V E R S I O N D E U T S C H - Profi4project.com

profi4project.com

V E R S I O N D E U T S C H - Profi4project.com

AUSGABE 05/00 8. JAHRGANG

XML

Highway in die Zukunft

des e-Business

◆ XML – Highway in die Zukunft

des e-Business

◆ XML: was es kann und was man braucht

◆ XML TS: die Schnittstelle für e-Business

und Partnering

◆ PASS und XML

◆ Tamino, die XML-Datenbank für e-Business

◆ PASS events:

◆ Enterprise Portale der „Next Generation“

◆ Knock-Out-Faktoren für e-Marketplaces

Englische Version: Rückseite

V E R S I O N D E U T S C H


INHALT

02

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 02

News

IM News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 03

PASS News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 05

Innovation News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

XML News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Feature: XML

Zukunftssicher mit XML . . . . . . . . . . . . . . . . . 06

XML und e-Business . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 07

XML TS – die innovative Schnittstelle für

e-Business und Partnering . . . . . . . . . .WEB 08

TAMINO –die XML-Datenbank

für e-Business . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .WEB 10

PASS events: Know-how-

Transfer für e-Business

Enterprise Portale der

Next Generation . . . . . . . . . . . . . . . . . .WEB 14

Knock-Out-Faktoren für

e-Marketplaces . . . . . . . . . . . . . . . . . . .WEB 14

mySAP.com und Internet . . . . . . . . . . .WEB 15

Online only

m-Commerce . . . . . . . . . . . . . . . . . .WEB

Call Center . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .WEB

XML

öffnet die Wege des e-Business

XML

Die Effizienzsteigerung in der Implementierung der Geschäftsprozesse

ist fast durchweg eines der Hauptziele

von e-Business-Projekten – innerhalb von Unternehmen,

zwischen Unternehmen und zwischen Unternehmen und

privaten Abnehmern. Mittlerweile wird XML fast überall

als Schlüsseltechnologie in solchen Projekten genannt.

Tatsächlich wird branchen-, applikations- und herstellerübergreifend

in XML die Erwartung gesetzt, als universelles

Integrationskit den Informationsaustausch und die

Schnittstellenproblematik zwischen Anwendungssystemen

zukünftig wesentlich zu vereinfachen. In typischen

3-tier-Systemen stellen XML-basierte Technologien für die

Realisierung der Präsentation, der Business-Logik und der

Datenhaltung eine Architektur-Alternative dar. Grund genug,

dem Thema XML eine eigene Ausgabe unserer

PASSAGE zu widmen. Was ist XML, wo liegen die Vorteile,

wie kann man sie konkret nutzen, wie stellt sich der Einsatz

in der Praxis dar Hier finden Sie Antworten. Und

natürlich präsentieren wir Ihnen auch das PASS-Engagement

im XML-Bereich, zum Beispiel mit unserem innovativen

PASS XML Transaction Server, der mit seinem Einsatz

bei US-amerikanischen Buchungssystemen und Airlines

für viel Furore sorgt. Wir stellen Ihnen Tamino vor, eine

XML-Datenbank für e-Business-Lösungen, und zeigen

Ihnen in den XML-News den aktuellsten Stand der Dinge.

Natürlich vergessen wir dabei nicht die anderen aktuellen

Entwicklungen im e-Business. Wir stellen Ihnen in diesem

Heft die ersten drei hochkarätigen Vorträge unserer

PASS-event-Reihe zum e-Business vor, und schließlich

I M P R E S S U M

Herausgeber:

PASS IT-CONSULTING

Dipl.-Inf. Gerhard Rienecker

GmbH & Co. KG

Schwalbenrainweg 24

63741 Aschaffenburg

Tel.: (06021) 3881-0

Fax: (06021) 3881-400

WEB: www.pass-consulting.com

Redaktion:

Dr. Werner Wienand

Layout:

Kommunikations Design

Karl-Walter Neumann

Druck: Kuthal-Druck

Auflage: 4500 Stück

Die dargestellten Meinungen

müssen nicht dem Selbstverständnis

von PASS entsprechen.

