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s» o n u n b f ü v

t i f e r a t a r f i l a f t

s» o n u n b f ü v te8 ©töcf. Muguft 1840.

© d) ö n e 2 t t e r a t u r.

' 1. S t. SRocfoe. 25on bet 23crfaffcrin oon ®obiüie:(5ajile

[grau t>.'.'$ä6l}on>]. Srei Steile. Bweitc Auflage.

»reSlau, bei 3Rar 1Ö40. 389. 443 u. 458 ©. It. 8.

®eb. 4 rtt 22| fgr.

2. £>t'e Sntriguanten. SKoman oon gtiebricb o. $et)ben.

3n>ei Steile, fceipjtg, @inl)orn 1840. 222 u. 216 ©.

8. ©e&. 2 tti.

3. $erbjlrofen, ©rjählungen unb 9oöellen o ®. SBie;

ne r. Sreölau, 3- Urban Äern 1840. 233 ©. 8.

©efc. 1 rtl.

4. 5>ie Sinfteblerhütfe am ©pißberge. @rjäb(ung auS ben

Seiten beS 30ia^rtgcn ÄriegeeS oon S* 2B. ) c f cf) e I.

©olbberg,,Slincfe 1839. IV u. 27 @. 8. ®e&. 2£ fgr.

9io. 1. S ie jüngjt »ergangene 3eit hatte in bet literaris

feb«n SBelt einen «Streit ficb erbeben feljen, auSgegangen

oon jungen ©cbriftfkUern, welche felbjigefällig ftd) ba§

junge 35eutfcblanb nannten- 9Jit ©mift riefen ihnen bie

Äritifer ju : „23iele pflegen unter bem SBorroartfee, bie 33or>

„urteile auSrotten ju wollen, Stugenb, grommigfeit unb

„Sfeligion auSäureifjen." ©o arg ^wat haben jene tS nicht

gemeint ; aber »er erroagt, wie ber ©cbriftfjeller bureb feine

2Bere, nach t>cv heutigen ®e(Ialtung ber Singe, unS bie

öffentlichen ikrfammlungen ber 2flten erfefct, ja weit be=

beutenber fich barftellt al§ ber glänjenbtfe Stebner, toirb bie

SSejirebung, einer JRicbtung entgegen ju treten, welche


— 226 —

Saber bie ©ewalt bet treffe. Satum bat bet ©cbriftflel*

(er einet» fo großen, einen fo heiligen SBeruf, @g ifi aber

eine alte .Klage übet ba£ ^Publifum, baß eg nur unterhalb

ten fein, bie 3eit gelobtet hoben will, *— über bie ©cbriftfleller,

baß fie btefer ©ucf)t frobnen, ©d)on gierte fprad) in feinen

Sieben an bie beutfebe Nation, bie 8e£tern wären nur bamit

ju entfdjnlbigen, baß fie bie 2Bid)tigfeit ibreg ©efdjdf»

te§ nie begriffen hätten. SSBie würbe et ftch je§t äußern,

bei bem 2lnblicf ber SWaffe infjaltlofer Journale, 9ooellen

unb Stomane Sag ^ublifum will unterhalten fein; nun

ja, cg if} fet)r behaglid), oon feinem Sopfya aug, ober oon

fonjl einem yiafye ficb ;u guten ßmpfmbungen unb ®e=

banfen fiimmen laffen unb fo ftd) au§ biefen @mpfi'n=

bungen felbjl einen ©enuß ju bereiten; e§ ergoßt oiele nidj>t

wenig, fi'cb lagcioe Silber oorfüfjren ju laffen unb fidj

hinterher bamit bei ficb felbft ju enfcbulbigen unb ju tröjien,

baß in ähnlichen gatlen fie ft'cb niebt bmgebm würben,

baju befaßen fie ju »iet üRoral, ju üiel gefiigfeit. Seiber

aber ifl wirklich bie Senbenj fet)t »ieler folcber Unterhalt

tunggfebriften eine bie ©ittlicbfeit gang untergrabenbe; eß

ifl eine Sborbeit bet 3eit, bie in ibt ihre Teilung wiebet

ftnben muß unb ju ftnben bereits anfängt. Gr$ febeinen

bie ©cbriftfleller bergeffen ju haben, baß ihnen, obwohl

jurüefgebrangt aug bem ©ewftbl ber ßhrfebeinungen, ober

fich jurüifjiebenb aug bemfelben, bag erfebeinenbe ßeben mit

feiner ©ewalt felbfi ©egenftanb fein foll. „Sn fiillet S3e=

„traebtung gebt ihnen Sergangenbeit unb ©egenwart in

„großen SWajfen oorüber, nicht gebrängt bureb bie 9otb

„beg SJomentg, nicht irre geleitet bureb bie näcbjien SSe-

„bürfniffe, bie ihnen feine finb, mag eg ihnen oergönnt

„fein, in bem ©cbwanfen bet (grfebeinungen ben unoer^

„rücften lebenbigen 9J!ittelpunft rein §h erhalten." Ser

SRenfcb unb feine focialen SSejiehungen, bie barübet fpre=

cbenben Änficbten finb ©egenfianb ber meifien ©Triften

bieferXrt, unb bei oielen berfelben follte man glauben, bie

83erf. hätten ung ben Sftenfcben nur eine fleine ©tufe über

bem Shier erhoben geigen wollen. ©djöner, beffer, notb*

wenbiger wäre eg wohl gewefen, bie oorhanbenen Äräfte

baju ju oerwenben, ju jeigen, wie SBernunftfäbigfeit jur


— 227 —

Vernunft, feinere ©inne gut Äunfi, Stiebe gut deuten Frei*

beit unb ©cböne, SSewegunggfräfte gut SWenfchltchfeit ge=

bilbet werben können. 2lber eg wate unrecht, jene 6frgeugs

niffe gang ju oerbammen. Sie Klagen finb feljt laut ge:

worben, eg gäbe in bet beutfehen Literatur feine eminenten

Salente mehr, fie läge in SEobegfcblummer. (s> mag wohl

nur bie Wohlthätige äBetäubung fein, bie ein SBefen um=

bullt, beffen organifc^e Ärafte nach neuer 'itußbilbung flreben,

unb jene ^tobuktionen, benen eine gewijfe Äraft, eine

gewiffe ©enialitat nicht abjufprec&en iji, finb »ieüeid)t eine

UebergänggiSPertobe gu etwas 33efferem. Sn feinen @atrifas

turen be§ ^eiligfien hat ©teffeng gegeigt, wie bie Sbee beg

(Stbabenjien in ber äußern (Srfcheinung oerjerrt unb herab»

gewürbigt werbe. Sag SSud) i|i üiel befproetjen, fehr btfannt,

wenig erkannt, oiel mißoerjlanben worben unb bürfte

über ben Kreig wahrhaft pf)ilofopb>fch gebilbeter SWänner

l)inaug unmittelbar nld^t gewirkt haben. Senfelben 2ln;

fickten hat er burch feine SWooellen in einet anbern gönn

unb mit öielem ©lücf in einen weiteren ÄretS 3ugang oer<

febafft. SSSie fetjr er aber auch feine begeifiernbe 8tebe in

biefe ÜRooellen gu übertragen ibermoc&t hat; wie poetifcb bie

Sarjiellung gumeift iji: allgemein werben fie in bie 2efeweit

fo wenig übergeben, wie SEiecf unb Sean )aul, unb

boch, foll bie ßefewelt beffer werben, fo finb drfebeinungen

not^wenbig, welche in ihrer eblen Statur #£tlfgmittel für

bie Verwöhnten unb Ueberreigten in fich tragen unb in tb;

ret SarjieÜunggweife fo gebalten finb/ baß auch *>er

quemere, bem eben baran liegt, fich unterhalten ju laffen

unb beg Senfeng babei fich gu entfchlagen, ben erflen Swecf

erreicht, ohne bennoch fich ber aug bet Ceftüre entfpringenj

ben, in ihm aufjieigenben ©ebanfen erwehren gu können.

SBtr übertreiben wohl nicht, wenn wir bem unter 9o. 1

genanten äSerfe biefe (Sigenfchaften beimeffen unb in ihnen

bag SJfotiö gu bem @rfolge ftnben, ben baffelbe gehabt hat.

Sag charakterijiifche Äenngeichen ber ©ejialten wie ber Shat«

fachen, welche bie 33erf. ung oorführt, iß ihre pfpchologi«

fche SBahrheit, unb biefe wirb ihr ben @rfolg für alle 3ei=

ten ftchern. @g liegt ung ob, biefen Xugfpruch gu bettjatigtn.

