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Kreishandwerkerschaft Dresden

Erfolgsgeschichte Gebäudesanierung wird

fortgeschrieben

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Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Handwerks,

ich hoffe, Sie hatten ein paar schöne

und erholsame Sommertage mit vielen

neuen Eindrücken. Langsam zieht der

Herbst ein und in Berlin geht es nach

der Sommerpause mit vielen spannenden

Themen weiter.

In meinem Artikel der letzten Ausgabe

habe ich über die blockierte Lage beim

steuerlichen Anreiz zur energetischen

Gebäudesanierung berichtet. Leider

gab es bis zum Redaktionsschluss der

aktuellen Ausgabe keine Entscheidung. Das Thema bleibt natürlich auf

der politischen Agenda, es ist zu wichtig für taktische Spielchen.

Die Verbesserung der Energieeffizienz bei den etwa 19 Millionen

Gebäuden in unserem Land ist zweifellos ein Schlüsselbereich zur

Umsetzung der „Energiewende“ und ein Konjunkturprogramm für das

Handwerk. Die bewährten KfW-Programme zum energieeffizienten

Bauen und Sanieren erzielen bereits Erfolge. Die Förderung gibt

Gebäudeeigentümern Anreize, bestehende Einsparpotenziale zu

erschließen. Um noch mehr Impulse zu setzen und auf spezifische

Fragestellungen noch gezielter Antworten zu finden, werden diese

Programme ständig weiterentwickelt. Über Neuerungen bei den KfW-

Förderprogrammen möchte ich Sie deshalb nachfolgend gerne informieren,

denn auch das Handwerk profitiert durch zusätzliche Aufträge.

Zunächst aber zur aktuellen Bilanz: Seit 2006 wurde durch die

Förderung die energieeffiziente Sanierung bzw. Errichtung von über

2,8 Millionen Wohnungen und Investitionen von rund 106 Milliarden

Euro unterstützt. Gefördert wurden ferner Energieeinsparmaßnahmen

an Gebäuden der sozialen und kommunalen Infrastruktur - seit 2007

fast 1.400 Gebäude. Ein Euro öffentlicher Mittel reizt zwölf Euro privater

Investitionen an und entfalten damit beachtliche konjunkturelle

Wirkungen. Die Förderprogramme führen nach neuesten Untersuchungen

für die öffentlichen Haushalte zu einem Einnahmeüberschuss in

Höhe von mindestens 4 Milliarden Euro – u.a. durch entsprechende

Steuereinnahmen.

Die KfW-Förderung ist wichtiges Zugpferd der Energiewende und leistet

einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Der CO 2 -Ausstoß wird

durch die seit 2006 geförderten Investitionen jährlich um über 5,6 Mio,

t CO 2 reduziert - und zwar über den gesamten 30jährigen Nutzungszeitraum

der Maßnahmen.

Gestützt durch die günstigen Refinanzierungskonditionen der KfW

konnten die Zinssätze für Sanierungskredite auf bis zu 1 % gesenkt

werden. Auch die Kreditzinsen für die Neubauförderung liegen nun

deutlich unter 2 %. Dies ermöglicht eine langfristige und sehr zinsgünstige

Finanzierung umfassender Sanierungsmaßnahmen und unterstützt

Bauherren gezielt bei ihren energieeffizienten Neubauten.

Im April 2012 wurde der Förderbaustein „Effizienzhaus Denkmal“ für

Wohngebäude gestartet. Für entsprechende Gebäude der kommunalen

Infrastruktur wird er am 1. September 2012 folgen. Mit Zuschüssen und

Krediten wird somit eine umsichtige sowie in Planung und Bauausführung

versierte energetische Sanierung von Denkmälern und erhaltenswerter

Bausubstanz unterstützt. Neben der Flexibilisierung der

Förderbedingungen liegt der Schwerpunkt auch in diesem besonders

sensiblen Bereich auf den Kenntnissen und den Voten speziell qualifizierter

Energieberater.

Um das Energieeinsparpotenzial im kommunalen Sektor noch gezielter

zu heben, werden wir ebenfalls zum 1. September 2012 die dafür

bereitstehende Förderung deutlich ausweiten und die hocheffizienten

Sanierungsstandards Effizienzhäuser 55 und 70 einführen. Zusätzlich

werden wir Gebäude kommunaler Unternehmen fördern z. B.

Schwimmhallen oder Veranstaltungs- und Sportzentren. Damit einhergehen

wird die erstmalige Gewährung von Tilgungszuschüssen, die die

Förderanreize und die Qualitätssicherung verstärken.

Seit Herbst 2011 ist das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“

auf den Weg gebracht. Damit werden neben Einzelgebäuden die

Energieeffizienz ganzer Quartiere in den Blick genommen. Durch die

Förderung integrierter Quartierskonzepte und den Einsatz eines

Sanierungsmanagers sollen auch verstärkt private Investoren in den

Sanierungsprozess einbezogen und zusätzliche Maßnahmen in

Energieeffizienz und Infrastruktur angestoßen werden. Das Programm

ist erfolgreich gestartet: Die Kommunen haben in einer Pilotphase

77 Anträge bei der KfW eingereicht. Seit dem 01.02.2012 läuft die

Breitenförderung für Konzepte, Sanierungsmanager und investive

Maßnahmen im Quartier für alle Kommunen, die ebenfalls gut angenommen

wird.

Die Erfolgsgeschichte der KfW-Programme wird fortgeschrieben: Für

die Jahre 2012 bis 2014 stehen Fördermittel in Höhe von 1,5 Milliarden

Euro aus dem Energie- und Klimafonds bereit. Damit sind Planungssicherheit

für gewerbliche Investoren, private Haushalte und insbesondere

die Handwerksbetriebe geschaffen.

Bis zum Jahresende werden in Berlin noch viele Themen folgen, gern

stehe ich Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen

eine gute Auftragslage und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ihr

Andreas Lämmel

© Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann

Das Handwerk 3/2012

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