Eine Information für Angler und interessierte Menschen - Gitschtaler.at

includes.gitschtaler.at

Eine Information für Angler und interessierte Menschen - Gitschtaler.at

Fischereiinformationen

Eine Information für Angler

und interessierte Menschen

2012


Angeln ist so etwas wie ein Gleichnis für die Beziehung des Menschen zur Welt:

Wir wissen, was wir wollen,

und werden es erhalten, wenn wir nicht lockerlassen,

doch die Zeit, die wir brauchen werden, um an unser Ziel zu gelangen,

hängt von Gottes Hilfe ab.

„Es ist immer gut etwas Langsames zu tun,

bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.

Die Zen-Mönche setzen sich hin und hören den Felsen beim Wachsen zu.

Ich angle lieber“

(Aus „Auf dem Jakobsweg“ von Paulo Coelho)

weissen-see-fisch

Fangfrische Fische

küchenfertig und veredelt

Öffnungszeiten:

01.06.12 bis 30.06.12 FR 15:00 - 18:00 & SA 10:00 - 12:00

03.07.12 bis 15.09.12 Di bis FR 15:00 - 18:00 & SA 10:00 - 12:00

21.09.12 bis 06.10.12 FR 15:00 - 18:00 & SA 10:00 - 12:00

Verkauf außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.

Fischereibetrieb Martin Müller OG

Neusach 106 / A-9762 Weissensee

Tel.: 0676-501 36 74

weissenseefisch@aon.at / www.weissenseefisch.at

Liebe LeserInnen!

Auch im Jahr 2012 gibt es keinen Tag, nicht im Sommer und auch nicht

im Winter, an dem ich nicht mit Fischen zu tun habe. Arbeiten im Bruthaus

und in der Teichanlage; Fischverarbeitung, -veredelung und –verkauf;

Datenerhebung, -auswertung und Berichterstellung; Netzfischerei;

mit der Angel fischen; Vorträge halten und Diskussionen mit Anglern sowie

Kollegen aus Wissenschaft und Fischzucht führen. Ich habe das Privileg

mein Leben den Fischen und ihrem Lebensraum widmen zu dürfen.

Und meine Begeisterung läßt nicht nach, sondern ganz im Gegenteil. Je

intensiver ich mich mit dieser Thematik auseinandersetze, desto interessanter

wird sie für mich.

Wir haben uns für die nächsten Jahre auch einiges vorgenommen. Gemeinsam

mit der Agrargemeinschaft der fünf Dorfschaften vom Weissensee

werden wir ab sofort sehr große Mengen an Besatzfischen (in

erster Linie Seeforellen, Seesaiblinge und Reinanken) in der (neuen) Teichanlage in Neusach aufziehen und

in den Weissensee besetzen. Das Potential dazu ist vorhanden und die Rahmenbedingungen sind perfekt.

Durch das begleitende Monitoring wird sich auch zeigen welche Fischmengen nötig sind um am Weissensee

nachhaltige Effekte erzielen zu können. Die bisherigen Mengen an Besatzfischen waren offensichtlich zu gering

bzw. waren die Fische nicht jedes Jahr in der Lage sich im See durchzusetzen.

Die Renkenfänge dürften sich in der Angelsaison 2012 wieder etwas erhöhen. Die gefangenen Fische werden

sich aber hauptsächlich aus den Geburtsjahren 2007 und 2009 zusammensetzen. Die anderen Jahrgänge sind

eher schwach vertreten – Leider. Für den einen oder anderen Renkenangler wird sich in den nächsten Jahren

aber ganz sicher wieder der Traum einer außergewöhnlich großen Maräne, jenseits der 60 cm Marke, erfüllen.

Beim Zander ist die Bestandsentwicklung weiterhin aufsteigend. Ansonsten ist bei den Fischbeständen mehr

oder weniger alles wie gehabt. Mit leichten Änderungen nach oben bzw. nach unten. Die Fanglistenauswertungen

und die fischökologischen Untersuchungen bestätigen jedes Jahr: Die Fangergebnisse werden nicht

von Jahr zu Jahr schlechter – sie werden aber eben auch nicht besser. Und das ist im Grunde auch gut so,

denn ständiges Wachstum führt in der Ökologie (und auch in der Wirtschaft) längerfristig zur Problemen.

In welcher Form auch immer.

Nutzen sie die Gelegenheit alles zu genießen was der Weissensee zu bieten hat. Es ist jede Menge, auch wenn

die Fische einmal nicht beißen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen erholsamen Aufenthalt an einem Ort der besonderen Art

und dem Fischer die nötige Ruhe und Geduld, um möglicherweise den Fang seines Lebens anzulanden.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Martin Müller

Neusach 106, A-9762 Weissensee

Tel.: 0676 / 501 36 74

E-mail: weissenseefisch@aon.at

www.weissenseefisch.at

Fisch mit nach Hause nehmen Vakuumiert und mit Crash-Eis. Kein Problem!

Inhalt: Mag. Martin Müller, Gestaltung: Mag. Martin Müller, Stefan Valthe

Druck: Petzdruck, Spittal/Dr., Fotos: Barbara Müller-Ertl, Stefan Traar, Martin Müller

© 2012 Mag. Martin Müller

2 3


1. Der Weissensee ..........................................................5

1.1. Vertikale Temperaturschichtung ..........................................6

1.2. Vertikale Sauerstoffverteilung. ............................................7

2. Die Geschichte der Fischerei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8

3. Der derzeitige Fischbestand. ..............................................9

4. Gewässerbewirtschaftung ...............................................10

5. Bevor man anfängt zu Angeln. ...........................................11

6. Ökologie und Fang verschiedener Fischarten ..............................11

6.1. Seeforelle............................................................11

6.1.1. Fang..............................................................13

6.1.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................13

6.2. Reinanke (Maräne) ..................................................15

6.2.1. Fang..............................................................17

6.2.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................18

6.3. Hecht ...............................................................24

6.3.1. Fang..............................................................26

6.3.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................26

6.4 Karpfen .............................................................29

6.4.1. Fang..............................................................29

6.4.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................30

6.5. Schleie ..............................................................32

6.5.1. Fang..............................................................32

6.5.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................32

6.6. Flussbarsch..........................................................34

6.6.1. Fang..............................................................34

6.6.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................34

6.7. Zander ..............................................................35

6.7.1. Fang..............................................................36

6.8. Amur ...............................................................36

6.8.1. Fang..............................................................36

6.9. Seesaibling ..........................................................37

6.9.1. Fang..............................................................38

6.9.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung............................38

6.10. Aitel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38

6.10.1. Fang..............................................................39

6.11. Rotauge .............................................................39

6.11.1. Fang..............................................................40

6.12. Rotfeder ............................................................40

6.12.1. Fang..............................................................40

6.13. Kaulbarsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .40

6.14. Laube ...............................................................41

6.15. Bitterling............................................................41

6.16. Restliche Fischarten ..................................................41

7. Der Krebsbestand. ......................................................42

8. Nachtangeln............................................................42

9. Kiemennetzbefischungen ................................................43

10. Fischparasiten..........................................................44

11. Schonzeiten und Mindestmasse für Fische. ................................45

12. Weiterführende Literatur und spezifische Untersuchungen..................45

13. Wichtige Richtlinien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .46

1. Der Weissensee

Seehöhe:

Länge:

mittlere Breite:

max. Breite:

Fläche:

Einzugsgebiet:

mittlere Tiefe:

größte Tiefe:

930 m ü.d.A.

11,5 km

572 m

900 m

6,5 km²

46 km²

35,1 m

99 m

Das Seebecken liegt in einer tief eingeschnittenen

ost-west verlaufenden

Talfurche der Gailtaler Alpen und

wurde von einem Seitenast des Draugletschers, während der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren ,

ausgeschürft. Die Westmulde und Teile des mittleren Seeabschnittes sind von Sumpfwiesen umgeben.

Das Ostbecken wird dagegen sowohl im Norden als auch im Süden durch steil abfallende Hänge bzw.

Felswände begrenzt, deren Steilheit sich auch in den Unterwasserhalden fortsetzt.

Die Seekreidebänke, welche den Weissensee umrahmen und für dessen Namensgebung verantwortlich

sind, entstanden durch eingeschwemmte Kalkpartikel, durch Reste von Schneckenhäusern und durch

biogene Entkalkung. Die türkisblaue Färbung beruht auf den Eigenschaften reinsten Wassers und den

darin befindlichen Kalkkristallen.

Der geringe Nährstoffgehalt (oligotropher Seetyp), die Größe, die Tiefe sowie die Temperatur- und Sauerstoffverhältnisse,

machen den Weissensee zu einem Paradebeispiel eines Seeforellensees. Eine Belastung

mit häuslichen Abwässern konnte durch den Bau eines Kanalisationssystems (Baubeginn im Jahr 1968)

verhindert werden. Dadurch verlor der Weissensee auch nie den Charakter eines nährstoffarmen Salmonidengewässers.

Das Seebecken kann in drei unterschiedlich tiefe Abschnitte unterteilt werden.

1. Westmulde: a) - Gatschacher Becken

Tiefe: max. 6 m

b) - Brücke bis Neusacher Mühlbach

Tiefe: max. 20 m

2. mittlerer Abschnitt: - Neusacher Mühlbach bis etwa 1km östlich vom Ronacherfels

Tiefe: max. 55 m

3. östlicher Abschnitt: - etwa 1km östlich vom Ronacherfels bis zum Ostende

Tiefe: max. 99 m

Bei den Seezuflüssen handelt es sich um kleine, kalkhaltige Bäche, von denen nur der Mühlbach und

der Praditzbach ständig Wasser führen. Weitere Zuflüsse sind unterseeische Quellen, die als „Brunnen“

bezeichnet werden und z. T. den Seeforellen als Laichplätze dienen. Der Weißenbach ist der Abfluss des

Weissensees und befindet sich am Ostufer.

4 5


1.1. Vertikale Temperaturschichtung

Wasser hat bei ca. 4 °C sein Dichtemaximum. In tiefen Seen ist daher über dem Grund eine Temperatur von

annähernd 4°C messbar. Die darüber liegenden Wasserschichten sind wärmer oder, z. B. im Winter, auch kälter.

Die auf die Wasseroberfläche auftreffende Sonnenstrahlung erwärmt nur die obersten Zentimeter des Wasserkörpers.

Für die Verfrachtung in die Tiefe ist der Wind verantwortlich. Dieser transportiert das warme Oberflächenwasser

durch seine Scherkraft bis in den Uferbereich, wo es in die Tiefe gedrückt wird und von dort aus in

entgegengesetzter Richtung zurückströmt.

Der Dichteunterschied ist bei Wasser zwischen 24 und 25°C etwa 30 mal so hoch wie zwischen 4 und 5 °C. Je

wärmer nun das Oberflächenwasser ist, desto weniger tief kann es, bedingt durch den Dichteunterschied, vom

Wind nach unten gedrückt werden.

Für den Weissensee bedeutet das Folgendes:

Unmittelbar nach Eisbruch (April) hat der Wasserkörper von der Oberfläche bis zum Grund annähernd

die gleiche Temperatur (4 – 6 °C). Durch gleichmäßigen, starken Westwind über mehrere Tage, wird das

Oberflächenwasser zum Ostende des Sees transportiert und dort in die Tiefe gedrückt. Da es keine Dichteunterschiede

im See gibt, wird der gesamte Wasserkörper in Zirkulation versetzt (Frühjahrszirkulation

Abb. 1). Dadurch gelangt sauerstoffreiches Oberflächenwasser in die Tiefe. Außerdem werden Nährstoffe

(Phosphor, Stickstoff,...), die sich im Verlauf des Jahres am Seegrund angesammelt haben, wieder den

Algen zur Verfügung gestellt, wodurch die Primärproduktion angekurbelt wird.

Wind

Wind

4 – 6 °C

Sonnenstrahlung

e [m]

Tiefe

Temperatur [°C]

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22

0

5

10

15

20

25

30

35

40

45

50

55 02.04.2000

60

65

70

75

80

85

90

Abb. 1: Frühjahrs- bzw. Herbstzirkulation. Der gesamte bzw. ein Großteil des Wasserkörpers

wird durch starken gleichmäßigen Wind in Zirkulation versetzt.

Temperatur [°C]

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22

0

19 – 22 °C 5

Sprungschichte

10

15

20

25

30

35

40

45

50

4 – 5 °C

55 22.08.2000

60

65

70

75

80

85

90

Abb. 2: Sommerstagnation. Der Wasserkörper unterhalb der Sprungschicht ist in den Sommermonaten

mehr oder weniger von den darüber liegenden Wasserschichten bzw. von der

Atmosphäre abgeschlossen.

Tiefe [m]

Bis Mitte Juni hat sich das Oberflächenwasser so weit erwärmt, dass auch starke Westwinde dieses am

Ostende nicht tiefer als etwa 8 m nach unten drücken können. Es bildet sich also eine warme Oberflächenschicht,

die auf einer kälteren Wasserschicht aufliegt. Da der Wasserkörper unterhalb von ca. 8 m

nicht weiter erwärmt werden kann und Wasser bei 4 °C am schwersten ist, nimmt die Temperatur in

diesem Bereich innerhalb weniger Meter sehr stark ab (~1,5 °C/m). Durch die sprunghafte Abnahme der

Temperatur, wird diese Schicht auch als Sprungschicht bezeichnet (Abb. 2).

Ab Oktober kühlt das Oberflächenwasser kontinuierlich ab. Dadurch sinkt es nach unten und löst die

stabile thermische Schichtung auf. Etwa ab Ende November ist die Wassertemperatur von der Oberfläche

bis zum Grund wieder annähernd gleich und bei entsprechenden Windverhältnissen, kann es wieder zu

einer Zirkulation des gesamten Wasserkörpers kommen (Herbstzirkulation).

1.2. Vertikale Sauerstoffverteilung

Zu einer Anreicherung von Sauerstoff in einem Gewässer kommt es:

• durch die photosynthetische Aktivität von Wasserpflanzen und Algen

• durch Eintrag aus der Atmosphäre

• gegebenenfalls durch Zuflüsse oder Quellen

Zu einem Verbrauch von Sauerstoff kommt es:

• durch die Atmung der Tiere

• durch die Atmung von Algen und Pflanzen bei Nacht

• durch den bakteriellen Abbau organischer Substanzen

Sauerstoffkonzentration [mg O 2 / l]

0 2 4 6 8 10 12 14

0

5

10

15

20

25

30

35

40

45

50

55

22.08.2000

60

65

70

75

80

85

90

6 7

Tiefe [m m]

19 – 22 °C

Sprungschichte

4 – 5 °C

Abb. 3: Typisches Vertikalprofil der Sauerstoffkonzentrationen für den Weissensee in den

Sommermonaten. Nicht jeden Frühling bzw. Herbst wird der gesamte Wasserkörper in Zirkulation

versetzt. Dadurch kommt es zu teilweise langanhaltenden Perioden der Sauerstoffzehrung

in der Tiefenzone. Die höchste Aktivität von Algen und somit die höchsten Sauerstoffkonzentrationen

finden sich ganzjährig im Übergangsbereich zwischen warmer Oberflächenschicht

und der Sprungschicht.

Pflanzen sind in der Lage aus anorganischen Bestandteilen (Kohlendioxid, Wasser, Nährstoffe wie Phosphor-

und Stickstoffverbindungen,...) mit Hilfe der Sonnenenergie, organische Körpersubstanz aufzubauen

(Photosynthese). Dabei entsteht Sauerstoff, welcher anderen Organismen für die Atmung zur Verfügung

steht. In einem stehenden Gewässer ist die Photosynthese wohl der wichtigste sauerstoffliefernde Prozess.

Die Lichtintensität nimmt mit der Gewässertiefe ab (das Licht wird von den Pflanzen bzw. anderen Partikeln

„verbraucht“) und daher ist die Photosynthese und somit eine Sauerstoffproduktion nur bis zu jener Tiefe


möglich, in der noch genügend Licht zur Verfügung steht. Der Sauerstoffverbrauch durch Tiere und Bakterien

läuft aber auch darunter weiter und so kommt es zu einer Zehrung des Sauerstoffs in der Tiefenzone

eines Sees. Dieses Tiefenwasser kann dann nur während der Frühjahrszirkulation (oder Herbstzirkulation)

mit Sauerstoff angereichert werden. Die windgeschützte Lage des Weissensees, die im Verhältnis zur Länge

geringe Breite und die große Tiefe, führen im Frühling (bzw. Herbst) nicht jedes Jahr zu einer Vollzirkulation.

Das sauerstoffarme Tiefenwasser wird in solchen Jahren also nicht mit Sauerstoff angereichert, wodurch

der Lebensraum für Tiere auf die oberen sauerstoffreicheren Zonen begrenzt wird (Abb. 3). Für sauerstoffbedürftige

Fische (Forellen, Reinanken, Saiblinge) liegt die untere Verbreitungsgrenze derzeit etwa bei 50 m.

2. Die Geschichte der Fischerei

Im Jahr 1485 schrieb Paolo SANTONINO, Sekretär des Bischofs von Caorle, anlässlich eines Besuches in

Oberkärnten in sein Tagebuch: „... DER SEE SELBST ERFREUT SICH KEINER ANDEREN FISCHGAT-

TUNG ALS DER FORELLEN, ABER DIESE SIND EBENSO GUT WIE SCHÖN,...“. Dieser Eintrag wird

heute als die erste urkundliche Erwähnung der Fischerei am Weissensee angesehen.

Im Jahr 1883 veröffentlichte Prof. Dr. Vinc. HARTMANN eine Abhandlung mit dem Titel „DAS THAL DES

WEISSENSEES“. In dieser beschrieb er 7 Fischarten (Korrekterweise sind es 6 Fischarten, da die Seeforelle

und die Bachforelle verschiedene Ökoformen der gleichen Art sind.) und den Edelkrebs (Astacus astacus).

Karpfenartige:

Rotfeder (Scardinius erytrophthalmus)

Aitel (Leuciscus cephalus)

Schleie (Tinca tinca)

Gründling (Gobio gobio)

Elritze (Phoxinus phoxinus)

Salmoniden:

Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris)

Bachforelle (Salmo trutta forma fario)

Lachs (Salmo salar)

Als häufigste Fischarten nannte HARTMANN die Rotfeder, den Gründling, den Aitel aber auch die Seeforelle.

Die Seeforelle wurde auf Grund ihrer charakteristischen Färbung, die laut HARTMANN nur im Weissensee

ausgebildet wurde, auch Goldforelle genannt. Als zweite Salmonidenart beschrieb er die „Lachsforelle“

(nicht zu verwechseln mit der rotfleischigen, da karotingefütterten Regenbogenforelle aus den Fischzuchtanlagen),

welche ein Gewicht von über 15 kg erreichte und Ähnlichkeiten mit einer stationären Form

des atlantischen Binnenlachses aufwies.

1953 beschrieb Dr. Ingo FINDENEGG den Zander (Sander lucioperca), die Schleie und die Seeforelle als

wichtigste Nutzfische. Daneben kamen Rotaugen (Rutilus rutilus), Rotfedern, Aitel, Gründlinge, Elritzen

und Bachforellen vor.

Er wies damals auf einen starken Rückgang der Seeforelle hin. In den 1960 –er und Anfang der 1970-er Jahre

war jedoch wieder ein sehr guter Forellenbestand zu verzeichnen. Fische von über 10 kg Gewicht waren

keine Seltenheit und im Jahre 1974 wurde mit der Angel sogar ein Exemplar von 20 kg gefangen. Ab diesem

Zeitpunkt nahm der Seeforellenbestand aber kontinuierlich ab.

Literaturrecherchen von Dr. Wolfgang HONSIG-ERLENBURG lassen darauf schließen, dass auch der Seesaibling

(Salvelinus umbla alpinus) zum Urbestand des Weissensees zu zählen ist.

Das Fischereirecht ist im Besitz der „Agrargemeinschaft der 5 Dorfschaften vom Weissensee (A5D)“, welche

derzeit aus 59 Mitgliedern besteht. Daneben gibt es noch private Fischereirechte an einigen „Brunnen“

(das sind unterseeische Quellaustritte), welche früher von den Seeforellen als Laichplätze genutzt wurden.

Lange Zeit war es Tradition an diesen Stellen während der Laichzeit vom Fischereirecht Gebrauch zu machen.

Gefangen wurden die Fische mit Kiemennetzen bzw. mit dem „Gärn“ (Stechgabel). Heute werden

nur noch selten Netze an den Brunnen ausgelegt. Abgesehen von diesen Befischungen und im Zuge einiger

wissenschaftlicher Untersuchungen, war der Fang von Fischen am Weissensees - bis zum Jahr 2004 - den

Angelfischern vorbehalten. Das verantwortungsbewusste, ökologische Denken der A5D und meine Ausbildungen

im Bereich der Fischzucht, Fischökologie und Fischbiologie, ermöglichen heute eine enge Zusammenarbeit

und somit eine ganzheitliche Bewirtschaftung des Weissensees. Zielorientierte wissenschaftliche

Untersuchungen, Seeforellen- und Reinankenlaichfischfang, Aufzucht von hochwertigen Besatzfischen,

Fanglistenauswertungen, Erarbeitung von Bewirtschaftungsstrategien, Kiemennetzbefischungen unter kontrollierten

Bedingungen und die Vermarktung von frischen Fischen aus dem Weissensee, sind die Kernpunkte

dieser Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt der Bewirtschaftung steht aber nach wie vor die Angelfischerei.

3. Der derzeitige Fischbestand

Besatzmaßnahmen, welche die Attraktivität des Weissensees als Angelgewässer erhöhen sollten, bzw. ungewollte

Einschleppungen, ließen die Fischartenzahl in den letzten hundert Jahren von ursprünglich 7

auf derzeit 20 ansteigen. Auch die Populationsgrößen veränderten sich drastisch, wodurch die ursprünglich

beheimateten Fischarten mit völlig neuen Konkurrenzerscheinungen bzw. erhöhtem Räuberdruck

konfrontiert wurden. Gründlinge und Elritzen (beide autochthon) waren diesen Veränderungen nicht

gewachsen und sind vor über 30 Jahren aus dem Weissensee verschwunden. Auch der Seeforelle erging es

nicht viel besser, wobei bei ihr auch noch andere Ursachen, wie Überfischung und Besatz mit ungeeigneten

Forellen, zur Auslöschung der Population führten.

Heute wird der See von Reinanken, Rotaugen, Flussbarschen, Aiteln, Rotfedern, Schleien, Hechten, der

wieder eingebürgerten Seeforelle und Karpfen dominiert.

Der Karpfen vermehrt sich im Weissensee nicht natürlich, so dass der Bestand nur durch regelmäßige Besatzmaßnahmen

aufrecht erhalten werden kann. Er ist daher eine Spezies, die aus ökologischer Sicht nicht

ins natürliche Fischartengefüge des Weissensees passt. Als Angelfisch ist er heute dagegen nicht mehr

wegzudenken. Für den Karpfen spricht, dass er die autochthonen Fischarten kaum negativ beeinflusst

und daher kein Problem für den Weissensee darstellt. Die Hecht-, Flussbarsch- und Reinankenpopulationen

sind aus fischökologischer Sicht weit problematischer. Die Abundanzen (Anzahl der Individuen) der

einzelnen Fischarten ändern sich ständig. Vor etwa zehn Jahren war die Reinanke jene Fischart die alle

anderen in den Schatten stellte. Derzeit haben wir sehr hohe Dichten von Rotaugen, Flussbarschen und

seit einigen Jahren auch wieder von Lauben. Davon profitieren die Raubfische wie Hecht, Flussbarsch,

Zander, Seeforelle und Seesaibling. Der Weissensee ist aber auch immer wieder für Überraschungen gut.

