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Kunstmagazin für die Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar - 2. Jahrgang, Ausgabe 1, Januar / Februar 2008

Gerhard Richter in Baden-Baden


Inhalt

KunstTitel

Gerhard Richter in Baden-Baden

Kunstgespräch

Interview mit Frieder Burda

Kunstportrait

Rosalie

Kunstbericht

art Karlsruhe

Kunstereignis

Rainer Küchenmeister in Karlsruhe

Kunstkalender

Veranstaltungen und Ausstellungen

in der Region Karlsruhe/Mannheim

Kunstereignis

Paul Thek im ZKM Karlsruhe

Kunstbericht

Das neue Kunstmuseum Würth

in Erstein

Kunstbuch

Andreas Gursky

Kunstankündigungen

Molnar, Pietryga in Mannheim,

Rumold in Karlsruhe, Grünewald in

Mannheim, Spoerri in Zell a.H.,

Krueger-Kastenholz, Schauls,

Baschang und Kucznierz

in Karlsruhe

Kunstereignis

Candida Höfer im ZKM Karlsruhe

Kunsträtsel

Kunstadressen

Impressum

Seite 4

Seite 7

Seite 10

Seite 13

Seite 14

Seite 16

Seite 18

Seite 19

Seite 20

Seite 21-23

Seite 24

Seite 26

Seite 27-30

Seite 30

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Kunstmagazin für die Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar - 2. Jahrgang, Ausgabe 1, Januar / Februar 2008

Gerhard Richter in Baden-Baden

art info

Kunstmagazin für Stuttgart und die Region - 5. Jahrgang, Ausgabe 1, Januar / Februar 2008

Wa(h)re Lügen - Kunst und Fälschung

Titelseite dieser Ausgabe:

Gerhard Richter, Motorboot

(1. Fassung), 1965

169,5 x 169,5 cm

Öl auf Leinwand

Titelseite der

Stuttgarter Ausgabe:

Fälschung

im Stile Magrittes

aus der Ausstellung

'Wa(h)re Lügen'

Städtische Galerie Albstadt

art info erscheint

in den Regionen

Karlsruhe /

Rhein-Neckar und

Stuttgart.

Die Themen der

aktuellen Ausgabe in

Stuttgart:

Wa(h)re Lügen,

Fälschungen in der

Kunst / Interview mit

Ernst Schöller / Neues

Kunstmuseum in

Nussdorf / Ruth Biller

im Portrait / Ah Xian in

Heilbronn / Holderrieth

in Böblingen / Polke in

Tübingen / Interview

mit Genevieve Claisse /

Kunstbuch: Stuttgart -

Lichter einer Großstadt

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art info, Olgastraße 58/A,

70182 Stuttgart

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei einem Ablass werden nach katholischer Auffassung zeitliche

Sündenstrafen durch gute Werke teilweise oder ganz erlassen. In der

Deutschen Kunst sieht es derzeit so aus, als wäre sie voller Sünder.

Beispielhaft ist jedenfalls das Engagement deren prominentester

Vertreter. Markus Lüpertz machte in jüngerer Zeit in der Kölner

St. Andreas Kirche 2005 den Anfang, Gerhard Richter folgte im

August 2007, als sein neues Fenster im Kölner Dom eingeweiht wurde.

Neo Rauchs drei neue, feuerrote Glasfenster wurden im Naumburger

Dom im Dezember der Kirche übergeben. Sigmar Polke arbeitet gerade

an den neuen Fenstern für das Züricher Großmünster... und alle

Künstler haben auf Lohn und Brot verzichtet - ein Schelm, wer Böses

dabei denkt.

Während der Kölner Entwurf von Gerhard Richter lediglich vom Kölner

Kardinal in Bausch und Bogen verdammt wurde, ansonsten aber allenthalben

großen Beifall findet, scheint der Ablasshandel des Leipzigers

Rauch nicht ganz so geglückt zu sein. Bestechend ist alleine der rubinrote

Sonnenschein, der durch die Gläser wandelt. Ansonsten ist Neo

Rauch nicht dem Beispiel seiner Künstlerkollegen gefolgt und hat bei

dem Entwurf Spezialisten des Glashandwerkes zugezogen. Herausgekommen

ist eine recht platte Übertragung seines bekannten Grundmusters

auf die Glasscheibe, vollkommen uninspiriert scheint das

Bleinetz eher auf der Arbeit zu liegen, als dass es einbezogen wurde.

Nun ja, Neo Rauch ist mit Abstand der Jüngste der Künstler, so dass

er noch etwas mehr Zeit zum Üben hat.

Gerhard Richter hat übrigens schon die nächste Kirchenanfrage -

möglicherweise ist dies der eigentliche Grund für die prominenten

Glashandwerker: mehr Menschen in die Kirche zu locken, in Köln hat

es funktioniert. Die Künstler sollten aber eines bedenken: der Ablass ist

streng von der Vergebung zu unterscheiden. Zwar kann eine Sünde

vergeben sein, was aber nach katholischer Lehrart die zeitlichen

Sündenstrafen nicht beseitigt.

Ihre Herausgeber

Cornelia Rieder

Götz Gußmann

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Kunsttitel

Bühler Höhe (749-2), 1991, 52 x 62 cm, Öl auf Leinwand

Seestück (bewölkt), 1969, 200 x 200 cm, Öl auf Leinwand

Gerhard Richter

im Museum Burda, Baden-Baden

„Dort, wo die Kultur von der Gottesverehrung

abgekoppelt wird, erstarrt der

Kultus im Ritualismus und die Kultur

entartet. Sie verliert ihre Mitte.“ Dieses

Zitat vom Kölner Kardinal Meisner fiel

vergangenen Juli anlässlich der Einweihung

des neuen Kölner Diözesanmuseums

„Kolumba“. Die Worte waren nicht

direkt an den Maler Gerhard Richter

gerichtet, angesprochen durfte sich

der Künstler aber dennoch fühlen. Im

Kölner Dom stand Anfang 2005 die

Neugestaltung eines 20 Meter hohen

und über 100 Quadratmeter großen

Fensters an, welches im 2. Weltkrieg

zerstört wurde. Der Auftrag der Gestaltung

dieses Fensters wurde gegen den

heftigen Wiederstand des Kölner Kardinals

an Gerhard Richter vergeben.

Dem Einweihungsgottesdienst des

Fensters am 25. August 2007 blieb

Kardinal Meisner demonstrativ fern.

Meisner wollte für den Kölner Dom

ein figürliches Motiv. Die nach dem

Zufallsprinzip angeordneten, 11.500

farbigen Quadrate, aus denen sich das

neue Richter-Fenster zusammensetzt,

würden eher in eine Moschee passen,

so der Kardinal. Richtig ist, dass das

neue Domfenster keinen direkten religiösen

Bezug hat. Warum es aber deswegen

eher in eine Moschee passen

sollte, wird das Geheimnis des Kardinals

bleiben. Das neue „Richter-Fenster“

ist trotzdem eine hervorragende

Ergänzung des Doms. Das Farbenmeer,

welches sich in der Kirche ausbreitet

und den Besucher inne halten lässt,

vermag zu einer Andacht und Meditation

anregen, wie es das allgegenwärtige

Kreuz nicht mehr schafft. Gerhard

Richter selbst zweifelte zwischendurch,

ob er der Aufgabe der Fenstergestaltung

gewachsen ist. Erst als er auf den Einfall

kam, sein berühmtes Bild „4096

Farben“ aus dem Jahr 1974 als Vorlage

für das Fenster zu verwenden, gewannen

die Arbeiten an Fahrt.

„4096 Farben“ ist nur ein Beispiel aus

dem vielfältigen Oeuvre des 76-jährigen

deutschen Superstars. Richters Werke

erzielen auf Auktionen Rekordwerte,

für sein Bild „Düsenjäger“ aus dem Jahr

1963 fiel in New York Anfang Dezember

2007 erst bei 7,7 Mio. Euro der Hammer.

Auch dies wird aber nicht das Ende sein:

für den 05. Februar 2008 ist in London

eine Auktion angekündigt, auf der

das Werk „Zwei Liebespaare“ versteigert

werden soll und das mit einem Schätzpreis

von 6 Mio. Pfund an den Start geht.

Während sowohl „Zwei Liebespaare“ wie

auch das Bild „Düsenjäger“ realistische

Arbeiten sind, liegen zwischen den

Arbeiten „Düsenjäger“ und „4096 Farben“

nicht nur 11 Jahre Schaffensarbeit,

sondern ganze Welten. Das Werk von Gerhard

Richter ist so vielfältig wie unübersichtlich.

Pop Art, Farbfeldmalerei,

Konzeptkunst, vor allem aber abstrakte

Bildformen und realistische Bilder sind

in seinem Werk gleichberechtigt nebeneinander

zu finden. Diese Heterogenität

mag daran liegen, dass sich Richter nie

mit einer einmal gefundenen Bildsprache

zufrieden gibt und diese in unendlichen

Varianten variiert. „Ich mag alles,

was keinen Stil hat: Wörterbücher, Fotos,

die Natur, mich und meine Bilder. Denn

Stil ist Gewalttat, und ich bin nicht

gewalttätig“, beschreibt Richter seine

Kunst. Keinem Stil hat sich der Künstler

verschrieben und schon gar keinem

Stil, den er über die gesamte 50-jährige

Schaffensperiode beibehalten hat.

Richter ist ein Suchender, der mit den

unterschiedlichsten Herangehensweisen

das Bild auslotet. Dies ist vielleicht auch

der rote Faden im Werk des Wahl-Kölners:

die Experimentierfreude, die sich

in den unterschiedlichsten Bildlösungen

manifestiert. Dass trotzdem beinahe jede

seiner Werkgruppen auf Anhieb Richter

zuzuordnen ist, mag auch an der allgegenwärtigen

Medienpräsenz des eigentlich

eher scheuen Malerstars liegen.

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„Ich bin durchschnittlich gesund,

durchschnittlich groß, durchschnittlich

hübsch. Ich erwähne das, weil man so

aussehen muss, um gute Bilder malen

zu können“ formulierte Richter bereits

1966. Wenn es so einfach wäre... den

Ritterschlag erhielt der 1932 in Dresden

geborene Künstler 2002 mit seiner

Retrospektive im New Yorker Museum

of Modern Art. Eine Retrospektive im

MoMA gleicht der Aufnahme in den

Olymp und Gerhard Richter ist bezeichnenderweise

bisher der einzige deutsche

Künstler, dem zu Lebzeiten diese

Ehre zuteil wurde. Die Ausstellung firmierte

in New York unter dem Titel „40

Jahre Malerei“ - etwas irreführend, denn

künstlerisch ist Richter bereits seit etwa

50 Jahren tätig. 1961 war trotzdem die

große Zäsur in seinem Leben, wechselte

er doch zu diesem Zeitpunkt aus Dresden

kommend in den westlichen Teil

Deutschlands über. Die Begegnungen

mit den eher konzeptionell arbeitenden

Künstlern der ZERO Gruppe oder

der Fluxus Bewegung in Düsseldorf war

genauso prägend wie die damaligen

Nachrüstungsdebatten. Es entstanden

die ersten, verwischten fotorealistischen

Arbeiten, von denen derzeit im Kunstmuseum

Stuttgart im Rahmen der Ausstellung

„Getroffen - Otto Dix und die

Kunst des Portaits“ einige sehr sehenswerte

Bilder hängen. Düsenjäger waren

Mustang-Staffel, 1964, 88 x 150 cm, Öl auf Leinwand

als Reaktion auf die Nachrüstungsdebatten

ein häufiges Sujet des Künstlers

in den 60er Jahren, auch fanden viele

Familienbilder Eingang in das Werk des

Künstlers.

