Herausforderungen

Zu den besonderen Herausforderungen,

mit denen sich das deutsche

Bildungs- und Ausbildungswesen

konfrontiert sieht, gehören zweifellos

bestimmte Zusammenhänge, die seit

vielen Jahren heftig kritisiert werden,

ohne dass sich allerdings auch nur das

Geringste geändert hat. Das ist zum

einen der bekannte Zusammenhang

zwischen den schulischen Leistungen

der Schüler und ihrer sozialen Herkunft.

Mit anderen Worten: Es ist die

Sozialschichtzugehörigkeit des Heranwachsenden,

die zuallererst über seine

schulischen Leistungen und damit

über seine Berufsbiografie entscheidet.

Keine Frage, dass dieser Zusammenhang

kein deutsches Phänomen

ist, aber nach Auffassung der Autoren

der Pisa-Studie 2009 auch keine Frage,

dass er in keinem der an dieser Studie

beteiligten Länder – immerhin wie

eingangs erwähnt 65 – so ausgeprägt

ist wie in unserem Land.

Und das ist zum anderen der in der

Pisa-Studie 2009 erstmals nachgewiesene

Zusammenhang zwischen

sozialem Umfeld der Schule und den

schulischen Leistungen ihrer Schüler.

Genauer: Je schwächer die soziale

Umwelt der Schule, wie dies z. B. in

sozialen Brennpunkten der großen

Städte der Fall ist, desto schlechter

das Leistungsniveau der Schüler, was

umso mehr bei den Schülern der Fall

ist, die aus soziökonomisch benachteiligten

Familien kommen. Auch hier

gilt, was bereits über den zuvor beschriebenen

Zusammenhang gesagt

wurde: Wir haben es hier mit einem

Phänomen zu tun, das auch in den

meisten anderen OECD-Ländern festgestellt

worden ist, aber eben in keinem

Land solche Ausmaße hat wie

in unserem. Begründung für diesen

geradezu grotesken Zusammenhang

nach Auffassung der Autoren der Pisa-Studie:

die generell schlechtere

Ausstattung der Schulen in sozialen

Brennpunkten, aus welchen Gründen

dies auch immer der Fall ist.

Nicht anders verhält es sich mit dem

Abstand zwischen den 10 % der leistungsstärksten

und den 10 % der leistungsschwächsten

Schüler. Auch hier

ist die Kluft zwischen diesen beiden

Gruppen nirgendwo so groß wie in

Deutschland.

Und nicht viel anders verhält es sich mit

den Anstrengungen, die hierzulande

gemacht werden, um die vorhandenen

Bildungsreserven auszuschöpfen, und

zwar über alle Schulformen hinweg.

So weist die Pisa-Studie 2009 aus, dass

75 % (!) der 15-jährigen Schüler an

Förderschulen über das Leistungsniveau

von gleichaltrigen Hauptschülern

verfügen, was nichts anderes bedeutet,

als dass sie nicht hingehören, wo sie

sind. Nicht ganz so dramatisch verhält

es sich mit dem Anteil der Hauptschüler,

die das gleiche Lern- bzw. Leistungsniveau

von Realschülern und

dem Anteil der Realschüler, die das

entsprechende Niveau von Gymnasiasten

haben. Dieser Anteil beträgt

nämlich jeweils „nur“ 25 %.

Wie man sieht: Viele Begabungsschätze,

die es noch zu heben gilt, vor

allem wenn man berücksichtigt, dass

wir zukünftig nichts so dringend benötigen

wie qualifiziert ausgebildete

Fachkräfte. Und wenn man zudem berücksichtigt,

dass das Analphabetentum

in der erwerbsfähigen deutschen

Bevölkerung weitaus verbreiteter ist

als bisher angenommen. So sind wir

Flügelstift 2/2011

19


Aus der Praxis

bekanntlich davon ausgegangen, dass

die Zahl der funktionalen Analphabeten

in unserem Lande gegenwärtig

etwa 4 Mio. beträgt. Seit Ende Februar

2011 wissen wir es nun ganz genau.

Denn wie die Autoren der Level-One-

Studie der Universität Hamburg herausgefunden

haben, sind es 7,5 Mio.

und damit 14 % der deutschen Bevölkerung

zwischen 18 und 64 Jahren, die

nicht in der Lage sind, kürzere Texte

zu lesen oder gar zu schreiben. Nicht

viel besser geht es weiteren 25 % der

untersuchten Klientel. Ihre Lese- und

Schreibkompetenz ist so gering entwickelt,

dass sie nicht einmal dem Niveau

entspricht, über das die Schüler

am Ende der Grundschulzeit verfügen

sollen. Mit anderen Worten: Nahezu

40 % (!) der deutschen Bevölkerung

zwischen 18 und 64 Jahren können

weder ein Formular korrekt ausfüllen

oder eine Arbeitsanweisung lesen

noch wissen sie häufig, wenn sie etwas

unterschrieben haben, was sie da

eigentlich unterschrieben haben (3).

Berufsschule –

mehr Sprachförderunterricht

Die Antwort auf diese Frage liegt auf

der Hand: Es bedarf der Förderung der

Sprachfähigkeit während der beruflichen

Ausbildung überhaupt und der

Wissen bildenden Lesefähigkeit insbesondere

mehr denn je. Und auch die

Begründung liegt auf der Hand. Auf

einen Begründungszusammenhang

wurde bereits hingewiesen, nämlich

darauf, dass die in der Pisa-Studie

2009 ausgewiesene Verbesserung der

Lesefähigkeit so minimal ist, dass sie

auf den hohen Anteil der Jugendlichen,

die die allgemein bildenden Schulen

ohne Berufsreife verlassen, ohne jede

Auswirkung ist. Hinzu kommt, dass die

Anforderungen der Arbeits- und Berufwelt

an die sprachlichen Fähigkeiten

der Beschäftigten ständig steigt, und

aufgrund der fortschreitenden Computerisierung

und der damit einhergehenden

Fachwortschatzerweiterung

auch weiterhin steigen wird, wahrscheinlich

sogar auch in einem immer

schnelleren Tempo. Das ist auch der

Grund, warum für immer mehr Berufe

gilt, dass die berufliche Handlungsfähigkeit

nahezu identisch ist mit der

sprachlichen Handlungsfähigkeit (4).

Und noch ein weiterer, grundsätzlicher

Begründungszusammenhang für die

Notwendigkeit der sprachlichen Förderung

während der beruflichen Ausbildung

kommt hinzu. Damit ist gemeint,

dass der Übergang von der Schule in

den Beruf bzw. in die qualifizierte berufliche

Ausbildung in erster Linie ja

ein Übergang ist von der einen Welt in

eine andere, und das heißt genau: von

der einen Sprachwelt in eine andere

Sprachwelt, eben weil es außerhalb

von Sprache keine Welt gibt. Alles ist

in der Welt, so heißt es, was in Sprache

ist, und was nicht in Sprache ist, das ist

auch nicht in der Welt. Das Problem für

die Schulabsolventen besteht nun darin,

dass die Sprachwelt der Schule mit

der Sprachwelt des jeweiligen Berufes

nicht viel gemeinsam hat, was in erster

Linie daran liegt, dass die sprachliche

Welt des Berufes bzw. des jeweiligen

Ausbildungsganges eine fachsprachliche

Welt ist und damit zugleich eine

Welt, die weitaus höhere Anforderungen

an die Versprachlichungsfähigkeit

stellt als die, die die Schulabsolventen

„mitbringen“, wenn sie in die

Berufs- und Arbeitswelt eintreten, und

die ausgereicht hat, sich ihre bisherige

Welt sprachlich anzueignen. Nun

ist es natürlich leicht vorstellbar, was

dies für jene Schulabsolventen bedeutet,

die schon Schwierigkeiten haben,

sich die Sprache der Schulwelt anzueignen

bzw. die sich schon schwertun,

einfache Texte sinnverstehend rezipieren

zu können. Sie tun sich erst recht






Auf einen Blick

schwer, berufsspezifische Fachtexte

angemessen rezipieren zu können,

d. h. diesen Texten die berufsspezifischen

Informationen zu entnehmen

und mit dem Vorwissen in Beziehung

zu bringen, was ja Voraussetzung für

gelungene Aneignung der jeweiligen

– zukünftigen – Berufsrolle ist.

Genau dieses sprachliche Dilemma ist

denn auch der eigentliche Grund dafür,

dass ein erheblicher Teil der Schulabsolventen

entweder nicht ausbildungsfähig

ist – in deutschen Großstädten bis

zu 50 % – und in sogenannten Übergangsmaßnahmen

ihre Pflichtschulzeit

verbringen müssen und dass ein

weiterer – ebenfalls erheblicher – Teil

der Auszubildenden entweder kurz vor

der Prüfung ihre Ausbildung beendet

bzw. in der Abschlussprüfung scheitert,

nämlich bundesweit mehr als 30 %.

Der Autor

Prof. Dr. Hilmar Grundmann ist Professor

für Erziehungswissenschaft

mit dem Schwerpunkt Didaktik der

deutschen Sprache und Literatur an

der Universität Hamburg.

