ausführlicher Bericht

xn..jumig.sden.geb.de

ausführlicher Bericht

Bericht der 11. Vollversammlung des Lutherischen

Weltbundes in Stuttgart

und der Jugendvorversammlung in Dresden

„Unser tägliches Brot gib uns heute“

Von Leonie Vogt

Die Weite und die Vielfalt der Lutherischen Kirche faszinieren mich. Dieses Jahr hat man

davon in der ELKiB viel gespürt, denn unsere Kirche hat als Mitglied des Lutherischen

Weltbundes (LWB) teil an größeren Strukturen, an der ganzen Welt und ihren Bewegungen.

Um das Bewusstsein um diesen

Schatz zu stärken, habe ich mich gerne bereiterklärt,

Mitglied des Jugendausschusses

(JA) des deutschen Nationalkomitees (DNK)

des LWB zu sein. Seit Herbst 2009 nehme

ich also an Tagungen teil, die sich in letzter

Zeit mit der Vorbereitung auf die Vollversammlung

des LWB beschäftigt haben. Ich

hatte das unverhoffte Glück für die Vollversammlung

delegiert zu werden, was die

Teilnahme an der Jugendvorversammlung in

Dresden mit sich brachte.

Tatsächlich war es wie ein großes Geschenk am Tisch zu sitzen mit jungen Menschen aus

Madagaskar, Chile, Indonesien, Schweden, Japan etc., Andachten zu feiern auf ganz unterschiedliche

Weise mit Liedern aus allen Teilen

der Welt. Besonders bunt war eine Kulturnacht

mit traditionellen Kleidern und Tänzen.

Wie einerseits in dieser Dresdenwoche schöne

Farben, Klänge und Gerüche zusammenkamen,

galt es auch andererseits Ideen, Bedürfnisse,

Ansichten und Perspektiven produktiv zusammenzuführen.

In diesem Sinne war jeder

eingeladen, Themen einzubringen und zu präsentieren,

denen sich der LWB widmen sollte.

Daraus ergab sich ein Pool von etwa dreißig Gedanken. Wir tauschten Meinungen aus

und verknüpften manche Themengebiete miteinander. Daraus kristallisierten sich drei

Anliegen, die von allen Jugendlichen mitgetragen werden sollten und als Stimme der

Jugend auf der Vollversammlung in Stuttgart vorgestellt wurden. Diese waren folgende:

1. Nachhaltiges Handeln in der Natur und in der Wirtschaft, sowie mehr Verteilungsgerechtigkeit

sollen helfen, für alle Menschen genügend Nahrung zu sichern.

2. Gerechtigkeit soll auch zwischen den Geschlechtern herrschen. Konkret bedeutet das

zum Beispiel die Forderung, im LWB auf allen Organisationsebenen Geschlechtergerechtigkeit

einzuhalten, was noch nicht der Fall ist.

3. Die Mitbestimmung aller Generationen muss berücksichtigt werden. Außerdem muss

der LWB in der Öffentlichkeitsarbeit stärker werden, damit er in der Welt wirksamer

wird.


All diese Anliegen mögen Ausgleich schaffen zwischen Kulturen, Generationen und Geschlechtern.

Es gibt so unzählig viele ungestillte Bedürfnisse überall auf der Welt, die wir

wahrnehmen und verstehen können, um an dem heilsamen Kreislauf des Gebens und

Empfangens teilzunehmen. Genau darum nämlich geht es in der vierten Bitte des Vaterunsers

„Unser tägliches Brot gib uns heute“, dem Thema der Vollversammlung. Das ist

der Bogen, der alles überspannt.

Wir teilten „Brot“ im gemeinsamen Abendmahl

jeden Morgen, in den Rahmengottesdiensten,

bei Gesprächen in den Kaffeepausen,

beim Mittagsgebet und bei abendlichen

Gesprächen im Zelt. Raum für Diskussionen

und Inspirationen gab es in so genannten

„Dorfgruppen“. Dort konnten wir

jeweils mit etwa 60 Personen über Themen

der Wirtschaft, Theologie und Umwelt

sprechen, um herauszufinden, was gute

Wege wären, einander zum täglichen Brot

zu verhelfen. Ja, es war schon manchmal erstaunlich, wie groß die Vielfalt an Perspektiven

und Meinungen war. Das machte Einigungen und klare Festlegungen zwar spannend,

aber auch schwierig. Nicht zuletzt halfen die Plenarsitzungen Anliegen aufzunehmen,

dem zeitlichen Rahmen entsprechend Stellung zu beziehen und schließlich in Abstimmungen

Leitfäden und organisatorische Feinheiten festzulegen.

Einen Querschnitt durch alle Diskussionsforen, Sitzungen und Reden zeigt ein formulierter

Text auf die sogenannte „Botschaft“. Sie repräsentiert alle Erkenntnisse und Ergebnisse

der Vollversammlung und widmet sich folgenden Themenbereichen: Illegitime

Schulden, Klimawandel, Ernährungsgerechtigkeit,

Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit,

HIV, Aids und Ökumene. Die

Anliegen der Jugend sind tatsächlich in die

Botschaft vorgedrungen! Alle darin enthaltenen

Verpflichtungen und Maßnahmen

stehen aber nicht ohne Zusammenhang nebeneinander,

sondern entspringen jeweils

einzelnen Worten aus der Vaterunserbitte

um das tägliche Brot.

Bis zur nächsten Vollversammlung ist es

nun Aufgabe des neu gewählten Rates, des

Präsidenten und der Mitgliedskirchen des LWB, einander zuzuhören und sich einander

zuzuwenden, damit das „Wir“ und das Recht aller auf „tägliches Brot“ nicht vergessen

werden.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine