Regesta Habsburgica - University of Toronto

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Regesta Habsburgica - University of Toronto

PUBLIKATIONEN DES OSTERR. INSTITUTS FUR GESCHICHTSFORSCIIUNG.

REGESTA HAB8BURGI0A.

REGESTEN DER GRAFEN VON HABSBURG UND DER HERZOGE YON

OSTERREICH AUS PEM HAUSE HABSBURG.

MIT UNTEKSTtJTZUNG DER AKADEMIE DEE WISSENSCHAFTEN IN WIEN

VOM

OSTERR. INSTITUT FUR GESCHICHTSFORSCHUNG

UNTER LEITUNG VON

OSWALD REDLICH.

III.

ABTEILUNG.

DIE REGE8TEN DER HERZOGE VON OSTERRBICH

SOWIE

FRIEDRICH8 DES SCHONEN ALS DEUTSCHEN KONIGS

VON 1314-1330

BEARBEITET VON

LOTHAR OROSS.

INNSBRUCK.

UNIVERSITATS-VEKLAG WAGNER.

1924.


Vorbemerkungen des Bearbeiters.

Mit der vorliegenden zweiten Lieferung gelangt nunmcln- die dritte Abteilung der Regesta Habsburgica

zum AbschluC. Da die nachfolgenden Bemerkungen bestimmt sind, an die Stelle der der ersten Lieferung

beigegebenen vorliiufigen Vorbemerkungen zu treten, sei es gestattet, das Wesentliche des dort Gesagten hier

zu wiederholen.

Die Herausgabe der dritten Abteilung, deren Bearbeitung mir nach den ersten Vorarbeiten Heinrich

KretschmajTs schon 1910 iibertragen wurde, hat zuniichst durch den Krieg, walirend dessen ich wegen amtlicher

Lianspruchnahme die Arbeit unterbrechen muCte, und nachher durcli die groCen finanziellen Schwierigkeiten,

die sich lieute der Drucklegung aller wissenschaftlichen Publikationen entgegenstellen, eine groBe Verzogerung

erlitten. Konnte die erste Lieferang dieser Abteilung nur dank der weitgehenden Unterstutzung des

,Vereines der Freunde derWiener Universitat" und dank des Entgegenkommens desVerlages

erscheinen, so verdankt die zweite Lieferung ihre Drucklegung besonders der tatkriiftigen Hilfe, die die

Allgemeine geschichtsforschende Gesellschaft der Schweiz imserem Unternehmen durch

Einleitung einer Subskription im Wege ihrer Zeitsclirift hat angedeihen lassen. Insbesondere sind es die

Herren Oberrichter Dr. Walter Merz-Diebold in Aarau, Prof. Dr. Hans Nabholz, Staatsarchivar

in Zurich, und Prof. Dr. Priedrich Hegi, denen wir fur ihre unermiidliche Hilfe zu aufrichtigstem

Danke verpflichtet sind. Ebenso hat die Akademie der Wissenschaften in Wien durch eine nambafte

Subvention zur Ermoglichung des Druckes wesentlich beigetragen, woffir der ergebenste Dank ausgesprochen

wird.

Die 3. Abteilung enthalt auch dle Urkunden, die Friedrich der Schone als deutscher Konig

ausgestellt hat, und tritt so gemiiB einer mit dem Leiter der Neubearbeitung von .J. F. B 6 h m e r s B e g e s t a

imperii, Hofrat Prof. Ottenthal, getroffenen Vereinbarung fiir die Urkunden Friedriclis des Schonen an

die Stelle der Eegesta imperii.

An der arcbivalischen Sammelarbeit fiir die 3. Abteilung, die teilweise auch von Prof. Harold

Steinacker besorgt worden ist, waren folgende Mitglieder des Instituts ftir osterreich. Geschichtsforschung

beteiligt : Ankwicz, Bauer, Bilger, Bittner, Frisch, Hefel, Hirsch, Honel (fj, John, Kallbrunner, Kment, Lohr,

Liintz (t), Martin, J. K. Mayr, Melzer (f), Mitis, Eeich, Samanek, Schindler, Srbik, Thomaseth, Wallner,

Webhofer und Wolkan.

Zu besonderem Danke sind wir auch diesmal wieder Herrn Staatsarchivar Dr. HansHerzog in Aarau

verpflichtet, ferner den Herren Staatsarchivaren Dr. Eobert Durrer in Stans, P. X. Weber in Luzern,

Prof. Dr. H. Ttirler in Bern, Prof. Dr. Fr. Kraraer im Haag, Landesarcliivdirektor Dr. J. Zibermayr

in Linz und Stiftsarchivar P. B. Hammerl in Zwettl, sowie allen jenen zahlreichen Archivvorstanden,

die unsere Arbeit gefordert haben.

Auf mehreren von dem Mitarbeiter 0. H. Stowasser und dem Bearbeiter unternommenen Eeisen

wurde das friiher in den Archiven Osterreichs, Deutschlands, der Schweiz und Italiens aufgenommene Material

nochmals iiberpruft und erganzt und so der groBte Teil der Orginale eingesehen. Bei einem groBen Teil der

Schweizer Archive und bei einigen anderen Archiven machten leider die infolge des Krieges eingetretenen

finanzieUen Schwierigkeiten diese Uberpriifung unmoglich. Durch Stowasser wurde auch das Staatsarchiv in


Neapel fflr unsere Zwecke durcliforscht, hingegen •«'urde das Arcliiv in Barcelona von uns nicht besucht, fur

die Bearbeitung der dort uberlieferten Urkunden dienten uns die Publikationen von Zeissberg und Finke als

Grundlage. Herrn Geh. Eat Prof. Finke sind wir fur die Uberlassung der Kon-ekturbogen des 3. Bandes

seiner Acta Aragonensia zu Dank verbunden.

DaC Vollstandigkeit des Materials erstrebt wurde, braucht nicht betont zu werden, da(5 sie

nicht erreicht werden konnte, wird jedem klar sein, der sich vor Augen halt, wie groC das Gebiet ist, auf

das sich die archivalischen Pundorte verteilen, und wie leicht einzelne Urkunden, besonders in oft nur schwer

zuganglichen Privatarchiven, auch einer planmaCigen Durchforschung entgehen konnen. Eine systematische

Durcharbeitung des spateren Urkundenmaterials wird sicher auch nocli eine Anzahl von Deperdita zu

Tage fordern.

Soweit als es eigene Anschauung oder genaue Angaben in Urkundenwerken ermoglichten, war ich

bemiiht, die vorkommenden Siegel zu bestimmen und die Art ihrer Befestigung anzugeben. Die Bestimmung

muCte nach dem Werke von Karl v. Sava, Die Siegel der osterreichischen Kegenten, Wien 1869,

erfolgen, da die urspriinglich geplante Beigabe eines Siegelheftes infolge der hohen Kosten nicht moglich

war. Die schon erwahnte Tatsache, daC nicht alle Originale von uns eingesehen werden konnten, brachte in

die Angaben iiber die Siegel gewisse UnregelmaCigkeiten, die man als Folge der schwierigen Verhaltnisse

nachsehen moge.

Was die Druckeinrichtung anlangt, ist gegenuber der 1. Abteilung eine wesentliche Andei-ung

eingetreten, indem aus Griinden der Eaumersparnis sowohl Orts- wie Datumskolumne weggelassen wurden.

Die Fassung der Eegesten soll den Inhalt erschijpfen, nur bei jenen Urkunden, in denen die Habsbm-ger

weder Aussteller noch Empfanger sind, habe ich mich kiirzer gefaCt. Bei der Druckangabe wurde VoUstandigkeit

angestrebt, nur bei Urkunden der letzterwahnten Art habe ich mich meist mit der Angabe des

letzten Druckes begniigt. Auch jene Werke, in denen Eegesten der betreffenden Urkunde zu finden sind,

wurden aufgenommen, hingegen unterblieb die Angabe aller Biicher, in denen die Urkunde nur zitiert oder

beniitzt ist. Ich bin mir bemiCt, daC die Literaturangaben, besonders hinsichtlich ausliindischer Werke.

einzekie Liicken aufweisen werden, die gegenwartigen Verhaltnisse haben jedoch eine Erganzung nicht nioglich

gemacht.

Die r t s n a m e n sind, wo immer ihre Identifizierung moglich war, in ihrer modernen Form wiedergegeben,

die urkundlichen Formen sind bei starkeren Abweichungen gegeniiber der heutigen Form in runden

Klammern beigesetzt. Der Bearbeiter war elirlich bemiiht, die Ortsnamen zu bestimmen, er ist sich aber

wohl bewuCt, daC eine richtige Identifizierung vielfach nur durch genaue lokalliistorische Kenntnisse ermoglicht

wird, iiber die man stets nur auf einem beschrankten Gebiete verfiigen kann, und daC Fehler hier ebenso

leieht gemacht werden konnen wie Berichtigungen billig sind.

Die Datierung wurde stets in der urkundlichen Fassung, jedoch mit gewissen, leicht verstiindlichen

Kiirzungen, wiedergegeben. Gewisse Inkonsequenzen sind auch hier in den sclion erwiihnten Sclnvierigkeiten

begrtindet.

Eine Anzahl von Xachtriigen, die der zweiten Lieferung beigegeben wurden, entstaiunieii groBteiiteils

dem inzwischen erschienenen 3. Bande von Finkes Acta Aragonensia.

Ein ausfiihrliches Kegister, das auch die 1. Abteilung sowie die 2. von H. Steinacker und 0. Stowasser

bearbeitete umfassen soU, sowie ein Verzeichnis der bentitzten Druckwerke vnri nach dem ]M-scheinen

der 2. Abteilung als separates Heft zur Ausgabe gelangen.

Fur mannigfache Hilfe aller Art, sowie fur das Mitlesen der Korrekturen, sei aucli an dieser Stelle

den Herren Prof. Steinacker und Stowasser aufrichtigst gedankt.

Wien, ini April 1924.

Lothar GroB.


PrRLlKATIONRN DES OSTERR. INSTITUTS FUR GESdHICHTSPORSCIIUNG.

REGESTA HABSBURGICA,

REGESTEN DER GRAFEN YOiN HABSBURG UND DER HERZOGE VON

OSTERRELCH AUS DEM HAUSE HABSBURG.

HKRAUSGEGEBEN

MIT UNTERSTUTZUNG DER AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN

VOM

OSTERR. mSTITUT FUR GESCHICHTSFORSCHUNG

UNTER LEITUNG VON

OSWALD REDLICH.

III.

ABTEILUNG.

DIE REGE8TEN DER HERZOGE VON OSTERREICH

SOWIE

FRIEDRICHS DES SCHONEN ALS DEUTSCHEN K0NIG8

VON 1314-1330

BEARBEITET VON

LOTHAR eiROSS.

1. LIEFERUNG.

INNSBRUCK.

UNIVERSITATS-VEHLAG WAGNKR.

1922.


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in 2009 with funding from

University of Toronto

http://www.archive.org/details/regestahabsburgi03vien


Vorbemerkuiigeii des Bearbeiters.

Mit (ieni vorliegenden Hefte wird die erste Lieferung der dritten Aljteilung der Regesta Habsburgica

der Offentliclikeit ubergeben. Die Herausgabe dieser Abteilung, deren Bearbeitung mir nacli den Vorarbeiten

Heinrich Kretschmayrs bereits l'J10 iibertragen wurde, hat zunaclist durch den Krieg, wabrend dessen ich

wegen amtliclier Inansprucbnabme die Arbeit unterbrechen muBte, und nacliher durcb die grofien finanziellen

Schwierigkeiten, die sicb heute der Drucklegung aller wissenscliaftliclien Pu])likationen entgegenstellen, eine grofie

Verzogerung erlitten. Nur der weitgehenden Unterstutzung des ,Vereines der Freunde der Wiener

Universitat- und dem Entgegenkommen des Verlages ist es zu verdanken, dal5 heute wenigstens diese

melir als die Halfte der ::5. Abteilung umfassende Lieferung erscliemen kann, der in hoffentlicb niclit allzu

ferner Frist der Rest der 3., sowie die die Jaiire 1281— 1314 umfassende, von Harold Steinacker und ()tto

Stowasser bearbeitete 2. Abteilung wird folgen konnen.

Diese 3. Al)teilung enthalt auch die Urkunden, die Friedricli der Schone als deutscher Ivonig

ausge.stellt hat, und tritt so gemali einer mit dem Leiter der Neubearbeitung von .L F. Bohmers Reg

e s t a i m p e r i i, Hofrat Prof. 1 1 e n t li a 1, getroffenen Vereinbarung fiir die Urkunden Friedrich des Sclionen

an die Stelle der Regesta imperii.

Auch fur die 3. Abteilung wurde ein grofler Teil der archivalisclien Sammelarbeit durcli Mitglieder

des Instituts fiir osterreich. Geschichtsforschung besorgt. An dieser Arbeit waren beteiligt die Herren Ankwicz,

Bauer, Bilger, Bittner, Friscli, Hefel, Hirsch, Honel, Jobn, Kallbrunner, Kment, Lohr, Luntz (f), Martin,

.1. I\. Mayr, Melzer (f), Mitis, Reich, Samanek, Schindler, Srbik, Tiiomaseth, Wallner, Webhofer und Wolkan.

Zu besonderem Danke sind wir auch diesmal wieder Herrn Staatsarchivar Dr. Hans Herzog in

Aarau verpfllchtet, ferner den Herren Staatsarchivaren Dr. Eobert Durrer in Stans, Dr. Hans Nabholz

in Ziirich, F. X. Weber in Luzern, Professor Dr. H. Tiirler in Bern, Professor Dr. Fr. Kramer im

Haag, Landesarchivdirektor Dr. Zibermayr in Linz und Stiftsarchivar P. B. Hammerl in Zwettl, sowie

allen jenen zahlreichen Archivvorstanden, die unsere Arbeiten gefordert haben.

Auf mehreren von dem Mitarbeiter 0. Stowasser und dem Bearbeiter unternommenen Reisen wurde

das friiher in den Archiven OsteiTeichs, Deutschlands, der Schweiz und Italiens aufgenommene Material nochinals

iiberpriift und erganzt und so der grofite Teil der Originale eingesehen. Bei einem groDen Teil der

Schweizer Archive und bei einigen anderen Archiven machten leider die infolge des Krieges eingetretenen

finaMziellen Schwierigkeiten diese Uberpriifung unmoglich. Durch Stowasser wurde auch das Staatsarchiv in

Xeapel fur unsere Zwecke durchforscbt, hingegen wurde das Archiv in Barcelona von uns nicht besucht, fiir

ilie Bearbeitung der dort uberlieferten Urkunden dienten uns die Publikationen von Zeissberg und Finke als

Orundlage.

DaC VoIIstandigkeit des Materials erstrebt wurde, braucht nicht betont zu werden, daC sie

nicht errciclit werden konnte, wird jedem klar sein, der sich vor Augen halt, wie groC das Gebiet ist, auf

das sich die archivalischen Fundorte verteilen und wie leicht einzelne ['rkunden, besonders in oft nur schwer

zugiinglichen Privatarchiven, auch einer systematiscben Durchforschung entgehen konnen. Eine systematische

Durcharbeitung des spateren Urkundenmaterials wird sicber auch noch eine Anzahl von Deperdita zu Tag

tVirdern.


IV

Soweit iils es eigene Anschauuiig oder genaue Angaben in Urkundenwerken eniiOgiichten, war ieh

hemilht, die vorkommenden Siegel zu bestiramen und auch die Art ihrer Befestigung anzugeben. Die Bestimmung

muCte nach dem Werke von Karl v. Sava, Die Siegel der osterr. Kegenten, Wien 1869, erfolgen,

da die ursprunglich geplante Beigabe eines Siegelheftes infolge der hohen Kosten nicht moglich war.

Die schon erwalmte Tatsache, daC nicht alle Originale von uns eingesehen werden konnten, brachte in die

Angaben tiber die Siegel gewisse Unregelmafiigkeiten, die man als Folge der schwierigen Verhaltnisse nachsehen

moge.

Was die Druckeinrichtung anlangt, ist gegeniiber der 1. Abteilung eine wesentliclie Anderung

eingetreten, indem aus Griinden der Kaumersparnis sowohl Orts- wie Datumskolumne weggelassen

wurden. Die Fassung der Regesten soll den Inhalt erschcipfen, nur bei jenen Urkunden, in denen die

Habsburger weder Aussteller noch Empfanger sind, habe ich mich kurzer gefaI5t. Bei den Druckangaben

wurde Vollstiindigkeit angestrebt, nur bei den Urkunden der eben erwahnten Art habe ich mich meist mit

der Augabe des letzten Druckes begniigt. Auch jene Werke, in denen Regesten der betretfenden Urkunde

zu finden sind, wurden aufgenommen, hingegen unterblieb die Angabe aller Biicher, in denen die Urkunde

nur zitiert oder benatzt ist.

Die Ortsnamen sind, wo immer ihre Identifizierung moglich war, in ihrer raodernen Form wiedergegeben,

die urkundlichen Formen sind bei starkeren Abweichungen gegeniiber der heutigen Form in runden

Klammern beigesetzt. Der Bearlieiter war ehrlich bemuht, die Ortsnamen zu bestimmen, er ist sich aber

wohl bewuI3t, daC eine riclitige Identitizierung vielfach nur genaue lokalhistorische Kenntnisse ermoglichen,

iiber die man stets nur auf einera beschrankten Gebiete verfiigen kann, und Fehler liier ebenso leicht gemacht

werden konnen, wie Berichtigungen billig sind.

Die Datierung wurde stets in der urkundlichen Fassung, jedoch mit gfwissen leicht verstandlichen

Kiirzungen, wiedergegeben. Gewisse Inconsequenzen sind auch hier dmxh die schon erwiihnten Schmerigkeiten

entstanden.

Fur mannigfache Hilfe aller Art, sowie fiir das Mitlesen der Korrekturen, sei


im (n. 1-2).

131-t Oktobor 1J>, vor Frankfurt. — Hzg.FriedrichvonOsterreichwird vondenKurfurstonHeiuricli, KtinigvonBOhmen

und Hzsr. vou Kiiriiten, Rudolf, Hzg. voii Sachsen und Rudolf, Pfalzgraf bei Hhein und Hzg. von Bayern im eigenen uud

iinNameu des abwesendon Erzbischofs Heinrich von K^ln zum deutschen Ktinig gewiihlt. — Uatum und Hergang der

Wahl sind dem Wahldekret (Reg. n. 2) zu eutnehmen. Von chroiiikalischeu Aufzeithnungen vgl. als Hauptquellen : Kiinigsaaler

Chronik i. Font. rer. Austr. ]/8, 367 ff.; Johann v. Viktriiig ed. ¥. Schneider 2, G5 u. 105; Mathias von Neuenburg

i. Bohmer Fontos 4, 188 (dazu Weiland i. Abh. d. Giittiug. Ges. d. Wiss. 37, 21 u. 38, 50); Heinrich d. Taube

(^Rebdorf) i. Bohmer Fontes 4, 512; Baior. Fortsetzg. dor siichs. Weltehrouik i. MG. Deutscho Chron. 2, 335 ; Johaunes

vou Winterthur ed. W\-ss 70; ferner Aunales S. Udalrici ot Afrae i. MG. SS. 17, 435; Chronica praesulum ed. Eckertz

i. Annalen 4, 217 u. Fontes adhuc iued. 37; Gesta Treviror. ed. W)'ttenbach u. Miiller 2, 233; Heinrich v. Herford ed.

Potthast 230. tJbcr die Quellen vgl. auch Vogt Reg. d. EB. v. Mainz 1 n. ](iy2. Reg. : BOhmer Eeg. 1246 — 1313 Add.II,

S. 509 n. 512 u. Reg. 1314—47 S. 164; Kisky Reg. d. EB. v. K5ln 4 n. 869. — Die Wahl Friedrichs erfolgte auf dem

linken Ufer des Mains bei Sadisonhausen (vgl. dariiber bes. d. Konigsaaler Chronik u. Joh. v. Viktring), wiihrend auf dem

rechten Ufer vor Frankfurt, das seine Tore geschlossen hielt, am 20. Okt. Hzg. Ludwig v. Bayern von den in seinem

Lager versammelten Kurfiirsten den Erzbischfifen Peter v. Mainz und Balduin v. Trier, Kg. Johann v. Bohmen, Markgraf

Waldemar von Braudenburg uud Hzg. Johann d.A. v. Sachsen gleichfalls zum deutschen Kiinige gewiihlt wurde, vgl. A'ogt

Reg. d. Erzbisch. V. Mainz l,n. 1692. — Von den Parteigangeru Friedrichs war derErzbischof von Kiiln am Erscheiiiou verhindert

worden, vgl. daruber 1 3 1 4 Okt. 5 der Abt. II,

auch der Pfalzgraf Rudolf wollte, wie aus seinem vom 17. Okt. datierten

Schreibeu hervorgeht, nicht zur Wahl erscheinen und hatto bereits den Bischof von Gurk mit seiner Vertretung betraut,

erschien aber im letzten Augenblick dennoch, wohl durch die Nachricht vom Fornbleiben des Kiilner Erzbischofes hiezu

bewogen. Uber die Abmachungen Friedricbs mit seinen Wahlern und seine Zugestandnisse an sie vgl. bes. die Urk. v. 1314

Mai 9 u. Sept. 24. Uber die Vorgeschichte der Doppelwahl uud diese selbst ist zu vgl. Miihling C, Geschichte d. Doppelwahl

d. J. 1314, eiue Schilderung der Wahl auch bei Kurz Fried. d. Sch. 1 1 7 ff. — iiber den Friedrich von Seite Heinrichs von

Kiirnteu geleisteten Zuzug vgl. jetzt die von Davidsohn i. d. Mitt. d. Inst. 37, 195 f. aus den Tiroler Rechuungsbiichern

gebrachten Belege.

—• Infolge Uuterbindung der Lebensmittelzufuhr durch seine Gegner (vgl. hieriiber Kfinigssaaler Chronik

u. Johannes v. Viktriug a. a. 0. sowie Odoricus a Portusnaone i. Arch. f. iist. Gesch. 36, 430), die die aus dem ElsaC auf

dem Rheine herabkommeuden Transporte abfingen, geriet Friedrich alsbald in eine schwierige Lage und sein Heer liiste

sich anf. Er verliefi daher seine Stellung und eilte nordwiirts, um sich mit dem Erzbischof von KOln zu vereinigen und

baldmiiglichst die Kriinung zu erlangen. 1

Wahldekret(kiirzereFassung): Kg. Heinrich von BiShmen, Hzg. von Kiirnten, Pfalzgraf Rudolf bei Rhein

und Hzg. Rudolf von Sachsen verkvinden dem kuuftigen Papst, daC sie nach Erlediguiig desEeichs durch den Tod K. Heinrichs

am 1 9. Okt. 1 31 4, dem einverstiindlich festgesetzten Tage, zur Wahl eines riimischen Kiinigs mit den iibrigen wahlberechtigten

Fiirsten mit Ausnahme des Erzbischofs Heinrich von Kiiln, der am Erscheinon verhindert, den Pfalzgrafen

Rudolf bevollmachtigte, bei Frankfurt, am althergebrachten Orte, zusammengetreten seien und nach Vorlosung einer (wiirtlich

eingeschalteten) in ihremNamen abgofaCten feierlichon Erkliirung durch BischofHeinrich von Gurk iiber die Ungiiltigkeit

und den AusschluC solcher Wahlstimmen, deren Trager exkommuniziert, im Interdikt oder aus anderen Griiniien zur

Wahl nicht berechtigt seien, sowie nach reiflicher Beratung und Erwiigung aller Umstande uud der das Reich bedriickenden

Lasten ihre Stimmeu auf Herzog Friedrich von Osterreich und Steiermark aus dem Geschlechte der rOm. Kiinige, einen

eifrigen Bekenner des rechten Glaubens, vereinigt hiitten, den sodann Pfakgraf Rudolf im eigenen sowie im Namen des

Erzbischofs Heinrich von KOln, des Konigs Hoinrich von Biihmen und des Herzogs Eudolf von Sachsen, uachdem dio iibrigen

Mitwahler am genannten Tage nicht erschienen waron und sich um das Wahlgeschiift nicht bekummert hatten, mit dem

wOrtlich mitgeteilten Wahlspruch zum rOmischen KOnig »promovendum in futurum iraperatorem« gewahlthabe, undbitten

den Papst nnter Ubersendung dieses Wahldekrets die Wahl Herzog Friedrichs anzuerkennen, ihn zum Kaisor und zum Vogt

der romischen Kirche und zura Beschiitzor dor Armen, Witwen und Waisen zu erhebon und mit horgebrachter und schuldiger

Feierlichkeit zu geeigueter Zeit und am geeigneteu Ort zu krOnen. Act. et dat. a. die et loco predictis (crastino beati

Luce evangeliste a. d. 1314 apud Frankenfiird). — 2 Orr. Wien. Staats-A. mit den Siegeln des Pfalzgrafou u. Rud. v. Sachsen.

Kg. Heinr. hatte, wie aus dem erweitert. Wahldekrot erhellt, seiu Siegol nicht bei sich. Miillor Kampf Ludw. d. B. 1, 383.

Schwalm MG. Const. 5, 89. Reg.: Koch-Wille Reg. d. Pfalzgrafen n. 1752. Kisky Reg. d. Erzbisch. v. KOIn 4 n. 870. 2

Wahldekret (liingero Fassung): Dieselben an den kunftigen Papst iiber dio Wahl Friedrichs in erweiterter

und veranderter Stilisieruug mit besonderer Hervorhebung der dera Pfalzgrafen vom Erzbischof von Koln ertoilten Generalvollmacbt

zurWahl sowie der Abwespuheit der ubrigen Kurfiirston, wortlicher Wiedorgabe der Abstimmuug dor einzelneu

Wahler, erweitertem Kiirspruch und Erklarung iibor die Annahme der Wahl seitens Friedrichs. Es sipgeln der Pfalzgraf

und der Herzog vou Sachsen, unter deren Siogeln sich auch Kg. Hoinrich, der das seiuigo nicht bei sich hat, verbindet.

Dat. wie u. 2. — 2 Orr. W'ien Staats-A., eines mit 3 Siegelu, darunter das des Erzbisch. v. Koln, das 2. mit 2 Siegeln.

Uber die Siegel vgl. Schwalm MG. Const. 5, 91 u. Zeumer Gold. BuIIe 53, obenso viber die Beziehungen dor Schreiber der

Urk. zn jenen der n. 2 u. 28. Au beide Orr. ist mittels der Siegelschniiro je ein Exeraplar der Bitte des Erzbiscb. v. KOln

an den Papst um Anerkennung Friedrichs (n. 28) angohiingt. — Fugger Spiegel der Ehron 272. Duellius Frider. pulch. 16.

Dnmont Corps univ. l^ 14. Olenschlager Staatsgesch. Urk. 63. Zeumer Dio gold. BuUe 2, 49. Schwalm M6. Const. 5, 91.

Keg.: Georgisch, 2, 285. BOhmer 1314—47 Reichss. n. 38. Wittelsbach. Reg. 66. Koch-Wille Reg. d. Pfalzgrafen n. 1752.

KiskyReg. d. EB. V. KoIn4n.871. — DieZusatze und die abweichend stilisierten Stellen dieser weiteren Fassung stimmen

vielfach mit dem Wahldekret Ludwigs v. 23.0kt. 1314 (MG. Const. 5, 98) uberein und gehen auf dasDekret iiber die Wahl

F.tenla. Ii.bsbnpjics III. 1


1314 (n. 3—12).

Heinricbs VII. (MG. Const. 4, 228) als gemeiusame Vorlage zuruck. tJber die Wabldekrete vgl. Zeumer Gold. Bulle 1.

199ff., uber die Frage, ob sie dem Papste vorgelegt wurden, Pfannenschmid i. Forschgen. z. dt. Gesch. 1, 51 ff. u. Miiller

Kampf Ludw. m. d. Kuric 1, 26 ft'. sowieZenmer a. a. 0. 1,214. Da sich die Dekrete in Wien bzw. Mvinchen, nicht im papstlichen

Archiv frhalten haben, ist die Frage mit Miiller u. Zeumer zu verneinen; vgl. auch n. 1740. 3

1314 Oktober 20. — L u d w i g, Pfalzgraf bei E h e i n und Hzg. von Baiern, gelobt Kg. Johann von Bohmen fiir seine Stimmo

bei der Kdnigswahl auCer den bereits zugesicherten 10000 Mark Silbers weitere 10000 zu bezahlen, wofiir er ihm Stadt

uud Land Eger und die Burgen FloB (Floz) und Parksteiu (Barkenstein) verpfandet, und die ira Pfandbesitze des Herzogs

von Osterreich befindlichen Stiidte und Burgen Zuaim (Znoyma), Kosteletz (Costel) uud Pohrlitz (Boarlitz) auszuldsen und

bis zum nachsten Osterfest (23. Miirz 1.315) au Johanu zurflckzustellen. D. apud Frankenvurd 13 kal. novembr. a. d.

1314. — Gleichzeitg. Abschr. i. Copialbch. d. Erzbisch. Balduin im Besitz d. Grfen. Kesselstadt p. .")1 1. Schwalm MG.

Const. 5, 84. Reg.: Bohmer 1314-— 47 Add. III Reichss. n. 402. — Vgl. iiber die Verpfandungen Johanns an die Habsburger

Urk. 1312 Aug. 19 der Abt. II. dazu Kopp Reichsgesch. 4-', 191 u. 4**, 65. 4

— Oktober 28. — Otto von Gerlos nnd seine Hausfrau Katharina geben Herrn Ulrich von Merkensteiu und dessen

Hausfrau Geysel ftir das Haus zu Merkenstein und deu Zehent zu Menfritstorf, deu diese vom Landesfiirsten in Osterreich

zu Lehen trugen, die halbe Kirche und den Hof zu Ober-Siebeubrunn (Sibenprvnne) sowio andere geuaunte Giiter. D. p.

i. g. ze Wienne 1314 an sand Symons und an sand Judas tage. Obdst. UB. 5, 129 aus dem heute verschollenen Or. zu

Gschwendt. — Vgl. zur Sache Topogr. v. Nd.-Ost. 6, 519. 5

— Oktober 29. — L n d w i g

, erwahlter rdmiseher Kdnig, macht der Stadt Konstanz Mitteilung von seiner Wahl nnd

fordert sie auf, Hzg. Priedrich vou Osterreich, der ihn an der friedlichen Regierung des Eeiches widerrechtlich zu hindern

trachtet, in keiner Weise zu uuterstiitzen. Dat. Moguntie 4. kal. nov. — Or. Karlsruhe (K. Select 196.) Schwalm N.

Arch. 23, 300. = MG. Const. 5, 110. 6

NoTember 2. — Erzbischof Heinrich von Kdlu an deu Abt von Coruelimiinster (S. Cornelii Yndensis): Vor ihm sei der erwiihlte

romische Kdnig Hzg. Friedrich von Osterreich erschienen mit der liitte, die uach kanonischer Vorschrift voUzogene

Wahl, wie es seine (des Erzbischofs) althergebrachte Pflicht sei, durch die Krdnung anzuerkenuen. Da er aber seiner Pflicht

genugen woUe, ohue das Recht eines anderen zu verletzeu, befiehlt er dem Abt unter Audrohung der Strafe der Exkommunikation,

deuHzg. Ludwig von Baiern, der gloichfalls gewahlt worden sein soU,

sowie allo diejenigeu, die derWahl Friedrichs

entgegenzutreten beabsichtigeu, soweit es seine Sicherheit erlaube, persdnlich aufzusuchen und auf den 23. November (in

crastiuo beate Cecilie virginis) vor den Erzbischof nach Kdln zu laden, darait sie hier ihr Eecht und die Griiude, warum

Friedrich die Krdnung zu versagen sei, verteidigen. Dat. Bunne in crastino omnium sanctorum a. d. 1314. — Inser. i.

u. 20. Schwalm X. Arch. 23, 312 = MG. Coust. 5, 110. Reg.: Kisky Reg. d. Erzbisch. v. Kdln 4, n. 875. 7

— Noyember 11.

—- Erzb. Heinrich von K d 1 n schreibt dem Kitter Gerhard von L a n d s ifr o n, dafi er sich zur Krduuug des

neuerwahlteu rdmischen Kdnigs uach Aacheu begebeu will und fordert ihn auf, am 20. Nov. (feria quarta post octavas)

sich in Lebenich mit starker Riistuug mit ihm zu vereinigen uud mit ihm nach Aacheu zu ziehen.

Sub dato Bonnae in die

b. Martinihyemalis. — EintragKoblenzStifelsInventar des Laudskronsch. Archivs f. 36. Schwalm MG. Coust. 5, 1 11. Rog.:

Kisky Reg. d. Erzbisch. v. Kdln 4, n. 87 7. 8

— -

November 13. — Konrad Morli, Ammanu zu Kirchheira, verpflichtet sich gegen Hzg. Leopold, den Gingmaigerllof

zu Kirchheim, den ihm der Herzog fiir seinen Dienst um 1 60 Pfund Heller zu Lehen verliehen hat, gegeu Zahluug dieser

Summe wieder eiuzuantworten. D. b. i. g. an sant Briccis tag 1314. — Or. Stuttgart Staats-A. (Kirchheim weltlich) mit

dem Siegel der Biirger von Kircliheim an Pg. Str. Reg. : Lichn.-Birk 7, 227 n. 277**. 9

— November 15. — Rudolf, Pfalzgraf bei Rhein und Hzg. von Baiern, erteilt, daer selbstaus triftigen Griinden

verhindert ist, der bevorstehenden Krdnung des von ihm gemeinsam mit den iibrigen Wiihlern zum rdmischeu Kdnig erwahlteu

Hzgs. Friedrich von Osterreicli zu Aachen beizuwohnen, seinem Schwager Grafen Gerlach von Nassau VoIImacht,

in seincm Namen dio Krdnung zu fordern uud vorzuschlagen uud ihn in allem dabei Notweudigen zu vertreten. Dat. in

Heidelberch a. d. 1314 feria sexta post diem beati Martini. — Or. Wien Staats-A. niit Siegel des Ausstellers an Pg. Str.

Liinig Cod. Germ. 2, 490. Diimout l'', 16. Schwalm MG. Const. 5, 111. Reg.: Georgisch 2, 285. Boehmer 1314—47

Wahlakt. n. 43. Wittelsbach. Kog. 66. Lichu.-Birk 3, 352 u. 278. Koch-Wille Reg. d. Pfalzgrafeu n. 1753. Kisky Reg.

d. EB. V. Kdlu 4, n. 878. 10

— nach November 15. — Pfalzgraf Rudolf sucht auf derRiickkohr uach Baieru die Augsburger zu bestimmen, seinen

Bruder Ludwig uicht als Kdnig anzuerkenneu, sondern sich iu ihrem eigonen Interesse au deu Herzog von Ostcrreich anzuschlieCion.

— Monach. Furstenfeld. i. Bdhmer Fontes 1, 50. Bdhmer Wittelsbach. Reg. 66. Koch-Wille Reg. d. Pfalzgrafen

n. 17 55. 11

— November 16. Ulm. — Hzg. LeopoUI weist den Rittern Berthold und Volmar von Mansberg fiir 22 Mark Silbers,

die er ihnen lur geleistete Dienste schuldet uud fur die ihuen Pfand gesetzt ist, sowie fiir weitere 30 Mark, die er ihncn

jetzt lur ihrcn Dienst versprochen hat, 5 Mark jiihrlicher Einkiinfte uach Herrengiilte aus dem Vogtkorn zu Bissingcn,

Kiiine, Naburn (Nabern) und Ohmdeu (Ampden) bis zur Wiederlflsung um 52Mark Silbers au. Reicht dasVogtkoru nicht.

soll ihnen das Fehlendo durcli dcn herzoglichen Amtraauu aus don Steuern der gcnauuten Ddrfer crsetzt werden. G. ze

Ulme an sant Othmarstage 1314. — Or. Stuttgart Staats-A. (Kirchhoim weltlich) niit Siegel Loop. (Sava f. 20) an Pg. Str.

Rog.: Lich.-Birk 7, 227 n. 278 K — Vgl. dazu auch den Vermerk iu Gabelkhovcrs Collect. Cod. F. 22 d. Stnttgartcr Bihl.

piig. 162: Herzog Lcopuld gedeukt scinor amptleut zu Bissingen nnd Ainptiii l.JN. 12


1314.

1314 NOTeiuber 16. — Kg. Friedrich sthlieCt. mit Graf Reiiiald von Gelderii folgeiiden Vortrag: crverspricht l.iUni 8000

Mark Silbers zu bezahleu, von welcher Summc er im Auftrag des Grafen am 25. Nov. dem Arnold von Sein 4600 a und dom

I.ombarden Walewan vou Sittard 1400 Pfund schwarzerTurnosen, dem Johann von Halen am Christfest (2.5. Dez.) 6000 Pfund

derselben Wiihrung und die gleiche Summi' am ). Mai i:ilo und am 22. Fobr. 1,516, und den von den SOOO Mark Silbers

verbleibenden Kestbetrag dem tirafen solbst bis zum niichsten Osterfest (2:5. Marz 1:315) zahlen soll; 2. eine der Tochter

dos Grafen nach dessen Wahl mit seincm liruder Hzg. Albreclit oder Hzg. Heinrich von Kilrnten zu verheiraten, uiiter der

Bodingung, dai5 die Tochter keineMitgift erhiilt, hingegen ihr Uriiutigam, der oin Jahreseinkommen von 30000 MarkSilber

habeu soll, ihr 8000 Mk. jiihrlicher Einkiinfte verschreiben muD; 3. alle Freiheiten und Privilegien, die der Graf und

desseu Vorgauger von den romischen Kdnigen erhalten haben, zu bestatigen, iusbesoudere den Pfandbesitz von Burg und

Stadt Nimwegen (Novimagiensis) unter Erhiihung der Pfandsumme um 6000 Mk. Silbers ;

4. ihn zum doutlicheren Zeichen des

Vorrangs, seiner Tnchtigkeit und Verdienste sowioseines Adels zum Fiirsten zu erheben (principem creare et constituere) und

ihm und seinen Nachfolgern alle Abzeiclien und Vorrechte des Fiirstenstandes zuverleihen; '>. allc Friesen, welohen Standos

immcr sie seien, im ostlichen Teile dos Landes des Grafen ihm und seinen Nachfolgern mit ihrer Person, ihren Giiteru und

Rechteu vollkommeu zu unterstelleu unter der Verloihuug des Eechts, die Friesen im genanuten Gau freizulassen und mit ritterlicheu

Vorreehten auszuzeichneu (militari prerogativa decorare), doch unbeschadet desEechts anderer Herreu; G.ergestattet

dem Grafeu zwischen den Stadten Nimwegen und Arnsheim und deu Fliissen Ehein und Waal zur Trockenleguug derWege

fiir die Hin- und Herziehenden eineu Kanal, den nian ^-dic* zu nenuenpflegt, zu ziehen und von den Wageuladungen dortselbsl

uach ererbtem Kecht, wio es ihm Kaiser Heinrich zugestandeu, Zoll undWoggeld oinzufordern und 7. dio in Lobith

(Lobbede) und anderwiirts besteheuden Ziille, wenn nijtig. an audere Orte seines Landos zu iibertragen und deu drei Stiidteu

Wanssum (Wansheim) a. d. Maas, Eeinaldsburg (Keynansburch) friiher Eyschereu genauut, uud Hurtzvort Stadtrechte zu

verleihen. Er verspricht ferner die vom Grafen dem Godsward (Insula Doi) genaunten Orte verlieheue Verfassuug (societatem)

zu bestiitigen und .S. falls es leicht und ohne Priijudiz moglicli sei, sich dortselbst kronen und dort die Kroue uud

Lanze mit deu kaiserlichen Insignien aufbewahron zu lassen. 9. An Kosten anlafilich der Heerziige des KOuigs sollou dem

Grafeu fur 1000 Mauu Bewaffnete, Eitter und Kuechte, fiir je 8 Tage 1000 Mark Silbers vergiitet»werden, bei einem

geriugereu Aufgebot soll ein eutsprechender Teil abgezogen, bei grofieror Anzahl nach dem Spruch des Erzbischofs vou

Koln zugelcgt werdeu. So oft der Graf aufgeboten wird, mufi die Summe von 1000 Mark in vorhinein bozahlt werdeu.

Bei Ausbleiben der Zablungeu ist dor Graf zur Heeresfolge uicht verpflichtet und kann mit seineu Truppeu vom KOuige

abziehen, ohne daC hiedurch die sonstigen Vertragspuukte beriihrt wiirdeu. 1 0. Der Konig verspricht den Riiteu des Grafen

in 2 Raten am 25. Dez. 1314 und am 2. Febr. i:U5 3000 Mk. Silbers zu bezahlen und nach dos Grafeu Wunsch unter

sie zu verteilen. 1 1 . IJber alles dieses wird er dem Grafen iunerhalb eines Monats nach der Kronung eine mit dem Majestiitssiegel

besiegelte Urkunde ausstellen. 12. Behufs grofierer Sicherheit werden dom Grafen Erzbischof Heinrich von Koln,

Decan Ernst vou Koln, Propst Heiurich vou Bonn, Graf Eupert von Virneuburg uud Herr Johann von Eeifferscheid als

Geiseln (obsides), als Burgen (fideiussores) aber Bischof Adolf von Liittich, desseu Brudor Propst Konrad von Worms, Graf

Simon vou Spanheim, Johann von Nassau, Propst von St. Florin iu Koblenz, Gerhard, Scholaster zu Koln. die Kolner

Kanoniker Konrad von Tomberg (Thoneburg), dessen Bruder Eberhard sovvio Eeinhard vou Westerburg, die Ritter Eudolf

von Reifferscheid, Gerhard Marschall von Alfter (Alftere), Daniel vou Lengsdorf (Longsdorp), Pawiu vou Hemberg (Hemberg),

Gottfried, Kammerer von Bachem (Bacheim), Daniel von Ipplendorf (Ippelindorp), Gottfried de Pomorio geu. Schelart,

Philipp von Keudenich (Kentuich), Wilhelm von Buschfeld (Buschvelt), Gerhard von Hammerstein, Hermann von Bachem

(Bachheim) und Winand vou Ror gestellt, von deueu sich die Geiselu verpflichten, falls einer der Zahluugstermine oder eine

der Vertragsbestimmungen scitens Friedrichs nicht eingehalten wurdo, drei Tage nach Aufforderung durch den Grafeu

sich personlich in Neuss (opidum Nussiense) zum Einlager zu stellen, die Biirgen aber, wenn sie nicht persoulich Einlager

halten wollen, ein jeder einen Stellvertreter ritterlichen Staudes sendeu solleii. Auch die Geisolu kfinnen, auGer wonn

sie wegen Nichteinhaltung eiues Zahlungstermines oder uuter dem Siegel des KOlner Kapitels (s. 1 5.) zum Einlager aufgefordert

werden, eineu Vertreter senden. IS. Zur groCeren Sicherheit hat Friedrich den Koluer Erzbischof gebeten, dem

Grafen die Burg Aspel uud die Stiidte Rees (Reys) und Xanten samt ihren Einkiiufteu als Unterpfaud fiir die 8000 Mk.

zn nberlieferu. 14. Der Graf soll mit 1000 bewaffneten Ritteru zur Krouung Friedrichs nach Aachen kommou und ihu

diesseits des Mains (ab ista parte Mogii) und der Mosel gegen seine Gegner unterstiitzen, ohne jedoch deshalb verpflichtet

zusein, das Land des Grafen von Jiilich anzugreifen. 15. ErzbischofHeinrich und die iibrigen Biirgen verpflichten

sich auf die Bitte Friedrichs eidlich auf die obigen Bedingungen sowie zur Ausstolluug und iibergabe einer mit dem erzbischoflichen

und dem KOlner Kapitelsiegel besiegolten Urkunde iunerhalb 1 5 Tageii iiber die Verpfaudung von Aspel,

Rees und Xanten, was sie mit ihren Siegeln bekriiftigen. Datum a. d. 1314 sabbato post festum beati Martini episcopi

hyemalis. — Or. Miinchen Hausarch. mit Siegel Frs. (Sava f. 1 1) aus rotem Wachs au Pg. Str. Schwalm N. Arch. 23,

301 =- MG. Const. 5, 112. Auszg.: Kremer Akad. Beitr. 3, 124. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. I. Fr. d. Sch. n. 252.

Das Eeg. bei Bohmer spricht irrigerweise von einer geplanteu Heirat Friedrichs mit einer Tochter Eainalds uud veranlaCte

so die Bemerkuugeu Kopps Eeichsgesch. 4/2, 17, Aum. 2 und Zeissbergs SBor. d. Wr. Akad. 137, 128 ft'., die nunmehr,

da der Wortlaut der Urk. diesen Irrtum berichtigt, gegenstaudslos siud. Die Urk. M\t besonders auf durch das Mafi

der Zugestiindnisse, unter denen, wie bereits Schwalm Neues Arch. 23, 301 Anm. 1

bemorkt, das Versprecheu sich alleufalls

in einem geldrischen Orte kronen zn lassen und dort die Reichskleinodien aufzubewahren, besonders auftilllt. — Zur

Sache vgl. Kunze Polit. Stellg. d. niederrhein. Fiirsten 8 und dio Wiederholung dcr Zugestiiuduisse in der Urk. FViedrichs

n. 620. Die erwiihnte Urk. K. Heinrichs VII. iiber den Kanal zwischen Arnheim uud Nimwegon v. 1 9. Sept. 1310 s. Bohmer

1*


1314 (n. 13-20).

1246— 1313 Heinr. u. 324. tjber den lasula Dei genannten Ort vgl. Schwalm a. a. 0. 303, viber die Reiclislvleinodien

Frensdorff in d. Naclir. d. Gotting. Ges. d. Wiss. phil. hist. Kl. 1897, 43 ff. u. Hofmeister, Die heilige Lanze 35. —

Dnter der »societas in loco seu opido dicto Insula Dei instituta» vermutet Schwalm eine Art Stadtverfassnug ; man vgl.

auch die Fassung dieser Bestimmung in n. 620. 13

1314 Noveraber 16— '26. Uliii. — Hzg. Leopold verpfandet Johann von Ottikon und dessen Erben fiir eine Schuld

von 20 Wk. Silbers 2 Mark Gelds auf bestimmten Gutern. Dat. ze Ulma a. d. 1314. — Eintrag Znrich Staats-A. Pfandreg.

V. 1380 Stadt u. Ldschft. Hs. n. 1869 fol. 4». Auzeig. f. Schweizg. 1860, 137. Maag 2/1, 688. Reg. : Escher-Schweizer

Ziirich. UB. 9, 186. — Eiue Urk. ist uicht mehr erhalteu. Da Leopold i. J. 1314 zwischen 16.uud 26.Nov. in Ulm nachweisbar

ist, diirfte anch diese Verpfandung iu diese Zeit fallen. 14

— November 18. — Hzg. Leopold weist demWolfhard von Wasserhurg und dem Eberhard von Staufenegg fur ein

von ihnen um 40 Mark Silber gekauftes geriistetes Pferd bis zur Zahlung dieser Summe 8 Pfund Augsburger Pfennige

aus der Gunzburger Steuer au. — Reg : Raiser Guntia 90 aus Urk. im Bargauischen Archiv (in Munchen konnte ein Orig.

uicht festgestellt werden). Brunner Beitr. z. Gesch. v. Burgau i. Jahresschr. d. hist. Ver. Schwaben, Neuburg 1865, 21. 15

— Noveraber 19. Rehberg. — Agnes, weil. Konigin von Ungarn, gibt eineu Weingarten zu Tulln im Pfaffenberg,

den sie unter der Priorin Gertraud von dem Konveut um 100 ii 4> gekaaft hatte, dem Nonnenkloster zu Tullu wieder

znruck, wofiir das Kloster verpflichtet ist, fiir 9 fl Wieuer Pfeuuige am 25. Marz eiuen Jahrtag fiir sie und am 14. Januar

(an s. Felicistajr) einen fiir weil. Konig Andreas von Ungarn mit 3 tt zu begehen, und trifft hieriiber nahere Bestimmungen.

D. b. i. g. zae Rechperg 1314 an s. Elisabethen tag. — Abschr. v. 1660 Wien Archiv d. Minist. f. Inneres Cod. 85

(Stiftangsbuch des Klosters) fol. 66'. Reg.: Kerschbaumer Gesch. v. TuIIn, 347. 16

Die Grafen Ulrich und Diepold von Eichelberg geloben Hzg. Leopold anStelle seines Bruders, des erwahlten rom.

KOnigs Friedrich, ihm und allen seinen Brudern in dem um das Reich entbrannten Krieg mit zwolf Helmen und in den an

ihr Gebiet grenzenden Landern mit all ihrer Macht gegen jedermann beizustehen. Graf Diepold verpflichtet sich mangels

eigeneu Siegels uuter dem seiues Bruders. D. b. i. g. ze Ulme an s. Elsbeteu tag 1314. — Or. Wien Staats-A. mit beschad.

Siegel Ulrichs ad Pg. Str. Reg.: Lichn.-Birk 3, 352 u. 279 Bohmer 1246—1313 Add. H, 512. 17

—- November 20. — Die GrafenUIrich und Heinrich von Berg versprechen dem Hzg. Leopold anstatt des erwiihlten rom.

Kgs. Friedrich uud seiner Briider ihnen im Kampf um dasReich innerLandes iiber Aufforderuug mit 40 Helmen und ihren

Feston, in den an ihre Festen angrenzenden Landern aber mit ganzer Macht beistehen zu wollen. D. i. g. ze Ulme an der

mitwochen nach s. Elsbctentag 1314. — Or. Wien Staats-A. mit beschadigt. Siegeln d. Anssteller an Pg. Str. Reg.

Lichn.-Birk 3, 352 n. 280. Bohmer 1246—1313 Add. II S. 512. 18

Ulm. — Hzg. Leopold vermehrt Werner von Reichenbach die Pfandsumme fnr das ihm laut seiner Urkunde

versetzte Dorf Krunibach nm 50 Mark Silber Ulmer Gewichts zum Ersatz fur eiu Handjjferd (dextrarius), das Werner auf

dem Znge gegen SchloBberg und fiir zwei »WaIlachen« (spadonibus), die Weruers Bruder auf des Herzogs Zug gegen

Frankfurt verloren hat. Dat. in Vlma a. d. 1314 12. kal. dec. — Abschr. saec. 14. Wien Staats-A. Cod. 15 (eingeheftet

zw. pag. 160 n. 16l). — Die Verpfiinduugsurk. siehe unter 1308 Dez. 21 in Abt. II. Vgl. auch n. 746. SchloBberg

ist zweifellos die Burg dieses Naraeus am Bieler See, die im Besitze der Bischofe vun Basel war. Was fiir ein Kriegszug

gegen SchloDberg hier geraeint ist, lafit sich nicht feststellen. Uber das Verhiiltnis der Habsburger zu Bischof und Stadt

Basel vor der Wahl Friedrichs vgl. Wackemagel Gosch. d. St. Basel 1, 225 ff., iiber SchloGberg s. auch u. 460. 19

BruderWerner genannt von Wintrich, ordiiiis hospitalis sancti Johannis Iherosolimitani domusTreverensis, legt dem

Erzbischof H e i n r i c h von Kciln die Notariatsiustrumente v. 18. Nov. 1314 vor, in denen Kg. Ludwig und Erzbischof

Balduin von Trier ihm VoIImacht erteilen, den Erzbischof von Kolu zur Kronung Ludwigs am 24. Nov. auf/,ufordern,

bringt ihm doren Inhalt zur Kenntnis und liiCt sie durch den Notar offentlich verlesen, worauf Erzbischof Heinrich antwortet,

daB Herzog Friedrich von Osterreich, der vom Pfalzgrafen im eigenen und in seinem des Erzbischofs Namen, vou

HerzogRudolf von Sachsen in possessione vel quasi iuris eligendi Roman uuf regem existente uud von Herzog Heinrich von

Karnten, dem wahren Konig von Biihmen, am rechten Ort uud Tag zu Frankfart zum romischeu KOnig erwahlt worden

sei, vou ihm die Kriinung verlangt habe ; er sei entschlossen, seiner Pflicht nachzakommeu und habe, ura nicht eines anderen

Recht zu verletzen, Ludwig aud alle andern, die in dieser Sache mitzusprecheu berechtigt zu sein glauben, auf den

23. November (ad crastinum beate Cecilie) zur Verteidigung ihrer vermeintlichen Rechte vorgoladen. Erweiseu sie ihr

Recht, wird er Ludwig kronen, andornfalls abor Friedrich. Das Recht zar Krijnung steht uar ihin, dem KOlner Erzbischof,

za, gegen jeden Eingriff vnn auderer Seite werde er au zastiindiger Stelle Klage erheben. Damit dies alles zur Kenntnis

Ludwigs gelange, laflt cr ihm sein wOrtlicli eingeschaltetes Mandat au den Abt von Coruelimiinster v. 1314 Nov. 2

(n. 7) zastellen. Zougen : die Grafen Simon von Spanheim und Johann von Nassaa, der KOlner Scholaster Gerhard von

Virnenburg, Propst Heinrich von Bonn, Propst Heidcnreich von S. Severiu in Koln und Mag. Engelbert gon. Franchois,

Archidiakon von Luttich. Acta sunt hec in opido Bunnensi in domo domini Johaunis de Banua canonici Buuneusis, quam

inhabitabat ipse dominus .

. . Colon. archiepiscopus, a. 131 4, iud. 1 3 mensis novembris die vicesima. — Or. Notariatsinstrament

Berlin Staats-A. Schwalm N. Arch. 23, 310 -= MG. Const. 5, 124. Rog. : Vogt Reg. d. EB. v. Mainz 1, n. 1703.

Kisky Reg. d. EB. v. Koln 4, n. 882. Eiue kiirzore Fassung dieses Instrumeuts, die die Antwort des Kiiluers und das Mandat

an den Abt von Kornelimunster nicht enthillt, iu Miinchen R. A. (Kaiser Ludwigsel. n. 9). N. Arch. 23, 306 = MG.

Const. 5, 123. — Uber das Kronungsrecht vgl. U. Stutz Der Erzbisch. v. Mainz u. d. dtsche. Kfinigswahl 5 ff. u. bes. 34,

Anm. 4, sowie M. Krammor Wahl u. Einsetzg. d. dtschen. KOnigs 20 ff. 20


1314 (li. 21-25).

131-1: NOYeinber 25. Bonu. — Kg.Friedrich wird zuBouu iu dor Kirclio des hl . Cassius vomErzbischof Heinrich vou K61u

gekrdut. 8. das Schroibeu des Erzbischofs uber die vollzogeno Kronung vom gleicheu Datum. — Vou dcu erzahlendeu

Quelleu, die uber die Kronuug berichten, seieu angefiihrt : Mouachi Fursteufeld. Chronica do gostis princip. i. BOhmer

Fout. 1, 49. Heiurich d. Taube (vou Rebdorf) ebda. 4, 512. Johauues v. Viktring ed. Schneider 2, GG u. 105. Bair.

Fortsetzg. der sachs. Weltchrou.MG. Dt. Chron. 2, 336. — Bohmer 1314—47, 164 u. 239. Kisky Keg. d. EB. v. Kiilu 4,

n. 883, wo noch eine Anzahl vou Quelleu, die vibrigeus vielfach recht uugenau berichten, augefuhrt siud. 21

Erzbischof Heiurich vou Kiilu au alle Reichsgetroueu: Am 19. Oktober ist zu Frankfurt vom Pfalzgrafeu

Rudolf boi Rhein, der auch seiue des Erzbischofs Wahlvollmacht hatte, vou Hzg. Rudolf von Sachsen, qui in possessiouo

iuris vel quasi eligeudi fuit et est, wie dies seiue Vorfahreu immer wareu, und vou Hzg. Heinrich von Karnten, dem wahreu

Erbeu uud Kg. von B^hmeu, Hzg. Friedrich von Osterreich zum romischeu Kunig erwahlt worden. Dieser ist vor ihm erschieueu

uud hat die Kronuug verlangt. Er hat hierauf, um uicht gegeu des Apostels Gebot unrecht zu haudelu, Herzog

Lndwig vou Baieru, der aueh vou einigeu audereu Fiirsteu erwahlt zu seiu behauptet, sowie alle, die sich Friedrich outgpgeustellen

woUeu oder eiu Bestimniungsrecht am romischeu Reich ansprechen, zur Erweisung ihres Rechts auf eiueu be-

Btimmten Tag vorgeladeu und die Biirger von Aacheu dreimal durch besoudere Boten iu feierlicher Weise aufgefordert,

ihn zur Kronung iu die Stadt eiuzulassen. Da weder Ludwig noch einer seiner Auhauger am festgesetzten Tage vor ihm

erschienen ist, hat er Friedrichs Wahl uutersucht uud gefunden, daC sie rechtmaCig uud von deu dazu berufeneu Fiirsteu

erfolgt sei,

hingegeu die angebliche Wahl Ludwigs, die am folgeuden Tage ohne Zustimmung aller Fvirsten und ohue vorherige

Aufliebung der friihereu Wahl Friedrichs erfolgte, hinfallig sei uud hat, da ihm die Biirger vou Aacheu deu Eiulal!

verwehrten, um die Kronung nicht liinger als gebuhrlich hiuauszuschiebeu, gemafi den ihm und seiner Kirche erteilten

papstlichen Privilegien iiber das Eecht die Kduigskrouuug an einem beliebigen, ihm geeiguet erscheineuden Ort seiuer

Diozese vorzuuehmeu, Friedrich am 25. November (die b. Katerine virgiuis) in der Stadt Boun uach offentlicher Verlesuug.

der genannten Privilegien uuter Beobachtung der ublicheu Feierlichkeiten gekriiut. Er bringt diese Krouung zur allgemeineuKenntuis

und fordert alle auf, Friedrich, als dem rechteu romischeu Konig, deuTreueid zu leisteu uud in allem uud

jedem gleich seiuen Vorgangeru pflichtgemali gehorsam zu seiu. Es siegelu der Erzbischof, Herzog Rudolf vou Sachsen

uud das Kapitel von Bonu, iiberdies beglaubigt der Notar Tilmauu, genauut vou Unua, die vou ihm im Auftrag des Erzbischofs

verfaCte Urkuude mit seiuem Notariatszeichen. Zeugeu : Herzog Rudolf von Sachseu, Laudgraf Otto vou Hesseu,

die Grafeu Engelbert von der Mark, Gerlach, Emicho uud Heiurich von Nassau, Simou uud Johann vou Spauheim, Rupert

von Vimeburg, Diether vou Katzeuelubogeu, die Propste Heinrich vou Bouu, Hartrad vou Mereuberg vou Wetzlar, Heidenreich

vou St. Severin in Kolu, die Edlen Gerlach von Limburg, Heiurich vou Liiwenberg, Johaun von Dolleudorf, Kourad

vou Tomberg (Toneborg) uud der Bouuer Scholaster Johann von Saulheim (Sowenhem). Act. in munasterio fratrum miuorum

a. d. 1 3 1 4 ind. 1 3. vicesima qninta die mensis novembris, que fuit dies beate Kateriue virginis. — Or. Wien Staats-A.

mit deu 3 Siegelu au roten Seideutaden. Fugger Spiegel d. Ehren 3/2, 275. Liiuig Reichsarch. 7/3, 81. Duellius Frid.

pulch. 10. Rousset Suppl au Corps dipl. 1/2, 87. Olenschlager Staatsgesch. Urk. 72. Schwalm MG. Coust. 5, 115. Reg.:

Georgisch 2, 285. Lichn.-Birk 3, 352 u. 281. Bohmer 1314—47 Wahlacteu u. 44. Kisky Reg. d. EB. v. Kolu 4 n. 884

(mit — offpubar versehentUch — Johann von Lflweuberg neben Heinrich v. L. als Zeugen). — tlber das Kronungsrecht

sowie die staatsrechtliche Auffassuug desselben dureh deu KOlner Erzbisehof vgl. Stutz Der Erzbisch. v. Mainz u. d. dtsche.

Konigswahl 5 ff. u. bes. 34, Anm. 4, u. M. Krammer Wahl u. Einsetzung d. dtscheu. Kcinigs 20 ff. 22

— NOYember 26. — Graf Ulrich vou Helfensteiu uud seiu Sohn Johann versprecheu Hzg. Leopold au Stelle Kg. Priedrichs

uud seiuer audereu Bruder wahreud des Krieges um das Reich uicht gegen sie zu dieuen uud ihre Gegner iu keiner

Weise zn nuterstiitzen. Johaun verpflichtet sich mangels eines eigeneu Siegels unter dem seiues Vaters. D. b. u. i. d. b.

geg. ze Ulme au s. Cunrades tag 1314. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Ulrichs an Pg. Str. Reg.: Lichn.-Birk 3, 352

n. 283. Bohmer 1246—1313 Add. H, 512. 23

Dieselben treffen mit Hzg. Leopold an Stelle Kg. Friedrichs uud seiner anderen Bruder das tibereinkommen, daC

alle Schadeu, die ihnen und ihren Dienern von Friedrich und seineu Bruderu und deren Dieneru wahrend des Krieges um

das Reich zugefiigt werden sowie jene, die Friodrich uud seine Partei von ihuen erleiden, nach dem Spruche eiues aus

Hzg. Symon von Teck, Burkhard vou Ellerbach und Friedrich vou Westerstetten besteheuden Schiedsgerichte^, das zwei

Monate — bei deu beiderseitigen Dienern eineu Mouat — nach erfolgter Aurufung sein Urteil zu fallen hat, vergiitet

werden solleu. Falls einer der Sehiedsrichter abgeht, soll er innerhalb Monatsfrist durch eineu neueu ersetzt werdeu. D.

bcsch. u. i. d. b. g. ze Vlme an s. Cunrats tag 1314. — Or. Wieu Staatsarchiv mit Siegel Ulrichs an Pg. Str. Reg.:

Lichu.-Birk 3, 352 u. 282. 24

Erzbischof Heinrich vou Kolu schreibt der Stadt Niirnberg, daC er den erwahlteu romischen Kciuig Friedrich,

da er desseu Wahl fur rechtmaCig befuudeu habe uud ihm die

Burger von Aachen trotz seiner Aufforderuug den EinlaB in

ihre Stadt verwehrt hatten, um eineu weitereu Aufschub der KrSnung zu vermeiden, am 25. Nov. (in die beate Katherine

virgiuis) in seiner Stadt Bouu feierlich gekront habe, da der Papst dem jeweiligen Erzbischof von Koln erlaubt habe, die

Kronung uicht nur in Aacheu, sonderu auch an eiuem audcrn Ort seiner Diozese vorzunehmeu, woriiber er eine papstliche

Urkuude »sub veris stilo et bulla« besitze, die er vor der Kronung zu Koln und Boun feierlich habe verlesen lassen und

fordert die Stadt auf, dem rechtmaCig gekronteu Konig Gehorsam zu leisten. Dat. Bunne a. d. 1314 iu crastiuo beate

Katherine virgiuis. — Or. Jliinehen R. A. (Reichsst. Niirnberg Nachtr. P. 9) mit Spuren e. riickwarts aufgedr. Siegels.

Harnack KnrfurstenkoUeg. 24(;. Schwalm MG. Const. 5, 117. Reg.: Bohmer 1314— 47 Reichss. n. 45. Reg. boica 5,

292. Lichu.-Birk 3, 354 u. 294. Kisky Rog. d. EB. v. Kiiln 4, u. 885. Ein gleichlautendes Schreiben erging an Konstanz,

Or. Karlsruhe Gen. Ldes.-A. (Konstauz-Reichenau Spec. n. 208). 26


'

1314 (11. 26-30).

1314 November 27. Bonn. — Kg. Fdedrich bestatigt demErzbiscliofHeinrich von Kolu, deuer columpuam imperii precipuum

nenut, die ihm und seiuer Kirche von des Konigs Vorgangern verliehenen Rhein-Ziille zu Andernach, Bonn und

NeuB mit dem besoudereu Eechte einen oder zwei dieser Zolle an einen anderen Ort am Rhein iunerhalb seines Gebiets zu

verlegen und bebt vou deu bisher von der KOlner Kirche in den Stadten Eees, Xanteu und Eheinberg zu bestimmtcn Zeiten

des Jahres eingehobenen Marktzcillen, darch die die auf dera Rhein verkehrenden Kaufleute schwer geschadigt wurden,

die in den beiden erstgenannten Stadteu auf, indem er zur Entschiidigung dem Erzbischof gestattet, fortan stiiudig iu

Eheinberg von jedem Fuder Weins eiuen Zoll von 4 Turnosen und entsprechende Zolle aucli von allen anderen Rhein aufoder

abwarts verfrachteten Wareu einzuheben, wie dies bereits die Erzbischofe Siegfried und Wibold taten. Dat. Bunne

5. kal. decembris a. d. 1314, regni a. 1. — Or. Diisseldorf Staats-A. (Kurkoln 509), mit Siegel Frs. an roter Seide. Lacomblet

Ndrhein. UB. 3, 104. Schwalra MG. Const. 5, 134. Reg.: BOhmer 1314—47 Add. I Fr. d. S. n. 253. Kisky

Eeg. d. EB. V. Koln 4, n. 886.

26

Bonn. — Kg. Friedrich erteilt demselbeu das Recht, den Zuschlag zu den alteu Bonner Zollen in der Hohe von

8 Turnosen auf jedes Fuder Weins und eutsprechend auf alle anderen Waren, den weil. Kouig Heinrich dem Erzbischof auf eine

Anzahl vonJahren zurEntschadigung der im Dienste des Reichs gemachten Auslagen einzuheben gestattete,

weiterhin auf

seine Lebenszeit zu erheben, und verleiht ihm zum Ersatz der bei seiner Wahl aufgewendeten ungeheureu Kosten den von

seinem Vorgilnger zuerst in Hammerstein, dann zu Leutesdorf (Ludistorp) errichteten und jetzt uach Audernach verlegten

Zoll von 1 Turnoseu auf das Fuder Wein mit der Verpflichtuug, denselben im Laufe der Zeit zum Nutzen des Staats und

zum Vorteile der Kaufleute eutweder ganz aufzuheben oder zu einem ihm passeuden Zeitpunkt auf ein ertriigliches MaC

herabzusetzen. Ln Fall der Aufliebuug oder Herabsetzuug des Zolles soU weder diestr, noch ein anderer EheinzoII innerhalb

des erzbischciflichen Gebietes mehr errichtet werdeu. Dat. Bunne 5. kal. decembris a. d. 1314, regni a. 1. — Or.

Dusseldorf Staats-A. (Kurkoln 508) rait Siegel Frs. an rot-gelbcr Seide. Lacomblet 3, 103. MG. Const. 5, 135. Eeg.

Hammerstein-Gesmold E. Freih. v., Urk. u. Eeg. z. Gesch. d. Burggrafen u. Freih. v. Hammerstein 1 32. — Mit dieser Urk.

erfullte Friedrich eine der von Leopold in der Urk. v. 1314 Mai 9 eingegangenon Verpflichtungen. 27

— November 28. — Erzbischof Heiurich von Kolu an den kiiuftigen Papst: Nachdem jiingst zurWahl eines romischen

Ktinigs am hergebrachten Ort zu Frankfurt von ihm und den anderen wahlberechtigten Fiirsten der 19. Oktober bestiramt

worden, sei er durch die Feiudseligkeit des Erzbischofs Balduin vou Trier, sowie des Grafen Johann von Luxemburg verhindert

worden, sich zum festgesetzten Tage uach Frankfurt zu verfiigen und habe, um nicht auf sein Wahlrecht verzichten

zu miissen und hiedurch etwa seiner Kirche in Zukuuft zu schaden, dem Pfalzgrafen Rudolf bei Rhein, fldelem

ecclesie mee, bevollmachtigt, an seiuer Statt einen Kfinig zu erwahlen und ihn beim Wahlgeschiift in allem zu vertreten.

Dieser habe nach Sammluug der Stimmen der iibrlgen Mitwiihler, denen diesmal die Wahl oblag (apud quos illa vice dicta

resedit electio), im eigenen, im seinem (Heinrichs) und der anderen Wahler Namen Hzg. Friedrich von Osterreich, einen

rechtglaubigen und durch alie guten zur Eegierung desEeichs notigen Eigenschafteu vor


1314 (n. 31-38).

1314: November 30. Diessoilliofeil. — Hzgr. Leopold schreibt an den Ratli und die Biirger von Konstanz, Ziirich,

Schaffhausen uml St. Gallen, dali er seineu Hofmeister Ulrich von Biittikon sende, dom sio die ihra schuldigen

300 Mark Silber geben sollen; wenn sie dies tun, sollen sie von ihm ledig und leer sein. D. b. i. g. ze Diezzenhoven an

s. Audrees tixg. — Or. Ziirich Staats-A., das riickwHrts aufgedruckte Siegcl abgefallen. Arch. f. 6st. G. 6, 202 = Kopp

Urk. 2, 202. Escher-Schweizer Zuricli. UB. 9, 179. Reg. : Hirzel Zuricher. Jahrbiiclier 1, 104. Biihmer 1246— 1313

Add. U, 512. — Nach dem Zurich. UB. handelt es sich hier um das Schirmgeld, vgl. dio Urk. v. 1314 Febr. 21 u.

Dez. 13. 31

Hengen.

- Hzg. Leopold bekennt seinem ^foheim* Grafen Willielm voii Muntfort (Muntfnrt) wegen seines

»oheims« Hzg. Rudolf vou Bayern 400 Mark Silber Konstauzer Gewichts zu schulden, die bis zum niichsten 8. September

(vrown tag ze herbst) gezahlt sein sollen. Geschieht dies nicht, sollen die 400 Mark auf Wilhelms Pfand Burg uud

Stadt Scheer (ze Schaer) geschlagen werden, dazu noch 40 Mark Einkiinfte gowohnlicher Herrengiilte. Biirgen dafiir

sind: Graf Heinrich von Schelklingen. Graf Rudolf von Hohenberg, Graf Eberhard von Nelleuburg, Diether von Krenkingen

(Chrenching), Burkhard von Ellerbach und sein Bruder Bruno, Reinhard von Ruchi (Ruclii), Konrad von Tierberg

(Tyrberg), Johann TruchseB von Diessenhofen(Diezzenhoven), Ekhard von Reischach (Ritschach), Bornhard vonWaltsberg

(Waltsberg) und der Hurling, dieSTage nach erfolgter Mahnung zu Konstanz, Meiiden oder Riedlingen (Rudliugen) rechte

Geiselschaft leisteu sollen, doch kaun jeder Biirge an seiner Statt auch einen Knecht mit einem Pferd senden. Die Biirgen

geloben ihre Geiselschaft und Hzg. Leopold gelobt, dafi die Biirgen nicht zuSchaden koramen soUen. G. ze Mengen 1314

an s. .\ndreas tag. -- Or. Stnttgart Staats-A. mit Siegel Leop. (Sava fig. 20) an Pg. Str. Reg. : Vanotti 476. Bohmer

1246-1313 Add. U, 512 u. 1314^47 Hzge. v. Ost. n. 165. 38

— Dezember 1. Diesscnhofen. — Hzg. Leopold verpfandet Bruno von Ellerbach um 100 Mk. Silber Konstanzer

Gewichts die alten Pfander zu Pfaffenhofen und Waldstetten und die Korngiilte sowie den Zehenten zu Attenhofen (Aettenhoven).

D. b. w. g. ze Diessenhoven 1314 an dem nechsten sunnentag nach s. Andres tult. — Or. Innsbruck (Pest-A.

n. 62), durchschnitten, Siegel abgefallen. Ober die friiheren Verpfandungen vgL 1305 Juni 29 und 130S Sep. 1 der

Abt. IL 33

— Dezember 4. — Kg. Ludwig wiederholt die dem Kg. Johann von Bohmen am 20. Sept. 1314 gemachten Versprechungen,

u. a. die Herausgabe der verpfandeten Stadte Znaim und Pohrlitz seitens des Herzogs von Osterreich betrefiend.

Dat. Coloniae 2. non. decembr. a. d. 1314, regni a. 1. — Or. Koblenz Staats-A. Liinig Cod. Germ. dipl. 1, 1009. Olenschlager

Staatsgesch. 201. Ludewig Reliquiae 5, 569 fUIschlich zu 1335. Chytil Cod. dipl. Mor. 6, 384. Emler Reg.

Eoh. 3, 92. Schwalm MG. Const. 5/1, 157. Reg. : Bohmer 1314—47 L. d. B. n. 26. 34

— Dezember 7. — Die Stadte Worms und Speier verpflichten sich, wahrend des Kampfes zwischen den Herzogen Ludwig

von Baiern und Friedrich von Osterreich, »der ieweddir kiinig wil sin«, nur in gegenseitigem Eiuvernehmen zu handeln.

D. w. g. 1314 aii dem sammesztage nach s. Niclaus tage. — Or. Speyer Stadt-A. Lehmann Chron. Spirense 664. Hilgard

Urk. z. Gesch. v. Speier 226. Schwalm MG. Const. 5, 161. Reg. : Bohmer 1314— 47 Landfrieden u. Stadtebvinde n. 84.

— Vgl. hiezu u. iiber die Haltung Ladwigs gegen Speier sowie die der Stadt von ihm erteilten Begiinstigungen Kopp

Reichsgesch. 4/2, 70 f., der die Urk. bei Biihmer irrigerweise vermiCt. 35

— Dezember Anfang. Reichshofen. Kg. Friedrich wird von Otto vou Ochsentein auf dessen Burg Reichshofen

(nw. v. Hagenau) geleitet, wo er die Ankunft seines Bruders Leopold abwartet. — Bair. Fortsetzg. d. sachs. Weltchronik

MG. Dt. Chron. 2, 336. — Biihmer 1314—47 Add. H, 331. 36

— Dezember Mitte. — Kg. Friedrich empfangt die Haldigung der Stadt Selz, die ihm Mkgrf. Rudolf IV. von Baden iibergebeu

hatte. Baier. Forts. d. sachs. Weltclironik. MG. deutsche Chron. 2, 336, vgL Pester Reg. d. Mgr. v. Baden

n. 720. 37

Dezeinber 12. — Rudolf, Pfalzgraf bei Rhein, und Rudolf, Hzg. von Sachsen, teilen der Stadt Konstanz

mit, daC sie nach langen Verhandlangen liber Wahl eines geeigneten Nachfolgers des verstorbenen Kaisers Heinrich zum

festgesctzten Tage zusammen mit KiJnig Heinrich von Bcihmen uud in Vertretung des verhinderten Erzbischofs Heinrich

von Kolu in Frankfurt zasammengetrcten seien und den Herzog Friedrich von Osterrcich in Anbetracht der bei diesem

Forsten mehr als bei allen anderen Anwartern vereinigteu ausgezeichneten Eigenschaften des Glaubenseifers, der erlauchten

Abstammu ng, der Geistesstarke, Treae, Tapferkeit und des Reichtums zam Kiinige gewahlt hatten, wahrend die Erzbischiife

Peter von Mainz und Baldaiu von Trier, Markgraf Waldcmar von Brandenburg und Graf Johann von Luxeinburg, qui regnura

Bohemie detinet, ihrerseits Herzog Ludwig von Baiern uicht am festgesetzten, sondern dem folgeuden Tage und niclit

am angesagten Ort, sonderu aafierhalb desselben erwahlt hiitten. DerErwilhlte, Friedrich. habe sodann, da ihm die Biirger

Aachens in offener Widersetzlichkeit den Eintritt in ihre Stadt verwehrt hatten, auCerhalb dieser Stadt vom Erzbischof

Heinrich von Kiiln, dem dies von Rechtswegen zustehe, die Krcinung empfangen, was alles lebeude Zeugen, papstliche Urkunden

and oiFentliche Notariatsinstramente bezeagen wiirden. Sie fordern die Stadt in Beriicksichtignng diesor Urastande

uud des allgemeinen Wohls aaf, den von ihnen, apad quos illa vice resedit . . . eleccio, nach kanonischer Vorschrift erwahlten

Konig Gehorsam zu leisten. Es siegelt der Pfalzgraf, anter dessen Siegel sich aach Rudolf von Sachsen verbindet.

Dat. in Selse 2. id. dec. — Or. Karlsruhe Gen. L. A. (Konstanz-Reichenau Spec. 208), das aufgedriickte Siegel des Pfalzgrafen

abgefallen. Schwalm N. Arch. 23, 315 = MG. Const. 5, 163. Reg. : Vogt Reg. d. EB. v. Mainz 1, n. 1716.

Kisky Reg. d. EB. v. KCln 4, n. 892. - Vgl. zur Sache N. Arch. a. a. 0. Aiiiii. 2 sowie zu dem Bericht iiber di« Walilvorgange

Muhling Doppelwahl 81. 38


—•

UU (n. 39 46).

1314 Dezember 13. — KitterUlrich von Biittikon, HofmeisterHerzog Leopulds, quittiert den Biirgern von Ziirich aii

seines Herrn Statt iiber 134 Mark Silbers, wovon Egbrecht von Goldenberg -14 Mark, Johann Wolfleibsch 100 Mark und

ein anderer Biirger von Zurich 10 Mark erhielt, die ihra der Herzog von dem Wolfsattel her schuldig war. D. b. i. g. ze

Wintertur an s. Lucientage 1314. — Or. Ziirich. Stnatsarch. mit dem abhangend. Siegel Ulrichs. Arch. f. ost. G. 6, 203

(= Kopp Urk. 2, 203) Escher-Schweizer Zuricher UB. 9, 182. Reg. : Hirzel Zviricher Jahrb. 1, 105, Vgl. n. 32. 39

— Dezember 17. Selz. — Kg. Friedrich schreibt der Stadt Konstanz, dal3 er von der saninr pars der Wahlfiirsten

am festgesetzten Termin zum romischen Konig erwahlt worden und vom Erzbischof Heinrich von K(iln, dem dieses Recht

Ton altersher zustehe, an einem Orte, wo er vermoge eines papstlichen Privilegs, quas sub bulla vera vidimus, kronen

diirfe, dieKronung empfangen habe und fordert sie auf, ungeachtet der durch einige Fiirsten zu ungehoriger Zeit erfolgteu

Wahl des Herzogs Ludwig von Baiern, auf seine Seite zu treten, wofiir er ihr Bestatigung und Erweiterung ihrer Rechte

nnd Freiheiten verspricht. Dat. iu Selse 16. kal. ianuar. regni a. I. — Or. Karlsrahe G. L. A. (K.-Selokt), Siegel ab.

Schwalm N. Arch. 23, 317 = MG. Const. 5, 164. Reg.: Zeitsch. f. G. d. Ob. Rh. NF. 1, S5. KiskyReg. d. EB. v. Koln 4,

n. 895. — Vgl. auch das Schreiben der Wahler Friedrichs an Konstanz n. 38 und anderseits Ludwigs Schreiben an die

Stadt u. 6. 40

— Selz. — Kg. Friedrich ersucht den Biirgermeister und den Rat derStadt StraBburg, ihre Kaufleute und Biirger aufzafordern,

die zum Verkauf bestimmten Waren ohne Furcht auf dem Rheiu uach Selz zu verfrachten, da er ihnen und ihren

Waren wahrend seines dortigen Aufeuthalts Schutz uud Geleite angedeihen lassen werde. Dat. in Selse 1 6. kal. ian., regni

a. 1. — Or. StraDburg Stadt-A., riickwiirts aufgedriicktes Siegel abgefallen. Wencker Coll. arch. 353. Grandidier Oeuvr.

in^d. 3, 278 beide irrig zu 1212. Schulte Strafibg. UB. 2, 270 = Schwalm MG. Const. 5, 165. Reg.: Bohmer 1314

1347 F. d. S. n. 1. 41

— Dezember 18. Selz. — Kg. Friedrich bestatigt dem Bischof Friedrich von Augsburg die Pfandschaft der Vogtei

Fiissen samt Zugehor, die er von K. Heinrich fiir seine auf dessen Romerzug geleisteten Dienste um 40o Mk. Silber erhalteu

hatte (vgl. die Urk. v. 1313 Juui 1 MG. Const. 4, 1139). Dat. in Saels a. d. 1314 proxima feria quarta post diem

b. Lucie virginis, regni a. 1. — Or. Miinchen R. A. (Kaisersel. Nachtrg. 182) mit beschad. Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg.

Str. Mon. Boica 33*, 398. Schwalm MG. Const. 5, 166. Reg.: Hormayr Goldeue Chronik v. Hobenschwaugau 99. Braun

Gescb. d. Bisch. v.Angsbg. 2,403. Reg. boica 5,291. Bohmer 1314— 47 F.d.S.n.2. Lichu.-Birk 3, 353 u. 286. 42

-- Dezeraber 19. — Graf Rudolf von Hohenberg gelobt eidlich, Kg. Friedrich und dessen Briidern gegen Hzg. Ludwig

von Baiern und alle .seiue Helfer, solange der Krieg um das Reich wahren wird. innerhalb des Landes mit 100 Helmen

und seiner ganzen Macht zu RoC uud zu FuB uud auGerhalb des Laudes mit 60 Helmen zu dieneu, sowie alle seiue Festeu

ihuen nnd ihreu Dieuern offenzuhalten und alle Gegner Friedrichs nud seiuer Briider anzugreifen, wofiir ihraFriedricb mit

Zustimmung seiner Briider fiir 1500 Mark Silber Konstauzer Gewichts die Burg Busseu und die Stadt Riedliugen (Rodelingeu)

mit allem Zugehiir,

dieEdelleute ausgonomraen, verpfandet, die Friedrich, seine» Vogten und Dieueru otfeugehalteu

werden soll. Er spricht sie ledig von allem Schaden, den er bisher in ihrem Dienst geuommen und erklart alle diesbezviglichen

Urkunden fiir kraftlos mit Ausnahme jener iiber die Burg Lupfen. D. i. g. ze Selsze an deme dorustage vor s. Thomanstage

1314. — Or. Wien Staats-A. mit beschad. Siegel d. Ausst. an Pg. Str. Schmid Mon. Hoheuberg. 198. Schwalm

MG. Coust. 5, 167, Reg. : Lichn.-Birk 3, 353 n. 287 = n. 288. Die erwahute Urk. iiber die Burg Lupfen, die oflenbar

deren Verpfandung zum Gegenstand hatte. ist nicht mehr erhalten. Diese Burg wurde iibrigens erst 1304 Jan. 22 (s.

Abt. TI) von deu Habsburgeru erworbeu. 43

— Dezember 20. — Dio Stadt M a i I a n d bevollmachtigt den Biirger und Kaufmann Beroldo de Oldrate, mit der Stadt Como

(civitas Cumarum), Hzg. Leopold von Osterreich und der Stadt Luzern (Luzaria) sowie allen anderen Stadten und Herren

in Deutschlaud iiber sicheres Geleite auf den Strafien fiir die Mailiinder Kaufleute uud deren Warou, sowie die zu entrichtenden

Abgaben und Zolle zu verhandelu und mit Hzg. Leopold wegen der Repressalien, die der Herzog uud Luzern au

Mailand und andererseits die Mailiinder an Luzern geiibt haben, sowie wegen gegenseitiger Zugestiindnisse ein Ubereinkommen

abzuschliePen. A. nat. 1314 iud. 13 die Veneris vigesirao die mensis decembris in pallacio novo communis Mediolani.

— Vom Kapitel des Stifts Neuenburg beglaub. Abschr. Neueuburg Staats-A. Schulte Gesch. des mittelalterl.

Handels u. Verkehrs zw. Westdtschld. ii. Italien 2, 199. — Vgl. zur Sache ebda. 1, 408. 44

- Dezember 24. — Graf Heinrich von Werdenberg, Domherr zu Konstanz, gelobt, Kg. Friedrich und dessen Briideru

wider Herzog Ludwig von Baiern und jedermann. ausgenommen das Hochstilt Konstanz, bis zur Beendigung des um das

rOmische Reich entbrannten Krieges zu dienen u. zw. iuuor Landes mit seiner ganzen Macht uud auBer Laudes mit 24

Helmen, woruuter 1 Kosse sein sollen ; zur Dienstleistung iiber das Gebirg, nach Bcihmen und Osterreich ist er uicht verpfliclitet.

D. b. i. g. ze Sels 1314 an dem heiligen abeut ze Wiuachten. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Heinrichs an

Pg. Str. Auszg.: Vanotti Grafen v. Montfort 226. Keg.: Lichn.-Birk 3, 353 n. 289. Kriiger Grfon. v. Werdenberg XVII

(zu Dez. 14). Rieder-Cartellieri

— Dezember 26.

Reg. episcop. Coustant. 2, n. 3686 a. 45

Selz. — Kg. Friedrich verpfandet Kraft von Hohonlohe fur seine bisherigen Dienste und gegen die

Verpflichtung, auch weiterhin im Kampf mit Hzg. Ludwig von Baiern ihn, soine Bruder und Diener in seine Festen aufzunehmen

und ihm inncrhalb der Grenzen Frankens mit 100. aufierhalb derselben aber mit 50 Helmen beizustohen, Burg

und Stadt Rothenburg samt allem Zugehor fiir 1500 Mark Silber Speierer Gewichts gegen Wiedereinlosung um diesc

Summc. Dat. in Selse 7. kal. iau. a. d. 1314. — Or. Ohringen Hohenloh. Arch. mit beschad. Siegol Frs. (Sava fig. 9) an

Pg. Str. Hansselmann Landeshoh. 1, 432. Weller Itohenlub. UB. 2, 66 -- Sihwahn MG. Const. 5, 172. Reg.: BOhmer

1314—17 Fr. d. S. n. 3. 4«


1314-1315 (n. 47-55).

1311 Dezeniber Hi. Selz. — Kg. Friedrich belolmt Kraft voii Hohenlohe und dessen Erben in Anseliung seinerVerdionsto

mit der BurgGailnau i^Geylenowe), der Stadt Crailsheim (Kreylsheim) uud dem Dorf Ilolienbart mitZugehiir, wiesie

einst Graf Kourad vou Ottingeu innehatte. Uat. in Selse 7. kal. ian. a. d. 1314, regni a. 1. — Or. Ohringen Hohenloh.

Arch. mit beschiid. Siogel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Buumaun Voluntarium iuip. cousort. 79. Ludewig Rel. 2, 265 ('beido

zu 1315 Jan. 7). HanCelmann 1, 433. Weller Hoheiiloh. UB. 2, 67 = Schwalm MG. Const. 5, 173 Reg.: Georgisch 2,

278. Bolimer 1314 47 Fr. d. S. u. 4. Lichn.-Birk 3, 354 n. 300. 47

— Dezember 27. — Ritter Heiurich vou G riessenberg, Bfleger der Herzoge von Osterreich imArgau, (an miner herren

. . der horzogen stat von Osterrich) quittiert dem Ritter Ulrich von Signau iiber 100 MarkSilber, die dieser um Rorbacli

und das zugehorige Gut schnldete.

Zeugen: Heinrich von Lutternau (Lutternovwe), SchultheiC zuZofingen und sein Bruder

Ulrich, Wilhelm Jofrat, Jolians von Gettuau (Gepnoewe), Johans ze deni Bruunen d.J., Konrad von Wil und Werner RiDgli,

Kellner zu Rorbach. D. g. u. w. d. b. g. Zouingen an Johans tage dez ewangelist 1314. — Or. Solothurn Staats-A.

Soloth. Wochenbl. 1818, 190. Kopp Reichsgesch. 4/1, 352. Vgl. zur Sache Kopp a. a. 0. S. 293. Uber Heinr. v. Griessenbg.

vgl. Maag 2/1, 324, Anm. 5, sowie Zelier-Werdmiiller i. Jahrb. f. Schweiz. Gesch. 6, 12 f. 48

— Walther von Geroldseck d. A. und seine Stihne Hermann, Chorherr von StraBburg, und Walter gelobeu, die Hzge.

Friedrich und Leopold fiir die von ihnen empfangenen 350 Mark Silber StraCburger Gewichts, solange der Krieg zwischen

den Horzogen und Hzg. Ludwig von Baiern wahren wird, in ihre Burgen Mahlberg, Lahr, Morburgerhof und die halbe

Schwanau nach Bedarf aufzunehmen und ihnen zv.ischen Basel und Speier mit 400 Mann zu Fufi, iiber das Gebirge und

den Rhein aber mit 30 Behelmten zu dienen. Dat. in Selse a. d. 1314 6. kal. ian. — Or. Wien Staats-A. mit d. 3 Siegeln

d. Ausst. an Pg. Str. Reg. : Lichn.-Birk 3, 353 n. 290. Thonnnen Urk. z. Schweiz. G. 1, 131. 49

— Dezeiuber -8. Selz. — Kg. Friedrich und seine Briider, die Hzge. Leopold und Heinrich, beurkunden, dem Bischof

Johann von StraCburg und dessen Kirciie ob nostrum utilitatem

evidontem die Burg Bildstein (Bilenstein) und alle ihre

Rechte an der Eurg Reichenberg, der Stadt Bergheim, dem SchloC Ortenberg, dem Dorf Scherweiler und dem Albrechtstal,

die sie fruher unter gewissen Bedingungen an den Strafiburger Biirger Heinrich von Mulnheim verkauft haben, um

3000 Mark Silber StraCburger Gewichts, die sie richtig erhalten haben, gegen Riickkaufsrecht verkauft zu haben. Es

siegeln Friedricli und Leopold auch fiir Heinrich, der kein eigenes Siegel besitzt. Act. et dat. 5. kal. iau. a. d. 1314. —

Or. () Straliburg Bez.-A. (G. 83, 519), der untero Teil der Urk. ist abgerissen, so daC es zweifelhaft bleibt, ob wir es mit

finem Orig. oder einer gleichzeitigen Abschrift zu tun haben. Schopflin Als. dipl. 2, 110. Reg.: Bohmer 1314—47

F. d. S. n. 5. Lichn.-Birk, 3, 353 n. 291. Schulte StraCbg. UB. 3, 240 n. 784. Miihlenheim-Rechberg, Familienbch. II/l,

23 n. 629. Vgl. 1314 Okt. 5 der Abt. II, die Urk. ist wohl so zu erklaren, daCFriedrich und seine Briider ihr Riickkaufsrecht

an Ortenberg und Scherweiler, das sie sich gegeniiber Heinrich von Miilnheim vorbehalten hatten, an Bischof Johann

verauCerten. Trotzdem die Burg Bildstein nicht an Miilnheim verkauft worden war, erscheint die Summe von 3000 Mark

ziemlich hoch und es ist anzunehraen, daC die Habsburger bei dem Vorkaufe einen Gewinn hatten. In der Urk.v. 15. Jau.

1315 lieCen sich Friedrich und seine Bruder von Johann dann ein Riickkaufsrecht zusichern, so daC ilinen die Wiedererwerbung

der fraglichen Giiter stots moglich blieb. Da in dieser letztereu Urkunde die vorliegeude ausdrticklich erwahnt

wird, kann an ihrer tatsiichlichen Ausfertigung nicht gezweifelt werden. Vgl. iibrigens auch 1315 F'ebr. 16. Fiir die

lieurteilung der Form, in der sie uns iiberliefert ist, erscheint beaclitenswert, daC sie von der gleichen Hand geschriebeu

ist, wie die obeu erwahnte Urk. von 1315 Jan. 15, die Urk. Leop. v. 1315 Jan. 17 und das Privileg Friedrichs fiirBischof

.Tohann v. 24. Marz 1315. Da auch die Urk. Leopolds die Burg Bildstein betrifft, sind moglicherweise alle diese Stiicke

von einem StraCburger Schreiber geschrieben worden. Jedenfalls spricht der Schriftbefund dafiir, daC ein Original vorliegt.

An eiue gleichzeitige Abschrift, wie sie die amtlichen Archivsbehelfe in StraCburg annehmeu, wird man mit Riicksicht auf

den Schriftbefund uicht zu denken haben. 50

Kg. Heinrich von Bohmen, Hzg. von Karnten, weist Georg von Schrofenstein (Schrouenstain) 30 Mark

Berner fiir die Teilnahme an der Heerfahrt zu Kg. Friedrich an und verpfiindet ihm dafiir genannte Gtiter. A. d. 1314.

-

Regist. d. Tirol. Kzlei. Wien Staats-A. Hs. 384 fol. 35^. 51

(1314 — Derselbe weist Ulrich von Hertenberg 50 Mk. Berner fiir dieTeilnahme an derHeerfahrt zuFriedrich an

und verpfiindet ihm dafiir den Hof zu Nieder-Pfaffenhofen. Ohne Datum. — Uberlieferg. wie n. 51 mit dem Beisatz »diu

vart [gingj nicht zu 1314«. 5-

1314. — Lehen und pfandtbrieti' |von Hzg. Ledpold] besagend iiber 80 marckh silbers, so als ein sesslehen zu Ensisheimb

dem ritter Johannsen schullheissen von Collmar von Iierzog Leopolden verlichen worden, daC er jahrl. 20 rt geld von der

steuer der dCirfter Honiburg, Landau und Buttenheimb beziehen soUe de 1314. — StraCburg Bez. A. C. 102 Verzeichnis

der 1763 aus Inusbruck an Frankreich extradierten Stiicke n. 201. Vgl. auch den Eintrag Innsbruck Reg. Arch. Schatzarch.

Rep. 2, 43. Homburg, Ka. Habsheim, Kr. Miihlhausen, Klein-Landau ebda., Buttcnheim abgekommener Ort i. d.

(inide. KI. Landau. 53

— Quittung fiir Kg. Friedrich von fraw Agnes margrafin zu Hochberg, frewliu von Reichenbeig witib, um 30 marckh

silbers um Reichenberg. — Eintrag Inusbruck Ldes. Reg. Arch. Schatzarch. Rep. 2, 1236. 54

— Pfandbrief Hzg. Leopolds auf Graf Otten vou StraCberg »umb die burg zu Oberhofen, der pfanntschilling ist 100

mafckh silbers.» — Eintrag Innsbruck-Ldes. Reg. Arch. Schatzarch. Rep. 2, 43.

'

55

1315iJanuar 1. Siickingeii. — Hzg.LeopoId verpfandet den Edlen Ileinrich und Leutold von Griessenbe rg fiir eiiie

Schuld von 100 Mk. Silber folgende Binkiinfte: 25 Mnt Korn, 20 Mut Roggen und 4 li Pfennige von dem Zoll zu Breiu-

H


10 1315 (11. 56—65).

Hof zu Lunkliofeu (Luukoft) und verspricht, das Pfaud womuglich in den Tliurgau zu setzen, da es jetzt den Briidern uugelegen

ist. ze Sekingen an der mitwochen nach s. Silvesters tag 1315. — Or. Aarau Staats-A. mit Siegel Leop. (Sava

fig. 20). Soloth. Wochenbl. 1829, 65.5. Reg.: Hormayrs Arch. f. G. 10, 432. Lichn.-Birk 3. 354 n.298. [Dr. Hans Herzog].

— Uber die von Griesseuberg vgl. Maag 2/1, 324 Aum. 5. 66

1 315 Januar -. — Kg. Lud wig verspricht dem Grafen Konrad von F r e i b n r g fur die Dienste, die er ihm gegen den Hzg. von

Osterreich und dessen Helfer leisten soll, 2 000 Pfund Heller zu geben. D. b. i. g. 1315 an deme nesten durrestage vor

deme Zwolften tage. — Or. Karlsruhe G. L. A. (Kaiser SeL n. 199). Zschr. f. G. d. Ob. Rheins 12, 96 = Schwalm MG.

Const. 5, 173. Reg.: Bohmer 1314— 47 Add. IL Ludw. n. 2936. — Vgl. auch die zweite Versprechungsnrk. Ludw.

vora gleichen Tage (Bohmer n. 2935). Zur Sache vgl. Riezler Gesch. d. H. Furstenberg 135 u. 133 f. 57

— Januar 3. Selz. — Kg. Friedrich beflehlt Heinrich Waffeler von Eckirch (Eckerich), die Burg Bildstein (Bil-) sofort

dem Bischof Johann von StraCburg zu iibergeben. Dat. in Selse 3. nonas ian. a. d. 1315, regni 1. — Or. StraCburg

Bez. A. (6. 7S6), Siegel abgefallen. Reg.: Schulte StraBb. UB. 3, 240. — Vgl. iiber den Verkauf Bildsteins an Bisch.

Johaun n. 50 u. n. 79. 58

— Januar 4. Selz. — Kg. Friedrich und seine Bruder Leopold und Heinrich verkaufen dem StraBburger Biirger Heinrich

von Miilnheim Einkunfte von 40 Mark Silber StraDburger Gewichts auf der Burg Reichenberg, der Stadt Bergheim, der

Burg Ortenberg, dem Dorf Scherweiler uud iu dem Albrechtstal ura 400 Mark Silber guter StraCburger Miinze, die sie

richtig empfangen habeu. Er soll diese Einkiinfte ara ll.November (in festo beati Martini) eines jeden Jahres empfangen,

unbeschadet des am 4. Oktober vorigen Jahres mit Friedrich abgeschlossonen Kaufvertrags, und falls er au den ihm in

diesem Vertrage zugesicherten Einkiinften, deu vorerwiihuten 40 Mk. sowie den ihm auf die Stadte im Aar- und Thurgau

laut der hieruber ausgestellten Urkunde angewieseneu 175 Mk. verkiirzt werden sollte, sollen ihm die genannten Gviter

mit allen Rechten bis zur vollkommenen Befriedigung seiucr Forderuugen verpfandet sein.

Bis zum 2. Februar eines jeden

Jahres ist Heinrich zum Riickverkauf der genanuteu Einkiinfte ura 400 Mk. verpflichtet, doch unbeschadet der in dieser,

sowie in der Urkunde vom 4. Okt. 1314 getroffenen Vereiubarungen uud Bedingungen. Herzog Heinrich verbindet sich

mangels eines eigenen Siegels unterdenen seiner Brtider. Act. et dat. in Selse sabtato post circumcisionem domini proximo

a. 1315. — Abschr. saec. 16 Innsbruck Reg. A. Cod. 41 Bd. 3 f. 1018*'. Winkelmann Acta 2, 268. Reg.: Thommen

Urk. 1, 132. — Es ist uicht recht klar, was fiir Eiukiinfte hier gemeiut sind. Nach der Urk. v. 1314 Okt. 5 wiiren alle

zu den genannteu Giitern gehiirigen Eiukiinfte bereits au Heinr. v. Miilnheim verkauft wordeu. Vgl. iibrigens auch n. 50. —

Die Neunuug Leopolds als Mitaussteller u. Mitsiegler bietet insoferne eine Schwierigkeit, als er am 4. Jan. nicht niehr in

Selz war, da er am 1. Jan. in Sackingen und am 4. bereits in Winterthur weilte. Falls sein Siegel tatsachlich an dera

heute nirht mehr erhalteneu Or. hing, muC mau an eiu nachtragliches Anhangen desselben denken.

Leopolds Zustiramung

zu dem Verkaufe war uaturlich schon vorher wahrend seiues Aufenthalts in Selz erfolgt. 5}>

— — Hzg. Leopold verpfandot den Briidern Konrad und Ulrich den Sultzern fiir 5^) Mark Silber, die er ihnen wegen

ihrer Dienste nach der Lombardei (Lamparten) und fur Rosse schuldet. 5 Mark Geldes auf Korngiilten uud Garteuzinseu

zu Wiuterthur. an samstag vor dem zwolften tag a. d. 1315. — Eintrag Zurich Staats-A. Pfandreg. v. 1380 Stadt u. Ld.

Hs. n. 1869 f. d^. Anzeig. f. Schwcizerg. 1860, 138. Maag 2/1, 705. Reg.: Escher-Schweizer Ziiricher UB. 9, 188. —

AVie schon Maag sagt, ist mit den Diensten gan Laraparten zweifellos der Zug K. Heinrichs VII. nach Itaiien geraeint, an

dera teilzunehmen sich die Habsburger verpflichtet hatten, vgl. in Abt. II Urk. 1309 S«pt. 17. 60

— Januar 4. Winterthur. — Hzg. Leopold verpfandet Walther von Gachuang, dem er fiir seiuen Dienst 20 Mark

Silber schuldet, 3 it Konstanzer Pfennige, 4 Mut Korn und 3 Malter Hafer auf der Vogtei zu Gachnang. Dat. zeWintertur

am sarastag vor dem zwelften tag a. d. 1315. — Eintrag wie n. 60 fol. 3». Maag 2/1, 687. — Ubcr den Pfandbesitz

der Herren von Gachnaug vgl. Maag 2/1, 399. 61

-- Jannar 6. Winterthur. — Hzg. Leopold verpfandet Heiurich vonSeen (Sechein), demer fiir seineu Dienst isMark

Silber versprochen, 4 ff. Stebler auf der Stener zu Wiilflingen. Dat. iu Wintertur an dem zwelftcn tage a. d. 1315. —

Eiutrag wio u. 60, fol. 8^ Anzeiger f. Schweizerg. 1860, 138. Maag 2/1, 702. Reg.: Weber Miller v. Aichh. 1 Anmkg.

Sp. 362. Escher-Schweizcr Ziirich. UB. 9, 18'.). — tlber die Bedeutuug des Worts Stebler, eine Art schlechter Pfennige.

vgl. Maag 2/2, 303. 62

Wintertliur. — Hzg. Leopold verpfandet Gottfried dem S c h e n k e n von L i e b e u b e r g fur oine Schuld von 1 8 Mark

Silber 4 '/2 ^4 Stebler auf der Steuer zu Zell au der Tiiss. Dat. iu Wintorthur 13 15 an deni zwolften tag. Eintrag wie

n. 60 fol. 3. Anzeiger f. Schweizerg. 1860, 138. Maag 2/1, 686. Reg.: W.iuer 1 Aum. Sp. 232. Escher-Schwcizer Ziirich.

UB. 9, 189. 63

Winterthur. — Hzg. Leopold versetzt Fridbolt von Schaffliauson. dera er fiir seinen Dieust 45 Mark schuldet,

10 Pfund Stebler Zuricher Miinze auf der Steuer zu Veltheira. Dat. ze Winterthur an den zwiilften tag 1315. — Eintrag

wie n. 60 fol. 1'' u. Register Spanweid n. 8. Auzeig. f. Schweizerg. 1860, 138. Maag 2/1. 679. Reg.: Escher-Schwoizer

Zurich. UB. 9, 189. 64

Selz. — Kg. Friedrich verpfiindet den Markgrafen Friedrich und liudolf von Baden fiir die Dienste, die sie ihm tun

sollen, und fiir allfalligen Schaden die Reichsstadt Sinsheim mit dem Kloster um 1000 Mark Silber Konstanzer Gewichts

bis zur Wiedereinlosung um die voUe Summe. D. b. i. g. ze Sels 1315 an dem zweliften tag nah Wiuahten, d. 1. j. u.

rihes. — Or. Karlsruhc 6. L. A. (Kaiser Sel. u. 173), Siegel abgefallen. Schiipflin Hist. Zar. Bad. 5, 347. Schwalm MG.

Const. 5, 181. Reg.: BOhmer 1317—47 F. d. S. n. 6. Zeitschr. f. G. d. Ob. Rheins N. F. 1, 86. Fcster Reg. Mkgrfeu.

Baden n. 721. 6»


1

Usikon)


1315 (n. 66-75). 11

1815 Jauiiar G. Badeu. — Hzg. Leopold verplandet Hciuiah deraBusinger, demerfiirseineuDienst 20 Mark schuldet,

•J Mark Geldes auf der oberen Muhlo zu Badcn. G. ze Baden an dem zwriften tag 1315. — Eintrag Luzern Staats-A. i.

Pfandrog. v. 1380 fol. 4. Kopp Geschbl. 2, l.J3. Maag 2/1, 607. — Der Ausstellungsort Baden steht im Widerspruch zu

den anderen Urk. Loopolds vom gleichen Datum, die durchaus iu Wiuterthur ausgestellt siud. Da die Urk. selbst nicht

mehr erhalten ist, liegt miiglicherweise ein Fehler des Pfaudregisters vor. 6(>

— Jauuar 7. — Kitter Konrad von Wittenheim verpflichtet sich, Kg. Friedrich uud Hzg. Leopold die Nutzungen und

Kechte im Dorfe Heiteren (Heitersheim), die sie ihni und scinen Erben zu rechtem Leheii verliehen haben, iiber ihr Vcrlangeu

um 200 Mk. Silbers Colmarer Gewichts wieder zu verkaafeu. D. i. g. ze Selse au zinstag nach dem zwelften tag 1 3 1 5.


Or. Colmar Bez. A. (Serie E Adelsfam. Kart. 233 L. l), Siegel abgerissen. Vgl. n. 70. 67

— Januar 8. — GrafUlridi vonPfirt verpfandet dem Kitter Weruer Gutmanu vou Hatstatt tureiueScbuId vuu (io Mark

Silber das Dorf Meienheim mit allen Kechteu, wie es ihm vou den Herzogon vou Osterreich versetzt ist und verpflichtet

sich, ihm fur den Fall der Einhisung des Pfauds durch die Herzoge die Pfandsumme von 60 Mark Silber auszuzahlen, da

Werner mitden Herzogen snicht zuthunde hett.« 1315 an dem mitwochen vor dem achtzeheuden tag nach wieuachteu.

