Jugendwagen Wixhausen - Spielmobil der Falken

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Jugendwagen Wixhausen - Spielmobil der Falken

Liebe Leserinnen und Leser, Das Spielmobil Jahr 2003 war in vielerlei Hinsicht sehr positiv verlaufen. Mit Frank Kief haben wir erstmals seit vielen Jahren wieder einen hauptamtlichen Spielmobilleiter auf halber Stelle eingestellt. Das neue Lager im Sensfelder Weg hat seine erste Saison hinter sich und in Wixhausen ist unser Spielmobil mit dem Jugendwagen um eine permanent anwesende, wenn auch provisorische Einrichtung reicher geworden. Mit Frank Kiefs Einstellung ist ein lang gehegter Wunsch des Spielmobilvereins Wirklichkeit geworden. Nach den Kürzungen im Jahre 1996 war der Spielmobilbetrieb nur auf Honorarbasis möglich. Damit immer auch einhergehend ein Stück Ungewissheit, ob das Spielmobilprogramm wie geplant funktioniert. Damit immer auch eine Strapazierung dessen, was Honorarmitarbeitern an Verantwortung und Engagement abverlangt werden kann. In der Spielmobilsaison wird Spielmobil zum full time job. Der Grund für den guten Verlauf der vergangenen Jahre, und die stellenweise ordentlichen Kontinuität des Spielmobilteams, lag an dem außergewöhnlichen Engagement einiger weniger Honorarmitarbeiter. Hierbei ist besonders Oliver Heuser zu erwähnen, der über die Honorarmitarbeit hinaus auch Verantwortung im Vorstand übernommen hat. An den Berichten kann man erkennen, dass das Spielmobil eine Einrichtung ist, die ein großes Maß an Engagement und pädagogischem Handwerkszeug abverlangt. Dies langfristig nur auf der unsicheren Basis der zeitlich begrenzten Aushilfstätigkeit zu organisieren ist unfair, gegenüber Mitarbeitern, aber auch gegenüber den Kindern. Die Professionalisierung des Spielmobilbetriebs wird die pädagogischen Möglichkeiten des Spielmobils stärken. Wir erhoffen uns für die nächste Saison, besser in der Lage zu sein, Wünsche der Kinder auch über die kurze Aufenthaltszeit auf dem jeweiligen Platz hinaus zu verfolgen und tatkräftig für deren Umsetzung zu sorgen. Zum Beispiel bei den Beteiligungsverfahren in Zusammenhang mit den Spielplatzumgestaltungen in Regie der Jugendpflege haben wir gemerkt, dass wir hier noch mehr leisten können. Die folgenden Berichte machen deutlich, dass Spielmobil nicht einfach eine Spaßeinrichtung ist. Das Spielmobilteam ist stets konfrontiert mit Konflikten, die aus dem sozialen Umfeld der Kinder entstehen und sie prägen. Oft geht es da um eine Ellenbogenmentalität der Stärkeren gegenüber den Schwächeren, verziert mit dem Klassen- und Nationalbewusstsein der Eltern. Das Spielmobilteam als Gruppe Verantwortlicher einer offenen Einrichtung für Kinder hat bei Konflikten keine wirklichen Repressionsmöglichkeiten der üblichen pädagogischen Einrichtungen. Es kann keine sechs für nicht gemachte Hausaufgaben vergeben oder wirksam jemanden bei Fehlverhalten nach Hause schicken. Die Spielmobil-Höchststrafe ist die vorzeitige Abreise. Darunter gibt es immer nur den persönlichen Einsatz des Spielmobilteams, mit Reden, Zuhören und möglichst guten Ideen, wie eine konfliktreiche Situation für alle einvernehmlich zu lösen ist. Die Spielmobilsaison 2003 ist ganz ohne vorzeitige Abreise ausgekommen. Das spricht für das Team. Darüber hinaus mögen Wiederholungen in den Berichten, wie „tolles Abschlussfest“ und „johlende Kinder verfolgen den Spielmobilbus am Abschlusstag“ den Leser langweilen. Uns Spielmobiler erfüllt dies mit größter Genugtuung. Bericht 2003 1 www.spielmobil-darmstadt.de


Die Spielmobileinsatzberichte wurden in der Mehrheit von Frank Kief unter Beteiligung des jeweiligen Spielmobilteams erstellt. Es handelt sich hierbei immer um Momentaufnahmen des jeweiligen Spielortes und der jeweilig Beteiligten. Dabei besteht natürlich stets die Gefahr einer verkürzten oder pauschalen Aussage. Die Berichte wurden im Auftrag des Vorstandes erstellt, um eine Meinung zu den verschiedenen Spielsituationen entwickeln zu können. Sie stellen immer den Eindruck des persönlich Erlebten dar und sind eine Grundlage für die Planungen des nächsten Jahres. So findet sich unter der Sparte Kritik nicht nur eine Kritik an dem ein oder anderen Spielplatz, sondern oft auch eine Kritik des eigenen Vorgehens. Unser Spielmobil hat im Sensfelder Weg ein neues Domizil eingerichtet. Die Garagen am Haardtring waren in den vergangenen Jahren aus allen Nähten geplatzt. Be- und Entladung waren stets mit akrobatischen Übungen und umständlichen Umräumaktionen behaftet. Hinzu kamen auch immer wieder Vandalismusschäden an Hänger und Bus. Das neue Lager bietet mehr Platz. und mehr Sicherheit vor Beschädigungen. Ein Raum kann als Werkstatt für Reparaturarbeiten genutzt werden.. Ausgestattet mit Toilette, Teeküche und kleiner Sitzecke kann das neue Domizil zu Besprechungen des Teams und des Vorstandes genutzt werden. An dieser Stelle eine Danksagung an die Firma Smit, auf deren Gelände das neue Lager angemietet wurde. Und natürlich ein dickes Lob an Klaus Bechtold, den Geschäftsführer des Spielmobils, der viel Zeit und Aufwand in die Gestaltung des neuen Lagers gesteckt hat. Im Jahr 2003 ist das Spielmobil auch Betreiber des Jugendwagens Wixhausen geworden. Auf Initiative des Spielmobils wurde mit dem Jugendwagen ein Provisorium für das auszubauende Jugendzentrum Bahnhof Wixhausen geschaffen, dessen Renovierung zu Zwecken jugendlicher Nutzung auf sich warten lässt. Mit der Initiative Jugendwagen stellt sich der Spielmobilverein hinter die Forderung, den Bahnhof möglichst bald den Jugendlichen von Wixhausen zu Verfügung zu stellen. Das Provisorium Jugendwagen wird von zwei Honorarmitarbeitern des Spielmobils geleitet. Der Spielmobilvorstand freut sich auf ein super Spielmobiljahr 2004 und wünscht den Lesern der Spielmobilberichte viel Vergnügen. Gruß Dave Buchner (stellv. Vorsitzender) Bericht 2003 2 www.spielmobil-darmstadt.de


Das Spielmobil hat viele Gesichter – Jeder Tag ein Spielmobiltag Die Welt im Spiel erkennen. Der Bericht des SPIELMOBILs ist für die Menschen die das SPIELMOBIL machen wichtig, um die Bedingungen und die Besonderheiten der einzelnen (Spiel-)Plätze, die sie besuchen und die Prozesse, die dort stattfinden, zu dokumentieren. Dementsprechend sind auch die hier abgedruckten Berichte strukturiert. Um den Spielmobilbetrieb und auch die Wochenberichte für die anderen Leserinnen und Leser dieses Berichtes nachvollziehbarer zu machen, hat sich der Vorstand des SPIELMOBILs entschlossen, erst einmal das zu beschreiben, was die Wochenberichte nicht berichten: den ganz „normalen“ Spielmobilalltag. Die SPIELMOBIL-Pädagogik hat für uns drei Grundsätze: Jedes Spiel, das Kinder sich ausdenken, ist zugleich „einfach spielen ohne Hintergedanke“ und zugleich arbeitet es für die Kinder die Welt auf in der sie leben. Sie lernen im Spiel die Welt zu erkennen, sich darin zu verhalten und sie erkennen auch ihre stärken und schwächen. Diesen Prozess wollen wir befördern. Nichts ist bloß das, was es ist. Die Dinge mit denen unser Spielmobil befüllt ist, sind zum einen ganz normale Spielsachen: Fahrzeuge, Gesellschaftsspiele, Sportgeräte usw. Daneben finden die Kinder jede Menge Kram, der sich nur mit einer gewissen Leistung (Fantasieleistung als auch Muskelleistung) in etwas Spielbares verwandeln läßt. Das diese Leistung, die Welt mit ihren Dingen in ihren Spielplatz zu verwandeln und so die Welt für sich zu gewinnen, sich lohnt, dass wollen wir den Kindern mit unserer Pädagogik vermitteln. Pädagogik ist, etwas geschehen lassen. Spielmobiler/innen haben kein Hausrecht und keinen Strafenkatalog. Sie kommen und gehen auf den Plätzen, die den Kindern „gehören“. Spielmobilpädagogik muss darauf bauen, dass positive und produktive Prozesse für alle Beteiligten entstehen. SPIELMOBIL muss Spaß und Sinn machen für alle, die daran beteiligt sind. Denn nur so können die Spielmobiler/innen auf den Plätzen bestehen. Nicht durch das Reglementieren, sondern dadurch, dass wir etwas Positives und Produktives geschehen lassen, kommen wir zum Ziel. Nach diesen Grundsätzen ist unser SPIELMOBIL und der Alltag am SPIELMOBIL gestaltet. Wenn wir am Montag auf dem Spielplatz ankommen, dann öffnen wir die Türen des SPIELMOBILs und stellen den Kindern etwas zur Verfügung. Die Kinder nehmen sich das womit sie etwas anfangen können und fangen an damit zu spielen. Damit ist die SPIELMOBIL-Woche erst mal eröffnet. Für die Spielmobiler gilt es dann zu beobachten, wie und was die Kinder spielen und gegebenenfalls Angebote zu machen, die diese Spiele der Kinder erweitern oder anreichern können. Wenn die Kinder sich zum Beispiel die Fahrzeuge schnappen und damit losdüsen, könnte der Spielmobiler oder die Spielmobilerin nach einiger Zeit Autoreifen, Bohlen, Kisten und so weiter aus dem Hänger räumen und schauen ob sich daraus etwas entwickelt. Wenn Kinder Rollenspiele spielen, könnten es die Verkleidungskiste, der Schminktisch und die großen Spiegel sein. Natürlich kommen die Kinder auch oft selbst auf Ideen, durch was ihr Spiel noch mehr werden könnte. Dann gilt es dabei Hilfe anzubieten und mit zu überlegen. Ziel ist es hierbei, dass sich komplexe Spielsituationen entwickeln, in die möglichst viele Kinder einbezogen sind. Bericht 2003 3 www.spielmobil-darmstadt.de


Wenn solche Spiele auf Spielplätzen erst einmal etabliert sind, passiert es uns oft, dass dieselben Spiele über Jahre gespielt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig gilt es neu dazugekommene zu integrieren und neue Angebote zu machen. Hierzu werden einfach Malständer, Kuschelecken, Zelte, Spielsachen, Werkzeug, Bastelkram, Sportsachen, Kisten, Seile, Bretter, Hydrant, Schläuche, Planen, Wasserbecken und so weiter aufgebaut und dann wartet man was passiert oder fängt einfach mal selber an etwas damit zu tun. Zwischendurch gilt es: immer mal wieder große Spielaktionen mit dem Fallschirm, der Rollenrutsche oder anderen Attraktionen des SPIELMOBILs einzuflechten, auf die die Kinder fast immer schon warten, viel mit den Kindern und Eltern zu reden, um zu erfahren, welche Probleme es auf dem Platz oder im Stadtteil gibt, oder um Spielprozesse und Engagement verstetigen zu können, ein Abschlussfest mit den Kinder vorzubereiten, das fast immer eine SPIELMOBIL-Woche krönt, das Wetter zu beachten, Streit zu schlichten und wenn möglich produktiv zu wenden, kleine Blessuren zu versorgen, auf Anwohner, Passanten und Andere zu reagieren und am Abend mit den Kindern ein Ende zu finden und gemeinsam alles einzuräumen und den Platz ordentlich wieder zu verlassen. All das gehört zum Alltag eines SPIELMOBILs, den man jedoch am besten nachvollziehen kann, wenn man mal einen Tag dabei war. Hierzu sind alle Herzlich eingeladen. Bericht 2003 4 www.spielmobil-darmstadt.de


Spielmobil auf Tour 2003 26.5.-30.5 Donnersbergring, Bessungen 2.6.-6.6. Pupinweg, FTZ, Postsiedlung 10.6.-13.6 Klausenburgerstraße, Heimstättensiedlung 16.6.-20.6. Asternweg, Blumenviertel Arheilgen 23.6.-27.6. Waldspielplatz S3, Eberstadt 30.6.-4.7. Wachtelweg, Arheilgen 7.7.-11.7. Büdingerstraße, Bürgerparkviertel 14.7.-17.7. Käthe-Kollwitz-Schule, Waldkolonie 21.7.-25.7. Akazienweg, Industrie 28.7.-1.8. Bürgermeister Pohl Haus, Wixhausen 4.8.-8.8. Hahne-Schorsch-Platz, Martinsviertel 11.8.-15.8. Waldspielplatz S3, Eberstadt 18.8.-21.8. Fritz-Ebert-Platz, Martinsviertel 25.8.-29.8. Traubenweg, Waldkolonie 1.9.-5.9. Grundstraße, Kranichstein 8.9.-12.9. In den Wingerten, Wixhausen 15.9.-19.9. Rodgaustraße, Arheilgen 21.9. ab 11.00 Marktplatz/ Weltkindertag, Innenstadt 22.9.-26.9. Parcusstraße, Johannesviertel 29.9.-2.10. Strohweg, Eberstadt 20.10.-24.10 Kirschenallee, Industrie Bericht 2003 5 www.spielmobil-darmstadt.de


Donnersbergring, Bessungen Datum: 26.05. – 30.05.2003 (DO Feiertag) Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 60 Altersstruktur: 0-4 Jahre 10% 4-14 Jahre 85% ü. 14 Jahre 5% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Der Auftakt der Spielmobil-Saison 2003 führte uns zum Spielplatz am Donnersbergring in Bessungen. Aufgrund seiner großzügigen Dimensionierung und guten Ausstattung bietet der Spielraum eine Vielzahl von Spielmöglichkeiten. Insbesondere im sportlich-motorischen Bereich: Bolzplatz mit Fußballtoren und Basketball-Korb, Tischtennis-Platte und ein riesiges Kletternetz in Diamant-Form, das dem Spielplatz seinen Namen gab. Gegenüber dem Vorjahr wurde zusätzlich eine Reifenschaukel installiert. Ergänzt wird das Angebot durch einen Holzpavillon, der als kommunikativer Treffpunkt für 10-12 Jugendliche dient. Räumlich getrennt und vom Hauptbereich aus nicht einsehbar, befindet sich der Kleinkind-Spielraum. Eingefriedet durch Bäume und Sträucher gibt es hier einen Sand- und Kiesspielbereich mit Rutsche sowie ein Dreh-Karussell. Das Programm Nach einem sehr verhaltenen Beginn am Montag nachmittag, bei dem sich die Kinder zunächst nur sehr vereinzelt dem Spielmobil näherten, kam der Betrieb immer mehr in Schwung und führte täglich ca. 60 Kinder und bis zu 30 Eltern auf den „Diamant“-Spielplatz. Die den Platz begrenzende Böschung machte einen einfachen Einsatz der Rollenrutsche möglich, die erst am sehr heißen Abschlusstag von der Wasserrutsche verdrängt wurde. Weitere Hauptattraktionen waren Kisten- Klettern sowie Mal- und Schminktisch, die jeweils an drei bis vier Tagen zum Einsatz kamen. Zum Sport der Woche entwickelte sich Feldhockey. Bis zu 25 Kinder fanden sich hierzu auf dem Bolzplatz ein, was die Spielmobil-Ausstattung mit Hockey- Schlägern deutlich überforderte. Die große Anzahl von Kindern und die zur Verfügung stehende Fläche sorgten dafür, dass das komplette Spielmobil-Inventar ausgiebig genutzt wurde. Der ansonsten kaum frequentierte „Diamant“ entwickelte sich mit Hilfe kreativer Kinderideen zum sozialen Spielraum: Durch Einbringen von Matratzen und Tüchern in die verschiedenen Ebenen des Kletter-Netzes wurde er zum Treffpunkt für bis zu 15 Kinder und Ausgangspunkt von Rollenspielen („Hier oben wohne ich!“) Da zum Thema Abschlusstag kaum Ideen oder Wünsche von Seiten der Kinder kamen, haben wir ein Picknick vorgeschlagen, zu dem jeder etwas zu Essen mitbringen sollte und wir für die Getränke sorgten. Die Mitbringsel der Kinder reduzierten sich allerdings auf drei Tüten Chips und eine Schale selbstgebackener Waffeln, die natürlich den kulinarischen Höhepunkt darstellten und dementsprechend heiß begehrt waren. Die unmittelbar bevorstehende Abreise des Spielmobils hielt die Kinder dann auch nicht lange auf ihren Sitzen. Für viele bestand das Abschluss-Picknick in einem großen Griff in die Chipstüte und dem Herunterstürzen von zwei bis drei Bechern Eistee. Danach stürmten sie zurück zu den wahren Attraktionen. Der Verlauf Die Stimmung unter den Kindern (und den Erwachsenen) war während der ganzen Woche durchweg positiv. Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen der Bericht 2003 6 www.spielmobil-darmstadt.de


