Newsletter 1 / 2008 (PDF-Datei, 990 KB - Holcim Schweiz

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Newsletter 1 / 2008 (PDF-Datei, 990 KB - Holcim Schweiz

L E T T E R

«Nur mit einer nachhaltigen

Energiepolitik können die für

die Zukunft wichtigen und

nötigen Infrastrukturbauten

wirtschaftlich profitabel

erstellt werden.»


Kaspar E.A. Wenger

Vorsitzender der Geschäftsleitung

Holcim (Schweiz) AG

«Nur mit einer nachhaltigen Energiepolitik

können die für die Zukunft wichtigen und

nötigen Infrastrukturbauten wirtschaftlich

profitabel erstellt werden.»

Liebe Leserin, lieber Leser

Die nachhaltige Energieversorgung ist eine der grössten Herausforderungen unserer Gesellschaft.

Die Ressourcen werden knapper, die Auswirkungen spürt jeder: hohe Öl- und Strompreise. Als Teil

einer energieintensiven Industrie ist Holcim diesbezüglich sensibilisiert. Deshalb haben wir uns

seit Langem einer energieeffizienten Herstellung unserer Produkte Zement, Kies und Beton verschrieben

– zum Wohl der Umwelt und der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Doch ausgerechnet

die Behörden legen uns mit ihrer Energiepolitik Steine in den Weg.

So setzt der Bund im internationalen Vergleich auf tiefe Emissionsgrenzwerte. Das klingt gut,

ist aber oft kontraproduktiv. Zum Beispiel führen neue Emissionsminderungsanlagen zwar zu

weniger Staub oder NO X in der Abluft, doch sie erfordern gleichzeitig deutlich mehr Energie.

Das Resultat: höherer Energieverbrauch und mehr CO 2. Die Gesamtbilanz fällt dabei unvorteilhaft

aus – für Umwelt und Wirtschaft.

Ähnlich inkohärent ist die neue Stromversorgungsverordnung. Dort legt der Bund fest, dass

Stromerzeugung aus erneuerbaren Ressourcen subventioniert wird. Die Folge ist eine

Wettbewerbs verzerrung des Abfallmarkts: Kehricht- und Schlammverbrennungsanlagen, die

aus Abfall Strom erzeugen, erhalten vom Staat Subventionen – die Zementproduzenten, die

dasselbe Material als alternative Brennstoffe ökologisch sinnvoll und mit hohem Wirkungsgrad

einsetzen, gehen dagegen leer aus.

Zu alledem kommt: Die Stromsicherheit ist gefährdet. Bereits die angekündigten Preis -

erhöhungen für 2009 stellen für die Industrie eine grosse Herausforderung dar. Der Staat ist

gefordert. Er muss Rahmenbedingungen schaffen, damit in unserem Land auch zukünftig

die Stromsicherheit gewährleistet ist. Es ist seine Pflicht, die nachhaltige Versorgung mit

Elektrizität zu angemessenen Preisen sicherzustellen.

Gerade die Schweiz braucht als dicht besiedeltes Land der Berge besonders viele wichtige

Infrastrukturbauten – Brücken, Tunnels, Strassen. Doch nur mit einer vernünftigen Energiepolitik

können diese auch wirtschaftlich profitabel erstellt werden. Davon profitieren alle: die

Bevölkerung, die Umwelt und die Wirtschaft. Es ist höchste Zeit, eine nachhaltige Energiepolitik

zu definieren und konsequent umzusetzen.

Kaspar E.A. Wenger


Den Bedarf an Wärmeenergie im

Zementofen deckt die Holcim Schweiz

zu 35 Prozent durch alternative

Brennstoffe.

Bei der Energieeffizienz setzen wir Zeichen

Energie ist das Thema der Zukunft. Ein sparsamer Umgang

mit Energie ist entscheidend – für Umwelt und Wirtschaft.

