Krisenmanagement - Nassau Versicherungen

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Krisenmanagement - Nassau Versicherungen

NASSAU MAKLERINFO Jan. 09

Wissen

was den Markt

bewegt

Der Versicherungs-Spezialist für Haftpflicht und Krisenmanagement


Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das Jahr ist noch jung und ich wünsche Ihnen ein gesundes und

erfolgreiches 2009!

Ein Jahr, in dem leider auch Worte wie Wirtschaftskrise und

Rezession oft in unseren Ohren klingen werden. Trotz der vorgesehenen

Konjunkturpakete wird sich der Horizont der Wirtschaftslage

vermutlich nicht kurzfristig aufhellen. Manche Pessimisten

sprechen sogar von einem möglichen Epochewandel und meinen,

die Grenzen unseres Wirtschaftswachstums während der letzten

150 Jahre sind erreicht.

Gerade unter diesen Umständen ist Positivismus sowie Mut und

Vertrauen gefragt. Und das fängt in unseren eigenen Köpfen an.

Wir vertrauen darauf, dass wir auch in 2009 für Sie ein finanziell

sicherer und zuverlässiger Geschäftspartner sind.

In dieser Nassau Maklerinfo werden Sie lesen, dass wir intensiv

den Dialog mit Ihnen suchen. Um noch besser von Ihnen zu

erfahren, was den Markt bewegt, planen wir im ersten Halbjahr

eine Roadshow durch Deutschland und werden Ihnen bald nähere

Informationen dazu geben.

Ansonsten erfahren Sie in dieser Maklerinfo mehr über die Piraterie

in der Handelsschifffahrt und die K&R-Versicherungsmöglichkeiten.

Weiter können Sie sich einen Überblick über die Produktpalette im

Bereich Produktschutzversicherungen und ihrer spezifischen

Deckungen verschaffen. Von der Schadenabteilung diesmal ein

Beitrag mit dem Titel „Wohin die Verletzung der Hinweispflicht

eines Steuerberaters führen kann“, und zu guter Letzt haben wir

für Sie Informationen über neue Produkte aus den Bereichen

Haftpflicht sowie Produktentwicklung & Special Lines.

Auf eine konstruktive Zusammenarbeit!

Ihr

Arnold A. Pit

Hauptbevollmächtigter

NASSAU MAKLERINFO

Themen der 2. Ausgabe

Krisenmanagement Seite 3

Piraterie in der Handelsschifffahrt

Claudia Müller

Claudia Müller

Senior Underwriter Krisenmanagement

Die Produktpalette für Rückrufrisiken

Eva Güß

Dipl.-Juristin

Senior Underwriter Krisenmanagement

Schadenmanagement Seite 8

Wohin die Verletzung der

Hinweispflicht eines Steuerberaters

führen kann

Achim Ansel

Rechtsanwalt

Abteilungsleiter Schadenmanagement

Haftpflicht Seite 10

Neue Produkte aus den Bereichen

Haftpflicht sowie Produktentwicklung

& Special Lines

Frank Huy

Dipl.-Betriebswirt

Abteilungsleiter Haftpflicht

Udo Wegerhoff

Dipl.-Ing.

Abteilungsleiter Produktentwicklung & Special Lines

Termine Roadshow Seite 11

Impressum Seite 11

Jan. 09


Krisenmanagement

“Immer öfter treten Nachrichten in den Fokus

der Medien mit Meldungen von entführten

Frachtern und Cargo Linern, insbesondere vor

der Küste Somalias.”

Piraterie in der Handelsschifffahrt

Claudia Müller

Senior Underwriter

Krisenmanagement

Bis zu 80 % des Volumens des internationalen Verkehrssektors liegt in der Handelsschifffahrt. Reedereien fragen

vermehrt nach Entführungs- und Lösegeldversicherungen.

Auch wenn in dieser Branche die „Piraterie“ an sich kein neues Phänomen ist, so ist die Zahl solcher Ereignisse im

Jahre 2008 rasant angestiegen. Allein in den ersten neun Monaten wurden in dieser Region fast 50 Schiffe attackiert,

davon 20 Schiffe gekidnappt. Betroffen waren insgesamt 340 Crewmitglieder, die auf den Schiffen festgehalten wurden.