Von der Vielfalt des Werkes Gerhard

Richters kann man sich nun in Baden-

Baden ein Bild machen. Nach der

großen Richter-Retrospektive in München

2005 ist der Künstler nun erneut

mit wichtigen Werken im Süden der

Republik zu sehen. Im Gegensatz zu

der retrospektivisch angelegten Ausstellung

im Lehnbachhaus geht die Ausstellung

in Baden-Baden aber einen

anderen Weg. Wie schon bei der großen

Polke-Ausstellung im Museum Burda im

Frühjahr 2007 setzt sich nun auch die

Richter-Ausstellung aus Leihgaben privater

Sammlungen zusammen. Neben

der Sammlung des Hausherrn werden

auch die wichtigsten Arbeiten aus den

Sammlungen Böckmann (Berlin) und

Ströher (Darmstadt) zu sehen sein. Insgesamt

60 überwiegend großformatige

Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 2007

sind so zusammengekommen, die Bilder

der Leihgeber hat der Künstler durch

Bilder aus seinem persönlichen Besitz

vervollständigt.

Die Ausstellung hat aber neben den

Leihgaben des Künstlers eine zweite

Besonderheit: Gerhard Richter selbst

hat es übernommen, die Baden-Badener

Schau im Museum Frieder Burda

zu kuratieren. Dies verspricht nicht nur

eine besonders hochkarätige, sondern

auch eine sehr persönliche Ausstellung

zu werden, wird der Künstler doch seine

eigene Sichtweise von Bild und Raum

und deren Konstellationen zueinander

haben. Die Ausstellung gibt einen

umfassenden Einblick in die Schaffenskraft

des Künstlers, die sowohl

die deutsche Nachkriegsgeschichte als

auch das Medium der Malerei reflektiert.

Zwischen nahezu fotorealistischen

Bildern und großen, in ihrer expressiven

Farbigkeit und technischen Perfektion

bestechenden abstrakten Kompositionen

präsentiert sich das sehr komplexe

Werk Richters.

Die Baden-Badener Ausstellung hat im

Anschluss einen weiten Weg vor sich: sie wird

voraussichtlich im Vorfeld der Olympiade

2008 in Peking gezeigt. Weitere Stationen

der Ausstellung sind Edinburgh, Wien und

Duisburg.

Gerhard Richter. Bilder aus privaten

Sammlungen, Museum Frieder Burda,

Lichtentaler Allee 8b, 76530 Baden-Baden;

Di-So 11-18 Uhr, 19.01.08 - 12.05.08

Zur Ausstellung erscheint ein von Götz

Adriani herausgegebener Katalog, der die

Richter-Bestände der beteiligten Sammlungen

umfassend dokumentiert

Kunstgespräch

Über den Versuch,

radikal zu sein

art info im Gespräch mit Frieder Burda

art info: Gerhard Richter ist wohl der

wichtigste lebende deutsche Künstler.

Was machen seine Werke für Sie aus

Frieder Burda: Das ist vor allem dieses

breite Spektrum zwischen abstrakter

Malerei und realistischer Malerei. Seine

große Phantasie und letztlich seine

unglaublich malerischen Fähigkeiten.

Er ist sicher einer der besten Maler, die

wir im Augenblick in Deutschland und

auf der Welt haben.

Wie sind Sie damals auf die Werke

von Gerhard Richter aufmerksam

geworden

Das war 1981. Ein bekannter Galerist

hat mir einige Werke angeboten. Ein

Konvolut von sechs Bildern. Ich habe

mich daraufhin mit dem Werk Richters

beschäftigt und entschied mich,

die Bilder zu kaufen. Schon kurze Zeit

später hatte ich Gelegenheit, Gerhard

Richter persönlich kennen zulernen.

Wie ist Ihr Kontakt mit dem in Köln

lebenden Künstler heute

Sehr gut, wir sind über die vielen Jahre

Freunde geworden. Wir haben gemeinsame

Themen, die weit über die Kunst

hinausgehen. Es gibt einen sehr engen

persönlichen Kontakt.

Sie haben das breite Spektrum der

Werke von Richter von abstrakt bis

hin zum Fotorealismus erwähnt, gibt

es aus Ihrer Sicht trotzdem etwas,

was alle Bilder gemeinsam haben

Ja, die Richter-Bilder haben immer

eine große künstlerische Qualität und

eben die unglaublich gute Malerei,

auch handwerklich perfekt- ob Farbtafeln

oder realistische Malerei. Das ist

alles große Kunst.

Woher kommt Ihr Interesse an der

Kunst

Ich bin aufgewachsen in einem Haus

in dem Kunst eine Rolle spielte. Auch

wenn ich als Jugendlicher manchmal

von den sonntäglichen Museumsbesuchen

gelangweilt war, es scheint doch

etwas hängen geblieben zu sein. Mein

Vater war oft von Besuchen bei Kunden,

oder bei anderen Unternehmern

nach Hause gekommen und erzählte

erstaunt: “In diesem Haus hängt kein

einziges Bild an der Wand, könnt ihr

euch das vorstellen!“

So hätten meine Eltern Franz und

Aenne Burda nicht leben können. Mein

Vater pflegte den Abschluß eines guten

Geschäfts mit dem Kauf eines Bildes

zu feiern. Einem Macke, Kirchner, oder

einem Jawlensky. Das war die Kunst

bei uns zuhause. Sehr expressiv, was

sicher damit zusammenhing, dass

mein Vater als Druckereibesitzer stark

von der Farbe angezogen war.

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Das hat auch mich geprägt. Meine

heutige Sammlung kommt eigentlich

aus der Farbe, aus dem Expressionistischen.

Welches war ihr erstes erstandenes

Bild, wissen Sie noch warum Sie es

damals gekauft haben

Es war 1968 auf der documenta. Es

war ein roter Fontana mit drei Schlitzen.

Ehrlich gesagt, ich hatte keine Ahnung,

wer dieser Künstler ist, aber mir hat das

Bild unheimlich gut gefallen. Das war

der Beginn meiner Sammlung. In der

Zeit der 68er. Stolz zeigte ich die Neuwerbung

meinem Vater, in der Erwartung,

sein Urteil werde vernichtend

ausfallen. Das war so etwas wie meine

Revolution, oder sollte es sein. Denn

mein Vater sagte: „...na ja , gar nicht

schlecht das Bild...“ Dabei wollte ich

eigentlich zeigen, wie radikal ich bin.

Wann und warum haben Sie

beschlossen, Kunst zu sammeln

Gerhard Richter und Frieder Burda (re.), 2004

Das hat sich automatisch ergeben mit

dem ersten Bild. Es begann eine Faszination

für Kunst, die mich bis heute

nie mehr losgelassen hat. Ich war in den

70er Jahren in Amerika, habe den Kontakt

zu Künstlern und Galeristen bekommen

und meine ersten amerikanischen

abstrakten Expressionisten gekauft.

Beispielsweise Jackson Pollock, Willem

de Kooning, oder Mark Rothko. In den

80ern kam dann die deutsche Kunst:

Richter, Polke, Baselitz. Irgendwie entwickelte

sich das alles, ohne dass ich

richtig realisierte, dass ich nun eine

wichtige Kunstsammlung hatte. Es ist

eine Leidenschaft.

Wie würden Sie die Zusammensetzung

Ihrer Sammlung beschreiben

und wie groß ist die Sammlung

Die Sammlung umfasst heute rund

800 Kunstwerke. Das Fundament ist

sicher die deutsche Kunst mit Baselitz,

Polke und Richter, aber auch der

deutsche Expressionismus ist stark vertreten.

Dann natürlich der späte Picasso

und die Amerikaner. Georg Baselitz

ist herausragend vertreten. Von seinem

frühen Weggefährten in Berlin,

Eugen Schönebeck, befinden sich zwei

berühmte Werke in meiner Sammlung.

Die wichtigsten und umfangreichsten

Werkkomplexe habe ich von Gerhard

Richter, Sigmar Polke und Arnulf Rainer.

Werke aus allen Lebensabschnitten

vermitteln einen retrospektiven Überblick

über die Künstler, die die zeitgenössische

Malerei entscheidend geprägt

haben.

Was macht für Sie ein richtig gutes

Bild aus

Da gehört sehr viel dazu: Das Sujet, der

Ausdruck, die Qualität. Nehmen Sie

einen Velasquez. Schauen sie darauf,

dann haben Sie Qualität. Ein richtig

gutes Bild muss für mich auch malerische

Qualität aufweisen. Das lässt sich

nicht bis ins letzte erklären, da spielen

bei der Beurteilung auch subjektive

Faktoren eine Rolle, also das Bauchgefühl.

Wie wichtig ist für Sie als Sammler

der persönliche Kontakt zu den

Künstlern, deren Bilder Sie sammeln

Dieser Kontakt zu den Künstlern ist sehr

wichtig. Nur dadurch kann ich die Bilder

besser beurteilen. Leider geht das nur

bei lebenden Künstlern...

Kennen Sie den materiellen Wert

Ihrer Sammlung

Den kenne ich nicht. Ich will es auch gar

nicht wissen. Der materielle Wert einer

Sammlung kann sich täglich ändern. Weiß

ich, was morgen ist Was ist Wert Das ist

eine imaginäre Größe. Was passiert, wenn

einmal der Kunstmarkt zusammenbricht

Für mich bleiben immer die Bilder, von

denen ich jedes einzelne schätze.

Der Sammler Thomas Grässlin

meinte, dass er auch ab und an ein

Bild wieder hergebe, um möglicherweise

ein anderes, für ihn noch wichtigeres

Bild erstehen zu können…

geben Sie auch Bilder Ihrer Sammlung

wieder ab oder bleibt ein einmal

erstandenes Bild immer in Ihrer

Sammlung

Es macht sicher Sinn, von Zeit zu Zeit

ein Bild zu verkaufen. Im Laufe der

Jahre ändert sich die Beziehung zu einzelnen

Bildern. Manche Künstler sieht

man mit einem anderen Blick. Da kann

es schon sein, dass ich mal ein Bild

verkaufe. Das ist selten, aber es wäre

falsch, das auszuschließen.

Treffen Sie die Entscheidung für

einen Künstler oder ein Bild alleine

oder gibt es ein Beratergremium

Ich habe kein Beratergremium im

strengen Sinne. Ich habe sehr gute

Freunde, die ich frage. Eigentlich ist

es noch so wie früher, dass ich alleine

entscheide. So habe ich die Sammlung

aufgebaut. Vor dem Hintergrund

des Museums ist das aber durchaus

schwieriger geworden. Ich muss offen

sagen: Ich frage mich heute oftmals,

was sagen die Museumsbesucher, was

sagen die Kritiker zu diesem Bild. Das

war früher kein Thema. Heute kaufe

ich auch als Museum. Da gelten andere

Parameter.

Von welchem nicht in Ihrer

Sammlung vertretenen Künstler

hätten Sie gerne Bilder

Von sehr vielen! Aber: man kann nicht

alles sammeln.

Woher kommt Ihre Hinwendung zu

der ganz jungen deutschen Kunst

Das ist doch ganz normal, dass ein

Sammler sich mit dem beschäftigt,

was heute zeitgenössisch ist. Ich bin

ja auch mit meinen großen Künstlern

wie Gerhard Richter älter geworden.

Die waren ja auch mal jung. Deswegen

sollte ein Sammler wissen, was macht

der junge Markt. Es gibt einige hochinteressante

junge Künstler. Ich habe

gerade in den vergangenen Monaten

einige Bilder gekauft. Sammeln hört

nie auf!

Wie finden Sie die jungen Künstler,

die Sie interessieren

Einmal auf Kunstmessen, über Galeristen,

die die junge Kunst vertreten

und natürlich bei Ausstellungen.

Beschreiben Sie bitte die Zusammenarbeit

mit Ihrem Museum: Wer trifft

konzeptionelle Entscheidungen für

die Ausstellungen

Diese Entscheidungen treffe meistens

ich, aber zusammen mit meinen engsten

Beratern, die oftmals auch kuratieren.

Ich habe Leute wie Jean-Christoph

Ammann und Götz Adriani im Vorstand

und im Kuratorium meiner Stiftung. Da

liegt es ja auf der Hand, dass wir das

gemeinsam umsetzen. Ich suche mir für

jede Ausstellung die besten Kuratoren.

Beispielsweise jetzt im Sommer 2008

bei der großen Ausstellung „Les Sculptures

des peintres“ ist es Jean Louis

Prat. Oder wenn 2009 der „Blaue Reiter“

aus dem Lenbachhaus nach Baden-

Baden kommt, ist doch klar, dass dann

Professor Friedl der Kurator sein wird.

Das ist mein Prinzip. Ich habe niemand

im Haus, der alles macht. Die Gastkuratoren

spielen bei mir eine sehr wichtige

Rolle.

Vielleicht können Sie noch etwas zu

dem Museum erzählen, Sie kennen

den Architekten ja persönlich, warum

fiel Ihre Wahl auf Ihn

Richard Meier kenne ich seit langem

persönlich. Ich hatte zunächst andere

Architekten, mit denen ich nicht klar

kam. Dann habe ich Richard angerufen.

Er hat sofort zugesagt und ich erinnere

mich noch gut: Seine erste Zeichnung

entspricht genau dem heutigen

Museum. Es gab kein langes Experimentieren.

Es war wie bei einem Künstler

einfach ein großer Wurf. Am Anfang

war die Tat und nicht das Wort. Richard

Meier hat ein großartiges Meisterwerk

geschaffen. Bei Architekten gibt es wie

bei Malern unterschiedliche Qualitäten.

Ich hatte das Glück, ein Meisterwerk

bekommen zu haben. Richard Meier,

der unter anderem mit dem Museum

für Angewandte Kunst in Frankfurt, dem

Getty Center in Los Angeles und dem

Museum für Zeitgenössische Kunst in

Barcelona bereits mehrere vielbeachtete

Museumsbauten errichtet hat, vergleicht

den Neubau mit einer „großen

Villa“. Für den Architekten ist an der

Baden-Badener Lichtentaler Allee ein

„Juwel im Park“ entstanden. Mein

Museum besticht durch seine klare

Struktur sowie den Einsatz von Licht

und Glas. Es eröffnet sich eine wechselweise

Beziehung von innen nach außen,

von der Kunst in die Natur und von der

grünen Allee hinein in die Welt der

Kunst. So ist ein sehr anspruchsvolles

„Tageslichtmuseum“ entstanden.

Welche Bilder hängen bei Ihnen zu

Hause Gibt es so etwas wie ein Lieblingsbild

von Ihnen Wenn ja was für

eins

Es ist der rote Fontana, mit dessen Kauf

1968 meine Sammlung ihren Anfang

hatte. Ich habe kein richtiges Lieblingsbild.

Das ist ähnlich wie mit den

Kindern, da will man auch keines bevorzugen.

Ich liebe alle meine Bilder.

Herr Burda, herzlichen Dank für das

Gespräch.

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Helios

Lichtinstallation, 2007

Kunststoff und Lichtquellen,

ca. 400m²

Dauerpräsentation

bis Mai 2008, ZKM

Lichtinstallation für

Le etude d´après Séraphin

von Wolfgang Rihm,

Festakt 10 Jahre ZKM, 18.10.07,

Choreografie: Terence Kohler,

Ballett Karlsruhe

Kunstportrait

Lollypop, Licht und Leidenschaft

Bühne frei für rosalie

Vom ersten Augenblick an ist man gefangen

von ihrer konzentrierten Präsenz.

Doch kaum glaubt man die Allround-

Künstlerin mit dem floralen Pseudonym

rosalie hierin im Blick halten zu können,

hat sie sich diesem auch schon

wieder entzogen - ihr flinker Geist war

schneller. „Wenn man glaubt, man hätte

mich verstanden“, so stellte sie während

eines Interviews schelmisch fest, „bin

ich bereits auf einem anderen Ast“. In

der Tat: Schon um sie zwischen ihren

Einsatzorten - ihr aktueller Aktionsradius

lässt sich mit der Quadratur der Kreise

um München, Dresden und Karlsruhe

eher vage und stets vorläufig festmachen

- in ihrem Stuttgarter Atelier anzutreffen,

bedarf es einiger Geduld. Ist sie

da, schaufelt sie erstmal etwas Zeit frei

zwischen den Forderungen des Tages -

und strahlt: „Meine Arbeit liebe ich über

alles.“ Ob deshalb alles, was sie anpackt,

in einer spielerischen Leichtigkeit und

in einer heiteren Stimmung erscheint,

sei dahingestellt. Wie auch immer: mit

Leichtfertigkeit oder gar Oberflächlichkeit

hat das nichts zu tun.

Der Komponist Hans Werner Henze, für

dessen modernisierte Däumlings-Oper

„Pollicino“ rosalie bei den Schwetzinger

Festspielen 1981 das Bühnenbild

geschaffen hatte, ist nur einer der bedeutendsten

Zeugen für das geniale Treiben

auf gleichsam kindlich-naiven und intellektuell-poetischen

Darstellungsebenen

im Werk von rosalie. Sichtlich beeindruckt

gab er sich von rosalies „irrwitzigen

Erfahrungen“ auf „Straßen, wo

Tränen strömen, Sterntaler und Engel fallen

und wo Wetterleuchten in vielen Farben

die Nacht erhellen“. Ihre Phantasie

kennt aber auch wirklich keine Grenzen,

und wenn es ein verbindendes Element

in ihrem Werk gibt, ist es die Farbe: primär

grell, unübersehbar, rundheraus

künstlich. Ein Zweites ist die Inszenierung,

der Auftritt mit hemmungslos

großen Gesten, deren Pathos meist in der

Alltäglichkeit der Materialien zugleich

karikiert wird.

Diese Bühnentauglichkeit kommt freilich

nicht von ungefähr. Geboren 1953 in

Gemmrigheim am Neckar, begann rosalie

1974 das Studium der Germanistik und

Kunstgeschichte in Stuttgart, ein Jahr

später nahm sie zudem ihr Kunststudium

an der dortigen Akademie auf. Die Berührung

der Literatur mit der Kunst gipfelte

schließlich 1977-82 in der Ausbildung

zur Bühnenbildnerin bei Jürgen Rose,

der gleich sah, dass seine theaterbeses-

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Lichtinstallation für Hyperion - Konzert für Licht und Orchester

Georg Friedrich Haas (Komposition), Uraufführung Donaueschinger Musiktage 2006

sene und meisterliche Schülerin - die

sich als Künstlerin rosalie nannte - schon

„fliegen“ konnte. Unermüdlich entstand

seit den späten 1970er Jahren ein fulminant

farben- und formenreiches Werk,

das den Bogen von der Malerei über die

Plakatgestaltung und Installationen bis

hin zu den großartigen Bühnenbildern

für Oper, Theater und Ballett spannt -

von Hamburg bis Zürich, von Mailand bis

Berlin, den Bayreuther Ring nicht vergessen.

1995 wird rosalie Professorin für

Bühnen- und Kostümbild in Offenbach

bei Frankfurt. Gefragt ist sie seitdem bei

Workshops und Sommerakademien, in

Jurys und Akademievorständen, kurzum:

allzeit unterwegs - und doch ein ausdrückliches

Stuttgarter Urgewächs, das

den Lockungen derzeitiger Metropolen

leichten Herzens widersteht.

Aber was heißt schon Metropole In Berlin

mag der eine oder andere Bär tanzen

- doch ein Medientempel wie das

ZKM steht in Karlsruhe, im Vergleich

dazu einen Katzensprung von Stuttgart

entfernt. Für rosalie ist das Eldorado,

für ihre Kunst ein großer Etappensieg.

Seit Ende April 2007 erhebt sich die

Lichtinstallation „Helios“ im blauen

Kubus dieses Zentrums für Kunst und

Medientechnologie, als sei es dessen

Wahrzeichen: Über 400 m² Kunststoff

und Lichtquellen beziehungsweise

3.500 m Lichtfasern kräuseln sich,

über einem Wasserbecken vielfach

gespiegelt, empor. Da kommt einem ein

Bonmot rosalies in den Sinn, ihre Lieblingsfiguren

seien „der Purzelbaum, der

Salto mortale, der Luftsprung und der

Aufprall“. Es ist ein sinfonisches Farbschauspiel,

das seinesgleichen sucht

und mit der elektroakustischen Musik

Ludger Brümmers und der Klangkunst

des Mathematikers Chandrasekhar

Ramakrishnans Augen- und Gehörsinn

zu hellwachen Boten schlichtweg

schöner Eindrücke macht. Zusammen

mit der luziden Installation „Seraphin

Extended“ ist der computergesteuerte

schillernde Gruß des Sonnengottes rosalies

liebstes Momentan-Opus (sieht man

von allen anderen ab). Da ist es schon

begrüßenswert, wenn der ZKM-Hausherr

Peter Weibel darüber nachdenkt,

den nächtlichen Blickfang und das

publikumswirksame Lichtorgelpopnetzwerk

zur dauernden Dauerinstallation zu

machen. Von Weibel stammt der treffliche

Vergleich, mit „Helios“ habe sich

rosalie als „Jackson Pollock des Lichts“

erwiesen, wohlüberzeugt davon, dass

unser Jahrhundert dem Licht gehört,

das sich selbst zu träumen vermag.

Die monumentalen Lichtskulpturen sind

freilich nur ein Teil in rosalies Œuvre

(wie der Kunst überhaupt). Hierbei das

Licht-Raum-Stück „Hyperion - Konzert

für Licht und Orchester“ von Georg

Friedrich Haas für die Donaueschinger

Musiktage 2006 nicht zu nennen, wäre

aber schon fast fahrlässig: Ein Farblichterreigen

floss über transparente

Eimer mit rund 10.000 Lichtkörpern

in 3.200 Beleuchtungseinheiten um

den Konzertsaal herum und (re)agierte

so auf die rauschende Musik um Lichtwerdung

und Utopieverlust. Die „Königin

der Buntheit“ (Heiner Müller), die

dahinter stand, schuf allerdings auch

skulpturale Installationen, von denen

hier nur die froschhaften Flossis an

Düsseldorfer Hauswänden, die überlebensgroßen

Hasen in Ostfildern oder die

kinetischen, lollypopartigen Objekte in

Frankfurts Palmengarten genannt seien -

sie alle prägen mittlerweile ganze Stadtteile

wie ein Signet. Und wo ihre Kunst

nicht in der städtischen Öffentlichkeit

ihre Bühne findet, so sucht sie diese in

den Theatern selbst; weit über 60 Bühnenproduktionen

hat sie bisher raumszenisch

neu gestaltet, wobei sie jedes

Mal Musik wie Dichtung innig erforscht,

um die Inhalte dann über Bord zu werfen

und „irrwitzige“ Licht-Szenerien à

la rosalie zu erfinden - darunter Uraufführungen

wie jüngst Wolfgang Rihms

„Etude d’après Séraphin“ in der Choreographie

von Terence Kohler für das

Ballett des Badischen Staatstheaters

Karlsruhe. (gb)

Im ZKM Karlsruhe, Lorenzstr. 19, sind

„Seraphin Extended“ und „Helios“ voraussichtlich

bis Mai 2009 zu sehen. Die nächsten

szenebildnerischen Uraufführungen von

rosalie sind Sophia Gubaidulinas „Konzert für

Viola und Orchester“ im Bayerischen Staatsballett

München (Choreographie: Martin

Schläpfer, 12. April 2008) und „La grande

magia“ von Manfred Trojahn in der Sächsischen

Staatsoper Dresden (10. Mai 2008)

Kunstbericht

165 Galerien auf der

5. art Karlsruhe

Die fünfte Auflage der Kunstmesse art

Karlsruhe verspricht Qualität wie nie

zuvor. Unter mehr als 300 Bewerbungen

haben der Kurator Ewald Karl Schrade

sowie der Beirat mit den Galeristen

Angelika Harthan, Dorothea van der Koelen,

Wolfgang Henze und Werner Tammen

und der Kunstkritikerin Dorothee

Baer-Bogenschütz insgesamt 165 Galerien

aus 13 Ländern ausgewählt. Unter

den ausgewählten Galeristen sind lediglich

44 Neuaussteller - dies betont die

Treue, die die Galeristen der Messe halten

und damit auch ihre Zufriedenheit

mit dem Messeplatz. Unter den Neuausstellern

aus der Region ist insbesondere

die Galerie Manus Presse aus Stuttgart

zu erwähnen. Aufgrund der Messekonkurrenz

in Köln und Düsseldorf im April

ist die Messe etwas vorgerückt: statt im

März wie in den letzten Jahren fängt sie

heuer bereits im Februar an. 35.000

Besucher wurden im März 2007 zur 4.

art Karlsruhe gezählt. Gründe dafür, dass

es dieses Jahr noch mehr werden, gibt es

genug. Die beinahe schwerelosen, lichtdurchfluteten

und säulenfreien Hallen

laden zum flanieren ein. Und auch die

Besonderheit der Messe, die Skulpturenplätze,

die die strenge Geometrie der

Messestände aufbrechen, gibt es wieder,

insgesamt 18 an der Zahl. Anspruchsvoll

gibt sich auch das reichhaltige Begleitprogramm.

