Erwartungen des Bundes an die Meterspur-Bahnen - Wer ist RAILplus

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Erwartungen des Bundes an die Meterspur-Bahnen - Wer ist RAILplus

Referat von Peter Füglistaler am 1. Meterspur-Anlass, 25. November 2010, Verkehrshaus

Luzern:

Erwartungen des Bundes an die Meterspur-Bahnen

Die Liberalisierung im Regionalverkehr setzte mit der Revision des Eisenbahngesetzes 1996

ein. Seither besteht ein gewisser Wettbewerb. Dieser führte zu moderaten Konzentrationen

der Schweizer Bahnlandschaft. Einige Transportunternehmen fusionierten. Die Gründe dafür

sind primär folgende:

• Diverse Bahnunternehmen erreichten eine kritische Grösse, um effizient und

rentabel zu funktionieren.

• Mittels Fusionen konnten Synergien gewonnen werden, und die Effizienz wurde

gesteigert.

• Die Chance auf eine erfolgreiche Teilnahme an Ausschreibungsverfahren konnte

erhöht werden.

Dies betraf und betrifft jedoch weniger die Schmalspurbahnen sondern v.a. die Busbetriebe.

Der Effizienzdruck bei den Bahnunternehmen bleibt jedoch hoch. Synergien sollen auch

zukünftig genutzt werden. Es muss ein Weg zwischen der Vielfalt der schweizerischen

Bahnlandschaft zur Förderung der Innovation im öffentlichen Verkehr einerseits und der

nötigen Kooperation zwischen den Unternehmen andererseits gefunden werden. Dies

bedeutet jedoch nicht, dass bedingungslos fusioniert werden soll. Vielmehr muss das

System fortlaufend optimiert werden.

Vielfältige Anforderungen an Meterspurbahnen

Das Ziel des Bundesamtes für Verkehr ist es, einen Nutzen für Bevölkerung, Volkswirtschaft

und den Verkehr selbst zu erzielen. Dies gilt auch für die Aufgaben des BAV als

Aufsichtsbehörde: Das BAV prüft, ob Unternehmen ihre Verantwortung – gerade auch im

Sicherheitsbereich – wahrnehmen. Dazu werden regelmässig einzelne, ausgewählte

Elemente durch das BAV (z.B. in sogenannten Audits) kontrolliert. Die operative

Verantwortung für den sicheren und effizienten Bahnbetrieb liegt allerdings bei den

Unternehmen selbst.

Die gesetzlichen Anforderungen dazu betreffen unterschiedliche Handlungsfelder: z.B. die

Organisation, das Personalwesen etwa hinsichtlich Aus- und Weiterbildung, die

Instandhaltung der resp. die Kenntnisse über die eigenen Anlagen, wozu auch die

Finanzierung, die Planung, Umsetzung und die Dokumentation gehört. Fachkundige Dritte

können Eisenbahnunternehmen dort unterstützen, wo es nötig ist. Diese Unterstützung

müssen sich die Bahnbetriebe selbstständig einholen. Ein paar Gedankenanstösse zu

Grundsätzen, die auch für Meterspurbahnen gelten, welche Ihnen bestens bekannt sind und

nach denen Sie sich bereits heute ausrichten:

Technische Innovationen sollen aus Gründen der Effizienzsteigerung und nicht aus

Konkurrenzdenken vorangetrieben werden. Neue Angebote sollen künftig nur eingeführt

werden, wenn die Rentabilität relativ verbessert werden kann. Insgesamt soll auf eine

effiziente Leistungserbringung geachtet werden. Damit kann ein Weg beschritten werden,

der von einer Maximierung der Subventionen weg führt. Die Eisenbahnunternehmen werden

weitgehend selbstständig überlebensfähig. Schliesslich soll das Wichtigste nicht vergessen

gehen: der Kunde. Ein Unternehmen kann nur rentieren, wenn die Bedürfnisse der Kunden

bekannt sind und ein Angebot diesen Bedürfnissen entsprechend hinterfragt und

gegebenenfalls angepasst wird.

RAILplus AG Mobile: + 41 (0)79 610 68 18

Hans-Jürg Spillmann

Freiburgstrasse 341

hans-juerg.spillmann@gmx.ch

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Kompetenzen abgeben, um Autonomie zu gewinnen

Viele kleinere Bahnunternehmen können die grossen Anforderungen nicht alle selbst

erfüllen. Dies ist verständlich und auch kein Problem, sofern die Unternehmen ihre

Kernkompetenzen und auch ihre Schwächen kennen und sich auf die Stärken

konzentrieren. Schliesslich sollen die Unternehmen Synergien nutzen; beispielsweise in der

Beschaffung von neuem (Roll-)Material oder in der Ausbildung von Spezialisten der

Zugsicherung. Auch im Bereich des Infrastrukturbaus liegen heute – zumindest gelegentlich

– noch Synergien brach. Mit Zusammenarbeit lassen sich gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Auch kann das Kosten-/Nutzenverhältnis verbessert werden. Wie bereits erwähnt, geht es

dabei nicht um bedingungslose Fusionen von Transportunternehmen. Durch nutzen von

Synergien bleiben die kleineren Transportunternehmen effizient, rentabel und somit

überlebensfähig und autonom. Plattformen wie RAILplus sind in diesem Sinne zu nutzen

und zu intensivieren. Denn sie sind zielführend.

Fazit

Wenn alle – das Bundesamt für Verkehr und auch die Meterspurbahnen – ihre jeweilige

Verantwortung wahrnehmen, so kommen wir gemeinsam einen Schritt vorwärts. Eigene

Kompetenzen, Hilfeleistungen können wenn nötig und möglich Anderen angeboten werden.

So wird der Weg frei für Kooperation und Konkurrenz in einem fairen Mit- und

Nebeneinander. Damit wir die Ziele erreichen: Meterspurbahnen können sich weiter

entwickeln und bleiben stark, finanzielle Risiken werden minimiert und das Bahnsystem

bleibt sicher. Und das Wichtigste: Ihre Kundinnen und Kunden sind zufrieden.

Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr.

E-Mail: peter.fueglistaler@bav.admin.ch

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