Se t ©djaupla^ ber Gegebenheit ifl in Frankreich,

15 *


- 228 -

bie Seit bi« gubwig 14., al§ bie furcfetbaec unb felbjlänbige

Äraft ber S3arone gebrochen unb in ben Unruhen bet gronbe

bic legt« offne SBiberfe&lidjfeit gegen ben SBillen be§

nigg, ber balb alö abfoluter betüotttat, längjl erjiorben mar;

bie banbelnben $Petfonen gelten einer gamilie an, btc bem

Äonige biefen ©tanbpunft batte erfampfen helfen. 8 ub*

wig batte ben 2tbel feinen ©cbloffern unb feiner ^ootnciaU

JÖeimatl) entjogen unb it)n mit bem |)ofe unb beffen 23et=

gnügungen in nähere Sierbinbung gebracht, um ifjn in fei;

nem frttbetn Seite ju jerftöten, ebne ibn in feinem ©ein

aufjufyeben. 25ie eon llnna oon £)e(lerreid) aus Spanien

nacb granFreicb oerpflanjte (Stifette, urfprünglic& eine ©djranfe

jur "Mbirebrung beö 2(nbrdngen6 , ober auch tofjer «Sitten,

warb mebr als eine Sonn: fie warb als Snbalt faji aller

S3eflrebungen be$ JpofeS unb alle§ beffen, waS baju gehrte,

angefeben. gur ben Jpof batte afleS, wa6 oujjer bemfelben

lag, feine anbere dkltung al§ ©ienjlbarfeit; mit wenigen

2fu§tial)nien fculbigten felbfi bie ©eifllicben biefer 2fnfid)t,

unb aueb bie ©ericbtSfeofe batten burc& beS ÄönigS ®lacbts

fprücbe ft'cb einfebuebtern taffen. S ie ßriflenj ber gamilie


— 229 —

größter wobl mar, bafj ftc it)tcn SEBcrtt) gat nicht fannte

unb in reinjier Semutb fich überhaupt feinen gufcfcrieb.

SDlit S3egeifierung ijatte fie fiel) ju aflem aufgefchrounqeji,

waS an ihrem ©atten ihr ebel, gtofi, ungewöhnlich erfd^ien.

©ie siebt in St. JRocbe ein, bem büftetn ©c&auplafc grauen,

eoller Verbrechen, unb ein gleiches warb burch bie gatntlte

ßreep an it)x oerübt: ber feinfle ©eelenntotb, bem balb ber

leibliche Sob folgte, nicht ol)ne auf ihre Reiniger rütfap

fenb febon jefct einen für biefe um fo fchmerjenberen (Stn;

flu(j ju üben, als eg bie £ofgunfl war, bie ibnen oerlujlig

gieng, baS einzige @reignijj, baS abjuroenben, in ber yJiadjt

ber floljen gamilie niebt flehet. fieonin, ber, im SEBabne,

gennimore fei tobt, ftcb niebt ohne eigne ©cbulb noch oot

ihrem #infcbeiben anberweit ehelich oerbunben, lä^t bie

©ohne beibet (Shen jufammen erjiehen unb bat bte greube,

fie ju greunben aufwachfen ju feben. 2lber er tjat gennt=

more’S ©obn feines rechtmäßigen 9iamenS beraubt unt> tbn

SReginalb ßreep o. St. Sioche genannt. Stefem gilt et

alSVormunb, al§ ber fiül) babin g e rie b e n e n Sltern treuer

greunb, als beS SünglingS forgfamer £üter. Sie SStuber

ahnen ihr gegenfeitigeS Sßejhältnifj nicht unb bte JJiars

fcballin fief)t in Sieginalb nur ben ^Beeinträchtiget tbteS jn«

terejfeS unb ifl bie einjige, bie feine SBotjüge mit falter Stiebt*

ac^tung als gar nicht oorbanben betrachtet, eine S3ehanb=

lungSweife, bie auf jeben, oornämlich aber auf ein jugenb:

lieh ©emütb, wie mit eiftgen ©tadeln erfältenb wirft.

SEröfe ibreS SSBiberjlrebenS bleiben beibe Sünglinge eng, ja

ent&ufiajlifc& »erbunben. Sem jungen ©tafen Srech wirb

granciSca ©räfin b’2lubaine jut ©emablin bejltmmt; aber fie

bat SJeginalb fennen gelernt, in ihm bie reinfle, gtübenbfle

Siebe erweeft unb fie erwiebert. St. SJodje i(i niebt weit

oon 2lrboife, bemSüte beS ©rafen b’Mubaine entfernt, unb

ber 2fugettbli


— 230 -

ehrutig beS «ngelgleicfjen SBefeng verlangen, außer welchem

ft'e nie etwas auf @rben geliebt hat. 25a erfahrt fie 3tegü

nalbS 2fnwefenheit unb weiß ifyn ju fich ju entbieten, i^jn,

ber eben toon granciSca baS ©eflanbniß ihrer Siebe erlangt,

©ie enthüllt ihm alles, ben ungeheuren SSetrug, ber ihn um

6ltern, tarnen, ©teüung gebracht, ber ihn ober ben ge=

liebten 83ruber ju oernichten brohet. SDZit jerriffenem |>ergen

fehrt er nach 2trboife jurficf, wo bie SJfarfchallin gegen ihn

gewirft unb wo granciSca bem glüdfliehen Srecp oerlobt

worben. SKit Sangen oermißt biefer ben JJreunb, ohne

ben baS größte ©lüc feines für ihn ifi, unb ihm wirb bie

greube, ber erfie ju fein, ber ben ©efuchten finbet. Su=

belnb theilt er bem fchmerjlirf) 23enuunbeten fein ©lücf mit,

ein ©lücf, welches baS SRaaß beS UnglücfS, baS ben hoch*

begabten Süngling treffen foll, ooll ju machen fcheint.

SJeginalb giebt Änbeutungen über baS, waS er erfahren,

beföwort ben greunb, ber 33raut ju entfagen, wie er um

feinetwillen ber ©eliebten entfage, unb bringt barauf, baß

er mit ihm nach $ariS, bodE> über St. SRoche jurütffehre,

wo alles ihm flar werben foll. ßubwig willigt ein, fie

»erlaffen 2trboife unb gelangen in baS ©chloß, unter einem

febreef liehen Unwetter, baS ihnen eine 23orbebeutung beS

Unheils abjjiebt, welches hier Fommen foll. Öubwig, jum

SSobe erfchopft, finFt auf ein fchnell bereitetes ßager hin

unb fchlummert ein; 9eginalb, ber bie Umgebung noch na*

her unterfucht, bewacht feinen ©chlaf, fich ihm mit gelabe*

nem ©ewehr gegenüber ff^enb. Aufgeregt oon bem Unge»

heuren, waS er erfahren, bem traurigen ©efehief ber trefflichen

SWutter unb ber fcbrecflichen ©efchichte beS ©chlojfeS,

in ber fich ein rother gaben oon bem SDpfer StjeopfjUe’S,

bem SJfarquiS ©pinola, bis ju ihm felbji hinjieht, benn

ber ihm wohlbefannte Marquis ©ouore, etn 3achFomme

©pinola’S, ijl ba§ fluchwürbige SBerfjeug gewefen, baS

Sennimor hatte oernichten helfen; aufgeregt felbji burch baS

tiefe ©chweigen um ihn her unb bie Silber feiner >hanta^

fie, befd)leid()t ein bem Fräftigen Sünglinge unbeFannteS

©efübl fein £er&, bie furcht mit ihrem bleichen ©chretfen:

er wünfeht geben um fich her, unb waren eS bie ©efialten

ber Vergangenheit, fo blutig in biefen 9Jdumen. Unb biefe


erfchetnen, ©ptnola an btt ©pifee, unb SReginalb unb ßub*

wig bewegen fid) in bem Äreife bet »orgejauberten ©e(laf=

ten. S a »ermißt JKeginalb ben »ruber; er fpringt auf,

i^n ju fuchen; höhnenb tritt ihm ©pinola entgegen unb

jeigt ihm SubwigS bleiches, blutigeg $aupt, 9Jit @ntjü-

(hologifch waferfle, mag fie getrieben, unb jugleich ber

ßulminationS^unft in ber oorliegenben (Srjählung. SBenn

btt balfamifche ©chlaf, beg SEobcg Vruber, bie wichtigen

Verrichtungen unferg ßebeng mit bem fanften ginger feiner

äBeruhrung fcheibet; wenn 9er»en unb üßugfefn ruhn unb

bie finnlichen ©mpftnbungen aufhören, benft bie ©eele bo$

in ihrem eigenen ifanbe fort. @ine alltägliche Erfahrung

ifl eg, bag ein bunfler @inbru

en unb äBachen ganj natürlich unb bet Staum folgerecht


- 232 —

erlernen, foroie bie blutige Äat«ftropf)e. äDiefe erfolgte im

Äugenblicf beg (grwacheng, b. h* in biefem galle, beg wie*

ber beginnenben fich Sewußtwerbeng. 2(ber bie ph^fifdjen

©efefce beS SvwachenS finb theilg oon ber Sefchaffenheit

beg ©chlafg unb oon ber Sigpofition beg jtörperg währenb

beffelben, theilg oon ben Urfactjen beg ©rroactjcnS bergefialt

abhängig, bag bie größten Serfchiebenheiten ber #rt beffel*

ben ju bemerken finb. ««atürlicheg Erwachen, wo ber ©d)laf

ung oerldßt, ohne bag er burch äußere @inbrü


— 233 -

(Srwachen mit feinen Srdumen mit bem in tobrdfjnlic^er

grfchßpfung oor il)m liegenben ©ruber oerbanb, unb nun

»oller fifntfefcen, um biefen ju rachen, oon feiner SBaffe

brauch machte, eine £anbiung, bie er mit SBewußtfein au&=

übt, ohne bennoef» feiner ganjen Umgebung üotljlänbig Har

ju fein, ohne ftd& eon ber SJic&tigfeit ber ihm »otfchweben*

ben «Srfcheinungen überzeugt ju haben, ©omit fonnen. wir

nicht anberS, als ben gefchilöerten Buftanb für ph^fifch möglich

unb erflarbar unb nachpfpchologifchen ©runbfdfcen für wahrju

halten; bamit aber glauben wir ben 2Berth beS SSJerfS be=

i«4)nct ju l)aben, benn in gleichem Wlaafje finb alle übrigen

bargefiellten ^etfonen unb 23erhdltnif]e behanbelt.

9o. 2. 25ag junge gütjienpaar eines fleinen £ofeS foll

burch bie Sntriguen jweier S)3erfonen, oon benen bie eine

burch 23erwanbtfchaft, bie anbre burch eine frühere Siebe

bem dürften nahe jiehen, t>om S^rone t>ert>rdngt werben;

jwei 9Kacfte unb ber JDrben ber Stfuiten bieten, unferges

orbneter SBerfjeuge nicht ju gebenden*, hilfreiche #anb baju.

2tber ba§ gürjienpaar, baS Rechte thuenb unb »on einet

reinen £anb geleitet, oon einem feltfamen banfbaren 2Bes

fen bewacht, entgeht ben Sidnfen, oon benen e§ umfponnen

ifi, wdhrenb bie Sntriguanten befchdmt, theilS eers

nichtet fich jutücf’jichen müffen. ©iefen intereffanten ©e=

genfianb hat ber S3erf. mit »ollfommener Sieherrfchung fei»

ne8 ©toffeö ju einem fchonen, abgerunbeten ©anjen »er*

arbeitet unb un§ baburch ein @tüinfeljlrichen gezeichnet unb bleiben

fidj treu in allen ben ergo|lichen unb ernfien ©eenen, worin

wir fie handln fehen, finb audf> fo intereffant an fich unb

fo geijireich^ behanbelt, baß wir bem ßefer eine höchit ange;

nehme 2eftüre »erfprechen fonnen. ifi eine greube, in

biefem gacbe ber Literatur wieb^r einem SBerfe ju begegnen,

beffen 23erf. nicht blo§ feinee> 3iele6 ft'ch flat bewußt war,

fonbern bet auch im ®efi|e aller ber SKittel ifl r bie jur

(Streichung beffelben notf)tg finb. 2)a ifi (Sinheit unb funfb


gerechte ©efialtung; ba fe&en n>tr rcd^tjeitiö motwirt, waö

fommen foll, ober bet SEljat na* oor Den ÜJlotioen bar*

gefiellt, um bem Sntereffe nid)t ju fc&aben; ba greift 2£üeS

paffenb in einanber unb 2flleS ifi »oll gefunber CebenSfraft.

SDocfc jie&t fid) eine würbeoolle Haltung burd> baS ©anje

fcinburd), bie ben tfnfianb nie oerte|t, unb eine gebilbete

(Sprache weiß bem Sntereffanten noct) burd) bie ©arfiellung

neue SReije ju »erleiden. 2Bifc unb geißreid)eS JRaifonne;

ment wed)feln mit ben einfad) erhabenen SReflerionen ber

fürfilic&en 2febtifftn unb mit ben feinen, ebeln «Schwärme*

reien ber gütfiin ab; Stabatilla’S romantifcbe SBilbtjeit bat

einen poetifdjen Sfeij, ber neben fc&lauer ifi unb prafti»

fdjer &|äjigfeit ft'd) fetjr oort&eil&aft barßeüt. — (Einen 9to*

man Ratten wir baS 33ud) übrigens nidjt genannt, fonbern

ifom lieber ben Eitel einer 9o»eUe gegeben. 2Benn einmal

ein Unterfdfiieb jwifd)en »eiben jiattfinben fottj worin an=

berS wirb er ju ftnben fein als barin, baß bie 9loee0k eine

intereffante SSegebenljeit, ber 9ioman bie (Sntwicfelung eines

intereffanten ßljarafterS jum ^auptgegenjianfce feiner ©ar*

jiellung foat 2BaS bei ber einen ÜJtittel ifi, wirb bei bem

anbern 3wecf fein. 3n biefen „Sntriguanten" aber fe&en

wir fd)on auSgebilbete Stjaraftere, burd) beten 2()atigfeit

nur eine fdjon oot Seginn ber (Srjäblung eingeleitete äße*

gebenfjeit entwicfelt wirb. Socfr baS ifi eine müßige grage,

Vornan ober 9fot>etle, baS SSucfc ifi intereffant unb wirb

beliebigen, befonberS ba eS oon einer ©eftnnung getragen

wirb, bie jeben gebilbeten Sefer bei fo t>iel SBeltFenntntß

immer nur ba§ JRefultat eines benfenben ©eifleS unb eines

tiefen ©emüt&eS ifi, eines ©emütljeS, ba§ bei allen @d>mer*

jen unb allen SEBibcrfprü^en beS SebenS bod) feinen ©ott

unb feinen ©lauben nid)t eerloren fcat; burd) folcfce ©efinnung

wirb eS gefd>e&en, baß SRomane, wie ber oorliegen*

be, bie glänjenben ^robuftionen franjoftfe&er Sinter über*

bauern werben. — Bum ©djluffe wirft ber S3erf. nocfr bie

grage auf, ob eS ju einem l)ifiorifd)en JRomane (»inreic&enb

ifi, baß erfunbene ©efd)irfe mit ber eigentümlichen garbe

einer gewiffen gcfdid)tlid>en e befleibet werben, ober

ob gefd)id)tlid)e ^erfonen baju nor&ig finb 9ßir entleiben

uns für baS 2e|tere, 1) weil wir unter ^i(lorifd^ immer


- 235 —

unb überall etroaS oot Seiten wirklich 23orgefallene6, alfo

eine SSegebenljeit >unb bie baran geknüpften ^erfonen ber

Cocalitäten oerjleben, unb 2) weil fonjt jeber gute 9oman

f)iRorifd) genannt werben müßte, benn ein folget wirb tm=

mer bie garbe irgenb einer 3eit tragen, wenn er nidjt

mdf)rd)enl)aft fein w ill; eine weniger cbarafterijlifcbe 3eit

aber wirb barum bod) niebt weniger bifiorifcf) fein. — 25er

©uperlatiö barf nur bann obne Artikel gebraust werben,

wenn aueb ba8 niebt gejieigerte 2lbjektioum o^ne Artikel

ßeben bürfte (t>gl. I. ©. 91 u. a. £).)• ©innentfiellenbe

Srucffebler ftnben ftd> II. ©. 1 3 . 5; ©. 53 3* 5 o. u.:

I. ©. 65 3. 2 u. a.

9o. 3. 2Ber (>at niefet fdfjon ©rjablungen gelefen, worin

ein unbekannter SBobitbdter, ein harter, gelbfüebtiger ©beim,

betrügerifebe Pfaffen, bie ©räuel beS Äriegeg, ber fetfe

©paß eines gürjien bie Hauptrolle fpielen |jter ftnbet man

bieS alleg wieber, mit anbern 9Zebenumfiänben auSgegiert,

in gewanbter Sarjiellung unb ffteßenber Spraye, auf fetjo«

nem Rapiere. Hier unb ba ifi ein kühnerer Änlauf genom*

men, aber bie glügel fenken ft‘cl> balb wieber; feblt fomit

bie S3efriebigung, fo entbehren bie ©rjdljlungen bod) nicfjteineS

gewiffen SJeije§, ben eine gewanbte SDarjiellung ifcnen

etnguflößen wußte, inbem bie* unb ba bebeutenbe 9>erfön=

liebketten eingefIo4>ten ftnb. 2ln Unwabrfebeinliebfeiten ftnb

biefe fünf ©rjdblungen (bie Slinbe; ber ©obn beö @el6fl<

mßrberS; ber SSefcffene; ber ©eneralfelbmarfdball; ber$feubo<

gürjt) reicb, befonberS in Sejtebung auf bag bobere ©es

feüfd>iftgleben , fca§ benn boeb enblid) felbft in folcben @r=

jdblungen mit rnebr SBabrbeit bebanbelt werben follte.