Eine Sonderschau stellt die

ambitionierten Kunstprojekte des Emirats

Sharjah am Persischen Golf vor,

darunter das neue Art Museum und die

Sharjah Biennale. Zum ersten Mal wird

auf der art Karlsruhe der Hans-Platschek-

Preis für Kunst und Schrift vergeben,

organisiert von dem Kulturjournalisten

Manfred Eichel. Ausgezeichnet werden

sollen Doppelbegabungen zwischen den

Genres Bildende Kunst und Literatur/

Kunstjournalismus. Der Preis wird am

28. Februar um 13:00 Uhr in der dm

Arena vergeben. Auf dem art meeting

diskutieren Experten aus der Kunstszene

zwei Tage lang über die Themen Kunstkritik

und Kunsthochschulen. Zugesagt

haben unter anderen der Kunst- und

Medientheoretiker Peter Weibel und die

Künstlerin Anke Doberauer.

art Karlsruhe, Messe Karlsruhe, Messeallee 1,

76287 Rheinstetten, Öffungszeiten:

12.00-20.00, am 02.03.08 11.00-19.00

Tageskarte: 14,00 Euro; ermäßigt: 10,00

Euro; Abendkarte (ab 17.00): 8,00 Euro

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R.K 14. VII. 82 C

Aquarell, Tusche

48 x 32,3 cm

1982

Klassische Moderne

und Gegenwartskunst

Kunstereignis

Im Spiegelsaal

der Seele

28. Februar – 2. März 2008

Messe Karlsruhe

Die Städtische Galerie in

Karlsruhe zeigt Arbeiten von

Rainer Küchenmeister

Die Städtische Galerie hat es sich

bereits vor Jahren zur Aufgabe

gemacht, die Lehrenden der Karlsruher

Akademie in Ausstellungen außerhalb

ihrer Wirkungsstätte zu präsentieren -

und neben Stuttgart hat die badische

Metropole ein ganz eigenständiges,

zuweilen sogar markanteres Profil

gezeigt. Über Otto Herbert Hajek, der

zur Zeit in Karlsruhe mit einer großen

Schau geehrt wird, wurde schon viel

geschrieben (so auch in der November/

Dezember-Ausgabe von „art info“).

Dass er nun Gesellschaft von Rainer

Küchenmeister bekommen hat, ist

umso erfreulicher - nicht, weil hier

eine ganz andere Position vorgestellt

wird, sondern weil Hajeks Generationskollege

Küchenmeister für viele

Kunstfans noch eine Entdeckung ist.

Die Städtische Galerie zeigt allerdings

nicht Arbeiten aus allen Phasen seines

Schaffens, sondern konzentriert sich

auf zwei Jahrzehnte zwischen den 60er

und 80er Jahren, in denen Aquarelle

und Zeichnungen von poetischer Sensibilität

entstanden.

Geboren 1926 in Ahlen in Westfalen,

begann er als Dekorationsmaler, wurde

aber von den Nazis ins Jugend-KZ Morringen

gesperrt und in den letzten Jahren

vor 1945 zum Kriegsdienst gezwungen

- in einer sogenannten Bewährungseinheit,

die ihn in die russische Gefangenschaft

trieb. Nach 1945 begann er Kunst

zu studieren, in Bielefeld und Berlin,

wonach er kontinuierlich zum herausragenden

Wegbereiter einer neuen Figuration

wurde, seit man 1961 auf der

Biennale des Jeunes in Paris auf ihn

aufmerksam wurde. Bei den schwer

erträglichen Erinnerungen an das Dritte

Reich wundert es nicht, dass das Werk

eigenbrötlerisch-spröde wirkte und wohl

nie seine Distanz aufgab. Dass er damit

allerdings einen Nerv der Zeit traf, zeigt

sich an seinen Beteiligungen an der

Documenta 3 in Kassel und auf der Biennale

in Venedig 1964. Nach einer Gastprofessur

in Hamburg 1968/69, wurde

Küchenmeister 1969 zum Professor an

der Staatlichen Akademie der Künste in

Karlsruhe ernannt. Heute lebt der Künstler

in Frankreich, als Pendler zwischen

Paris und der Normandie.

Vor der Kulisse des Informel beziehungsweise

des Action Painting tastete sich

Rainer Küchenmeister mit Wachskreide

und Tusche an den menschlichen Körper

heran. Schon das Material verpflichtete

ihn zu einer sparsamen, ja scheuen

Vorgehensweise, die später in der

Beschränkung schon fast üppig von der

Wasserfarbenmalerei abgelöst wurde.

Sein zartes Figurenpersonal scheint

fantastische Mischwesen darzustellen

auf dem schwebenden Weg zur Menschwerdung

und ist so freilich keiner äußeren

Realität verpflichtet, sondern ganz

aus der Imagination heraus geboren. Da

diese Gestaltwerdung einem Work in

Progress entsprach, war Küchenmeister

über die Jahrzehnte hinweg bestrebt,

die verwendeten Chiffren gleichwertig

in Gemälden, zeichnerischen Arbeiten

und Objektskulpturen auszuformulieren.

„Das ist“, so beschrieb der Künstler

sein Verhältnis zu jenen düster-flüchtigen

Figuren, „wie wenn du vor dem

Spiegel stehst.“(gb).

Städtische Galerie Karlsruhe, Lichthof 10,

Lorenzstr. 27, bis 13.01.08

Die 5. art KARLSRUHE feiert ein kleines Jubiläum!

Internationale Galerien garantieren und steigern

wieder das hohe Niveau der art KARLSRUHE 2008.

Großzügige Skulpturenplätze, außergewöhnlich

viele One-Artist-Shows, Sonderschauen und das

art-meeting prägen erneut das Ambiente dieser

einzigartigen Kunstmesse.

Galeristen, Sammler und Kunstfreunde loben die

Ausrichtung der art KARLSRUHE, die von Beginn

an auf den Dialog zwischen Klassischer Moderne

und Gegenwartskunst setzt.

Mit 35.000 Besuchern wurde 2007 ein neuer Rekord

erreicht. Die Verkaufsbilanzen belegen eindrucksvoll,

dass sich die art KARLSRUHE als bedeutender

europäischer Kunst-Marktplatz positioniert hat.

Die Aussteller und der Veranstalter freuen sich auf

Ihren Besuch und heißen Sie herzlich willkommen

auf der art KARLSRUHE 2008!

Blick in die Halle mit Skulpturenplatz der Galerie Kasten

Galerie Ludorff

Weitere Informationen: www.art-karlsruhe.de

Ansprechpartnerin: Projektreferentin Elisabeth Kunze

Tel.: +49 721 3720-5120 • elisabeth.kunze@kmkg.de

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KunstKalender: Januar

KunstKalender: Februar

06.01.2008

11-18 Uhr, Karlsruhe, ZKM: Tag der

offenen Tür

10.01.2008

18.30 Uhr, Ettlingen, Kunstverein:

Kunst am Abend

20.00 Uhr, Mannheim, zeitraumexit:

Ein kurzer Film über das Töten

11.01.2008

19.00 Uhr, Mannheim, PENG, Raum

für Kunst: Franz Konter, Arbeiten auf

Papier, 11.01.08 - 23.01.08

20.00 Uhr, Karlsruhe, Galerie Thimme:

Axel Phillip, escada, le pop und andere,

11.01.08 - 06.02.08

20.00 Uhr, Karlsruhe, Gedok: Ingrid

Krueger-Kastenholz, Dynamik, Ruhe,

12.01.08 - 20.02.08

Mannheim, Galerie Fath: Aylin

Langreuter, Objekte und Installationen,

11.01.08 - 13.02.08

12.01.2008

19.00 Uhr, Karlsruhe, ZKM: Candida

Höfer, Werkgruppen seit 1968,

12.01.08 - 02.03.08

19.00 Uhr, Karlsruhe, ZKM: Diamonds

and Bars. Die Kunst der Amischen.

Quilts aus der Sammlung Schlumberger,

12.01.08 - 02.03.08

Mannheim, Galerie Keller: Anna

Comellas, Matthias Will, 12.01.08 -

23.02.08

13.01.2008

Bretten, Kunstverein: Rosemarie Vollmer,

Malerei, 13.01.08 - 19.02.08

17.01.2008

20.00 Uhr, Karlsruhe, ZKM: Art’s Birthday

2008. Forever Young“ - Elektroakustisches

Live Konzert

18.01.2008

19.00 Uhr, Karlsruhe, Staatl. Kunsthalle:

Malte Spohr, Am Horizont,

18.01.08 - 14.03.08

19.00 Uhr, Karlsruhe: Galerie Knecht:

Ivan Baschang, Guido Kucznierz, Fotografie

und Zeichnungen/Skulpturen,

18.01.08 - 16.02.08

19.00 Uhr, Karlsruhe: Galerie Meyer-

Riegger: Anna Lea Hucht, 18.01.08 -

01.03.08

19.30 Uhr, Karlsruhe, Galerie Bode:

Claudia Blume, Sonnenblumenfelder,

18.01.08 - 16.02.08

19.01.2008

11.15 Uhr, Mannheim, Kunsthalle:

Julius Grünewald - Ahnen, Vortrag und

Gespräch

18.30 Uhr, Karlsruhe, Galerie Supper:

Roland Schauls, Todsünden und andere

Tugenden, 22.01.08 - 08.03.08

20.01.2008

11.15 Uhr, Mannheim, Kunsthalle:

James Ensor - Malerei und Grafik, Vortrag

16.00 Uhr, Ludwigshafen, Rudolf-

Scharpf-Galerie: Finissage zur Ausstellung

Zeichensprache

25.01.2008

19.00 Uhr, Mannheim, PENG, Raum für

Kunst: Holger Endres, Pop, 08.02.08 -

20.02.08

19.00 Uhr, Mannheim, PENG, Raum

für Kunst: Christa Fülbier, Remains,

25.01.08 - 06.02.08

26.01.2008

18.00 Uhr, Mannheim, Kunsthalle:

Julius Grünewald, Ahnen, 27.01.08 -

02.03.08

18.00 Uhr, Mannheim, Kunsthalle: Im

Blickpunkt Skulptur, ab 27.01.08

12.00-0.00 Uhr, Kunsthalle Mannheim:

Tag der offenen Tür

27.01.2008

10.00 Uhr, Karlsruhe, Staatl. Kunsthalle:

Grunewald-Tag

11.00 Uhr, Speyer, Kunstverein: Fotokunst

aus Rheinland-Pfalz, 27.01.08 -

02.03.08

11.15 Uhr, Mannheim, Kunsthalle:

Robert Delaunay: La fenêtre sur la ville

(Das Fenster zur Stadt), Vortrag und

Gespräch

11.30 Uhr, Karlsruhe, Majolika Manufaktur:

Rolf Behm, Joachim Czichon,

Heiko Herrmann, 27.01.08 - 27.04.08

01.02.2008

19.00 Uhr, Frankfurt: Galerie Bernhard

Knauss: Cecilia Westerberg, Malerei,

Animation, 01.02.08 - 21.03.08

06.02.2008

19.00 Uhr, Karlsruhe, Staatl. Kunsthalle:

Gustav Kluge im Gespräch: Annäherung

an Grunewalds Kreuztragung

09.02.2008

16.00 Uhr, Mannheim, Kunsthalle: Im

Blickpunkt Skulptur, Vortrag

19.00 Uhr, Baden-Baden, Kunsthalle:

Dirk Skreber, 09.02.08 - 13.04.08

10.02.2008

11.00 Uhr, Mannheim, Galerie Kasten:

Stefan Pietryga, 10.02.08 - 12.04.08

11.15 Uhr, Mannheim, Kunsthalle: Jörg

Immendorf, Vortrag und Gespräch

19.00 Uhr, Zell a.H., Villa Haiss: Gregor-Torsten

Kozik, Bilder und Objekte,

16.02.08 - 25.05.08

11.02.2008

19.00 Uhr, Mannheim, projektraum4:

Siegfried Kreitner, Minimalkinetik -

Objekte, 11.02.08 - 08.03.08

19.00 Uhr, Mannheim, projektraum4:

Armin Göhringer/Klaus Prior, Holzskulpturen,

11.01.08 - 08.03.08

13.02.2008

18.00 Uhr, Mannheim, Kunsthalle: Sonnenblume,

Kirchturm und Dessous: Die

Farbe Gelb, Vortrag nd Gespräch

14.02.2008

19.00 Uhr, Ludwigshafen, Rudolf-

Scharpf-Galerie: Axel Heller, Fotografien

aus Indien und Rumänien, 15.02.08 -

06.04.08

15.02.2008

19.00 Uhr, Mannheim, März Galerie:

Vera Molnar, Brechungen, Bilder,

15.02.08 - 15.03.08

19.00 Uhr, Heidelberg, Kunstverein:

Künstlergruppe Forum 79, 16.02.08 -

09.03.08

16.02.2008

19.00 Uhr, Mannheim, Kunsthalle:

Henri Cartier-Bresson, The Early Works,

17.02.08 - 18.06.08

20.00 Uhr, Karlsruhe, ZKM: Filmnacht

von ZAK und ARTE

17.02.2008

17.00 Uhr, Karlsruhe, ZKM: La Silhouette:

Gespräch mit und Film von Gao

Xingjian

22.02.2008

10.00 Uhr, Mannheim, PENG, Raum

für Kunst: Danielle Scheuer, Mäzen,

22.02.08 - 05.03.08

19.00 Uhr, Karlsruhe, Galere Knecht:

Ulf Cramer, Harald Sieling, Walter Stöhrer,

Zeichnungen, Malerei, Radierungen,

22.01.08 - 05.04.08

20.00 Uhr, Karlsruhe, Galerie Thimme:

Dirk Haupt, Lake, 22.02.08 - 29.03.08

20.00 Uhr, Karlsruhe, Gedok: Gina

Plunder, Imaginärer Raum, 23.02.08 -

23.03.08

24.02.2008

Heidelberg, Galerie Heller: Suku Park,

Wouter Dam, 24.02.08 - 13.04.08

Bretten, Kunstverein: Norbert Huwer,

Stegplattenbilder auf Acrylglas24.02.08

- 22.03.08

Alle Angaben ohne Gewähr

Weitere Kunstereignisse finden Sie unter www.artinfo-magazin.de


Kunstereignis

Kunstbericht

Fleisch von meinem Fleische

Paul Theks Werk im ZKM

Das neue Museum Würth in Erstein

Das Werk Paul Theks kann aus heutiger

Sicht gar nicht hoch genug geschätzt

werden: Lässt man allein die vielen

Künstlernamen Revue passieren, die

auf Thek direkt oder indirekt zurückgegriffen

haben (von Bruce Nauman bis

Anna Oppermann), wundert man

sich über deren Bekanntheitsgrad

- während der Meister selbst

nahezu in Vergessenheit geriet.

Das ZKM vernetzt die Werkschau

des 1988 verstorbenen Individualmythologen

mit der zeitgenössischen

Kunst, so dass wir zum

einen den Künstler Paul Thek

wiederentdecken können, der es

verdient, in einem Atemzug mit

Joseph Beuys genannt zu werden,

und zum anderen das Umfeld kennenlernen,

das bis heute bunte

Blüten treibt. Versucht man das

Besondere des schwer greifbaren

Enfant terrible der damaligen

Kunstszene herauszustreichen,

stellt sich Thek als Künstler dar,

der den beuysschen Begriff einer

sozialen Plastik mit dem katholischen

Ritus im Sinne von Hermann

Nitschs Mysterienspielen verband -

weniger blut-theatralisch als auf das

vergleichsweise fleischlich-nüchterne

Element reduziert. Biographisch ist

Thek kaum beizukommen, gehen auch

hier Präsenz und Wirkung getrennte

Wege. Oder liegt grade in dem unsteten

Lebensdruck etwas Ureigenes, das sich

in der Verweigerungshaltung gegenüber

gängiger Stile widerspiegelt Geboren

wird der Künstler deutsch-irischer Herkunft

1933 in Brooklyn. Von grundlegender

Bedeutung wird die katholische

Erziehung gewesen sein, prägend sicher

auch die vielen Reiseeindrücke aus den

USA und Europa. „Ich hoffe“, bekennt

Thek später, „meinem Werk wohnt die

Tar Baby, 1975-76, bronze, 10 x 36 x 33 cm

Unschuld der barocken Kirchen inne,

die ich in Sizilien besucht habe. Wichtige

Begegnungen Anfang der 1960er

Jahre waren die mit den Galeristen

Alliata und Moses sowie mit Freunden

wie den Künstlerkollegen Franz Dickwitz

oder Peter Hujar und der Grand

Dame der intellektuellen amerikanischen

Gesellschaft, Susan Sontag,

deren Werk „Against Interpretation“

nicht nur Paul Thek gewidmet war, sondern

auch das Motto für die Karlsruher

Retroschau gab. Dem Minimalismus der

Kunst und der Gefühle trotzte er mit

fleischlicher Lust: Aus dem Blumenmaler

und Textildesigner wurde ein Objektkünstler

mit makaber echt wirkenden

Fleischstücken. „In New York gab es

damals eine so enorme Tendenz

zum Minimalen, zum Nicht-Emotionalen,

sogar zum Anti-Emotionalen,

dass ich wieder etwas über

Gefühle, über die hässliche Seite

der Dinge sagen wollte.“ Er wolle

der Kunst „die Merkmale rohen,

menschlichen Fleisches zurückgeben“.

1988 starb Thek an AIDS,

nachdem sein Freund Peter Hujer

ein Jahr zuvor schon der Immunschwäche

erlegen war. Beide

spürten Mitte der 60er gemeinsam

dem Grenzbereich zwischen

Leben und Tod nach, als sie die

Mumien der Kapuziner-Katakomben

in Palermo aufsuchten. Dass

das Werk Paul Theks weit über die

Sepulkralkunst und einen privatmythischen

Reliquienkult hinaus

geht, zeigen die Künstler, die ihm

in Karlsruhe zur Seite stehen: Cosima

von Bonin, Björn Dahlem, Sebastian

Hammwöhner, Dani Jakob, Gabriel Vormstein,

Rachel Harrison, Axel Heil, John

Isaacs, Thomas Hirschhorn, Andreas

Hofer, Mike Kelley, Jon Kessler, Suchan

Kinoshita, Martin Kippenberger, Edwin

Klein, Jonathan Meese, William Pope.

L, Gregor Schneider, Zeger Reijers, Bob

und Roberta Smith. (gb)

ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie

Karlsruhe, Lorenzstr. 19, bis 30.03.08

Reinhold Würth scheint nach der

Geschäftswelt nun auch die Kunstwelt

erobern zu wollen. Der Milliardär und

Kunstliebhaber zog sich zwar 1994 aus

dem aktiven Geschäftsleben zurück und

legte 2006 die Geschicke seiner Firmengruppe

(Umsatz 2006: 7,75

Milliarden Euro) endgültig in

die Hände seiner Tochter Bettina

Würth. In der Kunstwelt

tüftelt der Unternehmer aber

weiterhin an seinem „Kunstimperium“.

Den Grundstein

seiner öffentlichen Leidenschaft

legte Würth 1991 am

Sitz seiner Unternehmensgruppe

in Künzelsau, wo er

ein Museum für seine Sammlung

eröffnete. Diesem folgte

in unmittelbarer Nachbarschaft

im Mai 2001 die vielgelobte

Kunsthalle Würth in

Schwäbisch Hall. In Norwegen,

Dänemark, Österreich,

der Schweiz und den Niederlanden

sind inzwischen Bilder

aus seiner Sammlung zu

sehen. Nun eröffnet Reinhold

Würth auch an dem Stammsitz seiner

französischen Tochter in Erstein, etwa

15 km südlich von Strasbourg gelegen,

ein Kunstmuseum, das am 27. Januar

2008 eröffnet wird. Der Bau kostete

sechs Millionen Euro und beherbergt

etwa 3.000 Quadratmeter Ausstellungs-

und Verwaltungsfläche samt Theater-

und Tagungssaal. Für die Kunst

sind drei Räume mit insgesamt 800qm

reserviert. Die Architekten Jacques und

Clément Vergély haben einen rechteckigen

Kubus entworfen, dessen Mittelachse

um ein Bauglied verschoben die

Fronten der Schmalseite durchbricht.

Das massive Volumen aus Beton wird

nur durch Schlitzfenster durchbrochen.

Gerhard Richter: Vögel, Öl auf Leinwand, 150 x 190 cm, 1964

Um die Beleuchtung der Ausstellungsräume

mit Tageslicht zu gewährleisten,

wird das Dach von zwei Glaskästen überragt.

Der Außenraum wird mit einem

Skulpturenpark in den Ausstellungsbereich

einbezogen.

Ausgestellt werden zunächst Werke von

Emil Nolde, Max Ernst und Magritte,

vertreten werden aber auch Georg Baselitz

und Jörg Immendorff sein, teilte

die zukünftige Museumsdirektorin Victoria

von der Brüggen mit. Ob biografische

Gründe des Kunstsammlers und

Mäzens ausschlaggebend für die Bilderwahl

der ersten Ausstellung war, ist

nicht bekannt. Folgerichtig wäre es,

hat die Kunstleidenschaft

von Reinhold Würth doch

in den 60er Jahren mit

dem Kauf eines Aquarells

von Emil Nolde angefangen.

Inzwischen umfasst

die Sammlung von Reinhold

Würth weit mehr als

10.000 Werke, Gemälde,

Skulpturen und Zeichnungen.

Die sich ständig

weiterentwickelnde

Sammlung Würth bietet

heute ein breites Spektrum

der modernen und

zeitgenössischen Kunstbewegungen.

