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Queenstown - bei 360° Neuseeland

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360° Neuseeland

05

2009

www.360Grad-Neuseeland.de

D, A, Europa: 6,50 €

Schweiz: 12,80 CHF

360° Neuseeland

Das Magazin mit der Rundum-Perspektive für Urlauber, Auswanderer und Professionals

Queenstown

Ausgangspunkt für Action

und Naturerlebnisse S. 10

Stewart Island

– ein Naturparadies

Wanderung mit Tücken S. 20

Das ZDF dreht

in Neuseeland

Bericht vom Set S. 46

Wildfood Festival

in Hokitika

Würmer à la carte S. 52

Jubiläumsausgabe

1 JAHR

360° Neuseeland


ÖSTERREICHS NR. 1

FÜR NEUSEELAND-REISEN

· 24 Tage Neuseeland mit Camper ab 1.455,--

Basis 2 Personen, Flug mit Air New Zealand ab/bis München inkl.

Steuern, 21 Tage Hitop Camper Auckland - Christchurch, Reisezeitraum

1.-31.10.2009, Buchung bis spätestens 16.7.2009

· 22 Tage Große Neuseeland Rundreise ab 4.185,--

Flug mit Air New Zealand ab/bis München inkl. Steuern, 19 Tage

deutschsprachige Rundreise Nord- und Südinsel

· 20 Tage Mietwagenrundreise Bed & Breakfast ab 2.700,--

Flug mit Air New Zealand ab/bis München inkl. Steuern, 17 Tage

Mietwagen und 16 Übernachtungen in Bed & Breakfasts

© Oliver Bolch

Innsbruck: Eduard Bodem Gasse 8,

0512-365791-0, coco@coco-tours.at

Wien: Handelskai 265,

01-7262103, wien@coco-tours.at

WWW.COCO-TOURS.AT

www.i-b.at

360°– Die Rundum-Perspektive für Neuseeland

Christine Walter, Chefredakteurin 360° Neuseeland

Was verbindet Südtirol mit Neuseeland? Das ist eine Frage, die man sich normalerweise nicht stellt. Sicher, man könnte

eine Verbindung über die europäischen und die neuseeländischen „Alpen“ ziehen, aber sonst? Nun, vor knapp zwei Jahren

haben wir während eines Wanderurlaubs in Südtirol eine Idee ausgebrütet. Eine Idee, die mittlerweile seit gut einem Jahr

am Markt ist und uns in Redaktion und Verlag Ausgabe für Ausgabe viel Freude macht. Es ist nicht schwer zu erraten, es

geht um dieses Magazin, 360° Neuseeland. Aber die Wurzeln dieses Produktes liegen natürlich tiefer begründet in einer

Begeisterung für das Land und die Leute am anderen, am schönsten Ende der Welt.

Ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, seit wir die erste Ausgabe von 360° Neuseeland veröffentlicht haben. Wir wussten

nicht, ob wir mit unserer Vorstellung, ein Neuseeland-Magazin auf den Markt zu bringen, Erfolg haben würden. Im Nachhinein

sind wir froh, nur wenige Wochen vor Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise dieses Wagnis eingegangen zu sein.

Denn wer weiß, ob wir heute noch den Mut hätten, diesen Schritt zu gehen.

Heute, ein Jahr später, wissen wir, dass es richtig war. Auch wenn es nicht einfach war, gerade in der Zeit der Krise ein

neues Produkt zu vermarkten. Dennoch wir haben sie gefunden, die Menschen, die es uns ermöglicht haben, unsere Idee

umzusetzen und die das Vertrauen hatten, dass 360° Neuseeland seinen Weg machen würde.

Wir, Redaktion und Verlag, möchten uns bedanken bei all denjenigen, die uns dieses Vertrauen geschenkt und dazu beigetragen

haben, dass wir mit unserem Magazin auch in der Zukunft unsere Begeisterung für Aotearoa weiter geben können.

Der Dank gilt vor allem Ihnen, unseren Lesern, die bereits im ersten Jahr zu uns gefunden haben. Aber natürlich auch den

ersten Anzeigenkunden, die viel Vertrauen in unsere Arbeit gesetzt haben. Dank gilt auch den zahlreichen Kooperationspartnern,

die uns geholfen haben, 360° Neuseeland bekannt zu machen. Und natürlich auch den Autoren und Fotografen

der ersten Stunde, die mit viel Leidenschaft dazu beigetragen haben, dass wir Sie, liebe Leser, mit immer neuen Geschichten

und traumhaften Fotos versorgen können.

Wir freuen uns auf noch viele Jahre gemeinsamer Begeisterung für das Land der langen, weißen Wolke.

Und nun viel Spaß beim Lesen!

Ihre

Editorial

© 360° Neuseeland 05 | 2009 3


Contents

Fun rund um Queenstown 10 Stewart Island erleben – an experience 20

Wildfood in Hokitika 52

Leckere Frucht aus Neuseeland 68

Sopranistin Gina Sanders 78

3 Editorial

6 News Aktuelles rund um das schönste Ende der Welt

90 Preview Themen der nächsten Ausgabe

Travel & Backpacking

City Trip

10 Queenstown

Nicole Fritz und Peter Greitzke stellen uns Queenstown vor, die

lebhafte Stadt mit dem hohen Funfaktor. Sie zeigen uns Möglichkeiten,

in und um Queenstown auf verschiedene Arten die Freizeit

zu gestalten.

Where to sleep

19 Kinloch Lodge, Kinloch

Travelogues

20 Stewart Island: It’s an experience

Andreas Vierkötter berichtet von seinen Erfahrungen auf Stewart

Island, wo „mud“ nicht gleich „mud“ ist, von wunderschönen

Stränden und von seiner Begegnung mit einem echten Kiwi.

24 Heaphy Track

Eine der variantenreichsten Wanderungen der Great Walks – durch

dichten Beech Forest über Tussok-Graslandschaft, durch subalpine

Wald- und subtropische Flachlandschaft bis zur schroffen Küstenlinie

der West Coast, hat Andreas Pietig unternommen.

30 Mit Smilla durch Neuseeland

Die Radtour mit Baby im Anhänger neigt sich dem Ende zu. Familie

Bauer-Raßbach macht die letzten Touren, um dann noch Abschied

von liebgewonnenen Freunden zu nehmen.

Emigration & Working Holidays

Report

36 Student in Neuseeland: Ein Schritt ins Leben

Carsten Hötzel soll nach seinem Austauschjahr eigentlich in

Deutschland die Schule beenden – er „schockiert“ seine Eltern

jedoch damit, dass er sein Abitur in Neuseeland machen möchte.

Kaum hat er das geschafft, fängt er an, an der Massey University in

Auckland zu studieren.

41 „Das Freiheitsgefühl ist einfach unglaublich“

Acht Monate lang reiste Inge 2006 durch Neuseeland, verdiente

unter wegs Geld mit verschiedenen Jobs, lernte nette Leute und vor

allem sich selbst kennen. Ein Bericht unserer Autorin Julia Schoon.

4 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Wandern Dunedin – auf eindem schottisches Heaphy Track Erlebnis 26 24

Business & Lifestyle

Contents

Music

45 Tiki Taane: Ein vielfältiger Künstler mit Maori-Wurzeln

Report

46 ZDF in Neuseeland: Dreharbeiten mit Pinguinen

Der ZDF-Film „Das Paradies am Ende der Welt“ wurde dieses Jahr in Neuseeland

gedreht. Anja Schönborn berichtet von den Dreharbeiten und von

den Eindrücken, die Neuseeland bei den Schauspielern hinterlassen hat.

Where to sleep

51 Hapuko Lodge, Kaikoura

Event

52 „Wildes Essen für wilde Kerle“: Hokitika Wildfoods Festival

Neuseeländer machen gerne außergewöhnliche Dinge – wie zum Beispiel

ein gelegte Würmer, gegrillte Schafsschwänze oder Possum-Bällchen essen.

Marina Friedt war in Hokitika dabei und berichtet vom Festival.

Health

56 Grünlippmuschel-Extrakt

Column

58 „Cut the tails!”

Report

60 Kennenlernen fürs ganze Leben

Elisabeth Liegmanns sehr persönlicher Bericht über ihren Aufenthalt bei

Sharon und Rusi zeigt wieder einmal, wie lebensfroh und unkompliziert die

Neuseeländer sind.

Wine & Gourmet

63 Regions Waiheke Island

66 Winery Isabel Estate, Marlborough

68 Speciality Die Geschichte einer grünen Beere

72 Recipe Marco Edwardes: Macadamia-Nusskuchen mit Manuka-Honig

Pinboard

73 Events & Public Holidays

74 Maori Die Maori: Das Verhältnis zwischen Maori und Pakeha

78 People Gina Sanders: Sopranistin aus Neuseeland

80 Best of Communities

83 Books & DVDs

84 Congratulations

Picture Gallery

86 Mount Cook

© 360° Neuseeland 05 | 2009 5

IMPRESSuM

Verlag: 360° Neuseeland erscheint zwei -

monatlich in der 360° medien GbR, Bilker Allee 216,

40215 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 86 28 989, Fax:

0211 / 86 28 991, E-Mail: info@360grad-medien.de

www.360grad-medien.de

Geschäftsführung: Andreas W. Lopinsky,

Christine Walter

Chefredaktion (V.i.S.d.P.): Christine Walter,

E-Mail: ch.walter@360grad-medien.de

Redaktionsadresse: Nachtigallenweg 1,

40822 Mettmann, E-Mail: redaktion@

360grad-medien.de, Tel.: 0172 / 10 255 19

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Wibke und Alexander

Bauer-Raßbach, Florian Berger, Marina Friedt,

Nicole Fritz, Peter Greitzke, Beate Hartmann,

Tina Hartung, Carsten Hötzel, Eva Hötzel, Petra

Lanzenhofer, Sarina Lenz, Elisabeth Liegmann,

Kerstin Lötzerich-Bernhard, Andreas Rehn,

Andreas Pietig, Anja Schönborn, Julia Schoon,

Dagmar Sturm- Gussone, Andreas Vierkötter.

Design und Layout: S3 ADVERTISING KG

Anzeigen:

Europa: 360° medien GbR, Bilker Allee 216,

40215 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 86 28 989,

Fax: 0211 / 86 28 991, E-Mail: anzeigen@

360grad-medien.de, www.360grad-medien.de

Neuseeland: WebSeasons Ltd., Elke Boevers,

PO Box 9023, Marion Square, Wellington 6141,

New Zealand, Tel.: +64 (0) 27 534 33 33,

Fax: +64 (0) 497 48 39, www.webseason.co.nz,

E-Mail: elke@webseason.co.nz

Marketing und Vertrieb, Leserservice:

Christine Walter, Tel.: 0172 /10 255 19,

E-Mail: ch.walter@360grad-medien.de

ISSN: 1866-797X

Aboservice: 360° Neuseeland Abonnementservice

Postfach 13 31, 53335 Meckenheim

Tel.: 022 25 / 70 85-360, Fax: 022 25 / 70 85-399

E-Mail: abo@360grad-medien.de

Bezugsbedingungen: Einzelpreise: Im Handel:

Deutschland / Österreich / Italien: 6,50 €, Schweiz

12,80 CHF, Neuseeland 14 NZ$. Über den Verlag:

Bei Einzelheftbestellungen über den Verlag werden

zusätzlich zu den Einzelpreisen die Versandkosten

berechnet.

Abonnements: Jahresabonnement: Deutschland

36 €, Ausland EU 40 €, Ausland Welt 51 €, Schweiz

78 CHF, Neuseeland 99 NZ$. Zweijahresabonnement:

Deutschland 64,80 €, Ausland EU 72 €, Ausland

Welt 91,80 €, Schweiz 140,40 CHF, Neuseeland

178,20 NZ$. Ein Abonnement verlängert sich automatisch

um ein Jahr, wenn es nicht sechs Wochen

vor Ablauf gekündigt wird. Die Bezugspreise für das

Jahresabonnement enthalten die Versandkosten und

– soweit erforderlich – die gesetzliche Mehrwertsteuer.

Das Jahresabonnement umfasst 6 Ausgaben.

Sämtliche Informationen sind nach bestem Wissen

und mit Sorgfalt zusammengestellt. Eine Gewährleistung

für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann

jedoch nicht übernommen werden. Der Verlag übernimmt

keine Haftung für unverlangte Einsendungen.

Zuschriften an die Redaktion sind erwünscht, Rücksendungen

nur gegen beige fügtes Rückporto. Die

Rücksendung von Fotos, Büchern, Manuskripten

etc. erfolgt auf Gefahr des Ein senders. Es gelten

die Geschäftsbedingungen des Verlages. Beiträge,

Fotos und grafische Darstellungen sind urheberrechtlich

geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise,

Vervielfältigung auf fotomecha nischen und anderen

Wegen sowie Nutzung auf Datenträgern bedürfen

der schriftlichen Zustimmung des Verlages.

Bildnachweise: Alexandra Albert S. 90; Wibke und

Axel Bauer-Raßbach S. 20 – 26; Andrea Donaldson

S. 4, 52 – 55; Florian Berger S. 63 – 67, 72; Peter

Greitzke S. 4, 10 – 18; Nora Gröver S. 90; Hapuku

Lodge S. 51; Beate Hartmann S. 58 – 59; Carsten

Hötzel S. 36 – 40; Eva Hötzel S. 4, 78 – 79; Alexander

Turnbull Library Auckland (Leonard Mitchell,

„A reconstruction of the signing of the Treaty of

Waitangi, 1840“) S. 74; Kinloch Lodge S. 19; Matt

Klitscher, ZDF S. 46, 50; Anna Lena Kruse S. 90;

Petra Lanzenhofer S. 4, 68 – 70; Elisabeth Liegmann

S. 60 – 62; Kerstin Lötzerich-Bernhard S. 45, 90;

Chris McLennan; Andreas Rehn S. 56 – 57; Andreas

Pietig S. 3, 30 – 35; Daniel Rosner S. 6; Anja Schönborn

S. 47 oben und rechts, 48, 49; Julia Schoon

S. 41 – 44; Dagmar Sturm-Gussone S. 74 – 75; Steve

Unwin S. 47 unten; Andreas Vierkötter S. 4, 26 – 29.


News

umfrage: Neuseeland Traumziel

für britische Auswanderer

Briten, die nach Neuseeland ausgewandert sind, sind nach

einer aktuellen Umfrage der britischen Bank NatWest besonders

zufrieden mit ihrem neuen Leben. In der Untersuchung

wurden 2.000 Briten, die in zwölf verschiedene Länder ausgewandert

sind, hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit dem

neuen Leben befragt. Im Ranking der zwölf untersuchten

Länder liegt Neuseeland auf Platz 1 vor Kanada, Australien,

Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es folgen

Portugal, Spanien, Südafrika, die USA und China. Trotz

des hohen Lebensstandards liegen Singapur und Hongkong

auf den letzten Plätzen.

An Neuseeland werden vor allem die hohe Lebensqualität,

der deutlich geringere Stress, günstigere Immobilienpreise

sowie die überwältigende Natur hoch geschätzt. Zwar sei

das Bruttoeinkommen der Auswanderer nach Neuseeland

häufig niedriger als in Großbritannien, dafür bleibe durch

niedrigere Steuern netto mehr im Portemonnaie.

Mehr dazu unter: www.dailymail.co.uk/news/article-1193517/

Hotter-cheaper-traffic-jams-Why-New-Zealand-paradise-

British-expats.html

Nelson zu einer der reizvollsten Kleinstädte

weltweit gewählt

Die neuseeländische Kleinstadt Nelson ist von den Nutzern

der Website Tripadvisor.com bei der Wahl der reizvollsten

Kleinstadt der Welt auf Platz drei gewählt worden. Dabei ist

Nelson die einzige Stadt Neuseelands, die unter den Top

Ten der Bewertung auftaucht. Auf dem ersten Platz landete

Stratford-upon-Avon in England, gefolgt von San Pedro de

Atacama in Chile auf dem zweiten Platz. Der Geschäftsführer

von Nelson Tasman Tourism, Paul Davis, zeigte sich sehr

glücklich über die Bewertung und bezeichnete die Auszeichnung

als unbezahlbare Publicity für die Stadt.

Nelson ist eine Kleinstadt auf der Südinsel Neuseelands, malerisch

gelegen zwischen den Marlborough Sounds im Osten

und dem Abel Tasman National Park im Westen. Nelson war

auch Heimatort des Nobelpreisträgers Lord Ernest Rutherford,

einem Pionier im Bereich der Nuklearwissenschaften.

Weitere Informationen über Nelson: www.nelsonnz.com

Rotorua: Neue deutschsprachige Website

Die sehr informative Website der Region Rotorua ist ab

sofort auch deutschsprachig verfügbar. Unter der Webadresse

www.rotoruanz.de stehen ab sofort ausführliche

Informationen zu Unterkünften, Restaurants, Ausflügen und

Attraktionen sowie zur Maori-Kultur bereit. Ergänzt wird das

Angebot durch allgemeine Informationen zur Anreise, zum

Klima und zum Tierleben in Neuseeland.

6 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Travel Society

Zehn Jahre 100% Pure New Zealand

Die äußerst erfolgreiche Marketingkampagne 100%

Pure New Zealand feiert ihr zehnjähriges Jubiläum.

Die zum Jahrtausendwechsel konzipierte Kampagne

ist damit die langfristigste Tourismuskampagne Neuseelands

und eine der am längsten laufenden globalen

Kampagnen weltweit. In den vergangenen zehn Jah-

ren hat 100% Pure New Zealand beispielsweise auch

geholfen, in Großbritannien den Titel „Coolest Coun-

try“ sowie „Bestes Übersee-Ziel“ in vier verschiedenen

Jahren zu gewinnen.

Der CEO von Tourism New Zealand, George Hickton,

äußerte sich dahin gehend, dass trotz des 11. September,

trotz SARS, Klimadebatte und der aktuellen Wirtschaftskrise

die 100% Pure New Zealand-Aussage weiterhin

passend und relevant für Neuseeland ist.

„Die Wahrnehmung der Marke 100% Pure New Zea-

land ist in einigen Märkten so gut, sodass wir mit

unseren Marketingaussagen für unsere Kernziel-

gruppen noch stärker auf deren Bedürfnisse eingehen

können. Dies hat sich u. a. an den Kampagnen ‚What‘s

On’ in Australien oder ‚What do you say UK?’ gezeigt.

Somit war es uns möglich, auf dem 100% Pure-Investment

aufzubauen, anstatt neue Marketingkampagnen

entwickeln zu müssen.“

Die Kampagne 100% Pure New Zealand konnte auch

für eine Vielzahl von Aktivitäten und Promotionakti-

onen genutzt werden. So konnten beispielsweise auch

Verbindungen zur Herr-der-Ringe-Trilogie und zum

America‘s Cup gezogen werden.

Champagne Pool bei Rotorua – beliebtes Ziel für Touristen

Neuseeland ist das friedlichste Land der Erde

Das Institute for Economics and Peace in Sydney hat

im Rahmen einer jährlichen Untersuchung Neuseeland

zum friedfertigsten Land der Erde gekürt. Der Index

untersucht insgesamt 144 Länder und 23 Regionen

anhand 23 verschiedener Kriterien (zum Beispiel Entwicklung

der Militärausgaben, Tötungsdelikte, Beach-

tung der Menschenrechte, politische Stabilität, Eintre-

ten für Menschenrechte, wirtschaftliche Indikatoren).

Im Vorjahr lag Neuseeland beim Global Peace Index

noch auf Rang drei. Insbesondere die zunehmende

politische Stabilität, abnehmende Militärausgaben

sowie neue Handelsabkommen mit Australien haben

zu der Verbesserung im Ranking geführt.

Neuseeland löst damit Island ab, das im Jahr 2008 die

Rangliste angeführt hat. Island verschlechterte sich

insbesondere durch die Auswirkungen der Banken-

krise auf den vierten Platz, Platz zwei teilen sich Dänemark

und Norwegen.

Professor Kevin Clements, Direktor des New Zealand’s

National Centre for Peace and Conflict Studies, betonte,

dass der Index insbesondere reflektiere, in welchen

Ländern Menschen gerne leben würden. Der pazi-

fische Nachbar Australien landet in der Untersuchung

auf Platz 19, Deutschland auf Platz 16, Großbritannien

auf Platz 35 sowie die USA auf Platz 83.

www.visionofhumanity.org/gpi/home.php

Weinexport aus Neuseeland

mit starkem Wachstum

Nach Aussagen der New Zealand Winegrowers

sind die Weinexporte im Jahr 2008 / 2009 bis

Anfang Juni um 28 Prozent gewachsen. Die Ernte

in 2009 lag wie im Vorjahr bei etwa 285.000 Ton-

nen und damit 10.000 Tonnen über den Schätzungen.

Philip Gregan, CEO von New Zealand

Winegrowers äußerte sich dahin gehend, dass

durch das hervorragende Wetter im März und

April die Trauben bei optimaler Reife geerntet

werden konnten, sodass die Qualität des Jahr-

ganges hoch sein werde.

Für den starken Anstieg des Exportes sei insbe-

sondere die Rekordernte des Jahres 2008 verant-

wortlich. Allerdings seien durch die Wirtschafts-

krise und die Marktbedingungen die Preise unter

Druck, sodass die Umsätze dem Mengenwachs-

tum nicht entsprechend folgen konnten.

Lebenserwartung steigt

Die Lebenserwartung von Neugeborenen in Neuseeland

ist derzeit mindestens ein Jahr länger als von Kindern, die

zu Beginn des Jahrtausends auf die Welt gekommen sind.

Laut Statistics New Zealand können neugeborenen Mädchen

derzeit mit einer Lebenserwartung von 82,2 Jahren

rechnen, während bei den Jungen die Lebenserwartung auf

78,2 Jahre gestiegen ist. Damit ist auch der Abstand in der

Lebenserwartung zwischen beiden Geschlechtern geringer

geworden, da sich die Lebenserwartung für Frauen nur um

1,1 Jahre verlängert hat, während bei Männern der Wert um

1,9 gestiegen ist.

Auch die Geburtenrate ist in Neuseeland in dem Jahr von

April 2008 bis März 2009 gegenüber dem Vorjahr um ein

Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 64.160 Kinder geboren.

Damit übersteigt die Geburten- die Sterberate um etwa

35.000 Personen. Allerdings ist weiterhin ein deutlicher

Trend zu späteren Geburten zu erkennen. Während 1969 die

Mütter im Mittel noch etwa 25 Jahre alt waren, liegt dieses

Alter mittlerweile bei etwa 30 Jahren.

Die Geburtenrate lag im März 2009 bei 2,2 Geburten je

Mutter; dies ist der höchste Wert seit 1991.

Business

Zuschüsse für Hausisolationen

Im Rahmen des neuen Haushaltes hat die Regierung Neuseelands

Zuschüsse für die Isolierung von etwa 180.000

Wohngebäuden sowie für ökologische Heizsysteme budgetiert.

Mit dem Programm werden 323,5 Millionen NZ$ zur

Verfügung gestellt. Damit sollen in den kommenden drei

Haushaltsjahren jeweils bis zu 60.500 Hausbesitzer unterstützt

werden. Die Zuschüsse bis zu einem Betrag von 1.800

NZ$ werden ohne Einkommensbegrenzung für Eigentümer

von Wohngebäuden, die vor dem Jahr 2000 gebaut worden

sind, bereit gestellt. Das Programm startet zum 1. Juli.

Pfiffige Werbekampagne von Air New Zealand

Für Aufsehen sorgt derzeit Air New Zealands mit einer neuen

Werbekampagne. „Nothing to hide“ ist das Motto der TV-

Kampagne in Neuseeland. Mit dieser will die Airline unterstreichen,

dass auch bei ihren in Neuseeland verkauften

Tickets für Inlandsflüge sowie nach Australien und in den

Südpazifik keine versteckten Kosten lauern. Um zu zeigen,

dass sie wirklich nichts zu verbergen haben, legten Rob Fye,

CEO von Air New Zealand, und neun Mitarbeiter ihre Kleider

ab. Ihren Dienst verrichteten sie in Body-Paint-Uniformen –

der Airline-Chef sogar beim Entladen eines Flugzeugs.

Das Video ist abrufbar unter: http://erequest.airnz.co.nz/nz/

nothing-to-hide/video-airnz.htm

News

© 360° Neuseeland 05 | 2009 7


News

Neuseeland verbessert Wettbewerbsfähigkeit

Neuseeland hat sich bei einer Untersuchung der wirtschaftlichen

Wettbewerbsfähigkeit (IMD World Competitiveness

Yearbook) um drei Plätze auf den 15. Platz verbessert.

Australien bleibt wie im Vorjahr auf Rang 7, die USA

führen die Rangliste an. Besonders positiv schneidet Neuseeland

hinsichtlich der Existenzgründungsmöglichkeiten,

des flexiblen Arbeitsmarktes, der Sozialversicherung und

des Steuer systems ab.

Noch besser schneidet Neuseeland mit Platz 12 im Rahmen

eines Stresstestes ab, mit dem vor allem überprüft

wird, welche Volkswirtschaften besser durch die aktuelle

Wirtschafts- und Finanzkrise kommen und in der näheren

Zukunft ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. Hier

landet Deutschland auf Platz 24 und die USA auf Platz 28.

Mehr dazu unter www.imd.ch/news/IMD-WCY-2009.cfm

Auckland unter den Top Ten

der besten Flughäfen der Welt

Als bester Flughafen in der austral-pazifischen Region

und auf Platz zehn im Ranking der weltweit besten Flughäfen

schnitt der Flughafen von Auckland in der jährlichen

Untersuchung von Skytrax, einer britischen Unternehmensberatung,

ab. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hat sich

der Flughafen in Auckland damit um zehn Plätze verbessert.

Bewertet wurden mehr als 190 Flughäfen basierend

auf einer Befragung von mehr als 8,6 Millionen Passagieren.

Auf den ersten drei Plätzen liegen Südkoreas Incheon International

Airport, Hongkong International Airport und Singapore

Changi. Die Abstände zwischen den drei Erstplatzierten

sind nach Aussagen von Skytrax jedoch nur sehr gering.

Die Untersuchung bewertet die Flughäfen nach insgesamt

39 verschiedenen Kriterien vom Check-In über die die

Ab fertigung bei der Ankunft bis hin zum Abflug.

Auckland mit neuer Marketingkampagne

„Big Little City“

Nicht zuletzt getrieben durch den Erfolg der Kampagne

„Positively Wellington“ startet Auckland mit einer 1,8 Millionen

NZ$ teueren Marketingkampagne unter dem Motto

„The Big Little City“. Damit soll insbesondere die lokale

Wirtschaft gestärkt werden, indem Auckland insbesondere

für den Inlandstourismus attraktiv gemacht wird. Es werden

vor allem die Events promoted, die in Auckland wie in keiner

anderen Stadt Neuseelands angeboten werden. Begleitet

wird die Kampagne von einer eigenen Website, auf der

aktuelle Events in Auckland im Vordergrund stehen.

www.biglittlecity.co.nz

Business

The Aucklander

Wirtschaftsexperten uneinig

über Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Während das Finanzministerium bis in den September

des kommenden Jahres mit mehr als

acht Prozent Arbeitslosen rechnet (ca. 179.000

Personen), glaubt der Leiter des Business Roundtable,

Roger Kerr, dass diese Zahl zu hoch gegrif-

fen sei. In einem Worst-Case-Szenario geht das

Finanz ministerium sogar von 217.000 Arbeits losen

(9,5 Prozent Arbeitslosenquote) aus.

Kerr äußerte sich dahin gehend, dass bei einer

weiteren Liberalisierung des Arbeitsmarktes Neu-

seeland mit einer Arbeitslosenquote unterhalb von

acht Prozent durch die Rezession gehen könne.

Maori

Whanganui Maori erhalten

35 Hektar Land zurück

Im Rahmen des Waitangi Tribunals wird ein Anspruch

der Whanganui Maori auf 35 Hektar Land erfüllt. Das

Land wird bereits vorab vor der Entscheidung über

weitere Ansprüche an den Te Poho a Matapihi Trust

übertragen. Das Land wurde vor etwa hundert Jah-

ren im Rahmen des Public Works Act enteignet und

bis vor kurzem als Schießplatz genutzt. Trotz der Problematik,

dass noch einige Kontaminationen im Erd-

boden beseitigt werden müssen ist der Trust zufrie-

den, dass das Land zurück übertragen wird.

Screenshot www.biglittlecity.co.nz

8 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Anzahl der Einwanderer

soll nicht gekürzt werden

Lizenzpflicht für Einwanderungsberater

Immigration

John Key, Premierminister von Neuseeland, hat in einer

Rede verdeutlicht, dass Neuseeland nicht dem Beispiel

Australiens folgen wolle, die Anzahl der Einwanderer

weiter zu limitieren, um den nationalen Arbeitsmarkt zu

schützen. „Neuseeland braucht ausgebildete Einwande-

rer um weiter zu wachsen“, sagte Key auf seiner wöchent-

lichen News Conference. Es sei davon auszugehen, dass

auch weiterhin das Ziel gilt, pro Jahr 45.000 ausgebildete

Fachkräfte nach Neuseeland einwandern zu lassen.

Australiens Einwanderungsminister Chris Evans hatte

angekündigt, in den kommenden drei Jahren die Einwanderung

um 14% (18.500 Personen) zu verringern.

Damit würde die Anzahl der Einwanderer nach Austra-

lien von 133.500 auf 115.000 pro Jahr reduziert.

umfrage zum Zeitpunkt der

nächsten Neuseelandreise

Im Rahmen einer Umfrage unter

www.360grad- neuseeland.de

wurde den Besuchern folgende

Frage gestellt: Wann planen Sie

Ab sofort brauchen Einwanderungsberater in Neuseeland

eine Lizenz. Diese wurde eingeführt, um die Beratungsqualität

zu erhöhen. Bisher haben erst 171 von ca. 1.200

Beratern die Lizenz beantragt und die Gebühr in Höhe

von 2.000 NZ$ für die Lizenzierung gezahlt. Immigra-

tion New Zealand hat angekündigt, dass ab sofort keine

Anträge mehr bearbeitet werden, die von nicht lizen-

zierten Einwanderungsberatern eingereicht werden.

Negative Begleiterscheinung: Einwanderungswillige,

die bereits nicht lizenzierte Einwanderungsberater

beauftragt und ggf. in Teilen bereits bezahlt haben, ver-

lieren Zeit und Geld.

ihre nächste Reise nach Neusee-

land? Die Antworten lauteten

wie folgt:

Noch in diesem Jahr: 3 4 , 8%

Im Jahr 2010: 41,7%

Im Jahr 2011: 15,2%

Später: 3,0%

Überhaupt nicht: 5,3%

News

Neuseeland – Natur pur

Erleben Sie mit unseren flexiblen Urlaubs- und Erlebnisbausteinen

eines der umfangreichsten Programme für

Neuseeland, z. B. mit einem Campmobil. Unser Tipp: aus

unserem großen Angebot die Qualitätscamper von Apollo

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© 360° Neuseeland 05 | 2009 9


Travel & Backpacking City Trip

Queenstown – Ausgangspunkt für

Action und Naturerlebnisse

Te Anau

Wanaka

Westport Nelson Picton

Queenstown

Invercargill

Dunedin

Punakaiki

Timaru

360° Info

Christchurch

LAGE: Queenstown liegt in Otago im Südwesten der Südinsel und

ist die Hauptstadt des Queenstown Lakes Distrikts. Die Ressortstadt

liegt malerisch am Lake Wakatipu, direkt an den Südalpen

und grenzt im Süden an Fjordland.

FLäCHE: Queenstown Lakes Distrikt: 8.704,97 Quadratkilometer.

EINWoHNER: Um die 10.000 Einwohner im städtischen Bereich,

ca.. 23.000 im Queenstown Lakes Distrikt.

KLIMA: Aufgrund des Schutzwalles durch die Südalpen herrscht

ein recht ausgeglichenes, fast schon kontinentales Klima. Die Temperaturen

liegen im Frühling zwischen 5 und 16°C, im Sommer bei

10 bis 22°C. Im Herbst ist es mit relativ milden Temperaturen von

15 bis 20°C sehr angenehm und im Winter muss man sich bei 1 bis

10°C warm anziehen.