®it ber unter Sfto. 4 genannten ©tgäblung »erbä'lt e6

jtcb im ©anjen eben fo, wie mit ben ©.115 biefer $lät*

ter beurteilten ©ebiebten beffelben S3erfafferS. ©te febeint

niebt für oerwöbnte fieferfreife, fonbern für ben ganbmann

gefebrieben ju fein; fcf;on ifjre äußere 2tu6|iattung beutet

auf biefe 33efiimmung bin. 2(. Ä11.


- 236 -

*P t> i i o f o p i e*

1. S ie objeftioe SrEenntniß ber Dffenbarung ©otteö im

erf*einenben 2Beltf#em, na* iljren ©runbjügen ent*

n>t(felt unb als Settrag jur Sßollenbung beS SBerfS ber

Sbee bargeboten oon Sf. @. Sr. o. © te *o w . S3re8s

lau, bei ©. f>&. 2lber&olj 1838. X X X I I u. 668 ©.

gr. 8. ©d). 2-§- rtl.

2. griebri* © * le ie r m a * e t ’ ö fdmmtlid&c SBerfe. 3.

2lbt&. 3ur Wlofopbie. 4. Sb. i. £1). »erlin, 9ci*

mer 1839. 311 ® . gr. 8. 2Iuct) u. b. S .: §r. © *l.’S

literar. 9ia*laß. 3ur ^feilofepbie 2* ®b. 1. 2lbtlj.it.

unb: ©efc&icbte ber ^^ilofopbif* ■Huf © *l*’f>fyanbf*riftl.

9a*lajfe b«auSgegeben oon SJitter tc. (1-| rtl.)

3. ©ef*i*te ber gtie*if*en ^)^itofop^te. SOlit 2£ngabe

ber ßiteratur na* ben Sluetlen bearbeitet oon Dr. ® . £),

S B a rb a *. geipjig, S>. SBiganb 1838. X IV u.

320 ©. gr. 8. flu * u. b. 2 .: Sebrbu* ber ©ef*.

ber ’iPbtlof. ®Jit Angabe ber Siteratur 2t. 1. 2lbtb.

Einleitung u. ©efd). ber gtt'e*. )&. 1 rtl. 22| fgr.

4. 2Cbriß ber ®efd)i*te bet Wofopbie oon Äatl Subwig

Äannegießet. fieipjig, SSrocfbauS 1837. V I II u.

168 ©. gr. 8. (22± fgr.)

25er 23erf. oon 9o. 1 gebort ju benen, wel*e über baS

$egel’ftö=

pbilofopbif*e SRcfultat, na* welkem jebeS neue ©Aftern

notbwenbig in ben frühem wurjeln muß, um ju feinem

böbern ©tanbpunfte ju gelangen, utiliter acceptiren. 2Ba§

^egel’S 9)etfönli*feit betrifft, fo erfennt bet 23etf. an „bie

bobe ©*wierigfeit, na* bem @rf*einen fol* eineS eben

fo rei* begabten als tief butcbbilbeten ©ei(leS, mit welchem

fel&fl unter ben wütbigflen ©rünben bet SBijTenf*aft nur

wenige oerglei*b$r fein bürften, noeb trgenbwie fortbilbenb

in ben Entwicklungsgang ber Sbee eingreifen ju wollen."

23er «Berf. will na* feiner a3crft*etung nur ben „ ‘Hnjloß''

ju neuern @ntroi


— 237 —

in ber äBefenfeeit beS SKecbtgs unb üftatur: Elements ftdf) 6«

wegenb, bie £egelfcfee Soctrin bagegen als bag ffttlicfe:

gcfd)id)t!ic5)c ©ebiet burcfe liefe oergegenfiänblicfcenb" bet le%>

ten SBollenbung beg ©tanbpunfteS „be§ fünfttcrtfcfj^rcltgiofen

©eifieg" als Sorläuferinnen bienen, bamit „(erliefe bie -freil'u

gung bet SBelt mit betet afifeetifefeeri Söetflätung fiel) »et*

fcfemelge burtfe bie Äraft bet gbee!'' — Sie 1. Tlbtfeeilung

beg 2Betleg oon ©. 1— 180 entölt bie „gefdiicfytlkfee

©runblegung," welcfee eben fo fe&r eine Dtienfitung alö

Sfecfetfertigung für beg SBetf. ©tanbpunft abgeben foll. Sag

Unjuteicfeenbe ber (bereite angeführten) ©i^fieme fotl aug

iljnen felbfi bargetfean werben; jeboeb würbe eg füt bep

äujjerfi befeferänften Kaum, roelcfeen biefe SSlätter gefiatten,

ju weitläufig fein, wenn iefe nadjweifen wollte, wieber

SSetf., abgefefeen oon wirf liefern ÜJHgüerfidnbniffen, bie©»:

fieme für feinen Bwetf jureefetgemaefet Ijat, um ung ifetten

feinen „^ßfjern ©tanbpunft" abjuleiten. Siefeg SßorauS»

fdürfen feijiorifefeer Säten ifi in unfeter 3«it, wo bie ®e«

fd)idpte ber >feilof6pfeie enblicfe ein ©emeingut 2lßer gewor»

ben ifi, unnötig unb wegen feine« partifuliaren Swecfeö

fogar ungureiefeenb. — Sie ©tecfcoro’fcfee $)feilofopfe(e „unter:

fcfceibet bie Sogif, al§ bie SBiffenfcfeaft bet allgemeinen

©runbformen beg Senfeng, oon bet 9ftetapljt)ftf, a(g ber

2Bif[enfd)aft oon ben allgemeinen ©runbformen beg ©eing,'1

unb lofi bie Aufgabe, ben ©tanbpunft beg Segriffg gum

feöfeern bet abfoluten Sbee gu oollenben, „bie SJegatioität

beg fcialeftifeften ©icbanberSwerbenS gu abfolutet Äffirmati:

oitat beg pofitioen ©iefeinftefebefiatigeng, bie fittlid)=gefcf)tcfet<

liefee SBeltanfdjauung gut fünfiletifcfe * religißfen." 2£l§ ob

bie Jjegelfcfee Sialeftif bei bem negatioen SJfoment (wie eg

wofei bie 5)latonifd>e unb ©olgerfebe tfeat) fiefeen bliebe! S ie

2. Äbtfeeil. (oon ©. 183—668) beginnt mit einet Ueberficfet

beg ©)jfiemS oon ©. 183-*209. SSSie ftüfeet bei ©cfeeliing

unb fpäter auefe bei 33ranifj jerfdOSt ©teffeow’g 9)fei!ofopfeie

in einen ibeellen unb realen Sfeeil, welcfee beibe erfl „in

ifcrer abfolut =organifefeen (Sinfeeit" baß ©i;fiem ootlflänbig

befcfeliefjen. — Sen 2. Sfeeil beg SBucfeeS umfaßt ber „©runb:

ri|j ber abfoluten ffiiffenfcfeäft", welcfeer bemnaefe alg eine

@nci)clopabie ber 9)f)ilofopfeie gufeetraefeten ifi (6 .2 1 0 —668).


- 238 -

1. @rfle ©pfydre ber 3Btffenf*aft oon ©. 210—91: „SÜBif

fenfcfjaft (im pljtlofopl). ©inne) bebeutet bic obfectioe @r;

fenntnifj örö Unenbli*en innerhalb beftimmter notbroenbiger

Ärcifc ber SiBitElicfjfcit." Siefe erfie ©pljdre verfallt in bie

2Bififenf*aft a ) ber CogiP, alg ber ibealen, unb b) ber ffli>

tapi)t)ftf( alg ber realen ©eite. Sie 8 ogi ifi bie SBiffenfc&aft

eon ben urfpcünglidtjcn gormen beö Senfeng, unb

bie SDietaMgfif bat jum ©efealt bie abfiraften gfunbamentaU

Sßeflimmungen atleö ©etenben. SSeibe SK5ifJenf*aften tjaben

»iet


- 239 —

abflraften ©pifce bfg orientalischen ©taateg, ju welket bte

rohe unt» enblidje «SWaffe, in if>rcr in fiel; geltungglofen

9Jichtigfeit, im Verhältnis fachlichen (SigenthumS fiebt;

fonbern «g ijl bem großen ©anjen tjiecin ein üdterlicheS

£>berhaupt gefegt, welcheg mit ben flcfabifch =berechtigten,

bürgerlichen Drbnungen bag gemeinfame Sntereffe beratbet

unb welchem ber freie Untertan »erbunben ifi burch bie

fubjeftwen Sanbe ber Sreue, beg Vertrauens unb achtungg*

»oller Siebe" ( ! ) . $) „S ie üierte ©taatgform unb jwar

bie fcochfle wirb bie fein müffen, in welker bag Staate

prinjip felbfi fich *ur Verwt'rflicbung bringt unb charafter--

bilbenb in ben ©Jittelpunft ber gefammten bürgerlichen

fiebenSentwicfelunggfielle tritt/' b. S ie Pbifofophie &« 9a=

tur »on @.325 — 51. 2Bag Phitofophie ber 9atur fei c.,

erfahren wir nicht, fonbern auch hier, wie überall in bem

jweiten Sheile, ergeht fich ber Verf. tn allgemeinen JKebeng;

