Lockjagd: Lernort Dorfteich

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Lockjagd: Lernort Dorfteich

Foto: W. Nagel

14 9/2007

Jagd auf die Stockente

Lockjagd: Lernort Dorfteich

Klaus Weisskirchen hat seit 1961

seinen Jagdschein, beschäftigt sich

intensiv mit der Lockjagd, unterrichtet

sie und kreiert Lockinstrumente.

Wer einen Teich

oder ein stilles Gewässer

im Revier

hat, der fi ebert schon dem

1. September entgegen: Es ist

wieder Entenjagd angesagt.

Einige Jäger verlegen ihre erste

Entenjagd allerdings vernünftigerweise

in den Oktober,

da die Jungenten etwas

reifer werden und dann das

Rupfen leichter fällt.

Wer sich für die Lockjagd entscheidet,

sollte eine deutlich bessere

Tarnung anstreben als dieser Entenjäger

hier.

Die Lockjagd ist eine der schönsten Jagdarten, ob auf Rehwild, Fuchs oder, wie hier

beschrieben, auf Enten. Klaus Weisskirchen erlebt in seinen Seminaren allerdings

immer wieder, dass das richtige Anwenden des Lockers einige Vorkenntnisse erfordert.

Sein Tipp: Ein Spaziergang zum Dorfteich mit einem offenen Ohr für die natürlichen

Geräusche von Enten.

Bei einer Gesellschaftsjagd

auf Enten ist diesiges und

windstilles Wetter wünschenswert,

da die Vögel in

niedriger Höhe und etwas unvorsichtiger

in das Gewässer

einfallen. Bei klarem Wetter

kreisen Enten, die schon seit

1. September beschossen werden,

hingegen in größerer

Höhe vorsichtig über ihrem

auserwählten Schlafplatz.

Eine falsche Bewegung von Jäger

und Hund oder mangelnde

Deckung lassen sie sofort

weiter streichen.

Deshalb ist die Tarnung bei

der Lockjagd das A und O.

Wenn auch Tarnkleidung für

manche Jäger fremd ist, sie erfüllt

doch voll ihren Zweck. Es

gibt für das Flugwild nichts

Auffälligeres als einen einfarbig

dunkelgrünen Batzen am

Gewässerrand.

Wer sich für die Lockjagd auf

Enten entschieden hat, sollte

sich also vergewissern, dass

seine Mitjäger und Hunde so

platziert sind und so gedeckt

oder getarnt sitzen oder stehen,

dass sie nicht schon von

Weitem für die Enten als

Fremdkörper zu erkennen

sind. Den größten Erfolg hat

der Entenlockjäger, wenn er

mit nur einem oder zwei

Freunden am Wasser steht.

Hierbei hat er die Tarnung und

Verhaltensweise der Schützen

gut im Griff. Ein absolut ruhiger

Hund ist natürlich eine

weitere Voraussetzung.

Kommen nun in der Abenddämmerung

der oder die ersten

„Späher“ hoch gestrichen,

kann man mit dem Locken beginnen.

Wenn ich allerdings auf meinen

Seminaren die anwesen-

den Jäger frage: „Wie würden

Sie den Entenlocker bedienen“,

bekomme ich zu 80 Prozent

falsche Antworten. Keinesfalls

darf man mit dem

Locker ein lang gezogenes

„Quaaak, quaaak, quaak“ erzeugen,

weil es ein Warnlaut

ist. Wenn die Schlafplatz suchenden

Späher oder Schofe

diese Strophe hören, quaken

sie zurück und geben damit

das Zeichen zum Durchstarten

oder Abdrehen an andere Enten

weiter. Nur ein kurzes und unregelmäßig

ausgestoßenes

„Quack, quag, gag“ sagt kreisenden

Enten, dass die Welt unter

ihnen in Ordnung ist. Diese

Lautäußerung stoßen normalerweise

eingefallene Enten aus,

wenn sie sich auf dem Wasser

den besten Schlafplatz suchen

oder darum streiten. Das ist für

die Enten in der Luft das Signal


„Keine Gefahr“. Platziert man

außerdem ein paar Lockenten

auf dem Wasser, lassen sie sich

auch optisch täuschen und zum

schnellen Einfallen verleiten.

Ich selbst vertreibe seit Kurzem

einen Entenlocker mit

Gummischlauch, denn beim

einfachen Schütteln dieses Instrumentes

mit der Hand

kann auch ein wenig geübter

Jäger nichts falsch machen.

Auch ein Entenlocker aus

Holz eignet sich gut, wenn

man das Instrument beherrscht.