BESoNDERHEITEN DER STADT / DES GEBIETES: Das Ressort

hat über das ganze Jahr hinweg Saison. Die Abenteuermetrople

bietet allerlei verrückte Funsportarten, aber auch hervorragende

Bedingungen für zahlreiche Outdooraktivitäten. Vor allem aber

bietet Queenstown eine großartige Basis für Tagesausflüge und

mehrtägige Exkursionen oder Wanderungen. Great Walks wie der

Routeburn Track und Milford Track oder ein Ausflug zum Milford

Sound lassen sich von hier aus bestens planen.

GESCHICHTLICHES: Die ersten weißen Siedler kamen um 1850

zur Schafzucht hierher. Als 1862 am Shotover River Gold gefunden

wurde, verfiel die Gegend in einen Goldrausch und zog Glückssuchende

aus aller Herren Länder an. Innerhalb kürzester Zeit wuchs

die Ansiedlung von Goldsuchern zu einer Stadt mit allem was dazugehört

und beherbergte mehrere tausend Einwohner.

uNIS/SCHuLEN: Das Queenstown Resort College bietet Ausbildungsmöglichkeiten

im Abenteuertourismus, Hotelmanagement

und Führungskräftetraining, aber auch Sprachkurse für Englisch

(www.queenstownresortcollege.com).

Sie möchten die Unberührtheit der neuseeländischen

Wildnis erleben, aber auf eine gehörige Portion Spaß

und Action trotzdem nicht verzichten? Dann sind Sie

in Queenstown genau richtig! Hier kommen nicht nur Naturliebhaber

auf ihre Kosten. Jedes Jahr zieht es massenweise

adrenalinhungrige Besucher aus einem einzigen Grund

hierher: um Dinge zu tun, die man vorher nicht für möglich

gehalten hätte. Das Angebot an Funsportarten ist enorm und

zu Recht hat sich Queenstown zur größten Abenteuermetropole

der Welt entwickelt.

Queenstown ist die Hauptstadt des Queenstown Lakes

Distrikts in der Region Otago auf der Südinsel Neuseelands.

Das kleine Städtchen, das für unsere Verhältnisse eher ein

großes Dorf ist, liegt malerisch am Lake Wakatipu und profitiert

in vielerlei Hinsicht von seiner einzigartigen geografischen

Lage. Durch die Southern Alps vor den sogenannten

„Roaring Forties“ (kühle Winde aus dem Westen) geschützt,

sind die Temperaturen hier erstaunlich stabil und die Niederschläge

moderat.

Attraktives urlaubsziel zu jeder Jahreszeit

Die Temperaturen im Sommer (Dezember bis Februar) sind

recht mild und liegen bei durchschnittlich 20°C, so kann ein

Sprung in den See zur mutigen Herausforderung werden.

Doch selbst wenn die Temperaturen über 30°C steigen, ist

das kristallklare Wasser immer noch mehr als erfrischend.

Zu dieser Jahreszeit laden zahlreiche Outdoor-Aktivitäten

wie Wandern, Mountainbiking, Reiten, Golfen oder Angeln

ein, die Mutigeren entscheiden sich jedoch für Bungeejumping,

Jetboating, Rafting, Canyoning, Paragliding oder Fallschirmfliegen.

Es ist daher kein Wunder, dass Queenstown

bei Kiwis und Touristen aus aller Welt gleichermaßen beliebt

ist und im Sommer aus allen Nähten platzt.

Historische Dampferfahrt auf der MS Earnslaw

10 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Blick von der Cardrona Range hinunter nach Queenstown

City Trip Travel & Backpacking

Goldener Herbst in der Nähe von Arrowtown

360° Autoren: Nicole Fritz & Peter Greitzke

Nicole Fritz und Peter Greitzke

gönnten sich getrennt voneinander

eine längere Auszeit in Neuseeland

und haben sich Anfang 2004 in

Christchurch kennen- und liebengelernt.

Bereits ein Jahr nach ihrer

Rückkehr nach Deutschland zog es

die beiden wieder nach Aotearoa –

dieses Mal als Paar. Die Auswanderer lebten an der Kapiti Coast

bei Wellington. So oft wie möglich nutzten sie die Zeit, im Van

beide Inselteile zu erkunden. In dieser Zeit hat sich eine enorme

Menge an Bildmaterial angesammelt, welches schon bald in einer

eigenen Bilddatenbank gesichtet werden kann. Einen kleinen Vorgeschmack

gibt es auf www.petergreitzke.com. Außerdem fotografieren

die beiden zusammen Hochzeiten und Veranstaltungen.

Einblicke gibt es unter www.liebe-ist-alles.com. Seit Mai 2007 sind

die beiden wieder zurück in Europa und leben derzeit bei Zürich.

© 360° Neuseeland 05 | 2009 11


Travel & Backpacking City Trip

Der Herbst (März bis Mai) taucht Felder, Weinreben und

Bäume in leuchtend rote und gelbe Farben, was in Verbindung

mit dem meist blauen Himmel verlockende Fotomotive

verspricht und dem kanadischen Indian Summer

in Nichts nachsteht. Die Temperaturen sind angenehmer

als im Frühling und man kümmert sich recht wenig um

Energieprobleme – die Freiluftsaison der Restaurants und

Cafés ist dank zahlreicher Heizstrahler immer noch voll im

Gange. Bis zu Beginn des Winters sieht man Kiwis barfuß

laufen, wo unsereins schon Gänsehaut vom Hinsehen

bekommt.

Der Winter (Juni bis August) kann eisig kalt werden und

beschert Ski- und Snowboard-Fans hervorragende Bedingungen

auf den Pisten, bis ins Tal schneit es jedoch eher

selten. Die Wintermonate zählen ebenfalls zur Hauptsaison

und Queenstown avanciert jedes Jahr zu einem der

Top-Wintersportorte in der südlichen Hemisphäre. Das

Eines der vielen Gesichter des Lake Wakatipu.

Ressort wird hauptsächlich von den Kiwis selbst frequentiert,

aber auch Asiaten, Australier und europäische

Rennsportläufer kommen in dieser Zeit gerne hierher, vor

allem zum Queenstown Winter Festival. Skifahren kann

man auf Coronet Peak und den Remarkables oder im zwischen

Queenstown und Wanaka gelegenen Cardrona

Skigebiet.

Der Frühling (September bis November) zählt definitiv zur

Nebensaison – eine wunderbare Zeit, wenn die Natur rund

um den Lake Wakatipu zu neuem Leben erwacht. Die ersten

Wanderer lösen die letzten Frühlingsskifahrer ab, die ersten

Restauranttische finden ihren Weg zurück nach draußen und

die Straßen sind bei Weitem nicht so überfüllt wie im Sommer.

Wie im Herbst empfiehlt sich bei der Kleiderwahl das

Zwiebelsystem, denn problemlos kann man alle vier Jahreszeiten

an einem einzigen Tag erleben und vor allem die

Nächte sind noch recht kalt.

12 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Mystischer Anblick auf der Fahrt über den Lindis Pass

City Trip Travel & Backpacking

Ein Blick auf die Landkarte verrät, wie nahe Queenstown an

den Southern Alps und dem Meer liegt. Egal aus welcher

Richtung man die Touristenhochburg ansteuert: alleine die

Fahrt dorthin ist schon ein Erlebnis für sich. Wir per sönlich

lieben die Strecke von Omarama über den 1.000 Meter hohen

Lindis Pass, wo sich uns der Mond schon einmal am helllichten

Tag in voller Pracht über den braunen, kargen Hügeln

präsentierte und uns einen mystischen Anblick bot. Aber

auch der Weg von Wanaka über die Cardrona Range geizt

keineswegs mit Reizen: Auf der rund 1.100 Meter hohen

Crown Range Road (übrigens die am höchst gelegene geteerte

Straße Neuseelands) nimmt man die einzigartige Bergwelt

um sich herum besonders gut auf. Der herrliche Ausblick

hinunter auf Arrowtown, Frankton und Queenstown ist

atemberaubend und verspricht eine kurvenreiche Abfahrt.

Kommt man von Kingston im Süden, so fährt man direkt am

Ufer entlang des Lake Wakatipus und bekommt einen großartigen

Eindruck, wie riesig dieser See wirklich ist.

Hochburg des Adrenalinsports

In den meisten Fällen führt der Weg nach Queenstown über

Cromwell, wo sich ein Abstecher zum „The Big Picture“

Wine Adventure lohnt. Ein interaktiver Film mit Geruchstest

im Aromaraum bringt einem das Thema Wein auf verspielte

Art und Weise näher. Entlang der Schlucht des Kawarau

Rivers führt die Fahrt schließlich vorbei am Überbleibsel der

alten Goldgräberzeit bis hin zum für den Weinbau berühmte

Gibbston Valley. Das erste „Must See“ ist die historische

Kawarau Bridge. Seit AJ Hackett und Henry van Asch im

Jahr 1988 an dieser Stelle die weltweit erste kommerzielle

Bungee-Sprungstätte einrichteten, stürzen sich hier Zehntausende

pro Jahr in die Tiefen.

Von der Pionierzeit des Bungeejumpings ist heutzutage allerdings

nicht mehr viel zu sehen. Die kleine Holzhütte, in der

man noch vor einigen Jahren ohne großes Aufsehen sein

schriftliches Einverständnis geben musste, steht zwar noch,

wurde aber in den vergangenen Jahren zu einem millionenschweren

Erlebnis- und Vermarktungszentrum erweitert. Wie

die meisten hier beschränken wir uns aufs Zuschauen und

beobachten gespannt all diejenigen, die sich langsam auf die

Bungeesprung von der Kawarau-Bridge: nichts für Feiglinge

© 360° Neuseeland 05 | 2009 13


Travel & Backpacking City Trip

Lake Wakatipu

kleine Plattform auf der Brücke begeben, um sich wenig später

kreischend 43 Meter in die Tiefe fallen zu lassen.

Wer es noch extremer mag, kann furchteinflößende 134 Meter

in Richtung Nevis River springen und sich anschließend mit

dem T-Shirt-Aufdruck „I have done the Nevis“ auszeichnen

lassen. Sollte man die Horizontale bevorzugen, kann

man gleich nebenan beim „Nevis Arc“ in luftiger Höhe mit

150 Stundenkilometer durch das Tal schaukeln. Auf Wage-

360° Info

SEHENSWERTES: Ein gemütlicher Einkaufsbummel vorbei an

Galerien, die unter anderem zeitgenössische Maorikunst ausstellen.

Besuch der zahlreichen Restaurants, Cafés, Pubs und Bars.

Spaziergang entlang des Lake Wakatipu oder eine Fahrt mit dem

historischen Dampfer TSS Earnslaw mit Besichtigung von Walter

Peak. Relaxen in den Queenstown Gardens. Under water Observatory,

Kiwi Birdlife Park, Skyline Gondola (die Maori Gruppe Kiwi

Haka tritt jeden Abend im Skyline Restaurant auf), Queenstown

Winter Festival.

SEHENSWERTES IN DER uMGEBuNG: Skigebiete Coronet

Peak und Remarkables, Weingüter im Gibbston Valley, Deer Park

Heights, Gle norchy, Kinloch, eine holprige Fahrt Richtung Paradise,

die Goldgräberstadt Arrowtown, Kawarau Bridge, Bergwanderung

zum Ben Lomond.

Arrowtown

mutige, die dann immer noch nicht genug haben, wartet

zum Tagesausklang „The Ledge“, ein erholsamer 47-Meter-

Sprung von der Queenstown Gipfelstation. Das alles ist zwar

nichts für uns, aber es gibt eine erschreckend große Anzahl

junger Menschen, die süchtig nach Adrenalin Unmengen an

Geld für diesen verrückten Zeitvertreib ausgeben. Bei manchen

haben wir uns sogar gefragt, ob am Ende noch genug

für den Rückflug übrig bleibt …

Beschaulicher geht es da schon in dem kleinen Städtchen

Arrowtown zu, welches abgeschieden gleich hinter dem

Gibbston Valley liegt. Die ehemalige Goldgräbersiedlung hat

sich zu einem attraktiven Urlaubsziel gemausert und bie-

14 05 | 2009 © 360° Neuseeland

uNTERKÜNFTE

360° Info

In Queenstown gibt es eine riesige Auswahl an Unterkünften

aller Kategorien. Vom günstigen Backpacker, über Bed &

Breakfast, bis hin zum 5-Sterne-Hotel ist alles vorhanden.

€ € € Millbrook Resort: Malaghans Rd, Arrowtown,

Tel: 03 / 441 70 00, www.millbrook.co.nz

€ € € Sofitel Hotel & Spa: 8 Duke St, Tel: 03 / 450 00 45,

www.sofitel.com

€ € € Queenstown Park Hotel: 21 Robins Rd, Tel:

03 / 441 84 41, www.queenstownpark.co.nz

€ € € The Spire Queenstown: Church Ln, Tel:

03 / 441 00 04, www.thespirehotels.com

€ € Crown View Bed & Breakfast: 457 Littles Rd, Dalefield,

Tel: 03 / 442 94 11, www.crownview.co.nz

€ € The Ferry Bed & Breakfast: 92 Spence Rd, Lower

Shotover, Tel: 03 / 442 21 94, www.ferry.co.nz

€ € Balmoral Lodge: 24 York St, Tel: 03 / 442 72 09,

www.zqnbalmoral.co.nz

tet einen idealen Rückzugspunkt für all diejenigen, die dem

Trubel Queenstowns entfliehen wollen. Dank der hervorragenden

Unterkunftsmöglichkeiten und der verhältnismäßig

guten Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist Arrowtown

eine echte Alternative geworden. Das Flair der alten

Goldgräbertage ist hier noch deutlich zu spüren und wer

möchte, kann sein Glück beim Goldwaschen im Arrow River

versuchen. Heute dagegen sehr beliebt ist es, ganz in der

Nähe Arrowtowns auf dem Shotover River per Speedboot

um die Kurven zu sausen. Oder bei einem Ausflug im Geländewagen

abseits der befahrbaren Straßen einsame Plätze

wie Macetown oder den Skippers Canyon zu erkunden.

Queenstown aus der Vogelperspektive

Möchte man sich nach seiner Ankunft in Queenstown erst

einmal einen Überblick verschaffen, empfehlen wir den

2- bis 3-stündigen Time Walk hinauf auf den Queenstown

Hill. Kleine Tafeln entlang des Rundweges erzählen von der

Geschichte Queenstowns und lassen die 500 Höhenmeter

kurzweilig erscheinen. Was einen oben erwartet, entlohnt

für die Strapazen. Auf dem Gipfel des Te Tapu-nui, was so

viel bedeutet wie heiliger Berg, kann man nicht nur eine

grandiose Aussicht, sondern auch den sogenannten Basket

of Dreams bewundern. Eine Skulptur, die an die Jahrtausendwende

erinnern soll und mit folgenden Worten

beschrieben wird: „The basket’s spiral of steel follows you

inward, to reflect, to draw inspiration from the mountains,

lake and from those who are with you, outward, to dream for

the future. Time flies, eternity waits.“

City Trip Travel & Backpacking

€ € Pencarrow Bed & Breakfast: 678 Frankton Rd, Tel:

03 / 442 89 38, www.pencarrow.net

€ € Riverdown Guesthouse: 7 Bedford St, Arrowtown,

Tel: 03 / 409 84 99.

€ YHA Lakefront: Etwa 10 Gehminuten vom Stadtzentrum

entfernt; 88–90 Lake Esplanade , Tel: 03 / 442 84 13,

www.yha.co.nz

€ YHA Central: Mitten im Herzen der Stadt; 48 a Shotover

St, Tel: 03 / 442 74 00,www.yha.co.nz

€ Scallywags Guesthouse: 27 Lomond Cres, Tel:

03 /442 72 89, www.backpack.co.nz/otagosl.html#413

€ Butterfli Lodge: 62 Thompson St, Tel: 03 / 442 63 67,

www.butterfli.co.nz

€ The Last Resort: 6 Memorial St, Tel: 03 / 442 43 20.

€ Southern Laughter: 4 Isle St, Tel: 03 / 442 88 28,

www.southernlaughter.co.nz

Sie gähnen beim Gedanken an eine läppische Wanderung

auf den Queenstown Hill? Dann besteigen Sie doch den Ben

Lomond! Vom Gipfel auf mehr als 1.700 Metern Höhe hat

man eine 360-Grad-Rundumsicht, wie sie besser kaum sein

könnte. An klaren Tagen kann man von hier den Mount Aspiring

und den Mount Earnslaw bewundern. Aber Vorsicht: Die

Ganztageswanderung ist nichts für couch potatoes, denn vor

allem das letzte Stück hinauf auf den Gipfel ist sehr steil.

Wer die Gegend ohne körperliche Anstrengungen von oben

sehen möchte, dem sei die Fahrt auf Bob‘s Peak mit der Sky-

Der Basket of Dreams lädt zum Träumen ein

© 360° Neuseeland 05 | 2009 15


Travel & Backpacking City Trip

Während der Fahrt nach oben hat man die Möglichkeit,

verschiedene Tiere zu füttern.

Deer Park Heights

line Gondola ans Herz gelegt (natürlich gibt es auch einen

steilen Fußweg nach oben, aber sportlich sollte man hierfür

schon sein). Die Rundumsicht auf Coronet Peak, die unverkennbare

Remarkables-Gebirgskette und den Lake Wakatipu

ist zweifellos beeindruckend, auch wenn man hier vergeblich

Ruhe und Beschaulichkeit suchen wird. Zu groß ist der Trubel

rund um den Gondola- und Gastronomie-Komplex mit dazugehöriger

Sommerrodelbahn, doch genau diese Annehmlichkeiten

locken jedes Jahr viele Besucher auf Bob’s Peak.

Unser persönlicher Lieblingsaussichtspunkt befindet sich

jedoch auf Deer Park Heights in der Nähe von Frankton, auf

den Kelvin Heights gelegen. Die private Farm ist täglich bis

zum Sonnenuntergang geöffnet und für 20 NZ$ pro Auto kann

man sogar bequem bis nach oben fahren. Auf dem Weg dorthin

trifft man auf Lamas, Bisons, Rehe und viele andere Tiere.

Aber nicht nur für Kinder lohnt sich der Ausflug, die Aussicht

in Richtung Mount Aspiring National Park und Glenorchy

(übrigens ein Muss für alle, die etwas mehr Zeit mitbringen)

hat sich für immer in unsere Herzen gebrannt. Deer

Park Heights diente in der Vergangenheit schon mehrmals

16 05 | 2009 © 360° Neuseeland

KuLINARISCHES

360° Info

Vudu: Ein Klassiker. Um die besten Chocolate Brownies der

Stadt kommt man einfach nicht herum, wobei vor allem auch

die umfangreiche Auswahl an Magazinen zu einer etwas längeren

Pause einlädt. Die vegetarischen Hauptgerichte sind

ebenfalls sehr zu empfehlen: neben Veggielasagne, Filos,

Quiches bietet das Kabinett auch kreative Salatvariationen;

23 Beach St, Tel: 03 / 411 53 57, www.vudu.co.nz

Lone Star: Wer es amerikanisch liebt und so richtig Lust auf

ein saftiges Steak oder schmackhafte Spare Ribs hat, sollte

unbedingt die großzügigen Portionen im Lone Star probieren.

Den Drink danach kann man gleich nebenan in der Buffalo

Bar zu sich nehmen; 14 Brecon St, Tel: 03 / 442 99 95,

www.lonestar.co.nz

The Bunker: In diesem exquisiten Restaurant kann man sich der

gehobenen Küche Neuseelands hingeben. In ansprechender

Umgebung kann man hier nicht nur fein dinieren und ausgewählte

neuseeländische Weine probieren; in einem der bequemen

Ledersofas vor dem Kaminfeuer lässt es sich mit einem

leckeren Cocktail in der Hand besonders gut auch der Kälte

trotzen; Cow Ln, Tel: 03 / 441 80 30, www.the bunker.co.nz

Fishbone Bar & Grill: Fresh Seafood – so prangert es vom Werbeaufsteller

des Fishbones in der Beach Street. Das Interieur

kündigt fast schon etwas klischeehaft eine Küche im mediterranen

Stil an, die angebotenen Meerestiere sind jedoch

vorzüglich. Hier findet man Fischgerichte von Fish ’n’ Chips,

über Green-Lip Mussels bis hin zum Red Snapper auf der

Speisekarte; 7 Beach St, www.fishbonequeenstown.co.nz

Winnies: Hier kann man getrost den ganzen Abend verbringen.

Das Winnies, Insidern vielleicht auch noch als Winnie

Bagoes bekannt, ist halb Restaurant und halb Bar. Nach einer

City Trip Travel & Backpacking

Deer Park Heights samt Filmkulisse aus dem Jahr 1989

leckeren Holzofenpizza wechselt man einfach die Seite und

erlebt den Abend bei Livemusik, DJ-Acts oder der Liveübertragung

eines Sportevents. Zu Beginn des Abends kann man sich

nach dem erlebnisreichen Skitag am Kaminfeuer aufwärmen.

Die Dachkonstruktion kann geöffnet werden und bietet bei

klarer Sicht einen tollen Ausblick aufs Himmelszelt; 1. Stock,

7 – 9 The Mall, Tel: 03 / 442 86 35, www.winnies.co.nz

Leonardos Café: Eines der Urgesteine und dann auch noch

unter deutscher Leitung. Rita lebt seit mehr als 15 Jahren

in Queenstown, das Angebot ist daher typisch Kiwi. Das

Leonardos beherbergt eine eigene Rösterei im Café und

Ritas Big Breakfast und Flat White sind in der ganzen Stadt

berühmt. Auch wenn das Café im Gorge Road Retail Centre

etwas abseits der Touristenströme liegt, ein Besuch lohnt

sich; Gorge Road Retail Centre, Richtung Coronet Peak.

Bardeaux: Das Bardeaux lebt von seinem Ambiente. Fast hat

man hier den Eindruck, nicht im kleinen Queenstown, sondern

in einer großen Metrople zu sein. Wer hierher kommt,

liebt guten Wein, Champagner und Cocktails. Ein beliebter

Treffpunkt der Locals; Eureca Arcade, Tel: 03 / 442 82 84,

www.goodbars.co.nz

Pig & Whistle: Good old Pubstyle, manchmal auch mit

Livemusik. Im englischen Pub wurde 2006 kurzer Hand ein

Fußball-WM-Club gegründet, um die polizeiliche Sperrstunde

zu umgehen und die nächtlichen Übertragungen

aus Deutschland zeigen zu können. Das dramatische 1 : 0

gegen Polen haben wir damals bei Frühstück und Kaffee

angeschaut; 41 Ballarat St, Tel: 03 / 442 90 55.

Selbstversorger kaufen am günstigsten im Fresh Choice,

64 Gorge Rd, oder außerhalb im New World Supermarkt im

Remarkables Park bei Frankton ein. Für kleinere Besorgungen

tut es auch der Alpine Supermarket in der Shotover St.

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Preview 02/2008





































































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02/2008 Vorschau



















°




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Travel & Backpacking Travelogues Travelogues Travel & Backpacking

Wandern auf Stewart Island:

It’s an experience

Blick auf Smoky Beach

unterhalb der neuseeländischen Südinsel liegt Stewart

Island. Fast die gesamte Insel ist als Nationalpark ausgewiesen.

Er schützt zahlreiche Vogelarten wie den Kiwi,

der nur dort auch bei Tage in freier Natur beobachtet

werden kann. Wanderer werden von einsamen Wanderhütten

und Stränden auf die abgeschiedene Insel gelockt

und müssen sich dafür durch extreme Wetter- und Wegeverhältnisse

kämpfen.

Auf der Wanderkarte hatte alles ganz einfach ausgesehen!

Als einzelne, gestrichelte Linie um rundet

der North West Circuit Track den Inselkopf von

Stewart Island. Keine lästige Suche nach dem Weg,

nirgends giftige Tiere, kaum mehr als ein paar hundert

Meter Steigung am Tag: scheinbar perfekte Bedingungen

für eine Wanderung zu einsamen Stränden am Ende

der Welt.

Natürlich hatten wir von Morast gelesen. Knöcheltief,

knietief, sogar hüfttief sollte er sein und immer genau im

Weg. Das entsprechende englische Wort „mud“ kann auch

mit Dreck, Matsch oder Schlamm übersetzt werden, aber

Der Weg ist das Ziel

das wäre für Stewart Island verharmlosend. Die ganze

Erlebnistiefe gibt nur der Ausdruck „Morast“ wieder, der

von meiner Freundin und mir erheblich unterschätzt worden

war.

Hüfttiefer Morast: schwarz, glitschig, unergründlich

Nun stehen wir zwischen zwei dieser harmlos wirkenden

Höhenlinien der Wanderkarte – um uns herum nur Regenwald

und eben dieser Morast: schwarz, glitschig und unergründlich.

Die ersten Aufweichungen des Weges sind wir

noch mit Schwung umgegangen. Nach mehreren Stunden

Wandern ohne Besserung lassen jedoch Kraft, Konzentration

und Euphorie nach. Wir rutschen auf nassen Wurzeln

aus und verlieren im immer gleichen Dickicht ohne Orientierungspunkte

das Gefühl für die zurückgelegte Strecke. Es

kommen Zweifel auf, ob wir dem Weg gewachsen sind.

Vogelperspektive

Schon die Ankunft auf Stewart Island hatte uns auf ein

außergewöhnliches Inselerlebnis vorbereitet. Mit einer

einmotorigen Maschine waren wir von Invercargill aus

gestartet und sahen die drittgrößte neuseeländische Insel

aus der Google-Earth-Perspektive: Am Rand des flächendeckenden

Grüns blitzte ein Streifen von weißen Stränden

auf. Mehr Gesicht ließ sich in dem endlosen Hügelland

nicht erkennen. Genau wie am heimischen Rechner

Strandüberquerung am Smoky Beach

bleibt Stewart Island aus der Luft gesehen undurchdringlich

und geheimnisvoll.

Auch Oban, die einzige Siedlung der Insel, ist trotz ihrer

knapp 400 Einwohner nicht greifbar. Das Zentrum liegt zwar

mit Fähranlegestelle, kleinem Supermarkt, Touristeninfo und

Pub übersichtlich in der Halfmoon Bay, aber viele Häuser

verteilen sich über versteckt liegende Buchten und Strände.

Wie Bathing Beach nördlich vom Zentrum – schön genug

für einen ausgefüllten Badeurlaub. Aber wer könnte sich mit

einem Strand zufrieden geben, wenn der nächste nur einen

Steinwurf entfernt liegt und vielleicht noch umwerfender

ist? Auf dem Weg zu den Stränden muss jedoch die grüne

Wand aus baumgroßen Farnen, Kletterpflanzen und dichtem

Busch durchstoßen werden, die Oban umgibt und gar nicht

mehr aufzuhören scheint. Doch dann treten wir unvermittelt

aus der grünen Endlosigkeit heraus und stehen am Lucky

Beach. Der Name ist Programm, unsere Stimmung steigt

rapide. Mit neuer Kraft schaffen wir auch den Rest unserer

ersten Tagesetappe von der Christmas Village zur Yankee

River Hut. Schnell noch Nudeln warm machen, Kleidung

zum Trocknen aufhängen und ab in den Schlafsack.

20 05 | 2009 © 360° Neuseeland © 360° Neuseeland 05 | 2009 21

Smoky Beach


Travel & Backpacking Travelogues Travelogues Travel & Backpacking

T e Anau

Wanaka

360° Info

Invercargill

Codfish Island Ruapuke

Island

Oban

Westport Nelson Picton

Queenstown

Invercargill

Stewart Island

Dunedin

Punakaiki

Timaru

Christchurch

Te Anau

Foveaux-Straße

Queenstown

Bluff

Stewart Island

360° Info

Für Wanderer ist der englischsprachige Lonely Planet „Tramping in

New Zealand“ unerlässlich. Neben ausführlichen Beschreibungen

der beiden Wanderwege „Rakiura Track“ und „North West Circuit

Track“ mit Kartenskizzen, gibt er Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten,

Anreise, Wassertaxen etc. Die aktuelle Ausgabe ist von

November 2006, eine Neuauflage ist für Ende 2010 geplant.

Spartanisch, aber viele wichtige Adressen bietend: die Internetseite

www.stewartisland.co.nz. Da es keine Bank oder Bargeldautomaten

auf der Insel gibt, sollte man sich informieren, ob die Unterkunft

oder der Reiseveranstalter mit Kreditkarte bezahlt werden kann.

ANREISE: Von Invercargill aus mit dem Flugzeug: www.stewartislandflights.com;

für Mitglieder der Youth Hostel Assoziation werden

Stand-by-Tickets angeboten, die kaum teurer sind als Fährtickets.

Von Bluff mit der Fähre: www.stewartisland experience.co.nz

REISEZEIT: Das ganze Jahr über. Einheimische empfehlen den Südhalbkugel-Winter,

wenn Frost die Wege etwas härter gemacht hat.

WANDERN: Unverzichtbare Anlaufstelle ist das DOC Stewart Island

Visitor Centre in Oban, Tel: 03 / 21 90 00 2, www.doc.govt.nz. Es bietet

Informationen zu Wetter, Wegverhältnissen und die für manche

Strände wichtigen Tidezeiten. Dort kann Gepäck während der Wanderung

gelagert und die Übernachtungen für Hütten und Zeltplätze

bezahlt werden. Reservierungen wie für manch andere Wanderwege

in Neuseeland sind nicht möglich. Wer mehrere Tage auf Stewart

Island unterwegs ist und sich von den belebteren Regionen Mason

Bay und Rakiura Track entfernt, sollte überlegen, ob ein Notrufsender

sinnvoll wäre, der ebenfalls vom DOC ausgeliehen werden kann.

DVD: Empfohlen sei auch die DVD Stewart Island von Magic Blue Planet

(siehe Besprechung in 360° Neuseeland, Ausgabe 01/2009, S. 99).

Dunedin

East Ruggedy Beach

Der folgende Mittag bringt die nächste überraschende

Anstrengung: Strandüberquerung. Freudig stapfen wir noch

durch die Dünen von Smoky Beach, bevor ein kräftiger Sturm

aufkommt und uns Regen ins Gesicht peitscht. Die Ponchos

schlagen wie wild um sich und die Hände werden klamm –

es ist der zweitheftigste Wind, den wir erleben. Schlimmer

sollte es nur am East Ruggedy Beach stürmen, wo unsere

Gesichter regelrecht „gesandstrahlt“ werden. „On Stewart

Island you have four seasons a day“, sind wir schon in Oban

vor dem extrem wechselhaften Wetter gewarnt worden.

Eine Stunde später ist alles vergessen. Am geschützten

Westende von Smoky Beach machen wir Pause und betrachten

die unaufdringlichen und dennoch intensiven Naturfarben:

das gräuliche Blau des leicht bedeckten Himmels, ein

türkisfarbenes Schimmern im Meer, warme Ockertöne und

gleißendes Weiß am Strand sowie orangebraunes Moorwasser,

das der Smooky Creek aus dem Hinterland über den

Strand ins Meer führt.

Abends flackert im Kamin der Long Harry Hut ein wärmendes

Feuer. Die moderne und gleichzeitig gemütliche

Wanderhütte liegt etwa hundert Meter oberhalb der Küste

und bietet durch ihre großen Fenster einen grandiosen Blick

aufs Meer. Immer noch allein, fühlen wir uns wie in einem

privaten Wochenendhaus. Mit der schwächer werdenden

Glut geht ein ausgefüllter Wandertag zu Ende.

Schnupperkurs Stewart Island

Begonnen hatte für uns der North West Circuit Track mit

einer Bootsfahrt zur Christmas Village Hut. In einem kleinen

Wassertaxi ging es an so klingenden Namen wie „Magnetic

Beach“ und „Sawyers Beach“ an der Ostküste vorbei. Pinguine

stießen durch die Wellen, auf denen Albatrosse schwimmend

Nahrung suchten. Mit einem Beiboot wurden wir am

Steinstrand bei der Hütte abgesetzt, ganz in der Nähe hatten

zwei Pinguine zwischen Felsen Unterschlupf gefunden.

Als das Wassertaxi wieder den Motor anwarf, blieben wir

mit einem mulmigen Gefühl zurück.

Dabei hatten wir den auf zehn stramme Wandertage angelegten

Rundweg unserer Kondition bereits angepasst und mit

der Bootstour die ersten beiden Etappen übersprungen. Auch

für das Ende war zur Freshwater Landing Hut ein Wassertaxi

bestellt. Damit wurde die Wanderung auf die von uns schon

mehrfach erprobte Länge von einer Woche zurechtgestutzt.

