HYDRAULIKPRESSE - Hansa Flex

hansa.flex.com

HYDRAULIKPRESSE - Hansa Flex

Schutzgebühr 2,00 EUR

10/06

Ausgabe 05/2006

20

ZEITSCHRIFT FÜR KUNDEN UND MITARBEITER DER UNTERNEHMENSGRUPPE HANSA-FLEX

HYDRAULIKPRESSE

In schwindelnder

Höhe

Abenteuerlicher

Schlauchleitungs-

06

wechsel am Kai

mit FLEXXPRESS

Besuch bei

Lufthansa-Technik

Die Sicherheit im

Fokus bei Verkehrsfl

ugzeugen

10

Die Weichensteller

Hinweise vom

Schulungszentrum

im Umgang mit

Normen und

Richtwerten

Immer auf Kurs

Jumbo-Containerschiff e sicher ins Ziel

Seite 12


INHALT | IMPRESSUM

Inhalt

Editorial 03

Wo der Wind weht – Off shore-Windenergieanlage in neuer Dimension 04

In schwindelnder Höhe – Schlauchleitungswechsel am Kai 06

Im Gespräch mit Richard Zwyrtek: „Standard reicht nicht!“ 08

Besuch bei Lufthansa-Technik – Im Fokus: Sicherheit 10

HATLAPA hält Kurs – Wie Jumbo-Containerschiff e gesteuert werden 12

HANSA-FLEX Niederlassung Slowakei – Aus guten Nachbarn werden Partner 14

Keimzelle des Rohrbiegezentrums – HANSA-FLEX Niederlassung Schönebeck 15

Vom Bodensee auf die Weltmeere – Absolut seetüchtig 16

Markteinführung – FLEXXPRESS in der Schweiz 18

Die Weichensteller – Zwei Mann für die Norm 20

Quiz, Schulungen, Termine 22

Literatur-Tipps, Zahlen & Fakten, Vorschau 23

02

HYDRAULIKPRESSE

Die HYDRAULIKPRESSE

ist auch in einer

englischsprachigen

Ausgabe erhältlich.

Weitere Informationen

erhalten Sie über Ihre

Niederlassung.

HINWEIS

Herausgeber:

HANSA-FLEX Hydraulik GmbH

Zum Panrepel 44 · 28307 Bremen

Telefon: 0421 - 48 90 70

Telefax: 0421 - 4 89 07 48

E-Mail: info@hansa-fl ex.com

www.hansa-fl ex.com

Redaktion: Dietbert Keßler, Enrico Kieschnick,

Horst Otto (PAPP Werbeagentur)

Gestaltung: Nadine Staciwa

Druck: Berlin Druck · www.berlindruck.de

Titelbild: Colombo Express im Hamburger Hafen

Verantwortlich für den Inhalt: Wolfgang Rink

Erscheinungsweise: Sechs mal jährlich

Ein Abo-Service der steht Ihnen

auf unserer Internetseite zur Verfügung.

AUSGABE OKTOBER 2006

13. JAHRGANG


AUSGABE OKTOBER 2006

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Die Geschäftsführer

VORWORT

Editorial

„Wasser hat keine Balken“, diesen mahnenden Hinweis hat wohl jeder schon einmal gehört. Um so mehr

kommt es darauf an, dass an Bord eines Schiff es alle Systeme stets zuverlässig funktionieren. Zahlreiche

Kunden aus der Schiff fahrt nehmen unsere Dienstleistungen in Anspruch, wenn zuverlässige hydraulische

Verbindungselemente an Bord gefragt sind. Denn HANSA-FLEX ist von allen wichtigen maritimen Klassifi

kations- und Versicherungsgesellschaften – vom Germanischen Lloyd über Norske Veritas bis hin zum

American Bureau of Shipping – zertifi ziert und damit als Zulieferer anerkannt. Alle HANSA-FLEX Schlauchleitungen

beweisen ihre Seetüchtigkeit und sind aufgrund ihres Qualitätsstandards für den Einsatz auf See

zugelassen. Eine besondere Kompetenz hat auf diesem Sektor die Niederlassung Hamburg Stellingen erworben,

die seit Jahren intensive Geschäftsbeziehungen zu den norddeutschen Werften pfl egt. Längst hat

sich diese Kompetenz in der Branche herumgesprochen.

Nicht nur auf See an Bord, sondern auch in Off shore-Anlagen und vielfach in der Hafentechnik – überall

geben hydraulische Verbindungselemente von HANSA-FLEX die nötige Sicherheit und Zuverlässigkeit. Dafür

engagieren wir uns täglich und bringen unser ganzes Know-how ein. Getreu unserem Motto „Wir kennen

unsere Verantwortung“ arbeitet HANSA-FLEX daher auch in Normenausschüssen mit. Denn Normen garantieren

Sicherheit für Mensch und Umwelt beim Einsatz hydraulischer Systeme. Hier bringen wir unsere

Erfahrung aus mehr als 40 Jahren Arbeit mit hydraulischen Systemen ein. Wie unsere Mitarbeiter Ulrich

Hielscher und Carsten Reßmann im Interesse unserer Kunden ihre Mitarbeit in den Ausschüssen gestalten,

darüber berichten wir auf Seite 20 dieser Ausgabe. Bei der Sicherheit hydraulischer Verbindungselemente

sind Kompromisse nicht gefragt.

Die speziellen Anforderungen der Kunden erfahren wir unter anderem bei Messebeteiligungen. Mit dem

Wachstum der HANSA-FLEX Gruppe und der damit einher gehenden Internationalisierung präsentiert

HANSA-FLEX seine Kompetenz inzwischen häufi ger auf nationalen und internationalen Messen, wie auf der

Leitmesse für den internationalen Schiff bau, der SMM 2006 in Hamburg. Eine gute Gelegenheit, Kunden

zu treff en und potenziellen Kunden die Kontaktaufnahme mit HANSA-FLEX zu erleichtern. Denn für Ihre

Belange haben wir immer ein off enes Ohr.

Uwe Buschmann Thomas Armerding

HYDRAULIKPRESSE 03 3


Die Erdölreserven dieser Welt werden bald erschöpft

sein. Das ist allseits bekannt. Strom aus erneuerbaren

Energien bekommt daher einen zunehmend wichtigeren

Stellenwert. Um die Energieversorgung auch

für nachfolgenden Generationen sicherzustellen,

muss man sich von der Vergangenheit lösen, sozusagen

alte Wege verlassen und umdenken. Besonders

zukunftsträchtig erscheint heute die Windenergie.

Aus Wind, Wasser, Biomasse, Fotovoltaik und Geothermie

wurden im Jahr 2005 rund 62,4 Milliarden

Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Den

größten Beitrag hierzu leistete die Windenergie

mit 26,5 Milliarden Kilowattstunden, gefolgt von

Wasserkraft (21,5 Milliarden Kilowattstunden)

und Biomasse (13,4 Milliarden Kilowattstunden).

Die Solarstromproduktion verdoppelte sich auf

rund 1 Milliarde Kilowattstunden. Bereits im Jahr

2020 können erneuerbare Energien, so eine Studie

des Bundesumweltministers, eine tragende

Säule im deutschen Strommarkt werden

und den sinkenden Anteil der

Atomenergie auff angen.

04

WINDENERGIEANLAGEN

Wo der Wind weht

Off shore-Windenergieanlage in neuer Dimension

HYDRAULIKPRESSE

Wenn von Windenergie die Rede ist, rückt zunehmend

die Off shore-Nutzung ins Blickfeld. Bis zum

Jahr 2025 soll der Anteil der Windenergienutzung

auf See die 15-Prozentmarke erreichen und damit

deutlich über der Windenergienutzung an Land

(10%) liegen. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz

(EEG) vor.

Bei der Entwicklung von Off shore-Windenergieanlagen

testet die Bremerhavener Firma Multibrid

derzeit modernste Techniken und Systeme, mit

denen sie die Serienfertigung für neue große Off -

shore-Windparks vorbereitet. Der erste Prototyp

einer 5-Megawatt-Off shore-Anlage,

der so genannten M5000,

steht in Bremerhaven

an der Weser-

mündung. Sie ging 2004 ans Netz; eine weitere

wird derzeit daneben aufgestellt. Dabei handelt

es sich um die weltweit ersten, ausschließlich für

Off shore-Parks entwickelten Windenergieanlagen,

die optimal an die Anforderungen des Off shore-Betriebs

angepasst sind. Bereits Anfang 2007 sollen

im Testfeld Borkum-West vier bis sechs Anlagen

dieses Typs aufgestellt werden. Für das Jahr 2008

plant Multibrid den Einsatz weiterer Anlagen im

Windenergiepark Côte d’Albâtre, nördlich der französischen

Küste im Englischen Kanal.

Leicht, zuverlässig und effi zient

Die Off shore-Windenergieanlage von Multibrid

wurde optimiert und speziell für den reibungslosen

Betrieb auf See ausgelegt. Ihre technischen

Lösungen setzen neue Standards und vereinigen

zahlreiche Vorteile, die sich für Anlagenbetreiber

hinsichtlich Verfügbarkeit und Kostenminimierung

auszahlen. Da ist zum Beispiel der Schutz vor

den harten Bedingungen auf See. Die Konstruktion

der Windenergieanlagen und ihre technischen

Komponenten sind darauf ausgerichtet, schweren

Stürmen, anrollenden Wellen, Wasser und Salz

sowie der damit einhergehenden Korrosion Stand

zu halten. Ebenso wenig dürfen Hitze oder Frost

der Konstruktion zusetzen. Deshalb sind der Turm,

die Gondel und die Nabe der „Windmühle“ hermetisch

gegen Außenluft abgekapselt. Sie sind

mit einer Überdruckatmosphäre beaufschlagt,

damit keine salzhaltige Luft eindringen kann. Im

Inneren der Anlage und des Turmes verhindert ein

Luftaufbereitungssystem durch Filtration noch

zusätzlich den Eintritt von Feuchtigkeit.

Bei der Entwicklung der Anlage legt Multibrid

großen Wert auf ein geringes Gewicht von Rotor

und Gondel. Dieses vereinfacht nicht nur den

Transport, sondern auch die Montage. Die Gondel

kann als komplette Einheit auf den bis zu 130

Meter hohen Turm gehoben werden. Durch das

geringe Gewicht der Gondel mit Rotor – sie wiegt

etwa 310 Tonnen – lässt sich aber auch das Fundament

der Anlage kleiner dimensionieren, womit

AUSGABE OKTOBER 2006


Kosten minimiert werden. Berechnungen haben ergeben,

dass eine Gewichtsreduzierung der Gondel

um 100 Tonnen das Fundament um etwa 700.000

Euro kostengünstiger werden lassen.

Aufgrund der kompakten Gondel müssen natürlich

auch alle Komponenten wie Rotorlagerung,

Getriebe und Generator entsprechend ausgelegt

sein. Außerdem wird zielgerichtet an einer Reduzierung

von Komponenten gearbeitet. So wird der

Strom mit Hilfe eines Permanentmagnetgenerators

erzeugt. Es gibt daher keine Schleifringe, die verschleißen

können. Es sind lediglich fünf Wälzlager

nötig, damit sich die Rotorwelle bei niedrigen

Drehzahlen dreht und dadurch minimale Abnutzungserscheinungen

auftreten.

