Download - Deutsche Evangelische Kirchengemeinde Lissabon

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51. Jahrgang Herbstausgabe Oktober - November N°5 / 2013

Der Bote aus Lissabon

Zeitschrift für evangelische Christen

deutscher Sprache in Portugal

Lissabon * Porto * Madeira * Algarve


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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser des Boten aus Lissabon,

So picke packe voll (ich weiß gar nicht, ob der Duden das so kennt) ist der neue Bote wieder geworden, dass wir drei schon fertige

Seiten für nächste Ausgaben zurückstellen mussten. Schön, wenn in unseren Gemeinden so viel Lesenswertes, wie ich meine, passiert.

Auf Seite (5) stellt sich vor ein neuer sozialer Dienst, den unsere Gemeinde zusammen mit der Bartholomäus-Brüderschaft

sowie der katholischen deutschsprachigen Gemeinde startet. Sagen Sie es weiter! Im Mai nächsten Jahres kommt das ZDF nach Lissabon,

um einen Fernsehgottesdienst bei uns zu produzieren (8). Das wird eine große Sache. Sagen Sie es weiter!

Der Chor JubiLis in Lissabon hat mit Nicole Eitner eine wunderbare neue Chorleiterin gefunden

(9). Wir sind bis zu 25 Sängerinnen und Sänger, werden gerne noch mehr: Sagen Sie es weiter!

Mit Udo Grub und Hans-Uwe Hüllweg haben ein neuer und ein „alter“ Pfarrer ihren Dienst in Porto

bzw. am Algarve begonnen (11/13). Die EKD hat eine Orientierungshilfe zu Ehe und Familie

veröffentlicht, die großen Wind gemacht hat (was besser ist als ein laues Lüftchen). Lesen

Sie dazu ein spannendes Interview des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider (14/15).

Ich hoffe, für jede und jeden ist etwas Interessantes dabei. Und wenn Ihnen der neue Bote gefallen sollte:

Sagen Sie es weiter…!

Ihre und eure Pastorin Anke Stalling

Vom Salz, vom Papst und vom R4

„Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.

Es kann eine Stadt, die auf dem Berge liegt, nicht verborgen bleiben.

Man setzt auch das Licht nicht unter einen Scheffel, sondern auf einen

Leuchter. Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit alle Welt

eure guten Werke sehe und den Vater im Himmel preise.“

Matthäus 5, 13-16

Mit diesem schönen Text aus dem Matthäusevangelium

habe ich früher meine Schwierigkeiten gehabt.

Immer kam es mir so vor, als würde hier eine Prise

Arroganz mitschwingen. Wer sind wir denn, dass wir Licht

sein sollen, dass wir uns obenan stellen sollen – und dass

man gar mitbekommen muss, was wir tun; noch dazu an

guten Werken

Was sagen denn die Leute, wenn man sein Licht leuchten lässt

vor ihnen

Salz ist lebensnotwendig. Wir gewinnen unser Salz auf zwei

Weisen: zum einen durch die Salinen, die man auch Salzgärten

nennt. In große Becken fließt salzhaltiges Wasser, das

dann langsam in kleinere Becken umgeleitet wird. Durch

die Verdunstung steigt der Salzgehalt von Becken zu Becken

und am Ende erhält man dann Salz.

Die andere Methode der Salzgewinnung besteht darin, dass

man Wasser mit hohem Druck durch salzhaltige Gesteinsschichten

pumpt und dann an der Oberfläche verdunsten

lässt oder siedet. An manchen Orten kann man noch die sogenannten

Gradierwerke sehen: Riesige Gestelle mit aufgeschichtetem

Schwarzdorn, durch den früher das Salzwasser

mehrmals hindurch lief und durch Verdunstung der Salzgehalt

gesteigert wurde.

Salz war schon immer ein ganz besonderes Gewürz und eben

weil es so schwierig und kompliziert zu gewinnen war, hatte

Salz in der Vergangenheit einen sehr hohen Wert. Wenn Sie

am Ende des Monats Ihr Salär erhalten, dann weist dieses

Wort noch auf jene Zeit hin, als Salz ein Zahlungsmittel war.

Salz ist wertvoll, Salz ist die Basis aller Gewürze.

Salz ist lebenswichtig.

Wenn Jesus uns zuspricht, Salz zu sein – dann ist es ihm darum,

dass wir das Kostbare, das Notwendige, das Lebenswichtige,

das uns geschenkt ist, weitertragen.

Er hat es uns beigebracht. Den Kern des Evangeliums Jesu

sehe ich in der Barmherzigkeit - im liebevollen Blick für

unsere Mitmenschen. Das ist unser Salz.

Ich freue mich gerade über die neuen Töne aus Rom. Das,

was Papst Franziskus sagt, klingt gut in meinen Ohren

– und offenbar auch in so vielen anderen. Die Kirche verglich

er in einem Interview mit einem „Feldlazarett nach der

Schlacht“. Das ist ein kräftiges Bild – aber es gefällt mir. Für

viele Menschen ist das Leben nichts anderes als eine Schlacht.

Sie werden verwundet, ausgebeutet, gedemütigt. Ihr Alltag

ist oft ein Kampf, manchmal auch ums Überleben. So viele

haben zu wenig zum Leben, auch bei uns in Portugal. Aber

auch für viele Menschen, die finanziell abgesichert sind, ist

das Leben kein Zuckerschlecken. Auch in unserer Gemeinde

und in ihrem Umfeld begegnen uns immer wieder Menschen,

die sich durchkämpfen müssen.

Wir können nicht immer nachhaltig helfen. Aber Lazarett

sein – das bedeutet vor allem eines: versuchen zu heilen.

Eine Botschaft wach halten, die Balsam sein kann für angeschlagene

Seelen. Eine Türe offen halten, einen Geist leben,

der dem nahe kommt, den Franziskus im Sinn hat.

Der fährt jetzt, was man weiß, einen alten R4, Baujahr 1984,

300.000 Kilometer auf der Uhr. „Fahrt keine Luxusautos“

predigt Papst Franziskus seinen Priestern. Vom unserem

(evangelischen) Kollegen in Rom weiß ich, dass in der Heiligen

Stadt ein ganz neuer Wind weht, der für die betreffenden

Kardinäle und Bischöfe in vielen Fällen Gegenwind bedeutet.

Denn die fahren alle keine kleinen Autos. Was tun, wenn der

Heilige Vater mit einem R4 daherkommt Was tun, wenn sich

die Gazetten gegenseitig übertreffen, indem sie in Bildmontagen

die (h)eiligen Fahrzeuge nebeneinander stellen und damit

so manchen Würdenträger in Verlegenheit bringen

Es kann nicht darum gehen, Luxusautos zu verteufeln.

Aber es kann darum gehen, den Blick neu zu schärfen

für das Wesentliche im Leben – und als Theologe würde ich

sagen: für das Wesentliche des Glaubens, für das Salz des Lebens.

In den Kirchen und in den Gemeinden sind wir vor

allem dazu aufgerufen, den Menschen die Frohe Botschaft zu

verkündigen – und sie zu leben.

Das wird uns nicht immer richtig gut gelingen. Aber das muss

es auch nicht. Wichtig ist, dass wir uns Mühe geben, Jesu Worte

ungeschminkt, aufrichtig und authentisch zu vermitteln.

Nicht in der Verpackung akademischer Worthülsen, nicht im

Hochglanzprospekt. Es genügt fast schon, wenn man sich

freut daran, getauft zu sein. Die Taufe ist das Bild dafür, dass

ich als Gotteskind angenommen bin, dass ich auf Jesu Worte

vertrauen darf, und dass mich die Kraft des Heiligen Geistes

nicht verlässt, ganz gleich, was mir zustößt, gleich auch, wie

lange ich lebe.

Diese Zusage Gottes trägt mich, sie gibt mir Halt, sie macht

mich auch ein Stück unabhängig vom Urteil anderer. Sie befreit

mich nach dem Haschen der Wertschätzung anderer –

denn ich bin schon wertgeschätzt von dem, der mein Leben

schenkt und dereinst empfangen wird. Das ist mir heilig.

Gerne will ich immer davon erzählen.

Das Titelbild zeigt die kleine Kirche der Gemeinde in

Lissabon inmitten des Häuserheeres. Als die Kirche

1934 eingeweiht wurde, stand sie –beinahe einsam– vor den

Toren der Stadt an einem Feldweg, in der direkten Nachbarschaft

nur einige wenige Wohnhäuser. Es muss eine Idylle

gewesen sein. Heute führt an unserer Kirche eine Avenida

vorbei, die Metro darunter, die Flugzeuge werfen ihre Schatten

und dröhnen (siehe Bild rechts).

Für mich hat dieser neue alte Standort auch einen gewissen

Symbolwert: Kirche muss da sein, wo die Menschen sind.

Auf dem Foto erkennt man das Wohnhaus gegenüber, im

Vordergrund das IPO, das große Klinikum für Krebserkrankungen.

Im Hintergrund ein Hotel, neue Touristen schweben

gerade mit dem Flugzeug ein. Neben der Kirche befinden

sich ein Kindergarten und eine Zahnklinik. Mittendrin.

Wir sind an die Menschen gewiesen, die bei uns anklopfen,

an die Menschen, die wir einladen. Salz und Licht sein bedeutet

aber auch, hinzugehen. Sich zu überlegen, wo man

sich einbringen kann mit seinen Talenten und Fähigkeiten.

Über den eigenen Tellerrand hinaussehen können. Nicht nur

das eigene Leben und das der Familie im Blick haben, sondern

auch die Menschen an meinem Arbeitsplatz, in meiner

Nachbarschaft, selbst Fremde.

Franziskus, so scheint es mir, schlägt da einen richtigen

Weg ein: weg von einer Selbstzufriedenheit, die sich zu

Teilen auch in unserer Kirche breit gemacht hat, hin zu einer

neuen Offenheit einer Kirche, die sich tatsächlich gesandt

sieht und von der Verheißung Jesu leben möchte.

„Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“

Salz ist da zum würzen. Es hält nicht ewig und muss klug verteilt

sein. Licht ist da, um ausgebreitet zu werden. Es braucht

Menschen, die es in die Welt tragen. Lichtträger sein, das

heißt transparent werden für Gott – und selbst strahlen nach

seinen Möglichkeiten. Es heißt das kräftige Licht Jesu, der

zum Christus wurde, in die Welt zu tragen.

Das gelingt uns mal besser und mal schlechter. Aber wenn

wir, wie offenbar Franziskus, es ernst meinen mit unserem

Kreuz, dann gelingt unsere Nachfolge.

Sind Sie schon mal R4 gefahren Ich schon. Es war mein erstes

Auto. Gangschaltung oben in der Mitte. Das hatte was.

Ihr und euer Pastor Stefan Stalling

Das geistliche Wort


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Spendenprojekt Serafina

neuer Sozialkreis

Zwischenbericht von Padre Crespo über

die Verwendung der Spendengelder

Das Centro Social Paroquial São Vicente de Paulo

unterstützt mit Hilfe der Deutschen Evangelischen

Kirchengemeinde Familien, die sich in

finanziellen Schwierigkeiten befinden.

Die Familie Quintino ist eine große Familie mit 11

Familien-Mitgliedern, welche alle zusammen in einem

Haus leben.

Der Vater, welcher immer auf „dem Bau“ gearbeitet

hat, konnte bisher mit seinem Gehalt die Familie

unterhalten. Bedingt durch die aktuelle Krise im

Bausektor in Portugal wurde er arbeitslos und versucht

nun mit dem Verkauf von Alteisen etwas Geld

zu verdienen, welches aber nicht reicht, um alle Kosten,

wie Schulgeld der Kinder, Miete für das Haus

und Einkauf von Lebensmittel, zu decken.

Samuel lebt bei seiner Oma und einer Tante. Seine

Eltern besuchen ihn nur am Wochenende und kommen

nicht für seinen Unterhalt auf.

Die Oma ist das einzige Familienmitglied mit einem

geregelten Einkommen. Da sie aber außer Samuel

noch zwei weitere Kinder betreut, reicht ihr Einkommen

nicht für alle Ausgaben der Familie.

Santiago Franco lebt bei seinen Eltern.

Der Vater ist arbeitslos und die Mutter bekommt den

portugiesischen Mindestlohn.

Mit Unterstützung des Centros versucht die Familie

(mit Erfolg) ihre Schulden so gering wie möglich zu

halten, da das Gehalt

der Mutter nicht ihre

laufenden Ausgaben

deckt.

Joel João wohnt

mit seiner arbeitslosen

Mutter bei einer

Familie, welche wegen fehlender Mietzahlungen ihr

Haus in Kürze räumen muss.

Joel wurde kostenlos vom Centro aufgenommen, da

seine Mutter, welche, solange sie arbeitete, immer ihren

Beitrag an das Centro gezahlt hat, nun über kein

Einkommen mehr verfügt. Sie sucht zwar eine neue

Stelle, aber auf Grund der Krise in Portugal und auch

aus gesundheitlichen Problemen (sie wurde am Auge

operiert) sind ihre Chancen sehr gering eine neue Anstellung

zu finden.

Diese Familie braucht dringend unsere finanzielle

Unterstützung.

Dies sind einige Beispiele von Bitten um Unterstützung

von Familien, welche bisher immer ihren Verpflichtung

nachgekommen sind.

Diese Bitten werden im Augenblick jeden Monat

mehr.

Deshalb sind wir sehr dankbar für eure großzügige

Unterstützung, mit welcher wir diesen Familien, die

in ihrem Alltag so viele Schwierigkeiten überwinden

müssen, etwas Freude und Hoffnung geben können.

Wer gerne in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten helfen möchte, kann

unser Projekt unterstützen. Wir leiten die Spenden direkt weiter – und gewährleisten

durch den vertrauensvollen Kontakt zu Padre Crespo eine regelmässige

Rückmeldung: hier im Boten und auf unserer homepage www.dekl.org.

Während einer Sitzung des Arbeitskreis Soziales

(AKS), welcher auch unsere Gemeinde angehört,

entstand die Idee eines neuen Sozialdienstes, der

sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen, die sich gerne

sozial engagieren möchten, zusammenzubringen

mit Menschen, die ehrenamtliche Dienst gerne

annehmen. Der neue Dienst trägt den Namen

„Hand in Hand“. Wir stellen ihn hier ausführlicher

vor – und hoffen, dass er vielen Menschen segensreich

zur Hand gehen wird, ihren Alltag zu

bewältigen. Das Bild zeigt Vertreter der drei Träger

sowie Menschen, die sich engagieren möchten.

Hand in Hand wendet sich an Menschen, die

auf ehrenamtliche Dienste zurückgreifen wollen,

die ihnen helfen, ihren Alltag zu bewältigen

Hand in Hand wird gemeinschaftlich getragen von

der Bartholomäus-Brüderschaft sowie den beiden

deutschsprachigen Kirchengemeinden in Lissabon

Hand in Hand finanziert sich ausschließlich über

Spenden und ist für die Hilfesuchenden kostenlos

Das bieten wir an:

• Besuchsdienst zuhause, im Krankenhaus,

in der Justizvollzugsanstalt

• Einkaufsdienst

• Hilfe bei Behördengängen, Korrespondenz

• Fahrdienst zum Gottesdienst

und zu geselligen Angeboten

• weitere Hilfeleistungen,

die Ihnen den Alltag erleichtern

Sind Sie interessiert Dann wenden Sie sich gerne an:

• Gabi Pfister (Leitung Casa São Bartolomeu /

Deutsches Seniorenheim, Koordination)

Tel. 919 781 389

• Pfarramt der Deutschen Evangelischen

Kirchengemeinde Tel. 217 260 976

• Pfarramt der Deutschsprachigen Katholischen

Kirchengemeinde Tel. 213 964 114

Lissabon

Bankverbindungen:

BPI Konto 0-4076471.000.001

NIB: 0010 0000 4076471 0001 25

IBAN: PT50 0010 0000 4076 47100 0125

Swift BB PI PT PL

oder:

Bank für Kirche und Diakonie Duisburg

Konto 101 2096 018

BLZ 350 601 90

Kennwort: Serafina 2013

Danke allen, die sich einbringen!

Wir helfen Ihnen gerne.

Spendenkonto

ASSOC S BARTOLOMEU ALEMAES LISBOA

NIB 0033.0000.00005672910.25

IBAN PT50.0033.0000.00005672910.25

SWIFT/BIC BCOMPTPL

Stichwort „Hand in Hand“

Lissabon


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Neue Konfirmanden

auf grosser Fahrt

Mit einer Konfirmandenfreizeit an den Rio

Zêzere, die mittlerweile schon Tradition hat,

haben die Konfirmanden ihre Konfirmandenzeit

nach dem Sommer begonnen.

Mit dabei auch die neuen:

Sylvester Wenzel, Lennart Hinz, Salvador

Brehm sowie Nicolas Reichert.

Sie werden von unserer Gemeinde im Erntedankgottesdienst

am 13. Oktober begrüßt werden.

Ihre Konfirmation wird sein am Palmsonntag

2015.