Noch im September 2008 waren zehn Schiffe in der Gewalt der Piraten, 221 Crewmitglieder wurden als Geisel

gehalten.

Bereits seit vielen Jahren war in Asien die so genannte „Straße von Malakka“ ein Gebiet, in dem regelmäßig Schiffe

überfallen wurden. Die Piraten interessierten sich überwiegend für die Ladung der Schiffe und die Besatzung blieb in

der Regel unverletzt. Der internationale Druck der Reedereien auf die Nachbarstaaten, die Küsten durch Patrouillen

besser abzusichern, sorgte dafür, dass diese Region Asiens heute als weniger gefährlich gilt.

Waren früher die Schiffsladungen und/oder Vermögensgegenstände der Besatzung von Interesse der Piraten, so

haben diese mittlerweile die Geiselnahme als „Einnahmequelle“ durch Erpressung von Lösegeldern entdeckt. Auch

die Brutalität der Angreifer hat zugenommen. Schwerter und Messer waren gestern, heute sind die meisten Piraten

mit schwerem Kaliber wie Maschinengewehren, Granatwerfern, Panzerfäusten oder Raketen bewaffnet.

Insbesondere deutsche Schiffe geraten in den Fokus der neuzeitlichen Seeräuber. So gehen diese davon aus, dass

deutsche Schiffseigner eher gewillt sind, Lösegelder zu zahlen, um das Schiff schnellstmöglich zurück zu gewinnen,

auch um die Sicherheit der Crewmitglieder zu erhöhen und diese möglichst unverletzt auszulösen.

Zwar zeigt die UN vor der somalischen Küste verstärkt Präsenz, doch die anhaltend unberechenbare politische

Situation in Somalia gibt auch in naher Zukunft wenig Hoffnung auf einen Rückgang der Piraterie.

Zwischenzeitlich versucht sich die Branche durch sicheren Begleitschutz in Form von bewaffneten Schnellbooten zu

helfen. Weitere Maßnahmen sind z. B. Hochdruck-Wasserschläuche, die verhindern sollen, dass Angreifer überhaupt

an Bord kommen, oder ein akustisches Lang-Wellen-Hilfsmittel, welches Angriffe abwehren soll, in dem dieses Gerät

Ohren betäubende Geräusche in konzentrierten Strahlen sendet. Eine langfristige Lösung sind diese Maßnahmen

aus Sicht der Reedereien nicht.

Die Entwicklungen in der Seefahrt vor bestimmten Küstenabschnitten unserer Weltmeere führten in den vergangenen

Monaten vielmehr zu einer verstärkten Nachfrage nach Spezialrisikoversicherungen für Reedereien.

Die anhaltend hohen und aggressiven Lösegeldforderungen der Piraten haben Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft

für Entführungs- und Lösegeldversicherungen. Die angespannte Lage führt zu einer restriktiven

Risikobeurteilung mit gleichzeitig deutlich steigendem Prämienzuwachs (bis zum 10-fachen zu den Vorjahresprämien).

Zahlungen von bis zu 1 Mio. USD als Lösegeld sind keine Besonderheit. Hinzu kommen Kosten für die

Verhandlungen und Übergabe des Geldes, was auf Grund der hohen Gefahr bei Übergabe schnell zu einer ebenso

hohen Größenordnung führen kann.

Nassau Maklerinfo januar 2009 - Im MediaPark 5, 50670 Köln - www.nassauversicherungen.de

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Krisenmanagement

Es werden niedrige Limite herausgelegt, diese wiederum aggregiert und darüber hinaus werden oftmals Parameter

seitens der Versicherer vorgegeben, innerhalb derer sich die versicherten Schiffe bewegen sollen. Beispielsweise

Ausschlüsse von so genannten Hot Spots bzw. begrenzte Anzahl von gedeckten Transits in diese Gebiete.

In Deutschland bietet Nassau Versicherungen zusammen mit der Professional Indemnity Agency Inc., New York

(PIA) Entführungs- und Lösegeldversicherungen an. Als Spezialversicherer ist Nassau Versicherungen einer der wenigen

Anbieter auf diesem Gebiet der so genannten Kidnap & Ransom-Versicherung.

Im Zuge der Globalisierung denken neben den in jüngster Zeit vermehrt anfragenden Reedereien immer mehr

Unternehmen mit ausländischen Töchtern oder aber Reisende in gefährdete Gebiete dieser Welt über den Abschluss

einer Entführungs- und Lösegeldversicherung nach. Auch Privatjachten sind vor Überfällen selbst in Europa nicht

mehr sicher.

Nicht nur Lösegelder werden ersetzt, sondern auch Kosten, wie zum Beispiel Rechtsberatungskosten, Kosten für

Informanten, Darlehenszinsen, Reisen, Gehälter, ambulante und stationäre ärztliche Behandlung, Gutachter,

Dolmetscher, der Verlust bei Übergabe des Lösegeldes, Kuren und Rehabilitationen sowie berufliche Rehabilitation.

Ein Hauptargument für den Abschluss einer Entführungs- und Lösegeldversicherung ist der jederzeit mögliche

Zugriff (24/7-Hotline) auf einen Krisenberater. Die Bedeutung eines Krisenberaters in einer belastenden Situation wie

einer Erpressung, Entführung oder auch „nur“ einer angedrohten Entführung einer nahestehenden Person kann gar

nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Nassau Versicherungen bietet individuelle Lösungen für die verschiedenen Anforderungsprofile ihrer Kunden - nicht

nur für Reedereien, Privatjachten und international Reisende, sondern beispielsweise auch für vermögende und/oder

sehr bekannte Personen, den so genannten VIP’s. Eine streng vertrauliche Betreuung des Kunden ist bei diesem hoch

sensiblen Thema eine Selbstverständlichkeit.

Fragen Sie nach einer Indikation für Ihren speziellen Fall! Dafür sind wir da!

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Krisenmanagement

“Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in

den Medien von gesundheitsgefährdenden

Produkten die Rede ist.”

Die Produktpalette für Rückrufrisiken

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien von gesundheitsgefährdenden Produkten die Rede ist.

Die Zahl der Produktrückrufe stieg in den letzten Jahren kontinuierlich. Gründe für diese Entwicklung gibt es viele.

Unter anderem sind dies:

• Die Verschärfung der gesetzlichen Pflichten für Hersteller und Händler in Sachen Produktbeobachtungspflicht,

• zunehmende serielle Massenfertigung und damit einhergehend eine steigende Fehlergeneigtheit,

• steigender Kostendruck,

• Verfeinerung von Prüfverfahren sowie

• gesteigertes Verbraucherbewusstsein für die Qualität der Produkte – gerade im Lebensmittelbereich.

Die Folge solcher Produktfehler sind u. a. Kosten zur Durchführung des Rückrufs, Sortimentsauslistung, Verlust

des Verbrauchervertrauens und dadurch entgehende Gewinne. Angesichts des harten Wettbewerbs und geringer

Gewinnmargen kann ein solches Szenario ein Unternehmen in den Ruin treiben.

Es gilt also für produzierende und handelnde Unternehmen den richtigen Versicherungsschutz zur Absicherung

von versehentlichen oder vorsätzlich herbeigeführten Produktmängeln zu finden. Nassau Versicherungen bietet hier

eine breite Produktpalette, um den Kunden maßgeschneiderte Versicherungslösungen zu bieten. Zielgruppen sind

vorrangig Unternehmen der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, denn gerade diese Branchen sehen sich besonders

kritischen Verbrauchern gegenüber. Aber auch Unternehmen der Branchen Tabak, Bekleidung, Pharma, Möbel u. ä.

finden bei Nassau den richtigen Versicherungsschutz.

Nassau Rückrufkostendeckung (NRK)

Eva Güß

Dipl.-Juristin

Senior Underwriter

Krisenmanagement

Basierend auf den Allgemeinen Haftpflichtbedingungen (AHB) bieten wir Versicherungsschutz für durchgeführte

Rückrufe im Fall versehentlicher Produktmängel. Gedeckt sind die üblichen Kosten analog des bekannten Rückrufkostenmodells

des GDV, erweitert um die Kostenposition „Honorarkosten für Krisenberatung“. Diese Kostenposition

beinhaltet beispielsweise die Inanspruchnahme eines PR-Beraters, der im Fall eines notwendigen öffentlichen

Rückrufs dafür Sorge trägt, dass der Rückruf durch den Verbraucher nicht negativ aufgenommen wird. Im

Bestfall können Versicherungsnehmer durch einen gezielten, durchdachten Medienauftritt sogar gestärkt als Hersteller

von besonders sicheren Produkten und Unternehmen mit verbraucherorientiertem Management hervor

gehen. Es ist auch möglich (bei Nassau Versicherungen) dieses Produkt mit einer Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung

zu kombinieren.