Sorgfalt spart Kosten

Entscheidend für einen effi zienten Einsatz von Off -

shore-Windenergieanlagen ist ihre Zuverlässigkeit.

Alle betriebswichtigen Hilfsaggregate und Sensoren

sind bei der M5000 zweifach vorhanden, so dass

ein Ausfall nicht zum Stillstand des Gesamtsystems

AUSGABE OKTOBER 2006

führt. Denn „mal eben zur Wartung“ rausfahren, ist

bei einer Off shore-Anlage nicht möglich. Wartung

ist teuer, schließlich müssen die Wartungsteams

per Schiff oder Hubschrauber – falls witterungsbedingt

überhaupt möglich – kommen. Deshalb wird

alles getan, um Wartungsarbeiten an der Anlage zu

reduzieren. Die Verwendung wartungsintensiver

Bauteile wird daher weitestgehend vermieden.

Bei der Fertigung wird mit größter Sorgfalt an der

Auslegung aller Komponenten gearbeitet. Hier

sind Spezialisten gefragt. Die HANSA-FLEX Metallschläuche

GmbH unterstützt daher aktiv den Entwicklungs-

und Fertigungsprozess.

In der Gondel der M5000 setzt Multibrid

HANSA-FLEX Leitungselemente als Schmierölleitungen

ein. Hier arbeiten Ansgar Köhne von Multibrid

und der Technologiefachmann Thomas Drüke

von Seiten der HANSA-FLEX Metallschläuche GmbH

eng zusammen und sorgen für optimale Ergebnisse.

Hier kommen z. B. Edelstahlrohre in Kombination

mit PTFE-Kompensatoren zum Einsatz, die

zur Schwingungsdämpfung dienen. PTFE kann bei

dieser Anwendung seine Vorteile – hochbeständig

gegen Ozon und UV-Einstrahlung sowie resis-

WINDENERGIEANLAGEN

tent gegen salzhaltige Seeluft – voll ausspielen.

HANSA-FLEX bietet dem Kunden jedoch noch

weitere Vorteile: Die von Thomas Drüke zuvor erstellten

technischen Zeichnungen werden von der

HANSA-FLEX-Mitarbeiterin Anke Baacke in der technischen

Abteilung der Bremer Zentrale aus der 2D-

Perspektive zusätzlich in 3D-Modelle umgewandelt.

Diese Daten verwendet Multibrid, um sie in ihr 3D-

Modell einzusetzen, mit dem dann Kollisionsprüfungen

auf dem Rechner gefahren werden. Durch

diesen Prozess werden potenzielle Mängel sofort

aufgedeckt. Es wird z. B. schnell sichtbar, ob Bauteile

in der kompakten Gondel den Verlauf der

Schmierölleitungen stören. Mit diesem Wissen lassen

sich rechtzeitig vor Beginn der Serienfertigung

Probleme vermeiden.

Multibrid in Bremerhaven bereitet die Serienfertigung

der Off shore-Windenergieanlagen vor. Hier

investiert das Unternehmen derzeit mit dem Bau

einer neuen 35 x 100 Meter großen Halle in die

Zukunft. Die Nachfrage ist groß. Windkraft hat „Rückenwind“!

HYDRAULIKPRESSE

05


Es herrscht Hochbetrieb am gigantischen Skandinavienkai

im Hafen Travemünde, Europas größtem

Fährhafen. Täglich stechen von hier aus die großen

Fähren Richtung Skandinavien in See. 85 Ankünfte

und Abfahrten pro Woche verbinden die Industriezentren

Europas mit denen in Schweden, Finnland,

Russland und den Baltischen Staaten. Rund

300.000 Passagiere gehen hier jährlich an Bord.

Alle Ladungsarten auf Lkw, Trailern, in Containern

oder Wechselbrücken werden hier umgeschlagen.

Zwei der neun Fähranleger am Skaninavienkai

sind speziell für Eisenbahnfähren ausgelegt. Die

robusten, 15 Meter hohen Brückenkonstruktionen

sorgen für eine sichere Verbindung vom Kai

in den Bauch der großen Fährschiff e. Über die

darauf montierten Gleisanlagen rollen komplette

Züge. Die tonnenschwere Fahrbahn mit den Gleisen

wird hydraulisch gehoben und gesenkt. Ein

leicht zu bedienendes Antriebsaggregat, große

Hydraulikzylinder und ein Betriebsdruck von 350

bar sorgen für den zuverlässigen Betrieb der Anlage.

Denn diese Verbindung zum Fährschiff darf keinerlei

Schwachpunkte aufweisen, damit während

des Verladens keine Lücken zwischen Schiff und

Fähranleger entstehen.

06

FLEXXPRESS

In schwindelnder Höhe

Schlauchleitungswechsel am Kai

HYDRAULIKPRESSE

Ein vorgespanntes Sicherheitssystem sorgt im

Notfall für die schnelle Trennung von Schiff und

Fahrbahn. Dazu ist die Anlage mit Sensoren ausgerüstet,

die dann – wenn sich zum Beispiel das Schiff

durch starke Böen oder Wellengang losreißt – die

Verbindungen lösen und mit Hilfe eines Blitzhubs

der Hydraulik die Fahrbahn innerhalb weniger Sekunden

um einen Meter anhebt, so dass eventuelle

Schäden an Schiff oder Fahrbahn vermieden werden.

Da ist es selbstverständlich, dass die hydraulischen

Anlagen an den Fähranlegern regelmäßig gewartet

und die Einsatzzeiten der Schlauchleitungen

genauestens überwacht werden. Diese müssen

nämlich – so sehen es die Sicherheitsrichtlinien vor

– nach sechs Jahren vorsorglich ausgetauscht werden.

Markus Wala ist für die Lübecker Hafengesellschaft

(LHG) unter anderem dafür zuständig, dass

diese Zeiten streng eingehalten werden.

Angebot mit Vorbereitung

Kürzlich war es wieder soweit, am Ro/Ro-Fähranleger

Nr. 8 mussten die kompletten Schlauchleitungen

ausgetauscht werden. Eine Aufgabe

für FLEXXPRESS! Im Februar forderte die LHG bei

HANSA-FLEX Lübeck ein Angebot an; begleitet von

einer umfassenden Schlauchliste und einem engen

Zeitplan für die Ausführung der Montagearbeiten.

Denn der Verkehr im Fährhafen rollt an 365 Tagen

im Jahr, weshalb das Zeitfenster zur Durchführung

des Auftrags recht eng bemessen war.

Niederlassungsleiter Klaus Preuß, schon seit 1985

für HANSA-FLEX im Hafen aktiv, entwickelte ein Angebot.

Gemeinsam mit Thomas Böttcher, im Norden

für die Koordination von Aktivitäten der Niederlassungen

und der FLEXXPRESS Fahrzeuge zuständig,

zog er drei Servicefahrzeuge dafür zusammen

und dirigierte den Einsatz. Zuvor aber nahmen die

beiden HANSA-FLEX Experten den Stahlkoloss am

Kai genau unter die Lupe, denn nur eine exakte

Vorbereitung garantiert den planmäßigen Ablauf

einer solchen Montage. Jede Schlauchleitung wurde

nochmals vermessen und die Verdrehwinkel an

den Armaturen ermittelt. Dabei kam es besonders

auf die Maße der Sonderarmaturen an, die speziell

für diesen Auftrag im HANSA-FLEX Spezialbetrieb

für Sonderrohre und Sonderarmaturen in Dresden-

Weixdorf gefertigt werden mussten. Bei armdicken

Schlauchleitungen mit der Nennweite von 50 mm,

Längen bis zu 2.500 mm und einem Gewicht von

etwa 50 Kilogramm ist absolute Maßhaltigkeit entscheidend,

denn diese Schlauchleitungen sind mit

ihrer 6-lagigen Drahtgefl echteinlage sehr steif und

lassen sich nur noch sehr mühsam anpassen, um

eventuelle Fehler in der Vorbereitung auszugleichen.

Nur drei Tage Zeit blieben den HANSA-FLEX

AUSGABE OKTOBER 2006


Monteuren, um den Auftrag durchzuführen. Ende

Mai ging es los – an einem Montag um sieben Uhr

morgens trafen die FLEXXPRESS Fahrzeuge 712, 703

und 711 mit den Monteuren Dietmar Pracht, René

Hartig und Mario Janß im Hafen ein. Startschuss für

eine Industriemontage in Schwindel erregenden 15

Meter Höhe über dem Wasserspiegel.

Schon im Vorfeld waren alle Ersatzleitungen in der

Niederlassung Hamburg-Stellingen vorbereitet

worden, wo die dafür erforderlichen Maschinen

zur Verfügung stehen. Anschließend wurden die

Leitungen gleich mit einem Prüfdruck von 690 bar

getestet und von der Klassifi kationsgesellschaft

Germanischer Lloyd (GL) abgenommen. Die GL-Prägung

signalisiert den hohen Qualitätsstandard der

Schlauchleitungen, deren Übergänge zu den Armaturen

mit einem Schrumpfschlauch abgedeckt

wurden, um Korrosion zu vermeiden.

Das Öl muss raus

Bevor es losgehen konnte, mussten aber zunächst

einmal 500 Liter Hydrauliköl aus den Schlauchleitungen

und Rohren abgezogen werden. Dabei

durfte nichts schief gehen, die unmittelbare Nähe

zum Wasser erforderte besondere Sorgfalt. Schon

ein Tropfen Öl im Wasser verursacht Schäden an der

Umwelt. Vorsorglich hatte die LHG daher Ölsperren

um die Stützpfeiler mit den Hydraulikzylindern gelegt.

Die HANSA-FLEX Monteure hielten ebenfalls

Hilfsmittel bereit, um auf einen eventuellen Ölaustritt

reagieren zu können. Kurz vor den Montagear-

beiten war das Öl im der Ro/Ro-Brücke – die komplette

Anlage fasst ca. 6.000 Liter Hydrauliköl – im

Rahmen einer Zylinderreparatur bereits komplett

erneuert worden. Deshalb wurde es nun vorsichtig

in neue Fässer abgezogen, um das teure Öl vor Verschmutzungen

und Verunreinigungen durch Wasser

zu schützen. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die

Anlage über ein Filteraggregat erneut befüllt.

Insgesamt 40 Schlauchleitungen haben die drei

FLEXXPRESS Monteure am Fähranleger Nr. 8 des

Skandinavienkais ausgetauscht. Eine Knochenarbeit

in luftiger Höhe. Ein Hubsteiger mit 26 Meter

Arbeitshöhe brachte die drei Monteure an die

Montageplätze, wo sie vom Arbeitskorb aus die

armdicken, 50 Kilo schweren Schlauchleitungen

montierten, die erstmals sämtlich mit X-CODE

ausgerüstet wurden. Dadurch kann HANSA-FLEX

im Notfall schnell mit einem baugleichen Ersatzteil

helfen und selbst an Feiertagen ohne Verzögerung

liefern. X-CODE bewährt sich vor allem im Winter,

wenn die Stahlkonstruktionen an der Wasserkante

vereist sind. Dann lassen sich unnötige Wege auf

dem glatten Stahl, um die Spezifi kation einer benötigten

Schlauchleitung festzustellen, vermeiden.

Pünktlich wurden die Montagearbeiten am Fähranleger

beendet. Mittwoch abend legte die Fähre

„Runner“ aus Helsinki kommend planmäßig am

Fähranleger Nr. 8 an; alles war perfekt gelaufen.

Und Markus Wala sah sich in seiner Entscheidung

für HANSA-FLEX bestätigt: „Wir arbeiten gern mit

zuverlässigen Partnern. Als solche haben wir in

all den Jahren HANSA-FLEX kennen gelernt.“ Ein

Verdienst der konsequenten Arbeit von Niederlassungsleiter

Klaus Preuß, der seit Jahren für

HANSA-FLEX im Hafen neue Aufgabenfelder erschließt,

die weit über den Bereich der hydraulischen

Verbindungselemente hinausgehen. Mehrmals

täglich leistet ein HANSA-FLEX Fahrzeug im

Hafen schnelle Hilfe.

Und mit FLEXXPRESS ist der Dienstleister in der

Lage, jederzeit Kräfte zusammenzuziehen und

anspruchsvolle Komplettverschlauchungen durchzuführen.

FLEXXPRESS

07


808

IM GESPRÄCH MIT

Im Gespräch: Richard Zwyrtek

„Standard reicht nicht!“

Eine angemietete Halle in einem Hinterhof – das war

vor 15 Jahren der Beginn der HANSA-FLEX Gruppe

Manching. Richard Zwyrtek war damals in der Meisterausbildung,

als Joachim Armerding über einen

Bekannten auf ihn aufmerksam wurde. Joachim

Armerding, immer auf der Suche nach zuverlässigen

Leuten für eine Expansion, setzte auf Richard Zwyrtek

und gründete mit ihm als Leiter die Niederlassung

Manching.

Es war damals der 40. HANSA-FLEX Betrieb im

Bundesgebiet, zu dem heute die Niederlassungen

München-Garching, Regensburg, Landshut, Schillingsfürst

und der Shop in Crailsheim gehören.

Längst vom Hinterhof in moderne Räume mit dem

bekannten HANSA-FLEX Erscheinungsbild umgezogen,

konnte die Gruppe Manching den Umsatz

in den ersten Monaten 2006 gegenüber dem Vorjahreszeitraum

um etwa 25 Prozent steigern. Auch

ein Verdienst des selbstständigen Handelns des

Niederlassungsleiters Richard Zwyrtek und seiner

Mitarbeiter. Wo der Umsatz liegt, darüber sprach

HYDRAULIKPRESSE mit Richard Zwyrtek:

HYDRAULIKPRESSE

HYDRAULIKPRESSE: Ist die neueste

HANSA-FLEX Gründung, der Shop in Crailsheim,

Ausdruck Ihrer Strategie: Erfolg durch Kundenorientierung?

Richard Zwyrtek: Mit dem 2006 gegründeten Shop

in Crailsheim – übrigens ein Industriestandort mit

großem Potenzial – ergibt sich für HANSA-FLEX die

Möglichkeit, neue Ersatzteilkunden aus diesem Einzugsgebiet

zu gewinnen. Denn wir sind mit dem

Shop Mieter in dem neu erbauten Geschäftsgebäude

der Firma Hanselmann, einen der führenenden

Gabelstapler-Fachbetriebe dieser Region. Ein Kunde,

den wir schon lange bei der Bewältigung seiner

Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten unterstützen.

Daraus wuchs die Idee, den HANSA-FLEX Shop

auf dem Betreibsgelände zu etablieren, was für ihn

große Vorteile bringt. Seine Wartezeiten werden

drastisch reduziert, ebenso seine Wegezeiten zur

Beschaff ung von Ersatzteilen für die Hydraulik.

Seine Monteure können sich auf ihre Kernaufgaben

konzentrieren. Und wir haben ein klar abgestimmtes

Lagerprogramm für diese Situation.

HYDRAULIKPRESSE: Sind Sie Kundenwünschen

schon immer derartig entgegengekommen?

Richard Zwyrtek: Anders geht es heute nicht

mehr. Ich habe von Beginn an gesehen, dass es

nichts bringt, beim Standard zu verharren und habe

deshalb die Fähigkeit ausgebaut, mit der Fertigung

von Sonderarmaturen, Sonderrohren oder auch mit

einem Montageservice die Kunden zu unterstützen.

Diese Bereitschaft hat uns viele Türen geöff net, von

denen man zunächst annahm, sie seien fest verschlossen.

Es ist zu berücksichtigen, dass sich die

Entwicklung der Gruppe Manching in einem Umfeld

vollzog, in dem viele andere Hydraulikanbieter

bereits aktiv waren.

HYDRAULIKPRESSE: Wie konnten Sie sich

gegenüber dem Wettbewerb durchsetzen?

Richard Zwyrtek: Wesentlich für unseren Erfolg

war die Erkenntnis der Kunden, dass sie mit

HANSA-FLEX einen Partner haben, der alle positiven

AUSGABE OKTOBER 2006


Eigenschaften eines Fachbetriebs in sich vereinigt.

Angefangen von der fachlichen Kompetenz rund

um die Fluidtechnik, dem Maschinenpark zur Fertigung

der Schlauchleitungen und Sonderlösungen,

dem gut strukturierten Ersatzteillager in den Niederlassungen

bis hin zum Bremer Zentrallager

mit der 24-Std.-Lieferfähigkeit. Und natürlich der

Tatsache, dass HANSA-FLEX für vielfältige Anforderungen

zertifi ziert ist und Zertifi kate ausstellen

darf. Das unterscheidet uns vom Wettbewerb.

Zum Beispiel sind wir seit Jahren Partner von EADS

in Manching. Dort sind wir als „verlängerte Werkbank“

zertifi ziert. HANSA-FLEX in Manching ist

auch der Hydraulikpartner für die weltweit einmaligen

Oldtimerfl ugzeuge der Messerschmitt-Stiftung

und des Neubaus der Focke Wulf 190 der Flug

Werk GmbH. Darauf bin ich besonders stolz.

HYDRAULIKPRESSE: Noch ein Wort zum

Montageservice, Sie haben in Ihrer Gruppe diese

Dienstleistung eingeführt.

Richard Zwyrtek: Ja, wir haben schon früh in der

Gruppe Manching ein Serviceteam und ein Servicefahrzeug

als rollende Werkstatt etabliert. Nachdem

ein Kunde uns gebeten hatte, auch die Montage

von Aggregaten, Rohr- und Schlauchleitungen auszuführen.

Dieser Service gewann schnell an Bedeutung. Besonders

vor dem Hintergrund, dass viele Betriebe

ihre Betriebsschlossereien reduzieren. Außerdem

entlastet unser Servicefahrzeug die sechs

FLEXXPRESS Fahrzeuge, die in der Region unter-

AUSGABE OKTOBER 2006

wegs sind; diese werden dadurch nicht dauerhaft

an eine Montage gebunden, sondern können ihrer

Hauptaufgabe nachgehen: Schnelle Hilfe rund um

die Fluidtechnik.

HYDRAULIKPRESSE: Sie öff nen zwei Niederlassungen

Ihre Gruppe auch an Samstagen,

warum?

Richard Zwyrtek: Als Gruppenleiter muss ich auch

Veränderungen am Markt erkennen und diese für

die erfolgreiche Entwicklung der Gruppe nutzen.

Die Niederlassungen Manching und Regensburg

öff nen an Samstagen, weil in jener Region bedeutende

Speditionsfi rmen beheimatet sind. Wenn denen

in der Woche hydraulische Systeme ausfallen

oder gewartet werden müssen, kann dies nur an

Samstagen auf den Betriebshöfen geschehen.

Auch Industriebetriebe kommen oftmals erst am

Wochenende dazu, ihre Produktionsstraßen umzurüsten.

Oft werden dann spontan Schlauchleitungen

und Komponenten benötigt. Wir sind da,

wenn die Kunden uns brauchen. Ein schönes Beispiel

ist hier die Firma Max Streicher, die oftmals

kurzfristig Hochdruckschlauchleitungen mit Nennweite

N50 und Sonderarmaturen benötigt.

Wir können diese schnell fertigen, denn der Kunde

hat nur enge Zeitfenster zur Verfügung, Ausfallzeiten

sind kostspielig, müssen also dringend vermieden

oder reduziert werden.

HYDRAULIKPRESSE: Das alles geht nur mit

gut ausgebildeten und fl exiblen Mitarbeitern.

IM GESPRÄCH MIT

Richard Zwyrtek: Sie sagen es. Unsere Mitarbeiter

im Außendienst und in den Niederlassungen zeigen

eine sehr hohe Einsatzbereitschaft, wofür ich mich

auf diesem Wege bei all meinen Mitarbeitern noch

einmal recht herzlich bedanken möchte. Sie alle

sehen den Kunden als Partner, dem zu helfen ist.

„Geht nicht“ und „Haben wir nicht“ werden Sie bei

uns nicht hören. Wir versuchen immer eine Lösung

zu fi nden. Wobei uns die HANSA-FLEX Spezialbetriebe

natürlich behilfl ich sind.

Diese Spezialisten sind ebenso wie unsere Außendienstmitarbeiter

aufgrund ihres Know-hows

gefragte Partner bei unseren Kunden. Dort unterstützen

sie Techniker und Ingenieure, denn die

Hydraulik wandelt sich kontinuierlich. Verbesserungen

in der Leitungstechnik, den Pumpen, der

Steuerungssysteme bringen täglich neue Erkenntnisse.

Die Kunden können sich darauf verlassen,

von HANSA-FLEX mit wenig Aufwand allseitige

Unterstützung zu erfahren. Das gilt besonders bei

unseren Erstausrüstern im Maschinenbau.

HYDRAULIKPRESSE: Wir haben gehört, dass

Ihre Mitarbeiter auch gut feiern können.

Richard Zwyrtek: Das gehört bei uns seit Jahren

zur guten Tradition. Gute Geschäftsergebnisse werden

auch gemeinsam gefeiert. Dazu holen wir dann

auch immer Spezialisten der HANSA-FLEX Spezialbetriebe

sowie Lieferanten hinzu. So lässt sich mit

einer Telefonstimme auch ein Gesicht verbinden.

Das stärkt das Vertrauen in die gemeinsamen Fähigkeiten.

Alle Mitarbeiter sehen HANSA-FLEX als

ihre Firma!

HYDRAULIKPRESSE

09


10

LUFTFAHRT-TECHNIK

Besuch bei Lufthansa-Technik

Im Fokus: Sicherheit

Laut dröhnen die Triebwerke des Jumbos, als der

kraftvolle Schub einsetzt und den schwer beladenen

Vogel in die Lüfte hebt. Täglich pendeln die großen

Verkehrsfl ugzeuge von Kontinent zu Kontinent

im Linienverkehr. Da muss die Technik reibungslos

funktionieren. Denn Millionen Passagiere verlassen

sich darauf, dass alles in bestem Zustand ist und die

Maschinen regelmäßig und fachkundig gewartet

werden. Deshalb stehen sämtliche Arbeiten im Fokus

Sicherheit.

In unmittelbarer Nähe zum Flughafen Hamburg ist

einer der bedeutendsten Dienstleister der Luftfahrt

angesiedelt: Die Lufthansa Technik AG. Das Unternehmen

beschäftigt weltweit mehr als 25.000 Mitarbeiter,

die über 500 Kunden vielfältige Leistungen

anbieten. Von der Instandsetzung der Triebwerke

– auch im Auftrag anderer Fluggesellschaften – bis

zur Ausstattung der Flugzeuge. Lufthansa Technik

verfügt in Hamburg auch über eine der weltweit

leistungsfähigsten Lackierhallen für Flugzeuge, in

der die Gestaltungsvorgaben der Kunden umgesetzt

werden und das prägnante Gesicht einer Airline

lackiert wird. Jegliche Kundenwünsche erfüllen

die hier tätigen Spezialisten auch im Bereich der

HYDRAULIKPRESSE

Flugzeug-Innenausstattung. Was für Privatkunden

schon mal bis hin zu vergoldeten Triebwerkslufteinlässen

reichen kann.

Doch das Herzstück der Lufthansa Technik AG in

Hamburg ist die Abteilung für Triebwerksinstandsetzung.

Triebwerken kommt in der Luftfahrt eine

besondere Bedeutung zu. Sie sind ohne zu übertreiben,

sicherlich das Wichtigste an einem Flugzeug,

werden permanent mit höchster Leistung

beansprucht und müssen jeder Zeit reibungslos

funktionieren. Deshalb erfassen Fluggesellschaften

kontinuierlich alle Leistungsdaten ihrer Triebwerke

und gleichen sie ständig mit den Soll-Daten ab.

Doch irgendwann ist jedes Triebwerk dran: muss einer

gründlichen Inspektion und Instandsetzung unterzogen

werden. Hierbei ist Lufthansa Technik ein

wichtiger Partner für die Fluggesellschaften. Nicht

zuletzt, da der Dienstleister den Fluggesellschaften

für diesen Fall Leasing-Triebwerke zur Verfügung

stellen kann, und so Ausfallzeiten für das Flugzeug

vermeidet. Im harten Wettbewerb der Luftfahrt ist

es ein entscheidender Vorteil. Schließlich dauert

die komplette und gründliche Überholung eines

Triebwerks vom Ausbau bis es wieder in Dienst

gestellt wird ca. 60 Tage. In dieser Zeit durchläuft

ein Triebwerk bei Lufthansa Technik einen Zyklus, in

dem alle Arbeiten ausgeführt werden.

In der Abteilung Triebwerks-Instandsetzung herrscht

eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre.

In den hellen, klimatisierten Räumen arbeiten hoch

professionelle Triebwerksspezialisten, die alle ihren

festen Einsatzbereich haben. Qualität ist hier alles.

Ein so genannter Ereignisbetreuer steuert jedes

Triebwerk durch die Abteilungen. Sprich, er koordiniert

und ist über alle, das jeweilige Triebwerk

betreff enden Fakten informiert. Jeder einzelne Mitarbeiter

in dieser Abteilung ist zertifi ziert und trägt

die Verantwortung für seine Leistung. Mit seinem

persönlichen Stempel kennzeichnet er Bauteile, die

von ihm bearbeitet oder eingebaut worden sind. So

kann jeder Handgriff lückenlos dokumentiert und

auch nach Jahren noch zurückverfolgt werden.

Qualität ohne Kompromisse

Ein ca. sieben Tonnen schweres Pratt & Whitney

Triebwerk, das z.B. in den Jumbos von Boeing eingesetzt

wird, steht gerade auf dem Prüfstand.

Vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten können

die Spezialisten bereits aus den vorliegenden

Computerdaten des Flugbetriebs – zum Beispiel

Abgastemperatur, Ölverbrauch, Vibrationen – erste

Erkenntnisse über den Zustand des Triebwerks ableiten.

Dann werden zwei weitere Checks durchgeführt.

Der Airfl ow-Check prüft mittels Luft, wieviel

Öl den Lagern zufl ießt und ob die Schmierung der

Lager einwandfrei ist. Der Vakuum-Check zeigt, ob

alle Dichtungen in Ordnung sind. Beide Prüfungen

erfolgen sowohl bei Eingang eines Triebwerks als

auch bei Auslieferung.

Für die Generalüberholung wird ein Triebwerk bei

Lufthansa Technik komplett in zehn Module zerlegt.

Die Montage und Demontage der Triebwerke

geschieht unter der Aufsicht von qualifi ziertem

Fachpersonal. Nach und nach werden Module wie

Fan, Verdichter, Turbine, Brennkammer oder Getriebebox

den dafür zuständigen Spezialabteilungen

zur weiteren Begutachtung übergeben. Für jedes

Modul gibt es Experten, die sich genauestens mit

diesem Teil der Maschine auskennen. Nachdem in

einem Spezialverfahren nochmals alles gereinigt

wurde, prüfen sie den Zustand der Teile. Es folgt die

exakte Beurteilung, ob Teile repariert werden können

oder Neuteile vom Hersteller geordert werden

müssen.

Ohne Betriebsmittel kein Betrieb

Erst wenn das Triebwerk nach dem fachmännischen

Zusammenbau erneut gründlichen Checks unterzogen

und die volle Leistungsfähigkeit auf dem zentralen

Prüfstand ausgetestet wurde, wird es wieder

ausgeliefert. Bei allen Prüfungen sind engste Toleranzen

einzuhalten, damit ein Triebwerk in jeder

Flugphase zuverlässig funktioniert.

AUSGABE OKTOBER 2006


Alle Instandsetzungsarbeiten und Prüfungen wären

ohne Spezialwerkzeuge und Spezialvorrichtungen

nicht denkbar. Lufthansa Technik verfügt über

eine leistungsstarke Abteilung für Betriebsmittel-

Instandhaltung, wo unter Anderen Jürgen Looss

und Roland Gerwat alle Maschinen, Anlagen und

Prüfvorrichtungen stets einsatzbereit halten, damit

in den Betriebsabläufen keine Störungen auftreten.

Denn auch auf Betriebsmittel muss ebenso Verlass

sein. Wenn es dabei um Hydraulik und pneumatische

Anwendungen geht, sorgt Mike Borchmann

von der HANSA-FLEX Niederlassung Hamburg-Stellingen

dafür, dass alle von Lufthansa Technik gestellten

Anforderungen erfüllt werden. Mehrfach

pro Woche ist er persönlich vor Ort: Da geht es um

Schlauchleitungen für die Hydraulik, Schnellkupplungen

und Komponenten, die HANSA-FLEX

zum Beispiel für die verschiedenen modernsten

Prüfstände liefert, an denen auch PTFE-Schläuche

montiert sind. Hier ist HANSA-FLEX für Lufthansa

Technik der Partner der Wahl. Um Rüstzeiten zu minimieren,

muss dabei alles schnell gehen, weshalb

grundsätzlich alle Schlauchleitungen mit X-CODE

eingesetzt werden.

Oftmals entwickeln die beiden Partner auch neue

Lösungen. Erst kürzlich half das HANSA-FLEX Knowhow,

als die Lufthanseaten ein neues Hydraulikaggregat

für die Hochdruckwerkzeuge benötigten,

mit dem die Muttern für die Triebwerkshauptwelle

festgezogen werden. Um diese Verschraubungen

an den Wellen sicher auszuführen, wird eine Kraft

von bis zu 1.000 bar benötigt. Mike Borchmann

zog kurzer Hand Martin Reumann, HANSA-FLEX

Experte für Aggregatebau, hinzu. Gemeinsam mit

Jürgen Looss entwickelte er das Konzept für das

neue Aggregat, das Lufthansa Technik jetzt nach

kurzer Bauzeit durch HANSA-FLEX in Betrieb nehmen

konnte.

AUSGABE OKTOBER 2006

LUFTFAHRT-TECHNIK

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12

SCHIFFBAU

HATLAPA hält Kurs

Wie Jumbo-Containerschiff e gesteuert werden

Mit 7.500 Containern (TEU) an Bord pfl ügt die über

300 Meter lange „Hamburg Express“ durch die raue

See des Atlantiks, gegenwärtig eines der größten

Containerschiff e. Doch die Ingenieure haben bereits

nachfolgende Generationen mit Containerriesen bis

zu 12.500 TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) auf

dem Reißbrett. Die globale Wirtschaft wächst, die

weltweit zunehmenden Handelsströme verlangen

nach immer neuen Schiff skapazitäten. Der Schiff bau

boomt.

Vor allem Containerschiff neubauten sind gefragt.

Wie die im Bau befi ndliche 8.500 TEU fassende

„Tsingtao Express“, die wie ihr Schwesterschiff von

einer HATLAPA Ruderanlage auf Kurs gehalten

wird. Die Anforderungen an eine Rudermaschine

sind enorm. Sie muss das Schiff sicher manövrieren

und den Kurs halten. Bei rund 26 Knoten Dienstgeschwindigkeit

und einer Ruderfl äche von 76

Quadratmeter (was ungefähr der Größe einer Drei-

Zimmer-Wohnung entspricht) treten dabei durch

Seegang und Vibrationen starke Kräfte auf, die auf

die Ruderanlage einwirken. Ein Ausfall der Ruderanlage

kann für ein Containerschiff dieser Größe

verheerende Folgen haben und sogar zum Verlust

des Schiff es führen.

Als Partner der Handelsschiff ahrt liefert der

HANSA-FLEX Kunde HATLAPA Rudermaschinen für

Containerschiff e, Tanker, Schlepper und Spezialschiff

e für Forschung und andere Einsatzgebiete.

Der Hersteller hat seit mehr als 80 Jahren Erfahrung

im Bau von Rudermaschinen, hat den Wandel und

HYDRAULIKPRESSE

die Spezialisierung im Schiff bau mit innovativen Lösungen

für die unterschiedlichsten Anforderungen

an die Rudermaschinen begleitet. So müssen zum

Beispiel die Rudermaschinen für Schlepper oder

Forschungsschiff e schnelle Manöver ausführen,

wobei Ruderverstellwinkel von 68° nach links oder

rechts keine Seltenheit sind. Bei Tankern, Frachtern

oder Containerschiff en kommt es dagegen auf einen

möglichst guten Geradeauslauf an. Hier ist das

sanfte An- und Abfahren der Rudermaschine gefordert,

um das Schiff auf Kurs zu halten. Schwenks

des Ruderblattes bewegen sich hier nur bei 35°.

Bei HATLAPA in Uetersen steht die für die „Tsingtao

Express“ vorgesehene Vier-Zylinder-Tauchkolben-

Maschine aus der Baureihe R4St auf dem Montageplatz.

Alle Module sind bereits vormontiert: die gewaltigen

Hydraulikzylinder, das Steuerungsmodul,

die kräftigen Antriebsmotoren und das schwere,

zwölf Tonnen wiegende Ruderjoch. Die komplette

Maschine wird später 46 Tonnen wiegen. Allein der

Schaftdurchmesser des Ruders beträgt einen Meter.

Der Schaft übernimmt eine zusätzliche Sicherheitsaufgabe:

Bei einer Überbelastung des Ruderblattes,

wie sie bei einer Grundberührung oder Kollision

vorkommen kann, absorbiert der Schaft die auftretenden

Kräfte und schützt so die Rudermaschine.

Mehr als Standard

Die robust ausgelegten Rudermaschinen werden

bei HATLAPA komplett in Modulbauweise hergestellt,

da sie dann besser zu transportieren sind.

Schließlich gehen 80 Prozent der Produktion ins

Ausland, überwiegend an Werften in Südostasien.

Etwa 32 Wochen dauert der Bau einer Rudermaschine

des Typs R4St. Jede Maschine basiert zwar

auf standardisierten Komponenten, ist aber dennoch

ein Unikat, da alles auf die speziellen Anforderungen

des jeweiligen Reeders ausgelegt ist. Für

HANSA-FLEX als Zulieferer bedeutet das, dass zum

Beispiel Rohre nicht in Serie gefertigt werden können,

da sich deren Anordnung ändern kann.

An der Rudermaschine auf dem Montageplatz nehmen

die Spezialisten vom HANSA-FLEX Rohrbiegezentrum

in Schönebeck gerade die Verrohrung

vor. Dabei kommen individuell gefertigte Rohre bis

60 Millimeter Durchmesser und sechs Millimeter

Wandstärke zum Einsatz. Die HANSA-FLEX Monteure

André Braun und Tony Hellmuth haben dazu

eine Spezialmaschine aus Schönebeck mitgebracht.

Unter der fachkundigen Aufsicht von Betriebsleiter

Ulf Hukfeldt werden die Rohrenden in Bördeltechnik

gefertigt und mit Spezialverschraubungen

zusammengefügt. Die Rohre werden also nicht

verschweißt wie sonst üblich, sondern verschraubt.

So lassen sich einerseits Leckagen vermeiden, andererseits

fällt es leichter, die Module später auf der

Werft wieder zusammenzusetzen. Denn wenn die

Maschine nach dem Testlauf für den Einsatz freigegeben

wird, muss sie für den Transport zur Werft

wieder in Baugruppen zerlegt und verpackt werden

und kann durch die Bördeltechnik vor Ort auf der

Hyundai Werft in Korea wiederum einfach und sicher

montiert werden.

AUSGABE OKTOBER 2006


Bevor eine Rudermaschine in den Versand geht,

wird sie in mehrtägigen Testreihen auf Herz und

Nieren geprüft. Die Rudermaschine für den Containerriesen

„Tsingtao Express“ ist auf einen Arbeitsdruck

von 270 bar ausgelegt, der mit einem Prüfdruck

von 405 bar abgedrückt wird. Durch die Tests

wird sicher gestellt, dass die Leistungsparameter

zuverlässig erreicht werden, denn wenn die Maschine

erst einmal im Schiff eingebaut ist, darf es keine

Überraschungen geben.

Aus Sicherheitsgründen sind die Hydraulikkreisläufe

einer Rudermaschine doppelt ausgelegt. Falls es

während des Betriebs zum Abfall des Öldrucks im

Hydrauliksystem der Rudermaschine kommen sollte,

kann automatisch die Leckstelle lokalisert und

die defekte Baugruppe durch eine gezielte Ventilsteuerung

abgeschaltet werden. So bleiben von vier

Zylindern noch zwei in Betrieb, so dass das Schiff

sicher die Reise fortsetzen kann.

AUSGABE OKTOBER 2006

Geprüft und nachjustiert

Den von HATLAPA gebotenen Qualitätsstandard

dokumentiert die Zertifi zierung nach DIN EN ISO

9001:2000. Die gesamte Fertigung steht unter Aufsicht

aller für die internationale Schiff -Fahrt zuständigen

Klassifi kationsgesellschaften, zu denen unter

anderen der Germanische Lloyd und Det Norske Veritas

gehören. Natürlich erfüllt auch HANSA-FLEX als

Partner von HATLAPA diese Kriterien.

Das Vertrauen des Herstellers in die Leistungsfähigkeit

des Hydraulikdienstleisters zeigt sich

in der langjährigen Zusammenarbeit, die von

HANSA-FLEX Außendienstmitarbeiter Thomas Clausen

koordiniert wird. Er kümmert sich dabei auch

um den Einsatz der HANSA-FLEX Spezialbetriebe.

SCHIFFBAU

Neben den Spezialisten vom Rohrbiegezentrum

liefern die Kollegen vom Sonderarmaturenbau aus

Dresden-Weixdorf Spezialarmaturen für HATLAPA

Hochleistungskompressoren. Diese Kompressoren

stoßen mit hohem Druck die Schiff smotoren an, um

sie zu starten.

Außerdem werden für die Kompressoren, aber

auch für vielfältige Anwendungen bei der Marine

CoNiFe-Rohre benötigt, die HANSA-FLEX in den entsprechenden

Abmessungen liefert. Die Verarbeitung

dieses Materials ist übrigens eine Spezialität der

HANSA-FLEX Niederlassung Hamburg Stellingen.

HANSA-FLEX liefert für alle von HATLAPA gefertigten

Maschinen Hydraulik-Verbindungselemente bis

Nennweite 50. Also auch für die Winden und Decksmaschinen,

die ebenfalls zum Lieferprogramm des

Herstellers gehören. Wie die auf Ankerziehschleppern

montierten Ankerziehwinden, mit denen die

Verankerung großer Bohrinseln dank einer Zugkraft

von 325 Tonnen sicher an ihrem Platz gehalten bzw.

von Zeit zu Zeit nachjustiert werden.

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14

INTERNATONAL

HANSA-FLEX Niederlassung Slowakei

Aus guten Nachbarn werden Partner

Die erfolgreiche Geschichte der HANSA-FLEX Ansiedlung

in der Slowakischen Republik begann in Wiesbaden.

Dort hatte die slowakische Firma Martimex

Komplet a.s. ihre Deutschlandvertretung. Und da

sich das Unternehmen mit dem Im- und Export von

Hydraulikprodukten beschäftigte, kam man schnell

in Kontakt mit der benachbarten HANSA-FLEX Niederlassung

Wiesbaden. Mitarbeiter beider Firmen

verkehrten sowohl geschäftlich als auch privat miteinander.

Gründung der Gesellschaft

Warum ließ sich aus dieser partnerschaftlichen Verbindung

nicht eine Niederlassung in der Slowakei

gründen? Bald reisten Vertreter der Firma Martimex

nach Bremen, trafen sich mit den Geschäftsführern

Joachim und Thomas Armerding und nach einiger

Zeit war die Sache in trockenen Tüchern. Im Dezember

1995 wurde der Gesellschaftervertrag zwischen

der HANSA-FLEX Hydraulik GmbH Dresden, vertreten

durch Thomas Armerding und Jürgen Böttger,

und MARTIMEX-KOMPLET, vertreten durch Želmíra

Sporková, Milan Hoštácky und Miroslav Fedor,

über die Gründung der Gesellschaft HANSA-FLEX

KOMPLET s.r.o. abgeschlossen. Am 8. Januar 1996

wurde die Gesellschaft in das Handelsregister eingetragen.

Mitarbeiter der ersten Stunde, die mittlerweile auf

zehn Jahre HANSA-FLEX Slowakei zurückblicken

können, sind Frau Sporková, Frau Šuhajová, und die

Herren Klačan, Fedor und Čambor. Im Jahre 1997

wurde mit dem Bau des neuen Gebäudes in Košťany

nad Turcom begonnen und es wurde eine weitere

HYDRAULIKPRESSE

Niederlassung in Bratislava eröff net. Im Jahre 1998

wurde das neue Gebäude eingeweiht und gleichzeitig

die beiden Niederlassungen in Zvolen und Košice

eröff net. Im Dezember 1999 wurde die HANSA-FLEX

Hydraulik GmbH Wien, vertreten durch Axel Albrecht,

Gesellschafter und der Name der Gesellschaft

wurde in HANSA-FLEX Hydraulik s.r.o. geändert.

Die Geschicke der Firma leiten seitdem Andrea

Albrecht als Geschaftsführerin und Želmíra Sporková

als Prokuristin und Ansprechspartnerin. Im

Jahre 2000 wurde durch Pavol Durec die Konstruktionsabteilung

aufgebaut, die die Zeichnungen für

den HANSA-FLEX Standard anfertigt und im März

2003 wurde als weitere Neugründung die Serienfertigung

in Betrieb genommen, die sehr erfolgreich

die Lieferungen von tausenden Schläuchen

für die Firma HAMM in Tirschenreuth realisiert.

Schließlich wurde im Juni 2006 der Montageservice

FLEXXPRESS etabliert.

Einige Daten zum Vergleich:

Mitarbeiter: 1995 – 5, 2006 – 37 (aktuell)

Umsatz: 1996 – 500 000 EUR

2005 – 3 250 000 EUR

Industrie und Kunden

in der Slowakei

In der Slowakei sind Betriebe aus dem Maschinenbau,

der chemischen Industrie sowie der Textil-,

Leder-, Schuh- und Glasherstellung angesiedelt.

Hinzu kommen die Elektronik, die Atomenergie und

die Automobilindustrie, aus der mit Volkswagen

Slovakia und Hella Slovakia zwei große Unternehmen

zu den Kunden der slowakischen HANSA-FLEX

Niederlassung zählen. Gute Geschäftsbeziehungen

bestehen auch zu Stahlfi rmen. Der Stahlerzeuger

US Steel Košice ist der größte slowakische Exporteur,

Compel produziert Eisenbahnschienen für

Russland und die Ukraine und Way Industry baut

Maschinen für die Armee.

Mit dem Papierhersteller SCP-Neusiedler kommt

ein großer Kunde der Slowaken aus Österreich. Betriebe

aus der Holzindustrie – die waldreiche Slowakei

exportiert viel Nutzholz – zählen ebenfalls

zu den HANSA-FLEX Kunden. Neben der deutschen

Tatra Timber gehört Swedwood dazu, ein Zulieferer

für den Möbelgiganten IKEA. HANSA-FLEX Slowakei

hat mit seinen Lieferungen bei einem großen Tunnelbau-Projekt

in der Nähe von Žilina mitgearbeitet.

Da beinahe die Hälfte des Staates durch das

Mittelgebirge der Karpaten und weiteren Gebirgsformationen

bestimmt wird, spielt der Tunnelbau

für die Verkehrsinfrastruktur eine große Rolle.

Das Land Slowakei

Die Slowakische Republik – mit 5,4 Mio. Einwohnern

ein kleines europäisches Land – ist nicht gerade

industriell geprägt. Gebirge, Ebenen, Schluchten,

Seen und Karstlandschaften, Wälder und Wiesen

bestimmen die Landschaft. Auf den Gebirgsketten

der Karpaten und der Hohen und Niederen Tatra,

die das Land durchziehen, liegt das weltweit dichteste

Netz alter Burgen. Seit Jahrhunderten ist die

zwischen der Tschechischen Republik, Österreich,

Polen, Ungarn und der Ukraine gelegene Slowakei

auch bekannt für ihre Mineral- und Heilquellen, die

schon zu Zeiten der Römer genutzt wurden.

AUSGABE OKTOBER 2006


Zeit des Aufbruchs in der ehemaligen DDR. Die Brüder

Bernd und Volker Brosius kontaktierten im Februar

1992 HANSA-FLEX und begannen kurz darauf

in der Maschinenhalle einer bisherigen Agrargenossenschaft

Schlauchleitungen und Verschraubungen

für die Hydraulik zu fertigen. Noch ahnte niemand,

dass dies ein Meilenstein in der Entwicklung von

HANSA-FLEX werden sollte.

Unterstützt, ausgebildet und gefördert von Heinrich

Grimpe im Betrieb Elze wurde aus Volker Brosius

ein echter HANSA-FLEXler, der mit Elan und

Begeisterung daran ging, den Betrieb in Schönebeck

dynamisch weiter zu entwickeln. Schon 1993

entstand eine neue Halle, die 1996 bereits um weitere

800 Quadratmeter erweitert werden musste.

Heute betreut Volker Brosius als Gruppenleiter von

Schönebeck aus ein umfassendes Netz von 20 Niederlassungen.

In Schönebeck selbst wurde 1997 eine weitere

Halle errichtet, wo die Fertigung von Sonderrohren

und Rohrleitungen in kleinen Serien zusammengefasst

wurde. Der schnell wachsende Kundenstamm

brachte neue Anforderungen und die Chance,

neue Märkte zu erschließen. Als das benachbarte

AUSGABE OKTOBER 2006

Traktorenwerk diese Leistungen outsourcen wollte,

übernahm HANSA-FLEX kurz entschlossen den

Maschinenpark sowie den Fachmann. Dies war die

Geburtsstunde für das Rohrbiegezentrum in Schönebeck,

das heute im Rahmen der HANSA-FLEX

Gruppe ein wesentlicher Baustein zur Absicherung

der Gesamtkompetenz Hydraulik ist.

Die Niederlassung Schönebeck ist seit dem Jahr

2000 in einer neuen Halle am Standort zuhause.

Das motivierte Team mit 31 Mitarbeitern erzielte

gegenüber den Vorjahresmonaten eine Umsatzsteigerung

von 20 Prozent. Grundlage des Erfolgs:

Flexibles und schnelles Reagieren zum Nutzen der

Kunden, gezielt unterstützt durch die Möglichkeiten

der HANSA-FLEX Gruppe.

Die Gruppe im Rücken:

Chancen nutzen

Für den Kunden Doppstadt Umwelttechnik, der

Schredder-Anlagen zur Altstoff aufbereitung und

zum Holzrecycling – von der Waldbereinigung bis

zur Humusaufbereitung – entwickelt und produziert,

ist die Niederlassung Schönebeck in der

Erstausrüstung aktiv. In engem Kontakt arbeiten

DEUTSCHLAND

Keimzelle des Rohrbiegezentrums

HANSA-FLEX Niederlassung Schönebeck

die Doppstadt-Konstrukteure mit den Spezialisten

der HANSA-FLEX Gruppe zusammen. Koordiniert

von der Niederlassung Schönebeck, fertigt die

Abteilung Engineering/Anlagenbau (EAB) nach

Konstruktionsdaten der Kunden die benötigten Aggregate,

die sich bei der Montage leicht integrieren

lassen. Zugleich übergibt EAB seine Konstruktionsdaten

an Doppstadt, um deren technische Dokumentation

zu ergänzen.

Die für die Anlagen benötigten Schlauchleitungen

stellt die Niederlassung als montagefertige Bausätze

termingerecht bereit. Ebenso Adapter, Verschraubungen

und alle hydraulischen Verbindungselemente.

Das Rohrbiegezentrum liefert die entsprechenden

Rohre. Die Abteilung Hydraulikkomponenten in

Dresden-Weixdorf stellt zahlreiche Komponenten

wie Filter und Ventile für den Einbau bereit. Von

den Spezialisten für Dichtungstechnik in Eisenberg

kommen einbaufertige Dichtungssätze hinzu. Für

spezielle Anwendungen stellt der HANSA-FLEX

Spezialbetrieb Metallschläuche aus Boff zen die benötigten

Sonderanfertigungen bereit.

Der Kunde bekommt somit alles aus einer Hand

und reduziert dadurch sowohl Schnittstellen als

auch Aufwand.

Aktive Kooperation mit

ThyssenKrupp Industrieservice

Derzeit entwickelt die Niederlassung Schönebeck

eine ähnliche Partnerschaft mit dem ThyssenKrupp

Industrieservice in Leuna, um gemeinsam einen

bedeutenden Auftrag für China zur Fertigung eines

Bauzuges für Gleisarbeiten abzuwickeln. Die Maschine

verbindet die Fähigkeiten, das alte Gleisbett

auszuheben und ein neues Gleisbett sicher einzusetzen

und in einem Arbeitsgang zu verschweißen.

Bei dieser Kooperation übernimmt HANSA-FLEX

mit seinen Spezialisten wiederum alle Aufgaben

rund um die Bereitstellung der hydraulischen Verbindungselemente

bis hin zur kompletten Montage

der Hydraulikleitungen.

HYDRAULIKPRESSE 15


Angefangen hat alles in der Luft . MTU, damals noch

Maybach, produzierte in Friedrichshafen am Bodensee

leistungsstarke und leichte Motoren für die bis

1928 in Friedrichshafen gebauten Zeppeline. Bald

ergänzt um hochwertige Antriebssysteme für Land-,

Wasser- und Schienenfahrzeuge. Inzwischen sind

Schiff smotoren für die Handelsmarinen, für Spezialschiff

e, Yachten und Marinen eine Domäne von

MTU Friedrichshafen, dem Technologieführer bei leistungsstarken

Dieselmotoren und Antriebssystemen.

Schiff smotoren werden extrem gefordert, denn

Schiff e müssen ihre Aufgaben Tag für Tag unter allen

Einsatzbedingungen erfüllen. Bei schwerer See und

großen Windstärken, ebenso wie im Indischen Ozean

oder in arktischen Gewässern. Schiff svibrationen

und die aggressive Seeluft belasten die Aggregate

zusätzlich. Solche Bedingungen stellen höchste

Anforderungen an die Antriebsanlagen. Ohne Maschinenkraft

wird ein Schiff zum Spielball der Wellen.

Robust, unbedingt zuverlässig und langlebig

– diese Erwartungen muss eine Schiff smaschine

ebenso erfüllen, wie einen wirtschaftlichen Betrieb

mit niedrigem Kraftstoff - und Ölverbrauch sowie

einfach durchzuführende Wartung. Das alles stellt

auch höchste Anforderungen an die Zulieferer.

Dementsprechend sorgfältig wählt MTU seine Partner

aus. Erstmals wurde HANSA-FLEX in Friedrichshafen

jetzt als Partner für die Bereitstellung und

16

SCHIFFSMOTOREN

Vom Bodensee auf die Weltmeere

Absolut seetüchtig

Montage der hydraulischen Verbindungselemente

eines großen Schiff sdieselaggregates hinzugezogen,

um dessen komplette Verrohrung zu übernehmen.

Dabei mussten zum Beispiel Pumpen für

die Hydraulik zur Steuerung der Bugstrahlrohre mit

weiteren Aggregaten verbunden werden.

Als langjähriger Partner von MTU in Friedrichshafen

belieferte HANSA-FLEX den Motorenhersteller bislang

im Bereich der Instandhaltung der Betriebsmittel.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden

regelmäßig die Verschlauchungen der MTU-Prüfstände

an die aktuellen Aufgaben angepasst. Eine

Aufgabe, die seit Jahren zuverlässig die Niederlassung

Teningen-Nimburg übernimmt.

Das spricht sich herum

Vom Bodensee hinauf an die Ostsee: Dort betreut

Wilfried Krampitz von der HANSA-FLEX Niederlassung

Hamburg Stellingen seit Jahren die Werften in

Kiel und versorgt sie mit allem, was die Schiff ahrt

an hydraulischen Verbindungselementen verlangt.

Denn die Niederlassung besitzt die Seezulassung

für Schiff smotoren, sprich sie hat seit langem die

Kapazitäten, um seetüchtige Schlauchleitungen zu

fertigen, sowie die erforderlichen Zertifi zierungen

der Klassifi kations- und Versicherungsgesell-

schaften, die den Einsatz auf See zulassen. So erhält

beispielsweise jedes Bauteil von der Klassifi kationsgesellschaft

„American Bureau of Shipping“ (ABS)

den Freigabestempel, nachdem dessen Prüfer das

Bauteil am Prüfstand abgenommen haben. Diese

Fähigkeit, die MTU in Kiel schon lange in Anspruch

nimmt, hat sich inzwischen im „Dorf der Werften“

bis nach Friedrichshafen herumgesprochen. Und

so dauerte es nicht lange, bis Thomas Laukemann,

der als Gruppenleiter Baden-Württemberg für MTU

Friedrichshafen zuständig ist, eine Anfrage für einen

verantwortungsvollen Job erhielt.

HANSA-FLEX sollte die komplette Verrohrung eines

wohnmobilgroßen Dieselmotors für ein weltweit

eingesetztes Spezialschiff durchführen. Der Kunde

hatte sich von der Leistungskraft der HANSA-FLEX

Gruppe überzeugt. Die perfekte Zusammenarbeit

aller Spezialisten bestätigte diesen Eindruck.

Thomas Laukemann koordinierte sich sofort mit

Wilfried Krampitz und brachte alle Spezialisten an

einen Tisch. Sämtliche an dem Job beteiligten Gewerke

im Rahmen der HANSA-FLEX Gruppe arbeiteten

eng zum Vorteil des Kunden zusammen. Mit der

Auftragsvergabe an HANSA-FLEX verlässt sich MTU

darauf, dass alle seemäßigen Sicherheitsvorgaben

erfüllt und zugleich die Kosten gesenkt werden. Die

Vergabe an nur einen Lieferanten vermindert den

Koordinationsaufwand und vermeidet Schnittstellen.

AUSGABE OKTOBER 2006


Bühne frei für die Spezialisten

Die Auftragsabwicklung lieferte geradezu ein Paradebeispiel

für die Leistungsfähigkeit der gesamten

HANSA-FLEX Gruppe. Zunächst führte Burkhard

Spille von der technischen Abteilung der Zentrale

in Bremen gemeinsam mit den MTU-Konstrukteuren

die ingenieurtechnische Auslegung aller

Verbindungselemente durch. An modernsten CAD-

Arbeitsplätzen wurden sämtliche Bauteile sorgfältig

geplant, wobei das aktuelle Know-how von

HANSA-FLEX natürlich in die technischen Lösungen

mit einfl ießt. Jedes konstruierte Verbindungselement

wurde vor Fertigungsbeginn mit der Klassifi

kationsgesellschaft ABS abgestimmt, um sicher

zu stellen, dass es die erforderlichen Bedingungen

erfüllt. Bauteile, die nicht extra konstruiert werden

mussten – etwa Hydrostaten –, lieferte ebenfalls

HANSA-FLEX.

Im nächsten Schritt waren die Fachleute aus Hamburg

an der Reihe. Sie fertigten alle seeseitigen

Schlauchleitungen für das Aggregat und übernahmen

deren Prüfungen, Zertifi zierungen und Dokumentationen.

Und da ein solches Dieselaggregat

nicht ohne Sonderrohre und -armaturen auskommt,

arbeiteten die Fachleute vom Sonderrohrbau in

AUSGABE OKTOBER 2006

Dresden-Weixdorf mit der gewohnt hohen Qualität

und stellten die ín engen Toleranzen vorgefertigten

Sonderrohre und -armaturen termingerecht zur

Montage bei MTU bereit.

Die Montage übernahm dann das Team aus Boff -

zen. Die Mitarbeiter der HANSA-FLEX Gruppe Höxter

reisten mit allen nötigen Maschinen nach Friedrichshafen

und lösten unter Leitung von Falk Simon

die verantwortungsvolle Aufgabe der kompletten

Verrohrung des Dieselaggregats. Wurden dabei

Schlauchleitungen ohne besondere Seezulassung

benötigt, so waren die Kollegen der HANSA-FLEX

Niederlassung Ravensburg/Weingarten zur Stelle.

Hier sorgte Markus Wittka für schnelle Abläufe.

X-CODE besonders sinnvoll

Alle von MTU für das Aggregat benötigten Schlauchleitungen

wurden übrigens mit X-CODE ausgerüstet.

Das bringt besonders bei einem Schiff sdiesel

einen unschätzbaren Vorteil bei der Ersatzschlauchbeschaff

ung. Denn das Personal an Bord hat üblicherweise

keine Erfahrung mit der Spezifi kation

von Schlauchleitungen. Das heißt, dank X-CODE

können Ersatzteile jederzeit und überall sicher geordert

werden. HANSA-FLEX liefert pünktlich das

SCHIFFSMOTOREN

gewünschte baugleiche Teil in den jeweiligen Hafen

zum Einbau. Liegezeiten aus Reparaturgründen

und damit Hafenkosten können reduziert werden.

Die Art der Auftragsabwicklung hat gezeigt, dass

das Zusammenspiel der gesamten HANSA-FLEX

Gruppe dem Kunden MTU einen wertvollen Nutzen

bringt. Besonders die enge Verzahnung aller Kompetenzen

hat zur reibungslosen Arbeit beigetragen

und überzeugt. Kunden, die zunehmend dazu

übergehen, ihre Lieferantenstruktur zu verschlanken,

suchen genau diese Unterstützung am Markt,

und fi nden sie bei HANSA-FLEX. Jede Niederlassung

ist in der Lage, durch das Backup der zahlreichen

zur Gruppe gehörenden Fachkräfte und Spezialbetriebe,

derartige Aufträge anzunehmen und problemlos

und kompetent zur vollen Zufriedenheit

des Kunden abzuwickeln.

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18

VERANSTALTUNGEN

Markteinführung

FLEXXPRESS in der Schweiz

HYDRAULIKPRESSE

Im vergangenen April wurden die ersten zwei

FLEXXPRESS Service-Fahrzeuge in der Schweiz in

Betrieb genommen. Diese Dienstleistung wurde von

den Kunden sofort gut angenommen und geschätzt.

HANSA-FLEX Schweiz nutzte die Gelegenheit und

führte Ende August einen Event durch, bei dem Kunden

„FLEXXPRESS-Zeit“ gewinnen konnten.

Auf einem anspruchsvollen Parcours neben der

HANSA-FLEX Niederlassung Zürich konnte mit

Quads gegen den FLEXXPRESS Wagen gefahren

werden. Jeder mutige Teilnehmer wurde vom siebenfachen

Weltmeister im Seitenwagenfahren,

Rolf Biland, persönlich im Umgang mit den Quads

eingeführt.

Sieger wurde Jürg Spycher, Firma Spycher Jürg,

Landmaschinen. Mit einer Zeit von 1:11 Minuten

kam er um ein Haar an die vom Weltmeister vorgefahrene

Marke von 1:10 Minuten heran. Zweiter

wurde Markus Kümin von der Implenia Bau AG

Rümlang mit 1:12 Minuten, gefolgt von Reto Binswanger

von der ARGE IBT Birmensdorf und Stefan

Marty, von der Marty Transport AG, beide mit 1:13.

Herzlichen Glückwunsch noch einmal allen „Podestfahrern“

und allen anderen mutigen Teilnehmern.

Sie, und weitere sehr gute Fahrer kamen so nahe an

die „Weltmeister-Zeit“ heran, dass sich Rolf Biland

herausgefordert sah. Er setzte sich noch einmal auf

ein Quad und fuhr den Parcours unter einer Minute.

Die Ehre war wieder hergestellt.

Der FLEXXPRESS Wagen fuhr eine Zeit von 3:05

Minuten (bautechnisch bedingt natürlich nicht

exakt den gleichen Parcours wie die Quads, auch

wenn der Fahrer Lust dazu hatte). Jeder „Quad-

Racer“ erhielt als Preis eine Zeitgutschrift für einen

FLEXXPRESS Einsatz in Minuten, wie er selber in Sekunden

schneller fuhr als das Service-Mobil.

Die Hauptsache war allerdings nicht der „Zeitgewinn“

sondern der Spaß, zu dem auch eine gute

Grillwurst und ein Bier gehörte. Wenn’s um die

Wurst geht, dann ist der Werkstattchef in Zürich,

Wilfried Broger, der unübertreffl iche Profi . Würste

und Schläuche sind ja auch irgendwie ähnlich. Die

Geschäftsführung HANSA-FLEX Schweiz dankt allen

Teilnehmern und den Mitarbeitern für die Organisation

und Durchführung des gelungenen Events.

AUSGABE OKTOBER 2006


AUSGABE OKTOBER 2006

Im vergangenen August öff nete HANSA-FLEX am

Standort Husum in zentraler Lage des hiesigen Industriezentrums

einen Shop, der als verlängerter

Arm der Niederlassung Dägeling agiert. Von Anfang

an war klar: Eine ausgezeichnete Entscheidung.

Als nördlichster Standort in Deutschland bedient

Husum das Gebiet Nord-Nord-West Schleswig Holsteins.

Unter Leitung von Finn-Steff en Döring

(HANSA-FLEX Dägeling) betreuen Dieter Andresen

und FLEXXPRESS 761 mit Servicetechniker Thomas

Pohlmann vor Ort die Bereiche Off shore, Agrar sowie

Windenergie und sorgen wortwörtlich für noch

mehr Kundennähe. Weite Wege entfallen für Kunden

dieser Region nun gänzlich. Die sehr hellen und

VERANSTALTUNGEN

Nord-Nord-West

ansprechenden Räumlichkeiten des Shops befi nden

sich in einem ehemaligen Autohaus.

Um alten und neuen Kunden einen Einblick in das

sich ständig erweiterte Spektrum von Produkten

und Dienstleistungen zu geben, wurde am 2. September

2006 ein Tag der off enen Tür durchgeführt,

welcher regen Zuspruch fand. Ein kleiner Umtrunk

durfte da natürlich nicht fehlen.

HANSA-FLEX Hydraulik GmbH

Dieselstr. 7

25813 Husum

Telefon: +49 - 4841 - 66 95 55

Telefax: +49 - 4841 - 66 95 61

E-Mail: hus@hansa-fl ex.com

Notdienst: 0151 - 12 54 04 59

HYDRAULIKPRESSE

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20

SCHULUNGSZENTRUM

Die Weichensteller

Zwei Mann für die Norm

Normen gehören zu unserer zivilisierten Gesellschaft.

Sie schaff en Ordnung, helfen sparen, erleichtern die

Verständigung und bringen wirtschaftlichen Gewinn

für Hersteller wie Endverbraucher. Festgelegt werden

Normen in Normenausschüssen, in denen auch

HANSA-FLEX aktiv tätig ist.

Mit Ulrich Hielscher und Carsten Reßmann arbeiten

zwei HANSA-FLEX Mitarbeiter in Normenausschüssen

und Berufsgenossenschaften mit. Ulrich Hielscher

in der Normenstelle für Meeres- und Schiff -

fahrtstechnik (NMST) im Ausschuss Fluidtechnik.

Carsten Reßmann aus der technischen Abteilung

der HANSA-FLEX Zentrale in Bremen ist im Normenausschuss

Maschinenbau (NAM) ebenfalls in den

Fachgebieten für Fluidtechnik, Rohr- und Schlauchleitungen

aktiv. Damit engagiert sich HANSA-FLEX

für effi ziente Lösungen, um die Verfügbarkeit der

Hydraulik zu steigern.

Wie wichtig Normen sind, zeigt sich, wenn man

einmal betrachtet, wo überall Normen zum Einsatz

kommen. Sie sind die Voraussetzung für die Lösung

vieler technischer und wirtschaftlicher Aufgaben.

Schutzfunktionen wie Arbeits-, Umwelt- und Ver-

DIN

DIN-Taschenbuch 174

Schlauchleitungen

für die Fluidtechnik

Beuth

HYDRAULIKPRESSE

braucherschutz wären beispielsweise ohne Normung

unmöglich. Genormte Konstruktions- und

Bauelemente beschleunigen und verbilligen die

Einführung neuer technisch-wissenschaftlicher

Erkenntnisse in die Praxis. Aber Normen entlasten

auch bei Routinearbeiten und helfen, Fehler und

Irrtümer zu vermeiden, indem sie die Kommunikation

und damit Prozesse erleichtern. Kurz, die Norm

ist Garant der Qualitätssicherung in zahlreichen

Wirtschaftsbereichen.

In Deutschland ist das DIN (Deutsches Institut für

Normung e.V.) in Berlin für die technische Normung

zuständig. Die DIN-Normen sind wohl für jeden

Menschen in Deutschland ein Begriff – sie gelten

als „allgemein anerkannte Regeln der Technik“.

Von der DIN aufgestellte Normen orientieren sich

an den Bedürfnissen und dem Nutzen für die Allgemeinheit,

an der Wirtschaftlichkeit und an dem

Stand von Wissenschaft und Forschung.

Mitreden, mitgestalten

Festgelegt werden die DIN-Normen in 76 Normenausschüssen,

in denen Vertreter von Produktherstellern,

Händlern, Anwendern, Berufsgenossenschaften

und Wissenschaftler sitzen. Dort werden

Weichen gestellt, wird das Fachwissen aller Experten

zusammengefügt, um für eine Norm die optimale

Lösung zu fi nden und diese festzulegen.

Getreu dem Motto „Wir kennen unsere Verantwortung“

arbeitet HANSA-FLEX in Normausschüssen

mit. „Nur dann können wir aktiv mitwirken, können

für die Verfügbarkeit hydraulischer Systeme

ebenso Verantwortung übernehmen wie für die

Sicherheit von Mensch und Umwelt beim Einsatz

hydraulischer Systeme“, so Ulrich Hielscher vom

HANSA-FLEX Schulungszentrum.

Bei der Arbeit in den Ausschüssen vertreten die jeweiligen

Standesvertreter natürlich ihre speziellen

Interessen. Stellt zum Beispiel ein Hersteller eine

neue technische Lösung vor, obliegt dem Ausschuss

die Aufgabe zu klären, ob es tatsächlich sinnvoll ist,

diese Lösung in einer nationalen oder internationalen

Norm zu standardisieren. Soll dadurch aber lediglich

eine Monopolstellung zum Nachteil anderer

Hersteller erlangt werden, wird im Ausschuss über

die beste Lösung gestritten. Dabei bringen andere

Vertreter ihre Erfahrungen und Interessen ein. So

wie HANSA-FLEX mit mehr als 40 Jahren Erfahrung

und aktuell mehr als 220.000 Kunden, mit denen

täglich das Wissen im Bereich der Verbindungselemente

in Fluidtechnik wächst.

HANSA-FLEX wirkt aktiv daran mit, die Produkte

der Hersteller zu verbessern – ganz im Sinne seiner

Kunden. Dabei geht es um Sicherheitsaspekte,

hohe Verfügbarkeit und Kostenminimierung. „Wir

legen besonderes Augenmerk auf Langzeit-Dichtheit

hydraulischer Verbindungselemente, da können

wir viele Erfahrungen aus dem Tagesgeschäft

beisteuern“, so Carsten Reßmann aus der Abteilung

Technik der HANSA-FLEX Zentrale.

Wenn es einmal zu Rechtsstreitigkeiten zwischen

Auftraggebern und Auftragnehmern kommt oder

gar die Folgen eines Unfalls zu verhandeln sind,

orientiert sich die Gesetzgebung an den Normen,

die als „Stand der Technik“ gesehen werden. In der

täglichen Praxis erfahren Normen eine hohe Anerkennung.

Einhaltung von Normen schaff t gerade

für Betreiber von Hydraulikanlagen auch eine gewisse

Rechtssicherheit.

AUSGABE OKTOBER 2006


Ausgemustert

Im Normenausschuss werden nicht nur neue Standards

eingeführt, ebenso werden Technologien, die

zum Beispiel durch neue Entwicklungen veraltet

sind und damit ihren Lebenszyklus erreicht haben,

in Frage gestellt und eventuell sogar von der Norm

zurückgezogen. Für HANSA-FLEX ist es natürlich

wichtig, über solche Diskussionsprozesse in den

Ausschüssen informiert zu sein und sie im Sinne

seiner Kunden zu beeinfl ussen. Um mehr Übersichtlichkeit

geht es dagegen in den Ausschüssen

der Berufsgenossenschaft Chemie, in dem Ulrich

Hielscher für HANSA-FLEX ebenfalls vertreten ist.

Berufsgenossenschaftliche Fachausschüsse befassen

sich fachspezifi sch mit Fragen des Arbeits- und

Gesundheitsschutzes in Industrie, Handwerk und

Gewerbe. Unter anderen beraten sie Hersteller und

Benutzer technischer Arbeitsmittel. Hierbei können

insbesondere den Herstellern Hinweise zur sicherheitstechnischen

Auslegung ihrer Produkte gegeben

werden – oft bereits im Planungsstadium, aber

auch Produktions begleitend.

Hydraulikschlauchleitungen –

Regeln für den sicheren Einsatz

Aktuell wirkt Ulrich Hielscher gerade daran mit,

eine für das Jahr 2007 geplante Veröff entlichung

der neuen Sicherheitsregel „Hydraulikschlauchleitungen

– Regeln für den sicheren Einsatz“ unter

der Sammelnummer BGR 237 vorzubereiten. Sie

wird die Richtlinie ZH 1/74 mit ihren Grundlagen

aus dem Jahr 1988 ersetzen. Dabei geht es um

mehr Arbeitssicherheit zur Unfallvermeidung. Die

neue Richtlinie wird alles klarer ausdrücken und

mit Zeichnungen, Grafi ken und Erklärungen unterstützen.

Begründungen erläutern, warum zum

Beispiel eine Hydraulikschlauchleitung nach sechs

Jahren ersetzt werden sollte und was dafür sprechen

könnte, eine konkrete Schlauchleitung auch

länger (aber auch kürzer) einzusetzen. Wissen, das

HANSA-FLEX über die Ausschussarbeit an seine

Kunden weitergibt.

AUSGABE OKTOBER 2006

SCHULUNGSZENTRUM

Gut zu wissen

Normen dienen der Rationalisierung, Verständigung,

Gebrauchstauglichkeit, Qualitätssicherung,

Kompatibilität, Austauschbarkeit, Gesundheit,

Sicherheit und dem Umweltschutz.

Normen leisten einen jährlichen Beitrag zum

Bruttoinlandsprodukt von 16 Mrd. EUR.

Normung bewirkt ein Drittel des Wirtschaftswachstums.

Normung stärkt den Erfolg von Unternehmen

mehr als Patente und Lizenzen (Kernaussagen

der Studie „Gesamtwirtschaftlicher Nutzen der

Normung“, April 2000).

HYDRAULIKPRESSE 21


22

Quiz

QUIZ | SCHULUNGEN | MESSEN

Welcher HANSA-FLEX Standort ist der

nördlichste in Deutschland?

A: HANSA-FLEX Kiel

B: HANSA-FLEX Samtens

C: HANSA-FLEX Husum

Aufl ösung Ausgabe 08/06:

B: 1969

Gewinner Ausgabe 08/06: Herr Hinzel, Gorleben

Schulungstermine Oktober – November

HYDRAULIKPRESSE

Zusendung bitte per E-Mail an ma@hansa-fl ex.com oder per Post. Bitte vergessen

Sie nicht Ihren Namen und Ihre Adresse. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2006.

Pro Teilnehmer wird nur eine Einsendung berücksichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,

ebenso jegliche Haftung, soweit rechtlich zulässig. Eine Barauszahlung des

Gewinns ist nicht möglich.

09.10 bis 13.10. Grundlagen der Fluidtechnik (FTG01) Weixdorf

16.10. bis 20.10. Grundlagen der Fluidtechnik (FTG02) Weixdorf

24.10. bis 27.10. Grundlagen der Fluidtechnik (FTG03) Weixdorf

15.11. bis 17.11. Grundlagen Metallschläuche (MTG01) Boff zen

20.11. Dichtungstechnik (DTG01) Eisenberg

28.11. bis 01.12. Grundlagen der Fluidtechnik (FTG03) Weixdorf

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Silvana Wagner (Schulungszentrum Weixdorf) unter der Telefonnummer: 03 51 - 41 39 719.

Messe-Ankündigungen

Ein iPod Nano zu gewinnen!

Beantworten Sie einfach unsere Gewinnspielfrage und schon kann

ein iPod Nano (2GB, Farbe weiß) mit Gravur Ihnen gehören.

iPod Nano, 2 GB (500 Songs), Farbe: weiß;

inkl. Kopfhörer, USB 2.0 Kabel, Dock

Adapter, Tasche, Software iTunes für Mac

& Windows; Voraussetzungen PC: USB 2.0,

Windows 2000 Service Pack 4, Windows XP

Home, Professional Service Pack 2 oder höher;

Voraussetzungen Mac: USB 2.0, MAC OS

X v10.3.4 oder höher

Schulungsprogramm 2006

in jeder

Niederlassung erhältlich

26.09. bis 29.09. SMM Hamburg Hamburg 26.09. bis 30.09. EXPOMAC 2006 Pinhais, Curitiba/Brasilien

03.10. bis 06.10. Stroy Tech 2006 Kiev, Ukraine 03.10. bis 07.10. TIB Bukarest, Rumänien

17.10. bis 19.10. Maintain München München 25.10. bis 27.10. Hydraulics + Pneumatic Kiev, Ukraine

03.11. bis 06.11. bauma China 2006 Shanghai / China 14.02. bis 18.02. VDBUM 2007 Braunlage

AUSGABE OKTOBER 2006


In der nächsten Ausgabe erwarten Sie folgende Themen...

12/06

AUSGABE OKTOBER 2006

Technische Hydraulik.

Kompendium für den Wasserbau | ca. 59,95 EUR *

von Ralph C. M. Schröder

308 Seiten | Verlag: Springer, Berlin | ISBN: 3540000607

Hydraulik im Wasserbau | ca. 19,80 EUR *

von Robert Rössert

184 Seiten | Verlag: Oldenbourg R. | ISBN: 3486262181

* Bücher sind in allen Buchhandlungen erhältlich

** Das Schulungsbuch ist über Ihre nächste HANSA-FLEX Niederlassung erhältlich

Neueröff nungen

seit August 2006

HANSA-FLEX Hydraulik GmbH Riedinger Str. 20 95448 Bayreuth Deutschland

S.C. HANSA-FLEX Romania S.R.L. Bd. Aurel Viaicu Nr. 186 900330 Constanţa Rumänien

HANSA-FLEX Bulgaria Ltd. Slivnitza-Str. Nr. 8 4210 Stamboliiski Bulgarien

HANSA-FLEX Hydraulik Karagandy Olimpyiskaya St.3 100019 Karagandy Kasachstan

HANSA-FLEX Hydraulic (SA) (Pty) Ltd 6, First Street 9460 Welkom Südafrika

LITERATUR | ZAHLEN & FAKTEN | VORSCHAU

Literatur-Tipps

Schulungsbuch „Fluidtechnik“ | 25,00 EUR **

von Wolf-Rüdiger Schmidt, Helmut Wetteborn, Ulrich Hielscher

2. Aufl age | 292 Seiten | Eigenverlag: HANSA-FLEX

DIN-Taschenbuch 174 | ca. 90,50 EUR *

Schlauchleitungen für die Fluidtechnik

4. Aufl age | 472 Seiten | Verlag: Beuth | ISBN: 3410145451

Zahlen & Fakten

Gesamt

Vorschau

MAN Leitungstechnik für Aircondition

Im Gespräch mit ... Joachim Armerding, Gründer der HANSA-FLEX Hydraulik GmbH

Bison Palfi nger Partnerschaft in der Erstausrüstung

HANSA-FLEX Niederlassungen Österreich und Cottbus

Putzmeister Dickstoff pumpen sorgen für Bewegung

HANSA-FLEX Gesundheitstag Ein Tag unter dem Motto „Gesundheit“

281

112

Deutschland

161

63

Redaktionsschluss: 1. November 2006

HYDRAULIKPRESSE

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HANSA-FLEX Hydraulik GmbH

Zum Panrepel 44 · 28307 Bremen · Germany

www.hansa-fl ex.com · info@hansa-fl ex.com

It‘s not a trick –

it‘s a system !

Wir kennen unsere Verantwortung.

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