arten unb fnüpft bie @injelnheiten empirifch, obwohl mit

Philofophifö Wingenber Sprache, au einanbeir. „Sn fur=

jen Bügen" foll nun „ber abfolute SnIM t beg pbilofopbifchen

SBiffeng oon ber innern SRaturgejlaltung" bezeichnet werben,

unb fo follen jundchfi „auf ber ibeellen ©eite ihrer (gntwitfe*

lung biejenigen elementaren ©runbprinjipien, allgemeinen

Ärdfte, organifchen ©pfleme unb im natürlichen Sebeng*

laufe ber abfoluten () Äorperlicbfeit begrünbeten phpfifchen

©ntwicfeluriggfiufen gu charafterifiren" fein, „beten DbjeftU

»irung in beflimmter Snbioibualifirung alg eine im ©ein

gefeffelte ©efetyiebte ber @rbprobucti»itdt, ben Vorwurf ber

reellen ©eite ber ÜRaturwiffenfchaft bilbet." Von einer btgriffgmdßigen

©ntwicfelung ifi jeboch in biefer begriffgfembs

liehen pbilofopbie überall nicht bie Siebe, fonbern eg bleibt

bei einem jiemlich wiWührlichen unb ungerechtfertigten

©chematigmug.

Sbeelle ©ntwitfelunggreihe: Reelle (Sntwicfelunggreihe:

1 S ie Elemente, 1. S^benreich,

2. Ärdfte ber unorgan. Statur, 2. Pflanzenreich,

3. Örganigmug, 3. äjjierreicb,

4. Sag 9aturleben beg ©eifieg. 4. Vernunftreich.

S ie Sfacen: ttethiopier, SWa*

lapen * Ämerifaner, ®ongo=

len, Äaufafter.


-r 240 -

3. ©ritte enttoicfelungSfob«« *>er SQBiffenfcfjaft o. ©. 352—

426. a) S ie ibeale ©eite. SRoral, oon ©. 352—85,

„Hut bem großen ©ebtete ber Staturerjeugungen ifi eg allein

ber SJlenf* , n>el*er bag eble 23orre*t genießt (!) r gef*i*fc

lieb ft* felbfi ju ooUenben." - „Sn Cer oorliegenben t)o=

beren entroidfelunggfob« 'ft & bit freie 9>effönlt*fett, m

beren felbfibemußter, au ft* febaffenber innerer ©elbfibc»

tbätigung bie Söiomente ifjrer SReaKfation, SOioral unb ©e*

fct>i*te nutrjeln, fo jwar, baß wenn jene ben «beeilen ©runb

ber £anblungen , bie in gevotffen trlli*en Snbegriff ber freien

£anblungen ber 9Renf*en ft* bilbet, in benen ft* bie 2Bil--

len6tb«tigfeit, geroiffe eigejitbümli*e, mit jenen Sugenbbe=

fiimmungen aber in ber innern @in|eit beS SBefeng gehaltene,

fi* objectioierfüüenbe $ftnp>ien oenoirfli*enb, auägefübrt."

Sie ^bilofoPbte ber ©ittli*feit ober SRoralitat, weldfje bei=

ben ^Begriffe ber 33erf. prom iscue anwenbet, bat ebenfalls

oier SBilbunggflufen, oon toel*en bie legte ben, freili* nur

tunfili*en, Uebergang ma*t , *ur b) ^b«(ofopb« ber SBelt»

gef*i*te (© . 375 ff.). „S ie ©ef*i*te ifi bie unheilbare

©cfammtbeit ber menf*li*en ©attung, toel*e in t&r alg

©nbeit fdjaffet unb roirfet. unb inbem bte einjelnen ni*tg

als SRomente beS einigen, in wirblige funftuälitäten ft*

augejnanberfcblagenbcn 3Renf*engeifieS finb, t»el*e in otefe

feitigen gormbejiimmungen feine feilbenbe SMamorpbofe ooU=

»iebt: fo ifi baS eigentliche SDbjeft ber @ cf*i*ti au* nur

bie innere probuftioe Seroegung jeneg allgemeinen ©eifleg."

„S ie ®ef*i*te alg notbtoenbige Offenbarung be§ e»ig=

einigen ju entfalten, ifi ber 3*»e


wirb) raifonnirenb unb refleftitenb burebgegangen ifi, at*

langt er enbüd) gut böcbfien 4) üierten SntroitfelungSfpbare

bet SBifjfenfc&aft. SBunbern bfitfen wir unS nach bem SBut»

(>erge&enben niebt, bafj bet Verf. plöfclicb au« bet 9oH«

fällt unb bie @efd)icf)te eine „beb« ÜRittlerin groifcfyen @nb*

liefert unb Unenblicbfeit" nennt, trog bem baß et früher

bie Gfrifienj bet (Snblicbfeit im ©egenfafce gut Unenfclidjfsit

butcbauS leugnete. 3)iefe 4te ©ntwicfelungSfpbäre ifi nun

biejenige, „in njeldEjet baS tjodjfie geben ber abfoluten ©ei«

fligfeit auf affirmatioe SBeife bem gefdjopflicfren ©eifie aufgefcbloffen

ifi“ ; fie ifi „in conctefer ©oppelgefialtung gegeben

im ©ebiete ber fünfilerifd&sreligtofen (Entfaltungen, in

benen bie in ben »orauSgebenben ©pbdren ber SBirflidbfeit

noch unter bem ©cfyetne bet @nblicl)feit ftcb »erbergenbe be*

miurgifebe Sbee im »ollen ©lange ihrer allbefaffenben Un=

enblicbfeit berauStritt unb als baS abfolutsSRcale bem febau*

enben ©eifie objecti» geofenbatt ifi. SDiefe abfolute ©eifiig«

feit nämlich ifi eS, welche bie Äunfi uon ber ©eite ber

Sbwlität entfiüttt, Wd()tenb bie Religion bie abfolut =fpn>

tbetifd^e @iti§eit al$ lebenbige SBirflichfeit realifirt." a) Phi*

lofophie ber Äunfi, ». ©. 439—75. 2)aS Sbjeft ber Sunfi

wirb begeichnet, „alä bie objeftiüe 2tuSgefialtung beS abfo=

luten SbealeS bet ©cbönbeit.'' Von bem ©chönen im wei*

tern ©inne beS SBorteS wirb nun ohne SBeitereS baS Äunfi*

fchöne auSgefchieben unb beflimmt «18 bag „reine Sbeal,

als ficb felbfi tragenbet ©runb feiner 2BirfIic|)feit." @S

giebt nun »ier nothwenbige Äunjigweige, in benen ber einige

ibentifefce ©tamm bet ©cbönbeit fid> feine auSgebilbete unb

entwiefelte ©efialtung giebt; alfo a ) SSilfcbauerfunfi, al6

Darfiellung bet in ftch rubenben, jiiflen @röße u. f. w.,

ß ) SJJalerei, beren fpegiftfebet ßbarafter Änmutb unb. ®ra>

gie, 7 ) SRufif als ÄuSbrucf, niebt fowobl beS ©chönen,

alS »ielmehr (Stbabenen, welches ben ©eiji in ben unenb*

lieben Progefj beS fubjeftioen ©trebenS wirft, enblich J ) Poe*

fie, welche bem Dbjefte nach mit bem abfoluten Snbalte

Der realifirten Sbee »ollfommen gufammentreffen muß.

b) Pbilofop&ie bet Religion ». ©. 475 — @nbe. „Sn bem

geheiligten ©ebiete, in welches wir eiugeben, feben wir baS

bunte Sieben unb bie enblofe Setjireuung ber weltlichen

Siteratutblatt. tfuaujl 1840. 16


- 242 -

Dinge, ben gefammten Reicfytbum anfcbeinenb föt ftcb ge»

nmbrenber, natürlidjer wie geifiiger Realitäten, unb gwar

auf felbfi reelle SSeife, tn einem abfolut=reellen Sebengs unb

SBefengquelle ftcb fammeln, unb biefe ifi ©ott, bie pro*

buftioe STOacbt aller 2Birfli


— 243 —

auS bem Äatl)oliji8mu6, au* ofyne bte „praftif*e @ntar»

tung" bejfelben, fyeroorgel)en mußte. 2) Vierte Entwtcfe’

lungSfiufe. — Sieligion beS abfoluten ®ei(le§. „S ie etc

jfbetnenbe SBelteintyeit, at§ bie ©tdtte bet g6ttli*en ©elbfh

anf*auung, aber wirb notfywenbig auf abfolute SQSeife ben

2lbfoluten offenbaren unb wenn biefer affümatio * uncnbli*e

Sotalbejug atleS ©eienben gefegt iji, in bet limjiletif*«

religiöfen ffiilbunggfpfydre ber Sbee, fo wirb bte teligiöft

Entwicf elung fi* bamit beließen, alö fpestftf*«bejiim*

menbe§ *rer befonber^eitlic^en ©e|ialtung, baS re*

ligiofe Element felbfi, unb jwar in feiner abfolutsaffirmali:

Oen ®emeinf*aft mit bem ÄunjMSlemente ju objectiöiren." —

„SBaS bie 2Biffenf*aft, alSfol*e, tn ber Sßeife abfiraften ()

ErfennenS jum benfenben SSewußtfein ergebt, iji im ®e*

biete bet SMigton, alt» 2Birfli*feit unb JRealitdt, al§ ab*

foluteö Einljeitg leben gefegt, unb biefeö abfolute Ceben in

ber ©attung, in ber Sotalitdt ttjrer Sejiimmungen gef*i*t.

li* eingebilbeten Sbee iji eg, wona* bag gefammte SEret»

ben unb drängen be8 großen EntwidfelunggprojefFeg ber

menf*li*en ®attung oon Xnbeginn an in tounberbarer

ßonfequenj fyingearbeitet hat." SSegeijiett fahrt nun bet

SBerf., inbem er eine ^errli*e Bufunft prophezeiet, fott:

„E in einiger großer 2tltar enbli* wirb aufgeri*tet roetben,

bet Ältar ber Sbee, unb alle S36lfcr finb gelaben in einem

abfoluten ßultus beS wahren ©ottel allfeitig ber &ö*jien

Einigung ^iet ft* bewußt ju werben. . Eine oon allen

©*ranfen ber Enbli*feit abfolüirte, in ©ott befreite unb

unenbli* in bet Unenbli*eit wanbelnbe ®eijierf*aar iji eg,

wel*e oor jenem ewigen TOare fi* famnteln wirb, um

ihrem einigen £m n unb $ort eine gejifeier ju bereiten,

wel*e *n oerherrli*en wirb na* allen Sormen, in benen

er feiner ©emeinbe ft* objeftio bezeuget |>at." — Eg blieb

bem 9ec. ni*tg anbereS übrig, als einen furjen Äbriß beS

© pfiem g, wenn man ein Konglomerat oon Straben unb

f*onen Siebengatten tait biefem Slamen belegen w ill, ju

geben, um ben ßefern b o* einigermaßen eine S3otfiellung

§u m a*en , wag man heut jU Sage M eg philofophiren

nennt. SBebet bet 23 er f. n o * ber Sefet wirb ju einet thren

üBorfielluna gebra*t, wel*«g benn nun eigentli* bet

1 6 *


— 244 —

©tanbpunft bet ©tec&owfchen Pfyilofopfjie fei, ba bie wicf)--

tigfien Probleme jebeS neuen ©v>jtemS: ® °tt, gwtyeit unb

Unfierblichfeit, nur beiläufig unb f)i|lorifcJ) abge^anbeft wer»

Den. ®anje ist ein leerer Schematismus, für welken

bie beliebte Vierjabl eben fo willfühtlid} ifi, als eS bets

ffiaaber’fcb« Sernar gewefen wäre. ®aju fommt noch be»

fonfcerS im erjlen Steile beS VucheS, welcher ftcb baS am

nieifien pl)ilofcpl)ifct)e 2Cnfcln giebt, eine augcrovbentlid) un*

beutliche unb fcbwerfätlige Sprache, welche bie ßefture beS

SSucheS nur erfcbwert unb um fo widerlicher ift, oIS fie

Anfänge einen Sinn oermuthen läßt, ber bei näheret ffieficbti*

gung in 9ebel jerfliefit.

D r. Wt. @ l§ner.

Sn sJo. 2 erhalten wir ein SBctf, beffen Veröffentlichung

ber üerjiorbene Verfajfer, „wenn auch nic^t ju mißbilligen,

boch nicht anjuratben fcbien." 25er H £yauS9{&e,t entfcfcul*

bigt beSbalb S . 9 f. baS @rfcbeinen mit bead;tenSwettf)en

©rünben, fügt inbefj nicht minber beberjigenSwerth bei:

„9ur Äunbige werben bie Entwürfe gebrauten, welchen fie

als gingergeige eine bebeutenbe Hülfe gewähren bürften'1

(©. 12). 25tefe S3emerfung rechtfertigt infofern bie |>er*

auSgabe beS VucbeS, als baffelbe burcbauS mehr für bie

greunbe beS geijfretcben unb gelehrten SQerjlorbenen, als für

baS Publifum berechnet fein möchte. 25enn baS SRaterial

war äußerjl bürftig unb un»oU(iänbig »orhanben, beftanb

nur auS ©ntwürfen füst Vorlefungen auS bem S. 1812

unb nachgefchriebenen Heften auS ben S. 1819. 20. 23

unb fpäteren 2fnmerfungen. 2(m ©chluffe beS 33anbe§ folgt

noch eine „Äurje 25arjiellung beS Spinojifiifchen SgftemS"

auS einer wahrscheinlich oor 1802 l)errül)rent>en H


- 245 -

i&KH SBerfen ju oerf*affen wußten. Mu* bie beigefügte

Siteratur ifi, bei S3ea*tung beS ©tantpunfteS für ©*ulen,

bin unb wiebet unjn>e


- 246 —

«ßerlagS* 5Bu*f). 1840. IV u. 284 ©. «. 8. ffliit 1

©tafyljii*. ®eb, 15 fgr.

4. ©ie göttliche Eomöbie be§ ©ante Alighieri. SDietrif*

überfegt nebji beigebrucftem Stiginaltejte mit Erlaute*

rungen unb Äbfyanblungen, betauSgegeben oon 2£uguji

Ä o p if*. Sn Einem S3anbc. äBerlin, EnSlin 1837

— 38. gr. 8.

9to. 1. ES iji un§ nur wenig 9Jaum gegönnt, um über

bie oier legten 2anbe bet fämmtli*en SBerfe 2orb 33t)ronS

„no* ben Änforberungen unferer 3eit neu überfegt oon

SWeJjreren" unfer Urteil au§jufpre*en; wir bürfen ba&er

nur eine ber ©i*tungen auSfübrli* bur*ge&en, unfere

SReinung oon ben anbern aber nur flüc&tig anbeuten. Sn

bem 7. S3anbe ft'nben w ir, bis auf „$immel unb Erbe“ ,

nur Heinere ©ebi*te, an benen ni*t fo oiel ju wagen unb

ju oerberben ifi. ©te finb baher fämmtli* gelungen ju

nennen. S3on bem ®iaur unb ber Snfel, beibe oon |>.

jJurg übertragen, laßt fi* fogar melje fagen; befonberS

finb einige ©teilen in bem erfien biefer ®ebi*te ganj oors

treffii*. 33on „Fimmel unb Erbe" aber, »oel*eS 83ernb

oon ®ufef jurn Ueberfeger t>at, fonnen wir ni*t fo günfiig

urteilen, ©er Ueberfeger f*eint gar ni*t bie rc*tc^ Em*

pfi'nbung oon bem @ebi*te gehabt ju ^aben, fo gänjli*

i)at er manchmal feine SBorte oergrifen. SBisweilen |>atte

er felbfi wortli* oiel beffer übertragen fpnnen, wie ben

S3erS: all Seraph as he is. I ’d spurn hini from me;

beweifen mag, ber wortli* überfegt lautet: „ganj ©eraph

als> er ifi, t* fiief itjn oon m ir;" unb ben 58. o. ® .

überfegt: ob er au* ©eraph iji, oerflteß i* * n , roobur*

ber ganje ©inn oerfebrt wirb; benn oerfiofjen fann nur

ber SRächtigere, ber SRann baS SBeib, bie üRutter ben ©obn,

aber n i*t baS jierbli*e 9Räb*en ben Engel, ©o ifi au*

bem JReim fcl;r oft bie Äraft unb Einfalt beS Originals

aufgeopfert; wo ber ©i*ter in fd)li*ten SBorten gerabe

auf fein Siel juge&t, ma*t ber Ueberfeger Umf*weife, um

— reimen ju fonnen SBoju aber ben üReirn ©er wuns

betbare Slang biefeS ®ebi*teS liegt im 23erSmafje, in bem

f*webenben, jieigenben, finfenben 33erSmafje, wel*eS wie

auf g:itti*en biefe ^Begebenheit ber Urwelt jwif*en |)itnmel


- 247 -

unb 6 tb e au f unb niebet trägt, © er SfcSm »ft n u t ber

golb’ne garbfnfattm an biefen gitticfcen; t^n f6nnn mir ent.

beforen, i&r feffellofeS «Rauften nit&t. 2Bir geben einige proben.

Sn ber erfien ©eene fagt 2Cna^>:

— — and there thou must

Acknowledge th at more loving dust

Ne’er w ept beneath the skies.