Erfahrene Wanderer, die sich nicht sicher sind, ob sie dem

kompletten North West Circuit Track gewachsen sind, kön-

nen sich auf diese Art „Schnupperkurse“ für den Weg individuell

zusammenstellen. Die günstigste Variante allerdings

und auch für Anfänger geeignet ist der Rakiura Track. Er

folgt in drei Etappen von Oban aus erst parallel zum North

West Circuit Track der Ostküste zu den wunderschönen

Stränden „Maori Beach“ und „Magnetic Beach“, knickt

dann nach Süden zum Paterson Inlet ab und kehrt wieder

nach Oban zurück. Wer weniger wandern und dennoch die

Insel erleben möchte, kann zur gigantischen Mason Bay an

der Westküste über eine leichte Halbtagesetappe von der

Freshwater Landing Hut aus gelangen.

Kiwi spotting

Vier „Schlammtage“ nach der Nacht in der Long Harry Hut

schauen wir auf Mason Bay hinab: das Meer tobt! Über

Hunderte von Metern rollen Wellenkämme auf den 15 Kilometer

langen Strand zu. Es erinnert an eine Szene aus

dem Buch „Das letzte Einhorn“, in der die im Meer gefan-

Wanderer im Busch

360° Autor: Andreas Vierkötter

Andreas Vierkötter ist freier Reisejournalist

mit Schwerpunkt auf

Wanderreportagen. Vorwiegend in

Europa unterwegs, brach er 2006

zusammen mit seiner Frau Anja

zu einer zehnmonatigen Weltreise

auf. Neben China und Südamerika

reis ten sie auch drei Monate durch

Neuseeland. Von den zahlreichen

Wanderungen war Stewart Island

die größte Herausforderung.

genen Einhörner als Wellen auf die Küste losstürmen. Bei

bestem Sonnenschein steigen wir zum Strand hinab und

wandern die letzten Kilometer auf Sand zur Mason Bay Hut.

Im Umkreis der Hütte wird es im Gegensatz zu den letzten

Tagen unruhig. Vereinzelt treffen wir auf Menschen – nicht

am Strand, sondern in den Dünen. Aus den Eintragungen

im Hüttenbuch wird deutlich, dass viele nicht zum Wandern

herkommen, sondern das National- und Wappentier Neuseelands

suchen: den Kiwi. Im restlichen Neuseeland nur

nachtaktiv, hat man auf Stewart Island gute Chancen, den

seltsam geformten, flugunfähigen Vogel auch am Tage zu

sehen. Uns ist das unscheinbare Tier heute Morgen direkt

vor die Füße gelaufen! So schnell wie es auftauchte, war es

mit seinem langen Schnabel aber auch wieder im Gebüsch

verschwunden.

Zusammen mit den beiden Amerikanern Alex und Carry, die

auch den North West Circuit Track gewandert sind, schauen

wir am Abend in der Mason Bay Hut auf die Wanderung

zurück. Carry, die am West Ruggedy Beach von einer Welle

erfasst und ans Ufer geschleudert worden war, bringt die

letzten Tage auf den Punkt: „It’s an experience!“

Blick auf Little Hellfire Beach mit Mason Bay im Hintergrund

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Heaphy Track – ein Wander-Bericht

30. Dezember 2007 bis 2. Januar 2008

The famed pole

Nachdem ich über Weihnachten 2007 den Abel Tasman

Coastal Track recht gemütlich angegangen bin,

habe ich mir für die Wanderung über Neujahr eine

größere Herausforderung ausgesucht: den Heaphy Track,

den längsten der neuseeländischen Great Walks. Der Heaphy

Track liegt im Kahurangi National Park, im nordwestlichen

Teil der Südinsel von Neuseeland. Mit insgesamt 82

Kilometer ist er nicht nur der längste der Great Walks, sondern

auch einer der abwechslungsreichsten: Man wandert

durch dichten Beech Forest, durch Tussok-Graslandschaft

sowie subtropische Flachlandschaft, bis man schließlich

die schroffe Küstenlinie an der West Coast erreicht, die mit

Nikau-Palmen gesäumt ist.

Erster Tag: 30. Dezember

Von der Brown Hut bis zur Gouland Downs Hut –

24,5 Kilometer – 7 Stunden

Am vorletzten Tag des Jahres 2007 muss es ziemlich früh

losgehen: zum einen weil es von meinem Bed & Breakfast in

Motueka bis zum Startpunkt des Heaphy Tracks, der Brown

Hut, mehr als zwei Stunden mit dem Shuttle sind. Und zum

anderen habe ich mir gleich für den ersten Tag die längste

Wanderung mit dem stärksten Anstieg ausgesucht. Insgesamt

führt mein erster Abschnitt bis zu meinen Tagesziel,

der Gouland Downs Hut, über fast 1.000 Höhenmeter und

ist stolze 24,5 Kilometer lang. So komme ich am Ausgangs-

Kunstwerk mit ausgedienten Schuhen

punkt gegen 10 Uhr an und da es relativ warm ist, bin ich

froh, dass der Weg recht schnell durch einen dichten Mischwald

führt. Die ersten fünf Stunden bis zur Flanagans Corner,

mit 915 Metern der höchste Punkt des Heaphy Tracks,

führen stetig bergauf. Zwischendurch hat man immer einen

schönen Blick auf die Golden Bay, sodass die Zeit wie im

Overlander, dem Zug zwischen Auckland und Wellington,

rasch vergeht.

Für viele Wanderer ist bereits kurz nach dem höchsten Punkt

der Wanderung das Tagesziel erreicht, die Perry Saddle Hut.

Wer sich eine kurze Erfrischung gönnen möchte, der kann

Die Gouland Downs Hut

sich im tiefen und kalten Gorge Creek unmittelbar in der

Nähe der Hütte eine Abkühlung verschaffen. Mich jedoch

zieht es noch zwei Stunden weiter, zur Gouland Downs Hut.

Wie in der Brown Hut gibt es in der Gouland Downs Hut

keine Kocher, sodass ich meine eigene Kochausrüstung

mitnehmen muss. Allerdings gilt diese Hütte für mich als

eine der schönsten auf dem gesamten Heaphy Track: Zum

einen ist sie sehr klein (nur 8 Schlafplätze), zum anderen

liegt sie sehr schön in einer Tussok-Graslandschaft und in

der Nähe gibt es ein Kalksteingebiet mit Buchenwald, der

mit seinen kleinen Höhlen dazu einlädt, auf Entdeckungsreise

zu gehen.

Noch bevor die Gouland Downs Hut erreicht ist, gibt es eine

der berühmtesten Attraktionen des Heaphy Tracks zu sehen:

„the famed pole“. Dieser berühmte Mast steht mitten im Nirgendwo

und ist mit altem Schuhwerk behangen, wobei mit

Sicherheit nicht alle zum Wandern gedient haben: Es befinden

sich auch normale Straßenschuhe, Inline-Skates und

Ballettschuhe darunter.

In der Gouland Downs Hut angekommen, mache ich

zunächst eine kurze Rast, um mich gleich danach - befreit

von meinem schweren Rucksack - in das Kalkstein-, das

Limestonegebiet aufzumachen und auf Erkundungstour zu

gehen. Es gibt hier viele kleine Höhlen und kleinere Wasserfälle

– allerdings sollte man lieber vorsichtig sein, da Kalkstein

nicht gerade stabil ist.

Die Gouland Downs Hut ist mit acht Schlafplätzen nicht nur

die kleinste, sondern auch die älteste Hütte auf dem Heaphy

Track. Aber diese kleine Hütte bietet mit einer offenen Feuerstelle

viel Charme, und die Aussicht inmitten der Gouland

Downs Graslandschaft ist sehr beeindruckend, was auch

noch andere Wanderer dazu bewegt hat, hier ihre wohlverdiente

Nachtruhe zu suchen. Zum Abend hin füllt sich die

Hütte immer mehr, sodass sie schon bald voll belegt ist.

Die Gouland Downs

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Sonnenuntergang am letzten Tag des Jahres 2007

Zweiter Tag: 31. Dezember

Von der Gouland Downs Hut bis zur James Mackay

Hut – 21 Kilometer – 5,5 Stunden

Der letzte Tag des Jahres beginnt wie der vorletzte geendet

hat: mit viel Sonnenschein. Nach der Gouland Downs

Hut wird die Tussok-Graslandschaft durch ein paar kleinere

Flüsse mit dichtem Bewuchs unterbrochen. Nach und nach

führt der Wanderweg von der offenen Graslandschaft in

eine immer dichter werdende Vegetation. Bald schon werden

die Gouland Downs von den Mackay Downs abgelöst.

Hier müssen viele kleinere Flüsschen überquert werden,

die bei extremen Regenfällen auch recht stark ansteigen

können, sodass es für Wanderer gefährlich werden kann,

Der zweite Tag führt immer wieder an kleineren Flüsschen vorbei

hindurch zu gehen. Ein Teil der Mackay Downs kann bei

starken Regenfällen sogar so stark überflutet werden, dass

es für Wanderer unmöglich wird, weiterzugehen. Zum

Glück setzt nach der Mittagsrast nur leichter Regen ein,

aber es wird immer nebeliger, sodass ich mich beeile, die

James Mackay Hut zu erreichen.

Von der Terrasse der Hütte aus kann man bereits das Ziel der

Wanderung in 15 Kilometern Entfernung sehen: die Küstenlinie

der West Coast und die Mündung des Heaphy Rivers in

die Tasman Sea. Genau diesen herrlichen Ausblick kann man

unter einer, von einem der Hüttenwirte selbst gebauten, freistehenden

Dusche genießen. Da es sich im Vergleich zum

Morgen doch recht stark abgekühlt hate, wage ich nur einen

sehr kurzen Sprung unter das kalte Wasser.

Bereits vor meiner Ankunft in der Hütte haben sich zwei

Familien häuslich eingerichtet. Insgesamt besteht diese

Gruppe aus vier Erwachsenen und acht Kindern im Alter

zwischen 15 und 20 Jahren, sodass es entsprechend turbulent

zugeht. Nachdem alle mit Essen versorgt sind, spielen

und singen diese beiden Familien den ganzen Abend lang

bis um Mitternacht. Um die anderen Wanderer nicht zu stören,

sucht sich die Gruppe einen Platz etwas unterhalb der

Hütte. Nichtsdestotrotz dringt ihr Gesang bis zur Hütte vor,

was eine sehr schöne Stimmung erzeugt. Die Hütte ist an

diesem Abend voll belegt. Hier sind wir alle meilenweit von

jeglicher Zivilisation entfernt und warten auf den Jahreswechsel,

der entgegen meinen bisherigen Erfahrungen, aber

übereinstimmend mit meinen Erwartungen, völlig unspektakulär

abläuft: kein Feuerwerk oder sonstiges Getöse. Aus

2007 wird einfach 2008 – und kurz nach Mitternacht verschwinden

alle in ihre Schlafsäcke.

Dritter Tag: 1. Januar

Von der James Mackay Hut zur Heaphy Hut –

20,5 Kilometer – 6 Stunden

Am ersten Tag des neuen Jahres komme ich erst recht spät

aus dem Bett. Die beiden Großfamilien sind bereits früh aufgestanden

und dementsprechend turbulent geht es in der

kleinen Hütte zu. Die James Mackay Hut ist doch relativ klein

und wenn sie so voll ist, dann wird es schon mal eng. Einige

Wanderer, die keinen Platz mehr in der Hütte buchen konnten,

haben auf der Veranda übernachtet – bei nasskaltem

Wetter. Beim Frühstück kam ich mit einem etwas älteren

Herrn, Neil, ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass Neil

diese Wanderung nicht zum Spaß macht – er betreibt einen

„Heaphy Track car swapping service“. Da das Ende und der

Anfang des Heaphy Tracks über 460 Kilometer mit dem Auto

auseinander liegen, stellt Neil sein Auto Wanderern zur Verfügung,

die damit zum Ausgangspunkt fahren. Neil wiederum

stellt das Auto der Wanderer am anderen Ende ab. Auf

halben Weg trifft man sich dann hoffentlich und übergibt die

Autoschlüssel, so hat jeder am Ende der Wanderung sein

Auto wieder. Neil bewältigt die Wanderung in zwei Tagen

und sucht nur bei schlechtem Wetter eine Hütte für die

Übernachtung auf. Genießen, sagt er, kann er diese Wanderung

trotzdem noch.

Kurz nach der James Mackay Hut hört die Mackay Downs-

Landschaft auf und es beginnt wieder der Beech Forest,

welcher bald wiederum durch den reichhaltigeren und größeren,

für die Westküste typischen Wald abgelöst wird. Ab

und zu hat man einen Blick auf den Heaphy River und ehe

man sich versieht, erreicht man die Lewis Hut, die an der

Kreuzung von Lewis River und Heaphy River gelegen ist.

An der Lewis Hut trifft man auch auf die ständigen Begleiter,

die vor allem an der Westküste der Südinsel anzut reffen

sind: Sandflies.

Von der Lewis Hut geht es über große Swingbridges weiter,

durch eine Waldlandschaft mit Kahikatea (neuseeländischen

Warzeneiben), Rimu (Koniferenbaum) und Rata-Bäumen.

Nach und nach werden auch die Nikau-Palmen immer mehr

– ein Zeichen dafür, dass man sich der Küste nähert. Man

Eine der vielen Swingbridges

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Heaphy Track

Karamera

Westport

Punakaiki

LAGE: Queenstown

Der Heaphy Track liegt im Kahurangi National Park, im

Nordwesten der Südinsel.

DAuER DER WANDERuNG: 4 bis 6 Tage.

BESoNDERHEITEN: Der Heaphy Track gilt als die variantenreichste

Wanderung der Great Walks: von dichtem Beech Forest

(Aorere Valley), über Tussok Graslandschaft (Gouland Downs),

Christchurch

durch subalpine Wald- und subtropische Flachlandschaft bis zur

schroffen Küstenlinie der West Coast.

TRANSPoRT: Da der Heaphy Track kein Rundwanderweg ist,

sollte man sich bereits im Voraus nach Transportmitteln erkunden,

sowohl zum Start als auch vom Ende der Wanderung.

Der Ausgangs- und der Endpunkt liegen ca. 460 Kilometer mit

dem Auto voneinander entfernt, sodass sich unter Umständen

ein Rückflug lohnt. Ein sogenannter car swapping service wird

auch angeboten.

ÜBERNACHTuNG AuF DER WANDERuNG: Insgesamt gibt

es sieben Hütten und neun Campingplätze, sodass man seine

Wanderung ganz individuell planen kann.

AuSSTATTuNG DER HÜTTEN BZW. CAMPINGPLäTZE: Alle

Hütten haben Wasser, Feuerstellen, Toiletten und Schlafplätze

mit Matratzen. Bis auf Gouland Downs und Brown Hut haben

alle Hütten Kochgelegenheiten mit Gas. Alle Campingplätze

haben Wasser und Toiletten, einige haben Feuerstellen.

www.doc.govt.nz

www.heaphytrack.com

Takaka

Nelson

T e Anau

Heaphy T r ack

Karamera

Westport

Wanaka

Queenstown

Invercargill

360° Info

Dunedin

Punakaiki

Timaru

Takaka

Nelson Picton

Picton

Christchurch

360° Info

360° Web Info

Der Heaphy River kurz vor der Einmündung in die Tasman Sea

Sonnenuntergang über der Tasman Sea

folgt immer weiter dem Heaphy River und das Rauschen der

Tasman Sea wird immer präsenter. An der Stelle, an der der

Heaphy River in die Tasman Sea mündet, liegt die Heaphy

Hut. Sie ist eine der schönsten Hütten auf dieser Wanderung,

zum einen wegen ihrer Lage zwischen ruhigem Fluss

und bisweilen tosender See, zum anderen liegt sie beschützt

in Reichweite von Wiesen und Nikau-Palmen.

Der Heaphy River eignet sich hervorragend zum Schwimmen,

und von der Hütte sind es nur ein paar Gehminuten bis

zum Strand. Der Strand ist groß genug, um eine kleine Wanderung

am Abend zu unternehmen, und die Ostlage bietet

sich hervorragend an, um am Abend einen schönen Sonnenuntergang

zu beobachten.

Die Gegend um die Heaphy Hut wurde von den Maori

bereits vor mehr als 500 Jahren genutzt. Hier treffen sich

zwei Wege, die die Maori als sogenannte Pounamu Trails

(Greenstone Trails) genutzt haben. Sie haben nach Greenstone,

Jade, gesucht, um daraus Werkzeuge, Waffen oder

Schmuck herzustellen.

Die Gegend um die Heaphy Hut ist auch sehr beliebt bei

den Kiwis – gemeint sind allerdings nicht die menschlichen

Bewohner von Neuseeland, sondern die flugunfähigen

Vögel. Diese nachtaktiven Vögel sind sehr scheu und meist

hört man nur ihr typisches Rufen. Einige Wanderer schlafen

extra draußen vor der Hütte, um eines der nationalen Symbole

zu Gesicht zu bekommen.

Vierter Tag: 2. Januar

Von der Heaphy Hut zum Track-Ende, der

Kohaihai Shelter – 16 Kilometer – 5 Stunden

Der letzte Abschnitt der Wanderung führt immer an der

Küste entlang, wobei der Weg sowohldurch Nikau-Palmenwälder

als auch durch Strandabschnitte führt. Je nachdem,

wann man den Transport vom Ende des Tracks gebucht hat,

kann und sollte man sich Zeit lassen und öfters an einem

der Strände eine Pause einlegen. Der Abschnitt vom Parkplatz

an der Kohaihai Shelter bis zur Heaphy Hut ist sehr

beliebt sowohl bei Tageswanderern als auch bei Wanderern,

die nur eine Übernachtung in der Heaphy Hut buchen und

dann wieder zurück gehen. Daher wird es, je näher man dem

Ende der Wanderung kommt, immer voller.

Am Tag zuvor habe ich kurz Kjirsten beim Schwimmen im

Heaphy River getroffen, eine amerikanische Professorin mit

schwedischen Wurzeln, die in Neuseeland ein sogenanntes

„sabbatical year“ verbringt. Auch sie hat die Option gewählt,

nur eine Nacht auf dem Heaphy Track zu verbringen. Kurz

vor dem Ende der Wanderung treffe ich sie wieder und wir

kommen ins Gespräch. Zu meinem Glück erzählt sie, dass

sie die gleiche Unterkunft gebucht hat wie ich, und sie bietet

mir an, mich dorthin mitzunehmen. Was mir sehr gelegen

kommt, da ich, bevor ich die Wanderung begonnen habe,

keinen Transport gebucht habe, was man in der Hauptsaison

auch nicht unbedingt machen muss, da es am Ende der

Wanderung ein Telefon gibt, mit dem man noch einen Transport

arrangieren kann.

Blick auf den Kahurangi National Park

Der Track wechselt zwischen Nikau-Palmen und feinen Sandstränden ab

Nachdem ich ausgiebig geduscht habe, treffe ich mich mit

Kjirsten zu einem Abendessen, und als Belohnung für die

Anstrengungen der letzten Tage gibt es für mich einen

ordentlichen Eisbecher mit Sahne. Daraufhin bestellt sich

Kjirsten sogar eine ganze Schüssel mit Eis und viel Sahne,

an der sicher auch die singenden Kinder der beiden Familien

ihre Freude gehabt hätten.

Am nächsten Morgen geht es für mich mit einem kleinen

Flugzeug zurück nach Motueka. Der Flug ist sehr holprig

und ich habe mich am Boden sehr viel sicherer gefühlt als in

der Luft. Allerdings ist der Ausblick über die zuvor bewältigte

Strecke aus dieser luftigen Höhe sehr beeindruckend.

360° Autor: Andreas Pietig

Andreas Pietig lebt seit Februar 2007 in

Auckland und macht an der Auckland

University of Technology (AUT) seinen

MBA. Nebenher arbeitet er in einer

Firma, die ihn nach seinem Abschluss

fest als Operations Manager einstellt.

Seine Freizeit verbringt Andreas gerne

mit Wanderungen auf der Südinsel.

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Travelogues Travel & Backpacking

Mit Smilla durch Neuseeland:

Teil IV

Paradise, Ausgangspunkt des Rees-Dart Tracks

Wibke und Axel, ein reiselustiges Paar aus Thüringen,

sind gemeinsam mit ihrer sieben Monate alten Tochter

Smilla in Neuseeland unterwegs. Mit Fahrrädern, Radanhänger

und Zelt haben sie bisher die Nordinsel erkundet,

sind mit Smillas oma und Tante an der Westküste der

Südinsel entlang gefahren und starten jetzt mit Freunden

zu einer Trekkingtour in den Bergen von Central otago.

Nasse Füße bei guter Aussicht

Von Glenorchy aus machen sich bis auf Wibke

und Smilla alle auf zum Rees-Dart Track

(siehe den Beitrag von Andreas Pietig, 360°

Neuseeland, Heft 6/2008, S. 32). Für Babys ist

dieses Gebiet nicht geeignet. Marko, Stefan, Daniela

und Axel tragen ihre voll beladenen Rucksäcke

in das Rees Valley hinein. Sie folgen dem Muddy

Creek und verstehen auch recht schnell woher dieser

Name kommt. Einer nach dem anderen sinkt bei

der Suche nach dem Weg knöcheltief – Stefan sogar

knietief – in den Matsch. Doch die Szenerie, die näher

rückenden Gletscher, das riesige menschenleere Tal

der neuseeländischen Alpen lassen über jegliche

Beschwerlichkeiten hinweg sehen. 8,5 Stunden laufen

sie am ersten Tag, um die Rock Shelter Hut zu

erreichen. Dort gibt es Trinkwasser und einen Ofen,

der am Abend zum Glühen gebracht wird. Tagsüber

beim Gehen ist es noch recht warm, nachts fallen die

Temperaturen jedoch in den Minusbereich.

Matschige Füße am Muddy Creek

Ein Märchenwald auf dem Rees-Dart Track

Luxus in den Bergen

Am nächsten Tag, die Sonne schafft es gerade so in das

enger gewordene Tal, laufen die vier durch Tussock Grasfelder

zum 1.447 Meter hohen Rees Saddle. Der höchste

Punkt der Tour und gut die Hälfte des Vier-Tage-Trips ist

erreicht. Sie genießen die weite Sicht. Die Ruhe lässt die

Gedanken einfach fliegen. Alleine mit sich und der Natur

zu sein ist Luxus in unserer Zeit. Mit Sonnenaufgang des

nächsten Tages tauchen auch wieder ein paar freche Keas,

die berühmten neuseeländischen Bergpapageien, auf. Sie

albern herum, spielen mit allem, was nicht festgenagelt ist.

Diesmal, im Gegensatz zum Erlebnis am Mount Cook, wird

sicherheitshalber alles in der Hütte versteckt.

Das Dart Valley, welchem Axel, Marko, Daniela und Stefan

nun folgen, hält einige Flussüberquerungen bereit. Dabei

haben sie unwahrscheinliches Glück mit dem Wetter. Bei

Regen kann einen dieser Track zwischen zwei Flüssen

gefangen halten. Kleine Bäche schwellen schnell zu einer

reißenden Flut heran. Die Flussbetten sind oft Hunderte

Meter breit. Als Mensch fühlt man sich ohne Bedeutung in

dieser noch so wilden Natur.

Langsam werden die Rucksäcke leichter, das Essen ist fast

aufgebraucht. Die Gruppe nähert sich dem Ziel und die

Schritte werden immer schneller, bis sie wieder in Glenorchy

angekommen sind.

Heute Sommer, morgen Schnee

Zurück in der Zivilisation, in Queenstown, genießen wir die

Dusche und planen den nächsten Trip. Es soll eine Schotterpiste

geben, die von hier in zwei Tagen direkt ins Fjordland

führt. Für Autos ist dieser Weg nicht zugänglich, da der

Zugang nur per Boot erreichbar ist. Also satteln Marko und

Axel die Fahrräder, und wir machen einen Treffpunkt in Te

Anau aus. Es geht durch eine trockene und weite Berglandschaft.

Kein Mensch ist weit und breit zu sehen, aber Schafe

gibt es überall. Nach langem Radfahren ist die Krönung des

Tages ein Bad im See. In der Nacht hören die beiden seltsames

Trommeln auf dem Zelt. Morgens ist alles in Schnee

getaucht. Oft genug haben uns die Einheimischen gewarnt:

In Neuseeland können alle vier Jahreszeiten auf einen Tag

fallen. So radeln Marko und Axel statt in kurzer Hose mit

Pudelmütze ins 75 Kilometer entfernte Te Anau. Es ist also

Winter geworden im südlichen Neuseeland.

Schnee am Mavora Lake

Axel und Marko fahren auf einer einsamen Schotterstraße

360° Autoren: Wibke Raßbach / Axel Bauer

Wibke Raßbach, 27, arbeitete nach

dem Abitur mit Menschen mit

einer geistigen Behinderung in

Schottland, Indien, Norwegen und

Deutschland, bevor sie ein Studium

der Sozialarbeit / Sozial pädagogik

abschloss. Momentan macht sie

eine Weiterbildung zur Natur- und

Erlebnispädagogin.

Axel Bauer, 32, absolvierte ein

Studium der I nnenarchitektur,

nach dem er zuvor eine Tischlerlehre gemacht hatte. Zurzeit ar beitet

er als Innenarchitekt und Designer.

Die beiden haben gemeinsame Reisen nach Tanzania, Kirgisien,

Usbekistan, Nepal, Indien und Neuseeland unternommen. In verschiedenen

Diavorträgen und Ausstellungen im Bereich Foto grafie

lassen sie die Besucher an ihren Reisen teilhaben. Smilla Emilie

Bauer, geboren am 27. Mai 2007, ist Mittelpunkt der Familie. Ihr

Lieblingsort ist der Fahrradanhänger, ihre momentane Beschäftigung:

Spielespezialist.

Mehr Informationen über Smilla, Wibke und Axel, ihre Reisen und

Termine für den Diavortrag „Neuseeland – Fräulein Smillas großes

Abenteuer“ finden Sie auf www.kwerhoch2.de.

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Der Milford Sound ist einer der beeindruckendsten Fjorde Neuseelands

Mit dem Kleinbus geht es weiter in die 120 Kilometer lange

Einbahnstraße zum Milford Sound. Norwegen, Chile und

Neuseeland sind die einzigen Länder der Erde, in denen es

große Fjorde gibt. Das Fjordland in Neuseeland ist außerdem

die niederschlagsreichste Region der Erde. Gutes Wetter

ist sehr rar und blauer Himmel extrem selten. Wir können

es kaum glauben, als wir früh am Morgen die in Regenwald

getauchten und aus dem Wasser ragenden Bergriesen bei

Sonne betrachten können. Bei dieser Kulisse können wir

selbst Smilla das Versprechen abringen, uns nachts mehr

schlafen zu lassen. Ob’s klappt?

Die Schäferin, der Veteran und zwei Millionäre

Es ist eisig, es regnet und stürmt. Abends wird es um sechs

Uhr dunkel. Wir schlafen jede Nacht 12 Stunden, weil es zu

kalt und nass ist um draußen zu sein. Pünktlich zum Wintereinbruch

erreichen wir den Slope Point, den südlichsten

Am Slope-Point, dem südlichsten Punkt Neuseelands, tobt der Wind

Am Südzipfel Neuseelands gibt es sogar Pinguine

Punkt Neuseelands. Von hier aus sind es noch 4.803 Kilometer

bis zum Südpol. Ab jetzt geht es für uns nach Norden,

wo in drei Wochen unser Flieger von Auckland nach

Deutschland startet. Wir verabschieden uns von Stefan und

Daniela und bringen Marko in Christchurch zum Flughafen.

Nach zwei Monaten sind wir ab nun wieder allein unterwegs.

In den verbleibenden Tagen wollen wir noch einmal

die Leute besuchen, die wir auf unserer Reise getroffen und

schätzen gelernt haben.

Am ersten Abend besuchen wir in altes Ehepaar in einem

komplett zugewucherten Haus. Es kommt uns vor wie eine

Zeitreise, denn, als wir an die Tür klopfen, sitzt das Mütterchen

gerade am Spinnrad und spinnt Wolle. Die beiden sind

so um die 80 Jahre alt, haben einen großen Gemüsegarten,

Hühner und über 300 Schafe. Der Hütehund ist schon vor

ein paar Jahren gestorben und wenn die Schafe auf eine

andere Weide gebracht werden müssen, macht sich die alte

Frau allein, bewaffnet mit einer Trillerpfeife, auf den Weg.

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Eine Robbe lässt sich an der südlichen ostküste den Wind um die ohren wehen

Dann geht es zu Pipi, einem 81 Jahre alten Veteran, der

schon mit 14 Jahren in die Armee eingetreten ist. Er hat

den Zweiten Weltkrieg, den Vietnamkrieg und noch einige

andere blutige Auseinandersetzungen überlebt. Acht seiner

13 Geschwister kämpften für die britische Krone.

Sein kleines Haus ist voll gestopft mit Medaillen, Auszeichnungen

und allerlei kuriosen Gegenständen von

seinen Reisen durch Afrika und Südamerika. Ein absolut

charismatischer Mensch, der sich sofort in Smilla verliebt.

Es wird ein wundervoller Abend mit viel Gelächter,

Musik und Geschichten aus vergangenen Zeiten.

Mit der Fähre erreichen wir die Nordinsel und schlafen die

nächste Nacht bei Brant in Wellington und am darauf folgenden

Tag bei seinem Bruder Kevin in Wanganui. Brant

hat eine Consulting Firma und Kevin kauft und restauriert

alte Häuser. Beide sind inzwischen Millionäre. Trotzdem

sind sie ganz natürliche und offene Menschen geblieben.

Obwohl wir aus zwei verschiedenen Welten kommen, sind

sie sehr an unserer Reise interessiert.

Abenteuer Autoverkauf

Wir haben noch eine wichtige Aufgabe vor uns: Unser Auto

muss wieder verkauft werden, denn es ist etwas zu groß

für das Handgepäck im Flugzeug. Jeden Sonntag gibt es

in Auckland einen Automarkt, auf dem alte Autos – meist

von Touristen – gekauft und verkauft werden. Als wir dort

ankommen, verlässt uns schnell der Mut. Zahlreiche Autos

und Minibusse stehen zum Verkauf, dabei gibt es nur eine

handvoll potenzieller Käufer. Es ist genau die Zeit, in der die

meisten Touristen Neuseeland verlassen und die wenigsten

neuen kommen. Dabei ist unser ‘85er Modell mit Abstand

eines der ältesten und hat mit seinen inzwischen 303.000

Kilometern die weiteste Strecke hinter sich gebracht. Also

versuchen wir alle Tricks, um unsere Karre los zu werden:

Smilla wird ins Auto gesetzt, um Blicke auf sich zu ziehen.

Axel steht in der Nähe des Motors und preist dessen Qualität

an und ich postiere mich hinten im Auto und weise auf

die vielen Extras hin, die dieses Auto zu bieten hat. Schließlich

haben wir zwei Interessenten, die eine Probefahrt

machen. Die beiden kommen aus Thüringen und Robert

versteht etwas von Autos. Er ist begeistert vom Motor. Die

beiden kaufen uns tatsächlich den Minibus ab. Uff, wir sind

erleichtert! Auf dem Automarkt stehen zahlreiche Touristen,

die teilweise schon seit mehreren Wochen versuchen, ihr

Gefährt los zu werden.

Freudig-wehmütiges Abschiednehmen

Die restlichen Tage vor unserer Abreise verbringen wir in

Rotorua bei Tim und seiner Familie, für die wir am Anfang

unserer Reise eine Holzfällerhütte gebaut hatten. Langsam

freuen wir uns auf zu Hause, auf unsere Familie und Freunde,

auf den Frühling und den Wald. Und gleichzeitig versuchen

wir noch einmal Neuseeland in uns aufzusaugen. Smilla ist

inzwischen länger hier als in Deutschland – sie ist ein Kiwi

geworden. Vor ein paar Tagen hat sie ihre ersten Schritte

alleine gemacht. Wie ihr wohl das Leben in einem festen

Haus gefallen wird? Viel Neues wartet auf uns, viele Pläne

haben wir in den letzten Wochen geschmiedet. Jetzt wird es

Zeit, diese Schritt für Schritt anzugehen. Wir hoffen, einen

Teil der Offenheit und Entspanntheit der Menschen hier und

das Gefühl von Weite in diesem wunderschönen, vielfältigem

Land auf die andere Seite der Welt mitzunehmen.

Im April 2009 sind wir schon fast wieder ein Jahr zu Hause.

