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MARKEN<br />

<strong>Buch</strong><br />

Ingo Schäfer


Vorwort<br />

Allianz<br />

Brandt<br />

Creme 21<br />

Dr. Oetker<br />

Erdal<br />

Faber-Castell<br />

Gerolsteiner<br />

Haribo<br />

Iglo<br />

Jägermeister<br />

Kärcher<br />

Lufthansa<br />

Merce<strong>de</strong>s-Benz<br />

Nivea<br />

Obi<br />

Pelikan<br />

Quelle<br />

Ravensburger<br />

Salaman<strong>de</strong>r<br />

Tesa<br />

Uhu<br />

Volkswagen<br />

WMF<br />

X-beliebig?<br />

Yello<br />

Zwilling<br />

Kategorisierung<br />

Nachwort<br />

5<br />

6<br />

8<br />

10<br />

12<br />

14<br />

16<br />

18<br />

20<br />

22<br />

24<br />

26<br />

28<br />

30<br />

32<br />

34<br />

36<br />

38<br />

40<br />

42<br />

44<br />

46<br />

48<br />

50<br />

52<br />

54<br />

56<br />

58<br />

61


Ursprünglich kommt <strong>de</strong>r Begriff Marke vom<br />

mittelhoch<strong>de</strong>utschen Wort „marc“, das für<br />

„Grenze o<strong>de</strong>r „Grenzlinie“ steht. Jedoch die<br />

Geschichte <strong>de</strong>r Marken geht auf jene Zeit<br />

zurück, in <strong>de</strong>r Händler auf ihren Waren<br />

Schil<strong>de</strong>r anbrachten. Im Mittelalter setzten<br />

Handwerker ihr Zeichen an bestimmte Stel-<br />

len wie zum Beispiel Balken o<strong>de</strong>r Gemäuer.<br />

In diesem <strong>Buch</strong> sind insgesamt fünfundzwanzig<br />

<strong>de</strong>r bekanntesten <strong>de</strong>utschen<br />

Marken mit ihrem jeweiligen Markenzeichen<br />

zusammengefasst, kurz vorgestellt<br />

und anschließend analysiert. Dabei mache<br />

ich keinen Unterschied ob es sich um das<br />

Firmenzeichen eines Konzerns o<strong>de</strong>r das<br />

Logo eines einzelnen Produkts han<strong>de</strong>lt.<br />

Außer<strong>de</strong>m gebrauche ich „Logo“ i<strong>de</strong>ntisch<br />

mit „Zeichen“. Wobei eigentlich die Herkunft<br />

vom griechischen „Logos“ für „Wort“<br />

ein reines Wortzeichen vermuten ließe. Der<br />

Begriff hat sich aber verallgemeinert und<br />

bezeichnet heute auch Symbole, die in <strong>de</strong>r<br />

Semiotik „Zeichen“ o<strong>de</strong>r „Signet“ heißen.<br />

Viel Vergnügen!<br />

5


Das erste Firmenzeichen <strong>de</strong>r Allianz wies<br />

<strong>de</strong>utliche Analogien zum <strong>de</strong>utschen Reichs-<br />

adler auf. Der Adler trägt die Wappen <strong>de</strong>r<br />

bei<strong>de</strong>n Gründungsstädte München und<br />

Berlin.<br />

1923 wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Reichsadler durch <strong>de</strong>n<br />

Allianz Adler ersetzt, <strong>de</strong>n Karl Schulpig gestaltete.<br />

Nach verschie<strong>de</strong>nen Entwürfen, die<br />

mit <strong>de</strong>m <strong>Buch</strong>staben A experimentierten,<br />

erhielt ein stilisierter Adler mit drei Jungen<br />

<strong>de</strong>n Vorzug. Sie symbolisierten die Tochtergesellschaften.<br />

Ab 1977 gab es <strong>de</strong>n Allianz Adler in mo<strong>de</strong>rner<br />

Form. Hans Jörg Dorschel stellte <strong>de</strong>n<br />

Adler in einen Kreis und gab ihm weichere<br />

Konturen. Das neue Zeichen als Teil eines<br />

erstmals umfassen<strong>de</strong>n Gestaltungskonzepts<br />

sollte <strong>de</strong>m Konzern ein einheitliches Erscheinungsbild<br />

verleihen, nach innen wie<br />

nach außen.<br />

Den Schritt in das neue Jahrtausend<br />

machte die Allianz mit einem weiterentwickelten<br />

Logo, in <strong>de</strong>m sich Tradition und<br />

Mo<strong>de</strong>rnität verbin<strong>de</strong>n. Der vertraute Adler<br />

sollte gleichzeitig auch die drei zentralen<br />

Geschäftsfel<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r Allianz symbolisieren:<br />

„Versicherung. Vorsorge. Vermögen.“


Der Brandt-Schriftzug entsprang aus <strong>de</strong>r<br />

Fe<strong>de</strong>rzeichnung mit einem Unterstrich <strong>de</strong>s<br />

Firmengrün<strong>de</strong>rs im Jahr 1912. Er wur<strong>de</strong><br />

später stilisiert und alle weiteren Jahrzehnte<br />

wie<strong>de</strong>r modifiziert. Die Original-Typografie<br />

wur<strong>de</strong> erhalten, jedoch in Details weiter<br />

verfeinert.<br />

Von <strong>de</strong>r Tüte <strong>de</strong>s Brandt Markenzwiebacks<br />

strahlte 1973 ein neues Gesicht. Es<br />

war nach <strong>de</strong>n Kin<strong>de</strong>rn von 1929 und 1952<br />

bereits das dritte „Brandtkind“.<br />

Auch das Brandt Markenlogo wur<strong>de</strong><br />

neu gestaltet. Vorlage war eine traditionelle<br />

Gebäckform, <strong>de</strong>r sogenannte „Siebenstern“.<br />

Weiß auf rotem Untergrund ist er nun auf<br />

je<strong>de</strong>r Packung Markenzwieback zu fin<strong>de</strong>n.<br />

1983 erhielt das Brandtkind wie<strong>de</strong>rum ein<br />

neues Gesicht.<br />

Im Jahr 1995 gab es für die Brandt-Klassiker<br />

einen neuen Marktauftritt. Das Firmenzeichen<br />

wur<strong>de</strong> überarbeitet: Die Farbe<br />

Orange und <strong>de</strong>r Brandt Schriftzug mit <strong>de</strong>m<br />

Kin<strong>de</strong>rkopf stehen als Gütesiegel für natürlichen<br />

Genuss und Tradition.


Die ursprüngliche I<strong>de</strong>e zu Creme 21 ist En<strong>de</strong><br />

<strong>de</strong>r 60er Jahre vor <strong>de</strong>m Hintergrund <strong>de</strong>s<br />

Wan<strong>de</strong>ls <strong>de</strong>r bestehen<strong>de</strong>n Vertriebswege<br />

von Kosmetika entstan<strong>de</strong>n. Kosmetik- und<br />

Pflegeprodukte waren bis dato nur in Fach-<br />

geschäften, das heißt in Drogerien sowie<br />

Kauf- und Warenhäusern, erhältlich. Einher-<br />

gehend mit <strong>de</strong>m Erstarken <strong>de</strong>r mo<strong>de</strong>rnen<br />

Vertriebsformen <strong>de</strong>s Lebensmittelhan<strong>de</strong>ls<br />

rief Henkel 1967 das Projekt „Lebensmittel-<br />

Einzelhan<strong>de</strong>l-Kosmetik“ ins Leben. Ziel war<br />

es, verschie<strong>de</strong>ne Produkte, insbeson<strong>de</strong>re für<br />

die Selbstbedienung, zu entwickeln. Dabei<br />

entstand die Marke Creme 21.<br />

Die Farbe orange, stand wie <strong>de</strong>r Kunststofftiegel<br />

für Mo<strong>de</strong>rnität. Die Zahl 21, das<br />

damalige Volljährigkeitsalter, sollte ausdrücken,<br />

dass die Creme für jung und alt, also<br />

für die ganze Familie, da ist.<br />

Auch nach ihrem Verschwin<strong>de</strong>n vom<br />

<strong>de</strong>utschen Markt 1986, lebte Creme 21 in<br />

<strong>de</strong>n Köpfen vieler Menschen weiter. Die<br />

2003 neu gegrün<strong>de</strong>te GmbH knüpfte an die<br />

Marketingerfolge <strong>de</strong>r siebziger Jahre an und<br />

startete einen erfolgreichen Relaunch <strong>de</strong>r<br />

Kultmarke Creme 21.<br />

11


Im Jahre 1891 erwarb Dr. August Oetker<br />

eine Apotheke. Im Hinterzimmer begann er<br />

mit <strong>de</strong>r Herstellung von Backpulver. Er ließ<br />

es in Papiertüten füllen und verkaufte es<br />

dann unter <strong>de</strong>m Namen „Backin“. Prinzipiell<br />

hat sich an <strong>de</strong>r Zusammensetzung bis heute<br />

nichts geän<strong>de</strong>rt.<br />

Die Zielgruppe <strong>de</strong>r Hausfrauen wur<strong>de</strong><br />

in das Markenzeichen übernommen, um<br />

sich besser mit <strong>de</strong>m Produkt i<strong>de</strong>ntifizieren<br />

können.<br />

Für die gesamte Produktpalette stand<br />

Dr. Oetkers Hellkopf als Qualitätszeichen.<br />

Johanna Kind, die Tochter eines Bielefel<strong>de</strong>r<br />

Graphikers, stand Mo<strong>de</strong>ll für <strong>de</strong>n „hellen<br />

Kopf“. Dieser begleitete von nun an <strong>de</strong>n<br />

Erfolg <strong>de</strong>r Dr. Oetker Produkte durch die<br />

Jahrzehnte.<br />

Der bis 1933 verwen<strong>de</strong>te, dunkle und<br />

ovalförmige Hintergrund <strong>de</strong>s hellen Kopfes<br />

än<strong>de</strong>rte sich und erschien zum ersten Mal<br />

mit rotem Hintergrund. Das Markenzeichen<br />

bekam durch <strong>de</strong>n gezackten Rand zusätzlichen<br />

Signal-Charakter.<br />

1979 wur<strong>de</strong> das Markenzeichen auf<br />

eine mo<strong>de</strong>rne und zeitloser Form gebracht.<br />

Der Firmenname und <strong>de</strong>r Hellkopf wur<strong>de</strong>n<br />

zu einer geschlossenen Form verschmolzen.<br />

13


Im Jahr 1901 wur<strong>de</strong> für eine neu entwickel-<br />

te Schuhcreme <strong>de</strong>r Produktname „Erdal“<br />

eingetragen, <strong>de</strong>r auf <strong>de</strong>n Namen <strong>de</strong>r Produk-<br />

tionsstätte in <strong>de</strong>r Erthalstraße zurückgeht,<br />

die von Mainzern als „Erdalstraße“ ausge-<br />

sprochen wur<strong>de</strong>. Der zweite Namensteil ist<br />

das lateinischen Wort „rex“, zu Deutsch:<br />

„König“.<br />

In jener Zeit war es üblich, die Wortmarke<br />

mit einem auffälligen Bildzeichen<br />

zu verbin<strong>de</strong>n. Es wur<strong>de</strong> die bekannte und<br />

populäre Märchenfigur <strong>de</strong>s Froschkönigs<br />

gewählt.<br />

Zunächst war es 1903 ein grüner,<br />

ziemlich naturgetreuer Frosch, <strong>de</strong>r die Dose<br />

zierte. Dann nach <strong>de</strong>m Krieg wählte man<br />

für die neue gute Ölware <strong>de</strong>n Rotfrosch. Erst<br />

1961 lernte <strong>de</strong>r Frosch das Lachen.<br />

Zehn Jahre später entstand das neue<br />

Logo, das wir bis heute kennen. Beispielhaft<br />

sei auf das abgeschrägte Hinterteil <strong>de</strong>s<br />

Frosches verwiesen. Ohne diese Schräge<br />

säße <strong>de</strong>r Frosch wie festzementiert; dieses<br />

relativ winzige Detail erst bringt Bewegung<br />

in die Figur.<br />

15


Am Anfang war <strong>de</strong>r Bleistift. Der Schreiner<br />

Kaspar Faber fertigte in Stein bei Nürnberg<br />

im Jahr 1761 seine ersten „Bleyweißsteffte“<br />

und verkaufte sie auf <strong>de</strong>m Markt.<br />

Fünf Generationen später, 1898, heiratete<br />

die Freiin Ottilie von Faber <strong>de</strong>n<br />

Grafen Alexan<strong>de</strong>r zu Castell-Rü<strong>de</strong>nhausen<br />

aus einem <strong>de</strong>r ältesten <strong>de</strong>utschen A<strong>de</strong>lsgeschlechter.<br />

Es war testamentarisch verfügt,<br />

dass nachkommen<strong>de</strong> Generationen <strong>de</strong>n<br />

Namen „Faber“ stets in einen neuen gemeinsamen<br />

Familiennamen zu integrieren<br />

hätten. So entstand mit Genehmigung <strong>de</strong>s<br />

bayerischen Königs die neue Familienlinie<br />

„Graf und Gräfin Faber-Castell“ sowie <strong>de</strong>r<br />

neue Firmenname „Faber-Castell“.<br />

1905 brachte Graf Alexan<strong>de</strong>r, die<br />

berühmte grüne Bleistiftfamilie „Castell“<br />

auf <strong>de</strong>n Markt. Als Zeichen einer neuen,<br />

hochwertigen Qualität, die sich gegen alle<br />

Konkurrenz durchsetzen wird, entstand als<br />

Verpackungsmotiv das „Turnier <strong>de</strong>r Bleistiftritter“.<br />

Diese Ritter sind heute wie<strong>de</strong>r<br />

Bestandteil <strong>de</strong>s Markenzeichens.<br />

1


Bergwerksdirektor Wilhelm Castendyck<br />

ent<strong>de</strong>ckte 1888 bei Bohrungsarbeiten<br />

kohlensäurehaltiges Wasser. Er grün<strong>de</strong>te<br />

die Gerolsteiner Spru<strong>de</strong>l GmbH und füllte<br />

erstmalig Gerolsteiner Mineralwasser ab,<br />

zunächst in Tonkrüge.<br />

Bereits im Gründungsjahr schon hatte<br />

dieses Mineralwasser aus Gerolstein einen<br />

noch heute bekannten Fürsprecher: Der<br />

Herr Geheime Hofrat Prof. Dr. R. Fresenius<br />

empfahl das Gerolsteiner Wasser aufgrund<br />

seines beson<strong>de</strong>rs hohen Gehalts an natürlicher<br />

Kohlensäure.<br />

Im Jahr 1889 wur<strong>de</strong> das Zeichen mit<br />

Stern und Löwe in das Register eingetragen<br />

und damit rechtlich geschützt. Der Löwe,<br />

ursprünglich auf gol<strong>de</strong>nem Grund, ist <strong>de</strong>m<br />

Wappen <strong>de</strong>s alten Gerolsteiner GrafengeschlechtsGerolstein-Man<strong>de</strong>rsscheid-Blankenheim<br />

entnommen.<br />

1


Der berühmte Slogan „Haribo macht Kin<strong>de</strong>r<br />

froh“ entstand bereits 1930 und wur<strong>de</strong> erst<br />

in <strong>de</strong>n 60er Jahren erweitert, um <strong>de</strong>n Zusatz<br />

„...und Erwachsene ebenso“. Der Texter<br />

erhielt damals als Entlohnung 20 D-Mark.<br />

Zum Zeitpunkt <strong>de</strong>r Gründung 1920<br />

produzierte das Bonner Unternehmen nur<br />

Bonbons. Zwei Jahre später hatte <strong>de</strong>r Firmenchef<br />

Hans Riegel die I<strong>de</strong>e „Tanzbären“<br />

aus einer gummiartigen Masse herzustellen,<br />

<strong>de</strong>n Vorläufer <strong>de</strong>r heutigen „Goldbären“.<br />

Der inzwischen weltweit bekannte Markenname<br />

entstand aus <strong>de</strong>n ersten bei<strong>de</strong>n<br />

Anfangsbuchstaben von Hans Riegel, Bonn<br />

und wur<strong>de</strong> 1967 als eingetragenes Warenzeichen<br />

anerkannt.<br />

21


Iglo, das seit 1961 eingetragene Markenzei-<br />

chen für das Tiefkühlsortiment <strong>de</strong>s englisch-<br />

nie<strong>de</strong>rländischen Großkonzerns Unilever,<br />

verabschie<strong>de</strong>te sich 2004 von <strong>de</strong>m bis dahin<br />

lang gedienten Gabel-Logo. Die Trennung<br />

war radikal. Das alte Markenzeichen wur<strong>de</strong><br />

nicht etwa vorsichtig mo<strong>de</strong>rnisiert, son-<br />

<strong>de</strong>rn ganz durch ein gänzlich neues Symbol<br />

ersetzt.<br />

Im neuen Logo verbin<strong>de</strong>n sich nun die<br />

warme, rote Farbgebung und die natürliche,<br />

blattähnliche Form mit <strong>de</strong>r hell strahlen<strong>de</strong>n<br />

Sonne zu einem starken Symbol.<br />

23


1878 grün<strong>de</strong>te Wilhelm Mast ein Spirituo-<br />

sen-Unternehmen in Wolfenbüttel. Erst im<br />

Jahr 1934 entwickelte Curt Mast, <strong>de</strong>r Sohn<br />

von W. Mast, das Rezept für <strong>de</strong>n Kräuter-<br />

likör Jägermeister und führte das Produkt<br />

1935 in <strong>de</strong>n Markt ein. Gleichzeitig ließ er<br />

<strong>de</strong>n Namen Jägermeister, das Etikett und<br />

<strong>de</strong>n Hubertushirschkopf als Warenzeichen<br />

schützen.<br />

Das Markenzeichen <strong>de</strong>s Getränks geht<br />

zurück auf <strong>de</strong>n französischen Adligen, Jäger<br />

und späteren Heiligen Hubertus.<br />

Als einst Hubert an einem Karfreitag<br />

mit seinem lauten Troß zur Jagd zog, warnte<br />

ihn seine Gattin und flehte ihn an, <strong>de</strong>n ersten<br />

To<strong>de</strong>stag <strong>de</strong>s Herrn nicht zu entweihen.<br />

Dennoch siegte die Jagdlust und er verfolgte<br />

einen prächtigen Hirschen durch <strong>de</strong>n Wald.<br />

Plötzlich erschien mitten in <strong>de</strong>ssen Geweih<br />

ein strahlen<strong>de</strong>s Kreuz. Von da an ließ Hubertus<br />

das Jagen und führte ein bußfertiges<br />

Leben.<br />

25


Die Firma Kärcher wur<strong>de</strong> 1935 von Alfred<br />

Kärcher in Stuttgart-Bad Cannstatt gegrün-<br />

<strong>de</strong>t. 1939 erfolgte dann <strong>de</strong>r Umzug nach<br />

Winnen<strong>de</strong>n, wo noch heute <strong>de</strong>r Hauptsitz<br />

<strong>de</strong>r Firma ist.<br />

Mit Erfindung <strong>de</strong>s ersten Heißwasser-<br />

Hochdruckreinigers im Jahre 1950 legte<br />

Kärcher neue Maßstäbe auf <strong>de</strong>m Gebiet <strong>de</strong>r<br />

Reinigung. Inzwischen ist die Firma <strong>de</strong>r<br />

wohl bekannteste Hersteller von Hochdruckreinigern.<br />

Mittlerweile hat sich sogar <strong>de</strong>r Begriff<br />

„kärchern“ im <strong>de</strong>utschen Sprachraum für<br />

das Reinigen mittels eines Hochdruckreinigers<br />

eingebürgert. Auch Im Französischen<br />

be<strong>de</strong>utet „nettoyer au Kärcher“ soviel wie<br />

„<strong>de</strong>n Schweinestall ausmisten“ o<strong>de</strong>r „gründlich<br />

aufräumen“.<br />

2


Ursprünglich war <strong>de</strong>r Kranich das Zeichen<br />

<strong>de</strong>r Deutschen Aero Lloyd. Der Erfin<strong>de</strong>r<br />

dieses Markenzeichens, Otto Firle, soll bei<br />

seinem Entwurf im Jahr 1918 an keinen<br />

bestimmten Vogel gedacht haben, son<strong>de</strong>rn<br />

damit lediglich das fliegerisch technische<br />

Element <strong>de</strong>s im Entstehen begriffenen Luft-<br />

verkehrs zum Ausdruck bringen. Schon<br />

1919 wur<strong>de</strong> mit <strong>de</strong>m namenlosen Firmen-<br />

zeichen geworben, das dann aber spätestens<br />

ab 1928 „Fliegen<strong>de</strong>r Kranich“ hieß.<br />

Die Unternehmensfarben Blau und Gelb<br />

gehen auf Junkers Luftverkehr zurück, die<br />

sich 1926 mit <strong>de</strong>r <strong>de</strong>utschen Aero Lloyd zusammen<br />

schloss. Ab 1933 wur<strong>de</strong> Lufthansa<br />

dann in einem Wort geschrieben.<br />

Ab 1962 wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>r abstrakte Vogel, <strong>de</strong>r<br />

bis dahin schon ein paar Verfeinerungen<br />

hinter sich gebracht hatte, in einen Ring<br />

gesetzt, <strong>de</strong>r 1979 nochmal etwas verstärkt<br />

wur<strong>de</strong>.<br />

Das ergab zwar eines <strong>de</strong>r schönsten<br />

<strong>de</strong>utschen Logos aller Zeiten, beinhaltet<br />

aber eine problematische Aussage: Ist <strong>de</strong>r<br />

Kranich im Kreis gefangen wie <strong>de</strong>r Passagier<br />

in <strong>de</strong>r Economy Class?<br />

2


Merce<strong>de</strong>s ist ein spanischer Frauenname<br />

und be<strong>de</strong>utet Gna<strong>de</strong>. Die Marke wur<strong>de</strong> nach<br />

<strong>de</strong>r Tochter <strong>de</strong>s Kaufmanns Emil Jellinek<br />

benannt.<br />

Das Markenzeichen, das in drei verschie<strong>de</strong>ne<br />

Himmelsrichtungen zeigt, symbolisiert<br />

die I<strong>de</strong>e von Gottfried Daimler,<br />

Motorisierungen für Fahrzeuge auf <strong>de</strong>m<br />

Wasser, zu Lan<strong>de</strong> und in <strong>de</strong>r Luft herzustellen.<br />

Der Überlieferung zufolge malte er<br />

<strong>de</strong>n dreizackigen Stern erstmals auf eine an<br />

seine Familie gerichtete Postkarte mit <strong>de</strong>m<br />

Zusatz „und dieser Stern wir einmal segensreich<br />

über meinem Werke stehen“.<br />

Dem Stern blieb Merce<strong>de</strong>s immer treu, doch<br />

wur<strong>de</strong> das Erscheinungsbild im Lauf <strong>de</strong>r<br />

Jahre immer wie<strong>de</strong>r verän<strong>de</strong>rt, zuletzt 1989<br />

von Kurt Wei<strong>de</strong>mann.<br />

Die für Merce<strong>de</strong>s-Benz typische Farbe<br />

Silber geht auf das erste Grand-Prix-Rennen<br />

1934 am Nürburgring zurück. Als man<br />

am Tag vor <strong>de</strong>m Start feststellte, dass <strong>de</strong>r<br />

neue Wagen das zulässige Gesamtgewicht<br />

überschritt, entschloss sich das Rennteam<br />

kurzerhand in <strong>de</strong>r Nacht vor <strong>de</strong>m Rennen<br />

<strong>de</strong>n weißen Lack abzuschleifen, mit <strong>de</strong>m die<br />

Fahrzeuge bis dato lackiert waren. Als „Silberpfeil“<br />

ging <strong>de</strong>r Wagen in die Geschichte<br />

ein.<br />

31


Die Entstehung <strong>de</strong>r bekanntesten Körper-<br />

pflegemarke Deutschlands geht zurück auf<br />

das Jahr 1911. Oskar Troplowitz, Eigentü-<br />

mer von Beiersdorf, entwickelte eine Haut-<br />

creme auf Basis einer Wasser-Öl-Emulsion.<br />

Er gab ihr <strong>de</strong>n Namen „Nivea“, abgeleitet<br />

vom lateinischen Wort „nivis“, das be<strong>de</strong>utet<br />

„Schnee“<br />

Heute mag es so erscheinen, als ob es<br />

für Nivea nie eine an<strong>de</strong>re Farbe als Blau<br />

gegeben hat. Doch das war nicht immer so,<br />

zunächst war sie gelb. Die neue Dose musste<br />

eine <strong>de</strong>r Grundfarben Gelb, Rot o<strong>de</strong>r Blau<br />

haben, um eine farblich gute Darstellung in<br />

<strong>de</strong>n Druckmedien zu gewährleisten. Gelb<br />

war als Farbe <strong>de</strong>r alten Dose schonmal aus<br />

<strong>de</strong>m Rennen, Rot hatte in <strong>de</strong>r damaligen, politisch<br />

unbeständigen Zeit einen negativen<br />

Beigeschmack. So blieb nur noch Blau übrig.<br />

Die Verwendung <strong>de</strong>r Nivea-typischen Farbe<br />

Blau erfolgte erstmals 1925.<br />

33


Dr. Emil Lux und Manfred Maus entwickel-<br />

ten 1969 das für Deutschland völlig neue<br />

Geschäftsmo<strong>de</strong>ll <strong>de</strong>r Do-it-yourself-Märkte.<br />

Diese Geschäfte boten unter einem Dach alle<br />

Sortimente fürs Selbermachen an.<br />

Als Manfred Maus 1970 seinen ersten<br />

Obi-Baumarkt in Hamburg eröffnete, war<br />

bereits <strong>de</strong>r Biber als Wappentier <strong>de</strong>s aufstreben<strong>de</strong>n<br />

Unternehmens dabei. Grund für die<br />

Wahl war, dass <strong>de</strong>r Biber als Heimwerker<br />

schlecht hin gilt, <strong>de</strong>r stetig an einem Damm<br />

arbeitet und nie mit <strong>de</strong>m Bau fertig wird,<br />

genauso wie <strong>de</strong>r heutige Heimwerker auch,<br />

so zumin<strong>de</strong>st die Hoffnung von Maus.<br />

Über die Herkunft <strong>de</strong>s Namens OBI und<br />

<strong>de</strong>n dazugehörigen Biber gab es seit jeher,<br />

und bis heute, die abenteuerlichsten Vermutungen.<br />

Es han<strong>de</strong>lt sich dabei aber keineswegs<br />

um eine Abkürzung, son<strong>de</strong>rn um die<br />

Lautschrift <strong>de</strong>s französischen Wortes für<br />

Hobby. Eine Wort-Bild-Marke, die Manfred<br />

Maus drei französischen Geschäftsleuten<br />

seinerzeit für 3000 Francs abkaufte und<br />

weltweit, außer in Frankreich, als Marke für<br />

das Bau- und Heimwerken eintragen ließ.<br />

35


lichen Registrierung <strong>de</strong>r<br />

marke<br />

g <strong>de</strong>s „Gesetzes zum<br />

om 12. Mai 1894“ hat die<br />

ovember 1878 beim<br />

Schutzmarke“ hinterlegt.<br />

eim KAISERLICHEN<br />

26. Juni 1895 angemel<strong>de</strong>t<br />

chenrolle eingetragen. Das<br />

f <strong>de</strong>r Zeichenurkun<strong>de</strong> amt-<br />

96 wur<strong>de</strong> die erste<br />

rolle eingetragen. Die<br />

eute in über 150 Län<strong>de</strong>rn<br />

die Stilformen <strong>de</strong>r Marke<br />

Graphiken wird dieser<br />

1895<br />

1913<br />

1926<br />

1957<br />

Die Firma für Tinte und Farben, Günther<br />

Wagner ließ am 27. November 1878 beim<br />

Amtsgericht Hannover ihre erste Schutz-<br />

marke hinterlegen. Der Pelikan war <strong>de</strong>m<br />

Familienwappen Wagners entnommen.<br />

Nach Einführung <strong>de</strong>r sogenannten Zeichen-<br />

rolle beim kaiserlichen Patentamt wur<strong>de</strong><br />

die Bildmarke am 26. Februar 1896 einge-<br />

tragen. Einen Tag früher, am 25. Februar<br />

1896 wur<strong>de</strong> die erste Wortmarke „Pelikan“<br />

in die Zeichenrolle eingetragen. Die Pelikan<br />

Wort- und Bildmarke ist heute in über 150<br />

Län<strong>de</strong>rn <strong>de</strong>r Welt geschützt.<br />

Mit <strong>de</strong>m Zeitgeist haben sich auch die<br />

Stilformen <strong>de</strong>r Marke geän<strong>de</strong>rt, <strong>de</strong>r Vogel<br />

mit <strong>de</strong>n Jungen wur<strong>de</strong> mehr und mehr stilisiert<br />

und <strong>de</strong>r Schriftzug mo<strong>de</strong>rnisiert.<br />

3


Der Quelle-Schriftzug zum Jahr 2000 trat<br />

zum ersten Mal komplett in Kapitälchen<br />

auf, die ausgestreckte „Freundschaftshand“<br />

entfiel, das Q wur<strong>de</strong> mit einer schmalen<br />

Öffnung im <strong>Buch</strong>stabenrund abstrahiert.<br />

Das zukunftsorientierte und international<br />

wirken<strong>de</strong> neue Design-Logo behielt seine<br />

Grundfarbe Blau bei. „Allerdings haben wir<br />

das Blau etwas verän<strong>de</strong>rt. Es wirkt jetzt<br />

dynamischer und wird <strong>de</strong>r elektronischen<br />

Anwendung besser gerecht.“, so Willi Har-<br />

rer, Vorstandsvorsitzen<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r Quelle AG.<br />

Bis 1945 präsentierte sich <strong>de</strong>r Name<br />

im Geschmack <strong>de</strong>r Zeit in Frakturschrift.<br />

Die von 1945 bis 1952 gültige Wortmarke<br />

zeigte, ein wenig uneben, das zu dieser Zeit<br />

extrem notwendige Improvisationstalent,<br />

welches Firmengrün<strong>de</strong>r Gustav Schickedanz<br />

und seine Frau Grete besaßen. 1953 wur<strong>de</strong><br />

in das Logo zum 25jährigen Jubiläum die<br />

Freundschaftshand eingefügt, die auch bei<br />

<strong>de</strong>m gefälligeren, run<strong>de</strong>ren Schriftzug von<br />

1984 bis 1999 erhalten blieb.<br />

3


Der Otto Maier Verlag, Ravensburg, hatte<br />

zunächst kein eigenes Firmenzeichen.<br />

Je<strong>de</strong>r Gestalter von <strong>Buch</strong>- o<strong>de</strong>r Spieletiteln<br />

konnte die bei<strong>de</strong>n <strong>Buch</strong>staben O und M für<br />

„Otto Maier“nach eigener Vorstellung gra-<br />

fisch umsetzen.<br />

Im Rahmen eines neuen Produkt<strong>de</strong>signs<br />

1926 wur<strong>de</strong> von <strong>de</strong>n drei Söhnen <strong>de</strong>s Verlagsgrün<strong>de</strong>rs<br />

ein neues Warenzeichen eingeführt.<br />

Das Bildsymbol zeigte eine schwarze<br />

Puppe mit einem ausgespartem Kreis, <strong>de</strong>r<br />

ein M beinhaltet.<br />

Die dritte Verlegergeneration ließ die<br />

Puppe aktualisieren. Die so entstan<strong>de</strong>ne<br />

Spitzkegel-Figurine wur<strong>de</strong> 1956 als Warenzeichen<br />

für Spiele und Bil<strong>de</strong>rbücher registriert.<br />

Ab 1957 erschien die Spitzkegel-Figur<br />

im schwarzen Dreieck mit <strong>de</strong>m Schriftzug<br />

„Ravensburger“.<br />

Das Erscheinungsbild musste Mitte <strong>de</strong>r<br />

70er Jahre angepasst wer<strong>de</strong>n. Das Dreieck<br />

sollte jetzt nur noch mit <strong>de</strong>m Wortzeichen<br />

„Ravensburger“ versehen wer<strong>de</strong>n. Da Registrierungen<br />

nur in schwarz-weiß erfolgten,<br />

konnte das reale Erscheinungsbild <strong>de</strong>s<br />

Signets durch Farben modifiziert wer<strong>de</strong>n. So<br />

wählte man Blau als Hintergrund und Weiß<br />

für <strong>de</strong>n Helvetica-Schriftzug.<br />

41


Der dreiundzwanzigjährige Jakob Sigle<br />

machte sich 1885 als Schuhmacher in Korn-<br />

westheim selbstständig. Das Beson<strong>de</strong>re an<br />

Salaman<strong>de</strong>r war, dass sie nicht nur Schuhe<br />

herstellte, son<strong>de</strong>rn sie durch ein eigenes<br />

Filialnetz vertrieb.<br />

Im Jahr 1904 entstand Salaman<strong>de</strong>r mit<br />

Wort- und Bildmarke und wur<strong>de</strong> zum Patent<br />

eingetragen.<br />

Zu Werbezwecken wur<strong>de</strong> die Comicfigur<br />

Lurchi entwickelt. 1937 erschien das<br />

erste Lurchi Heft. So kam es, dass fortan<br />

während <strong>de</strong>s elterlichen Schuhkaufs Lurchi<br />

und seine Freun<strong>de</strong> die Herzen <strong>de</strong>r Kin<strong>de</strong>r eroberten.<br />

Die Sammelbän<strong>de</strong> waren für Kin<strong>de</strong>r<br />

im Grundschulalter konzipiert, in Schreibschrift<br />

gehalten und durchweg in einfachen<br />

Paarreimen verfasst. Bei seinen Abenteuern<br />

stan<strong>de</strong>n Lurchi immer fünf weitere Freun<strong>de</strong><br />

bei: Hopps, Pippin, Mäusepiep, Igelmann<br />

und Unkerich. Der oft sehr erfolgreiche Ausgang<br />

aller Abenteuer war <strong>de</strong>m vielfältigen<br />

und teils sehr unkonventionellen Einsatz<br />

<strong>de</strong>r Salaman<strong>de</strong>rschuhe zu verdanken.<br />

Lurchi war damit sowohl Sympathieträger<br />

für die Schuhmarke als auch für die bedrohte<br />

Spezies <strong>de</strong>r Feuersalaman<strong>de</strong>r.<br />

43


Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen<br />

ein transparentes Klebeband zu entwickeln,<br />

gelang <strong>de</strong>m Unternehmen Beiersdorf 1935<br />

<strong>de</strong>r Durchbruch. Das Klebeband, das an-<br />

fänglich „Beiersdorf Klebefilm“ hieß, wur<strong>de</strong><br />

später nach <strong>de</strong>m Spitznamen <strong>de</strong>r Sekretärin<br />

Elsa Tesmer benannt. Der Spitzname war<br />

entstan<strong>de</strong>n aus <strong>de</strong>n Anfangsbuchstaben ih-<br />

res Nachnamens Tesmer und <strong>de</strong>n Endbuch-<br />

staben ihres Vornamens Elsa. Nach<strong>de</strong>m <strong>de</strong>r<br />

Name zunächst für an<strong>de</strong>re Beiersdorf-Pro-<br />

dukte verwen<strong>de</strong>t wur<strong>de</strong>, z. B. für Zahnpasta,<br />

dann für Konservierungsmittel, wur<strong>de</strong> er<br />

kurze Zeit später für <strong>de</strong>n neuentwickelten<br />

Klebefilm übernommen: Tesa-Klebefilm,<br />

verkürzt zu Tesafilm, eine Marke die heute<br />

für eine ganze Produktart steht und in <strong>de</strong>n<br />

Du<strong>de</strong>n aufgenommen wur<strong>de</strong>. Inzwischen<br />

umfasst die Tesa-Produktfamilie mehr als<br />

800 Bürobedarfsartikel.<br />

45


Im Jahr 1932 gelang <strong>de</strong>m Büroartikelfabri-<br />

kanten August Fischer nach unzähligen<br />

Versuchen die Entwicklung eines glasklaren<br />

Klebstoffs auf Kunstharzbasis, <strong>de</strong>r fast alles<br />

schnell und dauerhaft verbin<strong>de</strong>n konnte.<br />

Der erste Alleskleber war erfun<strong>de</strong>n. Bereits<br />

im gleichen Jahr wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Haushaltskleber<br />

in die charakteristische schwarz-gelbe Tube<br />

gefüllt.<br />

Wie in <strong>de</strong>r Papier- und Schreibwarenbranche<br />

üblich, wählte er für sein neues<br />

Produkt <strong>de</strong>n Namen eines Vogels und entschied<br />

sich für <strong>de</strong>n Uhu, <strong>de</strong>r seinerzeit noch<br />

im Schwarzwald heimisch war.<br />

Zwischenzeitlich ist <strong>de</strong>r Klebstoff in <strong>de</strong>r<br />

schwarz-gelben Tube einer <strong>de</strong>r bekanntesten<br />

Markenartikel unserer Zeit.<br />

4


Die Entstehungsgeschichte <strong>de</strong>s Volkswagen-<br />

Markenzeichens ist nicht genau überliefert.<br />

Eine Version besagt, dass <strong>de</strong>r Konstrukteur<br />

Franz Xaver Reimspieß bei je<strong>de</strong>r Gelegen-<br />

heit zu Papier und Stift griff und zeichnete.<br />

In einer dieser Kritzeleien spielte er mit <strong>de</strong>n<br />

<strong>Buch</strong>staben V und W und das Emblem war<br />

geboren.<br />

An<strong>de</strong>rerseits behauptet <strong>de</strong>r schweizer<br />

Grafiker Nicolai Borg, das Logo entworfen<br />

zu haben und kämpft schon seit Jahren um<br />

Anerkennung von Volkswagen.<br />

Die Urversion <strong>de</strong>r Marke bestand aus<br />

einem Zahnrad, das <strong>de</strong>m Zeichen <strong>de</strong>r NS-<br />

Arbeiterfront ähnelte.<br />

4


Das heute zu <strong>de</strong>n führen<strong>de</strong>n <strong>de</strong>utschen<br />

Besteckherstellern zählen<strong>de</strong> Unternehmen<br />

aus Geislingen in <strong>de</strong>r Steige wur<strong>de</strong> 1853 von<br />

Daniel Straub gemeinsam mit <strong>de</strong>n Brü<strong>de</strong>rn<br />

Louis und Friedrich Schweizer als Metallwa-<br />

renfabrik „Straub & Schweizer“ gegrün<strong>de</strong>t.<br />

Nach<strong>de</strong>m das noch junge Unternehmen<br />

1862 auf <strong>de</strong>r Weltausstellung in London mit<br />

einer Goldmedaille ausgezeichnet wur<strong>de</strong><br />

und vier Jahre später die bei<strong>de</strong>n Schweizer-<br />

Brü<strong>de</strong>r ausstiegen, wur<strong>de</strong> das Unterneh-<br />

men in „Straub & Sohn“ umbenannt. 1880<br />

beschäftigte das Unternehmen bereits 200<br />

Mitarbeiter und <strong>de</strong>r Produktkatalog umfass-<br />

te 960 verschie<strong>de</strong>ne Artikel. Im gleichen<br />

Jahr schloss sich Straub mit <strong>de</strong>r Esslin-<br />

ger Metallwarenfabrik „Ritter & Co.“ zur<br />

„Württembergische Metallwarenfabrik AG“<br />

zusammen, kurz WMF.<br />

51


®<br />

<br />

X-beliebig? Ein Markenzeichen muss nicht<br />

nur ansprechend und schnell erfassbar sein,<br />

auch gut in Erinnerung bleiben soll es und<br />

vor allem: Es muß unverwechselbar sein.<br />

Schließlich ist es das Zeichen, das dazu<br />

dient, bestimmte Waren o<strong>de</strong>r Dienstleistun-<br />

gen eines Unternehmens von gleichartigen<br />

Waren und Dienstleistungen an<strong>de</strong>rer Unter-<br />

nehmen zu unterschei<strong>de</strong>n. Häufig wer<strong>de</strong>n<br />

die Zeichen mit einem R in einem Kreis<br />

gekennzeichnet, wenn das Markenzeichen<br />

amtlich registriert ist o<strong>de</strong>r mit einem TM für<br />

Tra<strong>de</strong>mark als unregistriertes Markenzei-<br />

chen.<br />

Um eine Marke zu schützen kann man<br />

sie in das Markenregister <strong>de</strong>s Deutschen<br />

Patent- und Markenamtes eintragen lassen.<br />

Außer<strong>de</strong>m kann eine Schutzmarke durch<br />

Benutzung entstehen o<strong>de</strong>r durch die sogenannte<br />

notorische Bekanntheit.<br />

Den überwiegen<strong>de</strong>n Teil <strong>de</strong>r Marken<br />

in Deutschland und auch in diesem <strong>Buch</strong><br />

stellen die Registermarken dar.<br />

53


54<br />

Strom


Yello Strom ist ein Unternehmen mit einem<br />

ein<strong>de</strong>utigen Geschäftszweck: <strong>de</strong>m Verkauf<br />

von Strom an private Haushalte in <strong>de</strong>r<br />

ganzen Bun<strong>de</strong>srepublik. Der Auftritt <strong>de</strong>r<br />

Marke Yello Strom ist vor allen Dingen von<br />

einem Merkmal gekennzeichnet: <strong>de</strong>r Farbe<br />

Gelb. „Gelb. Gut Günstig“ heißt das zentrale<br />

Motto <strong>de</strong>s Unternehmens. Gut und günstig<br />

sind unsichtbare Qualitäten, Gelb dagegen<br />

nicht. Strom selbst ist immateriell und hat<br />

<strong>de</strong>shalb auch keine Farbe. Der Unterschied<br />

zu an<strong>de</strong>ren Stromanbietern ist wie das<br />

Unternehmen am Markt agiert. Yello ist <strong>de</strong>r<br />

gelbe Strom.<br />

Gelb ist eine Farbe mit Signalwirkung.<br />

Man assoziiert damit Eigenschaften wie aktiv,<br />

fröhlich, frisch, frech, laut. Yello ist die<br />

um das W verkürzte Form <strong>de</strong>s englischen<br />

Worts für Gelb. Es hat gegenüber <strong>de</strong>m <strong>de</strong>utschen<br />

Wort <strong>de</strong>n Vorteil, dass es eine helle<br />

und eine dunkle Silbe enthält, was mit <strong>de</strong>r<br />

Gestaltung <strong>de</strong>s Zeichens korrespondiert.<br />

Hinzu kommt <strong>de</strong>r Charakter eines Ausrufes<br />

(engl. to yell). Die Run<strong>de</strong> Form <strong>de</strong>s Logos<br />

kann Assoziationen wecken mit <strong>de</strong>r Erdkugel,<br />

einer Steckdose o<strong>de</strong>r einem Eidotter.<br />

Der Schwarz-Weiß Kontrast steht für Tag<br />

und Nacht, An und Aus, Plus und Minus.<br />

Die Sinuskurve wird allgemein als Zeichen<br />

für Strom verstan<strong>de</strong>n.<br />

55


Die traditionsreiche Geschichte <strong>de</strong>r Mar-<br />

ke Zwilling begann am 13. Juni 1731 (im<br />

Sternzeichen <strong>de</strong>s Zwilling), als <strong>de</strong>r Solinger<br />

Messermacher Peter Henckels das heute<br />

weltweit bekannte Zeichen als Schutzmarke<br />

in die Solinger Messermacher-Rolle eintra-<br />

gen ließ. Zwilling ist somit eine <strong>de</strong>r ältesten<br />

Marken <strong>de</strong>r Welt.<br />

Ein Nachfahre von Peter Henckels,<br />

Johann Abraham Henckels, gab <strong>de</strong>m Unternehmen<br />

seinen heutigen Namen:<br />

Zwilling J.A. Henckels.<br />

5


Objektbasiert<br />

Allianz<br />

Brandt<br />

Dr. Oetker<br />

Erdal<br />

Faber-Castell<br />

Gerolsteiner<br />

Haribo<br />

Jägermeister<br />

Lufthansa<br />

Obi<br />

Pelikan<br />

Salaman<strong>de</strong>r<br />

Zwilling<br />

13 (52%)<br />

rot: 7<br />

orange: 4<br />

gelb: 4<br />

grün: 2<br />

blau: 6<br />

silber: 2<br />

Grundformen<br />

Kärcher<br />

Merce<strong>de</strong>s-Benz<br />

Ravensburger<br />

Volkswagen<br />

Yello<br />

5 (20%)<br />

Schriftbasiert<br />

Creme 21<br />

Iglo<br />

Nivea<br />

Quelle<br />

Tesa<br />

Uhu<br />

WMF<br />

7 (28%)<br />

von insgesamt 25 Markenzeichen in diesem <strong>Buch</strong>.


Die Markenzeichen in diesem <strong>Buch</strong> habe ich<br />

<strong>de</strong>r Übersichtlichkeit halber in drei einfache<br />

Kategorien eingeteilt:<br />

» Darstellung von Objekten, wie Pflanzen,<br />

Tiere, Menschen<br />

» aus mathematische Grundformen Dreieck,<br />

Quadrat und Kreis aufgebaut<br />

» schrift- o<strong>de</strong>r buchstabenbasierte Zeichen<br />

Die meisten <strong>de</strong>r hier aufgeführten Marken<br />

haben sich für ein objektbasiertes Zeichen<br />

entschie<strong>de</strong>n, das immer ein guter Sym-<br />

pathieträger ist. Offenbar eignen sich für<br />

schriftbasierte Markenzeichen überwiegend<br />

kurze Namen.<br />

Die Farbanalyse zeigt die beliebtesten<br />

Hauptfarben <strong>de</strong>r Firmenzeichen dieses<br />

<strong>Buch</strong>s. Auch wenn 25 Beispiele nicht repräsentativ<br />

sein können sieht man doch, dass<br />

Blau und Rot dominieren.<br />

5


Mein Dank gilt<br />

» Prof. Frank-Joachim Grossmann, Dozent<br />

an <strong>de</strong>r Fachhochschule Schwäbisch Hall,<br />

für die Betreung dieses Projekts.<br />

» Prof. Kurt Wei<strong>de</strong>mann für Anregungen<br />

und Vorschläge zur Gestaltung.<br />

» Carola Wüst für das Korrekturlesen.<br />

» allen Firmen, die mir Informationen über<br />

ihr Markenzeichen zukommen ließen.<br />

Ohne sie alle wäre die Realisation dieses<br />

<strong>Buch</strong>s nicht möglich gewesen.<br />

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