Unser Ziel: „Alle Verhältnisse umzuwerfen, in ... - Ungesund Leben

ungesundleben.org

Unser Ziel: „Alle Verhältnisse umzuwerfen, in ... - Ungesund Leben

Unser Ziel: „Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein

erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes Wesen ist …“ Karl Marx

BETRIEBSINFO

Betriebs- und Gewerkschaftsinformationen aus dem

Klinikum Bremen-Ost und der Gesundheit Nord

DKP

http://www.ungesundleben.org/dkp-betriebsinfo

3. Jahrgang Nr. 15 November 2008

Der Herr hat´s gegebenen, der Herr hat´s

genommen. Gelobet sei sein Name.

Thielbar, Lindner, Tissen, Knigge,

Röpke, Hilmer, Stremmel, Zewuhn

& Finsterbusch, oder haben wir

jemanden vergessen ES ist Bewegung

in der Bremer „Gesundheitsführungsriege“.

Fressen oder

gefressen werden ist das raue Prinzip

in der Leitungsebene der Gesundheit

Nord gGmbH. Der Autokrat

Priv.-Doz. Dr. phil. Hansen beseitigt

rigoros nicht folgsame MitarbeiterInnen

– andere kündigen

freiwillig. Rückendeckung ist seitens

der Politik vorhanden. Mit ne-

gativer Machtausübung wollen die

Verantwortlichen die Probleme

lösen, sei es auf Leitungs- oder

Mitarbeiterebene. Wir arbeitenden

Menschen in der GeNo brauchen

weder Autokraten, noch Einheitsgesellschaften

unter kapitalistischer

Regie, sondern eine echte betriebliche

Mitbestimmung, die nicht

immer weiter eingeschränkt, sondern

erweitert wird! Diese qualifizierte

Mitbestimmung mit Vetorecht

müsste erweitert werden auf

alle Entscheidungen, die die Entwick

lung der Beschäftigung betreffen.

Zu den Entscheidungen über die

Investionsstrategie müssten auf

Initiative der Arbeitnehmerseite

soziale Bewegungen und kommunale

Interessenvertreter eingeladen

werden. Deren beratende Stimme

dann zügig in Mitentscheidungsbefugnis

übertragen wird.

Wenn wir dies positiv entfalten

wollen, müssen wir uns rühren.

Zumindest in der Gewerkschaft und

notwendigerweise auch in anderen

Foren. Siehe dazu Seite 2

Realitäten aus dem Leben des Kapitalismus:

Wir erleben zurzeit eine

Diktatur der Finanzmärkte,

den Terror der Geldmaffia

26,6 MRD. Euro staatlicher Anteil

am „Rettungspaket“ für die Hypo

Real Estate Bank = mehr als folgende

Einzeletats des Bundeshaushalts

zusammen:

Etat Bildung: 10,1 Mrd €

Etat Familie etc. : 6,2 Mrd. €

Etat Ernährung: 5,3 Mrd. €

Etat Gesundheit: 4,9 Mrd. €

= 26,5 Milliarden Euro

400 Milliarden Euro für die Banken

= diese Etats für 15 Jahre (= 5000 €

pro Einwohner der BRD, ob Kind

ob Greis)

Dieses kapitalistische

Finanzsystem ist marode bis in

die Knochen

AUF etwa 60 Billionen Dollar

(44.000 Mrd. €) wird der Markt für

die sogenannten Credits Default

Swaps geschätzt. Die CDS wurden

mit der Zeit immer öfter für Spekulationen

eingesetzt. Das Prinzip

der Papiere ist simpel: Entscheidet

sich ein Anbieter wie eine Bank

Swaps auszugeben, garantiert er

dem Käufer, bei einem

Kreditausfall die Summe zu

ersetzen. Dafür be-kommt er einen

Prozentsatz der Versicherung. CDS

werden auch von „Investoren“

benutzt, die die Versicherungen

abschließen, ob-wohl sie kein Geld

verliehen haben. Damit wetten

„Investoren“ darauf, dass die

Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls

steigt und damit die Chance

selbst einen Gewinn zu machen.