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Krisenmanagement

Nassau Recall Protect Policy (RPP) – unsere Produktschutzlösung für Mittelstandskunden

Für Kunden aus dem Mittelstand mit einem Umsatz bis 75 Mio. EUR, denen der Versicherungsschutz einer reinen

Rückrufkostendeckung zu kurz greift, bieten wir die Nassau Recall Protect Policy (RPP) an. Dieses Versicherungsmodell

ist die Einstiegslösung in eine Produktschutzpolice. Für Unternehmen, die häufig die in der herkömmlichen

Rückrufkostendeckung üblichen, geringeren Selbstbehalte wünschen, bieten wir Deckung nicht nur für den Bereich

„versehentlicher Produktmängel“, sondern auch für „Produktmanipulationen“; ein Risiko, welches häufig unterschätzt

wird. Manipulationen, sei es mit oder ohne Erpressungsgeldforderung, werden sowohl von Fremden, wie auch von

Unternehmensmitarbeitern durchgeführt oder angedroht. Gerade Markenhersteller sind besonders gefährdet. Die

Schwierigkeit solcher – oft langwierigen – Manipulationssituationen liegt darin, dass diese durch das Unternehmen

nur schwer steuerbar sind. Selbst ein ausgereiftes Qualitäts- und Rückrufmanagement hilft wenig, wenn beispielsweise

kriminelle Täter wahllos im Handel vergiftete Lebensmittel platzieren.

Nassau Versicherungen bietet ihren Kunden hier Deckung für Rückrufkosten und entgangenen Nettogewinn aus

den zurückgerufenen Produkten. Der Versicherungsfall bei der „Produktmanipulation“ ist die erstmalige Kenntnis

des Versicherungsnehmers von einer tatsächlichen oder angedrohten Produktmanipulation. Ergänzend ist zudem ein

etwa zu zahlendes Erpressungsgeld mitversichert. Besonders wichtig ist die Möglichkeit für den Versicherungsnehmer

24 h / 365 Tage im Jahr auf die Hilfe von Krisenberatern zugreifen zu können, Experten, für die solche

außergewöhnlichen Krisensituationen Alltag sind.

Für das Produkt RPP bieten wir unseren Maklern einen besonderen Service an:

Wir haben für (schadenfreie) Hersteller von Endprodukten speziell definierter Branchen einen Tarif entwickelt,

den wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Unterteilt nach vier Umsatzgruppen bieten wir mit Deckungssummen

bis 1,5 Mio. EUR bei Selbstbehalten von max. 20.000 EUR Versicherungsschutz zu Prämien zwischen 2.100 EUR

und 7.900 EUR zzgl. Versicherungssteuer an. Hierfür erhält der Versicherungsnehmer einen Versicherungsschutz,

der deutlich weiter geht, als der der herkömmlichen Rückrufkostendeckung.

Nassau Product Protection Policy (NTripleP) – unsere vollumfängliche Produktschutzversicherung

Nochmals deutlich weiter geht der Versicherungsschutz, den Nassau Versicherungen mit der Produktschutzversicherung

NTripleP bietet. Ebenfalls die Versicherungsfälle „versehentlicher Produktmangel“ und „Produktmanipulation“

abdeckend, ist diese Deckung standardmäßig um den Versicherungsfall „Negative Medienberichterstattung“

erweitert, also Fälle, in denen in den Medien von einer Versicherungsfallsituation berichtet wird, die tatsächlich

gar nicht vorliegt. Vielen ist aus den Medien noch der Fall eines namhaften Tortenherstellers in Erinnerung.

Hier hatte die Behörde vor einem gesundheitsgefährdenden Tiefkühlprodukt gewarnt, nachdem nach dem Verzehr

dieses Produktes ein elfjähriges Mädchen verstorben war. Später stellte sich zwar heraus, dass die Torten einwandfrei

waren, doch die Medien hatten bereits entsprechend negativ berichtet. Trotz öffentlicher behördlicher Entwarnung

hatte das Unternehmen mit einer Rufschädigung zu kämpfen.

Vorteil dieser Versicherungslösung ist zunächst der deutlich weitere Deckungsauslöser im Bereich versehentlicher

Kontamination. Nicht nur der tatsächlich erfolgte Rückruf ist gedeckt; vielmehr reicht bereits die reine Rückrufverpflichtung

aus. Greift das Qualitätsmanagement des Versicherungsnehmers noch vor Auslieferung der Produkte,

können die Schäden dennoch bereits gravierend sein. So entstehen beispielsweise Sortier-, Prüf-, Lager- sowie

Vernichtungskosten, auch Bilanzschutzpositionen sind betroffen.

Nassau Maklerinfo januar 2009 - Im MediaPark 5, 50670 Köln - www.nassauversicherungen.de

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Krisenmanagement

Ein weiterer Vorteil dieser Lösung ist der Versicherungsumfang im Bereich Bilanzschutz. Neben dem gedeckten entgangenen

Bruttogewinn aus den betroffenen Produkten sind auch die umsonst aufgewendeten Herstellungskosten,

Mehraufwendungen zur Wiederherstellung der Produkte, künftig entgehender Gewinn mit einem Haftungszeitraum

von 12 Monaten sowie Werbemaßnahmen zur Überwindung der Umsatzeinbußen gedeckt. Optional ist auch hier

Erpressungsgeld einschließbar.

Die 24 h / 365 Tage Standby-Position mit Einsatzgarantie für die Inanspruchnahme des Krisenberaters in den

Bereichen „Produktmanipulation“ sowie „versehentlicher Produktmangel“ ist selbstverständlich auch in diesem

Produkt inklusive.

Schließlich bietet dieses Produkt wegen seines Aufbaus im Bausteinprinzip die Möglichkeit, einen auf die Bedürfnisse

des Kunden maßgeschneiderten Versicherungsschutz aufzubauen. Der Kunde kann wählen, ob er nur einen der beiden

Versicherungsfälle „versehentlicher Produktmangel“ und „Produktmanipulation“ versichern will oder beide. Es ist

möglich, mit unterschiedlichen Limiten und unterschiedlichen Selbstbehalten zu arbeiten oder in einem Bereich beispielsweise

auf Bilanzschutz zu verzichten. Außerdem kann der Versicherungsschutz individuell durch den

Einschluss besonderer, teils branchenspezifischer Sonderklauseln ergänzt werden.

Wenn Sie aufgrund der eingangs geschilderten Entwicklungen zum Thema Rückruf den Versicherungsschutz Ihrer

Kunden überprüfen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Für eine unverbindliche Indikation benötigen wir lediglich Informationen zu Branche, Umsatz, Vorschäden sowie eine

aussagekräftige Internetseite des Unternehmens.

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Schadenmanagement

“Wohin die Verletzung der Hinweispflicht

eines Steuerberaters führen kann - oder was ist

zu tun, wenn ein Pkw nur geringfügig privat

genutzt wird!”

Achim Ansel

Rechtsanwalt

Abteilungsleiter

Schadenmanagement

Wohin die Verletzung der Hinweispflicht eines Steuerberaters führen kann

Das OLG Düsseldorf hat mit einem neueren Urteil vom 29.01.2008 (I-23 U 64/07) zum Pflichtenkreis des Steuerberaters

unter Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung Stellung genommen. In seinem Urteil verdeutlicht das

Gericht anschaulich die an Steuerberater zu stellenden Beratungsanforderungen.

Gegen die beklagte Steuerberatungsgesellschaft wurden Schadensersatzansprüche geltend gemacht, die aus der

Verletzung von Hinweispflichten aus einem Steuerberatungsvertrag resultierten. Es ging dabei um einen Zeitraum

von 10 Jahren (von 1996 bis 2006). Die Steuerberatungsgesellschaft hatte es unterlassen, darauf hinzuweisen, dass

die pauschale Steuer von 1 % des inländischen Listenpreises für jeden Kalendermonat bei der privaten Nutzung all

ihrer Betriebsfahrzeuge zugunsten der beratenden Eheleute zu vermeiden gewesen wäre. Dies gilt unter der Voraussetzung,

dass die rein betriebliche Nutzung oder eine geringe private Nutzung durch ein ordnungsgemäß geführtes

Fahrtenbuch nachgewiesen worden wäre.

Das OLG hat in seiner Berufungsentscheidung einen Schadensersatzanspruch bejaht. Die Steuerberatungsgesellschaft

hat nicht ausreichend darüber belehrt, dass die Geltendmachung der ausschließlich betrieblichen Nutzung des

Betriebsfahrzeuges Jaguar nur dann durchsetzbar sei, wenn diese Nutzung mittels Fahrtenbuch nachgewiesen ist.

In den Entscheidungsgründen werden die wesentlichen Kardinalspflichten zum Beratungsumfang unter Berücksichtigung

der Entwicklungen der obergerichtlichen Rechtsprechung dargestellt.

Im Rahmen seines Auftrages hat der Steuerberater seinen Mandanten umfassend zu beraten und ungefragt über alle

bedeutsamen steuerlichen Einzelheiten und deren Folgen zu unterrichten. Von der grundsätzlichen Belehrungsbedürftigkeit

des Mandanten ist dabei auszugehen. Insbesondere muss der Steuerberater seinen Auftraggeber möglichst

vor Schaden bewahren. Deshalb sind der nach den Umständen sicherste Weg zum erstrebten steuerlichen Ziel

aufzuzeigen und sachgerechte Vorschläge zu dessen Verwirklichung zu unterbreiten. Nach diesen Grundsätzen muss

ein Steuerberater seinen Mandanten grundsätzlich ungefragt auf jede für ihn erkennbare Gefahr einer Steuerbelastung

hinweisen, der durch geeignete Maßnahmen und Hinweise entgegengewirkt werden kann. Das hat der BGH

(Urteil vom 18.12.1997, IX ZR 153/96) zur erkennbaren Gefahr einer verdeckten Gewinnausschüttung entschieden.

Nichts anderes gilt für die Gefahr der Besteuerung eines geldwerten Vorteils wegen vermuteter Privatnutzung eines

Firmenfahrzeugs ohne Führung eines Fahrtenbuches.

Entscheidungserheblich war der sich aus der laufenden Steuerberatertätigkeit heraus erkennbare Umstand, dass

die klagenden ehemaligen Mandanten drei Betriebsfahrzeuge unterhielten, die ebenfalls für die private Nutzung

zugelassen waren. Erkennbar war dabei auch, dass nach Einführung der sog. Fahrtenbuchregelung

ab 01.01.1996 (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG) die Gefahr bestand, dass das Finanzamt im Rahmen einer Betriebsprüfung

eines Tages das Fehlen eines Fahrtenbuches zum Anlass nehmen könnte, abweichend von der bisherigen

Handhabung anzunehmen, dass der fragliche Jaguar ebenfalls privat genutzt werde. Der sich hieraus ergebende

geldwerte Vorteil nach der sog. 1%-Regelung würde danach auch besteuert.

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Schadenmanagement

Die Steuerberatungsgesellschaft war verpflichtet, die Eheleute hierauf hinzuweisen. Die Empfehlung hätte lauten

müssen, für jedes Fahrzeug, für das die 1%-Besteuerung vermieden werden sollte, ein Fahrtenbuch zu führen ist.

Diese Verpflichtung ergab sich für die Steuerberatungsgesellschaft nicht nur aus der Bearbeitung der Umsatz- und

Einkommenssteuer für die Mandanten, sondern auch aus der monatlichen Lohnabrechnung für diese, da der geldwerte

Vorteil der Privatnutzung auch der Lohnsteuer unterliegt.

Ferner durfte nicht einfach davon ausgegangen werden, dass den Eheleuten die Fahrtenbuchregelung bekannt war.

Erst recht sei nicht zu erwarten gewesen, dass die Eheleute die Gefahr erkannt hatten, dass aufgrund der neuen

Regelung das Finanzamt von seiner bisherigen Anerkennung der rein betrieblichen Nutzung abweichen und allein

wegen des Fehlens eines Fahrtenbuchs auch für den Jaguar einen geldwerten Vorteil für die private Nutzung versteuern

könnte.

Darüber hinaus führt das Gericht aus, dass die Steuerberatungsgesellschaft mit der (angeblichen) Versendung von

Mandantenschreiben ihre Hinweispflicht nicht ausreichend erfüllt hat. Die an den Steuerberater gestellten

Anforderungen erfordern eine konkrete, auf die speziellen Probleme der Mandanten bezogene Belehrung. Allgemeine

Ausführungen in Mandantenschreiben können konkrete Hinweise nicht ersetzen (BGH Urteil vom 11.05.1995 IX ZR

130/90, NJW 1995, 2842).

Obwohl die Broschüre einen genauen Überblick zu den steuerrechtlichen Folgen der privaten Pkw-Nutzung und auch

dazu enthielt, wann eine Privatnutzung mit einem zu versteuernden Geldvorteil anzunehmen ist und wie diese

Besteuerung durch Führung eines Fahrtenbuches ganz oder teilweise vermieden werden kann, reichte diese enthaltene

theoretische Ausführung zu den steuerlichen Folgen einer privaten Pkw-Nutzung nicht aus.

Nach Ansicht des Gerichts sei damit allerdings nicht gesagt, dass die Belehrung des Mandanten in einem

Mandantenrundschreiben nie den Anforderungen an eine fallbezogene Belehrung erfüllen kann. Im Rahmen der bisherigen

BGH-Rechtsprechung sei es denkbar, dass im Einzelfall ein Mandant aus einem überschaubar kurz gehaltenen

und für den Laien leicht verständlichen Rundschreiben, in dem ein bestimmtes Steuerproblem angesprochen ist,

das für ihn erkennbar auch bei ihm besteht, entnehmen kann, dass der Steuerberater ihn mit dem Rundschreiben auf

ein spezielles Steuerproblem ansprechen will. In diesen Fällen kann der Steuerberater von seinem Mandanten eine

Nachfrage erwarten, wenn der Mandant weiteren Klärungsbedarf hat. Eine solche Situation lag diesem Fall allerdings

nicht zu Grunde.

Zusammenfassend die Übersicht des Pflichtenkreises des Steuerberaters für ein übernommenes Mandat.

Auszugehen ist von einer:

1. umfassenden Klärung des Sachverhaltes und Rechtsprüfung

- zur Erfassung aller steuerlich relevanten Umstände für das Mandat und entsprechenden

Nachfrageobliegenheiten für deren Erfüllung;

2. umfassenden Beratungsverpflichtung

- Verpflichtung, ungefragt über alle bedeutsamen steuerlichen Einzelheiten und deren Folgen zu unterrichten,

um den Mandanten in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich seine Rechte und Interessen wahren zu können;

3. Schadenabwehr vom Mandanten

- Verpflichtung zur Wahl des sichersten Weges zu dem erstrebten steuerlichen Ziel aufzuzeigen und

sachgerechte Vorschläge zu dessen Verwirklichung zu unterbreiten. Entsprechend muss auf jede für ihn

erkennbare Gefahr einer Steuerbelastung hingewiesen werden, der durch geeignete Maßnahmen begegnet

werden kann;

4. umfassenden Belehrungsbedürftigkeit

- Verpflichtung zu einer konkreten, auf die speziellen Probleme des Mandanten bezogenen Belehrung.

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Haftpflicht

Neue Produkte aus den Bereichen Haftpflicht

sowie Produktentwicklung & Special Lines

Frank Huy

Dipl. Betriebswirt

Abteilungsleiter

Haftpflicht

Udo Wegerhoff

Dipl.-Ing.

Abteilungsleiter

Produktentwicklung & Special Lines

Für Hersteller, weiterverarbeitende Betriebe und Händler von Lebensmitteln und Getränken bietet Nassau ab

sofort auch die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung an. Neben vielen sinnvollen Deckungserweiterungen für

das allgemeine Betriebsrisiko beinhaltet diese auch die Umwelthaftpflicht- und Umweltschadenversicherung und

kann um eine Deckung für Ansprüche wegen Diskriminierungstatbeständen (insbesondere aus dem AGG) erweitert

werden. Hiermit runden wir unsere Angebotspalette für das Segment „food & beverage“ ab und sind nunmehr in der

Lage, unsere Versicherungsnehmer in Verbindung mit unseren hoch spezialisierten Deckungen im Bereich

Produktschutz „aus einer Hand“ zu bedienen.

Für größere Immobilienportfolios (ab 250 Wohn- oder Gewerbeeinheiten) zeichnet Nassau ab sofort auch Haus-

und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherungen. Neben den Verkehrssicherungspflichten wird hierbei insbesondere das

Beauftragungsrisiko des Haus- und Grundbesitzers im Hinblick auf Substanz erhaltende Maßnahmen abgedeckt. Mit

diesem Produkt ergänzen wir sinnvoll unsere Aktivitäten im Immobilienbereich, zu denen neben Vermögensschaden-

Haftpflichtversicherungen für Immobilienmakler und Wohnungsgesellschaften insbesondere die Haftpflichtversicherungen

für Immobilienverwalter zählen.

Für Unternehmen der Informationstechnologie bietet Nassau Versicherungen ab sofort eine spezialisierte und kombinierte

Haftpflichtdeckung an, die bestmöglichen Schutz vor den finanziellen Folgen der Risiken aus Haftpflichtschäden

ermöglicht. Der maßgeschneiderte Versicherungsschutz kombiniert Betriebs-, Produkt- und Vermögensschadendeckungen

und bietet individuellen Deckungsschutz für alle typischen Risiken der IT- Unternehmen. Als optionale

Deckungserweiterung steht neben einer Umwelthaftpflichtbasis- und einer Umweltschadenbasisversicherung auch

eine Deckung für Ansprüche wegen Diskriminierungstatbeständen (insbesondere aus dem AGG) zur Verfügung.

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Termine Roadshow

Wissen, was den Markt bewegt.

Unter dieses Motto haben wir die Nassau Roadshow 2009 gestellt.

Wichtig ist uns das direkte Gespräch mit Ihnen. In einem angenehmen Ambiente möchten wir von Ihnen erfahren,

wo bei Ihnen „der Schuh drückt“ und welche Erwartungen Sie an uns haben.

Wir möchten Ihnen bewährte und neue Produkte aus den Bereichen Haftpflicht und Krisenmanagement näherbringen

und Ihnen die Philosophie der Nassau sowie „ihre handelnden Personen“ vorstellen.

Die Städte und Termine stehen bereits fest. Über die Locations informieren wir Sie in der nächsten Nassau

Maklerinfo und mit gesonderten Einladungen.

IMPRESSUM

Niederlassung Deutschland

der Nassau Verzekering Maatschappij N.V.

Rotterdam, Niederlande

Im MediaPark 5

D-50670 Köln

T +49 (0) 221 167 95-0

F +49 (0) 221 167 95-10

E info-de@nassau.eu

www.nassauversicherungen.de

Redaktion/Konzeption:

Ursula Heidbrink

Abteilungsleiterin

Account Management & Marketing

Andrea Oßdorf

Account Management & Marketing

Annalisa Weyerstraß

Account Management & Marketing

21. April 2009

22. April 2009

23. April 2009

16. Juni 2009

17. Juni 2009

Bielefeld

Berlin

Hamburg

München

Stuttgart

Für den Inhalt dieses Newsletters ist die

Nassau Versicherungen, Köln verantwortlich.

Hauptbevollmächtigter für Deutschland: Arnold A. Pit

Sie erhalten diesen Newsletter als Geschäftspartner

der Nassau Versicherungen. Wenn Sie eine weitere

Zustellung nicht wünschen, können Sie sich unter

der folgenden Adresse aus dem Verteiler abmelden:

makler-info@nassau.eu

Unter dieser E-Mail-Adresse nehmen wir auch gern Ihre

Wünsche und Anregungen entgegen.

Hinweis:

Trotz sorgfältiger Prüfung der Informationen kann

keine Garantie für die Richtigkeit übernommen werden.

Sämtliche Informationen daher ohne Gewähr.

Nachdruck:

Nach Zustimmung der Redaktion können Texte nachgedruckt

werden - Belegexemplare erwünscht. Der Nachdruck

zur Veröffentlichung einzelner oder aller Artikel ist

ohne vorherige schriftliche Zustimmung nicht gestattet.

Der Versicherungs-Spezialist für Haftpflicht und Krisenmanagement

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