Kaokoveld-Tour 2004 - Schlammreporter

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Kaokoveld-Tour 2004 - Schlammreporter

Zu den roten Hirten des grünen Kaokoveldes

22.11.2004 – 13.12.2004


Vorwort

...eigentlich wollte ich ja nach Tansania. Ich wollte dieses Mal die Serengeti und den

Ngorogoro-Krater besuchen und dabei mal wieder viele Fotos machen. Da ich dieses Mal

mir aber nur eine Reise vermitteln lassen wollte und dies nicht geklappt hat, stand ich vor der

Frage: „Was mache ich mit dem Urlaub“ Ich wollte doch wegfahren.

Also musste eine Alternative her – und zwar schnell, da es bereits September war. Ein Blick

über die Afrika-Touren in den Reisekatalogen, etwas Recherche im Internet auf den Seiten

der Reiseveranstalter über den Tourverlauf und Gruppengröße, ein Anruf, um letzte Fragen

zu klären und ab ging das Fax mit der Buchung.

Highlights dieser Tour sollten nicht nur die Begegnungen mit den Himba sein, die noch auf

die traditionelle Buschmann-Art leben, sondern auch wieder ein Besuch im Etosha-

Nationalpark, Nashorn-Tracking in einer Conservation Area und die Offroad-Tracks im

Kaokoveld.

Es hörte sich also sehr gut an und da die maximale Gruppengröße auf 8 Personen

beschänkt war, war dies ebenso ein Argument für mich, wieder drei Wochen in das südliche

Afrika zu fliegen. Nur mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal „nur“ in Namibia sein würde

und nicht wieder eine 4-Country-Tour.

Also geht’s dann vielleicht das nächste Mal eben nach Tansania. Aufgeschoben ist nicht

aufgehoben.

22.11.2004

Endlich geht’s los. Am Vorabend wurde alles gepackt und die Begrenzung des Gepäcks auf

20kg war wohl auch leicht überschritten. Zusätzlich waren dieses Mal noch ein Fotorucksack

mit 3 Kameras und mehreren Objektiven, ein Metallkoffer mit Laptop und ein GPS-Gerät mit

im Handgepäck. Dieses Mal wollte ich unsere Fahrstrecken aufzeichnen, viel mit den Digital-

Kameras fotografieren und den Laptop hierfür als Datenspeicher und Arbeitsgerät nutzen.

Lt. Teilnehmerliste war die Tour voll, d.h. 8 Touris und zwei Reiseleiter werden die 3 Wochen

zusammen verbringen.

Nachdem ich mit meinem Gepäck an den Bahnhof gebracht worden war, ging es dann auch

gleich nach Koblenz im Regionalexpress. Nachdem ich saß und eine kleine Flasche

luxemburger Cremant genoss, bemerkte ich, dass ich in der 1. Klasse war. So was gibt es

also auch in den regionalen Zügen. Aha! Gut, wenn der Schaffner kommt und meckert werde

ich mir einen anderen Platz suchen – er kam aber nicht. In Koblenz ging es dann mit dem IC

direkt zum Flughafen Frankfurt. War natürlich überpünktlich dort – man konnte noch gar nicht

einchecken. Also gut, dann erst einmal ein Bier.

Als sich dann vor dem Air Namibia Check-In Schalter sich eine Schlange bildete, habe ich

mich dann mit eingereiht und wollte mal sehen, wer außer mir auch noch so tolle rote

Gepäckanhänger des Reiseveranstalters hatte. OK, ich sah ein, zwei, drei, vier... na ja, bei

10 habe ich dann erst einmal aufgehört, da hiermit ja bereits unsere Gruppengröße

gesprengt war. Aber eine Nachfrage bei einem Pärchen ergab, dass offenbar mehrere

Touren des Reiseveranstalters heute begannen, da sie nach Kapstadt weiterfolgen.

Das Flugzeug von Air Namibia war eine McDonnell Douglas Maschine – das ist die mit einer

Turbine im Heckleitwerk. Der Abflug war gegen 23:00 Uhr. Der Innenraum des Fliegers war

meiner Meinung nach auf maximale Platzausnutzung ausgelegt, dass es mir beinahe schon

zu eng war. Aber es ist ja ein Nachtflug und 9,5 Stunden Flug nach Windhoek werden auch

irgendwie rumgehen...


23.11.2004

Gegen 9:30 Uhr Namibia-Zeit (+ 1 Stunde) sind wir in

Windhoek gelandet. Strahlend blauer Himmel ohne

Wolken, Sonnenschein und knapp 25 Grad Temperatur -

Tendenz steigend - erwarteten uns.

Am Einreiseschalter die gleiche Prozedur wie letztes Jahr:

anstellen und wenn man dann an der Reihe ist, den

Reisepass mit dem kleinen DIN A 5 Formular zur Kontrolle

abgeben. Als ich dann endlich an die Reihe kam und meine

Papiere der Beamtin gegeben hatte, wollte sie wissen, wo ich

übernachten würde – ist ein Pflichtfeld auf dem Einreiseformular.

Auf meine Antwort, dass ich eine Rundreise mache und jede Nacht

woanders sein würde, entgegnete sie, wo dann heute Abend sein

würde. „Auf einer Gästefarm“, antwortete ich. „Welche denn“

„Weiß ich nicht, aber ich habe das Reiseprogramm hier. Da sollte

es drinstehen.“ Nur, dass ich dann feststellen musste, dass im

Programm nur etwas von einer Gästefarm stand, aber kein Name. Sie hat sich das

Programm angeschaut, etwas gegrummelt, dann den Einreisestempel in den Pass gedrückt

und mir diesen mit dem Programm zurückgegeben. Ich habe keine Ahnung, ob sie den

Übernachtungsort selbst eingetragen hat. Das war mir aber zu dem Zeitpunkt so egal, da ich

so ziemlich der Letzte war, der am Immigration-Schalter abgefertigt wurde. Noch schnell das

Gepäck vom Band geholt und raus in die Halle, wo ich bereits von den Tourguides Jaco und

Charné und den anderen Mitreisenden erwartet wurde.

Nach dem Besuch der Wechselstube im Flughafen – komischerweise akzeptiert der

Geldautomat im Flughafen keine Maestro-Karten – wurde das Gepäck verladen und ging es

dann mit zwei Toyota Landcruisern (unsere Fahrzeuge für die Tour) zur Gästefarm. Auf die

Frage, wie weit es wäre, antwortete Jaco, dass es nicht allzu weit wäre – quasi nach Norden

und dann mal rechts ab. Dauert ca. zwei Stunden (also ca. 120 km). Also irgendeinen Sitz

ergattert und ab ging es. Nach einigen Kilometern bogen wir von der geteerten Hauptstraße

ab und Pad’s waren angesagt. Während wir durch die Landschaft fuhren und die Aussicht

genossen, wurde uns mitgeteilt, dass es 2-3 Wochen vor unserer Ankunft in Namibia

geregnet hatte. Im Vergleich zum Vorjahr kam es mir aber auch grüner vor. Wir sahen auch

bereits Antilopen auf beiden Seiten der Pad. Ab und zu hielten wir kurz an, um sie schnell zu

fotographieren.

Die Gästefarm hatte den

Namen „Otjiruze“, was in der

Herero-Sprache „Stachelschwein“

heißt. Wir wurden

auch gleich von der Chefin

Barbara und einigen ihrer

Angestellten begrüßt,

brachten unser Gepäck in


unsere Zimmer und es war bereits Zeit fürs Mittagessen. Danach konnten wir noch etwas

ruhen. Doch ich ging mit der Kamera unter der prallen Nachmittagssonne auf kleine

Entdeckungstour, da in diesem Gebiet auch viele Termitenhügel waren, die ich mir aus der

Nähe ansehen wollte.

Wir haben uns zum Kaffee später getroffen, da unsere Guides das Reiseprogramm mit uns

durchsprechen wollten. Schließlich sollten wir ja wissen, was uns in den nächsten 19 Tagen

erwarten wird:

Wir würden ca. 3200 km zurücklegen, Reviere entlangfahren auf der Suche nach

Wüstenelefanten (eigentlich: an die Wüste angepasste Elefanten), Rhino-Tracking, Besuche

von Himba-Kraals sowie die Epupa-Wasserfälle besichtigen.

Danach ging es reihum und jeder stellte sich kurz vor:

• Renate, die von fremden Völkern fasziniert ist und deshalb

unbedingt die Himba besuchen möchte,

• Irene und Carla, unsere zwei super-fitten Damen, die auch

in ihrem jungen Alter (77 & 78 Jahre – mega-Respekt!) noch

topfit die Berge rauf- und runtermarschieren,

• Peter, der selbsternannte Welten- und Lebensbummler, der Eindrücke

sammelt, dabei noch zaubert und Märchen erzählt – mein Zelt- und

Zimmerkumpel,

• Wolfgang und Birgit: ein Tourguide, der für diese Tour die

Seite gewechselt hat und so einmal die „andere“ Seite dieser

Tour kennenlernen möchte und Birgit, die lt. eigener

Aussage zum ersten Mal in die große, weite Welt verreiste

und sich damit endlich einen Traum erfüllen konnte,

• Sidhi, der eigentlich Horst heißt, aber im Laufe der Jahre diesen

Spitznamen bekam und endlich eine Tour ins Kaokoveld, die seinen

Vorstellungen entsprach, gefunden und gebucht hatte, sowie

• ich, Rolf, der mal wieder der Jüngste auf der Tour war und die

ihm noch unbekannten Ecken von Namibia erkunden möchte

– als Ersatz für Tansania. Ich hatte übrigens mehr

elektronische Geräte dabei, als alle anderen zusammen.


sowie unser Guide-Pärchen (aus Swakopmund):

• Jaco – Leiter unserer Truppe, der eigentlich gelernter

Mechaniker für Motoren ist. Beruhigend, dass sich jemand

im Notfall mit den Dingern auskennt und

• Charné – ehemalige Buchhalterin, die den Job gewechselt

hat. Das hat wohl auch mit Jaco’s Beruf zu tun, da sie

sonst immer für einige Wochen alleine wäre.

Unsere „Packesel“ für die Tour waren zwei Toyota Landcruiser – zwar nicht das neueste

Modell – dafür aber sehr erfahren (nicht negativ gemeint!), robust und mit Zusatzausstattung:

• 4,2l Diesel mit 137 PS

• 2x90ltr. Tank (umschaltbar während der

Fahrt)

• Dunlop SP Qualifier 57x16“ Schlauchreifen

• 40ltr. Wassertank

• 2 Ersatzräder

• Doppelbatterie

• Safari-Schnorchel

• CB-Funk und

• 1xHF-Funk

Lediglich das Ein- und Aussteigen von der Rückbank war gewöhnungsbedürftig. Da wären

zusätzliche Türen bequemer gewesen.

Danach ging es auf der Ladefläche eines Jeeps noch auf das

Farmgelände auf eine kleine Erhöhung, um bei einem Sundowner den

Sonnenuntergang genießen zu können. Zurück an der Farm ging es dann

gleich weiter mit Abendessen und dem gemütlichen Ausklingen des

Abends an der Bar incl. einem Märchen von Peter als Gute-Nacht-

Geschichte. Das war dann auch ein langer Tag und wir fielen ins Bett.

24.11.2004

Nach dem Frühstück Abschied von Barbara es ging zurück auf die Bundesstraße Windhoek

– Okahandja gen Norden, wo wir die Gräber von Herero-Chiefs besucht haben. Okahandja

ist die „Hauptstadt“ der Herero. Gegenüber der Gräber befand sich auch noch eine Kirche

mit einem kleinen, deutschen Soldatenfriedhof. Nach dem Tanken und kurzem Schlendern

über den lokalen Crafts-Market ging es dann weiter in Richtung Norden nach Outjo. Viel


kaufen konnten wir auf dem Crafts-Market nicht, da unsere Fahrzeuge recht voll beladen

waren. Außerdem würden wir auf dem Rückweg noch einmal vorbei kommen.

Da unsere Guides noch Besorgungen (u.a. Getränke für die Zeit im Kaokoveld) zu machen

hatten, schlenderten wir etwas im Ort herum, besuchten Curio-Shops und tranken Kaffee in

einer deutschen() Bäckerei. Danach führte uns die

letzte Teiletappe in den Etosha-Nationalpark, wo wir

im Camp Okaukuejo übernachten werden.

Bereits nach dem Parkeintritt sahen wir viele

Springböcke, wovon einige auch miteinander

gekämpft haben, Oryx und Strauße. Am Wasserloch

war nichts los – Schade! Als Abendessen war Buffet

angesagt im Camp-Restaurant. Danach Foto

geschnappt und wieder ans Wasserloch – wieder

Fehlanzeige, keine Tiere, außer einem Perlhuhn und einem Schakal. Hier machte sich der

Regen bemerkbar: es gab noch viele Stellen, wo noch Pfützen waren oder kleine Quellen

noch sprudelten, so daß die Tiere nicht auf dieses Wasserloch angewiesen waren. Schade.

Naja, da haben wir dort halt gemütlich unser Bier getrunken und uns unterhalten.

25.11.2004

Nachdem wir früh morgens zwischen 6 und 7 Uhr wieder

vergebens auf Tiere am Wasserloch gewartet hatten (außer

einer kleinen Herde Zebras in der Ferne war nichts in

Sicht), ging es nach dem Frühstück in Richtung Westen

entlang der Hauptpiste auf Pirschfahrt. Vorher haben Peter

und ich noch kurz bei der Webervögelsiedung

vorbeigeschaut, neben der ich bei meinem letzten Trip

gezeltet hatte.

Es hat guten Zuwachs gegeben, mehr Wohnungen und

mehr Stützen, die den Ast nun halten.


Es war geplant, bis an die Westgrenze des Parks zu fahren – der größte Teil dieser Strecke

ist nur mit der Sondergenehmigung für Tour-Veranstalter erlaubt. Dort fanden wir viele Gnu-,

Zebra und Springbockherden an Wasserlöchern und Tümpeln. Dann war auf einmal nur

noch Flora angesagt, es waren keine Tiere mehr zu sehen.

Abwechslung brachte dann aber der Märchenwald, Moringa-Bäume, deren Äste fast wie

Wurzeln mit Blättern aussehen. Die Buschmänner glauben, dass diese Bäume von Gott

nach der Erschaffung der Welt noch übrig waren, er sie aber nicht mehr brauchte und sie

einfach über seine Schulter hinweg warf. So fielen sie auf der Erde mit den Ästen nach

unten. War diese Aktion somit eine Art Problemmüllentsorgung von Gartenabfällen

Es wurde so langsam Mittagessenszeit und wir fuhren in einen „Käfig für Menschen“ – ein

umzäuntes Schutzgelände mit dem Namen Olifants-Rus (Elefanten-Ruhe). Hier wurden

früher Elefanten, die mit Milzbrand-Erregern infiziert waren, notgeschlachtet. Buschtoiletten

gab es dort auch, da

man ja im Park nicht

aus dem Auto steigen

darf.

Nach der Raubtierfütterung

der Gruppe

ging es weiter in

Richtung westliches

Park-Tor. Inzwischen

waren wir in dem

Parkbereich, wo man

nur mit Sondergenehmigung

fahren durfte. Wir hielten an mehreren Wasserlöchern. Es war dort immer

schön grün, aber keine Tiere vor Ort. Also fuhren wir weiter. Mal sehen, ob nicht doch noch

etwas kommt.

Kurz darauf entdeckten wir Giraffen nahe der Straße. Nach einer weiteren „Durststrecke“

ohne Tiere hatten wir erneut Glück: Elefanten, eine große Herde von ca. 20 Tieren mit 2

Jungtieren, die man aufgrund des hohen Grases fast nicht sehen konnte. Tolle Tarnung für

die, schlecht für die Fotografen.


Als wir versuchten, etwas näher heranzufahren, entdeckten wir einen alten Rangerweg, den

wir auch gleich benutzt haben. Dort fanden wir dann ein Wasserloch, das vom Regen noch

übrig geblieben war und von dem die Herde gerade wegging.

Also weiter auf der Haupt-Pad. Ein paar Meter weiter hatten wir dann noch etwas

Nervenkitzel. Ein Elefant war auf der gegenüberliegenden Straßenseite und wollte wohl an

das Wasserloch. Er kam nur langsam näher und wir suchten uns eine gute Stelle, wo wenig

Bewuchs war, um ihn besser fotografieren zu können. Hat auch gut geklappt. Nur, dass der

Elefant ausgerechnet dort wo wir mit dem

Landcruiser an unserer Fotoschneiße

standen, über die Straße wollte. Da er die

deutsche Sprache wohl nicht beherrschte,

versuchte er uns mit Ohrengewackel,

Trompeten und Auf-uns-zurennen deutlich

zu machen, aus dem Weg zu gehen. Ich

glaube, die Fachsprache würde dieses

Verhalten als Scheinangriff und

Drohgebärde bezeichnen. Unsere Reaktion

bestand darin, schnell den Motor zu starten

und einige Meter zurückzusetzen. Und siehe

da, er war happy und überquerte stolz und

genüsslich die Pad. Bei der Fotografier-

Aktion des Elefanten muß außerdem

erwähnt werden, dass hier zum ersten Mal

während dieser Aktion die sog. Technik des

Objektiv-Sharings praktiziert wurde: zwei

Tele-Objektive (1x200mm, 1x300mm und

1x500mm) wurden zwischen den 3 Canon-

Fotografen im Auto wild hin und her

gewechselt.

Nach dem Passieren des Westtors war es

nicht mehr weit bis zu unserem heutigen

Tagesziel, der Hobatere-Lodge. Hier war

das letzte Mal Übernachtung in einem Bett angesagt, danach geht’s zum Zelten.

Unterbringung war in sehr netten, kleinen, runden Hütten.

Nach dem sehr leckeren Abendessen ging es noch auf Nachtpirsch. Allerdings sah man

außer einigen Springböcken nicht viel. Das hing vielleicht auch damit zusammen, dass es

aufgrund des Vollmonds sehr hell war – Wolken gab’s dort ja keine.

26.11.2004

Früh morgens um 6:45 Uhr aufgestanden und um 7 Uhr ging es mit einem Angestellten der


Lodge zu einer Erkundungs-Wanderung der näheren Umgebung vor dem Frühstück. In der

Ferne konnten wir Giraffen und Kudus sehen. Ebenso konnten wir Geckos beim

morgentlichen Aufwärmen beobachten und einige nette Aussichten genießen.

Danach „adios Hobatere“ und weiter ging

die Tour. Auf dem Weg zurück zur Pad

sahen wir noch Oryx und Zebra. Und immer

weiter in Richtung Norden. Immer weiter

entlang der monotonen Pad, von der man

meinen könnte, sie wäre mit dem Lineal

gezogen, bis nach Ruacana – Grenzstadt

nach Angola. Dort noch einmal vollgetankt

und weiter ging es nach Westen am

Kunene – der Grenzfluss – entlang in

Richtung Kunene River Lodge. Ab dann war

auch die Pad zu Ende und es ging ab sofort

auf einer steinigen Piste weiter – welcome

to Kaokoveld offroad!

Bei der Mittagspause am direkt am Kunene –

Angola war zum Greifen nah – hatten wir den

ersten platten Reifen. Kein Problem, wir haben

ja pro Fahrzeug 2 Ersatzreifen dabei und wir

konnten unsere beiden Guides beim schnellen

Reifenwechsel beobachten. Auf dem weiteren

Weg bis zur Lodge noch einige

Meerkatzenaffen gesehen – leider auch

Halden von Bierflaschen gegenüber einigen

Wohnsiedlungen. Und da war angeblich noch

Pfand auf den Flaschen. OK, es war dort

etwas weiter zum Supermarkt als bei uns.

Am Campingplatz der Lodge angekommen,

ging die Routine los, die uns bis zum Ende der Reise verfolgen sollte: Fahrzeuge ausladen,

Tisch und Stühle nach einem bestimmten Plan aufbauen und Jaco zeigt uns noch, wie man

die Zelte einfach und schnell aufbaut. Da es die gleichen tollen Zelte waren, wie die auf

meiner Vorjahrestour, hatte ich einen kleinen Vorteil, was die Auf- und Abbau-Technik betraf

– zusammen mit Jaco’s Ratschlägen wurden Peter und ich quasi zu den schnellsten

Zeltaufbau-, –abbau- und –zusammenlege-Team der Gruppe, vielleicht auch etwas zum

Frust der anderen, da wir meistens als Erste früh morgens damit fertig waren. ;-))

Abends waren dann auch zum ersten Mal Jaco und Charné Mâitres de Cuisine – ab sofort

kochten sie für uns. Auf unserere Fragen während der Tour, ob wir beim Kochen mithelfen

sollen, gab es dann von Charné immer ein freundliches „Danke, nein.“ zu hören. Trauten sie

uns etwa nicht

Zur Einstimmung gab es ein BBQ mit leckeren Steaks vom Grill. Mit Lagerfeuerromantik und

Jaco’s Reisestories über (Motorad-)Touren – die ich aufgrund Müdigkeit leider verpasste,

aber als sein Beifahrer einige Tage später doch noch erfuhr – klang der Abend am Ufer des

Kunene aus.


27.11.2004

Morgens stand eine kleine Wanderung an. Wir fuhren vom Camp aus auf der Straße ca. 7km

stromaufwärts um dort die Ondurusu-Fälle zu besuchen. Als wir an den Fluß kamen, wollte

Jaco auf der anderen Seite eines dort

einmündenden Reviers, dessen Sandbett

vor nicht allzu langer Zeit noch

Regenwassergetränkt war, den Wagen

parken. Da er offenbar für Charné’s

Geschmack nicht zügig genug durch das

Revierbett fuhr, kam über CB-Funk ihre

Anfeuerung: „Gib Gas Junge.“ Und da wollte

sich dann Jaco auch nicht lumpen lassen

und wir wurden etwas wachgerüttelt.

Die Wasserfälle waren eher ein

Wasserfällchen, da der Höhenunterschied

des Kunene-Flußbetts hier nur knapp 1-2

abfällt. Aber man konnte sich vorstellen,

was dort auch für Wassermassen

durchrauschen können, da an höher

gelegenen Stellen Treibholz herumlag.

Nach der Erkundung des Fällchens ging es

dann flussaufwärts parallel zum Ufer, wobei

wir aufgrund öfters kleine Umgehungen von

Pfützen machen mussten. Wir waren auch

neugierig darauf, auf Einheimische zu

treffen, da wir entlang der Straße von Ruacana bis zum Camp immer wieder kleine

Siedlungen gesehen haben.

Nach einiger Zeit kamen wir an

einen Tierkraal-Zaun aus

Dornenranken. Dort kam auch gleich

ein Junge angelaufen und wollte

„Sweeties“. Dieses Wort sollten wir

noch oft im Kaokoveld zu hören

bekommen. Ich frage mich nur, ob

dieses Wort der Himba-Sprache –

der Herero-Sprache – entstammt.

Mir kamen Zweifel, da ich in der

Wildnis keinen Supermarkt oder

Kiosk antreffen sollte.

Jaco unterhielt sich kurz mit dem Kleinen, dann kam auch

schon sein Vater an. Mit der erhobenen Axt in der einen

Hand und in der anderen hielt er seine Machete bereit. War

ein toller Anblick. Er schaute etwas grimmig drein, da er

wohl wissen wollte, wer hier die Idylle stört.

Nach kurzen Verhandlungen bzgl. des Preises für das

Fotografiert-werden war man sich nicht einig geworden

– also wanderten wir zurück zu den Autos und fuhren

zurück ins Camp – war ja auch schon Zeit fürs

Brunchen. Nachmittags war chill-out, keeping cool an

der Flußbar und etwas Wäsche waschen angesagt.

Am späten Nachmittag ging es dann noch auf eine

Bootsfahrt den Kunene hinab. Uns wurde es als


Sunset Cruise tituliert, im Programm der Lodge konnte man eine Booze Cruisde buchen.

Naja, wird wohl das Gleiche sein, da auch

wir Bier und andere Getränke an Bord

hatten.

Gemütlich ging es also in 2 Booten mit

jeweils einem Getränk in der Hand in

Richtung Westen, dem Atlantik entgegen –

Renate wollte nicht mit und blieb im Camp.

Jeweils zwei Angestellte der Lodge saßen

am Heck und ruderten/steuerten uns sicher

flussabwärts. Unterwegs wurde ein kleines

Krokodil auf einer Sandbank gesichtet. Das

hatte aber mehr Angst vor uns als wir vor

ihm – und so verschwand es so schnell es

konnte im trüben Wasser des Kunene.

Einige Stromschnellchen brachten etwas

Bewegung in die glatte Wasseroberfläche,

ansonsten war der Boots-Turn sehr ruhig.

Während wir so trieben zog sich auf

angolanischer Seite der Himmel mit dunklen

Wolken zu und wir konnten einige Mal

sogar Donner hören und Wetterleuchten

beobachten. Oh Sch...e – hoffentlich bleibt

das in Angola, da Peter und ich ja unsere Zeltfenster offen hatten. Und afrikanische

Regengüsse stehen nicht für geringe Wassermengen. So hat das wohl jeder gedacht und

gehofft haben, doch als es auch auf der namibianischen Seite dann auch immer wolkiger

wurde, kamen wohl erste Zweifel.

Zum Glück waren wir an unserem Endpunkt

der Bootstour angekommen: Swaartboisdrift.

Eine künstliche Stromschnelle der

Dorslandtrekker, die damals von Angola

nach Namibia wollten und Steine ins

Flussbett brachten, um über diese dann

ihren Weg fortsetzen zu können. Also durch

die Stromschnellen, die ihren Namen dieses

Mal verdient haben und kräftig paddeln,

dass wir an eine gute Stelle am Ufer zum

Anlegen kamen.

Der Himmel

wurde immer

dunkler und sogar etwas orangenfarben wenn man nach Angola

schaute, während man auf der namibianischen Seite sehr

schöne kräftige orangerote Farben in den von der

untergehenden Sonne angestrahlten Wolken sah. War ein toller

Fotospot für jeden von uns, der eine Kamera dabei hatte – das

war außer Peter so ziemlich jeder. Als dann in Angola auch

noch Regenbögen zu sehen waren, dauerte es nicht mehr

lange, bis es zu tröpfeln anfing. Zum Glück war während

unserem Foto-Shooting auch schon ein Fahrzeug mit Anhänger

eingetroffen und die Boote bereits aufgeladen, so dass es sofort

losgehen konnte. Kaum waren wir unterwegs, gingen auch

schon die Himmelsschleusen auf. Zum Glück war ein Dach über

der Ladefläche des Pickups, aber der Rücken war schnell nass.


Unsere zwei Mädels, Irene und Karla,

versuchten sich noch mit einer (leeren)

Mülltüte über dem Kopf etwas zu schützen,

aber viel genutzt hat das wohl auch nichts.

Der Regen hat so schnell aufgehört wie er

angefangen hatte. Nach ca. 10 min. war

alles vorbei und das Wasser war auch schon

fast wieder komplett versickert. Au weia,

wenn es hier, ca. 10km vom Camp entfernt

so geregnet hat, dann wohl auch dort. Naja,

c’est la vie. Was nass ist, wird auch wieder

trocken – eine Weisheit, die ich auf meiner

Tour 2003 gelernt habe.

Dann kam uns auch noch ein Fahrzeug entgegen. Es war vom Camp und brachte

Handtücher zum Trocken und um vor dem Fahrtwind zu schützen.

Im Camp zurück stellte sich heraus, dass es auch dort geschüttet hatte. So hatte jeder mehr

oder weniger Wasser im Zelt, da alle die Fenster offen gelassen haben. Ein Zelt-Team hatte

die Schlafsäcke vor dem Zelt zum Auslüften liegen lassen... Bei uns war nichts, da Renate

auf dem Weg zu ihrem Zelt sich doch noch die Zeit nahm, unsere Fenster zu schließen –

Dankeschön nochmals. Ich wüsste nicht, ob ich daran gedacht hätte, bei anderen ebenfalls

die Zelte zuzumachen, vor allem wenn es bereits dunkel ist und schüttet. Muss ja jeder

selbst daran denken – auch ich. Die Lektion war mittels „Trial and Error“ gelernt worden.

Komischerweise war die Wäsche auf der Leine neben unserem Zelt überhaupt nicht nass

geworden. Es kam also auch darauf an, wieviel Blattwerk über dem Zelt war.

Ab und zu kamen noch einige Tropfen herunter, wobei diese aber auch von Blättern sein

konnten. In einer „Trockenphase“ zauberte Charné in 10 min. leckere Spaghetti mit

Hackfleischsauce. Gegen Ende des Essens kamen wieder einige Tropfen doch jeder –

außer Sidhi – war sowieso schon satt. Anschließend noch Roibos-Tee am Lagerfeuer

gekocht und gemütlich beim Tröpfeln genossen.

Diese Nacht ließen wir die Fenster zu, wobei durch die Luftfeuchtigkeit im Zelt es mir nachts

dann doch zu heiß wurde und ich 2 Fenster wieder aufgemacht habe. Wenn es regnet – was

soll’s.

28.11.2004

Nach der feuchten Nacht folgte ein blauer Himmel, fast ohne Wolken. Zeit aufzubrechen,

auch wenn vielleicht einiges noch feucht war, es wird schon trocken werden. Wenn nicht

heute, dann morgen. Nachdem alles ein- und aufgeladen war – wir waren ja fast schon

Profis – und die Rechnungen bezahlt waren, ging es weiter in Richtung Tagesziel, dem

Omarunga Camp, direkt oberhalb der Epupa

Wasserfälle.

Aktuell ist noch nicht sicher, ob es diese in Zukunft

noch geben wird, da etwas unterhalb ein

Staudammprojekt – mit Billigung der Himba –

geplant ist und dies eine Überflutung der ganzen

Ebene incl. des Wasserfalls bedeuten würde. Man

munkelt, dass der Himba-Chef einen Pickup und

einige Stück Vieh für seine Zustimmung bekam.

Naja, dieses Projekt eröffnet vielleicht im größeren

Stil wirtschaftliche Perspektiven für die Himba und

den Kaokoveld-Tourismus, aber es ist schade, dass dadurch diese Naturschönheit

verschwindet.

Auf dem Weg machten wir kurz Halt in Okangwati, um dort „Fat Cooks“ zu kaufen. Das sind

sehr fettige, berlinerförmige Brötchen, die aber keinen Zuckerguss hatten, dafür in der Größe

um einiges umfangreicher sind.


Etwas außerhalb hielten wir dann an, um die „Brötchen“ zu belegen und zu essen. Ich war

nach einem Brötchen schon gesättigt. Danach ging es bis auf weiteres nur noch Offroad

weiter: ein schmaler Weg, meistens nur mit Kiesel oder etwas größeren Steinen „geteert“,

schlängelte sich zwischen Büschen, Sträuchern und kleinen Bäumen durch die Landschaft -

ca. 60km bis zu den Wasserfällen.

Nachmittags hielten wir kurz an Wasserlöchern an – 3 Himba saßen dort im Schatten eines

Baumes. Wir schauten uns kurz um und einige machten Fotos, schon wollten sie Geld von

uns, da es ja IHRE Wasserlöcher seien. Ein Päckchen Tabak war ihnen zu wenig, aber das

war uns dann auch egal, denn Jaco ließ sich auf keine Diskussionen ein.

Kurz vor den Fällen fuhren wir auf einen Aussichtspunkt, von dem wir einen sehr guten

Überblick über die Fälle hatten. Nach dem Genuss dieser Aussicht war es nur noch ein

Katzensprung bis zum Camp. An den Fällen machten wir noch einen kurzen Stop bei den

lokalen Arts & Crafts Shops, welche unter einem Strohmattendach hauptsächlich Armreife

und Ketten verkauften. Peter hatte bereits nach kurzer

Zeit mit seinem roten Tuch die Kinder verzaubert.

Dann ging es weiter ins Camp zum Lager bauen und

danach das verdiente kalte Bier oder Grapetiser an der

Bar zu genießen – bei 36 Grad Luft und ca. 25%

Luftfeuchtigkeit.

Die Campküche unter Köchin Charné kredenzte

Abends Wildgulasch – war aber irgendwie kein

Hirschfleisch darunter. Der Abend klang aus mit dem

Einnehmen der Malaria-Prophylaxe in Form von Gin-

Tonics an der Bar.

29.11.2004

Nach dem Frühstück ging es auf einem Weg gegenüber der Epupafälle zu einem Fleckchen

namens „White Sands“. Dort gibt es viel Sand, welcher bis an das Wasser reicht, aber wir

konnten dort keine Krokodilspuren finden. Ebenso fehlte auch jede sichtbare Spur von ihnen


im Wasser. War aber schon bemerkenswert,

eine Sandfläche inmitten einer von schroffen

Felsen geprägten Landschaft.

Während unseres Ausfluges fand an den

Wasserfällen auch eine Wahl statt. Einige

Staatsbeamte und Polizisten in Uniform

führten die Wahl durch und stellten sicher,

dass die korrekt ablief. Vor dem „Open Air

Wahl Büro“ stand die Warteschlange der

einheimischen Wahlberechtigten; eine bunte

Mischung von Leuten, die entweder

westliche Kleidung trugen oder in ihrem

traditionellen Himba-Outfit anstanden.

Jedenfalls empfanden alle dies als eine

gute Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen

und die neuesten Nachrichten

auszutauschen.

Auf dem Rückweg sind wir an eine Stelle

direkt am Wasserfall gegangen. Dort kam

eine Gischt aus dem engen Spalt

hochgewirbelt, welche mich an die Viktoria-

Wasserfälle in Zimbabwe erinnerten, wenn

auch nur auf sehr kleinem Niveau. Ein

kleiner Regenbogen war dort auch noch zu

sehen.

Nach dem Mittagessen im Camp kam Thom, ein Himba aus der Umgebung, vorbei, welcher

uns mit zu „seinen“ Leuten nahm. Die Himba haben ein unverwechselbares Merkmal: ab

einem bestimmten Alter (Erwachsen-werden) werden bei ihnen die beiden mittleren,

unteren Schneidezähne entfernt.

Mit Thom ging es dann auf Suche nach Himba-Camps in der Umgebung. Aufgrund der Wahl

am Vormittag waren Hinz und Kunz mit Kind und Kegel noch unterwegs. Aber wir hatten

Glück. Nachdem das erste Dorf, welches wir besuchen wollten, leer war, fuhren wir zum

nächsten. Dort hatten wir mehr Glück. Thom ging schnell zum Chief um ihn zu fragen, ob wir

in das Dorf eintreten dürfen. Der hatte nichts dagegen. So nahmen Jaco und Charné die

Gastgeschenke mit und präsentierten sie dem Chief, der sie in Empfang nahm und uns

daraufhin mit Wohlwollen willkommen hieß.

Es waren zwar nur wenige Personen in diesem kleinen Camp, aber das machte nichts. Wir

durften problemlos alles fotografieren, der Chief persönlich hatte Spaß daran und setzte sich

sogar entsprechend in Position. Die Möglichkeit, die Bilder meiner Digitalkamera ihnen sofort

zeigen zu können, fanden sie auch toll und sie amüsierten sich sehr darüber.


Peter verblüffte die Himba mit seinem

Zaubertrick. Diese konnten es nicht glauben

und er wurde aufgefordert, es immer wieder

zu zeigen. Da er das Tuch immer wieder

irgendwo anders hervorzauberte, wurden

deren Augen immer größer.

Nachdem Peter seine Zauberkräfte

vorgeführt hatte, befand der Chief, dass er

ihn nun seinerseits seine Zauberkräfte

vorführen würde. Kurze Kommandos an 2

junge Männer, ihm das entsprechende

Equipment zu holen und los ging die Show.

Er wollte uns demonstrieren, wie man auf

Buschmannart Feuer macht. Und siehe da,

es hat nicht lange gedauert und etwas Stroh

fing an zu glimmen. Daraufhin rauchten die

beiden Zauberer erst einmal eine Zigarette

auf ihre Erfolge, wobei diese am soeben

gemachten Feuerchen entzündet wurden.

Es war sehr gut, dass Thom mit dabei war,

da er ständig Himba Englisch und

umgekehrt übersetzen konnte. Aus diesem

Grund waren die Himba offener und auch

neugierig auf uns. Sie konnten z.B. nicht

verstehen, dass der männliche Touri-

Teil unserer Gruppe noch nicht

verheiratet war bzw. es nicht mehr sei.

Peter entgegnete dem Chief

daraufhin, dass es für den Himba

teuer sei, eine Frau zu kaufen bzw.

sie zu bekommen, für den „Weissen“

hingegen es jedoch teuer sei, eine

Frau wieder los zu werden. Gelächter

auf beiden Seiten nachdem Thom

übersetzt hatte. Auf die Frage,

wieviele Rinder ihm Birgit wert wäre,

antwortete er, dass er 4 Rinder geben

würde, aber uns zuliebe noch ein Tier

dazupacken würde. OK, Birgit wollte dann doch nicht bleiben

und so kam der Deal nicht zustande.

Nach diesem schönen Besuch ging es wieder zum Aussichtspunkt, wo wir noch den

Sonnenuntergang mit einem Bier gemütlich beobachten konnten. Nach dem Abendessen

war dann wieder Entspannung an der Bar angesagt.

30.11.2004

Am Morgen war bis 07:30 Uhr alles abgebaut, danach gab es Frühstück. Peter und ich

waren eigentlich immer die ersten, die aus den Federn gekommen sind. So waren wir

meistens als Erste fertig mit Zelt und Gepäck zusammenzupacken und es einladebereit am

Wagen zu deponieren.

Es ging zurück nach Okangwati – dieses Mal ohne „Fat Cook“-Shopping – und weiter nach

Opuwo, quasi der „Hauptstadt“ des Kaokoveldes. Hier bekommt man noch fast alles, was

man braucht. Danach kommt die große Shopping-Leere, das schwarze Loch, wo es keine

Geschäfte gibt. „Opuwo“ heisst in Herero übrigens „Nichts“ bzw. „Leere“. Paßt also. Also

nochmals auf zum Getränke-Shopping sowie Bleistifte, Hefte und Schreibblöcke für eine


Schule, die wir im Kaokoveld besuchen wollten. Jedenfalls war nach unserem Einkauf das

ohnehin geringe Angebot des Supermarktes an Schreibutensilien vollständig aufgekauft.

Ich wollte noch versuchen, einen Stecker für den Zigarettenanzünder zu kaufen, da mein

220V-Ladegerät für Batterie- und Foto-Akkus nicht mehr funktionierte (ich hatte hierfür einen

Spannungswandler 12V 220V mit dabei) und ich die 12V-Ladekabel daheim liegen hatte

(Klasse Rolf!). Also ging ich in einen Auto-Parts Shop um das Problem zu lösen.

Die Frau hinter dem Tresen wusste nicht, was ich wollte, so ging ich wieder von dannen in

der Hoffnung, es möge noch einen anderen Shop geben. Naja, man bekommt halt nicht alles

so kurz vor dem Nirgendwo. Per Zufall sah ich noch eine Werkstatt und dachte, ich versuch‘

es auch hier einmal. Leider hatten die auch keinen, aber ein Angestellter war so hilfsbereit

mit mir zum Parts Shop zurückzugehen um zu übersetzen. Mein Vorschlag, mir den Namen

in Herero aufzuschreiben, damit ich ihn der Frau vorlegen kann, entkräftete er mit dem

Kommentar, dass sie eine Ovambo sei, er ein Herero. Sprachlich konnten sie sich wohl

verständigen, aber beim Schreiben gibt es da wohl große Unterschiede.

Es stellte sich dann aber leider heraus, dass es tatsächlich keinen Stecker im Sortiment gab.

Als ich mit dem Angestellten wieder zu seiner Werkstatt zurückging fiel ihm aber ein, dass er

ja noch von seinem alten Handy das Auto-Ladekabel hätte, es aber nicht mehr bräuchte. OK,

dachte ich mir, das ist besser als nichts. Da er hierfür nichts wollte, gab ich ihm ein

entsprechend hohes Trinkgeld (40 Namib-$). Er hat gestrahlt – und ich war ebenfalls

glücklich. Die Stromversorgung für Foto und Akkus war sicherer – da lässt sich bestimmt

was daraus basteln. Also zurück zu den anderen, die bereits wieder am Treffpunkt, im

klimatisierten Foyer der Lodge, warteten.

Jaco und Charné kamen kurze Zeit später mit vollbetankten Autos zurück; Wasser komplett

aufgefüllt – Tanks und Kanister und auch sonst noch alles gecheckt, so dass wir für die Zeit

im Kaokoveld quasi „autark“ waren. Nur Eis hatten sie keines bekommen. Per Zufall sahen

wir, dass es in der Lodge, in der wir warteten, eine Eismaschine gab. Jaco wurde darauf

hingewiesen und nach längerer Diskussion mit dem Concièrge konnte er sich dann doch

bedienen. OK, alles bereit – 8 Tage Kaokoveld pur, wir kommen.

Wie verließen Opuwo in Richtung Etanga. Kurz nach der Stadtgrenze begann schon das

Buschland – zumindest was die Strasse

betraf. Es war nun überhaupt nicht mehr

eine Pad, sonder ein teilweise schlecht

erhaltener Feldweg, der sich nun durch das

teilweise dicht bewachsene Hinterland

schlängelte, wobei auch wieder viele

kleinere Revier-Betten durchquert wurden.

Ab und zu waren dort sogar noch Pfützen

vorhanden, die auf den Regen, der von nicht

allzu langer Zeit dort heruntergekommen

war, hindeuteten.

Am späten Nachmittag kamen wir ein

Etanga an, wo wir etwas außerhalb unter 3

großen Ana-Bäumen unser Camp einrichteten – das erste Mal wildes Campen; incl. Spaten

und Klopapierrolle und Holz sammeln.

Hier hatte ich nun auch die Gelegenheit, mich in Ruhe meinem 12V-

Stecker zu widmen. Als Jaco mich arbeiten sah, wurde bei ihm wohl

auch der Heimwerker und Tüftler wach. Jedenfalls übernahm er die

Sache und gemeinsam haben wir die Kabel dann mit den Kontakten

des Steckers verbinden können – fixiert mit Klebeband von Sidhi, da

wir ja keinen Lötkolben dabei hatten. Der erste Versuch dann ging

schief – die Sicherung brannte durch – also die Kabel andersrum

anschließen und die Sicherung in den Abfall.

Da so ein Besuch von Touristen nicht oft vorkommt, hat sich das wohl

auch schnell herumgesprochen, jedenfalls kamen immer einige

Einheimische vorbei. Teilweise weil sie neugierig waren, teilweise

aber auch, weil sie etwas wollten. Da außer Jaco und Charné keiner


von uns Herero sprach, konnten wir deren „Geschichten“ natürlich nicht verstehen. Aber

meistens wurde versucht, einen auf Mitleid zu machen.

Abends wurde von dem gesammelten Holz das Lagerfeuer gemacht und ein toller Tag klang

gemütlich mit einer Tasse Roibos-Tee oder etwas Hochprozentigerem aus.

01.12.2004

Nach dem Frühstück wurde wieder alles eingepackt und es ging nach Etanga, wo wir eine

Schule besuchen wollten. Schliesslich wollten wir ja unsere Schreibsachen loswerden. Wir

hatten sogar Fußbälle in Opuwo gefunden. Als wir an die Schule kamen, war außer dem

Rektor niemand vor Ort, da aufgrund des Regens die Ferien vorverlegt wurden. Die Kinder,

die sonst unter der Woche im „Schulinternat“ sind, waren bereits wieder bei ihren Familien,

wo sie beim Viehtrieb mithelfen sollten. Die Schule dient dazu, die Kinder der lokalen

Bevölkerung zu bilden, d.h. auch Kinder, deren Familien noch auf Buschmannart leben,

gehören zu den Schülern. Die Schule bekam gerade aus EU-Entwicklungshilfe neue

Gebäude gebaut, welche uns ganz stolz vom Rektor bei unserem Rundgang gezeigt wurden.

Unsere Schreibutensilien waren ebenfalls sehr willkommen – auch einer der Fußbälle.

Danach ging es weiter zum Community Center, welches auch einen Leather Work Shop

beinhaltete. Hier ist im Regierungsauftrag ein Ausbilder angestellt, welcher Handwerkskunst

unterrichtet. Es werden hier aus Kuhleder hauptsächlich Hüte, Gürtel und kleine Taschen in

Handarbeit von den Lehrlingen gefertigt. Der

Ausbilder verkauft der Erzeugnisse dann in

Namibia’s Städten um so mehr Rohware kaufen zu

können. Die Ledergürtel sahen sehr robust aus und

so kaufte ich 2 Stück zu einem günstigen Preis.

Danach ging es weiter in das Kaokoveld hinein in

Richtung Otjitanda, welches kurz vor dem Beginn

des in Offroad-Kreisen bekannten Van Zyl-Passes

liegt – der einzige Pass in Namibia, der nur in eine

Richtung befahren werden darf.

Unterwegs hielten wir an einer Wasserstelle – ein

Brunnen mit Speicher und Trinkbecken, eingerichtet

vom Staat – wo die Herden der Einheimischen nach

einem festen Plan zu Tränke geführt werden.

Allerdings war fast kein Betrieb, da es aufgrund des

Regens wohl noch genügend andere Brunnen und

Wasserlöcher in der Umgebung gab.

Hier trafen wir auch wieder auf Himba im

traditionellen Outfit. Einige Mädchen waren offenbar

recht geschäftstüchtig, denn sie meinten zu einigen

von uns, dass man sie fotographieren solle. Danach

wollten sie eine Gegenleistung dafür. Schlitzohren!

Wir fuhren an Otjitanda vorbei, da dort niemand mehr

woht. Der Brunnen versiegte von etlichen Jahren. Daher mussten die Bewohner den kleinen

Ort verlassen.


Es stand auch wieder ein Besuch in einem Himbadorf an. Jaco und Charné erwähnten

vorher, dass es dort zwei alte Männer gäbe, welche sich ständig zanken würden. Vor allem,

wenn Besucher kämen und sie unterschiedliche Geschenke bekämen (Moment, da gibt es

doch auch den Kinofilm mit Jack Lemmon und Walter Matthau: Grumpy old men). Im Dorf

war nicht viel los, aber die beiden Männer waren da. Da Jaco jedem von ihnen aber jeweils

das Gleiche gab, war auch kein Streit. Eine junge Himba war auch mit im Dorf. Als sie sich

fotografieren ließ, hoffte sie, dass sie sofort ein Bild bekommen könnte. Da war wohl jemand

mit einer Sofortbild-Kamera da gewesen. Wir konnten ihr leider keines geben.

Wir fuhren weiter in Richtung Van Zyls-Pass. Kurz vor dem Anfang der Pass-Strecke haben

wir für die Nacht unser Camp in einem Revier aufgeschlagen. Ich dachte nur, dass es zum

Glück bereits geregnet hatte und wohl erst

einmal kein weiterer Regen in Sicht sei. Also

würden wir wohl nicht weggeschwemmt

werden. In der Nähe waren einige Himba,

welche Holz geschlagen haben. Natürlich

wurden wir wieder entsprechend neugierig

beäugt. Peter verblüffte sie mit seinem

bewährten Zaubertrick und Birgit unternahm

mit Hilfe ihres Diktiergerätes/Walkman

ebenfalls Kommunikationsversuche auf

Gesangsebene.

Gegen Abend als Peter schon lange aufgehört

hatte zu zaubern, kamen Leute an, die am Nachmittag bereits über seinen Trick bzw. die

Magie gestaunt hatten. Sie waren davon so beeindruckt, dass sie weitere Leute mitbrachten.

Also gab Peter halt eine Zusatzvorstellung.

Nach dem Abendessen klang der Tag aus mit einem Lagerfeuer aus gesammelten Holz und

einem tollen klaren südlichen Sternenhimmel.


02.12.2004

Val Zyl Pass – wir kommen. Das war eine Strecke, auf die war

ich bereits im Vorfeld gespannt. Im Internet hatte ich bereits nach

Beiträgen gesucht, die diese Strecke beschreiben, um einen

Vorgeschmack zu haben, was uns dort erwarten würde.

Als Grundinformationen hatte ich nur, dass die Passtrecke ca.

39km lang ist – danach ist man im Marienflusstal – und die Piste

nur von Ost nach West befahren werden darf. Der Grund ist ein

kleiner Abschnitt, der ein Gefälle von 100% (45 Grad!) hat. Wenn man versuchen würde,

diesen Abschnitt hochzufahren, würde die Piste() zu stark erodieren. Denn Pad- bzw.

Pistendienste gibt es dort nicht. Selbst unsere Guides wussten nicht, wie die Passtrecke nun

sein würde. Zumal es ja vor einigen Wochen in der Gegend geregnet hatte. Und wenn es

mal in Namibia regnet – kommt seltener vor – dann halt gleich immer wolkenbruchmässig.

Man durfte also gespannt sein…

Nach der üblichen Prozedur des

Zusammenpackens ging es nach dem

Frühstück auch schon wieder los. Jaco

erwähnte noch, dass man von dieser

Strecke nur zwei Zustände kennen würde:

schlecht und ganz schlecht. Mal sehen,

was wir erwischen würden. Es könnte auch

vorkommen, dass wir aufgrund von

Ausspülungen sogar „Strasse bauen“

mussten – d.h. große Steine herantransportieren

und in die ausgewaschenen

Spuren legen. Zum Glück ist Namibia ja

„stein-reich“ - in allen Größen und Farben.

Meinem Gefühl nach lag es der Ergeiz

unserer Guides, das sie immer versuchten,

den Allrad nur zuzuschalten, wenn man mit

dem 2WD nicht mehr weiterkam. Etwas

steilerer Anstieg voraus – kein Problem,

einfach etwas mehr Gas gegeben und

hinaufgefahren. Aufgrund des schlechten

Pistenzustands wurde man im Auto gut

durchgeschüttelt. Spätestens jetzt wusste man, warum der

Reiseveranstalter im Prospekt darauf hingewiesen hatte,

dass der Trip für Personen mit Rückenproblemen

ungeeignet sei.

Gelegentlich stiegen Charné und Jaco auch schon mal

aus, um sich die Piste etwas genauer anzuschauen, bevor

sie darüberfuhren (eine Weisheit, die nicht immer beachtet

wird. Doch das sollten wir in den nächsten Tagen auch

einmal erfahren.), da es teilweise auch über nackten

Felsen rauf bzw. runter ging.

Nach ca. 20km hatten wir unseren Stop, von dem wir einen

schönen Ausblick auf das Marienflusstal hatten. Ein

leichter Grünschimmer im Tal war bereits erkennbar.

Jetzt kam der knifflige Teil der Strecke, das 100%-Gefälle.

Also bis an deren Anfang gefahren und Lokaltermin zum

Begutachten der Strecke. Zum einen ging es über blanken

Fels, von dem es dann gleich in Spurrillen weiterging. Das Auto ist dabei auch etwas in


Schräglage. Nach Beurteilung des Streckenzustandes dachten unsere Guides, dass dieser

Abschnitt relativ problemlos zu befahren ist. Gut, kein Steineschleppen für uns.

Da unserere Landcuiser recht schwer waren aufgrund des Gepäcks und der Ausrüstung,

blieben wir an der Strecke und schauten zu, wie sich unsere Guides gegenseitig durch das

Hindernis lotsten. Das war sowieso interessanter als im Wagen mitzufahren. Und das Wetter

war ja auch schön – wie immer blauer Himmel, Sonnenschein und so um die 30 Grad

trockene Hitze.

Am Ende des Gefälles sind wir noch etwas die Piste entlanggelaufen. Immer einen schönen

Ausblick auf das Marienflusstal und es war gut, sich mal wieder zu bewegen.

Als wir dann am Ende der Passtrecke an einem Steinhaufen anhielten, bemerkten wir, dass

dies kein normaler Steinhaufen von Touris war, sondern dass jedes Fahrzeugteam, das

diesen Pass durchfahren hatte, sich auf so einem Stein „verewigt“ hatte. Da waren einige

sehr lustige Kommentare darunter. Wir haben natürlich auch einen Stein mit einer flachen

Seite gesucht, unsere Namen und Datum hinzugefügt und für ihn einen guten Platz auf dem

Haufen ausgesucht.


Jetzt ging es durch das Marienflusstal immer in Richtung Norden, wo wir dann in ca. 80km

wieder auf den Kunene trafen, an dessen Ufern wir im NACOBTA (Namibian Community

Based Tourism Association) Camp Otjinungwa unser Lager aufschlagen wollten.

Wir fuhren in das Tal hinein und hielten an einer Stelle an, wo man die geheimnisvollen

Kreise sehen kann. In unregelmäßigen Abständen gibt es in verschiedenen Größen runde,

freie Flächen, wo keine Pflanzen wachsen,

während darum herum der Bewuchs sehr

viel dichter ist. Wissenschaftlich gibt es wohl

noch keine Erklärung, da der Boden dort

ähnlich viele Nährstoffe enthält wie an dicht

bewachsenen Stellen. Bei dieser

Gelegenheit haben wir auch gleich wieder

Holz fürs Lagerfeuer gesammelt.

Als Wegweiser bzw. Markierungen für

Kreuzungen() sind hier Tonnen aufgestellt.

Wir kamen an einer roten Tonne vorbei, die

unsere Guides gleich mit dem Fahrzeug 2x

umrundeten. Da sei so Brauch. OK, akzeptiert.

Wir fuhren weiter und konnten das Ergebnis des Regens im Tal sehr gut sehen. Ab und zu

konnte man sogar kleine Blumen blühen sehen sowie Grashalme, die in regelmäßigem

Anstand durch die Erde brachen und so dem ganzen Tal einen schönen grünen Schimmer

verliehen.

Da im Tal der Boden sehr feinkörnig war,

war es nach dem Gewackel auf der

Passtrecke beinahe ein ruhiges

Dahingleiten. So freuten sich auch unsere

Guides und genossen es, wieder einmal

schneller zu fahren; mit Tempo 80 im Tal

nebeneinander herzufahren und mit

Straussen ein Wettrennen zu veranstalten.

Gegen Spätnachmittag kamen wir dann im

Camp an – es wird von einigen Himba

betreut. Es war sehr heiß, da auch kein

Wind wehte. Der Kunene war 30m von uns

entfernt, aber wir konnten nicht baden

gehen, da es Krokodile im Fluss gibt.

Jetzt waren wir echt weit, weit ab von der

technischen Zivilisation und hatten nur das,

was wir mitgenommen haben. Seit Etanga

waren wir von den Getränken her auf

Rationen gesetzt. 1 Dose Cola, Fanta, etc

und 3 Dosen Bier pro Tag und Person. Mehr

passte auch nicht in die Kühlschranke.

Ansonsten Wasser oder was man sonst

noch hatte – mehr oder weniger warm. Aber

das hatte auch seinen Flair. Zum Glück gab

es dort große Bäume mit viel Schatten

darunter. Dort haben wir unsere Zelte

aufgebaut.

Lt. Tour-Plan sollten wir hier nur eine Nacht bleiben und danach standen 2 Nächte im

Hartmanntal an, welches auf der anderen Seite der Hartmannberge westlich von uns lag.

Doch die Gruppe entschied sich, eine weitere Nacht an dieser Stelle zu bleiben, da es im

Hartmanntal an der Camp-Stelle nur sehr kleine Bäume mit wenig Schatten gäbe und es

Camping in freien Natur wäre. Da war es hier am Kunene doch gemütlicher.


03.12.2004

Als wir aufwachten, war es wie immer ein schöner Tag. Doch da es noch nicht so heiß war,

entschlossen sich auch Myriaden von Fliegen – jaja die Wassernähe lässt grüßen – uns

Gesellschaft zu leisten – ob einige auch aus Angola herübergeflogen kamen Das war

jedenfalls nervig. Vor allem beim Frühstück, aber man konnte es nur mit Fassung tragen.

Doch mit zunehmender Temperatur verzogen sie sich dann auch wieder. Über 30 Grad ist

wohl nicht deren Wohlfühltemperatur.

Da heute kein Programm anstand, blieb ich im Lager, relaxte und schrieb am Reisebericht

während die anderen am Vormittag eine kleine Wanderung in der Nähe des Flusses

machten. Es war richtig gemütlich, einmal wieder lange zu duschen. Man soll ja in Namibia

sparsam mit Wasser umgehen, aber dies war ja Flusswasser, da konnte man ja mal eine

Ausnahme machen, oder

Als die Gruppe zurück war, gab es noch einen leckeren Salat mit Wurst als Mittagessen und

am späten Nachmittag war ein Badetermin angesagt. Ca. 10km vom Camp flussabwärts gab

es eine Stelle, wo es keine Krokodile im Kunene gab.

Gesagt, getan, hingefahren und inmitten der öden Landschaft etwas Grün und einige kleine

natürliche Becken angetroffen, die der Kunene durchfloss. Also nichts wie in die Badehose

und rein in das „kühle“ (wohl 25 Grad war, aber kühler als die Luft) Nass. Nach etwas

Geplansche dann auch noch gemütlich ein Bier während man im Pool liegt und eine schöne

Aussicht hat, was kann es schöneres geben. Obwohl wir bestimmt 2,5 Stunden im Freibad

waren, kam es uns doch recht kurz vor. Aber als die Sonne dann doch dem Horizont näher

rückte, sind wir wieder ins Camp gefahren, um einen ruhigen Abend zu genießen.

04.12.2004

Nach dem Frühstück mit den Mücken von gestern, ging

es wieder das Marienflusstal hinauf. Unterwegs sahen wir

Oryx, Strauße und zum ersten Mal auch die Bergzebras,

die nur in dieser Gegend – im Kaokoveld – vorkommen.

Sie unterscheiden sich gegenüber den anderen Zebras,

dass sie keine braune Streifen haben. Sie sind schwarzweiss-schwarz

gestreift, die „Normalen“ schwarz-weissbraun-weiss-schwarz.

Wir kamen dann auch wieder an der roten Tonne vorbei und

haben dieses Mal einen anderen Weg genommen. Da wir auch an

einem Dorf vorbeikamen hielten wir an und Jaco fragte, ob wir

willkommen wären – natürlich mit Gastgeschenken.

Auch hier war fast niemand zuhause, wir sahen lediglich eine

ältere und eine junge Frau, sowie die „Dorf-Jugend“. Da wir noch

einen Fussball hatten und Jaco meinte, das wäre wohl das letzte


Dorf, an dem wir vorbeikämen, haben wir mit der Jugend den Kaokoveld-Fußball Cup

ausgespielt. Sie waren ganz begeistert und auch wir hatten unseren Spaß daran.

Als wir weiterfuhren schenkten wir ihnen der

Ball. Ich hoffe nur, daß der Ball noch etwas

gehalten hat, da es ein Spielball aus

Kunststoff war und kein richtiges „Leder“.

Auf unserem weitern Weg kamen wir an eine

weitere Kreuzung, gekennzeichnet durch

eine blaue Tonne. Wir hielten nur kurz an

und prompt kam bereits jemand aus dem

Gebüsch. Egal wo wir im Kaokoveld

angehalten haben, es dauerte nie lange bis

Gesellschaft kam.

Es war eine junge Himba mit Baby, welches

krank zu sein schien. Ihre Frage nach Medikamenten haben wir verneint, da Jaco erwähnte,

dass sie denken, dass viel Medizin viel hilft. Auch wenn man ihnen sagt, dass sie immer nur

eine bestimmte Medikation nehmen sollen, nutzt das nichts. Auch könnte ihr Stoffwechsel

aufgrund ihrer Lebensweise etwas anders sein, so dass sie die Medikamente gar nicht

vertragen würden – also viel zu risikoreich.

Danach wurde es langsam bevölkerter. Einige Jungen kamen mit ihrer Ziegenherde an, die

sie an uns vorbeitrieben. Aber nicht bevor sie uns Ausländer neugierig beäugten. Kurze Zeit

darauf kamen noch zwei junge Himba-Mädchen auf Eseln angeritten. Das wurde uns dann

doch zu viel. Bevor es also in ein Volksfest ausartete, fuhren wir weiter. Die Pause war ja

auch lang genug gewesen.

Wir fuhren weiter in Richtung Hartmanntal

und kamen an eine weitere Tonne, dieses

Mal eine Blaue. So konnte man sich

wenigstens orientieren. Auf der Weiterfahrt

hielten wir noch an einer Zisterne, welche von

den Himba genutzt werden kann, um

während der Trockenperioden das Vieh

tränken zu können und sich selbst mit Wasser

zu versorgen.

Wir haben uns kurz erfrischt, die

Wasserflaschen gefüllt und sind, nachdem wir

erneut eine rote Tonne passiert hatten, kurze Zeit darauf in das Hartmanntal gekommen.

Es war kein Vergleich zum Marienflusstal. Hier scheint es nicht oder nicht sehr viel geregnet

zu haben, da in diesem Tal kein grüner Schimmer erkennbar war. Dies hing vielleicht auch

damit zusammen, dass der Boden dieses Tals mehr aus Geröll als aus feinem Sand

bestand.

Wir fuhren das Tal entlang in Richtung Norden, wobei unser Camp nicht wieder direkt am

Kunene lag. Wir fuhren nicht bis an den Fluss, sondern nach ca. 40 km bogen wir von der

Piste ab, um an einer von Hügel geschützten Stelle unser Camp aufzubauen. Dies war der


nord-westlichste Punkt auf unserer Tour. Ab jetzt geht es dann immer nur in südlicher

Richtung weiter.

Die Bäume des Camps – es waren die einzigen in der Gegend – waren noch sehr klein. Man

konnte das Zelt im Schatten unter den Ästen

aufbauen, müsste aber im Laufe des Tages

das Zelt weiter um den Baum herum

verschieben, um weiterhin im Schatten zu

bleiben.

Außer Peter und mir haben sich auch alle

gleich einen Baum gesucht und ihre Sachen

dorthin gebracht. Wir dachten uns: wir haben

Urlaub, wir bleiben ja sowieso nur eine

Nacht und es ist aktuell viel zu heiß. Daher

machten wir es uns ebenfalls im Schatten

gemütlich und warteten am späten

Nachmittag darauf, dass die Sonne hinter

einem Hügel verschwinden würde, so dass wir auf der Ebene in dessen geworfenen

Schatten unser Zelt aufbauen konnten. Gesagt, getan – das war dann auch sehr schnell

erledigt aufgrund unserer Übung.

Einige von uns sind auf den Hügel

gestiegen, um die untergehende Sonne zu

betrachten. Peter und ich machten einen

Spaziergang in Richtung Westen, da es

schien, dass dort ein kleines Tal oder ein

Canyon sein könnte. Auf dem Weg dorthin

kam uns Renate entgegen. Sie war total

happy, da sie ein Oryx-Horn gefunden hatte

– ein tolles Souvenir. Sie gab uns

außerdem den Tip, weiterzugehen, da man

in ca. 1,5km einen schönen Blick auf die

Namib haben würde.

Als wir am Ende des kleinen Canyons waren, konnten wir in der Ferne

die ersten Sanddünenkämme erkennen, über denen die Sonne sehr tief

stand.

Nach dem Abendessen haben Charné und

Jaco am Lagerfeuer in einem Topf Brot

gebacken, da wir kein Brot mehr aus dem

Vorrat hatten, welchen sie in Opuwo gekauft

hatten. Man konnte ebenfalls fühlen, dass

die Nacht hier kühler werden würde als die

vergangenen, da der Wind hier kältere Luft

von der Küste her mitbrachte.

05.12.2004

Nach der allmorgentlichen Prozedur des Camp-Abbauens fuhren wir wieder in Richtung

Süden, um so langsam aber sicher in den nächsten Tagen wieder in die Nähe der Zivilisation

zu kommen.

Auf dem Weg aus dem Tal hinaus haben wir öfters angehalten, um Oryx, Bergzebras und

sogar Erdmännchen zu beobachten und natürlich auch zu fotografieren.

An der roten Tonne angekommen, sind wir auf einen anderen Weg abgebogen, der uns in

Richtung Orupembe bringen sollte. Es änderte sich dann auch die Straßenart von „Weg“ auf

„schlechte, breite Pad“. Auf dem Weg nach Orupembe sind wir auf einer weiten Ebene

gefahren, wo wir in weiter Entfernung Hügelketten sehen konnten.


Orupembe sieht eigentlich nicht wie ein Ort aus, wären da nicht einige kleine Holzhütten, ein

Brunnen und eine Polizeistation, die so funkelnd, frisch angestrichen und top in Schuss war,

dass sie eigentlich gar nicht ins Bild der

Gegend passte. Ach ja, einen Supermarkt

gab es auch noch. Dort bekamen wir

eiskalte Getränke, Kekse, Zigaretten und er

war sogar „licenced“.

Hinweis: in so einem Shop gibt es nur dann

gekühlte Sachen, wenn das Gas, mit dem

die Kühlschränke betrieben werden, noch

nicht alle ist – falls der Versorgungs-LKW

nicht rechtzeitig kommen sollte gibt es halt

nur „Warmes“.

Am Brunnen mit dem Windrad, das wohl

schon lange durch eine motor-betriebene

Pumpe ersetzt worden war, füllten wir

unsere Wasserkanister wieder auf. Da auf

dem Wasserhahn kein Drehknauf war,

wurde er mit einem Schraubenschlüssel

geöffnet und geschlossen.

Wir fuhren kurz weiter in ein kleines

Revierbett, wo wir im Schatten von 2

Bäumen das Mittagsbuffet aufbauten. Hier

gab es dann auch das selbstgebackene

Brot.

Danach ging es weiter, bis wir das Bett des Khumib-Flusses erreichten. Wir durchfuhren es –

war ja sowieso trocken – und fuhren noch ca. 10km weiter, wo wir in einem kleinen,

geschützten Tälchen unser Camp aufbauten.

An diesem Punkt waren wir nur noch ca. 30km von der Küste entfernt. Das konnte man

deutlich spüren, da auch hier die Nacht kühler war als sonst. Um den Brotvorrat wieder

aufzufrischen, wurde am Lagerfeuer wieder gebacken.

06.12.2004

Nikolaustag – aber irgendwie hat niemand etwas in unsere

Wanderstiefel gepackt, die wie jede Nacht vor dem Zelt

standen. Egal. Aber dafür hatte man als Frühaufsteher einen

interessanten Ausblick auf Nebel über dem Wüstenboden der

Ebene, auf die wir gut sehen konnten. Sobald die Sonne aber

aufgegangen war, hatte sich der Nebel in Nullkommanichts

aufgelöst.


Nach dem Frühstück und Camp zusammenpacken stiegen wir auf eine Hügelkette auf, da

eine Wanderung mit Erkundung der dort heimischen Flora anstand.

Einen Weg auf solche Hügel gibt es nicht. Es

mag Stellen geben, die wie ein Pfad aussehen

können, aber nur deshalb, weil schon zuvor

Wanderer diese Stelle zum Aufstieg benutzt

hatten. Als wir den Grat erreichten, bot sich uns

ein toller Blick auf die Sanddünen der Namib

und am Horizont konnten wir aufgestiegenen

Dunst erkennen, der sich an der Küste bildete

und wie eine Wolkenwand aussah.

Jaco und Charné zeigten uns einige Pflanzen,

auch solche, die man eigentlich für gar keine

hält oder sie aufgrund ihrer Grösse gar nicht

sieht oder beachtet. Besonders die Litopse – auch lebende Steine genannt – kommen in

dieser trockenen Gegend vor. Es sind Pflanzen, die nur sehr langsam wachsen, sich

aufgrund Wassermangel „verschließen“ können und wieder aufgehen, wenn es regnet und

sie mit Wasser benetzt werden. Ebenso schienen hier Weihrauch-Pflanzen zu wachsen.

Wir fanden ebenfalls eine Spur eines Leoparden, sie war

aber leider nicht mehr frisch. Außerdem erschrak sich noch

ein Hase an unserer Anwesenheit und war mit schnellen

Gehoppel und kräftigen Sprüngen sehr schnell über Stock

und Stein davongeeilt.

Der Rückweg ging durch einen kleinen Canyon, in dem viele

Kakteen wuchsen. Er befand sich auf der anderen Seite der

Hügelkette, so dass wir an dessen Ende nur noch um die

Ecke gehen mussten, um wieder an die Autos zu gelangen.

Danach ging es weiter in südlicher Richtung. Die Pad führte uns auch wieder über eine weite

Ebene, begrenzt durch Hügelketten an der östlichen und Dünen an der westlichen Seite. Sie

führte parallel zur Grenze des Skeleton Coast Parks.

Der Plan für den Nachmittag war das Entlangfahren des Hoarusib-Revierbetts um mit Glück

auf die Wüsten-Elefanten zu treffen und am Campinplatz von Puros rauszukommen. Auf

dem Weg dorthin haben wir an einer Quelle angehalten. Es war eine Salzquelle, an der Tiere

den Vorteil haben, dass sie mit dem Trinken auch ihren Salzvorrat auffrischen können.

Jaco wollte uns dort noch einen namibianischen Volkssport beibringen: Weitspucken. Da es

in Namibia nicht an jeder Ecke Kirschbäume gibt, hätte man ein Problem. Aber findig, wie die

Leute sind, nahmen sie einfach getrockneten Oryx-Kot-Bällchen. So nach 2-3 Tagen

Trocknung an der frischen Luft kann man sie hierfür verwenden. Nachdem er uns gezeigt

hatte, wie es geht, haben Sidhi, Birgit und Wolfgang es auch einmal versucht. Es stellte sich

raus, dass die Bällchen in trockenen Zustand quasi geschmacksneutral sind. Jaco meinte,

man solle sie aber nicht zu lange im Mund behalten, damit sie nicht aufweichen. Naja, das

war nichts für mich. Ich rede zwar gerne (und viel) auch mal Sch..., aber Weitspucken

muss ich sie wirklich nicht.


Nach dieser sportlichen Einlage kamen wir an den Hoarusib, durch dessen Revierbett wir bis

Puros – ca. 25km entfernt – entlang fahren wollten. Fand ich toll, da ich ja Flussdurchfahrten

bereits von meinen Offroad-Trips kannte. OK, sollte in Namibia aber eine trockenere

Variante sein. Das Problem war aber, dass es doch noch feuchter war, als unsere Guides

dachten – zumal dieses Revier auch viele Zuflüsse hatte.

Naja, versuchen kann man es ja mal und so ging es los. Zuerst konnten wir auf sehr

trockenem Untergrund fahren. Aber wenn so

ein Stück aufhört, muss man auf weicherem

Untergrund weiterfahren oder sogar die Mitte

des Betts überqueren um auf eine andere

trockene Fläche zu kommen. Die beiden

Landcruiser fuhren deshalb in größerem

Abstand als sonst hintereinander her.

Als wir das erste Mal dann über weicheren

Untergrund fuhren, merkten die Fahrer

schon, dass es doch noch recht feucht im

Untergrund sein kann. Aber mit

eingeschaltetem Allrad und Achs-Sperren

sollte das schon klappen.

Und dann kam doch das wohl

Unvermeidliche: Jaco fuhr über weicheren

Untergrund, da kam bereits sein Funkspruch,

nicht zu folgen. Der Landcruiser steckte fest.

OK, was macht man, um ihn wieder frei zu

bekommen. Sandbleche raus, unter die

Hinterräder geschoben – Wagen war wieder

frei. Und weiter ging’s.

Als wir dann ca. 5km weit gefahren waren und auf beiden Seiten des Revierbetts steile

Feldwände waren... steckte Jaco’s Landcruiser wieder fest: ca. 50m von festem Grund

entfernt. Kurzer Funkspruch zur Warnung konnte noch rechtzeitig abgesetzt werden.

Die nähere Überprüfung des Untergrunds

ergab, dass es in der Reviermitte noch viele

Stellen gibt, wo im Sand noch Wasseradern

durchlaufen. Die Oberfläche sieht gleich aus

und man kann an der einen Stelle

problemlos stehen während man ein Meter

daneben man bis zum Knöchel ein sinken

kann. OK, gleiche Prozedur: Sandbleche

raus und versucht freizukommen.

Fehlanzeige. Die beiden Tische ebenfalls als

Sandbleche verwendet, Fehlanzeige. Die

Karre rührte sich keinen Zentimeter. Und

vom anderen Fahrzeug herausgezogen

werden, war auch nicht drin, da wir nur ein 3 Meter langes Abschleppsein hatten. Das war

etwas zu kurz. So ca. 50m zu kurz. Und eine Winde mit einem langen Seil war leider nicht

am 2. Landcruiser.

Nachdem wir auch erfolglos versucht haben, den Wagen an den Reifen auszugraben, um

die Bleche besser anbringen zu können, mussten wir dann doch feststellen, dass wir aus

eigener Kraft die Karre im wahrsten Sinne des Wortes nicht aus dem Dreck ziehen konnten.

Das Auto saß komplett unten auf.

OK, zuerst einmal eine Plane aufbauen und ein kleines, verspätetes Mittagessen gegen 15

Uhr einnehmen. Danach das „große“ HF-Funkgerät, welches in Jaco’s Fahrzeug war in

Betrieb genommen. Hierfür musste zuerst eine ca. 4m lange Antenne aufgebaut werden. Ich

dachte nur, dass es eine Herausforderung bzw. Glück ist, wenn man zwischen diesen


Felswenden eine gute Abstrahlung erreichen möchte. Mit diesem Funkgerät kann man aber

als „registrierter“ User eine Notrufzentrale erreichen, die die notwendige Hilfe organisiert –

auf Kosten des Users.

Nach einigem Versuchen wurde doch Kontakt hergestellt. Jaco erreichte die Notrufzentrale

in Walfischbai und konnte denen übertragen, doch bitte den Campingplatz in Puros über

unsere Lage zu informieren, damit diese uns Hilfe schicken würden.

Nach einiger Zeit meldete sich Walfischbai wieder mit der Nachricht: geht keiner ans Telefon

bzw. Funkgerät. Gut, dann eben Plan B. Sie sollten versuchen, jemanden von Wilderness

Safaris zu erreichen. Diese Firma aus Swakopmund hat ca. 50km von unserem Standpunkt

eine Lodge, welche ein entsprechendes Zugfahrzeug mit 50m Abschleppseil bringen könnte.

Nachdem der Operator sich wieder meldete, verkündete er, dass Hilfe unterwegs sei. Ein

Mitarbeiter diese Lodge käme sowieso an den Hoarusib, um dort an einer Zisterne einen

Wassertank-Hänger zu füllen. Es stellte sich heraus, dass diese Zisterne ca. 5km von

unserer Position war. Wir hatten sie sogar passiert, als wir in das Revier einfuhren. Er würde

gleich losfahren.

OK, der 2. Landcruiser mit Jaco, Charné, Sidhi, Wolfgang und mir fuhr zurück, um den

Lodge-Mitarbeiter zu treffen – ohne Wagenheber, wie sich später herausstellte; gut dass wir

keinen Platten hatten! Nach ca. 1 Stunde war er dann auch da. Der Traktor war ein 4x4 mit

großen, breiten Reifen. Er hatte jedoch kein Abschleppseil oder Bergegurt dabei, sondern

nur eine Rolle mit ca. 2mm dickem Draht. Da dachte gleich jeder von uns: wie das wohl

funktionieren sollte.

Er folgte uns im Revierbett und fuhr lässig hinter uns her. Es freute ihn wohl auch, dass auf

seinem täglichen „Water-Run“ auch mal was los war.

Als wir zurückkamen zu den anderen wurden wir bereits sehnsüchtig erwartet. Der Lodge-

Mitarbeiter sah sich die Lage an, nahm dann lässig den Draht und wickelte ihn um die

Anhängerkupplungen des Cruisers und des Traktors. Insgesamt 4-fach. Ein kleines Stück

Draht noch, um den Draht, der um die AHK anlag, zusammenzuzwirbeln und dann los.

Der Traktor fuhr langsam an, bis der Draht auf Spannung war, Jaco legte im Landcruiser den

Rückwärtsgang ein und gab etwas Gas... dann gab der Traktor Gas... und unser Auto war

wieder frei. Nach reichlichem Dankeschön

und wohl einem netten Trinkgeld ging unser

Retter dann wieder seiner Arbeit nach.

Also danach das Mittagslager zusammengepackt

und da wir nicht durch das Revierbett

fahren konnten, stand uns ein ca. 50km

langer Umweg bevor. Schließlich mussten wir

ein Teil der Strecke zurückfahren. Als die

Sonne am Untergehen war, kamen wir dann

in Puros Camp an, wo wir gleich Camp und

Zelte aufbauten bevor es richtig dunkel

wurde. Jaco wies uns noch darauf hin, dass

hin und wieder auch Wüstenelefanten durch

das Camp streifen würden, da es in einem Revierbett liegt.


Nach den Tageserlebnissen – Renate meinte noch, dass ich wohl der einzige gewesen

wäre, dem die Offroad-Einlage so richtig Spaß gemacht hat (stimmt!) – gingen Peter und ich

zum Kiosk des Camps, wo wir hofften, ein kaltes Bier zu bekommen. Problem war nur: 1.

kein Bier, 2. kein Gas, also gab es 3. nur ein warmes Fanta, da Bier aus war. Egal. Peter war

auch noch als Doktor tätig, da die Frau des Camp-Warts – welche in stolzer Herero-Tracht

gekleidet war – sich einen Dorn in den Fuß getreten hatte.

Nach dem Abendessen war Duschen und Chill-Out am Lagerfeuer angesagt.

07.12.2004

Nach dem Morgen-Prozedere ging es los in Richtung Puros-Tankstelle, da die Diesel-Tanks

fast leer waren, da ja seit Opuvo keine Tankstelle mehr auf dem Weg lag. Leider

Fehlanzeige, kein Diesel mehr. Also fuhren wir direkt 120km nach Sesfontain, um dort zu

tanken – so weit reichte der Diesel dann doch noch.

Das ehemalige deutsche Fort Sesfontain (6

Quellen) ist eine Lodge, wo wir gemütlich ein

kühles Bier getrunken haben, während Jaco

und Charné tanken waren. Es war dort

schon irgendwie komisch: 30 Grad im

Schatten, ein Strauch mit Kerzen und

anderem Christbaumschmuck daran und

darüber „Merry Christmas“. Das war für mich

zu ungewohnt – auch wenn es kurz vor

Weihnachten war.

Danach ging es wieder kurz in Richtung

Puros zurück, wo wir dann von der Pad in

die freie Pampa abbogen, um zum Revier des Hoanib-Flusses zu gelangen, welches

trockener sein sollte, um dort auf Pirschfahrt zu gehen. Kurz vor dem Revier gab’s

Mittagessen, danach fuhren wir zuerst parallel zum Revier, danach in dessen Bett. Es war

schon toll, was dort an Wild versammelt war: alle paar Meter eine Herde Springböcke,

danach eine Herde Oryx und dann wieder Springböcke. Wir sahen auch eine Giraffe, welche

sehr wählerisch war und sich die Blätter genau ansah, bevor sie sie verspeiste. Jaja, man

gönnt sich ja sonst alles. Ebenso konnten wir noch Paviane sehen, welche im Schatten einer

Felswand vor sich hin dösten.

Und dann sahen wir ihn: einen an die Wüste angepassten Elefanten. Lautlos schritt er das

Revierbett entlang. Diese Tiere sehen eigentlich genauso wie „normale“ Elefanten aus, nur

mit den Unterschieden, dass ihre Füße größer sind, sie bis zu 4 Tage ohne Wasser

auskommen können und sie mit ihren Stoßzähnen sogar nach Wasser graben. Daher sind

diese i.d.R. immer recht abgenutzt. Wir setzten uns vor ihn und warteten schussbereit mit

den Kameras auf ihn.

Wir fuhren das Revier weiter hinab bis kurz vor dem Beginn des Nationalparks. Dann

drehten wir um und fuhren zurück. Da das Flussbett in der Mitte einen erhöhten Grünstreifen

hatte, sind wir auf dessen anderer Seite entlanggefahren.


Als wir wieder auf der Pad nach Sesfontein waren, ging es über Sesfontein nach Ongongo

zur Campsite. Kurz vor Ongongo, mussten wir, um zum Camp zu kommen, einen steinigen

Weg entlang fahren. Doch das Highlight dieses Weges war die Durchfahrt des Baches, an

dem das Camp liegt. Doch statt einer richtigen Furt muss man über Stock und Stein dort

hindurch fahren. Neben dem Camp selbst ist ein kleiner, glasklarer Tümpel, in den von oben

über einen kleinen Wasserfall von den Steinen erwärmtes Wasser hereinfällt. Einige von uns

sind noch dorthin zum baden gegangen, ich nach dem Abendessen im Taschenlampenlicht

„nur“ duschen.

08.12.2004

Nachdem wir zusammengepackt haben ging es weiter. Es stand kein großes Programm an.

Nur ca. 90km Fahrt auf einer guten Pad bis zur Palmwag Lodge.

Dort angekommen, haben wir schnell unsere

Zelte aufgebaut und uns entspannt. Ich hatte

endlich die Gelegenheit, Bilder und GPS-

Daten auf den Laptop zu laden, da wir hier

wieder Strom hatten. Unterwegs konnte ich

ja Akkus laden und GPS am

Zigarettenanzünder betreiben, doch nach

der Zeit im Kaokoveld waren die

Speicherkarte der Kamera und der GPS-

Speicher fast voll. Und meinen Laptop wollte

ich mit dem Spannungswandler (12V

220V) im Auto nicht betreiben, da wir ja

auch die Kühlschränke am Bordnetz

hängen hatten.

Die Lodge hatte auch einen netten kleinen

Pool mit kühlem Wasser, in welchem sich

die hohen Temperaturen sehr gut ertragen

ließen. Dabei noch gemütlich ein Bier

trinken – was kann es schöneres geben

Am späten Nachmittag war die Laptop-

Batterie aufgeladen und wir schauten die

Bilder, die ich seit Beginn der Tour gemacht

habe. Ich glaube, da wurden auch ewaitige

Vorurteile bezüglich meiner umfangreichen technischen und fotografischen Ausrüstung

abgebaut, da alle von den Bildern begeistert waren. Der Nachmittag ging gemütlich dahin.

Doch es sollte noch ein interessanter Abend werden.

Ab diesem Abend mussten Jaco und Charné nicht für uns kochen, da Essen im Restaurant

der Lodge anstand. Als wir bereits gegessen hatten und noch am Tisch saßen, kam Sidhi an

und fragte uns, ob wir seinen Tagesrucksack gesehen hätten. Er habe ihn bereits überall


gesucht, konnte ihn aber nicht finden. Wir beschlossen daher alle zu den Zelten

zurückzugehen, da es bereits dunkel war und viele Augen mehr sehen als nur Zwei. Da kam

der Schock – als die anderen ihre Zelte aufmachten und genauer schauten, mussten sie

feststellen, dass auch ihnen etwas fehlte.

Oh Sh..! Das war ein Ding. Nachdem wir tagelang im Niemandsland waren, wo wir

überhaupt nicht daran dachten, dass uns etwas gestohlen werden könnte, wurden wir

unvorsichtig und bekamen die Quittung. Und der Hammer war, wir haben nichts davon

mitbekommen, obwohl wir uns die ganze Zeit nur ca. 50m Luftlinie hinter einer dichten Hecke

befanden.

Meine Erleichterung war groß, da ich Kameraausrüstung, GPS und Laptop (zusammen wohl

an die 3000 EUR Neuwert!) im Auto hatte – wie sonst auch immer – und das Auto

abgeschlossen war. Geld und Ticket hatte ich sowieso immer bei mir.

Langsam durchforsteten die anderen ihre Zelte. Peter suchte seine Trekking-Schuhe – die

haben die Diebe wohl auch mitgenommen. Sein Mäppchen mit vielen kleinen Fächern war

auch durchsucht worden – jeder Reißverschluss wurde offenbar aufgemacht und wieder zu,

da in einem Fach auch Geld fehlte. Dann kamen die anderen Schadensmeldungen: hier eine

Kamera, da Objektive, Trekkingschuhe, ein Fernglas, Geld, und logischerweise auch Sidhi’s

Rucksack, wo er sein Geld, Reiseschecks und sogar sein Flugticket drin hatte.

Bei uns ging es noch, doch Sidhi hatte ein echtes Problem ohne Ticket. Jaco machte sich

unterdessen auf, um die Lodge zu informieren und etwas in der Gegend herumzusuchen.

Am möglichen Fluchtweg des Diebes fand er im Taschenlampenlicht einen Rucksack. Es

war Sidhi’s vermisstes Stück. Eine Inspektion der Tasche ergab, dass das darin vorhandene

Geld und seine Reiseschecks weg waren. Doch das Flugticket und sein Reisepass befanden

sich noch darin. Damit konnte der Dieb zum Glück nichts anfangen.

Leute von der Lodge meinten noch, dass ihnen bei Wohnungen in der Nähe der Lodge ein

fremder Pickup aufgefallen war und sie wohl einen ehemaligen Mitarbeiter gesehen hätten,

der vor kurzem aus dem Gefängnis frei kam – dummerweise war das Auto als wir es nachts

suchten nicht mehr da. War vielleicht was dran.

Der Rest des Abends war logischerweise betrübt, aber es fanden sich alle ab, auch wenn

dies nun ein sehr unschönes Element eines bisher perfekten Urlaubes war. C’est la vie. Aber

Kopf hoch, der nächste Tag wird bestimmt besser.

09.12.2004

Heute war Frühaufstehen angesagt, da es bereits um 07:30 Uhr zum Rhino-Tracking in der

Palmwag Conservation Area ging. Ein sehr großes Areal, was als Schutzgebiet deklariert ist,

zwar keine Zäune hat, aber von Park-Rangern kontrolliert wird. Beim Packen für den

Tagestrip habe ich dann auch feststellen können, dass ich bestohlen wurde: mein Hut war

weg, er hing zuletzt außen am Zelt. Ich lieh mir also ein Kopftuch von Peter und lief an

diesem Tag als „Pirat“ durch die Gegend. Naja, mit einem Indiana Jones Hut hätte ich wohl

besser in das Safari-Image gepasst...

Also rauf auf die umgebauten zwei

Allradfahrzeuge, die wohl irgendwann mal ein

Jeep waren. Sie sahen genauso aus, wie die

Fahrzeuge auf den Bildern in

Reisebroschüren, wenn es um Driving-Safaris

geht. Es ging zuerst einige Kilometer die Pad

entlang auf der wir hergekommen sind. Sogar

hier am Straßenrand sahen wir bereits um

diese Uhrzeit einige Tiere: Kudu und Oryx.

Dann bogen wir in das Schutzgebiet ein. Mit

uns waren auch zwei sog. Tracker. Das sind

Park-Ranger, die, wenn wir auf frische Spuren eines Nashorn treffen würden, zu Fuß die

Spur weiterverfolgen und uns über Funk mitteilen, wo sich das Tier befindet. Das machte die

Sache irgendwie einfacher für uns, doch eine Rhino-Garantie gäbe es nicht. Doch bis wir die

ersten Spuren finden sollten, gab es bereits andere Highlights.


Wir sahen sehr viele Giraffen – incl. einiger sehr junger Tiere. Ich war sehr überrascht, da

der Untergrund eigentlich nur aus Steinen bestand und es außer der sehr giftigen Euphorbia

Damarana (tödlich, auch wenn bereits

verwelkt!) es nur wenige Bäume gab, an

denen sie knabbern konnten. Die

rotfarbenen Steine waren aber ein guter

Kontrast zu den gelb-brauen Farben der

Giraffen bzw. den Steppen der Etosha-

Pfanne, wo ich sie bisher nur gesehen

habe. (Bei diesem Vergleich sprach wohl

der Fotograf in mir...)

Wir sahen auch in der Ferne einige

wüstenangepasste Elefanten und auch ein

Löwenpärchen. Aber leider waren die Tiere

wohl nicht so an Motorenlärm gewöhnt, so

dass sie lieber auf weitem Abstand blieben

bzw. flüchteten. Schade, da half auch mein geliehenes 500mm Teleobjektiv nicht mehr allzu

viel.

Als wir dann weiter fuhren, wollten wir das Löwenpärchen aufspüren, da es in Richtung eines

Canyons gelaufen sind. Als wir uns etwas später über einen steinigen Weg dem Canyon

näherten, sahen wir auf dem Plateau unter uns eine große Herde Springböcke. Etwas

abseits im hohen Gras bewegte sich was. Oh toll, einer der Löwen. Also fuhren wir langsam

hinunter.

Was passierte dann: die Herde wurde unruhiger und das Etwas im Gras flüchtete in Richtung

Canyonrand. Unsere Fahrer haben etwas mehr Gas gegeben um näher heranzukommen.

An der nun flüchtenden Springbockherde seitlich vorbei konnten wir nun einen Blick auf den

flüchtenden Löwen erhaschen. Doch zu unserer Überraschung war es keiner – es war ein

Leopard. Toll – nur war der zu schnell weg, um fotografiert zu werden. Schade. Aber erst

einmal Pause am Canyon-Rand, um gemütlich was aus dem Bordvorrat trinken.

Wir fuhren weiter und fanden nun „endlich“ auch eine Rhino-Spur, die von heute morgen

war. Die Tracker untersuchten die Fährte und folgten ihr.

Wir fuhren unterdessen weiter und schauten, was für Tiere wir sonst noch sehen können.

Ach ja, Giraffen waren wieder angesagt. Sie waren die einzige Spezies, die neugierig auf

uns schauten und die nicht gleich wegliefen. Die Elefanten beachteten uns gar nicht bzw.

ließen sich nicht stören.

Inzwischen war bestimmt eine knappe Stunde vergangen und wir hatten noch nichts von den

Trackern gehört. Unser Fahrer rief sie über Funk, fragte, wo sie seien und ob sie das Tier –

die Spur wies nur auf ein Tier hin – bereits erspäht hätten. Das Tier war noch nicht in Sicht,

aber sie wären nun kurz vor einem Hügelkamm. Mit dem Fernglas konnten wir sie dann auch

sehen – sie waren der Fährte wohl bestimmt schon 2km gefolgt. OK, Pause war angesagt.

Unser Fahrer – und wohl auch der des anderen Fahrzeuges – wurde nicht müde, uns viele

Vögel, Pflanzen und Bäume, die wir am Weg sahen zu erklären. Incl. eines bereits

vergriffenen Bestimmungsbuches mit losen Seiten, das er uns immer mit der entsprechend

aufgeschlagenen Seite reichte.

Nach der Pause fuhren wir um einen Hügel herum, sodass die Tracker wieder in unsere

Richtung liefen. Sie kamen inzwischen über den Hügelkamm wieder abwärts. Dann kam ihr

Funkspruch – Rhino in Sichtweite incl. Standort. Super gemacht, Jungs. Zumal schon

Stimmen laut wurden, dass das sowieso nicht klappen würde. Diese wurden hiermit eines

Besseren belehrt.

Da wir nicht weit von der Stelle entfernt waren, stiegen wir aus und machten uns mit Kamera

und Fernglas bewaffnet auf die Pirsch. Und dann sahen wir es – ca. 80m entfernt und leider

auch sehr scheu. OK, ich hätte wohl auch was dagegen gehabt, wenn es auf uns zugerannt

wäre. Aber das Bild wäre vielleicht dadurch besser geworden.

Es war sehr toll zu sehen, wie das Nashorn – ein Breitmaul-Nashorn (White Rhino – white

müsste eigentlich „wide“ heißen, wg. seinem breiten Maul) – genau wie ein Elefant sich


lautlos bewegte. Und das tänzelnd wie ein Boxer und genauso flink. Das traut man dem

schweren Tier echt nicht zu.

Nachdem es aus großem Abstand seine Neugier gestillt hatte und wir „geschossen“ hatten,

drehte es sich um und machte sich von dannen. Tolles Erlebnis, hätte aber in geringerer

Entfernung stattfinden können. Nun war das „Tagesziel“ quasi erreicht und wir fuhren über

Stock und Stein 4x4 querbeet in ein Revierbett, wo die Crew der Lodge Tische und Stühle

aufbauten und uns das (verspätete) Mittagessen herrichteten.

Danach ging es wieder in Richtung Lodge zurück, wobei es noch ein weiter Weg bis dorthin

war. Wir haben noch oft angehalten und bekamen Pflanzen erklärt, sahen Springböcke, Oryx

und viele Giraffen.

Später am Nachmittag trafen wir noch auf

eine große Springbockherde, welche auf

beiden Seiten des Weges befand. Irgendwie

hatten diese Böcke einen guten Tag, denn

beim Platzmachen machten sie ihrem

Namen alle Ehre: einige sprangen wohl bis

2m hoch.

Abends in der Lodge bekamen wir leider

keine neuen Informationen über

Verdächtige, aber Sidhi konnte seine

Reiseschecks telefonisch sperren lassen.

Nach dem Abendessen noch gemütlich

einige Biere und Bilder des Tages am

Laptop angeschaut, bevor es zum vorletzten Mal in den Schlafsack ging.

10.12.2004

Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Süden. Wir ließen uns etwas mehr Zeit als

sonst, da die Fahrstrecke nicht allzu weit war.

Auf dem Weg dorthin hielten wir noch in Bergsig, einem sehr kleinen Ort, wo es außer

einiger weniger Hütten nur noch einen Shop mit Schnapsabteilung gibt sowie ein

Polizeiposten – genau da wollten wir hin, damit wir die Diebstähle anzeigen konnten. Das

war hauptsächlich für Sidhi wichtig, damit er seine Reiseschecks problemlos ersetzt

bekommen kann.

Der Polizist, der die Sachen aufnahm, machte dem Leitspruch welcher an der Stationstüre

angebracht war, alle Ehre: „We take great pleasure in serving you. It is therefore not

necessary to tip us.“ Außerdem war er auch sehr freundlich. Wurde sehr positiv vermerkt, da

er auch bei seiner übergeordneten Stelle in Khorixas anrief, damit er Registriernummern für

diese Vorgänge bekommt und wir nicht extra dorthin müssen. Und das an einem

namibianischen Feiertag.

Danach ging es weiter nach Twyvelfontein (Zweifelsquelle – man wusste nie, ob es dort

Wasser gab), wo wir uns Buschmann-Felsgravuren anschauen wollten. Die kannte ich


ereits vom letzten Jahr und es war aber

schön, zum Abschluss auch mal was

„Altbekanntes“ wiederzusehen.

Die Führung dort war etwas kürzer als meine

letztes Jahr, da in einem Teil des Hanges

Treppen neu gebaut werden und daher

gesperrt ist. Doch wir konnten u.a. doch die

bekannteste Gravur – der Löwe mit dem viel

zu langen Schwanz – besichtigen. Mit uns

ging auch ein Guide, welcher uns zu jeder

der Gravuren Erklärungen bzw. eine kleine

Geschichte erzählte. Dies wich teilweise von

dem ab, das mir der Guide auf dem vorherigen Trip erzählte, aber Variationen gibt’s überall.

Kenne ich von Irland.

Danach ging es in unserer Camp – Camp Xaragu

(Erdmännchen), wo wir das letzte Mal auf dieser

Tour unser Zelt aufschlagen und im Schlafsack

übernachten sollten. Als alles aufgebaut war, wurde

der Nachmittag im kleinen Pool des Camps mit viel

Bier verbracht.

Jaco, Charné, Peter und ich wurden von einem

Bekannten Jaco’s – der in der Twyvelfontein Lodge

arbeitete und hier mit seiner Familie seinen freien

Tag verbrachte – gut mit Bier versorgt. Jaco und Charné tranken ebenfalls mit – allerdings

auch Rum & Coke. Jedenfalls hatten wir eine tolle Zeit am Pool und der Nachmittag ging

schnell vorbei.

Gegen Abend als die Sonne am Untergehen

war, sagte mir Jaco, ich solle die Gruppe

zusammensuchen, da wir noch kurzfristig

eine kleine Sundownerfahrt machen würden.

OK, ich dachte mir nichts dabei und habe die

Leute im Camp zusammengesucht.

Das Gefährt mit dem wir fahren wollten, war

ein alter 4x4-Militär-Truck. Als wir auf die

Ladefläche aufgestiegen waren, bemerkten

wir am Fahrstil, dass der Fahrer, ein

Mitarbeiter des Camps, wohl einige Drinks

zuviel hatte. Der Fahrstil war etwas sehr

ruppig, auch beim Schalten, wenngleich der Truck kein synchronisiertes Getriebe hatte. Als

wir auf einen Hügel hinauffahren wollten und er den Gang wechseln wollte, rollten wir gute

10m rückwärts wieder den Hang hinab, bis er es gemerkt hatte, auf die Bremse tritt und dann

wieder erneut anfahren musste.

Ab da fanden wir es alle überhaupt nicht mehr lustig. Zumal wir auch eine Euphorbia

Damarana gestreift hatten und die Ladefläche nach hinten offen war. Da konnte man sich

nur noch gut festhalten wenn man nicht rausfallen möchte.

Oben angekommen haben wir auch feststellen müssen, dass unsere beiden Guides auch

nicht mehr fahrtüchtig waren, Jaco aber zurückfahren würde, da der andere ja zuviel

getrunken hatte.

Nachdem wir uns die untergehende Sonne etwas angesehen hatten gingen wir alle zu Fuß

zurück – es war nicht sehr weit, das Camp war in Sichtweite. Jaco fuhr unterdessen ähnlich

„gut“ die der Camp-Mitarbeiter den Truck wieder zurück zum Camp.

Anschließend wir aßen wir im Camp Restaurant zu Abend, obwohl eigentlich Selbst-Kochen

geplant war. Jaco’s anschließendes Briefing für den morgigen Tag hatte auch eine leicht

lallende Note und ich stellte ihm unsere sehr schlechte Meinung über diesen Nachmittag dar.

Frustriert unsererseits klang der Abend aus.


Ich habe bewusst nicht alle Details dieses Nachmittags und Abends ausgeführt, da es

seitens unserer Guides kein Meisterstück war. Auf der einen Seite ist es verständlich, dass

man nach knapp 3 Wochen durchgehend Arbeiten einem auch mal alles egal sein kann und

darf und man einige Drinks mehr trinken kann – aber dann sollte man dennoch immer noch

auf die Sicherheit der einem anvertrauten Gruppe achten.

11.12.2004

Früh am Morgen – gegen 06:00 Uhr hieß es aufstehen, Zelte ausräumen und ausfegen,

Gepäck zusammenpacken. Dann gab es Frühstück, das Camp wurde abgebaut und unsere

Rückfahrt nach Windhoek begann. Es war eine Fahretappe von ca. 500km, daher der frühe

Start, damit wir noch am späten Nachmittag in Windhoek ankommen können.

Die Fahrt verlief vom Camp Xaragu aus nach Uis zum Tanken und kurzen Shoppen im

Supermarkt. Dann ging es weiter nach Omaruru zum Mittagessen, wo ein besonderes

Schmankerl auf uns warten sollte.

Jaco erzählte uns, dass wir auf einer Farm essen würden, wo auch Wein hergestellt wird. Als

Weinfan habe ich mir im Südafrika-Magazin einen Artikel über Winzer in Namibia sehr gut

durchgelesen, da ich in Windhoek als Mitbringsel und Souvenir mir evtl. einige Flaschen

mitnehmen wollte, wenn sie nicht zu teuer wären. Es gibt übrigens nur 2 oder 3 Winzer in

Namibia. Für Souvenirs hatte ich sowieso noch einen zweite Reisetasche mit dabei.

Wir fuhren in Omaruru zur Kristall-Kellerei, wo wir vom Farmer/Winzer

und seiner Frau bereits erwartet wurden. Während seine Frau das

Mittagessen vorbereitete, bekamen wir vom Winzer eine kurze, aber

sehr informative Tour über das Farmgelände und Informationen über

die Produkte, die er anbaut.

Obwohl eigentlich als Hobby begonnen, nimmt der

Weinanbau inzwischen doch eine relativ große

Fläche der Farm ein. Bewässert werden die

Reben – Rote und Weiße – immer Nachts über

ein Schlauchsystem. Er hat sich auch eine Destille

aus dem Schwarzwald kommen lassen, da er

auch Schnäpse und Grappa brennt. Da er auch

gerne experimentiert, wurden einige Reihen Kakteen angepflanzt um

später einmal eine Art Tequila zu brennen.

Als wir in die Weinstube

hineingingen, war das wie ein

Szenenwechsel: vor dem Eingang ein Dach aus

Weinreben, innen kam man sich vor, als sei man in einer

Weinstube in Baden.

Auch die Fenster

hatten die typisch

orangegelben Farbton

und entsprechende

Muster.

Die Weine, Ruby Cabernet und Colombard schmeckten

sehr gut. Cabernet Sauvignon war bereits alle – da hatten

andere Touris bereits zugeschlagen und entsprechend

Flaschen eingekauft. Ich habe es ihnen dann gleich getan.

Das Essen, bestehend aus (Wild-)Wurst- und Käseplatten u.a. von dem deutsch-stämmigen

Metzger in Omaruru mit leckerem Brot – ein Gedicht.

Danach ging es weiter nach Okahandja, wo wir noch einmal die Möglichkeit hatten, über die

Crafts Market zu schlendern.

Ich dachte, ich schaue mich mal um, doch es wurde echt nervig. Ca. 30 Buden

nebeneinander, wo es immer das gleiche zu kaufen gibt. Da man umherging, wurde man von

jedem „Verkäufer“ angesprochen und man hatte keine Zeit gemütlich zu schauen. So etwas


nervt mich und dadurch hatte ich sehr schnell die Nase voll und habe deshalb auch nichts

gekauft. Peter war auch genervt, da ihn einige Shopbesitzer als „Papa“ ansprachen. Ob dies

in Namibia so üblich ist, fremde, ältere Kunden so anzusprechen, haben wir nicht

nachverfolgt. War uns auch egal. Aufgrund dieses „tollen“ Near-Shopping Erlebnisses hatte

ich mir daher vorgenommen, Mitbringsel und Sachen für mich dann in Windhoek zu kaufen,

da dort viele Geschäfte auch am Sonntag geöffnet haben.

Als wir zum Wagen zurückkamen bekamen wir eine unglaubliche Geschichte zu hören: Sidhi

– man könnte fast meinen, er wäre hier irgendwie die tragische Gestalt, der Ärmste – wurde

von einem Auto auf dem Parkplatz gestreift. Er kam jedoch mit dem Schrecken davon, der

Verursacher wurde sofort gestellt und bekam eine Anzeige. Auch seine Ausrede, er würde

auf diesem Parkplatz nur Autofahren üben half da nichts.

Nachdem sich alles wieder beruhigt hatte und alle anderen von ihrem Einkaufen zurück

waren, ging es auf die letzte Etappe, Endpunkt Windhoek.

Wir checkten in das Safari Court Hotel ein und konnten erst einmal gemütlich Duschen. Für

den Abend war Joe’s Beerhouse angesagt,

eine Gastronomische Einrichtung, wo man

recht verstreut in mehreren Gaststuben

essen oder auch nur gemütlich ein oder

mehrere Biere trinken kann. Zum leckeren

Abendessen habe ich dann auch mal einen

Rock-Shandy probiert. Er besteht eigentlich

nur aus Mineralwasser und Limonade zu

gleichen Teilen, sowie einige Spritzer

Angostura oder auch mal Jägermeister.

Serviert mit vielen Eiswürfeln ein sehr guter

Durstlöscher.

Das Essen war sehr lecker, doch aufgrund

der vielen Gäste musste etwas mehr Zeit

eingeplant werden. Das hat aber unserer

Stimmung keinen großen Abbruch getan,

da wir sowieso aufgrund des langen Tages

recht müde waren und morgen Vormittag in

die Stadtmitte zum Shopping gehen wollten.

12.12.2004

Peter und ich kamen wie immer sehr gut früh morgens aus den

Federn, so dass wir gegen 07:30 Uhr die ersten beim Frühstück

waren. Während wir gemütlich frühstückten, wurden wir mit

Weihnachtslieder beschallt – bei mir wollte sich sowieso keine

Weihnachtsstimmung einstellen, da ich ja 3 Wochen nichts von

dem vorweihnachtlichen Rummel mitbekommen hatte und das

Wetter hierfür überhaupt nicht zu Weihnachten passte. Viel zu

schön und viel zu warm. Danach alles gepackt und alle unsere

Sachen in einem separaten Raum aufbewahrt, da wir gegen 16

Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht werden sollten.

Wir ließen uns mit dem Shuttle Service des Hotels in die

Stadtmitte fahren und fanden ein ruhiges, fast noch schlafendes

Zentrum vor. Wir gingen zuerst zu den Wahrzeichen der Stadt:

der Kirche, der Reiterstatue und dem alten Fort und schauten uns

dort um.


Danach sind wir gemütlich mit dem Shopping-Stadtplan in der Hand in die Independance

Avenue geschlendert und haben uns dort

umgesehen. Ein Geschäft mit sehr schönen

afrikanischen Einrichtungskrimskrams hatte es

uns angetan und wir haben natürlich

reingeschaut. Sie hatten wirklich sehr schöne

Dinge im Angebot und ich kaufte mir ein

Schreibbuch, welches mit Zebrafell bezogen war

– wenn ich schon nicht ein ganzes Zebrafell

kaufen konnte. OK, das hätte wohl auch um die

1000 EUR oder mehr gekostet.

In der Shopping Mall des Kalahari Sands Hotels

– das dürfte das höchste Gebäude Windhoek’s

sein, haben wir uns im Trekking Shop entsprechend

ausgerüstet. Ich brauchte ja auch wieder einen Safari-Hut.

Etwas weiter die Straße entlang gab es einen African Curio

Shop, in der sie sehr schöne Artikel verkauften. Sie hatten

tolle Schüsseln, bei denen ein Teil des Randes mit

Stachelschwein-Dornen anstatt Keramik gemacht war. Sidhi

hat sich dort eine solche Schüssel in UFO-Größe gekauft, da

sie wohl einen Durchmesser von knapp einem Meter gehabt

haben dürfte.

Danach ging es weiter, wo ich in einem großen Haushaltswarenladen / Supermarkt

Bettwäsche mit Leopardenmuster gefunden habe – gibt’s bei uns nicht oder ist hier zu teuer,

also auch mitnehmen. In einem Record-Shop habe ich mir noch eine kleine Sammlung CD’s

mit Südafrikanischer Musik zugelegt. So, das reichte jetzt aber. Alle Mitbringsel und

Geschenke (auch die an mich) waren eingekauft.

Wir trafen gegen 12 Uhr einige andere unserer Gruppe, während wir auf

den Shuttle-Service warteten, die ebenfalls eifrig am Einkaufen

gewesen waren.

Zurück im Hotel zur Belohnung erst einmal ein Bier und einen Snack,

danach in die Badehose und ab ging es an den Pool zum planschen

und relaxen. Bei der Gelegenheit habe ich mir wohl einen Sonnenbrand

eingefangen, den ich dann daheim erst spürten sollte.

Kurz bevor wir abgeholt wurden, noch einmal unter die Dusche und die

Flugklamotten (Hose mit abtrennbaren Unterbeinen, gemütliche

Halbschuhe und Fleece-Jacke) angezogen und mit dem Gepäck in die

Lobby, um zu warten.

Nachdem alle dort waren kamen auch zu unserer Überraschung Jaco

und Charné uns abholen, da wir eigentlich von deren Chef abgeholt werden sollten und uns

daher schon von ihnen am Vorabend verabschiedet hatten. Aber ihre Guide-Fortbildung war

früher zu Ende als geplant und so konnten sie uns doch noch einmal sehen.

Am Flughafen angekommen, ging es direkt an den Check-In Schalter. Da wir nicht als

Gruppe eingecheckten, sondern jeder individuell, wurde unser Gepäck nicht als

Gruppengepäck eingestuft und alle Kilos zusammenaddiert. So kam ich auf knapp 38kg lt.

Waage. Ich wusste, dass ich zuviel hatte, aber der Wein hat wohl das Meiste am

Übergepäck ausgemacht. Somit durfte ich noch einmal zusätzlich knapp 100 EUR bezahlen.

Mensch, war ich da genervt – die ließen sich nicht erweichen. Aber OK, lesson learned. Das

nächste Mal nehme ich mehr Handgepäck mit in die Kabine. Ein anderer Passagier hatte

sogar ein sehr großes Hippo aus Holz mit im Handgepäck dabei und das wog bestimmt auch

knapp 10-15kg.

Im Duty-Free Shop noch die letzten Namib-Dollar ausgegeben für Roisbos-Tee und

Krawatten mit Wild-Motiven während wir auf den Abflug warteten.

Der Flieger war wieder der Gleiche wie auf dem Hinflug und nach ca. 9,5 Stunden landeten

wir wieder wohlbehalten am 13.12.2004 in Frankfurt, wo es wohl gute 30 Grad kälter war.

Die anschließende Heimreise mit der Bahn war dann nur noch problemlose Formsache.


Fazit der Reise

Es war eine sehr schöne Reise. Sie hatte leider – am Schluß – dann auch kleine

Schattenseiten, die diesem perfekten Trip aber eigentlich nichts anhaben konnten. Es hat

Spaß gemacht, auch wenn einige von uns das Aufstehen gerne auf eine spätere Uhrzeit

verschoben hätten. Man muss aber auch bedenken, dass man durch das frühe Aufstehen

und Wegkommen Zeitreserven aufbaut, die einem dann bei unvorhergesehenen Ereignissen

zugute kommen oder sogar bei langen Fahrstrecken gebraucht werden. Diese

Vorgehensweise hat sich auf unserer Tour sehr gut bewährt.

Ebenso das Auf- und Abbauen des Camps und der eigenen Zelte, das die Gruppe sehr

schnell gelernt hatte und uns am 2. Campingtag fast schon in Fleisch und Blut

übergegangen war.

Es war sehr faszinierend, die Himba zu treffen. Leute, die nach unseren Vorstellungen im

kargen Niemandsland ohne viel Wasser und mit wenigen Annehmlichkeiten leben und dabei

doch glücklich zu sein scheinen. Jedenfalls hatten sie weniger Probleme und wohl auch

weniger Stress als wir Touris, da sie sich nur um zwei Dinge kümmern müssen: Vieh und

Wasser, da beides ihre (Über-)Lebensgrundlage darstellt.

Leider hat der Tourismus auch hier bereits seine Schattenseiten hinterlassen. Die Himba

sind inzwischen auch daran gewöhnt, dass sie von den Touristen immer das bekommen,

was sie von ihnen wollen, wenn sie es fordern. Seien es Medikamente, Geld, Getränke oder

Geld für das Fotografiert werden. Ich hatte auch den Eindruck, sie aktzeptieren die

Gastgeschenke beim Besuch nur, da sie diese haben möchten, sie sind aber auch wieder

froh, wenn er wieder geht. Ich habe deshalb auch nicht so viele Bilder von diesen Menschen

gemacht, da es mir auch nicht gefallen würde, wenn bei mir jemand klingelt, 100 EUR gibt

und mich und meine Wohnung dann eine Stunde lang ablichtet.

Hier wäre es schön gewesen, mehr Zeit bei einem Stamm mit einem Dolmetscher verbringen

zu können, damit auch die Himba etwas mehr von so einem Besuch haben. Es gibt z.B.

einen sehr schönen Bildband über die Himba von einer Weißen, die ein halbes Jahr bei so

einem Stamm gelebt hatte. Sie hatte dadurch ein ganz anderes Verhältnis aufbauen können

als wir in 30 Minuten – vom Fußballspielen mal abgesehen.

Es war auch ein tolles Erlebnis, das Namibia grüner als sonst anzutreffen – ein Erlebnis, was

nicht allzu oft vorkommen dürfte.

Während der Reise fiel natürlich auch Abfall an: Verpackungen, Dosen, etc. Dies wurde alles

in Müllsäcke gepackt und bei nächster Gelegenheit, auch wenn wir den Sack eine Woche

mitnahmen, dann in eine richtige Mülltonne gepackt. Sogar ihre Zigaretten-Filter haben

unserer Guides immer mitgenommen und sie nicht achtlos in die Gegend geschnippt, wie

das bei uns ja üblich ist. Großes Lob an diese Art der Naturerhaltung.

So – mit der Tour in 2003 und diesem Trip habe ich Namibia sehr gut bereist. Wann geht’s

nun endlich nach Tansania

Rolf Krebs

... im März 2005

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