Sie vereint vor

allem Meisterwerke des

deutschen Expressionismus

und des Surrealismus

sowie bemerkenswerte

Ensembles der geometrischen

Abstraktion und der neofigurativen

Tendenzen der achtziger Jahre.

Vertreten sind unter anderem Edvard

Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Emil

Nolde, Max Beckmann, Pablo Picasso,

Max Ernst, René Magritte, André Masson,

Max Bill, Victor Vasarely, Aurélie

Nemours, François Morellet, Georg

Baselitz, Markus Lüpertz, Jörg Immendorff,

Anselm Kiefer, Eduardo Chillida

sowie Anthony Caro.

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Kunstbuch

Kunstankündigung

Fotorealistische Malerei

Die Arbeiten von Andreas Gursky

Selten war die Beschreibung „fotorealistische

Malerei“ treffender als für die

Fotografien von Andreas Gursky. Gursky

hat einen äußerst kreativen Umgang

mit der Realität. Der Künstler bearbeitet

seine Fotografien digital und setzt

seine Abbildungen teilweise aus vielen

Einzelfotografien zusammen. Er komprimiert

gewissermaßen die Realität,

gestaltet sie und vervollkommnet sie

in künstlerischer Hinsicht. Das Ausgangsmotiv

seiner Arbeit „Mayday V“

(2006, 323x218cm) beispielsweise

ist die Dortmunder Westfalenhalle, die

jedoch in der Fassung des Künstlers 18

statt der tatsächlich nur 4 Stockwerke

aufweist. In den Arbeiten „F1 Boxenstop

I und II“ (jeweils 2007, 188x507

cm) ist erst auf den zweiten Blick ein

sog. Boxenluder zu erkennen, welches

gesondert gecastet, aufgenommen

und in die Arbeiten eingesetzt wurde.

Gurskys Arbeiten sind keine Momentaufnahmen,

sondern komponierte Landschaften,

denen jedoch ein zentrales

Motiv fehlt. Die Fotografien wirken als

solche nicht erzählerisch, schöpfen

ihre Spannung vielmehr aus der Detailfülle.

Diese Details schaffen es für sich,

eine Geschichte zu erzählen.... in der

Arbeit „Monaco“ (2006, 307x224,5)

zieht während eines Formel 1 Rennens

hinter der Zuschauertribüne ein einsamer

Schwimmer seine Runden. Aus

der Ferne wirken viele seiner Arbeiten

fast abstrakt, erst im Detail erschließt

sich dem Betrachter der gesamte Bildkosmos.

Die Arbeiten Gurskys beinhalten

so mehrere Wahrheiten, da sich die

Bildwahrnehmung mit der Entfernung

des Betrachters zum Bild ändert. Menschen

spielen höchstens eine Nebenrolle,

wie beispielsweise der Schwimmer

in der Arbeit „Monaco“ oder auch die

unzähligen Korbflechterinnen in der

Arbeit „Nha Trang“ (2004, 295,5 x 207

cm). Die Themen im Werk von Gursky

sind vielfältig, zwei Schwerpunkte sind

aber bezeichnenderweise die Vereinsamung

des Menschen in der Masse

sowie Landschaften, bei denen er in beinahe

kubistischer Manier geometrische

Grundformen betont.

Der 52-jährige Düsseldorfer ist der

Superstar der Fotografie. Der Meisterschüler

von Bernd und Hilla Becher fertigt

höchstens zehn Arbeiten im Jahr an,

die in einer Auflage von jeweils sechs

Abzügen verkauft werden. Diese Verknappung

hinterlässt deutliche Spuren.

Seine Arbeiten sind bei Museen

und Sammlern heißbegehrt und die

Arbeiten erzielen bei Auktionen Höchstpreise.

Im Februar 2007 ging die Fotografie

„99 Cent II Diptychon“ mit 3,3

Mio. US Dollar an einen unbekannten

Bieter und ist damit die teuerste zeitgenössische

Fotografie aller Zeiten.

Während Gursky international ein

Star ist, wird er in Deutschland erst

langsam einem breiteren Publikum

bekannt. Das Museum of Modern Art

in New York organisierte bereits 2001

eine große Bilder-Show des Künstlers,

hierzulande fehlten jedoch bisher die

Ausstellungen in namhaften Häusern.

Die Retrospektive im Münchner „Haus

der Kunst“ im Frühjahr 2007 sowie

die noch bis zum 24.02.08 im Baseler

Kunstmuseum zu sehende Ausstellung

versprechen Abhilfe. Zu beiden Ausstellungen

sind beachtenswerte Kataloge

erschienen, die jeweils einen umfassenden

Überblick über die wichtigsten

Arbeiten des Künstlers geben. Der etwas

umfangreichere Katalog der Münchner

Ausstellung erschien im Snoeck Verlag,

der Katalog zur aktuellen Ausstellung im

Hatje Cantz Verlag.

Andreas Gursky, Hrsg. Thomas Weski, 160 S.

mit 60 ganzseitigen farb. Abb., geb. 68,00

Euro, Snoeck Verlag

Andreas Gursky, Hrsg. Kunstmuseum Basel,

128 S. mit 83 Abb., geb. 39,80 Euro,

HatjeCantz Verlag

VERA MOLNAR

märz galerie mannheim

15.02.08 - 15.03.08

Die Linie ist Vera Molnar ebenso wichtig

wie das Quadrat. Oft ist das Quadrat

mit Linien gefüllt, beziehungsweise aus

Linien entstanden. Schon in den 60er

Jahren war der Computer ihr hilfreiches

Werkzeug für unendlich viele Möglichkeiten

in ihrem seriell angelegten linearen

Werk. Im Katalog-Buch erzählt

Vera Molnar von ihren Linien, wie sie

entstehen, sich verselbständigen, brechen,

ausbrechen. In dieser Ausstellung

zeigt sie fast leere Flächen. In 100x100

cm großen hellgrau grundierten Leinwänden,

auf denen eigentlich nur die

seitlichen und unteren Bildränder mit

Silberlinien bezeichnet sind, kaum

wahrnehmbar und dann doch sehr präsent.

Das zweite Thema, der Mäander,

zieht sich ebenso durch ihr gesamtes

Werk und wird hier seriell mit immer

kleiner, dünner und heller werdenden

Linien in zehn Teilen manifestiert.

märz galerie mannheim, Beethovenstr.18,

68165 Mannheim; Mi-Fr 13-19, Sa 12-16

Stefan Pietryga

Galerie Kasten

10.02.08 - 12.04.08

Die blaue Pappel ist zu seinem Markenzeichen

geworden. Die hoch aufragenden

Stelen, in der Landschaft oder

im Innenraum positioniert, sind Indikatoren,

die uns zum eigentlichen Thema

seiner bildhauerischen Arbeit führen.

Pietrygas Skulpturen berichten von

Volumen, Maßstäblichkeit, Rhythmus

und Farbwirkung.

Seine Installationen lassen Raumspannungen

von Körper zu Körper entstehen.

Der Raum wird als verbindender

Teil der Plastik einbezogen und erhält

eine neue Bedeutung. Für den Betrachter

wird das Kunsterleben auch zum

Raumerlebnis.

Galerie Kasten, Werderstr. 18,

68165 Mannheim, Di-Fr 14-19 Uhr,

Sa 12-15 Uhr

Lothar Rumold

Vorübergehend Unbewegt

Forum Hauptbahnhof Karlsruhe

01.02.08 - 15.05.08

In Karlsruhe sind Skulpturen des

Holzbildhauers Lothar Rumold

zu sehen, dessen Werke auch im

Restaurant+Kunst+Kultur-Caffé LOC

(www.loc-ka.de) ausgestellt werden.

Unter der Rubrik „Der Bahnhof kommt“

zeigt sich das Spektrum der Werbegemeinschaft

Forum, die auch Kunst und

Kultur eine Plattform geben möchte.

Lothar Rumold zeigt Rauminstallationen

und Skulpturen, die einen kaleidoskopischen

Einblick in sein Schaffen, und

in die handwerklichen Feinheiten der

Holzbildhauerei geben. Er wurde 1955

in Karlsruhe geboren und absolvierte

eine Holzbildhauerlehre. Das Schaffen

von Lothar Rumold zeichnet sich durch

eine große Vielfältigkeit aus, gerne verknüpft

er die (Holz)Skulptur mit Texten

und verbindet so verschiedene Ausdrucksweisen

miteinander (siehe auch

unter www.lotharrumold.de).

Kunst+Kultur-Caffé LOC,

Hbf Karlsruhe, Mo-So 06-22 Uhr

Seite 20 Seite 21


Kunstankündigung

Julius Grünewald

Ahnen

Daniel Spoerri

Ingrid Krueger-Kastenholz

DYNAMIK - RUHE

Roland Schauls

Todsünden und andere Tugenden

Ivan Baschang

Guido Kucznierz

Kunsthalle Mannheim

27.01.08- 02.03.08

Villa Haiss

bis 31.01.2008

Gedok Karlsruhe

12.01.08-10.02.08

Galerie Supper

22.01.08-08.03.08.

Galerie Alfred Knecht

18.01.08- 16.02.08

In den groß- und kleinformatigen Interieurs,

Stillleben und Landschaften

des in Berlin und Osthofen lebenden

Künstlers Julius Grünewald (*1965)

sind die unmittelbare Umgebung,

seine individuellen Erinnerungen und

(kunst-) historische Reminiszenzen

der Ausgangspunkt für seine malerische

Beschäftigung mit spezifischen

Motiven.

Grünewalds Interieurs und Objekte - wie

etwa Kronleuchter, Kerze oder Bücherregal

- entfalten durch den Reichtum der

Malerei, die von aquarellartiger Transparenz

bis zu plastischer Pastosität reicht,

durch die differenzierte Pinselführung

sowie durch unterschiedliche Abstraktionsgrade

ihren besonderen Reiz.

Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4,

68165 Mannheim; Di - So 11-18 Uhr

Daniel Spoerri wurde 1930 als Daniel

Feinstein in Rumänien geboren. 1942

die Flucht nach Zürich, wo er den Mädchennamen

der Mutter annahm. Sein

künstlerisches Werk umfasst viele Phasen,

die bekanntesten sind „Eat Art“ und

die „Fallenbilder“. Daniel Spoerri ist ein

Meister des Zufalls. Heimatlose Gegenstände,

teilweise auch auf Flohmärkten

erstanden, erhalten eine neue Ordnung,

werden eingereiht in eine „Spoerri-Ordnung“.

In seinem Nomaden-Leben - er ist

rastlos, ständig um einen neuen Standort

bemüht - besucht er Flohmärkte und

findet unbeachtete Gegenstände, die er

zum Kult-Objekt hoch stilisiert. Daniel

Spoerri gehört zum Kern der „Nouveaux

Réalistes“. Er ist international bekannt

durch unzählige Ausstellungen in wichtigen

Galerien und Museen weltweit und

bis Ende Januar ist er noch in Baden

zu sehen.

Villa Haiss, Am Park 1, 77736 Zell a.H.

Ingrid Krueger-Kastenholz zeigt in einer

umfassenden Einzelausstellung „Dynamik

- Ruhe“ ihre neuen Arbeiten. Viele

farbenfrohe, teils in ausdrucksvoller

Abstraktheit, teils in kreativer Figürlichkeit

gestaltete Bilderwelten im

Spannungsfeld zwischen Dynamik und

Ruhe lässt die vielseitige Malerin mit

ihrem Pinsel entstehen. Die Grenze

zwischen den abstrakten und figuralen

Ebenen ist dabei nicht immer klar zu

bestimmen, sie zerfließen miteinander

und bringen gegenseitig ganz neue

Facetten hervor. Die Betrachter können

eintreten in künstlerische Räume, die

mitunter sehr neue Perspektiven auf

verschiedene Situationen zulassen. Die

GEDOK Karlsruhe präsentiert die jüngeren

Arbeiten des Ausnahmetalents als

Auftakt zu einem viel versprechenden

Ausstellungsjahr.