Die Holcim Schweiz nimmt seit Jahren eine Pionierrolle in

diesem Bereich ein. Um weitere Fortschritte erzielen zu

können, ist allerdings ein Umdenken in der Politik nötig.

Zur Herstellung von Zement und Beton, den wichtigsten

Baustoffen der Welt, braucht es Energie. Vor allem Wärme -

energie. In Kohlenäquivalenten gerechnet, setzt die Holcim

Schweiz als führende Zement-, Kies- und Betonproduzentin

300 000 Tonnen pro Jahr ein – das sind 300 Züge mit je

30 Wagen Kohle. Dazu kommt die elektrische Energie: jährlich

270 Gigawattstunden. Etwas mehr, als die Stadt Chur benötigt.

Im Produktionsprozess setzen sich pro Jahr 1,6 Mio. Tonnen

CO 2 frei.

«Wir optimieren seit Jahren

den Energieverbrauch

und reduzieren dabei den

CO 2 -Ausstoss massiv.»

Wenn man bedenkt, wie lange die aus Beton erstellten

Bauwerke leben, relativiert sich der Energiebedarf. Trotzdem

ist bei diesen Mengen ein effizienter Umgang essenziell: aus

ökologischen wie aus wirtschaftlichen Gründen. Holcim zeigt

seit Jahren grosses Engagement und investiert jährlich erhebliche

Summen, um den Energieverbrauch zu optimieren und den

CO 2-Ausstoss zu senken. So hat sich Holcim zusammen mit der

Schweizer Zementindustrie verpflichtet, die CO 2-Emissionen aus

dem Verbrennungsprozess bis 2010 auf die Hälfte gegenüber

1990 zu reduzieren. Das entspricht über einem Drittel des

gesamten Schweizer Reduktionsziels gemäss Kyoto-Protokoll.

Das Drei-Säulen-Prinzip

Holcim setzt bei der Steigerung der Energieeffizienz auf drei

Säulen:

· Alternative Brennstoffe: Seit Jahrzehnten ersetzt die Holcim

Schweiz Kohle und Schweröl bei der Zementproduktion teilweise

durch alternative Brennstoffe – Plastik, Klärschlamm, Lösungs -

mittel, Tiermehl, Altöl und Altreifen. Diese Abfälle müssten

sonst anderswo vernichtet werden. Bei der Zement herstellung

werden sie ökologisch sauber und wirtschaftlich sinnvoll

verwertet. 35 Prozent der Wärmeenergie deckt Holcim heute

durch alternative Brennstoffe.

· Energieeffizienz der Anlagen: Die Holcim Schweiz hat in

den letzten Jahren grosse Investitionen in technologische

Neuerungen getätigt. Beispiele sind die automatischen

Energieoptimierungssysteme in den Kieswerken Eiken und

Mülligen oder die Klinkerkühler und weitere brenntechnische

Verbesserungen in den Zementwerken Siggenthal und Eclépens,

die pro Jahr über 10 000 Tonnen Kohle sparen.

· Senkung des Klinkerfaktors (Anteil des gebrannten Gesteins) im

Zement: Den energieintensiven Klinker ersetzt Holcim möglichst

durch hydraulisch aktive Stoffe wie Hüttensand und Flugasche.

Wie die meisten alternativen Brennstoffe sind auch dies

«Dank unserer nachhaltigen

Strategie wurden wir zum

vierten Mal zum ‹Leader of

the Industry› gekürt.»

Materialien aus der Industrie. In der Zementproduktion werden

sie in den technischen Prozess integriert und dadurch zum wertvollen

mineralischen Bestandteil. Bis zu 20 Prozent allen Klinkers

kann Holcim so durch Alternativmaterialien ersetzen.


Peter C. Beyeler

Landammann Kanton Aargau

Präsident Energie Trialog Schweiz

«Wirtschaft, Gesellschaft

und Wissenschaft müssen an

einem Strick ziehen.»