2Börtlic{>: ----unb ba muft $u

©eJennen, 6a| ein ©taub ber Ciebenben

Site weinte unterm


- 248 -

tcbffrn ocrborbtn i|l Rafael forbert btt (Sngel, welche bi(

Siebter btt SRcnfcben lieben, auf, btt b«m Untergang« ge<

weihte u »erfünbet, wirb nun offenbar.

S ie tyrifdjen unb poetifcb erjä^lenben ©teilen in bem Suan

finb meiftentbeilS nicht bejfer, ja noch weniger geglucft;

boeb ba ©oetfje eS für eine Unmoglicbfeit erflart bat, bieS

©ebiefct »ollfommen ju Oberfegen, fo war’ e$ unbillig, et*

waS ju »erlangen, um fo mehr ba bie fomifeben ©cbtlbe»

rungen -ftcb recht gut lefen. Sn Sunfer |)arole’6 Pilger;

fa^rt ftnben ficb fowol fcbwerfdllige als bunfle ©teilen;

boeb *»er ba§ Original fennt, weiß aueb, welche ©cbwierig*

Feiten ba ju öberwt’nben finb. SEBenigfieng geigt ber Lieberftger

burebgangig Ächtung »or bem Siebter, inbem er ihn ,

nur fagen läßt, wa§ er wirflicb gefagt hat. .£>.

3lo. 2- Siefe§ bureb funfiöolle 2lnlage unb Surcbfub*

rung ausgezeichnete, hier in einer mei|ferbaften Uefcerfegung

»on weiblicher £anb gebotene SBerf ber berühmten Sube;

»ant iji »on 9Junbt fo treffenb unb geifiooll ebarafterifirenb

ringeleitet worben, baß wir un§ einer Äritif beffelben, ju=

mal fie etwaö fpai fdme, fttglicb uberbeben f6nnen. Ser

3wetf biefer Änjeige ifi jundcbji, Äüe, welche biefe ®e*

febiebte eineS naioen, unfcbulbigen, in glücfjicber Siebe ge*


v _ 249 -

fefielten unb oon Sympathien unb Antipathien meQftie*

weife auf unroiberflebli*e 2frt bewegten grauenhergenö no*

n i*t Fennen gelernt, auf biefelbe alo eine f)6d)ft intereffante,

pfp*ologif* reiche Sefture ftinjuroeifen, ©eorge ©anbö

Sßotrourf war, barjufietlen, «ie eine geniale unb babei bo*

jireng fittli*e grau ber S3erbä*tigung, Änfeinbung unb

felbji SJiißhanblungen faji unabweisbar auSgefegt fei, aber

jtegrei* auS biefem SonfliFte heroorjugehen oermoge, rooju

allerbingS ihre Stellung alg ^ürjlin am meifien beiträgt.

ÜRan muß bei biefer SBeranlapng nur herjli* bebauern,

baß bie of=©ame fo befonbereS Unglütf mit i^rer nd*fien

Umgebung gehabt hat — baS © *i(ffal f*eint eS gleicf)fam

auf fie gemünjt ju haben, — nichts als ©ecfen, Darren,

2Bi*te, geiglinge brängen ft* um bie ©efeierte. Unter

biefen oerrücft bie geniale görjiin befonberS ihrem f*>»a*en

®eheimf*reiber ben Äopf, ber, oon moralifäen ©rillen ge=

plagt, in jähem 2Be*fel fie balb berounbert, halb oerab»

f*euet, balb liebt, balb haßt, mit einem SBorte ungemem

Fomif* unb ber treffenben Sronte unb Fletnen Bosheiten

rcerth erf*eint, n>el*e grauenlaune über ihn auSfiromen

unb gegen ihn üben mag. ©ie mit fi*tbaretn Behagen

entworfene unb roirfli* treffliche ßbarafterifiif biefeS aus

purer SRoral julefct unmoralif*en St. Sulien oerbient eS

allein, baß man biefen in allem ©lanje beS ©ubeoantf*en

©tpleS _f*illernben SJoman, beffen interejfantefle ^erfon«

li*feit immerhin bie geifivei*e Fofette Humctilia bleibt, einer

genaueren Äenntnißnahme wurbige. 19.

5»0. 3. ©ie Slafftyität beS SiomanS The vicar of

W akefield, welcher 1766 juerfi erf*ien, feitbem unjahlige»

mal wieber aufgelegt unb wohl in alle ©pra*en (Suropa’S

überfe|t worben ifi, hier nochmals fritif* ju erörtern, mochte

etn überflüßtgeS Unternehmen fein. SRec. fann ft* bah« fugs

li* mit ber SBemerFung begnögen, baß bie oorliegenbe neue

Bearbeitung, beren Berfaffer ft* billig hatte nennen follen,

wohl gelungen ifi unb baju beitragen wirb, ber @rjählung

jahlrei*e Sefer au* unter ber he>,anwa*fenben ©eneration,

wel*er fte hiermit befienS empfohlen fein möge, ju oers

f*affen unb ju ft*ern.


SBaS oon ber in ein« Ueberarbeitung nochmals erfebtene«

nen etfien Lieferung be§ unter 9o. 4 genannten 2Bere§

oon X Äablert in biefen S3lattern frfifjerbin gefügt wor*

ben, fonnen wir auch oon ber gortfefcung gelten laffen.

9lur eine§ haben wir ju bebauern, baß nämlich ber fonfl

fo gewanbte Ueberfefcer burch bie enblofen weiblichen 33ccg=

au§gdnge ber ©chonheit feiner Ueberfefcung wefentlicben ©n»

trag getljart hat. ©onjl ifi biefelbe treu unb lieft ftcb

meifientbeil angenehm. SGBo^l mit Recht bat ber 33erf.

ben Serjinenreim bei ©eite gefeboben. ©er beigefügte @om*

mentar wirb baS Serflänbniß angemeffen erleichtern, unb fomit

fa n n benn baß Publifum bureb bie Seftüre biefe§ Suche!, ba

auch ber Drigmaltejct beigebrueft ifi, ber erbebenbfien ©e*

nüffe fich Oerftcbert halten. — 2Tußerbem ftnb folgenbe Ueber*

fefcungen franjofifcher ©ebriften in ©cbleften erfebienen, beren

Sefprecbung wir unS füglich überheben fönnen: ©er Republik

faner unb bie Cegitimifien oon Sbarleö beS3ernatb. 2luö

bem granjofiifcben oon ©t. griebrich* 33re§lau, SerlägS*

ßompt. 1839. 160 ©. 11. 8. — Slutrofen. ©chauers

Stählungen. grei nach &ent granjof. u. @ngl. 3. 4. Sb.

2£ucb u. b. S .: Sftachtfchatten. ©d)auer=@rj. grei a. b. gr.

u. Engl, oon ©t. g rieb ricb , gran£)•H. S r e ttn e r.

3. oerb. u. oerm. Jfufl. SreSlau, 9Ra* w. (5omp. 1839.

V ffl u. 216 ©. 8.

2. © ie 3 weifa|rechnung für (Slementarfcbulen. 9eu be*

arbeitet oon Sob- P st. griebr. ßüfebrinf,

gehret in

S on en bei |>amm. Hennings 1839. 82 © .8.

[£>e§ ©cfculboten 2. Äbth. UnterrichtSwege 22. Sbeh ]

©eh. 10 fgr.

Sflo. 1. SBenn auch bie Srauch&arfeit biefeö Suchet ba*

burch hinlänglich btflätigt wirb, baß eS feit 1829, wo bie


- 251 —

1. Auflage beffelben erf*ien, fcfcon jtoei neue erfahren hat,

unb baß eS auf einigen f*lef. ©ijmnaften bem Unterrichte

jum ©runbe gelegt wirfc: fo bürfte eS bo* ni*t überjlußrg

erf*etnen, auf einige fünfte aufmetffam ju ma*en, in

benen eS ft* oor anbern für gletdjen 3»eecfmet bem ßehter

einen iwedfmäßigen SBeg anbeuten fonnen. Ebenfo gelun=

gen ifi bie Sarflellung beS EjctrahirenS (§ 30—50), unb

befonberS ifi hier bie SSegrünbung fehr glütfli* bur*--

geführt.

— cf.

3o. 2. ES ifi eine etfreüli*e Erf*einung, baß einzelne

©egenfiänbe beS Elementar * Unterri*tcS eine öorlreffli*e


- 252 -

Bearbeitung ftnben unb immer oollfommnet ftcf) entwicfeln

bur* Befestigung aller Umwege. ü)e*obe unb Stoff wer«

ben in gleichem ®rabe berüdfficbtiget, unb wie erflere, im*

tner öerbeffert wirb, fo wirb ber ©toff immer mefjr gefi*tet

unb bur* bie beffere SKet&obe jugangli*er gema*t. Einen

r


- 253 -

Sanb, ben ©runb unb Soben, 2) bag Volf, bie Nation,

bie Vewobnet beg Preufj. ©taatg, 3) bte Sultur» Verhält*

niffc beS ©taateS, anbeg unb IDoIfeö, enbtief) 4) bie 23er»

waltung beg ©taatg, bie eigentliche ©taatg* unb öommunal'

Verwaltung. Ueberall ftnb bie allgemeinen wie bie fpeciel*

len Verhältniffe bettitf(tätiget worben, unb wenn gleid) baS

SBerf fein ©pflem, wie eg unfere Seit unb ber ©tanbpunft

bet 2Biffenfd)aft »erlangt, t>orführt: fo bietet eg boch über

bie »erhanbelten ©egenfiänbe fo lehrreiche unb intereffante

^Betrachtungen unb Srgebniffe, baß man ben SRangel eineg

abgerunbeten ©anjen gern überfieht, jumal grabe baS Ve»

ftreben nach wiffenfchaftlicher Bewältigung beS überreichen

©toffeg jum 2fugfcheiben mancher wichtigen Zotigen genö*

thigt hätte. Namentlich lehrreich ftnbet Rec. baß 3. unb 4.

|>aupt|!ücf, welches erffere eine Sntwicfelung ber @ultur*

Verbältnijfe enthält, inbeß bag legtere bie ©taats* unb

(Sommunal* Verwaltung umfaßt. Sn jenem 6efpricht ber

Verf. fehr augführlid) 1) bie phflftfchen @u(tur*Verhältniffe

(bag SÄebicinal = unb ©anitätg =Sßefen), 2) bie moralifrfje

ober geiflige Sulfur (bag Religiong* unb Äirchen* SBefen,

bag Vilbungg s, Unterricbtg* unb (grjietjungg; Sffiefcn rtebfl

ben baju gehörigen Änflalten unb Einrichtungen/ bie fftt»

liehen Sultur * Verhältniffe), 3) bie inbuftrielle, ober ge*

werbliche ßultur beg Preuß. ©taatg unb Volfg, unb gwar

biefe jundchfl im allgemeinen, fobann aber foejiell nach *>«n

einzelnen Sweigen berfelben (lanbwirthfchaftl. ßultur unb

Probuftion, Bergbau * Probuftion unb Bergbau»S3etrieb,

tecbnifche, ober gabrif:, 2Ranufaftur* u. |janbwerfg * Pro*

buftion nebfi einigen anbern ©ewerbg* unb Nahrunggarten,

üommercial* unb ^jonbelS =©ewerbe), 4) bag National*

Vermögen, Nat.;


- 254 -

»«nigfUnS ein fcl)wa*eS Silb be§ oom 23etf. jur Sarfiel*

lung gebrauten ©toffeö gewahrt ju haben. Sugegen glaubt

er bemerfen ju muffen, bag ber Inhalt beg SBerftS fo retefjs

haltig iß, wie feiten in ähnlichen Suchern, babet baffelbc

in ber Ehat «tö £anbbu* namentlich für ben 9)rioat*

gebrauch treffliche Sienfie leijien wirb, inbem ber 23 er f.

überall in bie fpejielljien Setailg eingeht unb bie neueren

9iefultate ober So*f*ungen aufgenommen hreus

ßen§, welche urfprüngli* in Üeipjig unb fpdter mit neuem

Eitel ju SreSlau 1836 (nicht 1826) erfchien, ©. 8 : Sie

3. ©*rift Änie’ö führt ben Eitel: „9leuefier Sujianb ©*le*

fienS. Ein geogr.*jiatiji. $anbb." Eine jiatiji.;topogr. Ue*

berf. ic. haben au* bie Regierungen ju SireSlau unb Situ

*enba* oer6ffentli*t. © .1 1 : S ie f*lef. )roü.s Slatter

erf*ienen juerji 1785 (n i*t 1784). — 3Cu* übet baS SBerf

felbji mögen hier «fl* ber ©eiienjahl beffelben einige fleine

Semerfungen, jum Sheil Seri*tigungen, na*folgen. @.12

führt ber Serf. mehrere SEBanbfarten namentli* auf; bo*

fol*e bienen nur jum ©chulgebrau*, n i*t aber jur geo*

graphif*'Wijfenf*aftli*en Selehrung, waren fomit ju übet/

gehen. ©. 19 fehlt ^Dtublo’S oortreffli*e © *rift: S ie oor<

hanbenen |jöhenbejlimmungen in ©*lefien c. SreSl. 1837.8.

©. 121 muß e§ richtiger heißen, baß jebe ber 3tren=Jjeil*

anjialten außer ihrer Sireftion no* unter „einer fldnbifchen

ßommiffton mit einem Sorflanbe, einem oom Dber =9>r«ft=

benten ernannten Ägl. EommifjariuS", flehe. ©. 137 waren

bie$)riejierbäuferüoH ben ©trafanjialten für fath- trieftet wofcl

*u unterf*eiben, wiebie6ba§ ©a*oerhältniß f*on oerlangt.

©. 140 ifi fi. Erje6no ^u lefen „Erjemegno".. ©. 152

wirb nicht ri*tig gefagt, baß jebeS @t)mn. al6 EinlabungS*


- 255 -

fcfcrift gum Sficr =@ramen ein Programm txrucfen (affe, ba

befanntlieb in ©Rieften alle fatljol. ®pmn. unb einige eöaru

gelifebe biefe ©elegenbeitSfebriften im Euguji unb September

erfebeinen laffen. S . 153 ifi baS über bie Äunfr, Sau* u,

.fjanbwerfäfcbule in 33re$lau ©efagte niebt richtig. ®iefe

Hnfialt ifi niebt ju einer bo&ern 33ürger=SRealfebule gemacbf

worben, fonbern oerfolgt lebiglicfc fciefelben 3weefe, wie ftü/

feer, nur in auggebe&nterer .©ejiebung. ©. 154: Sie t)0>

feere SSürgerfc^ute in ©orltfc fiebt, mit ber für DJiäbcfeen

öerbunben, unter einem Sireftor. ©. 192 oermifjt man

unter No. 11 bie S3ibl. beS fatfc. ©pmn., bie bebeutenbfie

ber ®i)mn.=S3ibl. SöreSlau’S, unter No. 17 bie auSgejeict)«

nete SSibt- be§ ®eb. ßomm.; NatfeeS Deiner in 2rebni|.

©. 424 fann niebt »on einer fogenannten 23enerie ober

Sufifeucbe K., fonbern oon nur ber fogenannten Sefcbdlfeuebe

unter ben ©tuten einiger Äreife bte Siebe fein. ©. 741:

t>. SRic^t&ofeng ^anbb. für Canbrät&e k. erfc^ien in ber 2. 2CufI.

niebt 1838, fonbern 1834 ©. 745: Unter bem gürfif.

(frjbiStfjum £)lmüfc flej&t niebt b(oS ber ®i|irift Äatfefcer,

fonbern aucfr ber ÄreiS fieobfcfeüg nebfi bem bieffeittgen

$b«ile bom gürjient&ume Sroppau. ©. 814: £)te ©dbul»

lebverwittwen* unb SBaifen=Äaffe für baS gürjientfjum 2icg=

nifc ju 2. iji feit einiget Beit aufgehoben. ©. 825—35

befcbliejjt ein genaues ©aebregifier ba§ in&altreicbe, nüfc*

liebe SSBerf, beffen ©ebraueb buref) baffelbe banfenSwertb

erleichtert worben i|i. v N.

£ 11 e r a t i f d) e o 113 e n.

35a§ Sotta’febe SJiorgenblatt entfjdlt oon (S. © p in b le r

im Sulibefte 1839 bie Nooelle „Napoleone äebfü", im

3anuar*|)eft b. S. (No. 21—32) bie @rjablung „ber Äocb

be6 ßornaro1', im ÜJidrjbeft bie (Srxäblung: „(Sin Viertel

naeb SOiitternacbt" (No. 75 ff.), im 2lprilb- bie @rjd{)l.:

„Hebt Sage auf ©jrenroort" — Sei ©ebumann in Seipjig

erfebienen oün 6. ©eifiler „©tunben ber 2£nbacf)t in poeti»

feber gorm mit OriginaUSkitrdgen oon SWefyreren/' unter

benen au$ Egne§ granj unb Suite o. ©roßmann ge*

nannt werben. — BaS 5Jiufeum gut SSeleljtung unb Unter*


— 256 —

Gattung für bie ifraelit. Sugenb (ÜRil Äarten, DortraitS,

33orf*riften unb 3ei*mmgett) enthält in ber 1. gieferung

Söeitrdge oo» «Sünäburg, grancolm, 91. ©6ring (Parabeln,

Abfeanblungen u. @ebi*te), fowie ben Anfang einer »io«

grapfoie ÜRofeö 9Renbelfoljn:& — ©et greibafen (©aictie

oon UnterbaltungSbilbern K. 2. Satjrg. 1839, 1.

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