Die PASS @GE online: Daten-Fakten-Details

www.pass-consulting.com/html_d

/publikationen/passage5_00.htm

finden Sie aktuelle News aus der Innovationsforschung,

vom IT-Markt und von PASS. Auf unserer PASS AGE online

gibt es detaillierte Artikel zu XML und unseren „events“

sowie zu Perspektiven des m-Commerce und zum Thema

Call Center. Dort finden Sie übrigens auch unser PASS AGE

Archiv. Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende

Lektüre. Auf deutsch und englisch in diesem Heft

oder online.

Werner Wienand


03

GMX und Apache:

voll daneben

Der Internet-Service-

Provider GMX ("FreeMail")

hat aufgrund mangelhaften

Schutzes der Privatsphäre

den

"Big Brother-

Award"

verliehen

bekommen –

die Post der

Nutzer wird

nur ungenügend

gesichert.

Auch

Apache hat

der Preis ereilt,

und zwar "für

die mangelhafte

Beachtung von Belangen der

Privatsphäre in der Standardkonfigurationsdatei

des Apache

Web-Servers" (CW 44/2000). Weitere

Infos zu Preisträgern und Aspiranten

unter www.bigbrother-awards.de.

IM NEWS

online

Neuer

Security-

Standard

Der "Advanced Encryption Standard"

soll nun in den USA den bis dato gültigen

DES-Standard (Data Encryption

Standard) ablösen. Das neue Verfahren

eignet sich für den Einsatz auf allen erdenklichen

Geräten – vom Computer

bis zur Smart Cart, und es gilt als absolut

sicher. Die Entschlüsselung des in

Belgien entwickelten Algotithmus würde

gegenwärtig 149 Billionen Jahre

dauern (CW 44/2000).

e-Commerce ist für viele Unternehmen

unumgänglich geworden. Skepsis

weicht der Akzeptanz. Dies ist allerdings

erst der Anfang. Für große

Unternehmen mit stark diversifizierten

Unternehmensbereichen ist häufig

die schwierigste Aufgabe, eine

Managementstruktur zu schaffen, die

in der Lage ist, alle Unternehmensaktivitäten

durch das e-Business zu bündeln,

ohne die Übersicht zu verlieren.

Eine zentrale Frage lautet also: Wie

kann ein entsprechend großes Unternehmen

ein funktionales e-Business

etablieren, und dies, ohne dass jede

Abteilung gesondert durch die

üblichen Adaptionsschwierigkeiten

gehen muss

Stolpersteine

für den

e-Commerce-Aufbau

Eine weit verbreitete Antwort sind

laut Gartner Group Ausschüsse für

die e-Initiative des Unternehmens,

die allerdings auf zweierlei Probleme

stoßen: erstens ist e-Commerce eine

"konsens-resistente Thematik", und

zweitens können Ausschüsse aufgrund

ihrer strukturellen Schwächen

zwar ausgereifte Pläne erstellen, oft

fehlt jedoch die Macht, diese auch in

die Tat umzusetzen. Viele Unternehmen

haben entsprechende Erfahrungen

gemacht und arbeiten an Alternativen.

Laut Gartner Group kommen

insbesondere zwei Varianten

zum Einsatz: ein e-Business-Projektleiter

mit allen nötigen Vollmachten

für alle Unternehmensbereiche, oder

ein e-Business-Team, das eine Abteilung

nach der anderen einbindet,

und gleichfalls über entsprechende

Kompetenzen verfügt. In deutschen

Unternehmen wird deshalb ein entsprechendes

Vorgehen zur Chefsache

gemacht, wie auch eine Erhebung

der Computerwoche zeigt: Bei über

48 % der Unternehmen leitet der

Chef die Aktionen im e-Business, bei

20 % der Marketingleiter, und bei

22,5 % ein CIO (CW 44/2000). Diese

Ansätze können aber ineffizient sein,

wenn die Unternehmensstrukturen

so beschaffen sind, dass die Implementierung

stark verlangsamt wird

oder entsprechende Anwenderschulungen

nicht schnell und effizient

umgesetzt werden können.

ASP:

Hauptsache

schnell

Eine aktuelle Forit-Analyse zeigt

auf, was bei Application Service Providing

für die Kunden besonders

wichtig ist: Erfahrung in der eigenen

Branche und Qualitätsgarantie sind

zusammen mit der schnellen Anwendungseinführung

die wichtigsten

Faktoren. Die Größe des Providers

spielt ebenso wie ein

24-Stunden-Support-Angebot nur

eine untergeordnete Rolle. Eine Studie

von Koeppler & Partner benennt

die Hauptargumente für ASP: geringe

Kapitalbindung, geringe IT-Administrationsaufwände

und eben die

schnelle Einführung. Haupteinsatzbereiche

sieht diese Studie bei Office-Paketen,

e-Commerce und ERP.

Stellenwert e-Business

Mittel

Ist Design/Layout eines Portals erfolgsentscheidend

Nein

Hauptgrund für die Auswahl eines Portalanbieters

Konzept

Eher Klein

Quelle: PASS Studie Finanzportale

Kein Stellenwert

Weiß nicht

Preis

Referenzen

Ja

Hoch

Service


04

Cybercrime I:

Bedrohung wächst

Innerhalb der letzten zehn Jahre gab es

insgesamt 34.000 Hackangriffe, und in

diesem Jahr alleine waren es bereits

50.000. Verheerende Zahlen. Die Bedrohung

durch Web-Verbrechen ist real

und wächst an. Michael Vatis, Director

des US National Infrastructure Protection

Center (NIPC), betonte auf dem

World e-Commerce Forum in London,

dass mit den neuen Möglichkeiten der

online-Technologie auch der potenzielle

und reale Missbrauch dieser Technologien

wächst; im Grunde könne jedes

Unternehmen und

selbst jede Regierung

weltweit bedroht werden,

und die Tools

dafür werden immer

besser (ein Beispiel ist

IM NEWS

die Web-Attacke auf

die Seiten der israelischen

Regierung.

Anm. d. Red.). Und mit der wachsenden

Vernetzung entstehen Interdependenzen,

die Sicherheit immer schwieriger

machen. Egal, wie sicher man sein

System bekommen mag – "wenn der

Stromlieferant durch einen Angriff ausfällt,

gibt es kein Business mehr". Die

Motive der Hacker sind vielfältig und

reichen von persönlichen Racheakten

über Wirtschaftsspionage oder mafiöse

Gruppen bis hin zu politisch motivierten

"Hacktivisten". Die Empfehlung

von Vatis: Eine Analyse der Security auf

dem Web und eine intensive Kooperation

zwischen Unternehmen und Regierungen

– auch auf internationaler

Ebene. Security sei eine zentrale Angelegenheit

für alle Unternehmen. Allerdings

lehnten die Vertreter der internationalen

e-Economy eine zentrale

Organisation zur Kontrolle der Web-Security

einhellig ab, zumal jede einzelne

Nation entsprechende Richtlinien akzeptieren

müsse, was unrealistisch sei.

Großbritannien wiederum kündigte

an, eigens eine entsprechende nationale

Institution bis April 2001 mit allen

Vollmachten ins Leben zu rufen. Auch

britische Unternehmen sind aktiv und

haben ein Frühwarnsystem initialisiert,

die Enterprise Virus Alert Community

(Evac).

Wichtigste Hemmschwellen bei e-Business

Datenschutz/

-sicherheit

Umstellung

Unternehmensprozesse

Rechtliche Aspekte

Interesse an Portaleinführung nach Branchen

Banken

Handel

Versicherungen

Cybercrime II:

Hacker fallen bei

Microsoft und

World Trade

Organisation ein

Microsoft hatte ernsten Hacker-Besuch

und ist gegenwärtig darum bemüht,

die Folgen herunterzuspielen (New

York Cyber Times). Fünf Wochen lang

haben sich die Hacker in den Microsoft-

Systemen umgetan – Microsoft behauptet

nun, die Hacker seien

währenddessen permanent beobachtet

worden. Es sei kein Schaden entstanden.

Ziel der Hacker sei der Source-Code

für ein gegenwärtig in der Entwicklung

befindliches Programm gewesen,

das in keiner Weise beschädigt worden

sei. Dennoch ist die Situation heikel: Im

Falle eines Hacker-Besuches bei bereits

am Markt befindlichen Programmcodes

hätten die Hacker problemlos legitim

erscheinende Produktversionen auf

den Markt bringen können, in die sie

beispielsweise Viren hätten einfügen

können. Da die Hacker erst nach ein

bis zwei Tagen anhand neuer User

accounts entdeckt wurden, blieb ihnen

entsprechend unbeobachtete Zeit. Der

Zugang ist den Hackern mittels eines

Virus namens QAZ gelungen. Ähnliches

ist zuvor auf den Webseiten der World

Trade Organisation geschehen.

Ja Nein Unsicher

Quelle: PASS Studie Finanzportale


05

PASS News

online

PASS auf der

European

Banking Fair

PASS stellte erstmals auf der European

Banking Technology Fair in Frankfurt

aus. Die Fachmesse wies vom 31.10. bis

2.11. noch stärker als früher auf neue

Technologien, Visionen und Entwicklungen

in der Finanzdienstleistungsbranche

hin. Unter dem Motto "Project

Professionals for e-finance solutions

creating your success" präsentierte

PASS die Themen

◆ Banking (Innovative Beratung zu

International Banking, Börsensystemen,

Custody Services etc.)

◆ Private Finanzplanung (Optimierung

des Beratungsprozesses durch innovative

Finanzberatungs-Instrumente)

◆ e-Business (eFrame, das PASS

e-Business Komponenten-Set)

◆ e-Knowledge (PASS e-Knowledge

Architecture und das KORDOBA

DWH)

Der PASS-Unternehmensbereich Finanzberatungsinstrumente

demonstrierte

auf der Fachmesse, wie seine

Consultingleistungen und Erfahrungen

aus erfolgreich umgesetzten Projekten

zum Thema „beratungsunterstützende

Systeme“ als innovative Lösungen für

die Optimierung der Beratungsqualität

von Finanzdienstleistern und für das

Thema Financial Planning eingesetzt

werden können.

PASS KORDOBA DWH:

Entscheidungsunterstützung

für

KORDOBA

PASS stellt das innovative KORDOBA

Data Warehouse vor. Das KORDOBA

DWH öffnet die bei vielen Banken etablierte

Standard-Banking-Software

KORDOBA erstmals für die Möglichkeiten

der Entscheidungsunterstützung.

Das KORDOBA DWH ist eine Entwicklung

des Unternehmensbereiches PASS

e-Knowledge im Auftrag der Bethmann

Bank. Es bietet den Anwendern

eine Fülle neuer Möglichkeiten:

◆ Erfüllung aller adhoc Informationsbedürfnisse

(Marketing-, Vertiebs-,

Kunden- und Produktsteuerung

sowie Controlling)

◆ Standardreporting für das interne

und externe Berichtswesen

◆ Direktzugriff von Businessanwendern

ohne Programmierung

◆ Zentraler, integrierter Informationslieferant

für alle Frontoffice-Systeme

(CRM, SFA, Database Marketing,

Enterprise Performance, Measurement,

Balanced Scorecard, etc.)

◆ Basis für analytisches CRM (Kundensegmentierung,

Sales Recommendation

Engine, Cross-Selling Design,

Ermittlung von Kundenpotential, etc.)

◆ Komponentenbasierte Architektur

(dedizierte Konfiguration für

individuelle Anforderungen)

profi4project.com

der innovative PASS Profilund

Informationsdienst

Die PASS Consulting Group hat in diesem

Jahr die PASS Partner Consulting

AG (PPC AG) gegründet. Ihr Kern ist ein

Partner-Modell für Freiberufler, denen

eine optimale Organisationsstruktur

geboten wird. In profi4project.com

bündelt die PPC AG nun ihre Services

für Freiberufler auf Internet-Basis.

profi4project.com wird sukzessive zu

einem personalisierbaren Freiberufler-

Portal ausgebaut. Neben dem PASS IT-

Projekte-Angebot, dem PASS Partner-

Konzept und einem Magazin mit

Branchen-News werden in Kürze weitere

Services angeboten, beispielsweise

Einstiegs-Szenarien in die Freiberuflichkeit,

Erfahrungsberichte und Branchen-/

Veranstaltungs-Termine. Ferner werden

kooperierende Dienstleister Business-Services

für Freiberufler anbieten.

PASS Consulting

(Region West) GmbH:

Neue Adresse

und „eXplorations“

Die PASS Consulting Group Region

West zieht in neue Geschäftsräume

in der Jägerhofstrasse in Düsseldorf.

Die neue Anschrift lautet

Jägerhofstr. 19-20

40479 Düsseldorf

Am 17.11.2000 wurde die neue Geschäftsstelle

mit dem PASS-Technologie-Tag

"eXplorations" vorgestellt,

auf dem in mehreren Vorträgen aktuelle

Themen aus e-Business und m-

Commerce dargestellt werden. Wir

berichten in der nächsten PASS AGE.

PASS Consulting

Corporation:

200%

Wachstum in den USA

mit durchschlagendem

Erfolg in der

Touristikbranche

Die PASS Consulting Corporation, das

US-amerikanische Mitglied der PASS

Consulting Group, erreicht in diesem

Jahr ein Wachstum von 200 %. Insbesondere

der große Erfolg des PASS

XML Transaction Server (XML TS) bei

Airlines und in der Buchungsbranche

hat zu diesem Erfolg beigetragen.

Der PASS XML TS ist ein innovatives

XML/XSLT-Datenkonvertierungstool,

das Legacy-Systeme e-Business-fähig

macht (siehe den Artikel in diesem

Heft). Erstmals ist es möglich, heterogene

Daten weltweit über nur eine

einzige Stelle zu patchen. Der XML TS

eignet sich in idealer Weise für die

Unterstützung moderner Unternehmensstrategien

im e-Business-Bereich,

und auch für moderne Unternehmensstrukturen

bietet der XML

TS große Vorteile: Partnering ist ein

zentrales Erfolgsrezept für zukunftsorientierte

Unternehmen. Partnerunternehmen

müssen nun nicht mehr

eine Vielzahl verschiedener Schnittstellen

nutzen, um ihre heterogenen

Systeme kommunikationsfähig zu

machen.


10

XML - Neue Wege des Datenaustausches

XML ist eines der Themen mit überragender Markterwartung in der

IT. Ob als Datenaustauschformat, als Schnittstellenbeschreibungssprache,

als Kommunikationsprotokoll oder für die Verlinkung von

Content, die Einsatzbereiche von XML sind sehr vielschichtig.

Als ein weiteres Einsatzgebiet für XML werden seit einiger Zeit

XML-Datenbanken diskutiert, die es ermöglichen, XML-Dokumente

in persistenten Speichermedien abzulegen. Auf der einen Seite sind

es die klassischen Datenbankanbieter,

die über Erweiterungen

(Extensions)

XML-Funktionalität ihrer

Datenbanken hinzufügen,

auf der anderen Seite

versuchen Anbieter, eigene

XML-Datenbanken mit

SQL-Gateways am Markt

zu positionieren.

Tamino XML Datenbank

für e-Business-Lösungen

Relationale Datenbankmanagementsysteme (RDBMS) haben beim

Speichern von XML-Objekten Nachteile, da das auf Tabellen basierende

Datenmodell für die hierarchische, komplex verschachtelte

Baumstruktur von DOM (Document Object Model)-Bäumen nicht

geeignet ist. Ein RDBMS ist gezwungen, diese XML-Objekte in mehrere

Tabellen und Spalten zu separieren (bzw. das komplette Dokument

als eigenen Datentyp "als Ganzes" abzuspeichern).

Mit Tamino ("Transaction Architecture for the Management of Internet

Objects") präsentiert die Software AG im Wettbewerb zu

den Anbietern mit XML-Erweiterungen einen Datenbankserver, der

vollständig auf XML basiert. Im Rahmen der Innovationssichtung

wurde dieses Produkt über einen Zeitraum von vier Wochen vom

PASS F&E-Bereich auf Einsatztauglichkeit hin evaluiert.

Anwendungsgebiete:

Tamino wird vom Anbieter nicht als direkter Wettbewerber zu relationalen

Datenbanken positioniert, sondern in Ergänzung zu den

bereits etablierten Produkten von IBM, Oracle oder MS. Überlegungen

für den Einsatz eines solchen Tools ergeben sich aus der Projektsituation:

Liegt ein bestehendes Datenmodell gemäß 3NF vor, so

wird für die Datenhaltung in aller Regel auch ein RDBMS das bevorzugte

System sein (dies trifft ebenfalls zu, wenn Kriterien wie

Sicherheit oder der Reifegrad der Technologie eine sehr wichtige

Rolle spielen). Kann die Business-Logik der Applikation in Form von

XML-Dokumenten dargestellt werden, ist die Darstellung der

Datenelemente der Applikation in hierarchischer Form geeignet

und ist die Komplexität der Anwendung überschaubar, so kann der

Einsatz einer XML-Datenbank eine interessante Alternative zum

Einsatz einer RDBMS sein, da auf das Mapping der Dokumente in

eine relationale Struktur und umgekehrt verzichtet werden kann.

Andreas Rinner

PASS Consulting Group / Bereich F&E

Vendorenneutraler

Standard für

XML-Services:

Transaction Authority

Markup Language (XAML)

Führende Anbieter von e-Business Interoperability-

Technologien wie IBM, Oracle und Sun haben eine

Initiative angekündigt, in deren Rahmen sie einen

Vendoren-neutralen Standard zur Koordination und

Verarbeitung von online-multi-party-Transaktionen

innerhalb des rapide wachsenden Marktes von XMLbasierten

Web-Services schaffen wollen. Diese Initiative

wird XAML genannt – "Transaction Authority

Markup Language". XAML richtet sich an die koordinierte

Verarbeitung von transaktionsunterstützenden

Web-Services zwischen internen Ausführungsdiensten

und externen Services, etwa einer Versicherung

zum fristgerechten Shipping, einem Finanzierungsservice

gemäß den Richtlinien des jeweiligen Händlers,

einem Transportservice und einem Service, der

die Sicherheitsrichtlinien der jeweiligen Nationalrechte

berücksichtigt.

Interessante Links

zum Thema XML

◆ www.xml.com

◆ www.oasis-open.org/

cover/sgmlnew.html

Java XML-basiertes Messaging-

System für

B2B

Sun Microsystems haben das sogenannte "M Project"

angekündigt, den Prototypen eines XML-basierten

Messaging-Systems, das man bis dato auf eigenes Risiko

nutzen kann. M-Project ist Teil eines gegenwärtig

entwickelten Projekts im Rahmen der ebXML Initiative

des Java Community Process JSR-000067 "Java

APIs for XML Messaging 1.0 (JAXM)". JSR-000067 erarbeitet

ein API für Packaging und Transport von Geschäftstransaktionen,

es verwendet die von

ebXML.org, OASIS, W3C sowie IETF definierten onthe-wire-Protokolle.

Das Hauptziel der Entwicklung

ist gegenwärtig, einen Prototypen als Diskussionsbasis

für ein B2B-Messaging-System zu schaffen. Entsprechende

B2B-Szenarios beinhalten zwei oder mehr

Geschäftseinheiten, die via Internet (TCP/IP) miteinander

kommunizieren. So sollte ein Java-Entwickler in

der Lage sein, problemlos mit anderen Geschäftsprozessbeteiligten

zu kommunizieren, die sich an die

ebXML-Spezifikationen halten. Gegenwärtig sind

diese Spezifikationen allerdings noch nicht endgültig

verabschiedet. Daher legt Sun Wert auf den Testcharakter

der M-Project-Anwendung.


11

Neuer Standard für

optimierte Kundenservices

im e-Business

Das Customer Profile Exchange Network (CPExchange) hat nun den überarbeiteten

Customer Profile Exchange Standard veröffentlicht, den ersten weltweiten

Standard für Privacy-Kunden-Datenaustausch. Der in Version 1.0 127 Seiten starke

Standard ermöglicht wesentlich erweiterte Kundenservices im e-Business. Der

neue Standard automatisiert Tasks und bindet die e-Economy wesentlich stärker

zusammen: er integriert Online- und Offline-Kundendaten in einem XMLbasierten

Datenmodel zur Nutzung innerhalb verschiedener Unternehmensanwendungen

sowohl auf dem Web als auch rein

unternehmensintern. Die Definition der CPExchange 1.0 XML

Messages basiert auf einem Satz von DTD-Dateien. Es gibt

individuelle DTDs für verschiedene Kategorien von Informationen.

XML News

online

Auf dem Weg

zum digitalen

Publikationsrecht

Das technische Kommitee der Electronic

Book Exchange (EBX) Working

Group hat den Entwurf für den Standard

zu den digitalen Rechten vorgelegt,

mit dem "das Copyright für elektronische

Bücher und für deren

Vertrieb zu Verlagen, Händlern, Geschäften,

Büchereien und Kunden" geregelt

wird. Die EBX Working Group ist

eine Organisation von Unternehmen,

weiteren Organisationen und Einzelpersonen,

die sich um die rechtliche

Standardisierung in diesem immer

wichtiger werdenden Bereich

bemühen. Der neu vorgelegte Entwurf

behandelt eine Vielzahl von Publikationsvarianten

und -formaten, darunter

Open eBook Structure und Adobe PDF.

Das EBX-System selbst definiert technische

Aspekte der e-Bücher sowie deren

Vertriebs- und Publikationswege; es

definiert kein klassisches Content-

Dateiformat, aber definiert "Quittungen"

– sogenannte "vouchers" -, die in

XML kodiert sind: Diese Vouchers sind

gewissermaßen die elektronischen Beschreibungen

von Erlaubnissen zur

Übertragung von Büchern im Web von

einem Buchbesitzer zum anderen.

IBM's XML Bridge

for SAP

Die neue Java-basierte Server-Applikation

"XML Bridge for SAP" dient der

XML-Integration zwischen SAP R/3-Systemen

auf der einen und SAP R/3 oder

non-SAP-Systemen auf der anderen Seite.

Um dies zu gewährleisten, wurden

bei der Entwicklung zwei Punkte besonders

beachtet: XML wurde als Datenformat

genutzt, und das Design

sollte offen sein für alle möglichen Arten

von Transmissionsinfrastrukturen.

Eine generische Infrastruktur wurde

aufgesetzt, um Plugging in verschiedenen

Infrastrukturen für den XML-Austausch

zu unterstützen. Dies ermöglicht,

die Bridge soweit auszudehnen,

dass beliebige Middleware-Systeme für

die Transmission genutzt werden können.

Die Standard-Plug-Ins decken

HTTP und MQ-Serie ab. Die Bridge wurde

designed, um synchrone, asynchrone

und transactional RFCs, BAPIs und

IDocs zu unterstützen. Die XML Bridge

for SAP unterstützt sogenannte inbound-

und outbound-Szenarios, d.h.

Calls von außen in ein SAP R/3-System

und von einer Anwendung, die innerhalb

des SAP R/3 Application Servers

läuft, nach außen.

Neue

XML-Spezifikation

Die neue "Canonical XML Version 1.0

Candidate Recommendation" wurde

im Oktober präsentiert. Die Pre-Version

ist sehr stabil. Ein Auszug aus der Dokumentation:

"Jedes XML-Dokument

ist Teil eines Sets von XML-Dokumenten,

die innerhalb eines Applikationskontexts

logisch äquivalent sind, aber

in der physikalischen Repräsentation

variieren, was sowohl auf syntaktischen

Veränderungen beruhen kann, die im

Rahmen von XML 1.0 zugelassen sind,

als auch auf veränderten Namespaces

in XML-Names. Diese Spezifikation beschreibt

eine Methode zur Erzeugung

einer physischen Repräsentation – der

"kanonischen Form" – eines XML-Dokuments,

das für Modifikationen in

Frage kommt. Mit Ausnahme von Einschränkungen

in einigen wenigen Sonderfällen

gilt: Wenn zwei Dokumente

dieselbe kanonische Form haben, dann

sind die beiden Dokumente logisch

äquivalent innerhalb des gegebenen

Applikationskontexts."


12

Innovation News

online

LExIKON ermöglicht

Quantensprung

bei der Internetsuche

Nano-

Schalter

Die Verkleinerung elektronischer Mechanismen auf Nanoebene

ist eine zentrale Voraussetzung für die Supercomputer

der Zukunft und für eine Fülle weiterer Möglichkeiten

wie etwa Mikrorobotik. Britischen Wissenschaftlern ist es jetzt

gelungen, eine elektrische Verbindung auf Molekülebene herzustellen.

Sie baut sich selbst auf und eignet sich auch als

Schalter. Dies ist ein großer Schritt nach vorn, denn insbesondere

die Verbindung mikroelektronischer Bauteile ist ein

akutes Problem der Nano-Technologie. Forscher an der

Liverpool-University konnten nun sechs Nanometer

durchmessende Goldklümpchen mit organischen

Molekülen verbinden, die sowohl Strom

leiteten, als auch als Schalter wirkten.

(Quelle: Nature 11/2000).

4. Darmstädter

XML-Kongress

XML ist inzwischen nicht mehr aus den

verschiedenen Bereichen Web-basierter

Anwendungen wegzudenken. Der vor

zwei Jahren etablierte XML-Standard

des World Wide Web Konsortiums

(WC3), der Normenstelle des Internet,

hat zu einem ungeheuren Boom dieser

Sprache geführt. Am 6. Dezember findet

in Darmstadt zu diesem Thema der

4. Darmstädter XML-Kongress statt.

Einige Vortragsthemen sind unter

anderem:

◆ „XML-Datenaustausch für Inhalte

und Transaktionen in Handelsketten“

◆ „XML und Datenbanken im Gesundheitswesen“

◆ „Datenmanagement im Book-on-

Demand Workflow“

Mit dem exponentiellen Anwachsen

der Adressen und Informationen auf

dem Web wird die gezielte und

flächendeckende Recherche immer

schwieriger. Oft muss auf

mehrere Suchmaschinen

zurückgegriffen werden,

die zudem

meist nur nach

Stichworten und

nicht nach Kontext

recherchieren

können.

LExIKON ist

der Name eines

Verbundprojektes

unter

der Leitung des

Deutschen Forschungszentrums

für

Künstliche Intelligenz (DF-

KI), das mit Förderung durch

das Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie (BMWi) einen neuen

Weg einschlägt: HTML-Dateien enthalten

immer auch Strukturinformationen,

die nun für die Suche genutzt

werden können. Innerhalb eines Jahres

sollen erste Prototypen dieses lernfähigen

Programmes entstehen. Insbesondere

das Engagement der Bayerischen

Hypo- und Vereinsbank AG sorgt dafür,

dass LExIKON auch den Ansprüchen

global agierender Großunternehmen

gerecht wird.

(Quelle: Deutsches Forschungszentrum für

Kunstliche Intelligenz GmbH)

Weitere Informationen unter

http://LExIKON.dfki.de

Neues e-Business-

Innovationszentrum

der Fraunhofer-Gesellschaft

Das neu gegründete Electronic Business

Innovationszentrum der Fraunhofer-

Gesellschaft konzentriert die Kompetenzen

von fünf Fraunhofer-Instituten

im e-Business-Bereich. Ziel des Innovationszentrums

ist die Unterstützung bei

der Einführung von e- Business-Anwendungen

mit innovativen Lösungen und

Beratung.

(Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft).

Weitere Informationen unter

http://www.e-business.fhg.de.

Weitere Informationen unter

http://www.zgdv.de/awf

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