Abschr. saec. 16 Innsbruck Reg. A. Cod. 41 Bd. 3 f. 970\ 68

Zofin^en. — Hzg. Leopold verpfandet dem Eitter Hartmann von Oltingeu uud desseu Bruder Rychlinfur 50 Mark

Silber, die er und seine Briider ibneu fiir ihre Dieuste versprocheu habeu, 15 Pfund Pfenuige Geldes auf der Vogtsteuer

zuRickenbachund Altenschwaiid lAltziswaiide), die ihnen soiu Aratmanu alljahrlich bis zur voIIenBezahluug der genannten

Summe ausfolgen soU. Zovingiii au dfiii iiiittechen nach dem zwelftem tage 1315. — Or. Karlsruhe G. L. A. (Alit. 2 1 Couv. 19)

uiit beschad. Siegel Leop. (Snva lig. lmi i aii Pg. Str. Vgl. dazu den Eintrag i.Pfandreg. v. 1 380 bei Kopp Geschbl. 2, 1 48 u.Maag

— Jaunar 9. Selz. — Kg. Friedrich bestatigt die vou seinem Bruder Hzg. Leopold vollzogene lielehnung Konrads vou

Wittenheim mit dem ihm und seiuen Brudern zustehendeu Dieusteu, Einkunften uud Eechten zuHeiteren (Heitersheim).

•J 1,599, woabernur von Rickenbach gesprochen wird uud dementsprechend auch der verplandete Betrag geriugerist. 69

Dat. iu Selsa 5.id. iau. a. d. 1315, regui a. 1. — Beglaub. Abschr. v. 1768 Colmar Bez.-A. (Adelsarch. Mappe 233), derzufolge

die Urk. i. Zweibruckener Archiv war. SchOptlin AIs. dipl. 2, 110 ex tabulario Rappoltivillano. Bachmann Betr.

iib. d. ElsaB 2s2. Reg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 7. Lichn.-Birk 3, 354 n. 303. — Vgl. die Urk. n. 67 u. n. 84.

Eiue Urk. viber die Belehnung durch Leop., dereu schon 1315 Jau. 7 Erwiihnuug geschieht, ist nicht nachweisbar. 70

Baden. — Hzg. Leopold verpfaudet seiueni Diener Friedrich vou Mohringen (Meringen) fur kiiuftigen Dienst

10 Stficke Gelds von dem Vogtrecht zu Ach (Ahe) bis zurEiuIosuug um 1 Mark. D. i. g. ze Badeu am dunstag nach dem

Zwelftage a. d. 1315. — Absclir. saec. 14. Wieu Staats-A. uut. d. Dat. 1311 Sept. 29. — Vgl. die ebenda befindliche

Urk. Friedr. v. M. v. 1331 Juli 20 iiber deu Verkauf des Pfaudes an Haus den Truchsel von Diessenhofcn. 71

Baden. — Hzg. Leopold verpfandet don Bruderu Hartmanu und Markward von Baldegg tur eine Schuld von

42 Mark, die ihnen fur ihren Dienst zukommt, zwei MarkGelds auf derSteuer zu Hermetswil (Hermauswile). G. ze Baden

an dourstag nach dem zwoelften tag a. 1 315. — Eintrag Luzeru Staats-A. Pfandregister v. ca. 1 380 fol. ^*". Kopp Geschbl.

2, 153. Maag, Habsb. Urb. 21, 609. Reg. : Bohmer, Reg. imp. 124G— 1313 Add.Il, 512. — Vgl. auch u.572. — Uber

die Herren vou Baldegg vgl. Kopp Reichsgesch. 4*, 410 tf. u. Liebeuau, Geschichte der Ritter vou Baldegg. 72

Baden. — Hzg. Leopold gelobt Egbrecht dem Roten, Kirchherrn zu Rein, fur dessen Dienst 10 Mark Silber

und verpfandet dafiir an desseu Statt dem Ritter Friedrich dem Schultheisseu von Schaflhauseu 7 Stiick Gelds von Korn

und 1 5 Schilling Pfeunige auf dem Zehnten zu Schwanden (Swenden). G. ije Badeu an dem dourstag uach dem zwelften

tage 1315. — Or. Aarau Staats-A. (Kouigsfelden 40) mit Siegel Leop. (Sava fig. 20). Eeg. : Arch. f. G. 1 0, 432. Lichn.-

Birk 3, 354 n. 301. Bfihmer 1246—1313 Add. 11, 513 [Dr. Hans Herzog]. — Vgl. auch n. 1655. 73

Badeu. — Hzg. Leopold vorpfandet dem Eitter Heiurich von Hettlingen und dessen Sohnen Ulrich und Johanu

fiir die ibnen fiir geleistete Dieuste versprocheuen 45 Mark Silber, 45 Stiicke Gelds auf folgenden Gvitern des Amtes

Griiningen : auf dem Gute zu Ussikcn ( 5 Mut Koru und 1 Malter Hafer, auf dem Gute zu Egg (Kilcheuegge) 9 Mut

Korn uud 2 Malter Hafer, auf dem Gute zu Esslingeu 4 Mut Koru und 1 Malter Hafer, auf dem Zehent zu Esslingen

1

Stiick, auf dem Gut zu VoIIikon (Volkikon) fiinf Viortel Niisse, 10 Viertel Hafer, aut dem Gute zu Binzikon (Beinzikon)

10 Mut Korn, 5 Mut Niisse und 1 Pfund Pfefter, auf dem Gnte zu Hermatswil (Hernbolzwile) 9 Schilling Pfennige

Geldes. ze Baden an dem dunrstag nach dem zwelften tag 1315. — Or. Ziirich Staats-A. mit abhangend. Siegel Leop.

Kopp Reichsgesch. 4^ 449. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 190. Eeg.: BOhmer 1246—1313. Add. II, 513. — Vgl.

dazu den zu 1305 datierten Eintrag i. Pfandreg. v. 1380 bei Maag 21, 678. Maag halt die dieser Eintragung zugruude

liegende Urk. fiir identisch mit der vorliegenden und meiut, daQ das Datum uud die sonstigeu iuhaltlichen Abweicbungen

anf einem Irrtum beruhen. Da Jedoch im Pfandregister ganz andere Orte genanut werden als in der Urk., scbeint es sich

hier doch um eine andere Urk. zu handoln. 74

— Jaunar 10. Siickingeu. — Hzg. Leopold schenkt demKIoster St. Blasien im Schwarzwald 0. S. B. mit Zustimmung

seiner Briider die ihm bisher zu Eigeu geborige und durch deu Verzicht des Priesters Lutold vakant gewordene Kapelle

Xeuenzell (Nova cellaj im Schwarzwald samt der zugehorigen Wie.se,

Bruel genanut, und den Rechten und Pfriinden, welche

die dortigen Kapliine fiir den Dienst in der Kapelle nnd zu ihrer Erhaltung bisher besessen hatteu, zu freiem Eigen, verprtichtet

sich zur Btirgschaftsleistnng und verzichtet auf alle gesetzlichen P^inreden und Kechtsmittel zur Anfechtung der

Schenkung. Dat. in Seckhiugen 1315 4. id. ian. ind. 13. — Begl. Abschr. v. 18. Juli 1699 nach einer notariell beglaub.

Abschr. V. 1499 Karlsruhe G. L.A. (Abt. 21 Conv. 334) Herrgott Gen. 2, 605. Eeg. : Georgisch 2,287. Biihmer 1246

1313 Add. II, 513. Lichn.-Birk 3, 355 u. 304. 75


Heitersheim)

12 1315 (11. 7(5-83).

1315 Janiiar 10. — KonigLudwig fordeitdieStadt Stranburg auf, vier lievollmaclitigte bebufs Unterliaiidlungen iiber

eineu Landfrieden zu ihm nacb Worms zu senden und ermahnt die Stadt neuerdings, Hzg. Friedrich von Osterreich, seinem

und des Reichs Feinde, lceinerlei Lebensmittel zu liefern. Dat. Wormacie, 4. id. ian., regni a. 1. — Or. StraCburg Stadt-A.

Wencker Coll. Archiv. 36,3. Schulte StraBbg. UB. 2, 271, Schwalm MG. Const. 5, 182, Reg.: Bohmer 1314—47 Ludw.

n. 61. tJber die Stellung der Stadt StraBburg zu den Gegenkonigen vgl. Schrohe a. a. 0. S. .53 f. 76

— Jaiinai' 13. Selz. — Kg. Friedrich teilt dem Kg. Jayme IL von Aragonien mit, daB er am 19. Oktober (crastino.

festi beati Luce) »a saniori parte« der zur Wahl des romischen Kouigs berechtigten Fiirsten gewahlt, vom Erzbischof

Heinrich von Kolu, dem es, wie aus dem ihm und seiner Kirche erteilteu Privilegien des apostolischen Stuhls hervorgeht,

nach althergebrachter und anerkannter Gepflogenheit zusteht, die romischen Kciuige an dem Orte. wo er es vermoge, zu

kronen, mit gebiibrender Feierlichkeit geknint worden sei und die Regierung des Reiches zur Ehre Gottes, zur Verbreituug

des rechten romischen Glaubens und zur Verteidigung der gesamton Kirche und des Reiches vibernoramen habe. Er bittet

ihn, bei den Kardinalen des apostolischen Stuhls und seinen anderen Freunden dahin zu wirken, daC sie ihm nicht nur

in seinem durch Wahl und Kronung erworbenen Rechte fordern, sondern auch die Versudie aller seiner Feinde vereiteln

und erklart sich bereit, fiir alle za diesem Zwecke gemachten Aufwendungen uud Ver.^prechungen aufzukommen und einzustehen.

Uat. apud Selsam id. ian. regni a. 1. — Kegistr. Barcelona Kron-A. Reg. n. 318 foL 3'''. Zeissberg i. S. Ber. d. Wr.

Akad. 140, 16 = Schwalm MG. Const. 5, 187. Reg. : Kisky Reg. d. EB. v, Kohi 4, n. 905. — Vgi. auch Schrador

Isabella v. Aragonieu 46, 77

— Januar 15. — Bischof .] ohann, Dekan Heinrich und das Kapitel der Strali burger Kirche versprechen dem Kg. Friedricli,

den Herzogen Leopold und Heinrich, scwie deren Erben die Burg Bildstein samt allem Zugehor, sowie alle Rechte an der

Burg Reichenberg, der Stadt Bergheim, der Burg Ortenberg, dem Dorf Scherweiler und Albrechtstal, auf die der StralJbnrger

Biirger Heinrich von Miilnlieim Anspruch hat, und dio dem Bischof und seiner Kirche zusamnien mit der Burg Bildstein

vom Konig und den Herzogen laut der dariiber ausgest-llten, vom Konigo, Hzg-. Leopold und dem Bischof besiegelten

Urkuude um 3000 Mk. Silbers StraBburger Gewichts verkauft wurden, um diese Summe und um den Betrag, der fiir die

Erwerbung der genannten Burgen und Guter vou Heinrich von Miilnheim durch die StraBburger Kirche gezahlt werdfu

wird, auf Verlangen wiederzuverkaufen und erklaren, daB sie und ihre Nachfolger zum Wiederverkauf und zur Ausliefernng

der genannten Burgen und Giiter zufolge des Kaufvertrags verpflichtet sind. Act. et dat. 18. kal. febr. a. d. 1315. — Or.

StraBburg Bez. Arch. (G. 116 [551], ll), die beiden Siegel abgefallen. Rosenkriinzer Bisch. Jcdiann v. StraCburg 93.

Reg.: Schulte StraBburger UB. 3 n. 788. Miillenheim-Rechberg Familienbuch 2/l, 23 n. 631. VgL die Urk. 1314 Okt. ,">

der Abt. II und n. 50. 78

— Januar 17. StraBbnrg. — Hzg. Leopold befiehlt Heinrich dem Waffeler von Eckirich, die Burg Bildstein sofort

dem Bischof Johann von StraBburgzu iibergeben und entbindet ihn seines Treueides. Dat. Argentine 16.kal. febr.

a. d. 1315, — Or. Strafiburg Bez.-A. (G. 786), Siegel abgefallen. Reg.: Schulte ^trafib. UB. 3, 240 Anm. 2. — Vgl.

n. 50, 58 u. 7 8. 79

— Jannar 22. Weissenbnrg. — Hzg. Leopold verpfaudet dem Lutold von Krenkiugeu seine Burg Neukrenkingen

rait Leuten, Gut und allem Recht fiir 100 Mark Silber oder um so viel »als man mit irae mit rechenunge uber ein koniet,

ez si minr oder me, daz er uns gelihen hat und geweret mit getraid«. D. g. 1. bi Wiszenburg an S. Viucentien tag 1315. —

Or. Karlsruhe G. L. A, (Abt. 21 Conv. 279), Siegel abgefallen. — Vgi. auch Maag 1, 85, Anm. 1. 80

— Januar 28. — Hzg. Leopold nimmt deu Ritter Johannes von Hohenstein als SeBmann in seine Stadt Bergheim auf,

wofiir er ihm 100 Mark Silbers zu schuldon erklart uud stellt als Biirgen den Markgrafeu Friedrich von Baden, den Grafen

Sigmund von Zweibriicken, Otto von Ochsenstein uud Ulrich von Walsee. am zinstag vor Lichtmesse. — Reg. : Kindler

V. Kiiobloch i. Jahrbch. d. Adler 1 1, 22 ans (wohl Or.) StraBburg Bez. Arch, G. 674'', 81

— VOr Januar 29. — Kg. Friedrich schlieBt mit mehreren StraCburger Biirgern einen Vertrag betreffs ihrer Unterstiitznug

und Teilnahme ara bevorstehenden Kampfe ab. Eine Urkunde hieriiber ist nicht mehr erhalten, der VertragsabschluC

geht jedoch aus der folgenden Urk. (n. 83) mit Sicherheit hervor, wo ausdriicklich von den »brieffon unserdiener

von StraBburg* gesprochen wird. Schulte StraBbg. UB. 3, 241 n. 789. — Vgl. dazu auch u. 76. Die Urk. beweist, dal!

die StraCburger Biirgerschaft in zwei Lagergeteilt war. 82

Kg. Friedrich verspricht einem joden der Ritter Sigmuud von Miillioven, Ekbrecht Boschmann, Eberhard vou

Bochingen (Bochingen), Ulrich Bopelman und Berthold Fuchs 25 Mark Silber undjedem der edlen Knechta Konrad,

Rndolf und Golz von Miilhoven Gebriider, Friederich von Hegerbaclr, Friedrich Schilliug, Heiurich von Mate,

Peter von Bochingen und Konrad Blaulien 20 Mark Silbor StraCburger Gewichts fiir ihre Kriogsdienste zu zahlen

und ihneu all das za gewahren, was er soinen getreueu Dienorn von StraBburg gewahreu soU, wie dereu Urkunde bosagt,

und ihneu die vorgenannte Summo iu 2 Teilou am uiichsteu 23, April (s, Georientag) und am niichsten Sonnonwendtag

auszuzahlen, wofur er ihnen seinon Brudor Hzg. Leopold uud Otto von Ochsenstein als Biirgen stellt, die mitsiegoln. D. b.

w. g. an der mitwocheu vor der grossen vassuacht 1315, l.jar u. konigrichs. — Abschr. saoc. 15. StraBburg Bez. A.

Diplomatar d, D. Ord. Komm. Weissenburg f. 1 1 . Bohmor-Ficker Acta, 465. Rog.: Strafibg. UB. 3, 241. 83

— Januar 30. -- Ritter Konrad von Wittenheim, Biirger zu Colinar, stelltdom Hzg. Leopold von Osterreich einen Lehensrevors

aus iiber die Rechte, die Lcopold und seinem Brudcr in dem Dorf Heitereu i

als Landgrafen zustohen

oder nocli zukommen worden, naralicli 60 Viertel Hafer jahrliclier Herborgsteuer uml von jeder Hordstatte ein Huhn, alle

fremden Leute, die iiber den Hauenstein, den Schwarzwald, die First (Kamin der A'ogesen) oder dic Selz koinmon und sich

in I["itoren haushaft niederlassen, soUen den Herzogon und aiuh di^in Baniilicrrn zu einer bestimmten Zeit des .lahres die


IBla (11. 84-S9). 13

^ewobnliche Abgabo (gewerff) »vou wuiiue und von weyde» leisten, Fastnachtliiiliner gebcn und vor des Bannherrn Gericht

steheu wie andere Leute daselbst: gefangenc Diebe und Totschliigor soll der SchultlieiO von Heiteren am niichsten Morgeu

dem Vogt zu Knsislieim an des Landgrafen Statt iiberantworten, vorfalleues Gut oder Uesseruug von der »dekeinie« oder

des Geriehts wegeu soll zur Halfte an den Landgrafen und zur Hiilfte an Konrad fallen, der Twing, Banu und Gericht im

Uorf von Joliaun vou Rappoltst'.>in zu Lehou hat. Das Lo\mi liOnnou die Horzoge um 200 M:irk Siiber Colmarer Gewichts

einltSsen. D. w. g. zo Kolniar au dem nechsteu douerstag vor der Licchtmeii 1315. — Or. Innsbruck Kcg. A. Schatzarch.

mit stark bescbad. Siegel K. v. WittenU. Rappoltst. UB. 1, 225 aus Abscbr. i. Colmar Bez.-A. — Cber dio Kechte der

Habsburger in Heitereu vgl. aucli Maag 1.5. 84

1315 Janiiar 30. — Hzg.LeopoldverleiiitKourad vou Wittenheim, Ritter, vou Colmar, allo Rechte und Nutzungen, die ihm

und seinen Brudern iui Dorfe Heiteren als Landgrafeu im Ober-Elsafi zusteheu oder noch zukommeu werdeu, zu rechten

Mannlehen. Es folgt die Aufzahlung der Rechte, die ganz entsprechend jener des Reverses (n. 84) ist, doch fchlt die Bemerkung,

dalJ Twing und Banu in Heiteren von don Kappoltsteineni zu lehen riihren. D. w. g. an dem nehosten durnstage

— .4.nfaiig Febniar. luusbruck.

- - Kg. Friedrich, seine Gattiu Elisabeth, seine Briider Heinrich und Albrecht und

seine Schwester Katharina nehmen an der Hoclizeitsfeier Kg. H u i n r i c h s von B (i h m e n mit Adelheid, Tochter Heinrichs L

von Braunschwcig-Grubeuhageu, teil. - Die Auweseuheit der Habsburger ergibt sich aus den Amtsrechuuugen iu den

Tiroler Raitbuchern, Miinchen R. A. Tiroler Codices n. 4 fol. 70 ; n. ] 2 fol. 7, 8, 1 1 u. 1 00, die gesammelt sind vou Davidsobn

i. Mitt. d. Inst. f. 6st. G. 37, 1 97 ff. — Das geuaue Datum der Hochzeil ist unbekannt, es wird im Cod. 7 fol. 1 9^ nur

mit -in meuse Januarii* angegeben. Da Friedrich noch am 13. Jan. in Selz war (n.77) und wir ilin am 16. Fobr. wieder

in Suffeluheim bei Hagenau finden (n. yi), mufi sein Innsbrucker Aufenthalt iu die Zwischeuzeit falleu. Die am 29. Januar

vor der lichtmell 1315. — 2 Absch. saoc. 15. Colmar Bez. A. (Serie E Kart. 2548). — Vgl. auch n. (57 u. n. 70. 85

lur eine Anzahl vou elsiiB. Ritteru ausgestellte Urk. Priedrichs (n. 83) nenut keinen Ausstellungsort, diirfte jedoch vermutlich

auch uoch im ElsaB ausgestellt worden sein,

wofiir auBer der Herkunft ihrer Empfilnger auch der Umstaud spriclit,

daC Leopold, der sie uiitbcsiegelte, am 30. Januar in Colmar war (n. 85). Friedrich diirfte demnach kaum vor deni ersten

Februar in lunsbruck eingetroffen sein. Diese Annahmo wtirde insoferue keinen Widerspruch mit der Angabe des Raitbuches

bedeuteu, als die Hochzeitsfeierlichkeiten, die gevvifi mehrere Tage dauerten, schon im Jauuar begonnen habon konneu.

Da der Faschingssonutag d. J. 1315 auf den 2.Februar fiel, kann andererseits die Hochzeit niclit viel spater stattgefunden

habeu. Aus der Eintraguug Cod. 12 fol. 100- »item dedit ad expensas domini Friderici regis liomanoruMi et regine Arragonie

et domiue Katherine ducisse Austrie iu anno 1315 in Mienminger Perge« darf man schlielien, daC die Hin- und

wohl auch Ruckreise Friedrichs durch das inntal iiber Miemingen, die EhrenbergerKlause uiul iiberlleutte nach Kempten

erfolgte, was ja zweifellos, besonders augesichts der winterlichen Jahreszeit, der geeignetste Weg vvar. tjber die Bedeutung

der Zusarameukunft und ihreu vermutlichen Zusammenhang mit den habsburg. Heiratsprojekten, vgl. Davidsohn a. a. 0.

S. 199 S. — Die vou Jaksch i. d. Mitt. d. Inst. 38, 170 gebracbte Berichtigung, die Hochzeit hiitte nicbt iiii Jaiiuar,

sondern erst im September stattgefuuden, ist unzutreffend, da, abgesehen von der oben erwilhnteu Angabe, die von Davidsohu

angefiihrte Amtsrechnung vom 3. Juni 1315 (Cod. 12, fol. 7^) ausdriicklich sagt: Item dedit ad expensas domini

Friderici ducis Austrie nunc regis Romanorum, regine Arragouie, ducissarum Austrie, domini Heinrici regis Bohemie et

domine ducisse de Braunsweich tempore nuptiali. 86

— Febrnar 7. — Dcr Freie Philipp von K i o n veizichtet in die Hand des Ritters Johannes vou Wadiswil auf alle Anspriiche,

die er zufolge seiner Belehnung durcli die Herzoge vun Osterreich an die Giiter und Leuto iui Tal Unterseen (in valle

Underseuwen) »de palis dictis vulgo »svvira«, supra et infra dictam vallems zu Lauterbrunneu und Wengen hatte. Dat.

feria 6. proxima post jturificacionem b. Marie virginis a. d. 1315. — Or. lieru Staats-A. (Interlakeu) Font. rer. Berii. 4,

619. Dio Urk. isi moglicberweise inlnterlaken ausgestelll uud VFare, falls sie nach dem dort gobriiuchlichen Annunciatiousstil

datiert ist, zu 131 6 Feb. 6 zu setzen. Uber die Rechte der Habsbiirger an diesen Giitern, die zu dem von den

Herren vou Escbenbach erworbenen Besitz gehorten, vgl. Maag 1, 472 u. 2/1, 372, Wengen war zweifellos Keichslehen

(vgl. Maag 2 1, 374 Auni. 1 u. Jahrb. f. Schweiz. Gesch. 21, 237 Anm. 2) und scheint wahrend dos Interregnums in die

Hand der Herren vou Wadiswil gerateu zu soiu, wiibrend sich die Eschenbacber erst nachher von Kg. Eudolf belehuen

lieBen, aber weder sie uoch die Habsburger als ibre Kechtsuachfolger schoinen zur tatsachlichen Verfiigung iiber das Lehen

gekommen zu sein. Es macht vielmebr den Eindruck, daB Philipp von Kien die Giiter gar uicht tatsiichlich iunehatte,

.sondern nur anf die Verfecbtung seines Anspruchs verzicbtete. Uber den Ubergang diesor Lehen au luterlaken vgl. u. 90

u. 687. 87

— Febraar 8. — DieStadte Koustanz, Zurich, St. Gallen, Schaf fhausen, Lindau und Ueberlingen schlioCeu

ein BQndnis bis zuni 24. Juni 1316. sofern nicbt eiu Konig im Bistum Koustanz gewaltig wird. ze Costentz 1315 an dem

nuhsten sameztage nach unserro vrowen tage ze der liehtmisse. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. Wartmaun UB. v. St. Galleu

4/2, 1048. Escber-Schweizer Zurich. UB. 9, 192. — Zur Sanbe vgL Ziiricb. UB. 9, 194 Anm. 3. 88

— Februar 10. — GrafRudolf von Hohenberg verpfiindet dem Freien Heinricb vou Lupfen und desseu Sohn Berthold

um 400 Mark Silber Rottweiler Gewichts die Burg Lupfen, wie er sie von seinem Herrn von Osterreich bisher innehatte,

st«IIt ihm genannte Biirgeu und gelobt eidlich, bis zum Ausgang der nachston Osterwoche von Kg. Friedrich uud dessen

Bruder Leopold die Bestatigung dieser Verpfanduug zu erwirken. D. b. w. g. ze Rotwil an dem uaehsten maeudage vor

Valentins dag 1315. — Or. Stuttgart Staats-A. (Tuttlingenj. Schmid Mou. H


,

auCer wenn er in ehafter Xot ist oder ihn das Gebo se ner Herre„ von SaM ""'" /" '''''"' ""'* '"' ''' ^^''^ ^" ^ienen,

^^

P

^

1315 (n. 90-94).

am Berg Wengen, sowohl im Tal wie auf Bergen nnd A pen . I ,, V ""^ '° '^"^" '^"''' ''^ I-anterbrunnen und

von 3 Pfnnd Pfennigen in Wengen, verleiht sie'na,nens d sliosS de^ R ttfrt^ T'""^' T'

"" '^^«"-^«^^" Einkunfte

von Blankenbnrg za Lehen nnd gelobt eidlich, alle dem Genannten zu r^ - '"''^'^''^ ""^ '1«'" J^-^ker Richard

^"''f

enthalten sind, sobald er Tom Kloster anfgefordert wnrde den Herz^,' ,. !^ a^.^

^"^*"'' ^"'' ''' ^" ^«ren Urknnde

lich nnd nach seinen Kraften dahin zn wtken, anfznlassen

daC sie dlseLeh n sflt T^.''''''''^ nnd bei diesen getreuznrEhreGottes

alsAlmosen fpnre propter denm ^"' '^"*^^'"^'^

et ««*=^*«"

irelersinamTnbel dem

T'/ T^

lloster

J.U^, die iehensherriichenKechte

--absbn.::^^^--

"

^ S^-^^^^^

heim, des Dorfs Scherweiler (Scherwilre)

«nberg nnd

und des A bS tais w e ^^;'^ Orteuberg, der "^^«^««f sldt Befgetnbarten

Bedingungen an die StraCbnrger Kirche dnrchzu^Sm/ obal ef '"J^^f^f^g^ versprochen, nnter den vefet

secretanum nostrnm carissimum. '"" ^'^«1^«^ Jol^ann von StraCburg gefordert wurde nnd PntM . .principe.n

daranf be^uglichen Verpflichtnngen. £g He n"i i l^

'"'' der Dnrchfnhrung des Wiederverkau ^«1

se,ner Brnder ab. Dat. Suvelnhl U.kll. m rca.'d .315^1 ""'^''''"^ ""^^^

oTstrlh"" T'

^^- Siegd

u'''\'

ItTt 1'-- J- ^''^"^ ^2' 330- So^enkranzer Joh Lcbg 04 tl f f '"\^''- " ' ^'"^^' «^«^«1 ^'^^•'f^llen.

- Fetarls'- \'

t' 'n^ ^^^^'^-^--I^echberg FamH -^' efbu^h ^T^^Z^^lr^:^''- "' ^•'•'- -^- '''

xeoinar 1». — MeisterDietrch vonV^oIfsan rWnlfsDH^n^ D , l,' ",.: .^- *'•"• "8 u. 50. 91

Kammerer in Steier, Schiedlente Bisch. Konr °°'^^"^

ds vonftetLTLrS^^^ ^°" Liech tenstefn

(Leybentz Schiedlente Rudolfs von Scbarfenberg '" '*'^'^ ""' ^"^^"^'^

(slrfrnb^rch) vonLeibni z

Vollmach S' "f",

zwischen dem Bischof und seinem lotVeshau ""'"/^" '^*''''^"

e^neritf

^^^^«'«^ ^H «rteilten

deu Endolf von T'u ^l'

Scharfenberg u. a. verpfiichtet wird, dem BTschof 1 it 1 r .^. "'^^'f'-^^'*^ «"'«" Schiedssprnch, durch

jSSn^^S^^St^kX^S.^^Si^^^^^^ von Montfort .r den ihm nni d!;

den Hof zn Hirschlatt (Hyrschlatt), .der auch emahlen eTn rff..^ t v '"'Pf"'^'' ''''" '^''^"'- "'^'^ ""n ^«itere 50 Mark

Staats-A. Montfort. - Nach einem ebendort erLltenen rJ' /^t

^•^'- ^l^ Regest erhalten saec. 1 7/l8 Stutt.-art

.annten Hofes an die Grafen von Monttbrt um 2 1^1""^^^ wel t '^^^^T ^^' ""'''''^' ' ''^' ^0^'«^ ^- "

sein soll. DasDatam der Urk. Ludwigs ist nur ^^" Kg. Lndwig

nnnstS.dig^nnd ^0^7^ .' bestatigt

^^^."f^''"" worden

messabend 13 . .

im 18. nnsers reiches "''''"''^^* in 3. des ^'''''''^

Satrtlbs) da TLer '^ demLiecht-

""'."t*'.^

"'^''^ vereinbar si„d. Die

Einreihnng der Urk. Ludwigs zu ,3i8 bei Vanotti 4 7 E^ /' 33 IT.Z "^ •^.^T""'^^''

,j;t'o"":' '""' ^"'^" '^^'^"^'^'^ ausgeschlossen. ^['^^''/'^^''""«««"gaben

daC

der

wS^im

Datiernng 1 3 « LJT nnund

1,319 Apr. 17. Vanotti spricht S. 101 von einer V pS^d nJl "p •

, f'''^' ^'''' '^'^^' 'S^- 1'^'8 Mai 16

e.nige Tage nach der am 6. Ang. ^^''^

,315 vor Esslingen ansSellten Ve ^T'\'"S''l «i^^chlatt dnrch Friedrich, die

Lrk ist aber nicht nachweisbar; vermntlich lieg e^e V^rw hl^ ! ' '''^ «r Wilhelm erfolgt sei, eine dera tig

or der Urk T^

ist offenbar Stackmatten -r^e^enden

wie

Urk. vor.

in den

-

b i"en Der

gende

Ausstellungi

_|::r ""'^^^' - -• "'- - - -« -r Bibii^- stutt^:itr i^iStf ^rsSm':^

un D..fVeringen, die I^schentz im Dorfe Sigm^^^

S

i^"

Iber Konstanzer Gewichts unter derBedingnng^ da ,lalh dilEflShTnn^ ,

' ^''"'e^«"-En«lingen nm SOO

T

Mark

ag) erf^dgt, die ans den Pfandern flieCenden eLuu te d s bet elnde, JaV f^"^T^ ''"^ '^•^"' ' '

^'«' (Walpnrgen-

1. Ma. dem Pfand.nhaber. Die Pfander "" sollen ferner nicht einiln ^'""''"' '''^""' ,0, ^""e"- "^'h dem

auf e.ner Feste des Grafen erfulgen. D. i. g ,« Stakmat iVi - 1 "" ""'""' '. '-'"•^^'^^' "^"'l ^ie Ruckzahlnng

Staats-A. Reg. B^^hmer vsul^l

: Fr. d^^S „ s Li.h^' 5:;".'"'.^ ^''"«^f-^'e"- - Abschr. saec. ='V''' 15 Wi n

(= Mitt. d. Ver. f. Ges.h. i. HohenzoIIern '"•'• '"^^"" ''"^'

4, 2 ). - "• '"'^^- Die ^1«;^ ^ ^«"''^en 120

Venngen S'"'

verpfandet, vgl. Maag ^^^"'''''"Sen war

II/i,

bereits

241. Dio 1306 an die

Pfandschaft VoHn

Grafen von

ales was Frau Hedwig die Alte von Landan

y^^^^sM^ng.u rait

^u

allem

Sgeding Zugehor ta und

'unter

- Ora, f.,,3 die KinlOsung des Pfandes nieht innerhrS ^^'J^^Z:S^^^i::^ VL^^


.

1315 (n. 95-101). 15

imr verptlichtot, falls dieso gleicbzeitig init der Eiulosung von Burg und Stadt Veringen und der iibrigen Pfiinder durchgefiihrt

wird. D. i. g. ze Stackmat 1315 an deni suntage vor Mittervaston. — Or. Wien Staats-A. rait Siegelfragmenten

Fried. und Leop. an Pg. Str. — Reg. : Sattler Grfen. v. Wiirttbg. 1 , Uoil. (>7. Lichn.-Birk 3, 354 n. 306. Bdlimer 1 3 I 4 —

47 F. d. S. n. 9. Locher Rogf;-. d. Gfen. Voringen 120 (-= Mitt. d. Ver. f. Gescli. i. Hobenzollern 4, 2(0. — Uber die

Besitzverbaltuisse in Enslingeu vgl. Wurttembg. ViiTteljh. N. F. 8, 11 1

95

1315 Februar H, — Kg.Hoinricb vouBohmon, Her/.og in Karnton, schlieCtmit Graf Konrad von Kircliberg uud

dessen .'\ngeborig(>n ein Ubereinkommen iibor die Zahlung und Sicherstellung des Kaufschillings fiir dessen Burgen zu

Taufers, Utenlieim und Eppan, indem er ibm unter genanuten VerpHicbtungen die Burg Ebreuburg nnd bestimmte Einkuufte

bis zurTilgung uberliilit Graf Konrad gelobt, den Herzog von Osterreich, Heiurichs »Iieben Oheim«, als Biirgen zu

stelieu. der sich urkundlicb verptlichten soU, die Kirchberger an Leib und Gut zu schiVdigen, falls sie die Bedingungen des

Vertrags nicht oinbalten. dacz Griez 1315 au s. Matbiastag in der vasten. — Or. Wien Staats-A. Ohmel Geschforscb.

2,301. 90

— Februar '25. IiuLager bci Stackinatten. — Kg. Friedrich verspricht, der Stadt Strafiburg deu ibren Biirgern fur

die auf dem Khein nach Selz vcrfrachteteu Waren allenfalls abgeforderten ZoU zu ersetzen. Dat. in castris prope Stakmat

5. kal. marc. regui a. 1. — Or. StraCbnrg Stadt.-A., das riickwiirts aufgedr. Siegel abgefallen. Wencker Coll. arcbiv. 353.

ScbOptiin Alsatia dipl. 1, 322 beide irrig zu 1212. Schulte StraCbg. UB. 2, 272 -=-- Schwalm Mon. Germ. Const. 5, 190.

Reg.: Bohmer 1314—47 F. d. Sch. n. 10. — Vgl auch n. 41. 97

— Februar 27. StraBburg:. — Hzg. Leopold verspricbt fiir sich und seine Bruder dem Grafen Volmar von Froburg

360 Mark Silber Baseler Gewichts an der Schuld, die sein Bruder Kg. Friedrich und er dem Grafen »lang und nun«

schuldig siud, uud verpfandet ihm und seiuen Erbon dafiir jahrlich 100 fi' Pfennige von der Steuer zu Luzern bis zur Tilgung

der genannten Summe. Diese 100 Pfund gibt er ihm »frilich« fiir seinen Dienst und sio soUen von dem Hauptgut

nicht abgehen. D. g. i. ze StraCburg an dem donrstag nach s. Mathis tag 1 315. — Or. Luzern Stadt-A., Siegel abgefallen.

Kopp Reiclisgesch. 4^ 440. Reg.: Bohmer 1240— 1313 Add. II, 513. Geschfrd. 2, 181. Vgl. Segesser Rechtsgesch. 1,

139 u. 219 Anm. 1. 98

— Marz 3. StraCburs:. — Hzg. Leopold verspricht, dem StraCburger Schultheissen Nicolaus Zorn fur dieihm und seinen

Vorfahren in jedor Lago bewahrte Trene bis zum nachsten Weihnachtsfest 100 Mark Silber Strafiburger Gewichts zu goben

und seinen Wunschen stets Gehor zu scbenken. Uat. Argontinao 5. non. mart. a. d. 1315. — Abschr. saec. 17 Strafiburg

Zorn-Plobsbeimscb. A. Papiercopialbcb. f. C9 i». Schulte StraCbg. UB. 3, 241. 99

— Marz 4 bei Kutzenhausen. — Kg. Friedrich nimmt dio Stadt Strafiburg in wortlich gleiclier Fassung mit der

Urk. Rndolfs T. v. S. Dez. 1275 (B.-Redlich n. 457) zur Belohnung ihrer Verdienste und um andere Reicbsstildte zu gleicher

Trene anzusporuen, in seinen besonderen Schutz, verleiht ihr das Recbt, dafi ihre Biirger, wo immer sie im ElsaC Besilz

oder Uutertanen haben, von diosen weder Steuern noch sonstige Lasten zu tragen habon, da die Stad^ mit allen ihren Besitznngon

dem Dienste dcs Reiches vorbehalten sein soU, bestatigt ihr das von seiuen Vorgiingern, den KOnigen Lotbar und

Philipp verliehene Rochc, dafi koiner der Biirger von irgend jemandem vor einem finderen Gericht als dem Stadtgericbt

geklagt werden kann, dehnt dieses bislier nur auf Sachprozesse bescbriinkte Recht aucb auf Personalklagon aus, verleiht

den Strafiburger Kautlouten das Recbt, daC ihre Schiffe und Waren im Falle einos Scbiflbrucbes oder Auflaufens vor Beschagnahme

und Verlust gescliiitzt sein soUen und bestiitigt allgemoin alle der Stadt und ihreu Einwohnern von seinon

Vorgangern verliehenen Privilogien und Froiheiten. Zuwiderhandelnde werdeu mit einer Strafo von 30 Pfuud Gold bedroht.

Dat. in castris piope Kotzenhusen 2 non. marc. a. d. 1315 regni a. 1. — 2 Orr. Heidelberg Univ.-Bibl. (Alte

Urkslg. n. 1751 u. StraCburg Sladt-A. mit Siegel Friedr. (Sava fig. 9) an rot-gelben Seidenfaden. Bohmer-Ficker Acta

imp. sel. 465. Zeitscb. f. G. d. Ob. Rlieins 24, 166. Scbulte Strafibg. UB. 2, 274. Reg.: Bobmer 1314—47 Add. III

F. d. Sch. n. 260. — Dio Urk. ist mit geringen Abweichungen wortlich gleichlautont mit jener, die sieli die Stadt am

27. Febr. desselbon Jahres von Ludwig geben liefi. 100

— Marz 8. — Kg. Jayme II. von Aragonien beantwortet den letzten Brief Kg. Friodrichs iiber dessen Wahl und Kronung

(n. 77) und gibt seiner Freudo daruber Ausdruck; was Friedrichs Bitte um Unterstvitzung bei den Kardiniilen betreffe, so

habe er diese scbriftlich ersucht, Friedrichs Rechte und Interessen nach Moglichkeit zu fdrdern mit dem ausdriicklichen

Beifvigen, dafi er jede diesem, seinem geliebten Sohne, geleistete Hilfo so empfinde, als ob sie ihm selbst zuteil geworden

sei ; auch beabsichtige er noch, bei anderen Personen nnd in anderer Weise fiir Friedrich tatig zu sein, iusbesondere sobald

die Wahl eines Papstes erfolgt sein werde. Dat. Ilerde 8. id. marc. a. d. 1314. — Registr. Barcelona Kronarcb. Eegister

31« fol. 4'. Zeifiberg S. Bcr. d. Wr. Akad. 140, 16 = Schwalm MG. Const. 5/1, 196. Reg.: Kisky Reg. d.EB.v. Koln 4,

n. 907. Vgl. Zurita, Annales de Aragon lib. 5 c. 104 u. lib. 6 c. 16. — Das Inkarnationsjahr 1314 erklart sich aus dem

in Spanien damals noch ublichcn Jahresanfang mit Miirz 25. — Vgl. die Schreiben Jaymes an die Kardinale n. 103 uud

Schrader isabella v. Arag. 47. 101

Derselbe beantwortet den Brief Hzg. Rudolfs von Sachsen, in welchem dieser ihn gebeten hatte, bei den Kardiniilen

an der romischen Kurie furRudoIfs »Oheim« (avunculus), Kg. Friedricb, oinzutreten, dabin, daC or seinen Wunsrh

zustimmend zur Kenntnis genommeu und an die Kardinale besondere Scbreiben in diesem Sinne gerichtet habe. D[at.|

= Schwalra MG. Const. 5/1, 197. — Zu Zeifibergs Bemerkungen a. a. 0. iibor das verwandtschaftliche Verhaltnis Eudolfs

flle]rd[e ut supru].

—• Rogistr. Barceloua Kronarch. Register n. 318' fol. 4''. ZeiCberg S. Ber. d. Wr. Akad. 140, 18

zu Friedrich, auf das avunculus nicht paCt, ist darauf hinzuweisen, daC avunculus wobl aucb in oinem weiteren Sinne gegraucht

werden kann, nicht nurtJhoim bedeutet. Ks scbeint vielniolu-, dafi avunculus zu dieser Zeitim scliriftlicbon Verkohr


'

i.iiIm

16 1B15 (11. 102-108).

furstliclier Personen ohne Rucksiclit auf ein Verwandtschaftsverlialtnis angewendet wurde. Wenigstens lassen sich zahlreiclie

Beispiele von Urk. Friedrichs nachweisen, in denen der KOnig Personen mit avuncnlus anredet, dic mit den Habsburgern

sicher nicht verwandl waren. Es muBte nahor untersucht werdeii, welchen Mitgliedern des hohen Adels diese

zweifellos als Auszeichnung zu betrachtonde Bezeichnung- zuteil wurde. 102

1316 (MSrz 8). — Derselbe schreibt dem Kardinalbischof Berengar von Tusculum. daC ilim Kg. Friedrich von seiner

Wahl und Kronuug zum romischen KOnig Mitteilung gemacht habe und bittet ihn im Vertrauen auf seine Freundscbaft

und Zuneigung fiir Friedrich, mit dem er durch verwandtschaftliche Bando verbunden sei, wie fiir si-inen Sohn einzutreten.

[Dat. Ili>rde S. id. niart.] a. d. 131.'). — Registr. Barcelona Kronarch. Register n. 318 fol. .5. ZeiBberg S. Ber. d. Wr.

Akad. 140, 19=Schwalm MG. Const.5/1, 198. Reg.: Kisky Reg. d. EB. v. Koln 4, n.908. — Gleicblautende Schreiben

ergingen an Arnold (Kovelli), Kardinal von St. Prisca ; Peter Colonua, KardinaI(diakon von St. Eustachia) : Jakob Colonna,

Kardinal(diakon von S. Maria in Via lata) : Lucas (Fieschi), Kardinaldiakon von S. Maria in Via lata, Napoleon (Orsini),

Kardinaldiakon vou St. Hadrian und Arnold (von Pellegrue), Kardinaldiakon von Sta. Maria in Porticu. ZeiCberg S. Ber.

d. Wr. Akad. 140, 20. — Lucas Fieschi, der im Register als Kardinaldiakon von Sa. Maria in Via lata angesprochcn

wird, war nach Eubel, Hierarch. 1,12 damals bereits Kardinaldiakon von SS. Cosmas undDamian. tJber die Stellung der

Kardinale vgl. Schrader a. a. 0. 47. lOS

— Marz 8. — Uerselbe sthreibt an seine Tochter, Kdnigin Elisabeth, daB er kurzlich vou Friedrich ein Schreiben mitdor

Nachricht von dessen Wahl und Krtinung zum romisclien Konig erhalten habe, die ihn mit der groBten Freude erfiillten,

cr danke Gott und flehe zu ihm, daB er auch weiterhin Friedrichs Geschick giinstig lenken moge, worum auch sie beten

radge. Er und seine Suhne erfreuten sich der besten Gesundheit, was er auch von ihr hoftV. Dat. Ilerde 8. id. marc. a. d.

131-i. — Registr. Barcelona Kronarch. Register u. 318, fol. 4^ Zeifiberg S. Ber. d. Wr. Akad. 140, 18^-=Schwalm

MG. Const. .5/1. 197.

104

Derselbe teilt Johannes Lupi, Archidiakon von Guorgo ( Guarga), seinem Prokurator bei der romischen Kurie, mit,

daG cr von der Wahl und Krfmung Friedrichs in Kenntnis gesetzt, fiir diesen bei seinon Preunden wie fur seinen Sohn eintreten

wolle und dcshalb durch seine Kuriere gleichzeitig mit diesem Briefe an die Kardiniile Schreiben sende mit der

Bitte, Kiinig Friedrich niiiglichst zu unterstutzen ; er befioblt d«in Pnikurator, bei llnTr^nrhuiiLr dieser Schrciben gegenwartig

zu sein, fiir rascbe Beantwortung zu sorgen und den riui^ii 4i'i iviiriiTO ihkIi i lilaini. den anderen wieder an

den Hof zu senden. Dat. Ilerde 8. id. marc. a. d. 1314. — liegistr. Iiaiv(ii.na Krouanii. K--i,


;

iai5 (II. KH) 115). 17

seiiiorzoit in Uri. Tsclmdi 1, 2GS (in lieutsclier Ubfrsetzg. e.x litera Uri) — Schwalm MG. Const. 5, 204. Eeg.: Bohuier

1314— 47 Ludw. n. 7S. Eidgeu. Abschiede 1, 5. Oechsli 201*. Vogt Keg. d. EB. v. Mainz 1, n. 1749. 109

l:{15 Miirz 1«. — Kg. FriedrichuberhiUtdenBiirgemderStadt Hageuau zum Lolm fur ihre 'l'reue gegen ihn und das Reich

das dortige Uugeld fur die Zwecke dor Stadt, bestiltigt alle ihre Kochte und Freihoiten und vorspricht weder dio Biirgornoch

Judeusteuer ganz oder teilweise jemandem als Pfandlehen zu vorloihen. Dat. Ifi. kal. apr. a. d. 1315, rogni a. 1.


Or. Heidelberg Univors. BibL, Siegel abgefallen. SchOpflin Als. dipl. 2, 111. Schwalm M6. Const. 5, 208. Reg. : Bfilmier

1314— 47 F. d. S. n. 12. Lichn.-Birk 3, 355 n. 308. — Erst am 4. Miirz batte sich die Stadt dasselbe Privileg voii

Kg. Ludwig goben lassen (Mfi. Const. 5, 19l), mit dem die Urk. Friedrichs zum allergri5fiten Toil wdrtlich vibereinstimmt

uber ihven Ubertritt zu Friodrich vgl. n. 1 15 u. 1 16. 110

Kg. Friedrich befreit die Stadt U agcnau zur Erleichterung ihrer fiir das Reich gemachten Sclmldon bis zum

nachsten ll.Novembcr (festum Martini op.) nnd dann auf weitere zweiJahro von jederSteuer, erkliirt, daCsienach Aldauf

dieser Zeit nicht deshalb von ihm oder seinen Amtleuten-mit einer hOhercn als der gebriiuchlichen Steuer belegt werden

soll nnd bewilligt ihr aus besonderer Gnade die Benutzung der Mast in dem ihm gL-hOrigen Teil des heiligen Forstes fiir

dieselbe Zeit. Dat. Ifi. kal. apr. a. d. 1315, rogni a. 1. — Abschr. saec. 15. Hagenau Stadt-A. Kopiar AA 99 S. 38.

Mitt. d. Ges. z. Erhltg. gesclil. Donkm. i. Elsali21, 378 = SchwaIm MG. Const. 5, 209. Eeg.: Biihmer 1314—47 Add.II

F. d. S. n. 261. — Auch der Wortlaut dieser Urk. goht mit Ausnahmo der Dauor der Steuerbefreiung auf oin Privilog

Ludwigs v. 4. Marz d. J. zuriick (MG. Const. 5, 192). — tJber den hl. Forst bei Hngenau vgl. Jalirb. f. Gescli. Spraclie

n. Lit. ElsaC-Lothr. 9, 153 u. Noy Gesch. d. hl. Porstes bei Hagenau (Stralibg. 1888), iiber den »KonigsteiI« im Forste,

vgL Becker Gosch. der Reichslandvogtei i. ElsaB 228. 111

Betteudorf bei Hagenau. — Hzg. Loopold schuldot Wilhelm von Suni kon 12 Mark fiir soinen Dienst und

12 Mark fiir ein Pferd und vcrpfaiidet ilim dafur 24 Stiick Geld, die 2V2 Mark ohne Abschlag bringen, die Mark zu

5 Gulden. Dat. zo Bettendorf bi Hagcnow am meiitag nach dem Palmtag a. d. 1315. — Eiutrag Ziirich Staats-A. Pfandreg.

V. 1380 Stadt u. Ldschft. Hs. n. 18fi9 fol. 1». Anzoiger f. Schweiz. Gosch. ISfiO, 138. Maag2/l, fi77. Reg. : Eschor-

Schweizer Zurich. UB. 9, 204. 112

— (Marz 17). Betteildorf. — Hzg.Leopold schuldot dom Arnold von Rheinsfelden fvir dessen Dienst 21 MarkSilber

und verpfiindot ihm dafur 2 Mark Geld zu Longnau, zu Endingen und anderwarts. Dat. ze Bottendorf bi Hagnow anno

1315. — Eintrag Luzern Staatsarch. Pfandreg. v. ca. 1380 fol. 1". Kopp GeschbL 2, 146. Maag 2/1, 594. Escher-

Schweizer Zurich. UB. 9, 222 n. 3370. — Eine Urk. ist nicht mehr erlialten. Die Eintragung nennt kein Tagosdatum,

doch ist dasselbe mit Hilfe des Ausstellungsortos loicht zu ergiinzen, vgL n. 1 12. 113

— (Marz 17.— 19.) Hagenau. — Hzg. Leopold schuldet Albrecht dom Riothausor fiir soinen Dienst und den dabei erlittenen

Schaden 33 Mark Silber und verpfitndet ihm dafiir 2 Mark auf der Steuor zu Muri (Mure) ohne Abschlag. Dat.

in Hagnliw a. d. 1315. — Eintrag Luzern Staals-A. Pfandreg. v. 1380 fol. 2^. Kopp Geschbl. 2, 149. Maag 2/1, 601.

— Friedrich und mit ihin auch Leopold woilten vom 17.— 19. Miirz bei und in Hagenau (vgl. n. 112), in diese Zoit

lallt wohl auch die Urk. lU

— Miirz 18. Uagenau. — Kg. Friodrich schroibt der Stadt Konstanz, daC er nach rascher Samralung eines Heeres

zur Bekampfung Horzog Ludwigs von Baiern, »pacis turbatoris«, gegen Speier gezogon sei, wo dieser sein Lager aufgeschlageu

hatte, Ludwig aber habe oincm Kampfo ausweichend nach mehrfacher Andorung seiiios Lagorplatzes sich nach

dem dnrch Grabeii und aiidero Befestigungen geschiitzten, unmittelbar untor don Maucrn Speiers gelegenen Judenfriedhof

gefluchtet und dort verschanzt, so daI5 cr von dort nicht vertrieben werden konnte, er (Friedrich) soi auf die Kunde hievon

am 13. Marz (foria quinta proxima anto dominicam Palmarum) zum Angriff auf Speior und den genannten Friedhof geschritteu,

habc in Schlachtordnung 2 Tage und 1 Nacht ohne Widerstand zu finden das Feld behorrscht, und sei Iiierauf

111 it sciner ganzen Macht nach dem ElsaG zuriickgekehrt, wo ihn am heiligen Walde bei Hagenau die Haupter der Hageiiauer

Burgerschaft begriifit und ihm ihre Stadt unterworfen hatten, iii die sie ihm am 1 7. Marz (crastina die Palmarum)

mit dcn Fursten und seinem ubrigen Gefolge in foierlichem Zuge mit den Reliquion dor Hciligon unter Teilnahme der

Geistlichkeit als ihron Konig eiiigeholt hatten und wo ilim am 18. Marz (feria tercia proxima post diem Palmarum) die

Hagenauer und Ehenhainier Biirger don Treueid geschworen hatten. Er fordert daher Konstanz auf, ihm Troueid und Gehorsam

zu leisten und bevollmachtigte Boton zu senden, damit er rait ihrem Rat und ihrer Hilfe dem ganzen Lande Friodeii

uiid Ruhe verschaff^e. Dat. in Hagenowe 15. kal. apr., regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. u. 174) mit Eesten

des zum VerschlaC riickwarts aufgedr. Siegels (Sava flg. 9). Schwalm MG, Const. 5, 209. Rog. : Zoitsch. f. G. d. Ob.

Rheins N. F. 1, 86. — Die Urk. ist besonders wertvoU durch ihren genauen Bericht iibor die Vorgange boi Spoier, vgl.

dazu auch die erzahleiulen QuoIIen in u. 108. 115

(1315 Miirz 18.— 19.) — DieStadt Hagenau schreibt don Biirgern vonKonstanz, dafi sio mit dem hohen Fiirsten Herzog

Ludwig von Baieru, der sicli Konig nennt, und mit ihrem Herrn dem romischen KOnig Friediich, als beide, »sammenunge

hattent und im Felde lagen, vereinbait hiitton, donjonigon, der das Feld behaupte. als ihren Herrn anzuerkennen. Da sei

Konig Friedrich gegen Speier gezogen, da sich Ludwig in dio Speirer Vorstadt gelogt hatte, um mit ihm zu kiimpfeii,

Lndwig aber hatte sich nicht zum Kaiiipfo gestellt, weshalb sie Friedrich als Ktinig ompfangen uiid ihm gohuldigt hatten,

in der Uberzeugung »daz er dem lande relite komme und es wol bofriden mugen*. Sie bitten Konstanz, obenfalls Friedrich

auzuerkenuen. — Or. Konstauz Stadt-A. Zoitschr. f. G. d. Ob. Rheins 8, 172 = Schwalm MG. Const. 5, 210 (zu Marz 18).

Reg.: Schrift. Ver. Gesch. Bodensees 9, 22fi. — Das Srhroiben ist nndatiort, aus seinoni Inlialt und aiis 11. I 15 geht jedoch

Eeeeata Habsburgica III. 3


18 1315 (n. 116-123).

hervor, daB es in die Zeit der Anwesenlieit Friedr. in Hagenaa fallt, hochstwalirsclieiulich auf den 18. oder 19. Marz

1315. Es durfte gleichzeitig mit dera Schreiben Friedrichs (n. 115) an Konstanz abgegangen sein. Vgl. dazu auch Schrohe

a. a. 0. S. 57. 116

1315 Marz 18. Hagenan. — Kg. Friedrich bestatigt uud erneuert dem Grafen Werner von Homberg alle von Kaiser

Heinrich VII. empfangeuen Leheu, Schenkungen und Gnaden, wie sie iu den dariiber ausgestellten Urkunden des naheren

enthalten sind. Dat. iu Hagenoia a. d. 1 3 1 5 [l 5] kal. apr., regni a. 1. — Archival. Uberlieferang uicht feststellbar. Ladewig

Keliquiae 10, 213 (mit April l). Glafey Anecdot. 1, 292 (zu Marz 19) als lusert in e. Urk. Karls IV. v. 1360 Juli 25

fur die Grafeu von Habsburg. Baumanu Voluut. imp. consort. 80 (zu Apr. l). Geschichtsfreund 1, 15. Reg.: Bohmer

1314— 47 Fr. d. Sch. u. 13. Liclm.-Birk 3,355 n. 309. Mitt. d. antiqu. Ges. Zurich 13, Regg. n. 38. Argovia 10, 206

u. 16, 94 (za Marz 19). Arch. f. schweiz. G. ] 9, 341 (zuMarzl9). Oechsli 202*. Vgl. wegen der Datieruug n. 1 1 4. 117

— Marz 20. Stackniatten. — Kg. Friedrich bestatigt derStadt Colmar alle ihr von seinen Vorgilngeru crteilten Privilegien,

Freiheiten und Rechte, iiberlaBt ihr dauernd zur Erleichteruug der im Dienste des Reichs gemachteu Schulden das

stadtische Ungeld, befreit sie fur zwei Jahre von alleuAbgaben und Steuem, ohne daC ihr hieraus inZukunft eiu Nachteil

erwachseu soU, und verspricht, falls Johann, SchuItheiB von Colmar, uud Konrad von Witteuheim eine soustige Begiinstigung

der Stadt fiir notweudig erachten, dieselbe zu erteilen. Dat. iu Stakmatton 13. kal. apr. a. d. 1315, regui a. 1. —

Or. Colmar Stadt-A. mit beschad. Siegei Fr. (Sava fig. 9) au Pg. Str. Schopflin AIs. dipl. 2, 112. Schwalm MG. Const.

5, 211. Reg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. u. 15. Lichn.-Birk 3, 355 n. 310. — VgL die ahnlicheu verschiedenen Stadtea

erteilten Privilegien vom 28. u. 29. Marz 1315. — Uber Kourad von Witteuheim vgl. n. 70, 84 u. 85. 118

— Uarz 20 bis April 11. — Kraft von Hohenlohe iiberfallt mit Anhiingern Friedrichs dasHaus, in dem Kg. Ladwig vom

Kheine kommend nachtigt, uud steckt es in Braud. — Monachi Fiirstenfeld. chronica de gestis princ. i. Bohraers Foutes

1, 53. Weller Hohenloh. UB. 2, 80. — VgL Lochner, Geschl. Studien 1836, 1 — 48: Kg. Ludwigs des Baieru Zug gegen

Herriedeu i. J. 1316. — Vgl. auch dic Urk. 1316 Mai 19. Hoheuloh. UB. 2, 81 u. Bohmer 1314—47 Add. I, 270. —

Der tiberfall kann sich, wie schon Schrohe a. a. 0. 315 u. Weller i. Hohenloh. UB. bemerken, nur ira Friihjahr 1315

zwischeu 20. Marz und 11. April zugetrageu habeu, da vor der im April 1316 erfolgteu Belageruug von Schilliugsfiirst

durch Ludwig, die der Chronist als eine Folge des Uberfalles durch K. v. Hoheulohe hiustellt, uur im Pruhjahr 1315 eine

Reise Ludwigs vom Rhein nach Osteu nachweisbar ist (vgl. Bohmer 1314—47 Ludw. u. 81 u. 82). 119

— Marz 21. — Die Stadt Barcelona antwortet Kg. Friedrich, dafi sie sein Schreiben mit der Nachricht iiber seine Wahl

und Kronuug und mit der Bitte, ihn in geeigneter Weise zu uuterstvitzen, damit die gegen ihu und das Eeich gerichteten

anfruhrerischen Versuche der ihrer Stadt benachbarten Fiirsteu und Liiuder zunichte werdeu,

erapfaugeu und im Hiublick

auf seine Verwandtschaft mit Konig Jayme von Aragouien iiber seine Pjrhohuug groBe Freudo empfunden habe. Sie erklart

sich, obwohl sie niemaudem anderen als dem Konig von Aragonieu unterworf#n sei, iu der Hoffnung, daB es dessen Wunsch

cntsprechen werde, bereit, zu Friedrichs Vorteil und Ehre zu wirken. Dat. Barchinone 12.kal. apr. a. d. 1314. — Abschr.

Barcelona Stadt-A. Liber ordiuationura d. J. 1314— 15. Antonio de Capmauy y de Moutpalau Meraorias historicas sobre

la marina, comercio y artes de Barceloua 2 (1779), 73 = MG. Const. 5, 201. Reg.: Kisky Reg. d. EB. v. Koln 4, n.910.

— Jener Teil des Schreibens, der sich auf Friedr. Wahl und Krouung bezieht, geht in vielen Wendungen auf die uach

Friedr. Kronung erlassenen Schreiben (n. 28) zuriick und wurde otfenbar dem Brief Friedrichs eutnoramen. 120

— MSrz 21-. — Landgraf Otto von Hesson gelobt, Kg. Friedrich mit allen seinen Leuten uud seiner ganzen Macht gegen

Hzg. Ludwig von Baiern, Erzbischof Peter von Mainz, deren Helfer uud die Stiidte, die ihn au des Reiches Gut hindern,

beizustehen. G. zu Strazburg 1315 an dem mantage in der Ostirwochin. — Or. Wien Staats-A. mit abhangond. Siegelfragment.

Schwalm MG. Coust. 5, 21 1. Reg.: Lichn.-Birk 3, 355 n. 313. Vogt Reg. d. EB. v. Maiuz 1 u. 1752. Heidamann

Peter v. Aspelt 241. 121

Graf Heinrich von Furstenberg gelobt Kg. Friedrich und dessen BruderLeopoId eidlich, ihnen und ihren Briidern

mit seinen Leuten, Gutern und Festen uud mit zwauzig Helmen im Kampfe gegen Hzg. Ludwig von Baiern, solange

der Krieg dauert, beizustehen. I). i. g. zo Strazburg an dem mantag in den Osteron 1315. — Or. Wieu Staats-A. mit

abhangend. Siegel d. Ausstellers.


Riezler Fiirstenbg. UB. 2, 52. Schwalm MG. Const. 5, 212. Keg. : Lichu.-Birk 3, 355

n. 314. Uber Heinrichs Parteistellung und soine Beziehungen zu Leopold vgl. Riezler Gesch.' d. H. Fiirstenbg. 271,

sowie die Urk. v. 1311 Apr. 19 dor Abt. II. 122

StralSburg:. — Kg. Friedrich bestatigt dcm Bisehof Johaun von Straii.burg in Ansehung seiner groBen Verdienste

um da,s Reich die inscrierte Urkunde Heinrichs VII. v. 28. Nov. 1308 Fraukfurt (Bohmer 1246 — 1313 Heinr. VII. n. 4)

uber den Tausch der Orte Molsheim, Mutzig, Herniolsheim und Wege sowie der Feste Neuenburg gegen dio Stadt Mtihlliansen

und die Hklfte der Stadt Wasselnheim, die Schenkung der Rechte iiber die Juden in Rlioiuau, .Molshoim, Ruffach

und Sulz und das Verbot an alle Stiidte, Untertanen des Bischofs unter irgond einem Vorwand als Pfahlbiirger aufzunehmen.

Dat. Argentinae 9. kal. apr. a. d. 1315, regni a, 1. — Or. StraCburg Bez.-A. (G, 84) mit Siegel Fr. (Sava fig. 9)

an znsammengedr. roten Seidenfaden. Woncker Tract. de Pfalburg, 2 de Usburgeris 35, Liinig Reichsarch. 6, 18 (mit

Nov. 28) u. 17, 878. Laguille Hist. d'Als. 2, preuves 48. Dumont 1», 350. Keg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 16.

Lichn.-Birk 3, 355 n. 31. MoCmann Cartul. de Mulhouse 1, 117- Kisky Reg. d. Erzbisdi. v. Kiiln 4, n. 91 1. — tJber

don Tansch der genannten Orte, die zwischen dem Reich und StraBburg seit langem strittig waren, vgl. Kopp 4/1, 28 u.

Kosenkranzer a. a. 0. 23. 123

— H&rz 26. — Eglolf vou Schellenbergbeurkundet, daBsein Herr Herzog Friedrich, alserauf demSchartenberg(Scherteujicrg)

lag, Hans den Schaffer zuNeuburg beauftragt habe, das Kloster Fiirstonzell von dem Streite zu lodigen, den die


Bohmerl24(i—

1315 (n. 121-131). 19

UolzprOpste um das Eigcn des Klosters zu Scheueieck (Scheueiekke) angestiengt haben, da FriedricL uberzeugt wordeii

war, daO sie uur aus bosem Willeu (vou unwilleu uud von ungeuaden) dou Streit mit dem Kloster begonnen liabeu. D. i.

gesch. 1315 an dem eritag in der Osterwochen. — Or. Muuchen R. A. (B'urstenzell f. 23). Reg. : Reg. boica 5, 301. 124

1315 Miirz '25. StraUbura:. — Kg. Friedrich versetzt deui Heinrich von Kappoltsteiu furden in seiuem unddesEeichs

Dieust erlitteneu Schadeu das dem Reich gehorige Dorf Hausen bei Colmar rait allen Leuten und Eechten fiir 1 1 Mark

Silber StraObnrger Gewichts. Dat. Argentinae 8. cal. apr. a. d. 1315, regni 1. — Or. verschollen, Abschr. saec. 18 Miinchen

Staats-A. (K. bl. 391/4). Eappoltst. UB. 1, 227. Eeg.: BOhmer 1313—47 Add. II F. d. S. u. 262. Vgl. auch Brieger

Die Herrschft. Eappoltst. 41. 125

StraBbnrg. — Kg. Friedrich verleiht deui Abt Konrad und dem Konvent des Klosters N euburg nach dem Vorbild

seiner Vorganger Friedriih II., Heiurich, Kudolf und Albrecht vollstandige Zoll- uud Abgabeufreiheit auf dem Ehein fiir

ein Schiff und bestimmt, dafi die Summe, die fur ein Schitt' au Ehoinzoll gezahlt zu werden pflegt, deui Konvent zur Aufbesserung

der Pfrundeu zufallen soU. Dat. in Argeutina 8. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. StraBliurg Bez. A.

(H. 926). Siegel abgefallen. Bulletin de la soci(5t6 d'AlsaceII. Ser. 1/2, 114. Franzos. iJbersetz. ebda. 106. Bfihmer

1314—47 Add. III Fr. d. S. n. 296. — Die Zollfreiheit geht auf Friedrich 11. zuriick, dessen Privileg v. 1223 in der

vorlieg. Urk. iu groDen Teileu wortlich wiederholt ist. 120

StraBburg. — Hzg. Leopold verspricht, dem edeln Manue Otto von Ochsenstein, seiuem »Oheim« (avunculus),

den Betrag vou 500 Mark Silber StraDburger Gewichts, die ihm Kg. Friedrich laut der dariiber ausgestellten

Urkunde schuldet, am nachsten 11. November (in festo b. Michahelis) zu bezahlen. Dat Argentine 8. kal. apr. a. d.

1315. — Or. DaruistadtStaats-A. (Hanau-Lichtenbergu. 151), Siegel ab. Eeg. : 1313 Add. lIIErgauzgeu.

S. XXXVHI. 127

— Marz 26. — Erzbischof Heinrich von KSln, Bischof Johann von StraDburg uud Johannder Alte von Lichtenberg

vermitteln zwischen Eg. Friedrich einerseits und den Anhangern Herzog Ludwigs von Baiern Ulrich, Landgraf in NiederelsaB,

Hanemann, Sohn weil. Eourads, und Johanu dem Jiiugern von Lichteuberg, Johann, Sohn weil. Heiurichs, uud Johaun, Sohu

weil. Anselms von Eappoltstein, Hugo von Geroldseck auf den Vogeseu (Waszicheu), Burkard und Eeimbolt von Windeck

sowie ihren Helfern andererseits einen Wafleustillstand bis zum kommeudeu IS.Mai (untze an den sunneutag zu ilsgauder

Phincgestwochen), wahrend dessen die Genaunteu Ludwig weder otten noch heimlich iu irgeud einer Weise unterstiitzen

dflrfen. Sollten bis zu diesem Tage die von Ludwig den Vorgeuannteu fiir ihre Dionste versprocheneu Summen, und zwar

dem Landgrafen Ulrich 2000, den Herreu von Liehtenberg viertausend und den beideu von Eappoltsteiu 2000 Mark Silber

und Hugo von Geroldseck 2000 PfundHeller nicht bar ansgezahlt werden, so solleu sie gegen eine vomBischof von StraDburg

uud Johann von Lichtenberg festzusetzende Sumuie Friedrich gegen Ludwig beisteheu oder doch, falls eine solche

Vereinbarung nicht zustande kommt, wahrend des weiteren Kriegs um das Konigtum stille sitzen. In diesem Fall sollen

sie for alles, was sie im Dienste Ludwigs getan, von Friedrich Siihne haben und Landgraf Ulrich soll mit seinen Lehen

belehnt werden. Es siegelu dieVermittler und die AnhangerLudwigs, mit Ausnahme der beiden von Windeck. Disgeschach

zu Strazburg an der mittewochen in der Ohsterwochen 1315. — Or. Wien Staats-A. mit 6 meist beschadigt. Siegein an

Pg. Str. Notizenbl. 1851, 44. Eappoltst. UB. 1, 227. Schwalm MG. Const. 5, 212. Eeg.: Bohmer 1314—47 Add. HI

297 u. S. 414 n. 404. Lichn.-Birk 3, 356 n. 315. Kisky Eeg. d. EB. v. Koln 4, n. 913. — Uber die Geldversprecheu

Ludwigs vgl. Kopp Eeichsgesch. 4^ 81. 128

— MSrz 28. StraBburg. — Kg. Friedrich bestiitigt der Stadt Offenburg alle ihr von seinen Vorgiingern erteiltenPrivilegien,

Eechte, Freiheiten und Guadeu. Dat. Argent. 5 kal. april. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A.

(K. Sel. 175) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot-gelb-griinen zusammengedrehteu Seidenfiideu. Hugo Mediatisierg. d.

Eeichsstde. 295 mit Marz 26. Eeg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. u. 17. Zeitschr. f. G. d. Ob. Eheins 12, 331 u. N. F.

1,86. 129

Schlettstadt. — Kg. Friedrich bestiitigt den Burgmiinneru und der Bvirgerschaft von Annweiler die von seinen

Vorgangern erteilten Privilegien, Eechte und Freiheiten. Dat. apud. Sletstat 5. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Absclir.

i. Anweiler Kopialbnch saec. 16. f. 7 i. Kreisarch. Speier Zweibr. Abt. n. 674. Winkelmann Acta imp. iued. 2, 269. —

Die Urk. zeigt in ihreni Formular eutgegen den soustigeu Beobachtungen bei derartigeu Bestiitigungen keine Ubereinstimmung

mit den analogen allgemeinen Privilegienbestatiguugen, die Anweiler von Heinrich VII. (Winkelmann Acta 2, 217)

und Adolf (ebda. 16o) besaD. 130

Schlettstadt. — Kg. Friedrich erneuert der Stadt Schlettstadt das Stadtrecht KOnig Adolfs v. 7. Dez. 1292

(G6ny, Schlettst. Stadtr. 1, 9), ohne dasselbe jedoch ausdriicklich zu nennen, mit folgenden Zusatzen: die Pflicht der

IBurger (es sind wohl die Ausbiirger gemeint, vgl. die Bestimmnng 7 des Adolfinischeu Stadtrechts) in Schlettstadt seDhaft

znsein, soll vom ll.November bis zum 2.Febr. und nicht langer dauern, weder der jeweilige Landvogt, noch ein von

ihm Beanftragter soU eines Schlettstiidter Biirgers Leib oder Gut ohne Urteil und Willen des Eats angreifeu, jeder Auswartige,

der eines Kriegs oder Zwietracht wegen sich uud sein Gut sicherheitshalber in

die Stadt fluchtet (quod volgariter

dicitur flolien), soU des koniglichon und stiidtischen Schutzes und Schirms teilhaftig sein. Er bestatigt ferner der Stadt

die Schenkung des Dorfes Burner durch E. Heinrich VII. nud iiberlafit ihr zur Erleichterung ihrer im Reichsdienst entstandeuen

Schuldenlast das Ungeld fvir alle Zeiten. Dat. in Sletzstadt 5. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Schlettstadt

Stadt-A. Siegel abgefallen. ElsUD. Stadtr. I Schlettst. Str. bearb. v. Geny 1, 23. Eeg.: Bohmer 1314—47 Fr. d.

S. n. 19. — tiber das Verhaltnis dieses Stadtrechts zu jenen Freibnrgs und Colmars vgl. ebda. 9. 131

3*


20 1315 (11. 132-113).

1315 Miirz '28 bei Sehlettstadt. — Kg. Friedrich verspricbt den Burgern von Laudau ihre Stadt nicuials zu verpfanden,

als Lehen zu verleiheu oder irgendwie sonst dem Reich zu entfreraden. Dat. apud Sletstat 5. kal. apr. a. d. 1315, regni

a. 1. — Abschr. saec. 15. Landau Stadt-A. »Grofies Buch« fol. 94. Winkelmann Acta 2, 270. Schwalm M6. Const. 5,

214. Eeg.: Lihmann Gesch. Laudaus 22. Btihmer 1314— 47 Add. III F. d. S. n. 298. 132

Schlettstadt. — Kg. Friedricli bestatigt der Stadt Landau alle ihr von seinen Vorgangeni erteilten Rechte, Freiheiten

und Privilegien und iiberlaBt ihr das Ungeld zur Befestigung der Stadt und zu deu notigen Ausbesserungen fiir alle

Zeiteu. Dat. in Sletstat 5. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Abschr. saec. 15. Landau Stadt-A. »GroBes Buch« fol. 94.

Winkelmann Acta 2, 269 = Schwalm MG. Const 5, 213. Eeg. : Scliopflin Als. ill. 2, 399. Lehmann Gesch. v. Landau,

22. BCihmer 1314 — 47 Fr. n. 23 u. Add. UI Fr. n. 299. 133

Schlettstadt. — Kg. Friedrich gestattet den Biirgern voii L a n d a u, auf dem Boden der oinst von Johann vou Rymberg

zur Zeit Konig Adolfs iunerhalb der Stadtmauern erbauteu Burg gemaB dem Beschlufi des Stadtrats ein Kloster der

luclusinen zu errichten und verzichtet ausdriicklich auf alle Anspriiche an diesem Grundstiick. Dat. in Slettstat 5. kal.

apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Abschr. saec. 15. Landau Stadt-A. »Grofies Buch« foL 94. Schiipfliu Als. dipl. 2, 112.

Birubaum Gosch. v. Landau 463. Reg.: Bohmer 1314—47 Fr. n. 18. Lichn.-Birk 3, 356 n. 31fi. 134

— Marz '29. Colmar. — Kg. Friedrich gestattet der Biirgerschaft Breisachs, die Stadt uach ihrem besteu Vermiigeu

zu befestigen und mit einer Mauer (publico muro) zu umgeben.

D. inColumbaria 4. kal. apr. 1315. — Or. Breisach Stadt-

A., Siegel abgefallen. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. III n. 304. Zeitschr. f G. d. Ob. Rheins N. F. 4, S. n 5. 136

Colmar. — Kg. Friedrich verordnet, dafi der jeweilige Vogt und Schultheifi zu Broisach schwciren soll, bei seinem

und seiner Nachfolger, der romischen Konige und Kaiser, Ableben die dortige Reichsburg der Biirgerschaft mit der eidliclien

Verpflichtung zu iibergeben, dieselbe treu zu bewachen und deui zukiinftigen Kdnig einzuantworten. Columbaria

4. kal. apr. 1315. — Or. Breisach Stadt-A., Siegel abgefallen. Reg. : Rosmann u. Ens Gescb. v. Breisach 467. Bdhnier

1314—47 Add. III n. 300 (zu Marz 28). Zeitschr. l G. d. Ob. Rheins N. F. 4, S. n 5. 136

Colmar. — Kg. Friedrich verpfandet den Briidern Johannes, Jakobus, Rudiger und Berthold von Neuenfels

(Nuwenvels) das Schultheifienamt in Neuenburg um 70 Mk. Silber nach Vorgang seines Vaters Kg. Albrecht. Dat.

Columbar. 4. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1.

—- Or. Neuenburg a. Rb. Stadt-A. mit beschiid. Siegel Friedr. (Sava flg. 9)

an Pg. Str. Reg.: Huggle 35. Oberrhein. Stadtrechte II/3, 19. Zeitschr. f. G. d. Ob. Rheins N. F. 1, S. u 13. — Die

Urk. Albrechts ist vom 7. Juli 1307 (Oberrhein. Stadtrechte II/3, 18) und diente der Friedrichs als Vorlage. Zur Sache

vgl. Oberrhein. Stadtrechte 11/3, S. XIX. 137

Colraar. — Kg. Friedrich bestatigt und erneuert der Stadt Miihlhausen alle ilir von seinen Vorgangern erteilten

Rechte, Freiheiten und Privilegien, liberlaBt ihr fiir die Zeit seines Lebens ^as Ungeld zur Befestigung der Stadt und zur

lustaudhaltnng der dtfentlichen Gebaude und verleiht ihr die besondere Gnade, dafi dio Btirger von Christen und Juden in

allen Rechtsfallen nur vor dem. Stadtrichter angeklagt werden konnen und dafi der jeweilige Vogt oder Schultheifi keinen

Biirger und keineu Einwohner der Stadt, den man Soldner nennt, innerhalb oder aufierhalb der Stadt ohne Urteil gefangennehmen

oder an seinem Vermdgen scliiidigen darf Dat. Columbariae 4. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Miiblhansen

Stadt-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an roter Seide. Mofimaun Cartul. de Mulh. 1, 117. Auszg.: l'etri Gesch. v.

Miihlh. 64. Eeg.: Bdhmer 1314—47 Add. II Fr. n. 264 zu Apr. 4 u. Add. III n. 314 zu Mai 29. Vgl. dio inhaltlich

gleiche Urk. fur Neuenburg (n. 139). 138

Colraar. — Kg. Friedrich bestatigt der Stadt Neuenburg a. Rh. alle vun seiueu Vorgiingern erteilten Rechte,

Freiheiten und Privilegien,

gestattet ihr das Ungeld zur Befestigung der Stadt und dem Ausbau der dtfeutlichen Gebiiude

zu verweudeu, befreit die Biirger von fremden Gerichten und verbietet dem jeweiligen Vogt und SchuItheiB einen Btirger

oder einen Eiuwohner der Stadt, der »seldener« genanut wird, innerhalb oder auBerhalh der Stadt ohne gerichtliches Urteil

festzunehmen oder in bezug auf Sachen oder Personen Gcvvalt auzutun. Dat. Ciihunliarif 4. kal. apr. 1 315, regni a. 1

— Or. Neuenburg Stadt-A. m. beschiid. Siegel Fried. (Sava flg. 9) an roter Seidenscluiur. Uuggle Gesch. d. St. Neuenbg.

90. Oberrhein. Stadtreclite II/3, 19. Reg. : Zeitschr. f G. d. Oh. Rheius N. V. 1, S. m 7. Unter Seldner sind die nicht

'

zur Btirgerschaft ziihleuden Hiiusler zu verstchen.

139

Colraar. — Kg. Friedrich bestatigt der Stadt Kaysersberg alle Reclite, Freiheiten, Privilegien und guten 6epflogenheiten.

Dat. in Columbaria a. d. 1315 4. kal. apr., regni a. 1. — Or. Jiaysersberg Stadtarch. init beschiidig. Siegel

Frs. (Sava fig. 9) an roter Seidenschnur. Rog. : Scherlen i. Elaiifi. Monatschr. f. Gesch. u. Volkskde. 1911, 493. 140

— — Colmar. — Kg. Friedrich bestiitigt der Stadt Tiirkhoim alle Reclite, Freiheiten, Privilegien und guten 6epflogenheiten,

die sie von seinen Vorgangern erhalten hat. Dat. in Columbaria 4. kal. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Notariatstranssumpt

des Notars Joh. Ringer v. 1417 Febr. 1 fi Tiirkheim Stadt-A. 141

Colraar. — Kg. Friedrich bcfreit dieStadt Rhoinfeldcn auf 1 Va Jahre von allen Reichssteuern. — Nur in einem

Verzeichnis i. Rheinfelden Stadt-A. eingetragen. Das Or. dieser Urkuude ist nicht mehr crhalten und fehlte beroits zur

Zeit Kopps. Kopp Geschbl. 2, 17. Buhmer 1314—47 Add. III, 302 u. 339 (irrig zn 1317). Au der Existenz der Urk.

ist nicht zu zwoifeln. Friedrich hat gerade damals ciner ganzon Anzahl von Stildten nnben einer allgem. Privilegienbestiitigung

noch eigone Steuerbefreiungen erteilt, vgl. z. B. n. 144. 142

Colmar. — Kg. Friedrich bestiitigt den Biirgern von Eh oinfelden alle ihr von soiuen A'orgiingern orteiltcn

Eechte, Freiheiten und Privilegien. Dat. in Columbaria a. d. 1315 4. kal. apr., regni a. I. — Or. Rheiufelden Stadt-A.

mit Siegol Frs. Kopp Geschbl. 2, 16. Eeg.: Buhmer 1314—47 Add. III Fr. n. 301. 143


laio (11. 141-152). 21

1315 Miirz 'i\). Coliuar. — Kg. Friedrioli betVeit dio liiirgor der Stadt Kaisersberg auf zwei Jalire von jeder Stcuur

iuul Abtralii'. Dat. iiiCohimbaria 4. kal. apr. a. d. 1315, rogiii 1. — Or. Kaisersberg Stadt-A. Siegel abgefallen. Schopiliii

Als. dipl. 2. 1 1:5. Reg.: BC>hmor 131:5—47 Fr. d. Sch. 11. 20. Lichn..-Birk 3, 350 n. 317. Sdierlen Invontar d. Arch.

d. St. K. i. ElsiiC. iMonatsschr. f. «esch. 1911, 492. U4

Colinar. — Kg. Friedrich iiberUiBt dor Stadt T u r k h e i m auf seine Lebonszoit ilas Ungohl zum Bau und zur Bofestigung

der Stadt und befreit sie auf zwoi Jalire von allen Abgaben und Steuern. Dat. iu Columbaria 4. kal. ;ipr. a. d.

1315. regni a. I. — Or. Tiirkheim Stiidt-A., (durch Miiusefrali) stark beschiidigt mit Siegel Fr. (Sava fig. y) an l'g. Str.

.^choptlin Als. dipl. 2, 113. Ueg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 21. Lichn.-Birk 3. 355 11. 31S. 145

— Marz 30. Colmar. — Kg. Fri^drich ernUichtigt Fgelolf von R a t h s a m h a u s e n (Ratzenhusen), das von seinon Vorgiingern

verpfandeto Dorf Kinzheim (Kunigesheim) samtZugehor von den Edlen Heinrich und Rudolf von Andlau und Stehelin uud

Albert von Kagon uiii dic Pfandsummo einzulosen, und bekennt sich als Schuldner fiir diese Surame. Dat. in Columbaria

a. d. 1315 3. kal. apr., rcgni 1. — Or. Schlottstadt Stadt-A. mit beschiid. Siegel Fr. (Sava lig. 9) an gedr. rotor Seidenschuur.

Winkelmann Acta 2, 270. Kog.: Schlettst. Stadtr. bearb. v. G^ny 1,29 Anm. 1. — Vgl. obda. die Regg. der verschiedeueu

anf die Verpfandung Kinzheims boziigl. Urk. soit Rudolf 1., aus denen hervorgeht, dafi es sich trotz des Wortlautes

der Urk. nicht um das gauzo Dorf, soudern nur um Pfandreclite :in oinzelnen Teilen oder Rechten haudelte. 146

Gozzo. Wilhelm und Heinrich Briider von Aschhausen erklareii, dafi EB. Peter vonMainz sio und ihre Erbon uuter

geu. Bedingungen als Bnrgmannen aufgenommen hat, und verpflichten sich, ihiu in seinem Karapfe um das Roich gegen

die Herzoge von Ostorreich und deron Verbundoto in Schwaben, Elsal! und Frauken sowie in ihrer uaheren Umgebung (in

uostro courtuio) Hilfe zu loisten und ihm ihre Burg Aschhausen im Kriege gogen die Herzoge otfen zu halteu. Bedarf dor

Erzbischof aber ihrer Hilfo aufierhalb der genanuten Gobioto, mufi er sio darum bitten. A. et d. Amorbach a. d. i:U5

3. kal. apr. — Or. Munchen R. A. (Mainz, Erzstift Pasc. 197.) Gudeuus Cod. dipl. Mog. 3, 121. Kog. : Vogt Reg. d. EB.

V. Mainz 1 n. 1755. 147

— — Ritter Konrad gen. Pfal von Aschhausen (Asschehuson) «ird Burgmann des Eb. Poter von Mainz gegen gozahlte

()7 R Heller, fiir die er genannte H li 4)

Einkiinfte autliifit, um sie als Lehon zu hesitzou. tjber die Unterstiitzuug,

die er dem Erzstift gegeu die Horzogo von Oterroich gowiihrt, wird dasselbo bestimmt, wie in der vorangehendeu Urkunde.

A. et d. Amerbach 1315 3. kal. april. — Or. Miinchen R. A. (Mainz Erzst. F. 197), Siegol ab. Rog.^ Vogt Reg. d. Eb.

V. Mainz 1 n. 1756. 148

— Marz 31, Colmar. — Kg. Friedrich nimmt uach dem Beispiel seiucs Grolivaters des Kdnigs Rudolf und seiuor Vorganger

der rdmischen Konige den Decan und das Kapitel zu Colmar mit allen Personen uud Giitern iu seiuon uud des

Reiches Schutz und erteilt ilinen alle Ehren und Voiteile, welche die Colniarer liiirger geuiefien. Dat. Columhariae 2. kal.

apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Colmar Bez.-A. (SerieG. Stift St. Martiu), Siegel abgefalleu, war an roter Seidonschnur

befestigt Trouillat Mou. de Biile 3, 21 8 aus Cop. d. Ensisheimer Kzlei. Keg. : Bohmer 1 314—47 Add. III F. d. S. u. 303. —

VgL dazu dio Urk. Kg. Kudolfs v. 1281 Nov. 7 (B.-Redlich u. 1410). 149

Colmar. — Kg. Friedrich befiehlt dem Landvogt im ElsaC Ottu von Ochseustoiu und desseu Stellvertretern, dcr

Stadt Colniar, sowie deu Stiidten Kaisersberg, Kinsheini und Sigol tzheim, die Nonuen des mit Zustimmung

Kdnig Rudolfs orbauten Klosters Alspaeh (Alonspach), denen er nach demVorbild soiuerVorfahrenRudoIf und Albrecht

besondores Wohlwolleu entgegeubringt, iu allen Angelogenheiton ihres Klosters zu fdrderu und zuschiitzeu, und nimmt das

Kloster in seinen nnd des Koiches Schutz. Dat. in Colunibaria a. d. 1315 2. kal. apr., rogni a. 1. — Abschr. saec. 18

Colmar Boz.-A. (Scrie H, Bb Frauenkloster Alspach L. 1—4 Copialbch. v. 1724 fol. 22). Schdpflin AIs. dipl. 2, 113.

Reg.: Bdhmer 1314—1347 F. d. S. n. 22. LicTin.-Birk 3, 355 n. 319. — Eine iihuliche Urk. .Kg. Rudolfs v. 1281

Sept. 21 siehe Bdhmor-Redlich n. 139P. 150

— April 1. Breisach. — Kg. Friedrich beauftragt deu Grafon Emicho von Nassau, den Burgberg zu Greiffeustoin

(Gryffenstein) mit alloiii Zubelidr an seinen Bruder Johann Grafen von Nassau, dem dor Burgberg von Friodrich mit der

Ermachtiguug, den Emicho daran verpfiiudeten Teil an seinerstatt einzuldsen, vorsotzt wurde, nach Empfang der Summe

von 1:^3 Mark uiid 4 Schilliugen ausznliefern. Dat. in Brisaco kal. apr., regui a. 1. — Abschr. Haag Haus-A. ex Diplomatario

Cnuteliano fol. 128. Reg.: Arnoldi Nass. Gesch. 3^ 128. Bdhmer 1314—47 F. d. Sch. n. 24. — Vgl. Uik. v.

1314 Mai 14 der H. Abt. 151

— April '2. Breisacli. — Kg. Friedrich verpfaudot deu Grafeu Johaun und Heinrich von Nassau fiir die treuon, seinem

Vater Kdnig Albrecht und ihm geleisteten Diensto dou Burgberg zu Greiffenstein mit allem Zugehdr, wie ihn Albrecht von

Kraft von Groifensteiu erkaufto, um 800 Mark Pfennige, dou Pfonuig zu 3 HoIIer gerechuet, die ihneu sein Vater schuldig

war, nnd crmiichtigt sie, den Burgberg vou ihrem Brudor Grafen Emicho vou Nassau, dem er um ]:i3 Mark 4 Schillinge

verpfandet ist, einzuldsen uiul bis zur Tilgung der ganzen Pfandsummo vou 933 Mk. 4 Schillinge zu bohalton. Er verspricht

ihnen, falls er Kaiser wird, eine eutsprechende Urkundo unter kaiserlicheni Siegel auszustellen. I). g. i. ze Brisach

1315 zehen tag nach Ostern^ i. d. 1. j. u. riches. — Or. Haag Haus-A. mit beschiid. Siegel Frs. an Pg. Str. Schwalra M6.

Coust. 5, 215. Auszg.: Arnoldi Nass. Gesch. i^, 128. Reg.: Bdhmer 1314—47 Fr. n. 25. Ubor die Verpfandung des

Bargbergs au Eraicho vgl. die Urk. vom vorhergehcndon Tago. Vgl. n. 10G8. 152

— April 3. Breisacb. — Kg. Friodrich verleiht den Biiigein der Stadt Freiburg im Breisgau dio Gnado, daC sie

nur vor dem Schultheifi iliror Stadt geklagt werden und Roohenschaft gobon sollen, os sei denn, dafi sie jemanden rechtlos

lieCen, der sie dann anderwarts klagen kann. I). b. i. g. zu Brisach 1315 au dem nehesten duurestago nach usgander

Osterwochen, iii d. 1. j. u. riches. — Or. Freiburg Stadt-A. init Siegel Frs. (Sava fig. 9) aii roter Soidenschnur. Schreiber



Badeil.

22 1315 (n. 153-161).

UB, d, St. Freibg. 1, 203. Keg.: BOhmer 1314—47 P'r. n. 26. Lichn.-Birk 3, 355 u. 320. — Vgl. dazu auch Kopp

Eeichsgesch. 4^ 84 Anm. 13. 153

1315 A.pril 4. Basel. — Kg. Friedrich bestatigt die Eechte der Stadt Breisach (vgl. B.-Eedlich n. 422). D. Basilee

pridie nonas apr. 1315. — Or. Breisach Stadt-A., Siegel an roten gedrehten Seiden^den abgefallen. Eeg.: Zeitschr. f. 6.

d. Ob. Eheins 4, S. n 5. 154

Basel. — Kg. Friedrich bestiltigt derStadt Neuenburg a. Eh. das inserierte Stadtrechtsprivileg Kg. Adolfs v. 1292

Dez. 24 Basel (Eeg. imp. n. 84). Zengen : Heinrich Erzbisch. v. Koln, Johannes Bisch. v. StraBburg, Eudolf Hzg. v. Sachsen,

Heinrich Hzg. v. Osterr., die Grafen Meinhard von Ortenberg, Symo v. Spanheim, Otto v. StraBberg, Weruer von Homberg,

Eudolf V. Nidau, Albert v. Hals, Wallraff v. Tierstein. Dat. Basilee 2. non. apr. ind. 13 a. d. i:U5, regni a. 1. — Or.

Neuenburg Stadt-A. Siegel abgefallen. Giinderode Samtl. Werlie 1, 120. Eeg.: Bohmer 1314— 47 F. d. S. Add. I n.265.

Mitt. d. antiqu. Ges. Ziirich 1 3, Eegg. Hombg. n. 39. Zeitsch. f. G. d. Ob. Eheins N. F. 1 m 8. Kisky Eeg. d. EB. v. Koln , 4,

n. 914. — Das Privileg Adolf s. jetzt Oberrhein. Stadtrechte II/3. 8. 155

Basel. — Kg. Friedrich verleiht der Stadt Miihlhausen (mit denselben Worten wie K. Heinrich VII.) Eechte betreffend

die Lehensfahigkeit derBvirger, die Pflicht des SchultheiBen, dieWahl des Amtmanns durch denEat, dieKriminalgerichtsbarkeit,

den Gerichtsstand derBiirger, die Freiziigigkeit, dieAufnahme neuerBvirger und dereu Pflichten, dasErbrecht,

die Pflicht der Zeugenschaft, dasVerbot des Kampfes zwischen einem Landmanu und einem Biirger, die Festsetzung

von MaB und Gewicht, den Abschlufi vun Einungen, Zollfreiheit in Eeichsstadten, Steuerfreiheit adeliger Btirger und Teilnabme

ihrer Biirger an Kampfen von Landleuten. D. b. w. g. u. g. ze Basile an s. Ambrosien tage des bischoffes 1315,

in d. 1. jar u. riches. — Or. Miihlhausen Stadt-A. mit Siegel Friedrs. (Sava fig. 9) an roter Seide. MoBmann CartuL de

Mulhouse 1, 118. Keg.: Schopflin, Als.ilL 2, 423. — Die Urk. stimmt wortlich mit der K. Heinrichs VLC. v. 1309 Okt. 31

uberein, ohne sie jedoch zu erwahnen. Auch diese geht iibrigens mit geringen Abweichungen auf die Urk. Albrechts und

Adolfs zuriick. 166

— (April 5). — Der Eat von Zurich schreibt dem Eat zu Konstanz, daD Konig Friedrich Sonntag abeuds zweifellus in Badeu

eintreffen werde und sie beide wegen ihres langen Saumens Unannehmlichkeiten von ihm und deu Herreu zu befurchten

hatten. Der Eat habe daher Boten an den Kcinig abgesandt, die beide Stadte damit entschuldigen soUeu, daB sie des Kcinigs

Koramen nicht so bald erwartet hiitten. Er fordert Konstanz auf, gleichfalls ehestens Boten zu senden. — Or. Konstanz Stadtarchiv.

Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 205. Eeg. : Schriften d. Ver. f. Gesch. d. Bodensees 9, 226. — Die Urk. tragt

kein Datum, aus Friedrichs Itinerar ergibt sich, daC sie vom 5. April sein muB. 157

— April 8. Baden. •— Kg. Friedrich erlaCt den Biirgern von St. Gallen, da sie ihre durch eine Feuersbrunst zerstorte

Stadt ohne seine Unterstiitzuiig nicht wieder entsprechend aufbauen konnten, bis zum nachsten 11. November (ad festum

beati Martini) und von da an auf 5 Jahre alle Eeichssteuern. Dat. in B»den 6. id. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or.

St. Gallen Stadt-A. mit besch. Siegel Frs. Kopp Eeichsgesch. 4'', 450. Wartniann UB. v. St. Gallen 3, 393. Auszg. : Arx

Gesch. V. St. Galleu 2, 9. Eeg.: Bohmer 1314—47 Fr. d. Sch. n. 42 (zu Juni 7— ll) u. Add. III n. 305. Lichn.-Birk

3, 360 n. 362. — DerBraud von St. Gallen fallt auf den 23.0kt. 1314, vgl. darviber Christian Kuchimeisters Nuwe Casus

mouasterii S. Galli hg. v. Meyer v. Knonau i. Mitt. z. vaterld. Gesch. v. St. Gallen N. F. 8, 326. 158

— Kg. Friedrich befreit die durch eiue Feuersbrnnst verwustete Stadt Konstanz, da sie sich ohne seine

Unterstutzung nie wieder zu ihrera fruheren Zustand erheben kiinnte, bis zum nachsten 11. Noveraber und von da ab auf

die folgenden 5 Jahre von allen Eeichssteuern. Dat. iu Baden P. id. apr. a. d. 1 3 1 5, regni a. 1 —

. Or. Karlsruhe Gen.-Ld.-A.

(K. Sel. n. 176) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Schwalm MG. Const. 5, 216. Ausz.: Schr. d. Ver. f. Geseh. d.

Bodensaes 4, Urk. Ausz. 20. Eeg. : Zeitsch. f. G. d. Ob. Eheins N. F. 1, 86. — Die Urk. ist fast wOrtlich gleichlautend

mit n. 158. 159

I—) April 9. — ErzbischofHeinrich vonKoln berichtetKg. Jayme H. v. Aragouien iiber Wahl und Krfinung Friedrichs

des Sch. und teilt ihm niit, daB Friedrich den Angriff des von einer Anzahl von Fvirsten zur unrichtigen Zeit gleichfalls

zum Konig gewahlten Herzogs Ludwig von Baiern zuriickgeschlagen habe und der Herzog in dem Speierer Judenfriedhofe,

wohin er sich gefluchtet hattc, durch mehrero Tage belagert wurde, worauf Friedrich sich nach den Eeichstiidteu gewendet

habe, die ihm als ihrem Herrn den Treueid leisteten; im kommenden Sommer werde Friedrich seine Sache dorart fordorn,

daB er nach Beendigung der Angriffe seiner Gcgncr das Eeich im Frieden beherrschen werde. AnlaDIich des kommenden

Pfingstfestes werde er seine Herrin, dcs Konigs Tochter Elisabeth, zu Basel zur romischen Kfinigin kriinen. Dat Baden

9. die mensis aprilis. — Or. Barcelona Kronarch. CKD 11 190. Fiuke, Acta Arag. 350 = Schwalm Mon. Gorm. Coust.

5/1, 217. Eeg.: Kisky Ecg. d. EB. v KOln 4, n. 916. — Uber dio Vorgiinge vor Speier vgl. n. 115. 160

— April 10. Ziirlch. — Kg. Friedrich bestatigt seinem Getreuen Jakob von Frauenfeld dio vou Kg. Albrecht fiir

140 Mark Konstanzer Gewichts vollzogeno Verpfiindung derVogtei iibcr die freien Leute im oberen Thurgau und erhoht die

Pfandsumme auf 200 Mark. Dat. in Thurego 4. id. april. a. d. 1315, regni 1. — Or. St. Gallen Stifts-A. (DD/B 3) mit

Siegel Friedrs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Zellwcger Gesch. d. Appenzell. Volks, Urk. 1», 109. Wartmanu UB. v. St. Gallen

3, 394. Ecg.: Horraayrs Arch. f. Gesch. 10, 431. Biihmer 1314—47 Fr. n. 27. Lichn.-Birk 3, 356 n. 321 u. 6, 2

n. 321. — Vgl. die Urk. Albrechts v. 1304 Juli 18 u. 1307 Nov. 18 bei Zellweger 100 u. 104. 161

Ziirich. — Kg. Friedrich bestUtigt der Stadt Ziirich nach dem Vorbild Kiinig Heinrichs VH. das wiirtlich inserierte

Privileg Kg. Eudolfs v. 1273 Nov. 3 (B.-Eodlich n. 26) iiber die Besitzungen, Eechto und Vogtei der Geistlichkeit

nnd der Stadt. Dat. in Thurego 4. id. apr. a. d. 1315, ind. 13, regni a. 1. — Or. Ziirich Staats.-A. mit Siegel Frs.

(Sava fig. 9) an roten u. griinon Scidenfaden. Winkelmann Acta 2, 271. Escher-Schweizer Zurichcr Ukdb. 9, 207 n. 3349


3

iai5 (n. 162-169). 23

mit dem irrigeu Datum April 16. Auszg.: Mitt. d. antiqu. Ges. Zfirich 8, Beil. 367. Hirzel Zuricher Jalirbflrher 1, 105.

Hormayrs Arch. 10 (1819), 431. Reg.: BOhmcr 1314— 47 Add.II Fr. n. 266. Arch. f. schweiz. G. 1, 110. Lichn.-Birk

3, 360 n. 357 (oline Tagesdatum). 162

1315 April 10. Ziirlch. — Kg. Friedrich verleiht der Stadt Zurich nach dem Beispiel seinor Vorganger, der Konige

Adoir und Heiurich das Recht, wiihrend einer Erledigung des Reichs Richter uber das Blut (zur Rechtsprechung uber

todeswurdige Verbrechon) einzusetzen. Dat. Thuregi 4. id. apr. ind. 13, a. d. 131.5, regni a. 1. — Or. Zurich Staats-A.

iiiit SiegelFrs. (^Sava fig. 9) an roten und griinen Seidenfaden. Winkelmann Acta 2, 271. Escher-Schweizer Zurich. UB. 9,

208 n. 3350. Reg. : Btihmer 1 1 4— 47 Add. H n. 267. Arch. f. schweiz. 6. 1 , 1 1 0. — Die Urk. ist nahezu wOrtlich gleichlautend

mit der Heinrichs VII. vom 17. Mai 1309 (Zurich. UB. 8, 243). 163

— April II. Ziirich. — Kg. Friedrich erteilt uach dem Beispiel seiner Vorganger Rudolf, Albrecht und Heinrich den

Burgeru der Stadt Zuricli Freiheit gegen Berufung vor fremde Gerichte und verorduet, daB alle Klagen gegen sie vor

dem Stadtrichter ausgetragen werden sollen. Dat. Thuregi 3. id. apr., ind. 13, a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Zurich

Staats-A. mit Siegel Friedrs. an roten und grunen Soidenfiiden. Winkelmaun Acta 2, 272. Escher-Schweizer Ziirich. UB.

9, 209 n. 3352. Reg.: Bohmer 1314— 47 Fr. n. 269. Arch. schweiz. G. 1,110. — DieUrk. geht zuruck auf das Privileg

Rudolfs V. 20. Sept. 1274 (B.-Redlich n. 219), das von Albrecht I. und Heinrich VII. mit gewissen hier ebenfalls beibehaltenen

Anderungen bestatigt wurde. 164

— — Ziirich. — Kgr. Friedrich bestatigt dem Propst und Kapitel von Zvirich nach dem Vorbild seines Vaters Kg. Albrechts

I. das wOrtlich eingeruckte Privileg Rudolfs I. v. 1277 Jan. 26 (B.-Redlich n. 676) uber die Rechte, Freiheiten

und Besitzungen des Kapitels. Dat. in Thurego 3. id. apr. a. d. 1315, regni 1. — Or. Zurich Staats-A. (Propstei n. 17 5)

mit Siegel Frs. (Sava iig. 9) an rot uud grnuen Seidenfaden. Hergott Mon. i^, 184. Gerbert De translatis Habsb. austr.

princip. cadaveribus (Crypta nova) 121. Escher-Schweizer Zuricher Urkdb. 9, 208 n. 3351. Reg.: Hormayrs Arch. f. G.

10, 431. Arch. f. schweiz. G. 1, 110. Bohmer 1314—47 n. 28. Lichn.-Birk 3,356 n. 323. — Die zitierte Bestatiguug

Albrechts L orfolgte am 14. Apr. 1301 (Ziir. UB. 7, n. 2604). 165

Ziirich. — Kg. Friedrich erteilt

der Stadt Ziirich nach dem Beispiel seiner Vorganger Rudolf, Adolf und Heinricli

die besondere Gnade, daB fiir alle Zeiten der von ihm ernannte Vogt der Stadt dieses Amt nicht lauger als 2 Jahre bekleiden

soll und nach Ablauf derselben wiihrend der nachsten 5 Jalire nicht wieder erhalten soll. Dat. in Thurego 3. id.

apr. a. d. 1.315, regni a. 1. — Or. Ziirich Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot und griinen Seidenfaden. Winkelmann

Acta 2. 27 1. Escher-Schweizer Zuricher UB. 9, 210 n. 3353. Reg.: Bohmer 1314—47 Fr. n. 268. Arch.f. schweiz.

G. 1, 1 10. — Die Urk. ist vou uubedeutenden Abweichungen abgesehen, wortlich gleichlautend mit der Rudolfs v. 5. Nov.

1273 (B.-Redlich n. 31). 166

Ziirich. — Kg. Friedrich bestatigt auf Bittin Hugos von Werdenberg, avunculi nostri, Comthurs des Johanniterordens

zu Bubikon (Biibinkon), Burkhards von Lovnegge, Comthurs zu Rheinfelden, Marquards von Wida, Comthurs zu Hohenrain

(Honraiu) uud Rudolfs von Biittinkon, Comthurs zu Klingnau (Klingenowe), dem Johanniterorden die inserierte

Bestatigung ihrer Privilegien durch Albrecht I. v. 129 9 Apr. 5 Baden (Winkelmann Acta 2, 186) mit folgenden dariu

iuser. Drkk.: Friedrich I. 1 185 Nov. 28 Pavia (St. 4438), Pliilipp 1207 Mai 28 Basel (B.-Ficker n. 146), Heinrich VIL

1 227 Okt. 1 7 (B.-Ficker n. 4085) u. 122"^ Nov. 4 Basel (B.-Ficker n. 4088). Zeugen : Erzbisch. Heinrich v. Koln, Bischof

Johann v. StraBbg., d. Herzoge Rudolf von Sachsen, avunculus noster, uud Heinrich von Osterreich, die Grafen Werner von

Homberg, Friedrich von Toggenburg, Eberhard von Nellenburg, Otto von Strafiberg, Hartmann von Kyburg, die Edlen

Rudolf von Hewen und Heinrich von Griessenberg. Signum domini Fridorici Romanorum rogis invictissimi. Dat. Thuregi

3. id. apr. ind. 13., 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe Gen. Ld. A. (K. Sel. n. 181), Siegel abgefallen. Winkelmann

Acta 2,272 aus Transsumpt v. 1377 i. Berlin. Ausz. : Papikofer Beilag. 108. Reg.: Bohmer 1314— 17Pr.n. 29. Lichn.-

Birk 3, 356 n. 322. Mohr Schweiz. Rogg. 2(3, 36 n. 23- Argovia 16, 95. Locher Regg. Grfen. v. Veringen 121 (= Mitt.

d. Ver. f. Gesch. i. Hohenz. 4, 27) Zeitschr. f. G. d.Ob.Rheins N.F. 1, 87. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 210 n. 3354.

Kisky Reg. d. EB. v. Koln 4, n. 917. — Eine gleiche Bestatigung erhielt der Orden auch von Rudolf I. (B.-Rodlich

n. 282). 167

Konstanz. — Kg. Friedrich erteilt den Burgern von Konstanz fur ihreu Gehorsam die Gnade, daB sie von niemandem

weder fur den Bischof von Konstanz noch fur sonst jemanden gepfandet (inpignorari) werdon sollen, auBer wenn eineiu

Klager vor dem Stadtrichter das Recht verweigert wird. Dat. Constautie 3. id. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe

G. Ld. A. (K. Sel. n. 179) mit Siegel Frs. (Sava flg. 9) an griinen zusammengodrohten Seidenfaden. Schwalm MG.

Const. 5, 216. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. III n. 306. Cartellieri-Rieder Reg. episcop. Const. 2, n. 3691. Zeitsch. f.

G. d. Ob. Rheins N. F. 1, 86. 168

Konstanz. — Kg. Friedrich bestiitigt der Stadt Konstanz nach dem Beispiel seiner Vorganger der Konige

und Kaiser Friedricli H., Rudolf, Adolf, Albrecht und Heinrich VIL das inser. Privileg Heinrich VL v. 1192 Sept. 24

Luttich (St. n. 4771) und dessen gleichfalls inser. Bestiitigung durch Friedrichll. v. 1241 Miirz (B.-Ficker n. 3193) uber

die Befreiung der Stadt von der bischoflichen Steuer. Zeugen : Erzbisch. Heinrich vou Koln, Bischof Johann von StraBburg,

die Herzoge Rudolf von Sachsen und Heinrich vou Osterreich, Simon von Spanheim, Burkhard und Rudolf von Hoheuberg,

Wernher von Homberg, Friedrich von Toggenburg, Otto von StraBborg, Johannes von Habsburg und Hugo von Buchegg.

Signum domini Friderici Romanorum regis invictissimi. Dat. Constantie 3. id. apr. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe

G.-Ld.-A. (K. Sel. n. 1 80) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an grunen Seidenfaden. Reg. : Zeitsch. f. G. d. Ob. Rhoins N. F. 1, 86.

Kisky Reg. d. EB. v. Koin 4, n. 918. — Rndolfs Bestatigung datiert v. 25. Jan. 1274 (B.-Redlich n. 93). 16»



Kg.

24 1315 (11. 170-178).

1315 April 11. Koiistanz. — Kg. Friedrich bestatigtderStadtKonstanz das inser. Mandat Friedrichs II. au alle Grafeii

in Deutscbland v. 1237 Sept. 19 vor Verona (VVinkelmann Acta 2, 889) den ausscblieClichen Gerichtsstand der Konstanzer

Biirger vur dem Stadlrichter betreffend. Dat. Constantie 3. id. apr. 1315, regni a. 1 —

. Or. Karlsruhe 6. Ld. A.

IK. Sel. II. 178) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an gruneu Seidenfaden. Eeg.: Zeitscb. f. G. d. Ob. Rheins N. F. 1, 86. —

Vgl. die gleichartige Bestiitigung vom selbeii Tage fiir Ziirich n. 16(5. 170

Konstanz. — Kg. Friedricb bestatigt den Biirgern von Konstanz fiir ihre Verdienste ura ihn und das Eeich nach

dem Beispiel seines Vaters Kg. Albrecht I. die ihnen von seinem GroBvater Kg. Rudolf erteilte Befreiung von freraden Gerichten

(B.-Eedlich n. 389) unter der Bedingung, daC der Stadtrichter das Recht nicht verweigart und die Btirger sicli

seinem Urteil tatsachlich unterwerfen. Dat. Constantie 3. id. apr. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K.

Sel. u. 177) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an grunen zusammengedreht. Seidenfaden. Reg.: Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheins

N. F. 1, 86. 171

Ludwig danlit der Bvirgerschaft Strafiburgs fiir ilire erst jiingst dadurch bewiesene Treue, dali sie den Herzog

von Osterreich, qui so ve.ste vestit aliena, nomine regio se describeus, wie er aus ibrem Schreiben entnommen, nicht als KOnig,

sondern nur als Gast in ihre Stadt aufgenommen uud ihu in lieinerlei Weise unterstutzt hat, obwohl ihm von der Geistlichlieit

der Stadt ein Empfang zuteil wurde. Dat. in Ingolstadt 3.id. apr., regni a. 1. — Or. StraBburg Stadt-A. Wencker

Apparatus arcliiv. 190. Schulte UB. d. St. StraBbg. 2. 274 = Schwalm MG. Const 5, 218. Reg.: Reg. Boica 5, 302

(irrig an Ingolst.). Bohmer 1314—47 Ludw. n. 83. — Uber die Haltung StraBburgs und die dortigen Parteiverhaltnisse

vgl. auch Rosenkriinzer a. a. 0. 49. StraBburg scheint iibrigens wenige Monate darauf docb iu niihere Beziehungen zu

Friedrich getreten zu sein, man vgl. n. 255 u. 305. Kopp Reichsgesch.

4'' 83 Anm. 4 sieht darin einen Widerspruch zuin

Inhalt des vorliegenden Sfhreibens. Der von Ludwig erwahnte Brief der Stadt ist anscheinend nicht erhalten. Vgl. auch

Schrohe 54 Aum. 4. 172

— April 12. — Genanute ScbuItheiBen, Rate und Gemeinden der Stadte Aarau, Sursee, Waldshut, Sempach, Mellingen,

Zofingen und Lenzburg verpflichteu sich, fvir ihre Herren die Herzoge von Osterreich dem StraBburger

Biirger Heinricli von Miilnheim jahrlich eine bestimmte Surame zu zahleu, uud zwar Aarau 33 Mark, Sursee 25, Waldshut

19, Sempach 14, Mellingen 2, Zofiugen 45 und Lenzburg sieben Mark Silber StraBhurger Gewichts uud setzen genaniite

Burger als Biirgeu. an dem samstage nocb dem suneutagc so mau singet Misericordia domini 1315. — Vidimus v.

3. Juni 1406 Strafiburg Bez.-A. (Ost. Ldvogtei 0. KIs. n. 3). Schulte StraBbg. UB. 3, 242. Reg. : Miillenheim-Rechberg

Familienb. d. Freih. v. M.-R. 2/l, 23 n. 632. Reg. boica 1, 303. Lich.-Birk 3, 35(; n. 324. Argovia 14, 107. — Vgl.

auch Segesser Rechtsgescb. 1, 752. 173

Jacob Colonna antwortet Kg. Jayme von Aragonieu (auf n. 10:{), daB es ihm nicht uubekaunt sein diirfte, dafi

eine zwiespaltige Kouigswabl stattgefuuden habe uud dafi jeder der bei^n Erwalilten das Recht fiir sich in Anspruch

uehme. Wenn die Zeit gekommen sein werde, diese Frage bei der lomischen Kurie zu ontscheideu, werde die Kirche

iii gercchter uud Gott wohlgefalliger Weise ibre Entscbeidung fiilleu. Dat. Valentie die 12. mensis aprilis.

—•

Or.

Pap.

Barcelona Kron-A. CRD 11213. Auszg. : Finke Acta Arag. 360. — Vom gleicheu Datum ist ein Schreiben ahulichen

Inhalts von Petrus Colonna, der binzusetzt, er biitte zur grOBeren Ehrung des Herzogs (sc. Friedrichs d. Sch.) gewiinscht,

daB die Konigswahl ihrer IJedeutung entsprecheud iu gioBerer Einigkeit vor sich gegangeu wiire. Finke a. a. 0. Vgl. hier

auch dieZitate iiber die Schreiben der andereu Kardiniile. Uber dio kiibleHaltuug der Colouna, voii denen zuniindestPeter

fiir Ludwig gewonnen gewesen zu sein scbeint, vgl. Finke a. a. 0. 361 und den Lericlit Lupis n. I.s6. 174

— April 13. — KardiualKapoleon Orsini autwortet deinselbeu auf desseuBrief (n. 103), daC er uiid die Angehorigeu

seines Hauses Kg. Friedrich und dessen Geschlecht von alters ber besouders freundlich gesinut seieii, desseu Erbohung

freudig begriiCen uiid Friedrich nach Kraften unterstiitzen werden, umso mehr als cr dadurch Jayme, seinem besondercn

Freuude, einen Dienst erweisen konne. Dat. Valentie die I 3. aprilis. — r. Pap. Barceiona Kronarch. CED 11213 Finke,

Acta Arag. 359 — Schwalm Mon. Germ. Const. 5, 220. 175

Konstanz. — Kg. Friedrich erteilt den Biirgern von Eadolfszeii nach dem \'orbiId seiiier Vorgiingcr Albrocht

und Heinrich dicGnade, daB sie in Zivilsachen vor keineni weUlichen Ricbter auBer ilircm Stadtrichter (coram siio miuistro)

zu ersclieineu haben, es sci denii, dafi der Kliiger iii Radolfszell rechtlos bleibt. Dat. iii Constantia a. d. 1315 id. apr.,

regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. u. 182), Siegel an griiu-roten Seidentadeu abgefalloii. Zeitsch. f. G. d. Ob.

Rhcins 37, 1 U. Eeg. : ebda. N. F. 1, 87. , 176

— April 14. Konstanz. — Kg. Friedrich bestatigt den Burgerii von Wintertbur lur die ihm und seiueii Vorfahrcii

geleisteteii treuen Dienste alle Rechte und Freiheiten, die iliiicu von seinem GroCvater KonigRudolf 127 5 Febr. 27 (B.-Redlicb

n. 333) und seinein Vatfjr Koiiig Albrccht 1298 Js'ov. 25 (Bohmer 1246— 1313 Albr. u. 89) erteilt wuideu. D. b.

i. geben ze Kostentz 1315 au der heiligeii tag Tyburcii et Valeriani und i. d. 1. j. u. richos. — Or. Wintorthur Stadt-A.

iiiit stark beschiid. Sicgel F'rs. (Sava fig. 9) an lot und golben Seidenfaden. Eschoi-Schwcizer Ziiricli. rii. 9, 211 n. 3355.

Reg. : Hormayrs Aich. f. G. 10, 431- Arch. f. sclnveiz. (i. 1, 1 1 1. Jahri'. .«ilnveiz. G. 2S, S. Bobmer J314— 47 Fr. n. 30.

Lichn.-Birk 4, 360 ii. 363. 177

Kou.stanz. — Kg. Friedrich ijestiltigt den Biirgerii vou St. Galleii auf ihre Bitte nacli deui Vorbild seiues Vaters

Kg. Albrecht das inser. Privileg Kg. Eudolfs v. 1281 Okt. 10 Kolinar (B.-Rodlicli ii. 1399) iiber die Freihoit von auswartigcu

Gerichten und das Verbot der Pfanduug. Dat. in Coustancia is. kal. maii iud. 13. a. d. 1315. — Or. St Galleii

Stadt.-A. mitSiegel Frs. fSava fig. 9j aii rotgruneii SeideiiliidiMi. Ko).p 4'', 45(1. Heg. : Bnbnior 1314— 17 Add. 111 Fr.

u. 307. 17H


1315 (II. 179-185). 25

l;il5 April 14-. — Dompropst Konrad, Donidekan KudolfunddasDomkapitel von Konstanz genehmigen die Inkorporation

der Plarrkirche Staufen (Stofen) durch Bischof Gerhard von Konstanz an das Kloster Kouigsfolden, dom das Patronat

durch Kg. Friedrich uud llig. Leopold zum Seelouheil ihres Vaters Kg. Albrechts goschenkt wordeu war.

Dat. Constantio

a. d. 1315 18. kal. maii, ind. 13. — Or. Aarau Staats-A. Keg. : Cartellieri-Riedor Reg. episcopor. Const. 2, n. 3692,

ebda. u. "1 dieselbe Urk. zu Mai U aus Erwiihng. i. Argov. 26, 48. — Die Schenkung des Patronatsreclites s. 1312

Aug. 10 der II. Abt. 179

Johauues das Kynt von Hiitteuheim (Hittenheym) verkauft dem Ritter Heinrich dem Waffler von Eckerich (Egkerich),

SchultheilJen zu Schlettstadt (Sletzstadt), alle seine Keben im Baun zu Kestenholz uud die vier Acker, die neben den Rebon

gelegen siud, welche Heinrich von Johauns verstorbenem Vetter hatte und die sicli bis an den Muhlweg zieheu, um 54 Pfund

StraCburger Pfeunige nud fertigt ihm die Reben durch seine Loheusherreu Hzg. Leopold und desscn Briider zu. D. b. w. g.

1315 an der helligen tag Tliyburci et Valeryany. — Abschr. sacc. 1 5. Innsbruck Ldes. Reg. Arch. Cod. 45 1 fol. 298. 180

— VOr April 15. — Kg.Friedrich vonSizilien an Kg. Friedrich: seiuen Brief mitden Nachrichten iiberseine Erfolgeund

seineWahl habe or mit groCerFreude zurKenntnis genommen, or hoffe, dafi mitGottes Hilfe dasReich, das seit langerZeit

durch AYidersacher und Rebellon geschadigt werde, durcli Friodrich die erwiinschte Reformatiou ertahron werdo.

F'riedrichs

Bitte um Hilfe werde er gerne nach Kriiften willfahreu, da er dadurch eiu gottgefalliges Werk zu tun und der Gerechtigkeit

zu genugeu viberzeugt sei uud da ihm derEifer und dieVerehrung fur dasReich vouNatur aus angeboreu sei, eo quod

ex[suis aujgustis origo uostra processit. Dies habe er auch gogeuviber Friedrichs Vorganger K. Heiurich hinlanglich bewiesen,

um dosseu Unterstutzung willeu er die grOBten Ausgabon und Muhen auf sieh genommen und sich Gefahren und

Verfolguugen ausgesetzt habe, aus denen ihu, wie Friedrich wohl bekannt seiu diirfte, Gottes Barmherzigkeit errettet habe.

Daher werde er auch zu seiner Unterstiitzung alles aufbieten. — Gleichzeit. Abschr. Barcelona Kron-A. CRD 10227. Finke

Acta Arag, 352 = Schwalm MG. Const, 5,227. Ubor die Verhandluugeu Friedrichs mit Sizilien sowie das Projekt einer

— April 16. Salem. — Kg. Friedrich bestatigt der Stadt Ulm in Ausohung ihrerTreue alle Privilegieu, Gnaden, Prei-

Heirat Kathariuas, der Schwester Friedrichs, mit dem Erstgeborenen Friedrichs von Sizilien vgl. jetzt auch Sehrader Isabella

V. Arag. 48 f. 181

heiten und Redite, die sie vou seinen Vorgangern empfangen hat. Dat. in Salom 16. kaL maii a. d. 1315, regni a. 1.


Or. Stntigart Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Bohmer-Ficker Acta imp. sel. 467. Ulm. UB. 2, 1. Reg.:

"

Bohmor 1314— 47 Fr. d. «. n. 31.

183

Salem. — Kg. Friedrich bostiitigt den vor ihm und soinen Briidern erschieneuen Burgern der Stadt Meugen

das inser. Stadtrechts-Privileg Kg. Albrechts I. v. 1301 Apr. 4 Konstanz. Dat. iu Galem (!) a. d. 1315, 16. kal. mayas,

regui a. ]. — Abschr. Innsbruck Reg. A. Cod. 76 S. 1090 u. ebda. Cod. 41/2 f. 52^ u. 461^. Winkelmanu Acta 2, 273

aus Cod. 41. 183

— April 17. Koustauz. — Kg. Friedrich gestattet nach deni Beispiol soiner Vorganger Albrecht und Heinrich don Biij--

gern der Stadt Uberlingeu auf ihre Bitto, bis auf Widorruf eiue Zunft in ilirer Stadt zu haben. Dat. Constancie a. d.

1315 15. kal. maii, regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. u. 183), Siegel abgefallen. Hugo Mediatisierg. d. Reichst.

382. Reg. : Bohmor 1314—47 Fr. n. 32. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rlieins. N. F. 1, 87. — Eine gleichlautende Urk. erhielt

die Stadt von Kg. Ludwig a. 28. Aug. 1330 (Hugo 383). 184

Konstanz. — Kg.Friedrich bestiitigt der Stadt Uberlingen nach dem Beispiel seinos Vorgilngers Kg. Heiurichs VII.

das iuserierte Privileg Kg. Albrechts I. v. 1299 Miirz 18 Koustanz (Bohmer-Ficker Acta 396) betreffond das Erbrecht,

dieFreiheit vou fremden Gerichten, Achtung, Steuerpfiicht aller im Stadtgebiet Begiiterteu, Einbringung vou Appellationeu

in Froiburg und das Reclit auf die Pfiinder auswiirts wohnender Schuldner. Dat. Constancia 15. kal. mai ind. 13, 1315,

regni a. 1. Signnm domini Fridorici Romanorum regis invictissimi. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. n. 184) mit Siegelfragment

(Sava fig. 9) an rot-grunen Seidenfaden. Reg. : Zeitsch f. G, d. Ob. Rheins 22, 20 u. N. F. 1, 87. — Die Urlc.

Albrechts ist eiue Wiederholung des Rudolfinischen Privilegs v. 1275 Juni 30 (B.-Redlich n. 395). 185

— April 18. — Joliannes Lupi, Archidiakon von Guarga, au Jaynie II. v. Aragonien: Hat den Brief des Konigs am

5. April empfangen, da jedocli des Konigs Monch (monachus vester) nnd Johaun von Konstanz, die Boten (cursores) des

rOmischen Kiinigs, an diosom Tage nicht eingetroffen sind, um der Uberreichung der Briefe an die Kardinale beiwoliuen

za konnen, hat er diese auf den uiichstenTag verschoben, an dem er sie jedem derKardinale inGegenwart dor Boten vibergab.

Alle ver.spracheu die Sache seinesSohnes (Friedrichs d. Sch.) boi derKurie zu fordorn. Nach Uberreichung der Briefe

au die Kardiniilo iu Avignon hat er sich uach Valence begebeu, um dort den italionischen Kardinalen die Schreiben einzuhaudigen.

Zwei derselben, Jacob Gayetani und Wilhelm von Bergamo, erkliirten zwar Jayme von ganzem Herzen zugetan

zu sein, verweigerten aber aus bestimmten Griinden eine schriftliche Erklarung. In Valence hat er auch erfahren, daB der

Erzbischof von Mainz alleu Kardinaleu gescliriebon hat, um sie zu Gunsten Ludwigs zu beeinfiufien, wie ihm Jacob von

Coionna, der den Vorteil des Reiches im Auge hat, nutteilto. Was immer jener auch geschrieben haben niag und was auch

die Kardiniile deukeu mogen, alle sagen, dafi sie seinen Sohn unterstiitzeu wolleu und sind iiborzeugt, dafi er mit des Konigs

Hilfe ganz Italien untorwerfen wird. Vitalis, Kardinalpriester von S. Martino in Monte, der gascognischer Abstammung

nnd dem Kiinig sehr ergeben ist, hat ihm mitgeteilt, dafi unter den Kardiniilen eine Unterredung iiber die Konigswahl

stattgefunden habe und dafi die Erwiihlteu unklng gehandelt hatteu, indem sie keine Gesandtschaft behufs Auerkeunung

der Wahl uncl Eidesleistung an die Kurie gi'sandt hatten und daC der Sohu des Konigs dies tun moge. Er hat jedoch

durch Colonna erfahren, dafi Friedrich bereits entschlossen ist, eine feierliche Gesandtschaft zu sendeu. Es ware jedoch

angezeigt, wenn ihm der Konig dies bci Gelegenheit mitteilen liefie. — Konig Friedrich, des Kiinigs Schwiegersohu, hat

RcgesU Habsburga III. 4


26 1315 (11. 186—192).

mit eiiiem groOen Heere die Stadt Speier, in der seiu Gegner Ludwig sich befaud, uachdem ihm wegen der GroHe seines

Heeres die Lebeusmittel ausgegangeu wareu, augegriffen und Ludwig in die Flucht geschlagen, der sein Eindringen nicht

abwartete. So erzahlen die an der Kurie befiudlichen Deutschen, die Briefe dariiber erhalten haben. Scripta Aviuione 1 4.

kaL maii. — Or. Pap. Barcelona Kron-A. CRD 11262. Finl^e Acta Arag. 354 = Schwalm MG.Const. 5, 221 zu Apr. 19.

Reg.: Reg. d. Eb. v. Mainz 1, n. 1758. — Das Datum ist moglicherweise irrig, da im Briefe von einera Ereignis am

19. April die Kede ist. 18(>

1316 April 18. — Kg. Ludwig bekeunt, seiuem Getreuen Kourad von Wildeurod 450 Pfund Augsburger und 530 Pfmul

Munchener Pfenuige schnldig zu seiu, darunter 300 Pfund Miinchener Pfennige fur den Dienst, den er Ludwig zu Frankfurt

getan und den er noch leisten soU, solange der Krieg zwischen Ludwig und dem von Osterreich wahrt, und verpfandet

ihm dafur die Burg Wildeurode. D. g. i. ze Munchen 1315 an dem freitag vor s. Georgentach i. d. 1. j. u. reiches. — Or.

Mflnchen E. A. (K. Ludwig Selekt 39.) Mou. Boica 9, 128. 187

Wilhelm, Kardinalbiscliof von P r e n e s t e , antwortet K. J a y m c U. auf die Bitte nach Uuterstiitzung » Frederici in

regem Romauorum electi*, er sei bereit, diesem im geeigneten Zeitpunkt beizustehen und unterlasse es uur deshalb ihn

Koiiig zu nennen, weil es die Gepflogenheit der romischen Kirche sei, keinen als romischen Konig zu bezeichnen, bevor er

nicht von ihr anerkannt worden sei. Dat. Auinione die 18. mensis aprilis. — Or. Pap. Barcelona Kronarch. CRD 11213.

Finke, Acta Arag. 360 = Schwalm Mon. Germ. Const. 5, 220. -— Vgl. auch die Antworten der anderen Kardinale in

u. 186. 188

Salem. — Kg. Friedrich bestatigt dem Zisterzienserkloster Salem nach dem Vorbilde seiuer Yorganger Albrecht

und Heinrich folgende inserierte Privilegien: Friedrich U. 1233 Februar, Canossa (Bohmer-Ficker n. 2016), Philipp

1200 Marz 29 Ulm (BOhmer-Ficker n. 44), Heinrich VU. 1224 Jan. 23 Ulm, die Preiheit des Klosters vou weltlicher

Gerichtsbarkeit betrefleud, 1229 Okt. 23 Uberlingen (Bohmer-Ficker n. 4140) und Konrad IV. 1241 Okt. 6 Uberlingeu

(Bohmer-Ficker n. 4442). Zeugen: Erzbischof Heinrich von Koln, Bischof Johannes von StraCburg, die Herzoge Rudolf

vonSachsen und Heinrich von Osterreich, Eudolf von Hoheuberg, avunculus noster, die Grafen Werner vonHomberg, Hugo

und Heinrich von Werdenberg, Albert vou Hals, Eberhard vou Nellenburg, Otto von StraDberg, cuiie nostre magister, Marquard

von Schellenberg, Rudolf von Eamsberg, Eberhard von Rosna (Rosenowe) uud dessen Sohn Burchard. Signum domini

Friderici Romanorum regis iuvictissimi. Dat. iu prelibato mouasterio Salem 1 4. kal. maii iud. 1 3. a. d. 1 3 1 5, regui a.


1 .

Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. n. 185) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot-griiueu Seidenfaden. Weecli Cod. dipl. Salem,

3, 210. Reg.: Bohmer 1314—47 Fr. n. 270. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheius N. F. 1, 87. Kisky Reg. d. EB. v. Kciln 4,

n. 919. Die Urk. geht iu ihrem Formular fast ganz auf jene Albrechts L v. 1299 Jlarz 20 (Weech Cod. dipL Salem 2,

556) zuriick, die die gleicheu luserte enthalt. 18!>

Saleni. — Kg. Friedrich bestatigt nach dem Vorbild soines Vaters Albijpcht uud seiues Vorgangers Heinrich dem

Zisterzienserkloster Salem folgoude inserierte Privilegieu: Friedrich II. 1210 Jau. (Bobmer-Ficker u. 623), 1213

Mar/. 31 Konstanz (Bohmer-Picker n. 700), Heinrich (VII.), 1231 Aug. (Bohmer-Ficker n. 4215) u. 1222 Dez. 10

9

tJberlingen (Bohmer-Ficker u. 3886). Zeugen: Erzbischof Heinrich von Kolu, Bischof Johann vou StraDburg, die Hzge.

Kudolf von Sachseu, avuuculus uoster, und Heinrich von Osterreich, Kudolf von Hohenberg, avunculus noster, Graf Werner

vou Homberg, Otto vou StraDberg, curie nostre magister, die Briider Hugo uud Heinrich Grafeu vou Werdeuberg, Graf

Eberhard von Nelleuburg, Graf Albert von Hals, Marquart von Schellenberg. Signum domni Friderici Romauorum regis

invictissimi. Dat. iu prelibato mouasterio Salem 14. kal. maii, iud. 13, a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe G.

Ld. A. (K. Sel. n. 186) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot-grtineu Seidenfridcn. Reg. : Bohraer 1314—47 Add. II Fr.

n. 271. Zeitsch. f. G. d. Ob. Eheins X. F. 1, 87. Weech Cod. dipL Salem. 3. 211. Kisky Reg. d. EB. von Kolu 4,

n. 920. lyO

— April 21. — Wezel, der SchuItheiB, derRat und die Gemeinde von AViuterthur stellen dem StraDburger Biirger Heiurich

von Miilnheim, dem sie von ihrer Herren der Herzoge von Osterreich wegeu alljahrlich ara St. Martinstag (11, Nov.)

30 Mk. Silber Strafib. Gew. zu zahlou schuldig sind, fur die Einhaltung ihrer Verpflichtungen genannte Biirgen. D. w. g.

an dem nehesten mantage vor .s. Gerien tag 1315. — Or. StraBburg Stadt-A. Schulte Stralibg. UP>. 3, 244. — Vgl.

u. 173 u. 197. 15>1

— April '2'i. Biberach. — Kg. Friedrich bestatigt dem Kloster Saleni zu seiuer Vorgiiuger, seiner Muttor Eli.sabeth

und seinem eigeuen Seelenheil alle Privilegien, Eechte. Freiheiten, Schenkuugen und Gnadeu, die dem Kloster von seinen

Vorgangern, besonders von seiuem Vatcr Kg. Albrecht L, erteilt worden sind~. Dat. in Biberaco 10 kal. raaii, ind. 13, a.

d. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. n. 1S7) mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an rot-grunen Seidenfiidcu.

Reg.: Zeitsch. f. G. d. Ob. Kheius N. F. 1, 87. Weech Cod. dipl. Salem. 3, 211. 192

— Aprli 25. Ravensburg. — Kg. Friedrich verleilit dem Zisterzienserkloster Salem das bisher dem Eeich zustehende

Patronatsrecbt iiber die Kirche in Pfullingeu (PliuIIingen) in der Koustanzer Diozese zu dauorudem Eigen unter der Bedingung,

daD dieEinkunfte derselben zu eiuem besouderen Gaug (Gericht) (pictancia specialis)

in

fur die Bruder des Klosters

der Adventzeit (per adventum dominicum) und an den Jahrtagon sciner Vorgiinger der Kiinige Eudolf uud Albrecht und

seiner Mutter Eiisabetb, die fortan das Kloster alljahrlich au deu betrertendeu Tagen mit Vigilieu und Messeu zu feiern

verpflicbtet ist, vcrwendet wcrden solleu. Das Kloster verpflichtet sich iiberdies, tur Friedrich bei seineu Lebzeiteu am

Moutag vor dem ersten Adventssonntag eines jeden Jahros eine feierliche Mcsse do sancta trinitate zu begehen, nach seinom

Tode den Jahrtag in gleicher Weise wie fur seine Vorfahreu zu feiern. Dat. Ravensburg 7. kal. maii a. d. 1315. regni

a. I. — Or.Karlsruhe G.-Ld.-A. (K. Sc;l. u. 188) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot-griincu Seideiifaden. Weecli Cod. dipl.


Bohmer

:

1315 (II. 193—203). 27

Salem. 3, 212. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. II. Fr. ii. 272. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rlieins N. F. 1, 88. — Uber dic Inkorporatiou

der Pfullingcr Pfarrkirche an Salem vgl. die Urk. T. Johannes XXII. v. 1322 Juli 27 (Weech a. a. 0. 2sl)

u. Clemens VI. v. 1348 Jliira 6 (ebda. 285). 193

1315 .4.l)ril '2G. RaTensbursr. — Kg. Friedrich bestiUigt Abt und Convent des rraomonstrateuserklosters WeilUuau

^Augia miuor) uach dem Vorbild seines Ahneu Rudblf und seinos Vators Albrecht das iuserierte Privileg Friedrichs II.

V. 1218 Dez. 1 1 b. Weingarten (R.-Ficker n. 9G3). Dat. apud Ravonsburg 6. kal. uiaii ind. 13, a. d. 1315, regni a. 1.


Or. Stuttgart Staats-A. (Weissenau) mit Siegel Frs. (verniiht) au rot-gelben u. griinen Seidenfaden. Liitiig Reichsarch. 18,

752 Reg.: Brdimcr 1314—47 Fr. d. S. u. 33. Lichn.-Birk 3, 357 n. 325. Dio Urk. Rudolfs v. 1288 Mai 14 s. B.-

Redlich u. 2173. 194

— .\pril -8. KaTeilSburg. — Kg. Friedrich bestatigt uud erueuert dem Grafeu Ulrich vou Helfeusteiu und desseu

.Sohu Johann alle vou seineu Vorgilugern den ruraischen Kouigen erhaltenen Pfaudschaften. Dat. in Ravensburg a. d. 13 15

4.kal. maii. regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A. mit Siegel Prs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Buhmer-Ficker Acta 467. Reg.

BOhmer 1314—4 7 Add. III F. d. S. ii. 308. 195

Hzg. Rudolf vun Sachsen erteilt zur Vergabuug des 1'atronatsrechts der Pfullinger Kirche an Kloster Salem

(n. 193) seinen Willebrief. Dat. Raveusburg a. d. 1315 4. kal. maii. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (4/399). Reg. : Weech

Cod. dipl. Salem. 3, 213. Hier auch Reg. der aualogen Willebriefe des Pfal/.grafen Rudolf v. 1315 Okt. 13 Mengen, des

Erzbisch. Mathias von Mainz 1322 IMai 20 Durlacli u. d. Erzbisch. Ileiurich v. Kolu ohno Datum, Or. Karlsruhe G.

Ld. A. Reg. der Willebriefo Math. v. Maiuz u. Heinr. v. Kiilu bei Vogt Reg. d. EB. v. Maiuz 1, u. 2326 u. Kisky Reg. d.

Eli. V. Kolu 4, n. 921. 196

StraBburg. — Hzg. Leopold bestimmt, daLi der Betrag vou' 3() Mark Silber Strafiburger Gewichts, don die Stadt

Winterthur sich fiir Kg. Friedrich uud ihn alljiihrlich am St. Martiustag dem Strafiburger Biirger Heinrich v. MiJlh

e i m zu zahlen eidlich vcrpliichtet hat, der Stadt vou ihrer Jahressteuer iu Abzug gebracht werden soll. D. b. i. g. ze

Strasburg an dem meutag vor s. Walpurg tulti3]5. — Or. WiutertliurStadt-A. Siegel abgefallen. Esclier-Schweizer Zvirich.

UB.9. 213 n.3358. Zit. : Jahrb. f. schweiz. (J. 28, H. — Vgl. iibcr die Verpfiichtuug Wiuterthurs n. 173 u. 191. 197

— April 29. KaTensbure:. — Kg. Friedrich bestiitigt dem Grafeu Hugo von Werdenberg und dessen Briidern alle

Freiheiten, Schenkungeu, Verpfiinduugen und Gnaden, die sie

sowie ihre Vorfahren vou deu Konigen Rudolf und Albrecht

erhalten haben. Dat. iu Raveuspurg a. d. 1315 3. kal. maii, regni a. 1. — Or. Douaueschingen mit stark beschiid. Siegel

Frs. (Sava f. 9) an Pg.-Str. Extr.: Pickler Heiligenberg 132 Anm. 3. Eeg.: Bohmer 1314— 47 Add. III Fr. u. 309.

Vauotti 470 u. 20 u. Kruger Gfeu. v. Werdeubg. XVIII u. 171 (zu Mai 30). 198

— April 30. BaTensburg. — Kg. Friedrich bestatigt dem Nonuenkloster Baindt 0. C, Konstanzer Diiiz., alle Privilegien

seiuer Vorganger uud erteilt ihm dio besoudere Gnade, aus dem dem Reiche gehorigen Altdorferwald den Bedarf an

Bau- und Brennholz sowie fur die Einzaunungen seiner Hofe zu beziohen und 300 Schweine ebenda zu masten. Dat. in

Ravensburg 2 kal. maii a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A. (KI. Baiudt) mit Siegel Frs. (verniiht) an rotcr

Seidenschnur. Reg. : Biihmer 1314—47 Fr. d. S. u. 34. 199

Kg. Jayme II. v. Aragouieu tcilt dem Kg. Saucho v. Majorca mit, dafi er eineu Brief Kg. Friedrichs, seincs

Schwiegersohues, mit Nachrichten uber deu gunstigen Portgaug von dessen Angelegenheiteu erhalteu habe uud eincn fiir

ihn bestimmten Brief vermutlich gleichen Inhaltes, welchen er ilim,

Friedrichs Wunsch eutsprechend, durch desseu Kurier

sofort uberseude mit derBitte, diesenBrief giiustig aufzunehuieu uud eine freundliche Autwort uioglichst rasch durch denselben

Kurier au den Kuuig abzusenden. Dat. Modiliaui 2 kal. uuidii a. d. 1315. — Registr. Barcelona Krouarch. Register

n. 318 fol. fi^. Zeissberg SBer. d. Wr. Ak. 140, 24 = Schwalra Mou. Germ. Const. 5, 226. 200

Derselbe sclireibt seinem Bruder Kg. Friedrich v. Sicilien in gleicher Weise wie Kg. Saucho uud liberseudet

ihm einen fiir ihn bestimmteu Brief Friedrichs des Sch. Dat. in Modiliauo 2 kal madii auuo predicto. — Uberlieferg. wie

D. 200, fol. 7. Zeissberg 25 = Schwalm Mou. Germ. Const. 5, 226 f. 201

Derselbe an seiueu Rat Bertrand de Cauellis: Kg. Friedrich habe ihm iiber deu giinstigen Stand seiuer Angelegenheiten

berichtet uud eineu Brief zur Befordernng an seiueu Bruder Priedrich von Sicilieu iibersandt, welchen er zusammen

mit seiuem Mjgeuen Begleitschreiben an seiuen Bruder durch den Uberbringer dieses Schreibens an Canellis mit

dem Auftragc iiberseude, fiir tunlichst rasche Bestellung beider Schreiben an seineu Bnider Sorge zu trageu. Datum ut

supra. — liberiieferg. wie n. 200. Zeissherg S. B. d. Wr. Ak. 140, 25 = Schwalm Mou. Gmu. Const. 5, 227. Der Brief

Friedrichs bezog sich offenbar auf seiue Verhandlungen mit Priedrich vou Sizilien, vgl. u. 181. 202

— Mai 1. — Rudolf von Hewen beurkundet, daC er Kg. Friedrich und dessen Briidern gelobt hat, uiit 10 Helmeu gegeii

Lndwig vou Baieru und dessen Helfer zu dieuen, solauge derKrieg um das Reich wahrt, und ihnen alle seiuo Festeu offen

zu halten, wofur sie ihm 310 Mark Silber Konstanzer Gewichts auf ihre Maut zu Mauthausen (Muthuseu) angewieseu

habeu. Der Aussteller uud seiue Erbeu verzichteu auf alle ihre Auspriiche auf Neuheweu (»ueweu Ileun») samt Zugehur.

D. g. w. ze Lindow 1315 an uusers herren ufvert tag. — Or. Karisruhe G. Ld. A. (Abt. 9 Conv. 19) mit auhang. Siegel

des Ausstellers. Reg.: Riezler Fiirsteubg. UB. 5, 325. — "Vgl. uber die Besitzverhaltuisse der Burg Neuheweu Mitt. d.lust.

3. Ergbd. 668 Anm. 1. 203

— Mai 2. — R u d 1 f Pfalzgraf bei R h e i u quittiert Kg. Friedrich iiber die als Abschlagszahluug seiner Porderungeu au den

Ritter Heinrich geuauut Vraz iu seiuem Namen eriegteu 1000 Mark Silber StraCburger Gewichts. Dat. Monaci a. d. 1315

proxiraa sexta feria post ascensionem domini. — Or. Wien Staats-A., Siegel abgefallen. Eeg. : 1314—47 Hzge.

V. Baiern n. 132. Wittelsbach. Reg. S. 67. Lichn.-Birk 3, 357 n. 326. Koch-Wille Reg. d. Pfalzgfen. u. 1765. —


28 1315 (n. 201—209).

Ungeachtet dieser Zahlung traf Rndolf bereits am 6. Mai einAbkommeu mitLudwig iiber die bairischen Landesaugelegenheiten

nnd erkannte ihn bald darauf auch formlich als KSnig an, vgL uber diese Vorgange Kopp Reichsgesch. 4^. 111 ff.

u. Schrohe 65 ff. 204

1315 Mai 3. Lindau. — Kg. Friedrich belehnt seinen Getreuen Konrad vou Auffenstein und dessen Erben auf die Bitte

Dietmars von Greiffenfels mit der Bnrg Gnrnitz (s. 6. v. Klagenfurt) samt Zugehor, die dieser bisher zu Lehen besaC und

ihm nunmehr anfgelassen hat. Dat. in Lyndowe a. d. 131.5, 5. non. mai rogni anno 1. — Or. Wien Staats-A., stark beschadigt,

Siegel abgefallen. Melly, VaterLUrk. 6. Mitt. d. hist. Ver. Steiermk. 5, 227. Reg.: Buhmer, Reg. imp. 1314— 47

Add. 3, F. d. Sch. n. 310. Arch. f. Kiirnten 6, 135. Jahrb. d. herald. Gos. Adler 2 (1875), 50. 206

— Mai 5. Konstanz. — Kg. Friedrich verpfandet dem Linda uer Biirger Winmann und desseu Erben, der die einst

Konrad Holle versetzte Mvinze zu Lindau um 30 Mk. Silber Konstanzer Gewichts eingelost und viberdies 20 Mark in die

kdnigliche Kamraer gezahlt hat, diese Miiuze um 50 Mk. bis zur Einlosung um die volle Summe. Dat. in Constancia,

3. non. maii a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Munchen R. A. (Kais. Sel. Nachtrg. n. 183) mit beschad. Siegel Frs. (Sava f. 9)

an Perg. Streifen. Lvinig Reichsarch. 13, 1299. Hirsch Miinzarch. 1, 21. Schwalm MG. Const. 5, 228 (zu Mai 3).

Auszg.: Schrift. d. Ver. Gesch. d. Bodensees 2, Urk. Ausz. 11. Reg.: Georgisch 2, 289. Reg. Boica 5, 306. Bdhmer

1314—47 Fr. n. 35. Lichn.-Birk 3, 357 n. 327. 206

— Mai 8. — Graf Eberhard von Wiirtemberg erklart den Pfandsatz, den er um 3000 Pfund Pfennige von Kg. Albrecht

an dem Burgstall zu Spitzenberg und an der Stadt Kuchen samt Leuten und Gut und allem Zugehdr erhalten hatte, durch

seinen Herrn Kg. Friedrich und desseu Briider, die ihu der 3Q00 Pfund ganzlieh gewahrt habeu, dem Grafen Ulrich von

Helfenstein und dessen Erbeu iiberwiesen zu habeu und verpflichtet sich, diesera auch im Bedarfsfall die betreffeude Urkunde

Albrechts auszuliefem. Zeugen: B. Johann v. StraCburg, Grf. Rudolf von Werdcnberg, Heinrich v. Eberstein, Grf.

Heinrich v. Schelklingen, Mkgrf. Rudolf Hesso v. Baden, Konrad vou Klingeuberg, Dompropst zu Coustanz, Anselm

V. Jnstingen, Heinrich v. Nordholz (Norcholtz), Otto v. Suudheim, Jacob v. Schareustetten (Scharnstetten), Burkhard

V. EUerbach, Kourad und Kuno Gebruder, Truchsessen von Urach, Ulrich uud Reinhart Gebruder die Spetheu (Spetten),

Ritter Heinrich vou Hall, Ammanu von Ulm. D. g. ze Kilcheim in der statt 1315 an dem necbsten dunrstage vor den

Pfingsten. — Or. Stnttgart Staats-A. (Grfeu. v. Helfenstein.) Siegel abgefallen. Reg. : Stalin Wiirttemb. G. 3, 137 A. 4.

— Die Urk. Albr. v. 1304 Juli 25 s. Bdhmer n. 488. Aus der Urk. v. 1315 Okt. 16 geht hervor, daC damals derBetrag

von 3 000 Pfund Eberhard uoch nicht bezahlt war. Friedrich hatte die Summe von Ulrich v. Helfensteiu jedoch bereits

erhalten, wie aus n. 223 hervorgeht, uud diesem dafur Spitzenberg und Kuchen weiter verpfandet. Uber die Beziehungen

zu den Helfensteinern, vgl. n. 195. 207

— Mai 9. — Hzg. Leopold verpfiindet Hans dem Gessler fur 20 MarkSilber, dieerihm fur einRoC schnldet, 2 MarkGeld

auf dem Zehenten zu Ober-Wil (Oberu-Wile) ohne Abschlag. 6. an fritag vor Phingsten a. 1315. — Eintrag Luzern

Staats-A. Pfandreg. v. 1380 fol. 3*. Kopp Geschbl. 2, 150 Maag 2/1, 604.' Reg. : Argovia 9, 144. — Uber das argauische

Rittergeschlecht derGessIer, vgl. Rochholz Die Argauer Gessler und derselbe, Tell undGessler 313 ff. sowie Maag 2/1,

602 Anm. 8. 208

— Mai 11. Basel. — Feierlicher Hoftag zu Pfingsten uud anschlieCeud darau Doppelhochzeit Kg. Friedrichs und Hzg.

Leopolds mit Elisabeth von Aragonien und Katharina von Savoyen. Krdnung Elisabeths durch deu Erzbischof von Kdln

im Dom zu Basel. Vorzeigung der Reichskleinodien und groBe Turniere. Matthias Nuewenburgens. Bdhmer Fontes 4, 189.

Johannes Victorieus. ed. Schneider 67 u. 106 f. Buhmer 1246—1313 Add. II, 513 u. 1314—47 F. d. Sch. n. 36. —

Friedrichs Vermahlung mit Elisabeth hatte bekanntlich schon im Winter 1314 stattgefunden, vgl. 1314 Jan. 30 uud

1314 Febr. 2 der 11. Abt. Hier handelte es sich offeubar nur um eine Wiederholung der Hochzeitsfeierlichkeiten, die mit

der Krdnung verbunden wurden. Nach Friedrichs eigenem Zeugnis (vgl. seiuen Brief an Kg. Jaynie v. 23. Mai 1315)

hatte iibrigens bereits am 28. April zu Ravonsburg, woliin er Elisabeth berufeu hatte, eine Hochzeitsfeier stattgefunden.

Mdglicherweise liegt doch eiue Ungenauigkeit der Quellen vor. Vgl. auch den Brief Kg. Jaymes an Elisabeth v. 13. Mai

1315. Die Vorgange in Basel schildert anschaulich Matthias von Neuenburg, vgl. auch Kopp Reichsgesch. i^, 89. 209

— Mai 11 — 17. Basel. - -

Kg. Friedrich und Hzg. Leopold verleiheu mit Zustimmung ihrer Brtider Albrecht, Heinrich und

Otto ihrem Kaplan Albrecht, Pfarrer zu Melk, desseu Mutter Heilwig und dereu Erben, niimlich Heinrich dem Sounier

von Horau (Horowe) und dessen Sdhnen Berthold, Kuno und Heiurich und Albrucht, Hugtalheimos Sohu, das Gut zu Altenisper,

zu Weiratsberg () (Vresberg) uud Kracking (Grecking), die Zaglau (Zagelaw) und die Miihle samt allem Zugehdr,

wie es Pfarrer Albrecht von Heinrich von Streitwiesen, der es vou Friedricu zu Lehen hatte, gekauft hat, zu freiera Burgrecht

gegen jahrliche Zahlung von einem Pfuud Wiener Pfcnnige an die herzogliche Kammcr untor der Bcdingung, dali

nach Albrechts und seiner Mutter Ablebeu der Wald zu Sulzberg den Herzogeu ledig werden soll. Es steht Albrccht uud

seiner Mntter frei, das genannte Burgrecht gegen Zahlung von uicht mehr als 60 Pfennige zu Ab- und Auleit zu verkanfen

oder zu vergeben, wobei ein Vorkaufsrecht der Aussteller gewahrt wird und deren Zustimmung zura Verkauf an

ein Kloster erfordeilich ist. Die Wahl des Vogtes liber das Burgrecht wird ihnen freigestellt. D. b. i. geg. ze Basel 1315

in der Phingstwochen. — Abschrft. Wieu Staats-A. Hs. 49 S. IP' (Pfandregister d. hzgl. Kzlei). Steyeror Comm. 3.

Arch. f. dst. G. 2, 553. Reg.: Lichn.-Birk 3, 357 n. 328 = 3, 360 u. 356. Bdhmer 1314—47 F. d. S. n. 38 u. Add.

in. S. 420 (bei dcn uneinreihbaren Stucken). — Vgl. dazu die Urk. v. 1313 Milrz 12 u. Marz 21 der II. Abt. — Es

handelt sich hier um dieUmwandlung eines L^hens in ein zu Burgrecht verliehenes Gut, vgl. iiber derartige Vcriinderungen

der Eigentnmsformen Karl Schalk, Dio nddst. weltl. Stiiudo des 15. Jhts. Mitt. d. Inst. Erg.-B. 2, 451. Altenisper ist

das heutige Dorf Altonmarkt bei Isper, vgl. Winter Nddst. Wcistumer 2, 1055. Die Identilizierung des Ortsnamens Vres-


1315 (u. 210-219). 29

berg ist zwoifelhalt, vielleicht ist aii Weiratsbeig. Gem. Kapelleramt, ucirdlich von Isper zu denken. Die bei Ueil, Donaulandchen

221 augeiuhrten Ortsuamen Viesberg uud Dirling scheinen auf einon Lesefehler zuriickzugehen. 210

1315 Mai 13. Stackniatten. — Hzg. Leopold verptandet Hans dem Gesslcr fur 38 MarkSilber, dieerihm «umbrosund

umb hengst*, und fur den gleichen Betrag, den cr ilun fiir seinen Dieust schuldet, 3 Mark Gelds auf dem Hof Zug uud zu

Alikon. Dat. Stagmat a. 1315 au meutag uach dem Phiugstag. — Eintrag Luzeru Staats-A. Pfandregister v. 13sn fol. 3^.

Kopp Geschbi. 2, l.jO. Maag 2/1, 603. Kog. : Argovia 9, 159. — Der Ausstolluugsort pafit uicht ius Itinorar Leopolds,

da Stackmatten bei Hageuau liegt (vgl. n. 93), es scheint ein Fehler in der Datieruug zu steckeu. VgL n. 209. 311

— Mai 13. Basel. — Kg. Friodrich verleiht den Biirgeru vou Schaffhauseu die Freilieit, daC niemand sie vor ein

fremdes Geridit ziehou diirfe, soudern alle Klagen vor dem SchultheiCen auszutragen seien. Dat. Basileae 3. idus maii

a. d. 1315, regui a. 1. — Abschr. saec. 14. Schaffhausen Staats-A. aufPerg. mit auder. Fieiheitsbrfeu., auch Copialbch. I

u. 4. Keg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. u. 37. Urkregist. f. d. Kt. Scliaffh. n. 374. — Die Urkunde ist wcirtlich gleichlauteud

mit d. Kg. Kudolfs v. 1278 Mai 25 (B.-Redlich n. 954). 313

Kg. Jayme II. v. Aragonien an Kg. Friedrich: dankt ihm fiir seiueu jiingst enipfangeuen Brief mit den Nachrichteu

uber seiue Erfolge, uber die geplaute Krfluuug der Kouigin Elisabeth uud die Feier ihrer Hochzeit uud der seiues

Bruders Lcopold, die ihn sehr erfrent hatten. Was seineu Wuusch nach Abseuduug von Gesaudten an die Kurie betreffe,

die seiue (Friedr.) Gesaudtschaft bei den Verhaudlungeu uuterstiitzen uud sich sodanu mit dieser zur vertraulichen Berichterstattung

zu Friedricli verfiigen sollten, so werdo er demselben Polge leisteu, er habe iu Uukenntuis desseu, dafi die

Gesandtscbaft schou abgegaugen sei, bereits seiueu Sachwalter bei der romischen Kurie angewiesen, ihn von dem Zeitpunkte

der Aukuuft jener Gesandtschaft zu verstiindigen, um unverziiglich seine Boten senden zu kiJnnen. Von den Kardinaleu,

an die er sich wegen Unterstutzung seiner Sache gewendet habe, seien bereits giiustige Antwortschreiben eiugelaufen.

Dat. Barchinoue 3. id. may a. d. 1315. — Registr. Barcelona Kronarch. Reg. n. 318 foL 7. Zeissberg S. B.

Wr. Ak. 140, 26 =^ Schwalm MG. Const. 5, 238. 313

— — Derselbe teilt seiner Tochter Eiisabeth mit, dafi er jvingst durch die Nachrichten Kg. Friedrichs iiber dessen Erfolge

nnd uber die Feierlichkeiteu, welche auliiClich ihrer Krfinuug sowie ihrer Hochzeit und der Hzg. Leopolds mit der

Tochter des Grafen von Savoyen in Basel fiir das uuumehr bereits verflossene Pfingstfest (ll. Mai) geplant waren, erfrent

worden sei (vgL u. 209) und bittet sie, ihm hiiufig zu berichteu. Dat. ut supra. — Uberlieferg. wie n. 213. Zeissberg

S. B. Wr. Ak. 140, 29 =Scliwalm Mou. Germ. Coust. 5, 240. 214

Derselbe dankt Friedrich von Schilrdiug, Doctor decretorum und Procurator Kg. Friedrichs an der romischeu

Knrie, fur die ihm jiingst brieflicli mitgeteilten freudigen Nachrichten iiber die Erfolge Kg. Friedrichs und bittet ihu, er

mC.ge ihm neue diesbeziigliche Nachrichten sofort mitteilen.

=

Dat. ut supra. — Uberlieferg. wie n. 213 fol. 8. Zeissberg

S. B. Wr. Ak. 140, 28 Schwalm Mou. Germ. Coust. 5, 240. 216

Derselbe an seinen Procurator Johannes Lupi, Archidiakon von Guarga in der Diozese Jaca: Kg. Friedrich habe

ihn n. a. gebeten, einen oder mehrere seiuer Vertrauten an die Kurie abzuseuden, um dort die Friedrich abgeordnete Gesandtschaft

in ihren Angelegenheiten bei den Kardiualeu zu unterstiitzen. Da er die Absicht habe diesen Wunsch zu erfullen,

moge er ihm sofort berichten, sobald er die Ankuuft der Gesandtschaft oder den genauen Zeitpunkt ihres Eiutreffeus

in Erfahrung gebracht habe. Dat. ut supra. — Uberlieferg. wie u. 213 fol. 8. Zeissberg a. a. 0. 28 = Schwalm

a. a. 0. 240. Vgl. auch Schrader Isabella v. Arag. 48. 216

Derselbe an Erzb. Heinrich v. Koln: dankt ihra fiir den Brief vora 9. April (n. 160), in welchera er ihra iiber

Friedrichs Wahl, dessen Kvouung und Erfolge gegen Uzg. Ludwig von Baiern und die Unterwerfung der Roichstiidte, sowie

uber die anliiClich des Pfingstfestes geplante Kronung seiner Tochter der Konigin Elisabeth berichtet hat; alle

dieseNachrichten

hatteu ihn mit gniliter Frcude erfvillt und er bitte ihn, den eifrigsteu Forderer der Sache seiner Kiuder, aucli

fernerhin in seinou Bestrebungeu fortzufahren. Uat. ut supra. — Uberlieferung wie n. 213 fol. 7*'. Zeissberg a. a. 0.

27 = Schwalm a. a. 0. 239. Reg.: Kisky Reg. d. Erzbisch. v. Koln 4 n. 925. 317

— Mai li. Basel. — Kg. Friedrich verleiht der Deutschordenskorauiende Beuggen das Recht, am Rheinufer zwischen

dem Ort, den man ^der wak Hemenholtzi nennt, uud »ob dem Horne« (nach Mone der Homfelsen bei dem Grenzacher

Horn obh. Basel), gelegeu »ob der Tannen* gegeniiber Hederesbach, eineu Salmenfang anzulegen uud dauerud zu gebrauchen.

Dat. Basilee 2. id. maii a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (K. Sel. n. 189) mit Siegel Frs.

(Sava f. 9) an rot-griiuen Seidenfaden. Mone Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheins 4, 74. Extr.: Mone Anzeiger 1839, 466.

Trouillat Monnm. 5, 687. Reg.: Bcihmer 1314—47 Add. I Fr. n. 254 u. Add. III n. 311. Zeitschr. f. G. d. Ob. Rheius

NF. 1, 88. Vgl. dazu Pflugk-Harttung Der Johauu. u. Dtsche. Orden i. Kampfe Ludwigs mit d. Kurie S. 115 —

ff.

Vgl. uber den Salraeufaug in den Wiigen (wale), d. i. in den Stroraungen und Strudelu im Rhein, Mone i. Ob. Rh.

Z. 4,75. 218

— Mai 15. — Kg. J a y m e II. an Kgin. Elisabeth: der in ihien Diensteu stehende Bartholomeus de Turri, einstmals Canonicus

von Viqne, sei von einigen seiner Leute in Deutschland raeuchlings erraordet worden, einer der MOrder sei aufgegriffen

und auf seinen Befehl mit dem Tode bestraft wordeu. Bei diesem sei unter anderem auch einer ihrer silberuen Siegelstempel

gefunden wordeu, den er habe zerbrechen lassen uud ihr beiliegend zusende. Das mit dem Siegel seines Vicekanzlers

Dalmacius de Poutone verschlossene Gestiiuduis des Morders iiberseude er ihr ebenfalls, damit auf Gruud desselben

gegen die ubrigen Mcirder vorgegangeu werden konne. Dat. Barchiuone id. raadii a. d. 1315. — Registr. Barcelona

Kronarch. Register n. 318 fol. 8^ Zeissberg S. B. Wr. Ak. 140, 30. — Vgl. ebda. 15 u. S. B. Wr. Ak. 137,

204. 319


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30 1315 (n. 220—227).

ein, verpflichtet alle zur Stadt und Bura- treboriffen LelienslpntP CfPAflptPvin t^.k,.- w z'

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und .eien Leute .u. Geborsa. ,e,en :.Lnd fersS:t;^rS^^^^^

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~s U i^^!n!' .w, !^


—:

1815 (II. 228 285). 31

1315 Mai 21. — H/.g. Leopold verptandet Haus vou Gruneuborg fiir ein6.ScliuU von 30 MarkSilbers 2 Mark Geldes aiif

der Steuer zu Sur. G. au iuitwnchen nach der Phingstwucheu a. d. 1315. — Eiutrag Luzeru Staats-A. Pfaudregister vou

13S0 foL 4''. Kopp Geschbl. 2, 153. Jfaag 2/1, c, 1 0. — Ubcr Joliaiiu deu Grimmeu vou Griinenberg vgL Arch. d. hist.

Ver. d. Ktous. liern 16, 132 ff. 228

— Mai 23. Basel. — Kg. Friedrich an Kg. Jayme IL v. Aragonieu: er habo alle Stiidte uud Burgeu, deu Adel nuil

die gesamteu Eiuwohuer Schwabens uud des Elsal3, »quod partem pociorem et cor Alemanie reputamus», untorworfen und

fur seiue Sache gewonuen, seine Gattiu Elisabeth aus Osterreich zu sich borufen und zu Kavensburg in Schwaben ani

28. April in Gegeuwart vieler Fursteu feierlich Hochzeit gehalton, worauf Elisabeth auf dera nach Basel berufenen Hoftage

am 1 1 . Mai (Ptingstage) vou Erzbischof Heinrich von Kolu gekrout worden sei. Sein Bruder Herzog Leopold habe

gelegeutlich dieses Festes die Vermiihlung mit Katharina, der Tochter des Grafen Amadeus von Savoyen, gefeiert, der

versprocheu habe, ihra mit Rat uud Tat beizusteheu uud auch bei der Kurie sofort nach voUzogeuer Papstwahl fur ihu zu

wirkeu. Daukt fur seine Verwenduug bei den Kardiualeu uud bittet instaudig, sofort noch vor Wiederbesetzung des Papststuhles

die ihm guustig gesinuteu Kardinale voUeuds zu gewiuueu und ihm deren Namen bekanntzugebeu, damit er auch

seiuerseits uoch vor der Papstwahl sich an sie wenden uud so sichere Anhauger im KardiualskoUegium werbeu kouue,

uud richtet schlieBlich au Jakob die Bitte, sich womiiglich seinerzeit selbst zu dem zukunftigen Papst zu begeben, wodurch

zweifellos im Vereiue mit seiuen (Friedr.) Gesandteu biuneu kurzem die Anerkennung seiuer Wahl erzielt wiirde, so daii

er hierauf sogleich zur Wahrung der Reichsinteressen nach Italien aufbrechen konnto, da er das feste Vertrauen habe,

mittlerweile mit einem starken jetzt in Ausrustung begriffenen Heere soine Geguer in Deutschlaud niederzuwerfen. Dat.

Basilee 10. kal. iun. regni a. 1. — Or. Barcelona Kronarch. Zeissberg S. B. Wr. Ak. 140, 32 (irrig zu Mai 13) =

Schwalm Mon. Gi-rm. Const. 5, 241. Reg. : Kisky Eeg. d. Erzbisch. v. Koln 4 u. 927. — Vgl. das Antwortschreiben

Jaymes n. 291 und dazu die Bemerkungen Zeissbergs a. a. 0. 34. 229

Rainald von Burguud. Graf vou Miimpelgard, schliefit uach dem Rat seiuer Freunde mit Kg. Friedrich, deu

Hzgeu. Leopold und Heinrich uud deren Briideru in dem Streite um Besitzungeu in der Grafschaft Miimpelgard in der

Castellauei von Beliort, die diese als ehemaligeu Besitz ihres verstorbenen Vaters Kiinig Albrecht ausprachen, er aber als

Graf von MOmpelgard kraft Erbrechts zu besitzeu erkliirte,

einen Vergleich, demzufolge er die genaunten Besitzungen niit

allem Zugehor, allen Rechten uud Natzangen wahreud seiuer Lebenszeit behalten soU, wofiir er ihueu 300 Mark Silbers

bezahlt hat. Friedrich und seine Briider sind verpflichtet, ihm den Besitz und deu FruchtgenuC dieser Besitzungen und

allen Zugchiirs zu garantiereu, gegen jedermauu zu verteidigen und weder selbst etwas gegen den Vertrag zu unternehmeu.

noch dies von anderer Seite zu dulden, doch bleiben nach seinem (Reinalds) Tode ihnen uud ihren Erbeu und ebenso

Reinalds Erben die Eechte, wie sie beiAbschluB dieses Vertrages bestanden haben, vorbehalten, ohne dafi jedoch Friedrich

uud den Herzogen oder ihreu Erben ein Anspruch auf die von Reinald bereits geuossencn oder wahrend seiues Lebeus

noch zu geuieDeudeu Einkiinfte jeuer Besitzuugen zusteht. Dat. 10. kal. iun. a. d. 1315. — Or. Wien Staats-A. mitSiegel

Rainalds an Pif. Str. Lichu.-Birk 3 Beilag. S. 541 u. 7. Reg. : Biihmer 1314—47 Fr. d. Sch. n. 39. Lichu.-Birk 3, 357

u. 330. 230

Basel. — Hzg. Leopold gelobt Johann von Schophein, Kuno von Reittersdorf und Johann von Muhlhausen

(Mulenhusen), Burgeru zu Basel, die ihneu schuldigeu 100 S' Baseler Pfeuuige am 8. Sept. (Unser Frauentag

zu Herbst) zuruckzuzahlen und setzt ihnen folgende Biirgen, die sich bei Nichtzahlung in Basel »in rechter gis3lschaft«

stellen mussen: Hofmeister Ulrich von Biittikon, Marschall Hartmann von Degerfelden (Tegervelt), Schenk Ulrich vou

Scheukeu (Schenken), Kammermeister Johaun vom Tor, Ritter Peter von Regisheim (Regensheim) und Kiichenmeister

Johann deu GeDler. 6. ze Basel au dem vritag nach der Phiugestwocheu 1315. — Or. Aarau Staats-A. (Leuggern 82)

Siegel Leop. u. d. Burgen abgefallen. Urknndio 1, 182. Reg.: Rochholz Urk. d. Fam. GeBler 12, Jahrb. d. Ges. Adler

10,9. 231

— Mai 24. Basel. — Kg. Friedrich verpfandet dem edlen Manu Otto von Ochsenstein fur eine Schuld von

150 Mark Silber Konstanzer Gewichts, die er ihm fur seine Dienste zu zahlen versprocheu, das SchuItheiCenamt zu Eheuheim.

Dat. in Basilea a. d. 1315 9. kal. iunii, regni a. 1. — Or. Darmstadt Staats-A. Bohmer-Ficker Acta 468. Reg.

Bohmer 1314—47 Add. II Fr. d. Sch. n. 27 3. 232

— Mai 2(). Baden. — Hzg. Leopold schuldet dem Ritter Johaun dera TruchseD von Diessenhofen fiir desseu

Dienste 500 Mk. Silber Koustanzer Gewichts und verpfandet ihm dafiir 30 Mk. Gelds auf der Biirgersteuer za Diessenhofeu

und 10 Mk. Gelds von der Steuer zu Aach (Ahe). D. i. g. ze Baden au dem mentag ze uszgendem maygen 1315. —

Vidimus d. Stadt Diessenhofeu v. 1412 Mai 25 Wien Staats-A. Thommen Urk. 1, 132. Reg.: Lichu.-Birk 3, 357 n. 331.

B(5hmer 1246—1313 Add. U S. 513. — Vgl. auch u. 884. 233

— Mai 27. Baden. — Hzg. Leopold bestatigt, daD Eitter Ulrich von Eupperswil (Eubiswile) mit seinem Einverstandnis

alle Guter, die er zu Seon (Sowen) und Leimbach besitzt und die er von Leopold uud desseu Briidern zu Lehen

tragt, seiner Gattiu Auna vermacht hat. an dem cinstag nach s. Urbanstage 1315. — Abschr. saec. 14. Aarau Staats-A.

Kopialbch. Konigsfelden I, fol. 56^'. Reg.: Horraayrs Arch. i. G. 10, 432. Lichn.-Birk 3, 357 n. 332. Biihmer 1246

1313 Add. II, 513. W^iber Miller v. Aichholz II/B Sp. 2 73. 234

— Mai 28. Badeu. — Hzg. Leopold verpfandet Hans von Ulingeu fiir eine Schuld von 19 Mark Silber fiir seiue

Dienste 2 Mark Geldes an Korngiilte zu Wiirenlingeu (Wirnalingen). G. ze Baden an der mitwuchen nach s. Urbaustag

a. 1315. — Eintrag Luzern Staats-A. Pfandregistor v. 1380 fol. 4^ Kopp Geschbl. 2, 153. Maag 2/1, (!0S f. 235


32 1315 (11. 236-244).

1315 Mai 28. Badeil. - Hzg. Leopold verspriclit fiir sicli und seine Briider den Schiedssprucli, den der edle Manu Heiurich von

Griessenberg rait Rat Rudolfs von Halwil, Heinricbs von Riimlang (Rvmelancli) und Rndolfs des Stiilingers iiber den Streit

gefallt hat, den die Johanniter zu Hohenrein mit ihni wegen ihrer Leute zu Ruzingen (Rvssingen) und zu Biirglen

(Biirgelon) und mit den Herren von Miinster wegen der von Urswil um einen Holzhau und um »wunne und umb weid«

des Kleinwalds hatten, in allen Punliteu einzuhalten, wie es die Urkunde Heinrichs von Griessenberg besagt. D. i. g. ze

Baden an der mitwoclien nach s. Urbans tag 1315. — Or. Luzern Staats-A. (Hohenrein), Siegel abgefallen. Kopp Reichsgesch.

4'', 453. Reg.: Bohmer 1246—1313 Add. II, S. 513. Wober Miller v. Aichholz 1 Sp. 437. — Vgl. Kopp

a. a. 0. 98. 236

— Mai 29. Badeii. — Hzg. Leopold bestatigt, dafi Rudolf, Sohn weiland Johanns von Eich, mit seiner Zustimmung

seinen Schwestern Agathe, Priorin (von Neuenkirch), und Elisabeth die nachbenannten Giiter aufgegeben und zu rechtem

Leibgeding von ihnen wieder empfangen hat: eine Schupose zu Eich, die Ulrich Kosto baut, eine Schupi-se zu Lewron, die

Heinrich der Schoonno baut, eine Schupose zu Eich, die Rudolf Meister Johans baut, und ein Gut zuEich »in derGruobe«

genannt. D. i. g. ze Baden an dem dunrstag nach s. Urbanstage 1315. — Or. Luzern Staats-A. Geschichtsfrd. 5, 179.

Kopp Reichsgesch. 4»», 454. Reg. : Bohmer 1246—1313 Add. II S. 513. 237

-— Mai 30, Baden. — Johann Wolfleibsch, Biirger von Ziirich, erklart, daC ihm Hzg. Leopold von allen Schulden,

die er bei ihm hatte, es sei mit oder ohne Briefe oder Biirgen, nur mehr 102 Mark und 10 Lot Silbers auf Grund eines

Schuldbriefs uber 200 Mark schuldig sei, alle seine iibrigeu Forderungen sind befriedigt. D. b. i. geben ze Baden an

dem vritag nach s. Urbans tage 1315. — Or. Wien Staats-A. mit Siegcl d. Ausstellers. Kopp Reichsgesch. 4'', 454.

Thommen Urk. 1, 134. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 215 n. 3360. Reg.: Reg. boica 5, 300. Lichn.-Birk 3, 357

n. 335. — Vgl. dazu n. 39. 238

— — Badeii. — Hzg. Leopeld verpfandet Siegfried zum Tor, dem er fiir seine Dienste 15 Mark Silber versprochen

hat, 15 Stiick Geldes, und zwar auf dem Hof zu Reitach neun Stiick Korngelds und ein Pfund Pfennige und auf eiuer

Schuppose za Krenkiugeu »ob der gaszen» z\yei Stvick Korngelds bis zur Einlosung um 20 Mark Silber, da er den versprocheuen

Sold um 5 Mark erhiiht hat. Baden an dem fritag nach s. Urbanstag 1315. — Or. Karlsruhe G. Ld. A.

(Abt. 21 Konv. 27 9) mit beschiid. Siegel Leop. (Sava fig. 20) an Pg. St. 239

Baden. — Hzg. Leopold beurkundet, daC Eitter Konrad Briimsi von Schafihausen, Kg. Friedrichs Kiichenmeister,

die Egelolf und Fritz den Roten fiir ihre Dienste in der Lombardei um 45 Mark Silber verpfaudeten Giiter und

Einkiinfte, namlich alles an Leuten uud Gut, was der Horzog zur Zeit der Verpfaudung au die Roten »Iediges und uuversetztes*

zu Mettingen, Lohningeu und Detzeln (Tetzelnheim) inuehatte, uud sechs Viertel Korngelds zu der alten Krenkiugen,

um die geuannte Summe eingeliist hat, und schlagt ihm fiir seine Dienste 2 5 Mark Silbers auf das Pfand D. w. g.

ze Baden 1315 au dem nahsten fritag nach s. Urbanstag, — Or. Wieu Stq^^ts.-A. mit beschiidigt. Siegel Leop. (Sava

f. 20) an Pg. Str. Thommen -Urk. l, 133. Auszg. : Argovia 14, 107. Reg.: Lichn.-Birk 3, 357 n. 333. Furstenbg.

UB. 5, 326. Vgl. auch die Urk. 1310 Nov. 2 in Abt. H. 240

Baden. — Hzg. Leopold verpfandet Ritter Heinrich vou Escheuz fiir 62 Mark Silbors Baseler Gewichts, dic er

ilim fiir ein Rofi und eineu Hengst schuldet, 31 Saumladungen Weins von eiuem AVeiugarteu bei Winterthuf, die cr alljahrlich

bis zur Tilgung der volIenSumme beziehen soll; wird in einem Jahre dieso Menge nicht erreicht, soll ihm der Abgang

im nachston Jahr vergutet werden. D. i. g. ze Baden an dem fritag nach s. Urbans tag 1315. — Abschr. Wintertliur

Stadt-A. iu einem Pcrg. Libell d. Schultheifien u. Rats zu Winterthur v. 12. Okt. 1523. Reg.: Escher-Schweizer

Ziirich. UB. 9, 215 n. 3361. 241

Baden. — Hzg. Leopold verpfandet dem Grafen Otto von Strassberg Oberhofeu, Unspunnen, Untorseen uud Balm.

Reg.: Hormayrs Arch. f. Gesch. 10 (1819), 432 aus Or. i. d. Sammlung Wattenwyl in Beru. Lichn.-Birk 3, 357 n. 334.

Bijhmer 1246—1313 Add. II, 513. — Vgl. Kopp Reichsgesch. 4^, 96 Anm. 4. 242

Baden. •— Hzg. Heinrich gibt seine ausdriickiiclie Zustimmung zu der durch Urk. seines Bruders Leopold erfolgten

Verpfiindung (n. 242) der Burgen und Stiidte Unterseon (Iliuderlappeu), Unspunuen (Uspeuon), Obcrhofen und Balm an

den Grafen Otto von Strassberg. Dat. iu Baden 3. kal. iun. a. d. 1315. — Or. liern Staats-A. (Interlaken), Siegel abgefallen.

Soloth. Wochcnbl. 1826, 278. Font. rer. Bern. 4, 633. Reg. : Mohr Regg. ]/2, 59. 243

— Mai 31. Baden. — Hzg. Leopold vorpfiindet dem Schultheifien Konrad vou Baden fiir 20 Mark Silber Ziiricher

Gewichtes, die er ihm fiir einen fiir seinen Kammermeister Johaun zum Tor gekauften Heugst schuldot, aus dem niedern

Hofe zu Gebisdorf (ii. v. Brngg) 6 Mut Korii, 6 Mut Roggen, 3 Maltcr Hafer, 1 Mut Gerste, 1 Mut Erbsen, 1 Mut

Bohnen sowie aus der Meiensteuer zu Gebisdorf I ]'fund 5 Schillingc jahrlicher Giilte. ze Baden au dciii samstag nach

s. Urbanstag 1315. — Or. Aarau Staats-A. (Kfinigsfelden) m. beschiid. Siegol Leopolds (Sava fig. 2o). Reg. : Hormayrs

Arch. f. G. 10, 432. Bfihmer Rcg. imp. 1246— 13J3 Add. 11, 513. Lichn.-Birk 3, 357 n. 336. 244

— Mai — Juni. — Kg. Friedrich erklart, dafi die Rechte soinesHauses in den drei Waldstiitten wieder hergostellt sein

sollen, und widcrruft allo damit im Widerspruch stehendcn Freiheiten. — Eintrag im Verzeichnis der Briefe dor Feste

Baden Hs. 4 50 des Wieuer Staats-A. fol. V oline Datum. Kopp Reichsgesch. 5/1, 500. Eidgeu. Abschiedc l, 7. Oechsli

Anfange 203*. — Die Datierung dioser Urk., deren Or., wie schon Kopp Reichsgcsch. 4/2, 132 Auni. 1 annahm, bci der

Eroberung Badens durch die Eidgenosscn verniclitet wordon sein diirfte, ist nur aunilhernd raiiglich. Wio aus Ludwigs

Sclireiben an die Waldstiitte v. 25. Mai 1315 (Schwalm MG. Const. 5, 246) hervorgoht, waren dieselben damals bereits

wegen ihrer Gewalttat gegon Einsiedeln in

dieAcht erklart wordon, was wohl nur durch Friedrich oder seine Heauftragten

crfolgt .soin konntc, vgl. dariibcr auch Knpp a. a. 0. 1 30. Miiglicherwciso orging gleichzoitig eino Urk, Friedriclis, iiber di«


1315 (11. 215-252). 33

^Viederherstellung der Eecbto der Habsburger. Die Urk, wird so wohl iri die erste Halfte des Jahres 1315 zn setzou sein,

jodeufalls ist sie vor der Schlacht am Morgarteu (Id.Nov.) ausgestellt worden. Vgl. auch Oechsli Anfange 343. 245

1315 Juui -. Badeu. — Kg. Friodrich befreit die Burger der Stadt [Schwab.] Gmiind (Gamundia) zum Ersatz dos

iii seiuem uud im Diouste des Roichs crlittenen Scliadcns bis zum 11. November (ad festuni b. Martini) uud von da

ab auf weitere 5 Jahro von joder Steuer, liberiaBt ihuon fiir dioselbo Zeit daa Ungeld znm Nutzen ibrer Stadt sowie die

s. g. sfurzinse* und befroit die dortigeu Judeu auf dio Bitte der Biirger bis zum 1 1. Novcmber und sodann auf ein Jabr

vou jeder Stener. Dat. in Baden 4. uon. iun. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A. (Gmvind) mit beschiui.

Siegel Frs. (Sava 9) an Pg. Str. Hugo Mediatisieruug 240. Schwalm MG. Const. 5, 247. Reg.: BOhmor 1314— 47 Fr.

d. S. 11. 40. 24tt

— Juui 3. Baden. — Hzg. Leopold und Hzg. Heinricb bestiitigen ihreu »01ieimen«, den Briidern Meinhard, Otto und

Albrocht Grafon von Ortenburg den Besitz aller Pfandschaften, die sie bisher von Kg. Rudolf und Kg. Albrecht sowie

von den Bruderu der Hcrzoge, dem verstorbenen Kg. Rudolf fvon Bohmen] uud Kg. Friedrich erhalten baben. Es siegelt

Hzg. Leopold, unter desseu Siegel sich maugols eines eigenen auch Hciurieh verbindet. D. b. i. g. ze Baden an dem cinstag

uach s. Petronellen tage 1315. — Or. Wieu Staats-A. mit gebroch. Siegel Ls. (Sava f. 20) au Pg. Str. Eeg.: Arcb. f.

Gesch. u. Topogr. Karntens 9, 100. Arch. f. Ost. G. 36, 107 (ohue Tagesdatum). -- Uber die Verpfandungen laCt sich

nichts feststelleu. Von Rudolf uud Friedrich sind Pfaudurlcuuden uicht nachweisbar. 247

Baden. — Hzg. Leopold verspricht deu Biirgern der Stadt 'Winterthur, sie in Zukunft niit keiner neuen Steuer

zu belasten, so lange sie verpflichtet sind, vou der Steuer zu Wiutertliur jahrlich an Schaffhauseu 1 1 Mark, an Heinrich

von Mululieim, Biirger von StraCburg, 30 Mark und Ritter Albrecbt, Sobn des verstoibenen Albrechts von Klingenberg,

35 Mark Silbers zu bezahlen. D. i. ze Badeu an dem cinstag nach s. Nycomedes tage 1315. — Or. Winterthur Stadt-A.,

Siegel abgefallen. Escber-Schweizer Z4rich. UB. 9, 216 n. 3363. Reg.: Aich. f. Gesch. 10, 432 u. Lichn.-Birk 3, 360

n. 359 ohue Tagesdatum. — Vgl. Jahrbch. Schweiz. Gesch. 28, 9. — Vgl. ii. 197 und die dort zitierten Urkunden sowie

— — Winterthur. — Wetzel der SchultheiB, der Eat und die Gemeinde der Stadt Winterthur verpflichten sich fiir

die Urk. der Stadt AViuterthur vom 3. Juni 1315. 248

ihre Herren, die Herzoge von Osterreich, von ihrer Steuer dem Ritter Albrecht von Klingenberg vou Twiel oder seinen Erbeii

von deu nachsten Weihnachtcn angefangen alljahrlicli zu Woihnachten 35 Mark Silber Winterthurer Gewichts zu zahlen

bis zur Eiulusung der Sciiuld durch die Herzoge um 350 Mark uud setzen acht genannte Burger als Geiseln uud Biirgen,

die sich eidlich verpftichten, bei Unterbleiben der Zahlung acht Tage nach erfolgter Mahnung durch den Glaubiger zu

Winterthur in offeuen Wirtshiiusern Eiulager zu halten. D. b. i. g. zo Wintertur an dem cistag nach ingendem Brachet

1315. — Or. Winterthur Stadt-A.,Siegel abgefallen. Escher-Scliweizer Zurich. UB. 9, 217 u. 3364. — Vgl. Jalirbch.

Schweiz.Gescb. 28, 8. Vgl. die Urk. Leopolds vom gleichen Tage und n. 287. 241>

(1315) Juni 6. — Alamanda (Sapera) an einen unbekannteu Empfiinger: . . . Von allein Volke werde uur der als

wahrer KOnig augesehen, der die Reliquien des Herru, die zuni Eeiche gehiireu (Reicbskleinodien) besitze, dieser (sc. Friedrich)

habe auch grOOere Macht und habe daher den Gegner im Kampfe zuriickgediiingt und iin Judenfriedbof von Speier durch

3 Tagc und Nachte belagort, sodann habe er die Reichsstadte und Reicbsburgen im Elsall und in Schwaben untorworfen.

Zu Ravensburg habe der Konig am 28. April mit der Kfinigin, die am Pfingstsonntag zu Basol feierlich gekriint wordeu

sei, Hochzeit gehalten und beabsichtige nunmehr den Gegner zu stellen. Das ganze Gcfolge der Konigiu habe groBe Miihe

und viele Ausgaben, man boffe jedoch, daB sich dies bessern wiirde, wenn sie in die Lombardei kamoii; bittet um Entschuldignng,

daB sie nicbt einzeln schreibe, doch sei sie durch die Fuhruug der Korrespoudenz ihrer Kouigin tiberbiirdet.

Scrita iu Baden 8. idus iunii. — Or. Pap. Barcelona CRD Ap. 58. Finke Acta Arag. 361 = Schwalm MG. Const. 5,

254. — In einer Nachschrift weist die Schreiberin auf einen Brief der Konigin hin, der eiuen camerer betrifft und den

Alamanda empfiehlt. 260

— Juni 7. — Graf Johann von Habsburg beurkundet, daC er sich mit seiner Stiefmutter Maria, Tochter des Grafen

Friedricb von Ottingen, Ehefran seines verstorbenen Vaters Grafen Rudolf von Habsburg, mit Willen und Rat seines Bruders

Grafen Werners von Homberg und des Grafen Albrecht von Hals iiber samtliche gegenseitigen Anspriiche

an Heimsteuer,

Widerlage und Morgengabe und nach dem vor Kg. Friedricb ergangeuen Urteile auch iiber alle Reichslehen ausgeglichen

iiabe. Dementsprechend erklart Maria im Goricht vor Friedrich durch die Hand ihres Vogtes Albrechts von Hals, der ibr

vom Konig als Vogt gegeben wurde, anf alle ihie Forderungen an Johann zu verzichten. Dicz geschacb zu Baden vor dem

vorgenanden romischen kunge 1315 an dem sibenden tag uach ingOntem Brahot des nianodes. — Or. Wien Staats-A.

Herrgott Gen. 3, 600. Thommen Urk. ], 136. Reg.: Georgisch 2, 290. Bohuier 131 4— 47 Fr. n. 41 u. Add. II n. 475.

Mitt. d. antiqu. Ges. Ziirich 13, Regg. W. v. Homberg n. 41. Argovia 10, 175 u. 16, 95. 251

— Juni 10. — Engelbrecht der Altschliissler (Sliizzler), Amtmann dos Herzogs von Osterreich zu Klosternouburg,

beurknndet, daB die Bruder Rndolf und Heinrich, Sohne des vorstorbeneu Ulrich von K r i t z e n d o r f (Chriczendarf) dem

Propst Berthold uud dem Stift zu Klosterueuburg duich seine Hand, da er des Stiftes Bergmeister an Stelle seiner Herren

der Herzoge ist, znr Sicherstellung eines dem Stift verkaufton Ackers ihren Weingarten «Halser-^ verpfandet haben. D. p.

i. g. ze Newnburg 1315 des nachsten eritags vor Veitstag. — Abschr. Klosterneuburg Stiftsarch. Kopialb. III, fol. 4 7 u.

Kopialb. IV fol. 40'. Font. rer. Anstr. 11/10, 150. — VgL dazu auch die Urk. dor Kritzendorfer v. 29. Juni 1315 (Font.

rer. Anst. 11/ 10, 150) iiber die Durchfiihrnng des Verkaufs. 252

— Juui 11. Konstanz. — Kg. Friedrich erkliirt, daB die Stiefbriider Graf Wernor von Homborg und Graf Johann von

Ilabsburg in seiner Gegenwart nnd mit seiuer ausdrucklichen Genohiuiguiig oinen Erbvertrag, «gemaochd» genannt,

Eee,:sU Uabibureica III. 5


34 1315 (11. 253^262).

gescMossen habeu, iiidem Werner den ZoU zu Fliielen bzw. sein Recht daran dera Grafen Johann und andererseits Johann

die Grafschaft in Klettgau und dieVogtei zu Rheinau dem GrafenWerner uud beide alle

ihre sonstigen Lehen durch seine

(Friedrichs) Hand einander gegenseitig vermacht haben ; doch hat sich Werner das Recht vorbehalteu, im Falle seiner

Vermahlung seiuer Gattin die Widerlage und Morgengabe aus den Lehen anzuweisen. Friedrich erklart jeden Mangel, der

diesem Vertrag wegen Johanns Jugend anhaften kciunte, fiir behobon, da im Hofgericht entschieden worden ist, daC er

alt genug sei, um mit ihm rechtskriiftige Vertrage abschlieBen zu kiinneu. Dat. in Constancia a. d. 1315 id. iunii, regni

a. 1. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. GUifey Anecd. 293. Herrgott Gen. 3, 609. Baumanu

VoL consort. 81. Liiuig Cod. Germ. dipl. 2, 775. Ludewig Reliquiae 10, 214. Geschichtsfrd. 1, 16. Thommen Urk. 1,

139. Schwalm MG. Const. 5, 255. Reg.: Georgisch 2, 290. B6hmer 1314—47 Fr.d.S. n. 43. Lich.-Birk 3,358 n.337.

Mitt. d. antiquar. Ges. Ziirich 13, Reg. W. v. Hombg. n. 42. Argovia 10, 175 u. 16, 95. Arch. Schw. Gesch. 19, 341.

Oechsli Anfange 203". Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 219. 253

1315 Juni 13. — Dietrich von Pillichsdorf, Marschall in Osterreich, und Eberhard vonWalsee beauftragen iraAuftrage

des Herzogs Stephan von Hohenberg, die dem Kloster Lilienfeld gebiihrende Maut in Wilhelmsburg zu zahlen. ze

Wiennen am freitag vor dem Veitstag a. 1315. — Keg.: Hanthaler Recensus 2, 169 u. 323. In Lilienfeld ist ein Or.

dieser Urk. nicht vorhanden, auch in den Kopialbiichern fiudet sie sich nicht. Da die Urk. so nur bei Hanthaler erhalteu

erscbeint, istVorsicht geboten. — Uber die Maut von Wilhelmsburg vgl. n. 355. 254-

— — Konstans!. — Kg. Friedrich teilt dem Biirgermeister Gotzlin von Kagenegg uud dera Rat von Strafiburg mit, dafi

er auf ihr Ansucheu dem Markgrafen Heinrich von Hachberg befohlen habe, ihren von ihm gefangen gehaltenen Mitbiirger

Egnolf vou Landsperg in Freiheit zu setzen. Dat. in Constantia, id. iunii, regni a. 1.

—•

Or.

StraBburg Stadtarch., das

riickwarts aufgedr. Siegel abgefallen. Wencker Coll. archiv. 353. Schopflin Als. dipl. 1, 323 u. Historia Zar. 5, 137 (irrig

zu 1212). Schulte Strafib. UB. 2, 277 = Schwalm MG. Const. 5, 256. Reg.: Bohmer 1314 — 47 F. d. S. n. 44. Fester

Reg. d. Mkgrf. Baden-Hachbg. n. h 152. 255

Konstanz. — Kg. Friedrich vermehrt die Pfandsumnie, um die dem Grafen Meinhard von Ortenburg dieSchliisser

Krainburg (Crenburg) und Giirtschach (Gorschach) sowie der Zeheut inPolan verpfiindet sind, um 200 Mark SilberWiener

Gewichts unter der Bedinguug, daO Meinhard die Einlosuug der genannten Pfandschaften um die derzeitige Pfandsnmme

Kiinig Heinrich vonBohmeu oder ihm selbst in dessen Nameu iiberlafit, wofiir er ihm nach erfolgter Einlosung 100 Mark

jahrlicher Einkiinfte aus Mauten oder auderen Besitzungen anzuweisen verspricht. Dat. Constantie id. iun. a. d. 1315, regni

a. 1. — Or. Wien Staats-A. mit Siegelfragmenten (Sava fig. 9) an Pg. Str. Reg.: Jfohmer 1314— 47 Add. HI Nachtrage

S. 444. Arch. f. Gesch. u. Topogr. Karntens 9, 10 0. Arch. f. ost. G. 36, 107. — Vgl. auch n. 247. 256

— Juni 17. — Bischof Gerhard von Konstanz verleiht auf die Bitte Kg. Friedrichs und Hzg. Leopolds die Kirche zii

Stauffen (StMfen) uuter Vorbehalt aller bischiiflichen Rechte dem Kl. Kiinigsfeldcn zu ewiger Nutzniefiuug, uachdem

sich Propst, Dekan und das gauze Kapitel zu Konstanz mit der Verleihung des Patronatsrechtes durch Friedrich und

Leopold au das Kloster einverstanden erklart hatten. Dat. et act. Constantiae a. 1315 1 o. kal. jul. ind. 13. — Or. Aarau

Staats-A. (Konigsfeldeu 46). Reg. : Cartellieri-Riedor Reg. episc. Const. 2, n. 3697. — Die Zustimmungsurkuude des

Kapitels s. n. 179. [Dr. Hans Herzog.] 257

Baden. — Kgin. Elisabeth erapfiehlt ihrem Vater Kg. Jayme 11. ihre Dienerschaft, welche ihr treu gedient habe

und die von ilir keine Entlohuuug erhalteu habe, da sie dieselbe auf GeheiC ihres Gemahles Kiinig Friedrichs, »et propter

diversas occupaciones etardua uegocia* jetzt zu ihm zurticksendpn raiisse, seiuer besonderen Gnade. Dat. in Baden 15. kal.

jul. — Or. Pap. Barcelona Kronarch. CRD 11791. Finke Acta Arag. 363. 258

— Juni 19. — Weikhard von Toppel, Hofrichter in Osterreich, beurkundet, dal5 er von Dietrich von Pi Ilichsdorf,

Marschall und Hauptraann in Osterreicli, und von dem Pfarrer Heinrich dem Kaltenbecli zu Kilb (Kuliub) zum Vogt iiber

die Kirche daselbst, deren rechter Vogt der Herzog ist, erwiihlt wurde. G. ze Wieun 1.315 des phintztages vor s. Johanstag

baptist. — Or. Giittweig Stifts-A. Reg.: Fontes rer. Aust. n/51, 274. 259

— Juni 20. Baden. — Kgin. Elisabeth an Kg. Jay m e IL : Seit dor Abreise der an ihn abgesandteu Eilboten, des Miiuchs

und Johanns von Koustanz, ist

von ihrem Gemahl Kg. Friedrich der schriftliche Auftrag eingelangk, ihr katalanisches Gefolge

mit Ausnahme Blancha de Calders uud Bonanat Cardouas licimzuseuden. Sie empfindet Kummcr dariiber, daC sic

die Dienste nicht belohneu konnte und bittet deu Siihuen der Blancha zu vergelteu, was die Muttcr fiir sie tut, und falls

er cinmal keine vornehraeu Gesandton an sie oder ihren Gemahl schicken soMte, die Siihne derBlancha zu senden. Scrita a

Baden . . . lo divendres ans do sent Johan. — Or. Pap. Barcelona CRD 892, Siegel abgefallen. Finke Acta Arag. 364. 260

(1315) Juni 20. — Blancha de Calders schrcibt au denselben, daC dorKOnig uud die Kiiuigin sich wohl befiinden

uud klagt, daC sie infolge des Befehls Friedrichs nuu allein ohne Gefiihrten in Dentschland zuruckbleiben miisse; da der

Beichtvater der KOuigin ebenfalls abgereist sei, fiirchte sie fiir ihr Seplcuheil, da sie maugels der Kcnutnis der deutschen

Sprache cincm Deutschen uicht beichten konne. Divendres ans de sent Johan. — Or. Pap. Barceloua Kron-A. CRD S94.

Finke Acta Arag. 365. 261

Heiurich, Herr zuGriessenberg und Pfleger dcr Herzoge von Osterrcich im Aargau, und Rudolf der Stiilinger,

Vogt zu Badeu, beurkunden, daC sie an ihrcr Herren Statt mit Leutold von Kreukingeu Abrochnuug geptlogen

haben, derzufolgc die Herzoge Lcutold 439 Pfund Pfonnige .schuldig sind, welchc Siimme sich aus 10 Mark Silbers fiir

Leutolds Dienst und dem Gclde fiir das von ihm den Herzogen uach Sels uud Speyer gelieferte Korn zusaramensetzt. an

dem fritag vor s. Joliaus tag ze sungiht ze Baden 1315 do wart 6ch dirro brief gegeben. — Or. Innsbruck Reg. Arcli.

(Schatzarcliiv II, n. 653). Kcg.: Thommen Urk. 1, 140. — Vgl. Maag 2/1. 324 Anm. 5. 262


:

1315 (u. 203-272). 35

1315 Jlllli 'i'i. — Kg. Ludwig svlilieCt uiil seiueii Vettem, deii Her/Aigon voii Niederbaicrii, ein Uboreinkomnieii, in deiii

u. a. festgesetzt wird, daC sie ibm gegen deu von Osterreicli und jeden auderou, der ilin an der Einliebung der vereiubartcu

Steiier ira Laude Baiern hindoru will, Hilfe leisten solleu. D. i. g. ze Rogonspurcli dez suntages vor s. Jobannes tag ze

sunbeutcu l.il5. — Abschr. Muncheu E. A. (Niederaltaich Lit. n. 10 foL 132, Code.x Wornhardi). Oefele Script. 2, l.il.

Fischer Kl. Scbriften 1 , 289. Quellen u. Erorterg. z. bair. u. dt. G. (i, 240. — Zur Sache vgL Schrohe a. a. 0. 74 If. 263

— Juni 23. Badeil. — Hzg. Loopold veridaudet dem Ritter Hartmann dem Truchsossen von Habsburg fur die

1 5 Mark Silber, die er ihm fur seinen Dieiist schuldet, 1

.">

Stucke Gelds auf vcrscliiedenou Guterii in dem Eigcu zu Lupfig

(Lupfang). ze Baden au dem uesten mantag vor s, Johans tag zo sunwendon. — Or. Aarau Staats-A (KOnigsfclden 43) mit

Siegel Ls. (Sava 20). |

Dr. H. Herzog.] 204

— Juili 24. — Die Briider Erkenfried uud Hartmaun, Kitter, und Peter dio Truchsesson vou Habsburg vorkaufen

mit Genehmigung ihrerHerron, derHerzoge vou Ostcrreich, demKloster Konigsfeldeu den Liudliof samt allemZugehor

(hof zo Linde) um 70 Mark Sill)er und deu Berg und das Holz Eitenberg sowie ihrouZehent zu Schafishoim (Sclianmson)

im Kirchspiel Stautlen (Stoifen) um 4ii Mark Sill)or. D. b. w. g. iu der statt zo Brugga 1315 au s. Johaus tag dos toifers.

Or. Aarau Staats-A. Kouigsfeldcn 44 mit d. Siegelii Erkeufriods u. Hartmauus. Neugart Cod. dipl. 2. 387. 265

— Juni 27. — Johanu derTruchseli vou Diossonhofeu verzichtct auf alle Stoueru, die Abt Hoinrich vouSt. Gallou

in deni zum Keiche gehorigen Amt St. Galleu eingenommeu hat iu der Zeit, als Johauu wahreud der Erlediguug des Roichs

rtlegHr der Uei-zoge vou Osterreich zu St. Galleii war, und sagt deu Abt und seiu Gotteshaus darum iodig. D. b. w. g. zo

Dyessenhouen 1315 an dem uohstem fritage uach s. Johans tult ze sunwcuden. — Or. St. Galleu Stifts-A. Zellwegor Gesch.

Appenzell. Urk. P. 110. Wartmann UB. v. St. GaUen 3, 397. 266

— Juni 28. — Kg. Friedrich bestatigt. dafi Abt Heinrich von St GaUeu dom Laudvogt Grafen Weruer vou Hombei-g

alle seit Erledigung des Rcichs von deu Uutcrtauen dcr St. Galleuor Reichsvogtei vereiunahmteu Steuern uud Abgaben

bczalilt hat und quittiert dem Abt darubcr. Dat. iu Mengeu 4. kal. iulii a. d. 1315, regui a. 1. — Or. St. Galleu Stifts-A.

mit beschad. Siegel Fried. an Pg. Str. Kopp Reichsgosch. 4^, 455. Wartmauu UB. v. St. Gallen 3, 398. Schwalm MG.

Const. 5. 257. Reg.: Bohmer 1314--47 Add. III F. d. S. n. 315. Lichn.-Birk 3, 360 n. 360. 267

Bisthof Nikolaus von Regensburg. Bruder Heinrich, Proviuzial des Augustinerordeus iu Thiiriugen und Sachsen,

Bruder Ulrich, Proviuzial des Ordens in Bayern und Bohmen, und Bruder Gh. von Tetendorff des Augustincrkouvcnts in

Munchen eiucrseits und Friedrich von Au (Aw) uud der Rat der Stadt Regensburg anderseits trcffen eineu Ausgleich iu

Sacheu der Schuld von 1587^2 Mark Silber Wiener Gewichts (iu mille sexccntis minus XII et dimidia marcis), welche die

Augustiuerkouvente von Wieu, Baden uud Marchegg fiir Herzog Friedrich vou Osterreich zu zahlcn schuldig sind,

uud dic von ihnen bestimmten geu. Schiedsrichter setzen die Zahlungsmodalitaten fost. Act. ct dat. Ratisbone a. Christi

1315 4. kal. iul. — Or. Miiuchen R. A. (Regcusburg Augustiner F. 11.) Regcusbgor. UB. 1 (— Mon. Boica 53), 168.

Reg.:Eeg.Boica5, 312. Einler Reg.Bohem.4, 780 (beide unrichtig).— VgldazudieUrk. von 1309 Mai 31 iuAbt.IL 268

— Juni 29. Baden. — Hzg. Lcopold schuldet Heinrich vom Stcin fiir seineu Dienst 40 Mark Silber und verpfiindet ihni

dafur 2 '/, Mark Gelds auf der Maisteuer im Siggental (Siggital).

Staat3-A. Pfandrogister v. 1380 fol. 7". Kopp Geschbl. 2, 158.

Dat. ze Baden Petri et Pauli a. 1315. — Eintrag Luzcru

Maag 2/1, 626. — Vgl. uber elne weitere Verpfandung

aus der Steuer im Siggental n. 396. 269

Baden. - Hzg. Leopold verpfaudet dem Eitter Arnold vou Eheiusfcldou fur 10 Mark Silber, die er ihm fiir

seine Dienste schuldet, uiid fur 4 Mark Silber fur eiu von ihm fur den herzoglicheu Dieuer Metler erkauftes Pferd 1 4 Stucke

Geldes auf der mittlercn Miihle zu Baden. D. i. g. ze Baden au dcr zwelfboteu tag Petri et Pauli 1315. — Or. Pap. Wien

Staats-A., das aufgcJruckte grune Wachssiegel abgefallen. Anzeig. f. Schwz.G. 1, 13. Thommen Urk. z. Schwz. G. 1, 140.

Eeg.: Arcb. f. G. 10, 432. Bohmcr 1246—1313 Add. II, 513. Lichu.-Birk 3, 358 n. 340. Arch. f. schweiz. G. 2, 31.

Eiu zweitcs Or. belindet sich i. Stadt-A. Baden i. Aargau, daraus Dr. : Welti Urk. d. Stadt-A. zu Baden 1 , 3 u. Escher-

Schweizer Ziiricb. Uli. 9, 221, desseu Angabo iiber ein Or. im Zuricher Staatsarchiv nach giitiger Mittlg. d. Hrn. Staatsarchivars

Dr. Nabholz auf eiuom Irrtum beruht. — Vgl. auch den Eintrag i. Habsbg. Pfandregister v. ca. 1380 fol. 1»

~ — Baden. — Hzg. Leopold vorpfandet seinem Diener Heinrich dem Biisiuger, dem er fiir die auf dem Zuge nach

Frankfurt geleisteten Dieustc 1 5 Mark und fur kiinftige Dieustloistungon 5 Mark Silbers schuldet, dafiir Einkiinfte auf

Lnzern Staatsarch. bei Kopp Geschbl. 2, 146 u. Maag Habsbg. Urbar 2/1, 594. 270

der oberen Miihle zu Badeu, in dcr Stadt Baden und auf der Maisteuer zu Gebistorf. D. i. g. ze Baden an dem zwclfbotentage

Petri und Pauli 1315. — Or. Baden i. A.Stadt-A. init Siegcl Lcop. Welti Uik. d.Stadtarch. Baden 1, 4. Reg.

Arch. f. schweiz. G. 2, 31. 271

— Jnni 30. — Kg. Ludwig schlieCt mit Graf Berthold vou Henueberg einen Uienstvortrag uud gelobt u. a., ihm bei

einem allfalligen FriedeusschluR mit seiuem Obcim von Osterreich in deu Friedou eiuzubeziehen. D. i. g. zii lugolstat 1315

des uaehsten maentages nach der zwelif botcu s. Petri et Pauli tag. — Or. Meiuingeu Henneberg. A. Schultes Gesch. d.

Hauses Henneberg 2, UB. 20. Schfippach Henneb. UB. I, 60. Schwalm MG. Const. 5, 259. Reg.: Bohmor 1314—47

Ludw. n. 130. Uber die sonstigen Vertragsbestimmungeu vgl. Kopp Reichsgesch. -i^, 1 06 f. 272

Heinrich von Miilnheim, ZoUuer und Zollrichter zu Straliburg, beurkundet, dafi vor ihm im Gerichte der Strafiburger

Burgcr Ritter Burchard Pfiler mit der Forderung gegeu dio Biirger von Luzern aufgctreteu sei, daC sie pfandbar

soien fur die Heraoge voii Osterreich als dcren Eigenleute, da sie ehemals Eigenleute desAbts voiiMurbach gewesen wareii,

dessen Rechte die Herzoge durch Kauf erworben hatten, wogegen die Luzernor erklarten, dafi sie iiiemals Eigenleute gcwespu

waron, lediglich Vogtleute der Hcrzoge seieii uiid darum fiir sic uur pfandliar seieu, wenn sie sich eidlich oder nr-


36 1315 (11. 273-279).

kundlich hiezu verpfiichtet haben, demzufolge das Gericht die Forderung Ptilers abgewiesen habe. an dera ersten mentage

vor Ulriches tage 1315. — Or. Luzern Stadt-A. Kopp Reichsgesch. 4^, 455. Schulte StraBbg. UB. 2, 277. Keg. Basler

UB. 4, 26 mit folg. Bemerliung: Zufolge der Angabe Segessers, Rechtsgesch. v. Luzern 1, 184 Anm. 1, lag bei dieser

Urk. eineNotiz, wonach auch in das Stadtbuch zuBasel eingeschrieben wordeu ist,

»Biirgermeister, Rat u. Zunftmeister der

Stadt Basel habeu, wonde wir solich gut kuntschaft geseiien haben von der stat von Lutzern, daz si niit phant sint noch

suUent sin fiir die hertzogen von Osterrich, einhellig erkannt, daz enheiner unser burger die selben burger von Lutzern

nut sol angriffen nochphenden von der selbenherren wegen von Osterrich». Diese Notiz ist i. Stadtarch. Luzern nichtmehr

zu finden. — Zur Sache vgl. Kopp a. a. 0. 105 u. Segesser a. a. 0. SchultheiC und Gastrichter von StraBburg stellten

unter dcm gleichen Datum noch eine besondere Urkunde aus, in die das vorliegende Urteil inseriert ist. 273

1316 Juli 1. Mengen. — Kg. Friedrich bestatigt derStadt Esslingen alle ihreReclite uud Freiheiteu, verleiht ihr zum

Schadenersatz 12jahrige Steuerfreiheit vom nachsten St. Jacobstag an, uberlaCt ihrUngeld und ZoU sowie 1 1 Pfund aus

dem SchultheiCeuamt fur 12 Jahre mit dem Eechte der Wahl eines ihm genehmen SchultheiBen, bestimrat, daC sie ihm

Stnttgart uud Wail)liugen mit Leuten und 6ut, die sie dem Wiirtemberger von Reichs wegen abgenomraen, einantworton

sollen, bis er die Biirger von Esslingen, Stuttgart und Waiblingen und das Land mit Graf Eberhard von Wiirtemberg um

alle Sachen verrichtet haben werde oder, falls er friiher stiirbe, sein Bruder Leopold, der dies eidlich geloben soU, dies

getan habeu werde, uud behalt sieh und dem Reiche Gruningen vor. Graf Eberhard soU vor durchgefiihrter Richtung

keine Feste neu erbauen oder wieder auf bauen, auf dem Gut zu Korsch (Kerse) soU er jedoch uie mehr eiue solche erbaueu.

Die Bundesgenossen Essliugens Konrad vou Weinsberg, Walther von Urbach, Johann von Bernhausen, Herter d. A.,

von Staufeneck, der junge Wolf vom Stain und sein Bruder, die sich mit Baieru verbunden, soUen in sein

Friedrich

Bundnis mit Esslingen

eingeschlossen sein, wenn sie still sitzen, bekriegen sie aber ihn und das Reich, so sollen deuuoch die Biirger vou

Esslingen nicht gezwuugen sein, gegen ihre Bundesgenossen auszuziehen. Der Stadt ist es erlaubt, Herzog Simon von Teck

und seine Briider, Graf Gotz von Tiibiugeu, Graf Kourad von Vaihiugen, Graf Diepold und Ulrich von Eichelberg, Kourad

von Weinsberg und andere ihrer Helfer gegen Eberhard vou Wurtemberg iu dem Handel zu unterstiitzeu, den sie mit ibm

heganuen, bevor Kaiser Heinrich »sin ungeuade an in laite». Friedrich verspricht, mit Esslingen und den anderen Stildteu

iiber die Besetzung der Landvogteieu zu berateu, den Grafen Eberliard zur Bezahluug der schuldigen Giilte zu veraulassen

und befreit die Stadt von der Pflicht zum Auszug gegen Heilbronn und Hall. D. w. g. ze Mengeu 1315 an dem nahsten

zinstag nach s. Peters un4 s. Paulstage i. d. 1. j. u. riches. — Or. Stuttgart Staats-A. (Esslingen) mit Siegel Fs. (Sava

f. 9) an Pg. Str. Sattler Grafen 2.Aufi. 1, Beil. S. 54. UB. d. St. Essliugen 1, 200. Schwalm Mon. Germ. Const. 5, 264.

Reg.: Bcihmer 1314— 47 F. d. S. n. 47. Lichn.-Birk 3, 358 n. 339. — tJber den Kampf Esslingeus u. anderer schwiib.

Reichsstadte gegen den mit der Reichsacht belegten Grfeu. Eberhard v. W. vgl. Stiilin 3, 125 ff. tjber Friedrichs Haltung

gegen Esslingen vgl. Schrohe a. a. 0. 82 ff. u. Kopp Reichsgesch. 4/2, 121 ff. ^ 274

Mengen. — Kg. Friedrich befreit die Biirgcr der Stadt Esslingen wegen ihrer Treue zum romischen Reich vom

koniglichen Hofgericht und allen ubrigen weltliclien Gerichten auCerlialb ihrer Stadt, falls den Klagern vor dem Stadtrichter

das Recht nicht verweigert wird. Dat. apud Mengen kal. jul. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A.

(Esslingen B 81) mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Knipschild Tractatus de iuribus etc. 2, 92. Liinig Eeichsarch. 13,

498. UB. d. St. Esslingen 1, 208. Schwalm MG. Const. 5, 260. Extr.: Jager Jurist. Magazin 5, 92. Reg.: Georgisch 2,

290. Hugo Mediatisierung 61. Bohmer 1313—47 Frd. d. S. n. 45. Lichn.-Birk 3, 358 n. 338. 276

Mengen. — Kg. Friedrich bestatigt den Biirgern von Esslingen alle von seinen Vorgangern erteilten Reclite,

Preiheiten und Privilegien,

erneuert die Erlaubnis zur althergebrachten Aufnahme von Biirgern und verspricht, jeden einzelnen

Burger bei dem Rechte, desseu er sich uuter seinen Vorgiingern erfreute, zu erhalten. Dat. apud Mengen kal. iulii.

a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A. (Esslingen B ll) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) au roten zusammeugedr.

Seidenfiiden. Bohmer-Ficker Acta 469. Reg.: Jager Jurist. Magazin 5, 92. UB. d. St.EssIingen 1, 208. Bohmerl314—47

Fr. d. S. n. 40. 276

— Juli 3. Raveusbnrg. — Kg. Friedrich teilt dor Stadt Konstanz mit, daO er Johann TruchseB vonWaldburg (Waltperg)

befohlen habe, fiir die Befreiung ihros in Gefangenschaftgeratenen Mitliiirgers, den er sehr bedauere, Sorge zutrageu,

und fiir den Fali, als sich jener siiumig erweisen sollte, dem Landvogt Marquard vou Schellonberg den gemessenen Auftrag

erteilt habe, auf dic Befreiung ihres Biirgers, wohin immer dieser diesseits der Douau (ex ista parte Danubii) in Gefaugenschaft

geschleppt wiirde, durch Belagerung und jedes sonstige geeignete Mittel hinzuarbeiten. Dat. apud Ravensburg 5

non. iul. regni a. 1. — Or. Karlsruhe G. Ld. A. (Kais. Sel. n. 190) mit Resten des zum VerschluB riickwarts aufgedriickt.

Siegel Frs. Schwalm MG. Const. 5, 266. Reg. : Zeitschr. f. G. d. Ob. Rheius N. F. 1, 88. 277

TOr 1315 Juli 4. — Eiuhebuug eines allgemeineu Zeheuts von den Einkiinften der Geistlichkeit sowie von deu Weingarten

der Geistlichen und Burger durch Kg. Friedrich. — Contin. Zwetlensis tertia MG. SS. IX, 666. Anualcs Mellicenses ebda.

511, beide zu 1316. — Dio Datiennig ergibt sich aus dem Rechnungsbuche des Klosters Aldersbach (Miinchen R. A.) godr.

Qu. n. ErOrtergen. z. bair. u. dtsch. Gesch. 1, 460, wo in der Abrechnung fiir die Zeit von 1314 Apr. 20. — 1315 Juli 4

als Ausgabe erscbeint : duci Austrie pro exactioue pecunie, quam de vineis et prediis nostris exegit, 40 talenta novorum

Wienensium. 278

— Juli 6 bei Ravensburg. — Kg. Friedricb erteilt seino Genohmigung zum Vorkauf des Trittelhofs, dos Solbachoshofs

und dorScbellingesmuhle in Altdorf (Altorf) durch Johann TruchseC von Waldburg (Waltpurg) an das Kloster Weingarten.

Dat. apnd Ranensburg 2. non. ialii a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Stuttgart. Staats-A. (Weiugarteu\ das angehangte

Siegel ausgerissen, auf der Rackseite Spuren eines anfgedriickten roten Wachssiegels. 279


:

1315 (11. 280-28G). 37

Weihuacliteu Sicherheit gogeu Scliadigung von Leuton uud Gut des Klosters. Diese Vereinbarung erlischt, wenn dio von

luterlaken geuOtigt wurdeu, mit iliren Leuten gegen Unterwalden zu ziehen, obenso wenn dio Gemoinde vou Unterwaldon

wegen ilirer Herrschaft und ihrer Gemeiudo (von unsor herschefte wegen und von unser gomoiude wegeu) ius Feld zieht,

doch soU sie es acht Tage vorher ausagen. D. geschah zc Stans 1315 an dera nechsten mentage uach s. Uolrichs tage. —

Landvoijt von Glarus, und dem Lande Uri. Geschichtsfrd. 9, 126. Kopp Reichsgesch. 4/2, 457. Blumcr Urk. v. Glarus

1. 134 280

bis 5 Tagen des rSmischen KOnigs [Friedrich] mit einer groBen Zalil Volks gewiirtig seiu soll. Argentiue fer. 5. post Utelrici.

— Auszug a. e. Brief d. Erzbischofs Koblenz, Stifels Inventar des Laudkrouschen Archivs v. 1600 S. 31. — Reg.

1315 Juli 7. — Die Amtleuto Heinrich vou Zubeii uud Nikolaus von Woifierlen (Wiszeilon) sowio Laudleute und Gemeindo

von Unterwalden geloben dom Kloster Interlaiien auf die Bitte Johannes vou Ringgeuberg bis zu den kommendon

Or. Beru. Staats-A. Solothuru. Wochenbl. 1820, 278. Kopp Reichsg. 4/2. 456. Geschichtsfreund 15, 110 Fontes rer.

Beru. 4, 637. Reg.: Oechsli 203*. — Uber dieseu mit dem Kampf der Habsburger gegeu die Waldstiltte zusammonhaugenden

Waffenstillstand vgl. Oechsli Anfange 34(5 uud Sidler Schlacht a. Morgarteu 149. Vgl. dazu auch deu am

gleichen Tage abgeschlosseueu uud am 25. Juli beurkuudeteu WafFenstillstand zwischen Graf Friedrich von Toggenburg,

11315] Juli 10. — Erzbischof Heinrich von K6\n schreibt seinem Schwager Gerhard von Landskron u. a., daB er in 4

Hammersteiu-Gesmold, Urk. u. Reg. z. Gesch. d. Burggrfen. u. Freih. v. Hammersteiu 120 (zu 1310). Kisky Reg. d. EB.

v. KOln 4 n. 931 zu 1315, welche Datierung mit dem Ausstelluugsort begriiudet wird. Diese Datierung scheiut mir indcssen

fraglich, da der Erzbischof selbst am 12. Juli in Urach in Wiirttemberg war (Kisky n. 932) und wir Friedrich am

6. Juli bei Ravensburg fiuden (u. 279). Es erscheint somit weuig wahrscheinlich, dafi Erzbischof Heiurich ara 10. Juli

noch in StraCburg gewesen ware. Kg. Friedrich findeu wir dann erst am 6. August wieder, und zwar vor Esslingen. Dafi

er in der Zwischenzeit Schwaben verlasseu hiitto, ist uicht bekanut, so dafi auch die Aukiiudigung Heiurichs von eiuem

Zuge Friedrichs au den Mittolrhein schlecht iu diese Zeit paDt. 381

— Juli 19 bei Esslingen. — Hzg. Leopold verpfaudet dem Ritter Ulrich von Griinenberg fiir eine Schuld vou25Mark

Silber Basler Gewichts, die or ihm furDienst schuldet, 25 Stuek Geld uach »herren gulte» auf Giitern zuGebisdorf (Gebistorf).

bi Esseliugen au dem nehsteu samestage vor s. Jacobestage 1315. — Or. Aarau Staats-A. (Kcinigsfelden 47) mit

Siegel Leop. (Sava fig. 20). Reg.: Hormayrs Arch. f. G. 10, 431. Lichu.-Birk 3, 358 n. 341. — Vgl. Arch. d. hist. Ver.

d. Ktons. Bern 16, 98. 282

— — vor Esslingen. — Hzg. Leopold bittet deu Grafen Amadeus von Savoyeu instiindig, dem tJberbringer diescs

Schreibens, Magistor Bitrolf, koniglichem Notar uud Passauer Kanonikcr, der mit oinigeu anderen als Procuratur zur Betreibnng

der Sacho seines (Leopolds) zum Bischof vou Passau postulierten Bruders Albrecht an der romischen Kurie wcilte

und sich dort bei den der Kurie folgenden Kaufieuten Donatus Jacobi und Zenobius Catalani in seinem und Albrecht.s

Namen znr Zahlung von 400 Mark Silber Wiener Gewichts gleich 1800 Goldguldeu bis zum 15.August (iu festo b. Marie

virginis assumpcionis) nnter bestimmten Strafen verpflichtete, dieseu Betrag von der Summe, die er ihra ijis zura 29. September

zu bezahlen versprochen hat, anzuweiseu, da er selbst diese Summe infolge des nahen Zahlungstermiues und seiuer

Teiluahme am Zuge Konig Friedrichs nicht mehr aufbringen kcinnte uud daraus Albrecht Schwierigkeiteu erwachsen

konnten, und verspricht dieseu Betrag in Abzug zu bringen und mit allem iibrigen seiner Gattiu Katharina zuriickzugebon.

Dat. in castris ante civitatera Ezcliugara 14. kal. aug. a. d. 1315.

—•

Or. Turiu Staats-A. (Matrimoni Mazzo 4), Siegel

abgefalleu. — Mit diesem Or. ist durch Pg. Str. verbunden ein Notariatsinstrumeut v. 9. Aug. 1315, das die Quittuug

Bitrolfs iiber die durch Auton von Clermont im Auftrag Amadeos erfolgte Zahluug von 1800 fl. euthiilt. Ebeuda auch dor

Zahlungsbefehl Aniadeos v. 8. Aug. 1315. Die Urk. ist wichtig wegeu ihrer Erwiihnung iiber die 1313 erfolgte Postulatiou

Hzg. Albrechts zum Bischof vou Passau. Sie zeigt, daC die beabsichtigte Erhobung Albrechts zura Bischof vou Passau, viber

die wir bisher hauptsiichlich durch die Schreiben Kg. Jaymes II. v. 1317 Jan. 20 uud die Urk. Papst Johanus XXII.

v. 1317 Juni 3 unterrichtet waren, auch wahrend der Erledignng des papstlichen Stuhles betriebeu wurde. — Vgl. auch

Zeissberg i. SB. d. Wr. Akad. 140, 55 f. 283

— Jnli 24 TOr Esslingen, — Hzg. Leopold verpfandet dem Ritter Werner vou Grunenborg fur 30 Mark Silbers, die

er ihm fiir seine Dienste schuldet, 30 Stuck Geldes auf Giitern zu Gebisdorf. vor Ezselingen an s. Jacob aubeut 1315. —

Or. Aarau Staats-A. (Arch. Konigsfelden 48) mit Siegel Leops. (Sava fig. 20). Reg.: Hormayrs Arch. f. Gesch. 10, 431.

Lichn.-Birk, 358 u. 342. Bohraer 1246—1313 Add.II S. 513. [Dr.Haus Herzog.J — Weitere Verpfiiudungeu zu Gebisdorf

s. n. 282. 284

— Jnli 25 vor Esslingen. - Ilzg. Leopold verpfiiudet dcra Ritter Heiurich von Biittikon (Buteukon) fur die Schuld

vou 25 Mark Silber Zurcher Gew. fiir dessen Dienst 25 Stiicke Gelds auf dem Hofe zu Oberburg. vor Ezselingen an s. Jacobstag

1315. — Or. Aarau Staats-A. (Kouigsfeld. 49) rait beschad. Siegel Leop. (Sava fig, 20) [Dr. Hans Herzog.] — Uber

die Herreu von Buttikou vgl. Maag 2/1, 279 Anm. 10. 285

Esslingen. — Hzg. Lcopokl verpfandet dera Weruer von Griiuenberg fiir die ihm ura seinen Dienst schuldigeu

00 Mark Silber vier Mark Geld auf der Steuer zu Muhen. Dat. Esslingen au s. Jacobs tag a. 1315. — Eiutrag Luzern

Staats-A. i. Pfandreg. v. 1380 fol. 7. Kopp GeschW. 2, 159. Maag Hab.sbg. Urbar II/l, 029. Reg.: Hormayrs Arch. f.

Gesch. 10, 431 ans Arch. zu Hallwyl. BChmer 1246—1313 Add. II, 513. Lichu-Birk 3, 358 n. 343. FrOhere Verpflndungeu

zu Muhen s. u. 227. 286

— Jnli 28 vor Esslingen. — Hzg. Leopold verpfiiudet dem Ritter Albrecht vou Klingeuberg, Sohu Albreclits vou

""

" j,

fiir die 350 Mark Silber Konstauzer Gewichts, die er ihra fiir seine Dienste schuldet, 35 Mark auf derSteuer


38 1315 (11. 287-291).

zu Winterthur. D. i. g. vor Ezsolingeu an dem montag nach s. Jacobstag 1:315. — Or. Winterthur Stadt-A. mit Siegel

Leop. (Sara fig. 20) au Pg. Str. Escher-Schweizer Zurich. TJB. 9, 22-3 n. 3372. lieg.: Hormayrs Arch. f. Gesch. 10, 432

u. Lichn.-Birlf 3, 360 n. 358 (ohne Tagesdatum). — Vgl. Jahrbch. f. Schweiz. Gesch. 28, 9 u. u. 249. 287

1315 Aiigust 3. — Kg. Jayme H. von Aragonien bestatigt Blanca de Calderiis den Empfaiig ihres Schreibeus mit den

guten Xachrichten iiber die glvicliliche Lage Friedrichs und Elisabeths, die ihn sehr erfreuten. Ibren EntschluC, im Dienste

der Konigin solange auszuharren. als sie ihrer bediirfe, schiitzt er sehr, er oder die Konigin werden seinerzeit ihre Miihe ihr

und den Ihrigen derart entlohnen, daC sie ihre Dienstleistung nicht zu bereuen haben wird. Dat. Barchinone 3 non. aug.

a. d. 1315. — Kegistr. Barcelona Kron-A. Begister n. 318 fol. 10. Zeifiberg i. SB. d. Wr. Akad. 14o. 35. 288

Derselbe schreibt an Kgin. Elisabeth, daC er jiingst ein Schreiben des Johannes von Verona, Arzts Kg. Friedrichs,

mit der Bitte um seine Unterstutzung und seine Empfehlung bei ihr erhalten hat und bittet sie, da cr diesen Bitten ein

geneigtes Ohr geliehen, besonders deshalb, nm ihn zum Dienste des Konigs und der Konigin anzuspornen, Johannes ihre

Hilfe angedeihen zu lassen, und wegen dessen ErhShung die notwendigen Schritte ara rechten Ort und zu rechter Zeit zu

nnteraehmeu. Er ermahnt und bittet sie, den Anordnuugen des Arztes zu folgen, da es im Interesse der Gesundheit ist, den

Katschlagen kluger Arzte Gehor zu geben. Dat. Barchinone ut supra. — Registr. Barcelona Krou-A. Kegist. u. 318

fol. 10. ZeiCberg i. SB. d. Wr. Ak. 140, 34. — Am gleicheuTage schrieb der Konig auch an Johannes von Verona

und verstandigte ihn, daC er seiner Bitte willfahrend ihn in seinen besouderen Schutz genommeu hat und einen Empfehlungsbrief

an Elisabeth gericlitet hat, den er ihm unter einem ubersendet. Uberlieferung u. Druck wie oben. — Uber

Johannes v. V. vgl. auch n. 318. 289

Derselbe an Konigin Elisabeth: ihr letzter Brief, in welchem sie ihm iiber Friedrichs Wolilergehen, seine Erfolge,

ihr Hochzeitsfest und ihre Kronung berichtete, habe ihn sehr erfreut ; er flehe zu Gott, daC er ihnen Gliick, zahlreiche

Nachkommenschaft und ein langes Leben schenlfen moge. Er und seine Sohne crfreuten sich bester Gesundhcit. Dat.

Barchinone 3. non. aug. a. d. 1315. — Uberlieferg. wie n. 289 fol. 9'. ZeiCberg SB. Wr. Ak. 140, 32 = Schwalm

Mon. Germ. Const. 5, 268. 290

Derselbe an Kg. Friedrich: die letzten Nachrichten iiber die Uuterwerfung der Stiidte uud der iibrigeu Eiuwohnerschaft

Schwabens und des ElsaC und iiber seine Hochzeit mit Elisabctli haben ihu auCerordentlich erfreut; daC er mit dera

Grafen Amadeus von Savoyen gelegentlich der Heirat seines Bruders Leopold mit dessen Tochter ein Biindnis eingegangen

sei, billige er vollauf, da ihm der Graf besonders bei der romischen Kurie niitzlich sein konne. Seiuen Wunsch, schon

jetzt vor derPapstwahl eine Anzahl von Kardiniilen fiir seine Sache zu verpflichteu und ilim dereuNamen bekanntzugeben,

halte er nicht fiir gliicklich, da er doch womoglich alle Kardiniile fur sich gewinnen sollte und durch eine engere Verbindung

mit einzelnen, besouders vor der Papstwahl, die iibrigen gegen sich verstimmen konnte und es keineswegs sicher

sei, ob bei einem neueu Papst gerade die fiirihn gewonnenenKiirdinalebesonderei^Einfluljhatten. Seiuem zweiten Wunsche,

er moge sich seinerzeit personlich zu dera kiinftigen Papst verfiigen, beabsichtige er, der Friedrichs Sache wie seine eigene

oder seines Sohnes zu fordern beraiiht sei, seine groCte Aufmerksarakeit zu schenken. Er uud seiue Sohne befanden sich

wohl. Dat. Barchiuone 3. non. aug. a. d. 1315. — Uberlieferg. wie n. 289 fol. 9. ZeiCberg SB. Wr. Ak. 140, 30 —

Mon. Gerra. Const. 5, 267. — Vgl. auch Schrader a. a. 0. 50. 291

— AugUSt 5 TOr Esslingeii. — Kg. Friedrich nimmt den Castruccio deAntelminellis von Lucca in den Kreis

seiner geheimen Eatf und .seines Gefolges (secretariorum et farailiarum nostrorum consortio) auf und setzt ihn in allen dem

Eeich gehorigen Burgen, Schlossern, Stadten und Dorfern, die er inuehat, als Eeiclisvicar ein. Dat. in castris ante Ezzelingen

nonis aug. a. d. 1315, regni a. 1. — Or. verschollen. Lami Monumenta 1, 416. Manucci Le Azioni di Castruecio

(Terza Ediz. 1843) 190 = Ficker Urk. Gesch. d. ROmerzugs 3. Scliwalm MG. Const. 5, 270. Keg.: IJuhmor 1314 — 47

Fr. d. Sch. Add. III n. 316. — Vgl. Winkler Castruccio Castracaiii 41. 292

— Augnst 6. — GrafKudolf von Hohenberg verpflichtet sich uud seineErben, die Burg Lupfeu wieder seiuem gniidigen

Herrn Hg. Leopold von Ost. und seinen Brvidern einzuantwortcn, wenn sie von ilinen, ihren Erben oder von ihren Viigten

600 Mark lotigen Silbers Konstanzer Gewiclits erhalten werden. D. g. w. an dor mittewochen vor s. Laureutius dag 1315.

- Or. Karlsruho G. L. A. (Abt. 9 Konv. 5l) mit abhang. Eeitersiegel des Ausstellers. — Vgl. n. 43 u. 89. 293

vor Esslingen. — Kg. Friedrich gibt seine Zustimmung zu der durch Graf Rudolf von Hohenberg erfolgteu Verpfaudung

der Burg Lupfen samt Zugehor an den Freien Heinrich vou L u p f e n um 420 Mark Silber und 100 Pfund Heller.

D. w. geg. vorEsselingen an der mittewochen vor s. Laurentins dag 1315 u. i, d. I. j. u. riches. — Or. Stuttgart Stats-A.

(Tuttlingen) rait Siegel Frs. (Sava 9) an. Pg. Str. Schmid Mon. Hohenberg. 2, 202. Keg.: Bcihraer 1314—47 Add. III,

319. — Vgl. n. 89. 294

Kg. Jayme IL an Kg. Friedrich: Die Nachricht von seinem mit Rat seiuer Fiirsten und Heimlichen gefaOton EntschluC,

daO Kgin. Elisabeth ihn iiberall begleiten soll und er ihr daher ein den adeligen Geschlechtern seiuos Laudes cntsprossenes

Gefolge an die Seite gegeben und ihre bisherige Begleituug mit Ausnahrae Blancas de Calderiis nachhauso

entlassen hat, liat er cmpfangcn und billigt ihn, da er dies fiir zweckmaCig erachtet und iiberzeugt ist, daC Friedrich darin

wie in allera anderen nur die Ehre und das Wohl dcr Konigiu im Auge hat. Elisaboths Kanimermeistpr Friedrich hat ihr

bisheriges Gefolge wohlboiialten hieher geleitct und durch diesen sowie aus cinera Briefe der Kcinigin liat er von der ErhOhung

ihrer Morgengabe und von dom jiingst zwocks groCeren Nutzens uud grciCerer Sicherheit fiir Elisabeth orfolgton

Tausche in deren Sicherstellung erfaliren, wofiir er Friodrich innig dankt; seineu und Elisabeths Wunsch nach Kucksondong

der in seinen Handen befindliclien Urkunden uber die frQhere Sicherstellung beantwortet cr dahin, daB er, obwohl

er die OrigiDalarkunden ohne GofUhrdung derKonigin aus vielen Griinden nicht aus derHand geben kOnnte, bevorernioht


1315 (II. 295 304). 39

ditf zweite Urkuude und die zugehiirigen notwendigen Nobeuiustrumente erlialteu liatte, docli im Vertrauen auf ihu, dem

or mit noch weit grOBerem Vertrauen seiue Tochter auvertraut hat, die Urkundeu biuuen kurzem ihm uud der Kouigin

durch einen besouderen Boten ubersenden wird, der hingegeu die ueuen Urkunden iu Empfang nehmen wird. Er empiiehlt

schlieBlich den Kammerraeister Friedrich wcgen seincr Verdieuste Friedrichs besonderer Gnade, Dat. Barchinono 8. id.

aug. a. d. 1315. — Kegistr. Barcelona Kron-A. Eegist. n. :il8 fol. lo'— 1 1. ZeiCborg i. SR. d. Wr. Akad. 140, .iC. —

Uber die Frage der Morgeugabe uud deren Sicherstelluug vgl. ZeiCberg a. a. 0. 38. 295

l:il5 Angnst G. — K. Jayme schreibt an Kgiu. Elisabeth tast mit denselbeu Worten wie in u. 295. Ihren Bitteu tiir

Bhinca de Calderiis und ilir in die lleimat zuriickgekehrtes (iefiOge wird er in freigebiger Weise Geh^r geben. Dat. Barchinone

S. id. aug. anno predicto. — Uberlieferg. wie n. 295. Zeifiberg i. SB. d. Wr. Ak. 140, 37. 2%

Derselbe an Herzog Leopold : seinen letzten Briet mit der Nachricht, daO die Augelegeuheiten seines Bruders

Kg. Friedrich durchwegs nach Wunsch verlaufen, habe er mit groOter Freude gelesen. Was seinen Wunsch anlange, auf

die Kardiniile zu Gunsten Friedrichs eiuzuwirken, so liabe er bereits sein Mdglichstes iu diesem Siune getau und werde

auch fernerhin geeiguete Schritte tun. Dat. Barchinone 8. id. aug. anuo predicto. — iiberlieferg. wie n. 295 fol. 1 I'.

Zeiliberg SB. Wr. Ak. 140, 39 Schwalm Mou. Gerni. Coust. 5, 269. — Das Schreiben Hzg. Leopolds an den Kiiuig

ist nicht erhalten. 297

TOr Esslin^eii. — Kg. Frledrich schreibt an Castruccio de Antelminellis vou Lucca, daC er ihn, da er bei

Beginn seiuer Regierung durch Laufranc de Brodariis aus Volterra wie auch durch seine Schreiben seine Uuterwiirtigkeit

kundgegeben, auf Empfehlung des Grafen Werner von Homberg in seinen geheimen Eat und sein Gefolge aufgonommen

liabe nnd ihm die von ihm eibetene Ernennung zum Reichsvikar iu dem mitfolgenden ofieneu Schreiben (litterae patentes)

[n. 292j iibersende. Dat. iu castris ante Ezzelingen 8. id. aug. regui a. 1. — Or. verschoUen. Lami Monum. 1, 41(;.

Manucci Le azioni di Castr. 191 = Ficker Urk. z. Eumerzg. 3. Schwalm UG. Const. 5, 270. Reg.: Bolinier 1314 — 47

Add. III. Fr. d. Sch. n. 317. — Vgl. Winkler Castruccio Castracaui 41. 298

vor Esslingen. — Kg. Friedrich verspricht dem Grafen Wilhelm von Montfort fiir seiue treuen Dieuste bis zum

29. Februar 131C> (dominica, qua cantabitur invocavit) 80 Mark Silber Konstanzer Gewichts auszuzahlen, widrigenfalls

dieser bereclitigt ist, den Betrag auf Friedrichs Kosteu bei Judeu zum iiblichen ZiusfuB aufzuuehmen. Dat. in castris antc

Esslingen s. id. aug, a. d. 1315 regni a. 1. — Abschr. saec. 16. Stuttgart Staats-Bibl. Hs. F. 618 foL 220. Bohmer-

Ficker Acta 469. Reg.: Vanotti 47 6 u. 24. Bohmer 1314 -47 Add. III u. 31 S. 299

— Augnst 8. — Kg. Jayme teilt Michael, Sohn des Petrus de Marziella, Archipresbyter zu Ternel (Turolium) mit, datiihm

sein Rat Goudisalons Garcie ausfiihrlich iiber eiuige seiuen (dos Kiinigs) Dieust und den der Konigin Elisabeth beriihrende

Angelegenheiten schreiben wird uud fordert ihu auf, falls er das iu dem Briefe erwiihnte Amt ubernehmen kanu, sich in

Barcelona zur Abreise nach Deutschland bereit eiuzuiinden. Dat. Barchinone (1. id. aug. anno predicto. — Eegistr. Barcelona

Kron-A. Eegist. n. 318 foL 12. Zeiiiberg i. SB. d. Wr. Akad. 140, 39. 300

— Angnst 9. — Derselbe dankt dem Grfen. Amadeus von Savoyen fiir dessen Brief, iu dcm er ihm mitteilte, daC er in

Deutschland geweseu und Konig Friedrich uud Kgin. Elisabeth, soine geliebten Kinder, gesund und wohlbehalten und in

glucklicher Lage getroffen hat, welche Nachricht ihn mit groiiter Freude erfiillt bat, bittet ihn unter Berufuug auf die in

dc«en Schreiben geiiulierte Bereitwilligkeit, sich die Forderung seiner Kiuder augelegen seiu zu lassen und gibt seiner

Frende iiber die Verehelichung der Tochter Amadeos mit Hzg. Leopold Ausdruck. Dat. Barcbinono 5. id. aug. a. d. 1315.

— Uberlieferg. wie n. 300 fol. 12. Zeifiberg i. SB. d. Wr. Akad. 140, 40. — Die hier erwahnte Zusamnienkuuft Amadeos

mit Friedrich fand wolil anliililich der Vermiihluug Leopolds rait Katharina im Mai iu Basel statt. Vgl das Schreiben

Friedrichs an Jayme v. 23. Jlai 1315. wo von dem Versprechen Amadeus' bei der Kurio zu intervenieren, gesprocheu

wird, u. Jaymes Schreiben an Friedrich v. 1315 Aug. 3. 301

(1315) Augnst 10 vor Essliugen. — Kg.Friedrich betiehlt dem Schultheifi, den Eaten undBiirgeru derStadt (Sch waliisch)-Gmiind,

das dortige Augustinerkloster, das er nach deraVorbild soines Vorgiiugers Kg. Heiurich mit allemNiitzliclieu

untersttitzen will, wie bisher ira freien Besitz seiner Hofstatt (area) zu belassen, indom sie ihm gestatten, die zwi-

«chen den beiden Mauern der Stadt liegende Hofstatt zu behalten, aufierhalb der Mauer einen Abtritt (camera privata) zu

haben und die Hofstatt innerhalb und aufierlialb der Mauern zu erweitern uud auf ihr nach Bedarf Gebiiude zu errichten.

Dat. in castris ante Esselingam 4. id. aug. regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A. (Gmiind) mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an

Pg. Str. Von spatereu Handeu wurden in Unkenntnis der Person des Ausstellers die irrigen Jahreszahlen 1194und 1211

hinzngesetzt und dementsprechend bei Fridericus Barbarossa bzw. secundus iiber der Zeile nachgetragen. Die Urk. stimmt

wortlich mit der Heinrichs VII. v. 19. Juni 1309 (Or. ebda.) iiberein. — Vgl. Klaus i. Wiirttemb. Vierteljahrsh. NP 20

11911), 63. 302

1315 August 10. — Hzg. Heinrich von Karnten verpfiindet seinem Diener Otto deni Chaerlinger den Hof Haiming

{Hainiingen) mit allen Nutzungen zu »abgelt und ze ablosung» fvir 40 Mark Berner fiir dessen Dienste auf derEeise nach

Frankfurt und fur kiinftige Diensto auf der Heerfahrt zu seinem lieben Oheim Kg. Friedricli solange, bis er durch dic

Einnahmen des vorgenannten Gutes gewiihrt ist. Kommt die Heerfahrt nicht zustande, soll die Verpfandung nngiiltig

werden. Dat. Tirol. a. d. 1315 in die b. Laurcntii. — Registr. Wien Staats-A. in Hs. n. 384 fol. 35 mit dem Vermerk

diu rayse gieng niht fiir sich. — Vgl. die aualogen Verschroibungen Heinrichs in n. 322. 303

Hzg. Heinrich von Karnten-Tirol verpfandet seinem Getreuen Eltlein von Sclieuna (Schennan) fiir 100 Mark

Berner, die er ihm fiir seinen Dienst bei der Heerfahrt zu Kg. Friedrich versprocbeu hat, genannte H6fe in der Pfarn^

Schenna (Schennan). Dat. Tyiol. a. d. 1315 in die b. Lamenrii. — Registr. Wicn St;iats-A. Hs. n. 389 fol. :','. 304


40 1315 (n. 305-313).

1316 August 11 TOr Esslingeu. — Kg. Friedrich teilt der Stadt Strafiburg mit, daBer aufdie in ihrem Schreiben vorgebrachte

Bitte, seiue Vogte und die Stadte des ElsaC zur Hilfeleistung gegen den Markgrafen Heinrich von Hachberg

behufs Befreiuug Egelolfs von Lantsperg anzuweisen, einen eutsprecheuden Befehl an Graf Ulrich von Piirt und Otto von

Ochsenstein habe ergeheu lassen. Dat. in castris auto Ezzelingeu crastino Laurencii, regni a. 1. — Or. StraCburg Stadt-A.

mit Kesten des rflckwiirts aufgedriickt. Siegels. Wencker Coll. archiv. 353 u. Schiipflin Als. dipl. 2, 323 irrig zu 1212.

Schulte Strafibg. DB. 2, 281 ^ Schwalm MG. Coust. 5, 256. Reg.: Bohmer 1314—47 Fr. d. Sch. u. 48. Fester Keg.

Mkgfeu. Baden Hachbg. n. h 154. Dieselbe Angelegenheit behaudelt bereits Friedrichs Urk. v. 1315 Juni 13. Das

Schreiben StraCburgs ist uicht mehr erhalten. 306

vor Esslingeu. — Kg. Friedrich setzt dem Ritter Kraft dem Waldener fiir eiue Schuld vou 50 Mark Silbers

Strafibnrger Gewichts, die er ihm fvir eiu RoB schuldet und in zwei Raten zu Lichtmefi und Ostern des kommenden Jahres

zahlen soll, Walter von Geroltzeck d. j., Gebhard vou Uesenberg (Vesiuberch), deu Waffler von Eckerich, Heinrich von

Fleckenstein und Dietrich von Girbaden (Girbaden) als Biirgen, die bei Nichteinhaltung der Zahlungstermine verpflichtet

sind, sich iiber Aufforderung des Glanbigers innerhalb 8 Tagen personlich in Ehenheim als Geiseln zu stijlleu oder an

ihrer Statt je einen Knecht mit einem Pferd zu senden, doch soll ihuen der Konig allen aus ihrer Bvirgschaft entspriugenden

Schaden ersetzen. D. b. i. g. ze veld vor Esselingen au dem meutag nach s. Laurencien tage 1315 i- d. 1. j. u. riches.

— Das von Schopflin beutitzte Orig. konute nicht eruiert werdeu, in Colraar befindet es sich nicht. Schcipflin AIs. dipl. 2,

115 ex autographo familiae nob. Waldner. Reg.: Hormayrs Arch. 10, 431. Bdhmer 1314— 47 F. d. S. n. 4',». Lichn.-

Birk 3, 358 n. 344. — Nach SchOpflin existierte auch eine eigene Urkunde der Bvirgen vom 27. Aug. 1315, die gleichfalls

verschollen ist. 306

Kg. Jayme H. benachrichtigt Kgin. Elisabeth ausfiihrlich iiber den Seesieg, deu die von ihm zu Barcelona und

Valencia ausgeriisteten

Galeeren im Vereiu mit der Flotte des Kfinigs von Majorca iiber die Flotte der unter der Herrschaft

des Kijnigs von Tremeceu (Trinice) stehenden Sarrazenen der jenseitigen Berberei erruugen hat. Dat. Barchinoue 3. id.

aug. a. d. 1315. — Registr. Barcelona Kron-A. Regist. u. 318 fol. 12'. ZeiCberg i. SB. d. Wr. Ak. 140, 40. — Zur Sache

vgl. ZeiCberg a. a. 0. 41. 307

— August 18. — Eberhart von Fristiugen verkauft sein gesamtes Gut zu Fristingen mitsamt dem Kirchensatz daselbst

um 60 Pfund Augsburger Pfeunige dem Hochstift Augsburg und gelobt dem Bischof Friedrich von Augsburg, ein getreuer

Leheustniger des genanuten Gutes und der Vogtei, die Lehen des Herzogs von Osterreich ist, zu sein und sie genannten

Bvirgern von Dillingen zu verleiheu, die, bis sie der Bischof ledig macht von dera von Osterreich, getreue Lehenstrager

sein sollen. Do daz geschach 1315 an dem nehstin Tag nach dem ahtundeu tag s. Laurentziu. — Or. Mvinchen

R. A. Mon. Boica 33a, 402. — Vgl. Steichele Bistum Augsburg 3, 150. 308

Kg. Johann von Bohmeu gibt seine Genehvuiguug, dafi Heinrich von Lj^a das zum kOniglichen Besitz gelvorigo

Dorf Kfechof (Ksecihor) im Koufimer Kreis au deu Abt Heydenreich vonSedletz verkauft und dieser das Dorf viber Wunsch

Agnes, Witwe des Konigs Andreas von Ungarn, auf deren Kosten dasselbe erstanden wurde, dem Prager Domkapitel zwecks

eiuer Jahrtagsstiftung ftir Agnes' verstorbenen Bruder Kiinig Rudolf von Bohmen uberwiesen hat. Dat. in Podyebrad

15. kal. sept. a. d. 1315. — Or. Prag Kapitelarch. Envler Reg. Boh. 3, 110. 309

— AugUSt 29. — Hzg. Heinrich von Karuten-Tirol verpfaudet Konrad, weil. Jacobs von Rotenburg Suhn, fflr 70 Mark

Berner fvir den Dienst, den er ihm mit Harnisch (rait harnasch) zu Kg. Friedrich demnachst leisten soll, gonannte Einkunfte

in der Grafschaft zu Konigsberg (Chvnigesporch). Dat. ut supra (= a. d. 1315 des freitages ncch s. Bartholomes

tag). — Registr. Wien Staats-A. Hs. n. 384 fol. 3fi'. — Vgl. n. 322. 310

— Augnst 31 vor Augsburg. — Die Herzoge Leopold und Heinrich verschreiben dem Grafen Rudolf von Montfort,

Dom.propst zu Chur, dessen Bruderssohneii uiid dem Grafeu Hugo IV. von Bregeiiz sowie deren Erben fur die Dienste,

die sie Kcinig Friedrieh und den Herzogun im Kampf um das Reich gegen Ludwig von Baiern leisten sollen, 700 Mark

Silber Konstanzer Gewichts und verpfanden ihnen bis zur Zahluug dieser Summe 70 Mark Silber jahrlidv aus deu Einkanften

ihrer Stadt Mengen unter dera Siegel Leopolds, unter dem sich auch Heinrich mangels eines eigeiien Siegel verbindet.

D. b. i. g. zue velde vor Augsburg 1315 an sontag zue ausgehenden Augsten. — Abschr. saec. 16 Stuttgart

Bibl. Hs. F 618 f. 220'. Reg.: Mohr Cod. dipl. Cur. 2, 230. Vanotti 476 n. 25. Cartellieri-Rieder Reg. episcop. Const. 2,

n. 3921. 311

— Septenibcr 1—4. — Hzg. Leopold, der nach Uberschreitung des Lechs bei Augsburg in Oberbaiern eingedrung-in ist,

nimmt [im Vereine mit Kg. Friedrich] die Stadt Landsberg und steckt sie in Braud. — Matthias Nuewenburgons. BShmer

Fontes 4, 189. Bcihraer 1246— 1313 Add. II, 317. — Vgl. dazu auch Schrohe 85. 312

— September 1. — Berthold Graf vou Hardegg und Burggraf von Maidburg gibt dem Nonnenkloster St. Beruhard zum

Seelenheilo seines Oheiins Graf Bertholds und seiner Muhrae Grafin Wilbirg von Hardegg aus doreu Soelgeriit erkaufte

Einkunfte von 5 Pfund und 28 Pfennigon in Strauzendorf zu rechtem Eigen, wie er es von seineiu Herrn Kg. Friedrich

empfangen hat. Zeugen : Graf Burkhard von Hardegg, Bruder Bortholds, Wernhard und Konrad vou Schaunberg, Bertholds

Oheim Ulrich vou Meissau, Marschall iii Osterreich und Stifter des Klostors St. Bernhard, die beiden Zondel, Kitter

der Orafen von Hardegg, die Burgdorfor und Herr Ernst von Schiding. d. i. gosch. u. d. brief ist geg. daz Retz in der

stiit 1315 an s. Gilgen tag. — Abschr. Klosterneubnrg Stifts-A. Stiftungsbuch d. KI. St. Bcrnhard n. 70. Font. rer.

Austr. n/6, 222. 313

— September 3. — Hzg. Heimich von Kamten-Tirol verpfindet Heinrich von Vilanders, dem er fiir seinen Dienst mit

Hiirnisch boi dcr bevorstehenden Heerfahrt zu Hg. Friedrich 130 Mark Berncr vcrsprochon, das Goricht und dieEinkvinfte


1315 (11. 311-:n8). 41

(den golt) iu dem Amt zu Eodeneck (Rodenelien) unter uiiher angegebonon liediiigungeii. Dat. a. d. 1315 die 3. sept. -

Uegistr. Wien Staats-A. Hs. n. 384 fol. 36'. — Vgl. n. 304. '

314

1315 Septeillber 3. — Kir. Jaymo IT. bostiltigt Kg. Friedrich den Empfaiig des iimi durrli den Spiehnann (vigellator)

Magister rfefer uberbracbten Schreibens uud gibt seiner Freude iiber das Friedrich uud Elisabeth zutoil gewordeue Gliiclx,

woruber er bereits, durch eiuen andereu Brief Friedrichs benachrichtigt, ilini geschriebeu hat, erneuten Ausdruck. Don goluiuuteu

Mag. Pfefer hat er gerno angehOrt und sendet ihn, da er zu Friedrich zuruckzulfehreu wiinscht, zuruck. Dat.

Harchinoue 3. uon. sept. a. d. 1315. — Kegistr. Barcelona Krou-A. Regist. n. 318 fol. 13. ZeiCberg i. SB. d. \Vr. Akad.

140,41. 316

— ISepteinber -1 vor Laiidsber^. — Kg. Friedrich befreit dio Stadt Kaufbeuern zum Ersatz fiir die im Dienste des

Reiches eilitteuen Schiiden bis zuiu 11. Xovember und vou da an auf drei Jahre von jeder Steuerleistung, bestatigt ihr

alle Privilegien, Freiheiten und Kechte und erkliirt, dafi sie nach Ablauf der drei Jahre nicht zu hoheren Leistungen fiir

das Reich als unter seiueu Vorgangein verpflichtet sein soll. Dat. iu castris ante Lautsperg 2 nou. sept. a. d. 1315, regui

a. 1. — Or. Munchen K. A. (Kaisersel. Nachtrg. u. 184) mit beschad. Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Schwalm MG.


Const. 5, 273. Keg.: Reg. boica G, 395. BOhmer 1 314— 47 Fr. d. Sch. n. .")0. 316

— September 5 16. — Nachdem Kg. Ludwig mit seinem Heere aus Aiigsburg aufgebrochen war, zieheu Kg. Friedrich

uud Leopold von Landsberg ab und beziehen zwischen Buchloe (s. von Augsburg) und Irsingou a. d. Wertach, eine durch

Grabeu und Siimpfe gesicherteStellung, die zwar jeden Angriff auf sie sehr erschwert, iu der ihre Truppeu aber infolge von

Uberschwemmungen und Regengussen schwer leiden und sie jeder Beweguugsfreiheit beraubt sind. Ludwiglafit sich jedoch

ungeachtet der schwierigen Lage des Feindes in keiueu Kampf eiu und nach cinigen Tagen ziehen lieide Teile iu entgegougesetzter

Kichtuug ab. — Monachi Fiirstenfeld. Chroiiica de gestis priuc. i. Bolimer Fontes 1, o'2. — Bohmer 1314— 47

F. d. Sch. S. 167. Vgl. zur Sache Schrohe 85 f. u. 276 f. — Die beideu Heere diirften ungefahr 10— 12 Tage einander

gegeuubergelegeu sein, da die Habsburger noch am 4. bei Landsberg standen und Friedrich am 21. iu Breitenbruuu an

der Kamlach auzutrefleu ist. Am 16. war Leopold, uud somit wohl auch Friedrich, noch iu Irsingen an der Wertach. —

— Septeniber 8 bei Mindelberg. — Kg. Friedrich tadelt das Domkapitel von Verona, das trotz zweimaliger Aufforderung

in Mifiachtung seines koniglicheu Rechts der ersten Bitte soinem und seines Bruders Leopold Leibarzt Magister

Johauues vou Veroua die Aufnahme als Canonicus und frater verweigerte, und befiehlt dem Kapitel, iudem er die ihm

Vgl. auch Schruhe a. a. 0. 86. 317

jungst dnrch deu Cauouiker Parmesauus seitens des Kapitels vorgobrachten Entschuldigungsgriinde fiir uichtig erklart,

Johannes froiwillig aufzunehmen uud mit einer Pfriiude auszustatteu, damit er nicht gezwuugen werde, ZwangsmaCregeln

anzuwendeu. Dat. in castris prope Miudelberg 6. (l) non. sept. regni a. 1. — Or. stark beschadigt Verona Kapitel-A., das

ruckwarts aufgedruckte Siegel grofitenteils abgofallen. Ughelli Ttalia sacra 5, 803. Senckenberg de jure princ. pr. 20.

Duellius Fridor. 75. Schwalm MG. Const. 5, 273 (zu Sept. 8). Reg. : Georgisch 2, 283 zu 1314. Lichn.-Birk 3, 358

u. 345 u. 524 n. Si-^^. Bohmer 1314—47 Fr. d. S. u. 51. — Die Datierung dieser Urk. ist zweifclhaft. Die Annahnio

Schwalms, dafi uon. tur idus verschrioben sei und somit die Urk. zu Sept. 8 einzureiheu sei, scheiut mir richtig, da Friedrich

am 31.Aug. vorAugsburg nud am 4.Sept. vorLandsberg stand, wahrend der Ausstellungsort Mindelberg viel weiter

westlich im Bez. Mindelheim (Gde. Egelhofen) gelegen ist, in wolchor Gogend Friedrich um den 10. Sept., an dem er zu

Trsingen an d. Wertach urkuudet, nachweisbar ist. Schrohe a. a. 0. 276 idontifiziert den in den iilteien Druiken irrtumlich

mit »ZiiigeIberg


42 1315 (n. 319-326).

Grfen. v. Werdenberg S. XVIII n. 172. Wober Miller v. Aichholz II/B, Sp. 607. Wurttemberg. Eeg. 1 n. 2100. — Vgl.

Stalin Wirtemberg. Gesch. 3, 1.39 n. Kopp Eeichsgesch. 4;2, 125, zum Ort auch Pfister Gesch. v. Schwaben 2^ 190 und

Bohmer Add. III, S. i22. 319

1315 September 16. Irsingen a. d. Wertach. — Hzg. Leopold verschreibt seinem Getrenen Heinrich von Beuren

(Bunen) fur dessen Dienste und zum Ersatz des inFrankfurt erlittenen Schadens 30 Mark Silber Konstanzer Gewichts und

verpfandet ihm bis zur Zahlung dieser Summe Jahreseinkunfte von 3 Mark Silber aus dem Vogtrecht in Tissen (Tussin).

Dat. in castris propc Vrssingen super flumine Wertach a. d. 1315 16. kal. oct. — Absch. saec. 14. e.x. Wien Staats-A.

Hs. 463 pag. 192. — Uber das Geschlecht von Benren vgl. Maag 2/1, 2,53. — Die Datierung scheint nicht richtig zu

sein, da Leopold am 16. und 17. Sept. bereits in Baden urkundet, wo er auch noch am 20. ein Urkunde ausstellt, worauf

wir ihn erst am 1. Okt. in Ulm wieder finden. Eine ahnliche Unstimmigkeit in Leopolds Itinerar ergibt sich am 20. und

21. Okt., an welch ersterem Tage er Mitaussteller und Mitsiegler einer Urk. Friedrichs in Eavensburg ist, wahrend er

am 21.0kt. bereits wieder eine Urk. in Baden ausstellt. Da mit Falschungen in diesenFallen nicht zu rechnen ist, drangt

sich die Vermutung auf, daB es sich vielleicht ahnlich den itempore marscalci» im Naraeu Friedrichs ausgestellten Urkunden

auch hier bei den von Baden datierten Stiicken um Urkunden handelt, die in Leopolds Abwesenheit ausgestellt

und nachtraglich besiegelt wurden. 320

Baden. — Hzg. Leopold schuldet dem Hans von Gricsheim (Griessheim) fur seinen Dienst 15 Mark Silber und

versetzt ihm dafur eine Mark Geld auf der Vogtei zu Eschenbach und Buggingen (Bukingen). Dat. Baden an zinstag nach

Kicomedis a. d. 1315. — Eintrag Luzern Staats-A. Pfandreg. v. ca. 1380 toL 14*'. Kopp Geschbl. 2. 174. Maag

Habsbg. Urbar II/l, 672. Eeg.: Bohmer 1246—1313 Add. II. 513. 321

Hzg. Heinrich von Karnteu-Tirol verpfandet seinem Getreuen Eberhard vou St. Peter, dem er fiir seine Dienste

bei der bevorstehenden Heerfahrt zu Kg. Friedrich 60 Mark Berner versprochen, dieZinse (»den gelt») aus drei genannten

Hofen im AmtNeuhaus (zem Nevnhaus). Datum in Griez a. d. 1315 dcs eritages nach des heiligen chruczestak. — Eegistr.

Wien Staats-A. Hs. n. 384 fol. 37'. Ahnliche Pfandbriefe aus der gleichen Veranlassung wurden, wahrscheinlich am selbeu

Tage, ausgestellt fiir: Tegen von Vilanders (ebda. fol. 37 u. 38), Eeinprecht von Seben (fol. 38), Prechtlin von Cord (Prechtleiu

von Cord) (fol. 38'), Ulrich von Matrei (fol. 3.s'), H. d. jungeu Perhtinger (fol. 38'), Gottfried von Znoim (Znoim), Eichter

zu Gufidaun (fol. 39) und Virgner den Helbling (fol. 39), die letzten sechs mit dem Vermerk »dev rayse gie niht zih. Das

ans diesem Vermerk hervorgehende Unterbleiben der Heerfahrt hing wohl mit der Annaherung Heinrichs an Ludwig zusammen,

die uns aus der Abniachung v. 31.0kt. 1315 (MG. Const. 5, 277) bekauut ist, vgl. hieriiber Davidsohn i. Mitt. d.

Inst. f. ost. G. 37, 202. Die Annahme Davidsohus, dafi Heinrich porsonlich an der Seite Friedrichs an den Kiimpfen bei

Esslingen im August 1315 teilgenommen habe, die Davidsohn aus eiuer in einer Abrechuung von 1318 enthaltenen Bemerkung

uber einen Zug des Konigs gegen Esslingen erschlieCt (a. a. 0. 201), ist^kaum zutreffend, denn abgesehen davon.

dafi die vorliegenden Urkuuden dagegen sprechen, urkundet Heinrich auch am 10. August 1315, an welchem Tage Kg.

Friedrich vor EBIingen stand, aufSchloB Tirol (vgl. n. 304), wahrscheinlicher ist, daBHeinrich im August und September

des J. 1316 an der Belagerung Esslingens teilnahm. — Vgl. auch n. 304 u. 314. 322

— (September 16—20). Mindelheim. — Hzg. Leopold verschreibt Johann von Ottikon und dessen Erben fiir seinen

Dienst 4 Mark Gelds und verpfiindet ihm dafiir 2 Gulden Gelds auf dem Hof in dem First. Dat. zeMindelheim a. d. 1315.

^ Eintrag Ziirich Staats-A. Pfandreg. v. 1380 Stadt u. Ldschft. Hs. 1869 fol. 4». Maag 2/1, 688. Escher-Schweizer

Zurich. UB. 9, 240. — Dor Ausstellungsort crmiiglicht eine nahere Datierung. Mindelheim liegt westwarts von Buchloe,

wo Friedrich und Leopold von ca. 6.— 16. September eine feste Stellung innehatten (vgl. n. 317), am 10. bzw. 16. Sept.

urkunden Friedrich uud Leopold zu Irsingen a. Wertach bei Buchloe, am 21. Sept. befand sich Friedrich bereits auf dem

Kiickmarsch zu Breitenbrunn, einige Tage vorher ist oflenbar diese Urk. ausgestellt worden. Uber die Schwierigkeiten in

Leopolds Itinerar um diese Zeit vgl. n. 320. Dafi die Urk. vor die Schlacht bei Morgarten (15. Nov.) ftiUt, dafur spricht

aach der Umstand, das unter den Gefallenen ein Johann von Ottikon genannt wird, der wohl mit dem Empfanger der

vorliegenden Urk. ideutisch ist. 323

— September 17. Baden. — Hzg. Leopold schuldet dem Heinrich von Stein um seinen Dienst 60 Mark Silber und

verpfandet ihm dafiir 6 Mark Geld auf der Steuer hinter dem Hag. Dat. Baden an mitwuchen nach Nicoderai a. d. 1315.

— Eintrag Luzern Staatsarch. Pfandregister v. ca. 1380 fol. 12''. Kopp Goschbl. 2, 169. Maag Habsb. Urbar U/1, 659.

Keg.: B6hmer 1246— 1313 Add. II, 514. — Vgl. viber andere Verpfiindungen an die von Stoin n. 269, 396 u. 482.

Ober den Hag, einen von der Schwarzach sich svidwestlich bis au die Alb und welterhin an die Werrhalde erstreckenden

Wald, vgl. Zeitsch.f. d. G. Ob. Eheins 6. 96 fl". u. 497. 324

— September 20. Baden. — Hzg. Leopold vcrpfandet dem Kittor Arnold von Eheinsfeldeu (Kiusfelt) fur 32 Mark

Silber, die er ihm fiir oin KoB schuldet, 9 U und 1 2 Schillinge Pfeunige Gelds auf Giitern zu Gebisdorf, Niederwil und

Oberwil und auf der mittelsten Miihle zu Baden. ze Baden an dem samestage vor Mauricien tage 1315. — Or. Aarau

Staats-A. (Arch. Konigsfelden 5l) mit Siegelrest. Kog.: Hormayers Arch. f. G. 10, 431. BOhmer 1246—1313 Add. II

S. 514. Lichn.-Birk 3, 359 n. 347. Escher-Schweizer Zurich. UB. 9, 230 n. 3378. [Dr. Hans HerzogJ. 325

— September 21. Breitenbrnnn. — Kg. Fricdrich weist dom Edlen Kraft von Hohenlohe fur seine treuen Diensto

200 Mark Silber Haller Gewichts auf die Munze zu Hall an. Dat. in castris prope Braiterabrunnen 1 . kal. 3 1 5,

oct. a. d. 1

regni a. 1. — Or. Ohringcn gemeinsch. Hohenloh. Haus-A. mit beschad. Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. HanBelmann

Landeshohoit 1, 433. Wollor Hohenloh. UB. 2, 77. Keg. : Bohmer 1314—47 Fr. d. S. n. 53. 326


:

1315 (u. 327-331). 43

l'.Mo September '^9.

— Hzg. Hoinrich voDKarnten-Tirol verpfandot seiuem GetreuenWilholm dem Stainpbavt, dora or

fiir soinou Dienst boi der bevorsteheudeu Heerfabrt zu Kg. Friedrich :50 Mark Berner versprochen, genannte Einkiiufte

aus den Hofen zu Nidertlicces und Bagin. Dat. a. d. i:U5 Michael. — Eegistr. Wien Staats-A. Hs. n. 384 fol. :^9'. Ungefahr

gUMcbzeitig durften wohl auch die ebenfalls iufolge der goplauten Heerfahrt notwendig gewordeneu Verpfandungen

an Thomas Taraudus do Kabhiut (ebda. Hs. ;584 fol. ;i7) uud Kourad von Scbenna (de Scbenuauo) (fol. :i7) erfolgt seiu,

die nur mit dem Monat September ohue Tagesangabe datiert sind. — Vgl. auch die von Davidsohn i. Mitt. d. I. f. yst. G.

;{7, 201 aus dom Tiroler Cod. n. 11 fol. S6 des Munchener Koichsarcb. augefuhrte Urk. Heinrichs fiir (iottfried vou

Zuoym. Kicbter zu Gufidaun, v. 25. Scpt. (nicbt Dezeiiiber) 1315, in der Gottfried 50 Mark Herner angewiesen werdon,

>ob er uns dor bervart dieut zu unserm lieben oheym chunk Fiidricli von Komo >. Uber das Unterbleiben dieser Hoerfahrt

vgl. n. 322. 327

— September 30. — Derselbe bekennt, seinem Getreuen Konrad dcm Mulser 40 Mark Bernerzuscbuldeu undfiigtfur

dessen Dienste zu seinem Oheim Kg. Friedricb woitere 40 Mark hinzu, wofiir er ihm genanute Einkiinfte verpfandet. D.

i. g. ze Stams 1315 des eritagos nacb s. Micbels tak. — Or. Wien Staats-A. mit Siegol des Ausstellers an Pg. Str.

Chmel Geschforsch. 2, 366. 328

— Oktober 1. Ulm. — Kg. Friedrich uud Hzg. Lcopold bekennen, ibrem Getreuen Olto dem Wildungsmawrer

:il Pfuud Pfennige Wioner Miinze fur einen crkauften Hengst ('maideu) schuldig zu sein und schlagen diese Summe auf

die ihm verpfaudete Weide uud das Holz [zu Stillfriod], die er und seine Erben zufolge seines Pfandbriefs (Urk. 1310

Juni 15 derAbt. II) iuncbaben und beniitzen sollen. D. i. g. ze Ulrae an mitwochen uacb s. Michels tag 1315. — Abschr.

saec. 14 Wien Staats-A. Hs. 16 fol. 134. 329

Ulm. — Hzg. Leopold verschreibt seiuem Diener Jakob vou Pfaf fenhausen und dossen Erbeu fiir dessen Dienst

1 Mark Silber uud verptTiudet ihm ein Pfund Geldes Augsburger Pfennige aus Hegls Hof zu Loiuheim (Liubain), bis er

oder seine Briider odor Erbeu das Pfuud mit 10 Mark ablOsen. D. w. geg. ze Ulme an s. Kemigien tage i:il5. — Or.

Mnnchen R. A. (Bnrgau l l) mit Siegel Ls. (Sava f. 20) au Pg. Str. Rog.: Reg. Boica 5. 318. Lichn.-Birk 3, 359

u. 348. Bc5bmer 1246— 1313 Add. II, 514. — VgL Eaisers Guntia 90. 330

Ulm. — Hzg. Leopold verpfandet dem Ritter Diem ar von Kaltenburg (Cbaltenburg) fiir eineSchuld von 20 Mark

Silber fiir geleistete Dienste zwei Pfund Augsburger Pfennige aus dom Hof zu Schremberg und oinem Gut zu Walstetten.

D. i. g. ze Ulme an s. Romigeu tag 1315. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Leop. (Sava fig. 20) au Perg. Str. Eeg.

Lichn.-Birk 3, 359 n. 349. Bobmer 1246—1313 Add. H, S. 514. — Der Name des Hofs lautete ursprunglich Scbormberg,

spater in Schremberg korrigiert mit duukler Tinte. Nach Eaiser Guntia 90 ist Schramberg eiu abgegaugener Hof

bei Reisensburg. 331

(1315) Oktober 1. — Kgiu. Elisabeth scbreibt ibrem Bruder Alfonso, Grafou von Urgel, um ilin durcli ibre gvinstigeii

Nachrichten zu erfieuon, daU ibr Gatte Konig Friedrich nacb Unterwerfung des Elsali uud Schwabeus, des Horzens des

Reichs (cor imperii), zur Niederwerfuug seines Gegners Herzog Ludwigs von Baieru, desFriedensstorers, mit einem starken

Heer in die Niihe Uluis gezogen sei, worauf Ludwig gleich einem erscbreckten Vogel vor ibm geflohon sei. Sie orfreut

sich besten Woblseins, was sie auch von ihm hofft, und bittet, ihr iifters zu schreiben. Dat. in Rauonsburg kal. oct. in die

b. Remigii. — Or. Barcelona Kron-A. CRD 12750. FinkeActa 1, 370 (zu 1320). Schwalm MG. Const. 5, 274 (zu 1315).

—- Das Schreiben gehort zweifellos in das J. 1315, mit dem Zug in dioNaheUlms diirfte der Aumarscb Friedrichs gegen

Baiern Eude August d. J. gomeiut seiu, vgL Kopp Roichsgesch, 4/2, 124. 332

1315 Oktober 2. Nenstadt a. Neckar. — Hzg. Leopold verpfandet dom Eitter Johaun dem TruchseB von Diessenhofon

tur 60 Mark Silber. die er ibm fiir eiiieu Dienst schuldet, bis zur Bezabluug derselben die Vogtei viber das Gut

des Gotteshauses zuRbeinau: u. zwar uber die Dorfer Triillikon, Oerlingen, Nieder-Martalon (Marthal), Wildisbuch (Wiglispuch)

und deu Radhof (hof ze Rode) mit Zugehor. D. i. g. ze der Niiweustat am Neckar au dem dourstag nach s. Remigien

tag 1315. — Or. Frauenfold Thurg. Caut. A. 39 mit bescbiid. Siegel Leop. (Sava fig. 20) au Perg. Str. Thommen

Urk. 1, 142 aus Abschr. i.Wien. Escher-Scbweizer Zuricb. UB. 9, 230 n. 3380. Reg.: Mohr Schweiz. Reg. 2, 19 n. 135.

Bohmer 1246— 1313 Add. II, .")14. — tjbor die Vogtrecbte der Habsburger aiii Rhoiuauer Besitz im Amte Diesseuhofen

vgi. Maag Urbar 1, 346 fi: 333

— Oktober 2. — Burkhard von Ellorbach erklart, dali seine Forderuug vou 340 Mark, uberdie er einenSchuldbrief Hzg.

Leopolds besitzt, in die Summe der mit dem Herzog am 1. Oktober (au saut Remigieu tage) zu Steiiiheim gcpflogeuen

Abrechnung einbezogen und ihm bieriiber von Leopold eine Urkunde ausgestellt wurde und verpflichtet sich daher zur

Ruckgabe des Scbuldbriefes. Dat. in Steinhain a.d. 1315 in crastiuo s.Kemigii. — Or. Wien 'Staats-A. mit abbang. Siegel

d. Ausstellers. Reg.: Lichu.-Birk 3, 359 n. 350. — Die Urk. Leopolds sind nicht erhalten. 334-

— Oktober 13. — Rudolf der Stfllinger, Vogt zu Baden, vcrpfandet auf Geheili seiner Hoiren der Herzoge von Osterreich

dem Ritter Johann von Hallwil fiir 25 Mark Silber, die ihm die Horzoge fur seine Dienste versprochen haben, dio

Abgaben folgender Leute zuReinacb: Heinrich von Ermonsee 4 Mut Korn und 6MutHafer, Gisel bi dem Wasser 6 Viertel

Korn uud ein Malter Hafer, Richenza Brenherin ein Mut Korn und ein Malter Hafer, Rudolf der Widmer vou Alliswil

(Aleswile) 7 Scbillinge, Walther dcr Meier uud Heinrich in dem Lve 7 Scbillinge, Ulrich von Kageuswile 5 Schilling von

dem Gut zu Gnndetswil (Guntzwile), Ulricb von Lupfig (Lupfang) 8 Mut Roggen uud 12 Schillinge, Heinrich Sangeli

18 Pfennige, Amold Beko 18 Pfennige, Laudolt 9 V2 Viertel Roggen und Konrad Mosheim V2 Viertel Eoggen. ze Baden

an dem naechsten meintag von s. Gallen tult 1315. — Or. Pap. Wien Staats-A. m. aufgodriickt. Siegel d. Ausstellers.

6*


44 1315 (u. 335-341).

Kopp Reichsgesch. 4/2, 458. Keg.: Thommeu Urk. 1, 143. WOber Miller v. Aichholz 1 Anmerkg. Sp. 4,37. tjber Johann

von Hallwil vgl. Argovia 6, 146 flP.

335

1315 Oktober 16. Mengeil. — Kg. Friedrich und die Hzge. Leopold undHeinrich erklaren, dem Grafen Eberhard von

Wurttemberg, ihrem lieben Oheim, 3000 Pfund Heller zu schulden, wofur er ihnen Spitzenberg undKuchen mit allem

Zugehur ledig gelassen hat, und vei-pflichten sich, ilim Burgen dafur zu stellen, daB sie die Sumrae bis zura nachsten

24. Juui bezahlen oder ihm dafiir neue Pfander setzen. Herzog Heinrich verpflichtet sich unter dem Siegel seiner Bruder.

D. b. i. g. ze Maengen an s. Gallentag 1315. — Or. Stuttgart Staats-A. (Geldanlehnungen) mit Siegel Frs. (Sava f. 9)

u. Leop. (Sava f. 2o) au Pg. Str. Kopp Geschbl 1, 247. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. IH F. d. S. n. 320. Wiirttemberg.

Reg. 1, n. 2101. VgL n. 207 u. 319. 336

— Oktober 20. Ravensburg. — Kg. Friedricli und die Hzge. Leopobl uud Heinrich verschreiben dem Grafeu Wilhelm

von Montfort fiir die von ihm geleisteten und in Zukunft zu leistenden Dienste 230 Mark Silber Konstanzer Gevfichts,

fiir die sie ihm die Grafschaft Friedberg mit allen Rechten ausgenommen das Kloster zu Siessen und die Kirchsatze und

edlen Leute, die sie in der gen. Grafschaft besitzen, verpflinden. Hzg. Heinrich verpflichtet sich wie in n. 336. Ravenspurg

an naehesten maentage nach s. Gallentag 1315. — Or. Stuttgart Staats-A. (Friedberg, Scheer) rait zerbroch. Siegeln Frs.

(Sava f. 9) u. L. (Sava f. 20) an Pg. Str. Reg.: Bohmer 1314—47 Fr. d. S. n. 54. Vanotti S. 47 6 n. 23. 337

Ravensburg. — Kg. Friedrich uud Hzg. Leopold bekonnen, dem Grafeu Eberhard von Wiirttemberg 200

Pfund fiir die an den Grafen Friedrich von Zollern in ihrem Namen zu leistendeu Zahlungen schuldig zu sein, uud versprechen,

ihm die Summe bis zum nachsten 25. Juli (in festo b. Jacobi ap.) zu zahlen. Dat. in Ravensburg 13. kaL nov.

a. d. 1315, regni a. 1. — Or. Stuttgart Staats-A. (Geldaulehnungeu) mitSiegeln Frs. (Sava f. 9) u. Leop. (Sava f. 20) an

Pg. Str. Kopp Geschbl. 1, 248. Stillfried-Maercker Mon. Zoller. 8, 28. Reg.: Stillfried Mon. ZoIIer. 1, VIL Buhmer

1314—47 Add. III n. 321. Wiivttemberg. Reg. 1 n. 2102. 338

— Oktober 21. Baden. — Hzg. Leopold verpfandet dem Ritter Konrad Brvimsi (Briimsin) fiir 30 Mark Silber, die er

ilim fiir seinen Dienst schuldet, 80 Mut Hafergelds auf der Vogtei der Leute zu St. Blasien (Blasin) vor dem Schwarzwald.

T). i. g. ze Baden an der eilftusend magde tag 1 3 1 5. — Or. Karlsruhe Geu. Ld. A. (XI Gen. 1 2) mit Siegel Leop. (Sava f. 20)

an Pg. Str. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheins 10, 354 aus Kopie v. J. 1478. — tjber den Widerspruch niit der vorhergehenden

Urkunde im Itinerar vgl. die Beraerkungen bei n. 323. Zur Sache vgl. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheins N. F. 10, 172

Anra. 1. 339

— Oktober 2-1. — Hzg. Leopold bekennt, dera RitterUlrich von Ulingen (Vlingeii) fiir seiuen Dienst 3i) Mark Silber zu

schulden, und versetzt ihm dafiir 30 Stiicke Geldes auf folgenden Giitern zu Ober Alpfeu (Alaphen): 5 Mut Hafer auf dem

Gut von Ulrich Frau (Bela), 6 Viertel Hafer auf dera Giit des Freien von Rammersweier (Rumerswile), ebensoviel auf dem

(!ut Heinrichs von Hartschwand (Hartolzwende), 1 Schetfel Roggen auf dem Gut Konrads von Lemergarten, 1 Mut Roggen

auf dem Gut der Amperzellerin, ebensoviel auf dem Gut der Staigerin zu Schiippezen, ferner zu Hierholz (Huenerlioltz)

uud zu Finsterlingen (Vinsterlo) 5 Pfund Pfennige, 8 Mut Roggen, S Mut Hafer und 8V2 Liimraer, ftir jedes Lamra ]M

Pfennig. D. i. g. dez nesten freitags nach der aindlef tausond maittag 1315. — Or. Karlsruhe Gen. Ld. A. (Abt. XI,

410) mit Siegel Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str. Auszg.: Zeitsch. f. G. d. Ob. Rbeins 6, 246. 340

— Oktober 25. Badeu. — Hzg. Leopold verpfilndet dem Ulrich von Galmet (Galmatju) und desseu Erben fiir dio ihm

wegcn seines Dienstes schuldigen 1 2 Mark Silber 1 Mark Geld auf deu Giitern zu Gebistorf. Dat. Baden au samstag nach

der einlif tusend martirer tag a. d. 1315. — Eintrag Luzern Staats-A. Pfandr. v. ca. 1380 fol. 14". Kopp Geschbl. 2, 173.

Maag Hi.bsbg. Urbar II/l, 071. Reg.: Hormayrs Arch. f. G. 10, 431. Bohmer 1246—1313 Add. II, 514. Lichn.-Birk

3, 359 n. 352, beide nach Hormayr mit abweichenden Augaben (l5 statt 12 Mark, Ulr. v. Galraaten als SchuItheiB von

Sempach bezeichnet). — Uber das Rittergeschlecht der Galmet vgl. Maag 2/1, 580 Anm. 4. 341

— Oktober 27. liaden. — Hzg. Leopold verpfandet dem Ritter Weruer von Wolen (Wolon) fiir dieSchuId von 50 Mark

Silbcr fiir ein Ro(^ und seiuen Dienst 50 Stiicke Geldes auf Giitern in dem Eigen zu Habsburg, Birrenlauf (Birelof), Scheruz,

Lnpfig (Lupfang) und von der Herbststeuer im Eigen. ze Baden an der zwelfbotten abend Symonis und Jude 1315. — Or.

Aarau Staats-A. (KOnigsfelden 52) mit Siegel Leop. (Sava fig. 20). [Dr. Hans Herzog.] 342

— Oktober 30. Sackingen. — Hzg. Leopold bestiitigt als Patron der Kirche zu Aarau auf die Bitte der Aarauer

BQrger deren Pfruudenstiftnng am Katharinenaltar daselbst und verspricht, den jeweils von der Biirgerschaft oder einom

AusschuB derselben zum Dienst an diescm Altar erwahlten Priestor, wenn ersonst geeignot ist, ohno Schwierigkeit zuzulassen.

Dat. in Sechingen 3. kal. nov. a. d. 1315. — Or. Aarau Stadt-A. mit Siegel Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str. Kopp

Reichsgesch. 4/2, 459. Argovia 25, 12. Boos UB. v. Aarau 28. Rechtsqu. Kt. Aargau 1, 31. Reg.:.Bohmer 1246—1313

Add. II, 514. — Vgl. Kopp Keichsgesch. 2/1, 5 75 Anm. 4. 343

— OktobcrSl. — Der Marsdiall [Uirich von Meissau] verpfiindetKourad dem Hubmoister fiir einc Schuld von 2 11 ^7'

12 4.


1315 (11. 316-319). 45

llerzog Leopold uud desseu Briideru aulaOlich ibres Ausgleiclis gegebeue Urkuudo uenut, und seiueu Bruder uacli desseu

Heiinkebr zu veraulasseu, sich iu gleicher W»ise durch Eidschwur zu biuden. D. w. g. ze Baden dez meutags nach AUerseltage

IIJIS. — Or. Wieu Staats-A. m. Siegel d. Ausstellers an Pg. Str. Schweiz. Gosdif. 11, 359. Geschichtsfrd. 1, 7:{

u. 9, 211. Kopp Keichsgesch. 4,2, 459. Font. rer. Bern. 4, 04.3. MG. Const. 5, 278. Reg. : Lichn.-Birk .3, 359 u. 35.3.

Eidgeu. Abschiede 1 , 7 bei n. 1 5. Zurieb. UB. 9, 234. Oechsli206*. Thommen Urk. 1, 143. UberdeuAusgleichvgl.Abt.il

Urk. V. 1313 Aug. 1, zur Sache Schweiz. Geschforsch. 11, 3C1 ff. Vgl. auch Bichsel Grf. Eberhd. v. Kyburg 31. 346

1315 NoTeniber 3. — Graf Rudolf vou Nidau verpflicbtet sich, Kg. Friedricli und seiueu Briidern im Kampfe um das

Keich gegen Herzog Ludwig von Baiern zu dieuen. — Eintrag Wien Staats-A. IIs. 450 Briefe derFeste Baden fol. 67*. —

Vgl. den Dieiistrevers der Grafen vou Kiburg vom gleichen Tage n. 345. 346

Baden. — Hzg. Leopold erlaubt dem Kloster Kiinigsfelden 10 Mark Gvilte solchen Gutes, das vou ibm Lehen

ist, zu kaufen uud gibt ihm die Kigenschaft desselben. Von Erkenfried, nartniann, Johann und Peter den Truchsessen

von Habsburg und von Johann voii Miinehingen habcu sie 5 Mark Giilte am Hof und am Eigen zu Linde (Lindbof, Gcm.

Windescb) und an dem Holze am Eitenberg und an dera Zebnten Schafisheim (Schafbusen) im Kirdispiole Stauffen (Stoiffen),

.3 Mark Giilte auf dem Hofe zu Hauseii (Husen) und auf dem Gute zu Mtilligen (Miilinoii), 2 Mark Giilte auf dein Hof zii

Hausen, deu\ Zehnteu zu Scbafisheim und dem Zehnten zu Ursprung auf dem Biitzberg (Urspriucb uf Bozberch) gekauft.

ze Baden 13)5 an dem mentage nacb AUerheiligen tag. — Or. Aarau Staats-A. (Konigsfeld. 53) mit Siegel Leop. (Sava

f. 20). Reg.: Arch. f. G. 10, 4.-)2. Lichn.-Birk 3, 359 n. 354. [Dr. Hans Herzog.J ~ Vgl. dazu n. 265. 347

— November 11. — Kadolt von Paumgarten (Pavngarten) verkauft Jansen von Kapellen um 170 Pfund Wiener

Pfennige seiuen Hof zu Naarn (Naerden), der sein Lehen von dem Herzog [voii Osterreich] ist, samt Hofstatten, Ackerii

und ZoU sowie sonstigem Zugehor. D. p. i. g. 1315 an s. Merteins tag. — Or. V/ieu Staats-A. 348

— TOr Noveniber 16. — Ein satzbrieff dem von Homberg umb den boff zu Art. — Verzeichnis der Briefe der Feste

Baden Wien Staats-A. Hs. 450 Bd. 1 fd. i'^. Kopp Eeichsgescb. 5/1, 498. Wyss i. Mitt. d. antiquar. Gesch. Zurich 13, 22.

Argovia 16, 97. Oecbsli Anfange 205*. — Die Urk. ist nur durch obigen Eiiitrag im Archivrepertorium von Baden i. A.

erhalten (vgl. iiber dieses iilieste bisber bekaunte babsburg. Archivsrepertorium jetzt Stowasser i. Mitt. d. dii. Archivrats

3, 23). Ein Datum feblt. doch muB die Urk. jedenfalls vor der Schlacht am Morgarten (1315 Nov. 15) ausgestellt sein,

vermutlicb noch iu den Sommermonaten 1315. — Uber den Hof von Art und uber die Verpfaudung vgl. KoppReichsgescli.

4/2, 94 u. 140. 349

Morsrarten. — Hzg. Leopold, der iu der Naclit auf den 15. Nov. mit einein mebrere tauseud Manu starken Heere

vou Zug aufgebrocbeii und auf der StraCe iiber Aegeri liings des Aegorisees gegen die Schwyzer Greuze vorgeriickt war,

um uber Schornen und Sattel iiberraschend in Schwyz einzufallen, wird von den Scbwyzern uud iliueii zu Hilfe geeilten

Verstiirkungen aus Uii «am Morgarten« iiberlallen und erleidet infolge der fiirihn auCerst ungiinstigen Terrainverhaltuisse,

die eine Entwicklung seiner Reiterei vollkommen unmoglich machen, eine vernichtende Niederlage. Mehrere Hundert Adelige

mit ihreii Reisigen kommen im Kampfe oder auf derFlucht uiii, das FuGvoIk Leopolds ttiebt ohne iu den Kampf eingreifeii

zu kiinnen. Der Herzog selbst entkommt mit knapper Not auf einem Seitenpfade. Auf die Nacbricbt von Leopolds

Niederlage tritt auch Otto von Strafiberg, der ara selben Tage iiber den Briiuig in Unterwalden eingefallen war, schleunigst

wieder den Ruckzug an. — Hauptquellen : Joh. v. Winterthur ed. Wyss 7 1 ff. Matthias Nuewenburg. Bobmer Foutes 4, 1 89.

Jobanues Victor. ed. Scbneider 70 u. 108 f. Kiinigssaaler Gescbqu. i. Foutes rer. Austr. 1/8, 370. Henne Klingenberger

Clironik 50. Samtliche Quelleii, einscblieCIicb der wegen ihrer Angaben iiber die Gefallenen wicbtigen Eintragungen

iu den Jahrzeitbiichern, siiid gesamuielt und abgedruckt b. Liebenau, Berichte ii. d. Scblacht a. Morgarten i. Mitt. d. histor.

Ver. Schwiz, 3, 23 ff., die des 1 4. nnd 1 5. Jhts. mit einigen Erganzungeu aucb abgedruckt bei Oechsli Anfauge Reg. 206* ff.

Die Schlacbt bat seitTschudisZeiten begreiflicherweise lebbaftestes Interesse gefunden und die Literatur uber sie ist gauz

l.'edeutend angeschwolleu (uber die Literatur siud zu vgl. Liebenau a. a. 0. 1.!, Daudliker, Gesch. d. Scbweiz 1, 396, Diorauer,

Gescb. d. Eidgenossenschft. 1 , 1 2 5 u. jiiugst Biichi i. Histor. Jahrbcb. 2 7, 409 f., sowie Sidler, Die Scblacbt am Morgarten 9 ff.),

iiisbesondere bat dieFrage nacb der Lage des Schlacbtfeldes eine lebhafte Kontroverse hervorgerufen, die von Historikeru

und Militiirscbriftstellern gefiihrt wurde. Der iiltereu, schon von Job. v. Miiller, Gesch. d. Scbweizer Eidgenossenscbaft 2,

37 ff. und Zurlaubeu Tableaux topograpbiques otc. de la Suisse 2, 333 vertreteneu Ausicht, wonach die Scblacht an der

Figlenflub unmittelbar au der Schwyzer Grenze, uugefabr 1 km vom Siidufer des Sees entfernt, stattgefunden habe, sind

seit Kopp (Reicbsgesch. 4/2, 144ff.) die ineisten neuera Historiker, so Dierauer a. a. 0., Moyer v. Knonau (Anz. f. Schweiz.

Gescb. 1883, 181) und Oecbsli a.a. 0. 349 gefolgt. Neuerdings baben sich fur die zuerst vou Itheii, Ortsbestimmung der

Schlacht am Morgarten i. Schweiz. Geschicbtsforsch. 2, 364, vertretene Ansicht, die das Schlacbtfeld au das Seeufer selbst

auf Zuger Gebiet in die Gegend von Haselmatt verlegt, H. Herzog, Zur Schlacht am Morgarten Schweiz. Monatschrift f.

Offiziere aller Waffen 1906 und Delbriick Gesdi. d. Kriegskuust 3, 568 ff. ausgesprochen. Der Streit wurde durch die Rivalitat

zwiscben Zug und Scbwyz verscbarft, die anliiClich der Frage der Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an den

.•^ieg cntbrannte. Diesem Streite verdanken die Arbeiten von Hiirlimann, Beitriige z. Bestimmung des Scblacbtfeldes a. Morgarten,

Znger Neujahrsbl. f. d. J. 1906, die fiir den Zuger Standpunkt und die Arbeiten von Styger, Die Schlacht a. Morgarten

131.j (1905), sowie das griindlicbe Buch von Sidler, DieSchlacht am Morgarten (lOlo), die fiir Schwyz eintreten,

ihr Entstehen. Das Denkmal wurdc 1907 tatsachlich auf Zuger Boden erricbtet. Wiewobl Sidler bei Benutzung der chronikalischen

Quellen bisweilen es an der erforderlichen Kritik fehlen liifit (vgl. die Besprechungen von Biicbi Histor. Jabrb.

31, 877 u. Baltzer Mitt. d. Inst. f. ijsterr. G.33, 155) und auch gegen inancbe seiner sonstigen Ausfiihrungen berechtigte

Einwendungen erhoben werden kOnnen, glaube ich docli (gegen Baltzer), dafi seinc auf eiiier minutiiisen topograpbiscben


46 1315 (11. 350-356).

vind geographischen Forschung sowie genauon Lokalkenntnisse basierte Behauptung, die Schlacht habe sicb zwischen

der Finsternfluh und dem jenseits der Sch wyzer Grenze gelegenen H a g e g g 1 r u i c k e n abgespielt, richtig

ist, da die auf dieser Strecke vielfach, besonders an der Figlenfluh, von der die Eidgenossen sehr wohl Steiue und Baumstamme

auf die Keiter herabzurollen vermochten, fast engpaCartig eingeengte alte StraCe mir aiii besten die katastrophale

Niederlage Leopolds zu erklaren scheint. Seine Auffassung erscheint mir aucli mit den chronikalischen Berichten, soweit

sie uberhaupt herangezogen werden konnen, wohl vereiubar. Die steilen, felsdurchsetzten Abhauge zur Liuken und das

sumpfige, wie Sidler sehr wahrscheinlich macht, mit kleinen Seen oder Teichen erfdllte Geliinde zur Rechten der StraI5e

hemmte nicht nur jede Bewegungsfreiheit der Reiterei, sonderu gestaltete auch ein Entkommen sehr schwierig. Die Annahme

Sidlers, daC der Angriflf erst begann, als die Spitze der Ritter Leopolds beim s. g. SchrannengaDchen angelangt

war und somit der groDte Teil der Reiterei iu das enge Defllee eingervickt war, aus dem ihr der Riickzug durch das Vorbrechen

der Schwyzer an der Euge am Eingang des Defilees an der Finsternfluh abgeschnitten wurde, scheint mir umso

berechtigter, als bei der Annahme, der Angriff der Eidgenossen sei in der Gegend von Haselmatt am See erfolgt, die Niedurlage

wohl kaum diesen Umfang hiitte annehmen konnen, da hier, abgeseben von einer immerhin wesentlich groDeren Bewegungsfreiheit,

eiu groDer Teil der Reiterei in der Lage gewesen ware, sich unversehrt zurtickzuziehen. — tjber die Bedentnng

der Schlacht vgl. neben der oben zitierten

i. Anzeiger f. schweiz. Gesch. 48 (1917), 157 fl:".

Literatur neuerdings auch Diirr, tJber die Bedeutg. d. Schl. a. lilorgarten

'

350

1316 November 21. — Kg. Ludwig enthebt Bischof Konrad von Freising bis zur Beendigung des Krieges mit dem

von Osterreicli der Verptiichtung, seine Leben aus Ludwigs Hand zu empfaugen, da er in diesem Falle einen groDen Schaden

durch den Herzog von Osterreich an seinen vielen in dessen Machtbereich liegenden Giitern erleiden konnte. Dat. Monaci

1315 6. feria ante Katherine. — Or. verloren. Abschr. Munchen Domkap.-A. Cod. 250 A fol. 8. Meichelbeck Hist.

Frising. 2, 120 (aus d. Orig.) Font. rer. Aust. n/;35, 80. Schwalm MG. Const. 5, 279. Reg.: Bohmer 1314—47 Ludw.

n. 161. — tiber das Verhaltnis des Bischofs zu Ludwig vgl. Schrohe 87 f. und Kopp 4/2, 127 f. 351

— November 22. — Graf Wemer von Homberg verspricht die Landleute von II ri wegen des Schadens und der Anspriiche,

die gegen sie wegen des Zolls zu Fliielen erhoben werden konnten, an das Reich oder jemand anderen zu weisen,

sobald ein »einwahliger« K6nig erwahlt wird. D. i. g. ze Strasburg an dem sauistag vor s. Katharinen tag 1315. — Or.

Uri Staats-A. Kopp Urkunden 1, 125. Mitt. d. ant. Ges. Ziirich 13, Kegg. W. v. Hombg. n. 46. Reg.: Oechsli Anfange

der Eidgenossenschaft 219*. Vgl. n. 117 u. 253. 352

— N0Teniber24. — Kg.Ludwig gebietet den Biirgem von Esslingen undallen dereuBiirgen, den Juden vonCberlingen,

die, wiewohl sie iu seine Kammer gehoren, durch Unterstiitzung derHerzoge von Osterreich ihra und dem Reicho schweren

Schaden zugefiigt haben, wegen der Biirgschaft nichts zu leisten und sagt sie von allen Verpflichtuugen gegen die Juden

los. D. i. g. ze Munchen an s. Kathereinen abent 1315. — Or. Stuttgart Staats-«\. (Essliugen B 1 1) Schwalm MG. Const.

5, 281. Reg.: Buhmer 1314—47 Ludw. n. 163 Wiener Regg. z. Gesch. d. Jud. 27. UB. d. St. Esslingen 1,210. — Esslingen

war bereits im Aug. dieses Jahres zu Ludwig tibergetreten vgl. Stalin 3, 144. Vgl. dazu auch das zweite Mandat

Ludwigs vom folgenden Tage (MG. Const. 5, 281). 353

— November 25. — Johaun von Kienberg verkauft dem Klosler Konigsfelden seinen Zehenten zu Schafisheim

(Schafhusen) iui

Kirchspiel Stauffen (Stoifen) um 25 Mk. Silber und verzicbtet an der Hand Hzg. Leopolds auf alle Rechte

— November 27. Ravensbnrg. — Kg. Friedrich verordnet, daC die Maut zu Wilhelmsburg vou jedermann ent-

und Ansprache. D. b. w. g. in der statt zu Zovingen 1315 an s. Katherinun tag. — Or. Aarau Staats-A. (Konigsfelden

54). Neugart Cod. dipl. 2, 390. Reg.: Argovia 2, 390. [Dr. Hans Herzog.] 364

richtet werdeu soll, auDer er kOnne sich iiber die Befreiung davon ausweisen. Dat. in Raveuspurch 5. kal. dec. regni a. 2.


Or. Wien Staats-A., riickwiirts aufgedr. Siegel Frs. abgefallcn. Kopp Reichsgesch. 4^, 460. Rog.: Hanthaler Recensus 1,

168. Btihmer 1314—47 F. d. S. n. 55 und Add. Ul n. 312. Lichn.-Birk 3, 359 n. 355. Nach Hanthaler befiehlt

das Mandat die Entrichtung der Maut an das Kl. Lilienfeld, wovon aber in dor Urk. nicht die Rede ist. Ein Mandat

gleichen Inhalts erlieD bereits llzg. Albrecht I. am 31. Aug. 1284. 365

— November 29. Ravensburg. — Kg. Friedrich erteilt dem dem Grfen. Rudolf von Huhenberg gehiirigen Ort (villa)

Binsdorf (0. A. Sulz) auf Bitte des Grafon alle Freiheiten uud Rechte, wclche die Stadt Obemdorf besaD. Ravensburg

.',. kal. dec. — Reg. Stalin Wirtemberg. Gesch. 3, 138 ohne niUiere Quellenangabe. L. Sclimid Gesch. d. Grfen. v. Zollern u.

Hohenberg 164 Anm. 5 gibt alsQuelle an »Kopie in Oberndorf». Nach Koblw Oberndorf u. Neckar Beschreibg. u. Gesch.

d. St. u. ihres Oberamtsbez. (l836), 143, der ein Regest der Urk. gibt, tragt sie die Jahreszahl 1301, weshalb er sie fiir

fehlerhaft oder faisch halt, als Regierungsjahr soll das zweite angegeben sein. Laut im Stuttgarter Staats-A. erlieg. Pflegeberichts

befindet sich jedoch in Oberndorf keine derartige Urkunde.

Ein sicheres Urteil UiDt sich angesichts der raangelhafteu

Uberlieferung iibor dio Urk. nicht gewinnen. Da Friedr. am 27.Nov. 1315 (n. 355) tatsacblich in Ravensburg urkundete,

kann die Urk. sehr gut am 29. Nov. 1315 ansgestellt sein und vielleicht nur oin Schreibfohler in der Vorlage Kohlers

vorgelegon sein. 366

— Dezember 9. lirunnen. — Die Landleute von Uri, Schwyz und Unterwaldon geloben eidlich, einander innorhalb

und auDerhalb ilires Landes mit Leib und Gut wider jeden, der sie in ibrer Gocaratheit oder einou einzelneii angreift,

beizustehen, und sotzen ferner n. a. eidlich fcst, daD keinos der drei Liinder nocli cin cinzelner ohne Wissen und Willen des

anderen einen Horrn annehmen darf (sich beherren soll), niemand seinem rochten Ilerrn oder seiner rechten Herrschaft zu

dicnen vcrpflichtet ist, solange sie die Liinder mit Gewalt angreifen mid keiner der Bundesgenossen ohne der anderen Zustimmung

gogenubor einem Auswartigen eine Verpflichtung eingehen darf, P. w. g. ze Brunnen 1315 au dem nehesten


.

Verpfandung

:

1315 (n. 357-301). 47

cistage nacb s. Niclaustage. — Or. Schwyz Staatsarch. Tschudi 1, 27G. Abschiede 243. Die iibrigeu Drucke s. bei

Oecbsli ,•«(;, \vo auch ein Facsimile. Vgl. uber dieseUrk. und ihre gegen die Habsburger gerichteteu Bestimmuugen Kopp

4 2, 15 2 ff. uud insbes. Oechsli S. :{54. 367

l;ilo Dezeiilber 11. Baden. — Kg.Friedrich und Hzg.LeopoUl uborgebon demKloster KOnigsfelden zuihrerEltern

Albrecbt uudElisaboth und ihrem eigenen Scelenheii das ihuen und ihrcn Bnideru Heinrich, Albrecht und Otto zustehende

ratronatsrecht der Kirche in Windisch und versprechen, iunerhalb von drei Jabren die Einverleibung der Kirche an das

Kloster und ibre Befreiuug von der Leistuug — des bischOflicheu Zohentviertols vom Bischof vou Koustauz zu erreicheu. D.

apud Baden .'5. id. dec. a. l:!I5, regui a. 2. 2 Orr. Aarau Staats-A., an beideu d. Sicgel Leop. (Sava f. 20). Auszg.

Kopp 4 2, 2()9 Anm. (i. Keg. : Liobeuau Kgin. Agues 4:35 (zu Dez. l). Cartellieri-Kieder Reg. episc. Const. 2, n. :i7 07a.

— Vgl. bez. der Eiuverleibuiig deu papstL Befehl an den Bischof v. StraBburg i. n. 844. 358

— Dezember 12. GrafWilhelm von Montfort quitliert Johannes uud Heiurich vou Rappoltstein iiber 400 Mark

Silbcrs, dio sie ihm als Heimsteuer ihrer Schwester, seiuer Geuiahlin, schuldeten. Hzg. Leopold besiegelt wegen Siegelkarenz

des Ausstellers uber desseu Bitte die Urkunde. D. w. g. an dera freitage aller nehst uach s. Niclawes tage 1315.

— Or. Colmar Bez.-A. (E 477), Siegel abgefallen. Rappolstst. UB. 1, 237. 359

— Dezember 15. — Bellelo Civrano und Nicol6FaIiero (Faletro), Gesandte des Dogen Giovanni Sorauzo und der Eepublik

Venedig, erhcbeu bei Dekan und Kapitel derKirche vou Aquileja und bei GrafHeinrich von Gorz, Vogt derselben, Geueralvikar

und -Kapitan von Friaul, mehrfache Beschwerden iiber Verletzungeu der Vertriige zwischen der Republik und der

Kirche von Aquileja u. a. dadurch, dafi Heiurich entgegen den Vertragsbestimmaugen, welche die Freiheit der StraBen

uud FluOlaufe iu Friaul fur deutsche Kaufleute uud Wareu fordem, von diesen zu Veuzone und Chiusa Abgaben erhebe

mit der Begriinduug, daB ihm der Herzog vou Osterreich Geld schulde, und forderu die Aufhebung diesor Abgabeu ; der

Graf entgeguct, daC er die betrachtliche Summe, die ihui Konig Friedricli fiir geleistete Dienste schulde, nur auf diese

AVeise einbringeu konue, daC ihu die Kepublik als einen ihrer »Mitbiirger« hierin viel eher uiiterstiitzen, als es ihm verwehren

solle und daC er vorschlage, die Abgabe der deutschen Kautioute schon in Venedig zu erheben, worauf diese uubehindert

durch Friaul ziehen sollen;

die schuldige Summe gibt er erst auf 1000 Mark Silber an, wolche ihm dieKaufleute

zu leisten bereit waren und welche von ihnen einzuheben ihn eine Urkunde Konig Friedrichs berechtige, erklart aber

schlieljlich zu seiner Schadloshaltuug 4000 Mark, die Mark zu 14 U, beansprucheu zu wollen. 1315 die dccimo quiuto

decembris. — Abschr. Venedig Staats-A. Commemoriali 1, 232. Ausz.: Minotto Diplom. et acta l/l, 76. 300

— Dezember 27. — Bellelo Civrauo und Nicolu Faliero, Gesaudte des Dogen Giovanui Sovanzo und derEepublik Veuedig,

erheben iu Gegenwart des Grafen Heiurich von Gdrz gegen die Verletzung der Vertrage zwischen der Eepublik Venedig

ur.d Kirche vou Aquileja durch ihn Protest (s. n. 360), worauf dieser u. a. erkliirt, daC er die deutsclien Kaufleute mit

keinen neuen Abgabeu beschweren AvoIIe und hoffe mit demHerzoge von Osterreich sich wegen der Geldschuld baldigst zu

einigen. I">atierg. : 1 :{ 1 () iud. XIV die sabbato quinto exeunte mens. decerabris. Actura iu villa Valesii Aquilegiensis

diocesis preseutibus dominis Hainrico milite camerario . .

, Henrico notario et Alberto notario . . . (des Grfn. v. GOrz),

Cumussio de Aquilea et Joanue Picosii de Aquileja testibus. — Not. lustr. d. Joanu. Marchesini in Abschr. Venedig

Staats-A. Commeraoriali I, 234. Extr. : Miuotto Dipl. et Acta 1/1, 77 (mit falschem Datum). 361

— Dezember 28. Diessenhofen. — Hzg. Leopold verleiht in seiuem und seiner Briider Namen die durch den Tod der

Edeln Hugo vou Tenfen (Tiiffen) erledigte Burg Teufeu sarat allem Zugehor seiuem Kammerraeister Ritter Johanues zum

Thor von Wintcrthur und dessen Leheuserbeu fiir desseu Dienste zu Maunleheu. D. i. g. ze Dyessenhoven an der

kindelin tag in den wienahten 1315. — Or. Ziirich im Besitz d. Prl. von Escher mit Siegelfragmeut Leop. Escher-Schweizer

Zuricher UB. 9, 186 zu 1314. — Mit Riicksicht auf Leopolds Itinerar muli die Urk. in d. J. 1315 gehoron. Im J. 1315

bcfand sich Leopold mit Friedrich am 11. Dez. in Baden i. A. (n. 358), Friedrich urkundet dann allein am 29. Dez. in

Schaffhausen, Leop. nndeu wir erst am 3. Jan. 1316 in StraCburg wieder, er kanu demnach am 28. Dez. sich in Diessenhofen

aufgehalten haben. Im J. 1314 befand sich hingegen Leopold am 28.Dez. in Selz (vgl. n. 50) uud erst am 1. Jan.

1315 treffen wir ihn in Sackingen, am 4. in Winterthur. DaC in der Urk. die Jahreszabl 1315 steht, wiihrend raan mit

Rucksicht auf den Weihnachtsanfang 1316 erwaiten sollte, darf uns nicht befreradeu, da in den Urk. dieser Zeit der

Neujahrsanfang mehrfach uachweisbar ist, raau vgl. z. B. n. 49. Uber Johannes zum Tor vgl. Maag 2/1, 302 Anm. 6.

Auf diese Urk. bezieht sich die Bemerkung in Ruegers Chronik von Schaffhausen 2, 996 Anm. 4, die die Belehnung

ubrigens auch zum J. 1315 berichtet. 362

— Dezeniber 29. Scliatfhauscn. — Kg. Fricdrich erteilt nach dem Vorbild seines Vorgangers Heinrich VII. seinem

Getreuen Bcrthi)Id vuii Torberg die Vollmacht, die Kirche zu Krauchtal (Crouchtal) bei ihrer naohsten Erlediguug

einer geeigneten Persou zu verleihen. Dat. in Scafusa 4. kal. ian. a. d. 1316, regni a. 2. — Or. Bern Staats-A. (F. Burgdorf)

mit Siegel Frs. (Sava f. 9). Soloth. Wochenbl. 1830, 600. Winkelraaun Acta 2, 275 (zu 1316). Font. rer. Bern. 4,

651. Reg.: Hormayrs Arch. f. G. 10, 432 zu 1316 ohne Tagosdat. Btihmer 1314—47 Fr. d. S. n. 56. Lichn.-Birk 3,

:465 n. 416. — Die Urk. stimmt wOrtlich mit jener K. Heiurichs VII. ftir Ulrich von Torberg v. 1310 Apr. 27 (Winkelmann

2, 236) iiberein, wikh' letztere sich bereits auf eine gleichartige Verfiigung AUirechts I. beruft. 363

1315. — Hzg. Leopold versetzt Berthold vou Riuach fiir eiue Schuld von 50 Mark Silber 4 Mark Gelds in dem Dorf zu

Rinach. 1315. - Eintrag Luzern Staats-A. Pfandreg. v. 1380 fol. 9^ Kopp Geschbl. 2, 164. Maag 2/1, 644. 364

— Willebrief Erzbischof (Heinrichs) von Koln zur Bestatigung Kg. Friedrichs iiber die von K. Heiurich VII. vorgenommeue

des Burggrafenamts zu Rheiufelden au Graf Eudolf von Nidau und dessen Bruder, den Propst von Solothuru,

um 218 '/.^ JlarkSilber. — Eintrag saec. 16 Innsbruck. Keg. A. Schatzarcliivropertor. Bd. 5, 4. Thommen Urk. 1, 141.


48 1315 (11. 305-377).

Kisky Eeg. d. EB. v. Kolii 4, n. 943. — Die Urk. ist uicht melir erhalten, schou das Schatzarchivsrepertorium bcraerkt:

diser brief ist verfault und das innsiegel weg gefressen. 365

1315. — Bitter Johann von Pfirt erhalt das > Sterbeliebers gut« samt Zugehor zu Zillisheim von Osterreich zu Lehen.

Auszug aus dem breisgauisch. Leheusverzeichnis i. Graf Andlawschen Archiv i. Freiburg i. B. Reg. : Zeitsch. f. 6. d.

Ob. Eheins, K. F. 24 m 89. — Vgl. auch die Urk. 1310 Dez. 4 der Abt. IL 366

— Hzg. Leopold auf Hartmann von (Terenberg umb zway pfund gelts aus der Witmannen hofen zu Ochsenprunne, der

pfandschilling ist 20 marck silbers, und der bnef zerschniten. — Eintrag Eep. d. Schatzarch. 2, S. 43. Innsbruck Eeg.-

Arch. Eine Urk. scheint nicht mehr erhalten zu sein. 367

— Kg. Heinrich von Bohmen, Hzg. v. Karnten, verschreibt Otto v. St. Lambert (de Sancto Lamberto) fur dessen Dienst

zu Kg. Friedrich an den Rhein 60 Mark und verpfandet ihm dafiir genannte Einkunfte. — Eegist. Wien Staats-A. Hs. 384

fol. 37'. — Gleichfalls fiir die Teilnahme an der Heerfahrt zu Kg. Friedrich erhielten ahnliche Verschreihungen : Friedrich

von Chleran, ebda. Hs. 384 fol. 38; Konrad der Arbergor, ebda. fol. 40 und K[onrad], Sohn Randolds von Vilanders,

ehda. fol. 40. Den beiden letzten Eintragungi^n ist der Vermerk beigesetzt »diu raise gie uiht zu«. 368

1315 (J) — Hzg. Leopold schuldet Ulrich von Wagenberg fiir dessen Dienst, Geiselschaftund auderes 60 Mark Silbers und

verpfandet ihm daffir in 4 Urkunden (dar umb er vier brief hat) G Mark Gelds auf den »kellenh6feu« zu Embrach (Emmerach),

Pfaffikon und anderwilrts sowie auf Steuern, Weingarten und anderen Giitern. Datum quatuor literarum a. d. 1316

vel 15. — Eintrag Zurich Staats-A. Pfaudreg. v, 1380 Stadt u. Land Hs. n. 1869 fol. 2\ Maag 2/1, 682. Wober

— Auf Johann Druckhsassen von Diessenhofen, kiinig Fridrichen von Eom hofmaister, umb die burg zu Ach und

Herblingen, die juden und statstewr zu Schafthausen, dotzumal hat ain march silbers ungevarlich golten vier guldin florin.

— Eintrag Innsbruck Keg.-Arch. Eep. d. Schatzarch. II, S. 42. 370

— Aber versetzt er [Hzg. Leopold] Eudolifen vonArburg umb 80 marck silbers ettliche bodengult uff vil und an vil orten

gelegnen hoffen, niitzt alles wenig, dann allein darin zesechen, ob die hof diser versatzungen aller diser zyt zinsind wie

Miller v. Aichh. 2/B Sp. 230 u. 273. Eeg. : Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 291 u. 3447. 369

von alter har. 1315. — Argovia29, 32 aus Staats-A. Bern Registratur d. Kl. KOnigsfelden, Frienisberg Thorberg fol. 43'.

— Urkunden iiber diese Verpfandung scheinen nicht mehr erhalten zu sein. 371

— Kg. Friedrich erneuert der Stadt Wiener-Ncustadt ihre Freiheiten. — Nur von Gleich Gesch. d. St. Wiener-Neustadt

25 ohne nahere Angaben erwahnt, eine archival. Uberlieferung nicht festzustellen, daher zweifelhaft. Nach Gleich Lichn.-

Birk 3, 360 n. 361. 372

1316 Jiinnei' 2. — Der Provincial Frater Werner, die Priorcn undConvente des Augustiner-Eremitenordens der rheinischen

und schwiibischen Provinz versprechen der Stadt Colmar, die ihnen auf die Bitte Kg. Friedrichs gestattet hat, in der

Stadt einen Platz zur Erbauung eines Gotteshauses zu erwerben und sich dortsribst gemiifi der ihnen von Kg. Friedrich

erteilten Gnade niederzulassen, die Freiheit der Stadt Colmar niclit durch Klagen gegen Biirger oder Inwohner bei auswiirtigon

Gerichten seitens der Briider des kunftigen Convents zu verletzen. Dat. siib a. d. 131i'> crastino Circumcisionis

domini. — Or. Colmar Stadt-A. D VIII 1. Erw. bei Schopflin Alsatia ill. 2, 367. — Einc Urk. Friedriclis fur die Augustinereremiten

ist uicht bekannt. 373

— Jiiuner 3. StraUburg. — Hzg. Leopold belehnt den Eberlin von Landsberg und dessen Briider mit deu zu Nordliausen

gelegenen Lehcn, die ihre Vorfahren und ihr Vater weil. Eberlin von Landsberg inuogehabt hatten. D. w. g. ze

Straspurg an dem samstag nach dem ingeunden jar 1316. — Beglaub. Abschr. saec. 18 StraGburg Bez. A. (C 292).

Schdpflin AIs. dipl. 2. 117. Reg.: Lichn.-l!irk 3, 360 n. 364. — Uber das Geschlecht von Landsberg vgl. Spach i. Buli.

de la soc. p. I. cons. d. mon. hist. d'AIsace 2. Ser. 6, 173. S!

(Toblich), zu den Zeiten Forstmeister, verbiirgt sich gegen das Nonnenkloster T u 1 1 n

— Januer 6. — Ludwig von 1) (i b 1 i n g

fiir die richtige Einantwortung von 4 MutWeizen jiihiiichii


1316 (n. 378-388). 49

den KOnig (Friedr.) gericlitet, damit dieser ihm zu einer goeigneten Pfriiude verhelfe. Dat. Barchinone 7. id. jan. a. d.

1315. — Uberlieferg. wie n. 376. Zeissberg S. B. Wr. Ak. 140, 4G == Schwalm Mon. Germ. Coust. 5, 284. 378

1316 Janner 7. — Derselbo bittet Kg. Friedrich, zu entschuldigen, daC der Kurior Johannes von Konstanz (de Constani,'a),

der ihm juugst seinen und der Kiiuigin Brief viborbrachte, nicht nach Sicilien goreist sei, um dort die fur Kg. Friedrich von

Sicilieu hestimniteu Briefe des Kiinigs und der Kiinigiu zu bcstellen, doeh habo er deuKurior zuruckbehalten, um ihn mit

dem Antwovtschreiben zuruckzusenden. Fur die Bestellung dor Briofe au Friedrich von Sicilion habe er Sorge getragou.

Dat. wie n. 376. — Cberlieferg. wie n. 376. Zeissberg S. B. Wr. Ak. 140, 46 = Mon. Gorm. Coust. 5, 284. 371)

Derselbo schroibt an Kouigin Elisabeth wegon des Kuriors Johaunes von Konstanz im gleichen Sinne wie an Kg.

Friedrich. — iiberlieferg. wie u. 376, fol. 14''. Zoissberg a. a. 0. 47 vmk. 380

Derselbe befielilt seiuen Amtsleuton, Uutergebenen und Freunden, Johannes von Konstanz, seinon und Kg. Friedrichs

Karier, der zum Konig reist, vor allen Anfoinduugen zu schutzen und fiir seine Sicherheit Sorge zu tragen. Dat. wie

n. 376. — Uberlieferg. wio u. 376, fol. 14^ Zoissberg a. a. 0. 47. 381

Derselbe antwortet der Kgin. Elisabeth auf ihro Bitte, dafi er bei den Kardinalen bereits soinen Einfiufi fiir Friedrich

geltend gemacht habe und auch in Zukunft das Ncitige tun werde. Der Sohuo der Blancho de Calders und Alamandas, dor

Tante Bonauats von Cardoua, werde er sich ihrer Bitte gemaB annehmeu.

fol. 13'. Zeissberg a. a. 0. 45 = Mon. Germ. Const. 5, 283. — Der

Dat. wie n. 376. — Uberlieferg. wio n. 376,

Brief Elisabetlis mit dor neuerlichen Bitto um

Intervention bei der Kurie ist nicht orhalton. tJber Jaymes Haltuug vgl. Schrader a. a. 0. 51. 382

— Janner 8. — Derselbe an Kiiuigin Elisabeth: er habe ihren Brief mit der lobendcn Schilderung dor Charaktoreigenschaften

ihrer Schwester Katharina, Herzogin von Osterreich uud Stoiermark, fiir deren Erhcihung und Ehre sie seine

Unterstutzuug erbitte, erhalteu ; er vorsichert sie, daC er alles in diesem Sinne zu tuu bestrebt sein werde, wie or auch

ihreni Gemahl, Kg. Friedrich, der ihm in diesor Angelcgenheit geschriebon habo, raitgeteilt habe (vgl. n. 384). Die guten

Nachrichten uber ihre, des KOnigs, ihrer Briider und Schwestor Gesundheit haben ihn sehr erfrout, auch er und seiue Sohue

seien wohlauf. Dat. Barchinone 6. id. jan. a. d. 1315. — Uberlieforg. wie n. 376, fol. 13'. Zeissberg a. a. 0. 43 ==

Mon. Germ. Const. 5, 286. — Vgl. zur Sache Zeissborg a. a. 0. und Schrader a. a. 0. 48. 383

Derselbe an Kg. Friedrich: versichort ihn in Beantwortung seiner Mitteilung, daB or (Friedr.) den ihm erteilten

Eat, zur Zeit noch nicht an einzeln e Kardinale um Untorstiitzung heranzutreten, dankbar angenommen und befolgt

habe, er werde stets bestrobt sein, seine Sache in jedor Weise zu fiirderu. Der in seinem Schreiben mitgeteilto Plan einer

Heirat des altesten Sobnes seines Bruders Kg. Friedrichs von Sicilien

(Peter) mit seiuer (Friedrichs) Schwester Katharina,

der von einigen Freunden Friedrichs von Sicilien ausgegangen sei, woriiber or soine Ansicht zu horeu wvinscho, ware ihm

zwar sehr genehm, da dadurch die verwandtschaftlichen Bande zwischen ihren Hausern uoch fester gekniipft werden

konnten, doch entnehnie er aus einem fruheren Schreiben, dal3

einst zwischen dem verstorbenen Kaisor Heinrich und seinem

Bruder Friedrich ein Vertrag beschworen worden sei, demznfolge des Kaisers Tochter Beatrix mit des KOnigs von Sicilien

Erstgoborenem »iuxta sacrorum canonum instituta* verlobt wurdo. Da ein derartiger Vertrag bestehe, sci seiner Meinung

nach die geplante Vorbindung nicht durchzufuhren und er konuo daher nicht vermittelu. Falls or (Friedr.) nach dieser

Mitteiluiig dariibor anders denke oder etwaa anders tun wolle, mcige er es ihm mitteilon. Die Nachricht von seiuen Erfolgen

und Fortscbritten habe er mit groCer Freude vernommen ; er und seine Kinder betanden sich wohl. Dat. Barchinono

6. id. jan. a. d. 1315. — tiberlieferg. wie n. 376, fol. 13. Zeissberg a. a. 0. 42 = Mon. Germ. Const. 5, 285.

Uber das Heiratsprojekt vgl. Schrader a. a. 0. 49. 384

— Jiinner 22. — Graf Ulrich von Pfirt benachrichtigt Hzg. Leopold, daB er das ihm verpfandete Dorf Meienheim an

Werner den Gutmann von Hatstat fur 60 Mark Silbers weiterverpfilndet hat. Dat. a. d. 1316 crastiuo Agnetis virgiuis.

— Abschr. saec. 16 Innsbruck Eeg.-A. Cod. 41 Bd. 3 fol. 70'. Ungedruckt. Zit. Scherlen Hatstatt 58. — Vgl. auch

liber Meienheim n. 996 u. 1438. 386

— Jiinner 23. — DieStadt Muhlhausen erklart, daC Ritter, Edelknechte uud Biirger tiboreingokommon sind, niemandom

dio Einhebung von Abgaben fiir einen rfimischen KOnig, fiir einen Kaiser oder eiuen anderen, den sie wahrend oinor Erledigung

des Eeicbes als Horrn hatten, zu gestatten auBer bei Ausschreibung oiner Konigssteuer (ano umbe des kvnigs

giwerf, wenno es givallet), bei Strafe des Verlustes des Biirgerrechts und seiner Gviter bzw. der Versagung der Aufnahme

als Burgor. D. w. g. 1 3 1 6 an dom vritage nach s. AgnesiD tage. — Or. Miihlhausen Stadt-A. MoCraann Cartulaire de

Mulhouso 1, 121. 386

— Februar 3. — Anszahlung von achtzehn Unzen Silbers an Johannes von Ipfa, Kleriker und Familiaren Kg. Roborts von

Neapel, und an Johannes do Lusimburgo, Boten Kg. Friedrichs (regis Eomanorum). Dio 3. mensis februarii 14. iud.

Neapoli. — Eegistr. Neapel Staats-A. Reg. Ang. 209 fol. 92. — In dieser Eintragung diirfen wir vielloicht dio ©rsts

Spur der Verhandlnngen zwischen Friedrich und Eobert iiber die Heirat von Friedrichs Schwester Katharina rait Eoberts

Sohn Karl erblicken. Vgl. dazu auch Davidsohu i. Mitt. d. Inst. 37, 202 f. sowie dessen Gesch. v. Floronz 3,604. 387

— Febrnar 8. StraCburg. — Hzg. Leopold gibt seinc Zustimmung dazu, daC Eitter Gottfried vou Liebenberg

(Liechtenberg), Schenk zu Kiburg, folgeude Eigengiiter der Propstei Embrach (Emmerach) verkauft hat: zwei Schuposen

zu Steglin, dio i^/.^ Mut Korn zinsen, das auBere Gefilde an deu Eichhalden (Eichalten), den Weingarten zu Steglin und

das Eigenturasrecht an Elisabeth, der Tochter Mechthilds der Boibelin von Embrach, und dereu Kinderu. ze Strasburg

an dera snntage nach unser vrowen tage. der liechtraosso 1316. — Or. Zurich Staats-A., Siegel abgefallen. Escher-

Schweizer Znrich. UB. 9, 245 n. 3396. — Uber die verkauften Giiter vgl. des naheren die Urknnde Gottfrieds vonLiebenberg

vom 22. Jan. 1316 Zfirich. UB. 9, 242 n. 3393. Der Flumame Eichalten ist nicht mehr festzustellen. .388

B«geaU HabibursicB 1U 7


50 1316 (n. 389-396).

1316 Febrnar 10. — Johannes von Eckerich der Alte, Vogt, Hug der SchultheiC uud die Gemeinde der Stadt Erstheim

benrkunden, daD die Luzerner Bvirger Heinrich von Butwil (Butwilre), Kunzlin von Kuntwil und Hartmann von Eich vor

ihrem Gericht durch Briefe, gute Kundscbaft und Eid bewiesen haben, daB sie weder als Eigenleute noch sonst fiir die

Herzoge von Osterreich pfandbar seien. D. w. g. an dem zistage vor s. Veltinstag 1316. — Or. Luzern Stadt-A. Kopp

Reichsgesch. 4/2, 461. — VgL zur Sache Segesser Reclitsgesch. 1, 184 Anm. 1 und auch n. 2 72 u. 612. 389

Graz. — Kg. Friedrich befiehlt der Stadt Bruclt, dem Stifte Reun die mautfreie Durchfuhr der dem Stifte alljahrlich

aus der Saline zu Aussee zustehenden Menge Salzes zu gestatten und erlaubt dem Stift ferner, den allenfalls nber den

eigenen Verbrauch eriibrigten Rest des Salzes (ultra sumptus suos domesticos) in seinem Hause zu Reun jedermann zu

verkaufen. Dat. in Gretz 4. febr. 1316. — Or. Reun Stifts-A. mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Reg. : Pusch-Frohlich

2, 30. Biihmer 1314—47 Fr. n. 57. Lichu.-Birk 3, 360 n. 366. Mitt. hist. Ver. Stnik. 43, 40. — Uber das Recht

des Salzbezugs vgl. Urk. 1312 Jan. 25 u. Jan. 29 der U. Abt. sowie die Urk. Hzg. Leopolds VL von ca. 1211 (Steierm.

UB. 2, 173). 390

Graz. — Kg. Friedrich ermahnt Egelolf von Schellenberg und alle kunftigen Burggrafen in Starhemberg, daB

die Vogtei uber das Kloster Reun und dessen Giiter in Osterreich und Steier ihm als Landesherrn zusteht (vero domino

earunidem terrarum) uud verbietet ihm daher, die Vogtei iiber die Gviter des Klosters in Weikersdorf (Weichersdorf) am

Steinfeld und anderwarts sich anzumaDen. Dat. in Gretz 4. id. febr. regni a. 2. — Or. Reun Stifts-A. mit Siegel Frs.

(Sava f. i») an Pg. Str. Reg.: Pusch-Frohlich 2, 30. Bohmer 1314—47 Fr. n. 58. Lichn.-Birk 3, 360 n. 365. Mitt.

hist. Ver. Stmk. 43, 40. •— Uber die Vogtei vgLMartin, Die kirchl. Vogtei im Erzst. Salzbg. i. Mitt. f. Salzbger. Ldeskde.

46,417. 391

— Febrnar 17. StraCburg:. — Hzg. Leopold bittet seinen lieben Oheim Grafen Eberhard von Wurttemberg unter

Berufung auf seine Versprechungen, seinem Pfleger zu Teck (Techen), Johann vom Stein, fur 50 Pfnnd Lebensmitlel (fiiuffczig

pfund wert coste) zu verschaffen und beizustellen und verptlichtet sich dem Grafen gegeniiber fiir diese Sumnie in gleicher

Weise, wie er dies in seiuen fruheren Urkunden auch fiir Auslagen fiir Lebensunterhalt (umb cost) getan hat. geg. ze

StraDburg an dem nechsten ziuCtag nach s. Valentinstag 1316. — Abschr. saec. 15. Stuttgart Staats-A. (Geldaulehnungeu

Kopialheft). — Altere Urk. Leopolds iiber Verpflegsauslagen sind nicht erhalteu. 392

— Februar 19. Marburg. — Kg. Friedrich vcrmehrt dem Hzg. Stephan von Slavonien wegen der ihm und dem

Reicho geleisteten Dienste die Pfandsurame fiir die ihm bereits friiher um 150 Mark verpfandeten Guter um weitere

150 Mark Silber. Dat. apud Marichburgam 12. kal. marc. a. d. 1316, regni a. 2. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs.

(Sava f. 9) an Pg. Str. Melly Vaterland. Urk. 6- Reg.: Bohmer 1314—47 Fr. d. Sch. n. 56. Lichn.-Birk 3,361 n. 368.

Arch. f. Karnten 6, 135. 393

Graf Johann von Babanich (Babanik) verpflichtet sich fiir dieihm erwiesenen Gunstbezeigungen, Kg. Friedrich und

dessen Brudern nach Kraften gegen jedermann beizustehen, ausgenommeu gegen Mladinus, Herzog von Kroatien, Heinrich,

Grafen von Gorz, und seine Briider, den Banus Stephan und den Grafen Radislaus von Babanich. Dat. in Marchburga

12. kal. marc. a. d. 1316. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Johanns an Pg. Str. Reg.: Coronini Tentamen geneah Chron.

350. Lichn.-Birk 3, 360 n. 367. 394

— Februar ^l-. StraCburg. — Hzg. Leopold beurkundet, dem edlen Herrn Heinrich von Griessenberg und

Ulrich dem Lieijloseu von Biittikou den Kircheusatz zu Altishofen und die dazugehiirigeu Guter als eiu verschwiegenes

Lehen verliehen zu haben, doeh seither dnrch Berthold von Bucbegg, Landkomthur des Deutschen Ordeus im EIsaD uud

in Burgund, uberzeugt worden zu sein, daC ihm und seinen Geschwistern keine Rechte und Anspruche an den Kirchensatzen

zu Altishofen und Rot (Rota) sowie au Altbiiron (Altpurren) uud deu Dorfern Altishofen und Rot uud an allen auf dem

(rechten) Ufer des Areflusses, auf dem Altbiiren liegt, gelegenen, eiust dem verstorbenen Rudolf von Balm gehorigeu Giitern

und UOrferu Sowie allen zu den genannten Giitorn gehorigera Zubehcir, Rechteu uud Nutzungen, wie sie Rudolf von Balm

besessen hatte, zustehen, dieselben vielmehr freies Eigen des Deutschen Ordens seieu. Er restituiert daher dom Ordon

unter ausdruckliclior Vorzichtleistung fiir sich uud seine Bruder die geuaiiuteu Giiter, verspricht, ihn iu deren Bositz zu

schirraen und dom Orden oiuo Bestiitiguug Kg. Friedrichs und gleichlautende Verbriefuugou seiues Bruders Heiurich,

wenn er ins Land kommt, und der andereu Briider, sobald sie volljiihrig siud, zu vorschaffeu. D. b. w. geg. ze StraDburg

1316 an s. Matliises abeudo des zwelfljoten. Or. Luzern Arcb. d. Herreu v. Pfyffer. Kopp Urk. 1, 128. Reg.: BOhmer 1246

1313 Add. H, 514. — Vgl. Segesser Rpchtsgesch. 1, 080 u. Kopp Rcichsgesch. 4/2, 261, ferner u. 397 u. 458. 395

— Februar 26. StraCburg. — Hzg.LeopoId verpfandet dem Ueiurich von Steiu fiir seineSchuId um dessenDioust

2 Mark Geld auf der Steuer im Siggeiital. Dat. ze Strasburg an dornstag vor dor alten vasnacht a. d. 1316. — Eintrag

Luzern Staats-A. Habsbg. Pfandreg. v. ca. 1380 fol. 12^ Kopp Geschbl. 2, 109. Maag Habsbg. Urbar H/l, 659. Rog.:

Bobraer 1240— 1313 Add.H, 514. — Der Betrag derSchuld felilt, Maag setzt dafiir20 Mark. — Vgl. uber eine bereits

fruher erfolgte Verpfiindung von Steuern aus dem Siggental an U. v. Stciu n. 269. 396

— Miirz 2. — Ritter Heinrich, Herr von Griesseuberg, beurkundct, daD BruderBerthold von Huchegg, Landkomthur des

Deutschcn Ordens im ElsaC uud Burgund, seinem Herru, Hzg. Leopold, sowie ihm selbst uachgewiesen habe, daD die ihm

und Ritter Ulrich dem Liebloseu von Biittikou vom Herzog als verscbwiegenes Lelieu verlieheueu Giiter und Kirchonsiitze

zu Altishofen, Altbiiron und Rot samt allcn DOrfcrn und Rochten, wio sie Rudolf von der Balra auf dem Ufor der Aare,

anf dem Altburon liegt, Latte, freies Eigen des Dentscheu Ordeus seien und verzichtot auf allo Reclite darauf. D. b. w.

geg. zc Z


1^16 (II. m)7-10(>). 51

hofeii. Reg.: Liclin. 3, 3('i 1 ii. 371. Kopp Urk. 132 Anm. — Vgl. Kopp ReichsgoscL. 4/2, 261 u. Sogesserl, 680, lonior

Kaltonbaecks Ostorr. Zeitschr. 1836, 94. — Kiue gleiche Urk. stellte am solbon Tago Ulridi von Biittikon aus. Or. ebonda.

Vgl. u. 39.1 u. 458. 3«7

131«> JlJirz -t. Wieil. — Kg. Friedrich nimnit den Abt Ulrich von Melk und desseu Kloster samt allon Giitern wegen

der grolieu Troue des Klosters und weil dasselbo von seinen Vorfahren und ihm »gestifft ist und gefreyot von dom stuhl

zu Rom», in seinem besondoren Schutz und iibortragt, da er selbst wegen seiner und des Reiches Angolegenheitou auHer

Laudes gehen mufl, seinem Getrouen Dietrich von Pillichsdorf, Marschall uud Hauptmann in Osterreich, den Schutz und

die Vogtei iiber das Kloster. D. i. geg. ze Wienen dos phintztagos in dor ersten Vastwocheu 1316, u. reiches i. d. 2. j.


Or. Melk Stifts-A. mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Schrarab Chronicon Mellic. 199. Duellius Frider. pulch. 77. extr.

Reg.: Huebor Austr. ill. 52. Bohmer 1314—47 F. d. S. u. 60. Lichn.-Birk 3, 361 n. 370 zu Febr. 29. 398

— Miirz 7. Wien. — Kg. Friedrich bittet die Kardinale alles aufzubioten, ura fiir die durch den Tod Papst Clemons V.

verwaisto romische Kirche sobalJ als moglich einen neuen Papst zu wahlen. Dat. Wienne non. marc. a. d. 1316, regni

a. 2. — Abschr. saec. 1 4. Molk Stiftsbibliothek Hs. 969 (K 5 1) pag. ^.'jO. Forschgen. z. dtschen. Gesch. 20, 434. Schwalm

MG. Const. 5, 292. Reg.: Biihmor 1314—47 Add. III F. d. S. n. 323. 399

— Miirz 12. — Hzg. Friedrich von Lothringen bestiitigt, von Hzg. Leopold 3004 Mark Silber Metzer Gewichts als

Abschlagszahlung auf die seiuer Gattin Elisabeth, Loopolds Schwester, zugesicherte Mitgift ompfangen zu haben, und verpfandet

fur den Fall, als Elisabeth vor ihra kinderlos sterben sollte, fiir die gonannte Summe seine Burgen Spitzemberg

und Belrouard (Belrowart) sowie soine Stadt Saint-Di6 (oppidum sancti Deodati) mit dem Tal und allem Zugehor, welche

Guter nach seinem Todo Hzg. Leopold und den iibrigen Erben Elisaboths bis zur Riickzahlung des oben genannten Betrages

eingeraumt werden soUen. Dat. 4. idus niarc. a. d. 1316. — Or. Wien Staats A. mit beschad. Siogel d. Ausstollers an

Pg.Str. Reg.: Lichn.-Birk, 3,361 n.372. Vgl. dazu auch die Urk. v. 1305 Apr. 25 u. 1312 Nov. 1 3 der Abt. U. 400

— Miirz 13. Wien. — Kg. Friedrich wiederholt mit Zustimmung seiner Briider Leopold, Albrecht, Heinrich und Otto die

Schenkuug des Patronatsrechts der Kirche in Windisch an das Kloster Konigsfeldon (n. 358). Dat. Wionne 3. id.

marc. 1316, regni a. 2.

—• Or. Aarau Staats-A. mit Siegeln Frs. (Sava f. 9) u. Leop. (Sava f. 20). Reg.: Hormayrs Arch.

f. G. 10, 432. Lichn.-Birk 3, 361 n. 373. Bohmer 1314—47 Fr. n. 61. Reg. episc. Const. 2, n. 3721 a. — Vgl. Kopp

Reichsg. 4/2, 269 a. 7 u. Argov. 26, 30. [Dr. Hans Herzog.] 401

— Miirz 14. Wien. — Kg. Friedrich bevollmachtigt Herzogin Anna zu Breslau, seine Schwester, zwischen ihm und

Markgraf Waldemar und Markgraf Johaun vou Brandenburg in vorgefallenen Streitigkeiten Friede zu stiften. — Nur

dieser Vermerk erhalten in einem Brieger Urkundoninventar v. J. 1607 i. Breslauer Staatsarch. B. 40. 470. Reg. z.

schlesisch. Gesch. herg. v. Grunhagen u. Wutke n. 3562 (Cod. diplom. Siles. 18). Der Gegonstand des Streites ist unbekannt.

Anna war die Mutter Johanns vou Brandenburg. Kurze Zeit darauf (vgl. 1316 Juni 27) vermittelte sie

auch zwischen Friedrich und Berthold von Henneberg, nachdem sie selbst und Johann sich mit Berthold ausgeglichon

hatten. 402

— Miirz 15. StraCburg:. — Hzg. Leopold ertoilt dem Ritter Jordanus von Burgistein Vollmacht zur tJbernahme der

Mitgift seiner Gattin (Katharina) von seinem Schwiegervater, dem Grafen Amadeus von S a v oy e n,

oder dessen Beauftragteu.

Dat. Argentine 15. die mensis marc. a. d. 1316. — Or. Turin Staats.-A. (matrimon. mazzo 4) das aufgedr. Siegel abgefallen.

— Uber die Mitgift vgl. n. 224. 403

— Miirz 21. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt auf die Bitte des Bischofs Heinrich von Gurk nach dem Vorbilde seines

Vaters, Kg. Albrechts L, das wortlich inserierte Privileg Kg. Rudolfs I. v. 1280 Marz 23 (BOhmor-Redlich n. 1174) fiir

Bischof Dietrich von Gurk, betreffend die Entschadiguug fiir die Belehnung seiner Sfihne. Dat. Viennae 12. kal. apr. a. d.

1316, regni a. 2. — Or. Klagenfurt Arch. d. Goschver. mit Siegel Fs. (Sava fig. 9) an gruner Seide. Reg.: Marian Osterr.

Cleriscy 5, 524. Bohmer 1314—47 Add. III F. d. S. n. 324. Arch. f. dst. G. 14, 24. — Die Urk. Albrechts datiort

vom 8. Jan. 1305 boi Bohmer Reg. 1246— 1313 Add. H, 414. 404

— Marz 22. fStraBburg.] — Kg. Friedrich bestatigt in wOrtlichor Ubereinstimmung mit der Urk. K. Friedrichs II.

V. 1212 Sept. 26 Basol (B.-Ficker n. 671, Friedrich Cod. dipl. Bohem. 2, 92) die Privilegien dos Kiinigs Ottokar von

Bohraen. Acta sunt haec a.d. 1316 Argentinac 11. cal. apr., regni n. a. 2. — Liinig Cod. Germ. dipl. 1, 981/2. Eeg.:

Georgisch 2, 295. Lichn.-Birk 3, 361 n. 374. — Es ist klar, daC hier Liinig (eine andoro Uberlieferung ist nicht bekannt)

ein Irrtum unterlaufen sein mufi. Der Text bei Liinig ist mit Ausnahrae der Datierung eine wertliche Wiederholung

der bekannten Urk. Friedrichs IL Dio Regestierung erfolgt hier nur, um mit Rvicksicht auf das irrefiihrende Regest

bei Lichnowsky noue Irrtiimer hintanzuhalten. 405

Straiibnrg. — Hzg. Leopold benachrichtigt die Stadt Luzern, dal5 er seinem getreuen Diener, dem Grafen Volmar

von Froburg, die Herbst- und Maiensteuer der Stadt im Botrag von je «SV^ ^-^ (funftzig pfunt pfening mindor drithalbs

pfund pfening) verpfandet hat, und betiehlt ihr, dem Grafen urkundlich zu vorsprechen, ihm die Steuer vom nachsten

11. Kovember (sant Martins McC) an alljahrlich zn entrichten, bis or (Leop.) ihm die Schuld von 360 Mark Silbers beglichen

hat. D. b. w. g. ze StraCbnrg 1316 an dom montag nach Mitteruasten. — Or. Luzern Stadt-A. mit Siegel Leop.

Kopp 4/2, 462. Geschichtsfrd. 2, 182. Reg.: Bohmor 1246—1313 Add. II S. 514. — Vgl. Segessor Rechtsg. 1, 219

Anm. 1. 406

— Miirz 24. StraCburj^. — Hzg. Leopold schuldet Heinrich dem Gessler fur zwei Pferde 20 Mark Silber und verpfandct

ihm dafur das Haus am Fischmarkt zu Luzern. 6. ze StraCburg an unser frowen abent ze mertzen a. d. 1316. —

Eintrag Luzorn Staats-A. i. Habsbg. Pfandreg. v. ca. 1380 foL 3^ Kopp Geschbl. 2, 151. Maag Habsbg. Urbar II/l, 004.

7*


52 1316 (n. 107-413).

Reg.: Bohmer 1246— 1313 Add. U, 514. — tJber das Rittergeschleeht der Gessler vgl. die Literatur bei Maag a. a. 0.

602 Anm. 8. 407

1316 Marz 26. — Kg. Ludwig erklart nach dem Spruche der nach Mrnberg berufenen Fursten, daBaUeHOfe, Rechteund

Gflter der Herzoge von Osterreich und seiner ubrigen Feinde in denTalern Schwiz, Uri und Unterwalden samt allen

Leuten und Zugehfir, infolge des Verbrechens der Majestatsbeleidigung, desseu sich die Herzoge durch ihre beharrliche

frevelhafte Auflehnuug gegen ihu und das Reich schuldig machen, ihm und dem Reiclie heimgefallen sind, so daO sie fortan '

nur den KOnig als ihren rechten Herrn anzuerliennen und nur ihm alle Abgaben zu entrichten haben und niemals mehr

vom Reiche entfremdet werdeu sollen. Dat. in obsidione oppidi Herriden 7. lcal. apr. a. d. 1316. — Or. Schwiz Staats-A.

Tscbndi 1,277 (i. dtsch. Ubers. zu Marz 23). Schwalm MG. Const. .5, 298. Reg.: BShmer 1314—47 Lud. n. 194. Lichn.-

Birli 3, 361 n. 375. Eidgen. Abschiede 1, 7. Oechsli 220*. — Vgl. die Wiederholung dieses Urteilsspruches bei 1324

Mai 5. — Die Annahme Heidemanns Peter v. Aspelt 236 u. 255 Anm. 468, daC diese Aberkennung derRechte derHabsburger

bereits 1315 erfolgt sei, wie Tschudi Chronik 1, 277 behauptet, entbebrt der Grundlage. da nicht eiuzusehen ist,

warum in diesem Falle die Beurkundung erst fast ein Jahr spater erfolgt ware. Das Gleiche gilt Yon den Privilegieubestatigungen

Ludwigs fvir die Waldstatte, die gleichzeitig (am 29. Marz) erfolgten. Oechsli Anfiinge 221*. Vgl. dazu

auch die Absetzung des habsburgischen Amtmanns im Urserntal, Heinrich von Ospental, durch Kg. Ludwig und die tbertragung

dieses Amtes an Konrad von Mose am 1. Marz 1317 (M6. Const. 5, 336). 408

— Marz 28. Wien. — Kg. Friedrich verpfandet mit Zustimmung seiner Briider KonradvonWerd (Werde) fiir siebeu-

Lundert Pfuiid Wiener Pfennige, die er Konrad fvir dessen Dieust an den Rhein geben soll, die Burg zu Pitten (Puten) samt

allem ZugehOr und 30 Mut Hafer Marchfutter in den Dorfern Eggendorf (Ekchendorf), Niedern-Zemmingdorf bei Wiener-

Neustadt (Niwenstat), Ober-Zemmingdorf, Dravhendorf, Judenfuert, Chotzdorf, Eyczgendorf, Hadersworth (Haedreinswerde)

und Schwarzau (Swartzza) mit dem Rechte dor freien Verfiigung iiber die Pfandschaft und erklart Konrad nicht vor Bezahlung

der Schuldsnmme aus dem Besitze der Burg zu entfernen (enthausen). D. p. i. g. ze Wienne 1316 des naehsten

suntages vor dem Planitage (l) u. i. d. andern j. u. reiches. — Or. Wien Staats-A. mit beschiid. Siegel Frs. (Sava f. 9) an

Pg. Str. Eeg.: Lichn.-Birk 3, 362 n. 376. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 62. 409

— — Wien. — Kg. Friedrich verleiht den Bvirgern von Wiener-Neustadt die Gnade, daB allo Giiste (hospites)

und Ankommlinge (supervenieutes) Wein und audere Waren nach und von der Stadt nach ihrem Belieben unter landesfijrstlichem

Gelcite fiihren diirfen. Dat. Viennae 5. kal. apr. a. d. 1316, regni a. 2. — Vidimus v. 1544 Wr.-Neustadt

Stadt-A. (Scrin. E n. 3); Abschr. saec. 17. Wien Staats-A. Hs. Suppl. 1144. Reg.: NotizenbL 3 (1853), 179. Behmer

1314—47 Add. HI 325. Arch. f. Ost. G. 60, 105. — Gleich Gesch. v. Wr.-Neustadt 25 verwechselt diese Urk. mit der

von 1310 Marz 18 und spricht irriger Weise von einer Steuerbefreiung von 1316 Marz 28, nach Gleich Lichn.-Birk 3,

362 n. 377. ' 410

— Mttrz 29. Wien. — Kg. Friedrich verpfandet dem Ulrich von Walsee fvir 400 Mk. Silber Grazer Gewichts, die er

ihm fiir Dienst, Burghut und Biirgschaft schuldet, das Haus Riegersburg (behusunge ze Rfkersburch) und fiir 300 Pfuud

Wiener Pfennige den Markt zuFeldbach (Velnpach), den er um diese Summe von der Witwe des Truchsessen vonEmmersberg

einlOste, bis zur Tilgung dieser Betrage mit dem Rechte der Weiterverpfiindung. D. i. g. ze Wienne an dera mantage

vor dem Balratage 1316, i. d. 2. j. u. riches. — Or. Eferding fiirstl. Starhembg. Arch. Siegel abgefallen. Ob.-Ost. UB.

5, 155. Reg.: Notizbl. Wr. Akad. l, 320. BOhmer 1314—47 Add. lU n. 326. Beitr. Kde. stmk.Gqu. 30, 41 = VerOff.

hist. Ldeskomm. Stmk. 9, 31. — Vgl. auch Doblinger i. Arch. f. 6. G. 9, 528 u. 533 u. die Urk. n. 762. 411

— Miirz 30. Wieu. — Kg. Friedrich verpfiindet demBischof Konrad von Freising und dessen Kirche mit Zustimmung

seincr Briidor fiir 800 Pfund Wiener Pfennige 50 Pfund an Steuern auf den Markten, Dorfern und dem Urbargut zu

St. Peter in dfr Au, Aschbach (Astpach), Plankeu (Planchen), Piobstdorf, Urfar (Vruar) und Schonau (Schouna) samt

Zugehor neben den Nutzungon und Einkiinften, die dem Bischof und dor Freisinger Kirche zufolge der Pfandbriefe weil.

Kg. Rudolfs (B.-Redlich n. 879) und Kg. Alhrociits bereits zukoramen, mit der Bestimmung, daC die 800 Pfund zu deu iibrigen

Pfandsummen zugeschlagen und siimtliche Pfaudschaften auf einmal riickgolost werden sollen, daB niemand anderer wiihreud

der Verpfiiudung auf den Pfandgiitern Steuern einheben oder Vogteirechte ausiiben soll, vielmehr der Bischof dieselben

Dienste und Nutzungen wie von seinen anderen Urbarleuten genieBen soll und daran wegen der Steuer koine EinbuBo erleidon

soll, da dio genannten Giiter mitAusnahme von St. Peter Lehen der Horzoge von der Kirche zu Freising seien, und

das, was die Steuer an Mehrertrag auf den Giitern, die nicht Freisinger Leheii sind, abwirft, dem Bischof fiir soinen Dionst

zufallen soU. D. g. i. ze Wienne des eritages zehant nach s. Ri^prehts tag 1316, i. d. 2. j. u. reichs, — Abschr. Miinchen

Dorakapitelarchiv Notizbuch B. Konrads v. Freisiugin, fol. 33. Meichelbeck II/2, 153. Font. rer. Austr. U/35, 90 (irrig.

zu Sept. 28). Reg.: BOhmer 1314—47 F. d. S. n. 63. Lichn.-Birk 3, 362 n. 378. 412

[1316 .VlSrz 30.] — Offener Befehl Kg. Friedrichs an die Loute von Probstdorf, dem neuen Vertrage goraaB dom Bischof

von Freising Gehorsam zu leisten. — Nur im Inventar der in der Kapelle des Schlossos zu Enzersdorf befiudlichen Urkunden

erhalten (Notizbuch B. Konrads fol. 44') Fout. ror. Aust. 11/36, 106. HOchstwahrscheinlich ungefahr gleichzeitig

mit n. 412, die wohl mit den Worten novum contractum gemeint ist. 413

— April 1. Wien. — Kg. Friodrich gestattet mit Zustimmung sciner Briider dem Prfiraonstratenser-KIoster zur h. Mari»

in Schlagel (Plaga), jahrlich 15 Fuder Weins auf der Donau stromaufwiirts maut- und zollfrci zu verfrachten und verbiotet

allen seinon Mautnern und Amtleuten an der Donau, das Klostor daran zu bohindern. Dat. Wienne kal. apr. a. d.

1316, regni a. 2. — 2 Orig. SchlSgel StiftBarch., an einem Siegel Fs. an grunen Seidenfaden. ObOst. UB. 5, 1 56. Reg. : Prita


1316 (n. 4U-422). 53

Gesch. d. Ld. o. d. Enus 2, 694. BiShmer 1314—47 Add. III F. d. S. ii. .127. — Vgl. auch Bl. d. V. f. Ldosk. v. N.-O.

19. 4G2. 4U

1316 April 2. Wleil. — Kg. Friedrich schliehtet die Streitigkeiten zwischou den Chorhorren und Biirgern von Passau

eiuerseits und seinem Burgmanneu Egk^lf von Schellonberg anderorseits, indein er erklart, alle vor ihn gobrachten

Beschwerden der Bfirgor gnadig zu erledigen, uud vorordnot, dalj Eglolf kiiuftighin jedon dou Biirgern von ihra oder den

Seineu zugefiigteu Schadcn uach dem Schiedsspruch Chalhochs von Falkenstein und des Friborgers ersetzen soll, widrigoufalls

er abgesetzt und der Schaden den Biirgeru voui Kiiuig vergiitet werden soll. G. zo Wienne an dem vritage vor s. Ambrosieutag

liHti i. d. 2. jar u. riches. — Or. Tassau Stadt-A. mit Siegel Frs. (Sava f. it). Rog. : Verh. hist. Ver. Ndor.-

Baiern 10, 270. BOhmer 1314— 47 Add. III Fr. n. 328. Arch. Zeitschr. 1, 232. — Vgl. dazu auch die Urk. Eberhds.

V. Walsee u. Dietrichs v. Pillichsdorf v. 1315 Sept. 17 b. Eferding. Verh. hist. Ver. f. N. B. 10, 269. 415

— April 5. Wieil. — Kg. Friedrich vorpfaudet mit Zustimmuug seiner Briider Leopold, Albrecht, Heinrich und Otto die

Burgen Neuburg (Neauburch) a. luu und Werustoin gegenuber Neuburg oberhalb Passau dom Domkapitel und der Stadt

Passau um 3000 Mark Silber Wioner Gewichts, eiue Mark zu 72 groBen Prager Pfenuigen oder zwei Mark gleich 3 Mark

alter Wiener Pfennige gerechnet, nach deren vOlliger Kiickzahlung die Pfandnehmer die Burgen unvorzviglich zuriickzustoUeu

schworen. Kapitel und Stadt soUeu alljiihrlich als Abzahlung vom KOnig 500 Mark Silber oder allenfalls mohr

au3 der Maut zu Linz erhalten, die ihnen in Passau auszuzahleu sind und ubor die sie quittiereu sollon. Solango sie die

Burgeu innehabon, sollen sie alljahrlich 250 Pfuud Passauer Pfeunige zur Erlialtung dorselben vorbauen und joder von

ibnen eingesetzte Burggraf soU schwOreu, den Horzogeu von Osterroich die Burgen nacli Riickzahlung der Pfandsumme

ohne Widerrode auszulieforn. Werden dio Pfaudinhaber im Besitze derBurgen aiigegriffen, sollon sie die Horzoge auf Aufforderung

darin schutzen, uud zwar auf eigene Kosten, doch musseu Kapitol und Stadt am Kriego teilnohmen, der ohno

ihre Zastimmung nicht beendigt werdeu soll. Wenn eiue der Burgen odor beide verloren gehon und dio Pfandinhaber

konnen sie nicht halten und die Herzoge ihnou auf ihre Aufforderang keine Hilfe leisteu, soll der Kampf mit der gauzon

Macht des Bistums Passau und der Herzoge bis zurRiickeroberung der Burgen gofiihrt werden. Gehen die Burgen infolge

Fahrlassigkeit verloren, sind Kapitel und Stadt zur Ruckgewinnung vorpflichtet, wobei ihneu die Herzoge beistehen sollen.

Wahrend der Da'ier der Verpfandung konnen die Pfandinhaber dio Maut nach ihrem Belieben in Passau odor Neuburg

einheben. Kapitel und Stadt geloben, den kiinftigon Bischof von Passau zum Beitritt zu diesem Vertrag zu veranlassen

oder ihn im Weigerungsfalle zur .Vnerkennung dessen, wozu sie sich verpflichtet habeu, zu nOtigen. D. gBg. i. zo Wienne

des montages uach Palratag 1310 i. d. andern j. u. riches. — Or. Miinchen R.-A. (Kaiserselekt. Nachtr. I84V2) mit Siegel

Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Reg.: Reg. Boica 6, 396. BOhmer 1314—47 F. d. S. n. 64. — Vgl. dazu n. 720, 742 u.

796, aus welch' letzterer hervorgeht, daC auch ein Gegenbrief desKapitels uud der Stadt ausgestellt wurde, der heute nicht

mehr vorhanden ist. Die Bemerkuugen boi Erhard, Gesch. v. Passau 1, 118 sind dahin zu berichtigen, dafi die Urk.

Friedrichs v. 1314 Sept. 22 mit der Verpfandung dor beiden Burgen nichts zu tun hat. 416

— April 8. Wien. — Aiu schuldbrief von kunig FridriCheu rOmischer kunig auf seiueu avuuculo Graf Otten von Ortenburg

umb zweihundert mark silbers von seiner majestot muntz zu Wien zu zwayen fristen fur seine diennst zn betzalen.

Datum Wienn 8 aprilis 1316. — Eintrag Wien Staats-A. Repertorium des Putsch Bd. 3, S. 954. 417

Wien. — Idem [Kg. Friedrich] verschreibt eidem [Grf. Otto v. OrtenburgJ 100 tt Wienner [Pfennige] zu purckhut

zu dem sloss Sussenberg, Susenberg oder Unzenberg, so lanng er daz ynnhat. Datum ut supra [1316 Apr. 8]. —

Eintrag Wien Staats-A. Repertorium des Putsch Bd. 3, S. 954. Diese und die vorhergehende Urkunde sind uicht mehr

erhalten. 418

— April 9. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt dem Bischof Konrad vonFreising das wortlich inserierte Privileg

Kg. Rudolfs V. 1277 Mai 18 (B.-Redlich n. 763) iiber die Gerichtsfreiheit des bischOflichen Hauses in Wien. Dat. apud

Wiennam 5. id. apr. a. d. 131


54 1316 (11. 128-127).

1316 April 13. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt dem Nonnenkloster St. Nikolaus in Wien »extra muros* Zisterzienser-Ordens

das ioserierte Privileg Hzg. Albrechts I. v. 1287 Okt. 13 Wien viber Gerichtsbarkeit und Mautfreiheit.

Dat. in Wienna id. apr. a. d. 1316, regni a. 2. — Or. Heiligenkreuz St.-A. Herrgott Mon. Aust. 1, 225. Font. res. Aust.

n/16 406. Keg.: Lichn.-Birk 3, 362 n. 382. Bohmer 1314—47 F. d. S. ii. 67. Quell. Gesch. St. Wien 1/3, 157 u.

U/1, 15. 423

Aprll 16. — Graf Amadeus von Savoyen befiehlt dem Autou vou Clairmont, an Jordan von Burgistein, Bevollmachtigten

Hzg. Leopolds, gegen Vorweis der VoUmacht, Qaittung und Abzug in der Verrechnuug die angewiesene Summe

auszuzahlen.

D. apud Gentilliacum die Veneris le.dieapr. 1316. — Or. Turin Staats-A. (Matrimonii mazzo 4). — Ebenda

Notar. Instr. v. 1316 Apr. 28 Chambery, worin Jord. v. Burgistein nber 2000 floren. de Florentia u. 50 libras turon.

grossorum quittiert. Vgl. n. 403. 424

April 17. Wien. — Kg. Friedrich verleiht der Stadt BruckanderLeitha in Ansehung ihrer Vunlienste um das

Reich und das Herzogtum Osterreich einen Jahrmarkt, »quod nundinae vocaturc, fiir den 25. Mai (in festo b. Urbani papae)

und bestimmt, daO alle Besucber des Marktes sich seines Schutzes uud des Privilegs der Marktfreiheit (forensium privilegio

libertatum) erfreuen sollen. Dat. Viennae 1 5. kal. maii a. d. 1316, regni a. 2. — Inser. i. Ur. K. Matthias v. 1 6 1 Bruck

a. d. L. Stadt-A. Bl. d. Ver. f. Ldeskde. v. N.-O. 34 (l900), 191. Keg.: Arch. f. ost. G. 6, 290. Bobmer 1314— 47

Add. III F. d. S. n. 329 (zu Apr. 16). — Dieser Jahrmarkt, der noch heute besteht, wurde der Stadt von Hzg. AlbrechtV.

1437 Juli 18 (Bl. d. Ver. f. Ldeskde. 34,210) neuerdings verliehen, ohne da(i in dieser Urk. auf obige Verleihung Bezug

genommen ware. Kretschmayr folgert daraus (Bl. f. Ldeskde. 191 Anm. l), daBderMarkt inzwischeaeingegaugen sei. 425

— April 18. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt dem Bischof K o n r a d von Freising die inserierte Urk. Kg. Eudolfs

V. 1277 Okt. 26 Wien (B.-Redlich n. 8 7 9) iiber die Verpfandung genannter Freisinger Lehen. Dat. Wienne a. d. 1316

14. kal. maii, regni a. 2. — Or. Miinchen R. A. (K. Sel. Nachtr. n. 186) mit Segel Frs. (Savaf. 9) an gelben und roten zusammengedrebten

Seidenfaden. Meichelbeck n/2, 154. Font. rer. Aust. 11/35, 83. Reg.: Bohmer 1314— 47 F. d. S.n. 69.

Lichn.-Birk 3, 362 n. 383. 426

Wien. — Kg. Friedrich und seine Bruder Leopold, Albrecht, Heinrich und Otto stiften auf dem von dem Wiener

noch den Berg Maureck

Biirger Herbord auf der Saul (super columpnam) erworbenen Gute Mauerbach, zu welchem sie

und den von der Freisinger Kirche fur den Wald in Kirchbach (Chirchpach) eingetauschten Wald Wispuch hinzufiigen,

zur Ehre Gottes, der Juugfrau Maria, des heiligen Johannes d. T., des hl. Antonius und aller Heiligen Gottes ein Karthauserkloster

fiir einen Prior und zwiilf Monche, das sie AUerheiligental (Vallis omnium sanctorum) benennen, sowie ein

Spital zum hl. Antonius fur siebzehn Arme und verleihen ihrer Stiftung folgende Eechte und Guter: das Patronatsrecht

uber die Kirche St. Leonhard in Forst, 12 Fuder Bergrecht in Gumpoldskirchen und 8 in Pfaffstatten ; an Getreidezehenten

in Jedlersdorf (Vrlegstorf) 8 Mut Weizen und 8 Mnt Hafer, in Wagrain 12 Mut^Roggen und 9 Mut Hafer, in Aderklaa

(Atichla) 2 Mut Weizen, 5 Mut Korn und 7 Mut Hafer, und von den Miihlen in Aspern (Asparn) 3 Mut Roggen, ferner

von der neuen Saline in Hallstatt jahrliche Einkiinfte von 30 Wiener Pfund und 1 Pfund Salz, zu dessen Herausgabe die

Salinenvorsteher am 21. Sept. eines jeden Jahres verpflichtet sind und das zoUfrei uach Wien verfrachtet werden kann,

1 Massel (massas) Eisen aus dem Werke zu Vordernberg bei Leoben, welche der Amtmann (iudex) des Werkes alljahrlich

am 24. April in Leoben fiir das Kloster bereithalten soll. Sie vereinigen ferner das vcm Hofkaplan Gerlach, Pfarrer von

Traiskirchen (Dreskirchen), fur 6 Mcinche gostiftete Krankenhaus unterBestatigung aller Besitzungen und Rechte desselben

niit dem Kloster, erklaren alle dem Kloster verliehenen Giiter zu Mauerbach sowie die genannten Wiilder als dessen freies

Eigen, welches ein vom Kloster eingesetzter Forstaufseher verwalten soll, verleihen dem Kloster fur das Gebiet innerhalb

seiner Mauern (infra septa claustri vel hospitalis) das Asylrecht, befreien es von allen Steuern, Abgaben jeder Art sowie

von der Pflicht zur Beherbergung, ernennen den jeweiligen Prior zum Hofkaplan mit dem Rechte auf die Haltung von

dreiPferden beiHof, gestatten die zollfroie Zufuhr von Lebensmitteln, Kleidung und aller sonstigen Bediirfnisse, denBesitz

voneigenen, von jeglicher Abgabe befreiten Hospizen in Wien, KIosterneuburgundTuIln, verleihen dem Kloster dio ordentlicho

Gerichtsbarkoit iiber alle Untertanen und Colonen auHer iiber todeswiirdige Verbrechor, die dem zustandigen Gerichte

auszuliefern sind, wahrend derBesitz des Verbrechers dem Kloster zufallt, behalten sich und ihren Nachkommen die Vogtei

vor, bestiramen, dafi jeder dem Kioster durch Verletzung seiner Privilegien verursachte Schaden, wenn er nicht innerhalb

eines Monats behoben wird, mit dem doppolten Werte gebufit werden soll und verpflicbten Prior und Convent zur Abhaltung

von Jahrtagen fur die Kiinige Rudolf und Albrecht, KOnigin Elisabetb, Kiinig Rudolf von Biihmen, fur sich selbst

und ihre Erben mit der iiblichen Feior, an wehhon Festtagen der Prior den "Brudern zur gowohnlichon Pfriinde eine besondere

Speise als Pitanz verabreichen soll. Dat. Wienne 14. kal. mai a. d. 1316, regni a. 2. — 2 Orr. von gloicher

Hand Wicn Staats-A., an einom Siegel Frs. (Sava f. 9) an rot-gelber Seide, am zweiton Siegol abgefallen. Wiedemann in

Ber. u. Mitt. d. Wr. Altertumsvor. 13, 69 (fehlerhaft; zu diesem Druck sind die Borichtigungen Weydas in Bl. d. Ver.

f. Ldeskdc. v. Nd.-Ost. 8, 271 flf., zu vergl.). Auszg.: Stoyerer Commeut., 2. Font. rer. Aust. 11/35, 83. Reg.: Bohmerl314—

1347 F. d. S. n. 68. Lichn.-Birk 3, 362 n. 384. Mitt. d. k. k. Archivs f. Nd.-Ost. 1, 64 aus Vidimus. Quell. z. G. d. St.

Wien 1/3, 158. Zit. : Bl. d. Ver. f.Ldeskde. v. N.-O. 32, 150 zu Mai 19. — Uber die Vorgeschichte der Grundung Mauerbachs

vgl. Urk. 1314 Aug. 17 der Abt. II. liber die Stiftungsurkunde vgl Wiedemanii a. a. 0. 73, der die Urkuuds irrig

zu .Mai 19 datiert, und Topographie von Nd.-(5st. 6. 27 5. 427

— April 20. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt alle Kechto und Froiheiten des Stiftes Lilienfold, wie sie die Urkund»

Hzg. Albiechts und das durch diese bestatigte Privileg Kdnig Kudolfs v. 1277 Sept. 26 (B.-Kedlich n. 865) enthalten,

unter wortlichor Insorierung des Kudolfinischen Privilegs,

insbesondcre die von Albrecht verliohone Mautfreiheit fur 2 Pfund



1316 (n. 428-137). 55

Salz (maioris ligamiuis), das Keelit, iu Krems 20 und in Wien 40 Wagenladungen Wein cinlagern nnd aussclieiikon zu

durfen, die Blutgericlitsbariveit auf den Giitern in Grafenberg (Graevonperge), Koseldorf (Razleudorf), Radelbrunn (Kaedenprunne),

Stnitzing, Weinzierl, Werschenschlag (Wersenslag) und Brand und das Kecht zur Einhebung einer Maut iu Wilheluisburg.

Uat. et act. Wienne 12. kiil. inaii ind. 14. a. d. 1316, regui a. 2. — 2 Orr. Lilienfeld Stifts-A., lat. u. dt., iiiit

Siegel Frdr. (Sava fig. 9, Hanth. Koo. Tab. 16 n. 5) an griiuen Soidenfaden. Reg.: Hantlialer Kec. 1, 168 u. Fasti Campilil.

2 1. 1.59. Bobmer i;3I4— 47 F. d. S. n. 70. Lichn.-Birk 3, 362 n. 385. Quell. z. G. d. St. Wien l/l, 187. — iiber dio

Maut in Willielmsburg vgl. rjS4 Aug. 31 der Abt. II und n. 355. tiber die Gerichtsbarkeit des Klosters die folgenden

Mandate gleicheu Datums. 428

13Ui April 20. Wlen. — Kg. Friodrich bofiehlt dem lleinrich von Walsee dafiir zu sorgen, dali das Kloster Lilienfeld

in Ausubung dor Blutgorichtsbarkeit besonders in Stratzing (Stretzingen), auf deu drei Hofstiittou im Dorfe (inter vinitores).

in Weinzierl, Werschenschlag (Werssenslag) uud Braud (Braut) uicht beeiutraclitigt werde, da dem Kloster zufolge

der vorgelegten Privilegien diescs Recht zustehe. Dat. Wienne a. d. 1316 12. kal. niaii. — Or. Wien Staats-A. mit riickwarts

aufgedr. Siegel Frs. (Sava VII). Reg.: Hauthaler Rec. 1, 169 [zu Mai 1], u. 2, 324. BOhmer 1314—47 F. d. S.

n. 73. Lich.-Biik 3, 363 n. 387. VgL iiber Stratziug Winter Nd.-Ost. Weistiimer 2, 903 Anm. 429

Wieil. — Kg. Friedrich befiehlt dem Richter in Eggouburg, sich der Ausiibung der Blutgerichtsbarkeit in den

Ortcn Koseldorf (Kazleudorf) und Kadlbrunu (Redepruuue) zu enthalten, da dieselbe nach dem ihm vorgelegten Urkundeu

dem Kloster Lilienfeld zusteht und nur durcb den vom Klostor bostimmten Richter ausgeiibt werden darf. Dat. Wieune

12 kal. maii regni a. 2. — Or. Wion Staats-A., riickwarts aufgedr. Siegel (Sava VII) abgefallen. BI. d. Ver. f. Ldkde. v.

N.-O. 35, 135. Reg.: Hanthaler Recensus 1, 169. B(5hmer 1314—47 F. d. S. n. 72. Lichn.-Birk 3, 363 n. 386. Vgl.

anch Winter Nd.-Ost. Weistumer 2, 526 Anm. 430

AVien. — Kg. Friedrich erliiCt eineu gleichlauteudeu Befehl au den Richter Mathias von Krems betretts der Blutgerichtsbarkeit

in Stratziug. Dat. Wionne 12. kal. mai regni a. 2. — Or. Wien Staats-A., riickwarts aufgedriickt. Siegel

abgefalleu. Reg. : Hantlialer Kec. 1, 169. Biihnior 1314—47 F. d. S. n. 71. Lichn.-Birk 3, 363 n. 388. 431

Wien. — Kg. Friedrich bestatigt dem Kloster Heiligenkreuz das inserierte Privileg seines Vaters Albrechts I.

v. 24. Dez. 1286 und verbietet bei Strafe von 60Pfuud Gold, die zurHalfte demKlostor zufalleu sollen, dasselbe in seinon

Rechten zu beirren. Dat. Wienue 12. kal. maii a. d. 1316, rcgni a. 2. — Or. Heiligenkreuz Stifts-A. mit Siogel Friedr.

Fout. rer. Aust. II 16, 45. Keg.: Bohmer 1314—47 Frdr. d. S. u. 74. Lichn.-Birk 3, 363 n. 389. 432

— April 22. Wiener-Neustadt. — Kg. i>iedrich bestiitigt seiner Muhme Pfalzgrafin Mechthild, Herzogin zu

Baieru, nach dem Vorgang seines Vaters Kg. Albrecbt alles Keichs- und Eigengut, das ihr Gatte Hzg. Rudolf ihr als

Widerlage gegeben hat. D. b. i. g. ze der Niiwenstat an dem dunrestage vor s. Georgien tag 1316, in dem 2. jar u. ricbes.

Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. MG. Const. 5, 300. Keg.: Bohmer 1314 — 47 Fr. n. 75.

Lichn.-Birk 3, 363 n. 390. Koch-Wille Reg. d. Pfalzgrfen. 1, n. 1783. — Eiue Urk. Albrechts scheint nicht bekanut

zu sein. 433

Wiener-Neustadt. — Kg. Friedrich bestiitigt derselben den ihr von ihrem Gatteu mit Zustimmung nnd mit

Hand ihres Schwagers Ludwig zur Morgeugabe angewiesenen ZoII zu Bacharach mit allen den Rechten, die einer Frau an

ibrer Morgengabe zusteheu. D. b. i. g. ze derNuwenstat an dem dunrestage vor s. Goorgion tag 1316 u. richs i. d. 2.jar. —

Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Schwalra MG. Const. 5, 300. Reg.: Bohmer 1314—47 Fr.

d. S. n. 7 6. Lichu.-Birk 3, 363 n. 391. 434

— Aprll 23. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt der Miinzgenossenschaft (Hausgenossen) zu Wien das inser.

Privileg Kg. Kudolfsl. v. 127 7 Juli 16 (B.-Kedlich n. 82 1) ilire Rechte und Satzungen betrefteud. G. czu Wien a.d. 1316

an dem newnten kalend des maien u. reichs i. d. 2. jar. — Doutscbe Ubersotzg. saec. 15 Wien Staats-A. Cod. Suppl. 429

(Munzbuch Albr. v. Ebersdorf) foL 30^ Chmel Geschforsch. 1, 477. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. III Fr. d. S. n. 330.

Lichn.-Birk 6, 2 n. 392*'. 435

Wlener-Neustadt. — Kg. Friedrich befiehlt, da6 kiinftighin kein Jude inWiener-Neustadt Gewand ausschneiden

soll und Zuwideihaudelnden das Gewand vom Richter konflsziert und au die laudesfiirstliche Kammer abgeliefert

werden soU. D. p. i. g. zu der Niwenstat 1316 an s. Jorgen abuude. — Abschr. saec. 18. ox autographo Wien Staats.-A.

Reg.: Boeheim Chronik v. Wr.-Noustadt 1, 83. Lichn.-Birk 3, 363 n.392. Bohraer 1314—47 F. d. S. n. 77. Hormayrs

Taschenbuch 1S39, 206 (zu 1306), 1843, 305 u. 1844, 532. Wiencr Reg. z. Gesch. d. Juden 47. Winter i. Arch f. ii.

G. 60, 105. 436

— April 24. "AViener-Neustadt. — Kg.Friedrich erteilt der Stadt Wiener-Neustadt cineBestiltigungihrerFreiheiten

und eine Steuerfreiheit. 1316 am St. Georgou Tag gegeben zu Neustadt. — Nur aus einer Erwabnung bei Gleich Gesch.

T. Wr.-Neustadt 25 bekanut, der von drei Urk. Friedrichs, eiuer von 1315 und zweien von 1316 (Apr. 24 u. Marz 28),

spricht, als deren Inhalt cr die Erneaerung der Freiheitcn und eine fiinfjiihrige um woitere 6 Jahre verlangerte Steuerbefreiung

zur Entschadigung fur den erlittcuen Braudschadeu angibt, ohne jedoch zu sagen, wiesich dieseBegiinstigungen

auf die drei Urkunden verteilen. DaC die Urk. v. 1316 Marz 28 nicht existiert, wurdo bereits bei n. 410 erwiescn. Auch

die Torliegende ist anderweitig nicht uachweisbar uud Gleichs Angabc dahcr sehr zweifelhaft. Nach Gleich Bobmer

1314—47 Fr. d. Scb. n. 78 u. Lichu.-Birk 3, 363n. 393. 437

Wiener-Neustadt. — Kg.Friedrich befiehlt seinen Anitleuteu in Hallstatt, die von weiland seiuerMutter Kgin.

Elis^beth laut deren Urkunde dem Nonuenkloster Traunkirchen als jiihrliche AblOsungsumme fiir dessen Rechte zugesichcrten

1 1 o Pfund Wieuer 1'fennigo zu joder Quateniber auszuzahlon und verbietct, vor Bezahlung des Klosters «twas



vou

56 1316 (n. 438-446).

von dera »hofsaltz« wegznfviliren oder zu verkaufen. Dat. in Nova Civitate 8. kal. maii a.d. 1316, regni a. 2. — Abschr.

saec. 18 Wien Staats-A. Kirchl. Topogr. 14, 255 aus einem Kopialbuch zu Ort a. Traunsee. ObOst. UB. 5, 157. Reg.:

Pritz Gesch. d. Ld. o. d. Enns 2, 694. Lichn.-Birk 3, 363 n. 394. Buhmer 1314—47 F. d. S. n. 79. Arch. f. 6st. G.

82, 248. — VgL die Urk. Elisabeths v. 1305 Febr. 10 u. 1312 Aug. 10 in der Abt. IL 438

1316 April 27. — Schultheis und Eat von Luzern verpflichten sich, die ihren Herreu Hzg. Leopold und dessen Brndern

schuldige Herbst- und Maisteuer von je 48 % Pfund dem Befehle Leopolds gemaD solange zur vorgeschriebenen Zeit an

Graf Folmar von Froburg zu zahlen, bis

desseu Forderung von 360 Mark Silber von Leopold und dessen Briidern beglichen

sein wird. Die Zahlungen sollen am niichsten 1 l.November (s. Martis mes) beginueu. D. g. w. ze Lucerren in unser stat

1316 an dem neichsten zistage vor s. Walburg tage. — Or. Luzern Stadt-A. Kopp 4/2, 464. Reg.: Segesser 1, 219

Anm. 1 (zu Febr. 24). — Die Pfandurkunde fur den Grfen. v. Froburg s. n. 98. 439

— April 28. — Hzg. Leopold bekennt, Leutold von K r e n k i n g e n fiir ein von demselben erkauftes schnelles RoB (louffer)

25 Mark Silber Baseler Gewichts schuldig zu sein, und schlagt diesen Betrag zur Pfandsumme, um welche die Burg

Krenkingen an Leutold verpfandet ist. D. i. g. an der mitwochen vor s. Walpurg tag 1316. — Or. Karlsruhe G. Ld. A.

(Abt. 21 Konv. 2 79) mit beschad. Siegel L. (Sava f. 20) an Pg. Str. Uber die Verpfandung der Burg Neukrenkingeu

vgL n. 80. 440

— April 30. — Hzg. Leopold gibt der Abtissin und dem Konvent zn Tanikon die Eigenschaft des Gutes zu Stetfurt,

das acht Stvicke gilt und das Heinrich von Ochsenbart der Alte besessen und Johann von Strasse zn Lehen hatte.

Dat. an

s. Walpnrg abent ze ingentem maion in dem 14. zinsjar Eomerre. — Eeg. : Mohr Eeg. der Arch. d. Eidgenossenschft. 2,

Reg. V. Tanikon n. 28 zu Mai 1 aus dem daraals noch vorhandenen, heute verschollenen Orig. Bcihmer 1246— 1313

Add. II, 514 (zu Mai l). — Das aus dem 18. Jht. stammende Repertorium von Tanikon im Thurgauisch. Kantonsarch. in

Frauenfeld weist liber diese Urk. auf pag. 118 n. 18 folgende Eintragung auf: ein brief de a" 1316, wie Lutold herzog

von Osterreich iiber das guth zu Stettfurth so Heinrich von Oxenhard und Johanes von StraB besessen hat alles lechen

und eigenschaift dem gottshaus iibergeben hat. 441

Eeinald von Bar, Bischofvon Metz, beurkundet, daB Graf Ulrich (Hourri) von Pfirt (Ferreites) gegen 12.000 Pfund

Turnosen Lehensniann der Metzer Kirche geworden ist und sich unter genannten Bedinguugen verpflichtet hat, dem Bischot

gegen den Herzog von Lothringen und dessen Verbiindete mit Ansnahme Kg. Friedricbs, seiner Bi-iider und des Grafen

Mompelgard beizustehen, gegen welch' letztere er nur dann kampfen muB, wenn sie di-n Bischof und dessen Bistum

angreifon. 1316 le venredy aprfes la quinzaine dePasches. — Or. Innsbruck Eeg. Arch. (Schatzarch. 8089) durch MSusefraC

teilw. zerstiirt. 442

— Mai 1. Graz. — Kg. Friedrich beurkundet Ulrich von Saurau (Surowe) uud dessen GattinOff^mey nnd derenKinderu

beiderlei Geschlochts alle Giiter, die Ulrich von ihm und seinen Vorfahren gehabt, zu rechtem Lehen verlieben zu haben.

Sterben Ulrich und seine Gattin kinderlos, sollen dio Giiter an Ulrichs Brtider Friedrich und Otto von Saurau fallen, die

sie von den Herzogeu zu Lelien nehmen sollen. g. ze Gretz an s. Philippcn

andern j. — Or. Graz Ldes.-A. mit gebroch. Siegel Frs. (Sava 9) an Pg. Str.

i. d.

443

und sant Jacobes tag 1316, u. riches

— Mai 3. Graz. — Kg. Friedricb bezeugt dem Zisterzienserkloster Renn, welches mit mehr Freiheiten, Rechten und

Gnaden als andere Kliijter zur Abwehr der AnmaBung seiner Gegner ausgestattet ist, die deniselben nach gemeinem Rechte

wio vielen anderen zustehende Befugnis, auf allen

in Osterreich und Steiermark gelegenen Giitern Grundholden zu bestiften

und abzustiften, Amtsleute ein- und abzusetzen, die Gerichtsbarkeit mit Ausnahrae des Blutbanns uber dieselben zu uben

und die jeweilig vom Landesherrn geforderten Steuern auf dieselben umzulegen, alles ohne einen Vogt oder Richter zuziehen

zu raiissen, und bedroht Zuwiderhandelnde mit seiner Ungnade und einor Strafe von 100 Pfund Gold, die zur

Halfte deni Fiskus, zur Hiilfte dem Kluster zufallen soll. Dat. in Gretza 5. non. niaii a. d. 1316, regui a. 2. — Or. Eeun

Stiftsarch. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot-gelber Seide. — Ebda. ein 2. Or. niit demselben Siegel, in dem die Strafbestimmung

fehlt. Winkclmann Acta 2, 274. Schwind-Dopsch Ausgew. Urk. 166. Reg.: Pusch-Frciblich 2, 31 (mit

Mai 4). Lichn.-Birk 3, 364 n. 395. Bohmcr 1314—47 F. d. S. n. 80 u. Add. II n. 274. Mitt. d. hist. Ver. d. Stmk.

43, 40. Beitr. z. Kde. stmk. Geschqu. 30, 41 = Veriifr. d. hist. Ldeskom. f. Stmk. 9, 31. 444

— Mal 6. Graz. — Kg. Friedrich vorbietet dem Richter, den Gescbworenen und der gesamten Biirgerschaft von M a r-

burg, von demHaus, das Abt und Konvent des Klosters Reun in ihrer Stadt der Weinkultur wegen besitzen und Reuner

Bruder bewohnen, irgend welche Stenern eiuzuheben, doch soll das Klostw im Ubrigen den allgenieinen Gewobjheitsrechten

der Stadt unterliegen (nec . . . . a iuribus consuetudinariis seu communibus quibuscunque vestro civitatis intendimus

sequestrari). Dat. in Gretza 2. non. maii 1316, regni a. 2. — Or. Roun Stiftsarch. mit Siegel Fs. (Sava fig. 9) an

Pg. Str. Reg.: Pasch-FrOhlich 2, 30. Lichn.-Birk 3, 364 n. 396. BOhnier 1314— 47 F.d.S.n.81. Muchar 6, 205. Mitt.

d. histor. Ver. d.Strak. 43, 41. Beitr. z. Kde. stmk. Geschqu. 30, 41 = Veroff. d. hist. Ldeskom. f. Stmk. 9, 31. 446

— Mai 7. Blankenstcin. — Hzg. Leopold verpflichtet sich in seinem und soiner Briider Nanien, dem Grafen Ebcrhard

voii Wiirttomberg bis zum 24. Juiii eine Scliuld von 200 Mark fiir beizustellende Lebonsinittol (umb koste) zu zahlen

und gelobt l)ei dem seinem Wirt zu StraBburg geleisteten Eido im Falle dor Nichtcinhaltung der Frist solange in StraBbnrg

Einhiger zu balten, bis er, seine Briider oder ihre Erben die Schuld bozahlt liaben. Sollte er aber mit Tod abgehen,

so ist der Graf bercrhligt, das Geld gogen Zinszahlung aufzuneliraen (daz giit gewinnen uf schaden) und Loopolds Briider

undErben sind verpfliclitet, ihm alle Anslagen zn ersctzen. G. zeBIankonstein an dem fritag nach s. Walpurgs tag 1316. —

Or. Stuttgart Staats-A. (Geldanlehnungen) mit Siegel Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str. Reg. : Notizenblatt I (l85l) 15.

BOhmer 1246—1313 Add. TT, 514. Wiirttemborg. Reg. 1 n. 2103. 446


1316 (n. 417-^6). 57

1316 Mai 9. Voitsberar. — Kg. Friedrich befiehlt dem Ulrich von Walsee, Landeshauptraann in Steiermark, und dessen

Stellvertreter, das Klost«>r Keun in den von ihm bestatigten Rechten zu scliiitzen. Uat. in Voitsberg 7. id. maii 131G,

regui a. 2. — Abschr. saec. 1 9 aus d. Diplom. Runense, Hs. 527, 11 1224 n. 274 Graz Ldos.-A. — Reg.: Pusch-Frrthlich

2, :n. Lichn.-Birk 3, 364 n. 397. Biihmer 1314— 1347 F. d. S. n. 82. — Der Befehl bezieht sich offenbar auf das

Privileg v. 3. Mai dieses Jahres, vgl. n. 444. 44:7

— Mal 11. Baden. — Hzg. Leopold iibertragt dem Konstanzer Domherrn Nikolaus von Frauenfeld und dessen Bruder

Johann von Egelin das Gut, gelegen zu dem kurzen Eichingen, damit sie es dom Kloster Tiiss verkaufen, wobei sie sich

verptiichteu, innerhalb sechs Jahren ein gleichwertiges Gut zu Lehen zu nehmen. — Abschr. Karlsruhe Gen. Ldes.-A.

Kopialbch. 455 c. l. 169''. Reg.: Rieder-Cartelliori Reg. episcop. Const. 2, n. 4381. Eschor-Scliweizer Ziirich. TJB. 9,

258. — Ein Ortsname Kurzen-Eichingen ist nicht bekannt. Die Herausgobor des Ziiricher UB. vermuten daher, daB es

richtig Erehingen heiOen soll und man an einen Ort Kurzen-Ercliiiigen, entsprechend Langeu-Erchingen, heute Langdorf,

zu denken hat. Vgl. aber auch den Revers (n, 449), wo es Ettingen heiBt. 448

Lehensrevers des Niclas von Frauenfeld, Domherrn zu Konstanz, fur Hzg. Leopold, an Stelle des von ihm dera

KlosterToss verkanften Gutos »zu dem kurzen Etthingon» auderoGiiter zuLehen zumachen und vom Herzog zuempfangeu.

1316. — Eintrag saec. 16. Innsbruck Reg.-A. Repert. d. Schatzarch. 1, 217. Thommen Schweiz. Urk. 1, 148. 449

— Mai 12. Judenbnrg. — Kg. Friedrich erklart, den Burgern, dem Rat und der Gemeinde der Stadt Wien das Haus

Ottos, Haimos Bruders, samt der Kapelle und allem Zugehfir zu freicr Verfiigung iiberlassen zu haben. D. g. i. ze Judemburg

au der mittewochen nach s. Gordianstag 1 3 1 6, u. riches i. d. 2. j.

— Or.Wien Staats-A. Siegel abgefallen. Notizenblatt 1

(1851), 299. Auszg.: Horraayr Gesch. Wiens 7, UB. 212. Reg. : Arch. f. G. 18 (1827), 792. Hormayrs hist. Taschenb.

1844, 533. B(5hmer 1314—47 F. d. S. n. 83. Lichn.-Birk 3, 364 n. 399 Ber. u. Mitt. d. Wiener Altertumsver. 2, 220.

Quell. z. G. d. St. Wien 1/3, 158. 460

Judenburg:. — Kg. Friedrich gewahrt dem Abt und Konvent des Klosters in Reun fiir ihr Haus in Leoben, das

ihnen sein Landsehreiber Albrecht ob der Zeyrich geschenkt hat, Freiheit von jeglicher Steuer, »es sei denn von zierken»,

und gebietet Richter und Bargern das Recht des Klosters zu aehten. G. ze Judenburch 1316 an s. Pangretzen tag, i. d.

2. j. u. reiches. — Or. Keun Stifts-A. mit Siegel Fs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Reg.: Lichn.-Birk 3, 364 n. 398. Biihmer

1314—47F.d. S. n. 84. Schmutz Topogr. Lexic. H, 319. Mitt. d. hist. Ver. f. Stmk. 43, 41. Beitr. z. Kde. stmk. Geschqu.

30, 41 = VerOff. d. hist. Ldeskom. f. Stmk. 9, 31. — Vgl. die analoge Steuerbefreiung in n. 445. 451

— Mai 13. Judenburg. — Kg. Friedrich bestatigt auf Bitte seines Arztes Magisters Pernold, Pfarrers der Kirche

(Spital) am Semmering (Cerwald), die inserierte, bereits von seinem Vater Albrecht I. als Herzog von Osterroich

bestatigte Stiftungsarkunde des Markgrafen OttokarV. von Steiermark von 1160 (UB. d. Stmk. 1, 394) sowie alle anderen

Rechto und Freiheiten und vorbietet allen seinen Richtern und Amtleuton aufs strengste, die Untertaneu und Kolonen der

genannten Kirche vor ihr Gericht zu ziehen oder von ihnen Abgabeu einzufordern. Dat. in Jndenburga a. d. 1316 3. id.

maii, regni a. 2. — Or. Graz Landesarch. mit Siegel Fr. (Sava fig. 9) an griineu Seidenfaden. Mitt. d. hist. Ver. f. Stmk.

9, 213. Reg.: Bohmer 1314— 47 Add. III F. d. S. n. 331. — Friedrich selbst bestatigte die Stiftungsurk. bereits als

Herzog am 22. Nov. 1311, vgl. Reg. Habsb. II. Abt. ; die Urk. Albrechts I. ist nicht mehr erbalten, sie ist hdchstwahrscheinlich

zur Anfertigung der Falschung verwendet worden, die auf Albrecht I. zum Datum 1285 Juli 11 im Kloster

Neuburg hergestellt wurde. 462

— Mai 15. — Die Landleute im Niederamt zu Wesen und im Niederamt zu Glarus schliefien mit denen von Schwyz

einen Frieden bis zum nachsten 11. November (untz ze Sant Martins tag). D. b. w. g. ze Wesen in der statt 1316 am

uuchsten samstag vor unsers herrn uffart. — Or. Schwyz Kantons-Arehiv. Tschudi Chronik 1, 280. Geschfrd. 9, 128.

Blumer Urk. Samlg. v. Glarus n. 39. Reg.: Arch. f. Schwoiz. G. 20, Urk. 3. Oeehsli Anfange 222*. 463

— Mai 19. SchaflFliaiisen. — Hzg. Leopold benachrichtigt seinen Sehwiegervater Graf AmadeusvonSavoyen, dali

er seinen Geheimsehreiber (secretarius) Ritter Jordan von Burgistein, dessen Treue und Umsicht er vollkommen vertraue,

zu ihm mit der VoIImaeht zur Ubernahme der Mitgift entsendet habe und quittiert ihm fiir jede Zahlung, die er an Jordan

von der noch ausstehenden Summe leisten wird. Dat. Scaffuse in vigilia aseensionis a. d. 1316. — Or. Turin Staats-A.

(Matrimonii mazzo 4 n. 8), Siegel abgefallen. — Dureh Perg. Str. verbunden mit dem Or. Notariatsinstrument v. 15. Juni

1316, in dem Jordan von Burgistein tiber 405 Pfund Turnosen und 500 Florentiner Goldgulden quittiert, die er von A.

von Clairmont im Auftrage Amadeos von Savoyen empfangen hat. 464

— Mai 19. — Der Murauer Pfarrer Meinhard stellt eine Vorschreibung aus iiber dieErhaltung eines Hilfspriesters und die

Abhaltnng eines Jahrtages im Sinne der Stiftung, die sein gnadiger Herr Otto III. von Liechtenstein, Kammerer in

Steier, getan hat, 3>da er fuhr mit Kg. Friedrieh gegen Schwaben*. — Reg. : VerOff. hist. Ldeskom. f. Stmk. 15, 23 aus

Or. i. Archiv zu Murau. 456

— .Juni 2. — Ammau und Rat von Ulm beschliefien, daC jedem derBurger, der bis zum nachsten St. Georgstag (23. April

1317) mutwillig von ihuen fahrt und das Marktrecht aufgibt, die Wioderaufnahmc als Biirger durch funf Jahre versagt

bleiben soll, auCer es wird ihnen von ihrem Herrn dem KOnig angeraten. d. geg. wart an dem vorgeschrieben gutentage

in der Phingestwochun 1316. — Abschr. nach dem Or. Ulm Stadtbibl. 6417. Ulm. UB. 2, 5. 456

— Jnni 4. Schaffhausen. — Kg. Friedrieh befiehlt den Landleuten von Appenzell uud Hundwil von den ihm gebubrenden

250 Mark Silber lOOMark dem TruehsoB Johann von Diessenhofen oder dcsson Boten und das restliche

Geld an Johann von Mandach auszuzahlen, ferner das dem Grafen Rudolf von Werdenberg bei ilmen angewiesene Geld

gemafi der dem Qrafen erteilten Urkunde anf der am nachsten 1 1 . November (St. Martins tag) fillliger Steuer sicherzustellen.

r.,;8eila Habjbureica III. 8


58 1S16 (11. 457—463).

Dat. Scaffuse 2. non. innii, regni a. 2. — Abschr. saec. 15. St. Gallen Stiftsarch. T 2 A I. Zellweger Appenz. UB. 1», ni.

Geschichtsfreund 32, 191 Wartmann UB. v. St. Gallen 3, 404 zu Juni 6. Reg. Buhraer Reg. imp. 1314—47 Friedr. d.

Sch. n. 85. Kriiger Die Grafen von Werdenberg Reg. n. 180 zu Juni 6. Zurich. UB. 9, 2(50. 457

1316 Jnni 19. — Ritter Ulrich von Buttikon stcllt dem deutschen Orden eine weitere Urli. uber den Verzicht auf seine Lehensanspriiche

auf Altishofen aus. — Erwahnt bei Kopp Reichsgesch. 4/2, 261 Anm. 7 nach dem Or. im Arch. d. Herren

Pfjffer von Altishofen in Luzern. — Zur Sache vgl. nr. 395 u. 397. 458

Jnni 21. Biel. — Hzg. Leopold verpfandet dem Eudolf von Riideswil (Rudiswile) fiir 15 Mark Silber Zuricher Gewichts,

die er ihm fur seinen Dienst schuldet, die Nutzuug verschiedener Guter zu Lupfig (Ltipfang). ze Biele an dem

mentag vor s. Johans tag dez touflFers 131*;. — Or. Aarau Staats-A. (KSnigsfelden 57) mit Siegel Leop. (Sava f. 20).

[Dr. Hans Herzog]. 459

— Juni 23. Biel. — Hzg. Leopold fallt zwischeu Bischof G(erhard) von Basel und Graf Rudolf von Neuenburg und

deren Auhangern, nachdem sich beide Parteien freiwillig auf ihn als Schiedsrichter geeinigt und sich eidlich und bei einer

Strafe von 2000 Mark Silber verpflichtet hatten, sein Urteil anzuerkennen, in dem zwischen ihnen mit groBer Schadigung

von Menschen und Giiteru bisher geftihrten Streit mit dem Rat weiser Manner folgenden Schiedsspruch : Der Bischof und

der Graf sollen ein dauerndes Freundschaftsbiindnis schlieBen, der Graf soll alle Gefangenen aus dem Heer des Bischofs

in Freiheit setzen und binnen acht Tagen oder mit tunlichster Raschheit unter sicherem Geleit nach SchloCberg schaffen,

er soll ferner fur sich und seine Erben mittels Urkunde (per suas patentes litteras) zu Handen des Bischofs auf alle Anspruche

auf das unterhalb der Burg SchloCberg neu erbaute Neuenstadt (Opidum novum) verzichten, wogegen er und seine

Erben von dcm der Baseler Kirche schuldigen Lehenseid (homagium) frei sein sollen. Der Graf hat alle seine Rechte

und Einkiinfte diesseits des Baches Vauz bis gegen SchloBberg uud dariiber hinaus (a rivo dicto Vauz citra versus Slosberg

et ultra) dem Bischof und dessen Kirche zu tibertragen, wofur ihm dieser fur jo 2 Mark 3 Mark Einkiiufte nach dem

Sprucha besonderer Schiedsrichter in moglichster Kahe der StadtXeuenburg in derRichtung gegen SchloCberg geben soli,

stehen dem Bischof in dieser Gegend nicht geniigend Einkiinfte zur Vorfugung, soll er den Fehlbetrag in Bargeld decken.

Bischof und Graf und ihren Nachfolgern ist es untersagt, zwischen den Bachen Vauz und Vilie eine Stadt oder irgend eine

Befestigung auzulegen. Der Graf soll innerhalb von 3 Jahren zwischen Neuenburg und dem Bach Vilie keine neue Befestigung

anlegen, wofvir ihm der Bischof die Summe von 150 Mark in 3 Raten nach je 4 Wochen auszahlen soll. Der

Bischof soll jenseits des Baches Vielie gegen Neuenburg und der Graf ebenda gegen SchloPberg innerhalb dreier Jahre

nichts am Stando der Giiter durch Verpfanduiig, Kauf oder Tausch veriindern. Keiner darf auf den Giitern des andeten

jemals neue Befesliguiigen errichten. Samtliche Bestimmungen des Schiedsspruches miissen bei der Strafe von 2000 Mk.

Silbers innerhalb von 15 Tagen vom lolgendeu Tag an gerechnet vcm beiden Parteien durchgefiihrt werden. Dat. in

Biello in vigilia b. Johannis Baptiste a. d. 1316. — Or. Neuenburg Staats-A. ijait Siegel Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str.

Matile Mon. de Neuchatel 1, 326. Trouillat Mon. de Bale 3, 235. Font. rer. Bern. 4, 692. Eeg.: Behmer 1246—1313

Add. II, 514. 460

— Juni 24. Lantzhuet. — Hzg. Leopold beklagt sich bei Graf Amadeus von Savoyen, bisher als Abzahlung seiner

Schuldforderung nur 2000 fi. und 50 Pfund Turneser und ein zweites Mal 500 fi. uud 85 Pfund Turneser erhalten zu

haben, und hiedurch zu StraCburg und anderwarts durch Einlager und andere Unannehmlichkeiten so lange aufgehalten

wordeu zu sein, dali er iiberzeugt sei, daB, weiin Amadeus von der Dringlichkeit seiner Geschafte gewuCt hatte, er seine

Forderung vollstandig befriedigt hatte. Er bittct ihn daber dringend, seino Beamteu anzuweisen, die Restforderung unverzuglich

zu bcgleichen nnd beglauhigt gleichzeitig seinen Kaplan 'Wilhelm von S. Cyr (de Sancto Syro), Kuraten in Loyes,

bei ihm. Dat. in Lanfzhuet in die b. Joliannis Baptiste 1316. — Or. Turin Staats-A. (Matrimonii mazzo 4 n. 8*') mit

Eesten e. riickwarts aufgedruckt. Siegels. — Uber die Fordcrungen Leopolds aus dem Titel der Mitgift seiner Gattin vgl.

n. 224. 461

— Juni 26. "Wien. — Kg. Friedrich verschrcibt dem Herzog Stephan von Slavonien fiir die Auslagen, die dcssen

Sohn und Untcrtanen ira Dienste des Reiches aufwendeten, 200 Mark Silber und schlagt sie zur Pfaudsumme fiir die dem

Herzog bereits friiher samt Nutzungen und Zehcnten versetzten Giiter. Dat. "Wienne 6. kal. iulii a. d. 1316, regni a. 2.


Or. Wien Staats-A. mit beschiid. Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. Melly Vaterld. Ur. 6. Reg.: Lichn.-Birk 3, 364 n. 400.

Bohmer 1314— 47 Add. III, S. 421 uneinreihbare Stucke. Arch. i. Kiirnten 6, 135 (zu Juli 6). — Vgl. n. 393. Der

Ausstellungsort dieser Urk. ist mit Friedrs. Itinerar ganz unvereinbar. Man muC wohl, da die Urk. sonst koine Bejeuken

erregt, annehmen. daB sie ahnlich den tempore marscalci ausgestellteii Urk. in Friedrichs Abwesenhoit in dessen Namen

ausgefertigt wurde. 46-

Scliatfhausen. — Kgin. Elisabeth gcbart eincn Sohn, der auf den Namen Friedrich getauft wird, doch bereits wenige

Tage nach seiner Goburt stirbt. — Ergibt sich aus dem Schreiben Elisabeths an ihren Vater zit. bei Schrader Elisab.

v. Aragonien 62 Anra. 2. 463

— Juni 27. — Hzgin. Anna von Breslau vermittelt kraft der ihr von ihrem Bruder Kg. Friedrich erteilten Vollmacht

zwischen diesera und Graf Berthold von Ilennoberg folgende Suhne : Friedrich soll Bertholds Fround und gniidiger Hcrr

sein, ihn mit allen seinen Reichslehen belehnen und ihm alleUrknndcn, dieer vou Kiinigen oder Kurfiirsten hat, bestiitigen,

woiur Berlhold mit Dienst, rait Eat und mit ganzer Treue zu Friedrich stehen, nichts Unfreundliches gogen ihn untornohmen

und sich nie mehr von ihm trenncn soU. Fordcrt Fricdrich, daC Ucrthold oder dessen Sohn ilim rait Mannschaft

dienen und vermogen sie diese nicht ohne Hilfe aufzubringen, soU ihn Friedrich mit Gut unterstiitzen, daB or dazu

fabig sei. D. i. g. 1316 an deme uehesten suntage nach s. Johans tage baptiste. — Or. Moiningen mit Siegol Annas an


131(J (11. 4(U^471). 59

Vg. Str. Schultes Gesch. d. H. Henneberg 2, UB. 28. Schcippach Henneberg. UB. 1, 66. Schwalm MG. Const. 5, 302.

Keg. : llohmor 1314— 47 Add. II Ueichssachen n. 379. Lichn.-Kirk 7, 228 n. 400'\ — Berthold war bisher auf Seito

Ludwigs, vjrl. n. 272. 464

ISlft Juiii 30. Scliaifhaiiseil. — Kg. Kriedrich schreibt der Stadt Troviso, dafi er seinor Ptlicht gemaC ganz besonders

darauf bcdacht sei, dem durch lange Kriego schwer geschadigten Lande Italien, diesem so wertvollcn Teile des Reiches,

die Se.iriiuiigen des Friedeiis zu schaffeu und zu sicliern. Hiefur erhoffe er sich nun das Beste von dem Bundnis, das neuordings

Konig Kobert vou Sizilien vou ihm verhmgt habe und durch Verabredung einer Hoirat seiner Schwester Katharina

mit Roberts Sohn Uerzog Karl von Calabrien zum AbschluB gokoinmen sei, und er bitte sio daher, sich dieses Biindnis angelegen

scin zu lassen, durch das er den K(inig und den Herzog sich und dem Keich zu verbindcn und durch die Lockung

einer Ehe dauernd zu fesselu (nuptiarum placare probabili bKindiraento) beabsichtige uud das er nur zum Ruhme des romischen

Reichs uud zu ihrem sowie zum Vorteil seiner iibrigen Untertanen abgeschlossen habe. Zum Zwecke erfolgreicherer

Hefestigung des Friedens erwarte er die Ratschlage der Stadt und entsende zu deren Entgegennahme seinen Rat uiul

Kamiliaren Magister Jo(haunes) von Verona, Arzt nnd Kanonikus der Metzer Kirche, und den Kammerer seinor Gattiii,

Konigiu Elisaboth, Friedricb von Gloyach [Gloiach], Kanonikus der Kirclie zu Friesach. Dat. Scafusie 2. kal. iulii regiii

a. 2. — Abschr. Treviso bibl. communale racc. Scotti V, 240. Verci Storia Trivig. S. doc. 13 n. 805. MG. Const. 5, 304,

wo die Urk. irrtumlich mit B6hmer F. d. S. n. 87 identifiziert ist. Reg. : BOhmer 1314— 47 F. d. S. n. 86. — Friedrich

sandte in Angelegenheit der Heirat Katharinas auch an dieRepublik Venedig Gesandte; die diesenerteilte Autwort Venedigs

ist mit den ersten Bandeu der SenatoMisti verloren gegangen, s. Indice Senato Misti IV 216 Veuedig Staatsarchiv. 465

Schaft'lliiusen. — Kg. Friedrich empfiehlt alleii geistlichen und weltlichen Fiirsten, Horzogen, Markgrafen, Grafeu,

Freiherreu uiid Gemeinden und allen Getreuen des Reichs in Italien seine Gesandtcn Magister Johann von Verona, Arzt,

Kanoniker der Kirche zuMetz, seiuen Rat und Geheimschreiber (secretarius), und Friedrich

von Gloyach, Kanoniker zu

Friesach und Karamermeister seiner Gattiu Elisabeth, die er nach Italien entsendet, bittet sie freundlich aufzunehinen, ihre

Person und Habe vor allen Feindseligkeiten zu beschutzen und ihnen uber Verlangen sicheres Geleite zu gewahreu. Dat.

Scafusie 2. kal. iulii a. d. 1316, regni a. 2. — Abschr. des an die Stadt Treviso gerichteteu Schreibens Treviso bibl.

commun. racc. Scotti V, 240. Verci Storia Trivigiana 8 doc. 13 n. 805. MG. Const. 5, 303. Reg.: Bohmer 1314— 47

F. d. S. n. 87. 466

— — Schaffhausen. — Kg. Friedrich schreibt an Castruccio deAutelminellis, seinem und des Reichs Vicar,

wOrtlich gleichlautend wie an Treviso (n. 465). Dat. Scafusie 2. kal. iulii regni a. 2. — Or. verloren. Lami Monum. 1,

417. Manacci Le Azioni di Castr. 194. Ficker R^imerzug Ludw. 5 (zu Juli 3l). Schwalra MG. Coust. 5, 304. Reg.: Bfihmer

1314—47 Add. III n. 333. — Vgl. Verci Marca Trivigiaua 8, 13 u. Wiukler Castruceio Castracani 48. 467

Innsbruck. — Kg.Heinrich vonBOhmen, Hzg. vou Karnten, gibt demKonrad von Auffenstein (Ouuenstein)

100 Mark Silber fiir dessen Dienst, den er ihm jetzt hei Kg. Friedrich leisten suU (»ze pezzeruugo au dem dienst, den er

uns jetzo tut zu unserm ohaim cliunich Fridreichen von Rom«), und verpfandet ihra fiir eine Schuld von 134 Mark Uurg

und Stadt Windischgratz. D. i. geschehn ze Insprukk 1316 dez nesteu midichus nah s. Peters unde s. Pauls tak. — Or.

AVien Staatsarch. Reg. : Mitt. d. hist. V. f. Stmk. 5, 227.

—• Konrad v. Auffenstein hat sich offenbar von Innsbruck zu

Friedrich, der damals bereits in Schwaben weilte, begeben, ivir treffen ihn am 14. Aug. im Lager vor Esslingen, wo er eino

Bestatigung von Leopold erhielt (u. 495). — Vgl. auch Petteiiegg i. Jahrbch d. herald. Ges. Adler 2 (1875), 51 uber die

Teilnahnie Konrads am Feldzuge Friedrichs in Schwaben. 468

— Juli 2. Uiin. — Kg. Friedrich und Hzg. Leopold bokenneu ihrem Schiitzenraeister Ulrich von Steyr (Styr) 171 Mark

Silber Wiener Gewichts schuldig zu sein

und schlagen dieselben zur Pfandsurame der Ulrich verpfandeteten Burg Gutenstein.

D. ze Ulme geben ist an dein vritage vor s. Ulrichs tag 1318. — Or. Wien Staats-A., durchschuitten und stark

beschadigt, Siegel abgefallen. Keg.: Lichn.-Birk 3, 364 n. 401. Bcihmer 1314—47 F.d. S. u. 88. Newald Gesch v. Guteustein

114.

—•

Die

Tatsaclie, daC die Urk. in das Archiv der Herzoge, der Aussteller, zuriickgelangt ist und daB sie zerschnitten

ist, erweist, daG das Pfand ausgeliist wurde. Es ist ja auch bekannt, dafi Friedrich auf Guteustein seine letzten

Lebensjahre verbrachte. 469

— Juli 6. — Eglolfund Ulrich von Iberg verkaufon dem Kloster Gnadental ob Mellingen ihren Baumgarten zwischen

der Reuss (Ruse) und Isenbartz Brunnen, eine Matte und eiuen Baumgarten bei demselben Brunnen, die Erblehen (rechtes

erbe) vom Kloster St. Gallen sind, und ihren an der Reuss (Rnse) bei Johann Anshelms Garten gelegonen Garten, der ein

Viertel Korn zinst und ein Zinslehen ilirer Herren, der Herzoge (von Osterreich), ist, um 75 Pfund Zofinger Pfennige und

fertigen hiedurch ihre Schwestern Agnes und Adelheid in das genannte Kloster. D. b. ze Mellingen 1316 an dem nechsteu

zinstage vor s. Margareten tage. — Or. Araa Staats-A. (Gnadental). Liebenau in Argovia 5,28 = 100 Urk. z. G. d. Kgiu.

Agnes 28. 470

— Juli 7. Ulm. — Kg. Friedrich und die Hzge. Leopold und Heinrich verpfanden dem Grafen Wilhelm von Montfort,

dem sie fnr seine ihnen und dem Reich geleisteten Dienste 170 Mark Silber Kunstanzer Gewichts schulden, fiir diese Schuld

die Vogtei uber das Kloster Siessen sowie alle Kirchensiitze und die Hiife,

zu deuen die Kircheusatze gehOreu, in der Grafschaft

Friedberg mit dem Rechte bis zur Einliisung derselben bei Erlediguug der Kirchen, diese nach freiem Belieben zu

verleihen. ze Ulme an der mittenwochen nach s. Ulr.

tag 1316. — Or. Stuttgart Staats-A. (Friedberg Scheer) mit d. Siegeln

Fr. (Sava f. 9) u. Leop. (Sava f. 19) beide gebrocheii an Pg. Str. Rcg. : Vanotti 477 u. 27 a. Biihmer 1314— 47 Fr.d.S.

n. 89. — Das Kloster Siessen war bei der am 20. Okt. 1315 (n. 337) erfolgten Verpfiindung der Grafschaft Friedberg

ausgenommeu worden. 471


60 1316 (n. 472-180).

1316 Juli 8. Ulm. — Kg. Friedrich und Hzg. Leopold beurkunden, daC Graf Ulrich von Schelklingen der Alte und

dessen' Sohn Graf Heinrich mit ihrer Genehmigung nnd Hand die ihnen verpfandete Burg Gundelfingen (Gundolv.) samt

ZngehO^r Heinrichs Ehegattin um den Betrag der Pfandsumme als Widerlage vorschrieben haben, deren NutznieCnng

ihr oder bei Ruckfall den Grafen bis zur Einlt3sung des Pfandes zusteht. D. ze Ulme geben ist an dem dunrestage nach

s. Ulr. tag 1316. — Or. Stuttgart Staats-A. (Gundelfingen) mit Siegeln Frs. (Sava f. 9) au Pg. Str., das Leop. fehlt.

Bohmer-Ficker Acta 470. Reg.: Bahmer 1314—47 Fr. d. S. n. 90. Lichn.-Birk 7, 228 u. 401''. — Uber die Verpfandung

von Gundelfingen ist keine Urk. nachweisbar. 472

— Juli 11. — Bischof Gerhard von Basel erklart in Befolgung des von Hzg. Leopold uber seiue Streitigkeiten mit Graf

Eudolf von Neuenburg gefallten Schiedsspruches (n. 460), den Grafen und seine Erben der Pflicht zur Lehenshuldigung

(homagium) fiir immerwahrende Zeiten zuentbinden. A.etd.a.d. 1316, 11. diemensis julii videlicet festum b. apostolorum

Petri et Pauli. — Vidimus des Propstes u. Kapitels v. Neueuburg Staats-A. Nenenburg, Datierung durch einen Rifl

unleserlich. Matile Mon. 1, 329. Trouillat Mon. 3, 241. 473

Derselbe bevoUmachtigt und beauftragt die Ritter Johann von Neuenstein (Nuwen-), seinen Meier zu Biel, und

Otto und Imer. Castellane in seiner Burg SchloBberg, sowie seinen Kaplan Wernher gemaB dem von Hzg. Leopold gefallten

Schiedsprach (n. 460) alle ihm aufgetragenen Bedingungen gegenuber dera Grafen Eudolf von Neuenburg zu vollziehen,

sowie andererseits zur Entgegennahme der dem -Grafen auferlegten Leistungen. D. et a. a. d. 1 3 1 G die 11. mensis

julii, videlicet dominica post octavas b. Petri et Pauli apostolorum. — Or. Neuenburg Staats-A. Matile Mon. 1, 328.

Trouillat 3, 240. Font. rer. Bern. 4, 697. 474

— Juli 12. Baden. — Hzg. Leopold bestatigt als Kastvogt des Stiftes Sackingen der Stadt Sackingen alle ihreEechte,

Freiheiten und guten Gewohnheiten, die ihr vom Stifte verbrieft sind oder sie sonst »mit guter gewohnheit» iiberliefert

hat. D.i.g. zue Badeu an dem montag vor s. Margarethen tag 1316. — Abschr. saec. 18 eines Notariatsvidimus v. 1446

Sept. 28 Sackingen Stadt-A. in dem Cod. «Vertrag zwischen furstl. Stifft und lobl. Stadt S.« pag. 126. Eeg.: Zeitsch.

f. G. d. Ob. Eheins NF. 7, m. 88, erw. ebda. 13, 681. 476

Juli 17. Schaffhausen. — Hzg. Leopold beurkundet, daC Eitter Johannes von Mandach »daz mnlunue und den

irregangc im Ziirichgau von ihm zu Lehen hat, die der Eitter von seinen damit belehnten Vorfahren ererbt hat. D. i. g.

ze Schaffehusen an dem samestag nach s. Margareten tag 1316. — Or. Zflrich Staats-A. n. 91 mit Siegel Ls. (Sava f. 20).

Kopp 4/2, 465. Ziirich. UB. 9,269 n. 3420. Eeg. : Arch. f. Gesch. 10 (1819), 432. Lichn.-Birk 3, 364 n. 402. Bohmer

1246—1313 Add. 11 S. 514. — Mulunue (= mulafe, wie eine Haud auf der Euckseite der Urk. bemerkte) soviel wie

herrenloses, verirrtes Vieh, irregang ist das herrschaftliche Eecht, dieses Vieh einzuziehen (s. das Glossar bei Maag 2/2,

281 u. 285), nach Kopp a. a. 0. wenn es innerhalb sechs Wocben und drei Taggn vom Eigentumer uicht angesprochen

wird. Es handelt sich hier, wie schou Kopp hervorhebt, um ein laudgrafschaftliches Eecht. 476

Graf Amadeus von Savoyen schreibt Peter de Cella Novaund Anton von Clairmont (Claromonte), daI5

er einen Brief

seines Schwiegersohnes Hzg. Leopold (n. 461) empfangen habe mit der Bitte, die ihm noch gebuhrende Restsumme aus

derMitgiftKatharinas unverzuglich auszuzahlen, und beflehlt ihneu daher, diescn Betrag dem Uberbringer dieses Schreibens,

dem Kuraten Wilhelm von St. Cyr (de Sancto Siro), Kaplan Leopolds, gegen gehiirige Quittung und Einstellung in ihra

Verrechnung auszufolgeu. Dat. Parisiis 17. die mens. jul. a. d. 1316. — Or. Turin Staats-A. (Matrimonii mazzo 4) m. beschadigt.

Siegel d. Ausstellers an Pg. Str. Ebenda Quittung Wilhelms v. 29. Juli 1316 uber den Empfang von 20 Pfund

Tornesen seitens Ant. v. Clairraont. 477

— Juli 19. — Ulrich von Cord, Burggraf von Tirol, legt Rechnung iiber die Zeit v. 1315 Apr. 1— 1316 Apr. 1 und verrechnet

u. a.:

Item exsolvit dominum Heinricum et totam familiam suam in Merano circa festum exaltationis sancte crncis

sub anno predicto euntem in expeditionem ad dominum regem Eomanorum pro Ver. marcis 245, libris 8, grosso 1

per unam litteram domini regis. — Eintrag Miinchen E. A. Codex Tirol Nr. 12 fol. 51. 478

Juli 22. — Eudolf der Stulinger, Vogt zu Baden, verkauft au Stelle des Hzgs. Leopold dem Kloster Wettiugen um

40 Mark Silber Ziiricher Gewichts folgende Zinso und Gulteu: 1 Mut Korn, das die Herren von Wettingen jahrlich auf

dift Burg zu Baden gaben, 3 Mut Korn von der Vogtei von Schannis im Dorf Wettingen, ein Schwein vom Inhaber eines

Pfarrkirohengutes (widmer) zu Tanikon (Theninkon) und 5 Malter Hafer und 12 Schweine von den Hofen zu Villmergen

(Vilraaringon). Dem Herzog und seinen Nachkommen bleibt das Wiederkaufsrecht.vorbehalten. G. uf der Burg ze Baden

1316 an s. Marien Magdalenen tage. — Or. Aarau Staats-A. (Wettingen 306). Arch. d. Gotteshauses Wottiugen (1694),

1276. [Dr. Hans Herzog.] 479

— Juli 27. — Bonanat Cardona schreibt an seine Base Alamanda Sapera u. a. uber die ihm von der KOnigin (Elisabeth)

und dem KCinig (Friedrich) bezahlten Geldsummen und uber die Geburt oinos Sohnes der Konigin, der in der Taofe

den Namen Friedrich erhielt, jedoch gestorben sei. Die Konigin hat ihn mit dieser Nachricht und mit Briefen an ihren

Gemahl, der zwei Tagroisen von ihr entfernt war, abgesandt. Ware das Kind am Leben goblieben, hatte er nach Landessitte

ein grofies Geschenk erhaltcn. Feta V. dies a la ixida de Juliol. — Fiuke Acta Arag. 366 aus Or. Pap. Barcolona

Kron-A. CED 89. — Vgl. dazu n. 463 u. Schrader a. a. 0. 64. 480

— August 3. — Graf Ulrich vou Pfirt beurkundot, daU zur Zeit, als die Dorfer und die Loute auf derllardt ihm von den

Herzogeu von Osterreich verpfaudet waron, die Horren des Klosters Marbach und die Bflrger von Logolsheim (Langelnhoim)

vor ihm erschienen seien, da zwischen ihnen Streit ausgebrochen war wegen dos Anspruchs der Logelsheimer auf Banngarben

aus dem Ilof zu Weckolsheim (Wekel-) und die Gomeinden der umliegonden DiJrfer eidliche Kundschaft gegohen


131« (n. 181-487). 61

hiitteii, daC dieser Auspruch unberechtigt sei. D. g. w. an dem zistage nach s. rotois tag in dem Ogeste 1316. — Abschr.

saec. 15. Colmar Bez.-A. E 2557. 481

1316 An^nst 6. — Hzg.Leopold bekeuut Ileiurich von Steiu dem Alteren zurAussteuer (estiire) seiner Tochter 30 Mark

Silber schuldig zu seiu und verplandet ihm dafur im Amt zu Zug 300 Stuck Dalchen (einu Fischart) fur 8 Stuck Geldes

uud 5000 Stuck Rdtel (Fischart im Zugorsee) fur 10 Stuck Geldes und iiu Amt zu Aegeri 400 Stiick KOtel fiir 10 Stiick

lields, 400 Stuck Ketelingo (Fischart im Zugersee) fiir 4 Schilliugo und 12 Aale fur 6 Schillinge. — Or. Zug Stadt-A.

Zurlauben Tableaux topogr. do la Suisse 1 Preuves VIII. Rog.: Bohmer 1246—1313 Add. II S. 514. Maag 2/1, 627

Aum. 6. — Auf diese Urk. bezieht sich auch die Eintraguug im Pfandregister von ca. 1380 mit dem irrigen Datum am

samstag uach s. Laurencien tag a.d. 1310 Kopp GeschW. 2, 158 u. Maag 2/l, 627. Reg.: BOhmer 1246— 1313 Add. II

S. 510. 483

Baden. — Hzg. Leopold verkauft fur sich und seiue Briider dem Kloster Wettingen die in n. 479 genannten

Zinson und Gulteu far 40 Mark Silber gegen Wiederkaufsrecht. G. ze Baden an s. Oswaldes tage 1316. — Or. Aarau

Staats-A. (Wettingen 307) mit Siegel Leop. (Sava f. 20). Arch. d. Gottesh. Wettingen (1694), 1276. — Da die Urk.

V. 1316 Juli 22 von einem Stellvertreter des Herzogs ausgestellt ist, handelt es sich hier wohl um die Bestiitigung durch

Leopold. 483

— — Kg. Kobert von S i z i 1 i e n weist seinem Brader Johannes, Graifen von Gravina und Monte S. Angelo (honoris montis

sancti Angeli), der sich auOer Landes begibt, um [Katharina von Osterreich], Herzogin von Calabrien, eiuzuholen, 350

Unzen Goldes an. Dat. Neapoli a. d. 1316 die 5. mens. aug. 14. ind. — Rogistr. Noapel Staats-A. Reg. Angioini 210

fol. 165. — Erw. Miuieri RiccioStudii sopra 84 reg.ang. 7. — Ahnliche Anweisuugen erliefl der Kcinig fiir den Erzbischof

Ingeran von Capua (Reg. 210 fol. 155^ u. 166"), dem Bischof Raimund von Alba (Reg. 210 fol. 167) und fur Bertrand

de Bancio de Berra, comes Montis Caversi (Reg. 210 fol. 165), die gleichfalls personlich an der Katharina ontgegenreisenden

Gesandtschaft teiluahmen. Mit diesen Grofien des Konigreiches reiste eine bedeutende Anzahl vou Hofwiirdontragern

und Dienern zum Empfange Katharinas nach der Lombardei.

Die Register haben uns sowohl die Namen derselben

wie anch die Ausgaben, die fiir diesen Zweck aufgeweudet wurden, genau erhalten und liefern ein anschauliches Bild. Die

Liste der Namen, die unvoUstaudig und mit falscher Folioangabe bei Minieri-Riccio 89 f. gedruckt ist, siehe Reg. 209

foL 188^ AuCerdem vgl. Reg. 209foL 180^(Auszahlungen am2. August anBoten des Konigs ad partes Alomanie), fol. 188,

191, 213, 218, 249\ 306', 308, 319, 332, 339, 359», 361 ; feruer Eeg. 206, fol. 237 und Reg. 205 fol. 78% 79\ 80,

82, 215, 227, 234'. Fast siimtliche Anweisungen sind vor dem 15.August 1316 datiert, der Aufbruch der Gesaudtschaft vou

Neapel ist somit wolil in der zweiten Augusthalfte orfolgt. Katharina war am 16. Sept. in Treviso (vgl. n. 508). 484

— Aufan^S Ang:nst vor Essliugen. — Kg. Friedrich und Hzg. Leopold rucken vor Esslingen, schlagen auf dem Vogelsang

(siidiistl. Teil der Neckarinsel Bliensau) ihr Lager auf und treffen Anstalten zum Sturm auf die Stadt, zu dessen Erleichterung

sie den Neckar abzuleiten versuchen. Da ihre Bemiihungen iufolge der Gegenwehr der Esslinger fruchtlos

bleiben, ziehen sie sich auf die HOhen des rechten Neckarufers im Norden der Stadt zuriick, von wo sie die Stadt durch

wisderholte Angrifle bedrangen. — Johannes Victoriens ed. Schneider 2, 71 u. 109. — Vgl. fiber die Belagerung Esslingens

Staliu Wiirttomberg. Gesch. 3, 147 u. Schrohe 97 ff. 486

— Angnst 7. Esslingen. — Kg. Friedrich und Hzg. Leopold verschreiben dcm Hzg. Konrad von Teck 800 Mark

Silber Konstanzer Gewichts gegen die Verpfiichtung, ihnen im Krieg gegen don Herzog von Baiern auCerhalb des Landes

mit 12 Helmen und im Laude mit seiner ganzen Macht zu dieuen. zu EClingen an s. Afratag 1316, i. d. 2.j. u. reichs. —

Eegest in Peutingers Miscell. (Cod. 243) fol. 107 Stnttgart Staatsbibl. Eeg.: Piister Gesch. Schwab. 2^, 185. Bohmer

1314—47 F. d. S. n. 91. Lichn.-Birk 3, 364 n. 403. Wurttemb. Geschqu. 4 (UB. d. St. Esslingen), 214. — Da das

Orig. dor Urk. nicht erhalten ist, nicht einmal ihr voller Wortlaut bekannt ist, UiCt sich nicht feststellen, ob Leopold tatsachlich

Mitaussteller war; vor Esslingen kann er sich am 7. August noch nicht befunden haben, da er noch am gleichen

Tage in Baden im Aargau urkundet. 486

Baden. — Hzg. Leopold verpfandet dem ehrbaren Knecht Heinrich Kungstein von Kienberg fiir lo Mark

Silber schuldigen Dienstgelds einen jahrlichen Zins von 3 Pfund fiir sechs Schweine zu Gebisdorf, den Mechthild vor

dem Tor, Mechthild und Ulrich ab Dorf und Konrad und Johannes ab Letten zu leiston haben und fiir weitere 30 Mark

Silber fur in Zukunft zu leistende Dienste 9 Pfuud Pfennige aus der Herbststeuer, wofiir or ihm dio Eitter Konrad den

Musli, Heinrich vou Eiiti (Rftti), Werner und Berthold den Segler alsBiirgen stellt, dio ihm alljahrlich am St. Gallentag

(Okt. 16) die neuu Pfund einantworton sollen, widrigenfalls sie in der Burg zu Baden bis zur Zahlung derselben Eiulager

zu halten verptlichtet sind. Stirbt einer der liiirgen, soU der Herzog bei Strafo des Eiulagers der iibrigon Biirgon

innerhalb eines Monats einen Ersatzmann stellen. D. g. i. zo Badon an dom samstag nach ingonnden ogsten 1316. —

Or. Aarau Stadt-A. mit beschad. Siegel L. (Sava f. 20) Eoos UB.v.Aarau 28. — Die Urk. ist vielfach beschadigt, so daC

die Uuhe der einzelnen Abgaben in Gebisdorf und einige Namen nicht mehr leserlich sind. IJber das Verhaltnis diesor

Urk. zur folgenden Nnmmer laCt sich kaum GewiCheit gewinnen. Trotz dor, vielleicht durch oiueu Irrtum orklarlichen,

abwaichenden Datierung, scheintldentitiit nicht ausgeschlossen, fiir die besonders die gleiche Hiiho der Pfandsumme spricht.

Es muC auch beriicksichtigt werden, daC die verpfiindeten Einkunfte im Eintrag des l'fandregisters nur ganz summarisch

angefiihrt sind und dadurch ein Vergleich unmciglich wird. 487

— Angnst 8. Baden. — Hzg. Leopold verpfandet [Heinrich] dem Vater Rumans von Kunigstein fiir dieihm umseinen

Dienst schuldigen 40 Mark Silber 2 '/2 Mark Geld an Stenern um die Burg zu Baden. G. zo Badon an sunnentag nach

inganden ogsten a. 1316. — Eintrag Luzern Staats-A. Habsbg. Pfandregister v. ca. 1380 fol. 3'' Kopp Goschbl. 2, 151


62 1316 (11. 188-496).

falschlich zn Ang. 1. Maag Habsbg. Urbar II/l, 605. Keg.: Bohmer 1246—1313 Add. II, 514 (zu Aug. l). tlber die

Genealogie des Geschlechtes Kunigstein vgl. Taschenbuch d. hist. Ges. des Ktous. Aargau 1896 und Maag 2/1, 759

Anm. 1. — Moglicherweise bezieht sich der vorliegende Eintrag auf die im Original erhaltene n. 487. Die DifiFerenz im

Datum geht moglicherweise auf ein Versehen zuruck. 488

1316 August 9. — Hzg. Leopold gibt dem Ritter Heinrich T r u c h s 8 fi von Diessenhofen seine Zustimniung zum Verkauf

der Vogtei zu Altdorf an Konrad Hegkenze, Burger zu Schaffhausen. 1316 an s. Lorenzigen abende. — Or. Schaff hausen

Staats-A. mit beschad. Siegel Leop. an Pg. Str. (Sava fig. 20) Reg.: Urkregist. f. d. Kt. Schaffh. n. 382. 489

— Aug. 10. — Peter von Rosenberg, Oberstkammerer des Kouigreichs Biihmen, schlioBt ein Biiudnis niit Johann

von Kapellen, in dem er sich zur Hilfeleistung gegen jedermann, ausgenommeu seinen Herrn den jeweiligen Kfinig vou

Bohmen verpflichtet, und insbesondere Johann gegen einen allfalligen Angriff jedes Herzogs von Osterreich mit seiner

ganzen Macht zu unterstutzen verspricht. Dat. in Crumbnau a. d. 1 3 1 6 in die s. Laurentii martiris. — Abschr. saec. 16 17

Wien niederost. Ldes.-A. Enenkels Colleetanea 1, S. 240. Hoheneck Stande Ob.-Ost. 3, 70. Obost. UB. 5, 16h. Auszg.:

Emler Reg. Boh. 3, 134. Ber. d. Mus. Franc. Carolin. 6, 127. UB. v. Krumau 1,9. — Aus dieser Urk. mufi auf eine

Spannung zwischen Joh. von Kapellen und den Landesfiirsten geschlossen werden, was bei der Stellung diesesGeschlechts

nnter Kg. Rudolf und Albrecht auffallend ist. 1314 erhielt Johann von Kapelien von Friedrich noch wicbtige Pfandschaften.

Zu Weiterungen scheint es iibrigeus niclit gekommen zu sein, wie aus der Urk. v. 1318 Marz 27 hervorgeht. Vgl.

auch 1321 Okt. 27, wo er als Biirge Friedrichs erscheint. 490

— — SchatThansen. — Hzg. Leopold gibt seine Zustimmung zu dem Vertrag, den sein Bruder Kg. Friedrich mit den

Chorherren und Biirgern von Passau uber die Verpfandung der Burg zu Neuburg (Nvwenburg) abgeschlossen hat, wie

es dieUrkundea besagen, und verspricht alles gutzuheiCen, was derKonig oder dessen Amtleute iiber das dafiir empfangene

Gut verfugen. D. b. w. g. ze Schafhusen an s. Laurentigen tage 1316. — Or. Passau Stadt-A. m. beschad. Siegel Leop.

(Sava f. 20) Reg.: Verhdlg. d. h. Ver. Niederbayern 10, 270. Arch. Zeitschr. 1, 232. — Vgl. n. 416. 491

—• August 11 TOr Esslingen. — Kg. Friedrich und Hzg. Leopold geben ihre Zustiramung, daB Graf Wolfram von

V«ringen die von ihnen an andere Leute versetzten, zu seinen Pfandschaften gehiirigon Gnter an sich liisen kann und

versprechen diese gleichzeitig mit den Hauptpfandschaften von ihm eiuzuloseu. d. i. geg. vor Ezzelingen an der mitwochen

nach s. Laurencin tag 1316. — Or. Wien Staatsarchiv rait beschad. Siegeln Frs. (Sava f. 9) und L. (Sava f. 2o) an Pg.

Str. — Sattler Grfen. v. Wurtemberg 1. Forts. BeiL 62. Reg.: Lich.-Birk 3, 364 n. 405. Biiliraer 1314—47 Fr. d. Sch.

n. 92. Locher Reg. Grfen. Veringen 121 (= Mitt. d. Ver. f. Gesch. i. HohenzoUern 4, 27). — Uber die Pfandschaften

vgl. n. 94 n. 95. 49'1

vor Esslingen. — Kg. Fiiedrich belolint den Erzbischof Heinrich von Koln, seinen Fursten und Heimlichen,

mit der Grafschaft Dortmund, mit dem Freigrafschaft genannten Gericht, deni wettlichen Gericht (iudicium temporale), der

Miinze, dem Zoll, der Gruit (fermentum) und allen anderen in der Stadt Dortmund und anderwarts gelegeuen Lehen, die

durch den ohne Hinterlassang von Erben erfolgten Tod des Grafen Konrad von Dortmund dem Reiche heimgefallen sind,

und bedroht alle Zuwiderhandelnden mit der Entziehung ihrer vom Itjich erteilten Freiiieiten und Giiter und einer Strafe

von 20 Mark Gold, die je zur Halfte dem Fiskus und dem Erzbischof zufallen soU. Zeugeu: Hzg. Heinrich v. Osterroich,

princeps noster, Markgrf. Rudolf von Baden, Grf. Eberhard von Wiirttemberg, die edlen Herren Olto von Ochsenstoin

und Rudolf von Hewen, avnnculi nostri, Konrad von Aufenstein, Heinrich und Ulrich von Walsee, Otto und Rudolf von

Liechtenstein und der Hofmeister JohanuTruchseB von Diessenhofeu. Dat. in castris ante Ezzolingam 3. id.aug. a. d. 131 (>

regni a. 2. — Or. Diisseldorf Staats-A. mit Siegelfragment an rotgelber Seide. Joannis Tabularum vet. spicilegium 1, 40.

Lnnig Corpus iur. feud. Germ. 1, 395. Lacomblet Ndrheiu. UB. 3, 1 14. Schwalm MG. Const. 5, 310. Riibel Dortmunder

UB. Erganzbd. 1, 211. Reg.: Georgisch 2, 297. BOhmer 1314—47 F. d. S. u. 93. Lichn.-Birk 3, 364 n. 404. Fahne

Dortmunder UB. 1, 94. Kisky Reg. d. Erzbisch. v. Koln 4, n. 951. 493

— Augnst 13. — Graf Eberhard und sein Sohn Graf Ulrich von Wurttemberg benrkunden, daC sie mit Kg. Friedricli

und den Hzgen. Leopold und Heinrich betreffs der Abzahlung ihrer Schuldforderungen, derenthalben sie an Maut und Gericht

zu Linz gewlesen wurden, ein Uberoinkomraen getroffen haben, demzufolge sie fur je 3 Pfund wenigor 18 Heller

1 Mark Silber Konstanzer Gewichts oder aber ihro (wiirttemberg.) Heller crhalten sollen und daC dio Burghut zu Linz wie

bisher alljahrlich eingonommen worden soll. D. geg. i. in dem goseiz vor Essclingen an nehsten fritag vor unserVrowentag

ze mittem oagste 1316. — Or. Wien Staats-A. mit beschad. Siegeln d. Auf~teIIer an Pg. Str. Notizenblatt 1 (l85l), 45.

Reg.: Lichn.-Birk 3, 370 n. 464 (zu 1318 Aug. ll). Bohmer 1314—47 Add. III Roichss. n. 405. 494

— Ausnist 14 vor Esslingen. — Hzg. Leopold bestiUigt dem ledelu manno« Konrad von Aufenstein allo Lehenschaften

und Pfandschaften, die dieser auCer den zu seinen (Leopolds) Herrschaften gehorigen Gtitern von Kg. Friedrich

erhalteii hat. 1). i. g. vor Esselingen an dem samestag nach s. Laurencien tag 1 3 1 6. — Or. Wien Staats-A. rait Siegel L.

(Sava f. 20) an Pg. Str. lieg. : Lichn.-Birk 3, 364 n. 406. Bohmer 1246--1313 Add. U, 514. 495

Ulrich von Walseo verbiirgt sich dem Grafeu Eberhard von Wurttemberg und dessen Erben dafiir zu sorgen, dafi

dio dem Grafen von Kg. Friedrich und den Herzogen Leopold und Heinrich ausgestellte Urkunde iibor 7834 Pfuiid HoUor

nnd 500 Mark Silber Konstanzer Gewichts auch niit den Siegeln Lcopolds und Heinriehs bcsiegelt werdo, da sie auch

nnter dcren Namen ausgestellt wurde. g. vor Esslingen an unser Frowen aubond ze mittem ogeston 1316. — Abschr.

saec. 15 Stuttgart Staats-A. (Geldanlehnungen Kopialhoft). — Dio hier erwiilinto Urk. der Habsburger ist nicht erhalten.

AnDer dieser Verschreibung miissen im J. 1310 noch andere groBe finanzielle Transaktionen zwisrlien don Habsburgern

und dcn Grafen von Wiirtteraberg dnrchgefuhrt worden sein, vgl. hieriibor n. 523. 49K


1316 (n. 197-505). 63

1316 AugUSt 21 vor Esslingeu. — Kg. Friedrich bekeunt dem Grafen Willielm von Montfort 200 Mark Silbor Konstauzer

Gewiclits zusdiuklen und verpfiichtot sich zurg&uzlichon Zahlung derselbeu bis zum nachsten 2. Febrnar, widrigonfalls

der Graf die Sumnie bei den Juden gegen gewohnliche Zinsen aufnehmeii und iiberdies den KOnig pfiinden kaiin.

D. i. g. vorEsslingen an dem sambstag noch unser Frawen tag zue mitteu augsten i. d. 2. j. u. reichs. — Abschr. saec. 16.

Stuttgart Staatsbibl. Cod. F618 (Allerlei Schriften d. Grfen. v. Moutf. bctr.) fol. 227. Bohmcr-Ficker Acta imp. 470.

Keg.: Vanotti 477 n. 29. Bohmer 1314—47 Add. III F. d. S. n. 334. 497

— August ".'S, — Kudolf der Stulinger, Vogt zu Baden, verpfandet auf Befehl seiner gnadigen Herren der Herzoge von

Osterreich dem Kloster St. Urban fur eine Schuld von 10 Mark Silber 10 Mut Koggenzins zu Miilinen (M


64 1316 (n. 506-513).

aus der Stener zu Fallliaim (Valhain). geg. an dem nehsten mentag nach unser vrowen tag als si geborn wart 13 16. —

Or. Munchen Reichs-A. (Bnrgau Fasz. l) mit gebr. Siegel Ls. (Sava f. 20) an Pg. Str. Eeg.: Reg. boica 5, .340. Lichn.-

Birk 3, 365 n. 409. — Vgl. Eaiser Gantia 90. 506

1316 September 14. — Kg. Ludwig, Kg. Johann von BOhmen nnd Erzbischof Balduin von Trier erscheinen von Nurnberg

kommend mit einem starken Ileere vor Esslingen und beziehen auf dem linken Neckarufer gegenuber Friedrich,

der auf dem rechten Ufer auf einer Anhohe [nordostlich der Stadt in

der Ebershalde] eine befestigte Stellnng innehat, ein

Lager. — Konigsaaler Chronik Font. rer. Austr. 1/8, 377. Johannes Victor. ed. F. Schneider 2, 74 f. Zur Sache vgl.

Stalin TViirtemberg. Gesch. 3, 147 und Schrohe 99. 607

— September 16. Treviso. — Hzgin. Katharina kommt abends in Treviso an und wird gemaB der von der Stadt gefaDten

Beschlusse feierlich empfangen. — Treviso bibLcommun. raccolta Scotti 5, 252 f. Verci 8.doc. 22. — Vgl. Nachtrag

zu Rolandin von Padua, de factis in marchia Tarvisina libri 12 b. Muratori SS. 8, 396 u. 430; vgL auch Marchesan,

Funiversita di Treviso 227 f. 508

— nacb September 16. — Hzgin. Katharina zieht auf ihrer Reise zu ihrem Brautigam Hzg. Karl von Calabrien, in Begleitung

des Grafen Hugo von Buchegg inBologna ein und wird von der Einwohnerschaft feierlich empfangen. — Matthias

Nuewenburgensis b. Bohmer Fontes 4, 190. Vgl. Davidsohn, Gescb. v. Florenz 3, 607. t'ber den Einzug Katharinas in

Florenz s. Villani Historia nnivers. b. Muratori SS. 13, 481. 609

— September 17— 18. — Hzgin. Katharina ersucht die Stadt Trevi so um ihrer Bitten willen einige Eingekerkerte zu

begnadigen und aus ihrer Haft zu entlassen. — Treviso bibl. commun. racc. Scotti 5, 252 ff. Verci 8. doc. 23. Vgl. auch

Chron. Torrianum i. cod. pal. Vindob. 6331 foL 230 ''. Der groBe Rat beschlieCt hierauf am 21. Septber., zehn Verurteilte

freizugeben s. Verci ebda. 24. 510

•— September 17 Tor Esslingen. — Hzg. Leopold bekennt, dem Grafen Eberhard vonWiirttemberg, seinem Oheim,

100 Pfund Heller fur die Lieferung von Wein und Korn zu schulden und verspricht ihm dieselben bis zum 11. November

zu zahlen, wofur er ihm die Ritter Ulrich von Buttikon, seinen Hofmeister, Hartmann von Degerfelden, seinen Marschall,

Johannes zum Tor, seinen Kammermeister, und Peter von Regisheira als Biirgen setzt, die ihm bei Nichteinhaltung des

Termins die Summe durch Pfand oder Geld (mit pfanden oder pfennigen) ausrichten sollen. D. b. w. g. vor Esselingen

an dem nesten fritage nach s. Ofifemigen tage 1316. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Geldanlehnuugen) mit Siegelfragment

Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str. Senckenberg Selecta iuris 2, 276. Reg.: Goorgisch 2, 297. BOhmer 1246— 1313 Add.II,

515. Lichn.-Birk 3, 365 n. 410. Jahrbch. d. Ges. Adler, 10, 110. Wurttemberg. Reg. 1 n. 2104. 611

VOr Esslingen. — Hzg. Leopold bekennt, dem Ritter Arnold von Baden ftir seinen Dienst 10 Mark Silber zu

schulden, und verpfandet ihm dafiir drei Pfund Geld aus der Herbststeuer zu Wurenlos (Wurckelos) unter dem Lagern

(Legner), die ihm alljahrlich von dem dortigen Amtmann bis zur Tilgung der ganzen Schuldsumme ausgezahlt werden

sollen. D. i. g. vor ECelingen an dem nechsten frytage uach des heiligen crucestage zu herbste 1316. — Abschr. saec. 16.

Innsbruck Reg. Arch. Cod. 41/3, fol. 985 u. Pestarchiv XXVI, 431. Thommen Urk. z. Schweiz. G. 1, 145. — Auf diese

Urk. bezieht sich auch der Eintrag im Pfandregister von ca. 1380 Luzern Staats-A. fol. 2. Kopp Geschbl. 2, 149. Maag

2/1, 600. Reg.: BChmer 1246—1313 Add. U, 515. 612

— September 19. — Kg. Jayrae II. an Kgin. Elisabeth: Bestatigt den Empfang ihrer zwei Schreiben, die er nun im

einzelnen beantworten will. Die Nachricht von der Geburt ihres Sohnes (vgl. n. 463) hat ihn mit Freude erfiillt, der sich jedoch

Trauer liber dessen wenige Tage spiiter nach Empfang der Taufe erfolgten Tod zugesellto. Er triistet sich aber im sichereu

Vertrauen darauf, daB der Herr, der sie in so friihen Jahren mit Nachkommenschaft gesegnet, ihr in erneuter Gnade neue

Nachkommen schenken werde. Ihre Mitteilung uber ihres Gatten, des KOnigs Friedrich, wie ihr eigenes gutes Befinden

sowie iiber Friedrichs Erfolge gegen soine Feinde hat er mit Freude vernommen, ebenso jene uber das Ehebiinduis zwischen

Karl, dem Sohn Kg. Roberts, und Katharina, Schwester des Kfinigs. Ihre Bitte, ihren Gemahl und sie bei dera zukuuftigen

Papst nach MOglichkeit zu empfehlen und ihnen dessen Gunst zu sichern, beantwortet er dahin, daR cr nach Erhalt der

Nachricht von der Wahl des neuen Papstes, von der sie seither wohl auch Kenntnis erhalten haben wird, eine feierliche

Gesandtschaft an die Kurie abgeordnet hat, mit dem ausdriicklichen Auftrag, fiir die Sache des Konigs tiitig zu sein und

den Gesandten des.selben, die er vermutlich an den Papst gesandt habe oder doch demnachst senden werde, mit ihrem Rat

und ihrer Hilfe beizustehen. Ihre Bitten fur Alamanda Sapera, fiir den Bruder ihres Karamermeisters und fur Berengar

Sapera erfiillt er gerne. Kr und seino Kinder befinden sich wohl. Dat. Ilerae 13. kal. oct. a. d. 1316. — Registr. Barcelona

Kronarch. Register n. 318' fol. 15'. Zoifiberg SB. Wr. Akad. 140,48 = Schwalm MG. Const. 5, 318. — Vgl. dazu

die bei Finke Acta Arag. 220 f. auszugsweise wiodergegebene Instruktion Jaymes fur seine Gesandten an die Kurio v.

6. Sept., in der er ihnen auftragt, die Gesandten Friedrichs beim Papste nach Kriiften zu unterstutzen. 613

Derselbe schreibt an Kg. Friedrich im gleichen Sinne und groDenteils wiirtlich gleichlautend wie an Elisabeth

(n. 513). Auf Friedrichs Mitteilung von der Verehelichung seiner Schwester Katharina mit Hzg. Karl von Kalabrion, dom

altcsten Sohne Kg. Roberts, und der dabei ausgesproclienen Meinung, daD ihm (Friedrich) dadurch Gclegenheit geboten sein

werde, iu dem Kampfe zwischen Kg. Robert und Kg. Friedrich von Sicilion, seinem (Jaymes) Brudor, zu vermitteln, antwortet

er, dafi er im Hinblick anf dio enge Verbindung ihror Hauser, auf dio Tatsache, dafi dcr genannte Herzog als Sohn

seiner Schwostcr sein Neffe ist nnd er dadurch auch mitKg. Robort durch vcrwandtschaftliche Bande verbunden ist, dasneuc

Ehebundnis nicht nur nicht miObilligt, sondern mit groCer Freude begriiDt, denn, obzwar seine bisherigen Vermittlunpsversuche

zwischen Robert und Friedrich erfolglos blicben, hofft er doch, dafi die neue Lagc ihm und Friedrich Mittel und

Wege zur VersOhnung der Gegner an dio Hand geben wird, woranf Friodrich bedacht sein mOge. In der Augelogcnheit


1316 (n. 514—520). 65

des Elekten vou Wurzburg, deren Fiirderuug bei der romischen Kurie Friedrich dringend von ilim erbat, hat er vermittelnd

eingegriflfen und au die ihm befrouudeteu Kardinalo driugende Bitten gerichtet. Dat. Ilerde 13- kal. oct. a. d. ISIO. —

fberlieferg. wie u. 513 fol. U''. Zeissberg a. a. 0. 47 = MG. Const. 5, 316. — Der Wurzburger Elekt ist Grf. Gottfried

v..n Hohenlohe, vgl. dazu ZeiGberg a. a. 0. 58 f. u. n. 565. 614

ISUJ Septeniber 19. E^^slingcii. — Beim Tranken der Pferde im Neckar entspinnt sich gegen Abend, ohne daB hiezu

die Absicht bestanden hat, zwisciieu den Truppen Friedrichs uud denen Ludwigs und seiner Verbiindeten ein blutiger, bis

in dio Kacht wiihreuder, ohne Entscheidung cndender Kampf, der sich groBenteils im NeckarlluB abspielt und bei dem

zahlreiche Edle beider Parteien, darunter Graf Werner von Homberg, in Gefaugenschaft goraten. Ludwig zieht tags darauf

in der Richtung auf Heilbronn ab. — Matthias Nueweuburguns. Bohmer Fontos 4, 191. Konigssaaler Chronik Font. rer.

Austr. 1/8, 377. Monachi Furstenfeld. Chronica de gestis princip. Bohmer Foutes 1,54. Johannes Victor. ed. F. Schneider

2, 72 u. 1 10. Zweite Bair. Fortsetzg. d. sachs. Weltchron. MG. D. Chr. 2, 337. Gesta Treviror. ed. Wyttenbach-Miiller

2, 236. Heiurich d. Taube (^v. Rebdorf») i. Bohmer Fontes 4, 514. Uber die Kampfor auf Seiten Friedrichs vgl. auch

Suchenwirt ed. Primisser 24, 37 u. 41. Bohmer 1314— -47 S. 14 u. 170. — Die Darstelluug der Konigssaaler Chronik

lalit ebenso wie die der Gesta Treviror. deutlich die Parteinahme fur Ludwig erkennen, von einera Siege Ludwigs kann

nach dem iibereinstimmenden Berichte aller ubrigen Quellen keine Rede sein, abgesehen davon, daC Friedrich noch am

22. Sept. vor Esslingen war (vgLu. 516). Zur Sache vgL auch Stalin Wurtemberg. Gesch. 3, 149 u. Schrohe 99 f., der

bereits die irrige Auffassung Priesacks Reichspolitik Balduins v. Trier 31 berichtigt hat. 615

— Septeniber 22. Esslingen. — Kg. Friedrich verschreibt Heinrich von Hall, Ammann zu Ulm, fiir dessen Dienste

00 Mark Silber Konstanzer Gewichts uud verpfandet ihm dafiir Eiukiinfte von 30 Pfund Heller aus dem Bann der Backer

nnd Gewandschneider in Ulra. in die s. Mauricii in Ezzelingen a. d. 1316. — Erwiihnt im Registereintrag v. 1326 Dez. 12

Munchen R. A. (Staatsverwaltg. Privilegien u. and. BQcher 24 foL 120.) Schwalra MG. Const. 6, 148. Reg.: Oefele Scriptores

1, 755. Lichn.-Birk 3, 396 n. 715. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 221. UB. v. Esslingen (Wurtteml)g. Geschqu. 4),

264, alle irrtiimlich zu 1326, da Kg. Ludwig in diesem Jahre die Verpfandung bestiitigte, s. 1326 Dez. 12. Die Jahreszahl

1316 erscheint iibrigens auch durch den Ausstellungsort Esslingen gesichert. 616

(1316) Oktober 4. — Bonanat Cardona an seine Base Alaraanda (^apera: Hat ihre Bitte der KOnigin mitgeteilt, die

den besten Willen hat, doch hat sich seit Alamandas Abreise die Lage des Hofes derart verschliraraert, dafi die Kronen

und Kostbarkeiten der Konigin uud der Herzogin [Katharina] fiir 700 Mark verpfiiiidet werden rauBten, die dem Kiinig

zur Kriegfuhrang iibersandt wurdeu. Die Konigiu hat daher keinGeld, er selbst erhielt eiuRoC, aber keiu Geld. Auf seine

Bitte um die Steine fur Alamanda, erwiderte die Konigin, Prau AUa babe sie. Fiir sich richtet er keine Bitten an die

KOnigin, denn er sieht, daB sie nichts gelten. Scrita lo dia de sent Prancesch. — Or. Pap. (Barcelona Kronarch. CRD) 1600,

Siegel felilt. Finke Acta Arag. 368.— Uber die schwierige Finanzlage vgl. auch Schrader a. a. 0. 65. 517

1316 Oktober 9. Baden. — Hzg. Leopold verpfandet Dietrich Stiilinger fur 40 Mark Silber Dienstgelds 4 Mark

Geld auf deu Giitern zu Dachslern (Tachsorn) und Schleinikou (Slinikon). G. ze Baden 1306 (!) in die S. Dionisii. —

Eintrag Luzern Staatsarch. Pfandreg. v. ca. 1380 foL 15. Kopp Geschbl. 2, 175. Maag 2/1, 674. Beide setzen das

Stuck zu 1316. Reg.: Zurich. UB. 9, 277 n. 3431 zu 1316. Maag sagt a. a. 0. niit Recht, daB das Datum 1306 deshalb

unmoglich sei, weil Leopold erst nach dem Tode seines Vaters selbstandig auftritt. In Leopolds Itinerar wiirde die

Urk. iibrigens zu 1316 eingereiht werden kdnnen. 518

— Oktober 11. — Kg. Robert von Sizilien gestattet derStadt Capua auf ihre Bitte, ein Drittel der allgemeinen Steuer

(generalis subvencio), die ihr alljahrlich durch die koniglichen Behorden vorgeschrieben wird, dieses Mal zur Deckung der

der Stadt aulaCIich der bevorstehenden Ankunft (instanti adventu) Katharinas von Osterreich, der Herzogin von Calabrien,

erwachsenden Auslagen zu verwenden. Dat. Neapoli per Nicolaum de Joha etc. a. d. 1316 die 1 1. octobr. 14 ind. regnornm

a. 8. — Registr. Neapel Staats-A. Reg. Ang. 214 fol. 22. 619

— Oktober 13. — Kgin. Agnes schenkt der Kremser Pfarrkirche einen Weingarten, genannt die Peunt, gelegen »an

dem wanche» am Weg nach Imbach, unter der Bediugung, dafi Dechant Ortolf und seine Nachfolger fur einen taglichen

Gottesdienst in der Kapelle zu Rechberg vorsorgen, widrigenfalls der Weingarten dem Nonnenkloster Ybbs zufallen soll

Es siegeln die Ausstellerin und die Stadt Krems. — Or. Kreras Pfarrarchiv mit Siegeln d. Konigin uud d. St. Krems.

Extr.: Kinzl Chronik v. Kreras 20. Geschl. Beilagen z. St. Pciltener Dioz. Kurr. 2, 418. Reg.: Archivber. a. Nd.-Osterr.

1,111. 520

— Oktober 20. — BischofGerhard von Basel benrkundet, daB zurAuslOsung der in StraCburg zu strengem Einlager seit

gerauraer Zeit verhaltenen Burgen und Geiseln, die er dem Hzg. Leopold, dessen weisem Rat und tatkraftiger Hilfe er die

Befreiang der durch die damaligen Feinde der Baseler Kirche, Graf Ludwig von Savoyen und Rudolf von Neuburg, lauge

Zeit in Gefangenschaft gehaltenen Untertanen der Kirche und die Behauptung uud Verteidiguug der Rechte, Giiter und

Besitzungen seiner Kirche vor dem feindlichen Einfalle der Genannten verdankt, fiir eine bestiramte Summe Silbers gestellt

hatte, der Kirche von Basel kein bewegliches Vermogen zur Verfiigung steht und verkauft daher nach wiederholter

reiflicber Beratung rait dem zu diesem Zwecke zusammengerufenen Kapitel der Kirche mit dessen Zustimmnng, um die

seiner Kirche drohenden Gefahren zu vermeiden und grOCeren Schaden zu verhiiten, die mit 16 Mark geschatzten Einknnfte

vou 200 Viertel Weizen, Roggen und Gerste aus den bischoflichen Zehenten in Heitorheira, Sausheim (Sachsen),

Andolzheim (Altolczhem), Wolfganzen (Wolfgangshem), Volgelsheim (Volkolczhem), Kunheim (Kunhem) und Edenburg

(6den-) unter bestimmten genau angegebenen Bedingnngen um 160 Mark Silber an Petrus, Propst der Kirche St. Martin

Begesta Habsburgica UL 9


66 1316 (11. 521-527).

ZB Colmar nnd Kanonikus zn Basel. Dat. Basilee a. d. 1316 feria qnarta post festnm b. Galli. — Transsnmpt des Baseler

Offizialats v. 1317 Jan. 3 in Karlsruhe Gen.-Ldes.-Arch. Kopialbch. 220 fol. 30. 521

1316 Oktober 29. Rehberg. — Agnes weil. Kgin. von Ungam gibt den Nonnen des Predigerordens znTulln 6 Schillinge

Wiener Pfennige Einkunfte zu Eietental zu freier Verfugung, die sie von ihrem Bruder Kg. Friedrich ans dessen Eigeu

erhalten hat und von denen jabrlich SVg Schillinge und 1 Pfennig von einem Halblehen zu Burgrecht uud acht bezw.

sechs Pfennige von zwei Weingarten gezinst werden. D. b. i. g. ze Rechperch 1 3 1 G des freitages vor Allerheiligen tage.

— Or. Wien Staats-A., Siegel abgefallen. Eeg.: Kerschbauraer Gesch. Tnllns 348 nnd 347 n. 160 irrig zu 1314. —

Mit den genannten Giitern war von Kg. Friedrich Tiemo von Eieteutal belehnt, der das Lehen um 7 Pfd. Pfennige dem

Tullner Nonnenkloster verkaufte und esAgnes auflieC; vgL hieriiber die Urk. Tiemos v. 29. Okt. 131G (Or. Wien Staats-A.,

Eeg.: Kerschbanmer 348). 622

— NOTember 9. — Ulrich von Walsee der Alte nnd sein Sohn Ulrich verpflichten sich gegen den Grfen. Eberhard von

Wiirttemberg nm die 21.050 Pfund Heller nnd 1000 Mark Silber Konstanzer Gewichts, mit denen ihn Kg. Friedrich

nnd die Hzge. Leopold und Heinrith an Maut nnd Gericht zu Linz gewiesen haben (vgl. n. 494), daC der Graf von

den nachsten Weihnachten an bis zur Tilgung seiner Forderung die Nutzung beziehen soll, und falls er darin irgendwie

beirrt werden sollte, sio auf seine Mahnuug hin innerhalb eines Mouats den Schaden abstellen sollen, ferner Eberhard von

Walsee zur Ausstellung einer Urknnde angegebenen Inhalts zu veranlassen (n. 525) und im Falle seiner Weigerung sich

der Bnrg und Stadt zu Linz zu bemachtigen behufs Durchfuhrnng ihrer dem Grafen erteilten Versprechung. Stirbt Kg.

Friedrich vor Abtragung der Schuld und wird der Graf in seinen Eechten beirrt, sollen sie ihm auf seine Mahnung innerhalb

eines halbeu Jahres den Schaden ausrichten, widrigenfalls sie sich des Meineids schuldig raachen, bloibt er hingegen

in ungestortem Kutzungsrecht, so haben sie keine weitergehenderen Verpflichtnngeu als zu Friedrichs Lebzeiten. ze Ulme

an dem nehsten cinstage vor s. Martins dag 1316. — Gleichzeitig. undatiert. Vidimus Krafts v. Hohenlohe, Werners

Dechants von Gruningo.u und Meister Hermanns von Stoka, Chorherrn zu Konstanz, Stuttgart Staats-A. Geldanlehnungen.

Eeg.: Wurttemberg. Eeg. 1 n. 2106. Zit. : WeiC-Starkenfels Wappenbch. d. obderenns Adels 575 u. Doblinger i. A. f.

Ost. G. 95, 351. — Die Urk. der Habsburger iiber dieAnweisung der vorstehend genannten Summe anf die Maut nnd das

Gericht zn Linz fehlen, vgl. indessen auch n. 496. 623

Burkhard von Ellerbach der Alte nnd sein Sohn Burkhard verpflichten sich gegen den Grfen. Eberhard von

Wiirttemberg und dessen Erben, falls er an Maut und Gericht zu Linz, an die ihn Kg. Friedrich und die Hzge. Leopold

und Heinrich wegen ihrer Schulden gewiesen haben, beeintrachtigt werden sollte, auf seine Mahnung ibm Burg und Stadt

Sigmaringeu auszuliefem ; doch sollen sie zuniichst nach seiner Mahnnng innerhalb vier Wochen bei den Eiden, die sie

ihm geleistet haben, zn erfahren trachten, ob er tatsachlich entgegen den ihra gegebenen Urkunden in seinen Eechten

geschmalert wurde. Ist dies der Fall, mtissen sie Sigmaringen ausliefern, erfahfen sie jedoch das Gegenteil, sind sie ihrer

Verpflichtung ledig. Sie siud anch verpflichtet, dafur Sorge zu tragen, daC fiir den Fall ihres Todes ihre Nachfolger im

Besitze von Sigmaringen dem Grafen Eberhard damit gewartig sind. Ulme des nehsten cinstages vor s. Martins tag 1316-

— Or. Stuttgart Staats-A. Geldanlehnungen, Siegel abgefallen. Eeg.: Wvirttemberg. Eeg. 1 n. 2105. — Die Ellerbacher

waren Pfandinhaber von Sigmaringen, vgl. Locher i. Mitt. d. Ver. f. Gesch. i. HohenzoII. 1, 60 nnd n. 999. 524:

Eberhard von Walsee bekennt wegen der 21.050 Pfnnd Heller und 1000 Mark Silber Konstanzer Gewichts, mit

denen Kg. Friedrich nnd die Hzge. Leopold nnd Heinrich den Gfen. Eberhard von Wurttemberg an Maut nnd Gericht zu

Linz gewiesen haben, sich dem Grafen verpflichtet zn haben, die Nutzungen von Mant und Gewicht zu Linz solange niemandem

anderen ausznfolgen, bis der Graf und seine Erben mit ihren Porderungen befriedigt sind, widrigenfalls er sich

eines Meineides schuldig macht und ferner Leute nnd Gut zuLinz solange innezuhaben, bis derGraf seiuesGutes gewahrt

ist. G. ze Ulme an dem nehsten cinstage vor s. Martins tag 1316. — Gleichzeitiges undat. Vidimus Krafts von Hohenlohe,

Werners Dechants von Griiningen und Meister Hermanns von Stoka, Chorherrn zu Konstanz, Stiittgart Staats-A.

Geldanlehnnngen. Eeg. : Wurttemberg. Eeg. 1 n. 2107. — Vgl. n. 523, 542 u. 856. 525

— Noyember 11. — Perhtolt der Achstainer verkanft Abt Ulrich nnd dem Konvent zu Melk zwei Hofstatten zu Melk,

Lehen des Stiftes, um vier Pfnnd Wiener Pfennige und verpflichtet sich, die Kaufer gegen alle Anspriiche zn schirmeu

und schadlos zu halten, widrigenfalls ihnen der jeweilige Herzog von Osterreich ans seinem (des Achstainers) Gnt den

Schaden ersetzen soll. D. p. i. geg. ze Melch 1316 an s. Merteins tach. — Or. Melk Stifts-A. Ber. u. Mitt. d. Alterturasver.

zn Wien 7, 79. 62(>

— (November 11.) Ensisheim. — Kg. Friedrich verpfandet dem Bischof Gerhard von Basel wegen des o8"enkundigen

Nntzens fur das Eeich fiir 1000 Mark Silber die Stadt Solothnrn samt Zugehor nnd verspricht, die Baseler Kirche in deu

Besitz derselben zu setzen nnd alles aufzuwenden, daC sie bis zur Zahlung der Pfandsumrae darin verbleibe. Dat. in

Ensysheim a. d. 1316, regni a. 2. — Nur alsEintragung im altesten Archivinventar des bischofl. Archivs aus dera Anfang

des 16. Jhts. fol. 210 n. 391 erhalten nach Trouillat Mon. de Bale 3, 242 Anm. danach Kopp 4/2, 494. Extr.: Zeitsch.

f. G. d. Ob. Eheins 4, 375 aus Maldoners Hist. Basil. (Hs. 98 d. Gon. Ld. A. Karlsruhe), 134. Eeg.: BiJhmer 1314—47

Add. III F. d. S. n. 336. Friedrich nrkundet am 11. November zn Ensisheim, in diese Zeit fallt wohl anch diese Urk.

Vgl. Wattenwyl Gesch. v. Bern 2, 31. 627

— November 11 bei Ensisheim. — Kg. Friedrich vermehrt die Pfandsummo fiir dio seinera »Oheim« und Landvogt

Otto von Ochsenstein in friiheren Urkunden vcrpfandeten Pfandscbaften in Plixburg (Blikkesberg) und Unigebung ura

200 Mark Silber StraCbnrger Gowichts, indem or ilm nnd seinen Erben jiihrliche Einkunfte von 20 Mark aus don Abgaben

und Steuerii in Plixbnrg und den anderen zngehorigon ira Pfandbriefe genauuten Giitern verpf:lndot. Dat. apud


1316 (n. 528-531). 67

Eusisheitn 3. id. iiov. a. d. 1316 regni a. 2. — Or. Darmstadt Staats-A. Winkelmaun Acta 2, 274. Reg.: Buhmer 1314

bis 1347 Add. U F. d. S. n. 275. Vgl. n. 127 u. 232. 628

1316 Noveiliber 20. Schaffhausen. — Kg. Friedrich verleiht den Biirgern der Stadt (Mark-)Gr5aingen nach dem

Vorbild Kg. Albrechts das Keoht, daB sie weder von einem Landricliter (iudex pruvincialis), noch von einem andoren

Richter vor Gericht gefordort werden kdnnen, soudern alle Klagen gegen sio vor dem Stadtschultheissen auszutrageu sind.

Dat. iu Scaffusa 12. kal. doc. a. d. 1316, regni a. 2- — Or. Stuttgart Staats-A. m. besch. Siegel Frs. (Sava f. 9) an gelbgruuer

Seide. BCihmer-Ficker Acta imp. 471. MG. Const. 5, 321. Rog. : Biihmer 1314— 47 F. d.S.n.94. Wiirttemberg.

Reg. 1, n. 614. Dio Urk. Albrechts I. v. 1304 Apr. 4. s. Bohmer Albr. I. n. 469. Vgl. Heyd MarkgrCningen 15. 529

— NoTeiilber 22. Scbaffhauseil. — Kg. Friedrich nimmt die Stadt (Mark-) Grciningen und deren Biirger uud

Inwohner jeglicheu Standos mit allen Gutern und Rechten zur Entschadigung fiir die wegen ihrer Treue zum Reich erlittenon

Schiiden in seinen und des Rciches Schutz, vorspricht fiir sich und seine Nachfolger, sie niemals unter irgend

oiuem Titel zu verauCern oder dem Keiche zu entfremden, sie nach ihrer volligen Einlosung vom Grafen Eberhard vou

Wurtteraberg mit Reutlingen, Gmiind und anderen einerVogtei zu unterstellcn, ilire bisherige Stouerlast nicht zu erlnihen,

uberliifit ihr znr Ausbessorung ihrer Mauern und Befostigungen das Ungeld untor Vorbehalt des Zolls und der Einkiiufto

an 'Wein und Getreide fiir das Reich und bestatigt den Burgern das althergebrachte »ir holtz market« genannte Recht

sowie alle von Kaisern und Ktinigen empfangenen Freiheiten, Gnaden uud Rochte. Dat. in Schaffusa 10. kal. dec. a. d.

1316, regui a. 2. — Or. Stattgart Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava f. 9) an griin-golben Seidenfadon. Bohmer-Ficker Acta

471. Schwalm MG. Const. 5, 321. Reg.: B(5hmer F. d. S. n. 95. Wiirttemberg. Rog. 1, n. 615. 630

Rudolf der Stulinger, Vogt zu Baden, beurkundet, dafi er an Statt nnd als Pfleger der Herzoge von Osterroich, seiner

Herren, betreffs der Teiluug der Genossenschaft (gnossamy), die zwischen soinom Herrn von Regensberg und den Johannitern

[von LeuggernJ an den Kindern Walthers des Amuunns, Burgers zu Regensberg, bestanden hatte, da der

Teil des Herrn von Regensberg an die Herzogo gefalleu sei, nunmehr derart verfiigt hat, da6 vou don Kinderu Walters

Leutold und Margaretha den Herzogen, Ulrich und Katharina den Johannitern zugefallen sind. G. ze der Nuwen Regensperg

1316 an s. Cecilien tage an der zehenden kaL dec. — Or. Aarau Staats-A. (Leuggern n. 84) Escher-Schweizer

Ziirich. UB. 9, 283 n. 3439. Untor gnossaray ist nach Maag 2/2, 279 eine Genossenschaft freier Bauern oder unfroier

Hofleute zu verstehen, die sich nicht mit Leuteu anderer Herrschaften verhoiraten diirfen. — Zur Sache vgl auch die

Anmerkungen im Ziiricher UB. a. a. 0. 631

— Noveraber 25. Sehaffhausen. — KS. Friodrich bowilligt der Stadt (Mark-) OrOningen bis zur EinlOsung vom

Grafen Eberhard von Wiirtemberg, sich jiihrlich einen Schultheissen zu wahlen, der von ihm bestatigt werden soU und bei

dem or sich mit einer Jahresabgabe von 24 rt


68 1316 (n. 635-511).

von Buttikon. ze Baden 1316 an dem nechsten samstage vor s. Niclaus tage. — Or. Zurich Staats-A. Stadt u. Ldschft.

n. 2032. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 285 n. 3442. tjber die Pfaudgiiter vgl. die Anmerkgen. ebda. S. 286. 535

1 316 Dezember 4. — Margaretha von Landenberg (Lantz-), Witwe Eudolfs von Landeuberg, laDt durch die Hand ih res Vogtes

und Oheims des Ritters Ulrich von Biittikon den Hzg. Leopold, desseu Briider nnd Erben ledig betreffs einer Verschreibnng

von 180 Mark Silber, uber die sie Biirgen undBrief bat, ferner betreffs 20 Mark Silber, die er ihr fiir die ihr erwachsenen

Kosteu schuldete, als das Reich bei ihr auf Kiburg war (»do das rich bi mir ze Kyburg was«), und betreffs 300 Pfund

Pfennige Ziiricher Miinze, die ihr verstorbener Gatte fiir die Burghut zu Kiburg zu forderu hatte, wogegen Leopold fiir

sich und seine Briider auf die Rechnungslegung iiber das Amt Kiburg verzichtet und die vorgenannten Summen vou der

Schald, die Eudolf von Laudenberg auf das Amt und die Leute zu Kiburg aufgenommen hat, in Abschlag gebracht

werden sollen. d. g. w. ze Baden 1316 au dem samstage vor s. Niciaus tage. — Or. Wieu Staatsarch. mit den Siegeln

Margarethas u. Ulrichs. Notizenbl. d. Wr. Ak. 1 (l85l), 29. Argovia 5, 29 = Liebenau 100 Urk. z. G. d. K. Agnes 29.

Thommen Schweiz. Urk. 1, 147. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 287 n. 3443. Eeg. : Eeg. Boica 5, 344. Lichn.-Birk

3, 365 n. 412 u. 413 (fehlerhaft). Oechsli Eidgenossenschft, 223*. Wober Miller v. Aichholz 1 Anmkgen. Sp. 437.

Die Stelle »do das rich bi mir ze Kyburg was« kann sich, wie schon Kopp 4/2, 260 vermutet, nur auf einen Aufenthalt

Friedrichs auf Kiburg beziehen. Ein solcher kann am ehesten zu Eude des J. 1315 angenommen werden. 536

Baden. — Hzg. Leopold verpfandet dem Eitter Berthold von M ii I i n e n fiir eine Schuld von 1 5 Mark Silber die

Zinse von 15 Mut Roggen und 25 Schillinge aus der Steuer zu Windisch. g. zu Baden an dem samstag nach s. Andrees

tag 1316. — Abschr. Aarau Staats-A. (Archiv Kasteln Kopialbch. p. 1189). Eeg.: Hormayrs Arch. f. G. 10, 432.

Lichn.-Birk 3, 365 n. 411. Bohmer 1246—1313 Add. II, 515. Das Pfandregister von 1380 weist ful. 9** (Kopp

Geschbl. 2, 163 u. Maag 2/1, 643) einen Eintrag auf, der sich trotz der Abweichungen auf diese Urkunde bezieht. Dem

Eintrag znfolge wird verpfandet »1 mark geltz indemBirhart und uf der stur zeWindesch«. Birrh;»rd istDorfBirr. 537

Baden. — Hzg. Leopold verpfiindet Berthold von Miilinen, dem er fiir dessen Dienste 15 Mark Silber schuldet,

6 Mut Eoggengeld, die Heinrich und Ulrich, Sohne Johanns des Kurzen, zinsen, 2 Mut Eoggen, die Hug Eichorn gibt,

1 Mut, das Peter zem Inlof gibt, 3 Mut von Heinrich zem Inlof, 2 Viertel Eoggen von Greta und 1 Viertel Eoggen von

Konrad zem Inlof und 25 Schilling Pfennige aus der Steuer zu Windisch. D. w. gez. ze Baden an dem samstag nach

s. Andrees tag 1316. — Or. Bern Pamilienarch. von Mvilinen mit Siegel Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str. [Gutige Mittlg.

Prof. Tiirlers.] 637 a

— Dezember 6. — Die Stadt Markgroningen (Gruningen) gelobt, da Kg. Friedrich sie mit dem Eigengut seiner

Briider vom Grafen Eberhard von Wiirttemberg eingelost hat, fiir den Fall von Friedrichs Tod in den niichsten 4 Jahren

vom heutigen S. Niclas-Tage an Pfand der Herzoge sein zu wollen fiir 12.000»PfundHeIler, um die sieFriedrich einlflste,

bis zurZahlung dieserSumme durch einen romischen Kcinig. g. zii Gruningen an dem vorgenanten s. Nicolaus taage 1316.

— Or. Ziirich Staats-A. n. 2343», Siegel abgefallen. Gleichzeit. Abschr. auf Perg. Stuttgart Staats-A. Privil. u. Freih.

Eeg.: Wiirttemberg. Eeg. 1, n. 617. — Durch diese Urk. erscheint die Zasicherung Friedriehs v. 22. Nov. 1316 aufgehoben,

vgl. iiber die tatsachlich erst am 8. Febr. 1326 erfolgte Verpfandung n. 1644. 638

— Dezember 16. — Graf Eberhard von Wiirttemberg und sein Sohu Graf Ulrich beurkuuden, daC Kg. Friedrich die

ihnen von weil. Kg. Albrecht versetzte Stadt und Burg Markgroningen um 12.000 Pfund wieder eingelost hat, sie daher

Albrechts Briefe ausgeliefert und auf alles Eecht verzichtet haben, das sie j^von der Kurfiirsten Briefe wegen« haben,

und setzen zu Zeugen ihres Verzichts Heinrich von Eberstain, Markgraf Eudolf von Badeu »unsern lieben bnlen« uud

ihren Tochtermann Kraft von Hohenlohe. D. w. g. ze Stutgarten an dem nahsten dunrstage nach s. Lucien tag 1316. —

Or. Zurich Staats-A. mit den Siegeln d. Aussteller. Wurttembg. Jahrb". 1848, 458. Eeg. : Hohenloh. UB. 2, 88. Fester

Eeg. Mkgrfen v. Baden n. 727. — Vgl. dazn die Verpflichtung Markgroningens in der vorhergehenden Nummer. 639

Graf Eborhard von Wurttemberg und sein Tochtermaun Kraft von Hohenlohe geloben Burg und Stadt Markgroningen

(Grnningen), die ihnen Kg. Friedrich und dessen Briider Leopold und Heinrich wegen Bruches dor iiber ihr

Gnt getroffenen Eichtung eingeantwortet haben, wieder auszuliefern, sobald derKonig oder sein Bruder den Vertrag erfullt

und ihnen ihrGut ganzlich ausgerichtet hat. D. w. g. zeStutgarten an dem niihesten duurstage nach s. Lucien tag 1316.

— Or. Ziirich Staats-A. n. 2342 mit Eeitersiegel Eberhards. Wiirttemberg. Jahrb. 1848, 459. Eeg.: Hohenloh. UB.

2, 88. 640

Schaffliansen. — Kg. Friedrich bestiitigt und erneuert den Biirgern seiner Stadt Sackingen auf ihre Bitte mit

Zustimmung des Klosters Siickingen und seiner Briider der Herzoge als Vogte des Klosters alle Eechte, die sie hinsichtlich

der Vererbung ihrer stiidtischen und liindlichen wie sonstigen Giitcr von dem Gotteshaus Siickingen durch Vertriige, freiwillige

Verleihungen und im Wege lublicher Gepflogenheiten erworbon haben und verleiht ihnen das Eecht Lehen zu habeu,

uubeschadet seiner eigenen und seiner Briider Eechte. Dat. Scaffuse 17. kal. ian. 1316, regni a. 3. — Or. Karlsruhe Gen.

Ld. A. (K. Selekt n. 190») mit beschad. Siegel Frs. (Sava f. 9) an Pg. Str. 641

— Dezember 21. — Die Stadt MarkgrOniugen verpflichtet sich gegon den Grfen. Eberhard vou Wurttemberg, falls

ihm das zufolge dor Urkunde Kg. Friedrichs und der Hzge. Leopold und Heinrich von dem verstorbenen Kg. Albrecht her

zukommcnde Geld, mit dem er an Maut und Gericht zu Liuz gewiesen wurde, nicht ausgozahlt oder die Pfandscliaft Burg

und Stadt Sigmaringen, die Burkhard von Ellerbach inuchat, nicht ausgcliefcrt wird, bis zur Befriedigung des Grafen wieder

unter scine Herrscliaft zuriickzukehren unter dom Vorbehalte, daC Kraft von Hohonlohe, nach dossenTod Rudolf von Baden

d. A. und nacli desscn Ablcben Heinrich vou Eberstoiu Pflegor der Stadt von Roichs wegou sein soll. G. zc Stiigarton an


im (n. 542-551). 69

s. Thomastage des zwelfboteu 1316. — Or. Stuttgart Staats-A. (Privileg. u. Freih.). Wiirttemberg. Reg. 1, n. Gl.s. Vgl.

uber die Verptliditungeu gegeu Eberliard v. W. n. 494 u. u. 524. 542

131« Dozember 23. Meuimiug:eil. — Kg. Friedrich und Hzg. Leopold verpfanden mit Zustimmung ihrer Briider dom

1'ilgriui vou ruchlieim (Builiein") und desseu Krbeu fiir 760 Tfund Wieuer Pfeiiuige, die sie ihm fiir seine Dieuste und

die dabei aufgewendeteu Koston schuldeu, die Stadt Hartberg (Harperc) mit dem Stadtgericht, mit Mauten, Zolleu, Laudgericht,

Marchfutter, Vogtei. Borgrecht uud allem Zugchiir bis zur Eiuliisung um die volle Summe. D. i. g. ze Memmingen

doz dimstags vor den Wihenuachton 1316. - - Or. Wien Staats-A. mit Siegeln Frs. (Sava f. 9) uud Ls. (Sava f. 20) an

Pg. Str. Keg.: Lichn.-Birk 3, 365 n. 415. Bdhmer 1314—1347 F. d. S. n. 97. 643

Graf Heiurich von Berg geiianut vou Schelklingeu trift't mit Kg. Friedrich uud dessen Briidern Leopold uud

Heiurich eiu Ubereiukommen, demzufolgo dieso mit den Kittern Ulrich vou Walseo und Dietrich dem Marschall von Pillichsdorf

verpflichtet sind, ilmi, seinem Vater und seiuen Erben fur alleu bisher erlittenen Schaden 2100 Mark Silber in deu

in der dariiber ausgefertigten Urkunde angegebenen Fristen zu zahlen, unbeschadet der laut Urkunden in seinem Besitze

befindlicheu Pfaudschaften. Hiugegeu verpflicbtet sicb der Aussteller fiir sich, seiuen Vater und seine Erben, dem KOuig

und dessen Briidem die schuldigen Dienste zu leisten. D. w. geg. ze Memmingen an dem dourstag vor dera heiligen tag

ze Winachteu 1316. — Or. Wien Staats-A. uiit Siegelrest an Pg. Str. Eeg.: Lichn.-Birk 3, 365 n. 414. Zit. : Doblinger

i. Arch. f. dst. G. 95, 351. — Es existiorte ofteubar auch eiue Gegenurk. der Habsburger mit den niiheren Bestimmuugeu

uber die Zahlungstermine, die verloren za sein scheint. Uber die Verpfiiuduugen vgl. u. 472. 544

— Dezember 31. — Kg. Robert vou Sizilien uud sein Sohn, HerzogKarl vou Calabrion, beurkuudeu, daC Kg. Friedricb,

»aflfinis noster carissimus», als Heiratsgut seiner Schwester Katharina, der Gattiu Hzg. Karls, ibren bevollmachtigten Gesandten

und Raten Johannes von Aquablauca, rrofessor des Zivilrechts (iuris civilis), uud Poutius de Cabanilo 40.000 Mark

Silber, die Mark zu 4 Goldgulden gerechnet, versprochen hat und die genannten BevoIImachtigten im Namen Roberts und

Karls zur Widerlage dieser Mitgift fiir den Fall ihrer Auszahlung die Slildte Sorrent und Castellamare di Stabia, die Burgen

Nocera de Cristiani (Nucerie christianorum) und Eboli iu der Priuzipatfi, die Stadt Isernia iu der Terra di Lavoro (Terre

Laboris) uud der Grafschaft Molise (Molisii) verpfandet habeu, wie es in der Verpfandungsurkuude des Naheren ausgefiihrt

ist. Sie bestatigen diese Verpfandung und raumen Katharina und deren Erben das Recht ein, die geuannteu Stiidte und

Bnrgen so lauge inuezuhaben, bis sie oder ihre Erben hinsichtlich ihrer Mitgift befriedigt sind, und verfiigen, daC aucb die

Eiuwohuer der genannten Orte Katbarina entsprechende Sicherheit hieriiber geben sollen. Zeugen: die Riite lugerrannus,

Erzbischof von Capua, Franciscus, Bischof von Gaeta, Wilhelm, Bischof von Pozzuoli (Putheolanus), und Johannes vonLaya.

Datum vero ibidem [Neapoli] per manus Bartholomei de Capua militis logothete et prothonotarii regni Sicilie a. d. 1316 die

nltimo decembris. — Registr. Neapel Staats-A. Reg. 1326 B. n. 263 fol. 32 1^ Minieri Eiccio Studii storici sopra 84,

Eegistri Angioini 88. — Die erwiihnte Urkunde iiber die Verpfiindung, die vermutlich von den Gesandten ausgestellt war,

ist uicht mebr erhalten. Vgl. auch die Urkunde Roberts u. 629. 645

1316. — Rechuuug des Rates zu Bologna iiber die Kosten des Empfanges und der Bewirtung der neapolitanischen Braut.

Herzogin Kathariua v. Ost., bei ihrer Durchreise uud Aufeuthalt in Bologna vom Tage vor bis Freitag nach Kreuzerhohung

Storia di Bologna da Cherubino Ghirardacci, Bologna 1605 Lib. XVIII p. 591. Prove seg. 1 fol. 50 nach Schweiz. 6eschichtsf.

11, 263. 646

— Kg. Friedrich verleiht Elisabeth Schenkin von Dobra das Burgstall Tratteneck (Teutnek) und 20 Pfund Gelds. 1316.

— Eintrag saec. 17. Euenkels Collect. 3, 60 Wien nddst. Ldesarch. u. Schiffers Collect. 1, 721 Miincheu Staatsbibl. Wie

ans einer zweiteu Eintraguug in Euenkels Coll. auf der gleichen Seite hervorgeht, liegt der hier geuaunte Burgstall in der

Pfarre GrieDkirchen (in Ob.-Ost.), es handelt sich also offenbar nm Tratteneck, das sich im Besitze der Familie Dobra befand,

vgl. Pillwein Osterr. o./d. Enus 3, 326. 647

— Graf Hainrich [vou G C< r z] und sein sun graf Mainhard verschreiben sich gegen kvinig Fridrich romischen kunig und

seinen brudern deu herzogeu vou Osterreich iueu der losuug umb Portnaw statzuthueu umb 1874 raark lottigs silbers mit

purgschafft. — Nur als Eintrag erhalteu im Repertorium d. Grfeu. v. Gdrz vou ca. 1500 fol. 281 Wien Staats-A. Cod.

Snppl. 426 (Arch. Beh. 331). Vgl. auch Manzauo ann. d. Friuli IV. 60 und Coronini Chron. Goriz. 350 nach repertorium

Austriacnm pars II. fol. 727. — Eine Urk. flber die Verpfandung von Pordeuoue ist nicht bekaunt. Wahrscheinlich haugt

sie mit der Hilfeleistuug des Gorzer Grafen fiir Friedrich (vgl. 1314 Juli 4) zusammen. Czoeruig Gdrz u. Gradisca 536

meint, daC Graf Heinrich Pordenone wiihrend der Kriegswirren besetzte und jetzt wieder gegen eiue Geldontschiidiguug

auslieferte, der Wortlaut der Eiutraguug deutet aber eher auf eine regelrechte Verptanduug. Die Riickgabe der Urk. erfolgte

dann anliiBlich der Einlusung, vgl. dazu auch die Bemerkung bei der folgenden Nummer (diser brief ist zerschnitten).

Uber finauzielle Verpflichtungen Friedrichs gegeu den Gdrzer vgL auch 1315 Dez. 15. 548

— In simili uoch ain solche verschreibuug, daran der purgen insigl auch hanugen, sonnst iu gleichem laut. Diser brief ist

zerschuitten. — Eintrag im Rep. wie iu n. 548. 549

— Item ain versazbrieff herzogen (!) Friderich vou Osterreich [fiir das Klarissinenkloster in Wien] wegen der mauth zu Stein

ao. 1316. — Ans dem Inveutarium d. St. Auuaklosters bei d. Ubergabe an d. Jesuiten 1573 i. Cod. 668 fol. 38 des Wieuer

.Staatsarchivs. — Eiue Urk. ist uicht mehr erhalten, vgl. aucli Kirchl. Topogr. 1 1 (~ 2. Abt. 2. Bd.), 307. 550

— »Herzog« Friedrich v. Osterr. betreit einen Weiugarteu bei Rauhensteiu, in Umbschaiden genaunt, zu Gunsten des Augustinerklosters

in Baden von aller Leiienschaft und Abgaben. Den Weingarteu verkaufte 1314 Wernhart von Chreussbach

an das Kloster. — Wissgrill 2, 164 mit dem Zusatz Docura. Monast. Badens. Eine archiv. Uberlieferg. bisher uicht festgestellt.

551


70 1317 (11. 552-558).

1317 Jannar l. — Eberhard von Schanbach erklart, dem Hzg. Leopold funf Morgen (juchart) Acker, die er als freies

Eigeu verkaufte, jedoch vom Herzog zu Lehen trug, mit folgenden Eigengutern, die er dem Herzog aufgelassen und von

ihm wieder zu Lehen empfangen hat, widerlegt zu haben: mit desSmides Acker im AusmaC von 3 Morgen, der Herterinne

und »wider Herstrasse», gleichfalls je 3 Morgen und der Wismat zweier Mannen, genannt Gigerinne. Strasburg an dem

ingeuden jar 1317. — Or. Colmar Bez. Arch. (Anstansch m, Karlsruhe n. 1142) mit Siegel d. Ausstellers an Perg.

— Januar 2. SchafFliansen. — Die Hzge. Leopold und Heinrich gewahren fiir sich und ihre Bruder in der Absicht, die

Burg und Vorburg zu Hauenstein (Hawenst-) an Leuten und an Gut zu verbessern, allen Leateu, die jetzt dort seChaft

Streifen. 652

sind oder noch sich ansiedeln werden, aus welchem Lande sie stammen mogeu, die Gnade, daB sie, solange sie dortselbst

bleiben, wie Buirger in Stadten sitzeu solleu und weder ihm uud seinen Bruderu noch seiueu Amtleuteu irgend welche

Steuern oder Dienste leisten sollen auCer bei allgemeinen Auszvigen, Heerfahrten, Reisen und bei Nachtlager, doch nehmeu

sie alle ihre Eigenleute von den vorgenaunten Gnaden aus. Es siegelt Leopold fur sich und Heinrich, der eines eigenen

Siegels entbehrt. D. b. i. g. zue Schaffhauseu an dem sontag nach dfm ingeheuden jare 1317. — Beglaub. Abschr. v.

11. Febr. 1666 Karlsruhe Gen. Ld. A. Kopialb. 780 fol. 174. Auszg.: Spiess Aufklargen. i. Gesch. u. Dipl. 131. Reg.:

Lichn.-Birk 3, 365 n.417. Bohmer 1246— 1313 Add.n,515. — Vgl uber Hauensteiu Schulte Studien z. G. d. Habsbg.

119 ff. u. Maag 1, 68 u. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheins N. F. 7, 169 f. 563

— Jannar 5. Schalfhausen. — Kg. Friedrich daukt der Stadt Treviso fur den ehrenvollen Empfang, den sie seiner

Schwester Katharina, Hzgin. von Kalabrien, wie er aus ihreu Briefen und den Berichten seiner Getreuen vernommen hat,

bei dem Durchzug durch ihr Gebiet bereitet hat, verspricht ihr, sich dafiir in jeglicher Weise dankbar zu erzeigeu und

teilt ihr mit, daC sich seine uud des Reiches Angelegenheiten mit Hilfe des Allmachtigen giinstig entwickelu. Dat. Scaffuse

non. ian. regni n. a. 3. — Abschr. Treviso Bibl. com. Raccolta Scotti 5, 357. Verci StoriaTrivigiana 8, doc. 46. Schwalm

MG. Const. 5, 324. Eeg.: Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 98. Briefe Katharinas und ihrer Begleiter sind nicht mehr

erhalten. 654-

Schaffhansen. — Kg. Friedrich teilt allen Reichsgetreuen mit, daB er den Grafen Rambald von CoUalto znseinem

Rat und Diener aufgeuommen und ihn samt seinem Vermogen und seiner Familie in seineu und des Reiches Schutz genommen

hat, und befiehlt ihuen daher, den Grafen als seineu Rat zu achten nnd keine Verletzung oder Beeintrachtigung

desselben zuzulassen. Dat. apud Scafusam non. ian. a. d. 1317, regni a. 3. — Or. Briiun Ldes.-A. mit zerbroch. Siegel Frs.

(Sava f. 9) an gruneu Seidenfaden. Biihmer-Ficker Acta 472 (aus Kopie Chlumeckys) = Schwalm MG. Const. 5, 324.

Reg.: Serie di tutti privilegi di Collalto (Venezia 1798) 13. Chluraecky Reg. d. Arch. Mahrens 1, 221. Biihmor 1314—47

Ad. m, 338. Bretholz Mahr. Ldesarch. 97 (za Jan. 4). « 655

— Januar 8. Baden. — Hzg. Leopold verschreibt der Witwe Johanns des Baders und dessen Erben fur eine Schuld

von 9 Mark Silbers, die er ihueu von dem ihnen gegebenen Pfaude auf dem Hof zu Windisch, der Maiensteuer zu Gebisdorf

sowie auf den Schupposen Uli Schibs uud Evidi Riegenbachs noch schuldet, 33 Schillinge auf der Maieusteuer zu Gebisdorf,

2 Mut Korns auf der Schuppose Schibs und 2 Viertel Korus auf der Schuppose Riegenbachs. d. i. geg. ze Badeu an dem

samestag nach dem zwelfteu tage 1317. — Or. Baden i. A. Stadt-A. mit beschad. Siegel Leop. Welti Urk. d. Stadtarch.

z. Baden 1, 4. Reg.: Arch.f. schweiz. Gesch. 2, 31 (irrig zu Jan. 9). — Auf diese Urk. bezieht sich offenbar auch der Eintrag

im Pfandregister v. 1380 Kopp Geschbl. 2, 148. Maag 2/l, 598. Dementsprechend ist auch die Bemerkung Maags

a. a. 0. Anm. 3, daB eine Urkuude nicht nachweisbar sei, zu berichtigen. Eine zweite Urk., die Maag auf Grund des ungenauen

Regestes im Archiv f. schweiz. Geschichte anzunehmen geneigt ist, existiert nicht. 556

— Janaar 14-. — P. Johann XXH. empfiehlt dem zum KOnige gewiihlten Hzg. Friedrich die in die DiOzesen Trier,

Mainz, Koln und Salzbnrg entsendeten Kollektoren Mag. Petrus Durandi und Beruard von Mont Val6rien (de Montevalrano),

bittet ihn, sie bei ihren Geschiifteu zu unterstiitzen und ihnen iiber ihre Bitte sicheres Geleit zu gewahren. Dat. Aviu. 1 9. kal.

febr. a. 1. — Registr. Rom Reg. Vat. 63 fol. 348 n. 55. Riozler Vatikan. Akten 13. Reg. : Aual. Vaticano-Belg. Lettres

de Jean XXII 1, 74. Jean XXIL lettros comm. 1, 463. Kisky Reg. d. Erzbisch. v. Kolu 4, n. 970. — Uber die beidon

KoIIektoren vgl. Westfal. UB. 8, 407. 657

Wernher der Gutmann von Hattstatt empfangt zu Ensisheim von den Herzogen von Osterreich zu rechtem Sesslehen

sein bisheriges Kigengut im Betrag von 400 Mk. Silber und zwar 20 Schatz Reben zu Alschweiler (AlCweyller), 20Schatz

Eeben ira Bann zu Suudheim, 12 Schatz Robon ira Banne zu Hattstatt in dem »Buchs«, 5 / im Baun zu Niederbergheini

und 3 S' vom neuen »sneuhaus« zu Herlisheim in der Stadt. Siegler Wernher. d. w. g. 1 3 1 7 an dem freitage uach s. Hylarius

tage. — Vidim. Abschr. d. Ensisheimer Kzlei. saec. 17 Basol Staats-A. Hattstatt UB. 380. Rog. : Scherlen a. a. 0. 134

ans vord.-iist. Lehencod. i. Karlsruhe Gen.-Ldos-A. 668

Konrad der Gutraann vou Hattstatt bekennt von den Herzogen von Osterreich zu Ensisheim zn rechtem Sesslehen

empfangen zu haben 400 Mk. Silber und zwar 27 Joch Matten, genannt »der Brngol*, die denen von Marbach gehOrten,

im Hattstatter Bann, 14 Schatz Reben »vohr Bade« liegend, 1 Schatz an dem Castellwege nebeu donen von St. Johannes,

3 Schatz in dem »Buchs« neben dem von Bobeimstein, 3 Schatz ueben dora von Masmunster boi S. Colurabensbrunueu

(S. Culurabe burnen), alles

ira Hattstatter Bann, feruor im Bann vonGeberschweier (Gebliswiler) 14 Schatz neben dem Holzwege,

4 Schatz neben denen von St. Marx (8. Markhuse), 4 Schatz neben den vou (Nieder-) Hergheim (Hiirinkh-), 3 Schatz

an dom Biihel (Bichel) nnter denen von Burgheim (Burckh-), 2 Schatz ebpndanobcn dera vcm Greifenstoin und */j Korugelds

nnd 6 Rappen, die Dietrich Guet, Biirger zu Geberschweior, alljilhrlich von eineni Acker im Gcborscliweior Baun zinst. D.


iai7 (n. 559-567). 71

w. g. 1317 an dem fieytage uach s. Hylarius liage. — Vidim. Abschr. d. Reg. Kaiizlei Eiisisheim saec. 17. Basel Staats-A.

'

Hattstatt UB. f. 381.

6o*«>

1317 Januar 20. — Kg. Jayme U. an Kg. Friedrich: Uie vonFriedrich an ilin abgeordneten Gesandten Magister Dietrich

von Woltsau (Wolfsuwe), Propst von Gurnitz und Professor beider Rechte (utriusque iuris professor), uud Albert, Propst

der PreHburger Kirche, Friedrichs Secretare nud Farailiaren, die ihm Friedrichs Schreiben mit seiuer Vollmacht eiuhandigton,

hat er mit Freudc empfangen und sowoiil den Inhalt des Schreibeus wie auch dcn miiudlichen Vortrag der Gesandteu mit

groCer Aufmerksamkeit ztir Kenntuis genommen uud wohl erwogen. Die Gfsaudteu habeu uacli Uberraittluug von GriiDen

uud der Xachrichteu liber den guten Gesundheitszustand Friedrichs uud der Konigin Elisabeth, die ihn sehr erfreuten,

ihren Auftrag iu zweiTeile gegliedort: ersteus seiuen Rat einzuholen, ob er die Absenduug der bereits eruaunten uud vtirbereiteten

feierlichen Gesaudtschaft an die Kurie fiir zweckmaUig erachte uud zweitens ihu zu bitteu, falls die Gesaudtschaft

abgelie, sich persi5ulich zurFOrderuug derSache an derKurie einzuliudeu. Er, der Friedrich wie seinen eigenen Sohn liebt

und dessen Angelegeuheiteu in jeglieher Weise voll viiterlichen Gefvihls zu fiirderu bedacht ist, hat die Auftriige der Gesandteu

wohl uberlegt uud ihuou darauf miindlich Autwort erteilt, damit sie sie Friedrich iiberbringen. Er zweifelt uicht,

daC Friedrich uach Empfaug der Autwort uud ihrer Begriindang zufrieden sein werde. Dat. in Villafrancha Peuitencio

13. kal. febr. a. d. 1316. — Barcelona Kronarch. Register n. 318 fol. 16'. Zeissberg SB. Wr. Ak. 140, 51. Schwalm MG.

Const. 5, 325. 660

Derselbe dankt seiner Tochter Elisabeth fflr ihren durch die in n. 560 genannten Gesandten ihres Gatten uberreichten

Brief, den er ebenso wie den mundlichen Bericht derselbeu zur Kenutnis geuommen hat. Seine Antwort wird sie

aus dem Bericht der Gesaudten, die er, ihrem Wunsche entsprechend, freundlich aufnahm, entnehraen, ihrem Wunsche, die

iu seinen Handen befindlichen Urkunden uber die

Vertrage bei ihrer EheschlieCuug (litteras supra matrimonii vestri accessoriis)

ans deu iu ihrem Brief angefuhrten Griindeu ihr zuruckzuseudeu, kiiuue er aus Griiudeu, die er deuGesaudteu mitgeteilt

hat, jedoch derzeit uicht entsprecheu, doch hat er ihuen seine Absicht, uoch vor Riickseuduug der Urkundeu fiir

ihre Sicherheit eiu Schriftstuck ergehen zu lassen, mitgeteilt. Dat. ut supra (n. 560). — Uberlieferg. wie n. 560. Zeissberg

a. a. 0. 52 --- MG. Const. 5, 326. 661

Derselbe schreibt Kgin. Elisabeth, daC er in ErfuUung ihrer in ihrem Briefe vorgebrachten Bitte dem Abte Nicolaus

von deu Wiener Schotten, ihreni Kaplan uud Sekretar, seine Gnade und Uuterstiitzung, sobald ihn der Abt darum bitte,

angedeiheu lassen werde. Datura uud Uberlieferg. wie u. 560. Zeissberg a. a. 0. 54. 662

Derselbe legt bei P. Johann XXII. fiir den Bruder seines vou ihm wio eiu Sohn geliebten Schwiegersohnes

Kg. Friedrich, Albrecht, der, trotzdem er erst 2 1 Jahre alt ist, nach Aussage glaubwiirdiger Milnuer durch seinen Lebenswandel,

seine Sitten, seine wissenschaftlichen Kenntnisse uud sonstige riihmenswerte Eigeuschafteu besouders ausgezeichuet

ist uud von samtlicheu Mitgliederu des Passauer Domkapitels eiustimmig als Bischof postuliert worden ist, Furbitte ein,

desseu Angelegeuheit iu giiustigem Sinue zu erledigeu. Dat. Villefranche Peuitencie 1 3. kal. febr. a. d. 1 3 1 6. — Uberlieferg.

wie n. 560, fol. 17. Zeissberg a. a.O. 54. — Vgl. dazu Zeissberg a.a. 0. und die Urk. n. 283, 597 u. 598. 563

Derselbe bittet den Kardinaldiakon von St. Hadriau Napoleon [Orsini], seinen besondereu Freuud, sich die Sache

des von allen Mitgliederu des Passauer Kapitels zum Bischof postulierten Albrecht, Bruders Kg. Friedrichs, deu er bisher,

wie er durch eine kurzlich bei ihm eingetrotfeueGesaudtschaftFriedrichs veruomraeu, wohlwollend gefiirdert hat, angelegen

sein zn lassen und diesem bis zu eiuem gliicklicheu Ausgaug seine Hilfe zu leihen. Datum ut supra. — Uberlieferg. wie

n. 560, fol. 17'. Zeissberg a. a. 0. 55. — Ein gleichlauteuder Brief erging an Bischof Bereugar von Tusculum, der vom

Papste mit der Untersuchung dieser Augelegenheit betraut war, s. Zeissberg a. a. 0. Vgl. zur Sache die ausfuhrlichen Bemerknngen

Zeissbergs a. a. 0. 664

Derselbe schre*ibt an Napoleon [Orsini] wegen der Wahlangelegenheit des [Gottfried] von Hohenlohe bei derWiirz-

Durger Kirche, die ihm durch die jungst eingetroffene Gesandtschaft Kg. Friedrichs empfohlen wurde, vielfach mit demselben

Worten wie in n. 564. Datum wie n. 564. — tJberlieferg. wie n. 564. Zeissberg i. SB. d. Wr. Akad. 140, 58.

Grf. Gottfried v. Hohenlohe war in zwiespaltiger Wahl zum Bischof v. Wurzburg erwahlt worden. Vgl. dazu die Bemerknngen

Zeissbergs a. a. 0. und n. 514. 666

— — Derselbe bittet den Kardinal Napoleon den Bittschreiben, die seine Tochter Elisabeth, wie er durch die Gesandteu

Kg. Friedrichs erfahreu, wegen der ErhOhuug eiuiger Kleriker ihres Gefolges an ihu gerichtet hat, Gehiir zu geben, da

ihm an deren Erfiillung sehr gelegen ist. Datum wie in n. 564. — Uberlieferg. wie n. 564. Zeissberg a. a. 0. 59. 666

— Janaar 21. — Margaretha von Kapellen schenkt mit Zustimmung ihres Sohnes Haus dem von ihr gestifteten Spital zu

Pnjgarn, von ihrem rechteu Erbe, das ihr vou ihren Vorfabreu iiberkommen ist uud ihr vou Hzg. Friedricb mit einer unter

seinem Siegel ausgestellten Urkuude erteilt ward, 2 Mnt Weizengelds auf zwei Leheu in Hadres a. d. Pulka (Hadreins bey

der Pnlgcka) nud je ein halbes Fuder Wein auf dem Weiugarteu, der auf dem Geisberg liegt, und auf dem Weingarteu

in der StraO, den ihr Bruder Kapoto gekauft hat, und iibergibt dem Spital die Urkunde, die ihr vou Herzog Friedrich und

ihreu Bruderu bei der Giiterteilung ansgefertigt wnrde. 1317 an St. Anngnes tag zwSteyreckh inn dem hanss. — Abschr.

St. Floriau Stifts-A. vidim. Papiercodex v. 7. Mai 1632. ObOst. UB. 5, 177. — Die erwahnte Urk. Friedrichs ist anscheinend

nicht mehr erhalten. 567

— Jannar 22. Reatlingen. — Kg. Friedrich schreibt seinenVOgten in Achalm, daC er durch Berichte glaubwurdiger

Leate uud briefliche Auzeigeu beuachrichtigt worden ist, daC einzelne der Achalraer Vcigte iu fruhererZeit von deu Gtiteru

des Klosters Zwiefalten iu Kohlberg (Kolb-), Ncnhausen (Niweuhuseu) und Dettiugen (Tettingen) widerrechtlich eiue

Abgabe an Ol eingehoben haben nnd er auf die Bitte des Klosters aus Ehrfurcht vor Gott uud dem Recht diese Abgabe


72 1317 (n. 568-575).

aufgeholDen habe, wesbalb er ihneii verbietet, das Kloster hierin zu behelligen. Dat. ap. Ruttelingen 1 1 . kal. febr. a. d. 1 3 1 7,

regni a. 1


(!). Or. Stuttgart Staats-A. (Zwiefalteu) mit besch. Siegel Frs. (Sava f. y) an I'g. Str. Extr. : Sulger Ann. Zwifalt.

1, 268. Eeg. : Bohmer 1314—47 Fr. d. S. n. 99. — Vgl. dazu auch die Urk. des Landvogts Konrad v. Weinsberg v. 1312

Aug. 1 4 (Or. Stuttgart Staats-A. Zwief.), in der dieser auf Klage des Kl. Z. urteilt, dafi den Vogten von Achalm kein Eecht

auf eine Abgabe von 01 zusteht, und das von Grf. Eudolf von Hohenberg am 22. April 1317 (ebda. Kopialbch. A l) an

seine Beamten erlasseue Verbot, diese Abgabe zu erheben, sowie das Versprechen der Briider von Hundersingen, osterr.

Untervogte, das Kloster zu schirmen v. 13. Dez. 1317 (Abschr. saec. XVIII. Stuttg. Copbch, C fol. 95). 568

1317 Jauuar 24. StraUburg. — Hzg. Leopold verpfandet dem Niclas von Wartenfels fur die ihm fur seinen Dienst

schuldigen 100 Mark Silber 10 Mark Silber auf der Biirgersteuer zu Baden »an abschlag«. Dat. ze Strasburg an mentag

nach s. Vicencien tag a. 1317. — Eintrag Luzern Staats-A. i. Habsbg. Pfandreg. v. ca. 1380 fol. 1*. Kopp Geschbl. 2,

146. Maag Habsb. Urban II/l, 595. Reg.: Bfihmer 1246— 1313 Add. II, 515. — Nach Maag bedeutet »au abslag«, daB

das Pfand ein unabniessendes war, d. h.

die Pfandsumme wurde nicht durch die Einkiinfte des Pfandes amortisiert, sondern

muBte voU zurQckgezahlt werden, vgl. Hensler Institutionen des dtsch. Privatrechts u. Maag a. a. 0. 92 Anm. 1. Uber das

freiherrl. Geschlecht d. Wartenfels vgl. Maag 576 Anm. 3. 669

— Februar 3. SchafiThausen. — Kg. Friedrich und die Hzge. Leopold und Heinrich schreiben der Stadt Konstanz,

daC sie die dortigeu Juden fiir deren Dienste bis zu den nachsteu Weihnachten und von da an auf vier Jahre von allen

Steneru und Leistungen befreien, und bitten die Stadt, falls sie darauf vergessen sollten und sie oder jemand in ihrem Auftrage

dawider handeln soUte, sie daran zu mahnen und, wenn dies erfolglos bleibt, mit ihrer BevoUraachtigung die Juden

dagegen zu schvitzen, ohne ihre Ungnade gewiirtigen zu miissen. D. i. g. ze Schafhusen an s. Blesien tag 1-317. — Or.

Karlsruhe Gen. Ld. A. (K. Sel. n. 191) mit Siegel Friedr. (Sava f. 9) u. Leop. an Perg. Str. Eosel, Die Reichssteuern d.

dtsch. Judengemden. (Schrift. d. Ges. z. Forderg. d. Wiss. d. Judentms.), 90. MG. Const. 5, 328. Eeg. : Zeitsch. f. 6. d.

Ob. Eheins N. F. l, 88. 670

— Februar 4. Baden. — Ilzg. Leopold bewilligt denBiirgern von Baden auf den Ackeru, welche sie von ihm zu Lehen

habeu, Weinreben zu ptlanzen. Der von denselben za entrichtende Zins soU unverau6erlich am Lehen haften. D. i. g. zo

Baden an dem vritag nach der liehtmesse 1317. — Or. Badeu i. A. Stadt.-A. mit beschiid. Siegel Ls. Welti Urk. d. Stadtarchivs

zu Baden 1, 4 zu Febr. 8. Die Eechtsqu. d. Kt. Argau 2, 3. Reg.: Arch. f.G. 10, 432. Lichn.-Birk 3, 365 n. 419

(ohne Ort u. zu Feb. ll). Arch. f. Schwz. G. 2, 31. Z. f. schweiz. Eecht 17, 24. 671

— Februar 7. Badeii. — Hzg. Leopold bekennt, dem EitterEudolf von Hallwil 40 Mark Silber schuldig zu sein, und

verpftindet ihra dafur IS MutEoggen, 14 MutKorn und 4V.2 Pfund Pfennige von der Vogtei zu Hermatswil (Hermotzwile).

Baden an dem montag nach der liechtraesse 1317. — Or. Bern Staats-A. (Konigsfelden) mit Siegel Ls. Soloth. Wochenbl.

1833, 444. Eeg.: Aich. f. Gesch. 10, 432. Lichn.-Birk 3, 365 n. 418. BohuJer 1246—1313 Add. II, 515. Wdber,

Die Miller von Aichholz, 1 Anmerk. Sp. 438. 673

— Febrnar 13. — Bischof Gerhard vonKonstanz genehmigt auf Grund des Berichts des Dekans Eberhard von Winterthur

die durch Konigin Agnes von Ungarn mit Zustiramung der Hzge. Leopold und Heinrich sowie Eberhards erfolgte Erbauung

eines Altars im Armeuspital zu Winterthur und dessen Dotierung durch ihre Almosen, sowie die seitens der Armen des

Spitals eingegangene Verpflichtung, dem im Spital tiitigen Priester 3 Mark Silbers gebrauchlichen Gewichts solange als

Jahreseinkiinfte anzuweiseu, bis durch fromme Stiftungen dem Altar ein Einkommen gleicher H(5he gesichert ist. Er trifft

ferner genaue Bestimmungen iiber die Wahl dieses Priesters, iiber dessen gottesdienstliche Funktionen und dessen VerpUichtung

alle Widmuugen jeglicher Art, mitAusnahme der ausdriicklich fiir die Person des im Spital dienenden Priesters

bestimmten, dem Kirchherrn zu Qberweisen. Die Hzge. Leopold und Heinrich erklaren unter dem^Siegel des ersteren, dalj

dies AUes mit ihrer ausdrucklichen Zustimmuug erfolgt ist. Dat. Constantie a. d. 1317 yd. febr. ind. 15. — Or. Winterthur

Stadt-A. mit Siegelrest d. Ausstellers, Siogel Leop. (Sava f. 20) und den Siegeln Eberhards und des Armeuspitals.

Geschichtsfreund 13, 245. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 302 n. 3458. Reg. : Liebenau Kgin. Agnes 435 (unrichtig).

Eeg. episc. Const. 2, n. 3747. 573

— Februar 22. Basel. — Hzg. Leopold schuldet dem Burkhard Werner von Ramstein und dessen Bruder Ulrich fiir

ein RoB und ihren Dienst 150 Mark Silber, wofur er ihuen 15 Mark Geld auf der Steuer zu Brugg i. Argau »an abslag*

verpfandet. Dat. Basel a. d. 1317 Petri ad kathedram. — Eintrag Luzern Staats-A. i. Habsbg. Pfandregister v. ca. 1380

fol. 11». Kopp Geschbl. 2, 165. Maag Habsbg. Urbar II/l, 648. Reg.: Bohraer 1246—1313 Add. II, 515. — tJber

die Ramstein, ein Baseler Ministerialengeschlecht, vgl. Maag a. a. 0. Anm. 3. Uber die Bedeutung von »;"in abslag» vgl.

n. 569. 674

— Februar 26. — Hzg. Eudolf von Bayern schlieCt mit seinera Bruder Kg. Ludwig eiuen umfassonden Ausgleich, in

dem er sich u. a. verplliclitet, Ludwig im Kampfn ura das Reich sein Land uiid seine Leute in Bayern und ara Rhoin zur

freien Vorfugung zu stellen und ihn solange in deren Besitz und NutzgenuB zu belassen, bis er den Krieg gegeu den von

Osterreich beendet haben wird. Ob und wann dies der Fall ist, sollen dio vou beiden Briideru gemeinsara eingesetzten genannten

sieben Schiedsrichter auf ihren Eid entscheiden. D. i. g. ze Munchen doz samtztags nach Mittorvasten 1317. —

Or. Munchen R. A. (Herzogl. Lander-Teilgen. Fasz. 2) Fischer Kl. Schriften 2, 599. Qa. u. Erdrterg. z. bair. G. 6, 246.

Schwalm MG. Const. 5, 328. Reg.: Eeg. boica 5, 349. BOhmer 1314—47, 248 u. 133. Wittelsbach. Reg. 68. Eeg. d.

Pfalzgfen. n. 1785. — Vgl. z. Sache Schrohe I04ff. u. Kopp 4/2, 181. 576

— Milrz 10. Otfenburg. — Kg. Friedrich und Bischof Johann von Strafiburg bourkunden, daO vor ihnen zu Offeuburg

zwischcnden Mkgrfen. Kudolfd. .V. und Friedricli

von Baden und den Neunzehnorn des elsaiiischen Landfriedens folgeuder


1817 (n. 576-582). 73

Vertrag geschlosseu worden ist : die beideii Maikgrafen soUen in ihrem Gebiet bis zu den niichsten Weihnacbten weder zu

Wasser noch zu Lando irgend eiueu ZoU einheben, damit die Kaufloute jedoch desto sicberer durcli ibro Lande fabren, soU

jeder, der deu Rhein hinab fahrt, von jedein Fuder Weins wie aucb von anderein an Gewicbt einem solcben gloichkommenden

Kaufschatz den Markgrafen fiir das Geleite, nicht als ZoU, einen Schilling zahlen, die Biirger von Strafiburg aber

6 Tfenuige und die von Hagenau uichts. Die Markgrafeu sollen jedermann sicberes Geleite gewahreu zu Wasser und zu

Lande bis zu den iiachsteu Weihnachten und, weun jemand beraubt oder gefangeu wird, mit allon Kraften fiir Ersatz und

Suhuo des Scbadens, im Notfall mit llilfe der Neunzehner sorgen, widrigonfalls inan sie, ibre Leute uud ibr Gut von des

Laudfriedens wegen angreifen soll.

abfordern (keineu wein stcben noch kein brot nemen sullent) und es

Die Markgrafen und ibre Ziillner soUen keine Gruudruhr einbeben noch Wein und Brot

sollauch kein aufwiirtsfahrendes (ufgande) Scbiff, das

soviel wie eiu Hundert Salz (ein huudert saltzes) triigt, womit immer es beladeu ist, mehr als das von altersher festgesetzte

Geleit zahleu; sie soUeu auch furderbin den Briefen des Rates dor Stadt StraBburg ohne Widerrede Glauben schenken. Dio

Markgrafen, fur die sicb noch Heinricb von Eberstein verburgt, geloben bei ibrem Eide alle Bestiramungen einzubalten.

D. w. g. zii Offenburg au dem ersten dunrestago vor s. Gregorien tage 1317. — Or. StraBburg Stadt-A. mit Siegel Frs.

(Sava f. 9) an rot-griiuen Seidenfaden u. d. Siegoln B. Jobanns, d. Mkgfen. u. H. v. Eberstein. Wencker Appar. 197.

Schopflin Hist. Zar.-Bad. ,5, 357. Stralibg. UB. 2, 307. MG. Const. 5, 337. Eeg.: B(ihmer 1314— 47 F. d. S. n. 100.

Lichu.-Birk 3, 366 u. 420. Fester Keg. d. Mkgfen. v. Baden n. 729. Vgl. Schwahn, Landfrieden 82 u. Eosenkrauzer,

B. Johann 70 f. 576

1317 Miirz li. Offenburg. — Kg. Friedrich verschreibt Otto von Ochsenstein, seinem Oheira und Vogt, fur dessen

treue Dienste 300 Mark Silber StraCburger Gewichts und weist 100 Mark davon auf die Miiuze zu Breisacb oder seine

Kammerknecbte die Juden Salmann genauut Bucbtram, Mathias und Vinandus in Colmar oder die Kawertscben im Elsafi

und die restlicheu 200 Mark auf die Einkiiufte aus der Vogtei an. Dat. in Offemburg 4. id. marc. a. d. 1317, regni a. 3. —

Or. Darmstadt Staats-A. mit Siegel Frs. Bubmer-Ficker Acta 473. Reg.: Bohmer 1314—47 Add. II F. d. S. n. 276.

Wiener Reg. z. Gescb. d. Juden 1, 48. 577

— Marz li. — Hzg. Leopold bekennt, dem Strafiburger BQrger Heinrich von Mvilnheim um 610 Mark Silber Einkvinfte

von 61 Mark Silber Strafiburger Gewicbts verkauft zu haben, und gelobt Heinricb und dessen Erben, diese Summe auf seinen

Stadten im Aar- und Tburgau sicherznstellen derart, dafi Heinrich 1 4 Tage nacb den kommenden Osteru in deren Besitz

ist, widrigenfalls er sicb am 18. April (moutag nach Misericordia) in StraCburg zura Einlager einfinden soU; er verspricht

ferner, Heinrich bis zum 28. Miirz (untz an den nechsteu montag uach dem palmetag) 100 Mark Silber und bis zum 1 1 . April

(nntz an den montag nach usgeender osterwochen) 57 Mark Silber in Strafiburg einzuantworten, widrigenfalls er eidlich

verpflichtet ist, in StraCburg bis zur voUigen Tilgung dieser Schuldeu Einlager zu balten. d. w. g. an dem montag nach

Mittervasten 1317. — Abscbr. saec. 16 Innsbruck Reg.-A. Cod. 41 Bd. 3 fol. 1019, auch Strafiburg Bez.-A. G. 1359.

Reg. : MQllenheim-Rechberg Familienbcb. II/l, 24 n. 641. Thommen Urk. 1, 148. — Vgl. auch Jabrbch. f. Schweiz. G.

28, 10 f. u. Zeitsch. f. G. d. Ob. Rheins N. F. 24, 453. 678

— Miirz 16.

—- Cangrande della Scala, Reicbsvikar iu Verona und Vicenza, Ugolino da Sesso, Podesta von Verona, Gastaldionen,

Anzianen und Rat von Verona scbworen auf der grofien Stiege des Palazzo von Veroua in Gegenwart Konrads,

comes Basile, und des Veroneser Biirgers Jobannis a Lettis, der Gesandten Kcinig Friedricbs, dem Kiinige uuterwiirfig und

gehorsam zu sein, und gelobeu ferner mit den Gesandten im Namen Hzg. Leopolds und dessen iibriger Briider ein unverbruchliches

Bnndnis zu halten. Die 1 6. martii 1317. — Auszug aus einer verlorenen Urk. i. d. Historia Cortusiorum L II c. 8

bei Muratori Scriptores 12, 798. MG. Const. 5, 339. Reg.: Licbn.-Birk 3, 366 n. 422. — Vgl. Spangenberg Cangrande

1 , 117, dessen Ausfiibrungen jedoch, soweit sie sich auf das Verhaltnis Friedrichs zum Papst und zu den Welfeu beziehen,

nicht zutreffend sind, vgl. auch Sickel in SB. d. Wr. Akad. 30, 11. 679

— Harz (17

— 18). — Eeicbsvikar und Stadt Mautua schwOren Kg. Friedrich Gehorsam und den Herzogen von Osterreich

Bundestreue wie Verona. — Hist. Cortusiorum bei Muratori Sript. 12, 798 C, vgl. Verci 6, 18. 680

— Marz 26. — Christian Spinula schreibt an Kg. Jayme II. viber die Politik F. Johanns XXII. gegenuber den KOnigen

Robert und Friedricb (von Sizilien), Roberts Pliine auf die Lombardei und Toscana und das seit langerer Zeit umlaufende

GerScbt, dafi Robert sich an den Herzog von Osterreich um Sendung von 1000 deutscben Kriegern gewendet habe, wovon

angeblicb jiingst 500 bereits in der Lombardei angelaugt sein sollen. Dat. Fiuari die 26. marcii. — Or. Pap. Barcelona

Kron-A. (CRD zu 5614). Finke Acta Arag. 574 (auszugsweise). —- Zur Sache vgL Davidsohn Gesch. v. Florenz 3,

607 ff. 581

— Marz 27. — Ulrich Herr von Tiefenstein (railes de Tuiffenstain) bestatigt, dafi sein verstorbener Bruder Hugo mit

Znstimmung seiner Gattin Agnes alle ihm in den Diirfern Ober-Alpfen (Oberu Alaphen), Hierbach (Hunrbacb) und Finsterlingen

(Vinsterloch), die Eigentura des Klosters St. Blasien sind, anf Grund der Vogtei oder aus einem anderen Titel zustehenden

Rechte, wie auch alle wie immer gearteteu ibm gehOrigen Abgaben dem Kloster St. Blasien laut einer ibm

vorgewiesenen Urknnde verkauft hat und weil. Kiinig Rudolf wie auch dessen Sobn, der verstorbeue Hzg. Rudolf, hiezu ihre

ausdriicklicbe Bewilligung erteilt haben, wie aus einer iiffentlicben Urkunde (publica instrumenta) bervorgeht, uud verzichtet

fiir sich und seine Erben auf alle Anspruche. Dat. et act. in Sekkiug a. d. 1317 in die palmarum. — Or. Karlsruhe

G. Ld. A. (Abt. 11 Couv. 410). Hergott Genealog. 3, 610. Extr.: Zeitsch, f. G. d. Ob. Rbeins 6, 246. Die Bewilligung

Kg. Budolfs s. B.-Redlich n. 2424. Eine Urk. Hzg. Rudolfs scheint nicht erhalten zu sein. 583

— MSrz 30. Baden. — Hzg. Leopold verpfandet dem Arnold von Bar fiir eine Scbuld von 20 Mark Silber 4 Pfund

Pfennige Geldes anf der Herbststener zu Lnnkhofen (Lunghuft) und 2 Pfund Pfennige Geldes auf der Fischenz zu Lunk-

KeiesU Habsbargica III. 1


74 1317 (n. 583-590).

hofen, »die in den liof h6ret«. ze Baden an dem mittechen nach dem Palmtage 1317. — Or. Aarau Staats-A. (Konigsfelden

58) mit beschadigt. Siegel Leop. (Sava fig. 20). Soloth. Wochbl. 1833, 445. Eeg.: Arch. f. 6. 10, 432. Lichn.-

Birk 3, 366 n. 423. Bobmer Reg. imp. 1246 — 1313 Add. II, 515. [Dr. Hans Herzog.] 683

1317 nm Ostern (April 3). Innsbruck. — Zasammenkanft Kg. Friedrichs mit Kg. Heinrich von Buhmen. — Ergibt

sich aus der Abrecbnung d. Eichters Gottschalk zu Enn (Muuchen R. A. Tirol. Cod. n. 1 1 fol. 9) nach Davidsohn i. Mitt.

d. Inst. f. ost. G. 37, 205. 584

— April 12. Schaft'hausen. — Hzg. Leopold bestatigt anf Grund des ihm von Heinrich, Pfarrer und Decan zn Kirchh

e i m , erstatteten Berichts die in der dortigen Kirche aus den Altaren des hl. Kreuzes und der hl. Jungfran unter nachstehenden

Bedingungen erfolgte Stiftung zweier Pfrunden : die im Besitze der Pfrunden befindlichen Priester sollen der

Kirche und dem Pfarrer Treue und Gehorsam halten und verpflichtet sein, taglich an den Altiireu Messe zu lesen, auBer

weun sie freiwillig an 2 Tagen der Woche davon absteben wollen, in welchem Falle sie jedocb an der Citteutlichen Messe

und an der Vesper teilnehmen mussen, sie sollen ferner alle ihnen zutcil werdenden Einkiinfte dem Pfarrherrn oder dessen

Vicar abliefern. So oft eine der Pfriinden znr Erledigang gelangt, sollen die Priester (confratres) des Decanats einen geeigneten

Priester erwahlen und ihn dem Pfarrherrn zur Einsetzung in die Pfriinde vorstellen. Dat. Schaftehuse 2. id. apr.

a. d. 1317. — Or. Stuttgart Staats-A. (Kirchbeim geistl. Verwaltg.) mit zerbroch. Siegel Leop. (Sava f. 20) an Pg. Str.

Keg.: Stalin Wnrt. Gesch. 3, 157 Anm. 1. Licbn.-Birk 7, 228 n. ^^S**. Bobmer 1246—1313 Add. U, 515. 585

— April 16. — Nicolaus Doria (Aurie) meldet Kg. Jayme IL, dafi die Gesandten Kg. Friedrichs in der Lombardei eingetroffen

sind und Cane de la Scala ihnen bereits den Treueid fur die Stiidte Verona und Vicenza geleistet hat, wie auch

Pasarinus von Mantua far Mautua. Es heiCt, daD sie nunmehr nach Mailand nnd in andere Teile der Lombardei gehen.

Er hat jedoch nicht gehort, daC sich die Mailander wieder anschlieCen werden. Dat. Janue die 16. aprillis. — Or. Pap.

,

Barcelona Kron-A. (CRD ad n. 5614). Extr.: Finke Acta Arag. 369 = Schwalm MG. Const. 5, 339. — Vgl. n. 579

u. 580. 586

— April 18. — Kg. Jayme II. an Kg. Friedrich: Hat seiuen letzten Brief empfangen. Wenn er bisher Friedrichs Sache

nach MaCgabe seiner Knifte unterstiitzte, hat er nur seinen vaterlichen Gefiihlen gehorcht. Den Aufsehub bis zur Pfingstwoche

in der Angelegenheit, in der Friedrich Magister Dietrich von Wolfsau und Propst Albrecht von PreCburg zu ihm

gesaudt batte und dio er mit seiuer Antwort zuriicksandte, sieht er aus dem angegebenen Grundo vollkommen ein. Das in

seiner Antwort gegebeneVersprechen wird er, wenn er nichtunvorhergesehenerweise durch einen feindlichen Einfall in sein

Eeich oder ein persOnliches Hindernis aufgehalten wird, erlullen. Ini Falle seiner Verhinderung wird er eine feierliche Gesandtscbaft

abordnen, die im Vereine niit jenerFriedrichs fiir die giinstige Erledigung derSache tatig sein wird. Friedrichs

Wunsch nach Entsendung seiues altesten Sohnes kann er nicht entsprechen, da es die Gesetze seines Reiches verbieten,

daC ein Throufolger auCer Landes geht. Dat. Barcbinone 14.kal. madii a. d. 13f7. — Registr. Barceloua Kron-A. Regist.

u. 318 fol. 17'. ZeiCberg i. S. B. d. Wr. Akad. 140, 60. Schwalm MG. Const. 5, 342. Vgl. dazu das Schreiben Jaymos

an Friedrich v. 20. Jan. 1317, der oben erwiihnte Brief Friedr. scheint nicbt mehr erhalten zu sein, da er rait dem vou

Jayme im Schreiben v. 20. Jan. 1317 genannten Briefe Friedrichs, der durch Friedrichs Gesandte uberbracht wurde,

nicht identisch sein kann. Bei dem erwahnten Aufschub handelt es sich um die feierliche Gesandtschaft Friedrichs an die

Kurie. 587

-Derselbe an seine Tochter Kgin. Elisabeth, daC er ihren Brief und den Friedrichs empfangen nnd ihm im gewunschten

Sinne geantwortet hat, da er Friedrichs Sache als seine eigene betrachtet. Er und seine Familie befinden sich

wohl. Dat. Barchiuone 14. kal. madii a. d. 1317. — tJberlieferg. wie n. 587. ZeiCberg i. S. B. d.Wr.Akad. 140, 61. —

Vgl. dii; Bemerkungen zu n. 587. 588

— April 30. — Ilerzog Leopold beurkundet, daB sein Kammermeister Eitter Johannes zum Thor, dem er 100 Mark

Silbers schuldet, u. zw. 60 fur die Einlosung seines Gadens bei dem der Scbupferin und 40 aus einem anderen Anlal',

diesen Betrag seincrGattin Grethe als Widerlage gegoben hat, und versetzt dieser dafnr den ihm gehorigen Gaden Anshelms

bis znm Gaden der Schnpferin sowie andcre Gaden in Zflrich mit der Bedingung, daC erdievon ibr zurBesserung derGaden

aufgewendeten Kosten bei der RiicklOsung ersetzen sull. d. i. g. an s. Walpurg abent 1317. — Kopie Ziirich Staats-A.

Eotes Buch 1, 127. Iloltinger Speculum Tigurinum 157. Escher-Schweizer Zuricher UB. 9, 316 n. 3473. — Vgl. Urk.

131 1 Jan. 21 d


:

1317 (n. 591-600). 75

Friedberg eingel6st ist. Costentz an dem dunrstage nach s. Walbnrg tag 1317. — Or. Stuttgart Staats-A. (Friodberf;-

Scheer) init Siegel Leop. (Sava fig. -JO) an Tg. Str. Reg. : Vanotti 47 7 n. 31. Uber die Verpfandung von Friedberg vgl.

n. 337, uber Scheer n. 32. 591

1317 Mai S. Wiou. — Kg. Friedricb bestatigt denKKlstern Goras und Perneck dio eingeriickte Urk. Herzog Eudolfs IIT.

V. 1303 Juli 20 Wien betr. die Privilegien und Freibeiten der beiden KlOster. Dat. in Wieniia 8. id. raaii a. 1317, regni

a. 3. — Or. C.eras Stifts-A. mit stark beschad. Siegel Frdr. (Sava fg. 9) an Pg. Str. Beg.: Bdhraer 1314—47 Add. III

lYiedr. n. 340- Quellen /,. G. d. St. Wien l/5, 2 n. 4736. Mitt. d. dtOst. Archivrats 3, 99. Vgl. Arch. f ii. G. 2, 43

Aum. 1 u. IJl. d. Vor. f. Ldkdo. v. N.-O. 31, 303. 592

Tor 1317 Mai 23. — Elsbetli, Witwo Niklas des Rsela, verkauft Konrad von Fallbach und desson Bruder Niklas alles

Gut au dem llause zu Keichenau, das ihr Gatte von Ekhart vom Wolf gekauft hatte, uiid setzt den Kaufern ihre Brvider

Alber vom Clemens und AVilhelm von Biinmgarton als Biirgen bis zur Ankunft dos Horzogs von Osterreich, vor dem sie

das genanute Haus samt Zugohor den Kaufern anfgeben soU. — Or. Wien Staats-A. mit den Siegeln der Biirgen. — Die

Urkunde ist nndatiert; die Beisetzung des Datums, die, wie aus dem groBen leer gebliebenen Raum zu ontnohmon ist,

zweifellos beabsichtigt war, ist aus unbekannten Griinden unterblieben. Fvir die Einreihung der Urkunde ist die Urk.

n. 594 terminns ante quem, eine nahere Datierung jedoch nicht moglich. 693

1317 Mai 23. — Hadmar der Stuchs von Trauttmansdorff ond sein Brader Mert orklaren, daB Kg. Friedrich als von

beiden Parteien erwahlter Siihiedsrichter ihren Streit mitNiklas und Konrad den Fallbachern (Valbaher) in derWeise

beigelegt hat, daD er, seino Geschwister und Erben keinen Bau auffiihren sollen, dor den Fallbachern und ihrer Feste zu

Reichenau sohaden konnte und den Fallbachern die 60 Pfeunige Gelds, die auf oiner Hofstatt vor der genannten Feste

liegcn, sowie der strittige Garten und dioHotzer,

worin die Untertanen der Trauttmansdorffer das Weiderecht haben sollten

und eine Kalkgrube ist, zufallen soUen, und leisten fiir sich und ihre Erben Verzicht auf diesoGiiter. D. b. i. g. ze Wienne

1317 des moentags in der phingistwochen. — Or. Graz Ldes-A. n. 1825^ mit d. Siegeln d. Aussteller an Pg. Str. Trauttmansdorff

Beitr. z. ndiist. Ldesg. 125. Eeg. : Lichn.-Birk 3, 36S n. 424. — Uber den Trauttmansdorffschen Besitz in

Eeichenau vgl. auch die Urk. v. 1313 Sept. 29 (Trauttmansd. a. a. 0. 124). 594

— Mai 25. — Pfarrer Gerlach von Traiskirchen stiftet zu dem Kloster, das Kg. Priedrich und dessen Bruder zu

Manerbach (Mavrpach) gegriindet haben, ein Siochenhaus fiir sechs Priester, einen Laienbruder und zwei Diener uud

verleiht seiner Stiftnng genaunte Guter und Einkunfte zu Wien, Traiskirchon und Baden, daruntor sein Haus in der

HochstraCe zu Wien. D. p. i. geg. ze Wionno in minem haus 1317 an s. Urbans tage. — Or. Wien Staats-A. Auszg.

Wiedemann in Ber. u. Mitt. d. Wr. Altertumsver. 13, 73 f. Topographie von Nd.-Ost. 6, 276. — Uber die Spitalstiftung

Gerlachs vgl. den Stiftbrief Friedrichs n. 427 und n. 596. 695

— Mai 31. Klosterneubar^. — Kg. Friedrich bestatigt unter Inserierung der Urkunde des Pfarrers Gerlach von Traiskirchen

(n. 595) dessen Stiftung eines Siechenhauses in Mauerbach und vereinigt sie mit der von ihm und soinen Briidern

dortselbst gegrundeten Karthause. D. b. i. gag. ze Newnburckh Closterhalb in Osterreich 1317 an s. Petronollen tag. —

Abschr. saec. 18 Wien Staats-A. Cod. 165 fol. 12. Vidim. Abschr. v. 14. Febr. 1598 Wien Arch. d. Min. f. Kultus u.

Unterricht 92 Stift Mauerbach. Reg.: Ber. u. Mitt. d. Wr. Altertumsvor. 13, 7 5. 596

— Juni 3. — Papst Johann XXIL empfiehlt den" Erwiililten von Passau und dessen Kirche dem Schutze »Herzog«

Friedrichs und ermahnt ihn, den Erwahlten bei der Wiedererlangung und Festhaltung der Guter und Rechte dor Passauer

Kirche zn nnterstutzen. Dat. Avin. 3 non. iunii anno 1. — Registr. Rom Reg. Vat. 66 f. 76 n. 3292. Riezler Vat. Akten 48.

Vgl. n. 564. 697

Derselbe ernennt den Domherrn Heinrich von Vienne zum Bischof von Passau, nachdem er die von einer

Minderheit des Passauer Kapitels aufgestellte Postulation Albrechts, »defectum patientis in ordinibus et etate«, des

Sohnes Konig Albrechts, der noch unter seinem Vorganger Clemens V. gegen den von derMehrheit erwahlten, seither verstorbenen

Gebhard von Walsee bei der Kurie einen ProzeC angestrengt hatte, verworfen hat. Dat. Avin. 3 non. iun. a. 1.

— Registr. Eom Reg. Vat. 66 fol. 75' n. 3292. Riezler Vat. Akten 46. Reg.: Preger Abhdlg. 16, 194. Jahrb. f. lothr.

G. 7/2, 151. Jean XXII. lettres communes 1, 367 n. 4011. — Pregor nonnt den Erwahlten irrig Heinr. v. Wien.

Vgl. zur Sache ZeiOberg i. SB. d. Wr. Ak. 140, 55 f. und die Urk. n. 283 u. n. 564. 698

— Juni 5. Klosterneuburg. — Kg. Friedrich verleiht mit Zustimmung seiner Briider, der Hzge. Leopold, Albrecht,

Heinrich und Otto, seinem SchliiCler zu

Klosterneuburg Gerwot und dessen Frau Margareta seinHaus daselbst, das

zwischen der S. Johanneskapelle und dera Miinzhaus steht, samt Hofstatt zu rechtem Burgrecht gegen einen Jahresdienst

von einem halben Pfund Wr. Pfennige an die herzogliche Kammer. (Kloster-) Neuburg d. suntags nach s. Erasmi tag

1317, i. d. 3. jar u. riches. — Or. Klosterneuburg Stifts-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Fischer Schicksale v.

Klosterneubnrg 2, 341. Reg.: Lichnowsky-Birk 3, 366 n. 425. Bohmor 1314—47 F. d. Sch. n. 101. 599

Die Briider Nikolaus und Friedrich von Scheuernberg geloben eidlich, in koiner Weise gegen Kg. Friedrich

nnd dessen Briider zu handeln, widrigenfalls diesen ihre Burg Scheuernberg und ihr sonstiges ganzes Gut in Osterreich

verfallen sein soll. D. i. g. ze Neuwenburg andem nehsten sunnentage nach usgendem meyen 1317. — Or. Wien Staats-A.

mit d. Siegeln d. Aussteller an Pg. Str. Rg. : Lichn.-Birk 3, 366 n. 426. 600

— Juni 6. Klosterneuburg. — Kg. Friedrich befiehlt Reinprecht von Ebersdorf nnd During dem Pibor, allen seinen

J u d e n , wo immer sie iu Osterreich ansassig sind, beim Einbringen ihrer Geldschulden von jedermann, von Dienstmannen,

Rittern, Knechten, Edeln und Unedeln behilflich zu sein und beauftragt alle seino Dienstmannen, Ritter und Richter den

Geuauuten im Bedarfsfalle beizustehen. D. g. i. ze Nevnburch des montages naih s. Erasmi tag i. d. 3. jar u. riches. —

10*


76 1317 (11. 601—608).

Or. Wien ndost. Ldesarch. (n. 4392), das riickwarts aafgedriickte Siegel abgefalleu. Auf der Euckseite einige hebraische

Schriftzeichen. Eeg.: Lichn.-Birk 3, 524 n. 399^ irrig zu 1316 danach Bohmer 1314—47 Add. III, F. d. S. n. 332.

(Nach Eichtigstellung des Datums sind die Bemerkungen Fickers im Add. III gegenstandslos). Wiener Eeg. z. Gosch. d.

Juden 1, 47 (zu 1316). 601

1317 Juni 6. — Kg. Jayme II. an Kg. Friedrich : Bestatigt den Empfang seines Briefes. Besouderer Danksagung bedarf es

zwischeu ihnen, die die unloslichen Bande der Verwandtschaft zu gegenseitiger Unterstiitzung verpflichtet, nicht; versichert

ihm, daD er wie bisher auch in Zukunft alle Sorgfalt zur Befordevung seiner Sache aufwendeu wird. Von der Euckkehr dor

von Friedrich an Kg. Eobert entsendeten Boten hat er durch den Gesandten, den Friedrich zu ihm eutsendet hatte und den

die friiheren Boten zu ihm zuriickgeleitet hatten, erfahren, wie auch, daB Eobert, der beim Papst Friedrichs Sache mit

Eifer und Wachsamkeit zu vertreten versichert, wegen der Kurze der Zeit noch nicht mit Erfolg tatig sein kounte, aber

binnen kurzem ans Werk gehen wird. Er wird, wie Friedrich verlangt, sobald er vou ihm verstandigt sein wird, sein Versprechen

halten. Dat. Ilerde 8 id. jun. a. d. 1317. — Eegistr. Barcelona Kron-A. Eegist. n. 318 fol. 18'. Zeissberg i.

SB. Wr. Ak. 140, 61. Schwalm MG. Const. 5, 347. — Friedrichs Brief ist ebenso wie der in n. 603 erwilhnte Brief

seiner Gattin nicht mehr erhalten oder zumindest nicht bekannt. 602

Derselbe schreibt an Kgin. Elisabeth, daB er Kg. Friedrichs und ihren Brief erapfangen hat uud daB er nach wie

vor alle Miihe zu ihrer, seiner geliebten Kiuder, Unterstvitzuug aufwenden wird. Das, worura der KOnig und sie ihn in

den letzteu Briefen gebeten haben, wird er getreu seiner durch die Boten und Briefe dem Konige und ihr erteilteu Autworten,

darchfiihren, sobald Friedrich ihm den Zeitpunkt bezeichnen wird. Dat. Ilerde 8 id. jun. a. d. 1317. — Eegistr.

Barcelona Kron-A. Eegister n. 318. — ZeiBberg i. SB. d. Wr. Akad. 140, 62. 603

— Jlini 19. — Kg. Johaun von B o h m e n verpflichtet sich gegen Kg. L u d w i

g

, der ihm versprochen hat, gegen die

Eebellen in seinen Laudern 200 Helme zu Hilfe zu senden und ihm,

weuu er von Hzg. Friedrich von Osterreich persenlich

augegriffen wird, in eigener Person mit seiner gauzen Macht beizustehen, auch seinerseits Ludwig znm Kampfe gegen

Friedrich 200 Helme an den Ebein zu seuden und, sobald es ihm der Kampf in BOhmen gestattet, mit seiner ganzen Macht

zu Hilfe zu eilen. Wenn Ludwig seiner Krieger gegen Friedrich bedarf, soll er sie znruckrufen konnen, was auch Johaun

seines Teils zusteht. Dat. apud Bacharacum 13. kal. iul. a. d. 1317, regni a. 7. — Or. Mtinchen geh. Staatsarch. Quell.

u. Erorterg. z. bair. u. dt. G. 6, 261. Schwalm Moa Germ. Const. 5, 352. Auszg.: Emler Eeg.Boh. 3, 155. Eeg.: Reg.

boica 6, 397. Bolimer 1314—47 Joh. v. B. n. 36. — Vgl. zur Sache Schrohe 121. 604

Kg. Ludwig, ErzbischofPeter von Mainz, Erzbischof Balduin von Trier undKg. Johann von Bohmen schlieBen

eiu Biiudnis, einauder auf Lebenszeit beizustehen gegen jedermann, namentlich aber gegen Hzg. Friedrich von Osterreich,

dessen Briider und Helfer und verpflichteu sich, uiemals eiuzeln ohue Vorwissen der anderen mit Friedrich eine Suhne

oder Eichtuug einzugehen. D. i. geg. ze Bacherach des silntags nach s. Vituf tach 1317, i. d. 3. jare u. riches. — Or.

Miiuchen EA. (KLS 1 351/2)- Fischer KL Schriften 2, 596. Schwalm Mon. Germ. Const. 5, 348. Eeg.: Eeg.Boica5, 360.

Bohmer 1314—47 L. d. B. n. 251, beide zu Juni 22. Vogt Eeg. d. Eb. v. Maiuz 1 n. 1910. — Gleichlautende Bundnisurkuuden

stellteu am selben Tage aus Erzbisch. Peter v. Mainz (Or. Miiuchen Hausarch. Mon. Germ. Const. 5, 349),

Erzbisch. Balduin v. Trier (Or. Muuchen RA. Mou. Germ. Coust. 5, 349) und Joh. v. Bohmen (Or. Miinchen Hausarch.

Mon. Germ. Const. 5, 35 1). Vgl. iiber die Taguug der Anhauger Ludwigs in Bacharach Heidemanu Peter von Aspelt

267 f., Kunze Polit. Stellg. d. niederrhein. Fursten 12 ff., Priesack Eeichspolitik Balduins v. Trier 32 ff., Schrohe 122

uud Schwalm Laudfrieden 13 f. 605

— Jnili 22. — Erzbischof Peter von Mainz erklart, daB Kg. Ludwig ungeachtet der Bestimmungen des mit Erzbisehof

Balduin von Trier, Kg. Johann von Bohmen und ihm abgeschlosseuen allgemeinen Biindnisses (n. 605) nach ihrem gemoinsamen

Eiuvernehmeu ihnen gegeuiiber nur zur Hilfeleistung gegeu Hzg. Friedrich von Osterreich, dessen Brudcr und

Anhauger verpflichtet sei. Dat. Bacheraci a. d. 1317, 10. kal iul. — Or. Miiucheu Hausarch. Schwalra NArch. 23, 320

= Mon. Germ. Const. 5, 352. Eeg.: Vogt Eeg. d. Eb. v. Mainz 1 n. 1914. 606

Grraz. — Kg. Friedrich verleiht dem Markte Kindberg (forura Chyunenberch) das Eecht, durch je 14 Tage vor und

nach dem Peter und Paulsfeste (29. Juni) einen Jahrmarkt abzuhalten, uud allen Besuchem desselben bezuglich ihrer

Person wie ihres Vermogens jeue Freiheiton, dereu sich die Besucher des Grazer Marktes erfreuen. Dat. in Gretz 10 kal.

junii a. d. 1317, regni a. 3. — Inser. i. Urk. Erzhzg. Karls v. 1567 Juli 18 Graz Ldes.-A., ebda. Abschr. n. 1826» nach

dem Or. liickenhaft. Steiermk. Geschbl. 2, 47. Eeg. : Schrautz Topogr. Lodcon v. Stoiormk. 2, 215. Bohmer 1314—47

F. d. S. n. 102. — Die Urk. ist, obwohl sie sich als Neuverleihung gibt, wie schon Zahn in den Geschbl. bemorkte, eine

wortliche Wiederholung dos Privilegs Eudolfs v. 1281 Mai 11 (B.-Eedlich n. 1286), lediglich wird hier stets Kindborg

nur als villa bezeichnet. 60 <

Dio Chorherren Rudoger Manesse, Johannes und Marquard des Ziiricher Chorherr enstiftes verpflichten den

als Chorherrn aufgenommeuen Eitter Eudolf Brun, dem von Kg. Friedrich auf Grund seines Rechtes der ersten Bitteu dem

Kapitel prasentierten Nikolaus (iraf solange, bis dieser eine Pfriinde erlangt habe, jahrlich den Betrag von 2 Mark

Silbor zu bezahleu. Act. et dat. iu capitulo nostro a. d. 1317 10. kal. iuL ind. 15. — Or. Zurich Stadtbibl. Lindiner XIX

n. 1004. Escher-Schweizer Ziiricher UB. 9, 3 26 n. 3484. 608

— (Juni 22—Juli 14). Rottenmann. — Kg. Friedrich verpfandet Kourad von Auffenstein, dossen Gattiu Diemut

nnd dorcn Kindern zwei Weingartou, die fruhor seineu Juden von Marburg gebiirten und die Hartnid von Wildon (Wildonig)

von ihm als Pfaud hatto, um 80 Mark Silber. geg. zo dom Roteumanne 1317 i. d. 3. jar u. riches. - Or. Wien

Staats-A. mil Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Eeg.: Lichu.-Birk 3, 368 u. 435. Wienor Rog. z. Gesi-li. d. Judon 1,


1317 (11. 0(>9-()18). 77

4S. — Die Angabe des Ausstellnugsortes und dor Regiorungsjalir« ermOglichen oiue boilaulige Datierung. Friedrich, dor

aus den Vorhjuden kommeud am S. Mai in Wieu ist, urifundet am 22. Juui in Graz und am 14. Juli in Steyr, in der

Zwischenzeit. auf deni Wege von (Jraz nach Steyr, diirfte die vorliegende Urit. ausgestellt worden sein. 609

1317 Jlili 5. Badeil. — Hzg. Leopoldschuldetdem Wilhelm von Siinikou fur eiueu Hengst und furseinen Dienst 7 Mark

Silber. wofur er ihra 1 Mark Geld auf dor niedersten Muhlo zu Baden uud auf den Giitorn zu Dielsdorf verpfandet. G. zo

Baden an zinstag uach s. Ulrichs tag a. d. 1317. — Eintrag Luzern Staats-A. Habsbg. Pfandreg. v. ca. 1380 fol. 14".

Kopp Geschbh 2, 172. Maag Habsbg. Urbar U/1, 669. Keg.: Bohmer 1246—1313 Add. II, 515. Escher-Schweizer

Zuricher UB. 9, 329. 610

— Juli 9. — Erzbischof Heinrich von Kciln tritt dem [zu Bacherach am 22. Juni 1317] auf sieben Jahre geschlossenen

Landfrieden der Stadte unter der Bedingung bei, da8 er don vou ihra gewahlteu KOnig auch weiterhiu uuterstutzen

darf. Gegeven an me jair godes 1317 des satersdages viir sencte Margeraten dage. — Or. KOln Stadt-A. Ennen u.

Eckertz tju. z. Gesch. d. St. Koln 4, 41. Schwalm MG. Coust. 5, 362. Vgl. zur Sache Kunze Polit. Stellg. d. niederrhein.

Fursteu 13. 61]

— Juli 11. StraJBburg. — Hzg. Leopold beurknndet, daC die ehrbaren Leute, die Biirger der Stadt Luzern, wegen der

Yogtei, die er uber sie hat, und weil sie seine Vogtleute heifien und sind, nicht fiir ihn gepfandet werden sollen. D. i. g.

ze Strazburg an dem mentag vor s. Margareten tag 1317. — Vidimus v. 6. Marz 1361 Luzern Stadt-A. Kopp Reichsgesch.

4/2, 466. Extr.: Segesser Rechtsgesch. 1, 184. Reg. : Bohraor 1246— 1313 Add. II, 515. Auf diese Urk. bezieht

sich zweifellos auch eiu Auszug aus dem Stadtbuch vou Basel, worin Biirgermeister und Rat vou Basel erklaren, eine Kundschaft

der Stadt Luzern gesehen zu haben, daD die Biirger fiir dio Herzoge von Osterreich nicht gepfandet werden sollen und

demnach kein Baselor Biirger sie fur die Herzoge pfanden darf. Kopp a. a. 0. aus dem Stadt-A. Luzern. — Vgl. zur Sache

Segesser a. a. 0. 1, 184. 612

— Juli 12. — Kg. Heinrich von Bohraen, Hzg. v. Karnten, verpfandet Georg von Schrovenstein zum Ersatz des bei

der Heerfahrt gegen Esslingen erlittoueu Schadens genannte Eiukiinfte. Dat. Brixine a. d. 1317 in dio s. Margarete. —

Registr. Wieu Staats-A. Hs. 389 fol. 25'. — Es siud die Kampfe vor Essliugen im Hochsommer 1316 gemoint. 613

— Juli 14. Steyr. — Kg. Friedrich belehnt Heiurich von Tiinzzingen, Burger zu Steyr, und dessen Frau Adellieit

mit der Hube zu Schwamming (Swammaren) an dem Baumgarten, die ihr freies Eigen gewesen ist und die sie ihm und

seinen Bruderu gegeben haben. ze Styre des phintzetages nach s. Margareten tak 1317, u. riches i. d. 3. j. — Or. Linz

Museal-A. mit Siegel Fr. (Sava f. 9) an violett-gelber Haufschnur. 614

Heinrich von Tvutzing, Burger zu Steyr, und seine Gattin Adelheid bekenneu, mit Zustimmung ihrer Erben und

Rat ihrer Freunde die Hube zu Schwamming (Swammaru) an dem Baumgarten, die sie als freios Eigen vou Hermaun,

Johann uud Otto Briidern und Katharina und Hildegard Schwesteru von Egendorf erkauft hatten, den Herzogen von

Osterreich aufgegoben und von ihnen als Lehen wieder empfangen zu habon. D. g. i. ze Styr des phinstages nach s. Margareten

tag 1317. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Peter Pouhalms, Richters zu Steyr, an Pg. Str. ObOst. UB. 5, 189.

Reg.: Preuenhuber Ann. Styr. 48. Lichn.-Birk 3, 367 n. 428. Pritz Ld. o./d. Enus 2, 694. 615

— Juli 15. — Heinrich vou Walsee, Gundakar von Losenstein, Weikard von Toppel uud Wernhard von Hartheim, die von

Kg. Friedrich, vor dem Abt Friedrich und der Konvent von Kremsmiinster gegen Hartnid von Traun wegen Beeintrachtiguug

in ihreu Besitzuugfn nnd Rechteu Klage gefiihrt haben, als Schiedsrichter eingosetzt wurdeu, entscheiden,

daB Hartnid iiiuerhalb zweier Jahre vom nachsten 25. Juli an 5 Pfund Wieuer Pfeuuige Einkiinfte dem Kloster Kremsmunster

zu rechtem Eigeu kaufen soll, welche er und seiue Erben als Lehen vom Kloster innehabon sollen, wogegen er

sich aller Schiidiguug des Klosters euthalten muli, widrigenfalls er dioLehen verliert und verpfiichtet ist, sich an den Hof

Kg. Friedrichs oder des jeweiligen Landesfursten zu begeben und dortselbst zu verweilen, bis er dem Kloster Genugtuung

geleistet hat. Act. in Styra a. d. 1317 id. iul. a. 3. domini Friderici serenissimi regis semper augusti. — Or. Kremsmiinster.

UB. v. Kremsmunster 192. Obost. UB. 5. 626. 616

— Juli 17. £nns. — Kg. Friedrich bestatigt dem Zisterziensorkloster Baumga rtenberg die Urkunde seiuer Mutter

Konigin Elisabeth v. 1313 Feb. 2 Neuburg betreffs des mautfreion Bezuges von 30 Fuder Salz aus den Salzsiedeu zu

Hallstatt. D. i. geg. ze Ense des nechsten sunnetages nach s. Margareten tak 1316, u. richs i. d. 3. jar. — Abschr. Linz

Mnsealarch. i. Kopialbch. d. Abtes W'ilhelm v. B. v. 1511 u. Abschr. saec. 18. nach d. Orig. i. Lebitsch Thesaurus montis

Pomerii i. Linz Studienbibl. mit Siegelzeichug. (Sava fig. 9). Arch. f. ost. G. 12, 29. ObOst. UB. 5, 190 ausKopb. v. 1511.

Reg.: BGhmer 1314—47 Add. III, F. d. S. n. 341. 617

— Augu.st 1. Wien. — Kg. Friedrich schreibt allen Reichsgetreuen, daC er dera Grafeu Reinald von Geldern, eiuem

hervorragenden Mitglied des Eeiches, das durch Abstammung seines Geschlechtes, besoudere Gabeu, Besitz und Roichtum

ausgezeichnet ist, deu Titel eiues Fiirsten verlieheu uud sarat seiuen Erben iu den Roichsfiirstenstand erhoben hat, so daC

der Graf nnd desseu Erben sich aller Privilegieu der Reichsfursten erfreuen solleu, besonders beziiglich der Munze, des

ZoIIs und der Einsetznng von Amtsleuten, uud von ihm uud seinen Nachfolgern ihr Fiirsteutum durch die Ubergabe von

20 Fahnen in feierlicher Weiso empfaugen sollen. Dat. Wieuue kal. aug. a. d. 1317, regni a. 3. — Or. MiincheuHaus-A.

mit Siegel Frs. (Sava tig. 9) an rot-gelben Seidenfiiden. Van Spaen Inleiding tot de hist. van Gelderlaud 2, 94. Schwalm

MG. Const. 5, 372. Reg. : BOhmer 1314—47 F. d. S. n. 103. — VgL zur SacheKunze Polit. Stellg. ndrhein. Fiirsten 14,

Schrohe 132 n. Ficker Reichsfiirstenstand 115. 618

Wien. — Kg. Friedrich bestatigt und erneuert dem Grafen Reiuald vou Geldern in Anbetracht der von diesem

ihra und seinen \'organgeru am Keiche geleisteteu ersprielilichon Dieuste alle Privilegien, Rechte, Freiheiten und Guaden.


78 1317 (n. 619-628).

Dat. Wienue kal. aug. a. d. 1317, regni a. 3. — Or. Munchen Haus-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an rot-gelben und

violetten Seidenfaden. Schwalm Neues Arch. 2 3, 321 = MG. Const. 5, 373. Vgl. Bohraer 1314—47 Add. II F. d. S.

n. 277. 619

1317 August 1. Wien. — Kg. Friedrich schlagt demselben fiir geleistete und in Hinkunft zu leistende Dienste auf

desscn Reichspfandschaft Burg und Stadt Nj-mwegen 6000 Mark Silber, gestattet ihm eineStraBe, die man »dich« nennt

(stratam, semitam sive viam dictara dicb), deren Erbaunng zwischen Nymwegen und Arnhein (Arnera) ihm von Kg. Heinrich

zugestandeu wor


1317 (II. 629-635). 79

1317 Auarust 31. — Kg.KobertvonSizilienschreibtseinemKat,demEichterBerardvon Reggio(Regio), regii fisci patrono

in curia vicarii. da6 er als Widorlage fur die vou Kg. Friodrich dessen Schwester Katharina, dor Gattin seines erstgeborenen

Sohnes Karl, Herzogs von Calabrien, gegebeno Mitgift von 40.000 Mark Silber, die Mark zu 4 Goldgulden gerechnet,

die ihm durch dio Hevollmiichtigten Friedrichs bereits ausbezahlt wordon soi, dor Uerzogin die Stadte Sorrent,

Castellamaro di SUibia uud die Durgeu Nuceria Christianorum uiid Eboli sowio dio Stadt Isernia verpfandet habe, bis

Katharina hinsichtlich der Huckgabe ihres Heiratsgutes durch ihn odor seine Erbon vollkommcn befriodigt wurde, und er

wunsche, dali die genauuteu Stadte auch ihrerseits Kathariua die ontsprechenden Sicherhoiten gebon, wie dies in der von

ihm uud seinera Sohne der Uerzogiu gegeboueu Urkundo des uahoren euthalten sei. Auf die Bitto der Uerzogiu beauftragt

der KduigBerard, sich porsonlich nach don genauuteu Orteu zu begeben, dort die Einwohner zu veranlassen, dem Vertretor

der Herzogiu die entsprediendeu Burgsciiaften zu leisten, uud dardber zwei otteutlicho Urkunden aufnehmeu zu lassen, vou

deueu cine dem Vertreter der Herzogin auszuhaudigou uud die andere im kiiuiglichen Archiv zu hinterlegen ist. Uatuui

Neapuli per Bartholomeum de Capua militem etc a. d. 1317 die ultimo aagusti etc. — Kegistr. Jleapel Staats-A. Reg.

Ang. 214 fol. 166. Erwahnt bei Minieri-Riccio, Studii storici sopra 84 Registri Angioini 102 ohne Angabe des Datunis.


'^5^

Vgl. n. 545.

1317 August. — Goburt einer Tochter Kg. Friedrichs, diedenNamen ihrer Mutter Elisabeth erhalt — Die Geburt dieser

Tochter Friedrichs erhellt aus dem Schreiben Kg. Jakobs an Kgin. Elisabeth v. 1317 Sept. 28, das auch eine beilaufigo

zeitliche Begrenzung ermoglicht, da der Kcinig damals eben die Nachricht vou der Geburt soiuer Enkelin erhalten hatto.

Es war diesFriedrichs zweites Kind, der am 26. Juui 1316 geborene Sohn war weuigeTage darauf gestorben. 630

•— September 18. StraCburg. — Hzg. Leopold bevoUmachtigt seinen Kammermeister Ritter Ulrich von Buttikon,

von Graf Amadeus vou Savoyeu oder dessen Amtleuten die ihm als Mitgift seiner Gattin Katharina, Amadeus' Tochter,

geschnldete Summe in Empfaiig zu nehmen. Dat. Argentine 14. kal. oct. a. d. 1317. — Or. Turin Staats-A. (Matrimoui

mz. 4), Siegel abgofallen. — Uber die Mitgift Katharinas vgl. n. 224. 631

— Scptember 28. — Kg. Jayme II. gibt gegeniiber seiuor Tochter Kgin. Elisabeth seiner groCen Freude Ausdruck, dio

er beim Empfange ihrer Nachricht uber die Geburt ihres Kiudes empfuuden hat. Er dankt dem Schopfer fiir diose ihr verlieheue

Gabe und hegt das feste Vertrauen, daC Gott auch furderhin sie durch die Goburt weiterer Nachkommenschaft beiderlei

Geschlechts wie auch durch andero Gnadeu irdischer uud geistigor Art begliickeu werdo, dereu sie stets eingedenk sein

moge und fur die sie sich durch Gott wohlgefallige Werke dankbar erweison mogo. Die guton Nachrichteu iiber Friedrichs

uud ihren Gesundheitszustand baben ihn mit Beruhigung erfuUt, er und seiue SOhuo siud ebeufalls wohlauf. Dat. Cesarauguste

4. kal. oct. a. d. 1317. — Registr. Barcelona Krou-A. Regist. n. 318 fol. 19. Zeissberg i. S. B. Wr. Akad. 140,

63. _ Vgl. uber das hier eiwahnte Kind n. 630 u. ZeiCberg S. B. 137, 111 u. 204. Die vom KOnige erwahnte Mitteilung

Elisabeths viber die Geburt ihrer Tochtor ist anscbeinend uicht erhalten. 632

— Oktober 8 TOr Komorn. — Kg. Friedricb bestatigt dem Kloster Ueiligenkreuzin Ansehung der ihm uud seinen

Vorfahren bowiesenen Treue in seiuem und seiner Bruder Namen alle Privilegien, Eechte und Freiheiten,

welche das Kloster

von Kg. Karl von Ungarn empfangeu hat, uud verbietet jodermaun, iusbosondero aber den Biirgern von Prefiburg, das

Kloster darin zu beirreu. Dat. in castris ante Gumaren 8. id. oct. a. d. 1317, regui a. 3. — Or. Heiligenkrenz Stifts-A.

mit Siegel Friedr. Font. rer. Aust. n/16, 51. Keg.: Biihmor 1314—47 Add. III Frdr. d. Sch. n. 342. — Betr. der von

Kg. Karl erteilten Rechte, bes. Maut-, Uandelsfreiheit, Asylrecht u. Exemtion, vgl. dessen Urk. v. 1317 Sept. 18 u.

1317 Sept. 30 (Font. rer. Aust. 11/16, 48 ff.)- Die Urk. ist wahrend der Belagerung Komorns ausgestellt, an der Friedr.

als Buudesgenosse Karls v. Ungaru im Kampfe gegen den Grfeu. Math. v. Trents( hin teilnahm, vgl. dariiber Johannes

Victoriens. ed. Schneider 67 f. u. 107 (n. 635). 633

(1317 Oktober.) — Kg. Friedricb schreibt den Biirgern der Stadt Wien, dafi er aus Liebe zum Konig von Ungarn, mit

deni er und seine Bruder die Herzoge von Osterreich durch natiirliche Freundschaftsbande wie durch Vertrago so eng

verbunden sind, dafi in Hinkunft unr der Tod ihr Bundnis trennen kann, mit einem starken Heere dio Belagerung der

Festung Komoru (Gummar), die Matheus, Palatin von Trentscbin (Thrinthsinio) seit langer Zeit widerrechtlich besetzt

halt, begonnen hat und fest iiberzeugt ist, binuen kurzem dio Burg mit Sturm oder auf gutlichem Wege eiuzunehmen, da

er mit seiuem Heere vor der Burg zwischen der Donau und der Waag aufmarschiert ist uud die zur Ersturmung uOtigen

Belagerungsmaschinon aufgestellt hat. Dafur wird er iin uachsten Sommer vom Kg. von Uugarn so nachhaltige Unterstutzung

erbalten,

daB er sich nnd dem Reich den Rubm der Krone und allen seineu Getreueu dioSegnungon des Friedens

erwerben wird. Nach Beendigung der Bolageruug wird er sich rasch stromaufwarts (ad partes superiores) und zu ihneu

begeben. Datnm etc. — Nur als Formel erhalteu in Abscbr. saec. 14. Wien Nat. Bibl. Us. 1747 (Nov. 309) fol. IIF.

BOhmer-Ficker Acta 473. Schwalm MG. Const. 5, 380. Reg.: Bohmcr 1314—47 Add. UI F. d. S. n. 343 Boitr. z. Kde.

stmk. Geschqu. 30, 41 = Verciff. d. hist. Ldeskora. f. Stmk. 9, 31. 634

nach Oktober 8. Eomorn. — Kg. Friedrich belagert uud erorbert als Verbiindeter Kg. Karls von Ungarn die Burg

Komorn des Grafen Matthaus von Treutschin. — Johaunes Victoriens. ed. Schneider 67 f. u. 107. Bohmer 1314—47

S. 165 auf Grund der unrichtigen Einreihung bei Johauues Victor. zu 1315, vgl. die Richtigstellg. i. Add. lU F. d. Sch.

n. 342. Die Zeitbestiramung ergibt sich aus Friedr. Urk. v. 1317 Okt. 8. — 1'ber Mattli. v. Trentschin vgl. Huber

Osterr. Geach. 2, 19.o f. u. 198. 636

Oktober 16. Baden. — Hzg. Leopold genolimigt mit Zustimmung Kg. Friodrichs und seiner ubrigen Briider die EinlOsung

einerReihe von Pfandern vou Eitter Hartmanu dem Truchsessen vou Habsburg, von EittorPautaleon von Uedingon,

von weil. Bitter Heinrich von Bnttikon bezw. seiner Witwe, dio den Rittor Ulrich den Sulzer gelieiratot hat, und von Egbrecht


1317 (n. 636-646).

demRoten, Kirchherrn zuRein (Reyn), durch seine Schwester Agnes, vorra. Kgin. von Ungam, um 93 Mark Silber Zuricher

Gewichts. Sollte Agnes vor Wiedereinlosung dieser Pfander durch die Herzoge sterben, so sollen dieselben alle an das

Kloster KOu igsfelden (Chunigsveld) fallen zur Bestreitung des Jahrtags der Kgin. Agnea und des Kgs, Andreas von

Ungam, doch bleibt die Ablosung vorbehalten. ze Baden an s. Gallen tag 1.31 7. — Or. Aarau Staats-A. (KOnigsfelden 59)

mit Siegel Leop. (Sava f. 20). Reg.: Kopp Reichsgesch. 4/2, 268. Liebenau Agnes 436. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9,

345. Zit.: Wober, Miller v. Aichholz 1 Anmkg. Sp. 309. 636

1317 Oktober 19. — Kg. Ludwig verpfandet der Stadt Speier znr Vergutung des groBen Schadens, den sie durch Hzg.

Friedrich und dessen Helfer. besonders durch die Biirger von Landau, seinetwegen erlitten hat, und in Anbetracht ihrer

treuen Dienste alleLeute, Guter und Rechte, die er und das Reich in Landau haben, fur 5500 Pfund Heller bis zurWiedereinlosung

um die volle Summe. D. g.


i. zu Franchenfurt der mittewuchen uach s. Lucas tage 1317, i. d. 3. j. u. riches.

Or. Speier Stadt-A._ Lehmanu Chron. Spir. VII cap. 24, 670. Dumont l**, 41. Birnbaum Gesch. Landaus 474. Hilgard Urk.

Gesch. d. St. Speier 251. Schwalm MG. Const. 5, 377. — tJber den Gegensatz zwischen Landau und Speier vgl. Schrohe

a. a. 0. 127 ff. 637

— Noveraber 8. — Heinrich von Karnten-Tirol verpfandet Heinrich von Vilanders, dem er fnr Ausriistung und Schadenersatz

anlaBIich der Heerfahrten gegen Frankfurt und Esslingen 330 Mark Silber schuldet, genannte Einkiinfte.

Dat. Tyrol

a. d. 1317 die martis ante Martini. — Registr. Wien Staats-A. Hs. 389 fol. 26^. — Es handelt sich um die Teilnahme

an dem Zug anlaBlich der Konigswahl Friedrichs und um die Kiimpfe vor Esslingen im August 1316. 638

— ^'overaber 11. — Symon, Ammann zu Chur, beurkundet, daB Ritter Jakob von Marmels die Giiter der Burger von

Luzern in der Stadt Chur mit Verbot belegt hat, da sie fur die Herzoge von Osterreich pfandbar waren, wogegen die

genannten Biirger vor ihm im Gerichte erschienen und gegen Jakob von Marmels durch Zeugen und Eid den Beweis erbrachten,

daB sie zufolge des ihnen erteilten Urteils fiir die Herzoge von Osterreich nicht gepfandet werden diirfen. Es

folgen die Namen der Zeugen und der Urteilssprecher. D. g. ze Chvre 1317 an s. Martis tage. — Or. Luzeru Staats-A.

Kopp Reichsgesch. 4/2, 467. — Vgl. Segesser a. a. 0. 1, 184 Anm. 1 u. den gleichen Fall in n. 389. 639

Stephau von Sonnenberg (S vnneberch), Pfarrer zu NiederhoIIabrunn (Nydernholobrvne), beurkundet, daB

Heinrich von Kritzendorf ihm um 76 Pfund Wiener Pfennige und 2S Mark Silber Wiener Gewichts neben anderen

Gutern ein Holz am Heuberg, das Lehen der Herzoge von Osterreich ist, verpfiindet hat, und trifft Bestimmungen iiber die

Art der Wiedereinlosung derselben sowie fiir den Fall, daB er bei seinem Herrn dem Herzog von Osterreich durchsetzen

sollte, das Holz weitergeben zu durfen (daz mau mich daz holtz liit abgeben). D. p. i. g. ze Wienne 1317 an s. Merteins

tage. — Or. Miinchen R. A. (Passau Fasz. 416). Mon. Boica 30^ 72. 640

— November 15. — Hzg. Leopold verbundet sich mit den Grafen von Kiburg. damit sie den Waldstatten keinen Mundvorrat

von Interlaken her zukommen lassen. Reg. : Hormayrs Arch. f. Gesch. 10, 432 aus Arch. zn Thnn. Lichn.-Birk 3,

367 n. 431. Ein Or. konnte ira Thuner Stadt-A. nicht festgestellt werden. — Vgl. aiich n. 690. 641

— November 20. — Grf Werner von Horaberg verspricht, Hzg. Leopold 40 Mark seines Eigengnts innerhalb Monatsfrist

nach erfolgter Mahnung aufzugeben und von ihm zu Lehen zu empfangen und bittet, da er sein Siegel nicht bei sich

hat, Grf Rndolf von Nidau um Besiegelung der Urkunde. D. i. g. ze Strasburg an dem suntag vor s. Katherinen tag 1317. —

Or. Innsbruck Ldes. Reg. A. (Schatzarch. n. 3051) rait Siegel Rud. v. Nidau. Thoramen Urk. 1, 148. 642

— Noveraber 23. — Konstantin, Amtmann des Burggrafen Rapoto von Gars (Gors), beurkundet, daB in dem Streite zwischen

den Passauer Burgern Albrecht dera Meusterlinch, Konrad dem Staerzenpfeil nnd Ulrich dem Prenner eiuerseits und

Bruder Konrad und dem Konvent des Klosters Aldersbach andererseits um den von Kourads Mutter Kuuigunde der

Achselhartin hinterlassenen Weingarten am »Aychperg« Konrad namens seines Klosters gemaB dem ihnen von den Herzogen

Albrecht und Otto erteilten Urteil durch Zeugen erwiesen habe, dafi seine Mutter deu strittigen Weingarten in rechter

Borgrechts Gewere »mer dann reht tag«

innegehabt habe, und setzt daherKonrad uud das Kloster »mit fraguud urtaiU in

den Besitz des Weingartens. D. b. i. geg. 1 3 1 7 an s. Clementen tag. — Or. Munchen R. A. (Aldersbach n. 226). — Es handelt

sich um einen Weingarten bei Klosterneuburg, vgl. die Urkk. von 1312 April 14 Miinchen R. A. (Aldersbach n. 186) und

die n. 644 und 645. 643

— Noveraber 25. — Gerbot der Sluzzler, Amtmann des Herzogs von Osterreich, urkundet wOrtlich gleichlautend wie

Koustautin, Amtmann des Bnrggrafen von Gars, in n. 643. D. b. i. geg. ze Neunburch chlosterhalb 1317 an s. Katreyn tag.

— Or. Munchen R. A. (Aldersbach n. 228). 644

— Dezeraber 6. — Gebhart der Richter und der Rat von Klosterneuburg beurknnden grOfitenteils viillig gleichlantend

mit u. 644, daB die Bergmeister Gerbot der Sluzzler und Konstantin, Amtmann des Bnrggrafen von Gars, Bruder

Konrad und dessen Kloster Aldersbach in die Gewere des strittigen Weingartens gesetzt haben. D. b. i. geg. 1317 au

S. Nicolstag. — Or. Miinchen R. A. (Aldersbach n. 229) rait dem Siegel der Stadt Klosterneuburg. 645

— Dezember 16. — Grf llartmann von Wartstein gelobt eidlich, Kg. Fripdrich in dessen Kampfe um dasReich gegen

Hzg. Ludwig von Baiern und dessen Verbiindete bis zur Beendigung des Kriegs im Felde mit 6 Helmen und daheim mit

seiner ganzen Macht und mit Offnung seiner Pesten beiznstehen und, falls Friedrich vor dem Ende des Krieges sterben

sollte, dessen Bruder in gleicher Weise za unterstutzen. D. i. g. ze Wienne 1317 des nehssten dunrstags nach s. Lucien

tag. — Or. Wien Staats-A. mit Siogel d. Ausstellers. Schwalm M6. Const. 5, 381. Reg.: LiChn.-Birk 3, 367 n. 432. —

VgL Schrohe a. a. 0. 133. 646

— Dezember 17. — Das Domkapitel von Passau bestatigt wahrend Sedisvakanz des Passaner Bistums die Stiftung des

von Kg. Friedrich gegrundeten Karthiuserkloster Allerheiligental zu Manerbach sarat dem St. Antonsspital dortselbst


1317-1318 (II. 647—652). 81

sowie das vom Pfarrer Gerlach von Traiskirchen (Draschirichen) gestiftete der Karthause aiigoglioderte Siechenhaus uiid

deren Freiheiten und Eechte. Dat. Tatavie a. d. 1317 16. kal. ian. — Or. Wien Staats-A. Pez Scriptores 2, 340 f. (zu

1318 Jan. l). Hansiz, (ierm. sacra 1, 454 (zu 1318 Juui l). Reg.: Topographie von Nd.-Ost. 6, 27 7 init 1318 Jan. 1.


Vgl. die piipstliche Hestatigung iu n. 70(5. ^»17

1317 Dezember 21. Grnz. — Kg. Friedrich beglaubigt bei Rambald von Collalto, (trafon von Treviso, den Bischof

Dietrich von Lavant, den Protonotar Konrad von Maynwank, seinen Kaplan Mathias, Hnrtnid von Wildon, Marschall in

Steiermark, und Nikolaus de Kubio, doctor legum, alle Uberbringer dieses Schreibens,- als seino Gesandten. Dat. in Gretza

12 kal. jan. regni a. 4. — Or. Briinn Ldes.-A. mit Resten eines riickwSrts aufgedr. Siegels. Schwahn MG. Const. 5, 382.

Reg.: Serie di tutti privil. di Collalto (Venezia 1798). Chlumecky Reg. d. Arch. Mahrens 1, 221. Bohmer 1314—47

Add. III n. 3C.1 (beide irrig zn 1319). Bretholz Mahr. Ldesarch. 96 (irrig zu 1315 Dez. 18). 648

— Dezeniber 27. — Heinrich von Lipa (von der Lyppe), seine Siihne Heinrich und Zdeiiko (Schennig), Benesch von

Michelsberg, Heiumann Berka (Berce) von Glatz, Heinmann der junge von Duba (von dor Dube), Poto von Wildenberg,

Fridemann von Smoyno (Sman), Berthold Pirkner (Birchern) von Tempelstein, Albrecht von Duba, Albrecht von Seeberg,

Otto vonBergau (Pergowe), Albrooht Burggraf von Leisnig (Lisnik), Wilhelm von Landstein (Lantzstein), Pota von Potenstein

und seine Sdhne, Bfetislaus von Riesenberg (Risenberg), Protiwa von Litic (Lutitz), Bawor (Wabarus) von Baworow

(Wabarowe), Pirkoscb und Wilhelm von llerstein (Hirstein), Raimund und Heinrich von Lichtenburg (Luhtenburg), Zdenko

(Sinko) von Sternberg (Sternemberg), Hrabisch von Pabenice (Pabyanitz), Ulrich von Neuhaus (von dem Nuwen Huso),

Sezema von Usti (Usk) und sein Bruder, Benesch von Wartenberg und sein Bruder, die Sdhne des verstorbenen Johanns

von Wartenberg, Nikolaus von Potenstein, Mutina (Muchina) von Dobruschka (Dobruschk), Smil (Zmilo) von Pi-ibislau

(Primiszlabs), Wilhelm von Egerberg, Hartliob von Boskowitz (Pozkowitz), Ingram von Ungersberg und Buzo vou Bouzov

(Buzowe) verpflichten sich im eigenen sowie im Namen aller Freunde, die sie dafur gewinnen, dem Kg. Friedrich und dessen

Brudern, den Herzogen Leopold, Albrecht, Heinrich und Otto von Osterreich, mit Leib und Gut, Offnung ihrer Festeu, Gewahrung

freien Ein- nnd Auslasses ilirer Leute und mit ganzer Macht zu dienen, wogegen der Konig und die Herzoge ihnen

helfen sollen gegen KdnigJohann von Bdhmen und alle ihre Gegner, erklaren initKg. Johann keinen Vertrag zu schlieCen,

bevorer nicht anFriedrich und dessen Bruder 50.000 MarkKonigsgewichts, dieMark zu ofi Groschen bdhmischer Pfennige

gerechnet, bezahlt oder die Pfander dafiir,

wie es zu Speier weil.Kg. Heinrich ihnen durch seine Urkunde versprochen hat,

gegeben hat und versprechen, falls sie mit Kg. Johann nicht vibereinkommeD, mit Einverstiindnis und Rat Kg. Friedrichs

Hzg. Heinrich von Karnten oder einen von Friedrichs Brudern Leopold, Albrecht, Heinrich und Otto zura Kdnig von

BOhmen zu nehmen, den ihnon Friedrich alsKdmig bestatigen und dem sie wie auch Friedrich und dessen Brvider mit aller

Macht beistehen sollen und der seinerseits ihnen helfen und ibre Rechte bestatigen und achten soU. Kg. Friedrich und

seine Bruder sollen sie zu »taglichera Krieg< mit 500 Reitern unterstiitzen, die sie auf eigene Kosten nach Bdhmen und

Mahren senden soUen und zwar dreihundert zur niichsten Lichtmesse (1318 Febr. 2) und zweihundort zu Mitterfasten

(1318 April 2), im Notfalle aber auch mit ihrer ganzen Macht. Heinrich von Lipa, Benesch von Micbelsberg, Heinmann

Berka von Glatz, Heinraann der Junge von Duba, Poto von Wildenberg, Fridemann vou Smoyno und Berthold Pirkner von

Tempelstein geloben bei dem Eide, den sie Friedrich und seinen Briidern geschworen habeii, alle Bedingungen einzuhalten

und nach bestem Kdnuen bei den vorgenannten Herren und allen anderen, die sie dafur zu gewinnen vermdgen, tatig zu

sein, daC sie sich in gleicher Weise durch ihre Urkunden verpflichten, und wessen Urkunde Friedrich und seine Briider bis

znr nachsten Lichtmesse in Hiinden liat, der soll iu gleicher Weise wie sie verpflichtet sein. Die Genannten besiegeln die

Urkunde. D. i. geg. ze Wienn 1318 an Johanstag ze Wihennacht. — Or. Staats-A. Wien mit den Siegeln der 7 letztgen.

Herren an Pg. Str. Kurz, Friedr. d. S. 466. Chytil Cod. dipl. Moraviae 6, 114. Emler Reg. Bohem. 3, 163. Schwalm

MG. Const. 5. 382. Reg.: Bdhmer 1314—47 Hzge. v. Ost. n. 166. Lichn.-Birk 3, 3(57 n. 433. — Vgl. Kopp 4/J, 191,

Palacky Gesch. Bdhmens 2/2, 125, Schrohe 129 f., sowie Heidemann Peter von Aspelt 277 ff. Die erw. Versprechung

Kg. HeinrichsVII. s. 1309 Sept. 17 der Abt. II. Uber die politische Bedeutung auch Davidsohn i. Mitt. d. Inst. f. dst. G.

37, 200. Vgl. auch die Kdnigsaaler Chronik d. Petrus v. Zittau i. Fontes rer. Austr. 1/8, 388 ff'. 649

1317. — Hzg. Leopold verpfandet Burkhard und Werner Gebriidern von Hertenstein fiir 57 Mark Silber 9 Pfund Konstanzer

Gelds aus der Steuer zu Sigmaringen und 3 Pfund an der Muhle zu Mengen »am Stag*. — Eintrag Innsbruck

Ldes. R. A. Repert. d. Schatzarch. 2, 44. 650

— Kg. Friedrich versetzt Eberhard von Walsee fur 200 Pfund Pfennige die Vogtei zu Lambach als Heiratsgut fiir Eberhards

Tochter Kunigunde. — Regest bei Steyerer Comm. Alb. II. Add. 1 9 aus Chart. Wals. Lichn.-Birk 3, 367 n. 334. 661

—-

Ein Schuldbrief von Fridricb von Ostcrreich, rdm. KSnig, auf Herrn Heinrichen von Rottenburgum 200 Mark Silbers

vor Eslingen in Nekarsfurt i. J. 1316 von ihm verdient. — Arch. i. Gesch.TiroIs 2,400 aus d. Innsbrucker Schatzarch.-

Repertorium, wo die Eintragung jedoch nicht festgestellt werden konnte. 652

1318 Januar 7. — Kemut von Lichtcnberg (Luchtenburch), Smil von Pfibislau (Primislabs) und Heinrich der

Junge von Lipa (Lipe) verpflichten sich, Kg. Friedrich und dessen Briidern Leopold, Albrecht, Heinrich und Otte in

gleicher Weise zu dienen, wie dies Heinrich von Lipa fder A.), Benesch von Michelsberg, Heinman der Junge von Duba,

Poto von Wildenberg, Frideman von Smoyno und Borthold Pirkner von Tempelstein in ihrer zu Wien ausgestellten Urk.

(s. n. 649) demKdnig gelobt haben. D. i. geg. zfim Durrenholcz des samstags nach dem obristen tag 1318. — Or. Wien

Staats-A. mit den Siegelu Remuts und Heinrichs an Pg. Str., das dritte abgefallen. Reg.: Lichn.-Birk 3, 3G8 u. 4 36.

Emler Reg. Bohem. et Morav. 3, 109. Ilormayrs Arch. f. G. 12, 278. — Vgl. uber die Vorgange, die sich vor und iii

RegesU Habsburgica III. 1 1


82 1318 (n. 653-660).

Brunu, wo Kg. Johaiin v. Biihmen seit 6. Jan. weilte, iu den Monaten Januar uud Februar 1318 abspielten, die Konigsaaler

Chronik i. Font. rer. Austr. 1/8, 392 ff. 653

1318 Januar 7. — Bruder Micbael [von Ceseua], Ordeusgeneral des Minoriteuordens, schreibt au Bruder Heinricb,

Provinzial des Ordeus in Oberdeutschland, er moge den Bitteu der Konigin Agues vou Uugarn, deren Gelubde er seiuer

Verpflichtung gemaC zu erfullen bestrebt ist, willfahren, da deren Ersuchen keine Gefabr mit sich bringe und im Orden

keineswegs als ungewohnlich gelte. Dat. Aviuione 7. yd. ian. a. d. 1318. — Or. Beru Staats-A. (Konigsfeldeu). Liebenau

Kgiu. Agnes 436. — Vgl. n. 674 u. 6 7 5, aus deuen hervorgeht, worin die Wiiusche Agnes' bestanden. 654

— Januar 21. Graz. — Kg. Friedrich verbietet den Eichteru, Amtleuteu und Biirgern seiuer Lauder, die Biirger von

Miirzzuschlag (Murtzueslag), die von ihm das Eecht haben, in Geldschuldklagen nur vor ihrem Eichter zu Miirzzuschlag

Eechenschaft zu geben, um Geldschuld au Leib oder an Gut za belangeu, auDer wenn der Klager recbtlos gelassen

wird, und erlaubt den Burgern ihre Schuldner, denen sie in ihrer Stadt borgeu, wessen Untertanen sie auch seiu

mogen, vor ihrem Stadtrichter zu klagen. D. b. i. g. ze Gretz an s. Angnes tag 1318, in d. 4. j. u. riches. — Or. Graz

Ldes.-A. niit Siegel (Sava fig. 9) an Pg. Str. Stmk. Geschbl. 2, 48. Extr.: Stmk. Zeitsch. 1835A1> 95. Eeg.: Bohmer

1314—47 F. d. S. n. 105. Lichu.-Birk 3, 3(18 n. 439. Beitr. Kde. stmk. Gescbqu. 30, 42 = Veroff. histor. Ldeskom.

Stmk. 9, 32. 655

— Januar 23. Straiiblirg. — Hzg. Leopold bevollmachtigt Eitter Ulrich von Biittikon, seineu Hofmeister, zum Empfauge

der ihra von seinem Schwiegervater Grfen. Amadeo von Savoyen geschuldeteu Mitgiftrate. Dat. Argentine

10. kal. febr. 1318. — Or. Staats-A. Turin (Matrimonii raz. 4), Siegel abgefallen. Ebenda die Quittung Ulrichs viber

172 Pfund Tourer Groschen, durch Perg. Str. mit der VoIImacht verbundeu. — Siehe auch n. 631. 656

— Januiir 25. — Egelolf von Schellenberg bekennt, von Kg. Friedrich 60 Mark Silber Konstanzer Gewichts au seiner

Schuldforderung empfangen zu habeu. D. i. g. ze Gretze an s. Pauls tag dez zwelfboten 1318, u. riches i. d. 4. jar. —

Or. Miincheu E. A. (Tirol furstl. Arch. aus Innsbruck f. 5) mit Siegel Egelolfs an Pg. Str. Eeg.: Eeg. Boica 5, 386.

Lichn.-Birk 3, 370 n. 460 (beide zu Juni 28). Beachtenswert ist die Datierung, die die Eegierungsjahre Friedrichs neunt.

Vermutlich ist die Urk. von einem Schreiber der koniglicbeu Kanzlei geschrieben oder zumiudest verfaCt worden, der gewohnheitsmaBig

die ihm gelaufige Datierungsformel schrieb. 657

— Januar 29. Uraz. — Kg. Friedrich gewiihrt den Biirgern derStadt Eadkersburg voUen Gerichtszwang gegen alle,

die in ihrer Stadt aus was immer fiir einem Grunde ihre Schuldner werden. D. i. g. zu Gretz dez sunueutagos vor unser

Frowentag ze der Liehmis 1318, u. richs i. d. 4. jar. — Or. Eadkersburg Stadt-A. mit SiegelFrs. (Sava fig. 9) an Pg. Str.

Hofrichter Priv. d. St. Eadkersburg 7. Stmk. Geschbl. 2, 48. Eeg.: Beitr. Kde. stmk. Geschqu. 30, 42 = Veruff. hist.

Ldeskom. f. Stmk. 9, 32. 668

— Januar 30. Graz. — Hzg. Heiurich bestatigt Jobaun dem Truchsesseft vou Diessenhofen, Hofmoister Kg.

Friedrichs, alle Pfandschaften, die ihm uud seinen Erbeu vou Hzg. Leopold durch dessen Urkunden verpfandet worden

sind, uud erklart, daC dieselben wio von seinem Bruder auch vou ihm Pfaud seiu sollen. D. i, g. zeGretz 1318 des nechsteu

mentages vor der Liechtmisse. — Vidiraus der St. Diesseuhofen v. 25. Mai 1412 Wien Staats-A. Thommen Urk. 1, 150.

Eeg. : Lichn.-Birk 3, 368 n. 440. — VgL die Urk. Leopolds u. 233, 333 u. 489. 659

uud des Hzgs. [Heinrich] von Kiirnten bieten

CangraudedellaScala zu seinem Kampfe gegen Padua die Unterstiitzung ihrer Herren an uud teilen mit, daC der

Graf [Heinrich] von Giirz zu einer Zusaramenkunft mit den Herzogeu, seiuen Verwandten, nach Deutschland reiseu solle.

•— Februar 5. — Gesandte des Herzogs von Osterreich [sc. Kg. Friedrichs]

[Derselbe reist auch wirklich mit einigen Eittern dahiu ab, liiCt aber seiue Mannschaft bei Cangrande]. — Hist. Cortusior.

bei Muratori SS. 12, 811. Die Nachricht der meist gut unterrichtoten Quelle erscheiut glaubwurdig. Heiur. v. Gtirz war

tatsachlich am 20.Febr. bereits bei Friedrich in Villach (s. n. 666), der dort mit groCem Gefolge mit Heinrich v. Karnten

zusammentraf. Vgl. auch Verci Storia Trivig. 6, 55 u. zur Stellung Cangrandes Spangeuberg Cangrande, 1, 140 f., der

die vorliegende Nachricht jedoch nicht erwiihnt. 660

— Februar 10. Crraz. - - Kg. Friedrich schreibt dem Erzbischof Heinrich von KOlu, daC, wahrend er in Sachen des

Eeichos iu Osterreich weilte, eine Vereinigung rheinischer Stadte in geheiraer Verschworung (pravo conspiracionis velaraine)

untor dera Vorwaude dera Frieden des Vaterlandes zu dienen angeblich wegen der besseren Vertoidigung dieses

Friedens, in

derTat aber, um ihre betriigerischen Plane zu boraanteln, neueZoIle bei Koblenz, Eeraagen uud Koln erricbtet

hat, rait denen sie nicht nur weltliche, sondern auch geistlicbe Personen, die doch nach raenschlichem und giittlichem Eecht

von der Zahlung des ZoIIs iiberhaupt befreit siud, vveit mehr als friiher beschwert und plagt, und dafi darin ohne Zweifel

eine MiCachtung des Eeiches und seiner koniglichen Majestat erblickt werdeu mufi, nrasomehr als sie auch die Ziille, die

der Erzbiscliof ob seiner und seiner Kirche Verdieuste willeu in Andernach und Bonn kraft seiner (Friedrichs) und seiner

Vorfahren Verleihung innehatte, aufgohoben und ihu zura' Eintritt in ihr Biinduis geniitigt hat. Da or im Augenblicke

zu weit eutfornt ist, ura personlich eingreifen zu kiinnen, ersucht erHeinricb als die vorziiglichste Stiitzo des Eeichs (sacri

iraperii colurapna potissiraa) und befiehlt ihm bei dcr dem Eeiche schuldigen Treue unter Mithilfe der GroCon dos Eeichs,

die ohne einen weiteren Bofehl abzuwartcn ihm bei Verlust dor ktiniglichen Gnado beizustehen haben, alles, was in seiner

Abwesenheit und gegon seiuen Willen zur Errichtung diesor ZOlIe geschehon ist, abzustellen, dio Zolle selbst aufzulioben,

.scino Ziille wieder einzurichten, sich iu allem der Ehre des Eeiches und dem allgemeinen Wohl ontsprechend zu vorhalten

und gegon alle Rebellen, wessen Standos iraraor sio soin mclgen, als Vorbrecber, die sich dor Majestatsbeleidigung scbuldig

gemacht haben, niit gebiihrender streugcr Bestrafung vorzugehen. Dat. in Gretz 4 id. febr. a. d. 1318, regni a. 4. —

2 Orr. Dusseldorf Staats-A. (Kurkiiin 519) mit Siegelfragmenton an Pg. Str. Ijacoinblct Ndrhein. UB. 3, 137. Sthwalin


:

13 18 (n. G61-665). 83

MG. Const. 5, 385. Reg.: Bolimor 1314—47 Add. III F. d. S. n. 345. Kisky Reg. d. Erzbiscb. v. KOln 4, n. 1022. —

Es liandelt siDh um den Laudlrieden von Bachurach v. 22. Jani 1317. Vgl. Kunzo Polit. Stellg. d. niederrhein. Fiirsten

15 n. Schrohe a. a. 0. 122. Ubor die Stellung Erzbisch. Heinrichs vgl. 1317 Juli 9. 601

1818 Februnr 11. — Der FreieLeutold von Regensborg erkliirt, Ilzg. Leopold freiwillig geschworen zuhaben, ihm mit

seiner Burg zu Balm bei Kbeinau (Rynowe) sowio mit Leib und Gut zu dienen, ihm dio Burg jederzeit offen zu halten und

in Zukunft in jeder Hinsicht nach Leopolds Befehlen zu handeln. U. g. i. an dem nehsten samstag vor s. Valentins tag

1318. — Or. Wion Staats-A. mit Siegelfragm. Kopp Keichsgesch. 4/2, 4(i8. Escher-Schweizer Ziiricher UB. i), 366.

Leopold, Heinrich, Albrecht und Otto ihre Burg zu Rotenstein samt allen zugehCrigen Giitern und Rechten mit Ausnahme

der Guter zu Hotlein und Uttental (Vteinstal) sowie der im Bositze Heinrichs von Hacking befindlichen zwei Hofstatton

und Acker um 870 Ufund Wiener Pfennige. Zeugen, der»n Mitbesiegelung angekiindigt wird: Graf Berthold von Hardegg,

die Bruder Eberhard und Heinrich von Walsee, Inifried von Eckartsau, Stefan von Hauenfeld, Ulrich von Meissau, die

Bruder Dietrich und Wulfing von dem Gerlos und Ulrich von Zelking. D. p. i. g. ze Wienne 1318 des phintztages do

vierzehentage waren ergangeu von unser vrowentage der Liehtmesse. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel des Ausstellers an

Pg. Str. Die angekiiudigto Besiegeluug durch die Zeugen unterblieb. Rog. : Lichn.-Birk 3, 368 n. 442. — Rotenstein

ist nach Neill, Bl. d. Ver. f Ldeskde. v. Ndost 17, 363, die Burg Rotelstein oder Rottenstein bei Hainburg. Trifft dies

zn, so ware Hiiflein wohl der bei Bruck a. d. Leitha gelegene Ort dieses Namens. Andererseits scheint der Urastand,

da6 Uttenthal sich in unmittelbarer Nahe des in Oberiisterrcich liegenden Dacbsberg befindet, dafiir zu sprechen aucli

die Burg Rotenstein in Oberosterreich zu suchen. IJber den nieder(5sterreich. Besitz der Dachsberger vgl. Siebmacher

IV/5, 29. 663

Die Bischiifo Johann von StraBburg und Gerhard von Basel, Hzg. Leopold, Ldgrf. Ulrich im ElsaC, Grf. Konrad

[von FreiburgJ, [Otto von Ochsenstein, LandvogtJ im ElsaB, Walter d. A. von Geroldseck, die Stadte StraBburg, Basel,

Freiburg, Hagenau, Rosheim (Rodesheim), Obernehenheim, [Schlettstadt, Keysersberg, Miinster,] Tiirkheim, Colmar, Breisach,

Neuenburg, Muhlhausen und Rheinfelden schwiiren einen Landfrieden innerhalb folgcnder Grenzen zuhalten: diesseits

des Rheins von der Luttern i^Lutern) zwischen dem Rhein und dem Gebirge bis an den Hauenstein (Howenstcin) und vom

Hauenstein bis . . . . ; von Pfirt und Miimpelgard (Mumpelgart) zwischen Belfort und Rotbach diesseits der First und

jenseits des Rheines von der Oos (Osen), zwischen demRhein und dem Gebirge, aufwiirts bis ;

Bestimniungen uber

die Durchfiihrung des Landfriedens im Einzelnen, Eecht der Hilfeleistung fiir Kg. Friediich, Einsetzung einer elfgliedrigen

Landfriedensbehorde zur Entscheidung iiber die gegen Friedensstorer zu leistende Hilfe, in die Kg. Friedrich oder in seiner

Vertretung der Landvogt Otto von Ochsenstein 3, der Bischof vcn StraCburg und die Stadt Strafiburg je 2, Hzg. Leopold,

der Bischof von Basel, der Landgraf Ulrich und die Stadt Basel je einen Vertreter entsenden. Der Friede soU dauern vom

18. Jan. (zistage vor s. Agnesetago) bis zum 23. April (s. Georgien tage) uber ein Jahr. D. w. geg. a. d. ersten dunrestage

nach s. Valontines tage — Verstiimmeltes Or. StraBburg Stadt-A., am rechten Rande ein breiter Streifen weggeschnitteu

(auch das Jahresdatum), wodurch eiue genaue Regestierung des Stiickes unmiiglich wird, 1 5 Siegeleinschnitte

sowie der von der Plica herriihrende Bug des Pergaments sprechen dafiir, daC wir es mit einem kassierten Orig. zu tun

Spauheim und Gcrlach von Limburg Vollmacht, bis zum nachsten Weihnachtsfest in seinem Namen rait Edlen und

Stadten zu untorhaudeln und Abkommen zu treffen, um sie zum Gehorsam gegen ihn und das Reich zu gewinnen, und gibt

im Voraus seine Genehmigung zu allon bei diesem Anlasse von ihnen vorgenummenen Verpfandungen von Reichsgut. Dat.

snb sigillo nostro regali in Villaco 12. kal. marc. a. d. 1318, regui a. 4. — Or. Muuchen R.-A. (Kaisersel. Nachtrg.

n. 186 Vg). Siegel an Pg. Str. abgefallen. Zeitscb. f. G. d. Ob. Rheins 12, 332. Schwalm MG. Const. 5, 390. Extr.

Rog.: Lichn.-Birk 3, 368 n. 441. Thommen Urk. 1, 151. — Uber Lcutold v. R. vgl.Nabholz Gesch. d. Freib. v. Regonsbg.

84. Uber Balm vgl. auch n. 1339. 662

— Februar 16. — Ulrich vonDachsberg und seine Gattin Euphemia verkaufen Kg. Friedricli und dessen Briidern

habeu. Wencker Appar. 191 (auszugsweise). MoCmann Cartulaire de Mulhouse 3, 523. Schulte StraBbg. UB. 2, 302.

UB. d.- St. Basel 4, 28 (beide zu 1317). Schwalm MG. Const. 5, 387 (zu 1318). Reg.: Lichn.-Birk 3, 527 n. 16.

Bohmer 1314—47 Add. III, 421. Eidgen. Abschiede 1, 394. — Uber die Datierungsversuclie vgl. die Ausfiihrungen

Schwalms Landfrioden 132 ff., der seinerseits auf Grund der Urk. v. 1317 Marz 10 (n. 576) die Urk. wohl mit Recht

dem Jahr 1318 zuweist. Zur Sache vgl. Schwalm a. a. 0. 75 f. 664

— Februar 18. Yillach. — Kg. Friodrich gibt den Grfen. Gerlach und Johann von Nassau, Simon und Johann von

Eeisach u. Linde Arch. f. rhcin. G. 2, 198. Reg. : Biihmer 1314—47 Add. III F. d. S. n. 346. — Vgl. zur Sache

Schrohe a. a. 0. 133, der in n. 680 eine Folgo der vorliegenden BevoIImiichtigung sieht. 666

— Februar '20. Villacll. — Kg.Friedrich bestiitigt dem Rambald von CoIIalto, Grafen von Treviso, auf dessen Bitte,

die desseu Vorfahren von K. Friedrich erteilte Bestatigung zu wiederholen, nach dem Vurbilde seines Vorgangers K. Heinrich

VII. den Besitz des Schlosses S. Salvadore mit den Diirfern Colfusco, Susegana und Sta. Lucia und des Schlosses

CoUalto mit den Diirferu Collalto, Falce di Piave (Falzedi), Sernnglia (Sarnalgie), Barbisano uud Refroutolo, in der Diozese

Ceneda gelegen, die sie rechtmaBig orworben haben und besitzen, mit allem Zugehor, belehnt sie mit der hohen und niederen

Gerichtsbarkeit und verordnet, daB von den genannten Besitzungen niemandem auCer dem Grafen und desseuNachfolgern

Steuern oder sonstige Abgaben geleistet werden sollen, doch unbescbadet der Rechte des Reiches. Zeugen : Kg.

Heinrich von Biihmen und Poleu, Hzg. von Karnten, die Bischofe Konrad von Freising und Heinrich von Gurk, die Grfen.

Heinrich von Giirz, Hermann von Heunburg (Hevnburg) und Ulrich von Pfannberg (Phannonberg), ferner Friedrich von

1 1*


84 1318 (n. 666-673).

Stubenberg, Ulricli von Walsee (Vualsse), Otto von Reicheustein (Riehtenstain), Konrad von Aufenstein (Vfenstaiu) und

Ortolf von St. Veit. Dat. in Villaco 10. kal. marc. a. d. 1318, regui a. 4. — Notariatstranssurapt saec. 1.5 Arch. d. Grfen.

Collalto San Salvadore u. Vidimus v. 1660 raahr. Ldes-A. Brunn (Collalto-Arch.). Bolimer-Ficlfer Acta474. Reg.: Serie di

privil. di Collalto 13. Bohmer 1314—47 Add. III F. d. S. n. 347. Vgl. auch n. 555. 666

1318 Februar 20. Villach. — Kg. Friedrich verspricht neuerdings fiir sich und seine Briider, seinem liebenOheimKuuig

Heinrich von Btihmen mit allenKraften zu seinem Konigreich Biihmen und Miihren, aus dem er widerrechtlich vertrieben

ist, wieder zu verhelfen und dieBilhmen zu veranlassen, Kg. Heinrich in ihrLand aufzunehmen und als ibren rechten Konig

anzuerkenuen. D. i. gesch. zeVillach 1318, des mentages uach s. Vallenteins tak, u. reiches i. d. 4. jar. — Registr. Wien

Staatsarch. Hs. 389 fol. 51'. Tiroler Naz. Kal. 1825, 101. Hormayr Werke 2, 228 = Schwalm Mou. Germ. Const. 5,

391. Auszg.: Emler Reg. Boh. 3, 172. Reg. : Bi3hmer 1314—47 P. d. S. n. 106. Lichn.-Birk 3, 368 u. 437. Hormayrs

Arch. f. Gescb. 18, 7 92. — Zur Sache vgl. Davidsobn i. Mitt. d. Inst. f. tist. G. 37, 206. 667

— Februar 21. Feldkirchen. — Kg. Friedrich belehnt Volker und Herwart Briider von Auersperg (Ursperch) mit

dera Ober- uud Niederhaus zu Auersperg und genelimigt in seinem sowie in seiner Briider Naiiien alle von ihnen dortselbst

aufgefiihrten oder in Zukunft vorzunehmeuden Bauten. D. i. g. ze Velchircben dez eritages nach s. Valentyns tag 1318,

u. riches i. d. 4. jar. — Or. Auersperg Schlo6-A. mit beschild. Siegel Frs. Mitt. histor. Vor. Krain 16, 31. Radics Herbard

v. Auersp. 359. Reg: Horraayr Arch. f. G. 1830, 659. Lichn.-Birk 3, 368 n. 438 (zuJan. lO). BOhmer 1314—47

Add. III F. d. S. n. 348. Mitt. Musealver. Krain 18, 134. VgL dazu n. 671. 668

— Februar 22. — Rudolf Pfalzgrf. bei Rhein und Hzg. in Baiern uud seine Gemahlin verzichten auf alle Ubereinkommen,

die sie mit Kg. Friedricb uud desseu Briidern liber Neueuburg (Niwenburch) abgeschlosseu batten, erklaren

die ibnen dariiber ausgestellteu Urkunden fiir ungiiltig und versprechen sie zuriickzustellen. D. i. g. ze Wienne 1318 der

nahsten mitichen vor s. Mathias tag. — Or. Wien Staats-A. mit d. Siegeln d. Aussteller an Pg. Str. Kopp Geschbl. 1,

131. Scbwalm MG. Const. 5, 392. Reg.: Licbn.-Birk 3, 368 n. 443. Wittelsbach. Reg. 68. Reg. d. Pfalzgrfen. 1,

n. 1800. — Die Urk. beweist, dafi das zwischen Rudolf und Kg. Ludwig mit dem Vertrag vom 26. Febr. 1317 angebabnte

Einvernebmeu nicht von Dauer war, vgl. dariiber Schrohe a. a. 0. 107 ff. 669

— Febrnar 25 bei Graz. — Kg. Friedrich schreibt allen Reicbsgetreuen, daC er Rambald von Collalto, Grafen von

Treviso, in seinen und des Reiches Schutz genommen bat, und befiehlt ihnen, bei Verlust seiner Gnade keine Verletzung

der Person, der Untertanen und Giiter des Grafen zu duldon. Dat. apud Grechz 5. kal. mart. a. d. 1318, regni n. a. 4.

— Abscbr. saec. 16. Briinn miihr. Ldes.-A. (CoUaltoarch.) Bohmer-Ficker Acta 475. Schwalm MG. Const. 5, 392. Reg.

Biihmfr 1314—47 Add. III F. d. S. n. 349. — Vgl. auch Friedr. Urk. n. 555 u. n. 666. 670

— Miirz 3. — Kg. Heinrich von Bobmen, Hzg. von Karnten, gibt mit Zustimmung seines Oheims des Kgs. Friedrich und

der Briider Friedrichs Otto und Albrecbt seinen Getreuen Volker und Herbard v8n Auersperg und deren Erben Oberund

Nieder-Auersperg za Lehen und gestattet ibnen diese beiden Vesten wieder aufzubauen, wie es ibnen niitzlieh erscbeint,

uuter der Bedingung, dal5 sie ihra und seinen Erben mit denselben zur Verfiigung steben und ihm, seinen Erben

und Landern kein Schade daraus erwachse. G. ze Liincz des freitages uach s. Mathias tag 1318. — Or. Auersperg

SchloC-A. Hormayr Werke 2, Urk. 119. Reg.: Lichn.-Birk 3, 371 n. 469. WiOgrill Schauplatz 1, 233 zu Miirz 4. Mitt.

d. Musealver. f. Krain 18, 134. — Hormayr u. nach ihm Lichn. setzen die Urk. irrig zu Sept. 22, indera sie Matthias

(Feb. 24) mit Mattheus (Sept. 2l) verwechselten. (So auch eine Abschr. i. Wiener Staatsarch. Radics a. a. 0. 7 zit. die

Urk. mit der irrigen Angabe, daB das Or. in Innsbruck sei.) — Vgl. die Urk. Friedrichs n. 668. 671

— Mftrz 7. AVien. — Kg. Friedrich beurkundet, daC der Jude Guetman, der Sohn des Juden Lebman von Wien,

dessen Geschwister und Erben vor ihm erkliirt haben, daB Alber von Rauh^nstein und dessen Gattin Elisabeth alle

ihre bis zum heutigen Tage aufgelaufenen Schuldeu, Hauptgut und Schaden, an Guetmau bezahlt haben, und erkliut, daC

somit alle Scbuldbriefe, die etwa hieriiber von Guetman, dessen Geschwister und Erben gegen Alberl von Rauhenstein

vorgewiesen werden sollten, nichtig sind. D. p. i. g. ze Wienne 1318 au dera Vaschange tag u. i. d. 4. j. u. reiches. —

Ludewig Reliqu. manuscr. 4, 272 obne Quellenaugabe, danacb Reg.: Georgisch. 2, 307. Bohmer 1314— 47 F. d. Sch.

n. 107. Lichn.-Birk 3, 368 n. 444. Wieuer Reg. z. Gescb. d. Juden 1, 48. 672

— Miirz 8. — Erzbisch. Heinrich von K o I n bevoUmachtigt seinen Bruder Eberhard von Virneburg, Generalkomthur des

Deutschen Ordens (ordinis hospitalis b. Marie Jerusolymitane) in Westfalen, bis zum niichsten Palmsonntag (16. April)

mit Hzg. Leopold und den iibrigen Biirgen, die sich bei ihm fiir die Schuli Kg. Friedrichs verbiirgten, iiber deron Bezalilung

zu verhandeln, sie an ihre Verptlichtung zu mahnen, die schuldige Sumrae ganz oder tcilweise iu Empfang zu

nehmen, dariiber zu quittieren und ihnen fiir die Zahlung des Rests eine Frist zu setzen, wie es ihm die Sachlago zu erfordcrn

orscheint, doch soll durch Nichterfiiilung der friiher getroffenen oder noch zu treffenden Vereinbarungen don Verpflichtungen

im Hauptschuldbriefe Friedrichs in keiner Weise priijudiciert werden. Dat. Gudensberg ipsa die Cynerum

a. d. )31S. — Or. Wien Staats-A. Siegel ab. Schwalm MG. Const. 5, 394. Reg.: Lichn.-Birk 3, 368 n. 445. Kisky

Reg. d. Erzbisch. v. Kiiln 4, n. 1026. — tJber die Zahlungsversprechungen an den Erzbischof vgl die Urk. v. 1314 Mai 9

u. Sept. 24 der Abt. II. 673

— Miirz 9. — Heinrich [von ThalheimJ, Provinzial des Minoritenordens iu Oberdeutschland, beurkundot, dafi er in eiucra

wOrtlich aufgonommenen Schreiben an den Ordensgeneral Michaol fvon Cesena] die Bitten der Kgiii. Agnes um Rowillignng,

daB die dem Kl. Konigsfolden zugewicsenen Minderbriider aus den fiir die dortigen Klarissincn bestimmten

Giitern vcrsorgt werdeu und den Klarissinen die Mitbeniitzung der Kirche eingeriiunit werde, vorgclegt habe und der Ordensgeneral

in einera gleichfalls insorierten Briefe zugestirarat liabi. Dat. Argcntine 1318 7. id. niarc. — Or. Bern Staats-A.


131S (11. 671- 67S). 85

(KCiiiigstelden). Gerbert De traiislatis cadavenhus (Crypta iiova) 144. Rog;.: Liebeiiau Kgiii. Agiies 437- — Vgl. dazu

n. 654 uiid die folgende Ordiiung fiir Konigsfelden. fi'!

1318 Miirz 10. StraBburg. — Kgin. Agnes erliilit folgende Ordnung fur dic Minderbruder und Klarissinen in Kiinigsfelden:

1. GeuiiiB der Verordnung ihrer verstorbenen Mutter Kgiu. Elisabeth sollon 6 Brvider des Minoritenordens stets

iiu Kloster zu Konigsfelden anwesend sein, um den Gottesdieust fiir die Klarissiiien und die Giiste zu besorgen. Da die

Ton Elisabeth zu deren rntt-rlialt ausgeworfenen 24 Marl< Herrengiilte nioht ausreiclien, soll die Pfriinde der Briider mit

6 Marlc Herrengult Korn von der Kirche in Staufeu alljahrlicli aufgebessert werden. 2. Was an Alniosen auf die Altiire

oder bei deu Altiiren von den Leuten gewidmet wird, daiuit sie in der Messe der Briider genannt werden (da mit sich di

lute in der bruoder messe enpfelclien), soll den Briidern zufallen, was aber nach dem Evangelium zum Altar geopfert wird,

es seien Kerzen oder Pfeunige oder was iuimer und was bei Leichen gespendet wird an Waclis und anderem, alle Seidentuolier,

Gewebe und Kleinodion, die zum Gottesdienst gewidmet werden, sollen die Schwestern erhalten, wenn es nicht

anders ansdriicklich bestimmt ist, da diese fur die Sakristei und die Instandhaltung der Kirche und die Beschaffung alles

zniu Gottcsdienst Nutigen sorgen soUen. 3. Die dein Stifte von ihrer Mutter Elisabeth gewidmeten Kleinodien diirfen weder

verkanft noch versetzt werdeii uud soUen von den Schwestern in der Sakristei aufbewahrt werden. 4. Wird mit einer

Leiche ein RoD oder ein Harnisch ohne eigene Bestimmung gewidmet, soU ihr Erlos zwischen Briidern und Schwestern

geteilt werden, ebenso soll es mitUrbar und fahrendem Gnt gebalten werden. 5. AIIeHofstatten, die zwischen dem Kirchhof

und dein iiuCeren Tor gegen Brugg gelegen sind, mit sanit den drei darauf erbauten Hausorn sowie dieHofstatt innerhalb

der Ringmauer, die von diesem Tor bis gegen Oberburg (Oberburch) reicht, solleu den Schwestern gehoren, ebenso

jene Hofstatt, anf der Agnes ihr Haus errichtet hat, nach ihrein Ableben, doch sind die Schwestern verpflichtet, den Briidern

soviel abzutreten, daB sie hinter den Hausern einen Fahrweg zu ihrem Kloster anlegen konnen und Hiiuser fiir ihre

Schaffnerin uud sonstiges Gesiude erbauen kunnen. 6. Kirche und Kirchhof sollen Briidern und Schwestern gomeinsam

sein. D. b. w. ze Strazburg geben 1318 an dem zehendeu tag in dein merzen. — 2 Orr. Aarau Staats-A. (Konigsfelden 61)

mit d. Siegeln d. Kgin. Aguos, des Provinzials der Miuoriten Bruder Heinrich von Talheim, der Abtissin Guta und des Konvents

V. Konigsfelden. Geibert De translatis Habsb. Austr. princip. cadav. (Crypta nova) 1 42. Argovia 5,31 = Liebenan

100 Urk. 31. Beg.: Hormayrs Arch. 10, 443. Liebenau Kgin. Agnes 437. 675

Wien. — Kg. Friedrich nimint die Biirger der Stadt Kegensburg in seinon Schutz, verspricht, daB ihnen, wenn

sie in seinen Landen um Geldschuld klagen, Recht werden soll, dali jeder von ihnen, der etwas in die Miinze leiht, seiu

Gut ohne Schaden an dem Tage, fiir den man es ilim versprocheu hat, wiedererhalten soll, wozu auch die jeweiligen Amtleute

angewiesen worden sollen, und verordnet, daG kein Regensburger Biirger fiir einen anderen belangt oder gepfandet

werden soll, auBer in deni Falle, wenn einer seiner Untertanen in Regensburg gegen einen Sellstschuldner (der keine

Bnrgen hat) rechtlos gelassen wird. D. i. g. zeWienne dos vreitages nach der vaschang 1318, u. reiches i. 4. jar. — Or.

Miinchen E.-A. (Kaisersel. Naehtr. n. ISGVaa) mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Mon. Boica 53, 194. Reg.:

Gemeiner Regensbg. Chronik 1, 502. BOhmer 1314—47 P. d. S. n. 108. Lichn.-Birk 3, 369 n. 446. Reg. Boica 5,

378. 676

— Marz 11. — Kraft der Schreiber (Schriber), sein Sohn Kraft, Konrad von Hall (Halle), Liutpraud und Job, seine Briider,

alle Burger zu Ulm, raumen dem Eitter Burkhard von Ellerbach wegen dessen treuer Freundschaft fiir die ihm um

500 Pfund verkauften Giiter zu Pinningen (Vinningen), namlich den Meierhof boi der Kirche, den Lynge innehat, den

Hof des Sydeler, zwoi Lehen, die Ulrich der Linge und ein Lehen, das Konrad der Linge, Heinrich Mayer und dessen Frau

und Kinder besitzen, ein Wiederkaufsrecht zuin gleichen Preise bis zum Weilien Sonntag iiber drei Jahren (8.Marz 1321)

ein. Verzichten Burkhard von EUerbach und seine Erben auf diesesRecht, so geht es auf Hzg. Leopold und dessen Bruder

uber; vor genannten Zou^^eu. D. geschach u. d. b. w. geg. ze Ulme an dem samztage in den vier tagen der vasten

1318. — Or. Miinchen R.-A. (Burgau Fasz. l) mit Siegel der Stadt Ulm. Ulm. UB. 2, 19. Vgl. Raiser Guntia 90

'

Aum. 88.

677

— Miirz 12. Wien. — Kg.Friedrich verspricht, den Grafen Gerlach, Walram, Heinrich, Emicho nnd Johann von Nassau,

Simon und Johann von Spanheim, Gerlach Herrn zu Limburg und Luther von Isenburg (Eysenburch) zur Belohnnng

ihrer Dienste um das Reich je 1000 Mark Silber auf Reichsgut zu verschreiben, das sie unter den ihm von Hzg.

Ludwig vorenthaltenen Giitern nach ihrem Belieben wahlen kunnen und sofort nach Eroberuug desselben in Besitz nehmen

nnd bis zurEinlosung um 1000 Mark mit allenRechten innehaben und nutznieHen sollen, die ihm iiber diese Verpfiindung

vonihnen ubersendeten Briefe mit seinem Siegel unverziiglich zu besiegeln und verpflichtet sie, nach Ausliisung derPfander

fur 100 Mark Silber Eigengut dem Reiche zu Lehen aufzutragen und dafur des Reiches Dienstmannen zu sein, wogegen

er fur die Bestatiguiig der Verpfandungen durch die Fursten sorgen soU. D. i. g. ze Wienne an s. Gregorii tak 1318 u.

riches i. d. 4. jare. — Or. Wiesbaden Staats-A. mit Siegel Frs. an Pg. Str. Forschgen. z. dtsch. G. 16, 103. Bdhmer-

Ficker Acta 475. Schwalm MG. Const. 5, 390. Reg. : Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 109. Vgl. dazu n. 665. Zur Sache

vgl. Heidemann Peter von Aspelt 280 f. 678

— Marz 15. — Eberhard von Virnoburg, Landkomthur des Deutschen Ordens iii Westfalen, erstreckt als VoUmachttrager

seines Bruders, des Erzbischofs Heinrich von Kiiln, Hzg. Leopold und den iibrigen dem Erzbischof gestellten Burgen die

Frist zur Zahlnng der restlichen Schuld bis zu Ostern (23. April) und von da auf weitere sieben Jahre, da der Herzog fur

den Erzbischof 3000 Mark, die dieser in Strallbnrg schuldig war, erlegt hat. Sollte jedoch innerhalb dieser 7 Jahre Kg.

Friedrich in den Bositz des Reiches gelangen und seinen Streit mit Ludwig beendigen, so ist der Erzbischof berechtigt,

ein Jahr nach dcm Eintritt dieses Ereignisses den Hzg. und die anderen Biirgen zur Zahlung aufzufordern, falls aber der


.

1318 (n. 679-686).

Hzg. im FcUle liegt mit Heeiesmacht oder eiue Werbung halt oder in eigener Person der Laudesverteidigung obliegt, so

sollen er und die ilim beistebenden Biirgen Frist haben uud der Erzbiscbof soll die iibrigen Bvirgen, die nicbt beim Hzg.

sind, mahnen. D. i. geg. ze Strasburg an der mitwochen nach s. Gregorien tag 1318. — Or. Miinchen R.-A. (Tirol fiirstl.

Arch. aus Inusbrack f. 5), Siegel ab. Schwalm Neues Arch. 23, 323 = MG. Const. 5, 394. Reg.: Kisky Keg. d. EB.

V. Ktiln 4, n. 1029. — Vgl. n. 673 u. Urk. 1314 Mai 9 der Abt. U. 679

1318 Marz 16. Wien. — Kg. Friedrich bestatigt deu Grafeu Gerlach, Walram, Heinrich, Emicho und Johann von N a s s a u,

Simon und Jobann von S p a n h e i ,

m Gerlach Herrn zu L i m b u r g nnd Luther von Isenburg (Eysenbnrch) alle Urkunden

seiner Vorganger und verspricht eine solche Bestiitiguug auch jeneii, die die Genannten in seinen Dienst bringen.

D. i. g. ze Wienn des phintztages nach s. Gregorii tag 1318, u. riches i. d. 4. jare. — Or. Wiesbaden Staats-A. mit

beschad. Siogel Frds. an Pg. Str. BOhmer-Ficker Acta 476. Scbnalm MG. Const. 5, 391. Keg.: Bohmer 1314— 47

F. d. S. n. 1 10. — Vgl. n. 665. 680

— Marz 22. IVieu. — Kg. Friedrich schenkt dem Zisterzienserkloster Baumgartenberg zu seinem und seiner Vorfahren

Seeleuheil die Hube genanut ^das lehen auf der haide« mit allem dazugehcirigen Walde zu rechtem Eigen. G. zu

Wienn der mittwochen nach s. Benedicten Tag 1318, u. reichs i. d. 4. j.

— Abschr. Linz Musealarch. i. Kopialbch. d.Kl.

Baumgtbg. v. 1511. Arch. f. ost. G. 12, 29. Obost. UB. 5,204. Keg. : Bohmer 1314—47 Add. lU. F.d.S. n. 350. 681

— Miirz 23. Baden. — Hzg. Leopold schuldet Heinrich dem Gessler fiir zwei »meiden« (verschnittene Pferde, Wallacheu)

8 Mark Silber und verpfandet ihm dafiir '/2 ^^^^^ Geld auf der Herbststeuer in Kiitihof (Rigoltzruti). G. ze Baden

an donrstag nach Benedicti 1318. — Eintr. Luzern Staats-A. Pfandreg. fol. 3*. Kopp Geschbl. 2, 151. Rochholz Argauer

Gessler, 13. Maag Habsbg. Urbar II/l, 604. Reg.: Biihmer 1246—1313 Add. II, 515. Vgl, n. 407. 682

— Marz 27. Wieu. — Kg. Friedrich und Hzg. Heinrich verschreiben niit Zustimmung ihrer Briider Leopold, Albrecht

uud Otto Jansen von Kapellen uud dessen Hausfrau Kunigunde fiir don von ihm geleisteten Dienst 800 Pfund Wieuer

Pfeunige und schlagen diesen Betrag zur Pfandsumme von 80O Pfund auf die seinemVater und ihm von ihrem Grol5vater

Kg. Rudolf und ihrem Vater Kg. Albrecht laut deren Urkunden verpfilndeten Giiter, u. zw. auf das Gut St. Leouhard zwischen

derStampf uud derAist sowie einen Zehent daselbst, einen Zehentzu Ruttenstein (Rottenstain), 8 Hufen zu Blasenstein, den

Markt zu Miinzbacb (Munspach), einen Hof zu Winkel, vier Hufen zu Sebarn () (Seboren) und das Landgericbt im Machland

samt allem Zugebtir. Die Einkiiufte aus diesen Giitern soUen von der Gesamtpfandsumme von 1600 Pfund nicht

abgezogen und im Falle der Eiulosung soll die ganze Summe auf einmal in gangbarer Miinze (di ze denselben ziten gibich

und gaeb seiu) erlegt werdeu, widrigenfalls Jans uud seine Erben das Recht haben, sich durch VeriiuBerung der Pfander

bezahlt zu raachen, D. p. i. geg. 1318 ze Wienn an s. Rupprechtz tag in der vasten in dem vierden jar unser chunich

Frideriches. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) und Heinr. (Sava fig. 22) an Pg. Str. Hoheneck Stande

V. O.-Ost. 3, 71. Obost. UB. 5, 204 (aus Enenkel unvollstandig). Reg. : PritwLand o./d. Enns 2, 694. Lichn.-Birk 3,

369 n. 449. Bohmer 1314—47 F. d. S. u. 111. Ber. d. Mus. Franc. Carolin. 6, 128. — Die Urk. scheint nach Schrift

und Formular keine Ausstellerherstellung zu sein (vgl. bes. die Datierung). Die Urk. Rudolfs v. 1281 Mai 2 s. B.-Redlich

n. 1281, die Albrechts s. 1284 Sept. 26 der Abt. II. 683

Propst und Kapitel des Augustinerklosters I n t e r 1 a k e n in der DiOzese Lausanne erklaren, dafi sie einbellig den

Hzg. Leopold von Osterreich zu ibrem Vogt erwahlt haben und ihm dem Herkommen gemiiC folgende Rechte zusteben

Wird er vom Kloster in dessen Angelegeuheiten gerufen, soll er auf Kosten des Klosters kommen, im Notfalle mit deui

entsprechenden Gefolge; don Blutbann bei todeswurdigen Verbrechen kanu er entweder selbst ausiiben oder durch einen

Vertreter, zwei Drittel der BuBe haben dom Kloster zuzufallen, das dritte ihm zu verbleiben; die sonstige Gerichtsbarkeit

iiber die Untertanen vcrblcibt dem Kloster und dessen Beamten. Dat feria secunda post annunciationem virginis

gloriose a. d. 1318 ind. 1. — Or. Bern Staats-A. (Interlaken) mit dem Siegel des Propsts. Soloth. Wochenbl. 1829, 98.

Font. rer. Bern. 5, 15. Reg. : Hormayrs Arch. f. G. 10, 443. Lichn.-Birk 3, 369 n. 448. Mohr Reg. d. Schweizer Arch.

1/2, 59. — Vgl. iiber das Kloster Tartariuoff Die Entwicklg. d. Propstei Interlaken, Diss. Scbaffbsen. 1892. HSi

— Marz 28. — Johann von Klingenborg quittiort dem Kg. Friedrich liber 70 Mark Silber Wiener Gewichts, die der

Kg. ihm von seiner Schuld von 130 Mark abgczahlt hat. D. i. g. ze Wienne dez eritages nach unscrr frowentjig in der

vasten 1318. — Or. Wion Staats-A., Siegel ab. Thoramen Urk. 1, 151. Reg.: Lichn.-Birk 3, 369 n. 447. Reg. boica

5, 379.

686

— April 1. — Der Edle Johannes von Wadenswil (Wediswile) verzichtet gegeniiber Hzg. Leopold auf allo lehenbaren

Giiter, Rechte und Untertanen, dio er im Tale von Unterseeu »de palis dictis vulgariter swiren supra«, in Lautcrbruunen

und am Berge Wongon vom Ilerzog und dessen Erudern zu Lehen triigt odcr tragen sollte, uud sendet sie ihm durch den

von Leopold belehnten Scbildknappen (armiger) Wernor von Lengsingen (Leux-), den Uberbringer der Urkunde, mit der

Bittc auf, sie dem Kloster Interlaken um Gottes Lohn und um seiner Bitten willen zu iiberlassen; alle seine iibrigen deui

Kloster von ihm nicht verschriebenen Lehon bebiilt er sich vor,

da er nicht aus dem Dienste Lcopolds zu scheidcn wunscht

(tamquam ille, ijui non cupit a vostre sereunitatis servicio resiliro). Zeugen : die Kitter Bertliold von Torberg (de Porta),

Jobannes von Bubonberg (Bubemberg), Johaunes von Arwangen, die Junker Gawin (Ganwi) uiid Ricbard von Blankenburg.

Dat. et act. iu octava annuuctiacionis b. Marie virg. a. d. 1318. — Or. Bern Staats-A. (Interlaken) niit Siegel d.

Mohr Keg. d. schwciz. Arch. l/2, 59. Escber-

Ausstcllers. Soloth. Wochbl. 1829, 97. Font. rcr. Bern. 5, 16. Reg. :

Schweizer Ziirich. UB. 9, 383. — Vgl. dazu die Urk. Leopolds fiir Interlakcn vom gleichen Datum. 686

Baden. — Hzg. Leopold scbcnkt dem Augustinerkloster Interlaken in dcr Diozeso Lausanne die Giiter auf dem

Herge Wengon (uffon Wengen) in der Pfarro Gsteig iStoygen), dio Johanncs von Wiidenswil vou ihm zu LcImmi batte uud


1318 (II. (>87-m»). 87

dem Kloster verkauft hat, samt allem Zugehor uiiter Vorbebalt des ilim von seinen Vorfabren bor zustehendon Vogteirechtes

zu freiem Eigen. Dat. in Baden kal. apr. a. d. 1318. — Or. Beru Staats-A. (Intcrlakon) mit Siegol Loop. Solotii.

Wochbl. is;2it, 100. Fout. ror. Bern. 5, 17. Reg.: Mohr Keg. d. sebwoiz. Arch. 1/2, 59. Vgl. die vorhergehende Urk. und

n. 1 142 u. 1 143, sowie den in Font. rer. Bern. 5, 17 zu 1318 nach Apr. 1 datierten Eutwurf dor letztoren. 087

131S April 2. — Der Rat von Kroms und Stein beurkundot, daB Bruder Uliich, zu don Zeiten llofmeister im Raitoiihaslacher

Hof zu Krems, einoUikunde Kg.Friedricbs aus dessen Herzog.szeit vorwios, derzufolge das Haus des Klosters,

»daz da hoizet in dem Chiel und ist genant Leithauschelera, so laiigo es in des Klosters Gewalt ist, der Stadt nur oin

Pfuiid Wicner Pfeniiigo jabrlicber Steuer zahlen soll. Der Rat gelobt dios fortab zu halton, docb soll wer zur Herberge

im Hause ist, seine Steuer wio audero Kremser Biirger entrichten. D. p. i. g. 1318 dez suntagos zo mittervasteii. — Or.

Munchen B. A. (Raitouhaslach f. 41) mit Siegel der Stadt Kreras. Reg. : Reg. Boica 5, 380. Die Urk. Hzg. Friftdrichs

ist bisher nur aus dioser Urk. bekannt. Da dio vorstehendo Urkundo inhaltlich die Urk. Rudolfs III. v. 1304 Jan. 9

wiederholt uud Friedricb am 18. Febr. 1307 die ubrigen Urkundcn Kudolfs fiir Raitenbaslacb einouerto, bosteht eiue

gewisse Berechtigung auch diese Urk. Friedrichs auf den 18. Febr. 1307 zu datieren. 688

Ilugo von Werdenberg, Komthur des Johanniterhauses zu Bubikon, und Marquard voii Widen, Komthur des

Johanniterhauses zu Hohenrain, beurkunden einen Urteilssprucb des Gerichtes zu Mettmen-Schongau, dem Berward von

Rudikon an Stelle des SchultheiCen von Sempach, der Pfleger der Herzoge von Ostorreich war, vorsaC und in dom genannte

— April 4r. —

Eigenleute der Johaimiter rait ihren Anspriicben au oin Gut des Klosters Oetonbacb abgewiesen wurden. D. b. w. g.

Znrich 1318 an dem vierden tag ze ingentera abrellon des raanodes. — Or. Zurich Staats-A. (Oetenbach n. 205). Geschichtsfreund

25, 317. Escher-Schweizer Zuricher UB. 9, 383. — VgL Kopp Reichsgesch. 4/2, 257. 689

— April 8. — Die Grafen Eberbard und Hartmann vou Kiburg schworen fiir sich und ihre Erben, dem Hzg. Lcopold

init aller Macht gegen die von Scbw^-z beizusteben, solange or sich nicht rait

ibnen vertragen hat, und in jeder Weise die

Zufuhr von Kaufschatz und Nahraugsmittel in das Land Schwyz und zu dessen Holfern zu verhindern. Grf. Hartraann, der

in Gefangenschaft ist, verpflicbtet sich bei deraselben Eide, sobald er frei wird, personlich gogen dio von Schwyz uud

deren Helfer zu dienen, bis zu welchem Zeitpunkt dies Grf. Eberbard fur sie beide tun soll. Sie verpflichten sich auch,

ihren Pfleger zu Interlaken zu dem gleicben Schwur zu verhalton und, falls er eidbriichig wird, ihn an Leib und Gut za

strafen und durch einen anderen zu ersetzcn. D. i. geg. ze Baden an dem samstag nacb s. Ambrosien tag 1318. — Or.

Schwyz Kantons-A. mit dem Siegel des Grfen. Eberhard, das Hartmanns abgefallen. Tschudi Chronik I, 284. Herrgott

Genealog. 2, 612. Kopp Reicbsgesch. 4/2, 469. Font. rer. Bern. 5, 18. Reg.: Georgiscb 2, 307. Lichn.-Birk 3, 369

n. 450 n. 373 n. 481. Eidgen. Abschiede 1, 9. Oechsli 229*. — Vgl. Scbweiz. Gcscbf. 8, 59 u. 11, 363 u. Kopp

Eeichsgescb. 4/2, 224 f. u. Bichsel Grf. Eberhd. v. Kyburg 32 f. ; iiber die Frage der Rochte dor Kiburgor in Interlaken

Durrer i. Jahrbch. f. Schweiz. Gesch. 21, 231 Anm. 1. 690

— April 9. Wien. — Kg. Friedricli vermehrt die Pfandsurame fiir das Ulrich von Walsee, Hauptraann in Steiermark,

verpfandete Gut zu Cbelbach (Vbelpacbj um 100 Mark Silber Grazer Gewichts. D. i. geg. zo Wienne des nehsten sunnentages

vor dem Palmtag 1318, i. d. 4.jaru. riches. — Eingeschnittenes Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) au

Pg. Str. Reg.: Lichn.-Birk 3, 369 n. 451. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 112. — Die Verpfandung Ubelbaclis erfolgte

am 12. Mai 1308, vgl. hierdber Doblinger i. Arch. f. o. G. 95, 355. 691

— April 12. Wieii. — Kg. Friedrich gelobt dera Friedrich von Stubenberg 300 Pfund Wiener Pfonnigo bis zu den

nachsten Weihnachten zu zablen nnd verspricht ihm zusammen mit Ulrich von Walsee, aus dem Amte auf der Steiermark

keinen Pfennig auszugeben, bevor die Forderung des Stubenbcrgers beglichen ist ; verpflichtet sich Friedrich hingegen

bezuglich derselben Snmme gegeniiber dem Mistelbacher, so ist er der Forderung des Stubenbergers ledig. D. i. g. ze

Wienn des mittichen vor dem Palratag 1318, u. riches i. d. 4. j. — Or. Graz Ldes.-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an

Pg. Str. Xotizenblatt d. Wr. Ak. 6, 438. Sickel Mon. grapbica 100 (Facsiraile VI Tafel ll). Reg.: Schmutz Topogr.

— April 17. Wien. — Kg. Friedrich verleiht den Biirgern von Bruck an der Leitha alle jeno Freiheiten und Rechte,

welcho die Barger von Hainburg von ihm uud seinon Vorfahren betrotTs Ausiibung der Gericbtsbarkeit, Verfiigung iiber

Lex. V. Stmk. 4, 120. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 113. Lichn.-Birk 3, 369 n. 452. 692

ihre Giiter und Erbschaften und betrefts des Handels besitzeu, und gestattet ihnen tiberdies, ihren ungarischen eidlich oder

mittels stadtisclier Urkunden als Eigenbau erwiesenen Wein ungehindert durch seine Lander zu fiihren. Dat. Wiennae

15 kal. maii a. d. 1318, rcgni a. 4. — Inser. i. Vidimus d. Propstes Bernhard v. St Dorothea in Wien ddo. 1513 Sept. 26

Brnck a. d. L. Stadt-A. BL Ver. f. Ldeskde. v. N.-O. 34, 192. Auszg.: Arch. f. ost. G. 6, 290. — Diese Urk. wurde

V. Hzg. Albrecht IL 1358, Jan. 27 (Bl. f. Ldeskde. 34, 192) bestatigt, wobei es nur allgeraein heiCt, daD die Stadt Brnck

die gleichen Rechte wie Hainburg hat »es sei mit irm wein oder mit andern sachen*, wahrend Rudolf IV. boi seiner Bestatigung

des Rechtes des Weintransports am 15. Dez. 1359 (ebda. 194) auffallenderweise nicht die vorliegende, sondern

die ihm von den Bruckern vorgelegte Urk. Friedrichs fiir Hainburg v. 1318 Juni 29 (n. 712) inseriert, die dio Verfrachtnug

desWeins iiberallhin mit Ansnahmc der Stadt Wien gestattet, auch die spiiteren Bestiitigungen enthalten diese

Einscbrankung. Der auffallende Umstand, dali die nur wenige Monate spater ausgestellte Urk. F. fiir Hainburg diese Einscbrankung

entlialt, diirfte muglicherweise auf einen Protest der Stadt Wien, fiir die nach dom Stadtrecht vou 1340

(Art. 75) ein Weineinfuhrverbot bestand (vgl. dariiber Gesch. d. St. Wien hg. v. Wr. Altertumsver. II/l, 486 f.), anlaDlich

der Privilegierung lirucks zuriickzufuhren sein. An Bruck ist aber oiTenbar keinc derartige Einsclirankungsvorordiiung

ergangen, darum hat man 1359 vorsichtslialber die Hainbuiger Urk. der Bestiitigung zu Grunde gelegt. 693


1318 (11. ()93a-701).