So kann man seit ein paar Jahren direkt vor dem Hotel Ronacherfels einen grundsätzlich in Kärnten nicht

heimischen Rapfen (Aspius aspius) beobachten. Dann gab es immer wieder Berichte von Tauchern die

einen Wels (Silurus glanis) in den Tiefen des Weissensees gesehen haben wollten. Im Juni 2010 gelang es

Dr. Arnold so einen Fisch (laut seinen Angaben ca. 150 cm lang) zu fotografieren. Im Juni 2011 wurde

dieser (oder vielleicht auch ein ähnlicher) Waller dann tatsächlich mit der Angel gefangen. Da der Fisch

seinen Fänger während der gesetzlich festgelegten Schonzeit überraschte, wurde er korrekterweise wieder

zurückgesetzt. Und so gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch heute noch zumindest einen Wels (und

gar keinen kleinen) im Weissensee. Den anderen Fischen, ob autochthon oder nicht, wird’s egal sein; den

Fischökologen auch. Für gute Geschichten – ob wahr oder nicht – ist dieser Fisch aber ein Segen.

häufige Fischarten

seltene Fischarten

mit fischereiwirtschaftlicher Bedeutung

mit fischereiwirtschaftlicher Bedeutung

- Reinanke (Coregonus lavaretus) - Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris)

- Hecht (Esox lucius) - Seesaibling (Salvelinus umbla alpinus)

- Karpfen (Cyprinus carpio) - Zander (Stizostedion lucioperca)

- Schleie (Tinca tinca) - Amur (Ctenopharyngodon idella)

8 9


- Flussbarsch (Perca fluviatilis)

- Rotauge (Rutilus rutilus)

- Rotfeder ( Scardinius erythrophthalmus)

- Aitel (Leuciscus cephalus)

- Laube (Alburnus alburnus)

sehr seltene, oder nur vereinzelt vorkommende Fischarten

ohne fischereiwirtschaftlicher Bedeutung: Bitterling (Rhodeus sericeus amarus), Kaulbarsch (Gymnocephalus

cernua), Brachse (Abramis brama), Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix), Giebel (Carassius

+auratus gibelio), Wels (Silurus glanis), Rapfen (Aspius aspius), Bachforelle (Salmo trutta forma

fario)

4. Gewässerbewirtschaftung

Manche Bewirtschaftungsmaßnahmen, Vorschriften und Verbote sind nicht immer unmittelbar nachvollziehbar

oder verständlich. Sie sind jedoch die Vorraussetzung für einen nachhaltigen und ökologisch auch

vertretbaren Fischbestand. Der Gewässerbewirtschafter ist verantwortlich für die Erhaltung bzw. Schaffung

eines seetypenspezifischen Fischbestandes und hat sich dabei nach dem jeweiligen Landesfischereigesetz

zu richten. Gleichzeitig soll aber auch der Angler zufriedengestellt werden.

Die herrschenden Rahmenbedingungen (Nahrungsverfügbarkeit, Temperatur, Gesetze,...) machen es nicht

möglich, den Weissensee im Sinne eines Angelteiches mit x-beliebigen Fischarten voll zu stopfen. Das wäre

auch in keiner Weise im Sinne einer ökologischen Bewirtschaftung. Eine Verbannung aller nicht heimischen

Fischarten aus dem See wäre aber ebenso falsch. Es gilt daher einen goldenen Mittelweg zu finden.

Vorraussetzung für eine ordentliche Bewirtschaftung eines Gewässers sind Kenntnisse über die vorkommenden

Fischarten und deren Bestandsgrößen, ihre Verteilung im See, ihre Ernährungsweise, die natürliche

Vermehrungsrate und über Konkurrenzphänomene. Es ist auch notwendig Veränderungen im Populationsaufbau

einer Fischart zu erkennen. All diese Punkte setzen eine ständige Beobachtung des Fischwassers

voraus. Je mehr und genauere Daten zur Verfügung stehen, desto bessere Auswertungen sind möglich,

die im Endeffekt auch eine bessere Bewirtschaftung nach sich ziehen. Seit dem Jahr 1991 gibt es Fanglisten

in die der Angler jeden Fisch, der aus dem See entnommen wird, eintragen muss. Diese Eintragungen

(die leider nicht immer ganz korrekt erfolgen) liefern seitdem entscheidende Daten, welche die Trends

bei der Populationsentwicklung der einzelnen Wirtschaftsfischarten deutlich aufzeigen. Umfangreiche

fischökologische Untersuchungen seit dem Jahr 1996 brachten wertvolle Erkenntnisse über Fischartenverteilungen,

Ernährungsweisen, Populationsaufbauten, Parasitierung, Konkurrenzphänomene, u. v. m..

Die seit Juli 2004 durchgeführten Befischungen mit Kiemennetzen im Freiwasserbereich des Weissensees

liefern wichtige Daten über den Reinanken-, Seeforellen- und Seesaiblingsbestand. Im Herbst 2008 wurde

eine wissenschaftliche Echolotuntersuchung durchgeführt (Gassner; Bundesamt für Wasserwirtschaft,

Scharfling). Diese ermöglicht eine Abschätzung der Fischbiomasse und eine Größenklassenverteilung der

festgestellten Fische. Seit 2008 werden genormten Multimaschennetzen eingesetzt um die Altersstrukturen

der Fischpopulationen (besonders der Reinanken) festzustellen. Dadurch kann man früher auf Bestandsschwankungen

reagieren als bisher. Trotz der vielen Daten darf man nicht dem Irrglauben verfallen, dass

der Fischbestand des Weissensees beliebig beeinflussbar ist. Es sind allenfalls Aussagen über vergangene

Entwicklungen bzw. über die Istsituation möglich. Die Zukunft kann man höchstens erahnen. Zu komplex

sind die vielen Faktoren, die sich ständig gegenseitig beeinflussen. Außerdem sind die einzelnen Faktoren

einem stetigen Wechsel unterzogen. Es ist, wie in allen Bereichen der Ökologie (und des Lebens): Umso

intensiver man sich mit einer Thematik beschäftigt, desto mehr Fragen stellen sich. Irgendwann wird man

ehrfürchtig und so wie schon Sokrates muss man sich eingestehen, dass man nichts weiß.

5. Bevor man anfängt zu Angeln

In keinem Gewässer sind Fische gleichmäßig verteilt. Besonders für den Weissensee trifft dies zu. Das hat

auch die Echolotuntersuchung ganz klar ergeben. Es gibt immer wieder Strecken, die nahezu fischleer sind.

Es gibt aber auch richtige „hot spots“. Daher macht es wenig Sinn, den Köder irgendwo auszuwerfen. Das ist

reine Glückssache. So dumm es auch klingt: Sie müssen dort fischen, wo sich die Fische aufhalten. Ich empfehle

daher jeden Angler, schon früh morgens den See mit dem Boot abzufahren. Im meist klaren Wasser

kann man die Fische gut sehen. Besonders Schleien und Flussbarsche zeigen wenig Scheu vor dem Boot. Es

gibt aber noch viele andere Anhaltspunkte. Raubfische sind meist dort, wo sich Kleinfischschwärme (meist

Rotaugen) aufhalten. Karpfen und Amur durchbrechen oft mit einem lauten Platschen die Wasseroberfläche

und wenn sie im flacheren Westteil vom Grund Nahrung aufnehmen, dann sieht man die aufsteigenden

Gasblasen, die regelrechte Fraßspuren sind. Einige Angler suchen z.B. Hechte, Flussbarsche und Zander im

Boot stehend und versuchen, z.T. sehr erfolgreich, die gesichteten Fische mit ihren Ködern zu überlisten.

Reinanken sieht man nur im Frühling im flachen Wasser entlang der Scharkante. Man kann sie hier auch

mit der Hegene fangen. Das restliche Jahr hält sich der Großteil der Renken in Tiefen von ca. 10 m bis ca. 30

m auf. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, verschiedene Tiefen und verschiedene Bodenstrukturen (Schlamm,

Armleuchteralgen) zu befischen.

6. Ökologie und Fang verschiedener Fischarten

Im Folgenden wird für jede Fischart erläutert, welche Ursachen der spezifischen Bewirtschaftung zugrunde

liegen und welche grundsätzlichen Überlegungen dazu beitragen können den Angeltag etwas

erfolgreicher zu gestalten.

6.1. Seeforelle

(Salmo trutta f. lacustris)

Die Seeforelle zählt zum Urbestand des

Weissensees und war über viele Jahre

der häufigste Nutzfisch. Zwischen 1970

und 1980 ist der Bestand aber innerhalb

kürzester Zeit sehr stark zurückgegangen.

Als Gründe werden die Veränderung der Fischartenzusammensetzung, Überfischung, Besatz mit

nicht heimischen und daher genetisch ungeeigneten Forellen, sowie der Verlust von Laichplätzen diskutiert.

Eine Eutrophierung (= Eine Zunahme von Nährstoffen, die zu einer erhöhten Produktivität eines Gewässers

führt und meist auch eine Verschiebung des Fischartenspektrums nach sich zieht) kann ausgeschlossen

werden. Schon während bzw. kurz nach dem Verschwinden des „Weissenseelachses“ wurde mit sehr großem

finanziellen und ideellen Aufwand versucht, die Seeforelle wieder einzubürgern. Die Bemühungen blieben

vorerst jedoch aus vielerlei Gründen unbelohnt. Erst Mitte der 1990-er Jahre ist es schließlich gelungen

einen geeigneten Seeforellenstamm (Attersee) zu finden. Diese Fische erinnern in ihrem Erscheinungsbild

sehr an die Urform der Weissenseeforelle. Besatzmaßnahmen mit großen Mengen an mehrjährigen Fischen

in den Jahren 1998 und 1999 verliefen überaus erfolgreich und so gelang es im Dezember 2001 erstmals

seit vielen Jahren wieder Seeforellen, mit einer Länge von über 70 cm und teilweise sogar über 80 cm, beim

Laichfischfang zu fangen. Forellen dieser Größenordnung kommen seit dem jedes Jahr zum Ablaichen.

Die qualitativ hochwertigen Eier werden im eigenen Bruthaus erbrütet und in der Teichanlage weiter aufgezogen.

Sie bilden die Grundlage für den Aufbau einer Seeforellenpopulation, die den Möglichkeiten des

Weissensees auch gerecht werden kann.

10 11


Foto 1: Links: Drei Seeforellen (42,3 cm, 45,6 cm, 47,4 cm). Besetzt im November 2005. Gefangen

mit einem Kiemennetz am 25.07.2006. Der obere und der untere Fisch weisen eine Hechtbissverletzung

auf. Die obere und die mittlere Seeforelle hatten einen Angelhaken im Magen.

Foto 2: Rechts: Seeforelle 64,5 cm; 2,13 kg. Gefangen mit einem Kiemennetz am 04.05.2005. Stark

abgemagerter Fisch mit Hechtverletzung (Bild oben) und Angelhaken im Magen (Bild unten).

Trotz der guten Qualität der Besatzfische kommt es nach ihrer Entlassung in ihr neues Biotop zu einem

wahren Gemetzel. Über 99,5 % von ihnen gehen verloren. Der Großteil wird vermutlich von Hechten gefressen,

ein Teil verhungert, ein Teil wird verangelt und ein Teil wird mit den Kiemennetzen (ca. 4 % der

mehrjährigen Besatzfische) gefangen (Fotos 1 u. 2). Die Nahrungswahl und der Lebensraum ändern sich

bei Seeforellen mit ihrer Größe. Junge Fische (bis ca. 3 kg) besiedeln sowohl die warme Oberflächenschicht

als auch die kalte Tiefenzone. An der Wasseroberfläche jagen sie in erster Linie einsömmrige

Flussbarsche bzw. sammeln Anflug (geflügelte Insekten). Bei ihren Raubzügen verhalten sich

Seeforellen äußerst auffällig und können leicht beobachtet werden. Das warme Wasser wird in den

Sommermonaten wohl nur auf Grund der guten Nahrungssituation in Kauf genommen, denn bei

mehreren Seeforellen konnte ein Wechsel von der Oberfläche bis in eine Tiefe von 35 m innerhalb

kürzester Zeit nachgewiesen werden. Große Seeforellen halten sich in den Sommermonaten fast ausschließlich

in tieferen Wasserschichten auf und ernähren sich vorwiegend von Fischen (Flussbarsche,

Rotaugen, Lauben, Reinanken). Als Laichplätze dienen der Mühlbach in Neusach und der Seeabfluss

am Ostende des Sees. Früher wurden dagegen fast nur die unterseeischen Quellen (die „Brunnen“)

genutzt. An diesen konnte in den letzten Jahren keine Aktivität mehr festgestellt werden. Direkt im

See laichenaber auch heute noch nachweislich einige Seeforellen ab. Wo diese das tun, ist derzeit noch

ihr Geheimnis. Die Laichzeit beginnt Mitte November und endet im Jänner, wobei schon ab Mitte

Oktober die ersten größeren Forellen im Umkreis der Laichplätze beobachtet werden können. Seeforellen

benötigen zum Ablaichen Kies der gut mit Sauerstoff versorgt wird. Der Rogner (weiblicher

Fisch) legt eine Laichgrube im Sediment an und gibt die Eier portionsweise in diese ab. Die von den

Spermien des Milchners (männlicher Fisch) im Wasser befruchteten Eier (Die Ei- und Spermienabgabe

ist perfekt aufeinander abgestimmt. Dem tatsächlichen Laichakt geht ein langes Vorspiel voraus.)

werden anschließend mit Kies zugedeckt und entwickeln sich dort innerhalb der nächsten 3 Monate

(je nach Wassertemperatur) zu fressfähigen Fischchen. Diese graben sich dann aus und beginnen, auf

sich allein gestellt, das höchst gefährliche „Abenteuer Leben“.

6.1.1. Fang

Junge, meist untermäßige Seeforellen werden häufig mit der Hegene als Beifang beim Renkenfischen

erbeutet. Bitte behandeln sie solche Fische besonders vorsichtig und setzen sie diese wieder zurück. Sie

sollten auch beachten, dass trockene Oberflächen die Schleimschicht der Fische derart verletzen, dass sie

in der Folge sehr häufig daran sterben. Dies geschieht dann meist sekundär durch Infektionen. Wenn sie

also einen gefangenen Fisch wieder zurücksetzen wollen (oder müssen), dann bitte den Fisch keschern

und den Haken außerhalb des Bootes lösen. Bitte den Fisch niemals mit trockenen Händen anfassen!

Große zumindest Seeforellen aber wurden im Übergangsbereich in den letzten Jahren zwischen beim Schleppen der warmen bzw. mit Oberflächenschicht dem Wurm gefangen. und Perlmuttspangen

haben mich nach anfänglicher Skepsis überzeugt. Mit Hilfe eines Paravans bzw. eines Wickelbleis

erreicht man auch problemlos die erforderlichen Tiefen. Gummifische (z.B. Castaic), Wobbler

der Sprungschicht in ca. 8 – 9 m.

und Das Köderfischsysteme Angeln mit Fischeingeweiden funktionieren ebenso ist und verboten!!!

der tote Köderfisch langsam geschleppt brachte auch

gute Erfolge.

Im Frühling und Herbst besiedeln große Seeforellen auch die oberflächennahen Wasserschichten. Im

6.1.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

Sommer verlassen sie dagegen nur sehr selten die kalte Tiefenzone. Der Köder sollte in Tiefen zwischen

10 Das m und Mindestmaß 20 m angeboten von werden, 50 cm zumindest wurde für aber die im Seeforelle Übergangsbereich bis 1999 zwischen beibehalten. der warmen Obwohl Oberflächenschicht

und der Sprungschicht in ca. 8 – 9 m.

Das es Angeln aus heutiger mit Fischeingeweiden Sicht viel zu ist niedrig verboten!!! angesetzt war, konnten bis zum Jahr 1998 nur

sehr bescheidene Jahresausfänge erzielt werden (Tab. 1).

6.1.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

Tab. 1: Seeforellenausfang im Jahresvergleich (1991 – 1999). Mindestmaß bis 1999 = 50 cm. Von

1991 bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben bei

Das der Mindestmaß Auswertung von unberücksichtigt. 50 cm wurde für Auswertung die Seeforelle durchgeführt bis 1999 beibehalten. von der A5D, Obwohl insbesondere es aus heutiger von Herrn Sicht

viel Walter zu niedrig Domenig. angesetzt war, konnten bis zum Jahr 1998 nur sehr bescheidene Jahresausfänge erzielt

werden (Tab. 1).

Jahr 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999

Ausfang [Ind.] 91 34 30 18 11 13 21 10 126

Tab. 1: Seeforellenausfang im Jahresvergleich (1991 – 1999). Mindestmaß bis 1999 = 50 cm.

Von 1991 bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen

Das gute Fangergebnis im Jahr 1991 beruhte auf den Besatz mehrjähriger

blieben bei der Auswertung unberücksichtigt. Auswertung durchgeführt von der A5D, insbesondere

Seeforellen, von Herrn welche Walter jedoch Domenig. ein Jahr später wieder verschwunden waren. Das erklärt

auch, warum die größte gefangene Seeforelle von 1991 – 1998 nur eine Länge von

Das gute Fangergebnis im Jahr 1991 beruhte auf den Besatz mehrjähriger Seeforellen, welche jedoch ein Jahr

später 59 cm wieder aufwies. verschwunden Der Besatz waren. Das geeigneter erklärt auch, Seeforellen warum die größte in den gefangene Jahren Fische 1998 von und 19911999

– 1998

nur führte eine Länge zu einem von 59 Anstieg cm aufwies. bei Der den Besatz Ausfängen geeigneter Seeforellen in den folgenden in Jahren Angelsaisonen. 1998 und 1999 führte Im

zu einem Anstieg bei den Ausfängen in den folgenden Angelsaisonen. Im Unterschied zu den Jahren davor

Unterschied zu den Jahren davor konnten einige dieser Forellen auch noch mehrere

konnten einige dieser Forellen auch noch mehrere Jahre später in den Fanglisten und was noch wichtiger

ist, Jahre auch an später den Laichplätzen in den Fanglisten registriert und werden. was Die noch durchgeführten wichtiger ist, Laichfischfänge auch an den und Laichplätzen

begleitende wissenschaftliche

registriert Untersuchungen werden. Die machten durchgeführten dann bald deutlich, Laichfischfänge dass ein Mindestmaß und von 50 begleitende

cm völlig falsch

angelegt war, da einige Seeforellen erst mit einer Länge von 60 bis 75 cm das erste Mal ablaichen. Die Erhöhung

wissenschaftliche des Mindestmaßes Untersuchungen im Jahr 2000 auf 60 cm machten war also auch dann noch bald nicht ausreichend. deutlich, Erst dass mit einem

Mindestmaß von von 70 cm, 50 wie cm es 2003 völlig eingeführt falsch angelegt wurde, konnte war, sichergestellt da einige werden, Seeforellen dass zumindest erst mit die

meisten Seeforellen einmal ablaichen können. Die Untersuchungen in den letzten Jahren erbrachten aber

einer Länge von 60 bis 75 cm das erstemal ablaichen. Die Erhöhung des

noch weitere wichtige und interessante Ergebnisse. Beim ersten durchgeführten Laichfischfang im Dezember

Mindestmaßes 2001 wurden alle im gefangenen Jahr 2000 Seeforellen auf 60 vermessen cm war also (Länge auch und Gewicht), noch nicht fotografiert ausreichend. und nach Erst dem

Abstreifen mit einem wieder Mindestmaß zurückgesetzt. Der von eher 70 zufällige cm, Vergleich wie es verschiedener 2003 eingeführt Fotos führte wurde, schließlich konnte zu der

Erkenntnis, dass jede Seeforelle durch ihre Zeichnung (Anordnung der schwarzen Punkte) eindeutig identifiziert

sichergestellt

werden kann

werden,

(die Fotos

dass

3 – 6

zumindest

sollen dies verdeutlichen).

die meisten

Seit

Seeforellen

dem Jahr 2002

einmal

geht daher

ablaichen

jede beim

Laichfischfang können. gefangene Seeforelle in eine Bilddatenbank ein.

12 Die Untersuchungen in den letzten Jahren 13 erbrachten aber noch weitere wichtige


Fotos 3 u. 4: Bei beiden Fotos handelt es sich um den gleichen Rogner. Das linke Bild wurde

am 26.12.2001 aufgenommen. Das rechte Bild am 07.12.2002. In beiden Jahren kam diese

Forelle in den Mühlbach zum Ablaichen. Dort wurde sie gefangen und nach dem Abstreifen

der Eier wieder freigelassen. Im Dezember 2001 hatte dieser Fisch eine Länge von 70 cm und

ein Gewicht von 5,92 kg (Gewicht mit Laich. Zurückgesetzt wurde die Forelle mit einem Gewicht

von ca. 5 kg). Anfang Dezember 2002 hatte der gleiche Fisch eine Länge von 81,5 cm bei

einem Gewicht von 8,18 kg.

Heute kann durch den Vergleich der Fotos eindeutig bestimmt werden,

• ob eine Seeforelle zum ersten Mal abgelaicht hat, oder ob sie schon in den Jahren zuvor an den Laichplätzen

registriert wurde.

• wie viel eine Seeforelle in einem Jahr an Länge und Gewicht zulegen konnte.

• ob eine mit der Angel gefangen Seeforelle bereits bei einem Laichfischfang registriert wurde. Daraus

ergeben sich Anhaltspunkte ob auch andere, derzeit nicht bekannte, Laichplätze genutzt werden.

Fotos 5, 6 u. 7: Links ein Seeforellenmilchner am 24.09.2010.

Gefangen gegen Mittag von Martin Zimmermann aus Lienz

beim Schleppen. Und, wie sich das gehört, wieder zurückgesetzt.

Rechts oben der gleiche Fisch am 03.12.2010. Gefangen im Zuge

des Laichfischfanges im Mühlbach. Länge: 66 cm; Gewicht: 4,07

kg. Die Verletzung durch den Angelhaken ist zu erkennen. Rechts

unten der gleiche Fisch am 28.11.2011. Gefangen im Zuge des

Laichfischfanges im Mühlbach. Länge: 69 cm; Gewicht: 4,08 kg. Herzlichen Dank an Martin

für sein faires Handeln und sein Versprechen auch größere Forellen nach einem kurzen Fototermin

wieder in die Freiheit zu entlassen.

Auf alle Fälle bietet sich die Möglichkeit die Entwicklung einiger Seeforellen individuell zu verfolgen,

woraus sich Anhaltspunkte über den tatsächlichen Bestand ergeben. Der Fotovergleich zeigte aber auch,

dass auch größere Seeforellen relativ leicht mit der Angel zu fangen sind.

Die derzeitigen Rahmenbedingungen für den Aufbau einer Seeforellenpopulation am Weissensee sind

eher ungünstig. Zu hoch sind der Hecht- und Flussbarschbestand um mit den derzeitigen Besatzmengen

wirklich gute Erfolge erzielen zu können. Erfreulicherweise ist es nun aber so weit: Die bestehende

Teichanlage in Neusach wird modernisiert und auf die Produktion sehr großer Mengen von Seeforellen,

Seesaiblingen und großwüchsigen Maränen ausgerichtet. Diese werden dann direkt von der Teichanlage

über den Mühlbach in den Weissensee entlassen.Wir haben ein Riesenpotential vor uns, dass nun endlich

voll genutzt werden kann. Ich freue mich schon jetzt darauf Ihnen in den nächsten Jahren die Entwicklungen

präsentieren zu können. Die Seeforellenfänge waren in den letzten Jahren wieder bescheidener,

im Vergleich zu den 1980-er und 1990-er aber immer noch großartig (Tab. 2). Grundsätzlich zeigt die

Fangstatistik bei den Seeforellen einen direkt proportionalen Zusammenhang zu den Besatzdaten mehrsömmriger

Fische (30 – 50 cm Länge). Natürlich ein bis zwei Jahre zeitversetzt. Je nach dem wie groß

die Forellen in ihren neuen Lebensraum entlassen werden. Traurige Realität ist, dass weniger als 1 % der

mehrsömmrigen Besatzfische tatsächlich das Mindestmaß von 70 cm erreichen. Trotzdem wird es schön

langsam Zeit für eine richtig große Seeforelle jenseits der 15 kg Marke, die dann ihren Fänger voraussichtlich

ein Leben lang eine große Freude bereiten wird.

Schonzeit: 01.10. - 28.02.

Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige Richtlinien...“

Mindestmaß:

70 cm

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2011 85 cm 7,50 kg

2009 82 cm 6,60 kg

2002 87 cm 11,65 kg

14 15

Tab. 2: Seeforellenbesatz und

-ausfang im Jahresvergleich

(1999 – 2011). Die Angaben

bei den Besatzfischen beziehen

sich auf Fische mit einer

Länge von >= 40 cm. Mindestmaß:

2000 – 2002 = 60

cm; ab 2003 = 70 cm; Das

Fischgewicht wurde mit Hilfe

der Formel aus der Längen-

Gewichtsregression berechnet.

Fanglistenauswertung im Jahr

2011 durch die A5D.

6.2. Reinanke (Maräne)

(Coregonus lavaretus)

Der erste Besatz mit Reinanken erfolgte am

Weissensee im Jahr 1927 in Form von Larven.

Aus diesen Besatzfischen entwickelte sich in

den folgenden 50 Jahren ein sehr guter Bestand,

der jedoch unbeachtet blieb, da in diesem

Zeitraum keine erwerbsmäßige Fischerei

mit Kiemennetzen betrieben wurde und noch keine effektive Angelmethode zur Verfügung stand. Die

Entwicklung der Nymphenhegene, die am Weissensee erstmals um 1980 zum Einsatz kam, machte es

aber schließlich möglich, Coregonen gezielt und erfolgreich mit der Angel zu befischen. Innerhalb weniger

Jahre wurde die Reinanke zur beliebtesten und wichtigsten Wirtschaftsfischart des Weissensees.