Bewährtes von Karl Marx

„DIE politischen Ökonomen, die

vorgeben, die regelmäßigen

Zuckungen von Industrie und Handel

durch Spekulation zu erklären, ähneln

der jetzt ausgestorbenen Schule der

Naturphilosophen, die das Fieber als

den wahren Grund aller Krankheiten

ansahen.“

Übrigens,

Marx und Engels-Bücher gibt’s im

„Neue Impulse-Versand,

Hoffnungstr. 18 in 45127 Essen


DKP-BetriebsInfo Nr. 15 - November 2008 ……………………………………………………………………………………………..Seite 2

SCHWESTER

USCHI`S

MEINUNG

UNTERSTÜTZEN

wir unsere Kinder beim

Bremer Schulstreik für eine

SCHULE FÜR ALLE

„WIR wollen Mitbestimmung,

bessere finanzielle Ausstattung,

Integrativen Unterricht und Selbstbestimmte

Lerninhalte... EINE

SCHULE FÜR ALLE!", heißt es

in dem Aufruf zum Schulstreik am

12. November 2008 um 11:00h am

Bremer Bahnhofsvorplatz. Unterstützen

wir als Eltern diesen berechtigten

und notwendigen Streik

unserer Kinder gegen soziale

Selektion und Verwahrlosung unserer

Schulen, denn es besteht

beispielsweise zwischen dem Zustand

eines Schulgebäudes und der

schulischen Leistung der Schülerinnen

und Schüler sehr wohl ein

Zusammenhang. „Innen wie Außen“

, wie es schön in der Psychologie

heißt. Eure Uschi

GRÜNDUNG

EINES GESUNDHEITS-

POLITISCHEN FORUMS

IN DER GESUNDHEIT NORD

KOMMT zahlreich! Denn: allein

machen Sie nicht nur Dich,

sondern uns alle ein!

Diesem gemeinsamen Appell der unabhängigen

Betriebsgruppe am Klinikum

Bremen-Mitte „Uns reichts“

und dem „DKP-BetriebsInfo“ am

Klinikum Bremen-Ost folgten am 8.

Oktober 2008 zwar nicht alle, aber

doch einige politisch interessierte

Kolleginnen und Kollegen aus den

Bremer

Kliniken.

Sie alle kennen aus der täglichen

Arbeitspraxis Arbeitsplatzverdichtung,

Personalabbau, Verschlechterung

von Pflege und Versorgung in

der Gesundheit Nord. „Bleibt uns

nichts als Ratlosigkeit, Verzweiflung

und Resignation“ fragten sich die

Organisatoren in ihrem Aufruf und

antworteten selbstbewusst: Nein!

Darum:

Nächster Treff: 3.12.2008 17:30h in

der Gaststätte Gerken, Feldstr.77, HB

Deutschland

macht arm

Laut OECD-Bericht sind Armut und

Einkommensungleichheit in der

BRD in den vergangenen Jahren

wesentlich schneller gewachsen als

in fast allen anderen 29 Staaten der

OECD. Mit einer Armutsquote von

11 Prozent der Bevölkerung liegt

die BRD mittlerweile weit über dem

OECD-Durchschnitt. Während die

Kluft zwischen arm und reich in

Ländern wie Frankreich, Spanien,

Irland, Griechenland und der Türkei

in den letzten acht Jahren leicht

zurückging, ist sie in Deutschland

enorm angewachsen. Betroffen von

der Armut sind zum Beispiel Menschen

über 65 Jahre: 9 Prozent und

Kinder: 16 Prozent. 19,4 Prozent der

Deutschen leben in einem Erwerbslosenhaushalt

und damit auf den

höchsten Wert innerhalb der OECD.

Zudem seien drei Millionen Haushalte

überschuldet und weitere 1,2

Mill. gelten als akut überschuldungsgefährdet.

Nur 15 Prozent der

Betroffenen können qualifizierte

Hilfe in Anspruch nehmen.

DIE D K P FORDERT: EINE STEUERREFORM ZU LASTEN DES GROSSKAPITALS

und eine sofortige Belastung der 800 000 Millionäre durch eine 1,5%ige Millionärssteuer.

Das allein bringt 30 Milliarden Euro z. B. für ein Beschäftigungsprogramm.