Man sollte nicht fest

hinein blasen sondern in ganz

kurzen Abständen und unregelmäßig

die Atemluft leicht

hineinstoßen. Mit dem Öffnen

Autor Werner Krausser ist Betriebswirt,

Jäger und Jungjägerausbilder

und betreibt mit seinem Bruder ein

Waffen-Fachgeschäft in München.

A

m 1. September geht

die Jagd auf die Stockente

auf. Wer an Gewässern

jagen möchte, muss

dazu seit diesem Jahr allerdings

bleifreie Munition verwenden.

Um mit Ihrer Flinte

weiterhin alle Schrotgrößen

schießen zu können, müssen

Sie sie neu beschießen lassen.

Da es sich hier nach Auskunft

des Beschussamtes München

um eine sehr „heftige“ Prüfung

handelt, ist der Neubeschuss

für ältere Flinten nicht

empfehlenswert. Bei Flinten

des Baujahrs um 1990 und

jünger mit einem maximalen

Choke von ½ mit verstärktem

V-Beschuss sollten jedoch keine

Schwierigkeiten auftreten.

Die Kosten betragen pro Lauf

rund 15 €.

Daneben kann aus jeder normal

beschossenen Flinte

Weicheisenschrot bis zu einem

bestimmten Durchmesser

verwendet werden. Bei

Flinten Kaliber 12 liegt das

und Schließen der Handmuschel

kann man die Töne zudem

variieren, so dass man

nicht nur eine, sondern mehrere

Enten imitieren kann.

Der beste Lehrmeister ist ein

Besuch an einem Dorfweiher.

Dort hört man das aufgeregte

Geschnatter in der

Natur. Als zukünftiger

Lockjäger kann man sich die

Töne unbewusst einprägen

und dann bei der Jagd imitieren.

Bei allen Lockarten auf die

verschiedenen Wildarten ist

unbedingt zu vermeiden,

dass das zu bejagende Wild

eine Verbindung zwischen

den Lockrufen und dem

Maximum bei 3,25 mm, bei

Kaliber 16 bei 3,0 mm und bei

Kaliber 20 bei 2,6 mm.

Allerdings hat die Sache einen

Haken: Weicheisen ist erheblich

leichter als Blei und damit

weniger leistungsfähig.

Um die gleiche Wirkung wie

mit Blei zu erzielen, müssen

Sie die Weicheisenschrotgröße

um zwei Nummern höher

wählen als üblich. Wollen Sie

also eine Wirkung wie von

2,7 mm Bleischrot erreichen,

müssen Sie 3,2 mm Stahlschrot

verschießen. Auf Enten

ist dies in Kaliber 12 gerade

noch ausreichend. Waffen in

Kaliber 16 und 20 sind unter

diesen Umständen aber bereits

nicht mehr für die Jagd

auf Wasserwild geeignet.

Weiterer Nachteil der Weicheisenschrote

ist, dass sich die

maximale Schussentfernung

auf circa 30 Meter herabsetzt.

Auch muss der Schütze sehr

diszipliniert schießen, da sich

Weicheisenschrote nicht deformieren

und so das Hintergelände

erheblich gefährden

können. Die Firma Rottweil

fertigt diese Patronen auch in

„High Velocity“ (HV). Achtung:

Nur zum Verschießen aus

Waffen mit verstärktem Beschuss.

Eine weitere Alternative sind

Wismuthschrotpatronen. Ihre

Leistung entspricht der von

Bleischrot, und sie können aus

allen Waffen und Würgeboh-

Menschen

sowie der von

ihm ausgehenden

Gefahr herstellt.

Die nicht erlegten Enten

merken sich sonst den

Zusammenhang.

Bei der Lockjagd stehen die

Chancen 50 zu 50. Macht der

Jäger den kleinsten Fehler,

überlebt das Wild. Kann der

Bleifrei auf den Entenstrich

Lockjäger das Wild überlisten,

ist er der Gewinner. Auf diese

Weise kann man jagdliche

Freude bis zum Zufrieren der

Gewässer erleben.

● Weitere Informationen und

verschiedene Lockinstrumente

bei Klaus Weisskirchen,

Tel.: 0911/7661910, E-mail:

klaus.weisskirchen@web.de

Internet: www.

weisskirchen-lockjagd.de

rungen verschossen werden. Die weiteren auf dem Markt

Nachteil ist, dass sich die erhältlichen Patronen, wie

Schrote zerlegen und bei Kno- Zink, Thungsten oder Remingchentreffern

sogar in kleinste ton Heavy Shot stellen keine

Bestandteile aufl ösen. Auch ist Alternative dar. So kann man

der AZ Preis Testwochen_Waffen von über 1,20 € Koch pro 23.07.2007 nur auf neue 17:51 Entwicklungen Uhr Seite 1

Patrone relativ hoch.

der Industrie hoffen. W. Krausser

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Foto: S. Morsch, www.fotonatur.de

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