Das Fleisch ist grätenarm und von ausgezeichneter Qualität, jedoch empfindlich gegenüber Wärmeeinfluss.

Die Fische sollten daher nach dem Fang so schnell wie möglich ausgenommen und anschließend

gekühlt werden. Heißgeräuchert ist die Reinanke eine Delikatesse und gebeizt (graved) besticht sie durch

ihren dezenten Eigengeschmack.


Große Reinanken (> 40 cm) ernähren sich, bei entsprechender Verfügbarkeit, fast zu 100 % von Bodenorganismen

wie Zuckmückenlarven und -puppen, Wasserasseln und Muscheln. Nur bei sehr gutem

Zooplanktonangebot nutzen auch große Maränen diese proteinreiche Nahrungsquelle (Abb. 4 u. Abb. 5).

Zwischen Juni und September zählen auch junge Flussbarsche zum Nahrungsspektrum. Kleine Reinanken

ernähren sich vorwiegend von Zooplankton. Während der Laichzeit (Anfang Dezember) werden die

Eier der laichenden Artgenossen zur Hauptnahrungskomponente (Fotos 8 u. 9).

6.2.1. Fang

erfolgreich mit der Hegene mehr oder weniger „auf Sicht“ in Tiefen zwischen 3 m und

Der Fang erfolgt fast ausschließlich mit der Nymphenhegene zwischen 0 und 3 m über dem Grund. Die Nymphen

sollen dabei die 5 Larven- m befischt bzw. werden. Puppenstadien von Zuckmücken imitieren, welche eine der wichtigsten

Nahrungskomponenten Generell der Reinanken erzielt man darstellen. im Frühling Die meisten im flacheren Renkenfischer Wasser angeln bessere im Bereich Erfolge. zwischen Es ist also der

Wasserschischule (etwa günstig 500 m wenn östlich man der Brücke) mit dem und Boot dem in Mühlbach der Nähe in der Neusach. Scharkante Hier fallen angelt. die Hier vorerst kann flachen man

Uferbereiche relativ steil dann auf verschiedene 12 - 20 m ab. Da Tiefen diese Tiefe befischen. dann mehr In flachen, oder weniger verkrauteten konstant Bereichen bleibt, fischt fängt man man fast

immer an der richtigen Stelle. Östlich des Mühlbaches wird nur noch die Scharkante bis max. 30 m befischt. Die

meist auch die größeren Maränen. Zeitweise ziehen Reinanken, entsprechend kaltes

besten Erfolge erzielt man aber wohl in einer Tiefe von 15 - 25 m. Bei Wassertemperaturen von unter 15 °C (bis

Wasser vorausgesetzt, auch direkt an der Oberfläche und fressen hier auch

Mitte oder Ende Mai) besiedeln Reinanken auch die flachen Uferbereiche und können dort auch erfolgreich mit

der Hegene mehr oder Anflugnahrung. weniger „auf Sicht“ Sie in können Tiefen zwischen mit dem 3 m Schwimmer und 5 m befischt dann werden. auch Generell in der erzielt „Schwebe“ man

im Frühling im flacheren gefangen Wasser werden. bessere Erfolge. Es ist also günstig wenn man mit dem Boot in der Nähe der

Scharkante angelt. Hier kann man dann verschiedene Tiefen befischen. In flachen, verkrauteten Bereichen fängt

man meist auch die größeren

Methoden

Maränen. Zeitweise ziehen Reinanken, entsprechend kaltes Wasser vorausgesetzt,

auch direkt an der Oberfläche und fressen hier auch Anflugnahrung. Sie können

mit dem Schwimmer dann auch in der „Schwebe“ gefangen werden.

Bewegung

Reinankenschwimmer:

durch Wellen

Dabei handelt es sich um einen überdimensional

Methoden

die Scharkante bis max. 30 m befischt. Die besten Erfolge erzielt man aber wohl in

einer Tiefe von 15 - 25 m. Bei Wassertemperaturen von unter 15 °C (bis Mitte oder

Ende Mai) besiedeln Reinanken auch die flachen Uferbereiche und können dort auch

großen Schwimmer, der bei richtigem Einsatz

Wasseroberfläche

Reinankenschwimmer: hervorragende Eigenschaften besitzt:

Dabei handelt es sich

Foto 8: Links: Magen einer Reinanke während der Laichzeit im Dezember, gefüllt mit dem

o um Man einen hat überdimensional zu jeder Zeit einen großen Überblick Schwimmer, davon der bei in

Laich der Artgenossen.

richtigem Einsatz hervorragende Eigenschaften besitzt:

welcher Tiefe man fischt.

Foto 9: Rechts: Mageninhalt (102 !!! Flussbarsche) einer Reinanke (Länge: 55,7 cm; Gewicht:

• Man hat zu jeder Zeit einen Überblick davon in welcher Tiefe man fischt.

15-25 m

Abb. 4: Einige Beispiele für typische Zooplanktonkrebse der Freiwasserzone des Weissensees

o Die Nymphen werden bei gut eingestellter Tiefe 2-3 m

1474 g). Gefangen am 19.06.2007 im Freiwasser mit einem Kiemennetz.

• Die Nymphen werden bei gut eingestellter Tiefe vom Schwimmer in Bewegung

gehalten. vom Schwimmer in Bewegung gehalten.

Nymphe

• Die Fische haken sich Tiefenschwimmer:

o durch Die Fische das verwendete haken sich Grundblei durch (20 das – 30g) verwendete von selbst.

Wasseroberfläche

Blei

Auf den Zug den das nach unten ausübt reagiert die gehakte Reinanke

mit Gegenzug Tiefenschwimmer:

Wasseroberfläche

Dieser

Grundblei

wird durch

(20 –

das

30g)

Grundblei

von selbst.

(20 –

Auf

30g)

den

mit

Zug

in

Angelleine

und schwimmt daher fast senkrecht nach oben. Dadurch

fällt der Schwimmer Dieser wird um und durch signalisiert das Grundblei den Biss. (20 – 30g) mit in

die

den

Tiefe

das

gezogen.

Grundblei

Seine

nach

Aufgabe

unten

besteht

ausübt

lediglich

reagiert die gehakte Reinanke mit

Angelleine

• Seit kurzem werden darin

Gegenzug

auch die Oberflächenschwimmer Hegene

und

senkrecht

schwimmt

zu

daher

angeboten halten.

fast

die Die

senkrecht

keine Fische

nach oben. Dadurch fällt der

die Tiefe gezogen. Seine Aufgabe besteht lediglich Tiefeneinstellung

erfordern. haken

15-25 m

Schwimmer

Diese sich sind von

um

sehr selbst

und

lang, und

signalisiert

perfekt der Biss

den

austariert wird

Biss.

und durch funktionieren

einwandfrei. Rutenspitze angezeigt. Durch diese Methode

die

darin die Hegene senkrecht zu halten. Die Fische 3-5 m

Nymphe 15-25 m

haken sich von selbst und der Biss wird durch die

3-5 m

Tiefenschwimmer: erspart man sich die Tiefeneinstellung des

Nymphe

Rutenspitze angezeigt. Durch diese Methode

Blei

Dieser wird durch das Grundblei (20 – 30g) mit in die Tiefe gezogen. Seine

Schwimmers.

Abb. 4: 4: Einige Einige Beispiele für Beispiele typische Zooplanktonkrebse für der typische Freiwasserzone Zooplanktonkrebse

der Freiwasserzone des Weissensees nismen die von Coregonen konsumiert werden.

des Weissensees Abb. Abb. 5: Einige 5: typische Einige Beispiele typische für Bodenorganismen Beispiele für die Bodenorga-

von Coregonen konsumiert werden.

Aufgabe besteht lediglich erspart darin die man Hegene sich senkrecht die Tiefeneinstellung zu halten. Die Fische des haken

sich von selbst und Schwimmers. der Biss wird durch die Rutenspitze angezeigt. Durch

Blei

6.2.1. Fang

Wasseroberfläche

Angel Boot

Die Laichzeit und das Laichverhalten der Reinanken des Weissensees bereiten mir seit Dezember 2011 ziemliches Kopfzerbrechen.

Von 2004 bis 2010 verlief der Laichfischfang jeweils zufriedenstellend und berechenbar. Die Hauptreproduk-

„Zupfen“: Dafür wird eine sehr feine Angel (z. B. Winkelpicker)

diese Methode erspart „Zupfen“: man sich die Tiefeneinstellung des Schwimmers.

Der Fang erfolgt fast ausschließlich mit der Nymphenhegene zwischen 0 und 3 m

über dem Grund. Die Nymphen sollen dabei die Larven- bzw. Puppenstadien von

„Zupfen“:

Wasseroberfläche

Angel Boot

tionszeit viel jeweils zwischen den 10-ten und 15-ten Dezember. In diesem Zeitraum wurden immer genügend großwüchsige

Mutterfische gefangen und abgestreift, so dass der Laichfischfang immer innerhalb weniger Tage abgeschlossen

oder auch Winkelpickerruten) verwendet. Vom Boot aus wird die mit 5 – 8 g

Dafür wird eine sehr verwendet. feine Angel (z. Vom B. spezielle Boot aus Renkenruten wird die mit Freilaufrolle 5 – 8 g Karabiner

Zuckmücken imitieren, welche eine der wichtigsten Nahrungskomponenten der

Dafür wird eine sehr feine Angel (z. B. Winkelpicker)

Reinanken darstellen.

beschwerte Hegene bis zum Grund abgesenkt.

verwendet. Vom Boot aus wird die mit 5 – 8 g Karabiner

15-25

werden konnte. Im Dezember 2011 war nun alles anders. Die großwüchsigen Maränen laichten offensichtlich schon in

beschwerte Hegene bis zum Grund abgesenkt. Durch langsames Anheben und

20-50

Die meisten Renkenfischer angeln im Bereich zwischen der Wasserschischule (etwa

Durch langsames Anheben und wieder Absenken

m

wieder Absenken der beschwerte Rutenspitze soll Hegene der Reiz bis der zum Nymphen Grund erhöht abgesenkt.

cm

der ersten Dezemberwoche, und dass obwohl es im November und Anfang Dezember ungewöhnlich warm war. Und offensichtlich

laichten diese Fische auch nicht in den bisher erfolgreich befischten Bereichen, sondern – ja das weiß ich nicht

cm

werden. 2-3 m

15-25

Abb. 5: Einige typische Beispiele für Bodenorganismen die von Coregonen konsumiert werden. 500 m östlich der Brücke) und dem Mühlbach in Neusach. Hier fallen die vorerst

der Rutenspitze soll der Reiz der Nymphen erhöht

20-50 m

Den Biss erkennt man Durch an der langsames Rutenspitze, bzw. Anheben spürt man und in wieder den Fingerspitzen. Absenken

Nymphe

6.2.1. Fang

2-3 m

Sobald das geringste Anzeichen werden. Den

der Rutenspitze eines Biss Bisses erkennt

soll der registriert man

Reiz der bzw. an der

Nymphen erahnt Rutenspitze,

genau. Auf alle Fälle wurden im Zuge des Laichfischfanges wunderbare Mutterfische gefangen – nur hatten die meisten

wird, erhöht muss

Anker

Der Fang erfolgt fast ausschließlich mit der Nymphenhegene zwischen 0 und 3 m

Blei Nymphe

von über ihnen dem Grund. schon Die Nymphen abgelaicht. sollen Richtig dabei die Larven- deprimierend bzw. Puppenstadien ist so was. von Eine kleinwüchsige Reinankenpopulation hielt sich an die

ein leichter Anschlag gesetzt bzw. spürt

werden. werden. man

Den Biss Diese in

erkennt Methode den Fingerspitzen.

man setzt an also der ständige Sobald

Rutenspitze, Konzentration

voraus und besonders geringste bei wechselnder Anzeichen Windrichtung eines Bisses ist registriert es oft mühsam bzw. die erahnt Position wird, des BleiBootes muss zu ein halten. leichter

das

Zuckmücken imitieren, welche eine der wichtigsten Nahrungskomponenten der

Anker

Vorgaben und laichte von Mitte Dezember bis Ende Dezember. Nur sind diese Fische nicht das Ziel unserer Bewirtschaftungsstrategie

Die meisten Renkenfischer und werden angeln im daher Bereich nicht zwischen von der Wasserschischule uns gefördert. (etwa Ich habe es in den letzten Jahren schon öfters betont: Man kann

Viel entscheidender als Anschlag die Methode gesetzt die werden. man wählt Diese sind Methode jedoch die setzt Qualität also der ständige verwendeten Konzentration Nymphen voraus sowie

Reinanken darstellen.

bzw. spürt man in den Fingerspitzen. Sobald das

500 m östlich der Brücke) und dem Mühlbach in Neusach. Hier fallen die vorerst

geringste Anzeichen eines Bisses registriert bzw. erahnt wird, muss ein leichter

sich bei den Fischen auf nichts verlassen! Was bleibt sind viele Fragen und neue Herausforderungen für das Jahr 2012.

der Angelplatz. Da grundsätzlich und besonders mit sehr bei feinem wechselnder Material gefischt Windrichtung wird und ist Reinanken, es oft mühsam durch den die anatomischen

Position des

Anschlag gesetzt werden. Diese Methode setzt also ständige Konzentration voraus

16 17

Bootes zu halten.

und besonders bei wechselnder Windrichtung ist es oft mühsam die Position des


einer Länge von 40 cm lag bei ca. 1.000 Individuen pro Jahr. Bis 1995 hat sich die

jährliche Entnahme aus dem See jedoch vervierfacht. In diesem Zeitraum war der

Bau des Maules, sehr leicht aushaken, darf die verwendete Angel nicht zu steif sein. Trotz entsprechendem Gerät

passiert

Fang

es aber

einer

recht

untermaßigen

häufig, dass Renken

Reinanke

während

(<

dem

40

Drill

cm)

wieder

eher die

frei

Ausnahme.

kommen. So hatten

Das änderte

z.B. in der

sich

Angelsaison

2009 bis 10,5 zum % Jahr der untersuchten 1999 jedoch Coregonen gravierend. eine eindeutige Ein sehr Angelverletzung. genau geführtes In der Fangbuch Angelsaison von 2011 Herrn waren es

6,7 %. Stefan In flacheren TRAAR Seebereichen zeigt dies ist sehr ihr Anteil eindrucksvoll. vermutlich etwas Von ihm höher. wurden in der Angelsaison 1999

Die Hakengrößen können heute wieder größer gewählt werden als noch vor drei bzw. vier Jahren. Die großen

insgesamt 461 Reinanken gefangen, von denen jedoch nur 23 das Mindestmaß von

Zuckmückenarten kommen, bedingt durch den geringeren Fraßdruck in den letzten Jahren, wieder häufiger vor.

Hin und 40 wieder cm hatten kann man (also sogar nur wieder jede einen 15,7-te). richtigen Im Massenschlupf Durchschnitt beobachten. fing er 9,25 Es gibt Renken einige unterschiedliche

Meinungen Befischungstag. über die Fängigkeit verschiedener Angelhaken und die Art diese als Zuckmückenimitationen

pro

zu gestalten. Ich selbst bevorzuge dünndrahtige Haken der Größe 16 – 18 (z. B. Kamasan), dünn gebunden und

Fluorcarbonschnüre

Tab. 3: Reinankenausfang

der Stärke 0,12

im

mm

Jahresvergleich

bis 0,14 mm

(1991

(für die


Hegene).

1999). Mindestmaß

Die dünnen

=

Schnüre

40 cm.

überdehnen

Von 1991 bis

jedoch

sehr leicht 1999 und wurde die Nymphen nur die Anzahl müssen der daher gefangenen nach ein paar Fische gefangenen aufgelistet. Fischen Die Fischlängen wieder neu gebunden blieben bei werden. der

Sehr gute

Auswertung

Hegenen

unberücksichtigt.

kann man im Angelgerätegeschäft

Auswertung durchgeführt

in Techendorf

von der

kaufen.

A5D, insbesondere von Herrn Walter

Domenig.

Jahr 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999

Ausfang [Ind.] 1.167 851 1.553 3.146 3.943 4.012 3.088 3.099 2.996

Tab. 3: Reinankenausfang im Jahresvergleich (1991 – 1999). Mindestmaß = 40 cm. Von 1991

bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben bei

der Auswertung Die Zunahme unberücksichtigt. des Renkenbestandes, Auswertung im ohnehin durchgeführt nährstoffarmen von der A5D, und insbesondere damit eher von

Herrn nährtierarmen Walter Domenig. Weissensee, führte schließlich zu einem Engpass bei der

6.2.2. Nahrungsverfügbarkeit. Fanglistenauswertung Besonders das Zooplankton und Bewirtschaftung

reichte nicht mehr aus um den

Wie aus vielen Tab. 3 ersichtlich Fischen ist ein steckte gutes die Reinankenfischerei Wachstum zu am ermöglichen. Weissensee zu Beginn Daher der waren 1990-er sowohl Jahre noch in

ihren Anfängen. Der Ausfang von Fischen mit einer Länge von ≥ 40 cm lag bei ca. 1.000 Individuen pro Jahr. Bis

kleinwüchsige als auch junge Renken gezwungen auf Bodennahrung umzusteigen

1995 hat sich die jährliche Entnahme aus dem See jedoch vervierfacht. In diesem Zeitraum war der Fang einer

untermaßigen und wurden Reinanke (< der 40 cm) Folge eher vermehrt die Ausnahme. mit der Das änderte Angel sich gefangen. bis zum Jahr Der 1999 Fraßdruck jedoch gravierend. auf

Ein sehr Zuckmücken genau geführtes stieg Fangbuch sehr stark von Herrn an. Der Stefan in den TRAAR letzten zeigt Jahren dies sehr beobachte eindrucksvoll. Rückgang Von ihm wurden von in

der Angelsaison 1999 insgesamt 461 Reinanken gefangen, von denen jedoch nur 23 das Mindestmaß von 40 cm

hatten (also nur jede 15,7-te). Im Durchschnitt fing er 9,25 Renken pro Befischungstag.

Die Zunahme des Renkenbestandes, im ohnehin nährstoffarmen und damit eher nährtierarmen Weissensee,

führte schließlich zu einem Engpass bei der Nahrungsverfügbarkeit. Besonders das Zooplankton reichte nicht

mehr aus um den vielen Fischen ein gutes Wachstum zu ermöglichen. Sowohl kleinwüchsige als auch junge

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

35 0 341 210 188 152 141 75 19 0 1 0

36 0 952 519 499 303 291 144 48 0 0 0

37 0 1462 1088 888 548 553 286 66 0 1 1

38 0 1726 1465 1301 961 930 465 111 43 58 143

39 0 1544 1720 1548 1391 1345 615 145 56 47 161

40 729 528 489 474 354 287 131 51 64 58 143

41 605 306 300 326 223 178 81 37 41 21 108

42 559 359 480 508 443 370 173 64 77 24 106

43 371 259 300 345 378 381 184 68 37 18 52

44 203 146 207 244 319 259 138 37 43 16 47

45 211 157 200 236 261 318 185 80 51 20 35

46 106 73 110 135 169 216 134 47 38 11 23

47 51 68 93 104 136 160 106 55 30 11 13

48 86 74 96 99 128 157 99 65 49 20 16

49 26 23 11 28 43 48 48 19 16 6 3

50 48 31 44 44 65 101 68 43 28 16 21

51 23 36 56 56 126 138 119 70 42 10 6

52 37 38 51 45 64 105 83 61 29 12 11

53 24 16 22 20 34 36 36 27 19 5 9

54 19 15 18 15 26 35 33 21 20 8 11

55 9 15 17 14 16 25 14 14 13 14 10

56 15 12 8 9 19 16 16 9 10 3 3

57 13 5 7 5 8 9 12 17 4 4 2

58 6 3 5 3 10 9 12 12 9 4 6

59 3 4 3 4 1 1 7 2 3 1 4

60 7 4 2 7 8 5 2 10 3 5 7

61 4 2 4 3 3 5 4 1 7

62 4 2 4 2 3 7 5 0 3

63 1 0 3 0 0 0 3 1 4

64 0 1 3 0 3 1 3 0 1

65 4 3 1 0 0 0 1 0 2

66 0 0 1 1 0 1 0 0 1

67 0 0 0 0 0 0 1 0 1

68 0 1 1 0 0 1 1 0 0

69 0 0 0 1 0 0 0 0 0

70 0 0 0 0 0 0 0 0 0

71 0 0

72 0 0

73 0 0

74 0 0

75 0 0

0 0

0

396 960

Tab. 4: Reinankenangelfänge im Jahresvergleich (2000 – 2011). Mindestmaß: bis zum Jahr 2000

= 40 cm; ab 2001 = 35 cm. Sonderregelung: Entnahme von max. 1 Reinanke mit einer Länge

von 40-50 cm pro Tag; ab 2008 = 38 cm. Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus der

Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 2011 durch die A5D.

gefangene Reinanken [Ind.]

80

70

60

50

40

30

20

10

0

35

36

37

38

39

40

41

42

43

44

45

46

47

48

49

50

51

52

53

54

55

56

57

58

59

60

61

62

63

64

65

66

67

68

69

70

71

72

73

74

75

Totallänge [cm]

Renken waren in der Folge gezwungen auf Bodennahrung umzusteigen. Das führte einerseits dazu, dass der

Fraßdruck auf die sogenannten Zoobenthosorganismen stark zunahm (und daher der Bestand an großwüchsigen

Zuckmücken abnahm) und andererseits dazu, dass kleine Renken vermehrt mit der Angel gefangen wurden

(Weil ja mit der Hegene die Zuckmückenlarven bzw. –puppen imitiert werden).

Die niedrigen mittleren Konditionsfaktoren in den Jahren 1999 - 2003 (Der Kf gibt das Verhältnis von Fischgewicht

zur Fischlänge an, wobei gut genährte Fische ein höheres Gewicht und somit einen höheren Kf aufweisen)

und die hohe Zahl von leeren Mägen bei den untersuchten Reinanken deuteten, neben dem schlechten

Fischwachstum, ebenfalls auf eine sehr geringe Nahrungsverfügbarkeit hin. Ein sehr starker Befall der Renken mit

dem Bandwurm (Cestoden) Proteocephalus exiguus im Magen-Darmbereich war ebenso ein Zeichen für einen

zu hohen Renkenbestand. In den Jahren 1999 bis 2001 waren zumindest zwischen 80 % und 90 % der Coregonen

mit diesem, bis zu 20 cm langen Bandwurm befallen. Auf die Fischgesundheit haben diese Parasiten keinen Einfluss

und auch für den Menschen sind sie harmlos. Da sie nur den Magen-Darmbereich besiedeln ist der Fisch

nach dem Ausnehmen frei von Bandwürmern. Eine logische Konsequenz aus diesen Ergebnissen war eine kontrollierte

Dezimierung der schlechtwüchsigen Reinankenpopulation bei gleichzeitiger Schonung großwüchsiger

Maränen. Das Mindestmaß wurde ab der Angelsaison 2001 von 40 auf 35 cm reduziert. Der Tagesausfang betrug

weiterhin höchstens 3 Fische, wobei nur eine Reinanke mit einer Länge von 40 – 50 cm pro Tag entnommen

werden durfte. Diese Größenklasse ist sicherlich besonders wertvoll für die natürliche Vermehrung.

Die Neuregelung im Jahr 2001 erhöhte den Renkenertrag (Angelfänge) auf ca. 8.200 !!! Individuen. 75 % der gefangenen

Renken hatten eine Länge von weniger als 40 cm (Tab. 4). In den folgenden Jahren nahm der jährliche

Fischertrag, bedingt durch den geringeren Anteil kleiner Reinanken, kontinuierlich ab. Der Anteil großer Maränen

nahm dagegen bis zum Jahr 2005 zu (Abb. 6).

18 19

gefangene Reinanken [Ind.]

1800

1600

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

350

300

250

200

150

100

50

0

30

25

20

15

10

5

0

35 36 37 38 39 40 41 42 43 44

45 46 47 48 49 50 51 52 53 54

55 56 57 58 59 60 61 62 63 64

Totallänge [cm]

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Abb. 6: Längenhäufigkeitsverteilung von

Reinanken der Längenklasse von 35 -

64 cm, die in den Jahren 2000 bis 2010

mit der Angel gefangen wurden. (Die

Skalierung auf der y-Achse – gefangene

Reinanken [Ind.] – ist nicht einheitlich

gewählt.)

Ab der Angelsaison 2006 nahmen die Renkenfänge rapide ab und erreichten ihren Tiefpunkt im Jahr 2009. Grundsätzlich

muss man davon ausgehen, dass sich der Coregonenbestand in den nächsten Jahren wieder erholen wird.

Die Rahmenbedingungen (Futterangebot,...) wären gegeben. Allerdings zeigen die Untersuchungen, dass dies sehr

schleppend vor sich geht. Die Besatzmengen bei den Renken waren in den letzten Jahren offensichtlich zu gering

um kurzfristig große Effekte zu erzielen. Ja dann muss man halt mehr besetzen! Klingt theoretisch sehr gut, ist aber

praktisch sehr schwierig. Gesetzliche Vorgabe ist, dass die Besatzfische aus dem Donaueinzugsgebiet stammen

müssen. Und die Genetik der Renken soll auf Großwüchsigkeit ausgelegt sein. Fazit: Auch wenn Sie wollen und


Anzahl [n]

Jahrgang 2007

Jahrgang 2009

]

Jahrgang 2007

Jahrgang 2009

]

Jahrgang 2007

Jahrgang 2007

Anzahl [n]

Anzahl [n]

Anzahl [n]

Jahrgang 1997

Jahrgang 1997

Jahrgang 1997

01.01.2011 Längenklasse Anzahl

Längenhäufigkeitsverteilung

31.12.2011 28,0 1

Reinanken von 2004 bis 2011

bezogen auf 1000 m² Netzfläche.

Die Fische wurden

im Freiwasserbereich des

Weissensees mit den Netzmaschenweiten

von 40, 42 bzw.

29,0

30,0 1

31,0 6

884 32,0 15

89 33,0 31

10,0678733 34,0 39

35,0 33

36,0 40

37,0 55

38,0 36

39,0 52

40,0 70

46 mm gefangen.

41,0 58

42,0 73

43,0 57

44,0 52

45,0 57

46,0 31

47,0 29

48,0 36

49,0 23

50,0 22

nicht vorhanden.Die Effekte der Besatzmaßnahmen: In manchen Jahren (möglicherweise) gut. In manchen Jahren

51,0 20

01.01.2008 01.01.2009 01.01.2010 01.01.2011 01.01.2008 01.01.2009 01.01.2010 01.01.2009 01.01.2010 01.01.2011 01.01.2009 01.01.2009 01.01.2010 01.01.2011

52,0 13

31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2009 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2011

(2008, mm 082010 und mm 2011) 09 nicht mm 10 nachweisbar. Für multimaschen das Jahr 08 multimaschen 2006 lässt 09 multimaschen sich der 10 ngfb geringe 11 michl Reproduktionserfolg 08 michl 09 michl 10plausibel

kn46 09 kn42,46 10 kn42,46 11 lff40 09 lff>=46 09 lff 10 lff 11

0 27 55 16 27 129 39 4 0 74 23 0 0 0 0 0 0 54,0 0 7

1 41 2 11 46 13 64 10 5 11 53 0 1 1 0 0 0 55,0 0 4

durch das offensichtlich sehr geringe Nahrungsangebot in diesem Ausnahmejahr erklären. Für alle anderen Jahre

2 2 10 2 4 57 17 60 2 47 15 65 12 22 55 12 5 56,0 39 4

3 3 0 8 3 4 23 12 0 4 15 13 116 12 15 3 6157,0 27 2

4 ist die 6 Entwicklung 0 eher rätselhaft.

1 6 5 7 5 0 5 6 31 21 18 18 9 1958,0 37 4

5 8 1 0 8 4 4 1 0 3 4 36 23 3 17 12 17 5

59,0

6 2 2 3 2 7 10 2 0 5 7 45 22 2 13 16 14 6

7 Die Abb. 9 7 und Abb. 0 8 zeigen 2 die Alterklassenverteilung 9 der 0 Reinankenpopulation 3 0 0 in den Jahren 0 2008 1 bis 2011 38 20 1 3 10 9 2

8 0 0 0 0 2 3 0 0 2 3 24 8 3 2 6 9 61,0 3 1

9 1 1 1 1 1 2 0 0 0 1 18 4 1 0 6 3 62,0

bzw. in den Jahren 1999 bis 2001. Aus den Diagrammen wird ersichtlich, dass die jeweiligen Jahrgangsstärken, wie

2

10 0 3 0 0 4 0 0 0 1 0 9 2 2 1 6 2 63,0 0 1

11 0 0 0 0 1 0 0 0 1 0 6 4 1 1 0 0 64,0 0

12 oben 0beschrieben, 0 sehr unterschiedlich 0 ausfallen können.Offensichtlich 0 0 0 ist auch, 0 dass 0 der relativ 0 hohe Anteil 0 alter 7 1 1 0 0 2 65,0 2

13 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 1 0

66,0

14 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0 0

15

Fischen

0

im Weissensee

0

auf eine

0

extensive Befischung

0

hindeutet.

0

In

0stark befischten

0 0Gewässern 0

sind Renken

0

mit

0 0 0 0 0 0 0

99 74 44 106 227 172 94 7 153 128 292 236 67 125 80 14268,0

123

einem Alter von über 6 Jahren in weit geringeren Dichten vorhanden.

69,0

70,0

60

200

2008 n=212

1999 n=71

71,0

50

160

72,0

40

120

73,0

30

74,0

80

40

20

75,0

0

10

77,0

0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ 7+ 8+ 9+ 10+ 11+ 12+ 13+ 14+

0

78,0

0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ 7+ 8+ 9+ 10+ 11+ 12+

79,0

200

2009 n=718

60

80,0

160

81,0

50

120

2000 n=121

82,0

40

80

30

40

84,0

20

85,0

0

0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ 7+ 8+ 9+ 10+ 11+ 12+ 13+ 14+

10

86,0

0

87,0

200

0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ 7+ 8+ 9+ 10+ 11+ 12+

88,0

2010 n=551

160

89,0

60

120

50

91,0

2001 n=92

Larven 80 vorgestreckt einsömmrig (0+) zweisömmrig (1+) 40

92,0

Datum Stk40

Gewicht [kg] Stk Gewicht [kg] Stk Gewicht [kg] Stk 30

93,0

20

94,0

1990

0

270

10

95,0

1991

0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ 7+ 8+ 9+ 10+ 11+ 12+ 13+

350

14+

1992 1.000.000 100 250

0

96,0

1993

200

500 0+ 1+ 2+ 3+ 4+ larven5+ 6+ 7+ 8+ 9+ 10+ 11+ 12+

160

2011 n=284

1994 2.620.000

98,0

Altersklassen

1995 120

1993 5.000

884

1996 80

1994 2.620.000

1997 40

vorgestreckt einsömmrig zweisömmrig

1998

Abb. 8: Altersklassenverteilung

0

1995

von Reinanken

in den Jahren 1999, 2000 und 2001. Es

1999 0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ 7+ 8+ 1299+ 10+ 5.160 11+ 12+ 13+ 14+

1996

2000 300 1997

Alter

2004 28 250.000 1998 5.160

Abb. handelt sich um Fische die mit der Angel bzw.

2005 7: Altersklassenverteilung 28 250.000 von Reinanken

1999 12.000

2006 17 150.000 2000

die mit Netzen im Zuge der Diplomarbeit von

2007 in den Jahren 33 2008 300.000 bis 450 2011 gefangen 18.000 wurden

wurden.

2001

2008 30 270.000 520 20.800

Martin Müller gefangen

2002

2009 (kommerzielle 33 300.000 Befischungen, 150 5250Laichfisch-

fang 2010 und Befischungen 150.000 mit 450Multimaschennet-

15.000 2005 250.000

2003

500 20.000 2004 250.000

2011 250.000 15.000 2006 150.000

zen). n = Anzahl untersuchter Reinanken.

2007 300.000 18.000

2008 270.000 20.800

350

2009 300.000 25.000

30

Vorgestreckte Maränen 3-4cm

einsömmrige Maränen 12-20cm

2010 150.000 10.000

300 Fischzucht Wallersee

25 Heidenreichstein bzw. Unterach

2011 250.000 15.000

Individuen x 1000

das nötige Geld haben - Sie bekommen die nötigen Mengen nicht. Die A5D kratzt nun wirklich alles an geeigneten

Besatzfischen zusammen was verfügbar ist. Dann muss eben der Laichfischfang entsprechend intensiviert werden!

Klingt auch vernünftig. Hier eine kurze Rechnung: Um 300.000 Maräneneier erbrüten zu können braucht man,

wenn alles gut läuft, ca. 130 Reinanken (Milchner und Rogner). Wenn man nun 5.000.000 Renkenlarven besetzen

will, dann braucht man ca. 2.200 Mutterfische! Wir werden uns daher in Zukunft darauf konzentrieren weniger

Besatzfische (also 300.000 – 500.000) in der neuen Teichanlage in Neusach so groß wie möglich vorzustrecken. Das

Ergebnis sehen wir dann eh schwarz auf weiß in den darauf folgenden Jahren.

In den letzten Jahren fielen die Jahrgangsstärken bei den Reinanken des Weissensees sehr unterschiedlich aus. Auf

sehr schwache Jahrgänge von 2004 bis 2006 folgte ein zufriedenstellender im Jahr 2007. Der Jahrgang 2008 ist

schwach vertreten, der Jahrgang 2009 wieder ganz gut und die Renkenjahrgänge 2010 und 2011 sind praktisch

250

200

150

100

50

0

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Jahr des Besatzes

Individuen x 1000

20

15

10

5

0

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Jahr des Besatzes

Abb. 9: Besatz mit vorgestreckten

(links) und

einsömmrigen Maränen

(rechts) seit dem Jahr

1995. Im Jahr 1994 wurden

zusätzlich 2,6 Millionen

Larven besetzt.

20 21

gefangene Renken pro

1000m² Netzfläche

gefangene Renken pro

1000m² Netzfläche

gefangene Renken pro

1000m² Netzfläche

gefangene Renken pro

1000m² Netzfläche

10,0

9,0

8,0

7,0

6,0

5,0

4,0

3,0

2,0

1,0

0,0

10,0

9,0

8,0

7,0

6,0

5,0

4,0

3,0

2,0

1,0

0,0

2004 (n=2825)

2005 (n=3142)

2006 (n=2171)

2007 (n=1336)

2008 (n=806)

2009 (n=531)

2010 [n=1372)

2011 [n=884]

30

41

51

61

31

Die Abb. 10 zeigt die Längenhäufigkeitsverteilung

von Reinanken die

von 2004 bis 2011 mit Kiemennetzen

im Freiwasserbereich gefangen

wurden. Da die Befischungsintensität

von Jahr zu Jahr variierte wurden

0,5

0,4

die Fänge zur besseren Vergleichbarkeit

auf eine einheitliche Netzfläche 0,2

0,3

von 1000 m² bezogen. Im Jahr 2004 0,1

waren die Netzfänge von kleinen 0,0

Reinanken (mittlere Länge 38,1

0,05

cm) dominiert. Maränen mit einer

0,04

Länge von über 50 cm waren so gut

0,03

wie nicht nachweisbar. Sie waren 0,02

demnach also nicht da, zumindest 0,01

0,00

nicht im Freiwasserbereich. In den

folgenden Jahren nahmen die Fänge

Totallänge [cm]

von kleinen Renken kontinuierlich

ab und die Fänge von großen Maränen kontinuierlich zu (mittlere Länge 2008: 42,3cm). Das ist plausibel damit zu

erklären, dass zumindest ab dem Jahr 2002 der Reproduktionserfolg bei den Renken stark abnahm. Das erklärt auch

warum im Zuge der Diplomarbeit von Mag. Michael Buchart in den Jahren 2003 und 2004 trotz monatlicher Befischungen

bei Neumond so gut wie keine Jungrenken gefangen werden konnten. Heute fängt man mit den gleichen

Netzen sehr wohl ein- und zweijährige Coregonen. Auf alle Fälle gingen die Fänge zurück, weil ab dem Jahr 2002 nur

noch sehr wenige Jungfische je Jahrgang nachwuchsen. Die steigende Zahl von großen Maränen hängt einerseits mit

den letzten guten Jahrgängen und andererseits mit einer besseren Nahrungsverfügbarkeit auf Grund der insgesamt

geringeren Renkendichte zusammen.

Die durchgeführten Befischungen und Untersuchungen bestätigen immer wieder, dass Coregonen sehr flexibel bei

der Nahrungswahl sind. Sie verhalten sich dabei überaus ökonomisch. Ob Zooplankton, Zuckmücken, Wasserasseln,

Muscheln oder Fische konsumiert werden hängt vom Angebot, vom Energiegehalt und vom Aufwand für den Fang

dieser Organismen ab. Änderungen des bevorzugten Lebensraumes sind eine logische Folge davon. So waren z.B. in

den Sommermonaten von 1999 bis 2001 im Freiwasser mit Kiemennetzen die meisten Renken in Tiefen von 20 bis

25 m zu fangen. In den letzten Jahren waren in solchen Tiefen die Fänge gleich null. Die Freiwasserrenken haben sich

derzeit um zumindest 10 m höher eingeschichtet. Genau dort treffen die großen Maränen in den Sommermonaten

auf große Flussbarschschwärme. Die Quintessenz: Fische sind nicht zufällig irgendwo.

Grundsätzlich setzt eine nachhaltige Befischung eines Bestandes voraus, dass nicht mehr als ca. 15 % der vorhandenen

Population pro Jahr entnommen werden und dass die Fische zumindest einmal natürlich im Gewässer ablaichen können.

Die Abb. 11 zeigt den Zusammenhang zwischen Fischlänge, Alter und Geschlechtsreife der untersuchten Reinanken

im Jahr 2011. Es waren 20% der 1+-milchner, 51% der 2+-milchner und 79% der 3+-milchner laichreif. Erst

42

52

62

32

43

53

63

33

44

54

64

34

45

55

65

35

46

56

66

36

47

57

67

37

48

58

68

38

49

59

69

39

40

50

60

70


eif; n=66

eif; n=

=73

=

bei den 4+-fischen waren alle Individuen laichreif. Bei den Rognern konnten im Jahr 2011 10% laichreife 2+-renken

nachgewiesen werden. Von den 3+-rognern waren 45% laichreif und von den 4+-renken 97%. Unreife Coregonen mit

einer Länge von 45cm – 50cm waren im Herbst und Winter 2011 also durchaus keine Seltenheit. Generell nimmt die

Wachstumsleistung bei Fischen nach Erreichen der Laichreife ab da ein Teil der Energie in die Bildung der Gonaden

investiert wird. Das trifft im Besonderen auf die Rogner zu. Bei einem großen Teil der Weissenseecoregonen handelt

es sich derzeit um eine sehr großwüchsige und spät laichreif werdende Population. Beste Voraussetzungen für einen

Bestand an außergewöhnlich großen Maränen

Alter

Alter

Datum L tot G 13+

voll Alter Sex G‐gew. GSI

12+

[mm] [g] [g] [%] gsi 01.01.1999 gsi gsi 01.01.2000 gsi gsi 01.01.2001

Milchner 2011

100%

21.08.1999 328 308 4+ 1 7,6 2,47 0,7 31.12.2001 1,7 0,7 31.12.2000 1,7 0,7 31.12.2001

11+ nicht laichreif; n=47

21.08.1999 330 314 4+ 2 8,18 2,61 nmilchner nmilchnerlr nmilchnernlr nrogner nrognerlr nmilchner nmilchnerlr nmilchnernlr nrogner nrognerlr nmilchner

10+

21.08.1999 345 378 3+ 2 15,95 4,22 80% 16‐18,9 160 0 0 0 0 0 16‐18,9 160 0 0 0 0 0 16‐18,9 160 0

9+ laichreif; n=98

21.08.1999 355 384 3+ 1 2,9 0,76 19‐21,9 190 1 0 1 1 0 19‐21,9 190 0 0 0 1 0 19‐21,9 190 0

8+

21.08.1999 355 402 3+ 1 6,96 1,73 60% 22‐24,9 220 1 0 1 0 0 22‐24,9 220 0 0 0 0 0 22‐24,9 220 1

7+

21.08.1999 376 395 3+ 1 1,54 0,39 25‐27,9 250 1 1 0 1 0 25‐27,9 250 0 0 0 0 0 25‐27,9 250 0

6+

1999-2001; n= 391

21.08.1999 383 450 3+ 2 12,46 2,77 40% 28‐30,9 280 3 3 0 5 2 28‐30,9 280 1 1 0 1 0 28‐30,9 280 1

5+

2003; n=198

21.08.1999 388 478 4+ 1 3,4 0,71 31‐33,9 310 62 58 4 55 43 31‐33,9 310 41 37 4 39 28 31‐33,9 310 7

4+

23.08.1999 331 315 3+ 1 7,71 2,45 34‐36,9 340 156 126 29 151 121 2009; 34‐36,9 n=222 340 88 62 25 78 56 34‐36,9 340 33

20%

3+

23.08.1999 347 345 3+ 2 8,9 2,58 37‐39,9 370 105 82 22 93 74 2010; 37‐39,9 n=244 370 36 24 11 28 18 37‐39,9 370 39

2+

23.08.1999 347 366 4+ 2 15,07 4,12 40‐42,9 400 63 63 0 49 41 2011; 40‐42,9 n=145 400 24 24 0 23 20 40‐42,9 400 26

1+

23.08.1999 356 329 3+ 2 7,78 2,36 43‐45,9 0%

430 24 24 0 21 21 43‐45,9 430 5 5 0 7 7 43‐45,9 430 13

22-24,9 25-27,9 28-30,9 31-33,9 34-36,9 37-39,9 40-42,9 43-45,9 46-48,9

0+

23.08.1999 360 365 3+ 1 5,05 1,38 46‐48,9 460 0 0 0 0 0 46‐48,9 460 0 0 0 0 0 46‐48,9 460 0

-1+

23.08.1999 362 344 3+ 1 5,12 1,49 416 357 57 376 302

23.08.1999 365 410 4+ 2 18,73 4,57

1999-2001; n=354

0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65

100%

23.08.1999 370 397 3+ 2 3,06 0,77

2003; n=180

13+

24.08.1999 370 373 3+ 2 6,22 1,67 1999 2009; % laichreif n=146

2000 % laichreif 2001 % laichreif

80%

12+ Rogner 2011

25.08.1999 339 328 3+ 2 9 2,74 milchner 2010; n=285 rogner milchner rogner milchner rogner milchner rogner milchner rogner milchner rogner milchner rogner

11+ nicht laichreif; n=66

25.08.1999 360 361 3+ 2 1,57 0,43 1999‐2001; 2011; n=139

3999‐2001; n=354 2000 2000 2001 2001 2003; n=198 2003; n=180 2009; n=222 2009; n=146 2010; n=244 2010; n=285 2011; n=145 2011; n=139

10+

25.08.1999 369 363 3+ 2 2,13 0,59

60%

16‐18,9 #DIV/0! #DIV/0! 16‐18,9 #DIV/0! #DIV/0! 16‐18,9 #DIV/0! #DIV/0! 16‐18,9 0 #DIV/0! 0 0,00 0,00 0 0

9+ laichreif; n=73

27.08.1999 363 375 3+ 2 9,67 2,58 19‐21,9 0 0 19‐21,9 #DIV/0! 0 19‐21,9 #DIV/0! #DIV/0! 19‐21,9 0 0,00 0,00 0,00 0,00 0 0

8+

27.08.1999 448 747 7+ 2 28,19 3,77 40% 22‐24,9 0 22‐24,9 #DIV/0! #DIV/0! 22‐24,9 0 #DIV/0! 22‐24,9 0 0 0,23 0,00 0,00

7+

28.08.1999 347 352 4+ 2 12,68 3,60 25‐27,9 1 0 25‐27,9 #DIV/0! #DIV/0! 25‐27,9 #DIV/0! #DIV/0! 25‐27,9 0,85714286 0,5 0,20 0,00 0,60 0,00

6+

29.08.1999 353 365 4+ 2 13,3 3,64 20% 28‐30,9 1 0,4 28‐30,9 1 0 28‐30,9 1 1 28‐30,9 0,92592593 0,64285714 0,00 0,76 0,25

5+

29.08.1999 382 412 4+ 1 4,9 1,19 31‐33,9 0,93548387 0,78181818 31‐33,9 0,902439024 0,71794872 31‐33,9 1 1 31‐33,9 0,97777778 0,76470588 0,77 0,273 0,50 0,00 0,77 0,27

4+

29.08.1999 390 442 3+ 2 13,08 2,96 34‐36,9 0% 0,80769231 0,8013245 34‐36,9 0,704545455 0,71794872 34‐36,9 0,87878788 0,92105263 34‐36,9 0,98611111 0,92857143 0,58 0,306 0,76 0,47 0,50 0,33

3+

29.08.1999 397 493 3+ 2 7,99 1,62 37‐39,9 22-24,9 0,78095238 25-27,9 0,79569892 28-30,9 37‐39,9 31-33,9 0,666666667 34-36,90,64285714 37-39,9 37‐39,940-42,90,76923077 43-45,90,88888889 46-48,937‐39,9 1 0,98214286 0,58 0,588 0,72 0,79 0,54 0,32

2+

29.08.1999 467 794 5+ 2 23,69 2,98 40‐42,9 1 0,83673469 40‐42,9 1 0,86956522 40‐42,9 1 0,8 40‐42,9 0,90 0,909 0,90 0,72 0,48 0,65

Längenklasse [cm]

31.08.1999 324 304 3+ 2 13,97 4,60 43‐45,9 1 1 43‐45,9 1 1 43‐45,9 1 1 43‐45,9 1,00 1,000 0,84 0,82 1,00 0,74

31.08.1999 414 520 5+ 1 4,8 0,92 46‐48,9 46‐48,9 #DIV/0! #DIV/0! 46‐48,9 #DIV/0! #DIV/0! 46‐48,9 1,00 0,71 0,93 0,38

-1+

0+

1+

01.09.1999 341 326 4+ 2 17,4 5,34 49‐51,9 0,83 0,86 1,00 1,00

0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 01.09.199950 360 351 55 3+ 60 1 2,5465

0,72 Abb. 12: Anteil laichreifer Renken pro 52‐54,9 1,00 1,00 1,00 1,00

01.09.1999 367 383 3+ 1 8,72 2,28 55‐57,9 1,00 1,00 1,00

Totallänge [cm]

02.09.1999 276 160 2+ 1 1,13 0,71 1,00

02.09.1999 373 389 3+ 1 2,65 0,68 Längenklasse in den Jahren 1999 bis 2001,

1,00

02.09.1999 380 417 3+ 2 18,4 4,41 #DIV/0!

02.09.1999 381 374 3+ 1 3,24 0,87 #DIV/0!

2003, 2009, 2010 und 2011 getrennt nach

04.09.1999 356 343 3+ 1 6,74 1,97 #DIV/0!

04.09.1999 380 402 3+ 2 26,1 6,49

04.09.1999 382 457 3+ 2 18,25 3,99 Geschlechtern. Alle Fische stammen aus

04.09.1999 384 464 3+ 2 27,76 5,98

04.09.1999 388 439 3+ 1 4,27 0,97

04.09.1999 419 590 5+ 1 4,18 5,00 Fängen der Monate August bis Dezember.

04.09.1999 415 642 4+ 2 64,7 10,08

07.09.1999 218 84 1 0,18 0,21

07.09.1999 266 140 2 0,25 0,18

07.09.1999 280 160 2 0,27 0,17

07.09.1999 285 185 2 0,67 0,36

07.09.1999 295 196 2 5,47 2,79

07.09.1999 327 327 3+ 1 6,04 1,85

07.09.1999 346 343 4+ 1 8,5 2,48

07.09.1999 347 347 3+ 1 5,14 1,48

07.09.1999 352 349 2+ 2 11,55 3,31

07.09.1999 356 367 2 15,92 4,34

07.09.1999 358 365 2+ 2 8,77 2,40

07.09.1999 361 343 2+ 1 4,9 1,43

07.09.1999 370 353 2+ 2 1,11 0,31

07.09.1999 371 382 3+ 1 4,05 1,06

07.09.1999 373 402 3+ 1 7,9 1,97

07.09.1999 376 413 3+ 1 7,89 1,91

07.09.1999 394 488 5+ 2 22,8 4,67

09.09.1999 330 284 3+ 1 3,59 1,26

09.09.1999 332 313 3+ 1 7,51 2,40

09.09.1999 333 320 3+ 1 5,14 1,61

09.09.1999 336 308 4+ 2 16,73 5,43

09.09.1999 341 361 3+ 2 15,2 4,21

09.09.1999 342 300 3+ 1 5,41 1,80

09.09.1999 349 362 3+ 2 8,12 2,24

09.09.1999 352 342 4+ 1 4,25 1,24

09.09.1999 356 297 2+ 2 1,08 0,36

12.09.1999 336 296 3+ 1 4,41 1,49

Abb. 11: Zusammenhang zwischen Fischlänge,

Alter und Geschlechtsreife im Jahr 2011.