Dank seiner nachhaltigen Strategie wurde der Holcim

Konzern dieses Jahr zum vierten Mal in Folge zum «Leader of

the Industry» im Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex gekürt.

Energie aus Abfall

Eine zusätzliche Energieoptimierung ist äusserst schwierig

und anspruchsvoll. Die technologischen Möglichkeiten sind

zu einem grossen Teil ausgereizt. Doch weiteres Energiespar -

potenzial gibt es: Zum einen liegt es in zukunftsweisenden

Betontypen wie dem Dämmbeton. Zum anderen wörtlich im

Abfall. «Energie aus Abfall» heisst das Stichwort. Dabei geht

es zusätzlich zur Verwendung von stofflich einheitlichen

Abfällen (wie Klärschlamm und Lösungsmittel) um speziell für

die Zementherstellung aufbereitete Mischabfälle aus

Industrie und Gewerbe – hauptsächlich Holz, Papier, Plastik

und Textilien. Mit dem Einsatz solcher Ersatzbrennstoffe

könnte Holcim in Zukunft den Anteil der alternativen

Brennstoffe erhöhen.

Experten sind sich weitgehend einig: Es ist Zeit für einen

Paradigmenwechsel in der Abfallwirtschaft. Weg von der

Entsorgung – hin zur Verwertung. Peter Baccini, emeritierter

Professor der ETH Zürich, sagt deutlich: «Abfall ist Rohstoff

am falschen Platz.» Und Abfall ist neben Holz der einzige

energetische Rohstoff, den die Schweiz besitzt.

Wenn Behörden und Wirtschaft zusammenarbeiten, könnte

die Schweiz bei der Abfallwirtschaft sogar zum Labor der Welt

werden. Allein die über 70 Länder, in denen Holcim weltweit

tätig ist, bieten ein immenses Replikationspotenzial. Die

Schweiz kann den Weg von der klassischen Abfallwirtschaft

zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft anführen.

Energie Trialog sucht nachhaltige Lösungen

Über Energie wird viel argumentiert, oft kontrovers und auf

Prinzipien beharrend. Schade, denn in der Diskussion über die

künftige Energieversorgung wären Fortschritte hin zur

Sachlichkeit dringend nötig.

Die Energieressourcen werden knapp, der Verbrauch steigt

und die Klimaveränderung wird zur Herausforderung.

Die Notwendigkeit einer markanten Verbesserung der Energie -

effizienz ist durch die rapiden Energiepreiserhöhungen

mittlerweile unbestritten. So liegt die Minergie-Bauweise im

Trend und die Autobranche überbietet sich mit sparsamen

Antriebssystemen. Erneuerbare Energien wie Geothermie,

Solartechnik und Wind werden kaum mehr in Frage gestellt.

Ebenso steigt die Bedeutung der Energiegewinnung aus Abfall.

Ein Gebiet, auf dem Holcim einen beispielhaften Beitrag leistet.

Alle sind gefordert: Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.

Um die Diskussion zu versachlichen, hat der Aargau 2007 den

Verein Energie Trialog Schweiz initiiert. Mitglieder sind nebst

dem Kanton Aargau die Wissenschaft mit dem Paul Scherrer

Institut und der ETH, die Umweltorganisation WWF sowie die

Wirtschaft mit Holcim, ABB, Axpo, Alstom, Migros, Shell und

weiteren. Im Energie Trialog werden nachhaltige, wettbewerbsfähige

Lösungen für die Energieproblematik diskutiert.

Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den Szenarien

werden aufgezeichnet und bezüglich Umsetzbarkeit bewertet.

Die Ergebnisse werden im Energiedossier 2010 publiziert.