Weiteres unter: http://www.dkp-online.de/programm/

10 X Freitags finden die

Probeabonnenten dann ihre

UZ kostenlos im Briefkasten!

CommPress-Verlag,

Hoffnungstrasse 18, 45127

Essen, Tel: 0201 / 24 86 482

www.unsere-zeit.de

Aus dem Programm der DKP:

„Unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen

dienen die Entwicklung

der Produktivkräfte und die Globalisierung

nur der Kapitalverwertung.“

DKP Bremen Postfach 210330, 28233 Bremen, E-Mail: dkp_bremen@nord-com.net v.i.S.d.P: Uwe Hinken, HB


DKP-BetriebsInfo Nr. 15 - November 2008 ……………………………………………………………………………………………..Seite 3

Die Wochenzeitung

Das Zweimonatsheft

unsere zeit – Zeitung der DKP

Marxistische Blätter

»Finanzspritze soll Vermögen der Reichen sichern«

Chávez und Morales können nur träumen von Bankverstaatlichungen wie in USA und Großbritannien.

Ein Gespräch mit Leo Mayer

Interview: Ralf Wurzbacher, Junge Welt vom 21.10.2008

Leo Mayer ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP)

Das Rettungspaket über 500 Milliarden Euro für den deutschen Bankensektor sei alternativlos, behaupten die

Verantwortlichen.

Was meint die DKP dazu

Der Finanzminister sagt, das Feuer müsse zunächst

schnell gelöscht werden, bevor man weitersieht. Sonst

gebe es einen Flächenbrand, drohten auch die Banken.

Da haben die Brandstifter zu erpresserischen Mitteln

gegriffen, um das »Rettungspaket« blitzschnell und

ohne größere öffentliche Debatte durchzupeitschen.

Damit werden die Vermögen der Reichen und

Aktionäre auf Kosten der Steuerzahler gesichert.

Gleichzeitig wird mit Benzin gelöscht. Es werden

Bundesanleihen aufgelegt, um das Geld aufzutreiben

und um – wie die Deutsche Bank verlangt hat – »dem

Markt sichere Anlageinstrumente zu liefern«. Nach dem

Platzen der Immobilienblase wird nun den

Geldvermögensbesitzern ein neues Feld für rentable

Finanzanlagen angeboten. Die steigende

Staatsverschuldung sollen dann die Arbeitnehmer, die

Arbeitslosen, die Rentner und Studenten mit höheren

Steuern und Kürzungen bei den Sozialausgaben

bezahlen.

Das Gegenteil von Sozialismus also, von dem

mancher Kommentator spricht

Das wäre schon ein seltsamer Sozialismus. Zwar

werden in den USA und Großbritannien Großbanken in

einem Ausmaß verstaatlicht, von dem Hugo Chávez

und Evo Morales nur träumen können. Aber im

Unterschied zu Lateinamerika dient das alles nur dazu,

die Gewinne der Reichen zu garantieren und die

Verluste zu sozialisieren.

Aber warum sieht der deutsche Weg solche

Teilverstaatlichungen nicht vor

Ob Teilverstaatlichung oder nur direkte Kapitalspritzen

– die Regierungen bewegen sich allesamt im Rahmen

der Vereinbarungen der G-7-Staaten. Und die sehen

vor, daß die Staaten den Banken Kapital zuführen, ohne

sich unternehmerisch einzumischen oder die

Anteilsmehrheit zu erwerben. Das Prinzip ist hier wie

dort dasselbe: Der Staat gibt Geld, hält sich aber aus der

Geschäftspolitik heraus. Wenn die Vermögen gerettet

sind, wird wieder privatisiert.