Vertikale Linie = Mindestmaß

Die Abb. 12 vergleicht den Anteil laichreifer Renken in den letzten Jahren. Ganz offensichtlich ist, daß besonders im

Jahr 2003 die Fische mit viel geringeren Längen ablaichten als dies heute der Fall ist. So waren im Jahr 2003 weibliche

Renken mit einer Länge von ca. 35 cm zu über 90 % laichreif. Im Jahr 2009 waren es gerade einmal 25 % und 2011

33 %. Heute wäre ein Mindestmaß von zumindest 45 cm erforderlich um allen Renken die Möglichkeit zu bieten

einmal natürlich abzulaichen. Eine vernünftige Möglichkeit eine großwüchsige Renkenpopulation zu erhalten und

kleinwüchsige Renken zu dezimieren ist die Wiedereinführung der Mindestmaßregelung der Jahre 2001 bis 2007.

Also ein Mindestmaß von 35 cm mit der Einschränkung nur eine Maräne mit einer Länge von 40 bis 50 cm pro Tag zu

entnehmen. Die Abb. 11 und Abb. 12 deuten darauf hin, dass der Weissensee auch heute noch von einer kleinwüchsigen

und früh laichreif werdenden Renkenpopulation besiedelt wird. Diese scheint derzeit wieder etwas zuzunehmen.

Aus den oben geschilderten Zusammenhängen läßt sich leicht ableiten, dass die Intensität der Befischung,

das festgelegte Mindestmaß sowie die verwendeten Netzmaschenweiten langfristig die Wachstumsleistung

einer Renkenpopulation entscheidend beeinflussen können.

Grundsätzlich ist die Nahrungssituation für die Renken heute besser, als um das Jahr 2000. Das zeigen

auch die mittleren Konditionsfaktoren im Jahresvergleich ganz deutlich (Abb. 13). Die Jahre 1999 bis 200

sowie das Jahr 2006 waren für die Coregonen des Weissensees von Hunger geprägt. Die Gründe dafür

sind unterschiedlich. Bis 2003 kann der schlechte Ernährungszustand der Fische durch das Mißverhältnis

zwischen Renkenpopulation und Nahrungsangebot begründet werden. Im Jahr 2006 war dieser

Zusammenhang, wie schon weiter oben erwähnt, nicht mehr gegeben. Es müssen daher andere Faktoren

für ein geringes Nährtieraufkommen gesorgt haben. Ob das die extreme Blütenstaubbelastung im Frühling

war, oder andere ungewöhnliche Ereignisse kann hier nicht beurteilt werden. Plausibel wird aber das

fast völlige Fehlen des Renkenjahrganges 2006 bei den Untersuchungen von 2008 bis 2011.

Anteil laichreife Milchner

Anteil laichreife Rogner

Familie Rindler

Herrliche Urlaubstage...

• Eigener Badestrand mit großer Liegewiese und Volleyballplatz

• Bootshütte (200 m vom Haus) mit WC und Strom

• Steg – Boote mit Anker – versperrbare Kabinen

• Bauernhof – Zimmer mit Frühstück und FeWo’s

• Wochenpauschalen ab € 242,- mit Fischerkarte und Boot

A-9762 Weissensee • Oberdorf 42 • Tel. 0043 / 4713 / 2246

E-Mail: info@sulzerhof-weissensee.at • www.sulzerhof-weissensee.at

Ferienhof

HoffmanN ***

und Strandbungalow

Familie Brandner

A-9762 Weissensee • Neusach 2

Kärnten • Austria

Tel. +43 4713 2264 • Fax +43 4713 2264-4

E-Mail: info@ ferienhof-hoffmann.at

www.ferienhof-hoffmann.at

22 23

Anglerfreuden beim

Ferienhof Neusacher-Moser

• Fischerkartenservice, Anglerfloß

• Tiefkühlmöglichkeit für das Fanggut

• Batterielademöglichkeit in der Bootshütte

am See

• versperrbare Angelkabinen

• erweiterte Frühstückszeiten

• Erfahrungsaustausch mit Aufsichtsfischern

aus der Region

Wochenpauschale ab € 299,-

inkl. Fischerkarte & Ruderboot

Neusach 9, 9762 Weissensee, www.neusacher-moser.at,

winkler@neusacher-moser.at, Tel. +43(0)4713/2322

Fischerpauschalen

10.05. bis 09.06.2012 und 22.09. bis 20.10.2012

• 7 Tage im Doppelzimmer, Sat/TV, Frühstücksbuffet, Anglerthermofrühstück

auf Anfrage, Tiefkühlmöglichkeit für

Ihr Fanggut

• Angelkarte, Boot, Anker, absperrbare Kabinen am

Strand

• Begrüßungsgetränk, Fischerstammtisch, Almwanderung

mit Einkehrschwung

Pro Person ab € 278,-

Begleitperson (ohne Angelkarte) ab € 231,-

(Einzelzimmerzuschlag)

Sonderpreise für Angelvereine, je nach Personenanzahl!


0,84 158

0,86 210

Kf

0,88 120

01.07.2004 01.07.2005 01.07.2006 01.07.2007 01.07.2008 01.07.2009 01.07.2010 01.07.2011

,68 0,93

0,96

56

30.09.2004

30 - 34,9 cm

30.09.2005 30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 30.09.2011

,69 4,35 621,00

35 - 39,9 cm

,70

,70

0,92

40 - 44,9 cm

2004 2005 2006 2007

2008 2009 2010 2011

,71

0,88

mittl Kf 45 Tl - [cm] 49,9 cm

n mittl Kf n mittl Kf n mittl Kf n mittl Kf n mittl Kf n mittl Kf n mittl Kf n

,72 30 >=50 30 - 34,9 cm cm 0,83 540 0,85 172 0,80 129 0,82 40 0,82 11 0,87 7 0,87 14 0,85 77

,72 0,84

35 35 - 39,9 cm 0,81 1352 0,83 1514 0,77 1246 0,83 429 0,85 181 0,87 69 0,84 253 0,84 158

,72 40 40 - 44,9 cm 0,82 748 0,83 1135 0,79 548 0,83 287 0,87 174 0,87 75 0,85 386 0,86 210

,73 0,80

45 45 - 49,9 cm 0,84 69 0,84 302 0,83 216 0,85 125 0,87 94 0,87 49 0,87 108 0,88 120

,73 50 >=50 cm 0,87 5 0,89 19 0,86 32 0,92 44 0,89 66 0,95 32 0,92 78 0,93 56

,73 0,76

70 839,00 4,35 621,00

,73

,74 0,72

,74 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Abb. 13: Jahresvergleich

0,81 der 0,83 mittleren 0,77 0,83 Neusach 0,85 12 0,87• 97620,84 Weissensee 0,84

Familie Knaller

,74 30 - 34,9 cm 0,83 0,80 0,80 0,82 0,83 0,85 0,80 0,82 0,82 0,87 0,85

,75 35 - 39,9 cm 0,78 0,76 0,76 0,82

Jahr

,75 40 - 44,9 cm 0,80 0,79 0,76 0,77 Konditionsfaktoren

von Reinanken

0,82 0,83 0,79 0,83 0,87 0,87 0,85 0,86

Tel.: +43 4713 2262

,75 Längenkl 1999 2000 45 - 49,9 2001cm2002 2003 0,81 2004 2005 0,74 2006 2007 0,75 2008 2009 2010 2011 0,82 0,84 0,84 0,83 0,85 0,87 0,87 0,87 0,88

,75 30 - 34,9 cm 40 134 >=50 22 cm 569 172 129 40 11 7 14 77

0,87 0,89 0,86 0,92 0,89 0,95 0,92 0,93

Fax.: +43 4713 2262-20

,76

die jeweils in den

,76 35 - 39,9 cm 68 Anzahl 106 72 Reinanken pro Jahr 1418 und 1514 Längenklasse 1246 429 181 69 253 158

E-Mail: info@hausjakober.at

,76 40 - 44,9 cm 13 Längenkl 18 17 1999 760 1135 2000 548 287 174 2001 75 386 2002210

2003 Monaten 2004 Juli, 2005 August

und September

2006 2007 2008 2009 2010

,76 30 - 34,9 cm 40 134 22 569 172 129 40

www.

11 7hausjakober.at

14

,77 45 - 49,9 cm 3 355 - 39,93 cm 6873 302 106 216 125 9472 49 108 120

1418 1514 1246 429 181 69 253

,77 >= 50 cm 40 - 44,9 cm 13 19 32 18 44 6617 32 78 56 gefangen 760 wurden. 1135 548 287 174 75 386 Längenkl 1999 2000 2001

,77 45 -49,9 cm 3 5 3 73 302 216 125 94 49 108 30 - 34,9 cm 40 134 22

,77 >= 50 cm 19 32 44 66 32 78 35 - 39,9 cm 68 106 72

,77 Die Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau eines sehr guten Renkenbestandes sind derzeit durchaus

40 - 44,9 cm 13 18 17

,77

gut. Die Fische haben Platz, sie haben Futter und sie werden nur extensiv befischt. Es wird aber immer

45 - 49,9 cm 3 5 3

,78 >= 50 cm

,78 wieder Jahre geben in denen die natürliche Reproduktion oder auch Besatzmaßnahmen nicht so funktionieren

wie wir uns das wünschen. Das Wissen um starke bzw. schwache Jahrgänge bietet aber die Mög-

,78

,78

,79 lichkeit steuernd einzugreifen. Und das wird in Zukunft unsere große Aufgabe sein. Damit die Wünsche

,79

,79 sowohl der Angler, als auch des Berufsfischers, als auch der Gourmets erfüllt werden können.

,80

,80

,81

,81

,82

,82

,82

,82

,82

,83

,83

,83

,83

,83

,84

,84

,84

,84

,84

,85

,85

,88

,68

,70

,72

,72

,73

,73

,73

,74

,74

,75

,75

,75

,76

,77

,77

,77

,77

mittlerer Konditionsfaktor

1998

1999

2000

2001

2002

2003

Schonzeit: 01.11. - 28.02.

Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige Richtlinien...“

Mindestmaß:

noch offen

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2011 71 cm 3,56 kg

2010 72 cm 3,70 kg

2005 71 cm 3,20 kg

1999 76 cm 4,30 kg

2004

2005

2006

6.3. Hecht

(Esox lucius)

Der erste Besatz erfolgte im Jahr 1949, der letzte im

Jahr 1986. Derzeit kann der Bestand, der also auf

natürlicher Vermehrung beruht, als sehr gut eingestuft

werden. Das Fleisch des Hechtes ist sehr kompakt

und von ausgezeichneter Qualität, hat jedoch relativ viele Gräten. Filets kleinerer Hechte sollten daher „geschröpft“

werden. Die Hauptnahrung besteht aus Fischen, wobei diejenigen Arten bevorzugt werden, die leicht verfügbar sind.

Derzeit sind dies Rotaugen und Flussbarsche, zu den Laichzeiten die laichenden Fischarten und kurz nach Besatzmaßnahmen

die Besatzfische. Besonders von kleineren Hechten werden aber auch sehr häufig Bodenorganismen wie Kamberkrebse

und Libellenlarven aufgenommen. Manche Hechte scheinen sich regelrecht auf Kamberkrebse spezialisiert zu

haben. Die Hechtlaichzeit beginnt kurz nach Aufbrechen der Eisdecke und endet im April bzw. Mai. Als Laichplätze dienen

Pflanzenbestände in meist flacheren Seebereichen (1 – 5 m). Die Eier sind klebrig und haften an den Wasserpflanzen.

2007

2008

2009

2010

2011

2012

24 25

Petri Heil im Haus Jakober

• Ferienwohnungen in schöner Lage und

direkt am See

• Bootshaus mit 6 Fischerbooten

• für jedes Boot, eigener Stromanschluss

zum Laden der Batterien

• Absperrbarer Kasten

• Tiefkühlmöglichkeit für das Fanggut

• Besorgen der Fischerkarte

• Auf Wunsch Frühstück!

• Fischerpauschalen in der Vor- und

Nachsaison

Birkenhof

Familie Ertl

Neusach 26 • A-9762 Weissensee

Tel: ++43 (0)4713-2229

Fax: ++43 (0)4713-2229-200

E-Mail: birkenhof.ertl@aon.at

www.urlaubamweissensee.at

• Appartements in wunderschöner,

ruhiger Umgebung, direkt am See

• Bootshaus

• Fischerboote mit Zubehör

• fachliche Beratung

Haus Haus Fischer Fischer

Familie Schininger

Techendorf 21 • 9762 Weissensee

Tel. +43 (0) 4713 / 2045

E-Mail: info@ fischer-weissensee.at

www.fischer-weissensee.at

• Gemütliche Privatpension in zentraler Lage

• Eigener Badestrand

• 2 Ruderboote

Zimmer mit Frühstück: Vorsaison: € 27,- Hauptsaison: € 30,-


6.3.1. Fang

Die Westmulde bietet den Hechten durch die ausgeprägte Unterwasservegetation, bestehend aus Armleuchteralgen,

eine Vielzahl von Standplätzen für alle Größenklassen. Teichrosenfelder und der Schilfgürtel werden fast nur von

Junghechten besiedelt und sind daher für die Angelfischerei von geringerem Interesse.

Der Köder sollte möglichst knapp (1 bis 2m) über dem Grund angeboten werden, wobei Köderfischsysteme (z. B.

Stocker- oder Wikam-system) sowie gute Wobbler und Weichplastikköder (z.B. Castaic) eingesetzt werden können.

Bevorzugte Methode ist das Schleppangeln mit dem Boot; möglich ist aber auch die Spinnfischerei.

Im mittleren und östlichen Abschnitt ist es am günstigsten entlang der Scharkante, die häufig mit Totholz übersät ist,

zu fischen. Dieses Holz bietet den Hechten viele Standplätze, gestaltet aber die Fischerei auch um einiges schwieriger.

Hechte besiedeln im Ostbecken aber auch die tiefen Seebereiche. Unterhalb der Sprungschicht stehen die „Renkenhechte“

welche durchaus bis in Tiefen von 25 m vordringen. Seit dem Jahr 2008 werden aber auch vermehrt kleine

Hechte und gelegentlich auch große Flussbarsche im Freiwasserbereich beobachtet. Diese halten sich meist oberhalb

der Sprungschicht auf und nutzen die großen Mengen an Lauben, Rotaugen und Flussbarsche. Auch bei den Raubfischen

ändert sich also der bevorzugte Lebensraum durch das vorhandene Futterangebot. Und es ist kein Zufall, dass

erfahrene Hechtangler immer wieder die gleichen Bereiche sehr erfolgreich befischen.

Hechte sind aber grundsätzlich sehr „launische“ Fische. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen kann es durchaus vorkommen,

dass sogar die fleißigsten Hechtspezialisten viele Tage intensiv fischen, ohne einen Hecht zu fangen der ihren

Erwartungen entspricht. Kleinere Hechte bis etwa 60 cm sind derzeit allerdings in solchen Dichten vorhanden, dass

bei Verwendung entsprechender Köder und der nötigen Ausdauer die Chancen für den Angler immer sehr gut sind.

ihn wohl treffen, aber das Seeforellenproblem alleine auf den Hecht zu reduzieren, ist

wohl mehr als eine bloße Vereinfachung. Fakt ist, dass der Hecht große Verluste bei

6.3.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

In den Jahren 1991 bis 2010 wurden jährlich zwischen ca. 600 und 1.100 Hechte von den Anglern gefangen. Der

Besatzmaßnahmen mit mehrjährigen Fischen verursacht. Er behindert also auf alle

Biomasseausfang betrug zwischen ca. 1.000 und 1.600 kg (Tab. 5, Tab. 6). Man kann davon ausgehen, dass diese

Fälle den Wiederaufbau eines guten Seeforellenbestandes. Der Versuch den

Hechte für das Erreichen ihrer Biomasse etwa 10.000 kg bis 16.000 kg Fisch fressen mussten.

Hechtbestand zu dezimieren, scheiterte in den Jahren 1996 und 1997, da alle

Mitte der 1990-er Jahre war die Meinung weitverbreitet, dass der Hecht die Hauptschuld am Aussterben der

heimischen Befischungsmethoden Seeforelle trägt. Eine „Teilschuld“ (Elektro-, mag Kiemennetz- ihn wohl treffen, und Reusenbefischungen) aber das Seeforellenproblem zwar sehr alleine auf den

Hecht zu reduzieren, aufwendig, ist aber wohl trotzdem mehr als sehr eine uneffizient bloße Vereinfachung. waren. Ab dem Fakt Jahr ist, dass 1999 der wurden Hecht für große den Verluste bei

Besatzmaßnahmen Hecht das mit Mindestmaß, mehrjährigen sowie Fischen die verursacht. Fangbeschränkung Er behindert pro also Tag auf aufgehoben. alle Fälle den Wenn Wiederaufbau

eines guten eine Seeforellenbestandes. Fischart dezimiert Der werden Versuch soll, den dann Hechtbestand ist es wohl zu mehr dezimieren, als unlogisch, scheiterte dass in diese den Jahren 1996

und 1997, da alle Befischungsmethoden (Elektro-, Kiemennetz- und Reusenbefischungen) zwar sehr aufwendig,

aber trotzdem sehr uneffizient waren. Ab dem Jahr 1999 wurden für den Hecht das Mindestmaß, sowie

gleichzeitig durch Fangbeschränkungen geschont wird. Aber auch diese Maßnahme

erwies sich als wenig effektiv. Von den Anglern wurden weiterhin hauptsächlich

die Fangbeschränkung pro Tag aufgehoben. Wenn eine Fischart dezimiert werden soll, dann ist es wohl mehr

Hechte mit einer Länge von 50 – 70 cm aus dem See entnommen. Der Ausfang

als unlogisch, dass diese gleichzeitig durch Fangbeschränkungen geschont wird. Aber auch diese Maßnahme

erwies sich kleiner als wenig Hechte effektiv. stieg Von nur den unwesentlich Anglern wurden an (Abb. weiterhin 11). hauptsächlich Auf den Hechtbestand Hechte mit hat einer es Länge von

50 – 70 cm aus dem meiner See Sicht entnommen. keinen Einfluss Der Ausfang ob ein kleiner Mindestmaß Hechte besteht stieg nur oder unwesentlich nicht. an (Abb. 14). Auf den

Hechtbestand hat es aus meiner Sicht keinen Einfluss ob ein Mindestmaß besteht oder nicht.

Tab. 5: Hechtausfang im Jahresvergleich (1991 – 1999). Mindestmaß bis 1998 = 50 cm. Von 1991 bis

Dieser ist im

1999

Weissensee

wurde nur

mehr

die

oder

Anzahl

weniger

der gefangenen

nicht kontrollierbar

Fische aufgelistet.

und in

Die

erster

Fischlängen

Linie von

blieben

den vorhandenen

bei der

Standplätzen

und Auswertung dem Nahrungsangebot unberücksichtigt. abhängig. Auswertung Dass durchgeführt es dabei von zu kontinuierlichen der A5D, insbesondere Schwankungen von Herrn Walter der Population

Domenig.

Jahr 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999

Ausfang [Ind.] 943 897 774 900 668 696 766 577 697

Tab. 5: Hechtausfang im Jahresvergleich (1991 – 1999). Mindestmaß bis 1998 = 50 cm. Von

1991 bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben

bei der Auswertung unberücksichtigt. Auswertung durchgeführt von der A5D, insbesondere

von Herrn Walter Domenig.

Tab. 6: Hechtausfang im Jahresvergleich (2000 – 2008). Mindestmaß: ab 1999 = keines; Das

Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus einer Längen- Gewichtsregression berechnet.

Jahr Gesamtfang < 70 cm >= 70 cm

[Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg]

Fischer herzlich willkommen.....

• Zimmer und Ferienwohnungen,

Halbpension oder Frühstück

• eigener Badestrand, Bootshütte, Steg,

Einfriermöglichkeit

• Ruderboot, Kabine, Stromanschluss kostenlos

• Vitalbereich

• günstige Pauschalangebote

• Fischertreffpunkt direkt am Seekiosk neben

der Promenade

2000 815 1260 695 26 816 120 444

27

Fischen am Ronacherfels

der schnellste Weg auf das Wasser, direkt

am See gelegen, inmitten unberührter

Natur.

Die Philosophie - sichere Boote, perfekte

Ausstattung, perfektes Service.

Sascha Lilg

Neusach 40 | 9762 Weissensee

Tel.: +43(0)4713 / 2172 | Fax: 2172-24

info@ronacherfels.at | www.ronacherfels.at

Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter,

immer willkommen sind Sie im Hause Binter.

Haus Binter

Fam. Rupitsch | Neusach 13 | 9762 Weissensee

Tel.04713/2361 | haus-binter@aon.at | www.haus-binter.at

Familie Winkler

Oberdorf 6 / A-9762 Weissensee

Tel: +43(0)4713/3111

info@hotel-kolbitsch.at

www.hotel-kolbitsch.at

Genießen Sie die ideale Lage unseres Hauses

direkt am See.

Absperrbare Kabinen, Fischerboote mit

E-Motor, Anker, Trockenraum mit Schuhtrockner

und Gefrierschrank für

Fanggut stehen Ihnen zu Verfügung.

Günstige Wochenpauschalen in Vor und

Nachsaison.


gefangene Hechte [Ind.]

33-36

65-68

97-100

101-104

37-40

69-72

105-108

41-44

73-76

109-112

45-48

77-80

113-116

49-52

81-84

117-120

Längenklasse [cm]

121-124

53-56

85-88

125-128

gefangene Hechte [Ind.]

57-60

89-92

129-132

81 81-84 10 10 4 9 3 9 12 9 19 12 8

85 85-88 10 10 12 11 7 8 6 6 8 14 5

89 89-92 10 15 10 10 9 9 8 13 13 7 8

93 93-96 7 5 0 8 1 5 6 7 7 2 2

97 97-100 4 6 3 7 2 5 8 8 5 3 0

80

Gesamtfang < 70 cm >= 70 cm

6.4 60 Karpfen

101 101-104 4 3 1 1 5 3 4 4 5 0 3

Jahr [Ind.] [kg] [Ind.] [kg]

105 105-108

[Ind.]

1[kg]

2 4 Tab. 3 6: 2Hechtausfang 1 3 5 im 5 2 2

(Cyprinus 40 carpio)

2000 815 1260 695 816 109 109-112 120 0444

1 3 4 2 0 2 4 2 0 3

Jahresvergleich (2000

113 113-116 0 1 2 0 3 2 2 4 6 1 4

2001 710 1271 553 675

117 117-120

149

0596

1 0 – 22011). 1 Mindestmaß:

0 3 2 3 2 4 20

2002 807 1252 667 740 121 121-124 140 0512

3 0 1 1 0 0 0 3 0 0

125 125-128 0 1 0 ab 0 1999 1 = 0 keines; 1 0Das

0 0 0 0

2003 978 1512 818 895 160 617

129 129-132 Fischgewicht 0 1 wurde 2 1mit

0 0 0

2004 834 1241 738 825 133 132-135 96 416

1 0 0 0 0 0

2005 752 1057 649 685

137

103 372

Hilfe der Formel 0 0 aus 0 einer

Längen- Gewichts-

12

0 0 0

690 959 1104 797

2006 732 1202 616 662 116 540

2007 693 1268 549 634 144 635 regression berechnet.

669 797

10

180

2008 959 1572 791 906 160 168 666 Fanglistenauswertung

8

2009 1104 1535 983 1094 140 121 441 im Jahr 2011 durch die

120

6

2010 797 1287 665 776 132 511 A5D.

4

Schonzeit: 01.01. - 30.04.

Fangbeschränkung: keine

Mindestmaß: keines

29-32

33-36

37-40

41-44

45-48

49-52

53-56

57-60

61-64

65-68

69-72

73-76

77-80

81-84

85-88

89-92

93-96

97-100

101-104

105-108

109-112

113-116

117-120

121-124

125-128

129-132

132-135

61-64

93-96

132-135

Ausfang pro Jahr [Stk]

gefangene Hechte [Ind.]

gefangene Hechte [Ind.]