1318 April 23 bis Jnli 30. Merail. •— Aufenthalt Hzg. Heinricbs in Meran und Znsammentreffen mit Kg. Heiuricli von

Bohmen. •— Ergibt sicb aus don Amtsrechnungen v. 1318 Sept. 4 u. 1319 Pebr. 7 Miincben R.-A. Tirol. Cod. n. 11

fol. 50'' u. 26^' nach Davidsohn i. Mitt. d. Inst. f. ost. G. 37, 204 f. 693a

April 24. — Friedrich von Leidem und seine Gattin Diemut verkaufen Kg. Friedrich uud dessen Biiidern um .56 Pfuiid

Wiener Pfeuuige ein Drittel des ibnen zu rechtem Eigen geborigen Burgstalls zu Eckhartssteiu (Ekcbartzstain) und neun

Schilling Pfennige in Urbar samt Zugehor. Es siegeln der Aussteller, Weikhard von Toppel uud Friedricb der Hiiusler.

D. p. i. g. ze Wienue 1318 an s. Jorgen tage. — Or. Wien Staats-A. mit den Siegeln des Ausstell. u. Weikbards an Pg.

Str., das des Hauslers abgefallen. Reg.: Licbn.-Birk 3, 369 n. 453. — tJber das abgekommene Eckhartstein bei Kaxendorf

vgl. BI. f. Ldeskde. v. Ndost. 17, 37 7. Tber das nacb Leiben oder Leiden genannte Gescblecht vgl. Keil Douaulandchen

238. 694

April 28. — Cyrvas von Merswang, seine Gattin Jutta, sein Sohn Jobann, dessen Gattin Agnes und Stephan von

Haunfeld verkaufen ihren Weingarteli am NuCberg bei der oberen Briicke, derTenne beiCt und nacbst dem Weingarten

der Herzoge von Osterreicb liegt, um 181 Pfund Wr. Pfennige Heinricb von Luzern, Pfarrer zu Graz (Gretz) undSchreiber

Kg. Friedrichs. D. b. i. g. ze Wieune 1318 des vrigtags in der Osterwocbeu. — Or. Wieu Staats-A. Keg. : Qu. z. Gescb.

d. St. Wien 1/3, 159 (irrig zu April 2l). — Vgl. dazu aucb die Urk. v. 1328 ilarz 8, deren Aussteller mitHeinricb vou

Luzern identiscb sein diirfte. 695

Wien. — Kg. Friedrich gibt denBiirgern vonKlosterneuburg mit Zustimmung seinerBruderLeopoId, Albrecht

und Heinricb und nacb Rat seines besten Rates einen auf der Weidnich (Weidnik) gelogenen und »daz Revt« genaunten

Bergweingarten, der 24 Jocb groC ist, zu rechtem Bergrecht unter folgenden Bedingungen: von jedem Joch soUen sie

alljabrlicb als Zebent und Bergrecbt 1 6 Eimer Weins rechten StadtmaCes dienen ; der Kellermeister oder wer sonst dazu

verordnet wird, soll sicb iiberzeugen, daC der Wein tatsacblicb aus diesem Weingarten stammt, trifft dies nicht zu, verfallt

der ganze Jabresertrag dem Konig ; wird die Ernte durch Elementarereignisse derart gescbadigt, daC der Zius nicbt zur

Giinze geleistet werden kann, soU sicb der Kiinig damit begntigen, was seiu Kellermeister oder sein Amtmanu im Weingarten

zu ernten vermogen ; die Biirger sind verpflichtet den Weingarten mit Holz (frideboltz) und mit Erde in hergebrachter

Weise zu pflegen und das Bergrecbt in die Stadt Klosterneuburg zu liefern ; sie sollen aucb wegen desselben

Weingartens ein Taiding am Donnerstag nacb St. Georgstag sucben und von jedem Jocb einen Pfennig zu »wytrecht«

geben; wenn jemand verkaufen will, soll er dem Kellermeister oder Amtmann 24 Pfennige zur Ableit und einen Pfennig

zur Auleit zablen. D. i. g. ze Wieune dez vreitages in der osterwochen 1318, in d. 4. iar u. reicbes. — Or. Klosterneuburg

Stadt-A., Siegel ahgefallen. Arcb. f. ost. G. 7, 314. Reg.: Kircbl. Topographie v. N.-Ost. I/l, 4. Bobmer 1314—47

Add. III F. d. S. n. 351. 696

— Mai 10. Mengen. — Hzg.LeopoId bewilligt mit Zustimmung der Biirger voaMengon dem Kloster Beuron, daB die

dem Kloster seit altersber gehorige Ziegelmiihle samtBifaug und ZugehOr dem Stadtbezirk (espan) von Mengen einverleibt

werde. Es siegeln Leopold und die Stadt Mengen. Geg. ze Mengen an s. Gordians und s. Epimachen tag 1318. —

Mitt. d. Ver. f. Gesch. i. HobenzoUem 20, 62. 697

— Mai 11. — Kg. Heinricb von Bobmen, Hzg. v. Karnten, verpfandet seinera Dicner Heinrich dera Nerrenpechen

zum Ersatz des Schadens, den dieser in seinem Dienste vor Esslingen erlitten hat, genanute Einkiinfte. Dat. Tyrolis a. d.

1318 die 11. maii ind. priraa. — Registr. Wien Staats-A. Hs. 389 fol. 3^. — Gemeint sind wohl die Kiimpfe Friedrichs

um Esslingen im Hochsommer 1316. 698

— Mai 16. Brugtf. — Hzg. Leopold verpfandet Wilbelm von Moutfort die Kircbsiitze zu Hohen Tengen (Diengen),

Herbertingen (Herbrechtingen), Friedberg (Frideberg) und Blocbingen fiir 170 Mark Silbi^r mit dem Recbte, die Kircbtn

im Falle der Erledigung zu Lehen zn verleihen, solange die Kircbsiitze nicbt eingelOst sind. Brugge an dem zinstag nach

s. .'^ophyen tag 1318. — Or. Stuttgart Staats-A. (Friedberg-Scheer) mit Siegel (Sava fig. 20) an Pg. Str. Reg.: Vanotti

477 zu Mai 15. — Vgl. dazu auch n. 471. 699

Heinricb von Kotenberg verpflichtet sich, Kg. Friedrich bis zur Beendigung des Krieges gegen Hzg. Ludwig vou

Baiern und dessen Helfer mit 1 Helmen im Felde und mit seiner ganzen Macht in seiner Heimat sowie durch Offnung

seiner Burgen zu dienen und, falls Friedrich vorber sterben sollte, dessen Briidern in gleicherWeise beizustehen. D. i. g.

ze Wienne 1318 an dem «rigtag nah s. Pancratzen tag. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel d. Ausstellers an Pg. Str.

Scbwalm IIG. Const. 5, 402. Reg. : Lichn.-Birk 3, 369 n. 454. — Vgl. Schrohe a. a. 0. 133. .

700

— Mai 19. Klosternenburg. — Kg. Friedrich legt als Scbiedsricbter den Streit zwischen den Kliistern Lilienfeld

und Garsten wegen dcs Recbts dor Einhebung von Zoll und Maut von den Untertanen Garstens in dem Lilienfeld geiiOrigen

Markte Wilhelmsburg durch einen Vcrgleicb bei, wonach das Kloster Lilieufeld in Hinkunft berecbtigt sein soll,

von den Untertauen Garstens Zoll uud Maut in der herkommlicben Hohe wie vou andercn Leuten einzufordem, dafur

jodoch Garsten durcb Einkiiufte von 1 Pfund Wiciier Pfennige an eineni beiden Parteien passeudeu Orte zwiscben den

Fliissen Traiscn und Piclacb entschadigen soll. Act. in Ni"wenburg 14. kal. iun. a. d. 1318, regni a. 4. — Or. Linz

Diiizesanarch. mit beschad. Sicgel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. ObOst. UB. 5, 212. Rog.: Pritz Garsten 101. Biibmer

1314— 47 F. d. S. n. 115. Lichn.-Birk 3, 369 n. 455. — Uber dio Eutscbiidignng vgl. n. 708. 701

Wien. — Kg. Friedrich beurkundct, daC dor zwisdien dem Animan Heinricli von Hall, dem Kat uud der Gemeinde

7.U Ulm oinerseits und dem Komtbur Egon voii Staufen (Stoutlen) und dor Bruderschaft des Deutschordenshauscs zu Ulm

andererseits uber Erdreich und Wiisser der Blau (Blawo), soweit als der Hofraum (bofraitin) der Dcutscblierreu reicht,

abgescblossene Tauscb niit seiuer Zustimnmug urfolgt ist. d. geg. w. zo Wieune aii dem uaehstcii fritago vor s. Lirbanes


;

131S (11. 702-710). 89

tage 1318. — Or. Stuttgart SUtats-A. (Uliii) Siegol abgofalleu. Behmer-Fickor Acta 476. Ulm UB. 2, 21. Reg.: BOhmer

1314—47F.d.S. n. 1 14. — Vgl.dazu JiigerUlmsVerfassungs-, biirgerl. u.commercLebeu i.M.A. 34G u. u. 703. 702

1318 Mai 25. — Der Ainman lleiurich vou Hall, der Rat uud dio Oemeiude der Biirger zu U 1 m erkliiren den mit dem Deutscliordeushaus

zu Ulm geschlosseuen, von Kg. Friedrich bestiitigten Tausch, es sei an Krdrcich odor au Wasser, stets eiuhalten

zu wollen und in dom von den Deutschherrou zu erbaueuden Turm kein Fenster odor Loch gegou deren Hof auszubrechen

doch soUen oben im Turme zu beiden Soiton Tiiren nach der Festungsmauor gemacht werdeu. d. geg. wart an s. Urbanes

tage 1318. — Or. Ulm Stadt-A. rait beschad. Stadtsiegel. Ulm UB. 2, 24. — Vgl. u. 702. 703

— Jlini 3. — Bischof Gcrhard von Basel (Bello) beurkundet, daB dio Verpflichtuug zur Hilfeleistung, dio Graf Heinrich

von 1'firt (Ferretes) iu dem mit ihm geschlossenen Biindnis eingegangen ist, der gleichen Pllicht, die sich fiirden Grafon

aus dessou Bundnisvertrag mit Kg. Friedrich und desseu Brudern orgibt, nicht im Wege stelion soll und Heinrich erst

nach voUendeter Hilfeleistung fiir Friedricii und dessen Bruder zur Unterstiitzung des Bischofs verpflichtet ist. faites et

don^es 1318 ii notre vile de Delemont lon sambedi prochein aprfes ransancion notre seigneur. — Or. Innsbruck Ldes.

Reg. Arch. (Pestarchiv U n. 35.5). 704

— Junl 4. yVien. — Kg. Friedrich betiehlt Hainzl Schaffor von Falkenberg (Valchenberg) und dem Richter in Hadersdorf,

dio alten Pfennige zu verrufen und darauf zu achtfln, da(5 nur neue Pfennige im Handel Verwondung finden,

und bedroht Zuwiderhandelnde niit Strafe an Leib und Gut. D. p. i. g. ze Wieuu den nahsten suntags vor den phingston

i. d. 4. iar. — Arch. f. ost. G. 2, 364 ans einem heute vorschollenen Fragment einer Abschrift (iu zwei Teile zerschnitten)

auf der Innenseite der Hdschrift n. 2 i. Zwettl Stifts-Arch. Reg.: Bahmer 1314—47 Add. III u. 352. 706

— Juni 6. — Papst Johann XXII. bestatigt Prior und Konvent der Karthause Mauerbach auf ihre Bitte die Stiftung

ihres Klosters durch Kg. Friedrich uud dessen Briider Leopold, Albrecht, Heinrich und Otto uud insbosondere die Verleihung

des Patronatsrechtes aber die Kirche St. Leonhard am Forst unter Inserierung der Stiftungsurkunde v. 1316

April 18 (n. 427) und der Bestatigung des Passauer Domkapitels v. 1317 Dez. 17 (n. 647). Dat. Avenioue 8. id. iun.

pontilicatus a. 2. — Registr. Rom Reg. Vat. 68 n. 1962. Duellius Frid. pulch. 77. Czorwenka Annales et acta, 340.

Pez Scriptores 2, 341 (rait Juni 10) Reg. : MoIIat-Lesquen Jeau XXII. Lettr. comm. 2, n. 7424. 706

— Juni 10. Zenoburg. — Hzg. Hoinrich verleiht dem ohrsamen Autho (Outen) von Schlandersberg und dessou Gattin

Ottilia und deren Erben die Lehen, welehe sie an der Etsch oder anderwarts von den Markgrafen von Burgau hatteu. —

Cop. saoc. 17 = Abschr. saec. 18 SchloUarch. Kasten in Galsaun. Reg. : Mitt. d. 3. (Archiv) Sekt. d. kk. Centralkomm. 3

(Archivberichte aus Tirol), 8 n. 26 mit dem Beisatz: ob echt oder nur der Namo des Ausstellers entstellt Es handelt

sich sicher um Heinrich v. Osterr., der gerade damals in Sudtirol weilte, vgl. n. 693 a und sehr wohl Burgausche Lehen

verleihen konnte. 707

— Juni 11. — Abt Otto von Garsten bezeugt, dal3 Kg. Friedrich in dem Streito zwischen den Klostern Lilienfeld uud

Garsten wegen der Entrichtung der ZoII- und Mautgebiihren zu Wilhelrasburg durch die Garstener Holden dahin entschieden

habe, daC dieselben die Gebuhren zu bezahlen haben, jedoch unbeschadet der Garstener Privilegien und gegon eine

Entschadigung seitens des Klosters Lilienfeld an Garsten, welches dafiir von Lilienfeld ein Pfund Einkiinfte in Mechters

a. d. Traisen erhielt. Zeugen: Brnder Ulrich Prior, Bruder Konrad Ubelman, Ilerting, Pfarrer von Steyr, Dietmar, Ilofmeister

in Krems, Weikhard von Toppel und dessen Sohne Ulrich und Woikhard, Petor Ponhalm, Wolfram der Aratraann.

Acta sunt hec a. d. 1318 in festo penthecostes. — Or. Lilienfeld Stifts-A. Reg.: Hanthalor Rec. 1, 169. Reg.: Bohraer

1314—47 F. d. S. n. 116. Lichn.-Birk 3, 370 n. 456 (beide unrichtig). — Vgl. uber die Wilhelmsburger Maut auch

die Urk. n. 355 u. n. 701. 708

— — Klosterneuburg. — Kg. Friedrich entscheidet auf die Klage des Friodrich von Stubenberg, der ira Naraen der

Margaretha, Witwe des Ludwig von Porzia (Porcilis), und deren Tochter Gertrud vor dera Konig erschienen ist, den

Streit zwischen diesen und den Briidern Ludwigs, Hartwig (Articus) und Friedrich von Porzia, um die Pfandherrschaft

Pordenone (Portenawe) in folgender Weise : Da die genannten Briider den einzelnen Ladungen nach Graz und Villach

entweder nicht Folge geleistet oder ungeniigend bovollmachtigte Vertreter entsandt haben, ein Ausgleich zwischen ihnen

und der Gegenpartei nicht erzielt werden konnte und die infolgedessen auf die Bitte Friedrichs von Stnbenberg angeordnete,

durch Kg. Heinrich von Bohmen, Bischof Konrad von Freising, Graf Heinrich von Gorz und die Grafen von Ortenburg

und Heunburg sowie andere durchgefiihrte ordnungsgemaCe Untersuchung (inquisitio ut moris est) ergeben hat, daB

die Pfandherrschaft den Frauen zuriickzustellen sei und die beiden Bruder auch der Vorladung nach Wien, wiewohl dereu

Termin auf ihre Bitte ura 14 Tage iiber dou 24. April (festum b. Georgii) erstreckt wurde, mit der Entschuldigung, sie

miiBten sich zu Cangrande nach Verona begebou, ferne geblieben sind, wird Pordenoue mit Stadt und SchIol3 Margaretha

und deren Tochter zugesprochen. Dat. Newenburge 3. id. iun. a. d. 1318, regui a. 4. — Vidinius v. 1332 Marz 22 Wien

ndost. Landes-A. (Ebersdorfer Sammlg. n. 188). Reg.: Wurmbrand CoIIect. 1. Lichn.-Birk 3, 370 n. 457. Bohmer

1314—47 F d. S. n. 117. Arch. f. iist. G. 36, 111. — Uber die Verpfandung von Pordenone vgl. 1314 Juli 15 der

Abt. II.

709

— Juni 12. Klosterneuburg. — Kg. Friedrich schreibt an die Stadte Krems und Steift, daB Ottokar vonLambach,

Pfleger des Klosters Lambach, vor ihm seinen Hof zu Krems dem Abt und Konvent von L a m b a c h aufgelassen hat und

verbietet ihnen, den Abt, der alle bisher entrichteten Abgaben auch weiter leisten will, mit neuen Diensteu zu plagon.

D. b. i. g. ze Newmburcli des mentages in der phingstwochen unsers riches in d. 4. jar. — Or. Lambach Stifts-A. rait

ruckwarts zum Verschlul5 aufgedr. Siegel, dessen Typar nicht mehr feststellbar. Obfist. UB. 5, 217 zu Juni 5. Reg.:

Bohmer 1314—47 Add. II. F. d. S. n. 279. 710

Kegssta nabskurgica lU. 1 2


90 1318 (n. 711-715).

1318 Jnni 16. Klosterncuburg. — Kg. Fiiedrich bestatigt dcu Verliauf des zur Burg Schonstein gehorigen Eigengutes

des Grafen Hermann yon Heunburg an Bischof Dietrich von Lavant, principi et secretario nostro. Dat. in Nwerenberga

16. kal. iul. a. d. 1318, regni a. 4. — Abschr. i. Codex episcopi Henrici v. 1384 fol. 53' fiirstbischofl. Arch. Marburg.

Auszg.: Tangl Bisch. v. Lavant 100. Eeg.: Lichn.-Birk 3, 370 n. 458. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 118. Arch. f.

ost. G. 25, 283. — Der Ausstellnngsort Niirnberg ist, wie dasltinerar zeigt, offenkundig unmoglich, es diirfte ein Schreibfehler

fiir Newenburg (= Klosterneuburg) vorliegen, wo Friedr. am 12. Juni weilte. Das Vcrkaufsobjekt war das zu

Schiinstein gehorige Dorf Schmersdorf, das Graf Herm. v. Heunburg mit der Urk. v. 1318 Apr. 30 Bleiburg (vgl. Arch.

f. 6. G. 25, 283) gegen ein dreijiihriges Rackkaufsrecht an Lavaut vorkauft hatte. 711

•— Juni 29. Klosterneuburg. — Kg. Friedrich schreibt allen Herren, Amtleuten, Richtern und Mautnern, daC or den

zu Wasser und zu Lande nach ihrem Belieben iiberallhin

Biirgern vou Hainburg gestattet hat, den Wein, den sie selbst bauen (pauwein), alljahrlich frei in und auBer Landes

mit Ausnahme der Stadt Wien verfrachten zu diirfen, welche Befugnis

auch den Kaufern ihres Weines eingeraumt wird, und verbietet ihnen, die Hainburger in ihren Rechten zu beirren.

D. g. i. ze Newnburg an der zwelifpoten tag s. Peter und s. Pauls 1318, u. reichs i. d. 4. iare. — Inser. in Urk. Hzg.

Rudolfs IV. V. 1359 Sept. 15 f. Bruck a. d. Leitha Abschr. derselben saec. 15. Wien Stadt-A. Eep. 126 Nr. 1 Eisenbuch

fol. 130. Jahrbch. f. Ldeskde. v. Ndost. 1902, 316. Maurer, Gesch. v.Hainburg 300. Extr.: Bl. Ver. f.Ldeskde. v. Ndost.

20 (1886), 428. Eeg.: Hormayrs Histor. Taschbch. 1841, 74. Bolimer 1314—47 F. d. S. n. 119. Lichn.-Birk 3, 370

n. 459. Quell G. d. St. Wien 1/2, 275 u. 1/3, 159. — Vgl. dazu auch die Urk. fiir Bruck a. d. Leitha n. 693 und das

dort Bemerkte. 712

— Juli 12. Esslingen. — Hzg. Leopold triift mit der Stadt Esslingen folgendes tJbereinkommen : Kg. Friedrich soll,

falls er an den Ehein oder nach Schwaben kommt, der Stadt alle von Leop. erteilten Urkunden bestatigen und den Ztinften

ihre zur Zoit Kg. Rudolfs innegehabten Privilcgien erneuern. Wird die Burg Kiirsch (Kers) eingelost, so!l der (isterreich.

Teil nur Esslinger Burgern oder anderen von der Stadt bezeichneten Personen verliehen werden, Lehen der Bvirger, die

der Kiinig an andere verliehen, soU er den fruheren Inhabern zuriickgeben, er soU ferner die Stadt in seinon Scbutz nehmen

und ungewohnte Ziille abstellen ; er verspricht ihr beim Abtragen ihrer Schulden und hei Einziehung von Schuldforderungen.

Giilten und sonstigen Ausstanden beizustehen und jenen, denen Einkiinfte (urbor) abgenommen wurden, wieder dazu zu

verhelfen, hingegen sollen sich die mit Esslingen verbiindeten Herren und Stiidte mit Leopold und Friedrich bis zum

15. August (unserre frowen mes der erreu) verbiinden, andernfalls die Stadt von ihuen abstehen soll. (D. i. g. ze Esselingen)

mittewocben vor s. Margareten tag 1318.

—•

Or. Stuttgart Staats-A. (Esslingen B 12) mitSiegelLs. (Savaiig. 20) an

Pg. Str. Eeg.: Pfaff, Gesch. d. St. Esslingen 315 Anm. Lichu.-Blrk 7, 228 n. 460''. Bohmer 1246— 1313 Add. II, 38.

Stalin 3, 151 Anm. 2. UB. d. St. Esslingen 1, 228. — Diese Begunstigungen bildeten den Preis fur den Eucktritt Esslingens

zu Kg. Friedrich, vgl. auch n. 274. t 713

— Jnli 13. Esslingen. — Hzg. Leopold gibt dem Zisterzienserkloster Bebenhausen zum Seelenheil seiner Vorfahren

alle Giiter, dio dasselbe im Dorfe Plieningen und in dessen Bann gekauft hat oder geschenkt erhalten hat und die Lelien

von der Herrschaft Burgau waren, zu freiem Eigen, doch darf das Kloster von nun an keine Burgauer Lelion mehr ohne

Zustimmung des Herzogs kaufen. D. i. geg. ze Esslingeu an Margreten tag 1318. — Or. Stuttgart Staats-A. (Kl. Bebenhausen)

mit Siegel Ls. (Sava fig. 20) aus rotem Wachs an Pg. Str. Zeitschr. f. G. d. Ob. Rheins 18, 461. Reg.: Lichn.-

Birk 7, 228 n. 460 c. Notizenblatt d. Wr. Ak. 1 (l85l), 15. 714

— Jllli 18. — Hzg. Leopold nimmt den Abt und den Konvent des Klosters Fischingen(Vischenen), die seine Burger zu

Kiburg sind, in seinen Schutz und verspricht sie gegen alle Anfechtungen zu schirnien. d. i. g. an dem cinstag nach s. Margreten

tag 1318. — Or. Frauenfeld, Kantons-A. (Fischingen) mit boschad. Siegel Ls. (Sava fig. 20) an Pg. Str. Escher-

Schweizer Zurich. UB. 9, 399. Reg.: Archiv f. Gesch. 10, 444. Lichn.-Birk 3, 370 n. 461. 716

— Juli 19. — Die Landleute der Waldstiitte zu Uri, Schwyz und Unterwalden sclilieCen mit diMi Pflogern nnd Amtleuten

dor Herzoge von Osterreicb, den Herren und Ritteru Heinrich von Griessenberg. Rudolf von Arl)urg und Hartmann

von Euoda, wegen ihrer Fehde (urlig) mit den Ilerzogen Waf fenstiUstand bis Ende Mai 1319 uutcr folgenden Bedingungen

: Die Herzoge sollen ihre Hiife in den Waldstiitten mit Steueru, Zinsen und Gerichten nutzuiefien wio zu den

Zeiton K. Heinrichs VII., weder die Herzoge nocli jemand anderer soU wahrend des Waffenstillstauds au der Verleihung

von Kirchon, Gottesgaben oder Lehen, die sie vor dem Kampfe verleihen sollten oder verlieheu haben, gehiudert werden,

jedermann, Pfaffen und Laion, solleu Gut und Geld, das sie in den WaldstAtten besitzen, ungestOrt nutznieCen, wie auch

andercrseits die Landleute ihre im Gabieto der Herrschaft gelcgenen Giitor; wer daran gehindert wird, soU soin Recht vor

Oericht suchen. Geldschuldon, die seit Bogiun dorFehde aufgelaufen sind, soU man gegenseitig begleichen, mit Ausnahme

jener, die aus Raub, Gefangenschaft und Brand eutsprungen sind, wegen alter Schulden aus der Zeit vor dor Fchde soH

hingegen keiner den anderen bedriingen. Wiihrend des Waffonstillstands sollen sicli die Landleute weder cinzoln noch

gemeinsam mit jemandem zum Schadon der Horzoge oder deren Diencr vorbiinden, jedermann soU dio alten und rechten

Strafien fahren und die herkiimmlichen Zullo uutrichton. Keine dor beiden Parteien darf den Waffeustillstaud vorzeitig

kiindigen. Die Herzoge uhd ihre Untertanen sind verpfiichtet, die Landleute wedcr mit geistlichen noch rait wcltlichen

Gerichten zu bedrangon und ibnen in keinorWcise zu schaden. Raub an Leuten oder Gut sollon dio herzoglichen Amtleute

ahnden. Der Friedensbruch eines einzelnen soll niemaudem schaden auCer dem Tiiter. Jedermann soU in die Waldstiittu

aus- und einfahron kiinneu mit uud ohne Kauf, ausgenommen ein Totschliiger. Die Landleutc sollen Friedcn iiaben an

folgcndcn Orten frei zu gchen nnd zu kommen : gegcn Luzern, soweit das Gcriclit der Biirgcr roicht, pcgcn Zug in die

Stadt und gegen Aegeri (Egrc) bis >auf Schneiten* (an Sneiten) und von Acgeri die StraCo durcb deu Waid gogcu Zug,


1318 (n. 71(>-723). 91

ebouso auch gogeii Glarus, Wesen uud Interlaken (Inderlappen). 1>. w. geg. u. boscbach an der mitwuchen vor s. Jacobes

tage 1318. — Or. Luzern Staats-A. mit d. Siegeln der WalJstiitte. Tschudi l, 285. Abschiede 1, 244. Oechsli Anfauge

389. Keg.: Lichn.-Birk 3, 3V0 n. 462. Liobenau Agnes 438. Abschiede 1, 9. Occhsli 230*. — Vgl. zur Sacho Dierauer

Ciesch. d. Schwei/. Eidgenossenschaft 1, 131 u. Kopp Keichsgesch. 4/2, 228 f. 716

1318 Juli 30. — Uio Landleute dos oberen Anits zu G larus und des niederen Amts zu Wesen geloben den Frieden vom

19. Juli 1318 (n. 71G) in allen Bedingungen gegonflber den Waldstiitten treu zu halten nnd zu beobachten. Dis gescbah

und wart ouch dor bricf geben au dem sunnentiig nach Jacobi 1318. — Or. Obwalden Staats-A. mit d. Siegeln der beiden

Arater. Tschudi 1, 286. Abschiede 1, 240. Blumer Urksaramlg. v. Glarus 1, 145. Jahrbch. hist. Ver. Glarus 2, 145.

Auszg. : Geschichtsfreund 5 Orte 20, 215. Keg.: Licbn.-Birk 3, 370 n. 463. Abschiede 1, 10. Oechsli 230*. 717

— Anpriist 2. — Heinrich von Griessenborg, rfieger und Laudrichter der Herzogo von Osterreich im Aargau, beurkundet,

Johann den Kisen von Kloten auf die Klage Kudolfs des jungen Miillners von Ziiricli wegen Todschlags auf

offeneui Landtago zu Kifferswil im Sept. 1317 (und geschah das an einem froutag nah sant Veronuntag, do indicio was 8)

in dio Acht orklart zu liaben. D. w. geg. ze Arburg an der mitwochen nah s. Peters tag ze ingendem ougston 1318. —

Or. Zurich. Staats-A. Kopp, Keichsgesch. 4/2, 470. Wiiber, Miller v. Aichbolz 2 A, 239 (in hochdtscher. tibersetzg.).

Escher-Schweizer Zurich. UB. 9, 4 02. IJber das Datum dos Landtags vgl. Ziirich. UB. a. a. 0. Anm. 4. 718

— AngUSt 8. — Priorin und Konvent zu Tiiss bestiitigen, von Kgin. Agnes von Uugarii 200 Mark Silber empfangeu zu

haben, die sie in HutVn angelegt haben und verpflichten sich dafur zur Zahlung einos Leibgedings an Scliwester Elisabeth,

Tochter des Kgs. Andreas III. von Ungarn, und zur Abhaltung von Jahrtagfeiern fiir Andreas, Agues und Elisabcth. D. b.

w. geg. 1318 an demziustage vor s. Laurentien abonde. — Abschr. saec. 14./15. Ziirich. Staats.-A. (Tiiss n. 188). Liebenau

100 Urk. (— Argovia 5, 38). Escher-Schweizer Zvirich. UB. 9, 403. Reg.: Hormayrs Archiv f. G. 10 (1819), 443.

Liebenau Agnes 438. Uber die Widmung Agnes' scheint keine Urk. erhalten zu sein. 719

— Aug:ust 10. — Ulrich dor Holczhaimer, Biirger zu Passau, bezeugt, dafi ihra die StadtPassau das Haus zu Wernstein

(Wernstain) und die halbe Mant zu Neubuig (Neunburch) sarat Zugehflr gegen genannte Bedingungon auf oin Jahr verpfandet

hat; sullte er durch Krieg an dem Uaus uud der Maut gescbadigt werden oder die Hiiuser Wernstein und Neuburg und die

Maut daselbst vou Kg. Friodrich oder den Herzogen von Osterr. eiugeliist werden, bevor or die ihm aus der Maut gobvihrenden

Summen bezogen hat, soll ein Schiedsgericht von 4 Miinnern iiber die Schadenshohe entscheiden und er bis zum Ersatz

des Schadens das Haus und dio Maut behalten. 1318 an s. Lorenczen tag. — Or. Stadt-A. Passau mit Siegel des Ausstellers.

Vgl. dazu Erhard Gesch. Passans 1, 118f., wo jedoch die Verpfandung der Burgen Neuburg und Wernstein

an Passau irrig mit der Urk. von 1314 Sept. 22 der Abt. II in Zusammonhang gebracht wird, dieselbe erfolgte tatsachlich

erst rait Urk.v. 5. April 13 IG (n. 416). AufFallend ist, daC hier vom Dorakapitel, das 1316 als Mitinhaber der Pfandschaft

crscbeint, nicht mehr die Kede ist. 720

— August 11. AVieu. — Kg. Friedrich bestiitigt dem Zisterzienserkloster Zwettl das Privileg Kg. Albrechts I. betrefis

der dem Kloster auDer boi todoswiirdigen Verbrechen zustehenJen freion Gericbtsbarkeit, dber deren Behinderung sich das

Kloster beklagte. Dat. Wienne 3.id.aug. a. d. 1318, rogni 4. — Or. Zwettl Stifts-A., mit Siegel Fr. (Sava fig. 9) an rotgelb-griiner

Seide. Font. rer. Aust. II/3, 655. Linck Annal. Austr. Claravall. 1, 644 (Auszug). Keg. : Biihmer 1314— 47

F. d. S. n. 121. Lichn.-Birk 3, 370 n. 466. 721

Kg. Friedrich bestiitigt rait Zustimmung seiner Bruder die von weil. Friedrich von Walsee dem Kloster Zwettl gemachte

Schenkung von 1 Pfund Wiener Pfennigeu im Dorfe Etzen (Oozen) und schenkt dem Kloster das ihm und seinen

Briidern, den Horzogen, «ratione ducatus* znstehende Eigentumsrecht an diesen Einkiinften. Dat. Wienne 3. id.aug. a. d.

1318, regni a. 4. — Or. Zwettl Stiftsarch. mit Siegel Fr. (Sava fig. 9) an rot-gelbor Soide. Ludewig Kol. ms. 4, 102.

Font. rer. Aust. II/3, 657, beide aus lib.fundat. saec. I4f. 186'. Auszg.:Linck Annal. Aust.Clarav. 1, 644. Reg. : Georgisch

2, 309. Buhmor 1314— 47F.d.S. n. 120. Lichn.-Birk 3,370 n.465. — Diese Scbenkung Friedrichs v.Walsee (t 1318

Juli 22) wurJe erst durch seiuen Sohn Eberhard durchgefuhrt, der dem Kloster die genaunten Einkiinfte samt Dorfgericht

und Vogtei in soiner Urk. v. 5. August 1318 (Font. rer. Aust. II/3, 630) iibergab, worin er sich jedoch bereits auf die

Auflassnng des Eigentumsrechtes an das Kloster durch Kg. Friedricb und seine Bruder und die dariiber ausgestellte Urk.

(»und mit seinera prief bestetigt hat«) beruft. Es durfte daher die mit der vorliegenden Urk. verbriefte Auflassuug des

Eigentumrechts seitens Fricdr. bereits vor odor gleichzeitig mit der Ubergabe JerGvilt dureh Eberhard von Walsee orfolgt

sein, die Urk. daruber aber, welche E. v. Walsee anfiihrt, wohl in der Meinung, sie werdo das Datum der Handlung trageu,

erst spiitor ausgefertigt und nach dem Tage der Ausfertigung datiert worden sein. 722

— August 21. Wien. — Kg. Friedrich bolehnt Albrecht den Meltz von Urberg (Vrberg) mit allem Gut, das dessen

Vater und dessen Vorfahren von ihm und seinen Vorgiingern zu Lehen hatten, D. i. g. ze Wienne desmantags vor s. Bartholomcs

tach 1318, u. riches i. d. 4. jar. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava fig. 9) an Pg. Str. Reg. : Lichn.-Birk

3, 371 n. 467 (irrig Albr. d. M. v. Viberg). BOhmer 1314—47 F. d. S. n. 122. 723

— August 22. — Grf. Werner von Horaberg vergleicht sich mit dom Amraann und den Landleuten von Schwyz und

vorspricht ihnen, dafi sie die StraDen durch das Wiiggital, durch Gross, uber don llacken und durch Einsiedeln frei fahren

diirfen, jene uberAltmatt abernur nach vorherigor Anmeldung bei soinen Amtleuten und unter deren Geleito. Ausgenommen

von diesem Vergleich sind die Herster von Schivoiiogg, die jedoch in don Frieden zwischen Hzg. Leopold und den Schwyzern

eingeschlossen sein sollen. Das Geleite soll nur so lange dauern wie dor Friede zwischen Leopold und den Schwyzern.

D. w. g. ara zinstag nach unser frowen tag ze raitten augsten 1318. — Or. Schwyz Staats-A. Tschudi 1, 287. Herrgolt

Geueal. 3, 611. Geschfreund. 22, 275. Rog. : Mitt. J. antiqu. Gos. Ziirich 13, Keg. W. v. Hombg. n. 4S. Mohr Rog.

12*


92 1318 (11. 721-729).

d. schweiz. Arcli. 1, Einsiedeln n. 202. Abschiede 1, 10. Oecbsli 231*. — Vgl. dazu Gescbichtsfrd. 43, 256. Den Waffenstillstand

Leopolds mit deu Waldstatten s. n. 716. Grf. W. v. Homberg, der am 19. Sept. 1316 vor Esslingen in Ludwigs

Gefangenschaft geraten war (vgl. n. 515), muC dieser Urk. nach indessen wieder frei geworden sein. 724

1318 August 23. — Erzbisch. Peter vonMainz schlieCt mit den Erzbisch. Balduin vonTrier und Heinrich von K5ln ein

Bundnis, demznfolge jeder von ihnen dem von ihm erwahlten Konig beistehen darf, jedoch nicht gegen einen der anderen Erzbischofe.

Gewinnt einer der beiden Konige die Oberhand, soll der, der ihn gewahlt hat, dafur sorgen, daD der Wahler des

anderen im Besitze seines Stiftes bleibt. Das gescach zo Kovelenze 1318 an s. Bartholomeus oveynt des apostolen. —

Or. Dfisseldorf Staats-A. (Kurkoln 52l). Schwalm MG. Const. 5,406. Keg.u. a. : Bohmer 1314—47 Eeichs. n. 53. Vogt

Eeg. d. EB. V. Mainz 1, n. 2041. Kisky Eeg. d. EB. v. Kiiln 4, n. 1069. — Or. der Ausfertiguug Balduins ebenda, MG.

Const. 5, 406. Abschrift der Ausfertigung EB. Heinrichs Stadt-A. Trier Balduineum Kesselstadt f. 579'. — tJber die

Bedeutnng dieses Vertrags vgl. Heidemann Peter von Aspelt 289 f. Vgl. auch n. 611. 725

TOr Solothurn. — Hzg. Leopold schuldet Kunzlin dem Miinch von Basel fur seinen Dienst und den erlittenen

Schaden 66 Mark Silber Baseler Gewichts nnd versetzt ihm dafur 4 Mark Geld in dem niederen Amt zu Wolhusen. Dat.

ze Solotern an s. Bartholomeii abent a. d. 1318. — Eintrag Luzern Staats-A. Pfandregister v. ca. 1380 foL 2*'. Kopp

GeschbL 2, 149. Maag, Habsbg. Urbar 2/1, 601. Eeg.: Bohmer, Eeg. imp. 1246—1313 Add. H, 515. — Die Monch

(Miinch) sind ein Baseler Eittergeschlecht. Vgl. dazu auch Wackernagel Gesch. d. St. Basel 1, 231. Die Urk., welche

nicht mehr erhalten ist, wnrde vor Solothurn ansgestellt, das Hzg. Leopold wahrend der Monate August bis Oktober belagerte,

vgl. viber die Belagerung Solothurns Mathias Nuewenburgens. i. Bohmer Fontes 4, 189, Justingers Berner

Chronik ed. Studer 51 f. u. Kopp Keichsgesch. 4/2, 232 sowie die Bemerkungen bei n. 726 a. Schrohes Behauptung a. a. 0.

139, daC auch Friedrich an der Belagerung teilnahm, ist, wie aus den Urk. erhellt, unrichtig. 726

— Augnst 23 bis Ende Oktober. — Hzg. Leopold belagert Solothum. — Mathias Nuewenburg. i. Bohmer Fontes 4,

1 8 9. Die Zeit der Belagerung Solothurns, die bei Mathias vou Neuenburg falschlich vor die Schlacht am Morgarten gesetztwird,

ergibt sich aus den vor Solothurn ausgestellten Urkunden Leopolds. Uber den Verlauf derBelagerung istJustinger

die einzige Quelle, seiner Erzahlung zufolge hatte ein Hochwasser der Are die von Leopold geschlagene Brucke zerstdrt und

eineu groCen Teil seiuer Maunschaft mit fortgerissen. Die Solothurner hiitten jedoch diese aus dem Wasser gerettet und

dem Herzog zuruckgesandt, worauf er die Belagerung aufgegebeu und sich mit der Stadt verglichen habe. An diescm Berichte

scheint znmindest soviel richtig, daC die Eroberung der Stadt nicht geluugeu ist. Auch Math. von Neuenburg, der

davon spricht, daC Leopold Solothurn zur Anerkennung seiues Bruders geuotigt hiltte, weiC nichts von einer Eroberung

der Stadt. Wiewohl sich ein Ausgleich Leopolds mit Solothnrn urkundlich fur diese Zeit nicht uachweisen laCt, die Stadt

vielmehr erst 1322 Friedrich anerkannte, ist eiu stillschweigendes Ubereinkommen durchaus moglich. Vgl. dazu auch

Kopp Reichsgesch. 4/2, 235. 726

— September 3. — Heinrich von Werde (Werde) und seinc Gattiu Katharina geben Kg. Friedrich und dessen Brudern

die Eigenschaft an einem halben Pfund Wiener Pfennige, das zu Niederleis (Leizze) auf Holz, Weingarten und Uberlend-

Ackem liegt und das Heinrich der Maer von Kiederleis vou ihnen zu Lehen hat und kiinftig auch vou Friedrich zu Lehen

tragen soll, auf. Zeugen : Dietrich von Pillichsdorf, Hanptmann und Marschall iu Osterreich, die Bruder Eberhard, Heinrich

und Ulrich von Walsee, Weikhard von Toppel, Heidenreich Burggraf von Gars (Gors). D. p. i. g. ze Wicnne 1318 des

naehsten suntages nah s. Gilgen tage. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel des Au&stellers an Pg. Str. Reg. : Lichn.-Birk 3,

371 n. 468. 727

— September 6. — P. Johann XXII. verleiht Albrecht, dem Sohn des verstorbenen Hzgs. A I b r e c h t von S a c h s e n, auf

dessen Bitte unter Dispeus vou allen kanonischen Maugeln und Hiudernisseu dio Pfarrkirche zu St. Stephan in Wien iu

der Passauer Diozese, die er dnrch Priisentation des Herzogs von Osterreich, der ebeuso wie seiue Vorfahreu im Besifze

des Patronatsrechts dieser Kirche ist, erlangt uud durch 1 Jahre, ohno vom Passauer Bischof eingesetzt worden zu sein,

besessen hatte, sowie die ebenfalls in Albrechts Besitz befindliche l'ropstfi derKirche in Nordhausen. Dat. Aviuione 8. id.

sept. pont. n. a. 3. — Regstr. Kora Eeg. Vat. 69 fol. 44 u. 131. Posse Analecta Vatic. 169. 728

— September 14. Wien. — Kg. Friedricli vennehrt mit Zustimmuug seiner Brvider Leopold, Albrocht, Heinrich und

Otto den Grafen Burkhard und Berthold von Hardegg, Burggrafeu zu Maidburg, die Pfandsumme fur das HausWeidersfeld

(Weiderveld), das Kg. Albrecht dora verstorbenen Grafen Berthold von Hardegg uud dessen gleichfalls verstorbenen

Gattin Grafin Willibirg Kg. Friedrichs Mulime, um 1000 Pfund versetzt hat und das von der genanntcn Griifin mit Zustimmung

Friedrichs uu,d seiner Briider an Burkhard und Berthold gelangt ist, um 1200 Pfund Wiener Pfenuige und bestimmt,

daC die Genannten Weidersfeld mit allem Zugchcir und Nutzuugon pfandweise bis zur Einlosung um die Surame

von 2200 Pfund innehaben sollen. D. g. i. ze Wicnn an defi heyligen crenzstag 1318, i. d. 4. j. u. roichs. — Abschr.

sacc. 18 Linz Ldes.-A., Schlusselberg. Arch. Hs. 37 (Oedtsches Handbuch) S. 262. Reg.: Pritz Gesch. d. Ldes. o. d.Enns

2, 694. Bohraer 1314—47 Add. HJ, F. d. Sch. n. 353. 72»

— September 22 bei Solothurn. — Hzg. Lcopold verpfandet Johann Herrn von Weissenburg (Wissemburg) uud

dessenBruderssfihnen Eudiilf und Joliann seiue Fcsten Interlakon (Hinderlappen), Unspunnen (Uspcnon), Oberhofcn (Obernhoven),

Balm (Balmen) und Uiitersecn (Undersi-wen) mit Gcricht, Zwing und Bann und allem Zugehor fur 2100 Mark

Silber Freiburger Gewichts zu vollem NutzgenuC bis zur Einlosung um die gleicho Snmmo, ohne daC ihneu die iu der

Zwischenzeit genossenen Nutzungen in Abzug gcbracht werden sollen. Leopold und seineBriider sollen das ]'fand nur mit

eigenem Gut ffir sich selbst einKiseu und niemandcm auderen dio EinlOsung odor den Kauf derselben gestatton. Leopold

verspricht, von Kg. Friedrieh und seinen ubrigon Brudern, soforn sie cin Siegel fiihren, eigene Urkunden uber die \'erpfan-


1318 (II. 730-735). 93

dungzaerwirken. Hingogen gelobt Johann v. W. lursich uud seine Brudorssiihno mit soinem Eide, den Waldstatten wiihrend

der Dauer des Krieges die Zufuhr vou Lebonsmittoln zu sperren, auCer wenn die von Luzern mit Leopolds Willen mit den

WaUlstatten Frieden haben uud ihnen Proviant vorkaufen, und auch seine Amtloute zu Interlaken und den iibrigen Burgen

zur Beobactitung dieser Sperre eidlich zu verpHichten und im Ibertretuugsfalle auf Aufforderung Leopolds an Leib und

Gut zu strafen.

Joliann und seine Hruderssfihne sind ferner verptiichtet, Leopold sowie seinen Briidern und Erben und seineu

Beauftragteu mit der ganzeu Jlacht der Pfandschaft und mit 300 Mauii aus ihren eigeuou Besitzuugen gegen die Waldstatte

beizustehen, solauge der Krieg rait dieson wahrt. Loop. siogolt vorlilulig bis zur Anhiinguiig seiaes groCen Siogels

mit seinem kleinen. D. w. geg. bi Solotren uf dem veldo au s. Mauricieu tag 1 :5 1 8. — Or. Beru Staats- A. (Interlaken)

mit Siegel Leop. Soloth. Wochenbl. 1818,210. Schweiz. Geschf. 11. 267. Font. rer. Beru. 5, 90. Auszg.: Arch. schweiz.

G. 17, 135. Eeg.: Hormayrs Arch. f. G. 10 (1819), 443. Biihmer 1246—1313 Add. II, 515. Lichn.-Birk 3, 371 n.470.

Oechsli 231*. — Zur Sache vgl. Kopp Keichsgesch. 4/2, 233. Jahrbch. f. schweiz. Gesch. 21, 231 u. die Urk. v. 1342

Febr. 14 i^Fout. rer. Beru. 6, 645), wo von vier Urk. flber diese Sache die Rede ist, miiglicherweise sind die in der Urk. in

Aussicht genonimeuen besondereren Beurkundungen durch Friedrich und die auderen Herzogo gemeint. 730

1318 Septeniber *24. — Joliann von Thurm (Turne), Herr zu Gestelen (Gestelon) in Wallis, verpflichtet sich eidlich, Hzg.

Leopold und dessen Bruderu im Kriege gegen die Waldstiitte mit 3000 Mann, wessen die auch soien und woer sie gewinue,

so oft cr vom Herzog oder dessen Boten aufgefordert wurde, zu Hilfe zu ziehen, doch soU Leopold fiir dio Kosten des Unterhalts

derselben aufkommen, wie Grf. Eberhard von Nellenburg, Eudolf von Arburg, Ulrich von Biittikon, Leopolds Hofmeister,

oder Johann selbst unter seinem Eid es fiir notwendig erachten. Johanns Verpfliditung gilt auch, wenn der Herzog

wiihrend der Dauer des Krieges die Waldstiitte von anderen Orten als von Johanns Land augreifen will. Johann verpflichtet

sich femer uuter demselben Eide, bis zum niichsten St. Martinstag (l 1. Nov.) und dann auf 4 Jahro dem Herzog

mit 1 Helmen und mit seiner ganzen Macht, die er diesseits des Gebirges hat, gegen die Berner zu dieuen, wenn er dazu

aufgefordert wird, doch bebiilt er sich vor, dem Herrn von Weissenburg (Wissenburg) uud den Kindern seiner Schwester

ihr Gut schirmen zu helfen. D. i. geg. bi Solotren uf dem velde an dem nehsten suntag vor s. Michels tag 1318. — Or.

Kantons-A. Uri in Altdorf. Tschudi Chronik 1, 288. Soloth. WochenbL 1818, 211. Kopp Urk. 1, 133. Schweiz. Geschf.

11, 267. Font. ror. Bern. 5, 92. Reg. : Lichn.-Birk 3, 371 n. 471 u. 6, 2 n. 471. Argovia 29, 33. Locher Regg. d.

Gfen. V. Veringen (= Mitt. d. Ver. f. Gesch. i. Hohenzoll. 4, 29) 123. Eidgen. Abschiede 1, 10. Oechsli 232*. — Vgl.

Kopp Eeichsgesch. 4/2, 232. 731

— September 30 bei Solothurn. — Hzg. Leopold bekennt, dem Eitter Borthold von R i n a c h fiir ein von ihm erkaultes

RoC, das er dem StraGburger Chorherrn Hermann von Geroldseck gegeben hat, 40MarkSilber Ziiricher Gewicbts schuldig

zu sein, und verpfiindet ihm bis zur Bezahlung derselben 1 2 Pfund gangbarer Pfenuige (der pfennigen die da genge uud

gebo sint) auf der St. Michaelssteuer zu Miinster. D. w. geg. by Solotren uff dem velde an dem nechsten samstag nach

s. Michels tag 1318. — Gleichzeit. Kopie auf Papier Staats-A. Luzern. Reg. : Arch. f. Schweiz. G. 17, BeiL 233. —

Auch eingetragen im Pfandregistcr v. ca. 1380 Luzern Staats-A. fol. lOb mit 2V2 Mark als Pfandsumme, daraus Kopp

Geschbl. 2, 164. Maag 2/1, 645. Eeg.: BOhmer 1246— 1313 Add. II, 515. — Vgl. Segesser Rechtsgesch. 1, 739. Es

handelt sich um die Stener der Gotteshausleute von Boromiinster vgl. Maag 1, 227. 732

— September. — Die Burger der Stadt Frciburg zieheu ihrem Herrn, dem Hzg. Leopold, zur Belagerung von Solothurn

zu Hulfe uud richten dabei in den Dorfern und Gebieten des Grafen Rudolf von Nidau und der Grafin von Strafiberg

sowie oberhalb Solothurns beidersoits der Are groCen Schadeu an. — Ergibt sich aus deu Urk. v. 1323 Apr. 9 u.

1323 Mai 4. Orr. Freiburg i. U. Staats-A. Font. rer. Bern. 5, 93. 733

— Oktober 1 bis November 24. — Die Stadt Treviso hatte Eambaldo [di Collalto], Guecello Tempesta, Altonerio

degli Azzoni und andere Gesandte an Kg. Friedrich »se dicentem regem Eomanorum* geschickt mit der Bitte um Hilfe

gegen Cangrande della Scala, dor fast die ganze trevisanische Mark innehabe. Kg. Friodrich sendet daranf seinen Kaplan

Matthias als Gesandten nach Treviso, der mitteilt, daC sein Herr, wenn ihn die Stadt zum Schutzherrn nehmen wolle, sie

vom Feinde bofreien und ihre Freiheiten bestatigen werde, doch daC der wie bisher von der Stadt zu erwahlende Podestii

den Titel seines Vicars tragen und von ihm bestiitigt werden solle ; die Trevisauer nehmen dies nach einigem Zogern an.

Hierauf geht Matthias unter Geleite zu Cangrande, den er im Namen des KOnigs zum Abzuge aus dem Gebiete von Treviso

auffordert; Cane verweigert dies; darauf ordnen die Trevisaner Franceschino di Salomone, Giovanni della Vazzola, Niccolo

de'Rossi und Bonapasio di Eccello als feierliche Gesandte an deuKfinig ab, die in Begleitung Matthias' am 24. November

(in vigiliis Catherinae) Treviso verlassen und am 3. Dezember in Graz ankommen. Cangrande setzt die Feindseligkeiten bis

2. Dezember fort und zieht sich dann nach Vicenza zuruck. — Chronichetta di Liberale da Levada ,do proditione Tarvisii' in

Memorie del beato Enrico (Venezia 1760) 174— 176, 178. Anonymo Foscariniano in Troviso = Chron. Torrianum in

Wien NationalbibL cod. 6331, f. '2.i9^-243': Histor. Cortusiorum bei Muratori SS. 12, 815. — Vgl. Bianchi Documenti 1,

39, Coronini Tentamen Goritie 351 u. Spangeuberg Cangrande 1, 163 f. 734

— Oktober 7. Wien. — Kg. Friedrich verloiht Dietrich von Pillichsdorf, Marschall in Ostorreich, und dessen Briidern

Ulrich und Otto sowie deren Erben den halben Weinzehent auf zweiundsiebzig Joch zu Klaitzing (Chlaitzing) an der Hohen-

Or. Wien Staats-A. mit Siegel Frs. (Sava

warte und an der Sandleiton, den Dietrich von Guetmann dem Jnden zu Wien gekauft hat, zu rechtom Lehen. D. b. i. geg.

zeWienn 1318 des naesten samztages vor Chulmans tag, u. reiches i. d. 4. j.


fig. 9) an Pg. Str. Beg.: Lichn.-Birk 3, 371 n. 472. Bohmer 1314— 47 F. d. Sch. 11. 123. Wiener Eeg. z. Gesch. d.

Juden 1, 48. Qu. z. Gesch. d. St. Wien 1/3, 160. 735


94 1318 (n. 736-713).

1318 Oktober 8. Solothurn. — Hzg.Leopold scliuldet Werner dem Helstab fureinKoB 12 MarkSilber und vei-pfandet

ilim dafiir 1 Mark Geld auf der Herbststeuer zu Riieggeringen (Ruker-). G. ze Solotern an suunentag vor s. Dvonisigentag

a. d. 1318. — Eintrag Pfandregister von ca. 1380 Luzern Staats-A. fol. S^. Kopp Geschbl. 2, 161. Maag 2/1, 636.

Reg.: Bohmer 1246—1313 Add. H, 515. 736

— Oktober 9. Solothnril. — Hzg. Leopold schuldet dem Eudolf von Arburg fur seinen Dienst sechzig Mark und verpfandet

ihm und seinen Erben dafiir drei Mark Gelds auf den Steuern zu Mauensee (Mawensee) und zu Knutwil (Kuntwil).

Dat. Solotern an s. Dyonisyen tag a. d. 1318. — Eintrag Luzern Staatsarch. Pfandregister von ca. 1380 fol. 14'. Kopp,

Geschichtsbl. 2, 174. Maag Habsbg. Urbar 2/l, 673.

33. — Die Urk. Leopolds ist nicht mehr nachweisbar.

Reg.: Bohmer Reg. imp. 1246— 1313 Add. II, 515. Argovia 29,

Uber die Freien von Arburg vgL Maag a. a. 0. Anm. 1 u. Merz

Die Herren v. Arburg in Argovia 1906/07. 737

— Oktober 11. Wien. — Kg. Friedrich befiehlt seinen Richtern, Mautnern und Amtleuten an der Donau, dem Kloster

Niedernburg zu Passau den mautfreien Transport von 12 Fuder Weins bis nach Passau zu gestatten. Dat. Wienne 5

id. oct. regni n. a. 4. — Vidimus v. 1515 Dez. 14 fol. 13 Wien Staats-A. Winkelmann Acta 2, 275. Eeg. : Bohmer

1314—47 Add. m F. d. S. n. 354. — VgL dazu die Mautbefreiuung von 1311 Marz 29 in Abt. IL 738

— Oktober 13. Wien. — Kg. Friedrich gibt Gertrud, der Gattin von Heimos BruderOlto, dasHaus bei Unserer Frauenkirche

am Gestade (auf der Stetten) zu Wien und 8^2 Pfuud Pfenuige Burgrechts, von denen 3 Pfund im Dorfe Stadlau

(Stadelowe) und 5V2 im Wiener Burgfrieden, liegen, zu freier Verfugung. D. i. g. ze Wienne an s. Cholomaus tag 1318,

u. reichs i. d. 4. jar. — Or. Wien Stadt-A., Siegel fohlt. Hormayr Wien 7/2, UB. 213. Eeg.: Hormayrs Arch. 18, 792.

Lichn.-Birk 3, 371 n. 473. Bohmerl314— 47 F. d. S. n. 124. Ber. u. Mitt. Wr. Altertumsver. 2, 220. QuelL z. Gesch.

d. St. Wien II/l, 17. 739

— Oktober 16 bei Solothurn. — Hzg. Leopold verleiht den Rittern Konrad und Ulrich den Sulzern das bisher zu

seinem ihm unmittelbar dienenden Gute gehurige (daz vor in unser giit gehort) Ried zu Sulz, genannt das Heidenlant,

zu recbtem Lehen, wofiir sie ihm den Acker, der Ger genannt ist, den Zeheuten j^uf der Wis«, 2 Garten zu Mettlen (Mettolen)

und einen Zins an Hiihnern und 1 Scbilling Gelds von der Miihle im Heidenlant geben, nachdem 10 seiner Eigenleute

geschworen haben, dafi dieser Tausch seinem Gute vorteilhaft sei (daz der wechsel unserm giit bessergetan si dennc

vermiten). D. w. geg. bi Soloireu an s. Gallen tag 1318. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Leop. (Sava fig. 19) an Pg. Str.

Kopp Reichsgesch. 4/2, 471. Reg. : Lichn.-Birk 3, 371 n. 474. BOhmer 1246 — 1313 Add. II, 515. 740

— Oktober 25. Solothurn. — Hzg. Leopold schuldet Konrad und Berthold -von Kloten fiir ein von ihnen erkauftes

RoC 15 Mark Silbers uud verpfandet ihnen dafur 4^/2 Pfund Pfennige Gelds auf der Steuer zu Zell. ze Solotorn an mitwuchen

vor Symonis et Jude a. 1318. — Eintrag im Pfandregister v. 1380 Staats-A. Ziirich Hs.Stadt u. Ldschft. n. 1869

fol. 5». Anzeiger f. Schweiz. G. 1860, 138 (irrig zu Okt. 2). Maag 2/1, 69 It Reg.: Escher-Schweizer Zurich. UB. 9,

412. — tJber das Geschlecht der Kloter vgl. Maag 2/1, 596 Anm. 5. 741

— Oktober 27. Wien. — Kg. Friedrich trifft mit Meingoz von Waldeck (Waldekke), Viztum von Passan, liber das

Haus zu Neuburg (Newemburch), das dem Kapitel und der Stadt Passau fiir 3000 Mark Silber verpfandet ist, folgendes

Ubereinkommen : Meingoz soll ihm die Burg um 1800 Mark, die zu Passau am Sonntag des niichsten Faschings (so die

vier Tag gevastet werdent) zahlbar sind, zu losen gebeu. Wird dieserBetrag uicht bezahlt, bleiben die Bestimmungen der

alten Urkunde (1316 Apr. 5) aufrecht, wird er bezahlt, soll Friedrich fiir die restliche Sehuld von 1200 Mark folgendermalien

burgen: seine Amtleute in Gmunden sollen innerhalb Jahresfrist zu jeder Quattember 300 Mark in Passau zahlen,

unterbleibt oine dieser Zahlungen, konnen nachbenannte Biirgen gemahnt werden, die entweder 8 Tage nach erfolgter

Mahnung in Passau persoulich Einlager halten sollen oder au ihrer Statt je einen Ritter mit 3 Pferden senden sollen:

Grf. Albrecht von Hals, Heinrich von Schaunberg, Eberhard und Heinrich von Walsee, Dietrich von Pilliclisdorf,

Marschall

in Osterreich, und Jans von Kapellen. Erfulgt nacli 4 Wochen die Zahlung nicht, muB je ein weitei-er Ritter mit 3 Pferden

Einlager leisten bis zur erfolgten Zahlung. Auch steht den Passauern das Recht zu, sich 12 Herreu und 4 Burgor aus

Osterreich als Biirgen zu wilhlen, die zu den gleicheu Leistungen verhalten sind. Falls sie eine Porson wiUiIen, die der

Konig nicht zur Leistung verhalten kaun, sollen sie nach Rat des Grafen von Hals eine andere wahlon. Alle Auslagen,

die ihnen bei diesen Biirgen durch Botengelder erwachsen, sollen ihnon ersetzt vverden. Dor Viztura verburgt sich, dai

dio Chorherren nnd Biirger von Passau diesen Vertrag mit ihren Briefcn bis zura 25.November bekrilftigen werden, auch

sollen Kapitel und Stadt, sobald sie der 1800 Mark und der Biirgschaft si^her sind, Ncuhurg und Wornstein auolieforn.

D. i. g. ze Wienne an s. Symons und Judas abent 1318, u. r. i. d. 4. i.

— Or. Miinchen R. A. (Grfschft. Neuburg a. Inn f. l) mit

Siegel Frs. an g. Str. Reg.: Reg. boica 6,398. Bohmer 1314 47F.d.S. n. 125. — Vgl. die Urk.n. 416 u. 796. 74-2

— November 6. — Heinrich, Ulrich und Eberhard die jungon Fraz geben das Gut zu Brugg ihrem Vater Herrn H. dem

alten Fraz fiir ein Gut ze Bertholzhoven mit dor Bescheidonheit, daO ohne gegensoitige Einwilligung au keinom der Giiter

cine Anderung vorgenommen werdcn durfo, dafi forner der Vater von seinem Guto zwei Jahresnutzungen auf erfolgendcn

Tod ontwcder nach Staiiigaden oder anders wohin zu einem Soelgerilte verschaflen konno und daH endlich des Vaters Gut

auf den Fall, wenn dieSohne desscn letzton Willen nicht vollziohen wollten, dom Herzoge vou Osterreich ledig seiii soll. —

Reg. boica 5, 392 aus Or. Miinchen R. A. Ein Or. konnto 1914 nicht festgestollt werden. 743

— November 7. — Rittor Wygand von Dionhoim (Kynheira) erklart in soinem und dos Ritters Johann von Riedern (Ryderefi)

Namen, dafi Erzbisch. Petcr von Mainz dasBurggrafenamt in Starkcnburg dem RitterPctor von Bcclitolsheim (Boychtolfeshcim)

iil)ertragen hat, der u. a. vorpflichtet ist, mit 30 Reisigen, Rittern und Edclknechten den Erzbischof im Kampf gegen

dio Herzoge von O.stcrrcicii zu unterstiitzen. Dat. 7. id. nov. 1318. — Or. Miinchen R. A. (Mainz, Eizstift Naclitr.



1318 (II. 714-751). 05

Fasz. t;i). — Wurdtwoiu Subsidia dip!. 1, 456. Kog. : Vogt Rcg. d. EB. v. Maiiiz I, n. 20(;:i. — Vgl. Hoiileuiaim IVtcr

von Aspelt ''^^

2\)i.

VMS Noveiubor 9. Wiiiterthur. — llzg. Leopold vcrloihtdemLaienbrudi'rStcpliaiiUlieiiiauer(Uinower) vou Wintcitluir

eino imWalde Hecrenbcrg (Berrebcrch) gelegeue »under dcu Bleycbau«i geuaniile Eiusiedeloi (aream hereraiticani) und gestattet

ihm sicli dort uioderzulassen, ciu llaus zu erbaucii, Geuosseu aufzuiiehmen und sich niit dieseu frommen Workon

zu widmcu. Uat. iu Wintortur foria quarta proxima aiite fostum b. Martini a. d. 1318. — Or. Ziirich Staats-A. (Wintorthur

31) mit Sicgol Ls. an weiUen getlochteuen Schuiirfiu. Escher-Schweizer Zurich. UB. 9, 413. 7-t5

— Xovember 11. — Burkhard vou EUerbach d. A. bekenut, Werner von Reicheubach zum Ersatz des Schadons, don

diescr mit ihm bei Esslingcii erlitten, 50 Mark Silber Konstanzer Gewichts zu schulden, vorwoist ihn damit auf das ilim

von deu Herzogeu von Osterr. verptaudoto Krumbach und verspricht ihm solaugo dafur zu hafton, bis or boi seinou Horren,

den Ilcrzogen, die Ausstelluug eiuer Bestatigungsurkundo erwirkt, durch die diesor Betrag auf Krumbacli geschlagon wird.

D. g. i. a. d. 131S in die s. Martiui. — Abschr. saec. 14. Wien Staats-A. Cod. 15, eingeheftet zw. pag. 100 u. 101.

Uugedruckt. Vgl. dazu 1308 Dez. 21 der Abt. II u. n. 19. '''IG

— November 17. Baden. — Hzg. Leopold erlaubt dom Knocht Johaun vou Jostetten, vou dem Ritter Ulrich vou

Scbalchen, seinem Schenken, folgoiuie Gulteu um 25 Mark einzulosen, dio Ulrich seinerseits von Joliann von Wageuburg

gelost hat: 9 Mutt Koru, 2 Malter Hafor und 9 Schilliug rfennige auf cinera Gut zu Egg (Kylcheuecke), 5 Mutt Korn

uud 1 Malter Hafer auf einem Gut zu Uessikou (Uesinkon) uud 31 Schilliug rfeunige auf einoiu Gut zu Egg (Frieuecke).

D. w. g. ze Badcn an dem nehsten fritag nach s. Martius tag 1318. — Or. Ziirich Staats-A. u. 2408 mit boschiid. Siegel

Leop. an Pg. Str. Escher-Schweizer Ziirich. UB. 9, 414 n. 3578. Rcg.: Kopp Roichsgesch. 4f2, 471. Bohmer 1246

1313 Add. n, 515. Maag 2/1, 707 Aum. 2. — Auch im Pfaudrogister vou 1380 Staats-A. Ziirich Stadt u. Ldsch. Hs.

n. 1809 fol. lO'' mit eiuigen Abweichungeu gegou die Urk., daraus Maag 2/I, 706. 747

— Dezomber 3 bis 1319 Januar 5. — Kg. Friedrich schreibt der Stadt Treviso \m oinem durch seine Gesandtou

uberbraohten Schreiben], daG dcr Podesta der Stadt als gewahlter und von Friedrich bestatigter Vicar ihm dou Treueid

loisten und beschwfiren soll, seiu Arat iii Stadt uud Gebiet vou Treviso gcmiVfi dem von Friedrich geschlosseuen uud bestatigtenVertrage

zufiihren. Auch der Rat der Dreihuudert soll ihm Treue schworen. — Die Urk. ist nicht mehr erhalten,

daB sie existierte, ergibt sich jodoch aus dem Protokoll dcs vom groCeu Rat von Treviso ara 6. Jau. 1319 gefaCten Beschlusses

iu dem ausdriicklich dio vou deu Gesandton Friedrichs uberreichten litterae eiusdem domiui regis sigillo

cere simplicis communitae, quarum teuor inferius declaratur (was jedoch nicht der Fall ist) erwahnt wcrden. Als mogliches

AusstoUungsdatum ergibt sich der 10. Dez. 1318, an dem auch ein Privileg fur Treviso ausgestellt wurde (vgl

n. 756). 748

Dezember 5. Judenburg. — Kg. Friedrich und seine Briider die Hzge. Albrocht, Heinrich und Otto geloben dom

Erzbischof Friedrich von Salzburg, falls er und seiu Stift von Hzg. Ludwig vou Baiern ihretwegen angegriffeii werdon

soUten, beizusteheu nnd den Schaden zu ersetzon und ihre Leute, dio sie in die Stadte uud Feste des Erzbischofs gegen

ihre Oheime Heinrich, OttonndOtto, Hzge. in Niederbayeru und Pfalzgrafeu beiRhein, ihretwegon oder iiber Aufforderung

des Erzbischofs senden oder iu desson Fcston halten, zu verkostigen. Es siegeln Friedrich und Heinrich, auch fiir Albrecht

und Otto, die keine eigenen Siegel haben. D. b. i. g. zo Judemburk an s. Nyclas abent 1318, u. chuuik Friedrichs riches

i. d. 5. jar. — Or. Staats-A. Wieu, die Siegel fehlen. Schwalm MG. Const. 5, 414. Reg. : Lichn.-Birk 3, 371 n. 475.

BOhraer 1314— 47 F. d. S. n. 126. — Wegen der irrtiimlichen Namensgebung der nioderbayrischeu Herzoge vgl. die

Bemerkuugen bei n. 753. '49

Judenbur. — Kg. Friedrich und seine Briider Albrecht, Heiurich und Otto verschreibon demselben zur Steigerung

seinerllil!eleistung3000 Mark Silbcr »Grozer gewegeus Wienuische gowichtos* uud verpfandeu ihm bis zur Zahluiig

dieser Summe Burg und Stadt Neuraarkt sowie Burg uiid Gericht Arnfels, dio ihre Lehen von der Salzburger Kirche siud

und die sie bis zum niichsten Goorgstag (24. April 1319) ihm oiuantworten sollen. Es siegeln Friedrich und Heiurich,

anch fur Albrecht uud Otto, die keiue Siegel haben, jedoch gleich ihren Brudern die Verpflichtuugen beschworen habeii,

und die Erstgenanuten gelobeu bis zum Georgstag Zustimmung uud Urkunde ihres Bruders Leopold zu erwirken. D. b.

i. g. ze Judemburch an s. Xyclas abent 1318, u. riches i. d. 5. jar. — Or. Wieu Staats-A. mit d.Siegoln Frs. (Savafig. 9)

und Heinrichs (Sava fig. 22) an Pg. Str. Die Urk. ist, wie dies stets bei eingolosteu Pfandbriefen der Fall ist, durchschnitten

und tragt von der Haud K. Friedrichs III. auf der Rucksoite folgenden Vermerk: F(ridericus) deu sacz hab ich

selbs zu wegen pracht aeiou per m(anum) p(ropriam). Reg.: Lichu.-Birk 3, 372 n. 477. Bohmer 1314— 47 F. d. S.

n. 128. Beitr. z. Kde. stmk. Gosohqu. 30, 42 = Veroff. d. hist. Ldeskom. f. Stmk. 9, 32. Bittner i. Arch. f. Ost. G. 92,

513 Anm- 91. — Zur Sache vgl. Widmann Gesth. Salzburgs 2, 88, der jedocb insofern zu berichtigen ist, als — wie

anch aus der Urk. iiber die Stellung der Biirgen hervorgeht — nicht die Zahlung dor Summe bis zura St. Georgstag 1319

festgesetzt war, sondern Auslieferung der Burgeu au den Erzbischof bis zu diesem Termin, die allerdings durch die Zahluug

der 3000 Mk. gegcustaudslos hatte werden konuen. Die Tatsache, dali fiir die Schuld Pfander gesetzt wurdon, beweist

jedenfalls schon, daC von vomherein mit eiuor Zahlung nicht gerechuet werden konnte. Die Ruckgabe der Pfandobjekte,

anf die sich der Euckvermerk Friedrichs III. bezieht, erfolgte ain 25. Okt. 1458 (Lichn.-Birk 7, 284 u. lio), vgl. daruber

Widmann a. a. 0. 287. 750

Erzbischof Friedrich vou Salzburg erteilt seinen Gegeubrief zu u. 750 und verpflichtet sich zur Riickstellung der

Pfandschafteu nach Zaliluug der Pfaudsumme. D. b. i. g. ze Judeuburcli au s. Niclas abent 1318. — Or. Wien Staats-A.

jnit Siegel Friedrichs an Pg. Str. Reg.: Lichn.-Birk 3, 372 u. 478. 751


96 1318 (11. 752-756).

1318 Dezember 5, Judenburg. — Kg. Friedrich uad seine Briider Albrecht, Heinrich und Otto stelleu dem Erzbischof

Friedrich vuu Salzburg die Grafen Hermanu von Heunburg und Ulrich von Pfaunberg, Otto von Liechtenstein, Ulrich vou

Walsee, Hartuid von Wildon, Pilgrim von Pachheim, Eglolf von Schelleuberg, Eklrerlein aus der Geul, Dietmar von Eeiffeustein

und Niklas den Cholben als Biirgeu dafdr, dafi sie dem Erzbischof bis zum nachsten St. Georgstag (24. April 1319)

die ihm fur 3000 Mk. verpfaudeten Burgen Neumarkt bei Friesach samt dem Markt und Arnfels samt Gericht, Markt und

Urbar eiuautworteu oder ihm dio Pfandsumme zahleu solleu, widrigeufalls die 7 erstgeuannten Biirgeu jeder eineu Bitter

mit zwei Pferden zum Einlager stelleu und die drei letztgenannten persGulich mit je zwei Pferden sich in Friesach oder

Pettau zum Einlager stelleu soUeu und bis zur Einautwortang der Bargeu au den Erzbischof dort Einlager halteu sollen,

in welchem Falle der Erzbischof bis zu deu nachsteu Weihnachten seiner Verpflichtuug zur Hilfeleistung und zur Gewahruug

freien Durchzugs ledig ist und dies auch weiterhin bis zur Erfiillung der Bedingungen bleibt, wahrend die Aussteller

ihm ihrerseits auch dann Hilfe leisteu sollen. Es siegelu Friodrich und Heinrich auch fiir ihre der Siegel entbehronden

Brtider und die Biirgeu. D. b. i. g. ze Judemburch au s. Nyclas abent 1318, u. riches i. d. 5. jar. — Or. Wieu

Staats-A. mit den Siegelu Frs. (Sava tig. 9) und der Biirgen au Pg. Str. Die Siegel Heinrichs und E. a. d. Geul sind abgefallen.

Reg.: Lichn.-Birk 3, 372 n. 479. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 129. Arch. f. ost. G. 18, 182 und 25, 284,

sowie 59, 283 Anm. 3 (uurichtig mit falschem Datum zu Nov. 5). Mitt. d. hist. Ver. Stmk. 5, 228. 752

Judenburg. — Kg. Friedrich und seine Briider Albrecht, Heinrich und Otto schlieBen uuter Eid als Herzoge von

Osterreich fiir sich und ihre Nachkommen niit Erzbischof Friedrich vonSalzburg und dessen Nachfolgern folgendes

Bnndnis: sie sollen dem Erzbischof gegen jeden Augreifer mit ihren Leuten und Burgen und ihrer gesamteu Macht Hilfe

leisteu, ausgeuommen gegen das Reich und die Herzoge Eudolf und Ludwig von Bayern ; insbesondere verbtinden sie sich

gegen die Herzoge Heinrich, Otto und Otto vou Niederbayern und deren Erben, gegen die sie dem Erzbischof mit gauzer

Kraft beistehen sollen, wie auch er ihnen bei eiuem Kriege gegen die genannteu Herzoge seine Burgen offnen, Zufuhr

schaften uud freien Durchzug durch seiu Gebiet gegeuErsatz allfalligen Schadens gewahreu soll, doch sollen sie in letzterem

Falle die Herzoge Eudolf und Ludwig von Bayern, wenn sie dazu nicht genutigt werden, nicht angreifen. Wenn der

Erzbischof Hilfe benutigt, soll er sie bei einem der Herzoge oder weuu keiner derselben im Lande ist, bei deren Pfleger

nachsuchen. Nach seiuem Tode solleu die Aussteller das Salzburger Erzstift bis zur Einsetzung eines rechtmafligen Erzbischofs

schiitzen und schirmen wie ihnen auch das Pomkapitel zur Hilfeleistung verpflichtet ist. SoIIte des Erzbischofs

Nachfolger innerhalb Jahresfrist das Biiudnis mit den Herzog nicht erneuern und sich nicht in der Weise ihneu verpflichteu

wollen, wie dies die Erzbischcife Konrad und Weichard getan haben, so solleu sie deuuoch seinem Erzstift keinen Schadeu

znfiigeu. Die Aussteller verpflichten sich ferner, mit keinem ihrer Feinde ohne Zustimmung und Einbeziehung des Erzbischofs

sich zu versiihnen, sowie ihn in allen seineu Auspruchen zu unterstiitzen, besonders iu jenen auf Reichenhall, Wildeneck,

Gericht und Vogtei Mondsee (Mensse), Wald samt dem zugehcirigen Gericht, au* die Straflen und Wege gegen Miihldorf

und gegen seine andereu Stadte, die Vogtei ira Chiemgau, die neue Burg Iden (Ibm am Weilhartforst) uud andere neue

Festen. Friedrich und Heiurich, die auch fur Albrecht und Otto siegeln, geloben bis zum nachsten St. Georgentag (24. April

1319) Hzg. Leopolds Zustimmuug zu diesem Biinduis zu erwirken. D. p. i. g. ze Judemburch an s. Nycolaus abent 1318,

u. ryches i. d. 5. jar. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Heinrichs (Sava fig. 22) an Pg. Str., das Friedrichs abgefallen.

Muhling Gesch. d. Doppelwahl v. 1314, 111. Reg. : Lichn.-Birk 3, 372 n. 476. Bohmer 1314—47 F. d. S. n. 127.

Bohmer Wittelsbach. Eeg. 108. — Uber die ganz nnmogliche Bestimmung, die Ludwig als Gegner ausnimmt, sowie die

Irrtiimer in der Nennung der niederbayerischen Herzoge, die richtig Heinrich, Otto und Heinrich lauten miiflteu, und die

Bestimmungen iiber den Durchzug bei einem Angriff gegen Ludwig, die alle auf die gedankenlose Beniitzung einer Vorurkunde

zuruckgehen, vgl. Miihling a. a. 0. 98 ff., an desseu Ausfuhrungeu man trotz der Berichtigung Schrohes a. a. 0. 38

zu diesem Puukt wird festhalten konuen. Schon fruher hat Kopp Reichsgesch. 4/2, 321 diese Widerspruche z. T. richtig

erklart. Vgl. zur Sache auch Widmanu Geseh. Salzburgs 2,88. Die Biindnisse der Habsburger mit deu ErzbischOfen

Konrad IV. und Weichard siehe i. d. Urk. von 1306 Dez. 23 u. 1314 Febr. 2 in Abt. II. 763

— Dezember 9. — Hzg. Leopold lost die dem Freiherrn Johann von Weissenbnrg vcrpfandeten Herrschaften Oberhofen

und Unterseen und iibergibt sie dem Grafen vou Kiburg. — Zitiert im Schweiz. Geschforscher. 8, 59 ohne niihere

Angabe (im Berner Staats-A. keinOrig.), danach Eeg.: Lichn.-Birk 3, 372 n. 480. Die Ubertragung dieser Pfandschaften

an die Herren von Weissenburg war am 22. Sept. 1318 (vgl. n. 7 30) erfolgt. Uber die Rechte, die die Kiburger anscheinend

an Interlaken hatten, vgl. Durrer i. Jahrb. f. Schweiz. Gesch. 21, '31 Anm. 1 u. n. 690. 764

Bezember 10. — Die Stadt Treviso beschliefit, 375 fiir den stadtischen Dionst bestimmte Soldaten zu Pferde aus

dem Kriegsvolk des Kgs. Friedrich auszuwahlen und durch Gesandte Friedrichs Zustimmung einzuholen. — Treviso bibl.

comm. cod. documenti Trivig. Co. Scotti fi, 180. Verci 8 doc. 154. 766

Graz. — Kg. Friedrich bestatigt auf Grundlage des von seinem Gesandten und Kaplan Matthias, Pfarrer in Stillfried,

zustande gebrachten Vertrages mit Treviso die Satzungen (statuta et reformationes) der Stadt und alle von diesem gemachten

Versprechungen [zu Handeu der trevisanischen Gesandten, die er freundlich aufnimmt]. — Dio Urk. ist nicht

mehr erhalten, ihre Eiistenz geht — abgesehen von den erzahlendeu Quellen — aus dem ProtokoII iiber den Beschlufl

des groCen Eates von Treviso iiber die Eidesleistung an Friodrich v. 6. Jan. 1319 horvor. (Treviso bibl. comm. cod. documenti

Trivigiani Co. Scotti n. 6.) — Die Chronichetta des Liberale do Levada 181 gibt das Datum der Urk. mit 10. Dez.

an, vgl.Verci 6, ]02f. Nach dem Chron. Torrianum cod. pal. Vindob. 6331, f. 243^, ist das Privileg Kg. Friedrichs, worin

cr die Stadt Treviso in soinem Schutz nimmt, auf den 2 1 . Dez. (XII kalende de zenor anno 5 sui regni) zu setzen. MiigHchorweisc

sindzwei verschiedene Urkunden ergangcn. Es wurde jaauch iiber dio Errichtuug der UniversitiitTreviso ein» eigeno

Urkunde erteilt, s. n. 757. 75«


1318-1319 (n. 757-701). 97

1318 Dezember 15 bei Graz. — Kg. Friedrich verleiht der Stadt Troviso das Recht zur Errichtuug eiuer Uuiversitat

(stadium geueralo, quod iu ipsa civitate utriusque iuris traditioues et scieutia et quelibot scientie solempuitor et goueraliter

legi possiut et studori) mit alleu l'rivilegicu, dereu sich Lehrer und Horer an audoren derartigen Austalten orfreuon, und

ermachtigt deu Hischof von Treviso, so oft eincr der Studleroudeu auf Grund soines Wissens uuter die Magister aufgenommon

zu werden wiiuselit, diesen, wenu er sich iu Sffentiicher uud geschlosseuer Priifung durcli dio Doctoren der betreffendon

Fakultiit hiezu befahigt erwiesen hat,

hat,

einen lobenswerten Lebeuswandel aufweist und dom Kouig den Eid der Troue geleistet

durch eineu der Doctoren dieser Fakultat zum Magister promovieren zu lassen (scientio magistratum et conventum) und

ihm das Recht zu orteilen,

uberall in den Wissenschaften seiner Fakultiit Vorlosungen zu halten (liceutiam legendi facultatem

illam ibi et ubique). Dat. apud Gretzam 18. kal. ian. ];J18, regni a. 5. — Abschr. Stadtbibl. Treviso Cod. n. 575 Liber

statutorura collegii medicorum Tervisini luid Staats-A. Venedig Liber Trivisauus fol. 341. Verci Storia Trivig. 8. doc. 155.

Marchesan L' universitii di Treviso doc. 343. Winkelmaun Acta 2, 275. Schwalm MG. Const. 5, 415. Reg.: B6hmer

1314—47 F. d. S. n. 130. Abhdlgen. d. hist. KI. d. bair. Ak. 9, 458. Minotto Diplomata et acta 2/3, 205. — Vgl.

Donifle Die Universitatcn des Ma. 1, 4G1. 767

— Dezeiuber 17. — Ritter Albrecht und Knappe Kourad gen. Rinch, Brudervon H i r s c h h o r n (Hyrzeshorn), verpttichten

sich, dem Erzbiseh. Peter von Mainz gegen Zahlung von 250 Pfund Heller wahrend des Krieges zwischen Kg. Ludwig und

Hzg. Friedrich von Osterreich und sodanu durch ein ganzos Jahr mit vier anderen Bewaffneten und ihrer Burg Hirschhorn

gegen alle Feiude beizustehen. Dat. iG.kal. ian. a. d. 1318. — Or. Miinchen R.A. (Mainz Erzstift Fasz. 197). Wvirdtweiu

Subs. dipl. 1,446. Schwalm MG. Const. 5, 416. Reg. u. a.: Reg. boica 5, 396. Vogt Reg. d. EB. v.Mainz 1 n. 2072. 758

— Dezember 22. Heidelberg. — Hzg. Leopold gelobt seinem Oheim, dem Pfalzgrafen Rudolf, uud dessen Gattin Mechthild,

seiner Muhme, vierzehn Tage nach deren Mahnung 1 00 gewappnete Ritter und Knechte nach Heidelberg zu seuden uud

dnrch einen Mouat auf seine Kosten bei ihnen zu uutorhalten. Nach Ablauf dieses Monats sollen 30 Gewappnete auf seiiie

Kosten bei ihneu bleibou, solange sie ihrer bedurfen. D. i. g. ze Heidelberch 1318 an dem nehsteu vreitag nach s. Thomans

dez zwelf boteu tag. — Or. Munchen Staats-A. mit beschad. Siegel Ls. (Sava f 1 9) an Pg. Str. Qu. u. Erorterg. z. bair. G.

6, 264. Reg.: Reg. boica 5, 397. BOhmer 1246— 1313 Add. U, 516. Lichn.-Birk 3, 373 n. 482. Koch-Wille Reg. d.

Pfalzgrafen 1 n. 1802. — Die Urkunde ist die einzige Leopolds aus dem Dezember 1318, die erhalten ist. Ls. Anwesenheit

in Heidelberg. den wir znletzt am 17. Nov. iu Baden fandon, ist au sich sehr gut moglicb. Miiglicherweise hiingt sein Erscheinen

in dieser Gegend mit der Belagerung des den Habsburgeru verbundeteu Grafen von Nassau iu Wiesbaden durch

Ludwig und die Erzbischofe vou Mainz und Trier zusammen (vgl. Koch-Wille Reg. d. Pfalzgrafen 1 n. 1958 u. Behmer

1314—47 Ludwig n. 327—335), vgl. dazu aueh Schrohe a. a. 0. 136 ff. 769

— Dezember 31. — Ottokar, Abt zu Lilienfeld (Liernvelde), beurkundet, daB Kg. Friedrich dem Kloster 50 Mark

Silber geschenkt hat, die das Kloster zur Erwerbung einer Gulte von 1 Pfuud verwenden soll, wofiir alltaglich eine Messe

far Friedrichs uud seiner Vorfahren Seelenheil dureh einen eigens hiezu bestoUten Prioster gelesen und nach des Kcinigs

Ableben soin Jahrtag vom Kloster feierlich begaugen worden soll und der Konveut an diosem Tage eine besondere Mahlzeit

erhalten soll. D. p. i. geg. ze Wienn 1319 an dem Ewenweich abent. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel des Ausstellers

an Pg. Str. Reg.: Lichn.-Birk 3. 376 n. 519 zu 1319. Da wohl Weihnachtsanfang des Jahres anzunehraen ist, wurde die

Urk. zu 1318 eingereiht, worauf auch Kopp Reichsgesch. 4/2, 323 Anm. 3, bereits hingewiesen hatte. 760

1318. — Die von Kg. Friedrich eingesetzteu Riehter sprechen in dem Streite zwischon deu Briidern Veltz (fratres Veltzii)

und dem Stifte Lilienfeld um die dem Stifte von der verstorbeneu Adelheid von Hohenwart gewidmeten Gviter dieselbeu

dem Stifte zu 1318. — Reg. (lat.) bei Hauthaler Recens. 2, 41 ohne genauere Datierung, ein Orig. im Lilienfelder Stiftsarchiv

nicht auffindbar. Da nur bei Hanthaler nberliefert, mit Vorsicht zu beniitzen. 761

— Hzg. Leopold bestatigt Ulrich von Walsee die ihm von Kg. Friedrich verliehenen Pfandschaften auf Pfannberg, tibelbach

und Riegersburg 1318. — Eintrag Wien ndost. Ldosarch. Enenkols CoII. Bd. 3, 59 mit dem Vermerk »aus dem

Sehaumberg. Register«, und Schiffer Bd. 1, 721 Miinchen Staatsbibl. Reg. : Hohoneck Stiinde v. Ob.-Ost. 3, 811. Lichn.-

Birk 3, 373 n. 483. Arch. ost. G. 18, 182. Vgl. n. 411 u. 691. 762

1319 JauTiar 1. Graz. — Kg. Friedrich widmet dem Propst Nicolans und dem Convent dos Augustinerstiftes in Staiuz

lOOMark harter Grazer Pfennige, mit deneu sie mit seiner Zustimmung in seinen Landeru Einkvinfte von Grund und Boden

in derHOhe von 1 Mark erwerben solleu, und verpflichtet sie, die Zahl ihrerPriester um einen zu vermehren, der alltiiglich eine

bosondere Messe fiir sein und seiner Vorfahren Seelenhoil lesen soll, nnd nach seinem Ableben den Todostag uud die Jahrtagfeier

mit aller Festlichkeit nach ihres Stiftes Gebrauchen zu begohen. Vernachlassigeu sie diese Verpflichtung, fallen die

p;inkiinft6 au des KOnigs Erben oder Nachfolger. Dat. in Graz cal. jan. a. 1319, regni a. 5. — Abschr. n. 1847 v.J. 1829

Graz Ldosarch. mit Jem Vermk. collat. cum codice scripto. Kuen Collectio scriptor. monastic. V/2, 106. Reg. : BOhmer

1314— 1347 F. d. S. n. 132. Lichn.-Birk 3, 373 n. 485. 763

Oraz. — Kg. Friedrich schenkt Abt Albero nnd dem Konvent des Klosters Eeun 100 Mark Grazer Pfennige, mit

welchen sie 10 Mark jahrlicher Einkiinfte in den Laudern dos Konigs erwerben sollen und verpflichtet sie, taglich durch

einen Priester, um den die Zalil ihrer Konventualen vermohrt werden soll, eine Messe fiir seiu und seiner Vorfahren Seolenheil

Icsen zu lassen, wofiir der betreftende Priester durch eine Pitanz eutschiidigt werdon soll, uud nach seinem Tod s«inen

Jahrtag auf das Feierlichste wie ihrc groCten Erinnerungsfeste zu begehen, widrigonfalls die erwahnten Einkiinfte an seine

Erben zuriiekfallen. Dat. in Gretza kln. ian. a. d. 1319, regni a. 5. — Or. Reun Stifts-A. mit Siegel Fs. (Sava fig. 9) an

Pg. Str. Reg.: Pusch-Frohlich 2, 31. Lichn.-Birk 3, 373 n. 484. Bohmer 1314—47, F. d. S. n. 131. Mitt. des hist. Ver.

d. Stmk. 43, 5. • 764

BegcsU Habsbureica III.

\ :;


98 1319 (11. 765^772).

1319 Januar 3. — Uie Anzianen der Stadt Treviso wahlen vier aus ihrer Mitte zum Zwecke vou Verhandlnngen mit dem

Bischof von Treviso iiber dio Beherbergnng der erwarteten Gesaudten Kg. Friedrichs. Die mercurii (8) ian. — Treviso

Bibl. commun. Docum. Trivigiani Coll. Scotti n. 6. Verci 8 doo. 157 n. 912. Vgl. n. 766. 765

Jannar 5 6. — Die Gesandten Kg. Friedrichs an die Stadt Treviso, Dietrich, Bischof von Lavant, boider Kechte Doctor,

Hertneid von Wildon (Valdonia), Marschall in Steier, Protonotar Magister Konrad von Meinwang (Meinroaug !) und Kaphin

Matthias betreten iu Begleitung der vom Kouig zuriicklvehrenden trevisanisclien Gesandten (vgl. n. 73-4) das Gebiet von Treviso,

werden aber von Kriegsleuten Caugrandes iiberfalleu, beraubt und gefangen, doch von Cane (aus Furcht vor dem Konig) wieder

freigegeben; nur Magister Conrad, todlich verwundet, bleibt und stirbt bei Cane und wird in S. Francesco feierlich beigesetzt

die anderen kommen ara 6. Janner in Treviso an und werden ehrenvoU empfangen. — Liberai de Levada »de proditione Tarvisii*

180— 182. Chron. Torrianum cod. paL Vindob. 6331 foL 243'' ^ »Hertneid« bei Liberal »Otto« ;

»Conrad« bei

Liberal 179 und Torrian. 243» supracancellarius aulae regis! (Verci VL 102: Vicecancellario), sMatthias» nach Acta

reformationum der Stadt Treviso beim Kg. Friedrich zuruckgebliebeu (Memorie del b. Enrico 178 A**). — Die Angaben

iiber die Gesandten sind zweifellos ungenau. Matthias, Pfarrer von Stillfried, der sowohl 1317 wie 1318 im November

Teilnehmer der Gesandtschaften nach Troviso war, kam diesmal nicht nach Treviso, wie aus u. 769 hervorgeht. Andererseits

wird der Protonotar Konrad ausdrucklich unter den Gesandten Priedrichs, in deren Gegenwart am 7. Jauuar der

Treueid des Vicars von Treviso geleistet wird, genannt (n. 7 70), er kaun somit nicht bci Cangrande zuriickgeblieben sein.

VgL dazu n. 782, die die Aufklilrung dieses Widerspruchs zu geben scheint. 66

Jaunar 6. — Otto von Schrattenberg (Schretenperig), Kichter zu (Bomisch-) Krut (Chrut), seine Hausfrau Ofmei

und beider Sohne Otto und Ulrich verkaufen deu Nonnen des Predigerordens zu TuUn ein Lehen zu (Bohm.-) Krat, das

alljahrlich am St. Georgs- uud St. Martinstag je eiu Pfund Wiener Pfennige zinst; um 21 Pfund Wiener Pfennige unter

der Bedingung, daB die Nonnen das Eigentum des Lehens vom Herzog von Osterreich erlangen, widrigenfalls die Verkaufer

zur Riickzahlung der Summe verpflichtet sind. D. p.i. g. 1319 (ainzmizwaintziche jare) dezsamptages an dem Perichtage.

Or. Wien Staats-A. Reg.: Kerschbaumer Gesch. Tullns 349. — Das Eigentum erhielt das Kloster mit Urk. Hzg. Ottos

n. 1791. tiber den Besitz des Klosters in B.-Krut vgL dio Urk. Rudolfs L v. 1280 Aug. 31 (B.-Redlich 1221), Albrechts

Lv. 1287 Mai 21 und Priedrichsv. 1310 April26 der Abt. H. Uber die Verwendung dcr Subtraktion in Jahreszahlen, die

wir in der vorliegenden Urk. in derDatierung finden, vgl. Grotefend, Zeitrechnung des deutschen Mittelalters 1. 88. 767

Die Altestencurie dor Stadt Treviso beschliefit, den auf dem Wege nach Treviso beraubten Gesandten des Kgs. Friedrich

100 Goldgulden und auCerdem Geschenke der Stadt liberreichen zu lasseu. — Treviso bibL commun. Cod. documeuti

Trivigiani coll. Scotti n. 6. Verci marca Trivigiana 8 doc. 159 n. 914. Vgl. auch Chron. Torrianum cod. paL Vindob.

6331, f. 243». 768

Der groDe Rat vonTreviso, in herkommlicher Woise versammelt, besct^lielit, uachdem der Podestil von Treviso

Ermanno de Guelfoni auseinandergesetzt hatte, dafi in dera durch die Gesandten Kg. Friedrichs iiberbrachten Schreiben

dos KOnigs (n. 748) die Ablegung des Treueides vom Podesta als vom KOnig bestatigten Vicar von Treviso sowie von allen

Mitgliedeiu des Rates der Dreihundert verlangt werde, auf Antrag des Riehters Johannes von Lavazola, daC der Podesta

in Gegenwart der Gesandten des Konigs den Eid gemaC der vom Kflnig bestatigten mit dessen Kaplau Pfarrer Mathias

von Stillfried getroffenen Vereinbarungen, wie sie im einzelnen in den vom Notar Otto de Porto ausgestellten Instrumenton

fostgelegt siud, leisten wird, sowie daC auch alle Eatsmitglieder den Treueid in die Hiinde dor Gesandten Friedrichs, des

Bischofs [Dietrich] von Lavant, iuris utriusque Doctor, des Marschalls von Steiermark Hertnid von Wildon und des Protonotars

Magister Konrad [von Meiuwang] ablegen soUeu. — Abschr. Treviso biblioteca comm. Cod. documenti Trivigiani

Co. Scotti n. 6. Verci Storia Triv. 8 doc. 160. Schwalm M6. Const. 5, 418. Auszg.: Arch. f. ost. G. 59, 283 Anm. 5.


VgL Liberale de Levada 180 f. u. Chron. Torrianum f. 24:i^, sowie SBer. d. Wr. Ak. 30, 1 1 inra. 2. 769

.

Januar 7. — Krmanno de Guelfoni da Gubbio (de Guelfonibus de Kugubio) legt als Vicar Kg. Friedriclis fvir die Stadt

und das Gebiet von Treviso iii Gegenwart der Gesandten Friodrichs, des Bischofs Dietricli von Lavant, dos Mag. Kourad

vdii .\rein\vanc, l'rotonotar3 des kaiserl. Hofes (imperialis aulo), und des Marschalls vou Steiermark Hertnid vun Wildon in

feicrlicher Versammlung in die Hiinde des Bischofs Castellanus von Treviso den Eid ab, sein Amt wiihrcnd der folgenden

sechs Monate geniafi den Satzungen und der Ordnung dor Stadt Treviso zur Ehre des KOnigs und Reichos auszuviben. Anno

nat. 1319 ind. 2, die Dominico 7. ian. Tervisii. — Abschr. Treviso bibl. comm. Cod. documenti Trivig. Co. Scotti n. 6.

Verci 8 doc. 160. Schwalm MG. Const. 5, 419. 770

,

Der Rat der Droihundert von Troviso legt in gleicher Weise wio der Vicar deu Treueid fiir Kg. Friedrich ab.

Datum wie n. 7 70. — Abschr. Treviso bibl. couim. Codico docuraenti Trivig. Co. Scotti u. 6. Verci 8 doc. 160. MG. Const.

5,419. "1

— Jannar 8. — Der Bischof Castellanus von Treviso legt in Gegcnwart des Vicars und der Anzianen vonTreviso sowie

der Gesandten Kg. Friedrichs und genannter aus diesem AnlaB versaramelter Wurdontriiger der Stadt den Treueid fur Kg.

Friodrich in dic Hilnde dea Bischofs Diotrich von Lavant ab. Eodem millesimo et ind. (sc. 1319 u. 2), dio Lune 8. ian. —

Abschr. Treviso bibl. comra. Codice docura. Trivig. Co.Scotti n. 6. Vorci 8 doc. 160. MG. Const. 5,420. — AnschlioCend

an den Eid des Bischofs leisteto auch der Vicar nochmals Friedrich eineu eigeneu Trcueid. Uberlieferung und Drucko wio

''"'2

beira Eid dos Bischofs.

— Jauuar 8. — DieAnzianen und Consuln der Stadt Treviso sowie der AusschuC der Altesten beschlieCt dio Eiusotzung

einer Komraission, die mit dem Gesandten nnd Kaplan Kg. Friedriehs Mathias ubor die zur Wiederherstellung der Ruhe

und*des Friedcns im Gebiete von Treviso und zur Wicdererlangung der verloreii gegangeiien Burgen und Orto erforder-


:

i:Ui) (11. 773-^780). 99

lichen Scbritte beiaton soU. Die Luiie 8. iau. — Abschr. Trcviso bibl. comm. codice docuraenti Tiivig. Co. Scotti ii. 6.

Verci 8 doc. 100. Scbwalm MG. Const. 5, 420. — Dio Ncnimng des Kaplans Matbias als Gesandton Friedricbs fallt

auf, da er bisher unter den Gesandten, wiewohl dioselben wiederbolt aufgeziiblt wurdeu, nicht erscbieu, vgl. bes. n. 7()9.

Mfiglicherweise liegt hier docb eine Ungenauigkoit vor, die sicb leicht eriilaren lielie, da Matbias ja zweimal 1317 und

knapp vorher im Spatherbst 1 :n 8 in Treviso als Gesandter weilte. — Am gleichon Tage faCten die Anzianen den Beschluli,

anf Bitto der Gesandteu des KOnigs die von der Stadt Treviso in den Kerker geworfcnen politischeu Gegner freizulasseii.

Iberlieferuug und Druck wie oben.

1319 Jaiiuar 9. — DieStadt Treviso beschlieDtzur Deckung der Auslagen fiir Empfang und Beherbergung derGesandten

Kg. Friedrichs, welche dieser in Angelegenbeit der Wiedererwerbuug der von Feinden und Rebelleu besetzten Burgon uud

Orte von Treviso und wegen .Vusfubrung des zwischen der Stadt und seinen Gesandten abgescblossenen Vertrages nach

Treviso gesendet hat, eine Anleibo aufzunebmeu. — Abscbr. Treviso bibl. communalo cod. docum. '1'rivig. Co. Scotti n. G.

Verci 8 doc. 164 n. 917. — Uber die Gesandten vgl. n. 7fi(; u. 7(>9. 77-i

— Jaiiuar 13. — Kambold tou Collalto, Graf vonTreviso, gelobt eidlicb, Kg. Friedricb und desseu Bruder, wonu einur

von ihuen iu sein Gebiet kommt, mit ihren Leuten in seine Schlusser aufzunebmen, ibnen dioselbeu ottenzubalten und mit

seiner Persou uud scinen Gutern mit aller Kraft beizustebon. Dat. apud Sanctum Salvatorem a. d. 131 9 id. ian. — Or.

Wien Staats-A. mitSiegel d. Ausstellers an Pg. Str. Scbwalm MG. Const. 5,421. Reg.: Licbn.-Birk 3,373 n. 48(i. 775

StraBburg:. — Hzg. Leopold gclobt, die zwiscben seinem Bruder Kg. Friedrich und Erzbischof Friedricb vou Salzburg

abgescblossenon Biiiidnisse in alleu iliren Bestiinmungen einzubalten. D. i. geg. ze Strasburg an s. Hilarien tag

1319. — Or. Wien Staats-A. mit Siegel Leopolds (Sava f. 19) an Pg. Str. Reg.: Licbn.-Birk 3, 373 n. 487. Buhmer

1246—1313 Add. 11, 516. — Uber die Bundnisse vgl. die Urk. u. 749 ff. 776

— Jannar 14. Steyr. — Kg. Friedrich beurkundet, dem Kloster Kremsmiinster nacb demVorbilde seiner Vorganger

dieAusnbung uubeschrankter Gericbtsbarkeit auf allen Klostergutern verliehen zuhaben, wiees des naberen iu deu dariiber

dem Kloster ertoilten Privilegien entbalteu ist, und verbietet jedermaun, das Kloster daran zu hindern. Dat. Styre 19. kal.

febr. regni a. 5. — Or. Kremsmuuster Stiftsarcb. mit ruckwiirts aufgedr., fast gauz zerstortem Siegel Friedr. (Savafig. 9).

UB. V. Kremsm. 195. ObOst. UB. 5, 028. Reg.: Pachmayr Series abb. Cremif. 101. Licbn.-Birk 3, 373 n. 488. BObmor

1314—47 F. d. S. n. 133. — Vgl. betr. der Gericbtsbarkeit Urk. v. 1313 Aug. 21 der Abt. II, wo Friedr. als Herzug

das Privileg RudolfsL (B.-Redlich n. 1144), das eiue Bestatiguug der Bofreiung vom Landgericht dcb. K. Friedr. II.

Hzg. Leup. VI. ist, bereits bestatigte. 777

— Januar 21. — Graf Ulricb von Berg, genannt von Schelklingen , und seiu Sohn Grf. Konrad gelobeu eidlicb,

Kg. Friedrich, Hzg. Leopold und dereu Brudern mit ibrer gauzen Macht, ibreu Leuten und Guteru und mit Oifiiung ibrer

Festen und im besonderen mit 30 Helmen innerhalb uud auCerbalb des Landes, solange der Krieg um das Reicb wabrt,

gegeu jedermanu Hilfe zu leisteu, ducb siud sie zu keiner Dienstleistung durcb das Gebirge gegen Osterreicb oder Buhmeii

verpfliebtet, es sei denn, daC dio Herzoge sie dabei iu gleicber Weise wie ihre andereu Vorbundeteu und Diener unterstutzen.

Die Verpfiicbtnng soll auch im Falle des Ablebens Friedricbs gegeniiber Leopold und desseu Bruder fortbestehen.

D. w. geg. au s. Agnesen tag 1319. — Or. Staats-A. Wien mit den Siegeln der Aussteller. Scbwalm MG. Const. 5, 424.

Reg.: Emler Keg. Boh. 3, 200. Licbu.-Birk 3, 373 n. 489. 778

— Januar 22. — Dietricb, Biscbof von Lavaut, und die anderen kuuiglicben Gesandteu erwirken bei Caugrande einen

Waffonstillstand mit der Stadt Treviso bis Ende Februar unter folgeudeu Bediugungen: l) daC Conegliano und die soust

von Caugrande besetzteu trevisanischen Orte und Burgen von Ilartnid von Wildon, Marscball der Steiermark, im Namen

Konig Friedriclis bewacht werdeu soUeu ; 2) daC Treviso selbst und alle anderen Orte und Burgen bleiben sollen wie sie

sind, jedoch keine militarischen VerteidiguiigsmaCregoIn ergreifen diirfen, in welchem Falle der Waffeustillstand als gebrochen

und beendet anzusehen wiire. Scripta die Lune 22 ianuarii. — Abschr. Treviso bibl. commun. cod. documenti

Trivig. Co. Scotti 6. Verci 8 doc. 167. Auszg. : Arch. f. (ist. Gescb. 59, 284 Anm. 1. Chronicon Torrianum cod. pal.

Vindob. 6331 fol. 244*' (mit 26.Jiinuer als Ausgaugstermin). Vgl. Liberale de Levada 182/183: Cauis ... ambasciatores

deludens per uiium meusem Tervisinis treuguam sive inducias ordinavit. Vgl. auch die nicht zutreffenden Angaben iiber