Smilla feiert bald ihren zweiten Geburtstag. Die nächste Reise

ist bereits in Planung: In wenigen Wochen werden wir in Richtung

Balkan aufbrechen. Ob sich Smilla noch an die Reise in

Erleben Sie Neuseeland wie es intensiver nicht sein kann.

Mit 28 aktuellen Filmen auf 36 DVDs

(teilweise noch in Produktion)

bietet Magic Blue Planet ® Filmproduktion

eine nahezu einzigartige, lückenlose

und unterhaltsame Dokumentationsreihe

für alle, die sich ausführlich auf eine

Neuseeland-Tour vorbereiten möchten,

oder das Land zuhause erkunden wollen.

Nordinsel, Südinsel oder Stewart Island –

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von vielen interessanten Bundles

exklusiv nur bei:

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Bei Pipi und seiner Familie genießen wir noch einmal

die neuseeländische Gastfreundschaft

Neuseeland erinnert? Ob es ihr auch diesmal Spaß machen

wird? Auf jeden Fall liebt sie ihren Radanhänger noch genauso

wie vor einem Jahr. Und wir sind gespannt auf die neuen Länder

und Kulturen, die es zu entdecken gilt und auf die viele

Zeit, die wir auf der Reise füreinander haben werden.

Mehr Informationen über Smilla, Wibke und Axel, ihre

Reisen und Fotografie findet ihr auf www.kwerhoch2.de

MAGIC BLUE PLANET ® FILMPRODUKTION

Frank Bender

Auf dem Heyer 32 • D-67278 Bockenheim

info@magicblueplanet.de

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wahlweise in

Deutsch oder

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Emigration & Working Holidays Report

Schüler in Neuseeland

Ein Schritt ins Leben (Teil II)

Erster Schultag

Irgendwie fühlte ich mich sicher – gerade mit meinem vertrauten

„Eastpack“ auf der Schulter – der erste Schultag

irgendwo am Ende der Welt, nicht ganz so einfach, aber

auch nicht so schlimm. Je näher ich der Schule kam, desto

beruhigter war ich, dass – wie angekündigt – alle die gleichen

Klamotten an hatten, Schuluniformen prägten das Straßenbild.

Ich fühlte mich gleich „normaler“. Auf dem Schulgelände

strömten alle in die „convention hall“, und ich nahm

bewusst in einer der letzten Reihen Platz.

Schüler aller Jahrgangsstufen drängten in die schier endlosen

Stuhlreihen und schnell wurde das System sichtbar,

alle Jahrgangsstufen saßen zusammen, die Jüngsten vorne,

hinten die Abschlussjahrgänge, die ersten Reihen waren für

die Lehrer reserviert. Das Podium gehörte dem Prinzipal,

also dem Rektor mit seinen Direktoren, sowie dem Chef aller

Internationalen Schüler und den Schulsprechern.

Irgendwie hatte ich das Gefühl total falsch zu sitzen, dennoch

sprachen mich gleich freundliche Kiwis an und gaben

mir das gute Gefühl, nicht gegen ein strenges Gebot verstoßen

zu haben. Ich war vor Spannung und vieler neuer Eindrücke

so abgelenkt, dass es mich wie ein Blitz traf, als ich

meinen Namen aus dem Lautsprecher hörte:„… Carsten from

Germany, starting his first term grade 12 at Otumoetai College,

… we wish you all the best …”. Mir wurde gerade klar gemacht,

dass ich dazugehörte und jetzt aufzustehen hatte, und nahezu

2.000 Augenpaare nahmen mich ins Visier. Der Rektor gab

anschließend noch Ergebnisse der einzelnen Sportgruppen an

der Schule bekannt, begrüßte drei neue Lehrer und zeigte die

Wochenziele auf. Dann war die jeden Montag so stattfindende

Veranstaltung zu Ende und alle strömten ins Freie.

Draußen musste ich mir keine Gedanken mehr machen, wie

ich wohl meinen ersten Kursraum finden würde. Schnell war

ich umlagert von „meiner Jahrgangsstufe“, die neugierige

Fragen an mich Neuling richteten, und wie selbstverständlich

fand ich mich dann vor meinem ersten Kursraum ein.

360° Autor: Carsten Hötzel

Carsten Hötzel war 2003 für sechs

Wochen mit einem Programm des Oberschulamtes

in Neuseeland. Und das

hatte Folgen: Kaum wieder zu Hause,

entschied er sich dafür, ein ganzes

Jahr an einer neuseeländischen High

School zu verbringen. Während dieser

Zeit hat er sich sogar entschlossen, seinen

Schulabschluss in Neuseeland zu

machen. Heute lebt er in Auckland.

Grenzenlose Mobilität

Chips zum Mittagessen

Die ersten Tage an der Schule waren von derart vielen Ereignissen

geprägt, dass ich für Nebensächlichkeiten wie Essen

und Trinken keine Zeit hatte. Nach der zweiten Woche der

täglichen Chips-Ration, die mir meine Gastmutter als Mittagessen

mitgegeben hatte, war eine Veränderung mehr als angesagt.

Inzwischen waren meine Gastmutter und ich so vertraut,

dass ich künftig auf einen Apfel und ein Käse- oder Schinkenbrot

umschwenken konnte. Und was war das für ein Genuss,

bei blauem Himmel, strahlender Sonne auf dem Campus mit

neuen Freunden die Mittagspause zu verbringen.

Führerschein in NZ

Schule ist das eine in Neuseeland – total unüblich und

uncool ist es, in meiner Stadt in Neuseeland öffentliche Verkehrsmittel

zu benutzen. Warum … ganz einfach, fast jeder

meiner Mitschüler hatte ein Auto.

Schon mit 15 kann man hier den Führerschein machen

und – mit Einschränkungen – allein fahren. „Fahrlehrer“

in Neuseeland sind die Eltern, und nachdem mein Gastbruder

mit den Fahrstunden begonnen hatte, habe ich mich

einfach dran gehängt. Jeden Sonntag wurde nun auf einem

großen Parkplatz unter den kritischen Augen der Gastmutter

geübt – die ersten Versuche mit der Kupplung brachten

mir den spöttischen Namen „Bunny-hopper“ von meiner

Gastschwes ter ein. Nach einem halben Jahr bekam ich trotz

einiger Fehlversuche nach einer Prüfungsfahrt meine sogenannte

„restricted licence“ ausgestellt. Ich war mobil.

Das erste halbe Jahr durfte ich zwar nur mit einem „Full

licence“-Inhaber als Beifahrer fahren, oder alleine ohne

irgendwelche Passagiere, das störte mich allerdings wenig,

da ich die neu gewonnene Mobilität geradezu als grenzenlos

36 05 | 2009 © 360° Neuseeland

empfand. Mit einer weiteren Prüfung und Kosten von nur 100 NZ$ habe ich dann

einen vollwertigen Führerschein erworben, den ich mir inzwischen in Deutschland

umschreiben lassen könnte.

outdoor education

Die Fächerwahl ist mir nicht leicht gefallen. An meiner Schule wurden Kurse aus

allen Bereichen angeboten, von den auch bei uns in Deutschland alt bekannten

Fächern (wie Mathematik) bis zu Maorikultur, Mode & Design, Tourismus & Reisen,

Medien, Volkswirtschaft und Japanisch.

Mich hat besonders der Kurs outdoor education gereizt. In diesem Fach, das ein

ganzheitliches Lehr- und Lernkonzept hat, wird neben sportlichen Fähigkeiten

auch die persönliche Entwicklung und Sozialkompetenz jedes einzelnen Schülers

individuell gefördert. Die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse werden

zunächst im Klassenraum gelernt, um diese dann später in der Natur praktisch

umzusetzen. Ich habe hier neue Sportarten wie Kite Surfen, Klettern, Abseilen,

Kajakfahren, Gletscherwandern und Rafting kennen gelernt. Die Klasse der outdoors

hatte den Vorzug, dass sie bereits an vielen Freitagen mit den schuleigenen

Minibussen die Schule verlassen durften und über das Wochenende in die Natur

zum „Sporteln“ aufgebrochen ist.

Alkohol-Bannzonen in den Städten und am Strand

Wer träumt nicht vom Lagerfeuer und wilden Partys am Strand, aber dies ist einer

meiner unerfüllten Träume in Neuseeland geblieben. Da in bestimmten innerstädtischen

Bereichen und an vielen Stränden striktes Alkoholverbot gilt und speziell

im Sommer „wilde Feuer“ verboten sind, waren unsere nächtlichen Streifzüge

am Strand und die Lagerfeuer romantik eher unauffällig. Dennoch waren es unvergessliche

Erlebnisse, unter dem Stern des Südens im warmen Sand zu liegen und

sich vorzustellen, wie die Mitschüler in Deutschland bei nasskaltem Novemberwetter

die Schulbank drücken.

Abschied oder doch nicht

outdoor Education

Sportgeräte mal ganz anders

Mein Jahr in Neuseeland schien an mir vorüber zu fliegen, und schnell rückte der

Tag näher, an dem meine Eltern mich in der Gastfamilie abholen und noch einen

gemeinsamen Urlaub in Neuseeland anschließen wollten. Die Freude des Wiedersehens,

aber auch der Schmerz, ein Land verlassen zu müssen, welches man ins

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© 360° Neuseeland 05 | 2009 37


Emigration & Working Holidays Report

Herz geschlossen hatte, vermischten sich immer mehr. Es war

Schicksal, dass mich mein Direktor gerade in einer solchen

Minute der emotionalen Rührung zu sich rufen ließ. Aufgrund

meines guten Lernerfolges bot er mir an, meinen Aufenthalt

zu verlängern und im College das neuseeländische Abitur zu

machen. Welch eine geniale Idee – leider nicht von mir! Es

folgten nächtelange Internetrecherchen, ob und wie das neuseeländische

Abitur auch in Deutschland und international

Anerkennung finden würde. Schließlich musste ich mit stichhaltigen

Argumenten bewaffnet sein, um meinen nichtsahnenden

Eltern meine neuen Pläne plausibel zu machen.

Bei einem sehr entspannten gemeinsamen Frühstück ließ

ich die Katze dann aus dem Sack und erntete zunächst

blankes Entsetzen bei meiner Mutter und tiefes Stirnrunzeln

bei meinem Vater. Vermeintlich clever versuchte meine

Mutter, mich von diesem Trip runter zu holen, indem sie kurzerhand

den Direktor meiner deutschen Schule anrief und

sich von dort eine ablehnende Einschätzung erhoffte. Weit

gefehlt, mein ehemaliger Rektor stellte Erkundigungen an,

nannte Grundvoraussetzungen in Fächerzusammensetzung

und zu erreichender Punktezahl und empfahl dringend, mir

diese Chance zu geben.

Abitur – NCEA in Neuseeland

Zugegebenermaßen, es war ein hartes Stück Arbeit. Neben

den typischen Hauptfächern wie in Deutschland musste ich

mich auch durch englische Literatur, dort vor allem Shakespeare-Interpretationen,

kämpfen. In Mathematik, Physik

und Chemie schickten mir meine ehemaligen Lehrer

aus Deutschland Lehrbücher der 13. Klasse, die ich neben

meinen englischen Lehrbüchern durchkauen musste. Mein

Motto: You can do it!

„Yes – I did it“ – im Dezember 2005 erhielt ich in einer feierlichen

Zeremonie als deutscher Schüler an einem neuseeländischen

College das NCEA überreicht. Und nun war er wirklich

da, der Abschied aus Neuseeland, verbunden mit vielen

Tränen bei meiner Gastfamilie, bei meinen neu gewonnenen

neuseeländischen Freunden und Freundinnen, und auch ich

musste mit den Tränen kämpfen, als im Dezember 2005 die

Boeing 747 der Air New Zealand auf dem Weg nach Deutschland

eine letzte Schleife über die Skyline von Auckland zog.

Wieder zurück in Deutschland

Sie waren alle wieder da und zu meiner Begrüßung gekommen:

Julian, mein bester deutscher Schulfreund, der mich seinerzeit

mit einem für ihn typischen Care-Paket, nämlich schwäbischen

Spätzle, Gummibärchen und vielen Kondomen, verabschiedete,

Mum und Dad, der wieder eine bewegende Willkommensrede

hielt, Oma kullerten wieder dicke Tränen über ihre kleinen rosa

Bäckchen und in der Nachbarschaft sprach sich schnell herum,

der „Neuseeländer“ sei wieder da.

Natürlich machte ich auch einen Abstecher in meine alte

Schule, letztendlich um meinem Rektor, der meine schulische

Laufbahn entscheidend mitgeprägt hat, zu danken.

Nach den ersten Tagen des euphorischen Wiedersehens,

stellte sich jedoch ein seltsames Gefühl der Distanz ein. Vieles

was früher als selbstverständlich für mich galt, begann ich

kritisch zu hinterfragen, typisch deutsche Lebensgewohnheiten

brachten mich zum Nachdenken, meine Freunde von

früher schienen irgendwie stehen geblieben zu sein. Alles

wirkte eng. Nichts hatte sich verändert, wogegen doch mit

mir selbst ein gewaltiger Umbruch vorgegangen war. Die

Weite des Landes, das Meer und die unglaubliche Freundlichkeit

der Neuseeländer fehlten mir sehr.

Meine Bleibe als Student

Wieder zurück nach Neuseeland

In Neuseeland ist es bereits vor Abschluss des Abiturs möglich,

sich per Internet bei Universitäten zu bewerben, die dann

mit einem vom Schüler freigeschalteten Zugangscode auf das

Abiturergebnis zurückgreifen konnten. Beworben hatte ich

mich vorsorglich mal in Auckland, in London und in Vancouver.

Mir schwebte dort ein sogenanntes Doppelstudium

vor. Mit dem Bachelor of Business und einem Bachelor of

Science (Informationstechnologie) sah ich dort die Möglichkeit,

bei verkürzter Studienzeit zwei vollständige Abschlüsse

erwerben zu können, da sich die Inhalte und somit die zu

erwerbenden Scheine in den beiden Studiengängen überschneiden.

Alle drei Standorte und Universitäten erschienen

mir gleichermaßen geeignet und passend für mich. Ich hatte

wieder Glück: Auckland sagte mir einen Studienplatz zu und

so fiel die Wahl dann auf die Massey University in Auckland

und ich kehrte zurück ins Land der langen weißen Wolke.

Studienbeginn mit Hindernissen

Voller Tatendrang und überglücklich, mit der Studienplatzzusage

und einer Zusage für das Studentenwohnheim in

Auckland in der Tasche, kam ich einen Tag vor offiziellem

Semesterbeginn in Auckland an. Ich erreichte, bepackt mit

meinem ganzen Hab und Gut, das „Interna tional Office“ an

der Uni, um meinen Schlüssel für das Studentenappartement

abzuholen. Ich sollte fortan stolzer Mitbewohner in

einem der neuen Studentenreihen häuser des Millennium

Studentendorfes sein, das unmittelbar an den Campus

grenzte. Nur: Mit einem mitleidigen Lächeln erklärte mir

die Angestellte, dass sie mir leider den Schlüssel nicht aushändigen

könne, da sie, erst nach der Zusage, festgestellt

habe, dass ich noch nicht volljährig sei.

38 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Eine gesetzliche Bestimmung verbiete es, mit nicht volljährigen Ausländern

Mietverträge zu schließen, sofern diese keine erziehungsberechtigte

Person im Land haben. Nach 28 Stunden Flug wusste ich nicht, ob mir die

Müdigkeit oder die Enttäuschung mehr zu schaffen machten. Mit dem Rat

der netten Dame, mir doch eine Gastfamilie in Auckland zu suchen, war

mir am Abend vor Semesterbeginn nicht wirklich geholfen.

Hilfe von den ehemaligen Gasteltern

Leider hatten meine früheren Gasteltern weder Bekannte noch Verwandte

in Auckland, die als Gasteltern bis zu meinem 18. Geburtstag hätten einspringen

können. Doch war es wieder meine Gastmutter, die die zündende

Idee hatte: Sie könnte als Quasi-Erziehungsberechtigte einspringen. Es lag

nun an mir, diese bürokratische Hürde mit diesem Kniff zu umschiffen. Ein

paar Telefonate, einige Rückfragen waren nötig und dann kam der unbürokratische

erlösende Satz: „Unit 12, have a good stay!“

Leben mit einem Maori im Studentenwohnheim

Da die Massey Universität Auckland einen hervorragenden Wohnstandard

hat, habe ich es letztendlich sechs Semester im Millennium Village „ausgehalten“.

Die Ausstattung der Reihenhäuser ist wirklich modern und komfortabel

und die Lage zur Uni einfach unschlagbar. Es leben immer vier

Studenten in einem Haus, das im Erdgeschoss über ein großes Wohn-/Esszimmer

und eine offene Küche mit Gartenterrasse und im Obergeschoss

über zwei Bäder mit WC und vier Zimmer verfügt. Unsinnige Regeln gibt

es keine, keine eingeschränkten Besuchszeiten, insoweit ist das Leben

dort recht cool. Die regelmäßig stattfindenden „Room Inspections“ haben

mich zwar das ein oder andere Mal aufgeregt, allerdings waren sie doch

immer recht hilfreich, die Bude wieder auf Vordermann zu bringen. Andere

Wohnheime wie zum Beispiel „Casa Bella“ sind sogar mit Pool und Tennisplatz

in der Community ausgestattet, allerdings leben dort dann immer

sechs Studenten zusammen.

Wer es gerne privat möchte, kann ohne Probleme auf dem freien Wohnungsmarkt

eine Wohngemeinschaft finden. Der Wohnungsmarkt ist für

den Studienbeginn im Februar zwar immer recht angespannt, im Juni ist

es aber deutlich leichter, eine angemessene Unterkunft zu finden.

Gespannt war ich bei meinem Einzug schon, da mir eine WG mit zwei

neuseeländischen Mädels und einem männlichen Maori bevorstand. Gute,

interessante Mischung dachte ich mir. Meinen Mitbewohner stellte ich

mir als wilden, unkultivierten, im Gesicht tätowierten Ureinwohner Neuseelands

vor, so wie ich die Maori zuvor in Rotorua kennen gelernt hatte.

Shayne entpuppte sich jedoch als völlig unkomplizierter Kiwi, der bald zu

einem wunderbaren Freund wurde.

Der Maori und die schwäbische Küche

Not macht erfinderisch. Einerseits relativ teure Mittagstischpreise auf dem

Campus und andererseits die vielen Supermärkte in der Umgebung ließen

mich zum Küchenchef de la maison werden. Schnell entdeckte auch

mein Maori-Mitbewohner, dass German Cooking gewisse Vorzüge aufwies,

was allerdings in der Verknüpfung nicht ganz einfach war. Man stelle

sich uns zwei als absolute Küchenneulinge aus absolut verschiedenen Kulturkreisen

beim gemeinsamen Einkauf und anschließend beim gemeinsamen

Kochen vor. Aus meinen traditionellen Spaghetti Bolognese wurden

irgendwann Spagetti mit Lammfleisch und Ananas in Kokossauce, aus

dem traditionellen Hangi der Maori wurde so etwas Ähnliches wie Gaisburger

Marsch ohne Spätzle.

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Emigration & Working Holidays Report

„Die Kiwis sind so entgegenkommend!“

Als die Berlinerin in Neuseeland ankommt, ist dann aber

schlagartig alles anders: Down under empfängt sie mit

strahlendem Hochsommerwetter, während das zurückgelassene

Deutschland im Jahrhundertwinter zittert, und

gleich im ersten Hostel lernt sie andere, nette Backpacker

kennen. „Ich hatte keine Sekunde lang Heimweh“, sagt

Inge und ergänzt lachend: „Irgendwann dachte ich sogar,

ich will gar nicht wieder zurück nach Deutschland …“

Bevor die Erkundungstour durch Neuseeland losgehen

kann, muss sie jedoch erst einmal Geld verdienen und jede

Menge Formalitäten erledigen: Steuernummer beantragen,

Konto eröffnen und natürlich einen Job finden. Auch

das wird ihr durch den entspannten Kiwi Way of Life leicht

gemacht: „Die Leute sind so entgegenkommend und Bürokratie

gibt es auch kaum“, schwärmt Inge. Dank der herzlichen,

offenen Art der Kiwis hat sie

sich schnell eingelebt, und als sie einen

Job an der Rezeption eines Hostels findet,

kann sie dort nicht nur prima ihr

Englisch trainieren, sondern lernt auch

noch jede Menge Leute kennen. Sechs

Wochen lang bleibt Inge in Auckland,

spart auf ein Auto und die erste Reiseetappe

und schreibt begeistert an ihre

Freunde zuhause. So begeistert, dass

sich ihre Freundin Silke, die gerade ihr

Abi gemacht hat, spontan entschließt

nachzukommen.

Im März geht’s dann endlich los: Mit

dem eigenen, für etwa 600 € erworbenen

Auto fahren die Mädels in den

folgenden sechs Monaten viele tausend

Kilometer weit über die Nord-

und Südinsel des Landes. Eine Zeit

der absoluten Freiheit: „Es kam vor,

dass wir morgens ins Auto gestiegen

und losgefahren sind und uns dann

angeschaut haben: Wo fahren wir eigentlich

hin, lass uns noch mal auf die Karte gucken“, erzählt

Inge begeistert. Beide wandern gerne – in Deutschland

sind sie zusammen bei den Pfadfindern – und die gemeinsam

gelaufenen Hikes gehören zu den Höhepunkten ihrer

Reise. Dabei gehen sie einige Male bis an ihre Grenzen,

doch mit jeder bestandenen Herausforderung wächst das

Selbstvertrauen. Gleich der erste Hike ist eine anspruchsvolle

Zweitagestour: In der Bay of Islands wandern Inge

und Silke nach Cape Brett. Der schmale Pfad führt fast

20 Kilometer weit immer bergauf und bergab, bald sind

die Füße voller Blasen und statt der angegebenen sechs

sind sie acht Stunden unterwegs. Zurück brauchen sie,

humpelnd und fluchend, sogar noch länger und erreichen

den Parkplatz gerade mit Einbruch der Dunkelheit

– erschöpft, aber doch ziemlich zufrieden. Auf dem Tongariro

Alpine Crossing geraten Inge und Silke, es ist inzwischen

Herbst, in eine Schlechtwetterfront, was ihnen lei-

der die gute Aussicht nimmt, nicht aber die gute Laune.

Und im Abel Tasman National Park wagen sich die beiden

an eine dreitägige Wanderung, laufen den gesamten

Coastal Track und werden mit Traumstränden an türkisfarbenem

Wasser belohnt. „Wir haben auf unseren Hikes

Regenwald und Vulkane gesehen und sogar Delfine, Robben

und Pinguine“, schwärmt Inge von der unglaublichen

Vielfalt der Natur. „Ich vergleiche heute noch jede Tour,

die ich laufe, egal wo, mit Neuseeland …“

Apple picking ist ein Knochenjob,

aber die Stimmung ist trotzdem gut

Als das verdiente Geld aufgebraucht ist, suchen sich

Inge und Silke einen Job und arbeiten so lange, bis

es wieder für ein paar Wochen Weiterreise reicht. In

Hastings pflücken sie fünf

äpfel pfl ücken …

… ein Knochenjob

360° Autorin: Julia Schoon

Julia Schoon bereiste Neuseeland

2006 für fünf Mo -

nate. Inge lernte sie gleich

im zweiten Hostel kennen.

Die beiden Berli nerinnen

genossen zwei Wochen

lang den Hochsommer und

einige Konzerte in Auckland

zusammen, bevor sich ihre

Wege trennten. Per SMS hielten sie weiterhin Kontakt und

gaben sich stets die neuen Koordinaten durch, aber geklappt

hat das Wiedersehen erst in Berlin.

42 05 | 2009 © 360° Neuseeland

In Welllington fand Inge den richtigen Job

Wochen lang Äpfel, ein Knochenjob: Neun bis zehn

Stunden am Tag, sechs Tage die Woche stehen sie auf

einer Leiter, den großen, schweren Korb mit den sorgfältig

ausgewählten Früchten umgehängt. Bezahlt wird

pro „bin“ – 30 NZ$ pro Kiste, die 500 bis 600 Kilo Äpfel

fasst. „Sechs hab ich meist pro Tag geschafft, an richtig

guten auch mal acht“, erzählt Inge. Bald kann sie keinen

Supermarkt mehr betreten, ohne auch dort die Äpfel

mit kritischem Blick zu mustern: „Du ahnst ja nicht, was

die alles haben können: Druckstellen, Sonnenbrand, die

falsche Farbe, …“, berichtet sie schmunzelnd von ihrer

„Berufskrankheit“, die sie bis heute nicht wieder losgeworden

ist. Und trotzdem ist es eine tolle Zeit: Alle Pflücker

sind Backpacker, abends sitzt die Gruppe müde,

aber gut gelaunt, bei einem Bier zusammen auf dem

Balkon des Hostels. Der nächste längere Stopp ist in

Wellington, den beiden Berlinerinnen gefällt es in der

neuseeländischen Hauptstadt. Doch während Silke als

„Cleaner“ (Zimmermädchen) in einem Hostel arbeitet,

ein weiterer, typischer Working-Holiday-Job, beginnt

Inge, sich nach einem richtigen Job umzuschauen. „Mit

Inge und Silke am südlichsten Punkt der Südinsel

Report Emigration & Working Holidays

meiner Ausbildung hatte ich ja schon eine Qualifikation

und ich wollte auch mal das echte Arbeitsleben in Neuseeland

kennenlernen.“

Doch dann kommt trotz allem der Moment, an dem sich

die Wege der beiden Reisegefährtinnen trennen: Als

sich trotz zahlreicher Bewerbungen nichts tut, will Inge

weiterziehen und Silke in Wellington bleiben. „Das war

schon komisch – wir wussten ja nicht, ob wir uns vor dem

Rückflug nochmals treffen würden.“ Neugierig auf die

Südinsel und irgendwie auch froh, wieder on the road

zu sein, setzt Inge im April über die Cook Strait. Ziemlich

schnell findet sie einen neuen Job auf einem Weinberg

in Blenheim. Als sie jedoch merkt, dass der Arbeitgeber

sie und die anderen noch unter dem Mindestlohn

bezahlt, zeigt sie ihn beim Department of Labour an –

„Sogar das war in Neuseeland ganz einfach“, muss sie im

Nachhinein schmunzeln – und bekommt einige Wochen

später tatsächlich noch etwas Geld ausbezahlt. Da ist sie

schon wieder in Wellington. Denn plötzlich geht alles

ganz schnell: Eine ihrer Bewerbungen ist doch noch auf

Interesse gestoßen, Inge bekommt einen gut bezahlten,

qualifizierten Job als Hauskrankenpflegerin angeboten

und soll am besten schon am nächsten Tag anfangen.

Sie muss nicht lange überlegen.

Zwei Monate arbeitet sie in der Hauptstadt und wird in

dieser Zeit richtig heimisch. Gemeinsam mit Silke wohnt

sie in einem Zimmer mit eigenem Bad – nach Monaten

des Übernachtens in Mehrbettzimmern ein echter

Luxus. Durch ihre Arbeit hat sie viel mit Kiwis zu tun

und natürlich gerät sie unweigerlich ins Rugbyfieber.

„Sogar meine Lieblingspatientin, eine alte Dame, hat

mit mir immer über die Spiele geredet. In Neuseeland

ist einfach jeder All Blacks-Fan!“ Am liebsten schauen

die Mädels die Spiele in ihrem Lieblingspub „Southern

Cross“, wo zufälligerweise auch der „süßeste Kellner der

Welt“ arbeitet …

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Business & Lifestyle Report

ZDF in Neuseeland:

Begeisterte deutsche Schauspieler

drehen mit Pinguinen

Für mich waren die Dreharbeiten in Aotearoa ein bisschen

wie ein Besuch auf der ‚Insel der Seligen’. Die

Menschen tragen eine wunderbare Ruhe in sich,

Gelassenheit und Freundlichkeit. Die Kiwis sind nicht über

die Maßen neugierig, leicht, sanft und unglaublich aufgeschlossen!“,

resümiert die österreichische Schauspielerin

Elisabeth Lanz („Tierärztin Dr. Mertens“) nach den sieben

Wochen Dreharbeiten auf der Südinsel Neuseelands

begeistert. Zusammen mit ihren Kollegen Jörg Schüttauf,

Rolf Kanies, Ralph Herforth und Petra Kleinert spielte sie

in dem ZDF-Film „Das Paradies am Ende der Welt“. Der

90-Minüter basiert auf dem gleichnamigen Buch der amerikanischen

Bestsellerautorin Emilie Richards.

Naturkulisse für Neuseeland- und Romantikfans

In der ZDF-Verfilmung flieht die Meeresbiologin Julia

Whitman alias Elisabeth Lanz mit ihrer Tochter Jodie

(Valeria Eisenbart) vor ihrem gewalttätigen Ex-Ehemann

(Ralph Herforth) von Seattle nach Neuseeland.

Sie möchte ein neues Leben beginnen und das Glück

ist auf ihrer Seite. Am schönsten Ende der Welt findet

sie eine Stelle in einer meeresbiologischen Forschungseinrichtung

in Dunedin und stürzt sich in ihre neue

Arbeit. Zusammen mit der Direktorin (Petra Kleinert)

kümmert sich Julia um die vom Aussterben bedrohten

Gelbaugenpinguine.

46 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Jörg Schüttauf spielt den Ranger Matthew Haley, der

für die Tiere des nahe gelegenen Wildlifeparks zuständig

ist und der Meeresbiologin bereits am ersten Tag alles

andere als freundlich begegnet. Julia findet bald heraus,

dass seine geheimnisvoll schroffe Art einen Grund hat: Bei

einem Segelunfall hat der Ranger Frau und Sohn verloren,

ist geplagt von Zweifeln und Selbstvorwürfen.

Schon bald fühlen sich Julia und Matthew trotz aller emotionalen

Widerstände voneinander angezogen. Die Amerikanerin

weiß jedoch nicht, ob sie bereit ist, einen neuen Mann

in ihr Leben zu lassen, und der Ranger wird durch Julia und

ihre Tochter immer wieder schmerzlich an seine eigene verstorbene

Familie erinnert. Nach und nach finden sie Vertrauen

zueinander und auch größere Rückschläge können

nicht verhindern, dass sie sich verlieben. Doch die Schatten

ihrer beider Vergangenheit sind noch nicht besiegt. Als

Julias amerikanischer Ex-Mann plötzlich in Neuseeland auftaucht

und Frau und Tochter um jeden Preis zurückholen

möchte, spitzt sich die Geschichte zu.

Jörg Schüttauf und Elisabeth Lanz frieren beim BBQ

Frances Hawker von Weta Workshop modelliert

den ferngesteuerten Gelbaugenpinguin

Deutsche Produktionsarbeit downunder

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Im März 2009 reiste die über 80 Mann starke deutschneuseeländische

Crew zunächst in das 570 Seelen große

malerisch gelegene Dorf Akaroa, 75 Kilometer südlich von

Christchurch gelegen. Dort, wo der Highway auf der Halbinsel

endet, liegt die einzige französische Siedlung und

älteste Kolonialstadt der Südinsel. Genau hier wurde der

Roman verfilmt. Akaroa ist bekannt für seine historischen

Gebäude, seine zauberhaften Cottages sowie für die unberührte

Natur und sein für Neuseeland typisches Wildlife –

der perfekte Drehort.

Im Production Office der vom ZDF engagierten renommierten

Polyphon International in der Hauptstraße „Rue

Jolie” liefen alle Fäden zusammen: Drehbesprechungen,

Equipment beschaffen, Interviewtermine mit Presse und

Fotografen. An den Sets selbst kämpften währenddessen

die Schauspieler mit Wind und Wetter.

© 360° Neuseeland 05 | 2009 47


Business & Lifestyle Report

360° Autorin: Anja Schönborn

Der Kampf mit den Naturgewalten

Elisabeth Lanz erinnert sich noch zu gut an die zum Teil harten

Drehbedingungen der 15-Stunden-Tage. Für ein Strand-

BBQ mussten sie und ihre Kollegen nur leicht bekleidet bei

14 Grad und eisigem Wind frieren. „Ich liebe diese Herausforderungen“,

beschreibt Frau Lanz ihre Erfahrungen. „Aber das

schlimmste war eine Szene bei extremem Sturm. Es war schon

körperlich anstrengend, sich dem Wind entgegenzustemmen,

die Augen bei Sand offen zu halten und bei der Kälte nicht

mit den Zähnen zu klappern. Aber als ich dann meinen Kollegen

Jörg Schüttauf im Dialog nicht mehr hören konnte, wurde

es langsam problematisch.“ Sie lacht. In einer anderen Szene

sollte ein Segelausflug aufgenommen werden. Sowohl Frau

Lanz als auch Herr Schüttauf haben selbst einen Segelschein,

aber das neuseeländische Wetter machte ihnen fast einen

Strich durch die Rechnung. Der starke Seegang schlug den

Schauspielern auf den Magen: „Unmittelbar nach einem Take,

in dem ich noch heiter und fröhlich sein sollte, musste ich

mich übergeben. Ich fand es aber sehr diszipliniert von mir,

dass ich die Einstellung trotz allem noch schön brav zu Ende

gespielt habe“, gesteht die Schauspielerin schmunzelnd.

„Persönliche Entdeckungsreise:

Jede Minute Freizeit genießen!“

Anja Schönborn ist 2006 mit ihrem

Mann und ihren Kindern nach Neuseeland

ausgewandert. Die Journalistin,

Autorin und TV- Produzentin

lebt in Wellington und macht sich

ihr Insider-Wissen über Land und

Leute zunutze. Inzwischen hat sie

ihre eigene Produktionsfirma Treetop

Media gegründet und arbeitet

als Korrespondentin für den deutschneuseeländischen

Markt.

Doch neben der Arbeit am Set fanden alle Schauspieler auch

etwas Zeit, um Land und die Leute kennen zu lernen. Elisabeth

Lanz hatte ihre Tochter Marie dabei, besuchte eine

Maorifamilie, ging wandern und genoss es, am Meer zu sitzen:

„Zum Schwimmen war mir das Wasser zu kalt, aber

einfach einmal dazusitzen und an nichts zu denken – das

war schön.“ Die Konstellation für Lanz’ ersten Besuch in

Neuseeland war gut. Ihre Filmtochter Jody Whitman alias

Valeria Eisenbart freundete sich mit ihrer eigenen Tochter

an. „Ich habe Valeria wirklich ins Herz geschlossen. Wir

haben regelmäßig zusammen gekocht und gegessen, alle

zusammen Englisch gelernt, Nachtspaziergänge und eine

Bootstour zu den Delfinen gemacht. Es war eine sehr eindrucksvolle

Zeit!“ In sieben Wochen hatte die Österreicherin

jedoch nur acht Tage frei.

Genauso wie Elisabeth Lanz entdeckte auch Jörg Schüttauf

gerne auf eigene Faust die Gegend, ging in der wunderschönen

Natur im Umland von Akaroa wandern. „Es war eine

völlig neue und einzigartige Erfahrung in Neuseeland zu

48 05 | 2009 © 360° Neuseeland

sein und zu drehen!”, erinnert sich Schauspieler Jörg Schüttauf

alias Tatort-Kommissar Dellwo nach den fünf Wochen

Dreharbeiten in Aotearoa. „Die Landschaft ist fantastisch, so

unberührt und einzigartig!“

Das Team wächst zusammen

Report Business & Lifestyle

Am Abend pilgerte die Crew regelmäßig von ihrer Unterkunft

im Wai-Iti Waterfront Motel in das „Harbour 71“, das

In-Restaurant mit Bar in der Beachstreet in Akaroa. Gemeinsames

Essen, Drinks und nette Gespräche brachten Deutsche

und Neuseeländer einander schnell näher. „Es war ein

wunderbares Team! Ich habe es genossen und mir ein Spiel

daraus gemacht, täglich neue Ausdrücke und Sätze auf Kiwi-

Englisch zu lernen. Und umgekehrt machte sich das Team

den Spaß, Deutsch zu lernen. Es war eine interessante Entdeckung,

als jemand von den Neuseeländern nach einem Niesen

plötzlich ‚Gesundheit’ sagte und sich herausstellte, dass

sie in ihrem Sprachgebrauch tatsächlich deutsche Worte wie

beispielsweise auch ‚Kindergarten’ verwenden“, erinnert

sich Elisabeth Lanz. Viele Crew-Mitglieder gingen regelmäßig

ins örtliche Minikino in Akaroa, das Cine Cafe, um sich die

neuesten Hollywoodstreifen anzusehen.

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Preview 02/2008



































































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Business & Lifestyle Event Event Business & Lifestyle

Ein echt wilder Kerl

„Wildes Essen für wilde Kerle“

– Das Hokitika Wildfoods Festival

im Zeichen des Wildschweins

Die Kiwis Down under sind für wilde „outdoor“-Ideen

berühmt. Das hat sich inzwischen in der nördlichen Hemisphäre,

wenn nicht weltweit, herumgesprochen. Aber

wie sind die Kiwis wohl auf die Idee gekommen, an der

Westküste der neuseeländischen Südinsel ein „Wildfoods

Festival“ zu veranstalten? Liegt es an den ebenfalls auf

der Südinsel liegenden Pancake Rocks oder am 40 Kilometer

nördlich gelegenen Örtchen Greymouth, dass hier

(fast) alles mit wildem Essen zu tun hat? In diesem Jahr

feierte das wilde Fest im Zeichen des Wildschweins am

Sonnabend, dem 14. März 2009, 20-jähriges Jubiläum –

und wir begleiteten die Kiwis auf der Suche nach dem

kulinarischen Geheimtipp, den „Huhu Grubs“.

Hoffentlich regnet es nicht, betete die achtzehnjährige

Caitlin schon in den Tagen vorher. Sie ist, wie alle

Jahre wieder, mit Freunden zum Wildfoods Festival

verabredet. Das hat Tradition bei den Donaldsons aus dem

nahen Blackball, Heimat der legendären Blackball-Salami.

Denn Caitlin feiert in diesen Märztagen ihren Geburtstag

– und was könnte schöner sein, als auf einem der größten

Feste der Region zu feiern. Ihre Tante Andrea kommt extra

aus Auckland nach Hokitika angereist und will in diesem

Jahr endlich das tun, was sie sich in jedem Jahr vornimmt:

den ultimativen Geheimtipp, die „Huhu Grubs“, ersteigern.

Als am Samstag um zehn Uhr morgens die ersten Besucher

bei strahlendem Sonnenschein auf den Cass-Square in der

Weld Street strömen, schlafen Caitlin und ihre Tante aus

der Großstadt sich allerdings noch aus, erst später rüschen

sie sich auf. Denn das Fest fängt früh an, und richtige Kiwis

feiern und tanzen nach dem „wilden Essen“ bis in die frühen

Morgenstunden des Sonntags – und diesmal darf Caitlin

so lange mit feiern wie ihre Tante – und die ist eine

echte Kiwi!

Westcoast is Wet-Coast

Das sonst so verschlafene Städtchen Hokitika, von den

Bewohnern zärtlich „Hoki“ genannt, liegt nahe der Mündung

des Hokitika River, eingebettet zwischen der Tasmanischen

See im Westen und den neuseeländischen Alpen im

Osten. Aufgrund der eingeengten „Voralpen“-Lage zeichnet

sich das Klima von Hoki durch einen – sogar für neuseeländische

Verhältnisse – hohen Jahresniederschlag (2764 Millimeter)

aus. Neben der charakteristischen Lage ist dies auf

die „Roaring Forties“ (Brüllende Vierziger), einer starken

Westwindzone auf Höhe des 40. Grades südlicher Breite,

zurückzuführen. Der Regen verteilt sich zudem relativ

gleichmäßig auf alle Monate – weshalb die Westküste von

den Einheimischen auch Wet-Coast genannt wird.

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Hokitika

Hokitika ist ein für europäische Begriffe junger Ort. Im Jahr

1864 als Goldgräbersiedlung gegründet, stellte es damals

eines der Zentren des Goldrausches in Westland dar. Zwei

Jahre nach seiner Gründung zählte es schon über 6.000 Einwohner

und damit zu den größten Siedlungen im damaligen

Neuseeland. Seit 1873 fungierte das Goldgräberstädtchen

sogar als Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Westland.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren über Jahrzehnte

lang die Verarbeitung von Pounamu, einer besonderen Art des

Jadesteines, sowie Forstwirtschaft und Bergbau (Kohle und

Gold). Heute ist es Verwaltungssitz des Westland-Distrikts

und gewinnt in den letzten Jahren wieder an Bedeutung, weil

es sich zu einem wichtigen Stopp für Touristen in der Westküstenregion

entwickelt hat. Vor allem bei Ökotouristen ist

Hokitika heute beliebt. Denn der State Highway 6 führt auf

dem Weg zu den Gletschern im Süden (Fox und Franz-Josef),

zum Haast Pass und dem Te Wahipounamu-Weltnaturerbe der

UNESCO im südlichen Westland – eben durch Hokitika.

Wer hat’s erfunden?

Kein Schweizer, sondern eine Einheimische: Claire Bryant,

so erzählt man die Geschichte, bot damals zur 125-Jahrfeier

des Ortes hausgemachten Stechginster- und Rosenblatt-Wein

aus ihrem gut gefüllten Weinkeller an. Das war 1989, und die

begeisterten Bewohner dachten: „Wir sollten jedes Jahr ein

Fest organisieren, um die kulinarischen Genüsse unserer wilden

Westküste zu präsentieren.“ Seither lockt das Wildfoods

Festival Tausende Menschen an die West küste, um am zweiten

Samstag im März die Zahl der Einwohner locker zu verfünffachen.

Im Jahr 2009 feierte das Fest 20-jähriges Jubiläum

und, nach einem Ansturm von mehr als 20.000 Besuchern in

manchen Jahren, sind die Veranstalter in den letzten Jahren

bestrebt, ein umweltfreundliches Festival zu organisieren. In

diesem Jahr wurden nur 15.000 Tickets verkauft.

Wildschwein am Spieß

Eingelegte Huhu Grubs

360° Autorin: Marina Friedt

Marina Friedt, gebürtig aus dem

Hunsrück, seit früher Jugend reisend

in Europa, Amerika und Afrika

unterwegs, entdeckte vor zwanzig

Jahre mit Reisen nach Australien

und Fiji ihre Liebe für den pazifischen

Raum. 1997/98 bereiste sie

erstmals die Nord- und Süd insel

Neuseelands, um Freunde und

deren Familien zu besuchen. Verbunden

durch bestfriend Andrea

Donaldson, Patentante ihres zehnjährigen Sohnes, zieht es sie

aus Hamburg alle Jahre wieder downunder.

360° Fotografin: Andrea Donaldson

Andrea Donaldson aus Neuseeland

lernte 1994 Hamburg-St.

Georg kennen. Die Journalistin

Marina Friedt öffnete der

damaligen Krankenschwester

als neuer „flatmate“ die Wohnungstür.

Nach zwei Jahren

Deutschland reiste die Neuseeländerin

1996/1997 ein halbes Jahr über Asien in Richtung

Heimat, Blackball, auf der neuseeländischen Südinsel. An der

Universität Auckland studierte sie später Fotografie, Film, Television

und Media sowie Deutsch. Sie hat noch viele Freunde in

Deutschland und einen Patensohn!


Business & Lifestyle Event

360° Web Info

Schafsschwänze natur und gegrillt

Das, was vom Tage übrig bleibt…

www.wildfoods.co.nz

www.hokitika.com

www.hokitika.org

www.hokitika.org/events/Hokitika-wild-foods-festival.aspx

Im Zeichen des Wildschweins

Das Logo wie die Eintrittskarte sind in Form eines Wildschweins

gestaltet. Bei Andrea, Caitlin und ihren Freunden

geht jetzt ein Riss durch das Schwein. Sie sind nach langem

Schlangestehen endlich auf dem Gelände. Die akrobatischen

Riesenköche auf gigantischen Gehstelzen mit übergroßen

Kochmützen, die sie im letzten Jahr begrüßten, haben sie

noch nicht entdecken können. Sie waren immer ein fester

Bestandteil – als Walking-Act des Festivals –, genauso wie

die Feuerschlucker, die alljährlich das Publikum in ihren feuerspeienden

Bann ziehen. Das kulinarische Angebot hingegen

wechselt jedes Jahr.

Mal sehen, was in diesem Jahr auf dem Speisezettel steht:

Die von einer Art Familie Feuerstein angebotenen Spareribs

zählen sicher noch zu den gängigen neuseeländischen

Gerichten dieses wilden Essens. Genauso wie Grashüpfer,

Hai, Schnecken, Grünlippmuscheln und „Whitebait“,

die nebenan und an den vielen anderen Ständen heute auf

der Speisekarte stehen. Whitebait ist eine klassische Westküstenspezialität:

Ein heller, fast transparenter, fingerlanger

Fisch aus den nahe gelegenen Flüssen mit auffällig schwarzen

Augen, wird gerne im Bündel in einer Art Eierteighülle

angebraten und verspeist. Die schmecken „good as gold“

so wie die, die Andreas Großmutter, Agnes Bell aus Takaka,

den Gästen früher gerne in die Pfanne gehauen hat. Doch

wo sind die „Huhu Grubs“? Der auffällige Stand mit den

Baumstämmen ist noch nicht zu sehen.

Whitebait in Eierteig gehüllt. Yum.

Von Possum-Balls bis Cow-udder

Etwas mehr Überwindung brauchen kulinarische Probierwillige

schon, wenn es um das Kauen und Schlucken von

Possum-Balls geht. Das sind deftige Hackbällchen aus dem

Fleisch des Possums. Diese Beuteltiere, die man meist plattgefahren

auf dem Straßenasphalt klebend oder am Wegesrand

liegen sieht; eingeschleppt wurden sie aus Australien.

Hier auf Neuseeland gelten sie als Schädling, weil sie

die Bäume, vor allem den allseits beliebten rot blühenden

Pohutakawa, anfressen. Ihren Pelz zu kaufen gilt ökologisch

als gute Tat. Tja, vieles ist eben anders Down Under.

Der nächste Stand bietet „Cow Udder“. „Her mit den kleinen

Kuheuter-Spießchen für einen Dollar“, ruft Caitlin

und schiebt sich die viereckigen, mundgerechten Häppchen

von einem Holzspießchen in den Mund. Für jeden

Geschmack ist etwas dabei und jedes Jahr kommen neue

Spezialitäten dazu. Am Ende des absolvierten Rundgangs

gelangen sie endlich zum kulinarischen Festival-Geheimtipp:

den „Huhu Grubs“.

Wenn Würmer sich winden

„Just delicious“ sollen sie angeblich munden. Die „Huhu

Grubs“, das sind fingerdicke Würmer, die mit der Axt frisch

aus einem Baumstamm geschlagen und sich noch lebendig

windend an den meist Bietenden versteigert werden.

Wurm für Wurm. Noch blickt der Gewinner der letzten Versteigerungsrunde

(manche zahlen bis zu 20 NZ$ für so ein

Exemplar – das sind immerhin stolze 8 €!) etwas skeptisch

auf das sich zwischen seinem Daumen und Zeigefinger windende,

hässliche Kleintier. Doch dann steckt er es ohne zu

Zögern vor der laufenden Kamera und dem blitzenden Fotoapparat

seiner Freunde in den Mund und beginnt mit begleitenden

Kaubewegungen. Dschungelcamp lässt grüßen! Die

Entscheidung fällt in diesem Jahr besonders schwer: Neben

den lebendigen Würmern gibt es eingelegte Huhus sowie

Huhus international in Form von Schoko-Törtchen, Sushi,

Glückskeksen und Huhus für Feiglinge.

„Oh my Gawd!“, ruft Andrea, nachdem Caitlin einen eingelegten

Wurm verspeist hat. Und entscheidet sich lie-

Auch Würmern verleiht der Koffein-Trunk Flügel

Internationale Variationen von Würmern

ber für einen Wurm am Spieß. Zum Beweis posiert sie für

die Kamera mit dem Wurm zwischen den Zähnen. Schnell

rein damit, um dann mit dem nach deutschem Geschmack

gebrauten Bier der Region alles runterzuspülen! Nur noch

schlucken, geschafft. „Schmeckt nach Erdnussbutter“,

behauptet sie. Andrea ist eben eine richtige Kiwi. Cheers

mate! Bis zum nächsten Jahr.

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Business & Lifestyle Health

Kostbarer Muschelextrakt

von den Marlborough Sounds

Es war Abel Tasman, ein Niederländer, der 1642 Neuseeland

entdeckte. Er nannte es Statenland, später

umbenannt in Neuseeland. 1769 landete der englische

Entdecker, Kapitän James Cook, auf Neuseeland. Er

hatte den vielleicht größten Einfluss auf die Erforschung der

Insel, deren Gelände überwiegend bergig und mit einigen

großen Küstenebenen umrandet ist.

Schon lange vor Abel Tasman und James Cook kamen um

das Jahr 1300 die Maori aus Polynesien nach Neuseeland

und siedelten sich dort an. Heute sind etwa 14 Prozent der

neuseeländischen Bevölkerung Maori.

Die an der Küste ansässigen Maori verzehren im Rahmen

ihrer traditionellen Ernährung seit Jahrhunderten die einheimischen,

neuseeländischen Grünlippmuscheln als Delikatesse.

Interessant ist, dass Arthritis, also entzündliche

Gelenkbeschwerden, bei den an der Küste lebenden Maori

extrem selten vorkommen. Diese Beobachtung wurde über

einen langen Zeitraum gemacht. Dagegen verzeichnen

Maori, die im Landesinneren wohnen, also keinen Zugang

zu Grünlippmuscheln haben, das gleiche Vorkommen von

Arthritis wie Neuseeländer europäischer Herkunft.

Die Kombination dieser alten Legenden und genauen Beobachtungen

aktueller Gesundheitsmuster der Maori reizten

Wissenschaftler. Seit den frühen 1990er-Jahren wurde also

international geforscht: in Neuseeland, Hongkong, Australien,

Europa und in den USA. Immer wieder frustrierten

große Unterschiede bei der Wirksamkeit, bis schließlich

herausgefunden wurde, dass das Öl nicht erhitzt werden

darf, aber stabilisiert werden muss, damit es nicht oxidiert

(ranzig wird). Eine einzige Firma in Neuseeland hat bis jetzt

einen patentierten Prozess entwickelt, der ein stablisiertes,

nicht erhitztes Öl (Lipidextrakt) hervorbringt. Dieses Produkt

heißt Lyprinol ® .

Lyprinol ® 200x wirksamer gegen

entzündliche Gelenkbeschwerden

Zahlreiche klinische Studien haben seither belegt, dass die

in Lyprinol ® enthaltenen, ungesättigten Fettsäuren hoch

effektiv gegen entzündliche Prozesse wirken. Die anti-entzündlichen

Effekte von Lyprinol ® wurden in Anwendungs-

360° Info

In Deutschland erhält man Lyprinol ® in jeder Apotheke oder im

Internet unter www.nutri-activ.de. Weiter Informationen findet man

ebenfalls im Internet unter www.lyprinol.de.

Im Marlborough Sound …

… werden die Muscheln an langen Leinen gezüchtet

beobachtungen und klinischen Studien eingehend überprüft.

Nach etwa einem Monat der Einnahme berichtet die

Mehrzahl der Patienten von einer wesentlichen Schmerzlinderung

in den Gelenken. Objektiv war zu beobachten, dass

Schwellung und Gelenksteifigkeit merklich abnahmen. Die

Patienten waren wieder leistungsfähig und gewannen ihre

Freude an sportlicher Bewegung zurück. Fallstudien aus

aller Welt berichten dokumentieren eindrucksvoll das neue,

schmerzfreie Leben vieler Arthritis-Leidender.

Sauberes Meereswasser im Süden Neuseelands

Die Marlborough Sounds, der Aufzuchtsort der Grünlippmuscheln,

sind ein Meeresgebiet, fern ab von jeder landwirtschaftlichen,

kommerziellen oder siedlungsbezogenen

Entwicklung. Durch seine Ursprünglichkeit ist das klare und

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C

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CM

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K

reine Wasser frei von unerwünschten Verschmutzungen. Die

Muscheln wachsen dort an langen Seilen und werden vom

natürlichen Meerwasser ernährt. Nach 18 Monaten Wachstum

erreichen die Muscheln eine Länge von etwa 110 mm.

Das gilt als beste Zeit zum Ernten.

Alle Muschelanbau- und -verarbeitungstätigkeiten in Neuseeland

werden von New Zealand‘s Ministry of Agriculture

and Fisheries lizenziert und überwacht. Das stellt sicher,

dass alle geernteten Muscheln für den menschlichen Verzehr

geeignet sind und schützt den Ruf und die Integrität der neuseeländischen

Muschelindustrie. Auch der Export in andere

Länder unterliegt der Überwachung dieser Behörde. Die frischen

Muscheln werden nach der Ernte in Kühl-Lastwagen

geladen und direkt zur MacLab Group Verarbeitungsanlage

in Nelson gebracht.

Patentierter Herstellungprozess gewährt

Produktwirksamkeit

Die MacLab Group Verarbeitungsfabrik ist eine Anlage,

die im März 1999 in Betrieb genommen wurde. Dieses ist

weltweit die einzige Anlage, die in einem patentierten Prozess

das Muschelfleisch stabilisieren und den Lipidextrakt

hitzefrei herstellen kann. Nur dieses Herstellungsverfahren

garantiert später die Wirksamkeit des Extraktes gegen

Entzündungen.

lyprinol-anzeige-210x146.pdf 2 16.06.09 14:29

Maori beim Muschelessen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen:

Durch die Einnahme von Lyprinol ® kann eine signifikante Reduktion

von Schmerzen, Schwellungen und Gelenksteifigkeit bei 76% der

Rheumatiker und 70% der Arthrosepatienten beobachtet werden.

Health Business & Lifestyle

Der Lipidextrakt wird international, aber zum Beispiel auch in

Deutschland in Weichgelkapseln verpackt und dann als medizinisches

Nahrungsmittel an Arthritis-Patienten verkauft.

Lyprinol ® war der kritischen Untersuchung vieler Forschungsinstitute

weltweit ausgesetzt. Seine Wirksamkeit ohne Nebenwirkungen

hat das Leben vieler durch Arthritis geplagter

Menschen wieder lebenswert gemacht. (Andreas Rehn)

Die natürliche Lösung

zur Behandlung entzündlich,

rheumatischer Gelenkbeschwerden

Zur Aufrechterhaltung

der Beweglichkeit

(Gibson SLM, 1998)

Die Muscheln werden geerntet

Bei chronischen Schmerzen

und Entzündungen

( Dr. M.W. Whitehouse et .al. 1999)

– ANZEIGE –

Für gesunde Atemwege

(Prof. Dr. A. Yemelyanov, Universität

St. Petersburg, Russland)

© 360° Neuseeland 05 | 2009 57

Beziehen können Sie Lyprinol ® unter www.nutri-activ.de oder in der Apotheke. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.lyprinol.de


Business & Lifestyle Column

„Cut the tails!“

Die Ruhe täuscht…

Mittlerweile habe ich mich an den Farmalltag in

Balclutha auf der Südinsel bestens gewöhnt.

Die tägliche Routine gestaltet sich wie folgt:

aus den Federn um sechs Uhr, Kamin befeuern, Lämmer

füttern, Frühstück für die Zweibeiner und mich zubereiten,

Pferde misten und streicheln, Hühner scheuchen,

Beete hegen, Reitstunden geben, Abendessen vorbereiten

… alles geht nun gut von der mittlerweile recht rau

gegerbten Wwoofer-Hand.

An einem sonnigen und extrem heißen Oktobermorgen

erreicht uns die eilige Anfrage von befreundeten Nachbarfarmern:

John und Beth rufen auf zum „Lamb tail cutting“.

Bei ungefähr 300 Lämmer gilt es, die Schwänzchen

in gewisser Weise „abzuschneiden“. Helfer händeringend

gesucht! Die Zusage meiner Hosts Yana und Barry

erfolgt sofort. Ja, Ja, Wwooferin Beate kommt mit. Alles

kein Problem.

Sonnenhüte, Sonnencremes, Gummistiefel (für mich bitte

Flipflops). Das sind die „must haves“ für dieses Ereignis.

360° Autorin: Beate Hartmann

Beate Hartmann nahm von September

bis Dezember 2005 Auszeit von ihrem

Job und durchreiste Neuseeland als

Wwoofer und Back packer. In unserer

neuen Kolumne wird sie spannende

Geschichten aus dieser Zeit erzählen,

die mal lustig, mal nachdenklich sind,

die aber vom typischen (Er-)Leben in

Neuseeland erzählen.

Drink and slide

Um 5 Uhr in der Früh geht’s los. Ab zur Lämmerwiese. Sichtung

der „Opfer“, die sich feige hinter ihren Müttern verstecken.

Alles erscheint mir unüberschaubar, denn Lämmer

vermischen sich eben mit unzähligen Lamm-Muttis und die

gesamte Zunft scheint extrem aufgeregt. Scheinbar auch

unsere Hütehunde.

Wir menschlichen Helfer werden für die Jobs eingeteilt.

Straff organisiert, das Ganze. Und für die Verpflegung ist

auch gesorgt. Hunderttausend Tupperschüsseln mit leckeren

Sandwiches und viele Kannen Tee. Was ich nicht weiß:

dieser Lohn muss hart erarbeitet werden. Ich hätte schon

jetzt gern etwas von Diesen wie von Jamie Oliver herkommenden

Happen …

Aber jetzt kommt mir erstmal eine besondere Ehre zuteil:

nämlich, die Lämmer von ihren Müttern zu trennen! Pretty

easy mit mehreren Rollen transportablen, rollbaren Zaunes.

Dieser wird mir mit einhellig zuversichtlichem Kopfnicken

in die Hand gedrückt. Yes, you can make it! Nach kurzer

Einweisung (Hunde trennen für mich, ich werfe Zaun hinter

die Lämmer) renne ich auf die Schar der zitternden

Schafe zu. Es wird lautstark geblökt, gestreikt und gezetert.

Ich versuche die Tiere zu separieren und wickle Zaun

um Zaun von der Rolle, was das Zeug hält. Dabei rufe ich

mit wohlgemerkt etwas unsicherer Stimme „hoooohhhh,

hoooohhhh“, fast wie bei einem Rodeo … jedoch der motivierende

Stadionsprecher fehlt. Ich bin allein – die Farmer

bauen die „Geräte“ auf …

Die Hunde sind souverän und unterscheiden sehr wohl

überaus intelligent zwischen dicker, alter, bräsiger, dennoch

extrem feindlich gesinnter Lamm-Mutter und

kleinem unschuldigem Lamm-Kind – mit nicht weniger

Zorn in den Augen. Ich bekomme die kleinen, wütendängstlichen

Dinger größtenteils dank der Hütehunde

Duck, Freddie, Pof und Paddy in die Zäune. Und ich habe

dabei noch nie solch omnipotente Feindseligkeit und Wut

in meiner unmittelbaren Nähe verspürt. Geballte Ladung.

Das muss erstmal verdaut werden. Dafür bleibt nun aber

keine Zeit.

58 05 | 2009 © 360° Neuseeland

So versuche ich gelassen zu bleiben, laufe hin und laufe her. Die Flipflops

bleiben in warmer, weicher Erde hängen und ich stakse barfuß knöcheltief in

warmer weicher Erde weiter. Ein Gemisch aus Erde und Schafspipi. Und je

länger diese Prozedur dauert, umso mehr sinke ich ein in die aufgeweichte

Wiese. Ein Cowgirl kennt keinen Schmerz und so hebe ich die eingepferchten

armen Dinger auch noch in die Maschine, die sie fürs Leben präpariert.

Die Tiere bekommen eine Antibiotikum-Mischung ver abreicht und im gleichen

Schwung werden durch eine Rutsche die Schwänzchen abgebunden,

die dann nach einigen Tagen aufgrund von Minderdurchblutung abfallen.

Dies hat allein hygienische Gründe, denn ein Schaf mit langem Lämmerschwänzchen

würde sehr schnell krank. Für alle Schaffarmer ist dies eine

pragmatisch angelegte Prozedur.

Nachdem die präparierten Lämmer aus der multifunktionalen Apparatur

ge flutscht sind, springen sie so hoch, dass es mir die Sprache verschlägt.

Es erklärt die Begrifflichkeit „Lämmersprung“: merklich aufgeregt in die Luft

springen.

Mir bleibt nur, jedem der süßen kleinen Dinger einen freundschaftlich versöhnenden

Klaps zu geben und ihnen ein wunderschönes Leben auf den Wiesen

zu wünschen.

Und zu hoffen, dass sie mir verzeihen.

This is the end

Keep on smiling

Column Business & Lifestyle

© 360° Neuseeland 05 | 2009 59


Business & Lifestyle Report Report Business & Lifestyle

Kennenlernen fürs ganze Leben

Ich habe mich manchmal über mein deutsches Denken

geärgert als ich in Neuseeland war. Ich war überrascht

und habe mich bedankt, wenn mir wieder einmal wildfremde

Kiwis einen Schlafplatz angegoten haben, doch wirklich

ernst genommen habe ich es nicht. Man ist dieses Maß

an Freundlichkeit einfach nicht gewöhnt.

Dennoch bin ich so unendlich froh, dass mein Freund Claas

und ich uns getraut haben, die wildfremden Eltern von

einem eigentlich genauso fremden Freund anzurufen.

Chris und Laura machen Claas Dreads

360° Autorin: Elisabeth Liegmann

Elisabeth Liegmann, mittlerweile

22, ist nach dem

Abitur im September 2006

für ein Jahr nach Neuseeland

geflogen und hat dort

die Welt auf sich zukommen

lassen. Ohne große

Pläne ließ sie sich treiben

und machte wunderbare

Bekanntschaften mit

Maori, Kiwis und Backpackern

aller Nationen. Unter anderem lernte sie auch ihren heutigen

Lebenspartner kennen, der ebenfalls mit dem Working Holiday

Visum durch Neuseeland reiste. Sie erlebte viel, vom Wwoofing zum

Monatstrip nach Samoa, über die typischen Aktivitäten wie Skydiven,

einen Gletscher besteigen und Wandertracks laufen. Vor allem

aber haben die verschiedenen Jobs auf Pfirsich-, Kohl- und Weinfeldern,

sowie die Arbeit in einer Weinkellerei viel zum Kontakt mit

den Lokals beigetragen.

Elisabeth hat ihre zweite Heimat auf dieser Welt gefunden und freut

sich auf weitere Reisen in ihrem Leben.

So sind wir nämlich bei Sharon und Rusi auf Waiheke

Island gelandet und haben ein Stück mehr echtes Neuseeland

kennen gelernt. Sharon ist Maori, Rusi kommt von den

Fidschi-Inseln und ihr kleiner Sohn Keriko hat auch maorische

Wurzeln.

Wir waren im „Dreadshed“ in Christchurch und haben uns

unsere Haare nachmachen lassen, als wir einen Klingelton

von Seeed, einer deutschen Dancehallband, hörten. Das

Handy gehörte Chris, dem Inhaber des Sheds. Während er

fröhlich telefonierte, konnten wir es gar nicht abwarten ihn

zu fragen, wie gerade diese Band auf sein Handy komme

und woher er sie kenne, denn immerhin ist sie deutsch und

wir dachten, dass die Musik nicht wirklich so weit um die

Welt gehe. Nach ein paar Erklärungen war die Freude groß

und als Chris und seine Freundin Laura erfuhren, dass wir

in Richtung Auckland unterwegs waren, da meine Abreise

bevor stand, gaben sie uns die Adresse von Chris’ Vater

und seiner Stiefmutter auf Waiheke Island. Wir sollten einfach

anrufen und sagen, dass wir Freunde von ihm seien.

Unsere Reise führte uns nach Coromandel, da ich in meinem

ganzen Jahr Neuseeland die Nordinsel kaum bereist hatte

und noch etwas mehr mitnehmen wollte. Nach einigen

Tagen hatten wir Lust auf etwas Neues und ich muss zugeben,

dass wir auch gehofft hatten, etwas Geld sparen zu können,

und so ging es darum, wer von uns nun die Eltern von

Chris anrufen würde. Nach einigem Hin und Her hat schließlich

Claas angerufen und wir sind noch am selben Abend mit

der Fähre von Coromandel nach Waiheke Island gefahren.

Der Anleger war ziemlich verlassen und auch wir standen

bald allein da. Es gab nur ein kleines Haus auf einem Hügel.

Wir beschlossen, dort zu fragen, ob wir ihr Telefon benutzten

dürften. Es war ein ziemlich altes und uriges Haus, doch

wir wurden gleich hinein gebeten und uns wurde sofort ein

Schlafplatz angeboten. Das Telefon durften wir auch benutzen

und als wir dann wieder den Hügel hinunter gingen,

kam uns schon ein Auto entgegen.

Waiheke Island

Muscheln am Strand

Chris’ Eltern begrüßten uns mit einer herzlichen Umarmung

und einem Kuss auf die Wange. Total fröhlich fuhren wir mit

ihnen um die halbe Insel, da wir wirklich am abgelegensten

Teil von Waiheke angekommen waren. Auf der Fahrt bedankten

wir uns für die Freundlichkeit und unterhielten uns über

die Gelassenheit und die Gastfreundschaft der Kiwis. Natürlich

fragten wir auch, ob sie nicht auch mal Bedenken hätten,

wenn sie wildfremde Menschen zu sich aufnähmen. Sharon

sagte nur ganz easy, dass jemand, der aus ihrem Haushalt

etwas mitnehmen sollte, es wohl dringender als sie bräuchte.

Ich muss immer noch schmunzeln vor Freude, Dankbarkeit

und Unfassbarkeit, wenn ich an diesen Moment denke.

Das Grundstück von Sharon und Rusi hat uns echt beeindruckt.

Es ist sehr groß und schön und hat einen traumhaft

wilden Garten. Man muss einige Treppen steigen, um

an die Tür zu kommen, da es an einem Hügel gebaut ist.

Wir wurden mit den Worten: „Hier ist der Kühlschrank,

wenn ihr verhungert, seid ihr selbst Schuld!“ in ihr Haus

gelassen und wir konnten es uns gemütlich machen. Das

Schöne am Reisen ist, dass man sich sehr daran gewöhnt,

Strand auf Waiheke Island

sich in einem fremden Haus wie Zuhause zu fühlen. Es

dauerte eine Weile, doch irgendwann weiß man, dass die

Menschen es ernst meinen und man sich ganz normal verhalten

kann, ohne das ständige Gefühl, Gast zu sein, zu

haben. Glücklich und zufrieden gingen wir schlafen und

freuten uns auf die nächsten Tage.

Sharons und Rusis Pflegekind Keriko ist sehr aufgedreht

und braucht ziemlich viel Aufmerksamkeit, wodurch er uns

immer gut auf Trab hielt. Sharon hat uns auch einiges von

sich erzählt. Sie ist Anfang Sechzig und hat schon viel mitgemacht.

Nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit

einem Mann musste sie als Strafe einige Zeit in Haft verbringen.

Ihre Einstellung zum Leben veränderte sich schlagartig,

als dieser Mann sie in Haft besuchte, ihr verzieh und

sie danach sogar zu sich aufnahm. Sharon hat seitdem viele

Menschen mit Problemen bei sich aufgenommen und ihnen

geholfen, einen neuen Weg einzuschlagen.

Dies ist auch ein Grund mehr, warum sie uns so liebevoll

bei sich aufgenommen hat. Diese Offenheit und Ehrlichkeit

hat mich sehr beeindruckt und auch geehrt. Sharon ist

eine sehr witzige und manchmal etwas raue Person. Man

muss sich an ihren Charme und Charakter erst ein wenig

gewöhnen, sie einschätzen lernen und dann kann man sie

einfach nur lieben.

Sharon und ich haben uns vor meiner Abreise viel über meine

Heimkehr unterhalten. Ich war sehr aufgeregt und manchmal

ungewiss, was mich erwarten würde. Vor allem hatte

ich Angst vor der deutschen Gesellschaft, die so oft kalt und

verbittert ist. Solch eine Freundlichkeit und ein Vertrauen

findet man selten bei uns in Deutschland. Sie hat mir sehr

viel Mut gemacht und konnte mich sehr gut einschätzen,

obwohl wir uns nur drei Tage lang kannten.

Es besteht eine Verbindung zwischen uns, die ich nicht

beschreiben kann. Sie ist seitdem unsere Mama in Neuseeland

und wir sind immer herzlichst Willkommen.

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Preview 02/2008












Neuseeland

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°




















02/2008 Vorschau

















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Wine & Gourmet Regions Regions Wine & Gourmet

Lunch im Te Whau Restaurant

Goldwater Estate Tasting Room

360° Autor: Florian Berger

Der gebürtige Münchner Florian

Berger, Jahrgang 1969, kehrte seiner

früheren Karriere als Unternehmensberater

den Rücken und

entschied sich Ende der 1990er-

Jahre dafür, ein paar Jahre in Neuseeland

zu leben. Er verliebte sich

in das Land und seine Menschen

und so war es nur natürlich, dass

er sich mit neuseeländischem Wein

eines der schönsten Produkte auswählte,

um es als Importeur in Europa

populär zu machen. Er ist mittlerweile

einer der namhaftesten Experten auf diesem Gebiet und

betätigt sich nebenbei als Journalist und Promoter der neuseeländischen

Cuisine und Lebensart.

wine@360grad-medien.de

Ruf erhoben hat. Das man merkt schon, sobald man sich auf

der Insel fortbewegen möchte: Das öffentliche Transportwesen

beschränkt sich, neben einem nur selten fahrenden

Bus, auf einen Shuttleservice und einige wenige Taxis, die

sich überwiegend in der Nähe der Personenfähre im Westen

aufhalten. Wer dagegen die Fähre aus Half Moon Bay in Ost-

Auckland nimmt, dem bleibt wohl oder übel nur der Fußmarsch,

wenn er nicht gleich die stattlichen 160 NZ$ für

den Autotransfer auf die Insel zahlen möchte. Da kommt es

wesentlich günstiger, gleich ein Auto auf der Insel zu mieten.

Unsere Empfehlung ist, sich im Maitatia Hafen ein Fahrrad

zu leihen, mit dem man wunderbar die Insel erkunden

kann, da der Autoverkehr in weiten Strecken sehr gering ist

und es auch zahlreiche, wunderschöne Wandertracks gibt.

Für Weinkenner ein Muss

Für Weinfreunde ist ein Besuch auf Waiheke ein Muss.

Obwohl der Anbau nur knapp ein Prozent der Rebfläche

Neuseelands ausmacht, gilt diese Insel als eine der qualitativ

großen Regionen Neuseelands für Bordeauxrebsorten.

Bereits in den 1970er-Jahren entdeckte der Ingenieur Kim

Goldwater, ein ausgesprochener Freund großer Bordeauxgewächse,

dass sich das hier vorherrschende Mikroklima

optimal für bordelaiser Rebsorten eigenen müsste. Er kaufte

für heutige Verhältnisse zu fast lachhaften Preisen etliche

Hektar ungenutztes Land und kultivierte dort 1978 als Pionier

die ersten Reben. Anfangs hielten ihn die Neuseeländer

noch für einen bodenlosen Exzentriker, aber als man ihn

dann bei den renommiertesten internationalen Weinshows in

den USA, London und Frankreich mit Medaillen überhäufte

und seine Weine zu Spitzenpreisen auf der ganzen Welt

gehandelt wurden, änderte sich die Meinung schlagartig.

Ein richtiger Run auf potenzielle Weinlagen startete. Mittlerweile

ist Waiheke Neuseelands teuerster Weingrund.

64 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Inzwischen gibt es über 30 Weingüter auf ca. 216 Hektar

Anbaufläche. Die dominierenden roten Rebsorten sind

Cabernet Sauvignon und Merlot, aber es wird auch Malbec,

Cabernet Franc und Syrah angebaut. In jüngster Zeit werden

auch Versuche mit Petit Verdot und Montepulciano unternommen.

Bei den Weißen überwiegt bei Weitem der Chardonnay,

aber vereinzelt baut man auch andere Rebsorten

mit gemischtem Erfolg an. Doch es ist ganz klar: Waiheke

ist eine Rotweinlage von herausragender Qualität, die sich

mit allen guten Lagen der Welt messen kann.

Ideale Bodenverhältnisse

Der Boden auf Waiheke ist äußerst mineralhaltig. Er besteht

zumeist aus verwittertem Sedimentgestein, der als recht

schwerer Lehm zu Tage tritt und mit Adern von Eisen- und

Manganoxiden durchzogen ist. Die meisten Winzer wählen

bevorzugt Hanglagen, wo einerseits die Sonnenstrahlung

optimal ausgenutzt werden kann, und andererseits das

Regenwasser schneller abfließen kann.

Waiheke verfügt aufgrund seiner Insellage über ein ausgesprochenes

Mikroklima. Trotz geringer Entfernung regnet es

hier signifikant weniger als in Auckland, wo man aufgrund des

tropischen Einflusses relativ viel Niederschlag hat. Oft sitzen

die Insulaner in der Sonne und können den schweren Regenfällen

im nahen Auckland zusehen. Die Tag- und Nachttemperaturen

sind aufgrund des umgebenden Meeres auch sehr

viel ausgeglichener, was dazu führt, dass auch spät reifende

Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Franc bereits im

März bis Anfang April problemlos geerntet werden können.

Großes Potenzial: Wein aus Waiheke

Man sagt den Weinen Waihekes gerne nach, überteuert zu

sein. Ein Urteil darüber sollte sich der Besucher aber wirklich

selbst bilden. Natürlich sind nicht alle Winzererzeug-

www.waihekenz.com

www.waiheke.co.nz

www.tourismwaiheke.co.nz

www.mudbrick.co.nz

360° Web Info

www.stonyridge.com

www.tewhau.com

www.goldwaterwine.com

Putiki Bay mit Booten

nisse immer ihrem Preis angemessen – wie auf der ganzen

Welt. Etliche Winzer orientieren sich in ihren Preisen an der

Reputation des Nachbarn und tatsächlich sind die Durchschnittspreise

der Weine von hier auch im sehr gehobenen

Segment. Aber man muss einfach anerkennen, dass man

hier viel Geld und Arbeit in eine absolute Qualitätsorientierung

investiert.

Die Winegrowers von Waiheke sind sehr passioniert und

ambitioniert. Und einige haben es längst geschafft, Weine

zu erzeugen, denen ein einzigartiger Ruf vorauseilt –

etwas, dem man anderswo in Neuseeland durchaus noch

nacheifert.

Und nicht umsonst gehören einige der hier ansässigen Winzer

zu den international renommiertesten des Landes. Hierzu

zählen neben dem Pionier Goldwater Estate in der Nähe

des Kennedy Point zum Beispiel auch Mudbrick Vineyard,

ein unglaublich malerisch gelegenes Weingut in wunderschönem

Ambiente. Das erstklassige Restaurant muss man

besucht haben, wegen seines vorzüglichen Essens ebenso

wie aufgrund seines unglaublichen Ausblicks, bei dem die

Spitzenweine in nichts nachstehen.

International ein weiteres Highlight ist Stonyridge, dessen

Cuvée „Larose“ einer von Neuseelands meistgesuchten

und kostbarsten ist und der außerhalb des weithin

gerühmten Veranda Cafés nur bei ausgesuchten Topweinhändlern

zu kaufen ist. Ein weiteres Weingut, dessen

Restaurant mittlerweile zu den besten Weingut-Locations

seiner Art in der Welt gezählt wird, ist Te Whau Winery.

Auch hier ist alles auf Spitzenniveau: tolle Weine, grandioses

Essen. Aber unbezahlbar erst ist der „Million Dollar“-Ausblick

auf das entfernte Auckland. Das moderne, fast mutige

Design von Te Whau ist ein wahrhaftiges und gelungenes

Aushängeschild für das junge Neuseeland.

Weinliebhaber, die Waiheke auskosten möchten, werden

hierfür mehrere Tage benötigen. Aber jeder weitere Weingutbesuch,

jedes weitere Mahl in einem der Spitzenrestaurants

offenbart, wie weit entwickelt die junge neuseeländische

Wein- und Gastronomieszene schon ist, und dass

mehr in ihr steckt als nur bloße Ambition. Waiheke hat das

Potenzial, ein Weinmekka zu werden.

Und so empfehlen wir jedem, ein paar Tage auf Entdeckungstour

zu gehen und vielleicht ein paar Nächte in dem

einzigartigen „Cliffhouse“ bei Mudbrick zu verbringen.

© 360° Neuseeland 05 | 2009 65


Wine & Gourmet Wineries & Characters

Marlborough Morgenstimmung auf dem Estate

Isabel Estate

Als die Tyller Familie im Jahr 1984 Isabel Estate gründete,

zählten sie noch zu den Pionieren in Marlborough.

25 Jahre später gibt es hier zwar einige hundert

Weinbetriebe mehr, aber Isabel ist mittlerweile unter

den letzten noch in Familienhand verbliebenen Wein gütern

der ganzen Region. Und damit das so bleibt, haben die

Eigentümer von Isabel, Robyn und Michael Tyller, bereits

frühzeitig ihre Kinder in den Betrieb mit einbezogen.

Ursprünglich waren die Tyllers nur sogenannte „Grape Grower“,

sie belieferten mit ihren Premium-Trauben andere,

große neuseeländische Betriebe. Aber nach zehn Jahren

beschloss Michael, seinen Beruf als Flugkapitän an den

Nagel zu hängen und sich ganz dem eigenen Weinbetrieb zu

widmen. 1994 wurden schließlich die ersten eigenen Weine

unter dem Isabel Label – benannt nach Michaels Mutter –

herausgebracht. Und der sich schnell einstellende Erfolg

zeigte, dass die Entscheidung richtig war.

Viel Wert wurde auf hochwertige Technologie gelegt. Aber

man blieb der Philosophie treu, eine Balance zwischen traditionellen

und modernen Techniken zu erhalten. Dabei spielte

auch der Gedanke eine tragende Rolle, dass man möglichst

wenig technischen Einfluss auf den Wein nehmen möchte.

Entscheidend für dessen Ausdruck und Qualität sollte das

einmalige Terroir der Region und der besonders herausragenden

Lage von Isabel Estate bleiben.

www.isabelestate.com

360° Web Info

Herbst an der Hawkesbury Road

Das Herz eines Premiumweingutes sind immer seine Weingärten.

Und auf diese ist man bei Isabel zu recht sehr stolz.

Malerisch gelegen an der Hawkesbury Road, mitten im Herzen

des Wairau Tales im Marlborough, verfügt man hier über

die maximale Anzahl an Sonnenstunden. Eine besondere

Bodenstruktur mit einer tief liegenden Schicht aus kalziumreichem

Lehm erlaubt den Verzicht auf künstliche Bewässerung,

ohne dass die Böden jemals zu nass wären. Diese

Schicht bewirkt auch, dass die Wurzeln der Reben sehr tief

wachsen und damit noch mehr Nährstoffe und Mineralien

aus tieferen Schichten saugen, die den Isabel Weinen ihre

besondere Mineralstruktur verleihen.

Klassisch wie im Burgund sind die Reihen sehr eng bepflanzt,

sodass etwa doppelt so viele Reben auf einem Hektar wachsen

als sonst in Marlborough üblich. Dies erlaubt es, den

Ertrag je Rebe vergleichsweise gering zu halten, damit ein

konzentriertes Aroma in den fünf Weinen entsteht, die Isa-

Eigentümer Michael Tyller

bel erzeugt. Hierzu zählen alle Klassiker der Region wie Sauvignon

Blanc, Pinot Noir und Chardonnay, daneben auch

noch ein delikater trockener Riesling und ein Pinot Gris nach

elsässischer Ausbauart. Nur wenn es die Witterung erlaubt,

kommt ein exzellenter Trockenbeere „Nobel Sauvage“ Sauvignon

Blanc hinzu.

Die Tyllers haben eine konsequente Philosophie: Man nimmt

an keinen Weinwettbewerben teil. Das tut Isabels Bekanntheit

aber keinen Abbruch, da die Weine regelmäßig von renommierten

Weinjournalisten hoch gelobt werden und nicht sel-

Wineries & Characters Wine & Gourmet

ten in den prestigeträchtigen First Classes verschiedener

Fluggesellschaften oder in Spitzenrestaurants gelistet werden.

Die Tyllers lassen einfach die Weine für sich sprechen.

Das Traubengut für die Isabel Weine stammt ausschließlich

von eigenen, als nachhaltig zertifizierten Weingärten,

sodass Robyn und Michael völlige Kontrolle über die

Qualität von der Wurzel ab ausüben können. Das erlaubt

auch, die biologischen Praktiken konsequent anzuwenden,

denen sich die Tyllers verschrieben haben. Diese fördern

ebenso die Gesundheit der Pflanzen wie des Bodens, was

man gut an der jährlich wachsenden Zahl an Regenwürmern

ablesen kann, über die sich das Vineyard Team richtiggehend

freut.

Das technisch moderne Winery Gebäude auf dem Hawkesbury

Vineyard fügt sich stilistisch wunderschön in die Landschaft

ein. Es wurde so gebaut, dass jeder Wein in seinen

idealen Umgebungskonditionen arbeiten kann. So hat jede

der fünf Rebsorten eigene Räumlichkeiten im Gebäude. Die

„Cuverie“ beispielsweise ist mit temperatur-kontrollierten,

offenen Fermentern ausgestattet, in denen der Pinot Noir auf

der Maische lange mazerieren kann (siehe auch den Beitrag

„Der Pinot Noir“ in Heft 04 / 2009, Seite 66). Es wurden eigens

Lift-Systeme implementiert, sodass der Wein allein durch die

Schwerkraft umgewälzt werden kann, wozu sonst ein elektrisches

Pumpsystem verwendet werden müsste. Das schont

den Wein und reduziert wiederum den Energieaufwand.

Durch die architektonische Ausrichtung nach den vorherrschenden

Wetterlagen, kommt es im Gebäude zu einer

natürlichen Kühlung, die die Frische der Trauben nach der

Lese fördert und für die Fermentation und Lagerung gleichermaßen

Energie spart.

Isabel Estate ist ein offener und herzlicher Betrieb, wie man

nicht nur an den besucherfreundlichen Öffnungszeiten der

Cellar Door ablesen kann. Man trifft die Familie hier fast

immer sieben Tage in der Woche an und wird wahrscheinlich

nicht nur zum Verkosten, sondern für einen nettes Gespräch

verweilen: Da lohnt sich ein Besuch gleich doppelt. (FB)

66 05 | 2009 © 360° Neuseeland © 360° Neuseeland 05 | 2009 67

Isabel Pinot Noir

open-Top Fermenter aus Edelstahl

Vineyard Team beim Pfl anzen von Reben


Wine & Gourmet Speciality

Carolin prüft reifende Kiwifrüchte

Die Geschichte einer grünen Beere

Fragt man jemanden nach seiner Lieblingsobstsorte,

werden die meisten die Aufzählung mit Äpfeln, Birnen

und Bananen beginnen. Aber schon bald wird

auf dieser Liste eine exotische, außen braune, innen grüne

und geschmacklich anregende Frucht erscheinen. In ihr

befindet sich doppelt so viel Vitamin C wie in einer Orange

und mehr Vitamine und Mineralien als in den meisten

an deren Früchten. Schon der tägliche Verzehr von zwei

Stück dieses Obstes unterstützt das Immunsystem, reduziert

die Ansammlung von Thrombozyten

und verhindert somit die

Verschließung der Arterien.

Ursprünglich aus China stammend, ist sie heutzutage am

meisten mit Neuseeland verbunden, dem Land, dem sie

ihren Namen und auch ihre Beliebtheit verdankt. Sie wächst

wie Wein auf Reben, die in der Wildnis bis zu neun Meter

hoch wachsen, und in ihrem grünen Fruchtfleisch befinden

sich durchschnittlich um die 1.000 Kerne.

Was vielleicht nicht jeder weiß ist, dass sie zur Familie der

Beeren zählt und dass ihre dünne, haarige Schale essbar

ist. Wir alle kennen diese Frucht von klein auf und es wäre

kaum vorstellbar, einen Obstkorb ohne sie zu füllen – die

Kiwifrucht!

Wie aber kam die Kiwifrucht von China nach Neuseeland?

Warum wächst sie nur unter bestimmten Klimaverhältnissen?

Wie kam sie zu ihrem Namen und was passiert

genau auf dem Weg von der Plantage in die Regale

unserer Supermärkte?

Der Ursprung der Kiwifrucht liegt im Yangtze

Tal im Norden von China, wo man ihren delikaten

Geschmack schon seit über sieben Jahrhunderten

schätzt. Nach Neuseeland gelang

sie über Isabel Fraser, der damaligen Direktorin

des Wanganui Mädcheninternats. Anfang

des 20. Jahrhunderts unternahm sie mit ihrer

Schwester eine Missionarsreise nach China, um

eine Auszeit vom stressigen Schulalltag zu nehmen. Als sie

ein Jahr später wieder zurückkehrte, hatte sie Kerne dieser

exotischen Frucht im Gepäck. Diese wurden von Alexander

Allison, einem experimentierfreudigen Kunstgärtner, eingepflanzt

und schon bald erkannte man, dass die Kiwifrucht in

den sonnigen, warmen Gebieten Neuseelands besonders gut

gedeiht.

Der Anbau der Früchte

Es müssen besondere Bedingungen vorherrschen, um den

Anbau von Kiwifrüchten zu gewährleisten. Die Reben gedeihen

am besten in ertragreichem Boden mit einem idealen

pH-Wert von 5 bis 6,8. In Neuseeland hat sich die Bay

of Plenty an der Ostküste der Nordinsel mit ihrer frucht-

Rebstö cke mit reifenden Kiwifrü chten

baren Vulkanerde als perfekter Anbauort herausgestellt.

Das dort vorherrschende milde Klima mit nur wenig Winterfrost

und der richtigen Menge an Wind und Regen hat

diese Region zum Hauptanbaugebiet im Land gemacht, und

um die 90 Prozent der neuseeländischen Kiwifrüchte stammen

aus diesem sonnigen Gebiet. Die Rebstöcke benötigen

eine Wachstumszeit von bis zu 240 frostfreien Tagen.

Sind sie einmal ausgewachsen, können sie Temperaturen

bis zu minus 10° Celsius standhalten, aber die Pflanzen müssen

sich langsam an die Kälte gewöhnen können. Um das

Gewicht von den schwachen Stämmen zu nehmen, werden

die Stöcke von einem Supportsystem gestützt. Außerdem

sind die Plantagen von hohen Bäumen, die als Wind- und

Frostschutz dienen, umzäunt. Der Plantagenbesitzer ist das

ganze Jahr mit der Pflege der Kiwifruchtreben beschäftigt.

Die Saison beginnt im Juni, direkt nach der vorher gehenden

Ernte, mit dem Stutzen der Reben. Dies gewährleistet die

weitere Produktion von Kiwifrüchten und beeinflusst die

Größe und Qualität der nächsten Ernte.

Kiwifruchtanlage mit Windschutz

Speciality Wine & Gourmet

Während der Wintermonate Juni, Juli und August beginnen

die Reben wieder zu wachsen und im September kommen

die ersten Knospen zum Vorschein. Verwandeln sich

diese einmal in Blüten, beginnt die Zeit der Befruchtung.

Kiwipflanzen sind zweihäusig, das heißt, eine Pflanze ist entweder

weiblich oder männlich. In einer Kiwifruchtplantage

kommen auf eine männliche Pflanze acht weibliche, denn

nur die Blüten der weiblichen Pflanzen entwickeln sich weiter

zu Beeren und auch nur dann, wenn sie mit den Pollen

einer männlichen Pflanze bestäubt wurden. Hierbei wird auf

die Hilfe der Bienen gesetzt, die während der Nektarsammlung

die Pollen der männlichen Blüten zu den weiblichen

bringen. Da die Kiwifruchtblüten aber nicht sehr ansprechend

auf die Bienen wirken, werden in jeder Plantage zahlreiche

Bienenstöcke strategisch positioniert.

Um die Weihnachtszeit herum beginnen die Blüten sich in

kleine Beeren zu verwandeln. In den ersten 60 Tagen kommt

es zu einem extremen Wachstumsschub und die Beeren reifen

zu den uns bekannten ovalen, eigroßen Kiwifrüchten

heran. Dann verlangsamt sich das Wachstum, bis die reifen

Beeren in den neuseeländischen Herbstmonaten schließlich

geerntet werden können.

360° Autorin: Petra Lanzenhofer

Petra Lanzenhofer wurde 1985 im Osten

Österreichs geboren. Nach dem Abschluss

ihres Fotografiestudiums in Wien 2008,

machte sie Neuseeland für acht Monate

zu ihrer neuen Heimat. In dieser Zeit

bereiste sie jeden Winkel der Nordinsel

und genoss das Leben als Weltenbummler

in vollen Zügen. Als nächstes werden

sie ihre unruhigen, wanderlustigen Füße

nach Samoa und Australien führen.

68 05 | 2009 © 360° Neuseeland © 360° Neuseeland 05 | 2009 69


Wine & Gourmet Speciality

Gelbe Kiwifrüchte mit Blüten

Weitere Kiwisorten

Neben der typischen grünen, eigroßen, haarigen Kiwifrucht

gibt es noch zwei weniger bekannte Sorten. Zuerst wäre da

noch die gelbe Kiwifrucht. Sie unterscheidet sich von ihrem

grünen Cousin in ihrer haarlosen, bronzenen Schale und ihrem

gelbgoldenen Fruchtfleisch. Die goldene Kiwifrucht schmeckt

etwas süßer und exotischer und enthält mehr Vitamin C.

Und dann gibt es noch die sogenannte Kiwibeere. Sie ist

eine münzgroße Abwandlung der herkömmlichen Kiwifrucht

und ihre grüne, glatte Haut sowie ihre mundgerechte Größe

macht sie zu einer beliebten Dessertzutat.

Wie kommt die Kiwi zu uns?

Es erfordert eine Vielzahl von engagierten Arbeitern und

eine reibungslos funktionierende Zusammenarbeit unter

ihnen, um die Kiwifrucht in unsere heimischen Super märkte

zu bringen.

Die Kiwiindustrie ist nicht mehr wegzudenken im Land der

langen weißen Wolke. Dabei ist Neuseeland nicht das einzige

Anbaugebiet der Kiwifrucht. Der größte Lieferant ist

Italien, gefolgt von Chile, und auch die milden Regionen

Griechenlands, Japans und des Irans lassen die Früchte dort

gut gedeihen. Neuseeland war aber das erste Land, das in

den 1950er-Jahren Kiwifrüchte in die USA und später in die

restliche westliche Welt exportierte. Bis heute wächst die

Kiwifruchtindustrie in Neuseeland stetig an und beschäftigt

jedes Jahr bis zu 25.000 Arbeiter. Während der Erntezeit

werden sogar Hilfskräfte aus Übersee benötigt, um die

Früchte von den Reben zu pflücken.

Die geernteten Kiwifrüchte werden in Pack- und Kühlhäuser

transportiert, wo sie auf ihre Qualität hin getestet werden.

Ungefähr zehn Prozent der Früchte von minderer Qualität

werden aussortiert und für die Weiterverarbeitung verwendet.

Denn die Produktpalette der Kiwifrucht ist weit gefächert:

sei es Schokolade mit Kiwifruchtstücken, Kiwifruchtsaft,

Kiwitee oder sogar Kiwiseife – dem Kiwifruchtliebhaber

bietet sich eine große Auswahl. Nach der Aussortierung werden

die kleineren und schon reiferen Früchte in heimische

Supermärkte gebracht. Der Rest wird bis zur Verschiffung in

den Kühlhäusern gelagert, wobei Kiwifrüchte bei einer idealen

Temperatur von 0,5° Celsius bis zu neun Monate frisch

bleiben. Man kann also im Januar eine köstliche Kiwifrucht,

die im April des Vorjahres geerntet wurde, genießen.

Im Jahr 2008 wurde mit 100 Millionen verschifften Kisten

voller Kiwifrüchte – um die 350.000 Tonnen – ein neuer

Rekord erreicht. Die Früchte werden auch auf den Schiffen

unter idealen Temperaturbedingungen in eigens dafür verwendeten

Kühlcontainern gelagert, um in Topzustand ihr

Ziel in einem der 78 belieferten Länder zu erreichen.

Die Kiwi bekommt ihren Namen

Wie kam die Kiwifrucht nun zu ihrem Namen? In ihrem

Ursprungsland China war die Frucht unter dem Namen Yáng

táo bekannt. Als die ersten Früchte in Neuseeland geerntet und

gekostet wurden, fand man, dass ihr Geschmack dem einer

Stachelbeere ähnelt und so wurde sie Chinese Gosseberry

genannt. Mit dem Exportbeginn in die USA wurde ihr Name

für kurze Zeit in Melonettes geändert, da die Bezeichnung

Chinese Gosseberry zu sehr an den Kalten Krieg erinnerte.

Aber auch diese Bezeichnung war nur von kurzer Dauer,

da das Obst dadurch mit der Melone assoziiert wurde, und

auf dieser hohe Importsteuern lagen. Also wurde weiter

nach einem passenden Namen gesucht, der kurz und prägnant

sein und sofort mit dem Exportland Neuseeland verbunden

werden sollte. Im Laufe einer Geschäftsversammlung

im Jahr 1959 kam der Vorschlag, die grüne Beere nach

dem neuseeländischen Nationalsymbol – dem flugunfähigen

Kiwivogel – zu benennen. Und so wurde schlussendlich ein

passender Name für die neue Obstsorte gefunden und dieser

hat sich seither bewährt.

Wird die Frucht in den nördlichen Breitengraden nur kurz

Kiwi genannt, kann dies in der südlichen Hemisphäre für

einige Missverständnisse sorgen. Neben dem Kiwivogel

und der Kiwifrucht bezeichnen sich die Neuseeländer selbst

auch liebevoll als Kiwis, was ihre tiefe Identifikation mit dem

Vogel und auch der Frucht aufzeigt. Zwar weiß man sehr

schnell Bescheid, ob jemand von den Menschen oder dem

Vogel spricht. Im Gegensatz dazu ist die Unterscheidung

zwischen Vogel und Frucht nicht mehr so eindeutig. Deshalb

wird das Obst in Ozeanien kiwi fruit genannt, um eine

Verwechslung mit dem Federvieh zu vermeiden.

Neuseeland Wein und Avocadoöl Import

Der Neuseeland Spezialist für Profi s

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Mills Reef Winery – Bay of Plenty

Lincoln Vineyards – Auckland

Coopers Creek – Huapai

Sacred Hill – Hawkes Bay

Te Kairanga – Martinborough

Highfi eld Estate – Marlborough

Pegasus Bay Winery – Waipara

Felton Road Winery – Central Otago

Gibbston Valley Wines – Central Otago

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Kurz nach meiner Ankunft in Neuseeland fragte ich meine Gastfamilienkinder,

ob sie Kiwis in ihrer Lunchbox haben möchten

– denn ich wusste über die sprachliche Regel noch nicht

Bescheid. Deshalb erntete ich nur verwirrte Blicke und wurde

kurz darauf über meinen Fehler aufgeklärt. Die Erwähnung

dieses Vorfalls sorgt heute noch immer wieder für Gelächter.

Exportschlager Kiwi

Speciality Wine & Gourmet

Seit etwas mehr als einem Jahrhundert ist die Kiwifrucht

in Neuseeland beheimatet und hat sich in dieser Zeit von

winzigen, schwarzen, unbekannten Samen in eine beliebte,

vielfach einsetzbare Vitaminbombe entwickelt. Sie legt rund

ums Jahr einen Weg von über 20.000 Kilometer von den

zahlreichen Plantagen des Landes in unsere heimischen

Supermarktregale zurück.

Das alles wäre ohne Hilfe der sich dieser Aufgabe verschreibenden

Hände der vielen Plantagenbesitzer, Pflücker, Tester,

Verpacker und Transportunternehmer nicht denkbar. Die

Kiwifruchtindustrie ist ein wesentlicher Teil der neuseeländischen

Exportwirtschaft und ist für viele heimische Arbeiter

kaum wegzudenken. Sie ist genauso eng mit dem Land

verbunden wie zum Beispiel die All Blacks oder Pavlova, das

berühmte Dessert mit Kiwifrüchten, welches im Jahr 1926

zu Ehren eines Besuches der Primaballerina Anna Pavlova

in Neuseeland zubereitet wurde, und darauf kann man zu

Recht stolz sein.

70 05 | 2009 © 360° Neuseeland Internet: © 360° Neuseeland www.wine-in-motion.com

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02/2008 Vorschau






























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Pinboard

Die Maori – ureinwohner

Neuseelands

Das Verhältnis zwischen Maori

und Pakeha

Erste Kontakte zwischen Maori und Europäern

Erst als James Cook 1769 die zwei Inseln im südlichen Pazifik

wieder entdeckte, nachdem der Holländer Abel Tasman

ihnen 1642 den Namen Neuseeland gegeben hatte, begann

das Interesse der westlichen Welt zu steigen. 1788 war in

Australien eine britische Strafkolonie errichtet worden,

sodass die ersten sporadischen Siedler als Wal- und Seerobbenfänger

nach Neuseeland kamen. Sie legten mit ihren

Gewehren und Krankheiten den Grundstein für die Dezimierung

der eingeborenen Maori-Bevölkerung. Durch die

Ankunft der ersten Missionare unter der Leitung von Samuel

Marsden im Jahre 1814 lernten die Maori die zivilisierte Kultur

und die Religion Europas kennen.

Aufgrund steigender Einwanderungen britischer Staatsbürger

– meist Angehörige der gehobenen Arbeiterklasse –

in das „gesetzlose” Neuseeland schien eine Kolonisierung

immer notwendiger zu werden, da die Bürger auch außerhalb

ihrer Heimat dem Schutz der Krone unterstanden. 1840

gelang es den Missionaren, die Maori-Häuptlinge zur Unterzeichnung

des Treaty of Waitangi zu überreden, durch den

sie unter britische Schutzherrschaft gestellt werden sollten

(siehe auch 360° Neuseeland, Heft 2 / 2009 S. 87 ff.).

Der Treaty of Waitangi

Bilinguale Verträge werden selten in der Sprache der Eingeborenen

verfasst. Wird der Vertrag in beiden Sprachen

verfasst, so muss der Inhalt beider Verträge übereinstimmen

und beide Verträge gelten als maßgeblich. Es gilt nicht

nur zwei verschiedene Sprachen, sondern auch kulturelle

und politische Unterschiede zu überbrücken, sodass beide

Parteien die Bedeutung des Vertrages verstehen. Im Mittelpunkt

der Diskussionen über den Treaty of Waitangi stehen

der Widerspruch zwischen dem 1. und 2. Artikel sowie

die Unterschiede zwischen der englischen Version und der

Maori-Übersetzung Te Tiriti o Waitangi.

Der ursprüngliche, englische Vertragstext des Treaty of

Waitangi, anhand dessen die Maori-Version übersetzt

wurde, soll angeblich verloren gegangen sein, denn es

sind fünf englische Versionen bekannt, die einander im

Großen und Ganzen ähnlich sind, aber eindeutig nicht als

Vorlage für die Maori-Übersetzung dienten. Sicher ist, dass

der Vertrag innerhalb weniger Stunden in der Nacht zum

6. Februar 1840 von dem Missionar Henry Williams und

seinem Sohn Edward ins Maori übersetzt worden ist. Die

74 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Maori Maori

Die unterzeichnung des Vertrages von Waitangi

Maori-Version wurde am 6. Februar 1840 in Waitangi von

43 Häuptlingen unterzeichnet und bis September desselben

Jahres insgesamt 512 Häuptlingen im ganzen Land zur

Unterschrift vorgelegt.

Die Übersetzung des Treaty of Waitangi

Die Schilderung des Augenzeugen William Colenso lässt auf

Verständnisprobleme bei der Verlesung der Maori-Version

am 6. Februar 1840 in Waitangi schließen; der legendäre

Häuptling Hone Heke jedoch, der als erster unterzeichnete,

überzeugte in einer leidenschaftlichen Rede viele Zweifler

von der Vertrauenswürdigkeit der Missionare.

Im 1. Artikel übertragen die Häuptlinge der britischen Krone

die kawanatanga, was soviel bedeutet wie „Regierungsgewalt”.

In der englischen Version hingegen wird von der absoluten

Souveränität gesprochen, was für ein korrektes Verständnis

der Maori mit mana hätte übersetzt werden müssen.

Da es in der Maori-Kultur niemals einen alleinigen Herrscher

über alle Stämme gegeben hatte, war ihnen der Begriff der

Souveränität völlig fremd; mit dem Wort kawanatanga verbanden

sie zudem die Person des Gouverneurs „kawana”,

was wiederum aus dem englischen „governor” entstanden

war. Die von Häuptling Nopera Panakareao während der Vertragsunterzeichnung

geäußerten Worte, dass nur der Schatten

des Landes an die Krone übertragen würde, zeigen, dass

er nicht der Meinung war, sein mana abzutreten.

The Treaty of Waitangi

(Englische Version)

Article the first

The Chiefs of the Confederation of

the United Tribes of New Zealand and

the separate and independent Chiefs

who have not become members of the

Confederation cede to Her Majesty

the Queen of England absolutely and

without reservation all the rights and

powers of Sovereignty which the said

Confederation or Individual Chiefs

respectively exercise or possess, over

their respective Territories as the sole

sovereigns thereof.

Article the second

Her Majesty the Queen of England

confirms and guarantees to the Chiefs

and Tribes of New Zealand and to the

respective families and individuals thereof

the full exclusive and undisturbed

possession of their Lands and Estates

Forests Fisheries and other properties

which they may collectively or individually

possess so long as it is their wish

and desire to retain the same in their

possession; but the Chiefs of the United

Tribes and the individual Chiefs yield

to Her Majesty the exclusive right of

Preemption over such lands as the proprietors

thereof may be disposed to alienate

at such prices may be agreed upon

between the respective Proprietors and

persons appointed by Her Majesty to

treat with them in that behalf.

Article the third

In consideration thereof Her Majesty

the Queen of England extends to the

Natives of New Zealand Her royal protection

and imparts to them all the Rights

and Privileges of British Subjects.

* Es handelt sich hier jeweils nur um

die 3 Artikel des Vertrages. Die Artikel

der Maori-Version stammen aus dem

Original-Text, der am 6. Februar 1840

in Waitangi unterzeichnet worden ist,

die der englischen Version aus dem im

April 1840 in Waikato unterzeichneten

Vertrag.

Te Tiriti o Waitangi

(Maori-Version)

Ko te tuatahi

Ko nga Rangatira o te wakaminenga

me nga Rangatira katoa hoki ki hai

i uru ki taua wakaminenga ka tuku

rawa atu ki te Kuini o Ingarangi ake

tonu atu – te Kawanatanga katoa o o

ratou wenua.

Ko te tuarua

Ko te Kuini o Ingarangi ka wakarite ka

wakaae ki nga Rangatira ki nga hapu

ki nga tangata katoa o Nu Tirani te

tino rangatiratanga o o ratou wenua

o ratou kainga me o ratou taonga

katoa. Otiia ko nga Rangatira o te

wakaminenga me nga Rangatira katoa

atu ka tuku ki te Kuini te hokonga o era

wahi wenua e pai ai te tangata nona te

wenua – ki te ritenga o te utu e wakaritea

ai e ratou ko te kai hoko e meatia

nei te Kuini hei kai hoko mona.

Ko te tuatoru

Hei wakaritenga mai hoki tenei mo te

wakaaetanga ki te Kawanatanga o te

Kuini – Ka tiakina e te Kuini o Ingarangi

nga tangata maori katoa o Nui

Tirani ka tukua ki a ratou nga tikanga

katoa rite tahi ki ana mea ki nga tangata

o Ingarangi.

Te Tiriti o Waitangi

(Übersetzung der Maori-Version)

The First

The chiefs of the Assembly, and all the

chiefs also who have not joined in that

Assembly, give up entirely to the Queen

of England for ever all the government

of their lands.

The Second

The Queen of England arranges and

agrees to give to the Chiefs, the Hapus,

and all the People of New Zealand, the

full chieftainship of their lands, their

settlements, and all their property.

But the Chiefs of the Assembly, and all

the other Chiefs, give to the Queen the

purchase of those pieces of land which

the proprietors of the land may wish,

for such payment as may be agreed

upon by them and the purchaser who

is now appointed by the Queen to be

her purchaser.

The Third

This is an arrangement for the consent

to the government of the Queen. The

Queen of England will protect all the

Maoris of New Zealand. All the rights

will be given to them the same as her

doings to the people of England.

* Die englische Übersetzung der Maori-

Version wurde im Jahre 1869 von Thomas

Edward Young, einem Übersetzer

des Native Department, angefertigt.

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Im 2. Artikel verspricht die Krone den Häuptlingen die

Aufrechterhaltung ihres rangatiratanga, der absoluten

Herrschaft über ihr Land. Dementsprechend kann kawanatanga

im 1. Artikel nur die Abtretung der Regierungsgewalt

an die britische Krone bedeutet haben, wenn man

es der Garantie von rangatiratanga im 2. Artikel gegenüberstellt.

Diese Garantie beinhaltet in der Maori-Version

whenua = „Land”, kaainga = „Dörfer” und taonga =

„alle heiligen Besitztümer”. Weiterhin erhält die Krone

im 2. Artikel das alleinige Vorkaufsrecht des Stammeslandes,

was den Häuptlingen angeblich als Schutz vor

betrügerischen Landspekulationen dienen sollte, wobei

tatsächlich aber die Idee eines Weiterverkaufs des billig

erworbenen Landes an die Siedler geplant war, um die

Kolonisierung zu finanzieren. In der Maori-Version hingegen

wird lediglich von Kaufrecht gesprochen, was die

eigentliche Absicht hinter dieser Klausel verschleiert,

nämlich, dass ausschließlich die Krone zum Kauf von Land

berechtigt war.

Hier erscheinen William Colensos Zweifel erneut berechtigt,

denn es hätte kein Häuptling unterzeichnet, wenn

ihm der Verzicht auf freien Verkauf seines eigenen Landes

klar gewesen wäre. Außerdem beinhaltete für die Maori

die Garantie rangatiratanga automatisch auch die Verfügungsgewalt

über ihr Land, und rangatiratanga bildet

zusammen mit mana die Souveränität der Maori. Als Gouverneur

Hobson nach der Vertragsunterzeichnung jedem

Häuptling die Hand reichte, äußerte er die geschichtsträchtigen

Worte „Wir sind nun ein Volk” (He iwi tahi

tatou), die im Kampf der Maori um Gleichberechtigung zu

einer Art Schlagworte wurden. Auf der englischen Version

des Vertrages jedoch beruht seither das Verhalten

der Pakeha als Machthaber gegenüber den Maori, die wiederum

davon überzeugt sind, dass sie die Souveränitätsrechte

in der von ihnen unterzeichneten Maori-Version

niemals übertragen haben.

Protest und urbanisierung der Maori

Die Maori verloren sehr schnell ihren Glauben an die Einhaltung

des Vertrages seitens der Pakeha, wie sie die Weißen

nennen, denn ihre Hoffnung auf eine gleichberechtigte Partnerschaft

erwies sich schon bald als Trugschluss. Der durch

den Native Land Act von 1867 gegründete Native Land Court

sah eine Umwandlung des gemeinschaftlichen Landbesitzes

der Maori in individuellen Besitz vor, sodass den Stämmen

die Basis ihrer Identität genommen wurde und die Stammesmitglieder

das ihnen zustehende Land ohne Zustimmung des

Häuptlings verkaufen konnten. So wurden die Maori einfache

Opfer für Betrüger. Der Maori Representation Act von 1867

hatte ihnen zwar vier Sitze im Parlament gewährt, die jedoch

bei einer Gesamtzahl von 70 Sitzen keine Auswirkungen auf

politische Entscheidungen haben konnten. Aufgrund ihres

prozentualen Anteils an der Bevölkerung hätten ihnen nicht

nur vier, sondern 20 Sitze zugestanden.

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Maori Maori

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Zahl der Maori

durch die bis 1881 andauernden Landkriege, eingeführte

Epidemien und Stammesfehden so drastisch gesunken,

dass die Theorie Darwins, dass eingeborene Völker durch

die europäische Kolonialpolitik zum Aussterben verurteilt

wären, sich scheinbar bewahrheiten sollte. Der Anteil der

Maori an der Bevölkerung betrug um 1900 nur noch sieben

Prozent und war mit 45.550 um die Hälfte gesunken;

sie besaßen nur noch ein Sechstel des Landes, meist abgelegenes,

unfruchtbares Buschland.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Urbanisierung der

Maori begann, zeigte sich, dass die angebliche Gleichberechtigung

zwischen Pakeha und Maori auf der Tatsache

beruhte, dass bis dahin 90 Prozent der Maori völlig isoliert

von den Pakeha unter sehr schlechten Lebensbedingungen

auf dem Land lebten. Nachdem die Maori im Zweiten Weltkrieg

ihr kriegerisches Können unter Beweis gestellt hatten,

begann ihr Selbstwertgefühl zu steigen, und insbesondere

die heimgekehrten Soldaten verspürten den Wunsch

auf Verbesserung ihres Lebensstandards. Aus der Abwanderung

in die Städte resultierte ein sozioökonomischer Anpassungsprozess

der Maori an das europäische Leben, das eine

Gesellschaftsstruktur aufwies, die erheblich von dem Kollektivbewusstsein

der Maori abwich, und die Maori wurden

zur „brown underclass” Neuseelands. Eine große Furcht vor

dem Verlust der Maori-Identität wurde in den 1960er-Jahren

durch eine Ausarbeitung ausgelöst, in der eine endgültige

Verschmelzung beider ethnischer Gruppen durch zunehmende

Mischehen prognostiziert wurde, sodass es bald nur

noch Pakeha gäbe, „some more brown than others”.

In den 1970er-Jahren lebten 75 Prozent der Maori Bevölkerung

in den Städten, die meisten lebten von ungelernter

Arbeit oder waren arbeitslos. Petitionen zur Vertreibung der

Maori aus bestimmten Wohngegenden waren an der Tagesordnung

und basieren auf der klischeehaften Annahme, dass

durch die Anwesenheit von Maori der Wert des Grundbesitzes

geschmälert würde. Die Kriminalitätsrate war besonders

unter den Jugendlichen sehr hoch, da sie ihren Identitätsverlust

durch Gründung von Banden kompensierten.

Viele Maori schlossen sich zu Widerstandsgruppen zusammen,

die sich durch Demonstrationen und illegale Landbesetzungen

Gehör verschaffen wollten. In den Städten erfolgte

eine Wiederbelebung der Maori-Kultur durch die Gründung

von städtischen marae, in denen die Maori ihre Identität

wiederfanden und durch die die Schnitz- und Flechtkunst

erhalten blieb. Durch die Benachteiligung der Maori im Bildungs-

und Gesundheitswesen sowie im Wohnungswesen

wurde immer deutlicher, dass eine große soziale Kluft zwischen

den beiden ethnischen Gruppen bestand.

Das Waitangi Tribunal

1975 reagierte die Regierung mit der Gründung des Waitangi

Tribunal durch den Treaty of Waitangi Act auf die



unaufhörlichen Protestaktionen der Maori. Dieser Ausschuss

sollte als eine Art unabhängiger Untersuchungsausschuss

der Anhörung der Klagen der Maori und ihrer Untersuchung

im Hinblick auf den Vertrag von Waitangi sowie

der heutigen Situation dienen. Es bestand eine Verpflichtung,

beide Versionen des Vertrages im Sinne der eigentlichen

Aussage zu berücksichtigen. 1985 wurde die auf

Fälle nach 1975 begrenzte Zuständigkeit des Ausschusses

durch den Treaty of Waitangi Amendment Act rückwirkend

bis 1840 erweitert.

Ursprünglich nur als symbolische Reaktion seitens der

Regierung gedacht, entwickelte sich das Waitangi Tribunal

zu einer wichtigen Instanz für Maori-Klagen gegen die

britische Krone und brachte viele sozio-kulturelle Verstöße

der Vergangenheit ans Tageslicht. Die meisten Fälle, die

seitdem behandelt worden sind, gelten Fragen der Eigentumsverhältnisse

von Land und Fischgründen sowie der

Eigenständigkeit der Maori-Kultur im Hinblick auf Sprache

und Traditionen. Einer der spektakulärsten Fälle war

die Klage des Ngai-Tahu-Stammes der Südinsel im Jahre

1988, dem die Krone zwischen 1840 und 1864 die gesamte

Südinsel zu einem Preis von 39.000 Pfund abgekauft hatte,

wodurch die Maori sozial und wirtschaftlich ruiniert wurden.

Dieser Fall wurde 1997 durch eine Schadensersatzleistung

der Regierung in Höhe von fast 100 Millionen €,

einer öffentlichen Entschuldigung und der Rückgabe von

Fischereigründen und touristisch wertvollen Gebieten

zum Abschluss gebracht. Der zugrunde liegende Vertrag

umfasst 1.800 Seiten.

Im Rahmen des Te-Reo-Maori-Gutachtens wurde durch den

„Maori Language Act” von 1987 das Maori (Te Reo Maori)

offiziell als zweite Landessprache anerkannt. Hier wurde

eine Klausel des Treaty of Waitangi erfüllt, denn die Sprache

der Maori ist Bestandteil des taonga, ihrer im 2. Artikel




garantierten, heiligen Besitztümer. Mit dem ebenfalls 1987

verabschiedeten, durch das Rundfunk- und Fernsehgutachten

ausgelösten Radio Broadcasting Act wurde eine Art

Kontrollsystem über das Maori in Fernsehen und Rundfunk

eingerichtet, das den Erhalt der Sprache und besonders die

korrekte Aussprache sichern sollte. Dem Orakei-Gutachten

von 1988 lagen Landbesetzungen in Aucklands exklusivem

Vorort Orakei durch den Ngati-Whatua-Stamm zugrunde,

die Vertragsverstöße durch unrechtmäßige Landenteignungen

anklagen sollten. Dieses Gutachten erforderte eine

Untersuchung der Vergangenheit dieses Landstückes, die

eine über 100-seitige Ausarbeitung ergab. Da ein Großteil

des Landes schon vor langer Zeit in Privateigentum übergegangen

war, wurden beispielsweise öffentliche Erholungsgebiete

unter der Bedingung treuhänderisch an die

Maori zurückgegeben, dass die bisherige Funktion beibehalten

würde.

Durch Entschädigungen und Rückerstattungen wird das

mana der Maori-Stämme wiederhergestellt und sie erhalten

die nötigen Geldmittel für eine Existenz im Sinne von

rangatiratanga und eine Teilnahme am nationalen Wirtschaftsgeschehen.

So ist es nicht nur eine Rückgabe dessen,

was man nicht hätte nehmen dürfen, sondern der

Versuch, den Stämmen eine entsprechende Stellung zu

verleihen, als ob die Krone ihr rangatiratanga und ihre

Eigentumsrechte wie versprochen anerkannt hätte. Als

sich jedoch Königin Elisabeth II bei Ihrem Besuch in Neuseeland

im November 1995 bei den Maori offiziell für vergangenes

Unrecht entschuldigte, waren die Reaktionen

der britischen Presse von Empörung gekennzeichnet, und

es wurden Vergleiche gezogen mit einer Forderung nach

einer Entschuldigung der Briten angelsächsischer Abstammung

bei den Walisern, den Nachkommen der Kelten, die

einst von Angeln, Sachsen und Juten um ihr Land beraubt

worden waren. (Dagmar Sturm-Gussone)

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Gina Sanders – eine der

führenden Sopranistinnen

in Neuseeland

Die aus der Provinzstadt Ness Valley, südlich von Auckland

auf der Nordinsel Neuseelands stammende Künstlerin

gehört heute neben Kiri Te Kanawa zu den beiden führenden

Sopranistinnen Neuseelands.

Gina Sanders Potenzial in der Stimme wurde bereits von

ihrer Musiklehrerin an der Highschool in Auckland entdeckt,

die den Eltern des damals 14-jährigen talentierten

Mädchens dringend zu professionellem Gesangsunterricht

riet. Gina Sanders, damals eher schüchtern und introvertiert,

brach den Unterricht bereits nach fünf Wochen ab und

zog es vor, für sich alleine zu singen und gelegentlich in

Pubs aufzutreten.

Erst während des Studiums der Musikgeschichte und Komposition

an der Universität Auckland wurde die junge Hobby-Künstlerin,

die sich aus Freude am Gesang dem Universitätschor

angeschlossen hatte, vom Direktor der Universität

Auckland, Prof. Peter Godfrey, entdeckt. Er war es, der ihr

zunächst ein Stipendium (The Walter Kirby Singing Scholarship)

verschaffte und sie dann von Neuseelands führender

Gesangslehrerin, Beatrice Webster, ausbilden ließ.

Nach Abschluss ihres Musikstudiums an den Universitäten

Auckland und Queensland (Australien) führte sie 1986

ein Stipendium der Rotary Gesellschaft nach Deutschland,

wo sie zwei Jahre lang an der Musikhochschule Stuttgart

Gesang studierte. Berühmte Lehrer wie Prof. Sylvia Gestzy,

Dr. Susan Wenkus und Prof. Uta Kutter prägten die Stimme

der jungen Künstlerin vom anderen Ende der Welt.

Zunächst wirkte sie bei vielen Festivals in Australien und

Neuseeland mit, gefolgt von Liederabenden in Singapur,

Taiwan, London und Stuttgart. In Australien machte sie Studioaufnahmen

für das Radio. Im Jahr 2001 sang sie beim

Weltmeisterschaftsfinale der Squash Frauen in Melbourne

(Australien) die Nationalhymnen Neuseelands und Australiens,

sowie Händels „Solomon“ in Auckland.

Mit ihrem Repertoir von über 20 Rollen arbeitete sie bereits

in den größten neuseeländischen Opernhäusern und sang

Haupt- und Titelrollen in den Opern La Traviata, Don Pasquale,

Carmen, Gianni Schicchi und in den Operetten Die

Lustige Witwe und The Kiss oder Recitals in St. Martin in

the Fields und St. James in London. Der Durchbruch gelang

ihr jedoch, als sie bei der Oper von Neuseeland für die

berühmte Diva Kiri Te Kanawa in der Rolle der Mimi in„La

Bohème“ einspringen konnte.

Gina Sanders ist eine vielseitige Künstlerin. Sie begeistert

ihr Publikum nicht nur auf den Bühnen der Welt, sondern

widmet sich auch der Förderung junger Talente, indem sie

78 05 | 2009 © 360° Neuseeland

People People

ihr Können dem von ihr 1997 gegründeten Chor „Valley

Voices“ weitergibt. Einige ihrer Schüler erhielten Engagements

beim Musical „Les Miserables“ in Auckland, der Chor

gewann bereits einige wichtige nationale Wettbewerbe.

Die Künstlerin kommt auch immer wieder hautnah mit ihrem

Publikum und ihren Wurzeln in Deutschland in Kontakt. Auftritte

im historischen Wilhelma-Theater und in der Liederhalle

Stuttgart sowie mit dem Philharmonischen Orchester

in Reutlingen zeigen, wie sehr auch Deutschland bei ihr Spuren

hinterlassen hat. Im Konzertjahr 2009 wird Gina Sanders

auf ihrer Konzertreise mit einen genreübergreifenden Programm

auf der nördlichen Halbkugel neben Jersey, Rom,

Parma, Hamburg und Paris auch in Stuttgart halt machen.

Dabei wird sie unter anderem auch ihre Reihe „Theater im

Restaurant“ fortsetzen und im Kulturcafe „Die Waage“ in

Stuttgart hautnah für ihr Publikum zu hören sein.

Weitere Informationen unter www.ginasanders.net

Gina Sanders

Konzert in Stuttgart, Schillerplatz

Gina Sanders im Interview

360°: Gina Sanders, Sie sind als neuseeländische Sopranistin

Mitglied der Deutsch-Neuseeländischen Gesellschaft

e. V. Was hat Sie zu dieser Mitgliedschaft bewogen?

Gina Sanders: Ich habe langjährige und tiefe Verbindungen

zu Deutschland und möchte durch meine Mitgliedschaft in

der Gesellschaft die künstlerische und musische Völkerverbindung

beider Länder unterstützen. Meine Kunst soll eine

Brücke zwischen den Menschen beider Länder sein.

360°: In Ihrem Gesangsrepertoire finden sich auffallend

viele in deutscher Sprache gesungene Lieder, und Sie sprechen

fließend deutsch. Wie haben Sie diese ausgezeichneten

Sprachkenntnisse erworben?

G. S.: Nach meinen Bachelor-Abschlüssen in Auckland und

Queensland (Australien) habe ich noch einen Bachelor of Arts

(in Sprachen) absolviert, bei dem mein Hauptfach „Deutsch”

war. Die Sprache gefiel mir so gut, dass ich unbedingt nach

Deutschland wollte, um Liedgesang zu studieren.

360°: Wie kam es zu einem Studium ausgerechnet in

Deutschland und nicht in einem muttersprachlichen Land?

G. S.: Auf dem Klavier spielte ich schon immer gerne die Klassiker

von Mozart, Beethoven und Bach. Schubert begeisterte

mich schon immer. Deutsch ist für mich die Mutter des

Gesangs. Ich bemühte mich um ein Stipendium, und Rotary

erschien mir am interessantesten. Ich hatte Glück, da nur drei

Studenten diese Möglichkeit pro Jahr bekommen, und ich war

so 1986 die erste Musikerin Neuseelands, die ein sogenanntes

Rotary / International Graduate Scholarship erhielt.

360°: Wohin führte Sie Ihr Auslandsstudium in Deutschland?

G. S.: Deutschland war für mich unendlich weit weg und

fremd. Ich habe mich auf Empfehlungen meiner Professoren

verlassen, die mir die Musikhochschule in Stuttgart und seine

hervorragende, damals ganz neue Opernschule vorschlugen.

360°: Was haben Sie sich von Stuttgart erwartet und wurden

Ihre Erwartungen erfüllt?

G. S.: Für mich war Neuseeland wie ein kleiner Probenraum,

den ich in Stuttgart als große Musikbühne erwartete. Ich war

voller Aufregung und hoffnungsvoller Vorfreude, in die große,

wahre Musikwelt eintauchen zu können. Zunächst einmal

erwartete mich aber auch großes Heimweh. Ich kam damals

aus Ness Valley, einer Kleinstadt auf der Nordinsel, aus der

man ohne Auto nicht in die nächst größere Stadt kommen

kann, und fühlte mich sehr verloren. Auch hatte ich anfangs

mit der im Vergleich zu Neuseeland etwas verschlossenen Art

der Deutschen zu kämpfen. Dann habe ich aber mit meinen

damals 25 Jahren schnell Freundschaften geschlossen.

360°: Hat Deutschland Ihre musikalischen Erwartungen erfüllt?

G. S.: Ich hatte wirklich großes Glück und konnte mich bei

Gesangslehrern wie Prof. Sylvia Gestzy, Dr. Susan Wenkus,

Prof. Uta Kutter und den damaligen Direktor der Musikhoch-

Eva Hötzel im Interview mit der Künstlerin

schule Stuttgart, Konrad Richter, gesangssprachlich, stimmlich

und künstlerisch weiter entwickeln.

360°: Bestehen auch Kontakt zu damaligen Kommilitonen

und Lehrern?

G. S.: Ja, Stephanie Field-Duemling, die in Stuttgart bei den

VocalSolisten gesungen und nun ein Early English Studio

gegründet hat. Seit 2008 bin ich auch wieder mit Fr. Prof.

Uta Kutter in Kontakt, und wir planen ein gemeinsames Projekt

mit Dr. Susan Wenkus. Kerry Taliafero, der damalige

Direktor der Opernschule, besucht seit 2003 fast alle meine

Konzerte in Stuttgart.

360°: Sie sind nach Ihrem Studium zurück nach Neuseeland

gegangen? Warum haben Sie nicht in Europa eine Gesangskarriere

begonnen?

G. S.: Ich wäre sehr gerne in Deutschland geblieben. Voraussetzung

meines damaligen Stipendiums war jedoch, dass

ich mich verpflichten musste, nach dem Studium für mindestens

zwei Jahre wieder nach Neuseeland zurückzukehren,

um dort das vermittelte Wissen weiterzugeben.

360°: Es gab eine lange Pause, in der Sie in Europa und in

Deutschland nicht mehr zu hören waren. Sie sind erstmals

wieder 2003 zurück gekommen. Was war der Grund dafür?

G. S.: Die Familie, die mir alles bedeutet. Ich bekam zwei wunderbare

musikalische Söhne, denen ich mich als Mutter voll

widmen wollte. Erst als mein jüngster Sohn zehn Jahre alt war,

war ich innerlich bereit, die Kinder für mehrere Wochen in die

Obhut der Familie zu geben und wieder auf Konzertreise zu

gehen. Nach Stuttgart komme ich immer wieder gerne, weil

ich auch den Kontakt zu der Familie Viggiani, die mir damals

wichtige erste Anlaufstation war, nie verloren habe.

360°: Was sind Ihre weiteren Pläne?

G. S.: Seit 2003 war ich, mit Ausnahme von 2006, einmal

jährlich in Stuttgart, um Konzerte und Workshops zu geben.

Inzwischen habe ich eine Agentur. Durch mein Konzert im

Weißen Saal im Schloss in Stuttgart lernte ich Mark Durst

und Bettina Röser von Mars Management kennen, mit denen

ich seit 2007 Konzerte in Stuttgart gebe.

360°: Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer musikalischen

Laufbahn und freue mich auf Ihren nächsten Auftritt

in Deutschland. Vielen Dank für das interessante Interview.

Das Interview führte Eva Hötzel, Präsidentin der Deutsch-

Neuseeländischen Gesellschaft e. V.

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Best of Communities Best of Communities

Kleines Fotorätsel „Der Herr der Ringe“

(XING-Gruppe New Zealand Fans, www.xing.com/net/newzealand)

Im deutschsprachigen Raum gibt es einige Dis-

kussionsforen und Communities, die sich mit Neuseeland

beschäftigen. 360° Neuseeland beobachtet

eine Vielzahl der Communities und veröffentlicht

daraus interessante Diskussionsbeiträge.

Haben Sie einen interessantes Thema in einer

deutschsprachigen Community entdeckt?

Teilen Sie uns dies unter redaktion@360grad-

medien.de mit.

Steffen Bauer: Eine Motivation, die mega-lange Reise

rund um den Globus zu machen, ist für viele natürlich die

„Der Herr der Ringe“-Trilogie. So auch bei mir. Für meine

Bekannten habe ich damals als kleines Rätsel zwölf meiner

Fotos von Orten zusammengestellt, wo Szenen aus „Der

Herr der Ringe“ gedreht wurden. Ich habe die Bilder heute

von meiner Festplatte wieder hervorgeholt, und bei flickr

reingestellt: www.flickr.com/photos/26430557@N02/sets/

72157619177190632/detail

Wer Lust hat, ein bisschen zu rätseln: Was für Szenen wurden

da gedreht bzw. was aus den Filmen ist zu erkennen?

Manche dürften sofort zu erkennen sein, bei anderen könnte

es kniffliger werden. Speziell Nr. 12 ist eine ganz harte Nuss.

Viel Spaß! Lösung folgt natürlich demnächst.

Antwort 1: Hallo Steffen, Ok, die Bilder 1 – 10 habe ich. Bei

11 und 12 muss ich leider passen. Ich rate einfach mal: die

Wälder Lothloriens?

Steffen Bauer: Hallo, zu 11 und 12: Leider nein, da wurden

andere Szenen gedreht.

Ein Tipp zu 11: Das Foto habe ich fast exakt an der gleichen

Stelle und Aufnahmerichtung aufgenommen wie die

entsprechende Szene im Film. Und im Film wurden im Studio

dann im Hintergrund gleich zwei sehr große Dinge

hineingeschnitten.

Zu 12: Da wurden sämtliche Kulissen usw. vollständig und

komplett abgebaut (wie an fast allen Drehorten, das war

wohl eine der strikten Vorgaben vom Department of Conservation).

An der Stelle erinnern nur noch Schautafeln an

den Drehort.

Antwort 2: Sorry, muss passen. Spontan würde ich jetzt

Bruchtal oder Fangorn tippen. Ist aber wahrscheinlich auch

falsch *gg*

Antwort 3: Nr. 11 könnten die Gärten von Isengard sein?

P. S.: Tolle Fotos!

Steffen Bauer: Ja, exakt! Ich würde zu gerne Screenshots

aus den Filmen zum Vergleich ins Netz stellen, aber ich

fürchte, dass ich dann sofort in Teufels Küche komme (Copyright

und so...). Aufgenommen habe ich das Bild im ‚Harcourt

Park‘, etwas nördlich von Wellington gelegen. Koordinaten

S41 06.069‘ E175 05.644‘.

Genau die gleiche Kameraeinstellung ist die Szene, als

Gandalf mit Saruman diskutierend durch die Gärten von

Isengard läuft. Im Hintergrund sieht man allerdings im

Film noch:

a) Die ‚Remarkables‘ als Gebirgszug (die in Wirklichkeit auf

der Südinsel sind, mehrere 100 Kilometer entfernt)

b) Den Turm von Isengard (der in Wirklichkeit nur ein

kleines Modell ist).

Im Harcourt Park wurde übrigens auch die Szene gedreht,

wo die Orcs die Bäume von Isengard fällen. Würde mich

interessieren, was ihr sonst noch erkannt habt?

Antwort 4: Also Foto Nummer 12 konnte ich nicht zuordnen.

Bekommen wir irgendwann die Auflösung ;-)

Steffen Bauer: Ok, dann hier die Auflösung. Ich hoffe, es hat

allen etwas Spaß gemacht!

01. Das sollte das am einfachsten zu erkennende Bild sein.

Die sheep farm grounds der Alexander family, in Matamata,

Nordinsel, diente als Drehort für HOBBITON. Das

Bild ist direkt vor Bilbos Haus aufgenommen, an der

Stelle, wo abends Bilbo mit Gandalf zusammen noch ein

Pfeifchen schmaucht.

02. Twelve mile stream am Lake Wakatipu, Nähe Queenstown,

Südinsel. Hier wurde die Szene in ITHILIEN

gedreht, wo Frodo, Sam und Gollum den Kriegzug mit

den Oliphanten beobachten (und wo Sam direkt vorher

schier an Gollums kulinarischen Gepflogenheiten

verzweifelt).

03. Kleines Wäldchen in der Nähe der Mavora Lakes, Südinsel.

FANGORN FOREST. Hier finden Aragon, Gimli und

Legolas den Scheiterhaufen mit den erschlagenen Orcs,

und hier legt Aragon eine Leistung im Spurenlesen hin,

die sowohl Winnetou wie Sherlock Holmes hätte alt aussehen

lassen.

80 05 | 2009 © 360° Neuseeland

04. Nur wenige Kilometer weiter nördlich, North Mavora

Lake. NEN HITHOEL. (Sindarin ‚See des nebligen Wassers‘).

Genau an der Stelle aufgenommen, wo Frodo

und Sam die Gemeinschaft verlassen, und alleine weiter

Richtung Mordor ziehen.

05. Kawarau River, Nähe Arrowtown/Queenstown, Südinsel.

Hier ist der Ort, wo zum allerersten Mal Bungeejumping

kommerziell angeboten wurde (AJ Hacketts‘ Bungee).

Im Film diente dies als RIVER ANDUIN, und zwar die

ARGONATH (‚Pillars of the Kings‘).

06. Mount Ngauruhoe, einer der aktiven Vulkane im Tongariro

National Park, wohl sofort erkennbar als MOUNT

DOOM.

07. Mitten in Wellington liegt das kleine Park- und Waldgebiet

auf Mount Victoria. Man glaubt es nicht, aber

mitten in der Stadt wurden einige Szenen aus THE

SHIRE gedreht.

Genau hier gingen die Filmarbeiten zu „Der Herr der

Ringe“ los: Die allererste Szene, die aufgenommen

wurde, war unter anderem die, als die vier Hobbits sich

vor dem Nazgul verstecken. Das ist die Baumwurzel,

unter den unsere Hobbits sich flüchteten.

08. Auf Mount Ruapehu, dem größten der Vulkane des Tongariro

National Park, am Wakapapa Ski Field. MOR-

DOR. Am Felsen in der Mitte des Bildes wurde die Szene

gedreht, wo Isildur in einem letzten Verzweiflungsschlag

Sauron den Ring von der Hand abschlägt.

09. Rangitikei River Gorge, Nordinsel. Auch hier RIVER

ANDUIN. Und auch hier kann man Bungeejumpen.

Irgendwie scheinen die Kiwis sich sofort herunterzustürzen

zu wollen, sobald es mal mehr als ein paar Meter

steil runtergeht.

10. Die Tawhai Falls auf halber Höhe am Mount Ruapehu.

Schöner kleiner Spaziergang, durch eine nach Honig

duftende Blütenlandschaft, und man steht am HEN-

NETH ANNUN, der geheime Stützpunkt der Waldläufer

Ithiliens. Hier wäscht Gollum einen Fisch im verbotenen

Pool, und Faramir stellt Frodo vor die Frage, ob er Gollum

töten lassen solle oder nicht.

Der Schauspieler (Andy Serkins), der das Basismaterial

für die Gollum-Animation lieferte, musste hier unzählige

Male die Szene im eiskalten Wasser spielen, weil Peter

Jackson einfach nicht zufrieden war. Der arme Mensch

muss am Ende des Aufnahmetages vollkommen durchgefroren

gewesen sein.

11. Wie schon verraten, das ist Harcourt Park, Upper Hutt,

etwas nördlich von Wellington. Drehort der ISENGARD

GARDENS.

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12. Da tue ich mich bis heute schwer, irgendetwas aus den

Filmen wiederzuerkennen. Ich habe die Szenen vor- und

zurückgespult, keine Chance. Das ist der Kaitoke Regional

Park, nur wenige Kilometer von Harcourt Park entfernt,

und hier wurde RIVENDELL (Bruchtal) gedreht.

Inzwischen erinnern nur noch Schautafeln daran.

Erstaunlich, wie sehr Kulissen und Computernachbearbeitung

die Stimmung einer Landschaft verändern können.

Auf Mittelerde würde ein Ritt von Isengard nach

Rivendell Tage dauern. Mit dem Auto schafft man es in

weniger als einer Stunde...

Antwort 5: Also auf Bruchtal wäre ich nie gekommen! Vielen

Dank noch für die Fotos und das nette Rätsel.

Steffen Bauer: Wer es noch nicht kennt: Eine sehr stilvolle

Karte der Drehorte, im Stil eines Pergaments (Achtung,

großes Bild, fast 3 MB): http://mappery.com/maps/New-Zealand-Lord-ofRings-Tourist-map.

Und sogar das Department

of Conservation selbst hat auf ihrer Webseite eine Liste der

Drehorte, zusammen mit GPS-Koordinaten: www.doc.govt.

nz/parks-and-recreation/places-to-visit/lord-of-the-ringslocations

Eine kleine Episode am Rande: Wir standen mitten im Nirgendwo,

auf dem Weg zu Fangorn Forest, kein Mensch sonst

weit und breit, hatten gerade die Wanderstiefel ausgepackt

und das GPS bereitgemacht ... Da sahen wir aus der Ferne

eine Staubwolke näherkommen (die gravel roads sind ganz

schön staubig). Direkt vor unserer Nase hielt eine Koreanerin

an, und hat uns gefragt, ob hier irgendwo der Fangorn

Forest in der Nähe sei...

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© 360° Neuseeland 05 | 2009 81


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Camping Card in Neuseeland

(DAS Neuseeland-Forum,

www.neuseelandforum.net)

Frage: Hallo liebe Neuseeland-Fans, wir fliegen Ende

November für fünf Wochen nach Neuseeland und haben

29 Tage lang ein Vier-Bett Wohnmobil. Man kann zwar in

Neuseeland überall Campen und mit dem Wohnmobil frei

parken, aber dennoch interessiert es uns, wie die Preise auf

den Campingplätzen sind. Wir müssen ja doch auch ab und

zu mal dort was erledigen.

Weiß jemand, ob es sowas wie eine Camping-Card gibt,

mit der man vergünstigt auf die Campingplätze kommt?

Oder zahlt man einfach dann immer wenn man einen Campingplatz

nutzen will? Hat da jemand schon Erfahrungen

gemacht? Über Infos freue ich mich!

Antwort 1: Hi, schau mal hier vorbei: www.nzcamping.co.nz

und www.familyparks.co.nz

Bei Top10 gibt eine Campingcard: www.top10.co.nz; sind

preislich oft die teuersten Plätze, aber mit durchweg hohem

Standard.

Dann gibt es noch einfache und preiswerte Campgrounds

vom DOC, die allerdings meist nur den Luxus einer Toilette

und eines Wasserhahnes bieten, dafür mit sehr schönen

Lagen. www.doc.govt.nz

Antwort 2: Hallo, die „Club Card“ der Top 10 Holiday Parks

kostet 40 NZ$ und bringt einen Preisnachlass von 10% pro

Übernachtung. Bei einer „powered Site“ für Wohnmobile

sind das ca. 4 NZ$ pro Nacht. Wir haben im November 2008

in „Self Contained Units“ auf den Top 10 Parks übernachtet

und mit der „Club Card“ ca. 260 NZ$ gespart (21 Übernachtungen).

Viele Grüße und viel Spaß in Neuseeland!

Antwort 3: Das ist nicht ganz korrekt, dass man überall frei

Campen darf. Da gibt es in jedem Council unterschiedliche

Regelungen. Generell sollte man nicht in der Nähe (Sichtweite)

von Campingplätzen, Städten oder auch Siedlungen

campen, wenn man keinen Ärger möchte.

Eine andere Möglichkeit, die ich neben der Top10-Clubkarte

genutzt habe, war der Club von „Native Parks“.

www.nativeparks.co.nz

Da zahlst du einmalig 70 NZ$ und bekommst dann ein Heftchen

mit der Post zugeschickt, in dem eine Menge von kleinen

Unternehmen, Restaurants, Winzern oder ähnlichem

aufgelistet sind. Bei denen kannst du dann mit deinem Campervan

auf privatem Boden kostenlos übernachten. Natür-

Best of Communities Books & DVDs

Screenshot www.neuseelandforum.net

lich nach vorheriger Absprache und wenn es noch Platz gibt,

bzw. dein Camper dort von der Größe her auf den Hof passt.

Oft gibt es dort sogar Frischwasser und eine Toilette und das

Ganze hat den Vorteil, dass man intensiver mit den Kiwis in

Kontakt kommt.

Es besteht keine Verpflichtung bei den Unternehmen dann

irgendwas zu kaufen, aber ich gehe davon aus, dass es natürlich

deren Erwartung ist, dass sie hier und da ein bisschen

zusätzlichen Umsatz machen und vielleicht ihr Geschäft

dadurch bei den Touristen bekannter wird.

In dem Heftchen steht auch noch, wie die Regelungen in den

jeweiligen Bezirken sind, was das wilde Campen angeht,

und man findet eine Liste von Dumpstations, falls einem die

Brühe mal bis zum oberen Rand steht.

Ich habe zwar nur einige wenige Male diese Campingmöglichkeit

genutzt, aber gerade wenn man mal nicht bis zum

Abend das angestrebte Ziel auf einem der großen Campingplätze

erreichen kann, war es ganz hilfreich noch eine Alternative

zu haben und ich habe auch sehr nette Leute kennen

gelernt auf diesem Wege.

Zu der Top10 Club-Karte kann ich aber trotzdem raten.

Letztes Jahr jedenfalls bekam man damit beim Interislander

auch noch einen satten Rabatt für die Überfahrt über die

Cook Strait. Wenn man also mit dem Camper nicht nur eine

Insel bereisen will, rechnet sich die Clubkarte schon bevor

man überhaupt den ersten Campingplatz angesteuert hat.

Die Clubkartennummer brauchte man aber schon bei der

Buchung bei Interislander, also rechtzeitig bestellen bzw.

gleich nachfragen, wie die Nummer sein wird (das Kärtchen

kommt auch per Post)!

Noch ein Tipp ist, bei Hostels oder B & Bs nachzufragen, ob

man bei denen auf dem Hof übernachten darf. Oft ist das

kein Problem und man darf für wenige Dollars morgens die

Duschen und Toiletten mitbenutzen.

Grüße und einen tollen Urlaub!

82 05 | 2009 © 360° Neuseeland

Für immer Neuseeland

Wer für immer nach Neuseeland will, der braucht einen Ratgeber,

„Der Hahn“ ist es in zweifacher Hinsicht. Zum einen

ist Peter Hahn Auswandererberater und Rechts anwalt in

Neuseeland und hat bereits einer Vielzahl von Auswanderern

geholfen, „ihren“ Weg zu finden, dauerhaft an das

„Schönste Ende der Welt“ zu kommen. Zum anderen ist

„Der Hahn“ bereits in der zweiten Auflage, die frisch auf den

Markt gekommen ist, zu einem Standardwerk geworden. Zu

einem Standardwerk für alle, die zumindest mit dem Gedanken

spielen, nach Neuseeland auszuwandern.

Mit seinem Buch möchte Peter Hahn weder Deutsche aus

ihrer Heimat weg locken noch Neuseeland als Paradies auf

Erden anpreisen. Er will im Idealfall den Einwanderer zum

Schmied seines eigenen Glücks machen. „Für immer Neuseeland

ist entsprechend dem typischen Ablauf einer Auswanderung

aufgeteilt in drei Abschnitte: Der Traum, Der Weg

und Das Ziel. Ein entscheidender Mehrwert dieses Buches

sind die vielfältigen Praxisbeispiele, die sich durch alle Themenbereiche

ziehen und die zum Teil schwierige Materie

mit lebensnahen Fällen erläutern. Im ersten Abschnitt – Der

Traum – wird vor allem der Entscheidungsprozess der Auswanderung

unter die Lupe genommen. „Macht Neuseeland

Sinn für mich?“ ist die Frage, die hier im Vordergrund steht.

Neben der Lebensqualität spielt oft die berufliche Entwicklung

eine große Rolle. Hier zeigt Peter Hahn direkt im ersten

Abschnitt auf, in welchen Berufsfeldern eine Auswanderung

erfolgversprechend ist. Zum Abschluss geht der Autor auch

noch auf das Thema „Startkapital“ ein.

Der Inhaltliche Schwerpunkt des Buches liegt aber vor allem

auf dem Weg nach Neuseeland. Zunächst werden das Einwanderungsrecht

und die Formalitäten im Detail unter die

Lupe genommen. Was ist die Skilled Migrant Category, was

sind die Grundprinzipien des Punktesystems, welche Anforderungen

werden an die Sprachkenntnisse gelegt und wie

sieht der Gesundheitstest aus? Ausführlich stellt Peter Hahn

zum Abschluss des Kapitels unterschiedliche Einwanderungsstrategien

dar und bereitet sorgfältig auf den Umzug

vor. Auch dem letzten und entscheidenden Abschnitt einer

Auswanderung, dem Start in der neuen Heimat, wird ein ausführlicher

Abschnitt gewidmet. Jobsuche (sofern ein Arbeitsverhältnis

nicht bereits vor der Auswanderung vereinbart

worden ist), Wohnen, Autokauf, Steuern und Geldanlage stehen

dabei im Mittelpunkt. Am Ende ist das Werk mit dieser

umfangreichen, praxisnahen und verständlichen Rundumdarstellung

des Themas Auswanderung nach Neuseeland

noch nicht. Zur Abrundung finden sich am Ende noch sechs

unterschiedliche, interessante und sehr lesenswerte Einwan-

dererportraits, die von der nach Neuseeland ausgewanderten

Journalistin Anja Schönborn geschrieben worden sind. Peter

Hahn hat mit „Für immer Neuseeland“ ein Werk verfasst, das

jedem, der mit dem Gedanken spielt, nach Neuseeland auszuwandern,

wärmstens empfohlen werden kann. (AW)

Als das Meer verschwand

Peter Hahn

Für immer Neuseeland

Erfolgreich auswandern. Fakten,

Tipps & Beispiele aus der Praxis.

MANA-Verlag, Berlin

2., aktualisierte Auflage 2009,

271 S., Hardcover, 29,80 €,

ISBN 978-3-934031-77-7

Ein poetischer Titel für eine feinfühlige und doch schwierige

Familiengeschichte, die auf Neuseelands Südinsel spielt.

Der Kriegsfotograf Paul (Matthew Macfayden) kommt nach

langer Zeit zur Beerdigung seines Vaters nach Hause. Er

wird mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen, trifft seinen

Bruder und seine alte Jugendliebe wieder und erlebt

Emotionen, die er all die Jahre verdrängt hatte. Celia, die

16-jährige Tochter seiner Ex-Freundin, wird zu seiner Weggefährtin.

Nicht als Paar, sondern als Seelenverwandte mit

dem Hang zur Einsamkeit, zu tiefsinnigen Gedanken und

dem Drang, aus gewohnten Mustern auszubrechen.

Der Film handelt von einer verworrenen Familiengeschichte,

unaufgeregt, aber sehr spannend erzählt und gar nicht zu

vergleichen mit amerikanischen Action-Filmen. Sie wird

poetisch, direkt, einfühlsam und doch brutal erzählt, wobei

die Auflösung am Schluss sehr überraschend ist. Die wunderschöne

Landschaft Neuseelands rundet den Film ab –

keine „leichte Kost“, aber sehr zu empfehlen, da er sich von

der Masse abhebt. (Christiane Haase)

Als das Meer verschwand

(My Father’s Den)

DVD, 122 Minuten

Pinboard

© 360° Neuseeland 05 | 2009 83


Congratulations 1 Jahr

Glückwünsche zum

einjährigen Jubiläum

von 360° Neuseeland

» Herzlichen Glückwunsch!

Rundum gute Perspektiven

auch für die kommenden

Jahre wünsche ich 360°

Neuseeland. «

Frank Bender von

www.MagicBluePlanet.com

Filmproduktion

» Glückwunsch! Euer Ma -

gazin 360°Neuseeland be -

weist, dass man mit einer

guten Idee und einer tollen,

professionellen Umsetzung

immer noch im Zeitschriftenmarkt

herausstechen kann.

Eure ganze Arbeit hat sich

gelohnt, wir möchten Eurer informatives und toll gemachtes

Magazin nicht mehr missen. Wenn wir schon selbst nicht in

Neuseeland sein können, bringt Ihr es alle zwei Monate zu

uns. Danke dafür, Happy Birthday! «

Silke Schranz und Christian Wüstenberg, comfilm.de

» Trotz einem überquellenden

Magazinmarkt in

Deutschland hat 360° Neuseeland

für mich einen

Nerv der Zeit getroffen

und sich zu Recht etabliert.

Nicht nur ein einzigartiges

Konzept, sondern auch ein

herausragendes, stylisches

Magazin – auch für solche,

die noch nicht Neuseelandfans

sind. Alles Gute

zum Geburtstag und macht

weiter so. «

Florian Berger, Geschäftsführer, wine in motion GmbH

Jubiläumsausgabe

1 JAHR

360° Neuseeland

» Sechs mal 360 Grad Neuseeland

= 2.160 Gratulationswünsche

an die mutigen

Herausgeber des hochwertigsten

und spannendsten

Printmediums über Neuseeland,

das in Deutschland

zu erhalten ist. Die Deutsch-

Neuseeländische Gesellschaft wünscht dem gesamten Redaktionsteam

weiterhin viel bewiesenes Fingerspitzengefühl bei

der immer hervorragenden Themen- und Bildauswahl und

dankt für diese Bereicherung. Mit dieser Zeitschrift schaffen

sie es, selbst unsere Mitglieder, die sich durchaus als „Neuseeland-Insider“

bezeichnen können, mit immer neuen Themen

in und um Neuseeland zu überraschen und zu fesseln.

Macht weiter so! «

Eva Hoetzel, Präsidentin der Deutsch-Neuseeländischen

Gesellschaft e. V.

Torben Brinkema, Gostralia!

Christian & Gudrun Bonfert,

Wines of New Zealand & Australia

» Auch wenn meine persönliche

Reisezeit in Neuseeland

nun leider schon

ein paar Jahre zurückliegt,

so schafft es das Magazin

doch, meine Erinnerungen

am Leben zu erhalten. Ich

staune immer wieder über

spannende Berichte und

freue mich, Neuigkeiten aus

dem Land der langen weißen

Wolke zu erfahren. «

» 360° Neuseeland, eine

Bereicherung für das jüngste

Land am Anfang der

Welt! Herzlichen Glückwunsch

und Danke für

1 Jahr Lese freude! Thanks

for having you! «

84 05 | 2009 © 360° Neuseeland

» Liebes 360° Neuseeland-

Team, herzlichen Glück-

wunsch zu Eurem 1. Geburts-

tag! Zu diesem Fest schenke

ich Euch ein ganz dickes Lob:

Ich freue mich auf jede neue

Ausgabe und jedes Mal, wenn

ich Euer Magazin durch-

blättere. Es gelingt Euch durch

einen optimalen Mix optisch

und inhaltlich die schönsten

360° Neuseelands zu zeigen.

Macht weiter so! «

Sylvia Zengerer,

CoCo Weltweit Reisen

» Tourism New Zealand gratuliert 360°

Neuseeland herzlich zum einjährigen

Bestehen und wünscht weiterhin gutes

Gelingen. 360° Neuseeland kann gewiss

sein, dass Aotearoa zahlreiche interessante

und spannende Geschichten für

viele neue Ausgaben liefern wird und

dass Tourism New Zealand dabei den

360°-Rundumblick nicht aufgibt. «

Björn Spreitzer,

Tourism New Zealand

» Dies ist ein besonderer Tag, denn

nun gibt es 360° schon seit einem

Jahr. Mit den persönlichen Travelogues,

News und Reportagen über

Events, Regionen und Kultur schafft

es 360°, alle Neuseelandfans – wenig-

stens in Gedanken – an das schönste

Ende der Welt zu versetzen. Vielen

Dank dafür!

Wir gratulieren zu diesem Jubiläum ganz

herzlich und wünschen Ihnen viel Glück

und Erfolg für die nächsten Jahre! «

Daniela Welter und

Michaela Litsch,

Boomerang-

Reisen

» Zum 1. Geburtstag wün-

scht Das Neuseelandhaus

alles Gute! Wir freuen uns,

dass es seit langer Zeit wieder

ein anspruchsvolles Magazin

gibt, das sich ausschließlich

mit dem Thema Neuseeland

beschäftigt. Obwohl noch so

jung, wirkt es schon ausgereift

und bildet einen nicht

mehr wegzudenkenden Teil

der deutschen Neuseeland-

Community. Weiter so! «

Reinhard Kuhfuß,

Neuseelandhaus

» Herzlichen Glückwunsch

dem Magazin 360° Neusee-

land zum ersten Jubiläum.

Das Magazin bereichert die

Reiselandschaft in Deutsch-

land in sehr einfühlsamer

und gehaltvoller Form und

besticht immer wieder durch

Hintergrundinformationen

und Geheimtipps. Wir wün-

schen Ihnen weiterhin viel

Erfolg. «

Jörg Ehrlich, Geschäftsführer,

Diamir Reisen

» Seit einem Jahr bereichert nun

„360° Neuseeland“ mit kompetenten

Reiseberichten, ausführlichen Infor-

mationen und professionellen Fotos

den deutschen Zeitschriftenmarkt.

Der Mana-Verlag gratuliert ganz

herzlich zum 1.Geburtstag! «

Hartmut Jäcksch, Mana-Verlag

1 Jahr Congratulations

» Seit Jahrmillionen entfernt sich

Neuseeland immer weiter vom

Festland. Gut, dass 360° Neusee-

land uns dieses Land wieder näher

bringt! Herzlichen Glückwunsch

zum einjährigen Bestehen! «

Angelika Stapf-Meyer,

Neuseeland Reiseberatung

» Congratulations für das erste

Jahr! Als Kiwi Travel Spezialis-

tin und Expat, freue ich mich sehr

über die vielfältigen und interessanten

Artikel und Berichte über

Neuseeland (auch als Reiseland)

die ich bis jetzt gelesen habe.

Weiter so! «

Margaret Nathan,

Nathan Travel

10 0 % KIWI

W W W . N A T H A N - T R A V E L . C O M

NA T H A N TRAVEL

IHRE NEUSEELAND-SPEZIALISTIN

» Kia ora, liebes 360° Neuseeland-Team, das ganze

Team von Air New Zealand und wir, die Pressestelle

der nationalen Fluggesellschaft Neuseelands, gratu-

lieren ganz herzlich zu Ihrem Jubiläum. Wir zählen zu

den begeisterten Lesern Ihres Magazins, das so viele

Facetten des schönen Lands beleuchtet. Sie verstehen

es wirklich, in jeder Ausgabe inhaltsstark die interes-

santen Seiten von Aotearoa darzustellen. Weiter so!

Für die kommenden Jahre wünschen wir Ihnen viel

Glück und Erfolg – möge der Koru als Symbol für Kraft,

Stärke, Zuversicht und Wachstum mit Ihnen sein.

Marina Noble, noble kommunikation GmbH

» Ki a koutou nga kaimahi i

mahi ai te mahi pai rawa mo tenei

pukapuka taonga, 360° te whakamihi

ki a koutou katoa mo te tau

huri tuatahi. (To all of those peo-

ple, who worked so diligently in

making this publication, 360°, a

work of renown, congratulations

to each and every one of you on

this our first anniversary) «

Bernd Grove, WAG

Werbeagentur Grove & Partner

© 360° Neuseeland 05 | 2009 85


Picture Gallery Mount Cook – Aoraki

1 Kerstin Krüll, Ratingen

2 Kerstin Lötzerich-Bernhard, Neunkirchen am Brand

Mount Cook – Aoraki

Der Mount Cook, benannt nach dem britischen Entdecker,

ist mit 3.754 Metern der höchste Berg Neuseelands.

Die Maori nennen ihn Aoraki, was „Durchbohrer

der Wolken“ bedeutet.

Der Mount Cook bildet mit über 140 anderen, über 2.000

Meter hohen Bergen den Mount Cook National Park, der

seit 1990 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört.

3 Margit Jacob, Alzey

4 Adolf Rodler, Weiz, Österreich

5 Balz Bauer, Zürich, Schweiz

6 Thomas Siemens, Eschenlohe 7 Sandra Ratz, Augsburg

8 Andrea Bickel, Kaltenkirchen

10 Monika und Detlef Heinz, Vellmar

Mount Cook – Aoraki Picture Gallery

9 Vanessa Habbig, Brühl

11 Dagmar Herb, Frankfurt

86 02 | 2009 © 360° Neuseeland © 360° Neuseeland 02 | 2009 87


Picture Gallery Mount Cook – Aoraki

14 Verena Bartsch, Bergheim

12 Judith Müller, Leipzig 13 Sandra Stadler, Grafenau 18 Carmen Schmid, Neckargmünd

Fotowettbewerb 2009

Auch 2009 prämieren wir das schönste Neuseeland-

Leserfoto! In den nächsten Ausgaben: Marl borough

Sounds, Wellington, Napier Region. Wir freuen uns

auf die Zusendung Ihrer schönsten Fotos unter:

redaktion@360grad-medien.de

15 Cornelia Graf, Oberwil (BL), Schweiz

19 Dirk Haase, Pirna

20 Uwe Penack, Berlin

16 Gunther Kuhs, Halle 17 Daniel Rosner, Pfäffikon, Schweiz 21 Julia Rau, Mainz

Mount Cook – Aoraki Picture Gallery

88 02 | 2009 © 360° Neuseeland © 360° Neuseeland 02 | 2009 89


Preview

Preview 06/2009 *

Land der Mythen und Legenden

School Music Festival

Weitere Themen

Lifestyle

School Music Festival

in Christchurch

Wine & Gourmet

Arbeiten auf dem Weinberg

Maori

Neuseeland – das Land

der lebendigen Mythen

und Legenden

Die Ausgabe 06/2009 erscheint am 30.09. 2009

Special:

The great outdoors

Wanderlust statt Wanderfrust

Früher musste sie mit wandern, heute

genießt sie jede Wanderung: In

Neuseeland lernt Julia Schoon das

Wandern zu lieben. Wunderschöne

Tracks, beeindruckende Natur und abwechslungsreiche

Landschaft lassen

aus jedem Wandermuffel einen begeisterten

Hiker werden. Sie stellt uns

ihre schönsten Routen vor.

Vom Fliegenfischer, seiner Frau

und den Forellen: Ein Tag am

Tongariro River

Von Freud’ und Leid der Ehefrau eines

passionierten Fliegenfischers erzählt

Dr. Kerstin Lötzerich-Bernhard in ihrem

Bericht über ihren Tag am Tongariro

River. Sie führt uns in die hohe

Kunst des Fliegenfischens ein, erklärt

uns, welche Wurftechnik die beste ist

und wie man die Geduld aufbringt,

beim Fischen dabei zu sein.

outdoor Sports

Alexandra Alberts Bericht über die Freizeitaktivitäten

der Neuseeländer und

ihre Lieblingssportarten im Freien zeigt

uns, wie stark diese von der Natur und

der Landschaft geprägt sind: Neuseeland

bietet auf kleinstem Raum eine

Vielzahl unterschiedlicher Landschaften

und damit eine Menge verschiedener

Arten, diese zu erforschen, zu erleben

und zu nutzen – Skifahren, Wassersport,

Wandern, alles ist möglich…

unterwegs auf dem Motorrad

Neuseeland per Bike – die etwas andere

Rundreise. Passionierte Biker wähnen

sich im siebten Himmel, wenn sie

per Motorrad die Traumstraßen Neuseelands

entlang brausen. Besonders

die Südinsel mit Straßen, auf denen

fast kein Verkehr ist, ist beliebt, eine

Tour zu machen. Tina Hartung hat einen

Bericht einer Motorradreise verfasst,

der nicht nur Freunde des Motorsports

fasziniert.

Travel & Backpacking

Travelogues

Mit dem Campervan vier Wochen

durch Neuseeland (Südinsel)

Nicole Fritz und Peter Greitzke fahren

mit ihrem Wohnmobil weiter: Dieses

Mal geht es von Wellington aus über

die Cook Strait auf die Südinsel, wo

sie zunächst Station an der Golden Bay

machen. Weiter geht es an der Westküste

entlang, Punakaiki, Fox und

Franz-Josef Gletscher sowie Wanaka

sind die nächsten Ziele. Nachdem sie

in Queenstown Action und lockere

Lebensa rt erlebt haben, zieht es sie

nach Dunedin und auf die Otago Peninsula.

Mount Cook, Lake Tekapo und

Christchurch beenden die Rundfahrt.

Emigration &

Working Holidays

Report

Ein Traum wird wahr: unsere Reise

in ein neues Leben

Anja Schönborn lebt mit ihrer Familie

inzwischen seit dreieinhalb Jahren

in der Nähe von Wellington. In ihrem

Bericht erzählt sie von den Schwierigkeiten,

die eine Auswanderung mit

sich bringt, aber auch, dass sie ihren

großen Traum verwirklichen konnte

und zu Hause angekommen ist.

* Änderungen vorbehalten

Picture Gallery

Marlborough 90 Sounds

05 | 2009 © 360° Neuseeland


3 Tage inkl. Flug ab/bis Invercargill, Übernachtungen mit Frühstück,

Inselrundfahrt & halbtägige Bootstour mit Wanderung auf Ulva Island

Preis gültig pro Person im Doppelzimmer bis 31.03.10.


24 Tage inkl. Flug mit Cathay Pacifi c ab/bis Frankfurt

& 21 Tage 2+1 Camper von Pacifi c Horizon

Preis gültig pro Person bei zwei gemeinsam reisenden Erwachsenen für Abfl üge im Zeitraum 19.06.09-31.08.09.

01.09.09-29.10.09: € 1.909; 30.10.09-13.12.09 & 01.03.10-31.03.10: € 2.086; 14.12.09-27.12.09: € 2.674; 28.12.09-28.02.10: € 2.439.


22 Tage Mietwagenreise ab Auckland bis Christchurch inkl.

Übernachtungen, Toyota RAV 4x4 & Fährüberfahrt Wellington/Picton

Preis gültig pro Person im Doppelzimmer bei zwei gemeinsam reisenden Erwachsenen bis 15.09.2009. 16.09.09-31.03.10: € 1.666.


13 Tage inkl. Übernachtungen, Verpfl egung & Landausfl ügen

ab Auckland bis Queenstown oder umgekehrt

Preis gültig pro Person in der Doppelkabine (Main Deck B mit Bullauge) bis 31.03.10.

Preise für weitere Kabinen auf Anfrage oder unter www.BoTG.de



Tel. 0180-3307273 (0,06 €/40 sek.) · www.BoTG.de · info@BoTG.de

Deutschland: Australia Pacifi c Travelservice, Hamburg · Australia PLUS Reisen, München · Cruising Reise, Berlin/Frankfurt/Hannover

Dr. Düdder Reisen, Aachen/Düsseldorf · Horizont Fernreisen, Bochum · Karawane Reisen, Ludwigsburg · Westtours Reisen, Bonn

Österreich: Jedek Reisen, Wien · Jet Touristik, Innsbruck · Schweiz: Australasia Travel Service, Zürich · Dreamtime Travel, Baden

Belgien: Aussie Tours, Staden · Holland: Tasman Travel, Harlingen · Pacifi c Island Travel, Amsterdam/Rotterdem/Eindhoven


Entspannen Sie in unserem

202 cm langen, komplett flachen

Bett, erleben Sie unsere preisgekrönte

Weinauswahl und die

einzigartige Gastfreundschaft

der Neuseeländer.

Fliegen Sie zwei Mal täglich

von Deutschland über London

nach Neuseeland.

airnewzealand.de

TM

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