100

2011 760

80

60

kommt, liegt in der Natur der Sache und wird durch die Daten 40

Dieser ist im Weissensee mehr oder weniger nicht kontrollierbar und der letzten Jahre auch bestätigt. In der Saison 2009

20

in erster Linie von den

vorhandenen wurde von den Standplätzen Anglern auf und Grund dem Nahrungsangebot der mäßigen Renkenfänge abhängig. 0 noch Das mehr es dabei auf den zu Hecht gefischt. Der Jahresertrag

kontinuierlichen erreichte daher Schwankungen Werte wie zu der Beginn Population der kommt, 1990-er liegt Jahre in der (Abb. Natur 15). der Ab Sache der Saison und wird 2010 gingen die Hechtfänge wieder

etwas

durch die Daten

zurück.

der letzten

Die Entscheidung

Jahre auch bestätigt.

das Mindestmaß

In der Saison

für

2009

den

wurde

Hecht

von

aufzuheben

den Anglern

hat ganz offensichtlich keinerlei

auf Grund der mäßigen Renkenfänge noch mehr auf den Hecht gefischt. Der Jahresertrag Längenklasse [cm]

Effekte auf die Hechtpopulation. Zumindest Mittelbau. Bei den Großhechten ist zumindest denkbar, dass

erreichte daher Werte wie zu Beginn der 1990-er Jahre (Abb. 15). Ab der Saison 2010

durch den verstärkten Befischungsdruck und durch die unglaubliche Entwicklung im Bereich der Hechtköder der

gingen die Hechtfänge wieder etwas zurück. Die Entscheidung das Mindestmaß für den

Hechte >=50cm

Bestand dezimiert wird. In Bezug auf die Seeforelle wäre eine solche Entwicklung grundsätzlich wünschenswert.

Hecht aufzuheben hat ganz offensichtlich keinerlei Effekte 1991auf 945 die Hechtpopulation.

Zumindest Andererseits auf den müßte Mittelbau. man, Bei um den Großhechte Großhechten effektiv ist zumindest zu fördern, 1992 denkbar, 900ein Zwischenmaß dass durch den einführen. Von den Anglern zu

1993 788

verstärkten verlangen Befischungsdruck Hechte mit einer und Länge durch von die etwa unglaubliche 70 bis 90 cm Entwicklung

1994

wieder

900

zurückzusetzen im Bereich der erscheint mir allerdings absurd.

2010Hechtköder der Bestand dezimiert wird. In Bezug auf die Seeforelle 1995 676 wäre eine solche

0 240 2000

0

2001

1996 700

Entwicklung grundsätzlich 1000

0 200 2002 wünschenswert. Andererseits müßte man, um Großhechte effektiv

1997 765

2003

Hechte >= 50 cm

4zu fördern, ein

900

6 160

2004Zwischenmaß einführen. Von den Anglern zu 1998 verlangen 582 Hechte mit einer

2005

800

11Länge 2006

1999 594

17 120 von etwa 70 bis 90 cm wieder zurückzusetzen erscheint mir allerdings absurd.

2007

2000 663

700

81

2008

146 80 2009

2001 618

600

144

2010

40

2002 644

500

140

55

2003 753

400

0

58

2004 640

300

57

21

2005 553

200

18

100

2006 2000 544

100

8

2007 2001 539

5

2002

0

8 80

2008 2003 790

100

2

2009 2004 857

0 60

2005

3

2010 2006 669

80

2

2007

40

2008

60

3

2009 Abb. 15 (oben): Anzahl der mit der

4

40

4 20

2010

Angel gefangenen Hechte im Jahresvergleich

0

0

0

0

0

seit 1991. Es wurden nur

20

0

Hechte mit einer Länge von ≥ 50 cm

0

797 12

2000 berücksichtigt.

2001

10

2002

2003

8

2004

2005 Abb. 1014 (links): Längenhäufigkeitsverteilung

8 von Hechten im Jahresver-

6

2006

2007

4

2008

2009

2

2010 gleich. 6 Eine Längenklasse entspricht

0

4 cm. 4 Daten aus der Fanglistenauswertung.

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2

0

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2010 118 cm 11,60 kg

2006 132 cm 19,10 kg

2005 133 cm 18,50 kg

2004 136 cm 15,40 kg

97-100

65 68

28 29

gefangene Hechte [Ind.]

100

Der erste Besatz erfolgte im Jahr 1948. Im

Weissensee vermehrt sich der Karpfen nicht

natürlich und so ist der Bestand nur durch

regelmäßige Besatzmaßnahmen aufrecht zu

erhalten. Aus ökologischer Sicht ist er daher für den Weissensee absolut ungeeignet, als Angelfisch jedoch

nicht mehr wegzudenken.

Der bei Teichkarpfen häufig auftretende schlammige Geschmack („lettln“) kommt bei den Karpfen des Weissensees

so gut wie nicht vor. Das Fleisch ist nicht so kompakt wie das der Raubfische, kann jedoch ebenfalls zu

2

hervorragenden Speisen verarbeitet werden.

0

Die Nahrung besteht grundsätzlich aus allen möglichen Bodenorganismen wie Schnecken, Insektenlarven

und Muscheln. Während der Angelsaison verschiebt sich das Nahrungsspektrum aber in Richtung der Futtermittel

der Angler. Die relativ langen Winter wirken sich natürlich auf das Wachstum der Karpfen aus. Sie

erreichen im Weissensee nur in Ausnahmefällen ein Gewicht von mehr als 15 kg.

Seit ein paar Jahren werden aber immer wieder solche Ausnahmefische gefangen. Interessanterweise aber nicht

Karpfen mit einem Gewicht von 15 kg bis 20 kg, sondern richtig schwere von 20 kg bis 25 kg. Warum plötzlich

solche Fische gefangen werden, hat mehrere Gründe. Einerseits verlängert sich die Fressphase für Warmwasserfische

kontinuierlich und andererseits werden die Karpfen mit sehr nahrhaften Spezialitäten gefüttert (Boilis,

Frolic). Die Möglichkeit des Nachtangelns ist sicher auch ein ganz entscheidender Faktor.

Karpfen zwischen 10 kg und 15 kg werden regelmäßig gefangen.

Für eine natürliche Vermehrung waren die klimatischen Bedingungen am Weissensee bisher nicht geeignet.

In den letzten Jahren konnten aber immer wieder größere Karpfen beim „Laichspiel“ und beim Ablaichen im

Flachwasser beobachten werden. Dieses beeindruckende Schauspiel findet meist in der ersten Juniwoche bei

einer Wassertemperatur ab 17°C statt. Mit einem Naturaufkommen ist aber nach wie vor nicht zu rechnen.

65-68

97-100

101-104

69-72

105-108

73-76

109-112

6.4.1. Fang

Bei Tag sind größere Karpfen nur sehr selten im flachen Wasser zu beobachten und daher fischt man am

besten in Tiefen zwischen 3 und 8 m. Noch tiefer sollte der Köder nicht ausgelegt werden, da Karpfen warmes

Wasser bevorzugen und sich daher in den Sommermonaten vorwiegend in der warmen Oberflächenschicht

aufhalten (siehe Vertikale Temperaturschichtungen). Östlich der Brücke ist es ratsam, mindestens an der

Scharkante zu fischen.

Der eigentliche Angelplatz sollte frei von Wasserpflanzen sein, da hier die Futtermittel nicht versinken und

daher von den Karpfen leichter gefunden werden. Solche Stellen, findet man westlich der Brücke im ganzen

Bereich und in jeder Tiefe. Östlich der Brücke ist die Scharkante bis zu einer Tiefe von etwa 5 m ohnehin sehr

häufig frei von Pflanzen. An verkrauteten Stellen hat sich die Montage von „pop-up’s“, also schwimmende

bzw. mit Auftriebskörpern versehene Köder knapp über dem Grund angeboten, bewährt.

Besonders wichtig bei der Vorbereitung eines Angelplatzes ist aber, dass sich auch Karpfen in unmittelbarer

Nähe aufhalten. Das findet man am besten in der Morgendämmerung heraus, denn Karpfen haben zeitweise

die Angewohnheit aus dem Wasser zu springen. Sie durchbrechen dabei die Wasseroberfläche und lassen

sich dann seitlich auf diese zurückfallen. Wenn auch große Karpfen aus dem Wasser springen, dann hat man

sehr gute Chancen gute Fänge zu erzielen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Verhalten im direkten Zusammenhang

mit der Intensität der Nahrungsaufnahme steht. Von der Morgendämmerung, bis zum späten

Vormittag herrscht am Weissensee meist Windstille. Es ist daher auch möglich Karpfen, welche meist kleine

Gruppen bilden, direkt zu suchen. Das saubere Wasser bietet dabei die besten Voraussetzungen.


Als Köder kommen bevorzugt gekochter Futtermais, Tigernüsse, Frolic, spezielle Karpfenfutterpellets und

Boilis zum Einsatz. Sehr gut eignen sich auch alle möglichen Teigsorten, Tauwürmer und gekochte Kartoffeln.

Die hohe Dichte an großen Rotaugen machen es derzeit allerdings notwendig möglichst große oder harte

Produkte zu verwenden. Alle Köder werden direkt am Grund oder einige Zentimeter darüber angeboten.

Es ist sehr zu empfehlen, mit dem verwendeten Köder einige Tage vorher anzufüttern. In den letzten Jahren

hat sich das Fischen mit dem Grundblei durchgesetzt. Wer den Schwimmer vorzieht, hat aber auch keinerlei

Nachteile zu erwarten. Wenn vom Boot aus gefischt wird, was sehr zu empfehlen ist und auch oft die einzige

Möglichkeit darstellt um erfolgreich zu sein, muss dieses mit zwei Ankern gut stabilisiert werden.

Seit der Angelsaison 2008 ist das Nachtangeln, unter Einhaltung der weiter hinten angeführten Bedingungen,

am ganzen See erlaubt. Es bestätigte sich, dass dadurch die Chance einen wirklich großen Karpfen zu fangen

deutlich ansteigt.

6.4.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

Wie bereits dem oben See erwähnt entnommen. vermehrt Das sich entspricht der Karpfen einem im Gewicht Weissensee von nicht ca. 4.000 natürlich. bis 6.000 Die Bestandsgröße kg pro hängt

daher unmittelbar Jahr. Bei von keiner den andere jährlichen Fischart Besatzmengen des Weissensees ab. In den Jahren wird ein 1991 so bis hoher 2011 jährlicher wurden jährlich zwischen

ca.

Biomasseausfang

900 und 2.800 Karpfen

erreicht!

aus

(Tab.

dem See

7 und

entnommen.

Tab. 8)

Das entspricht einem Gewicht von ca. 4.000 bis

6.000 kg pro Jahr. Bei keiner anderen Fischart des Weissensees wird ein so hoher jährlicher Biomasseausfang

Besetzt werden Karpfen jedes Jahr im Oktober bzw. November als zwei- bzw.

erreicht! (Tab. 7 und Tab. 8)

dreisömmrige Fische. Mit diesem Alter haben sie eine Länge von 30 cm bis 50 cm.

Besetzt werden Karpfen jedes Jahr im Oktober bzw. November als zwei- bzw. dreisömmrige Fische. Mit diesem

Alter Sie haben benötigen sie eine jedoch Länge einige von 30 Monate cm bis um 50 cm. sich Sie an benötigen das Gewässer jedoch anzupassen einige Monate und sich um sich an das

Gewässer zu anzupassen verteilen. und Im Mai sich sind zu verteilen. daher meist Im Mai noch sind recht daher große meist Gruppen noch recht von große Besatzkarpfen Gruppen von Besatzkarpfen

zu beobachten. Diese sind sind natürlich besonders leicht leicht zu zu fangen. fangen.

Die Abb. Bis 16 zeigt zum den Jahr saisonalen 2001 war Verlauf das Mindestmaß der Karpfenfänge für den im Jahresvergleich. Karpfen mit 30 In cm der festgelegt. Angelsaison In 2000 (Mindestmaß

= 30 cm) wurden die meisten Karpfen im Mai gefangen. In den folgenden Monaten nahm der Ausfang

kontinuierlich ab. Seit dem Jahr 2002 beträgt das Mindestmaß 45 cm. Dadurch hat etwa die Hälfte der

diesen Jahren bestanden die Fänge im Mai daher vorwiegend aus Besatzfischen.

(Abb. 13, Abb. 14)

Besatzkarpfen im Mai noch nicht die erforderliche Fanglänge erreicht. Ihnen wird also die erforderliche Zeit

gegeben sich an das Gewässer zu akklimatisieren und einen entsprechenden Zuwachs zu erreichen. In den

Tab. 7: Besatz und Ausfang von Karpfen seit dem Jahr 1990. Mindestmaß bis zum Jahr 2000 = 30

Angelsaisonen

cm. Von

2006

1991

bis

bis

2010

1999

war

wurde

der

nur

Fang

die Anzahl

von Mai

der gefangenen

bis September

Fische

schon

aufgelistet.

relativ

Die

ausgeglichen.

Fischlängen

Ein guter

Schritt also blieben weg, bei von der einer Auswertung grundsätzlich unberücksichtigt. sehr bedenklichen Auswertung „put durchgeführt and take von – Bewirtschaftung“.

der A5D, insbesondere

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

30 30-32 20 16 0 0 0 0 0 0 0 0 0

33 33-35 77 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0

36 36-38 132 67 0 0 0 0 0 0 0 2 0

39 39-41 278 228 0 0 0 2 4 3 1 5 0

42 42-44 344 348 0 0 0 1 2 1 1 4 0

45 45-47 393 335 402 422 331 325 323 95 90 89 130

48 48-50 317 246 440 443 365 511 347 114 142 149 216

51 51-53 166 122 168 192 176 275 153 91 96 106 146

54 54-56 135 124 173 171 148 233 168 131 102 104 121

57 57-59 56 58 61 103 60 111 80 73 63 46 67

60 60-62 74 73 90 96 73 110 123 126 74 70 84

63 63-65 20 48 60 68 45 64 69 74 42 56 37

66 66-68 25 19 30 33 25 23 48 44 29 25 27

69 69-71 26 19 28 34 32 33 37 37 42 29 18

72 72-74 22 13 18 11 13 5 22 34 21 32 19

75 75-77 23 16 18 14 19 7 15 27 18 26 15

78 78-80 9 5 9 18 12 7 12 18 13 26 12

81 81-83 2 1 7 5 6 3 2 6 10 13 7

von Herrn Walter Domenig.

Besatz in [kg]

Ausfang

Jahr 2-sömmrig 3-sömmrig Gesamtbesatz Jahr [Stk.]

1990 3.500 2.000 5.500 1991 1765

1991 3.500 1.500 5.000 1992 1874

1992 4000 1500 5.500 1993 2445

84 84-86 4 0 2 5 6 6 6 2 7 7 2

87 87-89 0 1 1 4 4 2 2 1 6 2 5

90 90-92 0 0 0 1 4 4 1 2 3 2 3

93 93-95 0 3 0 1 2 1 0 0

96 0 0 0 1 2 0 0

99 0 1 1 0 0 3 0

102 0 0 0 0 0 1

105 0 0 0 0 0 0

108 0 0 0 0 0 0

1723 1416 882 763 796 910

Besatz

Ausfang

kg gesamt < 50 cm >= 50 cm

Jahr K2 K3 Jahr [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg]

1999 1.500 2.700 2000 2126 5445 1420 2499 706 2946

2000 1.500 2.500 2001 1790 4642 1166 2080 624 2561

2001 1.500 3.400 2002* 1499 4990 675 1553 824 3437

2002 1.500 1.500 2003* 1625 5486 687 1544 938 3942

2003 1.500 1.500 2004* 1332 4606 552 1237 780 3369

2004 1.500 1.500 2005* 1723 5672 618 1413 1105 4259

2005 1.500 1.500 2006* 1416 5078 539 1215 877 3863

2006 2.000 2007* 882 3942 157 352 725 3589

2007 2.000 2008* 763 3345 163 370 600 2976

2008 2.040 2009* 798 3533 183 407 615 3126

2009 3.000 2010* 910 3501 234 536 676 2965

2010 3.000 2011* 1003

Tab. 8: Besatzmenge und Ausfang (gefangene Individuen und Biomasseausfang) von Karpfen im

Jahresvergleich. K2 = zweisömmrig (400 – 1000 g; 30 – 40 cm); K3 = dreisömmrig (1250 2000– 3000 g;

700

2001

40 – 50 cm). Mindestmaß ab 2002 = 45 cm. Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus einer

Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 2011 durch 2003 die A5D.

600

2002

500

2004

In der Angelsaison 2011 wurden etwas mehr Karpfen gefangen als in den Jahren 2007 bis 2010. 2005 Dies ist

400

2006

direkt mit den etwas höheren Besatzzahlen in den Jahren 2009 und 2010 erklärbar. Grundsätzlich 2007 nahm

300

2008

der Fang großer Karpfen in den letzten Jahren zu (Abb. 17). Die Entwicklung der Karpfenfischerei geht

200

2009

generell in Richtung catch & release, so dass davon ausgegangen werden muss, dass weit mehr 2010 Karpfen

100

gefangen wurden als aus den Fanglisten ersichtlich ist.

0

Mai

2000

Jun Jul Aug Sep Okt

2001

2002

Abb. 2003 16: Saisonaler Verlauf der Karpfenfänge in den Jahren 2000 bis 2010.

2004

2005

In 2006 der Angelsaison 2011 wurden etwas mehr Karpfen gefangen als in den Jahren 2007 bis

2007

2010. 2008 Dies ist direkt mit den etwas höheren Besatzzahlen in den Jahren 2009 und 2010

2009

erklärbar. 2010 Grundsätzlich nahm der Fang großer Karpfen in den letzten Jahren zu (Abb. 17).

Die Entwicklung der Karpfenfischerei geht generell in Richtung catch & release, so dass

davon ausgegangen werden muss, dass weit mehr Karpfen gefangen wurden als aus den

Fanglisten ersichtlich ist.

1993 4000 86 55 1000 83 92 5.000 99 68 1994 2750 130 123 140 82

1994 4036 1000 5.036 1995 1231

1995 1500 1700 3.200 1996 1285

160 1996 1500 3460 4.960 1997 1037

140

1997 1500 2000 3.500 1998 1944

Totallänge [cm]

120

100

1998 1500 2620 4.120 1999 1836

80 1999 1500 2700 4.200 2000 2126

Schonzeit:

keine

60

Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige

Richtlinien...“

Tab. 7: Besatz

40und Ausfang von Karpfen seit dem Jahr 1990. Mindestmaß bis zum Jahr 2000

Seit dem 20

= 30 cm. Von 1991 Jahr 2002 bis 1999 beträgt wurde das Mindestmaß nur die Anzahl 45 cm. der Dadurch gefangenen hat etwa Fische die Hälfte aufgelistet. der Die

0

Fischlängen Besatzkarpfen blieben bei im der Mai Auswertung noch nicht die unberücksichtigt. erforderliche Fanglänge Auswertung erreicht. durchgeführt Ihnen wird von der

Mindestmaß: 45 cm

A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig.

also die erforderliche Zeit Totallänge gegeben [cm] sich an das Gewässer zu akklimatisieren und

30 31

einen entsprechenden Zuwachs zu erreichen.

gefangene Karpfen [Ind.]

45-47

48-50

51-53

54-56

57-59

60-62

63-65

66-68

69-71

72-74

75-77

78-80

81-83

84-86

87-89

90-92

gefangene Karpfen [Ind.]

gefangene Karpfen [Ind.]

550

500

450

400

350

300

250

200

150

100

50

0

130

120

110

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

30-32

60-62

gefangene Karpfen [Ind.]

63-65

33-35

66-68

36-38

69-71

39-41

72-74

42-44

75-77

45-47

78-80

81-83

48-50

84-86

51-53

87-89

54-56

90-92

Abb. 17: Längenhäufigkeitsverteilung

von mit der

Angel gefangenen

Karpfen in den

Jahren 2000 bis

2010. Die Einheiten

auf der

y-Achse (gefangene

Karpfen) sind

nicht einheitlich

gewählt.

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2011 88 cm 15,40 kg

2010 85 cm 14,60 kg

2007 85 cm 24,48 kg

2007 89 cm 23,00 kg

57-59

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

93-95


gefangene Karpfen [Ind.]

300

6.5. Schleie

(Tinca

250tinca)

gefangene Karpfen [Ind.]

700

600

500

400

300

200

100

0

Mai Jun Jul Aug Sep Okt

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

Abb. 16: Saisonaler

2010

Verlauf der Karpfenfänge

in den Jahren

2000 bis 2010.

6.5.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

In den Jahren 1991 bis 2011 wurden pro Jahr zwischen ca. 200 und 700 Schleien aus dem Weissensee entnommen

(Tab. 10). Die hohen Besatzmengen in den Jahren 1990 bis 2000 bewirkten in den Folgejahren zwar

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Entnahmen wären höhere sicherlich Ausfangzahlen, Besatzmaßnahmen diese standen notwendig. aber in keinem Über Verhältnis den natürlichen zum Besatzaufwand (Tab. 9). Seit dem Jahr

2001 werden daher keine Schleien mehr besetzt. Die jährlichen Schwankungen bei den Fängenhaben aus meiner

Sicht wohl eher mit der Anzahl der Schleienangler als mit dem Schleienbestand selbst zu tun.

Reproduktionserfolg ist leider so gut wie nichts bekannt.

Über den natürlichen Reproduktionserfolg der Schleie ist leider so gut wie nichts bekannt.

Tab. 9: Besatz und Ausfang von Schleien von 1990 bis 1999. Von 1991 bis 1999

wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben

bei der Auswertung unberücksichtigt. Auswertung durchgeführt von der A5D,

insbesondere von Herrn Walter Domenig.

Besatz in [kg]

Ausfang

Jahr 2-sömmrig 3-sömmrig Jahr [Stk.]

1990 3.200 1991 422

1991 2.900 1992 693

1992 2.200 1993 706

1993 2.500 1994 480

1994 500 1995 427

1995 700 1996 379

1996 800 1997 394

1997 2.500 1998 561

1998 1.000 1999 684

Tab. 9: Besatz und Ausfang von Schleien

200

von 1990 bis 1999. Von 1991 bis 1999 wurde

nur die Anzahl der gefangenen Fische

Sie zählt 150 zum Urbestand des Weissensees. Die autochthonen

aufgelistet. Die Fischlängen blieben bei der

Schleien 100 erreichten jedoch nur selten das Gewicht von 1 kg.

Auswertung unberücksichtigt. Auswertung

Heute 50 werden sie bis zu 3 kg schwer. Gezielt befischt wurden

durchgeführt von der A5D, insbesondere

sie in den letzten Jahren kaum und daher hat sich ein guter

0

von Herrn Walter Domenig.

Bestand entwickeln Mai und erhalten Jun können. Jul Was das Aug Fleisch be-Setrifft, gilt in etwa das gleiche wie beim Karpfen.

Besatz in kg

Gesamtfang < 40 >= 40 cm

Okt

Als Nahrung werden fast ausschließlich Bodenorganismen wie Schnecken, Muscheln und Insektenlarven Tab. ge-10nutzt. Wie beim Karpfen verschiebt sich das Nahrungsspektrum während der Angelsaison in Richtung der

Besatzmenge und Ausfang Jahr(gefangene S2Individuen und Jahr Biomasseausfang) [Ind.] von [kg] Schleien [Ind.] im [kg] [Ind.] [kg]

Jahresvergleich.

Futtermittel

der Angler. Früher nutzten Schleien die im Frühling überschwemmten Sumpfwiesen als Laichplätze,

2000 1.000 2001 521 523 292 217 229 306

S2 = zweisömmrig. 1999 Das Fischgewicht 1.000 wurde mit 2000 Hilfe der Formel 545 aus 582 einer Längen- 297 237 248 346

Gewichtsregression berechnet.

welche wegen der geringen Tiefe schon im Juni hohe Wassertemperaturen erreichten. Diese Laichplätze gingen Jahr Besatz in kg 2001 Jahr Gesamtfang 2002< 40 413 >= 412 40 cm 252 186 161 226

allerdings durch Wasserstandsregulierungen der KELAG (Kraftwerksbetreiber) verloren. Eine erfolgreiche natürliche

Vermehrung findet bei der Schleie aber auch heute noch statt..Die Laichzeit beginnt im Juni und endet 1999 1.000 2003 2000 545 582 2004 297 237 212 248 212 346130 97 82 115

S2 2002 [Ind.] [kg] 2003 [Ind.] [kg] 377 [Ind.] 382 [kg] 237 187 140 195

vermutlich erst im Juli. Die Eier werden an Wasserpflanzen abgesetzt.

2000 1.000 2004 2001 521 523 2005 292 217 216 229 202 306144 107 72 96

2001 2005 2002 413 412 2006 252 186 347 161 333 226229 172 118 161

2002

2006

2003 377 382

2007

237 187 355 140 369 195

206 161 149 208

6.5.1. Fang

2003

2007

2004 212 212

2008

130 97

239

82

245

115

155 126 84 119

Die meisten Schleien werden als Beifang beim Karpfenfischen erbeutet. Da sie wenig Scheu vor dem Boot

2008 2009 248 268 121 101 127 167

2004 2005 216 202 144 107 72 96

zeigen, sind sie aber auch sehr gut „auf Sicht“ zu fangen.

