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B • Menschenrechte gelten für alle!

B 11

Gewalt gegen Frauen

Frauen betrifft, sondern sich tagtäglich auf die gesamte

Gesellschaft auswirkt. Politiker und Politikerinnen, Interessenvertreter

und Interessenvertreterinnen der Zivilgesellschaft

sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Hilfseinrichtungen

müssen deshalb gemeinsam ihre bisherigen

Maßnahmen einer kritischen Prüfung unterziehen, um das

Problem der Gewalt gegen Frauen in jedem Bereich der Gesellschaft

anzugehen.«

picture alliance/PIXSELL

Stumm, aber eindrucksvoll gegen Gewalt gegen Frauen –

eine Demonstration im September 2014.

Frauen erfahren zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit

und im Internet Gewalt. Das Ausmaß dieser Gewalt zeigt

ein neuer Bericht der Agentur der Europäischen Union für

Grundrechte (FRA), der die Ergebnisse der weltweit größten

Erhebung über Gewalt gegen Frauen vorstellt.

»Die Ergebnisse dieser Erhebung können und dürfen nicht

ignoriert werden«, betonte der FRA-Direktor Morten Kjaerum:

»Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt gegen

Frauen ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung, die

in allen EU-Mitgliedstaaten anzutreffen ist.« Kjaerum erklärte

weiter: »Das enorme Ausmaß des Problems verdeutlicht,

dass Gewalt gegen Frauen nicht nur einige wenige

In der Erhebung wurden Frauen zu ihren Erfahrungen mit

körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, einschließlich

häuslicher Gewalt, befragt. Thema der Befragung waren

auch Stalking, sexuelle Belästigung und die Rolle, die neue

Technologien bei Missbrauchserfahrungen spielen. Die Erhebung

enthielt auch Fragen zu Gewalterfahrungen der

Frauen in ihrer Kindheit. Die in dem Bericht dargestellten

Erhebungsergebnisse lassen keinen Zweifel daran, dass

ein breites Spektrum unterschiedlicher Gruppen, wie etwa

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, medizinisches Fachpersonal

und Internetprovider, Maßnahmen zur Bekämpfung

von Gewalt gegen Frauen treffen muss. Um die Situation

zu verbessern, hat die FRA eine Reihe von Stellungnahmen

ausgearbeitet. Diese sollen politische Entscheidungsträger

und -trägerinnen der EU und ihrer Mitgliedstaaten dabei

unterstützen, umfassende Maßnahmen zur Verhütung und

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einzuführen und umzusetzen.

© Agentur der Europäischen Union für Grundrechte

vom 5. März 2014

(http://fra.europa.eu/en/media/press-packs/vaw-survey)

B 12

Ein Szenario

Ihr seid auf einer großen öffentlichen Party. Veranstalter

ist die örtliche Bierbrauerei. Am Eingang steht der

Sicherheitsdienst und überprüft alle Gäste nach Alkohol

bzw. führt eine Alterskontrolle durch, so wie es das Jugendschutzgesetz

vorsieht. Die Stimmung im Partyzelt ist

ausgelassen und gut. Die Menge steht dicht gedrängt und

es gibt kaum freie Wege, um seine Position zu verändern.

Ein paar Mädchen drängen sich durch die Menge, um zur

Tanzfläche zu kommen. Auf der halben Strecke stehen ein

paar junge Männer, die jedem Mädchen, das vorbeiläuft,

an den Hintern fassen oder diese zwicken. Die meisten

Mädchen reagieren nicht und laufen einfach weiter. Doch

einige wehren sich und schreien die jungen Männer an.

Daraufhin werden sie von diesen grob geschubst und angepöbelt.

Arbeitsanregungen B 11 und B 12

◗ Wertet die Aussagen in B 11 aus. Überlegt, welche

Gründe für die Gewalt gegen Frauen mitverantwortlich

sind. Welche staatlichen und nichtstaatlichen Akteure

sind nach Meinung der Experten gefordert zu handeln

Was können diese tun

◗ Was könnten die Mädchen oder Dritte tun, um die

körperlich-sexuellen Übergriffe, die in B 12 geschildert

werden, zu beenden Simuliert ein Gespräch mit unterschiedlich

verteilten Rollen, z. B. betroffene Mädchen,

der Sicherheitsdienst, der Veranstalter, das Stadtjugendreferat.

Welche Verantwortung trägt der Veranstalter, um

solche Situationen zu vermeiden bzw. zu stoppen

Politik & Unterricht • 3/4-2014

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