Vormerken: Gemeindereise nach Kastilien

31 März - 6 April 2014

Auch das Jahr 2014 wird noch von der Krise gezeichnet sein. Deshalb ist

es sicherlich nicht angebracht, in die „Ferne zu schweifen“. Auf der Iberischen

Halbinsel gibt es ja so viel zu entdecken oder wieder zu entdecken

und zu erleben.

Geplant ist, die historischen Städte Kastiliens rund um Madrid zu bereisen:

Toledo, Segovia, Ávila, Aranjuez, Alcalá de Henares, El Escorial.

Als „Hauptquartier“ ist Madrid mit seiner zentralen Lage angedacht, auch

wenn diese Stadt nicht im Mittelpunkt der Reise stehen soll. Näheres über

die Reise erscheint im nächsten „Boten“ (Dezember/Januar).

Die Reise wird in bewährter Weise von Hannelore Correia organisiert.

„ungewöhnlich finde ich fast gar nichts mehr ...“

Lissabon

Herzlich willkommen!

workshop im Jugendraum:

Nicht wieder zu erkennen

Am 15. Juni trafen sich Konfirmanden und schon

konfirmierte Jugendliche in ihrer Kirche zu einem

workshop, um ihren Jugendraum anzumalen.

Herausgekommen sind kreative Graffiti, die dem

Raum ein völlig neues Gesicht geben. Nach einem

Kinobesuch wurde er mit einer Übernachtung

eingeweiht. Die neuen Konfirmanden freuen sich

über das neue out-fit. Eine schöne Idee.

Die BaKiKi (Bartholomäus´ Kinder Kirche), im letzten Jahr als ökumenisches

Projekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alten- und Pflegeheim der Bartholomäus-Brüderschaft

ins Leben gerufen, öffnet ab Oktober wieder ihre Pforten. An

einem Freitagnachmittag können Kinder der Schule Estoril im Altenheim einen

Kinderbibelnachmittag erleben – und bringen nebenbei Abwechslung in das Leben

der Senioren. Termine: 18. Oktober, 15. November, 6. Dezember.

Termine + Termine + Termine + Termine + Termine

Am Samstag, 12. Oktober, 11h00

wird unsere nächste Gemeindewanderung

stattfinden. Wir treffen

uns auf dem Parkplatz des

Convento de Capuchos in der Serra

de Sintra.

(38°47´03 N 9°26´13 W)

Nach einer ca. zweistündigen Wanderung

picknicken wir und feiern

eine kurze Bergandacht.

Schnürt die Stiefel!

• 13. Okt. 11h00 Familiengottesdienst zum Erntedankfest

mit Begrüßung der neuen Konfirmanden

• 20. Okt. 11h00 Gottesdienst zum Konfirmationsjubiläum

• 17. Nov. 10h15 Gedenkfeier auf dem deutschen Friedhof

zum Volkstrauertag, anschl. ökumenischer

Gottesdienst in der katholischen Kirche

• 24. Nov. 11h00 Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag

Clarissa Lacerda Tavares (18) berichtet von ihrem Freiwilligendienst in Bolivien

Nachdem ich nun endlich mein Abitur an der Deutschen

Schule Lissabon erworben habe, konnte ich kaum erwarten,

dass mein Freiwilligendienst losgeht.

Dank des Programmes „Weltwärts“, dass vom Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

gegründet wurde, und der Missionszentrale der

Franziskaner in Bonn habe ich die Möglichkeit, ein Jahr im

Kinderdorf „Aldea de Niños Padre Alfredo Spiessberger“ in

San José de Chiquitos, Bolivien, mit meiner Projektpartnerin

Frieda zu leben und mitzuarbeiten.

Nun bin ich schon drei Wochen in Bolivien und alle Einstellungen

und Erwartungen haben sich als umsonst erwiesen,

denn alles hier ist anders als man es sich in Europa vorstellen

könnte, aber ich fühle mich hier wohler, habe mehr Spaß

und bin glücklicher, als ich gedacht hätte. Bolivianer sind

sehr herzliche, freundliche und hilfsbereite Menschen, die

uns die Trennung von unserer Familie und den Freunden

leicht machen.

Das Beste hier sind jedoch die Kinder, die, trotz oder grade

wegen ihrer schweren Schicksale, welche sie ins Kinderdorf

geführt haben, voller Lebensfreude sind und sich immer

freuen, wenn wir Zeit mit ihnen verbringen.

Das Kinderdorf ist aus mehreren „Casas“ aufgebaut, in denen

bis zu 11 Kinder mit einer „Tia“ leben. Frieda und ich

wohnen in einem leerstehenden Haus im Kinderdorf alleine,

woran wir uns, da wir bisher nur bei unseren Eltern gewohnt

haben, erst einmal gewöhnen mussten, was wir nun aber

gut finden.

Unser Chef, der Direktor des Kinderdorfes, lässt uns viel

Selbstbestimmung in der Wahl unserer Aufgaben. Die

einzige feste Verpflichtung die wir haben ist, die Kinder

zum Kindergarten zu bringen und sie später abzuholen.

Ansonsten haben wir uns in zwei verschiedene „Casas“

eingelebt, für die der Direktor sich Freiwillige gewünscht

hat. Ihm ist wichtig, dass wir keine Arbeit verrichten, die

Aufgabe der Tias ist, also verbringe ich meine Morgen

und Nachmittage bisher damit, mit den Kindern meiner

Casa zur Bibliothek des Dorfes oder auf den Spielplatz zu

gehen und ich gebe mehreren älteren Kindern Nachhilfe

in Englisch. Sobald wir uns komplett eingelebt haben,

wollen Frieda und ich außerdem noch verschiedene Projekte

mit den Kindern anfangen.

Ich bemühe mich bisher außerdem damit, Spanisch zu

sprechen, was von Tag zu Tag besser klappt. Vieles kann

ich aus dem Portugiesischen ableiten, und den Rest lerne

ich durch die Kinder und die Sozialarbeiter und spanische

Freiwillige, welche hier momentan unseren Freundeskreis

bilden.

Ansonsten unterscheidet sich Bolivien, eins der ärmsten

Länder der Welt, sehr von Europa. Bisher habe ich meine

Ansprüche schon komplett hinuntergeschraubt und mich

an die vielen Insekten und den Schmutz gewöhnt, ungewöhnlich

finde ich fast gar nichts mehr. Auch der Umgang

hier mit den Kindern hat mich zu Beginn gewundert,

denn auch schon die Kleinsten spielen munter mit

Teppichmessern und stecken sich ständig Dreck in den

Mund oder klettern gefährlich herum ohne dass jemand

etwas sagt.

Es gibt wenig, das ich von meinem alten Leben in Europa

hier vermisse und vieles, das ich hier dazugewonnen

habe. Diese drei Wochen waren die längsten und aufregendsten

meines Lebens und ich bin froh, dass ich noch

sehr viele davon hier vor mir habe.

Unsere Gemeinde unterstützt den Freiwilligendienst

von Clarissa, die uns in Abständen an ihren Erlebnissen

teilhaben lässt. Sie wurde in 2009 in der DEKL

konfirmiert und ist Mitglied der Gemeinde. Wir wünschen

ihr Gottes Segen für ihren Dienst in Bolivien.

Lissabon


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Lissabon

Die Dekl kommt ins Fernsehen

Das ZDF produziert einen Fernsehgottesdienst in Lissabon

Für 2011, unser 250. Jubiläumsjahr, war es schon einmal angedacht.

Damals hat es nicht geklappt. Drei Jahre später realisieren

wir ein Großprojekt: am 11. Mai 2014 wird in unserer Gemeinde

ein Fernsehgottesdienst für das Zweite Deutsche Fernsehen aufgezeichnet

und produziert. Die Ausstrahlung ist für den 18. Mai 2014

vorgesehen. Dazu ist Frau Elke Rudloff, Beauftragte der EKD für

Fernsehgottesdienste beim ZDF, Ende August ein erstes Mal nach

Lissabon gereist, um sich mit einer Arbeitsgruppe unserer Gemeinde

zu treffen. Sie wird noch einige Male kommen – Pastorin

Stalling reist im Oktober zu einem Kameratraining nach Berlin.

Die Fernsehgottesdienste werden sehr professionell und hohem

Aufwand produziert. Etwa 700.000 Zuschauer feiern jeden Sonntag

die Gottesdienste am Fernsehgerät mit. Für unsere Gemeinde

wird es eine großartige Gelegenheit sein, sich bekannter zu machen.