LITERATUR

(1) Hilmar Grundmann, Bildung und Integration,

Frankfurt am Main 2010

(2) Eckhard Klieme u. a., PISA 2009. Bilanz nach

einem Jahrzehnt, Münster 2010

(3) Level-One-Studie , Presseheft, Universität

Hamburg, Frühjahr 2011

(4) Christian Efing/Nina Janich (Hrsg.), Der

Deutschunterricht (Sprache und Kommunikation

im Beruf), Heft 1/2007


Pisa-Studie 2009: Trotz leichter Verbesserungen bleiben deutsche Schüler

Mittelmaß.

Die größte Überraschung: Nicht mehr die Schüler mit Migrationshintergrund

sind das eigentliche Problem, sondern die Jungen.

Die wichtigste Erkenntnis: Im öffentlichen Bewusstsein ist der Stellenwert

der Bildung gestiegen, vor allem im Bewusstsein der sogenannten

bildungsfernen Schichten.

Was sich nicht geändert hat: Der unmittelbare Zusammenhang zwischen

schulischen Leistungen und Sozialschichtzugehörigkeit.

Was neu ist: Der unmittelbare Zusammenhang zwischen sozialem Umfeld

der Schule und den Lernleistungen der Schüler

20 Flügelstift 2/2011


Daten & Fakten

DIN 5008 – das Regelwerk ist die Richtschnur

Ziele der Überarbeitung

Bei der Überarbeitung der „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung“ (DIN 5008) stand ein bewährtes Rezept Pate: Erfahrungen

der Praxis und Erkenntnisse der Rationalisierung. Mit der Kombination dieser Elemente lässt es sich einmal mehr vortrefflich

arbeiten, hat man doch von vornherein die Gewissheit, dass es sich bei einem Regelwerk um einen verlässlichen Leitfaden handelt. Da

spielen, wie man das von einem Regelwerk erwartet, allgemein verbindliche Grundsätze die wichtigste Rolle. Im Besonderen wurde bei

der Neuedition der DIN 5008 auf eine größere Einfachheit in Bezug auf die Gestaltung von Schriftstücken geachtet. Ganz generell: DIN 5008

legt nicht fest, was zu schreiben ist, sondern wie eine Textpassage oder ein vorgegebener Inhalt regelgerecht dargestellt werden.

Unterschiede zur Vorgängerausgabe von DIN 5008 bzw. DIN 676

DIN 5008 vom Mai 2005 und DIN 676 vom Mai 1995 wurden generalüberholt. Insgesamt sind davon 15 Änderungen betroffen:

• DIN 676:1995-05 als Abschnitt 16 „Aufbau und Gestaltung von Briefvordrucken und -vorlagen“ ist bereits zu einem früheren Zeitpunkt

in die DIN 5008:2005-05 eingearbeitet worden. Ergänzend wurde der Abschnitt 17 (vorher 14) – „Nutzung von Briefvordrucken und

-vorlagen“ – angepasst.

• Endlosformate und Kurzleitwörter aus DIN 676 wurden nicht mehr berücksichtigt.

• Zu den Abschnitten 4 bis 9 („Wörter“, „Zwischenräume“, „Schriftzeichen für Wörter“, „Rechenzeichen“, „Zahlengliederungen“ und

„Zahlenaufstellungen“) wurden explizite Anforderungen aufgenommen mit dem Ziel, eine durchgängige Textgestaltung zu erreichen.

Auffallend ist, dass die Abschnittsüberschriften gestrafft wurden.

• Abschnitt 7.8 („Unterführungszeichen statt Wortwiederholung“) wurde gestrichen.

• Die Abschnitte 13 („Diagramme und Abbildungen“) und 15 („Längere Texte“) wurden neu eingefügt.

• Eingeführt wurden bei Abschnitt 16.9 (vorher in DIN 676): „Normbezeichnungen für Vorlagen Form A und Form B“.

• In den Abschnitten 16.3 (Formen für Geschäftsbriefvorlagen“), 17.8 („Bezugszeichen und Kommunikationsangaben“) und Anhang E

(„Anwendungsbeispiele“) wird auf die Bedeutung des Informationsblocks aufmerksam gemacht.

• In Abschnitt 17.7.1 („Allgemeines zum Anschriftfeld“) erfolgt ein Hinweis auf die Neuregelung zur Gliederung des Anschriftfeldes mit

Rücksendeangabe.

• Anhang B („Angaben für Zeilenanfang und Zeilenende“): Umstellung auf ein einheitliches Raster von 25 mm. Allerdings: Das Anschriftfeld

und die Position von der oberen Blattkante sind von dieser Änderung nicht tangiert.

• Anhang D („Musteranschriften“): Eingefügt wurden die fünf neuen Musteranschriften e), o), p), s) und t).

• Anhang E („Anwendungsbeispiele“): Überarbeitet wurden alle Anwendungsbeispiele entsprechend des neuen 25-mm-Rasters einschließlich

der neuen Normbezeichnungen.

• Anhang G: wurde gestrichen. Noch relevante Erläuterungen wurden als Anmerkungen zum betreffenden Abschnitt aufgenommen.

• Alle Beispiele wurden an die aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln angepasst.

Neu: Abschnitt 13 – Diagramme und Abbildungen

Ein Diagramm ist als eigenständiges Element zu betrachten und besteht in der Regel aus einer Überschrift, der grafischen Darstellung von

Daten, Informationen oder Sachverhalten und ggf. einer Legende. Eine Abbildung ist eine dem Text erläuternd beigegebene Grafik, die

als Blickfang, der Illustration bzw. der Verdeutlichung des Textes dient. Grafiken sind eigenständige Dateien unterschiedlicher Formate.

Es wird empfohlen, Diagramme mit einem angemessenen Abstand, mindestens jedoch einer Leerzeile, vom vorangehenden und zum

nachfolgenden Element anzuordnen, und zwar zentriert zwischen den Seitenrändern. Ein Diagramm sollte immer eine eigenständige

Überschrift haben. Der Diagrammtyp muss geeignet sein, die abzubildenden Werte darzustellen. Zum Beispiel darf bei einer 3-D-Ansicht

keine sichtbare Verzerrung entstehen. Ist eine hohe Genauigkeit erwünscht, sollte eine 2-D-Ansicht benutzt werden. Eine Abbildung

hat in der Regel eine Bildunterschrift, die zum besseren Lesen hervorgehoben wird, z. B. kleinere Schrift, kursiv, zentriert unterhalb der

Abbildung. Eine Bildunterschrift beschreibt, was auf der Abbildung zu sehen ist. Die Quelle sollte direkt an der Abbildung oder nummeriert

in einem Abbildungsnachweis angegeben werden.

Neu: Abschnitt 15 – Längere Texte

Für Berichte oder Facharbeiten ist ein einheitliches Layout festzulegen, das der besseren Übersicht dient. Zur Unterstützung der Arbeit

sollten Dokument- und Formatvorlagen verwendet werden. Der gesamte Text ist in einer einheitlichen Schriftart mit festgelegtem Zeilenabstand

zu formatieren. Für Überschriften, Kopf- und Fußzeilen darf die Standardschriftgröße verändert werden. Innerhalb des Textes

dürfen Zitate z. B. in Anführungszeichen oder Anmerkungen dazu in eckigen Klammern aufgenommen werden. Seitenränder sollten

dem Zweck des Schriftstücks angepasst werden. Bewährt hat sich ein innerer Seitenrand von 25 mm. Ein Text darf ein- oder mehrspaltig

sein. Eine Marginalspalte erleichtert das Lesen und befindet sich am äußeren Seitenrand des Textes. Sie darf auch als stichpunktartige

Zusammenfassung verwendet werden. Wenn es aus Darstellungsgründen erforderlich ist, Seiten im Querformat einzufügen, sollten diese

gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Kopf- und Fußzeilen werden nicht mit gedreht. Die Kopfzeile erhält in der Regel die Titelzeile

und rechtsbündig die Seitenzahl. Letztere kann alternativ auch in der Fußzeile aufgeführt werden. Ab einer Textlänge von zehn Seiten

ist ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen. (Peter Flühr)

Quelle: Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung, 5. Auflage 2011, Beuth Verlag GmbH

Flügelstift 2/2011

21


Aus Schule und Wirtschaft

BLLV-Studie

Begeistert für die Schule, zermürbt

vom Alltag

Eine aktuelle Studie des Bayerischen

Lehrer- und Lehrerinnenverbandes

(BLLV) mit dem Titel „Eigentlich wollte

ich …“ belegt: Die meisten Lehrkräfte

lieben ihren Beruf und haben

ein ambitioniertes Berufsverständnis.