Was schlägt die DKP vor

Natürlich muß der Geld- und Kreditfluß gesichert

werden. Allerdings ist eine öffentliche

Bestandsaufnahme notwendig, und jeder Euro muß der

öffentlichen Kontrolle unterliegen. Zweitens muß das

Geld bei jenen geholt werden, die vom bisherigen

Finanzsystem profitiert haben. Also eine Steuerreform:

Vermögenssteuer, Erhöhung des Spitzensteuersatzes,

progressive Besteuerung von hohen Einkommen,

Vermögen und Profiten. Würde man die 800000

Millionäre in Deutschland mit einer fünfprozentigen

Millionärssteuer belegen, kämen jährlich 100

Milliarden Euro zusammen. Damit wäre nicht nur das

Geld für das Rettungspaket da, es könnte auch ein

dringend erforderliches staatliches

Investitionsprogramm aufgelegt werden. Außerdem:

Nicht Verluste sozialisieren, sondern die Banken

vergesellschaften!


DKP-BetriebsInfo Nr. 15 - November 2008 ……………………………………………………………………………………………..Seite 4

Wie soll das konkret aussehen

In allen Finanzinstituten sollten Vertreter der

Belegschaften, von Gewerkschaften, demokratischen

Verbänden und Initiativen zur Kontrolle und

Beaufsichtigung der Geschäfte eingesetzt werden.

Kredite dürften dann nur noch für Investitionen in der

Realwirtschaft und nicht zum Drehen neuer

Spekulationsräder vergeben werden. Dabei müßten die

Mittel ganz gezielt in den Umbau des Produktions- und

Konsumtionsmodells in Richtung Umwelt- und

Menschenverträglichkeit gelenkt werden.

Ist die Gesellschaft wirklich schon reif für die

Systemfrage

Zur Zeit steht alles zur Disposition. Mit der Finanzkrise

bricht eine ganze ideologische, politische und

ökonomische Konzeption zusammen. Das bisherige

Wachstumsmodell des globalen Kapitalismus ist in

einer strukturellen Krise. Kämpfe können heute nicht

mehr nur defensiv sein, sondern müssen auf eine neue

Ökonomie jenseits der Profitlogik orientieren.

Müßte Die Linke die Systemfrage dazu nicht

deutlicher stellen

Nicht nur die Linkspartei, sondern die ganze Linke

muß sozialistische Vorstellungen stärker

entwickeln. Aber nicht abstrakt, sondern

verbunden mit konkreten Alternativen. »Die

Reichen müssen zahlen« und die

Vergesellschaftung des Finanzsektors könnten

Ansatzpunkte für gesellschaftliche Kämpfe

werden. Was nicht hilft, sind Einlassungen der Art,

daß Bankmanager hinter Gitter gehören. Das lenkt

vom Fehler im System ab.

Es bleibt dabei:

Wir schauen über den Tellerrand:

Kliniken im Mühlenkreis: Banken wollen Kürzungsprogramm

erpressen. Unsere Antwort: Banken vergesellschaften!

Die Banken erpressen die Mühlenkreis-Kliniken mit der

Drohung, keine Kredite mehr zu bewilligen. Sie

verlangen ultimativ ein erneutes Sanierungsprogramm.

Das tun ausgerechnet jene, denen CDU/CSU, SPD und

FDP jetzt mit unseren Steuergeldern in Höhe von 500

Milliarden Euro unter die Arme greifen. Mit dem

sogenannten Rettungspaket werden die

Spekulationsverluste sozialisiert und die Gewinne

privatisiert. Der Staat garantiert nicht nur den Fortgang

der Profit- und Spekulationsmaschinerie, er schmiert sie

auch noch mit Steuergeldern. Josef Ackermann, Chef

der Deutschen Bank, hat dieses Programm mit

geschrieben. Es ist ein Raubzug zugunsten der

Bankaktionäre. Und zu deren Gunsten wird das

Klinikum unter Druck gesetzt.

Der Neubau des Klinikums war einst mit dem

Versprechen verknüpft, danach kein Defizit mehr zu

haben und keine Zuschüsse mehr zu brauchen. Schon

diese Rechnung war mehr als zweifelhaft. Denn es galt

nun neben der Finanzierung des laufenden Betriebes

auch noch die Zinsen für die Kredite aufzubringen.