Dazu kommt ein großer Gemeinschaftfaktor: je näher die Aufzeichnung rückt, desto mehr Menschen wollen wir in

die (Vor-)Arbeiten einbinden. Das Foto zeigt Pfarrerin Elke Rudloff, Pastorin Stalling sowie unseren GKR-Vorsitzenden

Stephan Stieb – in der Mitte Mainzelmännchen. Bitte merkt euch die Termine vor. In den kommenden Boten werden wir

immer wieder von diesem Ereignis berichten.

Zum 252. Geburtstag ...

Am 31. Mai 1761 wurde der erste Gottesdienst in unserer Gemeinde

gefeiert. Pastor Schiving aus Holland hielt die erste

Predigt. Immer am ersten Sonntag nach diesem Datum wollen

wir künftig den

Geburtstag unserer

Gemeinde feiern.

Zum 252. Geburtstagsfest

am 2. Juni

hat Ralf Gerspach

eine wunderbare

Geburtstagstorte

gebacken. Danke!

Herzlichen Glückwunsch,

DEKL.

Neue Prädikanten feierlich in ihr Amt eingeführt

Mit einem festlichen Abendmahlsgottesdienst am 1. September

begann für unsere Gemeinde die Zeit nach dem

langen Sommer. Viele waren gekommen – vor allem auch,

weil sie sich mitfreuten für Susanne Burger und Andreas

Müller, die von Pastorin Stalling in ihr Amt als neue

Prädikanten der DEKL eingeführt worden sind. Zur Seite

standen ihr die beiden Assistenten Hildegard Jusek, selbst

Prädikantin, sowie Frank Tischler, unser Schatzmeister.

Prädikanten dürfen nach einer eingehenden Ausbildung

in der EKD sowie betreut durch die Pfarrer vor Ort eigenständig

Gottesdienste und Kasualgottesdienste (Taufe,

Trauung, Beerdigung) feiern. Sie sind gerade in den Auslandsgemeinden

so wichtig, da das nächste evangelische

Pfarramt (wie auch in Portugal) hunderte von Kilometern

entfernt ist. Der Gemeindekirchenrat wünscht unseren beiden

neuen Prädikanten einen immer segensreichen Dienst.

„Tea-time“ bei den Barthels

Liebe Gemeindemitglieder,

Jeweils am 1. Montag des Monats lädt das Bartholomäus Haus

Freunde des Hauses und solche, die es noch werden möchten,

von 16:00 bis 18:00 Uhr zum Nachmittagstee ein.

Bei entspannter Klaviermusik

unseres Pianisten, Luis

Santos, wird geschmaust

und geplaudert. Bei gutem

Wetter genießen wir im Garten.

Mit besten Grüßen,

Gabriele Pfister

(Heimleitung)

Telefon: 214660208

TM: 966866215

Sonntag, 1. Advent

1. Dezember, ab 11h00

Unsere langjährige Chorleiterin Carina Lasch Lind

ist im September 2013 nach Deutschland gezogen.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Nicole Eitner

eine Nachfolgerin gefunden haben, die sich auf

die neue Aufgabe sehr freut. Nicole kommt mehr

vom Pop - das wird den Chor zuteilen auch neu

ausrichten. Beginnen wollen wir mit Gospel.

Die erste Probe mit Nicole (Bild) fand statt am

18. September und war ein voller Erfolg. Wie immer

machen wir eine kleine Pause mit einem Gläschen

Wein oder Wasser. Die Proben finden statt

mittwochs von 20h00 - 22h00.

Auf dem Kirchhof kann

problemlos geparkt werden.

Wer mitsingen möchte:

Es ist keine Anmeldung

nötig. Wir freuen uns über

jede und jeden, der mit uns

singen möchte.

Herzlich willkommen!

Wir trauen uns ...!

In diesem Sommer hatten wir in

Lissabon viel mehr Trauungen als in

den Jahren zuvor.

Festlich und fröhlich, musikalisch

und poetisch haben die Ehepaare den

Segen Gottes erbeten. Wir gratulieren

allen Brautpaaren von Herzen.

JubiLis mit neuer Kapitänin!

Lissabon


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Von Gran Canaria zum Algarve

Pfarrer Hans Uwe Hüllweg, schon einige Male im Algarve als „Sommerpfarrer“ bzw. Mehrmonatspfarrer tätig, ist ein

weiteres Mal für zehn Monate dorthin entsandt worden. Zuvor hatte er zwei Monate auf Gran Canaria ausgeholfen.

Lissabon

Einladung zum Konfirmationsjubiläum

Liebe Gemeindeglieder!

Im Oktober laden wir ein zu einem besonderen Gottesdienst. Er wendet sich an die Menschen, die vor 50 Jahren oder

mehr in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon oder in einer anderen Kirche konfirmiert worden sind.

Einige von standen schon vor 70 Jahren vor dem Altar, um den Segen Gottes zu empfangen.

Wir meinen, dass sei Grund genug, sich gemeinsam in einem Festgottesdienst an Ihre Konfirmation zu erinnern.

Wir laden Sie ganz herzlich ein, dies in der Kirche mit uns zu feiern:

Sonntag, 20. Oktober 2013 um 11 Uhr

Deutsche Evangelische Kirche zu Lissabon

Nach dem Gottesdienst möchten wir gerne mit Ihnen zusammen Mittag essen. Dazu haben wir ein Lokal ausgesucht,

das ganz in der Nähe der Kirche liegt. Die Kosten dafür würde jeder selbst übernehmen. Im Anschluss an das Mittagessen

laden wir ein zu Kaffe & Kuchen in die Gemeinde - und lassen den Tag ausklingen bei einem Konzert mit dem Chor

vocapella aus Bielefeld, das von 17h00 – 18h00 in unserer Kirche stattfindet. (siehe unten)

Wir möchten Sie bitten, uns bis zum 13. Oktober mitzuteilen, ob Sie diesen Festtag mit uns feiern möchten. Sie können

das schriftlich, telefonisch oder per Internet machen. Und teilen Sie uns mit, ob Sie alleine oder in Begleitung kommen

werden. So können wir besser planen und auch Ihre Urkunden anfertigen. Jede und jeder, der teilnimmt, bekommt im

Gottesdienst eine Urkunde überreicht.

Auch wenn Sie vor Jahren in einer anderen Kirche konfirmiert wurden, können Sie gerne an diesem besonderen Gottesdienst

teilnehmen. Teilen Sie uns dazu bitte folgende Daten mit:

Voller Name, Geburtstag, Geburtsort, Konfirmationsdatum und – ort, Konfirmationsspruch.

Sollten Sie die Angaben nicht vollständig parat haben, ist das nicht weiter schlimm.

Wir freuen uns auf einen wunderbaren Tag.

Herzliche Grüße senden Ihnen allen Ihre Pastoren

Anke Stalling & Stefan Stalling

Konzert mit „vocapella“, aus Bielefeld

Sonntag, 20. Oktober, 17h00

Vocapella“ ist ein Chor 30-40 Sängern, der kirchliche

und weltliche Motive in seinen Programmen

vereint („Musica sacra“, „Die vier Elemente“,

„Tierisch zyklisch“, „Voices & Rhythm“

u.v.a. Je nach Auftrittsort bringt der Chor auf

ansprechende Weise Bach, Mendelssohn, Gospels

oder Pop-Songs aus unserem Repertoire zu

Gehör. Wir freuen uns, dass vocapella bei uns

singt – und den großartigem Abschluss des Konfirmationsjubiläums

bilden wird. Eintritt frei.

Herzliche Einladung!

Nach mehr als viereinhalb Stunden Flug von

Düsseldorf landet der Airbus auf dem Flughafen

von Las Palmas. Die Maschine ist voll mit

Urlaubern, die die frühlingshaften Temperaturen auf der

kanarischen Insel genießen wollen. Mein Auftrag hingegen

lautet: Unterstützender Dienst für das Tourismuspfarramt.

Meine Frau und ich sind sehr gespannt, ob sich das Leben

im Allgemeinen und der Dienst im Besonderen vom Algarve

unterscheidet.

Auf Gran Canaria, ebenso wie auf Teneriffa, den Balearen,

der Costa Blanca, der Costa del Sol und anderswo, unterhält

die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ständige

Tourismuspfarrämter. Die kümmern sich um die in Scharen

dort urlaubenden deutschsprachigen Touristen und natürlich

auch um die Residenten, die ständig dort leben. Viele sind

Rentner, die, ähnlich wie im Algarve, ihren Lebensabend

in der Sonne verbringen möchten, sowie Gastronomen,

Reiseleiter, Ärzte, Handwerker, wie etwa Bäcker, Metzger

oder Klempner, andere Gewerbetreibende und dazu etliche

Aussteiger.

Nach Ostern neigt sich die Hauptsaison dem Ende zu. Viele

Langzeiturlauber fliegen jetzt in Richtung Heimat, allen

voran die Überwinterer. Die Temperaturen halten sich hier

im Süden der Insel zwischen durchschnittlich 20 Grad im

Winter und bis zu 28 Grad im Sommer. Manche Allergiker

allerdings kommen erst März-April, flüchtend vor den

Pollen in Deutschland. Die „Eingeborenen“ erzählen oft

vom „Calima“, dem Wüstenwind aus der Sahara – Afrika

liegt nur 140 km Luftlinie entfernt -, der gelegentlich Staub

und Sand über die Insel bläst und eine Hitzewelle von 35-40

Grad erzeugt. Bisher haben wir den glücklicherweise noch

nicht erlebt.

Es gibt hier keine Gemeinde im eigentlichen Sinn, sondern

naturgemäß eine hohe Fluktuation der Zielgruppe.

Ständig tauchen neue Gesichter auf. Der Tourismuspfarrer

leistet „angebotsorientierte“ Arbeit. Die sonntäglichen

Gottesdienste finden im Templo Ecumenico in Playa del

Inglés statt. Außerdem werden ein offenes „Marktcafé“

angeboten, ebenso ein Gesprächskreis mit wechselnden

Themen, sowie je ein Vortrag im Wechsel mit dem Filmclub

alle vierzehn Tage. Hauptattraktion sind die Wanderungen

im bergigen Inneren der Insel, die der Tourismuspfarrer

gegen einen Spendenbeitrag organisiert, und die im Winter,

also der Hauptsaison, manchmal 100-150 Interessenten (!)

finden.

Wer schon einmal auf der Insel war, wird den Templo

Ecumenico „El Salvador“ (der Heiland) kennen. Ein

ökumenisch gesonnener katholischer Bischof hat diese

Kirche vor Jahrzehnten errichten lassen. Darin feiert

die spanische katholische Gemeinde des Ortes ihre

Gottesdienste, dazu aber auch Christen verschiedener

Konfessionen aus Deutschland, England, Irland,

Norwegen, Schweden, Finnland und den Niederlanden.

Insgesamt 14 Denominationen teilen sich in der Saison

den Templo. Unser deutscher evangelischer Gottesdienst

findet sonntags um 19 Uhr statt. Das muss immer eine

„Highspeed“-Veranstaltung sein, denn um 19.45 Uhr kommt

bereits die nächste Gruppe, um alles vorzubereiten für ihre

eigene Messe. Eine dreiviertel Stunde für Liturgie, Lesung,

Predigt, Abendmahl und Verlassen der Kirche – da muss

der Pfarrer sich sehr kurz fassen. Nach dem Gottesdienst

sitzen wir dann noch, ausgiebig und ohne Zeitdruck bei

„Erwin“, einem gemütlichen Lokal mit Ausblick übers

Meer, zum Klönen bei einem Glas kanarischen Weins,

spanischen Biers oder „Agua con gas“ zusammen, dazu

eine Schüssel „Kartöffelchen mit scharfer Sauce“, ein Teller

„Gebratene Chorizo“ mit Pommes und Salat oder andere

Köstlichkeiten. Das kennen wir ja in ähnlicher Form in

Carvoeiro auch; Gruß an Dona Lena.

Nach einem zweimonatigen „Heimaturlaub“ in Münster

machten wir uns dann wieder auf die Reise zum Algarve.

Ein herzliches Willkommen empfing uns, alles war aufs

Beste vorbereitet. Im Einführungsgottesdienst gab es zwei

besondere Akzente. Zunächst begrüßte Prädikant Dietrich

Klein den neuen „alten“ Pfarrer und seine Frau und

überreichte ihm einen Original-Staffelstab zum Zeichen,

dass er jetzt wieder einer in der Reihe der Verkündiger des

Evangeliums im Algarve sei, der den Stab dann eines Tages

auch wieder weitergeben werde.

Zum andern wurde unsere Vorsitzende Ingrid E. Helsen,

nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung als

Prädikantin (s. Bericht von Pfarrer Claudio Stief im letzten

Boten), jetzt in dieses verantwortungsvolle Amt eingeführt.

Dazu war eigens Pfarrerin Anke Stalling aus Lissabon

gekommen. Sie hat auch die Predigt gehalten. Unser

Prädikant Dietrich Klein wirkte ebenfalls mit. Der Chor

sang stimmgewaltig Liturgie und andere

Stücke in mehreren Sprachen. Alles in

allem, so äußerten sich nachher einige

Gottesdienstbesucher/innen, war es ein

bewegender und feierlicher Gottesdienst.

Wir wünschen Ingrid Helsen von Herzen

Gottes Segen für Ihren Dienst.

Hans Uwe Hüllweg

Algarve


12 13

Ein herzliches Willkommen

unserem neuen Pfarrer

Zur einführung von Pfarrer Dr. Udo Grub

Rückschau: Ein „Halleluja“ für den Pastor

beim Sommerfest der besonderen Art

"Unser Leben ist ein Fest" - so hieß das Motto unseres

letzten Familiengottesdienstes vor der Sommerpause. Es

war ein in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlicher Gottesdienst.

Zum einen war es die letzte offizielle Veranstaltung

unseres sehr geschätzten Pastors Wolfgang Heldt-

Meyerding vor seiner Rückkehr nach Deutschland. Zum

anderen unterstützte das Regenbogenteam die Feier mit

mehreren kleinen interaktiven Beiträgen. Wie bei allen Familiengottesdiensten

in den letzten drei Jahren legte Pas-

Unmittelbar im Anschluss

an den Gottesdienst bedankten

sich die Vorsitzende

des Gemeindekirchenrates,

Frau Ulrike Busch

und das Regenbogenteam

bei "Ihrem" Pastor für

seine in vielerlei Hinsicht

vorbildliche Arbeit mit einigen

Buch- und Liedgeschenken

der besonderen

Art, die von Herzen kommen.

Mehr oder weniger nahtlos

schloss sich das Sommerfest

mit einem tollen Buffet

und einem Barbecue sowie einem bunten Kinderprogramm

an. Die Palette reichte dabei vom Kinderschminken, über

den Klassiker "Eierlaufen", über das Experimentieren mit

einem großen bunten Schwungtuch bis hin zum Vorlesen einiger

skandinavischer Märchen im Regenbogenraum.

Aus allen Ecken Nordportugals kamen nach der langen

Sommerpause die Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde

sowie auch einige deutsche Urlauber in unser

Haus der Begegnung. Einige freuten sich besonders auf

den gewohnten deutschsprachigen Gottesdienst, andere

fanden vielleicht auch aus lauter Neugierde am 8. September

2013 den Weg in das Gemeindezentrum, denn es

war der Einführungs-Gottesdienst unseres neuen Pfarrers

Dr. Udo Grub.

Pfarrer Grub wird bei seiner Arbeit in den nächsten 10

Monaten tatkräftig von seiner Ehefrau Elke unterstützt.

Beide haben sich seit ihrer Ankunft in Porto Ende August

schon mit einigen Eckpfeilern der Gemeindearbeit

vertraut gemacht: es gab bereits Treffen mit dem Frauen-

Bibelkreis, dem RegenbogenTeam und dem Gemeindekirchenrat.

Auch Pfarrer Stefan Stalling aus Lissabon reiste an und

begrüsste das Ehepaar Grub im Namen der Muttergemeinde.

Nach langjähriger Tätigkeit als evangelischer Pfarrer im stark katholisch geprägten Rheinland hat Udo Grub im Ruhestand

nochmals die Herausforderung einer Pfarrstelle im Ausland angenommen. Wir wünschen ihm alles Gute und viel Freude

bei der Gemeindearbeit und auch bei seiner Arbeit als Lehrkraft in der Deutschen Schule zu Porto. Mögen er und seine Frau

Elke von allen Gemeindemitgliedern mit offenen Armen empfangen werden!

tor Heldt-Meyerding auch dieses Mal wieder größten Wert

auf ein ausgewogenes Miteinander aller Altersklassen. Darüber

hinaus schaffte er es mit einer gekonnten Auswahl

an Zitaten und Bildern im Rahmen seiner Predigt nicht

nur einen kurzen Rückblick auf seine Zeit in Porto zu

geben, sondern auch der Gemeinde den besonderen Stellenwert

der Liebe in all ihren Facetten zu verdeutlichen.

Porto

Meditative Tänze

mit Frau Elke Grub

Einfache gemeinsame

Tanzschritte im Kreis –

jeder ist herzlich willkommen!

Donnerstag, 17. Oktober 16.00 h

Donnerstag, 14. November 16.00 h

Erntedank-Gottesdienst mit

RegenbogenTreff und dem

‚Jungen Chor‘ aus Flensburg

6. Okt So 10.30 h

Das Ehepaar Grub mit Mitgliedern des Gemeindekirchenrates sowie Pfarrer Stefan Stalling aus Lissabon

Porto


14

15

Gesprächskreis auf Madeira

Im Oktober beginnt auch wieder der Gesprächskreis. Bisher trafen sich

jeweils etwa zwölf bis fünfzehn Personen unterschiedichen Alters und unterschiedlicher

Herkunft. Im Winterhalbjahr stehen elementare Grundfragen

christlichen Lebens auf dem Programm. Woher wissen wir überhaupt

etwas über Gott Ist alles schon vorherbestimmt Was bedeuten

Taufe und Abendmahl Wie kommt ein Christ zu ethischen Entscheidungen

Über solche Fragen hat jeder schon einmal gesprochen - mögliche Antworten

sollen in den kommenden Wochen diskutiert werden. Die Idee des

Gesprächskreises ist, dass das offene und persönliche Gespräch alle Beteiligten

in ihrem alltäglichen Leben als Christ unterstützt und beflügelt.

Treffpunkt ist weiterhin in Caniço de Baixo bei Familie Oelsner. Bitte

sprechen Sie uns an, falls Sie teilnehmen möchten, aber den Weg noch

nicht kennen. Jede und jeder ist herzlich willkommen.

Geplante Termine: 14. Oktober, 4. / 25. November, jeweils um 17h30.

Sind Pfarrer ...

Sie sollen moralisch Vorbild sein, ohne Frage.

Aber sind Pfarrer oder Bischöfe neben ihrer

Vorbildfunktion und ihrer theologischen

Leitungsaufgabe etwas Besonderes Eine eigene

kirchliche Gattung Die Reformatoren

haben das Verständnis von den kirchlichen

Leitungsämtern von Grund auf verändert. Es

bildete sich ein Unterschied heraus zwischen

einer Ordination im evangelischen Sinne und

der Weihe im katholischen Sinne. Durch die

katholische Priesterweihe wird ein Pfarrer in

den Klerikerstand erhoben und damit Teil

der Hierarchie, wörtlich der „heiligen Herrschaft“,

bei der evangelischen Ordination

wird ihm beziehungsweise ihr eine Aufgabe

übertragen (er/sie wird in eine „Dienstgemeinschaft

aufgenommen“).

Ein Merkmal der Kirche ist nach evangelischem

Verständnis das „Priestertum aller

Gläubigen“ (1. Petrusbrief, Kapitel 2). Die Reformation

trägt damit der biblischen Einsicht

Rechnung, dass „in Christus“ alle Menschen

gleich sind. Wenn es einen Stand gibt, dann

einen einzigen, geistlichen Stand: der, dem

alle Christen und Christinnen angehören. Es

gibt aber keine geistliche Hierarchie (so heißt

es auch in den „Leitlinien kirchlichen Lebens“

der lutherischen Kirchen, 2003).

... etwas Besonderes

Auch gibt es in religiöser Hinsicht „keine

verschiedenen Ränge zwischen Bischof und

Pastor“ (Traktat über die Gewalt und den

Primat des Papstes, Schmalkalden, 1537).

Nur aus praktischen Erwägungen entwickelten

sich verschiedene Ämter und Berufe, oder

wie die lutherischen Leitlinien sagen, „ein gewisses

Maß an gestufter Verantwortung“.

Die Barmer Theologische Erklärung von

1934 fasste den kirchlichen Widerstand der

Bekennenden Kirche gegen den Nazistaat in

Worte. Demnach darf es in der evangelischen

Kirche „keine Herrschaft der einen über die

anderen“ geben. Das Besondere der evangelischen

Pfarrer und Bischöfe: Sie führen die

Aufsicht darüber, dass alles in der Gemeinde

gemäß den Bekenntnisschriften abläuft.

Dazu haben sie studiert, deshalb sind sie bei

ihrer Ordination auf das gemeinsame Bekenntnis

verpflichtet worden. Predigen und

taufen, sogar das Abendmahl einsetzen: Das

dürfen auch andere.

Eduard Kopp

Madeira

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16 17

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EKD-Ratsvorsitzender Schneider verteidigt

umstrittenes Papier zu Ehe und Familie

„Das hat mit Zeitgeist-Surferei nichts zu tun“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, rechnet mit einer längeren

Debatte über die umstrittene EKD-Orientierungshilfe zu Ehe und Familie. Im Interview mit dem Evangelischen

Pressedienst (epd) verteidigte er das Papier gegen Kritik, die vor allem von theologisch konservativen Gruppen kam.

Die Wirklichkeit habe sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gewandelt. Mit Schneider sprach der Evangelische

Pressedienst über die ausgelöste familienpolitische Diskussion, die Erwartungshaltung an das Familienleben in Pfarrhäusern

und die Unterschiede einer evangelischen „Orientierungshilfe“ zur festen Lehrmeinung der katholischen Kirche. Wir

dokumentieren das Gespräch in Auszügen. Der Text der neuen Orientierunghilfe des Rates der EKD „Zwischen Autonomie

und Angewiesenheit: Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ findet sich unter www.ekd.de/EKD-Texte/

orientierungshilfe-familie/familie_als_verlaessliche_gemeinschaft.html

epd: Bei der Vorstellung des EKD-Familienpapiers

haben Sie dazu aufgerufen, gesamtgesellschaftlich

eine Debatte zu führen. Die ist nun im vollen Gang.

Sind sie damit zufrieden

Schneider: Ich bin mit dieser Debatte sehr zufrieden,

wenngleich nicht mit allen Äußerungen. Manche verzerren,

und es gibt auch manche, die sich erkennbar gar nicht

bemühen, den Duktus und das Anliegen unserer Schrift

wiederzugeben. Die zum Teil heftigen Reaktionen zeigen,

dass diese Orientierungshilfe eine Themenstellung trifft,

die für die meisten Menschen von großer Bedeutung ist

und bei der die Lebenseinstellungen deutlich auseinandergehen.

Auch die Perspektiven, mit denen der Text beurteilt

wird, sind sehr unterschiedlich. Offensichtlich besteht deshalb

ein großer Diskussionsbedarf.

epd: Einige Reaktionen waren sehr harsch. Waren Sie

davon überrascht

Schneider: Ich bin nicht wirklich überrascht. Wer über Familie

schreibt, der schreibt über Fragen, die Menschen bis

ins Tiefste treffen können. Das ist ein hoch emotionalisiertes

Thema. Es gibt Menschen, die die EKD-Schrift als befreiend

erleben und sich sehr darüber freuen. Aber es gibt

auch Menschen, die dadurch ihr Lebenskonzept infrage gestellt

sehen, und manche reagieren dann harsch ablehnend.

epd: Welchen Stellenwert hat dieses Papier

Schneider: Das Papier ist eine Orientierungshilfe und keine

lehramtliche Verlautbarung - so etwas gibt es übrigens zum

Glück gar nicht in der evangelischen Kirche. Wir erheben

nicht den Anspruch, es gebe nur eine einzige mögliche Position

zu den ethischen Fragen von Ehe und Familie. Das

enttäuscht natürlich diejenigen, die von uns Eindeutigkeit

erwarten nach dem Motto: So hat es zu sein und so habt

Ihr um Gottes Willen zu leben.

epd: Welche Orientierung will die EKD geben

Schneider: Die EKD will mit ihrer Schrift bei der Gestaltung

von Familie Orientierung geben durch die Werte:

Verlässlichkeit in Vielfalt, Verbindlichkeit in Verantwortung,

Vertrauen und Vergebungsbereitschaft, Fürsorge und

Beziehungsgerechtigkeit. Diese Werte sollen auf die heutige

Wirklichkeit bezogen gelebt werden. Die Wirklichkeit

familiären Lebens hat sich aber in den letzten Jahrzehnten

in unserem Land erheblich gewandelt. Und auch die Rechtsprechung

und die Rechtsetzung haben sich dabei erheblich

verändert. Darauf reagieren wir, indem wir die gesellschaftliche

Realität in Relation zum biblischen Zeugnis setzen und

eine Diskussion über Konsequenzen führen.

epd: Was hat sich geändert

Schneider: Erstens die Position und die Stellung der Frau. Es

gibt eine Gleichberechtigung auch in der Ehe. Ein schlichtes

Beispiel: Keine Frau muss ihren Ehemann mehr fragen, ob

sie ein Konto eröffnen darf. Es ist noch gar nicht so lange

her, dass das nötig war. Zweitens: der verstärkte Blick auf

das Kindeswohl. Drittens kam das Verbot der Diskriminierung

Homosexueller hinzu. Auf diese drei großen Veränderungen

wollte die evangelische Kirche reagieren.

epd: Bisher galt allerdings die Ehe als Leitbild, und

dies findet sich in der Orientierungshilfe nicht wieder.

Professorin Ute Gerhard, die stellvertretende Vorsitzende

der von der EKD berufenen Ad-hoc-Kommission,

hat von einem Kurswechel gesprochen. Teilen Sie das

Schneider: Ich würde lieber von einem Perspektivwechsel

sprechen. Die Werte, die den Leitbildcharakter der Ehe begründen,

werden auf die Familie ausgeweitet. Und das halte

ich nicht für einen Kurswechsel.

epd: Ein großer Teil der Kritik dreht sich allerdings gerade

um die Bewertung des Instituts Ehe.

Schneider: Auch im Blick auf die Institution sehen wir Ehe

und Familie zusammen. Die Ehe erweitert sich in den meisten

Fällen zur Familie. Und die meisten Familien haben in

der festen Zweierbeziehung der Ehe gleichsam ihren inneren

Kern. Die vorhergehenden Aussagen der EKD zur Ehe werden

aufgenommen und erweitert. Wir würden heute zwar

nicht mehr wie Luther sagen, dass die Institution der Ehe

eine „Schöpfungsordnung“ ist. Für die Schrift bleibt sie aber

„eine gute Gabe Gottes“.

epd: Der württembergische Landesbischof Otfried July

ist auf Abstand zu dem Papier gegangen. Wie geht es

weiter

Schneider: Die Kritik war solidarisch, fair und maßvoll vorgetragen.

Und auch wenn ich die Kritik nicht teile, ist es

notwendig, über einzelne Kritikpunkte zu diskutieren.

epd: Welche Punkte sind das

Schneider: Bischof July hat die Schrift differenziert aufgenommen

und weite Passagen deutlich gelobt. Er hatte drei

kritische Fragen. Erstens: ob die Schrift theologisch genügend

durchdrungen sei; zweitens: ob die Ehe als Institution

genügend Berücksichtigung gefunden habe, und drittens: ob

bei solchen Papieren nicht ein breiterer Konsultationsprozess

unter Einbeziehung der Landeskirchen nötig sei.

epd: Wie stehen Sie zu den Kritikpunkten Beginnen

wir mit der Frage der theologischen Tiefe.

Schneider: Zur Breite des biblischen Zeugnisses gehört auch,

dass es in der Bibel unterschiedliche Formen und Wertmaßstäbe

im Blick auf Familie gibt. Damit setzt sich die Orientierungshilfe

theologisch differenziert und tief auseinander.

Manches Verstörende aus der Bibel bringt der EKD-Text

zutage, zum Beispiel, dass Jesus im Umgang mit seiner Familie

und seinen Eltern die Institution

Ehe und Familie relativiert

hat. So hat Jesus gesagt,

dass für ihn die Gemeinschaft

mit den Jüngern Vorrang habe.

Und seine Jünger hat er aufgefordert,

ihre Familien zu verlassen.

epd: Bischof Julys zweiter

Kritikpunkt betraf den Umgang

mit der Institution Ehe.

Schneider: Die Orientierungshilfe

schätzt den institutionellen

Charakter der Ehe hoch.

Aber die Hochschätzung der

Institution darf nicht zu dem

Missverständnis führen, als

seien ihre inhaltlichen Werte

zweitrangig. All das, was die

Ehe inhaltlich ausmachen soll,

überträgt die Orientierungshilfe

auch auf andere Formen

des verbindlichen Zusammenlebens.

Insofern ist die Ehe

Maßstab und Kriterium aller

anderen Formen des verbindlichen

Zusammenlebens, denn

Verbindlichkeit, Verlässlichkeit,

gegenseitige Verantwortung

sollen auch in anderen Formen gelten.

epd: Wie wollen Sie die Kritiker integrieren und zu einer

einheitlichen Meinungsbildung in der EKD kommen

Schneider: Ich will erst einmal gar nichts vereinheitlichen.

Die Kirchen der Reformation leben auch im Blick auf ethische

Fragen eine „versöhnte Verschiedenheit“. Beim Thema

Ehe und Familie brauchen wir eine Zeit lang diese Debatte,

damit alle Vorbehalte, Ängste und Sorgen ausgesprochen

werden können. (...) Ich erwarte eher eine längere Zeit der

Diskussion.

epd: Wie stark ist heute noch die Vorbildfunktion von

Geistlichen in Bezug auf ein gelingendes Familienleben

Schneider: Die Erwartung der Menschen an die Geistlichen

ist nach wie vor hoch - häufig in dem Bewusstsein, dass man

selbst den eigenen und biblischen Maßstäben nicht gerecht

wird. Stellvertretend sollen das dann wenigstens die Geistlichen

tun.

epd: Und was sind Ihre Erwartungen

Schneider: Pfarrerinnen und Pfarrer sollen mit ihrem persönlichen

Leben nicht konterkarieren, was sie predigen.

Deswegen haben wir ein Pfarrdienstrecht, das Aussagen

zu unserem persönlichen Leben trifft. Das halte ich auch

für angemessen und richtig. Es gibt einen berechtigten Anspruch,

dass Verkündigung und Leben in Relation zueinander

stehen.

epd: Was heißt das konkret für das Leben von Gemeinden

Schneider: Es wird von Pfarrerinnen und Pfarrern nicht

erwartet, dass sie die absoluten Vorbilder sind, dass sie

keine Schwächen haben, dass sie nicht irren und dass ihre

Beziehungen nicht scheitern.

Das können die Gemeinden

tragen. Aber Pfarrerinnen und

Pfarrer sollen offen und ehrlich

mit ihrem Scheitern umgehen.

Denn was Gemeinden

nicht tragen können, ist, wenn

das Scheitern von Beziehungen

etwa mit Gewalt verbunden

ist oder wenn der Schwächere

über den Tisch gezogen

wird. Bei Pfarrerinnen und

Pfarrern wird dann der Dienst

in der Gemeinde unmöglich.

epd: Muss die evangelische

Kirche mit dem Familienpapier

der Realität Tribut

zollen, dass sich die Lebensführung

ihrer eigenen

Mitarbeitenden stark gewandelt

hat

Schneider: Die Kirche ist kein

Museum, sondern eine lebendige

Größe, die das Evangelium

unter die Leute bringt.

Wir leben in geschichtlichen

Prozessen. Und jede Generation

hat die Aufgabe, biblische

Normen und Werte in ihrer Zeit zu leben. Das hat mit

Zeitgeist-Surferei nichts zu tun. Laut Dietrich Bonhoeffer

ist einzig der Heilige Geist „der rechte Zeitgeist“.

epd: Belastet die Orientierungshilfe das ökumenische

Gespräch mit der katholischen Kirche

Schneider: Wir haben dieses Papier im Vorfeld den katholischen

Brüdern zur Kenntnis gegeben. Schon seit 500 Jahren

gilt: Die Kirchen der Reformation haben einen grundsätzlich

anderen Ansatz in der Bewertung der Institution

Ehe als die katholische Kirche. Für uns ist die Ehe kein

Sakrament wie Taufe und Abendmahl. Dieser Unterschied

muss zu unterschiedlichen ethischen Konsequenzen führen.

Quelle: epd-Gespräch mit Thomas Schiller

Themenseiten


18 19

Termine

Gottesdienste

Lissabon

Evangelische Kirche

Av. Columbano Bordalo Pinheiro, 48

Sonntags um 11.00 Uhr

Pfarrerin Anke Stalling

Pfarrer Stefan Stalling

Prädikantinnen Hildegard Jusek,

Julia Oelrich-Campos, Ursula Caser,

Hannelore Correia, Susanne Burger,

Prädikant Andreas Müller

6.10. Abendmahlsgottesdienst

und Imbiss

13.10. Familiengottesdienst zum

Erntedankfest mit Begrüßung

der neuen Konfirmanden

20.10. Gottesdienst zum Jubiläum

der Konfirmation

27.10. Gottesdienst

3.11. Abendmahlsgottesdienst

und Imbiss

10.11. Gottesdienst und

Kindergottesdienst

17.11. 10h15 Gedenkfeier auf dem

deutschen Friedhof zum

Volkstrauertag, anschl. ökumen.

Gottesdienst in der

katholischen Kirche

24.11. Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag

1.12. Gottesdienst zum 1. Advent

anschließend Basar

Madeira

Schottische Kirche, Funchal

Sonntags um 16.00 Uhr

Pfarrerin Ilse Everlien Berardo

6.10. Erntedankgottesdienst

20.10. Gottesdienst

3.11. Gottesdienst

17.11. Gottesdienst

Algarve

Kath. Kirche Nossa Senhora

da Encarnação, Carvoeiro

(Kirche auf den Klippen)

Oktober: Sonntags um 18h00

November: Sonntags um 16h00

1. / 3. Sonntag mit Abendmahl

Pfarrer Hans-Uwe Hüllweg

Prädikant Dietrich Klein

Prädikantin Ingrid Elisabeth Helsen

Porto

Haus der Begegnung

Rua do Mirante, 99

Sonntags um 10h30

Vila Nova de Gaia (Canidelo)

Pfarrer Dr. Udo Grub

Prädikant Johannes Rückert

6.10. Erntedank-Gottesdienst mit

RegenbogenTreff

und Auftritt des „Jungen

Chores“ aus Flensburg

20.10. Gottesdienst

10.11. Gottesdienst

24.11. Gottesdienst

mit RegenbogenTreff

7.12. 15.30 h Ökumenische

Adventsfeier mit Kinderprogramm

& Nikolausbesuch

Veranstaltungen

Lissabon

Gemeindekirchenrat

8. Oktober / 12. November

Frühstückstreffen für Frauen

17.10. / 14.11. ab 10h00

Literaturkreis

22. Oktober 18h00

Konfirmandentreffen

jeweils mit Übernachtung

Sa 12.10. / Sa 9.11.

Chor JubiLis Mittwochs 20h00

Barthels Kinder Kirche

18.10. / 15.11. 14h30 - 16h30

Gemeindewanderung

12. Oktober, 11h00

Feier des Konfirmationsjubiläums

So 20. Oktober

Konzert mit „vocapella“

So 20.10. 17h00

Basarvorbesprechung

22. Oktober 20h00

Aufräumtag auf dem Friedhof

Sa 9. November

Ökumenischer Adventsbasar

So. 1. Advent, 1. Dezember

Porto

Gemeindekirchenrat

nach Vereinbarung

Bibelstudienrunde für Frauen

Di 14-tägig ab 14h30

Infos: Christa Eisele

Tel.: 226 101 261

Meditative Tänze

17. Okt / 14.11. 16.00 h

Kaminabende

mit Film „Der Vorleser“

22. Okt Mi 19.30 h

mit Film „Gnade“

20.11. 20.30 h

Patronatsfest in der Katholischen

Gemeinde Deutscher Sprache,

Cedofeita-Kirche, mit St. Martin Laternenumzug

9.11. 18h30

Start der Reihe ‚Literatur am Kamin‘:

Deutschsprachige Gegenwartsliteratur

nach 1945, Einführungs- und

Schnupperabend mit Auswahl der

Autoren/Themen

12.11. 20.30 h

Krabbelgruppe wöchentlich dienstags

16 h. Infos bei Anja Wiest, Tel.

22 244 28 74

Algarve

Infos zu Veranstaltungen und Kreisen

Tel 960 244 439

Gespräche über Gott und die Welt

Kapelle Carvoeiro, 19h00

Chorproben jeden 1. und 3. Donnerstag

jeweils um 20h00 in der Kapelle

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20 21

Deutsche Evangelische

Deutsche Evangelische

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Kirchengemeinde Lissabon

Kirchengemeinde Porto

Kirche im Algarve

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Leitung: Dr. Manuel Sommer

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Kontakte: 966 713 961 teresa.katz@gmail.com

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Sekretariat:

Petra Perzl

Di. -Fr. 9.00 bis 13.00 Uhr

Vorsitzender: Stephan Stieb ) 214685975

Stellv. Vorsitzende:

Julia Oelrich Campos ) 967142423

Pastorin:

Pastor:

Anke Stalling

Stefan Stalling

) 217 260 976 / 918 973 807

Bankverbindungen:

BPI: 0-4076471.000.001

NIB: 0010 0000 4076 4710 001 25

IBAN: PT50 0010 0000 4076 4710 001 25

Swift/BIC: BB PI PT PL und:

Bank für Kirche und Diakonie Duisburg

Konto: 101 2096 018

BLZ: 350 601 90

Deutscher Evangelischer Friedhof

Rua do Patrocínio 59, Lissabon

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag

9.00 - 13.00 Uhr und 15.00 - 18.00 Uhr

Sonntag 9.00 - 13.00 Uhr

Montag geschlossen

Friedhofswärterin:

Frau Dulce Gil ) 213 967 225

Friedhofsbeauftragte:

Ursi Caser ) 214 561 100

Deutsche Evangelische

Kirche auf Madeira

Informationen und Kontakte:

Pfarrerin Ilse Everlien Berardo

) 291 765 913 Fax: 291 775 189

E-Mail: everlien@gmail.com

Vorsitzende: Stefanie Seimetz

E-mail: casa-vital@sapo.pt

www.dekl.org

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Religionsunterricht

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Deutschen Schule Lissabon ...

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Vorsitzende: Ulrike Busch Gradim

) 252 891 835 TM: 966 963 466

E-Mail: u.gradim@mail.tmn.pt

Pfarrer: Dr. Udo Grub

Tel.: 227 729 825 TM: 913 296 812

Nutzung des Begegnungshauses:

Info bei Frau Busch ( TM s. oben)

Bankverbindungen:

Banco Totta & Açores in Foz/Porto

NIB: 0018.0000.3918.7226.001.07

IBAN: PT50001800003918722600107

BIC: TOTAPTPL

Bank für Kirche und Diakonie Duisburg

Kto-Nr.: 101 3058 012, BLZ: 350 601 90

Regenbogentreff:

IBAN: PT50001800031814363602042

BIC: TOTAPTPL

Impressum

Postanschrift: DEKA, Apt. 1024,

8401-908 Carvoeiro – Lagoa

www.deka-algarve.com

Vorsitzende: Ingrid Helsen

E-Mail: gem@deka-algarve.com

) 282 341 952 TM: 967 164 569

gem@deka-algarve.com

Pfarrer: Hans-Uwe Hüllweg

Bankverbindung: DEKA

Kto-Nr.: 256 207630035

NIB: 0032 0256 0020 7630 035 40

IBAN: PT50 0032 0256 0020 7630 035 40

BIC/SWIFT: BARCPTPL

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Agência de Carvoeiro Estrada do Farol, 84

8400-505 Carvoeiro-Lagoa

Die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde Lissabon ist eine eigenständige,

vertraglich mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verbundene Einrichtung.

Sie ist als eine nach portugiesischem Recht anerkannte Religionsgemeinschaft im Registro das

Pessoas Colectivas Religiosas unter der Nº 759/20080403 registriert. Sie trägt sich

überwiegend aus den Beiträgen und Spenden ihrer Mitglieder und Förderer.

Mitgliedsbeiträge und Spenden sind in Portugal und in Deutschland steuerlich

absetzbar. Der Bote aus Lissabon wird im Auftrag des Gemeindekirchenrates der

Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde Lissabon herausgegeben.

Redaktion: Pastor Stefan Stalling. Erstellungspreis: 2,00 € Auflage: 600.

Propriedade da Igreja Evangélica Alemã de Lisboa

(RPCR Nº 759/20080307 e Nº 773/20080403; NIPC: 592 007 707)

Redacção e Administração: Av. Columbano Bordalo Pinheiro 48, ) 217 260 976.

Publica-se cinco vezes por ano sob ordens e responsibilidade do presbitério pelo Padre

Stefan Stalling. Preço: 2,00 €. Composto e impresso nos Serviços de PAC-Artes

Gráficas, Lda., Depósito legal 7615/85.

Redaktionsschluss N° 1 / 2014 Dezember - Januar 2014: 05.11.2013.

Kontakt & Impressum


Es wurde getauft

Vor Gott gaben

sich das Ja-Wort

22 23

70 Jahre und älter

werden in unseren

Gemeinden

Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz,

an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen;

du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen,

du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen,

du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen,

du dunkles Netz, darin sich flüchtend die Gefühle fangen.

Du hast dich so unendlich groß begonnen

an jenem Tage, da du uns begannst, -

und wir sind so gereift in deinen Sonnen,

so breit geworden und so tief gepflanzt,

dass du in Menschen, Engeln und Madonnen

dich ruhend jetzt vollenden kannst.

Lass deine Hand am Hang der Himmel ruhn

und dulde stumm, was wir dir dunkel tun.

Wir trauern um

Wer hier nicht genannt werden möchte,

melde sich bitte im Pfarramt der Dekl.

Freude & Leid

Rainer Maria Rilke, 26.9.1899, Berlin-Schmargendorf


Herr, du bist unsere Zuflucht

für und für.

Ehe denn die Berge wurden

und Erde und Welt geschaffen wurden,

Ökumenische Gemeindereise nach

Andalusien im April 2013

bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Psalm 90,1f

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