Allerdings fühlen sich Lehrer/-innen

wenig unterstützt, weil Beratungsfachkräfte,

Sozialpädagogen, sonderpädagogische

Dienste oder bedarfsgerechte

Förderkurse fehlen. Die

meisten der rund 3 000 Befragten

empfinden schulpolitische Zwänge

und wachsende Bürokratisierung als

belastend. Für 81 % der Lehrer/-innen

stellen Aufgaben außerhalb des

Unterrichts, wie Abfragen, Verteilung

von Bildungsgutscheinen oder

Verwaltungsaufgaben, eine große

Belastung dar, 43 % halten sie für

extrem. „Die zusätzlichen Verpflichtungen

türmen sich, gleichzeitig fehlt

Personal. Lehrer fühlen sich in ihrem

Engagement ausgebremst, weil sie

ständig an Grenzen stoßen. Pädagogisches

Selbstverständnis und Schulrealität

klaffen weit auseinander. Dieser

Befund ist alarmierend“, warnte

BLLV-Präsident Klaus Wenzel bei der

Präsentation der Studie.

Weitere Informationen unter:

www.bllv.de

Deutscher Qualifikationsrahmen

BIBB empfiehlt Zuordnung der

Hochschulreife auf Stufe 4

Das Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) spricht sich in seinen „Empfehlungen

zur Zuordnung der allgemeinen

Hochschulreife im Verhältnis

zu Berufsabschlüssen auch im

europäischen Vergleich“ dafür aus,

die Hochschulreife einheitlich dem

DQR-Niveau 4 zuzuordnen. Begründung:

Das Qualifikationsniveau der

Allgemeinen Hochschulreife (AHR)

korrespondiere nicht – wie vom Schulausschuss

der Kultusministerkonferenz

(KMK) vorgeschlagen – mit den

Anforderungen des DQR-Niveau 5.

Eine derartig hohe Zuordnung würde

die Idee des lebenslangen Lernens

konterkarieren und suggerieren, dass

mit der AHR bereits über 60 % einer

lebenslangen Qualifizierung erreicht

sind, obwohl lediglich die Grundlagen

für eine berufliche Qualifizierung

vorliegen. Im Vergleich zur AHR seien

die drei- bzw. dreieinhalbjährigen Berufe

aufgrund der hohen Komplexität

beruflicher Handlungsfähigkeit gleichwertig

einzuordnen. Der europäische

Vergleich zeige auch, dass die AHR

überwiegend dem Niveau 4 zugeordnet

wird – ebenso wie die berufliche

Ausbildung.

DIHK-Umfrage

Weitere Informationen unter:

www.bibb.de

Unternehmen setzen verstärkt

auf Weiterbildung

Unternehmen investieren deutlich

mehr in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Das hat die Umfrage „Weiterbildung

2011“ des Deutschen Industrie-

und Handelskammertags (DIHK)

unter 14 000 Unternehmen ergeben.

Demnach wollen 38 % der Betriebe

ihr Engagement ausbauen und 60 %

das bisherige Niveau halten. DIHK-

Präsident Hans Heinrich Driftmann

sieht darin vor allem eine Reaktion

auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel:

„Unternehmen engagieren

sich, um ihre Wettbewerbsfähigkeit

zu sichern.“ Es sei aber auch wichtig,

dass Mitarbeiter ebenfalls bereit

seien, sich durch Weiterbildung beruflich

fit zu halten. Weiterbildung ist

laut Umfrage das mit Abstand wichtigste

Instrument für Betriebe, um

trotz des Ausscheidens vieler älterer

Arbeitnehmer wettbewerbsfähig zu

bleiben. 59 % setzen darauf, die personellen

Lücken mit Hilfe von Weiterbildung

zu schließen, jeder Dritte

will mehr ausbilden. Aus Sicht der

Betriebe mangele es häufig an betriebsspezifischen

Weiterbildungsangeboten.

Hier seien Bildungsträger

stärker gefordert.

Weitere Informationen unter:

www.dihk.de

IW-Schulbuchanalyse

Ökonomie:

Unternehmerperspektive fehlt

Wirtschaftsthemen werden an allgemeinbildenden

Schulen nicht ausreichend

und sachlich angemessen behandelt.

Zu diesem Ergebnis kommt

eine Analyse des Instituts der deutschen

Wirtschaft Köln (IW), die bundesweit

155 Schulbücher und 55 Lehrpläne

gesellschaftswissenschaftlicher

Fächer unter die Lupe genommen hat.

Die meisten Lehrpläne und Schulbücher

legen ein zu eng begrenztes Wirtschaftsbild

zugrunde, heißt es. Das sei

darauf zurückzuführen, dass einzelne

Themenbereiche und Perspektiven im

Schulalltag dominieren, während andere

ausgeblendet blieben. Allgegenwärtig

seien z. B. die Themen Strukturwandel,

Verteilungsgerechtigkeit

und Arbeitslosigkeit – sie kommen

in vier von fünf Schulbüchern vor.

Diese Phänomene repräsentierten

Szenarien, die einen marktkritischen

und mitunter marktpessimistischen

Blick auf die Wirtschaft werfen, was

eine sachliche ökonomische Sicht der

Dinge erschwere. Die meisten Schulbücher

stellten den Strukturwandel

als einen Prozess dar, der mit technischen

Innovationen einhergeht, die

neue Anforderungen an Arbeitnehmer

stellen und sogar Jobs kosten können.

Die Perspektive des Firmenchefs aber,

der sich dem Strukturwandel aus rationalen

Gründen stellen muss, werde

komplett ausgespart. Auch den

risikobereiten Unternehmer, der mit

neuen Geschäftsmodellen zusätzliche

Arbeitsplätze schafft, suche man in

den Büchern vergebens.

Weitere Informationen unter:

www.iwkoeln.de

22 Flügelstift 2/2011


Aus Schule und Wirtschaft

Schul/Banker

Mit Bankenplanspiel im

virtuellen Chefsessel

Einmal selbst Banker sein, eine Bank

verantwortlich führen und im Team

eine Vielzahl von Entscheidungen

treffen, die auch in der Realität vom

Management einer Bank getroffen

werden – das erleben Schüler/-innen

bei Schul/Banker, dem jährlich stattfindenden

Bankenplanspiel des Bundesverbandes

deutscher Banken. Seit

Beginn des Planspiels vor 13 Jahren

haben mehr als 54 000 Jugendliche

daran teilgenommen. Mitmachen

können Schüler/-innen in der Erstausbildung

bis 21 Jahre, die Allgemeinbildende

Gymnasien, Gesamtschulen,

Berufliche Gymnasien oder Realschulen,

Jahrgangsstufe 10, besuchen.

Die Anmeldung ist noch bis zum 30.

September 2011 möglich, die Vorrunde

wird als Fernplanspiel über sechs

Spielrunden von November 2011 bis

Februar 2012 ausgetragen, das Finale

findet vom 29. bis 31. März 2012 statt.

Ein Team besteht aus vier bis sechs

Schüler/-innen, die von einer Lehrkraft

betreut werden. Auf der Homepage

stehen Foliensätze und Begleitblätter

für die Betreuung des Planspiels im

Unterricht zum Download bereit.

Weitere Informationen unter:

www.schulbanker.de

Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs

Berufliche Bildung, den im Frühjahr

2011 veröffentlichten Berufsbildungsbericht

der Bundesregierung.

„Es kann nicht angehen, dass viele

Unternehmen nur die besten Schulabgänger

aussuchen, den Rest als

‚nicht ausbildungsfähig’ abschreiben

und gleichzeitig nach ausländischen

Fachkräften schreien. Es ist ein Skandal,

dass weiterhin 1,5 Millionen Menschen

im Alter von 20 bis 29 Jahren

keinen Berufsabschluss haben“, betonte

Odenwald. Das seien 17 % dieser

Altersgruppe. Hintergrund: 2010

sind 560 000 Ausbildungsverträge

abgeschlossen worden. 84 600 junge

Menschen, die die Bundesagentur für

Arbeit als „ausbildungsreif“ eingestuft

hat, haben keinen Ausbildungsplatz

erhalten. Diese Zahl übertrifft die

19 600 noch offenen Ausbildungsplatzangebote

um das Vierfache.

Weitere Informationen unter:

www.gew.de

Ausbildungsstellenmarkt

Zahl der Jugendlichen im Übergangsbereich

rückläufig

Laut Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) ist die Zahl der Jugendlichen,

die bei der Ausbildungsplatzsuche

erfolglos blieben, stark rückläufig

(vgl. Abb. 1). Mündeten 2005 noch

mehr als 417 600 Jugendliche in das

so genannte „Übergangssystem“, so

waren dies 2010 nach Berechnungen

der integrierten Ausbildungsberichterstattung

(iABE) noch rund 323 700

(-22,5 %). BIBB-Präsident Prof. Dr.

Friedrich Hubert Esser begrüßte diese

Entwicklung, mahnte jedoch mit Blick

auf das am 1. August 2011 begonnene

neue Ausbildungsjahr: „Die Wirtschaft

muss alles daran setzen, noch offene

Ausbildungsstellen zu besetzen. Ausbildungsfähige

Jugendliche gehören

nicht in ,Warteschleifen‘.“ Zugleich

warb der Präsident: „Die duale Berufsausbildung

bietet auch für Abiturienten

attraktive Alternativen zum

Studium.“ Hierfür sei es erforderlich,

dass Betriebe ihre Ausbildungsplatzangebote

auf hohem Niveau hielten,

sonst drohe ein Verdrängungswettbewerb

zu Lasten der weniger qualifizierten

Schüler. Dass man sich auf

dem richtigen Weg befinde, zeigten

die neuesten Daten der Bundesagentur

für Arbeit (BA), wonach die Zahl

der Ausbildungsplätze im Vergleich

zum Vorjahr um mehr als 40 000 gestiegen

ist.

Weitere Informationen unter:

www.bibb.de

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Forderung nach mehr Ausbildungsplätzen

an Berufsschulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

(GEW) setzt sich für mehr

Ausbildungsplätze an beruflichen

Schulen ein. Diese sollten gegenüber

einer betrieblichen Ausbildung gleichwertig

sein. Ziel sei es, das unzureichende

Ausbildungsplatzangebot zu

ergänzen. „Wenn die Unternehmen

nicht in der Lage sind, genügend Ausbildungsverträge

anzubieten, muss

der Staat in die Bresche springen“,

kommentierte Stephanie Odenwald,

Abb. 1: Einmündungen in den Sektor des Ausbildungsgeschehens 2005 bis 2010

(Quelle: Integrierte Ausbildungsberichterstattung; Datenstand März 2011)

Flügelstift 2/2011

23


druckfrisch

Tourismus und Reisen

Das komplette Wissen für Tourismuskaufleute

Erfolgreich handeln und

verkaufen in tourismusund

reiseunternehmen

Schülerbuch und cD, 608 Seiten

3., neu bearbeitete Auflage, 2011

ISBN: 978-3-8045-5053-7

35,95 €

lösungen, 104 Seiten

ISBN: 978-3-8045-5054-4

15,00 €

Aktuell und gewohnt zuverlässig werden

die Inhalte aus

Touristik,

Ökonomie,

Kommunikation,

Buchhaltung,

Kostenrechnung und

Englisch

vermittelt.

Erfolgreich handeln und verkaufen

in tourismus- und reiseunternehmen

Das bewährte Kompendium für Wirtschaft

und Marketing wurde um die

Themenbereiche Touristik, Geografie

und Leistungsträger ergänzt und wird

rechnungswesen

in tourismus- und

reiseunternehmen

Schülerbuch, 264 Seiten

8., neu bearbeitete Auflage, 2011

ISBN: 978-3-8045-6498-5

24,95 €

lösungen, 76 Seiten

ISBN: 978-3-8045-6499-2

14,00 €

Arbeitsheft, 28 Seiten

ISBN: 978-3-8045-6500-5

7,95 €

dadurch sowohl der zunehmenden

Komplexität im Ausbildungsberuf als

auch den differenzierten Kundenwünschen

und Leistungen in Tourismusund

Reiseunternehmen gerecht.

Es deckt die Lernfelder 1, 2, 3, 4, 7,

8, 9, 10, 12 und 13 des neuen KMK-

Rahmenlehrplans für Tourismuskaufleute

ab.

rechnungswesen in tourismusund

reiseunternehmen

Das Buch behandelt die Lernfelder 5,

6 und 11 des neuen KMK-Rahmenlehrplans

für Tourismuskaufleute ausführlich

und griffig zugleich.

English for travel

and tourism

Schülerbuch, 124 Seiten

1. Auflage, 2010

ISBN: 978-3-8045-5075-9

19,50 €

lösungen, 96 Seiten

ISBN: 978-3-8045-5076-6

16,00 €

English for travel and tourism

Das kombinierte Lern-/Arbeitsbuch

geht auf die gesamte touristische

Wertschöpfungskette ein. Zahlreiche

authentische Texte und thematische

Schwerpunkte aus dem Alltag der Auszubildenden

gewährleisten einen hohen

Praxisbezug. Alle Texte liegen als

Hörtexte auf CD bei. Binnendifferenzierung

ist aufgrund der Unterteilung

jeder Unit in die Einheiten „Basics“

und „More“ möglich. Die Aufgaben

richten sich nach den KMK-Anforderungen

und bereiten strukturiert auf

die Fremdsprachenzertifikatsprüfung

vor. Ein Grammatik- und Vokabelteil

am Ende jeder Unit dienen der Übung

und Vertiefung.

24 Flügelstift 2/2011


druckfrisch

Kolumnentitel

erleichtern

die Orientierung

Grafische Darstellungen

visualisieren die Textinhalte

schülergerecht

Beispiele

veranschaulichen den Lerninhalt

Jedes Lernfeld

hat eine eigene Farbe

Tabellen

stellen Fachinhalte

prägnant und

übersichtlich dar

Flügelstift 2/2011

25


druckfrisch

Steuerlehre

Ein Plus an Übersicht

steuerlehre

für Steuerfachangestellte

Veranlagung 2011

Schülerbuch, 608 Seiten,

38., überarbeitete Auflage, 2011

ISBN: 978-3-8045-3880-1

36,95 €

Im Juli 2011 hat die seit Jahrzehnten

in den Berufsschulen etablierte Steuerlehre

ein neues Gesicht erhalten.

Die 38. Auflage des Lehrbuches zeigt

sich in Farbe, aufgeräumt und klar

strukturiert.

Die Redaktion des Flügelstift hat mit

der Autorin Jutta Stüsgen über die

Neuauflage des Buches gesprochen.

Frau Stüsgen, was war die größte

Herausforderung bei der Arbeit an

der Neuauflage der Steuerlehre

Wichtig ist uns, dass die Nutzer die

Grundzüge der Steuerarten kennen

und das erworbene Wissen dann

auch anwenden können. Wir legen

also Wert auf die Aufgaben, die entsprechend

praxisnah sein sollen. Daneben

wollen wir natürlich in Texten

und Aufgaben immer aktuell sein. Das

ist im Medium Buch natürlich schwierig.

Mit Erscheinen des Buches können

sich schon wieder Änderungen

ergeben haben gegenüber dem Zeitraum,

in dem wir an den Texten und

Aufgaben gearbeitet haben.

Was ist neu an der Steuerlehre

Der Verlag hat das Layout grundlegend

verändert. Die Seiten sind nun

klar strukturiert, man sieht direkt, wo

Beispiele zu einem Sachverhalt stehen.

Die Farbigkeit schafft Übersicht.

Man kann nun in den komplexen men sehen, wo man sich gerade im

The-

Inhalt befindet. Wir haben eine Art

„Navi-Leiste“ über die Kapitel gesetzt,

über die die Struktur der einzelnen

Steuerarten sichtbar bleibt.

Die Übungsaufgaben stehen nun

kompakt am Ende der Kapitel. Auch

das schafft Übersicht und mehr Ruhe

im Buch. Natürlich haben wir die

vielen Wiederholungsfragen im Buch

belassen. Denn auch sie helfen bei

der Vorbereitung auf die Prüfungen.

Warum die vielen Übersichten im

Lehrbuch

Weil diese Übersichten für die visuellen

Lerntypen unter den Lesern den

Stoff in seiner Struktur anbieten und

visuell aufbereiten. Viele Auszubildende

können sich Zusammenhänge

so besser einprägen. Die Übersichten

dienen auch gleichzeitig als Zusammenfassungen.

Warum sind Sie als Autorin zur

Steuerlehre gekommen

In erster Linie möchte ich meine

Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht

mit Steuerfachangestellten

weitergeben und eigene Aufzeichnungen

und Prüfungsvorbereitungen

einbringen. Ich unterrichte gerne und

bin seit Jahren Mitglied im Prüfungsausschuss

der Steuerfachangestellten

und Steuerfachwirte. Ich bin nah an

den Auszubildenden und möchte ihnen

die Freude am Steuerrecht vermitteln.

Das kann man mithilfe eines

Schulbuches ganz gut, denke ich.

Was ist Ihr Anspruch als Autorin

und Dozentin

Es geht mir darum, Zusammenhänge

aufzudecken. Dabei soll der Leser

angeregt werden, ins Gesetz zu

schauen und damit zu arbeiten. Auch

soll das Lernen durch das Setzen von

Prioritäten erleichtert werden: das

Wichtige ist auf den Punkt gebracht,

weniger Wichtiges wird am Rande

ergänzt. Und der Leser soll die Praxis

kennen lernen. Daher auch die vielen

Übungsfälle.

Was wünschen Sie sich für Ihre weitere

Arbeit an dem Lehrbuch

Es ist immer toll, wenn man Rückmeldungen

zum Buch bekommt. Damit

meine ich nicht nur das Aussehen des

Buches. Uns geht es um Feedback zu

den Inhalten und zu den Übungen.

Wir wollen das Buch weiterhin im

Sinne der Nutzer verbessern. Daher

freuen wir uns über Anregungen und

auch über Kritik.

26 Flügelstift 2/2011


druckfrisch

Thema des Kapitels

aktuelles Thema

Kapitelstruktur

zur Orientierung

Kapitel 2

Abgabenordnung

und Finanzgerichtsordnung

Zuständigkeit

Verwaltungsakt

Rechtsbehelfsverfahren

Fristen und Termine

Verjährung

Steuerstraftaten und

-ordnungswidrigkeiten

Buchführungs- und

Aufzeichnungspflicht

Kapitel 2

2.2.3 Bekanntgabe und Wirksamkeit eines Verwaltungsaktes

Ein Verwaltungsakt wird gegenüber demjenigengabe

zur Post (als gewöhnlicher Brief) als be-

grundsätzlich mit dem dritten Tage nach Aufkannt

gegeben. Der dritte Tag nach Aufgabe

▪ für den er bestimmt ist oder

zur Post gilt auch dann als Tag der Bekanntgabe

( Zugangsvermutung), wenn z. B.

▪ der von ihm betroffen wird,

in dem Zeitpunkt wirksam, in dem er ihm bekannt

gegeben wird (§ 124 Abs. 1 Satz 1 AO).

▪ der Empfänger von dem Schriftstück erst

später Kenntnis bekommt, weil er z. B. verreist

war,

Ohne Bekanntgabe wird der Verwaltungsakt

nicht wirksam. Er wird mit dem Inhalt ▪ der Verwaltungsakt tatsächlich schon früher,

z. B. schon am nächsten Tag, zugegan-

wirksam, mit dem er bekannt gegeben wird

(§ 124 Abs. 1 Satz 2 AO).

gen ist.

Bis zur Bekanntgabe ist der Verwaltungsakt Fällt jedoch der dritte Tag nach Aufgabe zur

un wirksam und er kann ohne Weiteres jederzeit

rückgängig gemacht oder geändert werlichen

Feiertag, so gilt der Verwaltungsakt erst

Post auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzden.

am nächstfolgenden Werktag als bekannt gegeben

(Abschnitt 78 Nr. 2 AEAO).

Beispiel

Beispiel

Die Vorladung eines Steuerpflichtigen, zu

einer Besprechung ins Finanzamt zu kommen, Das Finanzamt gibt den Einkommensteuerbescheid

des Steuerpflichtigen am Mittwoch

ist versehentlich nicht abgesandt worden.

zur Post. Die Bekanntgabe kann nicht vor

Die Vorladung ist unwirksam, weil sie nicht

dem folgenden Montag sein, da der dritte

bekannt gegeben worden ist.

Tag nach Aufgabe zur Post ein Samstag ist.

Gegebe nenfalls ist die Bekanntgabe erst am

Weicht der Akteninhalt vom erlassenen Verwaltungsakt

ab, wird der Verwaltungsakt mit ein gesetzlicher Feiertag ist.

nächstfolgenden Werktag, wenn der Montag

dem bekannt gegebenen Inhalt wirksam.

Verwaltungsakt

Form des Verwaltungsaktes

Bekanntgabe (§ 122 AO)

(§ 119 AO)

und Wirksamkeit (§ 124 AO)

Kap. 2.2.1 Kap. 2.2.3

n schriftliche Form, wenn gesetzlich

n keine Wirksamkeit ohne Bekanntgabe

vorgeschrieben, z. B. für Steuerbescheide

nach § 157 Abs. 1 AO

Postübermittlung (§ 122 Abs. 2 AO)

n gebräuchlichste Bekanntgabe:

n sonst formlos (kann schriftlich,

n Tag der Bekanntgabe:

mündlich oder in anderer Weise

3. Tag nach Aufgabe zur Post

erlassen werden)

(§ 122 Abs. 2 Nr. 1 AO)

Art des Verwaltungsaktes

Kap. 2.2.2

Steuerbescheide (§ 155 Abs. 1 AO)

Verwaltungsakte, die keine

und gleichgestellte Verwaltungsakte Steuerbescheide sind (§ 118 AO)

n Steuerbescheide zur USt, ESt,

n Stundungen

GewSt usw.

n Fristverlängerungen

n Feststellungsbescheide

n Zahlungsaufforderungen u. a.

2.2.4 Berichtigung und Aufhebung von Steuerbescheiden

Verwaltungsakt

(Form, Art, Bekanntgabe,

Wirksamkeit)

einprägsame Übersichten

Verweise zu den

passenden Kapiteln

> Übung 11, Seite 67

Ein Verwaltungsakt kann schriftlich, mündlich

oder in anderer Weise erlassen werden.

Ein mündlicher Verwaltungsakt ist schriftlich

zu bestätigen, wenn hieran ein berechtigtes Interesse

besteht und der Betreffende dies unverzüglich

verlangt (§ 119 Abs. 2 AO).

Schriftliche Verwaltungsakte werden in der

Regel bekannt gegeben

▪ durch Postübermittlung (§ 122 Abs. 2 AO)

oder

▪ durch öffentliche Bekanntgabe (§ 122

Abs. 3 und 4 AO).

Wird der Verwaltungsakt durch Postübermittlung

bekannt gegeben, so gilt er bei einer

Übermittlung im Geltungsbereich der AO

Bei einer Postübermittlung an einen Empfänger

außerhalb des Geltungsbereichs der AO

gilt der Verwaltungakt erst einen Monat nach

Aufgabe zur Post als bekannt gegeben (§ 122

Abs. 2 Nr. 2 AO).

Die öffentliche Bekanntgabe ist nur möglich

als öffentliche Zustellung nach § 15 Verwaltungszustellungsgesetz

(VwZG). Der Verwaltungsakt

kann danach nur öffentlich zugestellt

werden (Aushang im Finanzamt), wenn

der Aufenthaltsort des Empfängers unbekannt

oder die Zustellung aus anderen Gründen undurchführbar

ist bzw. keinen Erfolg verspricht

(z. B. Zustellung im Ausland bei unbekannter

Anschrift).

Bei Korrekturen von Steuerbescheiden und

Steuer festsetzungen spricht die Abgabenordnung

von Aufhebung und Änderung (siehe

dazu §§ 164 Abs. 2, 172 und 173 AO). Aufhebung

liegt vor, wenn der Steuerbescheid ersatzlos

wegfällt. Bei einer Änderung wird der

Inhalt nur teilweise korrigiert. Sowohl die Aufhebung

als auch die Änderung sind aber letzten

Endes einer Berichtigung gleichzusetzen.

Änderung von Verwaltungsakten im

Rechtsbehelfsverfahren

Innerhalb der Einspruchsfrist (ein Monat nach

Be kanntgabe) kann ein Verwaltungsakt, der

sachliche Streit fragen enthält, durch Rechtsbehelf

(z. B. Ein spruch, Klage beim Finanzgericht)

angefochten werden.

schen Wirksamkeit und Bestandskraft eines

Verwaltungs aktes besteht darin, dass die

Wirksamkeit schon mit der Bekanntgabe eintritt,

die Bestandskraft aber erst nach Ablauf

der Rechtsbehelfsfrist.

Die Bestandskraft eines Verwaltungsaktes

tritt auch durch Rechtsbehelfsverzicht (§ 354

AO) oder durch Rücknahme eines eingelegten

Rechtsbehelfs nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist

(§ 362 AO) ein.

Offenbare Unrichtigkeit

Nach § 129 AO können die Finanzbehörden

▪ Schreibfehler, Rechenfehler oder

▪ ähnliche offenbare Unrichtigkeiten (Unachtsamkeit/Flüchtigkeit),

Nach Ablauf der Einspruchsfrist ist ein Verwaltungsakt

grundsätzlich unanfechtbar, d. h.,

er ist be standskräftig. Der Unterschied zwi-

die beim Erlass eines Verwaltungsaktes unterlaufen

sind, jederzeit berichtigen. Diese Vorschrift

gilt für alle Verwaltungsakte.

36 388036

388037

37

Hinweise auf

passende Übungen

viele Beispiele

Kapitel 4

Einkommensteuer

Wesen der

Einkommensteuer

Steuerpflicht

Bemessungsgrundlage

Einkunftsarten

Gewinnermittlungsarten

Sonderausgaben . . .

Kapitel 4

4.4.7.4 Einkünfte aus Leistungen

AUFGABEN

Sonstige Einkünfte

Das sind nach § 22 Nr. 3 EStG Einkünfte aus sind steuerfrei, wenn sie weniger als 256,00 €

bestimmten Leistungen, die weder zu den anderen

Einkunftsarten (§ 2 Abs. 1 Nr. 1–6 EStG) die Werbungskosten die Einnahmen, darf der

im Kalenderjahr betragen haben. Übersteigen

noch zu den Einkünften aus wiederkehrenden übersteigende Betrag (Verlust) bei der Ermittlung

des Einkommens nicht mit positiven Ein-

Bezügen, Unterhaltsleistungen, privaten Veräußerungsgeschäften

oder Abgeordnetenbezügen

(§ 22 Nr. 1, 1a, 2 und 4 EStG) gehören. 3 EStG), auch hier ist der Verlustabzug mit pokünften

ausgeglichen werden (§ 22 Nr. 3 Satz

Dies sind z. B. die Einkünfte aus gelegentlichen

Vermittlungen und aus der Vermietung jahres oder der Folgejahre möglich, § 22 Nr. 3

sitiven Einkünften aus Leistungen des Vor-

beweglicher Gegenstände. Solche Einkünfte Satz 4 EStG.

ZUSAMMENFASSUNG

Sonstige Einkünfte

1. Welche Arten der sonstigen Einkünfte

gibt es

2. Was sind wiederkehrende Bezüge im Sinne

des § 22 Nr. 1 EStG

3. Warum sind Pensionen früherer Beamter

keine wiederkehrenden Bezüge im Sinne

des § 22 Nr. 1 EStG

4. Mit welchem Wert wird die Rente aus der

Sozialversicherung eines Angestellten oder

Arbeiters bei der Ermittlung der sonstigen

Einkünfte als Einnahme angesetzt

5. Wie hoch ist der Werbungskosten-Pauschbetrag

bei den wiederkehrenden Bezügen

6. Erläutern Sie die Einkünfte aus Unterhaltsleistungen

7. Was verstehen Sie unter privaten Veräußerungsgeschäften

im Sinne des § 22 Nr. 2

EStG

8. Wie wird der Gewinn oder Verlust aus privaten

Veräußerungsgeschäften errechnet

9. Inwieweit bleiben Gewinne aus privaten

Veräußerungsgeschäften steuerfrei

10. Ist der Ausgleich von Verlusten aus privaten

Veräußerungsgeschäften möglich

11. Inwieweit sind Einkünfte aus Leistungen im

Sinne des § 22 Nr. 3 EStG steuerfrei

Wiederholungsaufgaben

Einkünfte aus wiederkehrenden

Bezügen

Einkünfte aus Unterhaltsleistungen

Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften

Einkünfte aus Leistungen

Einkünfte aus

wiederkehrenden

Bezügen

(§ 22 Nr. 1 EStG)

z. B. Renten

aus der Sozialversicherung

Besteuerungsanteil

– Werbungskosten

(Pauschbetrag

102,00 €)

= Einkünfte

Einkünfte aus

privaten

Veräußerungsgeschäften

(§ 22 Nr. 2 EStG)

Fristen:

a) bei Gebäuden

nicht mehr als

10 Jahre

b) bei anderen Wirtschaftsgütern

nicht mehr als

1 Jahr

Gewinn steuerfrei,

wenn weniger als

600,00 €

Einkünfte aus

Unterhaltsleistungen

(§ 22 Nr. 1a EStG)

bei geschiedenen

oder dauernd

getrennt lebenden

Ehegatten

vereinnahmte

Unterhaltsleistungen

(Höchstbetrag

13.805,00 €)

– Werbungskosten

(Pauschbetrag

102,00 €)

= Einkünfte

Einkünfte aus

Leistungen

(§ 22 Nr. 3 EStG)

z. B. aus

der Vermietung

beweglicher

Gegenstände

Einkünfte steuerfrei,

wenn weniger als

256,00 €

VERTIEFENDE ÜBUNGEN

1. Wie hoch sind die sonstigen Einkünfte

in den Jahren a) 2007, b) 2008, c) 2009,

d) 2010 und e) 2011

Fall 1:

Jürgen Buchholz bezieht ab 1. Mai 2007

eine Rente aus der Sozialversicherung von

monatlich 1.250,00 €. Bei Beginn der Rente

war er 63 Jahre alt.

Fall 2:

Oskar Cronin ist Sozialversicherungsrentner

und bezog seit 2006 bis zu seinem

Tode im Jahr 2007 eine jährliche Rente von

17.880,00 €. Seine Witwe Eva Cronin, 52

Jahre alt, erhält nach dem Tode ihres Mannes

Oskar ab dem 1. Sept. 2007 die „große

Witwenrente“ von monatlich 820,00 €. Eine

Erhöhung der Rente erfolgte in den Jahren

2007 und 2008 nicht.

Fall 3:

Der Bauingenieur Peter Jansen, 65 Jahre,

erhält seit dem 1. Aug. 2005 ein Altersruhegeld

von 4.800,00 € monatlich aus dem

berufständischen Versorgungswerk. Das

Altersruhegeld wird ab dem 1. Juli 2007 um

90,00 € monatlich erhöht.

Fall 4:

Maria Kleinloosen erhielt aufgrund ihrer

Erwerbsminderung seit fünf Jahren eine

Erwerbsminderungsrente von monatlich

750,00 €. Nach Vollendung des 63. Lebensjahres

erhält Frau Kleinloosen ab dem

1. Febr. 2008 die Regelaltersrente von

1.020,00 €.

Fall 5:

Aus einer privaten Rentenversicherung bezieht

der Handelsvertreter Franz Maß nach

Vollendung seines 66. Lebensjahres ab dem

1. Aug. 2007 eine Leibrente von monatlich

1.680,00 €.

Fall 6:

Ein Steuerpflichtiger in Kassel hat ab 1. Aug.

2007 an seine geschiedene, unbeschränkt

steuerpflichtige Ehefrau Unterhaltsleistungen

von monatlich 1.300,00 € gezahlt. Für

2008 hat er Anfang d. J. eine einmalige

Unterhaltsleistung in Höhe von 15.600,00 €

gezahlt. Der Steuerpflichtige hat bei seinem

Finanzamt den Abzug der Unterhaltsleistungen

als Sonderausgaben nach § 10

Abs. 1 Nr. 1 EStG beantragt. Die Zustimmungserklärung

der geschiedenen Ehefrau

liegt vor.

2. Ermitteln Sie nur die sonstigen Einkünfte

im Sinne des § 22 EStG der Eheleute

Lösch für das vorige Jahr und stellen Sie

fest, in welcher Höhe diese Einkünfte

einkommensteuerpflichtig sind.

Thomas Lösch wird mit seiner Ehefrau

Renate geb. Lemke zusammen veranlagt.

Aus den Büchern und Unterlagen ergibt sich

unter anderem Folgendes:

1. Der Ehemann betreibt in Detmold eine

Landmaschinenfabrik. Er hat am 15. Jan.

2011 für 100.000,00 € im Nachbarort ein

unbebautes Grundstück als Abstellplatz

für fertige Landmaschinen erworben.

Übung 1:

Einkünfte aus

wiederkehrenden

Bezügen

Übung 2:

Private Veräußerungsgeschäfte

Themen der

Übungen und Fälle,

Zuordnung zum Lernstoff

Übungen und Fälle

312 3880312

3880313

313

Zusammenfassungen

am Ende der Kapitel

Flügelstift 2/2011

27


druckfrisch

Vorbereiten auf

Ausbildung und Beruf

Die Reihe für alle Formen der Berufsausbildungsvorbereitung

Wirtschaft und Verwaltung

Schülerbuch, 1. Auflage, 2011

ISBN: 978-3-14-290506-8

10,50 €

lehrerband

ISBN: 978-3-14-290606-5

26,00 €

Die neue Reihe „Vorbereiten auf Ausbildung

und Beruf“ wurde für alle

Formen der Berufsausbildungsvorbereitung

entwickelt. Jedes Produkt

der Reihe besteht aus einem Schülerbuch

und einem begleitenden

Lehrerband.

Diese innovative Schulbuchreihe hat

sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen

bei der beruflichen Orientierung zu

unterstützen. Die Reihe setzt völlig

neue Maßstäbe für eine zielgruppengerechte

Unterrichtsgestaltung sowie

bei der individuellen Förderung von

Jugendlichen.

Die Bände für die Berufsfelder basieren

auf erprobten Qualifizierungsbausteinen

relevanter Berufe im jeweiligen

Berufsfeld und ermöglichen so

einen fundierten Einblick.

lager und handel

Schülerbuch, 1. Auflage, 2011

ISBN: 978-3-14-290507-4

10,50 €

lehrerband

ISBN: 978-3-14-290607-0

26,00 €

Die Themen-Bände greifen wichtige

Fragen aus dem Alltag junger Menschen

auf und beantworten sie handlungsorientiert.

Was ist neu an der Reihe

modernes Layout mit klarer Struktur

jeder Doppelseite,

Topic-Seiten als Lernanlass,

einfache Struktur der Inhalte mit

schlüssiger Text-Bild-Kombination,

zielgruppengerechte Ansprache,

inhaltliche Verzahnung zwischen

Berufsfeldern und Themen über

Aufgaben mit differenziertem

Schwierigkeitsgrad,

Zusammenfassungen zur Wissenssicherung.

Alle Titel dieser Reihe sind auf unterschiedlichste

Bedürfnisse von Jugendlichen

mit besonderem Förderbedarf

zugeschnitten.

Geld

Schülerbuch, 1. Auflage, 2009

ISBN: 978-3-14-290521-1

10,50 €

lehrerband

ISBN: 978-3-14-290621-8

26,00 €

Übergreifendes Prinzip: Theorie und

Praxis mit Alltags- und Lebensweltbezügen

zu verzahnen, damit das

Lernen Spaß macht.

Die Arbeit auf unterschiedlichen Niveaustufen,

die durch differenzierte

Aufgabenstellungen und Inhalte erreicht

werden, macht diese Bücher

bereits heute erfolgreich.

Jedes Schülerbuch wird durch einen

Lehrerband begleitet:

übergreifende Erläuterungen zum

Thema Berufsausbildungsvorbereitung,

methodisch-didaktische Umsetzungsempfehlungen,

differenziertes Arbeitsmaterial in

Form von Kopiervorlagen und

ein kompletter Lösungsteil für alle

Aufgaben im Schülerbuch und in

den Kopiervorlagen.

28 Flügelstift 2/2011


druckfrisch

Kapiteleinstieg

Topic-Seite

als Lernanlass

arbeitswelt

Schülerbuch, 1. Auflage, 2011

ISBN: 978-3-14-290524-2

10,50 €

lehrerband

ISBN: 978-3-14-290624-9

26,00 €

Weitere Informationen zu der Reihe „Vorbereiten auf Ausbildung und Beruf“

finden Sie unter www.westermann.de/bav.

Doppelseiten

einfache

Darstellungen

vielfältige

Aufgaben

modernes

Layout

und klare

Struktur

Tabellen

schaffen

Übersicht

Flügelstift 2/2011

29


Für den Unterricht

Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung

Thema: Bestimmung der Preisuntergrenze

Aufgabe 136

Die fixen Kosten bei einem Einproduktunternehmen betrugen im Oktober 60.000,00 € und die variablen

Kosten 120.000,00 €. Es wurden Umsatzerlöse in Höhe von 236.000,00 € erzielt.

Ermitteln Sie die kurzfristige und die langfristige Preisuntergrenze.

kurzfristige

Preisuntergrenze =

(Formel)

kurzfristige

Preisuntergrenze =

(Berechnung)

langfristige

Preisuntergrenze =

(Formel)

langfristige

Preisuntergrenze =

(Berechnung)

= €

Annahme von Zusatzaufträgen

Aufgabe 137

Kreuzen Sie die richtige(n) Aussage(n) an.

In einem Unternehmen stehen freie Kapazitäten zur Verfügung. Wonach richtet sich die Entscheidung für oder

gegen die Annahme eines Zusatzauftrags

a) Der Zusatzauftrag wird in jedem Fall angenommen.

b) Der Zusatzauftrag wird angenommen, wenn ein positiver Deckungsbeitrag realisiert werden kann.

c) Der Zusatzauftrag wird nur angenommen, wenn der Kunde den regulären Absatzpreis zahlt.

d) Der Zusatzauftrag wird nur angenommen, wenn der Auftraggeber ein guter Kunde ist.

e) Der Zusatzauftrag wird in keinem Fall angenommen.

Aufgabe 138

Ein Betrieb hat für ein Produkt variable Stückkosten in Höhe von 120,00 € und ein Betriebsergebnis in

Höhe von 80.000,00 € erzielt.

Wie viel € beträgt das Betriebsergebnis, wenn ein Zusatzauftrag für 2 000 Stück angenommen wird zu

einem Absatzpreis pro Stück von: a) 110,00 €, b) 120,00 €, c) 130,00 €

a) b) c)

Betriebsergebnis: 80.000,00 € 80.000,00 € 80.000,00 €

variable Stückkosten: 120,00 € 120,00 € 120,00 €

Zusatzauftrag: 2 000 Stück 2 000 Stück 2 000 Stück

Absatzpreis: 110,00 € 120,00 € 130,00 €

Stückdeckungsbeitrag:

Gesamtdeckungsbeitrag:

Betriebsergebnis:

30 Flügelstift 2/2011

© Winklers, aus „Industrielles Rechnungswesen IKR. Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung“, 978-3-8045-6664-4


Für den Unterricht

Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung

Thema: Bestimmung der Preisuntergrenze

In einem Industriebetrieb betragen in einer Abrechnungsperiode die fixen Kosten 60.000,00 € und die

variablen Stückkosten 9,00 €. Das fertige Erzeugnis wird mit einem Preis von 12,00 € abgesetzt.

Gegenwärtig entspricht der Beschäftigungsgrad von 75 % einer Ausbringungsmenge von 40 500 Stück.

a) Ermitteln Sie das Betriebsergebnis.

b) Ermitteln Sie den Deckungsbeitrag.

c) Dem Industriebetrieb wird ein Zusatzauftrag über 12 000 Stück angeboten. Stehen für eine Annahme

des Zusatzauftrags ausreichend freie Kapazitäten zur Verfügung

d) Wenn ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen, ist zu entscheiden, ob der Auftrag aus rationalen

Gründen angenommen werden soll, wenn ein Absatzpreis geboten wird in Höhe von

1) 8,50 €, 2) 9,00 €, 3) 10,50 €.

e) Wie wirkt sich die Annahme des Zusatzauftrags mit den jeweiligen Absatzpreisen auf das Betriebsergebnis

aus

Aufgabe 139

a)

Berechnung des Betriebsergebnisses:

fixe Gesamtkosten:

variable Stückkosten:

variable Gesamtkosten:

Gesamtkosten:

Absatzpreis pro Stück:

Umsatzerlöse:

= Betriebsgewinn/-verlust:

b)

Berechnung des Deckungsbeitrages:

Absatzpreis pro Stück:

variable Stückkosten:

Stückdeckungsbeitrag:

Ausbringungsmenge:

= Deckungsbeitrag:

© Winklers, aus „Industrielles Rechnungswesen IKR. Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung“, 978-3-8045-6664-

Flügelstift 2/2011

31


Für den Unterricht

Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung

Thema: Bestimmung der Preisuntergrenze

c)

Berechnung der freien Kapazitäten:

tatsächliche Ausbringungsmenge:

Beschäftigungsgrad:

Maximalkapazität:

= freie Kapazitäten:

d)

Berechnung des Deckungsbeitrages für den Zusatzauftrag:

1) 2) 3)

Absatzpreis pro Stück:

variable Stückkosten:

Stückdeckungsbeitrag:

Menge des Zusatzauftrags:

= Deckungsbeitrag:

e)

Berechnung des Betriebsgewinns bei Annahme des Zusatzauftrages:

1) 2) 3)

Betriebsgewinn:

Deckungsbeitrag:

= Gewinn mit Zusatzauftrag:

32 Flügelstift 2/2011

© Winklers, aus „Industrielles Rechnungswesen IKR. Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung“, 978-3-8045-6664-4


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Für den Unterricht

Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung

Thema: Prozesskostenrechnung

Aufgabe 156

In einem Industriebetrieb wird für eine Kostenstelle eine Prozesskostenrechnung durchgeführt. Dabei

wird die Kostenstelle in fünf Teilprozesse zerlegt, wovon die ersten vier von der Prozessmenge abhängig

sind.

Die Gesamtkosten der Kostenstelle belaufen sich auf 300.000,00 €.

Berechnen Sie die fehlenden Werte der aufgeführten Tabelle.

Teil- Mit- Teilprozess- Teilprozess- Teilprozess- Umlage- gesamter Teilprozess

arbeiter menge kosten kostensatz satz prozesskostensatz

I. 4 4 000

II. 3 2 000

III. 5 3 500

IV. 2 500

V. 1 0

Summe:

Nebenrechnungen:

Ermitteln der teilmengenabhängigen Kosten:

abhängige Kosten

(Formel)

abhängige Kosten

(Berechnung)

=

=

=

Ermitteln des Umlagesatzes:

Umlagesatz

(Formel)

=

Umlagesatz

(Berechnung)

=

=

34 Flügelstift 2/2011

© Winklers, aus „Industrielles Rechnungswesen IKR. Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung“, 978-3-8045-6664-4


Für den Unterricht

Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung

Lösungen zu den Seiten 30 bis 34

Bestimmung der Preisuntergrenze c) Berechnung der freien Kapazitäten:

Aufgabe 136

kurzfristige Preisuntergrenze

(Formel)

= variable Kosten

kurzfristige Preisuntergrenze

= 120.000,00 €

(Berechnung)

d) Berechnung des Deckungsbeitrages für den Zusatzauftrag:

langfristige Preisuntergrenze

= fixe Kosten + variable Kosten

(Formel)

langfristige Preisuntergrenze

(Berechnung)

= 60.000,00 € + 120.000,00 €

= 180.000,00 €

tatsächliche Ausbringungsmenge: 40 500 Stück

Beschäftigungsgrad: 75 %

Maximalkapazität: 54 000 Stück

= freie Kapazitäten: 13 500 Stück

1) 2) 3)

Absatzpreis pro Stück: 8,50 € 9,00 € 10,50 €

variable Stückkosten: 9,00 € 9,00 € 9,00 €

Stückdeckungsbeitrag: – 0,50 € 0,00 € 1,50 €

Menge des Zusatzauftrages: 12 000 Stück 12 000 Stück 12 000 Stück

= Deckungsbeitrag: – 6.000,00 € 0,00 € 18.000,00 €

Annahme von Zusatzaufträgen

Aufgabe 137 b)

Aufgabe 138

a) b) c)

e) Berechnung des Betriebsgewinns bei Annahme des Zusatzauftrages:

1) 2) 3)

Betriebsgewinn: 61.500,00 € 61.500,00 € 61.500,00 €

Deckungsbeitrag: – 6.000,00 € 0,00 € 18.000,00 €

= Gewinn mit Zusatzauftrag: 55.500,00 € 61.500,00 € 79.500,00 €

Prozesskostenrechnung

Betriebsergebnis: 80.000,00 € 80.000,00 € 80.000,00 €

variable Stückkosten: 120,00 € 120,00 € 120,00 €

Zusatzauftrag: 2 000 Stück 2 000 Stück 2 000 Stück

Absatzpreis: 110,00 € 120,00 € 130,00 €

Stückdeckungsbeitrag: – 10,00 € 0,00 € 10,00 €

Gesamtdeckungsbeitrag: – 20.000,00 € 0,00 € 20.000,00 €

Betriebsergebnis: 60.000,00 € 80.000,00 € 100.000,00 €

Aufgabe 156

Teil- Mit- Teilprozess- Teilprozess- Teilprozess- Umlage- gesamter Teilprozessprozess

arbeiter menge kosten kostensatz satz kostensatz

I. 4 4 000 80.000,00 € 20,00 € 1,43 € 21,43 €

II. 3 2 000 60.000,00 € 30,00 € 2,14 € 32,14 €

III. 5 3 500 100.000,00 € 28,57 € 2,04 € 30,61 €

IV. 2 500 40.000,00 € 80,00 € 5,71 € 85,71 €

V. 1 0 20.000,00 € — — —

Aufgabe 139

a) Berechnung des Betriebsergebnisses:

fixe Gesamtkosten: 60.000,00 €

variable Stückkosten: 9,00 €

variable Gesamtkosten: 364.500,00 €

Gesamtkosten: 424.500,00 €

Absatzpreis pro Stück: 12,00 €

Umsatzerlöse: 486.000,00 €

= Betriebsgewinn/-verlust: 61.500,00 €

Summe: 15 10 000 300.000,00 €

Nebenrechnungen:

Ermitteln der teilmengenabhängigen Kosten:

abhängige Kosten

= Gesamtkosten – unabhängige Kosten

(Formel)

abhängige Kosten

(Berechnung)

= 300.000,00 € – 20.000,00 €

= 280.000,00 €

Ermitteln des Umlagesatzes:

b) Berechnung des Deckungsbeitrages:

Absatzpreis pro Stück: 12,00 €

variable Stückkosten: 9,00 €

Stückdeckungsbeitrag: 3,00 €

Ausbringungsmenge: 40 500 Stück

= Deckungsbeitrag: 121.500,00 €

Umlagesatz unabhängige Kosten · 100 %

=

(Formel)

abhängige Kosten

Umlagesatz 20.000,00 € · 100 %

=

(Berechnung)

280.000,00 €

= 7,14 %

© Winklers, aus „Industrielles Rechnungswesen. Übungen zur Kosten- und Leistungsrechnung – Lösungen“, 978-3-8045-6564-7

Flügelstift 2/2011

35


Was Wann Wo

Terminübersicht September 2011 bis Februar 2012

19. bis 20. September 2011

6. BIBB-Berufsbildungskongress

Veranstaltungsort:

Veranstalter:

Maritim Hotel Berlin

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

26. bis 28. September 2011

Herbsttagung der Sektion Berufs- und

Wirtschaftspädagogik der DGFE

Veranstaltungsort: Universität Konstanz

Veranstalter:

Deutsche Gesellschaft für

Erziehungswissenschaft (DGFE)

http://cms.uni-konstanz.de/

wiwi/bwp-herbsttagung-2011

27. bis 29. September 2011

Oktober bis November 2011

azubi & studientage

Veranstaltungsort: Hannover, 7. bis 8. Oktober 2011

Leipzig, 4. bis 5. November 2011

Essen, 11. bis 12. November 2011

Frankfurt, 18. bis 19. November 2011

Veranstalter:

26. Oktober 2011

mmm message messe & marketing GmbH

www.azubitage.de

Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung –

Impuls für die Zukunft

Veranstaltungsort: Technische Universität Berlin

Veranstalter:

Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung

in der beruflichen Bildung

(DEQA-VET)

www.deqa-vet.de

47. Internationale Übungsfirmenmesse

Veranstaltungsort:

Veranstalter:

Aachen

23. bis 25. März 2011

RWTH Aachen,

Institut für Erziehungswissenschaft

www.rwth-aachen.de

16. Hochschultage Berufliche Bildung

Veranstaltungsort:

Veranstalter:

Messe Dresden

Bfz-Essen GmbH

www.zuef.de

12. bis 16. Oktober 2011

Frankfurter Buchmesse

Veranstaltungsort: Messe Frankfurt

Veranstalter:

Ausstellungs- und Messe GmbH

www.buchmesse.de

10. bis 11. November 2011

5. Jahreskongress „Wirtschaft macht Schule

Veranstaltungsort: andel’s Hotel Berlin

Veranstalter:

18. November 2011

Deutscher Lehrertag

Euroforum Deutschland SE

www.handelsblatt-schule.de

Veranstaltungsort: Kongresszentrum der Westfalenhallen

Dortmund

Veranstalter: Verband Bildung und Erziehung e. V.

www.deutscher-lehrertag.de

14. bis 18. Februar 2012

didacta 2012

Veranstaltungsort: Messegelände Hannover

Veranstalter:

Deutsche Messe

www.didacta-hannover.de

36 Flügelstift 2/2011


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978-3-8045-1394-5 Materialwirtschaft mit der interRad GmbH – CD-ROM 19,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-1395-2 Auftragsbearbeitung mit der interRad GmbH – CD-ROM 19,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-1396-9 Marketing mit der interRad GmbH – CD-ROM 19,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-1397-6 Personalwirtschaft mit der interRad GmbH – CD-ROM 19,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-3220-5 Materialwirtschaft mit der interRad GmbH – Arbeitsheft 19,50 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-3221-2 Auftragsbearbeitung mit der interRad GmbH – Arbeitsheft 18,50 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-3222-9 Marketing mit der interRad GmbH – Arbeitsheft 15,50 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-3223-6 Personalwirtschaft mit der interRad GmbH – Arbeitsheft 20,50 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-3527-5 Handbuch Verkäufer/-innen, Kaufleute im Einzelhandel 39,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5080-3 Alles auf Lager – Grundqualifikation – Informationsband 35,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5081-0 Alles auf Lager – Grundqualifikation – Trainingsbuch 22,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5082-7 Alles auf Lager – Grundqualifikation – CD-ROM 35,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5084-1 Alles auf Lager – Fachqualifikation – Informationsband 24,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5085-8 Alles auf Lager – Fachqualifikation – Trainingsbuch 16,00 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5086-5 Alles auf Lager – Fachqualifikation – CD-ROM 25,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5092-6 Alles auf Lager – Warenwirtschaftssystem – Arbeitsheft + CD-ROM 8,50 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5093-3 Alles auf Lager – Filme, 1. Ausbildungsjahr, CD-ROM, Einzellizenz 49,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5094-0 Alles auf Lager – Filme, 2. Ausbildungsjahr, CD-ROM, Einzellizenz 49,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-5248-7 Die Basis – Deutsch für das berufliche Gymnasium 19,95 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-7305-5 Tastschreiben und Textverarbeitung mit WORD 2010 19,50 € ® 1 Exemplar

978-3-8045-9714-3 Prüfungsbuch Industriekaufleute – Zwischen- und Abschlussprüfung 27,95 € ® 1 Exemplar

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Für alle Berufsfelder

BWL | AWL | SWL

Auftragsbearbeitung | Materialwirtschaft

Marketing | Personalwirtschaft

mit der interRad GmbH

Neuauflagen

2011

Arbeitshefte:

• Einstiegssituationen mit

Problemstellungen

• unterstützende

Handlungsaufträge

• praxisnahe Formulare

• Listen und

Arbeitsablaufpläne

Lehrermedienpaket:

• didaktisch-methodische

Hinweise

• Lösungen

• Kopiervorlagen

• editierbare Dateien

Arbeitsheft Materialwirtschaft

5., überarbeitete Auflage, 2011

978-3-8045-3220-5

CD-ROM, Lehrermedienpaket

978-3-8045-1394-5

Arbeitsheft Auftragsbearbeitung

4., überarbeitete Auflage, 2011

978-3-8045-3221-2

CD-ROM, Lehrermedienpaket

978-3-8045-1395-2

Arbeitsheft Marketing

4., überarbeitete Auflage, 2011

978-3-8045-3222-9

CD-ROM, Lehrermedienpaket

978-3-8045-1396-9

Arbeitsheft Personalwirtschaft

6., überarbeitete Auflage, 2011

978-3-8045-3223-6

CD-ROM, Lehrermedienpaket

978-3-8045-1397-6

Winklers • Postfach 33 20 • 38023 Braunschweig

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