Dabei sind die Krankenhäuser in unserem Lande

chronisch unterfinanziert. Sie werden von einer Politik,

die sich fälschlicherweise Gesundheitspolitik nennt,

systematisch in den Ruin getrieben. Einen Ausgleich

für die steigenden Energiepreise, für die erhöhte

Mehrwertsteuer oder die berechtigten Lohnerhöhungen

der Beschäftigten gibt es nicht. Die neu eingeführte

Abrechnung in Form von Fallpauschalen setzt die

Kliniken zusätzlich unter Druck. Braucht ein Patient

mehr medizinische Versorgung als es bei seinem Fall

im Durchschnitt vorgesehen ist, muss das Klinikum

draufzahlen. Jede dritte Klinik in Deutschland schreibt

bereits rote Zahlen und soll so zur Lohndrückerei

getrieben werden. Die stellt dann die Vorbereitung zur

Privatisierung dar.

Dieser Spirale zu entkommen ist auf rein betrieblicher

Ebene nicht zu schaffen. Bei unseren

Mühlenkreiskliniken wurden bereits ganze Betriebsteile

ausgegliedert und die Beschäftigten schlechter bezahlt.

Mehr als 300 Stellen wurden schon wegrationalisiert.


DKP-BetriebsInfo Nr. 15 - November 2008 ……………………………………………………………………………………………..Seite 5

Und doch entsteht in diesem Jahr eine Rekord-

Finanzlücke von 20 Millionen Euro. Die

Geschäftspolitik der Mühlenkreiskliniken, Planung und

Durchführung des Neubaus und des Umzuges werfen

viele Fragen auf. Aber als besonders dicker Brocken

erweisen sich die Kreditzinsen für den Neubau. Sie sind

nun auf einen zweistelligen Millionenbetrag

angeschwollen.

Der Träger der Mühlenkreiskliniken, der Kreis Minden-

Lübbecke hat sich unter beifälligem Nicken der im

Kreistag vertretenen Parteien in abenteuerliche

Zinswetten verstrickt. Auch wenn er jetzt versucht, aus

diesen Verträgen heraus zu kommen, belasten die

Folgen den Kreishaushalt schwer. Da wird es eng mit

Zuschüssen für das Klinikum. Sollen die Beschäftigten

und die Patienten der Mühlenkreiskliniken dafür die

Zeche zahlen

Offensichtlich soll nun ein sogenannter

Zukunftssicherungs-Tarifvertrag her. Mit ihm sollen die

Löhne und Gehälter abgesenkt werden. Doch es gibt für

die Krankenschwester, den Krankenpfleger oder die

Verwaltungsangestellte nichts zu verschenken. Und

angesichts der Größenordnung ist es völlig unmöglich,

damit das Defizit aufzufangen.

An der Wand steht bereits seit längerer Zeit die

Drohung geschrieben: Und seid Ihr nicht willig, dann

wird privatisiert! Doch ein Blick in die bereits

privatisierten Krankenhäuser lehrt: Dadurch wird rein

gar nichts besser, sondern noch schlechter für

Beschäftigte und Patienten. Das geht wie in den

Rheinischen Kliniken in Düsseldorf bis zur Kürzung

von Essenrationen für Patienten.

Daher fordert die DKP Minden:

• Ein bedarfsgerechtes Gesundheitswesen mit

freiem Zugang für alle!

• Das Gesundheitswesen und insbesondere die

Krankenhäuser brauchen mehr Geld!

Die großartige Demonstration der Beschäftigten im

Gesundheitswesen am 25. September in Berlin mit 135

000 Teilnehmern kann nur der Auftakt für

entschiedenere bundesweite Aktionen gewesen sein.

Das Argument, es ist kein Geld da, erweist sich mit den

milliardenschweren Rettungsaktionen für die Banken

als Lüge.

• Das Land NRW muss wieder seinen

Verpflichtungen nachkommen und Zuschüsse

für den Bau und die Unterhaltung von

Krankenhäusern zahlen!

• Keine Privatisierung!

• Die Erpressungsaktion der Banken muss

zurückgewiesen werden!

• Für die Überführung der Banken in

gesellschaftliches Eigentum unter

demokratischer Kontrolle! Das Grundgesetz

muss jetzt angewandt werden! (Artikel 14 -

Eigentum verpflichtet - und Artikel 15 -

Vergesellschaftung)

Dann wäre es möglich, den gesellschaftlichen Reichtum

in die Bereiche zu lenken, die gesellschaftlich nützlich

sind. Für die Stützungsaktionen für das Finanzsystem

sollen die bezahlen und zur Staatskasse gebeten

werden, die die Finanzkrise verursacht und in den

vergangenen Jahren gigantische Profite eingestrichen

haben! Das sind die Finanzkonzerne, die Fonds und die

Superreichen. Allein die fünf Großbanken Deutsche

Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, Hypo-

Vereinsbank und Postbank machten 2007 einen Gewinn

von über 15 Milliarden Euro. Eine massive Besteuerung

großer Vermögen macht es möglich, die Städte und

Gemeinden zu entschulden und das Gesundheitswesen

ausreichend zu finanzieren. Ein Investitions- und

Beschäftigungsprogramm und die Ankurbelung der

Massenkaufkraft können helfen, die Folgen der

beginnenden Wirtschaftskrise zu mildern.

DKP Minden ,Oktober 2008

Zum Thema:

1. DAS was jetzt gebraucht wird,

ist die Organisierung von

gesellschaftlichem Widerstand.

"Jetzt geht es um den notwendigen

Protest gegen die weitere

Zerstörung der Sozialsysteme, den

Bildungsabbau, die Privatisierung

und gegen den Umbau der

Steuersysteme zu Gunsten des

Kapitals. In diesem Prozess wird es

auch um die Diskussion über

gesellschaftliche Alternativen und

Perspektiven gehen müssen", wie es

in der Erklärung des Sekretariats des

Parteivorstandes der DKP heißt.

2. UNMITTELBAR nachdem am

Montag die letzten Voraussetzungen

für die "Rettungsaktionen" der

Banken durch das Kabinett

gepeitscht worden waren, erklärte

Bundeskanzlerin Merkel (CDU),

dass sie gegen ein "breites

Konjunkturprogramm" sei. Allerdings

beauftragte sie sofort Finanzminister

Steinbrück (SPD) und

Wirtschaftsminister Glos (CSU)

Vorschläge zu erarbeiten wie einzelnen

Wirtschaftszweigen, sprich:

Konzernen, mit weiteren Steuergeldern

"geholfen" werden kann.

3. DIE Forderungen des DGB nach

einem Konjunkturprogramm in Höhe

von 25 Milliarden Euro oder die

Forderung von ver.di nach einem

"Zukunftsinvestitionsprogramm von

jährlich 40 Milliarden Euro", um die

Binnennachfrage zu stärken und

Arbeitsplätze zu sichern, wird von

dem BDI-Präsidenten Dieter Hundt

und Kanzlerin Merkel einhellig

abgelehnt. Ein staatliches Investitionsprogramm

und höhere Löhne

sind jedoch dringend erforderlich,

für die Beschäftigten, Erwerbslosen,

Schüler und Rentner.


DKP-BetriebsInfo Nr. 15 - November 2008 ……………………………………………………………………………………………..Seite 6

»Die Medien verblöden die Menschen oft«

Der Bundespräsidentenkandidat der Linkspartei stellt sich hinter Reich-Ranicki. Gitta

Düperthal führte mit Peter Sodann, Kandidat der Linkspartei für die Wahl zum Bundespräsidenten und Exfernsehkommissar

im Tatort ein Gespräch, Junge Welt vom 24.10.2008

Sie stellen sich im Mai 2009 als Bundespräsidentenkandidat der Partei Die Linke zur Wahl. Die Wellen der Empörung

schlugen hoch, aufgrund Ihrer Bemerkung, wenn Sie »Polizeikommissar von Deutschland« wären, würden Sie

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaften. War das Satire

Natürlich ist da auch mein Kabarettistentalent mit mir durchgegangen. Der Hintergrund: Wenn Sie die Tatorte, in denen ich

mitgespielt habe, mal verfolgen – es werden immer bloß Mittelständler verhaftet. Ich hätte gern einen der Wirtschaftsbosse

festgenommen. Nicht einmal im Krimi ist das möglich, in der Realität erst recht nicht. Ackermann war nur zufällig im Alphabet

ganz vorn. Ich hätte genauso gut auf Ex-Postchef Zumwinkel anspielen können, gegen den wegen Steuerhinterziehung in

Millionenhöhe ermittelt wurde – wovon man nichts mehr hört. Nun habe ich aber halt mal Ackermann benannt. Der Erfolg ist

nicht so schlecht. Tags darauf hat er gesagt, er will seinen Bonus nicht mehr. Ackermann erhält im Jahr 14 Millionen Euro –

und der kleine Mann muß seine letzten fünf Euro vom Konto klauben und steht bei der »Tafel« für eine Bockwurst an. Das ist

nicht gerecht.

Und wie war das gemeint mit der Demokratie, die schwächelt

Der Bäckermeister, bei dem ich heute Morgen ein Vierpfund-Brot kaufen wollte, hat es verstanden. Er gab mir ein kleines

Brot, und sagte: »Schauen Sie, das schwächelt auch«. Was ich damit meine: Es gibt keine Chancengleichheit in der Bildung

und eine zunehmend große Spanne zwischen Arm und Reich. Wenn man Soldaten gegen den Willen der Mehrheit der

Bevölkerung nach Afghanistan schickt, um dort Krieg zu machen, hat das nichts mit Demokratie zu tun – die Millionen fürs

Militär dort sollten in zivile Aufbauhilfe gesteckt werden.

Wie erklären Sie sich, daß Ihre Äußerungen so eine Aufregung verursachen

Es könnte sein, daß es den Wirtschaftsbossen mißfällt, daß sich die Anklage allein gegen sie richtet. Die Medien ziehen mit:

Wes Brot ich esse, des Lied ich singe. Sie haben die Aufgabe, Menschen zu bilden, ihnen die Wahrheit zu sagen, statt dessen

verblöden sie oft. Da halte ich es mit Reich-Ranicki. Wenn ich jetzt sage, Zumwinkel gehört bestraft, schreiben viele schlecht

über mich – wirtschaftliche Interessen stehen dahinter.

Sie stammen aus einer Arbeiterfamilie in Weinböhla bei Meißen, haben Werkzeugmacher gelernt und Jura studiert.

1964 hatten Sie Ihr erstes Engagement am Berliner Ensemble, bevor Ihre Karriere als Schauspieler, Regisseur und

Intendant begann. Hat es mit Ihrer Lebensgeschichte zu tun, daß Ihr Herz links schlägt

Man muß nicht aus der Arbeiterklasse kommen, um zu sehen, daß es Arme und Reiche gibt. Nimmt das überhand, muß man

sich darum kümmern, daß es nicht so bleibt. Wichtig ist, verständlich zu werden – so habe ich auch Theater inszeniert. Kennen

Sie das Buch von Nikolai Ostrowski »Wie der Stahl gehärtet wurde« Da heißt es sinngemäß: »Das Wertvollste, was der

Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur ein einziges Mal gegeben, und nutzen soll man es so, daß man sterbend sagen

kann: Meine ganze Kraft habe ich dem Kampf um die Befreiung der Menschheit gewidmet.«

Werden Sie bis zur Wahl weiter mit Obrigkeits- und Kapitalistenkritik anecken

Ich bin seit meiner Kindheit angeeckt. Das bringt Ärger. Eigentlich will man ja gern seine Ruhe haben –aber Ruhestand ist

auch gefährlich. Ich bin mit der Welt noch lange nicht fertig. Ich sehe viel Schlimmes: Kinderarbeit, Krieg, Menschen werden

gefoltert und umgebracht. Wenn man das laut ausspricht, sind diejenigen, die das machen, empört. Mitschuld daran, wenn

junge Männer im Krieg sterben, haben diejenigen, die Soldaten nach Afghanistan schicken. Und: Alle 30 Sekunden stirbt ein

Kind an Hunger oder Krankheit. Stellen Sie sich vor, die Kanzlerin hätte dafür ein Paket geschnürt von 500 Milliarden Euro.

Ein Bundespräsident sollte auf solche Gedanken kommen.

Ist Ihr Ziel der Kommunismus Ich habe zu DDR-Zeiten mit einem Freund aufgeschrieben: Kommunismus ist schön und

gut. Aber ohne Demut sollte man sich nicht auf diesen Weg begeben.

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