Klima und Energie sind die Brennpunkte unserer Zeit und

unserer Zukunft. Nur wenn Wirtschaft, Wissenschaft und

Gesellschaft gemeinsam an einem Strick ziehen, können wir

eine nachhaltige Energiestrategie umsetzen. Es ist höchste Zeit

für lösungs orientiertes Denken und Handeln – denn: Unsere

Entscheide von heute prägen die Lebensqualität der nächsten

Jahrzehnte!

Peter C. Beyeler


Neue Monte Rosa Hütte –

ein Bergkristall zwischen

Viertausendern

Am Fusse der Dufourspitze, auf fast 3000 Metern über Meer,

entsteht die Berghütte der Zukunft. Äusserlich wie ein

Bergkristall schimmernd, stellt die Neue Monte Rosa Hütte

einen Meilenstein im energieeffizienten, nachhaltigen Bauen

dar. Die Holcim Schweiz engagiert sich zusammen mit der ETH

Zürich, dem SAC und weiteren Partnern für das Projekt.

Die Neue Monte Rosa Hütte verknüpft Top-Architektur und

modernste Technologie mit der Philosophie der Nachhaltigkeit.

Im August wurde der Grundstein gelegt – mit Beton von Holcim.

Wenn die SAC-Unterkunft nächstes Jahr die Tore öffnet, wird sie

allein schon durch die silbern schimmernde Haut inmitten von

Schnee und Eis zum Symbol werden.

Genauso einzigartig ist, was im fünfstöckigen Würfel vor sich

geht. Energiesparen wird hier auf den Punkt gebracht: Dank

Solaranlagen ist das Gebäude zu 90 Prozent energetisch autark.

Schmelzwasser deckt den Wasserbedarf und die Hütte verfügt

über eine eigene Abwasseraufbereitungsanlage. Dazu kommt

die wärmedämmende Hülle. Gegenüber der bestehenden Monte

Rosa Hütte sinken die CO 2-Emissionen um zwei Drittel.

«Das zukunftsweisende Energiekonzept

entspricht der Philosophie von Holcim

Das zukunftsweisende Energiemanagement entspricht genau den

Vorstellungen und Bestrebungen von Holcim. Franz Steinegger,

der Vorsitzende der Projektsteuerung Neue Monte Rosa Hütte,

lobt: «Die Inangriffnahme eines derartigen Projekts braucht Mut

zum Risiko.» Das Risiko hat sich bereits ausbezahlt. Bei den Holcim

Awards Europe für nachhaltige Bauprojekte in Madrid wurde die

Neue Monte Rosa Hütte mit Bronze aus gezeichnet.

Nächsten September soll die SAC-Hütte eröffnet werden. Sie

ist ein Symbol für die moderne Schweiz und wird Fortschritt,

Tradition und Attraktion verbinden. 120 Schlafplätze warten auf

tatendurstige Wanderer und Bergsteiger.


Ihre Meinung interessiert uns

Ein offener Dialog ist uns wichtig. Schreiben

Sie uns, wenn Sie Anregungen haben oder

mehr über die Holcim Schweiz wissen wollen.

Distributionshinweis

Der Holcim Newsletter wird an ausgewählte

Personen aus Politik, Behörden,

Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft

und Wirtschaft abgegeben.

Holcim (Schweiz) AG

Die Holcim Schweiz ist eine Tochtergesellschaft

des weltweit tätigen Schweizer Baustoffunternehmens

Holcim Ltd. Die Kernbereiche

sind Zement, Kies und Beton. Grossen

Wert legt der Baustoffhersteller auf eine

fachgerechte technische und logistische

Unterstützung der Kunden. Holcim setzt sich

seit Jahren für eine nachhaltige Entwicklung

ein. Der grösste Baustoffhersteller der

Schweiz unternimmt zahlreiche Bestrebungen

im Umweltschutz und übernimmt soziale

Verantwortung als wichtiger Arbeitgeber.

Strength. Performance. Passion.

Holcim (Schweiz) AG

Hagenholzstrasse 83

CH-8050 Zürich

Telefon 058 850 68 48

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