2009 2010 311 312 185 145 126 167

2005 2006 347 333 229 172 118 161

Westlich der Brücke kann man sie so gut wie überall antreffen. Hier werden die krautfreien Stellen, die „Krautlöcher“,

manchmal regelrecht zu „Schleienlöchern“. Und das sind auch die Stellen an denen sie fischen sollten. 2007 Tab. 10: Besatzmenge 2008 239 und 245 Ausfang 155 (gefangene 126 Individuen 84 119 und Biomasseausfang) von Schlei-

2010 2011 302

2006 2007 355 369 206 161 149 208

Zum Anfüttern eignen sich Maiskörner und verschiedene Teigsorten. Das beste Mittel um Schleien anzulocken

sind aber gepresste Kürbiskernplatten. Als Köder sind Würmer kaum zu überbieten, es eignen sich aber

einer Längen- Schonzeit: Gewichtsregression 01.06.- 30.06. berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 2011 durch die

en im Jahresvergleich. S2 = zweisömmrig. Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus

auch Maiskörner, Teig und Frolic. Alle Köder werden direkt am Grund angeboten.

A5D. Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige Richtlinien...“

Östlich der Brücke ziehen sich die meisten Schleien bei Tageslicht in etwas größere Tiefen zurück (Boots- Schonzeit: und

01.06.- Mindestmaß: 30.06. 25 cm

Badebetrieb). In der Abenddämmerung (besonders an warmen Sommerabenden) werden sie aber richtig Fangbeschränkung: aktiv.

Sie suchen dann die Scharkante auf und durchwühlen dort den Schlamm nach Bodenorganismen, wobei Mindestmaß: 25 cm

siehe bei „Wichtige Richtlinien...“

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2010 52 cm 2,10 kg

sie dunkle Fraßspuren im sonst hellen Sediment hinterlassen. Sie zeigen auch hier sehr wenig Scheu und wenn

Schonzeit: 01.06.- 30.06.

2008 55 cm 2,50 kg

sie etwas Futter direkt neben dem verankerten Boot ausstreuen, können sie ihr Verhalten meist sehr gut beobachten.

Wie für den Karpfen gilt auch für die Schleie, dass sie warmes Wasser bevorzugen und daher in den

Mindestmaß:

25 cm

Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige Richtlinien...“

1997 59 cm 2,75 kg

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

Sommermonaten Tiefen von mehr als ca. 8 m meiden.

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2011 55 cm 2,00 kg

2007 52 cm 2,88 kg

6.6.

1997

Flussbarsch

59 cm 2,75 kg

32 33


6.6. Flussbarsch

(Perca fluviatilis)

Der erste Besatz erfolgte im Jahr 1949.

Seit dem schwanken die Bestandsdichten

wie in vielen anderen Gewässern

auch z. T. ganz beträchtlich. Der Bestand

ist derzeit ausgesprochen gut und

einzelne Individuen erreichen ganz beachtliche

Größen.

Die Fleischqualität ist hervorragend und daher ist ein gebratenes Barschfilet etwas ganz besonderes. Es

zahlt sich auch aus kleine Barsche zu filetieren.

Größere Flussbarsche ernähren sich hauptsächlich von anderen Fischen, wobei es meist kleinere Artgenossen

sind, die konsumiert werden. Häufig werden jedoch auch Bodenorganismen wie Libellen-, Köcherfliegen-

und Zuckmückenlarven, Kamberkrebse und Wasserasseln aufgenommen.

Die Laichzeit beginnt Mitte April und endet Anfang Mai. Der Laich wird als zusammenhängendes Gallertband

auf Strukturen (Pflanzenbewuchs, Totholz) in Tiefen von meist 2 bis 5 m „aufgehängt“. Im Mai

können diese Gallertbänder fast überall beobachtet werden. Das Vermehrungspotential des Flussbarsches

ist außerordentlich hoch.

6.6.1. Fang

Flussbarsche bieten eine durchaus abwechslungsreiche und spannende Art der Angelfischerei. Sie kommen

fast überall im Weissensee vor und lassen sich zu jeder Tageszeit fangen. Im Frühjahr kann man

sie sehr gut „auf Sicht“ an der Scharkante befischen, im Sommer halten sie sich meist in Tiefen von 5

- 15 m auf. Hin und wieder sieht man sie auch im Flachwasser. Seit dem Sommer 2008 können größere

Flussbarsche auch im Freiwasser beobachtet werden. Sie folgen wohl den Lauben-, Rotaugen- und Kleinbarschschwärmen.

Als Köder kommen kleine Köderfischsysteme, Würmer, die Hegene und alle möglichen Kunstköder

(Gummifische, Twister, Imitationen von Insektenlarven,...) in Frage. Wichtig ist, dass in Grundnähe gefischt

wird. Wo sich Jungfische angesammelt haben kann man, besonders an tieferen Stellen, auch mit

Flussbarschen rechnen. Sie bilden meist Gruppen und an manchen Stellen lassen sich häufig mehrere

Exemplare fangen. Gute Plätze sind z. B. die Holzpfähle die östlich der Brücke entlang der Scharkante

sowohl am Nord- als auch am Südufer im Sediment stecken.

Bevor Sie beginnen auf Flussbarsche zu fischen, sollten Sie den See erkunden. Barsche zeigen wenig Scheu

vor dem Boot und bei guten Sichttiefen findet man sicher irgendwo einige Exemplare. Weißfischschwärme

sind grundsätzlich gute Anhaltspunkte. Den Köder irgendwo auf gut Glück auszulegen ist nahezu

aussichtslos.

6.6.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

Im Jahr 2001 wurde der Flussbarsch erstmals bei der Fanglistenauswertung berücksichtigt. Der jährliche Ausfang

nahm von 2002 bis 2007 kontinuierlich ab. In den Angelsaisonen 2008 und 2009 haben sich die Erträge

allerdings sehr stark erhöht. Besonders 2009 wurden sehr viele große Fische gefangen (Tab. 11). Der Grund liegt

einerseits in der hohen Flussbarschdichte, andererseits in der Entscheidung vieler Fischer die Renkenangel mit

der Barschangel zu tauschen. den Angelsaisonen 2010 und 2011 haben die Fänge wieder deutlich abgenommen.

Flussbarsche sind sehr effektive Raubfische die häufig gemeinsam jagen und dabei organisiert vorgehen. Diese

Erfahrung musste auch bei Besatzmaßnahmen mit vorgestreckten Seeforellen und Seesaiblingen (4 – 8 cm)

gemacht werden. Die ca. 800.000 vorgestreckten Forellen, die zwischen 1990 und 2001 besetzt wurden, waren

nie mehr gesehen worden. Auch bei den ca. 200.000 besetzten Saiblingen war das nicht anders. Der Großteil

dieser „wertvollen“ Besatzfische diente wohl als Barschfutter. Kurioserweise sind Flussbarsche die Hauptnahrungsquelle

größerer Seeforellen und Seesaiblinge. Wenn diese also eine Mindestgröße erreicht haben, dreht

sich der Spieß um.

Schonzeit:

keine

Fangbeschränkung: keine

Mindestmaß:

keines

Größte Angelfänge: keine Jahr Länge Gewicht

2011 43 cm 1,10 kg

2007 44 cm 1,23 kg

2004 51 cm 2,04 kg

2002 44 cm 1,80 kg

Flussbarsche sind sehr effektive Raubfische die häufig gemeinsam jagen und dabei

organisiert vorgehen. Diese Erfahrung musste auch bei Besatzmaßnahmen mit

vorgestreckten Seeforellen und Seesaiblingen (4 – 8 cm) gemacht werden. Die ca. 800.000

vorgestreckten Forellen, die zwischen 1990 und 2001 besetzt wurden, waren nie mehr

gesehen worden. Auch bei den ca. 200.000 besetzten Saiblingen war das nicht anders. Der

Großteil dieser „wertvollen“ Besatzfische diente wohl als Barschfutter. Kurioserweise sind

Flussbarsche die Hauptnahrungsquelle größerer Seeforellen und Seesaiblinge. Wenn diese

also eine Mindestgröße erreicht haben, dreht sich der Spieß um.

Schonzeit:

Fangbeschränkung: keine

Jahr Gesamtfang < 30 cm >= 30 cm

[Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg]

2001 413 139 254 49 159 90

2002 506 164 326 63 180 101

2003 452 178 196 42 256 136

2004 449 178 221 47 228 131

2005 376 125 194 40 182 85

2006 306 114 149 32 157 82

2007 289 108 145 30 144 79

2008 1070 286 787 125 283 161

2009 1077 385 562 120 515 265

2010 699 295 311 69 388 226

2011 606

34 35

Tab. 11: Flussbarschausfang

im Jahresvergleich (2001 –

2011). Mindestmaß: keines;

Das Fischgewicht wurde mit

Hilfe der Formel aus einer

Längen- Gewichtsregression

berechnet. Fanglistenauswertung

im Jahr 2011 durch

die A5D.

6.7. Zander

(Sander lucioperca)

Der erste Zanderbesatz erfolgte im Jahr 1934. Das Fehlen

von Hecht und Flussbarsch, die erst einige Jahre später besetzt

wurden, machte es ihm möglich, eine ungewöhnlich

hohe Populationsgröße zu erreichen. Nach FINDENEGG

war der Zander im Jahr 1954 der häufigste Nutzfisch des

Weissensees. Grundsätzlich ist er in klaren Gewässern mit

hoher Sichttiefe konkurrenzschwächer gegenüber dem

Hecht bzw. dem Flussbarsch. In trüben Gewässern ist es genau

umgekehrt. Es war daher am Weissensee nur eine Frage der Zeit, bis der Zander von den beiden anderen Raubfischen

verdrängt werden würde. Das Fleisch ist vergleichbar mit dem des Flussbarsches und daher ausgezeichnet.

Die Zahl der bisher untersuchten Zander ist sehr gering und daher ist es nicht möglich, Aussagen über die Fressgewohnheiten

dieser Fischart zu machen. Als häufigste Nahrung wurden bisher ein- und zweisömmrige Flussbarsche

festgestellt. Die Laichzeit beginnt im Mai und reicht vermutlich bis in den Juni. Von den Zandern werden Nester

(„Zandernester“) als Laichsubstrat angelegt in welche die klebrigen Eier einzeln abgegeben werden und an vorstehenden

Pflanzenteilen haften. Nach der Eiablage wird das Nest vom Männchen sauber gehalten und gegenüber Laichräubern

bewacht. In dieser Phase sind sie sehr leicht zu fangen, denn sie attackieren alles was dem Nest zu nahe kommt.

Wird der Milchner vom Nest weggefangen, ist der Laich verloren. Im April 2010 wurden im Westteil des Weissensees

einige künstliche Zandernester ausgebracht. Es zeigte sich allerdings, daß genügend natürliche Laichgelegenheiten zur

Verfügung stehen. Hier muss also nicht nachgeholfen werden.


hätten. Auch die Fangzahlen gingen steil nach oben. In den letzten zwanzig Angelsaisonen

zusammen wurden nicht einmal annähernd so viele Zander gefangen wie in der Saison

6.7.1. Fang

2009. Für das Jahr 2010 wurde das Mindestmaß auf 50 cm erhöht und die Schonzeit auf 15.

In den letzten Jahren wurden die meisten Zander bei Tag „auf Sicht“ gefangen. Der Zander ist aber grundsätzlich

Juni verlängert. Dadurch hat sich der Jahresausfang in den Jahren 2010 und 2011 deutlich

besonders in der Nacht aktiv und daher ist es seit der Angelsaison 2005 möglich ihn im Westteil des Weissensees

und - seit verringert. der Angelsaison Auf Grund 2008 - am der gesamten Ergebnisse See gezielt der zu fischökologischen befischen. Im Herbst Untersuchungen 2006 erfolgte erstmals und seit vielen der

Jahren überraschend wieder ein Besatz häufigen im Gatschacher Fänge Becken. im Die Zuge Rahmenbedingungen des Reinankenlaichfischfanges, sind derzeit so gut, dass kann ein Großteil der

der Besatzzander überlebt. Besonders während der Laichzeit können weit mehr Zander im klaren Wasser beobachtet

werden als wir uns noch vor drei Jahren erträumt hätten. Auch die Fangzahlen gingen steil nach oben. In den

Zanderbestand im Vergleich zu den letzten Jahren derzeit als sehr erfreulich angesehen

letzten werden. zwanzig Angelsaisonen zusammen wurden nicht einmal annähernd so viele Zander gefangen wie in der

Saison 2009. Für das Jahr 2010 wurde das Mindestmaß auf 50 cm erhöht und die Schonzeit auf 15. Juni verlängert.

Tab. 12: Zanderfänge im Jahresvergleich (1991 – 2011). Mindestmaß = 45 cm. Auswertung bis 1999 und 2011

Dadurch

durchgeführt

hat sich der

von

Jahresausfang

der A5D, insbesondere

in den Jahren

von

2010

Herrn

und

Walter

2011

Domenig.

deutlich verringert. Auf Grund der Ergebnisse der

fischökologischen Untersuchungen und der überraschend häufigen Fänge im Zuge des Reinankenlaichfischfanges,

kann der Zanderbestand im Vergleich zu den letzten Jahren derzeit als sehr erfreulich angesehen werden.

gemacht hat, ist auch eine gezielte Befischung möglich. So wie der Karpfen durchbricht auch der Amur gelegentlich

die Wasseroberfläche. Dies geschieht besonders in den Morgenstunden. Er zeigt dabei zuerst den Kopf, dann die

Rückenflosse und verabschiedet sich schließlich mit einem gewaltigen Schlag der Schwanzflosse wieder in tiefere

Wasserschichten. Mit etwas Erfahrung kann man Karpfen und Amur schon daran unterscheiden, wie sie die Wasseroberfläche

durchbrechen. Sollten sie dieses Verhalten häufig innerhalb eines kleinen Areals beobachten, dann

haben sie den optimalen Angelplatz gefunden. Im Westteil verrät sich der Amur auch durch Luftblasen die an die

Wasseroberfläche aufsteigen, wenn frische Triebe von den Wasserpflanzen abgebissen werden (Fotos 9. und 10.).

Der geringe Bestand und die schlechten Erfahrungen mit Anglern, die wahrscheinlich schon jeder große Amur

gemacht hat, machen meist einen großen Zeitaufwand und sehr viel Glück nötig, um diesen Fisch zum Anbeißen

zu bewegen. Sollte es ihnen aber gelingen, dann werden sie die folgenden Minuten oder Stunden nie mehr vergessen.

Einige kleine Amur (60 cm – 80 cm) konnten in der Angelsaison 2006 beobachtet und einige auch gefangen

werden. Diese Fische sind vermutlich „unbeabsichtigt“ beim Besatz von Karpfen in den See gelangt.

Jahr

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Ausfang [Ind] 28 16 24 36 21 16 11 8 16 7 1 2 0 3 0 2 27 107 40 33

Tab. 12: Zanderfänge im Jahresvergleich (1991 – 2011). Mindestmaß = 45 cm. Auswertung

bis 1999 und 2011 durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig.

Als Angelköder kommen Köderfischsysteme, verschiedenste Kunstköder und vor allem der

Als Angelköder kommen Köderfischsysteme, verschiedenste Kunstköder und vor allem der tote Köderfisch

in Frage.

tote Köderfisch in Frage.

Schonzeit: 01.01 - 15.06.

Fangbeschränkung:

Schonzeit: siehe 01.01 bei „Wichtige - 15.06. Richtlinien...“

Mindestmaß:

50 cm

Größte

Fangbeschränkung:

Angelfänge: Jahr

siehe bei „Wichtige

Länge

Richtlinien...“

Gewicht

Mindestmaß: 2010 50 cm 60 cm 1,70 kg

2009 88 cm 7,50 kg

2007 98 cm 6,05 kg

Größte Angelfänge: 1993 Jahr 98 cm Länge 8,30 kg Gewicht

2010 60 cm 1,70 kg

6.8. Amur

2009 88 cm 7,50 kg

(Ctenopharyngodon idella)

2007 98 cm 6,05 kg

Der erste Besatz erfolgte im Jahr

1968. Der Amur sollte damals

die vermehrt auftretenden Wasserpflanzenbestände

(Tausendblatt,...)

dezimieren. Diese Aufgabe hat er hervorragend gelöst. Seit den 1980-er Jahren wird er nicht

mehr besetzt und da er sich im Weissensee nicht natürlich vermehren kann, kommt heute nur noch ein

kleiner Restbestand vor. Besonders im Westteil führte diese Bestandsabnahme wieder zu einer deutlichen

Zunahme des Tausendblattes, wovon alle Jungfischarten und somit auch die Raubfische profitieren.

6.8.1. Fang

Amur bilden fast immer kleinere Gruppen, welche über den gesamten Seebereich verteilt sind. Im Gatschacher

Becken halten sie sich am Tag bevorzugt in den großen Teichrosenfeldern auf und können dort auch sehr gut

beobachtet werden. Zum Fressen wechseln sie aber in pflanzenreiche Seeabschnitte. Im mittleren und östlichen

Seebereich sind sie seit vielen Jahren immer an den gleichen Stellen zu finden. Wenn man diese Plätze ausfindig

Fotos 9 u. 10: Das Bild links zeigt die „Fraßspuren“ von mindestens 5 Amur in einem Tausenblattbestand.

Das rechte Bild zeigt ein Tausendblatt, welches von einem Amur samt Wurzeln

ausgerissen wurde.

Gefischt wird, wie beim Karpfenangeln, am besten in Tiefen von 3 bis 8 m. Als Köder wurden in den

letzten Jahren fast ausschließlich Maiskörner und Tigernüsse verwendet. Mit diesen sollte zuvor auch

angefüttert werden. Boilis und Frolic sollen angeblich auch gefressen werden. Die Köder werden direkt

am Grund oder einige Zentimeter darüber angeboten.

Schonzeit:

keine

Fangbeschränkung: keine

Mindestmaß:

keines

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2010 127 cm 25,30 kg

2009 105 cm 22,40 kg

2005 115 cm 20,45 kg

1996 114 cm 20,20 kg

6.9. Seesaibling

(Salvelinus umbla alpinus)

Von HARTMANN (1883) und von FIN-

DENEGG (1954) wurde der Seesaibling

nicht erwähnt. Er dürfte allerdings im Weissensee

immer beheimatet gewesen sein. Das Fleisch mancher Seesaiblinge ist intensiv rot gefärbt und

36 37


von hervorragender Qualität. Erfreulicherweise nahm der Saiblingsbestand innerhalb der letzten Jahre

wieder etwas zu. Die Nahrung besteht aus Zooplankton, Bodenorganismen und Fischen.

6.9.1. Fang

Fast alle in den letzten Jahren registrierten Seesaiblinge wurden mit der Hegene eher zufällig beim Renkenfischen

gefangen. Über ihre bevorzugten Aufenthaltsbereiche und über das Fressverhalten, können

zur Zeit keine konkreten Aussagen gemacht werden. Die im Zug der Kiemennetzbefischungen gefangenen

und untersuchten Saiblinge hatten durchwegs junge Flussbarsche konsumiert.

6.9.2. Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung

In den Jahren 1991 bis 1994 konnten relativ viele Seesaiblinge gefangen werden. Das lag jedoch nicht am guten,

natürlichen Bestand, sondern am jährlichen Besatz mit fangfähigen Fischen bis zum Jahr 1993. Nachdem

dieser nicht mehr durchgeführt wurde, zeigte sich innerhalb kürzester Zeit, dass die Besatzfische nicht in der

Lage waren einen langfristigen Bestand aufzubauen. Denn schon in der Angelsaison 1995 war der Ausfang

verschwindend gering (Tab. 13).

In den Jahren 2007 und 2008 konnte eine erfreuliche Zunahme des Seesaiblings beobachtet werden. Diese

wurde sicher durch die Abnahme der Reinankenpopulation begünstigt. In den Angelsaisonen 2009 bis 2011

nahmen die Ausfänge allerdings wieder deutlich ab. Das kann einerseits an schwächeren Jahrgängen liegen

oder aber an der geringen Befischungsintensität. Wahrscheinlich treffen beide Faktoren zu.

Der Aufbau eines guten Bestandes gestaltet sich im Allgemeinen noch schwieriger als bei der Seeforelle. Einige

wissenschaftliche Untersuchungen an verschiedenen Seen konnten nachweisen, dass Seesaiblinge konkurrenzschwächer

Tab. 13: Seesaiblingsausfang sind als Reinanken im Jahresvergleich oder Forellen. (1991 Deshalb – 2011). weichen Mindestmaß sie häufig = 30 bis cm. in Auswertung große Tiefen bis eines 1999

und 2011 durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig.

Gewässers aus um dort ihre ökologische Nische zu finden. Am Weissensee werden sie allerdings durch die

geringen Sauerstoffkonzentrationen in der Tiefenzone daran gehindert.

Das Fleisch ist relativ grätenreich, vom Geschmack her aber durchaus akzeptabel. Bei der Nahrungsaufnahme

ist der Aitel nicht wählerisch. Auf dem Speiseplan stehen Fische, Kamberkrebse, alle möglichen

Bodenorganismen, Muscheln, Wasserpflanzen und sehr häufig auch Anflug.

Gelaicht wird im Juni an flachen kiesigen Stellen, wobei oft große Schwärme gebildet werden.

6.10.1. Fang

Aitel werden häufig als Beifang beim Karpfenfischen erbeutet. Gezielt lassen sie sich mit der Fliegenrute,

mit Schwimmbrot und mit Köderfischsystemen fangen. Wenn man Maiskörner, Würmer oder Maden

langsam zwischen einer Gruppe von Aiteln absinken lässt, führt das auch sehr oft zum Erfolg.

Schonzeit:

Fangbeschränkung:

Mindestmaß:

keine

keine

keines

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2010 60 cm 3,00 kg

2006 68 cm 3,40 kg

2003 64 cm 2,50 kg

1999 68 cm 3,40 kg

6.11. Rotauge

(Rutilus rutilus)

Jahr

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

Tab. 13: Seesaiblingsausfang im Jahresvergleich (1991 – 2011). Mindestmaß = 30 cm. Auswertung

bis 1999 und 2011 durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig.

Schonzeit:

Schonzeit:

01.10

01.10

- 28.02.

- 28.02.

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige

Richtlinien...“

2010 42 cm 0,60 kg

Fangbeschränkung: siehe bei „Wichtige Richtlinien...“

2000 48 cm 1,03 kg

Mindestmaß:

30 cm 30 cm

1996 50 cm 1,64 kg

(Leuciscus cephalus)

2010

2011

Ausfang [Ind] 93 169 207 136 5 5 14 20 21 4 3 9 10 7 8 46 60 24 9 12

6.10. Aitel

(Leuciscus cephalus)

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2010 42 cm 0,60 kg

2000 48 cm 1,03 kg

Aitel zählen zum Urbestand des Weissensees

und sind an der Scharkante und in

1996 50 cm 1,64 kg

den Flachwasserbereichen im mittleren und östlichen Abschnitt des Weissensees die auffälligste Fischart.

Häufig bilden sie auch größere Gruppen die sich mit Vorliebe in der Nähe von versunkenen Bäumen

aufhalten. 6.10. Phasenweise Aitel besiedeln sie aber auch die Oberfläche des Freiwasserbereiches. Aus mir schleierhaften

Gründen wird das Gatschacher Becken vom Großteil der Population gemieden.

Erstmals wurde das Rotauge in den 1930-

er Jahren nachgewiesen. Es kann aber nicht

ganz ausgeschlossen werden, dass es schon

früher im Weissensee vorkam oder sogar

zum Urbestand zählt.

Rotaugen verteilen sich über die gesamte Seefläche, wobei im Sommer wie beim Karpfen und bei der

Schleie, nur die warme Oberflächenschicht bis in Tiefen von ca. 8 m als Habitat dient. Schilfgürteln und

Teichrosenfeldern werden vor allem von jungen Fischen besiedelt, wogegen größere Exemplare meist

tiefere Wasserschichten mit Pflanzenbewuchs bevorzugen.

Im Sommer bilden Rotaugen bei Tag z. T. große Schwärme, die sich jedoch im Laufe der Abenddämmerung

vollkommen auflösen. Die einzelnen Fische verteilen sich dann über die gesamte Gewässeroberfläche

und fressen dort Anflugnahrung. Am Morgen schließen sie sich dann wieder zu einem Schwarm

zusammen.

Derzeit stellt das Rotauge eine der wichtigsten Nahrungsquellen für alle Raubfische dar und eignet sich

sehr gut für alle möglichen Köderfischsysteme.

Auf Grund der zahlreichen Gräten in der Rückenmuskulatur werden Rotaugen nicht sehr geschätzt. Geschmacklich

ist das Fleisch einwandfrei und kann vielseitig genutzt werden.

Als Nahrungskomponenten werden Bodenorganismen, Anflug, Zooplankton und Wasserpflanzen genutzt.