Siegeswille beim Hockey-Spiel zu einigen verbalen Entgleisungen führte, war die Atmosphäre auf dem Platz entspannt und von Verständnis und Hilfsbereitschaft geprägt. Auch das sozial und kulturell gemischte Milieu der Kinder änderte daran nichts. Die meisten Angebote wurden nach einer kurzen Einweisung durch ein(e) SpielmobilerIn selbständig und ohne Probleme weitergeführt. Unterstützt wurde unser Team von einem jugendlichen Spielmobil-Anhänger, der täglich per Fahrrad aus Arheilgen angereist kam, und bereits seine Mitarbeit auf weiteren Stationen ankündigte. Da auch andere Kinder und Eltern Verantwortung übernahmen und betreuend agierten, gab es durchaus Situationen, in denen man sich als SpielmobilerIn etwas überflüssig vorkam. Unterstützung kam auch aus der benachbarten Schrebergarten-Anlage. Da der nächste Hydrant für unseren Schlauch zu weit entfernt war, wurden wir vom Nachbar-Garten aus mit Wasser versorgt, was uns am ca. 30 Grad heißen Abschlusstag den Betrieb der Wasserrutsche ermöglichte. Kritik Trotz des problemlosen Ablaufs der Woche, wurden einige Mängel bzgl. Anlage und Ausstattung des „Diamant“-Spielplatzes deutlich. Wie bereits erwähnt, verliert das Kletter-Netz ohne zusätzliche Materialien (Matratzen, Decken, Seile o.ä.) schnell an Reiz und wird von den Kindern kaum noch genutzt. Ähnliches gilt für die neu installierte Reifenschaukel. Diese ist zwar optisch ansprechend, hat jedoch einen enormen Raumbedarf und kann lediglich von ein bis zwei Kindern gleichzeitig genutzt werden. Sinnvoller wäre an dieser Stelle z.B. eine Vogelnest-Schaukel, in der bis zu 6 Kinder Platz fänden. Durch Erhöhung der vorhandenen Böschung und durch Anlage weiterer (eventuell bepflanzter) Erdwälle zwischen den einzelnen Spielbereichen, könnte diesen mehr Atmosphäre und Intimität und damit mehr Anreiz zum Spielen verliehen werden. Dies gilt vor allem für den als sozialen Treffpunkt gedachten Holz-Pavillon. Von allen Seiten einsehbar und damit ungeschützt, kann er seiner Bestimmung nur sehr bedingt gerecht werden. Während der Spielraum eine Vielzahl von motorisch-sportlichen Angeboten gibt, kommen kreative und soziale Spielmöglichkeiten definitiv zu kurz. Besonders auffällig wird dies anhand des Kleinkind-Spielbereichs. Die sehr schöne Einfriedung des Spielraums durch Schatten spendende Bäume und Sträucher kann nicht über seine karge Ausstattung (Kunststoffrutsche und Karussell) und wenig kindgerechte Gestaltung hinwegtäuschen. Der Verlauf unseres Abschlussfestes hat uns gezeigt, dass wir wohl mehr Zeit in die gemeinsame Planung mit den Kindern investieren sollten. Auch eine Abschlussrunde, in der jeder seine Meinung über den Verlauf der Woche äußern darf, wäre denkbar. Alles in allem kann man den Einstieg in die neue Spielmobil-Saison jedoch als gelungen bezeichnen! Bericht 2003 7 www.spielmobil-darmstadt.de


Pupinweg, FTZ/Telekom Datum: 02.06. – 06.06.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 20 Altersstruktur: 0-4 Jahre 20% 4-14 Jahre 80% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (m) Der Spielraum Der Spielplatz am Pupinweg weist eine nur sehr kleine Fläche auf. Folglich ist auch seine Ausstattung sehr beschränkt: Ein kleiner Bolzplatz mit Metalltoren, ein kleiner Sandspielbereich mit Steinskulptur, ein Hänge-Kletter-Netz, eine Wippe und ein Balancierbalken. Zwischen Bolzplatz und dem Rest des Spielraums befinden sich 2-3 Sitzbänke aus Holz. Der Platz wird auf zwei Seiten von mehrstöckigen Wohnblöcken flankiert und nach hinten hin von einem hohen Metallzaun begrenzt. Hinter dem Zaun befindet sich Polizeigelände. Dank einer großen, direkt angrenzenden Wiese und der großzügigen Bepflanzung des gesamten Bereichs besitzt der Spielplatz trotz seiner geringen Fläche eine durchaus ansprechende Atmosphäre. Traurig ist allerdings, dass die wohl am meisten Anreiz zum Spielen bietende Wiese mit einem Schild „Ball spielen verboten“ versehen ist. Dazu später mehr. Das Programm Bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad täglich stand natürlich das Element Wasser im Mittelpunkt der Woche. Erste Aktion bei Ankunft des Spielmobils war immer der Marsch zum Hydranten, um die Versorgung mit dem kostbaren Gut zu sichern. Anschließend wurde das Planschbecken aufgeblasen und befüllt. Da es rund um das Becken immer wieder Streitereien gab, versuchten wir das Problem der Wasserversorgung etwas zu dezentralisieren: In Tagesaktionen bauten wir eine Mehr-Personen-Dusche in Form einer Holz-Müllsack-Konstruktion und ein Riesen-Planschbecken mit Hilfe von Holzbänken und einer großen Plane. Dank der grünen Wiese, die einen angenehm weichen Untergrund bot, kam auch die Wasserrutsche fast täglich zum Einsatz. Auch für den Riesen-Erdball war die große Wiese eine ideale Spielfläche. Der Ball fand allerdings nur beim gemeinsamen Luft-Herauslassen wirklich Beachtung. Sehr beliebt, v.a. bei den Mädchen und den kleinen Kindern, war die Schminkkiste, die ebenfalls täglich zum Programm gehörte. Als Gruppenangebote gab es Fußball, Fallschirmspiele und als täglicher Abschluss nach dem gemeinsamen Abbau: Völkerball für alle. Höhepunkt der Woche war das lang ersehnte Luftkissen und die damit verbundene Cocktail-Party am Freitag. Mit viel Phantasie kreierten die Kinder ihre Pupinweg-Cocktails, die auch bei den Erwachsenen sehr gut ankamen: Kiba, Tropical (Erdbeersirup, Maracuja- und Ananassaft) und Peppermint Green (Waldmeistersirup, Orangen- und Grapefruitsaft). Um dem ganzen das richtige Flair zu verleihen, wurde jeder Cocktail mit Zuckerrand, Orangenscheibe und Strohhalm versehen. Weitere Tagesprogrammpunkte waren Jonglage und eine Brett-Fußball-WM. Der Verlauf Die Woche im Pupinweg war für alle Beteiligten sehr angenehm und verlief ohne größere Probleme. Obwohl jedoch täglich nur etwa 20 Kinder auf dem Spielplatz erschienen, war die Arbeit für die SpielmobilerInnen wesentlich anstrengender als in der Vorwoche (mit durchschnittl. 60 Kids). Dies lag daran, dass einige Kinder hier sehr dominant auftraten und vor allem um die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen bemüht waren. Besonders deutlich wurde dies beim täglichen Streit um das begehrte Wasser. Auch bei gelegentlichen Gruppenangeboten wie Fußball oder dem abschließenden Völkerball-Spiel ging es vor allem um den Spaß des einzelnen. Es entstand kaum ein wirkliches Gruppengefühl. Ausnahme hiervon bildeten die Fallschirm-Spiele, bei denen auch die Kleinen auf ihre Kosten kamen und nicht Bericht 2003 8 www.spielmobil-darmstadt.de


von den Großen „überrollt“ wurden. Ansonsten galt: Der Stärkere - und dies war meist gleichbedeutend mit der Größere – setzt sich durch. Glücklicherweise gingen die Streitereien nie über die verbale Ebene hinaus und waren nicht von Dauer. Zu den festen Besuchern des Spielmobils in dieser Woche zählte ein Kern von 6- 8 Eltern, die – wie üblich – unsere Tische und Bänke in Beschlag nahmen. Sie beklagten den Zustand des Spielplatzes, der immer mehr verwahrlost. Verantwortlich dafür ist ihrer Meinung nach eine kleine Gruppe von Bewohnern des benachbarten Hochhauses. Diese beklagten sich in regelmäßigen Abständen bei der betroffenen Wohnungsbaugesellschaft über den anfallenden Lärm durch spielende Kinder und verlangten die Schließung des Spielplatzes. Dabei schreckten sie wohl auch vor dümmlichen Nazi-Parolen nicht zurück. Scheinbar mit Erfolg. Nach dem Aufstellen des erwähnten Verbotsschildes auf der Wiese erwägt die Wohnungsbaugesellschaft angeblich inzwischen die Schließung des Bolzplatzes. Der Großteil der Pupinweg-Kinder scheint aus sozial schwachen Verhältnissen zu kommen. Auffällig waren sprachliche Defizite bei einigen der jüngeren Kinder. Der Umgangston einiger anwesender Eltern gegenüber ihren Kindern machte zum Teil deutlich, woher diese ihr Verhalten in der Gruppe übernommen haben! Beim Betrachten ihrer strahlenden Augen bei Ankunft des Spielmobils und dem Maß ihrer Freude über viele unserer Angebote, kann man ihnen jedoch unmöglich böse sein. Kritik Beim Einsatz des Erdballs wurde deutlich, dass dieser schnell seinen Reiz verliert, wenn man ihn nicht im Rahmen eines Spiels einsetzt. Über entsprechende Möglichkeiten sollte nachgedacht und Informationen eingeholt werden. Für den Spielmobil-Betrieb auf schwierigeren Plätzen stellt sich die Frage, ob man das Angebot ausschließlich nach den individuellen Wünschen der Kinder gestaltet, oder ob man hier verstärkt auf Gruppenangebote setzt? Eine ausführliche Kritik des Spielplatzes im Pupinweg würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Daher in Kürze: Er besitzt weder ausreichend motorische Spielmöglichkeiten, noch eine akzeptable Kreativ-Spielzone. Soziale Spielbereiche fehlen gänzlich. Der Sandspielbereich ist viel zu klein. Ein Problem, welches durch die überdimensionierte und vor allem deplazierte Steinskulptur noch verschärft wird. Ähnliches gilt für den Bolzplatz, der einzige Ort, an dem Ballspielen offiziell erlaubt ist. Bei einem 4 gegen 4-Fußballspiel standen wir uns bereits gegenseitig auf den Füßen herum. Auch der Sinn des Hänge-Kletter-Netzes ist eher fragwürdig. Es ist zu unbequem, um darin zu liegen und zu langweilig, um länger darin zu klettern. Das einzige Potential des Geländes liegt in der benachbarten Wiese, die den Kindern jedoch auch nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Sollte in absehbarer Zeit auch noch der Bolzplatz geschlossen werden, wäre die Bezeichnung Spielplatz an dieser Stelle eher unzutreffend. Solange sich jedoch Minderheiten bei den zuständigen Stellen beschweren und es so schaffen, ihre Interessen durchzusetzen, während die Mehrheit tatenlos zusieht, sieht es eher düster aus für die Interessen der Kinder. Die anwesenden Eltern machten zumindest nicht den Eindruck, als wollten sie sich für den Erhalt oder gar die Verbesserung des Spielplatzes engagieren. Vielleicht ein Ansatzpunkt für den Spielmobil-Einsatz im kommenden Jahr? Bericht 2003 9 www.spielmobil-darmstadt.de


Klausenburgerstraße, Heimstättensiedlung Datum: 10.06. – 13.06.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 60 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 4-14 Jahre 95% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w,m) Der Spielraum Der Spielplatz in der Klausenburgerstraße ist zwar relativ großzügig dimensioniert, besitzt jedoch eine nur unzureichende und zum Teil nicht mehr zeitgemäße Ausstattung: Eine Kletteranlage mit Holz- und Kunststoffelementen, eine Tischtennisplatte und einen von Rundholzpalisaden eingegrenzten Sandspielbereich. Herzstück des Platzes ist eine Spielanlage in Form eines Bootes. Ein Kletternetz dient als Aufgang zum „Oberdeck“, von welchem eine Rutsche hinunter in den Sandspielbereich führt. Der rechteckig angelegte und von einem Holzzaun eingegrenzte Spielplatz ist vollkommen von Bäumen und Sträuchern umgeben. Diese stehen zum Teil so dicht, dass sie dem Platz eine waldähnliche Atmosphäre verleihen und ihn von außen kaum einsehbar machen. Weitere große Bäume auf dem Gelände selbst verstärken diesen Effekt und versorgen den Platz mit viel Schatten. Das Programm Die wegen Pfingsten erst am Dienstag beginnende Woche bescherte uns erneut vier Tage Sonne mit Temperaturen bis zu 33 Grad. Folglich waren auch diesmal Wasserschlauch und Planschbecken nonstop im Einsatz. Nach einem Tag des freien Spiels, bei dem die Kinder den kompletten Fuhrpark des Spielmobils nutzten, wurde gemeinsam der Rest der Woche geplant. Ganz oben auf der Wunschliste der Kinder standen - wieder einmal – die Klassiker Rollenrutsche, Luftkissen, Kistenklettern und Wasserrutsche. Bis auf letzteren konnten wir alle Wünsche erfüllen. Die Wasserrutsche mussten wir leider nach einem nur kurzen Versuch wieder abbauen. Erstens war der Untergrund zu hart, zweitens trugen die Kinder mit ihren Füßen Sand auf die Plane, an dem sie sich beim anschließenden Rutschen die Beine aufschürften. Dank ausreichenden Alternativangeboten war die Trauer jedoch nicht allzu groß. Bei einem Fußballturnier mit vier Mannschaften setzten sich die „Kleinen 98er“ im Endspiel mit 1:0 gegen die „Elektrischen Pfeile“ durch. Während unsere kleineren Gäste mit Hilfe von Wasserschlauch, PE-Rohren und Schläuchen Kanal- und Seenlandschaften im Sandspielbereich entstehen ließen, bauten sich die Größeren täglich ihre „Action-Ecke“: Nach Hinunterlaufen der Rutsche wartete das Trampolin, von dem aus man den Sprung auf das weiche Matratzenlager ansetzte. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch das Brett-Fußball-Spiel und die Tischtennisplatte, an der sich die Kinder im Einzel, Doppel oder Rundlauf maßen. Am Abschlusstag wurde im Sandspielbereich ein großes Loch ausgehoben, mit einer Plane ausgelegt und anschließend mit Wasser befüllt. Das so konstruierte Schwimmbecken war die Antwort der älteren Kids auf das Mini-Planschbecken, das vor allem von den kleineren Kindern genutzt wurde. Bericht 2003 10 www.spielmobil-darmstadt.de


Krönender Abschluss der Woche war das von den Kindern gewünschte Grillfest, für das am Vortag gemeinsam Einladungen geschrieben und bemalt wurden. Auf diesen wurden Eltern und Kinder aufgefordert, Würstchen mitzubringen. Für den Rest, unter anderem einen Kinder-Früchte-Punsch , sorgte das Spielmobil-Team. Während des Festes tummelten sich an die 100 kleine und große Gäste auf dem Spielplatz. Der Verlauf Bis auf ein paar kleinere Blessuren, die sich bei knapp 60 gleichzeitig spielenden Kindern nur schwer vermeiden lassen, war dies eine Woche ohne nennenswerte Probleme. Die Stimmung war durchweg friedlich und kleinere Streitereien (v.a. um den begehrten Wasserschlauch) blieben die Ausnahme. Die Kinder legten ein gesundes Sozialverhalten an den Tag, was die Arbeit für die SpielmobilerInnen erheblich erleichterte. Ungewöhnlich an dieser Woche war, dass weder gemalt noch geschminkt wurde. Scheinbar befriedigen die Kinder der Heimstättensiedlung ihre kreativen Bedürfnisse anderswo. Stattdessen herrschte ein starker Drang nach Sport und Bewegung. Auffällig viele Mütter besuchten uns im Lauf der Woche auf dem Platz. Bei Gesprächen mit Ihnen stellte sich heraus, dass es sich um eine mehr oder weniger feste Gruppe handelte, die sich regelmäßig auf dem Spielplatz trifft und sich daher gut kennt. Offensichtlich machte sich auch das Verteilen der selbst kreierten Einladungen bezahlt. Das Abschlussfest am Freitag lockte nämlich auch einige Väter auf den Platz. Mit Hilfe von Salat-, Baguette- und Würstchenspenden war für das leibliche Wohl aller gesorgt. Einige Kinder mussten ihr Würstchen allerdings kalt verzehren, da sie sich trotz verlockender Gerüche der Faszination des Luftkissens nicht frühzeitig genug entziehen konnten. Kritik Wieder einmal erstaunlich war, wie das Element Wasser die Phantasie vor allem der kleineren Kinder anregt und sie zu kreativem Spiel animiert. So wird aus einem sonst eher langweiligen Sandspielbereich ein Ort der Faszination und der Ideen. Eine Wasserpumpe sollte daher zur Grundausstattung eines jeden Spielplatzes gehören. Während der gesamten Woche fielen uns immer wieder eine Unmenge von Glasscherben auf dem Spielplatzgelände auf. Die anwesenden Mütter hatten dafür folgende Erklärung: Vor Jahren kam es wegen Drogenproblemen zur Schließung des benachbarten Jugendzentrums. Seither suchen sich die Jugendlichen neue soziale Treffpunkte, wo sie ihren Unmut und ihre Frustration in Form von Randalen zum Ausdruck bringen. Die gelegentlich angebotenen Gruppenstunden bieten hier keine ausreichende Alternative. Ein klares Zeichen dafür, wohin eine derartige „Aus den Augen, aus dem Sinn“ -Politik führt. Die anwesenden Mütter, die in den letzten Jahren den langsamen Zerfall des Spielplatzes beobachten konnten, berichteten weiter, dass bei einer TÜV-Prüfung vor einiger Zeit der Zustand des gesamten Platzes als sehr bedenklich eingestuft wurde. Ein Schaukelpferd, das mehreren Kindern gleichzeitig als Spielgerät diente, wurde nach einem Unfall bereits abgebaut. Nach dem TÜV-Besuch habe man sich gemeinschaftlich an Herrn Knechtel gewandt, um auf die dringliche Situation aufmerksam zu machen. Inzwischen gibt es sogar eine schriftliche Zusage, dass es noch in diesem Sommer zu einer Neugestaltung des Spielplatzes kommen soll. Bei der Planung wurden jedoch weder die betroffenen Kinder, noch deren Eltern beteiligt. Das gleiche wird auch für die Umsetzung erwartet. Schade, denn die aktiven, aufgeweckten Kinder der Heimstättensiedlung und deren engagierte Eltern böten ideale Voraussetzungen für eine partizipative Planung und Gestaltung des neuen Spielraums. Vielleicht gibt es hierzu ja noch die Möglichkeit? Frau Luft (Tel. 89 48 90) hat sich als Ansprechpartnerin unter den Eltern angeboten. Bericht 2003 11 www.spielmobil-darmstadt.de


Asternweg, Arheilgen Datum: 16.06. – 20.06.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 30 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 4-14 Jahre 95% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w) Der Spielraum Der neu gestaltete Spielplatz am Asternweg liegt sich zwischen dem Arheilger Neubaugebiet und einer sehr hohen Böschung, hinter der sich die S-Bahngleise und die Schnellstraße Richtung Norden befinden. Seine erhöhte Lage und parkähnliche Gestaltung macht ihn nur für Fußgänger und Radfahrer über Schotterwege (Wassergebundene Wegedecken) erreichbar. Dies verleiht ihm eine ruhige und geschützte Atmosphäre. Die begrenzten räumliche Voraussetzungen sorgen dafür, dass der gesamte Spielplatz nur sehr schmal (ca. 5-10 m), dafür jedoch extrem lang (ca. 150 m) angelegt wurde. Dadurch wird er sehr unübersichtlich, wenn er von sehr vielen Kindern gleichzeitig genutzt wird. Die Ausstattung des Platzes ist hervorragend. Hier wurden scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut, um einen den neuesten Kenntnissen entsprechenden Spielraum zu konzipieren. Sein Herzstück ist eine komplexe Spielanlage mit mehreren Ebenen und Aufstiegsmöglichkeiten (Treppen, Kletternetz, Hängebrücke). Verschiedene Sandspielbereiche dienen als Kreativ-Spielzonen, während ein Dorf aus pyramidenförmigen Holzhütten zum sozialen Spiel anregt. Neben einer Standardrutsche gibt es eine 20 m - „Action- Rutsche“ mit mehreren Windungen. Sie führt vom Scheitelpunkt der Böschung bis ganz hinunter in den Sandbereich. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Wipp- und Schaukelgeräte. Das Programm Wieder eine heiße Woche! Und das auf einem Platz ohne ein Fleckchen Schatten. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch, und so funktionierten wir Tücher, Planen und Fallschirme kurzerhand zu Sonnensegeln um, indem wir sie zwischen die Pfosten der Spielanlage oder die Holzgerüste der frisch gepflanzten Bäume spannten. Unter den darunter entstandenen Schattenzonen ließ es sich aushalten. Darüber hinaus bauten sich die Kinder mit Hilfe von Hockeytoren und Matratzen ihre eigene Höhle, in der sie vor der Sonne geschützt waren. Wieder einmal im Dauereinsatz waren Wasserschlauch und Planschbecken. Bei unserer üblichen Kinderrunde am Montagnachmittag stand neben den Standardangeboten folgendes auf der Wunschliste: Schnitzeljagd, Schatzsuche, Wasserschlacht und ein Grillfest zum Abschluss. Wie immer bemüht, alle Kinderwünsche zu erfüllen, überlegte sich das Spielmobil-Team für Dienstag eine Kombination von Spielen. Zunächst organisierte eine Gruppe älterer Kinder für die jüngeren eine Schnitzeljagd über das gesamte Spielplatzgelände. Dabei mussten unterschiedliche Aufgaben erfüllt werden (Bsp.: Alle teilnehmenden Kinder mussten sich zunächst als Räuber schminken lassen). Am Ende der Jagd stand eine Schatzsuche. Der im Sand vergrabene Schatz beinhaltete neben Bericht 2003 12 www.spielmobil-darmstadt.de


Gummibärchen eine Unmenge von Wasserballons. Was die Kinder anschließend mit ihrem Fund anstellten, bedarf wohl keiner genaueren Beschreibung. Am Mittwoch wurde das Spielmobil zum ersten Mal in dieser Saison vom Regen überrascht. Es gelang gerade noch, die wichtigsten Dinge in Sicherheit, d.h. in den Hänger, zu bringen. Dieser wurde kurzerhand zum (Vor-)Lesezimmer umfunktioniert. Da es jedoch bereits 17.30 Uhr war, war der Schauer nicht allzu tragisch. Nach dem Feiertag am Donnerstag gab es dann zum abschließenden Grillfest am Freitag noch das Highlight „Luftkissen“. Bei nur etwa 30 anwesenden Kindern diesmal erstaunlich stressfrei. Dauerbrenner der Woche war wieder einmal die Schminkkiste. Für viele Kinder neu und daher äußerst attraktiv waren die Rädchen, die sich ebenfalls im Dauereinsatz befanden. Der Verlauf Die nur geringe Beteiligung bei unserem ersten Einsatz auf dem Spielplatz am Asternweg machte es dem Spielmobil-Team einfach, sich intensiv um die Wünsche der Kinder zu kümmern. So verlief auch diese Woche sehr zufrieden stellend und friedlich. Das hohe Niveau des Spielraums und eines Teils der anliegenden Wohnhäuser ließ uns zunächst auf eine eher wohlhabende Anwohnerschaft schließen. Diese Vermutung bestätigte sich jedoch nicht. Auffällig viele Nationalitäten und Hautfarben trafen hier aufeinander und das Milieu scheint sehr gemischt. Trotz der eher geringen Beteiligung tauchten täglich neue Gesichter auf, was auf ein erheblich höheres Potential an Kindern rund um den Asternweg schließen lässt. Während die Elternbeteiligung in den ersten Tagen ständig zunahm, setzte sich diese Entwicklung nach dem Feiertag am Donnerstag leider nicht fort. Einige hatten das verlängerte Wochenende offensichtlich für einen Kurzurlaub genutzt. Die wenigen an unserem Grillfest teilnehmenden Eltern unterstützten uns jedoch mit Würstchenspenden, Maiskolben und Fladenbrot und halfen uns fleißig beim Abbau. Wenig Positives gibt es über die Zusammenarbeit mit dem Hausmeister der benachbarten Wohnanlage zu berichten. Auf unsere Anfrage nach Strom für das Luftkissen reagierte er unverständlich gereizt: „Von uns kriegt Ihr nichts!“ Wesentlich freundlicher begegnete uns eine Familie aus der Nachbarschaft, die uns gern ihre Steckdose zur Verfügung stellte und auch unsere Einladung zum Grillfest annahm. Kritik Trotz der hervorragenden Ausstattung und der modernen, kindgerechten Gestaltung des Spielplatzes am Asternweg, gibt es auch einige Mängel, die hier kurz genannt werden sollen: Die erst vor kurzem gepflanzten Bäume werden frühestens in ein paar Jahren Schatten spenden. Bis dahin ist an ein entspanntes Spielen bei starkem Sonnenschein nicht zu denken, da es keinerlei Schattenzonen gibt, in die man sich zurückziehen könnte. Besonders drastisch wird dieses Problem bei der Action-Rutsche. Diese wird von der Sonne dermaßen aufgeheizt, dass ihre Benutzung kaum möglich ist. Hier sollte darüber nachgedacht werden, zumindest in der Anfangszeit mit Sonnensegeln zu arbeiten. Ein weiteres Manko des Platzes ist, dass er über keine größere zusammenhängende Spielfläche verfügt. Damit sind Ball- und andere Mannschaftsspiele mit vielen Kindern gleichzeitig kaum realisierbar. Bei der Durchführung unserer Schatzsuche mussten wir feststellen, dass diese sehr chaotisch verläuft. Einige Kinder setzten sich von der Gruppe ab, um nach dem nächsten Hinweis zu suchen, während die Hauptgruppe noch mit dem Lösen der vorangehenden Aufgabe beschäftigt war. Hier müssen in Zukunft klare Spielregeln gelten. Die Aufgaben sollten so gestellt werden, dass sie nur von der Gesamtgruppe gemeinsam gelöst werden können. Bericht 2003 13 www.spielmobil-darmstadt.de


Waldspielplatz S3, Eberstadt Datum: 23.06. – 27.06.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 70 Altersstruktur: 0-4 Jahre 2% 4-14 Jahre 98% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Das Gelände des Waldspielplatzes in Eberstadt ist sehr weitläufig und völlig von Wald umgeben. Die parkähnliche Anlage besteht aus mehreren Bereiche, die durch eine dicht gewachsene Begrünung voneinander getrennt, sowie durch Schotterwege miteinander verbunden sind. Neben einem großen Asche-Bolzplatz mit Metalltoren und Ballfanggitter gibt es einen großräumigen Sandspielbereich mit versch. Schaukel-, Kletter- und sonstigen Spielgeräten. Im Zentrum der Anlage befindet sich ein ca. 15 qm großer asphaltierter Platz, eingefriedet von bepflanzten Böschungen sowie Bäumen und Sträuchern. Die Böschungen werden von einer kleinen Mauer abgefangen, die als Sitzmöglichkeit v.a. von Eltern genutzt wird. Außerhalb dieser zwei Hauptbereiche gibt es eine weitere ca. 3-4 m hohe begrünte Böschung und einen von hohen Bäumen umgebenden Schotterplatz, den wir als Standort für das Spielmobil wählten. Das Programm Los ging es, wie immer, mit einem Tag Standardprogramm, an dem sich die Kinder begierig auf Rädchen, Schminkkiste & Co. stürzten. Die hohe Grasböschung und der nahe liegende Hydrant ermöglichten einen einfachen Einsatz der Wasserrutsche, die an den kommenden heißen Tagen von den Kindern selbständig betrieben wurde. Das gleiche gilt für die Rollenrutsche, die von Mittwoch bis Freitag täglich in Betrieb war. Bei der gemeinsamen Besprechung am Montagnachmittag wurden u.a. ein Fußballturnier, ein Grillfest und der gemeinsame Bau von Pfeil und Bogen gewünscht. Der Dienstag stand ganz im Zeichen des SÜD3-Cups 2003. Vier Mannschaften à 5-6 SpielerInnen maßen sich bei dem spannenden Fußballturnier. Als Sieger ging letztendlich das Team von ‚Manchester United’ hervor, das die Mannschaften von ‚Deutschland’, ‚Brasilien’ und ‚A.M. Schiller-Team’ auf die Plätze verwies. Beim nächsten Einsatz auf dem Waldspielplatz im August soll es zu einer Neuauflage des Turniers kommen. Dann soll es auch echte Pokale zu gewinnen geben. Die weniger sportlich interessierten Kinder vergnügten sich neben dem Spielmobil, wo täglich eine Mal- und Bastelecke eingerichtet und sehr intensiv genutzt wurde. Nach gemeinsamen Überlegungen und den Erfahrungen der ersten beiden Tage entschied sich das Spielmobil-Team aus Gründen des Risikos gegen die Idee von Pfeil und Bogen. Als Alternative diente eine im alten Spielmobil-Lager gefundene Gitarre aus Holz, Nylonschnur und einer Konservendose. Nach der zunächst eher verhaltenen Resonanz, fanden die Kinder immer mehr Geschmack an unserer Idee und bauten in den folgenden Tagen zahlreiche Modelle. Andere bevorzugten den Bau eines Bumerangs oder begnügten sich damit, einfach drauf los zu sägen und nageln. Großes Engagement zeigten die Kinder beim Abschlussfest am Freitag. Während die einen eifrig Holz für das Grillfeuer sammelten, kümmerten sich die anderen um den Stockbrot-Hefeteig, der vor Ort frisch zubereitet wurde. Außerdem gab es Folienkartoffeln und den fast schon zum Klassiker gewordenen Kinderpunsch aus Säften und Mineralwasser. Der Verlauf Nirgendwo wurde das Spielmobil-Inventar bisher so intensiv genutzt wie in Eberstadt-Süd. Sowohl der Bus als auch der Anhänger wurden täglich komplett ausgeräumt und genutzt. Wer eines der begehrten Rädchen ergattern wollte, musste frühzeitig erscheinen, da die Gefährte nie länger als einen Augenblick Bericht 2003 14 www.spielmobil-darmstadt.de


ungenutzt blieben. Auch die Mal-, Bastel- und Holzwerkstatt fand großen Zuspruch und war stets voll ausgelastet. Ein Großteil der teilnehmenden Kinder zeigte große Defizite hinsichtlich Sozialverhalten, Sprachentwicklung, Konzentrationsfähigkeit und Geduld bei den durchgeführten Angeboten. Sie reagierten sehr schnell gereizt bis aggressiv, wenn es nicht genau nach ihren Vorstellungen lief. Viele neigen dazu, sehr schnell die Schwelle von verbaler zu körperlicher Aggression zu überschreiten. Vom Spielmobil-Team vorgegebene Regeln (Bsp.: Nutzen der Wasserrutsche) wurden kaum bzw. nur kurzzeitig befolgt. Die Grenzen, wie weit man gegenüber den SpielmobilerInnen gehen kann, wurden sehr früh ausgetestet. Bereits am ersten Tag versuchte eine Gruppe von Kids, das Team am Einladen und Wegfahren zu hindern, um so unseren Aufenthalt zu verlängern. Dieses „Spiel“ fand am Freitag seinen Höhepunkt, als kaum ein Kind bereit war, uns beim Abbau zu helfen. Stattdessen wurde der Hänger zum Kletterfelsen umfunktioniert und auch bei unserer Abfahrt nicht verlassen. In Anbetracht dieser Stimmung sahen wir uns gezwungen, das ursprünglich geplante Abschlusskonzert mit den selbst gebauten Gitarren abzusagen. Nur sehr selten waren Dinge wie Gruppengefühl, Zusammenarbeit oder gegenseitige Unterstützung zu beobachten. Die Kinder aus Eberstadt-Süd scheinen eine Gemeinschaft von „EinzelkämpferInnen“ zu sein. Trotz der hier beschriebenen schwierigen Ausgangslage verlief die Woche durchaus zufrieden stellend und ohne größere Schwierigkeiten. Uns gelang es, durch Eingehen auf die Wünsche der Kinder deren Vertrauen zu gewinnen. Unser Entgegenkommen wurde an zwei bis drei Tagen belohnt, an denen uns die Kinder fleißig beim Abbau halfen. Wenig Engagement kam von Seiten der Eltern. Nur wenige fanden den Weg zum Waldspielplatz. Wenn doch, dann schienen sie das Spielmobilangebot weniger als Chance, denn als Entlastung von ihrem Erziehungsauftrag zu sehen. Regelmäßig zu Besuch kamen die Kinder des benachbarten Horts sowie des Mädchencafés samt ihren BetreuerInnen. Letztere sorgten zumindest zeitweise für eine Entlastung des Spielmobil-Teams. Kritik Die großzügige Dimensionierung des Waldspielplatzes schafft Raum für umfangreiche Spielmöglichkeiten v.a. in motorischer und sportlicher Hinsicht. Die große Distanz zu den nächstliegenden Wohneinheiten erlaubt eine - im Verhältnis zu anderen Spielplätzen – hohe Lärmausübung. Auch im Hochsommer verliert der Platz durch den umliegenden Wald und die üppige, Schatten spendende Begrünung nicht an Attraktivität. Die im Sandspielbereich aufgestellten Spielgeräte sind sehr veraltet und benötigen dringend eine Anpassung an den heutigen Kenntnisstand. Im Verhältnis zu seiner Fläche ist die Ausstattung des Platzes eher karg. Durch Aufstellen weiterer Geräte (z.B. TT-Platte, Basketball-Korb) könnte das Raumpotential wesentlich besser genutzt werden. Die schwierigste Aufgabe für das Spielmobil-Team bestand wohl darin, die oben angesprochenen Grenzen deutlich zu ziehen, ohne dabei die Offenheit gegenüber den Bedürfnissen der Kinder zu verlieren. Nur so war es möglich, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Gleichzeitig muss man sich auf Plätzen wie in Eberstadt-Süd damit abfinden, dass Spielregeln nicht so einfach vermittelbar sind wie auf anderen Plätzen. Beulen und blutige Nasen gehören auf dem Waldspielplatz zum Alltag und werden dementsprechend schnell verarbeitet. Wichtig ist bei einem derartigen Andrang von Kindern, das Spielangebot möglichst zu entzerren. Je mehr Kinder sich in ein und demselben Raum bewegen, desto häufiger kommt es zu emotionalen Überreaktionen und folglich zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen. Fraglich ist auch hier, ob es durch gezielte Angebote innerhalb einer Woche möglich ist, positiven Einfluss auf das defizitäre Sozialverhalten der Kinder zu nehmen? Dauerhafte Angebote im Stadtteil können damit allenfalls ergänzt, nicht jedoch ersetzt werden. Bericht 2003 15 www.spielmobil-darmstadt.de


Wachtelweg, Arheilgen Datum: 30.06. – 04.07.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 30 Altersstruktur: 0-4 Jahre 15% 4-14 Jahre 85% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 2 Honorarkräfte (w) Der Spielraum Der Spielplatz am Wachtelweg ist relativ klein, dafür jedoch sehr schön gestaltet. Die zur Straße liegende Seite des Platzes wird dominiert von einem sehr hohen begrünten Hügel, der dem gesamten Spielraum eine sehr lebendige Atmosphäre verleiht. Der Hügel und die großzügige Bepflanzung sorgen für viel Schatten und machen den Platz auch an heißen Tagen bespielbar. Das Herzstück der Ausstattung ist ein zwei bis drei Meter hoher Holzturm, der sich auf der Kuppe des Hügels befindet. Von diesem Turm führt eine lange Rutsche hinunter bis auf Erdniveau. Ein Schotterweg führt am Hügel vorbei diagonal über den gesamten Spielplatz und trennt den Hügelbereich vom Sandspielbereich. Letzterer ist schön angelegt und mit zum Teil neuen Spielgeräten (Spielhütte, Schaufelbagger, Karussell) ausgestattet. Eine Tischtennisplatte ergänzt das Angebot. Das Programm Nach zwei sehr ruhigen Stunden am Montagnachmittag kam gegen 16 Uhr langsam Bewegung ins Geschehen. Die anfängliche Ruhe ermöglichte Einzelgespräche mit einigen Kindern, die beim normalen Spielmobil-Betrieb kaum möglich sind. Nach einem Tag des freien Spiels standen am Dienstag versch. Ballspiele im Mittelpunkt des Programms. Dabei wurde die vorhandene Tischtennisplatte intensiv genutzt. Daneben wurden Fußball und Federball gespielt. Eine der anwesenden Mütter griff zur Schminkkiste; ein Angebot, welches v.a. die Mädchen stark in Anspruch nahmen. Eine Rallye mit verschiedenen Stationen war der Höhepunkt am Mittwoch. Zunächst musste mit den Rädchen ein Hindernis-Parcours bewältigt werden. Anschließend gab es einen „Holzklotz-Staffellauf“ und zum Abschluss stand Trampolin-Springen auf dem Programm. Als Belohnung lockten Gummibärchen und Wasserballons. Donnerstag war Basteltag. Während die einen mit Pappmaché arbeiteten und ihre Kreationen anschließend bunt bemalten, widmeten sich die anderen dem Knüpfen von Freundschaftsbändchen. Eine Technik, die sie beim Spielmobil- Einsatz im letzten Jahr gelernt hatten. Als Höhepunkt zum Abschlusstag wurde das Luftkissen aufgeblasen. Diese Nachricht muss sich wohl herumgesprochen haben, da der Ansturm von Kindern heute besonders groß war. Dazu gab es Saft, Kuchen (zum Teil selbstgebacken) und ausgelassene Partystimmung. Bericht 2003 16 www.spielmobil-darmstadt.de


Der Verlauf Trotz des sehr wechselhaften Wetters konnte das Spielmobil an allen Tagen den Platz im Wachtelweg anfahren und mit Ausnahme einiger Regenpausen ein buntes Programm bieten. Wieder einmal trafen sich viele versch. Nationalitäten auf dem Spielplatz, aus denen sich zwei Gruppen bildeten. Eine Gruppe von Marokkaner-Kindern fiel dabei durch ihr gut entwickeltes Sozialverhalten auf. In der zweiten Gruppe (gemischte Nationen) gab es häufig Unstimmigkeiten und Streitereien. Daran scheiterte auch ein geplantes Fußballturnier. Die Stimmung war trotzdem während der gesamten Woche sehr ausgelassen und die Streitigkeiten konnten meist schnell untereinander geklärt werden. Freundliche Unterstützung kam von Seiten der anwesenden Eltern, die uns täglich beim Abbau und teilweise auch bei der Programmgestaltung (z.B. Schminken) halfen. Kritik Das geringe Raumangebot auf dem Platz erlaubt kaum großflächige Ball- oder sonstige Mannschaftsspiele. Das sportliche Angebot ist mit einer Tischtennisplatte folglich auch sehr gering. Bericht 2003 17 www.spielmobil-darmstadt.de


Büdingerstraße, Bürgerparkviertel Datum: 07.07. – 11.07.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 40 Altersstruktur: 0-4 Jahre 15% 4-14 Jahre 75% ü. 14 Jahre 10% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (w) Der Spielraum Standort des Spielmobils in der Büdingerstraße war das Gelände des ehemaligen Schlachthofs. Hier befindet sich heute ein gepflasterter Platz, umgeben von neuen, modernen, 5stöckigen Wohnanlagen. Der Platz wird an seinen vier Seiten begrenzt durch die Büdingerstraße, diverse Ladenlokale, einen künstlichen Teich und einen kleinen Grünstreifen. Auf letzterem befindet sich eine Spielanlage aus Holz mit 2 Türmen, einer Hängebrücke und einer Rutsche. Unmittelbar dahinter befindet sich ein Teil des riesigen Wohnkomplexes. Hinter dem gegenüberliegenden Teil der Wohnanlage - und vom zentralen Platz aus nicht einsehbar - befindet sich ein weiteres Spielgerät. Hierbei handelt es sich um eine hochwertige, multifunktionale Spielanlage aus naturbelassenem Robinienholz mit zahlreichen Spring-, Kletter- und Balanciermöglichkeiten. Diese Anlage ist an drei Seiten von hohen Wohngebäuden umgeben. Das Programm Wie montags üblich durften die Kinder auch dieses Mal munter drauf los spielen, ehe in gemeinsamer Runde das Wochenprogramm besprochen wurde. Zum ersten Mal (erstaunlicherweise) wurde von den Kindern der Wunsch nach Musik geäußert. Mit Hilfe unserer Anlage und dem sehr freundlichen Besitzer des benachbarten Eiscafés, der uns den Strom zur Verfügung stellte, hörten wir an den Folgetagen die Pop-Rap-Hits der Büdingerstraße-Kids. Einige Kinder wünschten sich einen Bastel-Tag mit Pappmaschee, aus denen letztendlich zwei Tage wurden und in denen bunte Lampenschirme und andere Kreationen entstanden. Mit Hilfe der Hockey-Tore wurde der sonst eher spielunfreundliche Platz täglich zur Fußball-Arena umgestaltet und wurde zum Schauplatz von zahlreichen Matches auf zum Teil erstaunlich hohem Niveau! Zum ersten Mal zählte auch eine Gruppe von Jugendlichen zu den Besuchern des Spielmobils. Sie richteten sich den Bus als Matratzenlager ein und schufen sich so ihre Kommunikationszone, wo sie sich geschützt und ungestört mit ihren Themen (z.B. Automagazine) beschäftigen konnten. Das Spielfest am Freitag stand ganz im Zeichen des Themas „Sinnliche Wahrnehmung“. An vier verschiedenen Spielstationen konnten die Kinder ihre Sinne testen: Beim ersten Spiel mussten die Kinder mit verbundenen Augen und mit Hilfe ihres Spielpartners, der/die einen mit seiner/ihrer Stimme dirigierte, einen Parcours ablaufen, ohne die den Weg begrenzenden Seile zu berühren. Anschließend ging es weiter zum „Sinnespfad“. Barfuss und mit verbundenen Augen galt es durch insgesamt 5 Kisten zu gehen und zu erraten, mit welchem Material (Korken, grobe Sägespäne, Wasser, Schotter, Stofftücher) diese befüllt waren. Bericht 2003 18 www.spielmobil-darmstadt.de


Bei der dritten Station ging es um den Geruch- und den Geschmacksinn. 5 verschiedene Säfte (Orangen-, Apfel-, Ananas-, Grapefruit- und Maracujasaft) gab es zu testen und die Trefferquote lag zwischen 1 und 4. Als letztes war der Tastsinn gefragt. In einem Koffer befanden sich 5 Gegenstände, die durch ertasten mit der Hand erraten werden mussten. Hier schnitten die Kinder erstaunlich gut ab. Bei jeder der vier Stationen gab es ein farbiges Wollbändchen zu gewinnen. Die Bändchen konnten zum Schluss gegen Wasserballons eingetauscht werden. So war bei Temperaturen von gut 30 Grad für ausreichend Abkühlung gesorgt. Der Verlauf Nach einem eher ruhigen Start am Montag (ca. 30 Kinder) fanden an den Folgetagen immer mehr Besucher den Weg zum Spielmobil. Angesichts unseres Standorts inmitten von 5stöckigen Wohnanlagen nicht verwunderlich, da es wohl kaum möglich war, unsere Anwesenheit zu übersehen (und -hören). Überdurchschnittlich hoch war die Beteiligung der Eltern, die, - viele mit Kleinkindern -, das Spielmobil-Angebot als willkommene Abwechslung ansahen. Ebenso ging es dem benachbarten Kinderhort, der täglich an unserem Programm teilnahm. Der Platz an der Büdingerstraße ist Treffpunkt vieler verschiedener Nationalitäten und Kulturen, das soziale Milieu insgesamt scheint sehr gemischt. Ein Teil der Kinder verlangt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, andere pflegen einen zum Teil sehr rauen Umgangston. Auch Schwächen in Bezug auf Sprache und Konzentrationsfähigkeit waren zu erkennen. Trotz vieler kleiner Streitereien hatte all dies keinen Einfluss auf die insgesamt sehr positive Grundstimmung unter den Kindern, die bis zum letzten Tag anhielt. Die AnwohnerInnen begegneten uns überaus freundlich. Mehrfach gab es Lob für die Idee des Spielmobils und unser Engagement. Viele fragten nach unserer Postkarte mit dem Spielmobil-Fahrplan, um uns auf einer unserer nächsten Stationen besuchen zu können. Der sehr nette Besitzer des Eiscafés versorgte uns täglich mit Wasser und Strom. Eine andere Anwohnerin schenkte uns gar zwei voll intakte Trampoline, die sie ausrangiert hatte. Andere, eher schüchterne Menschen, zeigten ihre Dankbarkeit mit einem freundlichen Lächeln oder durch tatkräftige Unterstützung beim täglichen Abbau. Scheinbar gab es auch vereinzelte Beschwerden, weil der Platz zum Fußball spielen genutzt wurde und wegen der Lautstärke der Musik. Da die Beschwerden jedoch nicht an das Spielmobil-Team direkt gerichtet wurden, sondern nur über Umwege zu uns gelangten, war kein Dialog mit unseren Kritikern möglich. Ansonsten herrschte hier die herzlichste Atmosphäre der bisherigen Spielmobil- Saison! Kritik Auf dem vom Spielmobil genutzten, gepflasterten Platz gibt es keinerlei feste Spielangebote für Kinder. Die oben beschriebenen, benachbarten Spielanlagen haben den Nachteil, dass sie in unmittelbarer Nähe der Wohngebäude liegen. Damit wirken sie eher fremd und deplaziert. Hier kann kaum eine gemütliche Spielatmosphäre entstehen, da es von potentiellen Beobachtern nur so wimmelt. Es gibt keinerlei Schutz und Intimität für die Kinder. Die hier aufgestellten Geräte haben lediglich Alibi-Charakter. Ebenso betroffen sind die Jugendlichen. Ihnen fehlen Treff- und Rückzugspunkte, an denen ein ungestörtes und unbeobachtetes Zusammensein möglich ist. Der Spielmobil-Bus bot dafür - zumindest für kurze Zeit - die Möglichkeit. Bericht 2003 19 www.spielmobil-darmstadt.de


Käthe-Kollwitz-Schule, Waldkolonie Datum: 14.07. – 17.07.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 40 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 5-14 Jahre 85% ü. 14 Jahre 10% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Das Außengelände der sich momentan im Ausbau befindenden Käthe-Kollwitz- Schule ist größtenteils asphaltiert. Mehrere Grünstreifen trennen die einzelnen Asphaltbereiche und lockern das Gelände etwas auf. Ebenso eine Gruppe hoher Bäume, die einer kleinen Fläche ein Stück Waldcharakter verleiht. Auf ihr befinden sich zwei fest installierte Massivholz-Sitzgruppen. Eine kleine Mauer, die ebenfalls als Sitzmöglichkeit dient, grenzt diese Fläche vom Asphaltbereich ab. Das feste Spielangebot auf diesem Teil des Schulgeländes beschränkt sich auf eine Tischtennisplatte und einen Basketballkorb. Hinter der Turnhalle, und vom Hauptgelände aus nicht einsehbar, befindet sich ein großer Asche-Fußballplatz mit Holztoren. Die Einfahrt auf den Schulhof wird von mehreren großen Findlingen flankiert, die im Abstand von 1-2 Metern als Sitz- oder Springmöglichkeit für die Kinder dienen. Auf der anderen Seite der Zufahrt, hinter einem Bauzaun, liegt eine kürzlich abmontierte Holz-Spielanlage. Ob diese im Rahmen der Umbauarbeiten wieder montiert werden soll, entzieht sich unserer Kenntnis. Hinter dem Schulgelände, ca. 200 m vom Schulhof entfernt, befindet sich ein relativ großflächiger Spielplatz, dessen Gestaltung und Ausstattung jedoch völlig veraltet sind. Das Programm Die Dauerbrenner der Woche waren eindeutig das Brettfußball-Spiel und die Schminkkiste. Beide befanden sich im Dauereinsatz und zogen fast alle Kinder in ihren Bann. Aufgrund immer größer werdender Teilnehmer-Listen nahmen die Brettfußball-Turniere mehrere Stunden in Anspruch, bei denen es nach dem K.O.- System heiß her ging. Unter den Siegern fanden sich auch immer wieder exotische Teams, wie Liechtenstein, Polen oder Gummibärien. Sehr kreativ zeigten sich die Kinder auch beim Nutzen der Rollenrutsche. Während eine Kiste als Rutschgefährt genutzt wurde, diente die andere als Dach und Sonnenschutz. Das Ende der Rutschstrecke lag im Sandbereich der Weitsprunganlage, sodass einige Kinder ihre Fahrt mit einer gewagten Stunt- Einlage beendeten. Die sportbegeisterten Kinder der Kollwitz-Schule nutzten in bisher nicht gekanntem Ausmaß die Hockey-Ausstattung (Tore und Schläger) des Spielmobils. Als wir am letzten Tag die Schmink- durch die Bastelkiste ersetzten, gab es zwar zunächst beschwerden, anschließend jedoch einen enormen Andrang und zahlreiche interessante Bastelkreationen. Am Donnerstag gab es neben eisgekühltem Kinderpunsch und Knabberzeug ein großes Sportfest, bei dem sich die Kinder auf mehreren Teilnehmerlisten für Hockey, Fußball oder Basketball eintragen konnten. Hockey fand dabei so großen Zuspruch, dass sich daraus ein ganzes Turnier entwickelte. Bei Beginn des Fußball-Spiels gab es jedoch so viele „Überläufer“, dass das Turnier abgebrochen werden musste. Der Verlauf Selten sind uns bei den bisherigen Einsätzen die Kinder mit so viel Begeisterung begegnet wie hier. Diese Begeisterung fand ihren Höhepunkt in „Spielmobil“- Sprechchören bei unserer Ankunft am dritten Einsatztag. Einige Kinder waren jedoch auch etwas übermotiviert und wohl der Meinung, das Spielmobil-Angebot diente vor allem ihnen. Dies führte häufig zu Streitereien und der Bitte an das Spielmobil-Team, einzugreifen. Nur selten kam es jedoch zu ernsteren Auseinandersetzungen. Bericht 2003 20 www.spielmobil-darmstadt.de


Besonders die sportlichen (Hockey, Fuß- und Basketball) sowie die kreativen Angebote (Schminken, Malen, Basteln) fanden enormen Zuspruch und wurden von den Kindern regelrecht aufgesaugt. Nur sehr wenige Eltern fanden in den ersten Tagen den Weg zum Spielmobil. Sie sahen unser Programm eher als kurzzeitige Entlastung von ihrem Erziehungsauftrag, weniger als Anregung oder Möglichkeit, sich zu beteiligen. Dies änderte sich erst am Abschlusstag, als einige Eltern, darunter ein türkischer Vater, aktiv mitwirkten und auch beim Abbau halfen. Häufig kamen Fragen nach unseren weiteren Einsatzorten und wann wir im nächsten Jahr wiederkämen. Unter den Kindern, die uns in dieser Woche besuchten, befanden sich auch einige „Spielmobil-TouristInnen“, die wir bereits von unserem Einsatz im Pupinweg kannten. Kritik Bei Temperaturen bis 32 Grad waren Planschbecken und Wasserschlauch wieder einmal unersetzlich. Vor allem letzterer wird jedoch auf Plätzen mit vielen Kindern immer wieder zum Zankapfel und Ausgangspunkt ständiger Streitereien. Hinzu kommt, dass am Ende des Einsatzes das gesamte Inventar nicht nur nass, sondern auch völlig verschmutzt ist. Auch Schlichtungs- und Vermittlungsversuche durch das Spielmobil-Team bringen keine dauerhafte Besserung. Hier muss über eine neue Umgangsweise mit dem Element Wasser nachgedacht werden. Bei der Ausrichtung unseres Sportfestes überschnitten sich aus zeitlichen Gründen die Angebote Hockey und Fußball. Da immer mehr Jungs den Hockey- Schläger fallen ließen, um am Fußball-Spiel teilzunehmen, musste das Hockey- Turnier letztendlich abgebrochen werden. Zum Leidwesen einiger Kinder, die gern noch weitergespielt hätten. Bei Gruppenangeboten sollte die Organisation daher in Zukunft einen festen Zeitrahmen für die einzelnen Angebote vorgeben. Bericht 2003 21 www.spielmobil-darmstadt.de


Akazienweg, Industriegebiet Datum: 21.07. – 25.07.2003 Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 20 Altersstruktur: 0-4 Jahre 10% 5-14 Jahre 85% ü. 14 Jahre 5% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Von Spielraum kann am Akazienweg keine Rede sein. Was uns hier erwartete war ein Schotter-/Ascheplatz von der Größe eines Fußballfeldes. Die sehr unebene Fläche ist von Wasser- und Schlammpfützen übersät, die Randbereiche des Platzes sind mit Schrottcontainern und Autowracks zugestellt. Schattenzonen gibt es nicht. Während auf der einen Seite heruntergekommene Wohngebäude den Hintergrund bilden, steht auf der anderen Seite ein flacher, lang gezogener Bau, in dem sich das Jugendzentrum Michaelisstraße befindet. Hier herrscht echte Ghetto-Atmosphäre. Das einzige, was an das Thema „Spielen“ erinnert, sind zwei Aluminium- Fußballtore und ein Basketballkorb. Beides in desolatem Zustand und praktisch nicht mehr nutzbar. Das Programm Ein verregneter Wochenbeginn am Montagmittag tauchte die ohnehin schon triste Umgebung in ein dunkles Grau und verwandelte den Platz selbst in ein Meer von Pfützen. Als Ausweichmöglichkeit blieb zunächst nur der Anhänger, der als Treffpunkt und Spielfläche diente. Mit Hilfe von Matratzen, Tüchern, Planen und Fallschirm wurden Verstecke gebaut, die anschließend für Rollenspiele genutzt wurden. Das Thema „Versteck-Bau“ wurde nach Ende des Regens mit weiteren Hilfsmitteln (Hockey-Tore etc.) auch draußen fortgesetzt. Wieder einmal heiß begehrt und nonstop im Einsatz waren unsere Rädchen, die aufgrund der Größe des Geländes weite Strecken zurücklegen mussten. Ähnlich beliebt war die Schminkkiste, die v.a. die kleineren Kinder immer wieder magisch anzuziehen schien. Durch Spannen einer Plane zwischen den Fenstern des Jugendzentrums und einem der Fußballtore wurde täglich ein Schattenbereich geschaffen, der mit Tischen und Bänken ausgestattet als Mal-, Bastel- und Kommunikationsecke fungierte. Da in der üblichen Kinderrunde außer den Klassikern Rollen- und Wasserrutsche sowie Luftkissen keine sonstigen Wünsche geäußert wurden, musste sich das Spielmobil-Team dieses Mal selbst etwas ausdenken, um die lange Woche mit Angeboten zu füllen. Bereits aus den Vorjahren bekannt und auch in dieser Woche sehr gut angenommen wurde der Hüttenbau mit großen Pappkartons. Zahlreiche Häuschen wurden gebastelt und anschließend mit Wasserfarben bunt bemalt. Aus Angst vor Vandalismus wurden die Hütten sogar abends mit nach Hause genommen. Am Donnerstag veranstaltete das Jugendzentrum sein jährliches Kinderfest. Drinnen gab’s Hamburger, Pommes und andere „kulinarische Highlights“ für Kinder, draußen gab es Spielmobil-Programm: Hockey, Fußball-Tennis und einen Geschicklichkeits-Hindernis-Parcours. In Form eines Staffellaufs mussten beide Mannschaften versuchen, zu Fuß und mit Rädchen in einer Schöpfkelle möglichst viel Wasser durch den Parcours ins Ziel zu retten. Als Belohnung lockten Gummibärchen für alle. Dieses Spiel kam so gut an, dass es am Abschlusstag etwas variiert noch einmal wiederholt wurde. Außerdem gab es Musik und spektakuläre Breakdance- Einlagen von den Akazienweg-Kindern. Bericht 2003 22 www.spielmobil-darmstadt.de


Der Verlauf Da der (Schrott-)Platz im Akazienweg selbst keinerlei Spielanreize bietet, ist der jährliche Spielmobil-Einsatz für die Kinder natürlich eine willkommene Abwechslung von der üblichen Tristesse. Der verregnete Wochenbeginn erschwerte den Start, da Spielangebote im Freien zunächst nicht möglich waren. Der Versuch, den Hänger als Spielstätte zu nutzen, war nur bedingt erfolgreich, da es durch die Enge schnell zu Konflikten zwischen den Kindern kam. Außerdem wurden weder die Anweisungen der SpielmobilerInnen noch unser Inventar ausreichend respektiert, sodass der Montag zum „Chaostag“ wurde. Die folgende Ansprache des Spielmobil-Teams am Dienstagmorgen schien einigermaßen zu fruchten, da die folgenden Tage wesentlich ruhiger und problemloser verliefen. Es wurde beschlossen, Spiele, die nicht mit entsprechender Sorgfalt benutzt werden, zu Hause zu lassen. Außerdem blieb der Hänger grundsätzlich geschlossen. Bei Bedarf konnten sich die Kinder an ein Mitglied des Spielmobil-Teams wenden. Im Vergleich zu den bisherigen Einsätzen stellte sich die Spielmobil-Woche im Akazienweg als extrem schwierig heraus. Trotz eher geringer Beteiligung. Wir trafen hier auf Kinder, deren Sozialverhalten stark unterentwickelt ist. Beleidigungen und Beschimpfungen sind Teil der Alltagssprache und werden auch gegenüber den Erwachsenen vom Spielmobil zum Ausdruck gebracht. Die Tatsache, dass Schimpfwörter oft mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht ausgesprochen werden, zeigt, dass diese teilweise unbewusst benutzt werden und Bedeutung und Sinn der Ausdrücke z.T. völlig auseinander laufen. Der Jargon wird von den Jugendlichen und wahrscheinlich auch den Erwachsenen übernommen und als „cool“ und angesagt angesehen. Motorische Stärken stehen sozialen und sprachlichen Schwächen gegenüber. Ständige Streitereien gehören zur Tagesordnung. Die Schwelle von verbaler zu körperlicher Gewalt wird schnell überschritten. Familien mit zehn oder mehr Kindern bilden keine Ausnahme. Bei einem Streit sind schnell die älteren Geschwister zur Stelle, sodass ständig die Gefahr der Eskalation besteht. Oft hetzen sich die Kinder gegenseitig auf, um Konflikte zu provozieren oder zu verstärken. Bei den Spielangeboten zeigen die Kinder schnell Konzentrationsschwächen und wenig Geduld. Die Fähigkeit, zuzuhören, ist wenig ausgeprägt. Selbständiges, unbeaufsichtigtes Spielen ist somit kaum möglich. Falls doch, kommt es häufig zu destruktivem Verhalten durch andere Kinder, die sich benachteiligt fühlen. Unter den hier beschriebenen Bedingungen, war an ein „normales“ Spielmobil- Programm nicht zu denken. Trotzdem ist es uns im Lauf der Woche gelungen, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und zum Teil sehr herzliche Beziehungen aufzubauen. Die Akazienweg-Kinder haben die Woche sichtlich genossen! Kritik Eine bessere Zusammenarbeit mit dem benachbarten Jugendzentrum wäre für die Zukunft wünschenswert. Durch frühzeitige Kontaktaufnahme könnten Unklarheiten vermieden und evtl. ein gemeinsam abgestimmtes Programm entwickelt werden. Auf schwierigen Plätzen wie im Akazienweg muss mehr Zeit in die Vorbereitung investiert werden. Eine gemeinsame Programmplanung mit den Kindern hat sich als extrem schwierig herausgestellt. Daher müssen die Angebote verstärkt vom Spielmobil-Team kommen. Da es in einer Woche kaum möglich ist, die offensichtlichen Schwächen der Kinder abzubauen, sollte verstärkt mit ihren Stärken gearbeitet werden. Diese liegen eindeutig im motorischen Bereich. Bericht 2003 23 www.spielmobil-darmstadt.de


Bürgermeister Pohl Haus, Wixhausen Datum: 28.07. – 01.08.2003 Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 40 Altersstruktur: 0-4 Jahre 30% 5-14 Jahre 70% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Beim Spielraum am Bürgermeister Pohl Haus handelt es sich um eine ebene Fläche mit einem großen Fußballplatz und einer Half Pipe. Das Ganze wird ergänzt durch ein paar Bäume und Büsche, die es allerdings nicht schaffen, die triste Atmosphäre aufzulockern. Das Programm Neben dem SpiMo-Standardprogramm gab es an allen Tagen verschiedene zusätzliche Angebote. Allen voran die Wasserrutsche, die Rollenrutsche und das Luftkissen. Letzteres kam, nach ausgiebigen Reparaturarbeiten, wie immer am Freitag im Rahmen unseres Abschlussfests zum Einsatz. Dazu wurde gegrillt, Musik gehört und getanzt. Der Verlauf Die Kreativität und das Engagement der Kinder ließen leider etwas zu wünschen übrig. Es wurde zwar ausgiebig mit dem Inventar des Spielmobils gespielt. Bei allem, was darüber hinausging, kam jedoch kaum eine Reaktion. Mit der Frage, was sie denn im Laufe der Woche gern tun würden, waren die Kinder anscheinend völlig überfordert. So scheiterten zahlreiche geplante Aktionen, wie Brenn- und Völkerball, eine Schatzsuche oder eine Mini-Playback- Show am fehlenden Engagement unserer Besucher. So wurde z.B. der Wunsch, Musik zu hören, geäußert. Der Aufforderung, eigene CDs mitzubringen, wurde jedoch nicht nachgekommen, sodass sich das Musikangebot auf eine Interpretin beschränkte: Fünf Stunden Nena! Ähnlich waren unsere Erfahrungen mit den anwesenden Eltern. Zwar nutzten auch sie das angebotene Programm des Spielmobils. Mit der Frage, wie man das triste Gelände eventuell verbessern könnte, schienen sie jedoch ebenfalls überfordert. Kritik Die Tristesse des Geländes ist kaum zu übertreffen. Es schreit förmlich nach Veränderung. In Anbetracht der Tatsache, dass sich Kindertagesstätte, Kinderhort und Grundschule in unmittelbarer Nähe befinden, macht eine kindgerechte Spielraumentwicklung auf diesem Gelände besonders Sinn. Bericht 2003 24 www.spielmobil-darmstadt.de


Hahne-Schorsch-Platz, Martinsviertel Datum: 04.08. – 08.08.2003 Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 20 Altersstruktur: 0-4 Jahre 10% 5-14 Jahre 90% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (m) Der Spielraum Der Spielplatz am Hahne-Schorsch-Platz ist großzügig dimensioniert und relativ gut ausgestattet. Neben sportlich-motorischen Angeboten, wie einem Spiel- und Kletterturm, zwei Tischtennisplatten und einem großen Schaukel-Karussell, gibt es einen modernen Sandspielbereich für kleinere Kinder. Hier befinden sich u.a. eine Wasserpumpe und ein Schaufelbagger. Der Spielplatz ist von allen Seiten ausreichend begrünt, sodass die dadurch entstehenden Schattenbereiche das Spielen auch bei starker Sonne ermöglichen. Ergänzt wird das Angebot durch ausreichend Sitzmöglichkeiten für Eltern rund um den Spielraum. Nahezu optimal ist die Umgebung des Hahne-Schorsch-Platzes als Standort für das Spielmobil. Der angrenzende Bürgerpark sorgt mit seinen Bäumen für ausreichend Schatten. Es gibt große Rasenflächen, Schotterwege, Sandbereiche, gepflasterte Flächen und begrünte Böschungen. Somit herrschen ideale Bedingungen für ein umfangreiches Spiele-Angebot. Das Programm Bei zum Teil brütender Hitze in der bisher heißesten Woche des Jahres gab es natürlich nur eins: Wasser, Wasser, Wasser. Der Hydrant lief auf Hochtouren und sorgte für entsprechende Abkühlung von innen und außen. Erste Tagesaktion von Montag bis Freitag war der Bau eines Schwimmbeckens mit Hilfe von Bierbänken und Kunststoffplane. So hatten wir ein 2x2m-Becken, das dem benachbarten Freibad zwar nicht wirklich Konkurrenz bieten konnte, aber zumindest für regelmäßige Ganzkörper-Abkühlungen geeignet war. Besonders unsere kleineren Besucher hatten hier einen Riesen-Spaß und zeigten z.T. spektakuläre Stunt-Einlagen. Ebenfalls täglich im Einsatz und bei den Kindern heiß begehrt war die Wasserrutsche, die Dank des vorhandenen Hangs schnell und einfach einsetzbar war. Höhepunkt am Donnerstag war der Bau einer Riesen-Sandburg. Hierbei wurde zum einzigen Mal das Spielplatzgelände genutzt (alle anderen Aktionen fanden auf dem benachbarten Bürgerpark-Gelände statt). Nach und nach entstanden immer mehr Türme, Tunnel und Wassergraben. Immer wieder stiegen Kinder nach intensiver kreativer Beschäftigung aus, andere stießen dafür hinzu und setzten die Arbeit fort. Zu unserer Überraschung nahmen sich am folgenden Tag ein paar ältere Kinder ein Beispiel an unserer Idee und machten sich zu viert an den Bau einer weiteren Sandburg. Andere Spielaktionen waren aufgrund der Hitze meist nur von kurzer Dauer. Dazu gehörten Fußball, Hockey, Schminken, Malen, Basteln und Kinder-Kreuzwort- und Rechenrätsel. Unser Abschlussfest wurde verbunden mit der Geburtstagsfeier eines Kindes, das uns von Montag bis Freitag die Treue hielt. Erstmals gab es ein reichhaltiges Buffet mit selbst gemachtem Kaffee und Kuchen, Gebäck, Eis und Knabberwaren. Der Verlauf Der „heißeste Sommer aller Zeiten“ hatte auch seine Auswirkungen auf die Spielmobil-Woche am Hahne-Schorsch-Platz. Die ersten zwei bis drei Stunden täglich waren neben den beiden Spielmobilern maximal fünf (!) Kinder zu Besuch. Bei Temperaturen von bis zu 37 Grad zog es die Kinder (verständlicherweise) eher ins Freibad als zum Spielmobil. Einige legten auf dem Weg dorthin eine kurze Spielpause ein oder besuchten uns nach dem Schwimmen, sodass in den Bericht 2003 25 www.spielmobil-darmstadt.de


letzten Stunden jeweils etwa 20 Kinder am Spielmobil-Betrieb teilnahmen. Trotz Ferienzeit keine wirklich befriedigende Besucherzahl. Vorteil dieser extrem ruhigen Anfangsphasen war, dass es im Gegensatz zu den üblichen Spielmobil-Einsätzen auch Zeit für Einzelgespräche mit den wenigen anwesenden Kindern gab. So waren z.B. Dinge, wie das gemeinsame Anfertigen eines Geburtstagsgutscheins möglich. Außerdem konnten kleinere Reparaturen an der Spielmobil-Ausrüstung durchgeführt werden. Der Einsatz von Hydrant und Wasserschlauch sorgte, sobald keiner der Spielmobiler anwesend war, wieder einmal für viele kleine Streitigkeiten zwischen den Kindern. Diese wurden zum Teil selbst, zum Teil von den anwesenden Müttern geschlichtet, sodass die Woche insgesamt sehr friedlich verlief. Zu unseren erwachsenen Stammbesuchern zählten 4-5 Mütter, ein Vater und ein Onkel. Viele kannten das Spielmobil bereits aus den letzten Jahren und haben angekündigt, uns während der Sommerferien noch auf weiteren Plätzen zu besuchen. Außerdem wollen sich einige Mütter an die Stadt Darmstadt wenden, um sich für einen längeren Aufenthalt des Spielmobils am Hahne-Schorsch-Platz auszusprechen. Ihren Dank für die gelungene Woche drückten sie mit einer Variation von selbst gemachtem Kuchen und Gebäck aus, mit denen sie für das bisher schönste Abschlussfest der Saison sorgten. Als Zugabe versorgte ein türkischer Papa in einer Spontan-Aktion alle Anwesenden mit Eiscreme. Leider endete der Freitag mit einem weniger schönen Ereignis. Während des gemeinsamen Abbaus verschwand der Geldbeutel eines Spielmobilers aus dem Bus. Das Portemonnaie selbst tauchte zwar kurz darauf wieder auf, nicht jedoch die darin enthaltenen 20 Euro. Kritik Der Spielplatz am Hahne-Schorsch-Platz ist zwar, wie oben beschrieben, gut ausgestattet, jedoch auch sehr verschmutzt. Dabei handelt es sich nicht nur um kleinere Abfälle; einige Bürger scheinen die Anlage mit einer Müllhalde zu verwechseln. Die vorhandene Sitzgruppe für Eltern ist dringend reparaturbedürftig. Das gleiche gilt für die Wasserpumpe im Kleinkind- Spielbereich, die laut Elternaussagen häufig defekt ist. Bei einer derart geringen Besucherzahl besonders in den Anfangsstunden, sollte über flexible Reaktionsmöglichkeiten durch das Spielmobil-Team nachgedacht werden. Denkbar wäre zum Beispiel ein Umzug ins benachbarte Freibad, wo eine wesentlich größere Beteiligung von Kindern erreichbar wäre. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, den Einsatzbeginn etwas nach hinten zu verlegen. Bei Temperaturen wie in dieser Woche ist der Einsatz von Wasser, - auch aus gesundheitlichen Gründen -, unverzichtbar. Um jedoch der Langeweile durch das ständige Wiederholen von Wasserrutsche und Planschbecken vorzubeugen, sollte generell über einen variablen und spielerischen Umgang mit dem Element Wasser nachgedacht werden. Durch regelmäßige Wasserpausen sollte außerdem das Verständnis von Wasser als wertvollem Gut gefördert werden. Bericht 2003 26 www.spielmobil-darmstadt.de


Waldspielplatz Süd 3, Eberstadt Datum: 11.08. – 15.08.2003 Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 20 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 5-14 Jahre 95% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Siehe Bericht Nr. 5 Das Programm Das Element Wasser stand auch bei unserem zweiten Einsatz auf dem Waldspielplatz in dieser Saison im Mittelpunkt. Planschbecken und Wasserrutsche sorgten bei Temperaturen von täglich über 30 Grad für die entsprechende Abkühlung. Dazu gab es verschiedene Spiele mit Schwämmen: Beim „Schwammwerfen“ hatte jedes Kind 3 Versuche, um eine/n ca. 4-5 Meter entfernte/n Freiwillige/n mit einem nassen Schwamm abzuwerfen. Die Entfernungen zwischen WerferIn und „Opfer“ wurden danach variiert. Das zweite Spiel war eine Idee der Kinder. Sie wollten versuchen, den Schwamm in Wasser zu tränken und anschließend in eine ca. 4 Meter entfernte Tonne zu werfen. Nach erfolgreichem Versuch wurde auch hier die Distanz vergrößert. Als Abschlussspiel gab es das in der Vorwoche am Hahne-Schorsch-Platz entstandene Spiel mit der „Wasserkette“. Zwei Mannschaften bildeten jeweils eine Kette zwischen einer mit Wasser gefüllten Regentonne und einem leeren Eimer. Das erste Mitglied jeder Mannschaft musste einen großen Schwamm in der Tonne tränken. Danach musste dieser von SpielerIn zu SpielerIn geworfen werden, bevor der/die Letzte den Schwamm über dem Eimer ausdrücken musste. Sieger war, wer den Eimer als erstes zum Überlaufen brachte. Ein Spiel, das für viel Spaß sorgte und bei dem niemand trocken blieb. Wie beim letzten Einsatz im Juni waren Sport- und Bewegungsspiele der Renner in Eberstadt. Über ein zwischen den beiden Hockey-Toren gespanntes Absperrband wurden täglich Fußball- und Softball-Tennis gespielt. Hockey und Frisbee-Werfen waren ebenfalls täglich gefragt. Leider kam es aufgrund der sehr geringen Teilnehmerzahl nicht zu einer Neuauflage des Süd 3-Fußball-Cups. Zumindest aber fanden sich genug Kids für ein einfaches Spiel auf dem Bolzplatz. Zum Abschlussfest am Freitag wünschten sich die Kinder Eis. Dazu gab es das heiß ersehnte Luftkissen. Der Verlauf Insgesamt betrachtet verlief die Woche wesentlich ruhiger und stressfreier als unser Einsatz im Juni. Dies lag vor allem daran, dass die Besucherzahl nicht annähernd so hoch war wie damals. Im Schnitt lag die tägliche Teilnehmerzahl gerade einmal bei 20 Kindern. Im Juni waren es etwa dreimal so viele. Vorteil der geringen Beteiligung war, dass sich die SpielmobilerInnen wesentlich intensiver um ihre Klientel kümmern konnten. Dies galt vor allem für die „schwierigeren“ Kinder, die bei Nichtbeachtung schnell für Unruhe sorgen und Konflikte provozieren. Auf sie konnte gezielt eingegangen werden, was dazu führte, dass sie sich auch mal von einer ganz anderen Seite zeigten. Bei Gruppenangeboten, wie Fußball oder Luftkissen, wurde jedoch deutlich, auf welchem schmalen Grat sich die Stimmung und das Sozialverhalten dieser Kinder bewegen. Bericht 2003 27 www.spielmobil-darmstadt.de


Erstaunlich gut liefen in dieser Woche die Auf- und Abbauaktionen, bei denen sich die Kinder bei ihrer Mithilfe gegenseitig zu übertreffen versuchten. Bei einigen löste die Aussicht auf eine Belohnung (Wasserballons und Gummibärchen) nach dem gemeinsamen Abbau regelrechte Motivationsschübe aus, sodass das Spielmobil-Team im Gegensatz zum letzten Einsatz in Eberstadt körperlich enorm entlastet wurde. Regelmäßig zu Besuch kamen die Kinder und BetreuerInnen des benachbarten Kinderhauses „Paradies“, sodass es rund um das Spielmobil nicht völlig ruhig wurde. Kritik Die geringe Beteiligung von Seiten der Kinder war nicht allein auf die andauernde Hitze zurück zu führen. Von den Mitwirkenden erfuhren wir, dass eine Großzahl ihrer Freunde und Freundinnen bei einer vom Kinderhaus organisierten Ferienzeit teilnehme. Um möglichst vielen Kindern die Teilnahme am Spielmobil-Angebot zu ermöglichen, sollten solche Termine bei zukünftigen Einsatzplanungen berücksichtigt und – wenn möglich – umgangen werden. Bericht 2003 28 www.spielmobil-darmstadt.de


Friedrich-Ebert-Platz, Martinsviertel Datum: 18.08. – 21.08.2003 Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 45 Altersstruktur: 0-4 Jahre 40 % 5-14 Jahre 60% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Der inmitten des Martinsviertels gelegene Spielplatz ist großflächig dimensioniert und gehört zu den am besten ausgestatteten Spielflächen Darmstadts: Zwei getrennt angelegte und mit Ballfangzäunen eingegrenzte Ascheplätze dienen als Fußball- und Basketballplatz. Neben einer Vielzahl motorischer Spielgeräte (Kletterturm, Seilbahn, Schaukeln, Karussell etc.) fällt besonders der großzügig angelegte Kleinkind-Bereich auf. Hier befinden sich ein großer, aus Natursteinen angelegter, Hügel, eine Wasserpumpe, ein Minibagger und ein großer Sandspielbereich mit weiteren Spielgeräten. Zahlreiche Sitzmöglichkeiten für Erwachsene ergänzen die sehr gute Ausstattung des Platzes. Viele hoch gewachsene Bäume spenden Schatten und machen das Gelände auch an heißen Tagen attraktiv. Das Programm Am Montag startete das Spielmobil mit dem üblichen Standardprogramm (Rädchen, Brettfußball, Trampolin, Schminken, Malen etc.). Dienstag und Mittwoch waren Rollenrutsche-Tage. Sie wurden zum Höhepunkt der Woche, da nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen bis hin zu einfachen Passanten begeistert waren. Aufgrund des SpiMo-Einsatzes zum Abschluss der Aktiven Ferien im Arheilger Mühlchen am Freitag war Donnerstag bereits unser letzter Tag am Ebert-Platz. Wie immer gab es ein großes Abschlussfest mit Kuchen, Saft und … natürlich dem Luftkissen. Der Verlauf Während die Stimmung im Lauf der Woche bei allen sehr positiv war, gab es große Unterschiede im Sozialverhalten der Kinder untereinander. Während einige sehr reif und kooperativ agierten, pochten andere auf das Recht des Stärkeren und nahmen kaum Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen. Folglich wurden letztere von den anderen Kindern gemieden. Nur etwa 20 % der anwesenden Kinder waren nicht-deutsch, wurden jedoch ohne jegliche Probleme in das Spielgeschehen integriert. Sehr engagiert und hilfsbereit zeigten sich die ca. 25 anwesenden Eltern. Sie gingen dem SpiMo-Team unaufgefordert zur Hand und erleichterten somit unsere Arbeit deutlich. Kritik Sowohl die Kinder, als auch die Eltern scheinen mit der Spielplatzsituation am Friedrich-Ebert-Platz sehr zufrieden. Das Spielmobil stellt eine willkommene Abwechslung dar. Folglich verlief auch der Einsatz nahezu reibungslos. Bericht 2003 29 www.spielmobil-darmstadt.de


Traubenweg, Waldkolonie Datum: 25.08. – 29.08.2003 Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 50 Altersstruktur: 0-4 Jahre 10% 5-14 Jahre 90% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (w) Der Spielraum Der quadratisch angelegte Spielplatz am Traubenweg ist großflächig und relativ gut ausgestattet. Neben neuen Geräten, wie Drehkarussell und Spiel- und Kletterturm, dessen überdachtes Podest auch von Jugendlichen als sozialer Treffpunkt dient, gibt es viele ältere (z.T. defekte) Spielgeräte. Zu diesen gehören eine Rutsche, eine Spielhütte für Kleinkinder, eine Seilbahn, eine Schaukel- Anlage und eine TT-Platte. Der direkt am Waldrand gelegene Platz wird an zwei Seiten von begrünten Böschungen begrenzt. Die anderen beiden Seiten sind eingezäunt, dahinter befinden sich Spazier- und Radwege. Daraus ergibt sich eine sehr ruhige Lage. Ebenfalls positiv wirkt sich der hohe Baumbestand aus, der für viel Schatten sorgt. Das Programm Die SpiMo-Woche im Traubenweg entwickelte sich zur „Turnier-Woche“. Täglich fanden mehrere Fußball- und Brettfußball-Turniere statt. Diese wurden mit zunehmender Dauer der Woche auch von den Kindern selbst organisiert. Weitere Wettkämpfe gab es in den Disziplinen Tischtennis und Stadt-Land-Fluss. Der Drang der Kinder, sich im Spiel miteinander zu messen, schien unerschöpflich. Kleine Preise, wie Wasserballons oder Gummibärchen, sorgten für zusätzliche Motivation. Mehrere Male wurde die Rollenrutsche an einem der Hänge aufgebaut. Nach anfänglicher Anleitung durch das SpiMo-Team übernahmen auch hier die Kinder den Auf- und Abbau selbständig. Da sich auch in dieser Woche der Sommer von seiner schönsten Seite zeigte, waren Planschbecken und Wasserspiele wieder wichtiger Teil des Programms. Am Donnerstag gab es als Kontrast zu den vielen Action-, Bewegungs- und Geschicklichkeitsangeboten etwas Ruhigeres für die Sinne: Einen Wald-Such- Pfad. Entlang eines Seils wurden ca. zwanzig Gegenstände ausgelegt, die eigentlich nicht in den Wald gehören. Dabei handelte es sich sowohl um sehr auffällige (Frisbee, Softball, Buntstift), als auch um weniger offensichtliche (Murmel, Pinsel, Wolle) Gegenstände. Nun konnten die Kinder der Reihe nach am Seil entlang laufen und versuchen, möglichst viele der „Fremdkörper“ zu entdecken. Ohne es den anderen Kindern zu verraten. Ein Test, nicht nur für die sinnliche Wahrnehmung, sondern auch für Geduld und Konzentration der Kinder. Sehr häufig im Einsatz war erstmals in dieser Saison das „Twister“-Spiel. Außerdem wurde dem vorhandenen Steinpferd in einer Tagesaktion ein neues Outfit verpasst, indem es mit Wasserfarben von seinem tristen Grau befreit wurde. Am Freitag gab es ein tolles Abschlussfest mit einem internationalen Buffet. Darauf zu finden waren u.a. marokkanische Pfannkuchen, türkische Böreks und deutscher Rührkuchen. Ausgerechnet, als das Luftkissen gerade in Betrieb ging, wurden wir vom Regen überrascht. Die Kinder, die die ca. einstündige Regenpause unter unserer Plane ausharrten, wurden jedoch belohnt. Nach gemeinsamer Entwässerung des Luftkissens mit Hilfe von Schwämmen, wurde es noch einmal aufgeblasen und ausgiebig genutzt. Der Verlauf Nach nur schwachem Besuch in den letzten Ferienwochen war der Zustrom von Kindern erstmals wieder befriedigend. Die Tatsache, dass wir die meisten Kinder bereits von unserem Einsatz an der Käthe-Kollwitz-Schule im Juli kannten, vereinfachte den Start in die Spielmobil-Woche erheblich. Außerdem kamen uns Bericht 2003 30 www.spielmobil-darmstadt.de


auch einige Kinder aus dem Pupinweg besuchen, sodass es im Traubenweg ein großes Wiedersehen gab. Der Spielplatz war die gesamte Woche fest in der Hand marokkanischer und türkischer Kinder, die etwa 80 % unserer Besucher ausmachten. Trotz vieler verbaler Streitereien verlief die Woche insgesamt friedlich und die sehr positive Gesamtstimmung drohte nie zu kippen. Im Lauf der Woche kamen auch immer mehr Eltern auf den Spielplatz. Sie verhielten sich jedoch eher zurückhaltend, blieben unter sich und griffen kaum in das Spielgeschehen ein. Besonders hilfsbereit zeigte sich allerdings ein Vater, der uns mit seiner Familie erst am späten Freitagnachmittag entdeckte, und uns, nach nur kurzer Teilnahme am SpiMo-Betrieb, tatkräftig beim Abbau unterstützte. Auch die Kinder selbst zeigten sich sehr hilfsbereit und übertrafen sich während der täglichen Aufräumaktionen gegenseitig in ihrem Engagement. Dabei spielte wohl auch die in Aussicht gestellte Belohnung (Wasserballons) eine nicht unerhebliche Rolle. Den wohl schönsten Satz der Woche, der den SpielmobilerInnen wieder einmal den Sinn ihrer Arbeit verdeutlichte, formulierte ein (gerade vom Luftkissen kommender) Marokkaner-Junge: „Ich schwör’s Euch: Heut ist der geilste Tag in meinem Leben!“ Kritik Da es auf dem Spielplatz keinerlei Niveauunterschiede gibt, entsteht auch keine echte Atmosphäre auf dem Gelände. Außerdem scheinen die vielen Spielgeräte wahllos, ohne erkennbares Konzept, angeordnet. Beide Probleme könnten durch einfache Maßnahmen beseitigt werden. So z.B. durch das Aufschütten von Erdwällen zwischen den einzelnen Spielbereichen. Ebenso schnell und einfach umsetzbar wäre das Anlegen von Weidenzäunen zwischen zwei Spielzonen. Beides Maßnahmen, bei denen die Kinder ohne weiteres miteinbezogen werden könnten. Einiges der Ausstattung auf dem Spielplatz ist dringend reparaturbedürftig. So die vorhandene Sitzgruppe für Eltern, die wahrscheinlich von gelangweilten, übermotivierten Jugendlichen aus dem Boden gerissen wurde. Außerdem ist die Startrampe der Seilbahn defekt und birgt eine hohe Verletzungsgefahr. Das Suchspiel im Wald ist von einer Person alleine nur schwer organisier- und durchführbar. Bei einem SpiMo-Team von zwei Personen und einem Besucher- Durchschnitt von 50 Kindern ist man also unbedingt auf die Hilfe einer anderen jugendlichen oder erwachsenen Person angewiesen. Da dies im Traubenweg nicht der Fall war, verlief das Spiel etwas chaotisch und endete mit einem völlig entnervten Spielmobiler. Bericht 2003 31 www.spielmobil-darmstadt.de


Grundstraße, Kranichstein Datum: 01.09. – 05.09.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 80 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 5-14 Jahre 80% ü. 14 Jahre 5% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 3 Honorarkräfte (w) Der Spielraum In der Grundstraße in Kranichstein gibt es keinen öffentlichen Spielplatz für Kinder und Jugendliche. Dieser wird z. Z. wenige hundert Meter entfernt in der Gruberstraße angelegt. Standort des Spielmobils war - wie bereits in den letzten Jahren – die Parkanlage neben dem Brentano-See. Hier gibt es eine sehr große Rasenfläche, einen, durch den Park führenden, gepflasterten Weg und einen kleinen asphaltierten Rundweg. Außerdem einige Holzbänke sowie halbkreisförmig angeordnete Holzpalisaden, die als Sitzfläche dienen. Das gesamte Gelände ist von Bäumen und anderen Gehölzen umgeben, sodass innerhalb des großzügigen Raumangebots auch ausreichend Schattenzonen vorhanden sind. Das Programm Die motorisch extrem gut entwickelten Kinder der Grundstraße zeigten täglich akrobatische Breakdance-Vorführungen. Das Spielmobil stellte die Musik-Anlage; CDs brachten die Kids von zu Hause mit. Als Tanzfläche bzw. Bühne dienten die ausgebreiteten Turnmatten. Täglich fanden mehrere Fußball-Turniere statt. Erstmals auch unter starker Beteiligung der Mädchen! Sie konnten sich gegen den anfänglichen Protest der Jungs durchsetzen, und zeigten, dass sie durchaus in der Lage sind, mit zu mischen. Die Schmink- und Malecke wurde von Montag bis Freitag im Schatten eines hohen Baums eingerichtet und war immer voll besetzt. Als Tagesaktion am Donnerstag gab es „Steine bemalen“. Wie immer mit von der Partie und lautstark von allen gefordert waren Luftkissen, Rollen- und Wasserrutsche. Erstaunlich positiv verlief die am Mittwoch angebotene Jonglage-Aktion, die die Kinder nach kurzer Einweisung weitgehend selbständig fortsetzten. Extremer Belastung waren in dieser Woche unsere Rädchen ausgesetzt. Sie standen keine Sekund still und wurden den asphaltierten Rundweg hoch und runter gejagt. Zwei von ihnen waren am Ende der Woche nicht mehr einsetzbar. Höhepunkt der Woche war unser Abschlussfest am Freitag. Die „Kranichstein City Breakers“ zeigten ihr Können vor einer überwältigenden Zuschauerkulisse. Nach der ca. 45minütigen Vorstellung wurde unser Buffet eröffnet, wo Früchtepunsch, Gebäck, Salate, Kuchen, Obst und andere Leckereien auf alle warteten. Der Verlauf Besonders auffällig ist der extrem hohe Ausländeranteil in der Grundstraße. Neben Türken, Marokkanern, Russen, Albanern erstmals auch viele Schwarzafrikaner. Konflikte entstehen weniger zwischen den Nationalitäten als zwischen den verschiedenen Altersgruppen und Cliquen. Bsp.: Während ein jugendlicher Türke ein dreijähriges schwarzes Kind als „kleinen Scheiß-Nigger“ beschimpft, wird dessen großer Bruder wenige Minuten später wie der beste Freund per Handschlag begrüßt. Wer körperlich unterlegen ist oder nicht zur Bericht 2003 32 www.spielmobil-darmstadt.de


eigenen Clique gehört, wird von den größeren Jugendlichen verbal und oft auch körperlich attackiert. Dabei kann eine zunächst eher spielerisch geführte verbale Auseinandersetzung sehr schnell in eine wilde Prügelei ausarten. Der äußerst raue, von Kraftausdrücken geprägte, Umgangston zwischen fast allen Kindern, v.a. jedoch unter den Jungs, wird für Außenstehende schnell zur Normalität. Er ist zwar nicht schön anzuhören, hat sich aber in Vierteln wie der Grundstraße zu einer Art eigener Sprache entwickelt, die mehr oder weniger automatisiert und unbewusst abzulaufen scheint. Wie so oft in sozialen Brennpunkten stehen auch in der Grundstraße motorischkörperliche Stärken und sozial-mentale Schwächen in krassem Gegensatz zueinander. Fußball auf extrem hohem Niveau, akrobatische Turnübungen und Handstand-Überschläge auf der Straße auf der einen Seite. Wenig Ausdauer und Geduld bei Spielangeboten, verbale und körperliche Aggressionen und keine Toleranz gegenüber anderen Meinungen auf der anderen Seite. Was nicht sofort gelingt, wird aufgegeben. Selbständiges oder gar selbst organisiertes Spielen findet kaum statt. Die Fähigkeit, verlieren zu können, ist stark unterentwickelt. Wenig Engagement kam von Seiten der Eltern. Die anwesenden Mütter (und sehr vereinzelt Väter) beschränkten sich aufs zuschauen und griffen nur ein, wenn es um die eigenen Kinder ging. Trotz allem hatten die Kinder und auch das SpiMo-Team in dieser Woche jede Menge Spaß. Als Dank gab es Handstand-Überschläge vor dem SpiMo-Bus und Dutzende von Kindern, die uns bei unserer Abreise noch durch ganz Kranichstein verfolgten. Kritik Da es in der Parkanlage keinerlei Spielgeräte gibt, muss das gesamte Angebot vom SpiMo kommen. Bei täglich ca. 80 Kindern ist dies jedoch kaum zu bewältigen. Besonders auffällig und störend ist die enorme Verschmutzung des Parks durch Hundekot. Allein für dessen Beseitigung müssten ein bis zwei Stunden eingeplant werden. Die Tage, an denen das Spielmobil zu dritt im Einsatz war haben sich als sehr anstrengend und stressig erwiesen. Bei einer durchschnittl. Besucherzahl von 80 Kindern sollten versch. Angebote parallel laufen, um das Geschehen insgesamt zu entzerren und weniger Reibungspunkte zu schaffen. Die Tatsache, dass die Stimmung innerhalb von Sekunden kippt und es immer wieder zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt, die ein Eingreifen des SpiMo-Teams erfordern, macht ein kontinuierliches Spiele-Angebot fast unmöglich. Umso mehr, da es kaum Eltern gibt, die das Team in seiner Arbeit unterstützen. Eine vierte Einsatzkraft, die sozusagen als SpringerIn agiert und dort mit anpackt, wo gerade Bedarf besteht, macht daher Sinn und steigert darüber hinaus die Qualität der SpiMo-Arbeit. Bericht 2003 33 www.spielmobil-darmstadt.de


In den Wingerten, Wixhausen Datum: 08.09. – 12.09.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 25 Altersstruktur: 0-4 Jahre 30% 5-14 Jahre 60% ü. 14 Jahre 10% Spielmobil-Team: 2 Honorarkräfte (w, m) Der Spielraum Der sehr klein dimensionierte Spielplatz liegt umgeben von einer Ringstraße in einem sehr ruhigen Wohngebiet in Wixhausen. Entsprechend der Größe fällt auch die Ausstattung des Platzes eher mager aus: Ein Kletterturm mit Rutsche, zwei Sandkästen, ein kleiner Kletterturm, eine TT-Platte und Schaukeln. Es gibt keine freie Fläche für Ballspiele. Auch das Spielmobil musste aufgrund des fehlenden Raums außerhalb des Spielplatzgeländes parken. Positiv anzumerken ist die üppige Begrünung des Geländes. Sträucher, Hecken und Bäume verleihen dem Platz eine positive Atmosphäre und sorgen für ausreichend Schatten. Das Programm Aufgrund dichter Bewölkung und ständiger Regengefahr bestand der Start der SpiMo-Einsätze an den ersten Tagen in einem relativ aufwendigen Aufbau eines Regenschutzes. Mit Planen und Seilen wurden künstliche Dächer geschaffen, die auch im Falle anstehender Niederschläge die Fortsetzung des SpiMo-Programms ermöglichen sollten. Danach gab es an den ersten beiden Tagen Standardprogramm mit folgenden Angeboten: Rädchen, Brettfußball, Stelzen, Fangen, Malen, Basteln, Schminken und Hockey. Mittwoch und Donnerstag standen im Zeichen der Rollenrutsche. Ergänzt durch den Mal- und Schminktisch. Freitag war Luftkissen-Tag. Das Abschlussfest wurde mit Fruchtsaft-Cocktails und Kuchen gefeiert. Der Verlauf In Anbetracht der unsicheren Wetterlage mit ständig drohendem Regen, fiel der Besuch an den ersten drei Einsatztagen sehr spärlich aus. Erst Mittwochnachmittag kam der Betrieb langsam in Schwung und lockte immer mehr Besucher zu uns. Darunter auch zahlreiche Mütter. Die Stimmung unter den Kindern war oft gelangweilt und zum Teil sehr sprunghaft. Es herrschte eine hohe Fluktuation. Lediglich eine Gruppe von sechs Kindern zeigte einen stärkeren Zusammenhalt. Längere Spiele mit mehreren Kindern (z.B. Hockey) waren daher nur schwer möglich. Unsere Besucher waren vor allem deutscher und türkischer Nationalität. Der Umgang untereinander war freundschaftlich und rücksichtsvoll. Leider kamen nur wenige eigene Vorschläge oder Wünsche von Seiten der Kinder. Probleme gab es lediglich, als die oben genannte Gruppe die Rollenrutsche gegenüber den anderen Kindern blockierte. Der daraus resultierende Streit konnte erst am Freitag wieder beigelegt werden. Sehr engagiert zeigten sich die Kids beim gemeinsamen Abbau. Kritik Das sehr geringe Flächenangebot des Spielplatzes in den Wingerten hat auch auf das SpiMo-Angebot eine einschränkende Wirkung. Eine etwas größer dimensionierte Ausweichfläche in der näheren Umgebung wäre daher wünschenswert. Ein Teil der Nachbarschaft reagierte skeptisch bis ablehnend auf den Auftritt des Spielmobils. Hier besteht womöglich Informations- bzw. Aufklärungsbedarf. Bericht 2003 34 www.spielmobil-darmstadt.de


Rodgaustraße, Arheilgen Datum: 15.09. – 19.09.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 40 Altersstruktur: 0-4 Jahre 0% 5-14 Jahre 90% ü. 14 Jahre 10% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 2 Honorarkräfte (w) Der Spielraum Beim Spielplatz in der Rodgaustraße handelt es sich um ein sehr schönes, weiträumiges und vollständig begrüntes Gelände. Der Platz ist an drei Seiten von Gehölzen umgeben. Auch im Innenraum befinden sich zahlreiche Hecken und Sträucher. Der vordere Bereich, der durch einen Zaun von der Straße abgetrennt ist, wird durch eine ca. 2m hohe, lang gezogene Böschung dominiert, die - neben der üppigen Begrünung – dem gesamten Gelände eine lebendige Atmosphäre verleiht. Von der Ausstattung des ursprünglichen Spielraums ist nicht mehr viel übrig. Lediglich eine TT-Platte, eine Schaukel, eine Metallwippe und ein kleiner Sandspielbereich. Im hinteren Bereich des Geländes befindet sich eine alte Seilbahn, die sich, ähnlich wie die übrigen Geräte, in einem sehr desolaten Zustand befindet. Im vorderen Bereich steht eine alte, marode, ca. 20 qm große Hütte. Diese gehört dem benachbarten Kiosk-Besitzer. Sie verschlingt viel Platz und wird von den Kindern genutzt, um aufs Dach zu klettern, um von dort die Szenerie zu überblicken. Im nächsten Frühjahr soll hier ein neuer Spielplatz entstehen. Die Kinder der Rodgaustraße hatten die gesamte Woche Zeit, um diesbezüglich ihre Ideen und Anregungen zu äußern. Das Programm Im Mittelpunkt der Woche stand das Beteiligungsverfahren zum geplanten Spielplatzum-/neubau. Fünf Tage lang konnten Kinder und AnwohnerInnen ihren Gedanken freien Lauf lassen und uns ihre Ideen mitteilen. Hierfür gab es versch. Möglichkeiten: Durch Ausfüllen eines Fragebogens konnten die Kinder erläutern, wo und was sie gern spielen, warum es ihnen an manchen Orten gefällt und was sie an anderen Orten stört. Die Fragebogen konnten dabei selbst ausgefüllt oder in Form eines Interviews mit einem Freund bzw. einer Freundin bearbeitet werden. Für die AnwohnerInnen der Rodgaustraße gab es ebenfalls einen Fragebogen, auf dem sie ihre Anregungen formulieren konnten. Die kleineren und künstlerisch interessierten Kinder hatten die Möglichkeit, ihren „Traumspielplatz“ in Form eines Gemäldes darzustellen. Außerdem gab es das Angebot an die Kinder, uns ihre Lieblingsplätze zu zeigen und dort fotografiert zu werden. Ab dem dritten Tag wurden die Ergebnisse veröffentlicht und zur Diskussion freigegeben. Am letzten Tag wurden alle Vorschläge in einer Tabelle zusammengefasst. Nun hatte jedes Kind sechs Klebepunkte, die es auf die von ihm favorisierten Ideen verteilen konnte. Die Ergebnisse dieser Aktion werden vom Jugendamt ausgewertet und an das Grünflächenamt der Stadt weitergegeben. Dort wird dann der neue Spielplatz geplant. Bei unserer Kinderrunde am Montagnachmittag kam neben den üblichen Wünschen auch der Vorschlag, mit Holz zu werken. Zwei Tage lang konnten die Kids drauf los hämmern und nageln. Die dabei gestalteten Objekte wurden anschließend mit Wasserfarben bemalt. Zum Abschlussfest am Freitag wünschten sich die Kinder Stockbrot- und Marshmellow-Grillen. Dazu gab es das Highlight Luftkissen. Daneben gab es das übliche SpiMo-Programm mit Schminken, Malen, Fußball, Brettfußball, Wasserrutsche, Rollenrutsche sowie Tanz- und Catcheinlagen einiger Kinder. Bericht 2003 35 www.spielmobil-darmstadt.de


Der Renner in der Rodgaustraße und auch in dieser Woche wieder im Dauereinsatz waren die Rädchen samt Anhänger. Dabei wurden von einigen Kindern Distanzen zurückgelegt, die weit über das Erlaubte hinausgingen. Der Verlauf Im Gegensatz zu anderen schwierigen Plätzen war der Beginn in der Rodgaustraße erstaunlich ruhig. Leider nicht auf Dauer. Im Lauf der Woche schaffte es eine Handvoll Jungs die kleineren Kinder und das SpiMo-Team immer mehr zu tyrannisieren, indem sie weder Respekt vor Personen noch dem SpiMo- Inventar zeigten. Sie machten sich ihren einzigen Spaß daraus, den Betrieb zu stören, indem sie mit immer mehr Spielsachen (v.a. Rädchen) verschwanden, ohne diese wieder zurückzubringen. Zum Teil mussten die Spielgeräte Stunden später von den SpielmobilerInnen irgendwo außerhalb des Geländes wieder eingesammelt werden. Als sehr schwierig stellte sich zu Beginn der Woche die Umsetzung des Beteiligungsverfahrens dar. Viele Kinder schienen es zunächst nicht zu glauben, dass sie tatsächlich an der Planung des neuen Spielplatzes mitwirken konnten. Erst nach mehrmaligem Hinweis auf ihre Möglichkeiten und der Präsentation der ersten Ergebnisse zeigten sie Interesse und schrieben, malten und interviewten eifrig drauf los. Wenig Interesse am Beteiligungsverfahren zeigten die Eltern und AnwohnerInnen der Rodgaustraße. Dies lag zum einen am sehr hohen Ausländeranteil, der mit den Fragebögen teilweise sprachlich überfordert war. Zum anderen jedoch einfach an mangelndem Interesse oder negativen Erfahrungen bei ähnlichen Projekten. Nach dem extrem stressigen Mittwoch war der oben erwähnte „Teenie-Terror“ größtenteils überstanden, sodass die kleineren Kinder und das SpiMo-Team wieder aufatmen konnten. Zur Belohnung gab es am Freitag dann doch noch das heiß ersehnte Luftkissen. Trotz vieler Streitereien und zum Teil körperlichen Auseinandersetzungen war die Grundstimmung insgesamt sehr positiv (Ausnahme: Mittwoch). Besonders die letzten beiden Tage waren für Kinder und SpiMo-Team sehr angenehm. Man kannte, respektierte und unterstützte sich gegenseitig. Kritik Das Beteiligungsverfahren neben dem üblichen SpiMo-Programm laufen zu lassen, hat sich als kaum realisierbar herausgestellt. Erst als sich ein Team- Mitglied ausschließlich dem Projekt widmete und als dauerhafter Ansprechpartner für die Kinder diente, kam das Verfahren ins Rollen. Bericht 2003 36 www.spielmobil-darmstadt.de


Parcusstraße, Johannesviertel Datum: 22.09. – 26.09.2003 Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 25 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 5-14 Jahre 85% ü. 14 Jahre 10% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (w) Der Spielraum Der Spielraum in der Parcusstraße ist klein und liegt in einer verkehrsberuhigten Zone inmitten des Wohngebiets Johannesviertel. Er ist an zwei Seiten von Sträuchern und Hecken, an den beiden anderen Seiten von gepflasterten Fußwegen begrenzt. Unmittelbar dahinter befinden sich mehrstöckige Wohngebäude, die durch ihre Nähe eine beengte Atmosphäre erzeugen. Die den Platz einfriedenden Rundholzpalisaden sind größtenteils morsch und zum Teil bereits ausgetauscht. Auch von der ursprünglichen Ausstattung des Platzes ist nicht mehr viel übrig: Eine Rutsche, zwei Schaukeln, eine TT-Platte und ein Dreh-Kreisel dienen (nach Auskunft der AnwohnerInnen) als Übergangslösung für die im kommenden Jahr anstehende Neuanlage des Spielplatzes. Keinerlei Niveauunterschiede im Gelände, fehlende Abgrenzungen zwischen den einzelnen Spielbereichen und scheinbar wahllos angeordnete Spielgeräte verstärken die eher triste Atmosphäre des Platzes. Das Programm Wie bereits in der Vorwoche gab es auch in der Parcusstraße wieder ein Beteiligungsverfahren im Hinblick auf die Neugestaltung des Spielplatzes im nächsten Jahr. Ähnlich der letzten Woche konnten Kinder und Erwachsene per Frage-/Interviewbogen und Gemälden ihre Ideen und Anregungen äußern. Und dies taten sie mit viel Engagement. Besonders die kreativen Angebote fanden bei den Kindern großen Zuspruch. Mehrere Tage waren die Malständer im Einsatz und wurden intensivst genutzt. Gleiches gilt für den Schminktisch. Jeweils an zwei Tagen gab es das Basteln von Gespenstern (mit Sand gefüllte und anschließend bemalte Stoffreste) und Jonglier-Bällen (mit Sand gefüllte Luftballons) im Angebot. Zum Abschlussfest am Freitag gab es neben dem üblichen „gemischten Buffet“ zahlreiche Spielaktionen: Auf einem Hindernisparcours konnten die Kinder beweisen, wie geschickt sie eine Kelle voll Wasser über versch. Hindernisse hinweg ins Ziel retten können. Beim anschließenden Tauziehen stand die Muskelkraft im Vordergrund. Als Abschlussspiel gab es ein Fußballmatch mit gemischten Teams. Daneben gab es die Vorführung des beim Spielplatzfest im letzten Oktober gedrehten Videofilms zum Thema „Wie stelle ich mir unseren Spielplatz vor?“. Der Verlauf Mit nur etwa 25 Kindern täglich verlief die Woche in der Parcusstraße sehr ruhig. Das relativ gut entwickelte Sozialverhalten der hier ansässigen Kids tat sein übriges, sodass es während der gesamten Woche kaum zu ernsteren Streitereien kam. Dies lag auch am starken Andrang von AnwohnerInnen, die bei den Kindern bekannt und deren Eingreifen in Problemsituationen respektiert wurde. Die gepflasterte Fläche vor dem Spielplatz scheint nicht nur in der Spielmobil- Woche eine wichtige soziale Bedeutung zu haben. Hier treffen sich Mütter mit ihren Babys und AnwohnerInnen verschiedenen Alters und Nation, um zu kommunizieren. Und ihre Kinder und Enkel zum Fußballspielen (was auf dem Spielplatz selbst nicht möglich ist). Folglich gestaltete sich auch das Beteiligungsprojekt wesentlich einfacher als in der Vorwoche. Die betroffenen AnwonerInnen widmeten sich ebenso interessiert ihren Fragebögen wie die Kinder selbst. Außerdem wurde das Thema Spielplatzum- bzw. neubau immer wieder in Gesprächen untereinander oder mit dem SpiMo-Team thematisiert. Bericht 2003 37 www.spielmobil-darmstadt.de


Dabei stellte sich heraus, dass sowohl ein Großteil der Kinder, als auch die Mehrheit der Erwachsenen für einen kleinen Fußballplatz auf dem Spielplatzgelände plädieren. Dies liegt daran, dass weder die kleinen, noch die großen Anwonerinnen die Umfunktionierung der Straße zum Bolzplatz für eine glückliche Lösung halten. Außerdem wurde neben der wenig einladenden Atmosphäre immer wieder bemängelt, dass es auf dem Platz keinerlei Angebote für ältere Kinder gebe. Kritik Mit den hier angetroffenen und sehr engagiert auftretenden AnwohnerInnen wäre die Parcusstraße ein optimaler Standort für ein Beteiligungsverfahren, das über die bloße Mitwirkung bei der Planung hinausgeht und die Betroffenen auch bei der praktischen Gestaltung des Spielplatzes beteiligt! Bericht 2003 38 www.spielmobil-darmstadt.de


Strohweg, Eberstadt Datum: 29.09. – 02.10.2003 (Freitag: Feiertag) Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 20 Altersstruktur: 0-4 Jahre 5% 5-14 Jahre 95% ü. 14 Jahre 0% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (w) Der Spielraum Zur Zeit unseres Einsatzes im Strohweg war der ursprüngliche Spielplatz bereits völlig abgebaut. Da keinerlei Spielgeräte mehr vorhanden waren, war das Spielmobil umso willkommener. Mit im Gepäck hatte das SpiMo den Plan für den neuen Spielplatz, der hier im Laufe der nächsten Wochen entstehen soll. Das Grünflächenamt hatte bei unserer Ankunft bereits mit den ersten Baumaßnahmen begonnen. Grundlage für den neuen Spielplatz sind die während des SpiMo-Einsatzes 2002 gesammelten Ideen und Anregungen der hier spielenden Kinder sowie deren Eltern. Fast alle Beteiligten scheinen mit dem vom Grünflächenamt entworfenen Plan zufrieden. Lediglich der Einsatz von Betonpalisaden (z.B. für die Einfassung des Sandspielbereichs) wurde kritisiert. Angeblich wurde von den AnwohnerInnen ausdrücklich ein naturnaher Spielraum gewünscht. Das Gelände am Strohweg ist ein sehr schönes, großflächiges Waldstück mit sandigem Boden, dichter Begrünung und mehreren Zugängen. Der Spielraum liegt im Verhältnis zum ihm umgebenden Wald etwas erhöht und wird an drei Seiten von Waldfläche, an der vierten Seite von privaten Gartenanlagen begrenzt. Dicht gewachsene Bäume, seine plateauähnliche Lage und seine Abgeschiedenheit verleihen dem Gelände eine natürliche und lebendige Atmosphäre und bieten selbst ohne Geräte viel Anreiz zum Spielen. Das Programm Der Start in die vorletzte SpiMo-Woche verlief witterungsbedingt sehr ruhig. Bei nasskaltem Wetter fanden nur sehr wenige Kinder den Weg zum Waldspielplatz. Die Jungs versuchten sich mit Fußball, die Mädchen durch kreative Betätigung an den Malständern warm zu halten. Am Dienstag kehrte der Sommer noch einmal zurück. Neben der Rollenrutsche, die von den Kindern in Eigenregie aufgebaut und betrieben wurde, stießen vor allem kreative Angebote auf positive Resonanz. Die den Waldboden übersäenden Eicheln wurden genutzt, um, kombiniert mit bunten Perlen, Halsketten und Armreife zu basteln. Außerdem wurde geknüpft, jongliert und gemalt wie bei keinem anderen Einsatz in dieser Saison. Nachdem der Mittwoch wieder kalt und verregnet war, bescherte uns der Donnerstag zu unserem Abschlussfest noch einmal Sonnenschein. Auf unserem Buffet gab es allerlei Köstlichkeiten, angeführt von selbst gebackenem Kirsch- und Rührkuchen. Daneben gab es zahlreiche, von den Kindern selbst organisierte Bericht 2003 39 www.spielmobil-darmstadt.de


Vorführungen. Darunter ein Clown-Auftritt, ein Gruppen-Ententanz und eine Jonglage-Show. Als Zugabe gab es den Waldsuchpfad (vgl. Bericht Traubenweg), bei dem die Kinder ihre visuelle Wahrnehmungsfähigkeit unter Beweis stellen konnten. Der Verlauf Abgesehen vom Wetter, das uns zwei Tage lang nicht gerade verwöhnte, war die Woche im Strohweg ein voller Erfolg. Sehr aufgeweckte, hilfsbereite und engagierte Kinder mit gesundem Sozialverhalten machten es dem SpiMo-Team dabei sehr einfach. Die Woche verlief nahezu ohne Streitigkeiten. Falls doch, wurden diese von den Kindern meist selbst gelöst. Viel selbständiges und selbst organisiertes Spiel machte ein durchgeplantes SpiMo-Angebot überflüssig. Das Abschlussfest gestalteten die Kinder nahezu selbst. Hinzu kam eine täglich steigende Zahl von Eltern, die sich aktiv am Geschehen beteiligten und das Spielmobil als tolle Bereicherung ansahen. Auch beim täglichen Ein- und Ausladen von Bus und Anhänger packten alle mit an. Etwas störend war lediglich die Tatsache, dass ihre vielen Hobbies (Judo, Fußball, Gitarrenunterricht etc.) einige Kinder von einem kontinuierlichen SpiMo- Besuch abhielten und die Gesichter dadurch häufig wechselten. Leider endete die Woche mit einem Ärgernis für das Spielmobil: Beim Einladen wurde der Verlust unseres gelben Dreirädchens festgestellt. Auch nach 45minütiger Suche mit vielen Helfern war es nicht aufzufinden, sodass wir den ersten größeren Verlust der Saison verzeichnen mussten. Die noch anwesenden Kinder und Eltern versprachen uns, in den nächsten Tagen die Augen offen zu halten und uns gegebenenfalls zu benachrichtigen. Kritik Keine. Bericht 2003 40 www.spielmobil-darmstadt.de


Kirschenallee, Industriegebiet Datum: 20.10. – 24.10.2003 Zeit: 11.00 – 17.00 Uhr Anzahl Kinder (Ø): ca. 25 Altersstruktur: 0-4 Jahre 0% 5-14 Jahre 90% ü. 14 Jahre 10% Spielmobil-Team: 1 Hauptamtlicher, 1 Honorarkraft (m) Der Spielraum Das Spielplatzgelände in der Kirschenallee ist im Verhältnis zu seiner geringen Breite (ca. 10 m) auffällig lang (ca. 70 m). Das gesamte Gelände liegt etwa zwei Meter unter dem Niveau des Wohnviertels, von dem es durch eine Mauer und lang gezogene Hecken abgegrenzt ist. Nach hinten wird der Platz durch eine ca. vier Meter hohe Mauer begrenzt. Kleine Hügel und Erdwälle lockern das Gelände zwar etwas auf. Seine vertiefte Lage und vor allem die Mauer verleihen ihm jedoch eine enge und bedrückende Atmosphäre mit wenig Aufforderungscharakter und Spielreiz. Die Spielgeräte sind zwar zahlreich (Schaukel, Wippe, Tischtennis-Platte, Kletterturm, Spielhäuschen etc.), jedoch völlig veraltet. Vom eigentlichen Spielplatzgelände gelangt man durch einen offenen Ballfangzaun zum angrenzenden Asche-Bolzplatz. Die den gesamten Platz eingrenzenden Metallgitter sind größtenteils durch Rankpflanzen bedeckt, wodurch dem tristen Gelände etwas Leben verliehen wird. Standort des Spielmobils war der benachbarte Platz vor dem Gemeinschaftshaus. Die relativ große, gepflasterte Fläche bot eine Vielzahl von Spielmöglichkeiten. Die Nähe zu den angrenzenden Wohngebäuden blieb – bis auf eine Ausnahme – ohne negative Auswirkung auf den SpiMo-Betrieb. Das Programm Die Kinder der Kirschenallee stürzten sich dermaßen auf das SpiMo-Angebot, dass sie nicht bereit waren, ihre Spielaktionen für die übliche gemeinsame Wochenplanung zu unterbrechen. So gab es täglich ein Spontanprogramm, während dessen die Kinder weitgehend selbständig Spielsituationen schufen. So wurde der auf dem Gelände stehende große Baum täglich mit Seilen ausgestattet, um anschließend von der benachbarten (ca. 1 m hohen) Mauer in Tarzan-Manier hin und her zu schwingen. Die Mauer wiederum wurde mit Hilfe einer aus Getränkekisten gebauten Treppe erklommen. Dauerbrenner der Woche war die Jonglage-Kiste. Vor allem die Diabolos hatten es den Kindern angetan. Einige hatten bereits Erfahrung und gaben diese an andere Kinder und das SpiMo-Team weiter. Täglich beherrschten die lernwilligen Kids (und Spielmobiler) die Diabolos besser und studierten neue Tricks ein. Auch andere kreative Angebote, wie Malen, Schminken oder Basteln, fanden großen Zuspruch. Mit Hilfe der Hockey-Tore wurde der Platz in Sekunden zur Fußball-Arena umfunktioniert und war Stätte zahlreicher Matches. Die gepflasterten Flächen zwischen den Wohneinheiten der Kirschenallee bildeten einen optimalen Parcours für Roller und Rädchen, die folglich nonstop im Einsatz waren. Wie immer mit von der Partie waren Rollenrutsche und Luftkissen, welches den üblichen Höhepunkt beim Abschlussfest am Freitag bildete. Aus Anlass der winterlichen Temperaturen gab es zum letzten Fest der Saison heißen Früchtepunsch für alle. Der Verlauf Trotz der zum Teil eisigen Temperaturen erwarteten uns die Kinder bereits bei unserer Ankunft am Montagmorgen. Viele hatten sich – wie wir später erfuhren – schon seit Monaten auf den SpiMo-Besuch gefreut und waren dementsprechend aufgeregt. Nach einem sehr ruhigen und friedlichen Beginn kam es in den Folgetagen immer wieder zu Konflikten zwischen einzelnen Gruppen, die am Donnerstag ihren negativen Höhepunkt fanden: Zwei der älteren Jungs aus dem traditionell deutsch Bericht 2003 41 www.spielmobil-darmstadt.de


geprägten Viertel Kirschenallee beschimpften drei jüngere türkische Geschwister von „außerhalb“. Dabei fielen immer wieder rassistische Bemerkungen. Nachdem die beiden trotz mehrmaliger Ermahnung nicht aufhörten und sogar handgreiflich wurden, beschloss das SpiMo-Team, den Einsatz (gegen 15.30 Uhr) abzubrechen. Erst als alles eingeladen war, konnten sich die beiden zu einer Entschuldigung gegenüber den betroffenen Kindern und den Spielmobilern durchringen. Beide Seiten akzeptierten die Entschuldigung und der Einsatz wurde planmäßig fortgesetzt. Sehr zur Freude der anderen Kinder. Am späteren Nachmittag standen sich dann die Mütter der beiden Konflikt- Parteien gegenüber und gaben zunächst jeweils der anderen Seite die Schuld. Beide waren sich jedoch zumindest darüber einig, dass ein friedliches Zusammenleben und –spielen ihrer Kinder im Viertel wünschenswert wäre. Immerhin! Sehr gut lief die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Gemeinschaftshaus. Von dort wurden wir nicht nur mit Strom und heißem Kaffee versorgt, sondern auch über das bestehende Konfliktpotential im Viertel informiert. Seitdem das Gemeinschaftshaus auch außerhalb der Kirschenallee ansässigen, oftmals ausländischen, Mitbürgern offen steht, gibt es gegenüber diesen immer wieder offen bekundete Abneigungen. Diese werden von den Eltern offensichtlich auch auf die Kinder übertragen. Kritik Die Absicht, innerhalb der SpiMo-Einsatzwoche nachhaltig etwas gegen rassistische Tendenzen im Wohngebiet Kirschenallee ausrichten zu können, wäre illusorisch. Umso wichtiger ist in einem solchen Brennpunkt eine kontinuierliche und qualitativ gute Gemeinwesenarbeit, wie sie das Gemeinschaftshaus leistet. Personelle Einsparungen, wie sie zurzeit im sozialen Bereich üblich sind, könnten hier fatale Folgen haben. Bericht 2003 42 www.spielmobil-darmstadt.de


Jugendwagen Wixhausen Der Verein „Das rotzfreche Spielmobil“ hat sich im Jahr 2003 auf die Trägerschaft eines offenen Jugendtreffs beworben, der als pre-opening zum Jugendzentrum Wixhausen gedacht ist. So soll mit regelmäßigen offenen Angeboten die Wartezeit bis zur Eröffnung eines Wixhäuser Jugendzentrums im Bahnhof überbrückt werden Außerdem sollen die Bedürfnisse der Wixhäuser Jugendlichen aufgenommen werden, um diese in die Planung zum Jugendzentrum einfließen zu lassen. Im Folgenden haben wir die Eckpunkte der konzeptionellen Vorüberlegungen zusammengestellt. Allerdings war uns bereits bei der Konzeptionierung klar, dass wir die Bedürfnisse und Stimmungen der Jugendlichen nicht antizipieren können und wollen. Dass unsere Arbeit vor Ort vor allem an den Jugendlichen ausgerichtet sein soll, macht es nötig, ein Konzept zu nutzen, das auf Partizipation ausgerichtet ist und von ihr lebt. Der Jugendwagen Der Jugendwagen ist ein ehemaliger Bauwagen im Hof der alten Turnhalle. Der Wagen soll zum einen ein Arbeitszimmer sein, aber auch als Basis für andere Aktivitäten dienen. Eingerichtet und Gestaltet wird der Wagen von den Jugendlichen, unter Mithilfe der MitarbeiterInnen des Jugendwagens. Der Wagen soll für den Café-Betrieb als „Wohnzimmer“ und für Teamsitzungen genutzt werden. Das Team Unser Team besteht aus zwei Honorarkräften. Marion Kleinsorge und Andreas Junginger bringen viel Erfahrung aus dem Bereich der Jugendarbeit mit ein. Bei Bedarf wird das Team kurzzeitig mit weiteren Honorarkräften verstärkt. Unserer Ziele Unser Ziel ist es: • den Bahnhof Wixhausen als Standort eines zukünftigen Jugendhauses, den Jugendlichen und den Anwohnern, bekannt machen, • eine Gruppe von Jugendlichen für das Projekt Jugendhaus Wixhausen gewinnen, • Daten über die Bedürfnisse der Jugendlichen in Wixhausen in Blick auf das Jugendhaus Wixhausen zu sammeln, • ein offenes Angebot der Jugendarbeit in Wixhausen zu etablieren. Das Angebot Das Angebot richtet sich v. a. an Jugendliche im Alter zwischen (12)/13/(14) und 16/(17) Jahren. Mit dem ersten Treffen im September soll eine Gruppe entstehen, die mit uns einen regelmäßigen Café - Betrieb initiiert. Ziel ist es den Jugendwagen einmal pro Woche (für je vier Stunden) zu öffnen. Hierbei könnten abwechselnd eher offene Angebote (Café-Betrieb, mit reden, spielen, Musik hören, lesen...), Events und „festere“ Angebote (Workshops, Diskussionsrunden, Ausflüge, Projekte, Arbeitseinsätze, Planungen...) angeboten werden. Bericht 2003 43 www.spielmobil-darmstadt.de


MITMISCHEN POSSIBLE Ziel des Projekts „MITMISCHEN POSSIBLE – Jugendwagen WX“ ist es, die Wixhäuser Jugendlichen in die Entstehung des Jugendhauses Wixhausen mit einzubeziehen und ihren Interessen und ihrem Engagement mit dem Jugendwagen einen Ort und einen Rahmen zu geben. Besonderen Wert legen wir daher auf die konzeptionelle Arbeit mit den Jugendlichen, d.h. sie sind herzlich eingeladen, ihr Jugendhaus zu prägen und ihre Ideen im Rahmen des Jugendhauses umzusetzen. Das Jugendhausteam Das Jugendhausteam ist eine Gruppe Jugendlicher, die sich für das Jugendhaus in Wixhausen engagieren. Das Jugendhausteam beteiligt sich am Entstehungsprozess des Jugendhauses. Hierzu werden Daten gesammelt, Ideen und Interessen dokumentiert und in die Konzeption des Jugendhauses eingebracht. Zudem soll das Jugendhausteam Kommunikator unter den Jugendlichen in Wixhausen und Vermittler zwischen Jugendlichen und den anderen am Prozess Beteiligten werden. Events Einmal im Monat soll es ein Highlight (Disco, Filmgala, Quizshow, Theater...) geben, das es ermöglicht, neues Publikum „anzulocken“ und zu integrieren. Hierzu wird die Alte Turnhalle einbezogen, da hier Raum zu Verfügung steht, um Angebote im Sportbereich und für größere Gruppen umzusetzen. Bericht 2003 44 www.spielmobil-darmstadt.de


„Jugendwagen wx“ - ein erster Rückblick Einstieg Seit Mitte des Jahres ist der Verein durch eine Vereinbarung mit der Stadt Darmstadt Träger eines provisorischen Jugendzentrums am Bahnhof in Wixhausen. Entgegen der ursprünglichen Pläne konnte das alte Bahnhofsgebäude hierfür nicht genutzt werden. Als alternative Heimat für das Jugendzentrum dient mittlerweile ein Bauwagen auf dem Grundstück der Alten Turnhalle und die Turnhalle selbst bei besonderen Veranstaltungen. Der Wegfall der Räumlichkeiten im Bahnhof für unseren Zweck und die lange Suche nach einem geeigneten Bauwagen für das Jugendzentrum haben die Einstiegsphase erschwert und dazu geführt, dass das Konzept auf den knappen nutzbaren Raum angepasst werden musste. Tatsächlich haben wir dann deutlich später als ursprünglich geplant am 12.September 2003 die Arbeit in Wixhausen aufnehmen können. Eröffnung Geplant und vorbereitet hatten wir eine Filmnacht. Insgesamt über den Abend verteilt waren knapp 15 verschiedene Leute da. Neugier war also da, aber zugleich bot die Kerb in Erzhausen ein attraktives Parallelprogramm. Unser Projekt steht unter dem Motto „Mitmischen possible“. Deshalb hatten wir bereits am ersten Zusammentreffen zwischen dem Team und den Jugendlichen ein Gespräch über die aktuelle Situation und die weitere Perspektive geplant. Für uns ist klar, dass Interesse und Skepsis nebeneinander besteht. Die lange Auseinandersetzung mit dem Thema Jugendzentrum Wixhausen hat bei vielen Jugendlichen Frustration und Desinteresse erzeugt. Die Wixhäuser Jugendlichen rennen in dieser Frage niemandem die Türen ein. Die Eröffnung fand in der Halle statt, da der Bauwagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht da war. Dadurch ist sehr klar deutlich geworden, wie wichtig es ist, eigene Räume für Jugendliche in Wixhausen zu schaffen. Räume, die durch andere Gruppen mitgenutzt werden, können nicht durch die Jugendlichen gestaltet werden. Deshalb ist es kaum möglich Gemütlichkeit und Akzeptanz zu schaffen. Ein Raum, der nach Veranstaltungsende ausgeräumt und besenrein zu übergeben ist, eignet sich deshalb nicht für offene Jugendarbeit. „Wohnzimmer“ Seit dem 26. September haben wir einen Bauwagen. Seitdem haben wir ihn mit einer kleinen Gruppe von Leuten begutachtet, geputzt, von außen gestrichen, innen renoviert und neu eingerichtet. Regelmäßig einmal wöchentlich immer donnerstags hatte das Wohnzimmer geöffnet. Vereinzelt, aber doch regelmäßig kamen Leute vorbei, zum Helfen, oder zum Gucken. Unser Angebot belief sich in den ersten Wochen vor allem auf Getränke und Knabberzeug. Nebenbei ging es immer wieder auch um Einrichtungsfragen, die wir mit den Jugendlichen teils vor Ort und teils in Baumärkten und bei Ikea ausdiskutierten. An manchen Tagen war die Atmosphäre eher vertraut, es bestand Bereitschaft, sich einzulassen und mitzumachen. An anderen Tagen war die Stimmung völlig gleichgültig. Insgesamt hat bis Mitte Dezember die Gestaltung und der Umbau des Wagens viel Zeit und Raum eingenommen. Bericht 2003 45 www.spielmobil-darmstadt.de


Neben der Umgestaltung durch die Jugendlichen konnten auch die nötigen sonstigen Veränderungen durch Handwerker vorgenommen werden: Elektro- und Gasinstallation, zusätzlicher Abstellraum an der Halle. Die Abnahme durch das Bauamt der Stadt hat stattgefunden. In eigener Leistung wurde ein Vordach aus Holz an den Wagen angebaut, um als Unterstand, Grillhütte und Windschutz zu dienen. Es ist gelungen, Kontakt zu den Anwohnern aufzunehmen um das nachbarschaftliche Klima zu pflegen, sowie Kontakt zu Jugendzentren in Arheilgen herzustellen. Außerdem haben wir von der Straße einsehbar einen Infokasten aufgehängt, in dem das aktuelle Pogramm ausgehängt wird. Daneben gibt es natürlich weiterhin die Homepage, die ebenfalls regelmäßig aktualisiert über Leute, Wagen und Programm informiert. www.spielmobil-darmstadt.de oder bald auch www.jugendwagen-wx.de. Events Am 7. November fand das zweite Event im Jugendwagen statt: sports@night Es waren etwa 25 Jugendliche anwesend, die die Halle für selbstorganisiertes Spielen nutzten und im Wohnzimmer ausruhten und was zu trinken bestellten. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und wurde unglaublich gut angenommen. Noch am selben Abend wurden wir nach einer Wiederholung des Programms gefragt. Am 18. Dezember fand das dritte Event im Jugendwagen statt: kleines Lagerfeuer zur Einweihung des neuen Vordachs am Bauwagen. Über den Abend verteilt mit relativ großer Fluktuation waren etwa 15-20 Leute anwesend, die sich abwechselnd im Wohnzimmer bzw. unter dem neuen Vordach am Lagerfeuer aufhielten. Ausblick Die hohe Skepsis der Jugendlichen, aber auch die Neugier stellen eine anspruchsvolle Ausgangsbasis für unsere Arbeit dar. Noch ist der Jugendwagen kein Treffpunkt. Unser Ziel ist es in erster Linie Raum anzubieten. Raum, den Jugendliche als ihren eigenen sehen können. Der Weg dorthin ist sicherlich kein leichter. Wir haben allerdings die Hoffnung, mit den bisher geschaffenen Räumen und Programmangeboten den Grundstein für ein aktives Jugendwagen-Jahr 2004 gelegt zu haben. Ab Januar 2004 wollen wir das Angebot erweitern und auch montags öffnen. Unsere Öffnungszeiten sind dann Montag zwischen 15 und 20 Uhr, sowie weiterhin Donnerstag zwischen 16 und 20 Uhr. Wir bieten Raum zum Spielen, Musik hören, reden, eben Jugendcafé „Wohnzimmer“ im Wagen. Darüber hinaus wird es weiterhin einmal monatlich ein Event geben. Bericht 2003 46 www.spielmobil-darmstadt.de


Der Verein Der Verein „Das Rotzfreche Spielmobil der SJD – Die Falken e.V.“ ist 1989 gegründet worden, um das erste und bisher einzige Spielmobil in Darmstadt zu betreiben. Der Verein ist anerkannter Träger der Jugendhilfe und seit seiner Gründung als gemeinnützig anerkannt. Der Vorstand führt den Verein ehrenamtlich und schafft in unzähligen Stunden die Grundlage für die Arbeit des Darmstädter Spielmobils. Der Vorstand Hans-Peter Welbers Friedrich-Ebert-Straße 15 Vorsitzender des Vereins 64297 Darmstadt vorstand@spielmobil-darmstadt.de Reiner Jäkel Messeler-Park-Str. 87 Stellvertretender Vorsitzender 64291 Darmstadt Dave Buchner Wasserweg 32 H Stellvertretender Vorsitzender 60594 Frankfurt Susanne Reinshagen Messeler-Park-Str. 89 Beisitzerin 64291 Darmstadt Oliver Heuser Messeler-Park-Str. 89 Beisitzer 64291 Darmstadt Geschäftsstelle + Lager Um seine Arbeit koordinieren zu können und für Eltern und andere Interessierte gut erreichbar zu sein, hat der Verein eine Geschäftsstelle eingerichtet. Für den Betrieb des Spielmobil und die Ausgabe von Spielgeräten im Verleih unterhält der Verein ein Lager. Das Rotzfreche Spielmobil der SJD – Die Falken (Geschäftsstelle) Rhönring 111 Tel: 0 61 51 - 91 87 65 64289 Darmstadt Fax: 0 61 51 - 91 87 66 Email: mail@spielmobil-darmstadt.de Internet: www.spielmobil-darmstadt.de Das Rotzfreche Spielmobil der SJD – Die Falken (Lager und Verleih) Sensfelder Weg 37-39 64293 Darmstadt Bericht 2003 47 www.spielmobil-darmstadt.de

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