Gedok Künstlerinnenforum Karlsruhe, Markgrafenstr.14,

76131 Karlsruhe; Mi-Fr 17-19,

Sa 14-16, So 11-14 Uhr

Roland Schauls (*1953) beschäftigt sich

in seinen Bildern mit Motiven der Traditions-

bzw. Kunstgeschichte und bringt

diese auf höchst originelle Art in Verbindung

mit unserer modernen Lebenswelt.

Trotz seiner durchaus konventionellen

Bildthemen - Figur, Landschaften, Interieurs,

Stillleben - überrascht er in seinen

Gemälden mit Brüchen wie der Darstellung

verschiedener Perspektiven oder

collagenhafter Staffelung, die die Imagination

und Reflexion des Betrachters

fordern. Auf diese Weise spielt Schauls

ein künstlerisches und intellektuelles

Spiel mit dem wahrnehmenden Auge

und hinterfragt traditionelle Gestaltungsweisen

und althergebrachte Sehgewohnheiten

des Betrachters. 1953

in Luxemburg geboren lebt und arbeitet

Schauls in Stuttgart und Luxemburg. Der

Künstler studierte von 1974 bis 1982

an der Staatlichen Akademie der Bildenden

Künste in Stuttgart und zählt zu den

wichtigsten Malern seiner Heimat.

Ivan Baschang, 1971 in Karlsruhe geboren,

zeigt in der Ausstellung Fotografien

seiner Serie „Metropolitain“: Portraits

von anonymen Persönlichkeiten, aufgenommen

in der Pariser Metro. Mit

einer Kleinbildkamera und einem Normalobjektiv

fotografiert der Künstler

seine Motive von der Glasscheibe ab

bei Fahrten im Untergrund oder nächtlichen

Fahrten.

Guido Kucznierz, 1944 in Breslau

geboren, zeigt neuere Zeichnungen

und Skulpturen. Seit einigen Jahren

beschäftigt er sich intensiv mit Zeichnungen,

die für ihn eigenständige

Arbeiten und nur zum Teil Studien für

seine Skulpturen darstellen. Es entstanden

großflächige, farbige und collagenartige

Zeichnungen mit Schraffuren von

Federtusche.

Galerie Alfred Knecht, Baumeisterstraße 4,

76137 Karlsruhe; Di-Sa 11-13 Uhr,

Di-Fr 16-19 Uhr

Seite 22


Schloss St. Emmeram Regensburg XXVIII, 152 x 193 cm, 2003 Architectural Space Lab ETH Zürich, 180 x 262 cm, 2005

Kunstereignis

Räume präziser Innerlichkeit

Die fotografierten Werkgruppen von Candida Höfer im Karlsruher ZKM

Wo immer Candida Höfer, Thomas Ruff

oder Andreas Gursky ausstellen, hat die

deutsche Fotografie ihr Best-of im Rennen

- und die Zeit scheint reif, um diesen

einstigen postneusachlichen Schülern

von Hilla und Bernd Becher eine retrospektive

Bühne zu bereiten. Gursky ist

längst im Fokus der Aufmerksamkeit,

und auch um Candida Höfer scharen

sich seit langem die Bewunderer. Da

kommt die Präsentation im Karlsruher

ZKM gerade recht, die in Zusammenarbeit

mit der Arbeitsgruppe „Ausstellungsdesign

und kuratorische Praxis“ der

Hochschule für Gestaltung (HfG) entwickelt

wurde - bedauerlicherweise ist die

Schau nur bis Februar zu sehen. Vertreten

sind dabei nicht weniger als sechs

Werkgruppen seit 1968, beginnend mit

„Liverpool“ über „Türken in Deutschland“

(1973/79), „Räume“ (1980 ff.),

„Zoologische Gärten“ (1990-2000)

und „80 Pictures“ (1996) bis hin zu

„Possessions“ seit 2004. Candida

Höfers Markenzeichen sind fotografierte

Einblicke in öffentliche Innenräume:

Bibliotheken, Museen, Studios, Theater,

Wartesäle usw., die man gemeinhin

als Kreuzungsräume von Passanten und

Personen aller Art ansieht - in Höfers

Aufnahmen sind sie menschenleer. Die

Architektur darf sich gebärden, es ist

Showtime fürs Stillleben, das vor lauter

Stille nur umso mehr Zeichen setzt für

die Menschen, die jene Räume überhaupt

zu Lebens-Räumen machten. Die

sprichwörtlichen privaten vier Wände

sind nicht ihr Ding, die Öffentlichkeit

ist ihr Terrain.

Die 1944 bei Berlin geborene Candida

Höfer trat bereits ab 1968 als freie Fotografin

auf. Als Tochter des bekannten

Moderators Werner Höfer hatte sie

sicher gute Kontakte in der Journalistenszene,

worin sich eine junge Medienkünstlerin

richtig abarbeiten konnte.

Höfer studierte schließlich mit diesen

gesammelten Erfahrungen 1973-82 an

der Kunstakademie in Düsseldorf, wo

sie durch die Bechers einen Blick fürs

Dokumentarische entwickelte. Es mag

nur folgerichtig sein, dass ihr akademischer

Weg sie zunächst über den Film

(bei Ole John) zur Fotografie brachte.

2002 zeigte sie ihre Arbeit auf der

Documenta XI und 2003 auf der Biennale

in Venedig. Und unermüdlich hält

sie auf ihren Reisen die Andachtsräume

unsrer profanen Welt fest. Wie von Meisterhand

gelenkt verwandelt sich unter

ihrem Auslöser die Dingwelt zu einem

Organismus der Ordnung: Reihen von

Büchern, eine Bankparade, kurzum:

eine Rhythmisierung des Raumes. Wie

in der Becher-Schule nicht anders zu

erwarten, hält sich in Höfers Arbeiten

eine distanzierte Klarheit und eine ausgesuchte,

bevorzugt verhaltene Farbigkeit

die Waage. Doch formt sie das

architektonische Motiv nicht skulptural

nach wie Hilla und Bernd Becher, sondern

sie hält sich das Türchen zur Utopie

- einem verheißungsvollen Nichtort

- offen. Candida Höfer benützt den leeren,

Raum, um - gewappnet mit Stativ

und Kamera - Spuren zu legen zum Menschen,

dessen Nichtpräsenz sie darzustellen

weiß wie kaum ein anderer. Wie

sehr sie dabei auch in Zyklen denkt, also

keineswegs nur Einzelbilder inszeniert,

zeigt die Ausstellung im ZKM, die das

Werk in seinen thematischen Feldern

absteckt. (gb)

ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie

Karlsruhe, Lorenzstr. 19,

11.01-02.03.08

Seite 24 Seite 25


Kunsträtsel

Kunstwerke die jeder kennt -

wirklich jeder

Man tritt seine Kunst mit Füßen: ein

heikler Fall, denn die 10 auf 10 cm

messenden Pflastersteine sind zugleich

Mahnmale zur Erinnerung an die unzähligen

Verfolgten des Naziregimes. Aber

der Künstler wäre nicht der unermüdliche

Menschenrechtler, wenn er das

nicht einkalkuliert hätte. Die Angehörigen

der Opfer, der deportierten Juden,

Sinti und Roma, erkannten schnell,

dass die Gedenksteine mehr sagen

als tausend Worte: auch wenn auf den

Messingbeschlägen kaum mehr als die

Namen und Lebens- bzw. Sterbedaten

eingraviert sind.

Da der gesuchte Künstler die Steine in

den öffentlichen Straßen einließ, die

an den ehemaligen Wohnungen dieser

verfolgten Seelen entlang führten,

hatte er eher mit Kulturausschüssen,

Tiefbauämtern und anderen Verwaltungen

zu kämpfen. Und mit den Ignoranten,

die die Steine schon auch mal

wieder entfernten, weil ihnen das Vergessen

und Verdrängen leichter fiel als

die Erinnerung und Mahnung.


Der unermüdliche Spurensucher, der seit

17 Jahren Aktionen zur Deportation im

Dritten Reich durchführt, setzte 1992

den ersten Stein, dem weitere folgten,

wenn auch erst 2000 eine offizielle

Genehmigung den Weg frei machte.

Seither sind mehr als 12.500 dieser

unscheinbaren Würfel verlegt worden,

in Deutschland, Ungarn und den Niederlanden.

Baden-Württemberg ist mit

über zwanzig Städten vertreten, allein

in Stuttgart liegen rund 200 Steine,

Karlsruhe und Mannheim sind genauso

dabei wie Konstanz und Freiburg. Ab

Februar wird die Spur der Steine auch

nach Schwäbisch Gmünd, Göppingen,

Kirchheim und Schorndorf führen. So

queren wir alle irgendwann diesen Walk

of no fame, der uns an die Pflicht des

Erinnerns mahnt. (gb)

Wie heißt der Künstler Schreiben Sie uns

den Namen auf eine Postkarte und schicken

diese bis zum 15. Februar 2008 an:

art info, Stichwort Kunsträtsel, Olgastraße

58/A, 70182 Stuttgart oder mailen Sie die

Lösungen an: info@artinfo-magazin.de.

Unter allen Gewinnern verlosen

wir 2 x 1 Jahres-Doppelabonnement

für die art info

Ausgaben Stuttgart und Karlsruhe/Rhein-Neckar.

In der letzten Ausgabe suchten wir die

Skulptur des Künstlers Mo Edoga, die

in Mannheim am Kunstverein steht. Die

Gewinner des Abos sind Frau Nick (Ludwigshafen)

und Herr Mosch (Mannheim) -

Herzlichen Glückwunsch.

Kunstadressen

Baden-Baden

Museum Burda

Lichtentaler Allee 8b

76530 Baden-Baden

07221/398980

Di-So 11-18 Uhr

Dt. und amerik. Malerei

aus der Sammlung Burda

bis 06.01.

Gerhard Richter: Bilder

aus privaten Sammlungen

19.01.-12.05.

Di 11-13, 14-18, Mi-Fr 14-18,

Sa 10-13 Uhr

Rosemarie Vollmer:

Malerei (13.01.-09.02.

Norbert Huwer

24.02.-22.03.

Ettlingen

Galerie Emilia Suciu

Pforzheimer Straße 120

76275 Ettlingen

07243/38693

Di-Fr 16-19 Uhr

Bolivar: arte MADI -

Skulpturen und Wandobjekte

bis 31.01.

60329 Frankfurt

069/24450768

Di-Fr 13-18, Sa 11-15 Uhr

Markus Keibel: New

works bis 26.01.

Cecilia Westerberg:

Malerei, Animation

01.02.-21.03.

Heidelberg

Galerie Marianne Heller

Friedrich-Ebert-Anlage 2

69117 Heidelberg

06221/619090

Pippin Drysdale bis 13.01.

Suku Park, Wouter Dam

24.02.-13.04.

Staatl. Kunsthalle

Lichtentaler Allee 8a

Kunstverein

Kunstverein

76530 Baden-Baden

Wilhelmshöhe:

Hauptstraße 97

07221/300760

Schöllbronnerstraße 86

69117 Heidelberg

Di-So 11-18, Mi 11-20 Uhr 76275 Ettlingen

06221/184086

André Cadere: Arbeiten Do 15-20, FR, Sa 15-18, So Di-Fr 12-19, Sa, So 11-19 Uhr

aus den Jahren 1971-1978, 11-18 Uhr

Filmische Wahrheiten bis

31.01.

bis 06.01.

Thomas Lehnerer: Der

Künstlergruppe Forum 79

Dirk Skreber, 09.02.-13.04. ganze Himmel II bis 20.01.

16.02.-09.03.

Bretten

Frankfurt

Karlsruhe

Kunstverein

Bernhard Knauss

Badischer Kunstverein

Untere Kirschgasse 5

fine arts

Waldstraße 3

75015 ARTinfo_117x84_5:ak_27_11_2007 Bretten

Niddastraße 27.11.2007 84 12:08 Uhr 76133 Seite Karlsruhe 1

Ausschreibung

25. Kunstwettbewerb 2008

»Raumsituationen mit Figur«

Die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen lobt für

das Jahr 2008 den 25. Kunstwettbewerb der Kreissparkasse

Esslingen-Nürtingen aus. Der Preis wird in drei Stufen verliehen.

Di-Fr 11-19, Sa/So 11-17

Mitgliederausstellung

bis 06.01.

EnBW AG

Durlacher Allee 93

76131 Karlsruhe

Mo-Fr 10-18 Uhr

Das Abenteuer der Elektrizität-

Highlights aus

der EDF Stiftung bis 13.01.

Galerie Alfred Knecht

Baumeisterstraße 4

76137 Karlsruhe

0721/9374910

Di-Sa 11-13, Di-Fr 16-19 Uhr

Herbert Kitzel und

Schüler: Arbeiten von

1948-1978 bis 12.01.

Ivan Baschang, Guido

Kucznierz: Fotografie

und Zeichnungen/Skulpturen

18.01.-16.02.

Galerie Bode

Ettlinger Straße 2 A

76137 Karlsruhe

0721/3548435

Mi-Fr 15-18.30, Sa 11-14 Uhr

Claudia Blume:

Sonnenblumenfelder

18.01.-16.02.








LOTHAR

RUMOLD

>VORÜBERGEHEND UNBEWEGT<

01.02.2008 - 15.05.2008

Ausstellung

am im und um den

HAUPTBAHNHOF KARLSRUHE

Eröffnung: Freitag, den 01.02.2008 - 19:30 Uhr

LOC - www.loc-ka.de

http://www.lotharrumold.de/

Ausschreibungsunterlagen

Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen

Unternehmenskommunikation

»Kunstwettbewerb 2008«

Bahnhofstraße 8

73728 Esslingen

Telefon: 0711 398-5000

Telefax: 0711 398-5100

www.ksk-es.de

kundenservice@ksk-es.de


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Galerie Kasten

Sebastian Fath Contemporary

Galerie Keller

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Internet www.typopress.de

Galerie Clemens Thimme

Schützenstraße 19

76137 Karlsruhe

0721/3548245

Mi-Fr 14-18.30, Sa 11-14 Uhr

Ralf-Rainer Odenwald

bis 05.01.

Axel Philipp: escada,

le pop und andere

11.01.-16.02.

Dirk Haupt: Lake

22.02.-29.03.

Galerie Ferenbalm-

Gurbrü Station

Passagehof

76133 Karlsruhe

0721/1516916

Mi, Fr 15-20, Sa 11-14 Uhr

Peter Bönisch, bis 08.02.

Christian Ertel | John

Isaacs, bis 08.02.

Galerie Iris Kadel

Viktoriastraße 3-5

76133 Karlsruhe

0721/9091672

Mi 14-19, Do-Fr 12-18, Sa

11-14 Uhr

Benedikt Hipp bis 12.01.

Galerie Meyer-Riegger

Klauprechtstraße 22

76137 Karlsruhe

0721 / 821292

Di-Fr 11-19, Sa 11-14 Uhr

Anna Lea Hucht

18.01.-01.03.

Galerie Rottloff

Sophienstraße 105

76135 Karlsruhe

0721/843225

Di-Fr 14.30-19 Uhr

Galerie Schrade

Markgrafenstraße 25

76131 Karlsruhe

0721/6258966

Di 18-21 Uhr

Galerie Seuren

Waldstraße 42

76133 Karlsruhe

0721/1616907

Di, Mi 15-19, Do, Fr 15-20,

Sa 11-18 Uhr

Galerie Supper

Ebertstraße 14

76137 Karlsruhe

0721/5695577

Di-Fr 14-19, Sa 12-16 Uhr

Roland Schauls:

Todsünden und andere

Tugenden 22.01.-08.03.

Kunstakademie

Rheinhold-Frank-Straße 67

76133 Karlsruhe

Jahresausstellung

2007/2008 bis 05.01.

Orgelfabrik

Durlach

Amthausstraße 17

76227 Karlsruhe

0721/401443

Do, Fr 17-20,

Sa, So 11-16 Uhr

Herbert Kitzel und seine

Freunde bis 20.01.

Staatl. Hochschule

für Gestaltung

Lorenzstraße 15

76135 Karlsruhe

0721 / 8203-2285

Mi-So 11-21 Uhr

Candida Höfer: Werkgruppen

seit 1968

12.01.-02.03.

Staatl. Kunsthalle

Hans-Thoma-Straße 2-6

76133 Karlsruhe

Di-Fr 10-17, Sa/So 10-18 Uhr

Grünewald und seine Zeit

bis 02.03.

Malte Spohr: Am Horizont

18.01.-14.03.

Staatliche

Majolika Manufaktur

Ahaweg 6-8

76131 Karlsruhe

0721/9123770

Di-So 10-13 Uhr

Rolf Behm, Joachim Czichon,

Heiko Herrmann,

27.01.-27.04.

Städt. Galerie

Lorenzstraße 27

76135 Karlsruhe

Mi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr

O.H. Hajek bis 13.01.

Rainer Küchenmeister

bis 13.01.

Erwin Gross: Malerei

1982 - 2007 16.02.-01.06.

märz galerie mannheim

projektraum4

ZKM

Lorenzstraße 19

76135 Karlsruhe

0721-8100-1210

Mi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr

Paul Thek: Werkshow

bis 30.03.

Candida Höfer:

Werkgruppen seit 1968

12.01.-02.03.

Diamonds and Bars. Die

Kunst der Amischen.

Quilts aus der Sammlung

Schlumberger,

12.01.-02.03.

Ludwigshafen

Kunstverein

Bismarckstraße 44-48

67059 Ludwigshafen

0621/528055

Di-Fr 12-18, Sa, So 11-18 Uhr

Birgitta Weimer und Yuko

Shiraishi: Even if love... bis

06.01.

Rudolf-Scharpf-Galerie

Hemshofstraße 54

67063 Ludwigshafen

0621/5291968

Di-Fr 12-19, Sa 10-19, So

13-18 Uhr

Axel Heller: Fotografien

aus Indien und Rumänien

15.02.-06.04.

Wilhelm-Hack-Museum

Berliner Straße 23

67059 Ludwigshafen

0621/5043411

Di 12-18, Mi-So 10-18 Uhr

Derzeit wegen Renovierung

geschlossen

Mannheim

artinfo_171_36 17.12.2007 14:26 Uhr Page 1

Rotebühlplatz 31

70178 Stuttgart

Galerie Josef Nisters

Fon 0711 - 65 67 70 48

Fax 0711 - 65 67 70 53

HOLZCONNECTION

Bernhard Knaus Fine Art

Galerie Peter Zimmermann

Galerie Kasten

Werderstraße 18

68165 Mannheim

Di-Fr 14-19, Sa 12-15 Uhr

Stefan Pietryga,

10.02.-12.04.

Galerie Keller

Rheindammstraße 50

68163 Mannheim

0621/8283821

Mi, Do 13-19, Fr,

Sa 10-14 Uhr

Anna Comellas, Matthias

Will, 12.01.-23.02.

Galerie Sebastian Fath

Elisabethstraße 7

68165 Mannheim

0621/7644400

Di-Fr 14-19, Sa 10-16 Uhr

Aylin Langreuter:

Objekte und Installationen

11.01.-23.02.

Galerie Zimmermann

Leibnizstraße 20

68165 Mannheim

0621/419031

Di-Fr 13-18.30, Sa 11-14 Uhr

Kunsthalle

Friedrichsplatz 4

68165 Mannheim

0621 / 2936593

Di-So 11-18 Uhr

Roberto Edwards: Cuerpos

Pintados bis 13.01.;

30 Jahre Förderkreis

für die Kunsthalle Mannheim:

Erwerbungen und

Schenkungen für die

Sammlung bis 13.01.

Julius Grünewald: Ahnen

27.01.-02.03.

Im Blickpunkt Skulptur

ab 27.01.

Kunstverein

Augustaanlage 58

68165 Mannheim

0621/402208

Di-So 12-17 Uhr

Break the rules! Slg. Hieber/Theising

06.01.-03.02.

REGALE

Eines

sind wir!

–› www.galerienverband-mannheim.de

Der blinde Fleck

10.02.-02.03.

Root Leeb: Korrespondenzen

10.02.-02.03.

März Galerien

Beethovenstraße 18

68165 Mannheim

0621/412237

Mi-Fr 12-18, Sa 11-15 Uhr

Vera Molnar: Brechungen

- Bilder 15.02.-15.03.

Peng ! Raum für Kunst

Pflügersgrundstraße 22

68169 Mannheim

Mi 17-20, Sa 12-15 Uhr

Franz Konter: Arbeiten

auf Papier 11.01.-23.01.

Christa Fülbier: remains

25.01.-06.02.

Holger Endres: Pop

08.02.-20.02.

Danielle Scheuer: Mäzen

22.02.-05.03.

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Augartenstraße 68

68156 Mannheim

Do, Fr 17-21, Sa 12-16 Uhr

Armin Göhringer/Klaus

Prior: Holzskulpturen,

11.01.-08.03.

der wenigen

Regalsysteme, die nicht

nur in der Breite Platz

bieten, sondern auch

jede Raumhöhe nutzen.

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Seite 28


Siegfried Kreitner: Minimalkinetik

- Objekte

11.02.-08.03.

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Hafenstraße 68-72

68159 Mannheim

0621/3709830

Fr 16-20, Sa, So 14-18 Uhr

Töten - Fotografie, Zeichnung,

Video bis 26.01

Speyer

Galerie Nisters

Bahnhofstraße 7

67346 Speyer

06232/621148

Di-Fr 15-19, Sa 11-15 Uhr

Kunstverein

Flachsgasse 3

67346 Speyer

06232/919858

Di-So 11-18 Uhr

Armin Göhringer: Holz-

Raum-Linie, bis 06.01.

Fotokunst aus Rheinland-

Pfalz, 27.01.-02.03.

Zell a.H.

Villa Haiss

Am Park 1

77736 Zell a.H.

Mi, Fr-Sa 12-17, Do 18-22, So

13-18 Uhr

Gregor-Torsten Kozik;

Bilder und Objekte

16.02.-25.05.

IMPREssum

Herausgeber: Götz Gußmann, gussmann@artinfo-magazin.de,

Cornelia Rieder, rieder@artinfo-magazin.de

Gestaltung: Katja Derr, www.vorbild.tv

Mitarbeit: Dr. Günter Baumann (gb), Elisabeth Wolf (ew)

Redaktion art info, Olgastraße 58 A, 70182 Stuttgart

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Tel: 0711/389 500 28, Fax: 0711/389 500 20

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Bildnachweise: Alle Bilder soweit nicht anders angegeben

© VG Bild-Kunst, Bonn; Titelseite, S.5, S.6: © Gerhard Richter;

Foto: Museum Frieder Burda, Baden-Baden; S. 4, S. 8: ©

und Foto: Museum Frieder Burda, Baden-Baden, S. 19: Sammlung

Würth, S. 24, 25: © Candida Höfer/VG Bild-Kunst, Bonn

© by Scribo Verlag, Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung

des Verlags, für unverlangt eingesandte Manuskripte wird

keine Haftung übernommen.

Auflage: 7.000, Erscheinungsweise 2-monatlich jeden ersten

Donnerstag. Kostenlose Verteilung in Museen, Kunstvereinen,

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