Gelaicht wird im April bzw. Mai an flachen Stellen mit Pflanzenbewuchs.

38 39


6.11.1. Fang

Ihr Fang bereitet eigentlich nur bei Kaltwettereinbrüchen Schwierigkeiten, da sich Rotaugen dann meist

in tiefere Wasserschichten zurückziehen. Die Köder werden am liebsten während dem langsamen Absinken

genommen. Es eignen sich Maden, Maiskörner, Teig und Würmer. Der Fang mit der künstlichen

Fliege ist in den Abendstunden möglich.

Schonzeit:

keine

Fangbeschränkung: keine

Mindestmaß:

keines

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2006 47 cm 0,97 kg

2002 42 cm 1,00 kg

2001 42 cm 1,42 kg

6.12. Rotfeder

(Scardinius erythrophthalmus)

Rotfedern zählen zum Urbestand des Weissensees.

Sie halten sich bevorzugt in kleineren

Gruppen in den Schilfgürteln auf. Beim

Fleisch gilt das Gleiche wie beim Rotauge.

Als Nahrungskomponenten werden hauptsächlich

Wasserpflanzen, Anflugnahrung,

Bodenorganismen und Zooplankton genutzt. Sie sind meist etwas hochrückiger als Rotaugen, eignen

sich aber trotzdem recht gut für Köderfischsysteme.

Gelaicht wird so wie beim Rotauge im April bzw. Mai in flachen Bereichen mit Pflanzenbewuchs.

6.12.1. Fang

Rotfedern sind ausgesprochene Oberflächenfische und daher ist der optimale Köder das Schwimmbrot.

Wenn man einen Schwarm ausgemacht hat, braucht man nur noch ein Stück einer Semmel (oder Weißbrot)

an der Oberfläche anzubieten. Man verankert sich dabei einige Meter vom Schilf entfernt und wirft

das Schwimmbrot direkt an den Schilfrand. Da sich auch große Rotfedern in diesem Bereich aufhalten,

kann man oft eine sehr spannende Fischerei erleben.

Schonzeit:

keine

Fangbeschränkung: keine

Mindestmaß:

keines

Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht

2006 41 cm 1,20 kg

2002 46 cm 1,25 kg

2001 42 cm 0,92 kg

6.13. Kaulbarsch

(Gymnocephalus cernua)

Er wurde vor einigen Jahren, vermutlich durch einen den Besatz mit Karpfen oder Futterfischen, in den

Weissensee eingeschleppt. Der Kaulbarsch ist heute schon recht häufig und besiedelt Tiefen von ca. 5 bis

25 m. Er erreicht selten Längen von über 15

cm und ist daher für die Angelfischerei von

geringer Bedeutung. Als Nahrung dienen

vor allem Bodenorganismen. Derzeit spielt

er als Nahrungskonkurrent wahrscheinlich

noch eine untergeordnete Rolle.

6.14. Laube

(Alburnus alburnus)

Der erste Besatz erfolgte nach 1950. Zwischen 1970 und 1990 waren riesige Schwärme keine Seltenheit

und in den Sommermonaten laichten an flachen, kiesigen Uferbereichen, oft zigtausend Fische ab. Der

Bestand ging jedoch innerhalb recht kurzer Zeit extrem zurück. Seit einigen Jahren kann wieder eine

kontinuierliche Zunahme des Bestandes beobachtet werden. Die Jahre 2006 und 2007 waren, im Gegensatz

zu anderen Fischarten, für die Laube sehr erfolgreich. Große Schwärme mit zig-tausenden Jungfischen

konnten in fast allen Seebereichen beobachtet werden. Die letzten beiden Jahre konnte keine

weitere Zunahme des Bestandes registriert werden. Sie kommen aber immer noch recht häufig vor.

Lauben werden kaum größer als 20 cm und stellen daher einen idealen Futterfisch für alle Raubfische

dar. Für den Angelfischer sind sie nur als Köderfisch von Bedeutung. Fangen kann man sie mit Maden,

Würmern, Maiskörnern, Teig,...

6.15. Bitterling

(Rhodeus sericeus amarus)

Bitterlinge sind Kleinfische, die im Weissensee selten größer als 4 cm werden. Für die Fischerei haben

sie keine Bedeutung. Da sie jedoch, besonders in der Laichzeit, sehr intensiv gefärbt sind und ihr Laichverhalten

einzigartig unter den europäischen Süßwasserfischen ist, sollen sie hier kurz erwähnt werden.

Bitterlinge benötigen für ihre Vermehrung unbedingt Großmuscheln (Teichmuschel, Malermuschel,...).

Das Weibchen legt mit ihrer Legeröhre die Eier in den Kiemenraum der Muschel ab. In dieser geschützten

Umgebung schlüpfen die Jungen aus und bleiben dort, bis zum Erreichen der Schwimmfähigkeit. Der

Besatz in den Weissensee erfolgte daher möglicherweise um 1970 mit Teichmuscheln aus dem Millstättersee.

In den 1980-er Jahren waren Bitterlinge, besonders im Gatschacher Becken, sehr häufig anzutreffen. In

den letzten Jahren ist aber der Bestand stark zurückgegangen und man kann diese wunderschönen Fische

nur noch selten beobachten.

6.16. Restliche Fischarten

Auf Grund seines guten Wachstums ist der Silberkarpfen vielleicht noch für den beobachtenden Angelfischer

interessant. Er erreicht Stückgewichte von über 15 kg und kann im Gatschacher Becken und an

der Scharkante im mittleren und östlichen Seeabschnitt beobachtet werden. Fangmeldung gab es aber bis

heute noch keine. Brachsen (Abramis brama) kann man im Westteil hin und wieder fangen. Die größten

haben durchaus ein Gewicht von 3 – 4 kg.

Im Sommer 2002 konnte erstmals eine natürliche Vermehrung des Giebels im Weissensee festgestellt

40 41


werden. Von dieser Fischart kommen in den meisten europäischen Gewässern nur weibliche Fische vor.

Zur Laichzeit mischen sich diese unter verwandte, ablaichende Fischarten, wobei die Giebeleier nicht

befruchtet, sondern nur zur Zellteilung stimuliert werden. Aus den Eiern gehen in der Folge wieder nur

weibliche Fische hervor. Ein einziger Giebelrogner ist daher theoretisch in der Lage, eine gesamte Population

aufzubauen. Heute werden in Österreich auch immer wieder männliche Giebel nachgewiesen.

Wo diese plötzlich herkommen ist noch ein Rätsel. Die restlichen Fischarten sind derzeit weder für die

Angelfischerei, noch für die Ökologie des Weissensees von Bedeutung und werden daher hier nicht weiter

beschrieben.

7. Der Krebsbestand

Krebse beseitigen frische, tote Fische und Frösche innerhalb kürzester Zeit restlos und werden daher häufig

zu Recht als „Gewässerpolizei“ bezeichnet. Mit Vorliebe fressen sie aber auch abgefallenes Laub, Wasserpflanzen,

Schnecken und Muscheln. HARTMANN berichtete 1883 über einen kleinen Bestand an Edelkrebsen

(Astacus astacus), der jedoch bis etwa

zum Jahr 1980 eine unglaubliche Dichte erreichte.

Es gab damals keinen Unterschlupf in dem kein

Edelkrebs wohnte. Man konnte einige Tiere sogar

bei Tag beobachten, obwohl Edelkrebse ausgesprochen

nachtaktiv sind und sich die übrige Zeit

in ihren Verstecken aufhalten.

Um 1980 wurde der gesamte Bestand innerhalb

weniger Wochen vollständig ausgerottet. Die Ursache

für diese Tragödie begann schon um 1860

in der Lombardei, wo es um diese Zeit zum ersten

Mal zu Massensterben bei den heimischen

Krebsen kam. Der Erreger dieser Epidemie, ein

Schlauchpilz, wurde wahrscheinlich durch nordamerikanische Flusskrebse eingeschleppt und breitete sich

in den nächsten Jahrzehnten über ganz Europa aus, wodurch fast alle europäischen Krebsbestände vernichtet

wurden.

In den letzten Jahren hat sich im Weissensee wieder ein guter Krebsbestand entwickelt. Bei diesen Tieren

handelt es sich jedoch um den in Nordamerika heimischen Kamberkrebs (Orconectes limosus), der als

Überträger der Krebspest, die Ursache für die Ausrottung des Edelkrebsbestandes im Weissensee ist. Wie

diese Krebse um 1980 in den See gelangten ist nicht bekannt.

Erstaunlicherweise werden aber hin und wieder Edelkrebse von anerkannten Krebsexperten im Weissensee

gesichtet. Erklärungen dafür gibt es derzeit nicht.

Entspannung und Erholung beitragen. Das Treiben der nachtaktiven Tiere und das Aufplatschen der springenden

Fische auf die Wasseroberfläche, werden bei Dunkelheit viel intensiver wahrgenommen und bauen

eine gewisse, in jedem Fall positive Spannung auf. Die regelmäßig veranstalteten Nachtfahrten der Weissensee-

Schifffahrt schließen aus, dass in der Nacht vom Boot aus geangelt wird. Das Campieren an nicht dafür vorgesehenen

Plätzen ist am Weissensee verboten und auch das Angeln an unbefestigten Uferstrukturen (Naturufer)

lässt sich mit den Umweltschutzbemühungen der Gemeinde Weissensee nicht in Einklang bringen.

Als Angelplätze dürfen daher nur befestigte Uferbereiche (Badestege, Liegewiesen, feste Uferverbauten) ausgewählt

werden. Der Angelplatz muss ständig gut sichtbar beleuchtet sein und die ausgelegten Angelruten dürfen

nicht unbeaufsichtigt bleiben. Bei Verwendung von Schwimmern (Posen) müssen diese ebenfalls gut sichtbar

beleuchtet sein (z. B. Knicklichter). Dies ist besonders wichtig, da sich schon mehrmals Angelschnüre im Elektromotor

des Kontrollbootes verfingen und sehr kostspielige Reparaturen verursachten.

Alle Angler die das neue Angebot nutzen wollen, werden gebeten die Vorschriften genau einzuhalten. Denn

nur so kann das Nachtangeln auch in Zukunft als Teil der Weissenseefischerei angeboten werden.

9. Kiemennetzbefischungen

Östlich vom Restaurant Ronacherfels werden in den Sommermonaten im Freiwasserbereich am Abend

Kiemennetze in Tiefen zwischen 8 und 15 m ausgelegt (Abb. 18).

Am Morgen erfolgt die Entnahme der gefangenen Fische und deren Weiterverarbeitung. Die Fänge im

Befischungsbereich setzen sich zu über 98 % aus Reinanken zusammen. Seltener werden Seeforellen und

nur in sehr seltenen Ausnahmefällen Hechte oder Seesaiblinge gefangen. Sofern es sinnvoll ist, werden

Seeforellen und Seesaiblinge wieder zurückgesetzt.

Durch die Wahl der Netzmaschenweite kann die Größe der gefangenen Fische relativ genau vorherbestimmt

werden (Abb. 19). Wenn der Umfang des Fisches am Ansatz der Rückenflosse kleiner ist als die

Netzmaschenweite (bei einem 46 mm Netz also < 184 mm), dann kann der Fisch durch die Masche hindurch

schwimmen. Jungfische können daher mit diesem Netz nicht gefangen werden.

Bei jeder Befischung wird registriert welche Netze verwendet und welche Netzlängen gesetzt wurden.

Dadurch kann die Entwicklung der Reinankenpopulation relativ leicht anhand der Fangergebnisse von

Jahr zu Jahr verglichen werden. Außerdem wird von jedem gefangenen Fisch die Länge gemessen und

Bereich der

Kiemennetzbefischungen

8. Nachtangeln

Über ein Pro bzw. Kontra des Nachtangelns wurde in den letzten Jahren sowohl im Kreise der Agrargemeinschaft

als auch im Kreise der Angelfischer sehr häufig und z. T. recht emotional diskutiert. Seit der Angelsaison

2008 ist der gesamte Weissensee für das Nachtangeln freigegeben.

Außer Zweifel steht, dass einige Fischarten in der Nacht viel besser zu fangen sind als bei Tag. Dies gilt z. B.

für den Zander und besonders in den Sommermonaten für den Karpfen, den Amur und die Schleie. Diese

Fischarten suchen in der Nacht auch Uferbereiche auf, die sie während des Badebetriebes bei Tag meiden. Sofern

es der Angler zulässt, kann die Stille der Nacht und die meist spiegelglatte Wasseroberfläche durchaus zur

Abb. 15: Bereich in dem seit Juli 2004 Kiemennetzbefischungen durchgeführt werden.

Abb. 18: Bereich in dem seit Juli 2004 Kiemennetzbefischungen durchgeführt werden.

42 43


Jungfische können daher mit diesem Netz nicht gefangen werden.

befallen. Beim Ausnehmen ist ein mit T. nodulosus befallener Fisch also frei von Parasiten.

Abb. Abb. 16: 19: Größenklasse von von Reinanken die die mit mit einem Kiemennetz gefangen werden. Links ist ist das

Kiemennetz das Kiemennetz dargestellt dargestellt wie wie während es während einer einer Befischung Befischung im Wasser im Wasser liegen liegen sollte. Nur Nur Reinanken Reinanken

die Netzmasche welche die Netzmasche mit den Kiemendeckeln mit den Kiemendeckeln passieren passieren und deren und Körperumfang deren Körperumfang größer als ein

welche

Maschenumfang größer als ein ist, Maschenumfang können gefangen ist, werden. können gefangen werden.

Da jedes das Vollgewicht Jahr die bestimmt. gleichen Mit diesen Kiemennetze Daten wird der verwendet Konditionsfaktor werden, berechnet, kann wodurch die längerfristig Entwicklung

auch die Nahrungssituation mitverfolgt werden kann. Das Ausfangkontingent wird jährlich festgelegt

der Reinankenpopulation und richtet sich nach dem Reinankenbestand relativ leicht und anhand nicht nach der der Fangergebnisse Nachfrage. Als Grundlage von Jahr dienen zu die Jahr

verglichen oben genannten werden. Parameter. Außerdem wird jeder gefangene Fisch vermessen und der

Konditionsfaktor bestimmt, wodurch längerfristig auch die Nahrungssituation

10. Fischparasiten

mitverfolgt werden kann. Das Ausfangkontingent wird jährlich festgelegt und richtet

Der Befall mit Parasiten ist für Fische durchaus üblich. In diesem Punkt bilden auch die Fische des Weissensees

keine Ausnahme. Zu Beeinträchtigung der Fischgesundheit tragen diese Parasiten aber nur selten bei.

Bandwürmer (Cestoda) findet man sehr häufig im Darm von Reinanken, Hechten und Karpfen. Kratzer (Acanthocephala)

kommen sehr häufig bei Flussbarschen vor. Saugwürmer (Trematoda) findet man in sehr großer

Zahl im Darm von Schleien. Fadenwürmer (Nematoda) kommen in Hechten und Barschen vor. In der Leibeshöhle

von kleineren Rotaugen, Lauben,... parasitiert der Riemenwurm (Ligula intestinalis). In den Kiemen von

Schleien, Hechten und Flussbarschen findet man recht häufig schmarotzende Kiemenkrebse (Ergasilus sp.) und

auf der Haut von Hechten und Flussbarschen findet man in den Sommermonaten regelmäßig die Karpfenlaus

(Argulus sp.). In den Augen von Flussbarschen, Rotaugen,... parasitiert ein Larvenstadium eines Trematoden.

Keiner der Parasiten, die bis jetzt für den Weissensee nachgewiesenen werden konnten, stellt eine Gefahr

für den Menschen dar. Sie haben auch keinen Einfluss auf die Qualität des Fischfleisches und nur von sehr

wenigen Arten wird die Fischgesundheit beeinträchtigt.

11. Schonzeiten und Mindestmasse für Fische

Seeforelle 70 cm 01.10. – 28.02.

Bachforelle 70 cm 01.10. – 28.02.

Regenbogenforelle 70 cm 01.01. – 15.04.

Reinanke 38 cm 01.11. – 28.02.

Karpfen 45 cm keine

Hecht keines 01.01. – 30.04.

Schleie 25 cm 01.06. – 30.06.

Zander 50 cm 01.01. – 15.06.

Seesaibling 30 cm 01.10. – 28.02.

12. Weiterführende Literatur und spezifische

Untersuchungen

Aktuelle Literatur und Untersuchungen finden sie unter www.weissensee-kaernten.at bei Fischerei / Literatur.

Ihre Fragen und Anregungen können ebenfalls auf dieser Seite im Forum diskutiert werden.

Zur Information:

Vom Hechtbandwurm treten in Österreich zwei verschiedene Arten auf: Triaenophorus crassus und Triaenophorus

nodulosus. Beide leben als geschlechtsreife Würmer im Darm von Fischen (meist im Hecht). Die

Eier werden mit dem Kot des Fisches ins Wasser abgegeben und von Zooplanktern (erster Zwischenwirt)

aufgenommen. Der befallene Zooplankter wird wiederum von einem Fisch (zweiter Zwischenwirt, z.B. eine

Reinanke oder ein Seesaibling) gefressen. Im zweiten Zwischenwirt verhalten sich die beiden Bandwurmarten

nun völlig unterschiedlich. T. crassus befällt als Wurmlarve die Muskulatur der Wirtsfische und verursacht

dort Blutungen. In Fischfilets sind diese Blutungen und z. T. auch die Wurmlarven gut zu erkennen und sind

natürlich ekelerregend. T. crassus wird daher von Gewässerbewirtschaftern gefürchtet, da befallene Fische

nicht zu vermarkten sind. T. crassus kommt im Weissensee nicht vor!!!

Sehr wohl konnte in den letzten Jahren T. nodulosus nachgewiesen werden. Auch dieser Parasit lebt als geschlechtsreifes

Tier im Darm seines Endwirtes (Hecht). Auch die Zwischenwirte sind die gleichen. Nur bildet

die Larve von T. nodulosus im zweiten Zwischenwirt eine Zyste in der Leber. Die Fischmuskulatur wird nicht

44 45


13. Wichtige Richtlinien

1. Das Fischen ist nur mit gültiger Jahresfischerkarte oder Fischergastkarte und Erlaubnisschein

gestattet. Personen, die das 10. Lebensjahr vollendet, aber das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet

haben, dürfen den Fischfang nur unter Aufsicht einer voll handlungsfähigen Person ausüben.

Alle Berechtigungen gelten nur für den Namensträger.

Die Fischergastkarte ist vom Ausstellungstag 00.00 Uhr bis 24.00 Uhr am letzten Tag der

Ausstellung gültig!

2. Vorgeschrieben ist:

a) Schonzeiten und Mindestmaße einzuhalten. Unter dem Mindestmaß gefangene Fische

nach Befeuchten der Hände vorsichtig von der Angel zu lösen und schonend ins Wasser

zurückzuversetzen.

b) Tote und offensichtlich kranke Fische, auch tote Köderfische, bitte nicht rückversetzen.

c) Den Angelplatz während des Nachtangelns ständig gut sichtbar zu beleuchten sowie die

ausgelegten Angeln nie unbeaufsichtigt zu lassen. Wird mit Schwimmern (Posen) gefischt,

so müssen auch diese gut sichtbar beleuchtet sein.

d) Den Fischereikontrollorganen auf Verlangen die Fischereibewilligung sowie Geräte und gefangene

Fische vorzuweisen und Ihnen die verlangten Auskünfte zu erteilen.

e) Werden untermaßige Fische beim Fang derartig verletzt, dass ein Weiterleben nicht erwartet

werden kann, sind sie tierschutzgerecht zu töten und nach Zerstückelung in das

Wasser zu verbringen.

3. Verboten ist:

a) mehr als insgesamt 3 Fische, die den Mindestmaßen entsprechen, pro Tag aus dem See zu

entnehmen. Ausgenommen sind Hechte und Flussbarsche.

b) mehr als eine Forelle (>70 cm) pro Tag aus dem See zu entnehmen.

c) offensichtlich besetzte Forellen gezielt zu befischen

d) das Fischen mit mehr als 2 Stockangeln (mit je 1 Köder).

e) das Fischen von einem nicht durch Muskelkraft betriebenem Wasserfahrzeug aus

(Verwendung von Elektromotoren, Verbrennungskraftmaschienen u.ä. sind verboten).

f) Explosivstoffe, Betäubungsmittel, Schusswaffen, Stecher, Harpunen, Schlingen, Elektrofanggeräte.

g) Stechen, Anreißen, Prellen, Keulen, die Verwendung künstlicher Lichtquellen oder chem.

Leuchtstoffe zum Anlocken von Wassertieren.

h) Verwendung lebender Wirbeltiere als Köder sowie das Mitbringen von Köderfischen.

i) Verwendung von Fischinnereien als Köder.

j) Echolote oder andere Ortungshilfen mitzuführen und zu verwenden.

k) das Fischen 1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang vom Boot aus.

l) beim Nachtangeln unbefestigte Uferstrukturen (Naturufer) als Angelplätze zu verwenden.

Ausnahmeregelung für den Bereich östlich der Schiffsanlegestelle „Kleine Steinwand“: Das

Fischen aus einem am Ufer befestigten Fischerboot ist in diesem Bereich erlaubt. Das Fischerboot

muss gut sichtbar beleuchtet sein. Die ausgelegten Angeln sind ständig zu beaufsichtigen.

Schwimmer (Posen) müssen ebenfalls gut sichtbar beleuchtet sein! Campieren am Ufer

ist im Schutzgebiet nicht erlaubt.

m) das Fischen in allen Zu- und Abflüssen und im Bereich deren Einmündung in den See.

n) das Fischen in Seerosen- und Teichrosenbeeten (Pflanzenartenschutz).

o) mehr als maximal 3 Liter/Tag anzufüttern (Beinträchtigung der Wasserqualität).

4. Es wird ersucht:

a) Schiffsanlegestellen und die Seebrücke nicht als Standplatz zum Fischen zu verwenden (Bestrafung

nach Verkehrsvorschriften);

b) Angelstandplätze nicht durch Bojen oder andere Kennzeichen zu markieren.

c) gefangene Fische nicht länger als 24 Stunden in künstlichen Behältnissen aufzubewahren.

d) auf die Sicherheit der Badegäste zu achten (Verletzungsgefahr).

e) besondere Wahrnehmungen aller Art sofort der Weissensee Information oder der Polizei

mitzuteilen.

f) den Angelplatz im sauberen Zustand zu hinterlassen.

Bei Nichtbeachtung der Richtlinien wird die ausgestellte Fischereibewilligung samt Fangliste entzogen.

EIN ANSPRUCH AUF RÜCKERSTATTUNG BEREITS GELEISTETER GEBÜHREN UND DER KAU-

TION BESTEHT NICHT!

Angelsaison: 10. Mai bis 20. Oktober 2012

(Ausgenommen Jahresfischerkartenbesitzer, für diese endet die Angelsaison am 31. Oktober.)

Fischerkartenpreise 2012 (mit Gästekarte Weissensee)

Erwachsene

Jugend 10-16 Jahre

Tageskarte ............................€ 19,- € 14,-

Wochenkarte ..........................€ 48,- € 32,‐

2-Wochenkarte ........................€ 57,- € 37,‐

3-Wochenkarte ........................€ 65,- € 40,-

Monatskarte ..........................€ 73,- € 44,‐

2-Tag f. Gruppen ab 7 Pers. ..............€ 29,- ---

Verlängerungswoche ...................€ 18,- € 18,-

Kaution Fangliste ......................€ 10,- € 10,-

Preise inkl. Landessteuerabgabe: derzeit € 4,52 für 1 Woche, € 11,30 für 4 Wochen

Fischerei-Geschäft

Intersport Alpensport Weissensee in Techendorf — Telefon: 04713/25943.

Öffnungszeiten: Mai, Juni, September: MO-FR 9-12.30 und 14.30-18 Uhr, SA 9-12.30 Uhr

Juli und August: MO-SA 9-13 und 14-18 Uhr, SO 9-13 Uhr

Veranstaltungen

41. Int. Angeln um die „Goldene Forelle vom Weissensee“: 17. bis 19. Mai 2012

Hecht- und Barsch-Hegefischen: 23. September bis 7. Oktober 2012

„Wer fängt den schwersten Fisch 2012“ - die schwersten Fänge der Saison werden mit einem Pokal prämiert.

Weissenseer Fischausstellung

Eine sehenswerte Ausstellung an präparierten Fängen aus dem Weissensee finden Sie im Weissensee Haus

in Techendorf-Süd.

Weitere Informationen:

Weissensee Information - Techendorf 78, 9762 Weissensee, Austria

Tel. 0043 (0) 4713 / 2220-0 • Fax 0043 (0) 4713 / 2220-44

E-Mail: info@weissensee.com • www.weissensee.com/fischen

46 47

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine