Positionen, Aktuelles - Unternehmerverbände Rhein-Wupper

unternehmerverbaende.rhein.wupper.de

Positionen, Aktuelles - Unternehmerverbände Rhein-Wupper

Bundestagswahl 2013 kompakt

Positionen der Parteien und des BDI zur Wahl


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

1

Vorwort

Am 22. September 2013 wählen die Bürgerinnen und Bürger die Abgeordneten des 18. Deutschen Bundestages und

setzen damit die Weichen für wichtige politische Entscheidungen der nächsten Jahre. Die Parteien haben in den vergangenen

Wochen mit ihren Wahlprogrammen der Öffentlichkeit ihre politischen Pläne für die nächsten vier Jahre präsentiert.

Etwa ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes wird von der Industrie und den industrienahen Dienstleistern erwirtschaftet.

Damit leistet die deutsche Industrie einen zentralen Beitrag zu Wirtschaftswachstum, guter Beschäftigungslage, hohen

Steuereinnahmen und stabilen Sozialsystemen.

Es wäre unverantwortlich, wenn das riskiert würde, was uns in Deutschland diesen Wohlstand erst ermöglicht: die

deutsche Industrie. Deutschland muss als Innovations- und Investitionsstandort erhalten und auch attraktiver werden.

Dazu bedarf es eindeutiger und langfristiger, vorhersehbarer wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen, auf die deutsche

Unternehmen bauen können. Ein Rückgang der Investitionen – wie in den vergangenen Jahren beispielsweise in der energieintensiven

Industrie zu beobachten – kann sich Deutschland nicht leisten. In den Wahlprogrammen thematisierte neue

Belastungen würden im Ergebnis Wachstum und Beschäftigung gefährden.

Mit seiner Entscheidung am 22. September wird der Wähler ein deutliches Signal auch für die deutsche Industrie setzen.

Viele Rahmensetzungen haben direkte oder auch indirekte Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Es ist wichtig, dass alle Gesetzesinitiativen der 18. Wahlperiode konsequent daraufhin überprüft werden, ob sie

tatsächlich die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erhalten und stärken.

Wir haben uns zu 22 politischen Themenkomplexen positioniert und stellen diesen Positionen die Vorschläge und Ideen

der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien gegenüber. Dazu haben wir aus den jeweiligen Wahlprogrammen die zentralen

Aussagen extrahiert. Denn nur ein Blick in die politischen Einzelthemen und den jeweiligen Wortlaut zeigt, wer sich

für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie einsetzt und wer neue Belastungen plant. Wir werden die Parteien

kritisch daran messen, ob ihre Positionen und dann nach dem 22. September auch ihre Handlungen der Bedeutung und

den Bedürfnissen der deutschen Industrie gerecht werden

Dr. Markus Kerber

Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.


2 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

3

Inhaltsverzeichnis

Überwindung Staatsschuldenkrise in Europa ...................................................................................................................................... 4

Europapolitik .............................................................................................................................................................................................. 6

Finanzmarktregulierung ............................................................................................................................................................................ 8

Haushalt ...................................................................................................................................................................................................... 10

Steuerpolitik ............................................................................................................................................................................................... 12

Energiepolitik ............................................................................................................................................................................................. 14

Klimapolitik ................................................................................................................................................................................................ 16

Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik ...................................................................................................................................................... 18

Arbeitsmarkt ............................................................................................................................................................................................... 20

Mittelstand und Familienunternehmen ................................................................................................................................................ 22

Rechtspolitik ............................................................................................................................................................................................... 24

Globalisierung und Welthandel .............................................................................................................................................................. 26

Internationale Märkte .............................................................................................................................................................................. 28

Entwicklungszusammenarbeit ................................................................................................................................................................ 30

Forschung, Innovation und Technologie .............................................................................................................................................. 32

Telekommunikation und Internet .......................................................................................................................................................... 34

Verkehrspolitik .......................................................................................................................................................................................... 36

Sicherheitspolitik ....................................................................................................................................................................................... 38

Rohstoffpolitik ........................................................................................................................................................................................... 40

Wettbewerb und Öffentliche Aufträge .................................................................................................................................................. 42

Verbraucherpolitik .................................................................................................................................................................................... 44

Gesundheitswirtschaft und Gesundheitspolitik .................................................................................................................................. 46


4

BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

Überwindung Staatsschuldenkrise in Europa

Stärkung von Euro und Währungsunion +++ vertiefte wirtschafts- und finanzpolitische Integration +++

Wettbewerbsfähigkeit stärken, Staatsverschuldung senken +++ rechtlich verbindliche Umsetzung von

Strukturreformen +++ nachhaltige Wachstumsstrategie aufbauend auf einer starken Industriebasis +++

funktionsfähige gemeinsame Bankenaufsicht, einheitliche Abwicklungsmechanismen für Pleitebanken

mit Haftungskaskade, Harmonisierung der nationalen Einlagensicherungssysteme +++ keine Verwischung

von Geld- und Fiskalpolitik +++ Ablehnung von Eurobonds +++ Ausbau des ESM zu einem

Europäischen Fiskalfonds mit erweiterten Zuständigkeiten

Ablehnung einer europäischen Schuldenunion durch Einführung von Eurobonds +++ Unabhängigkeit

der EZB +++ Europäische Bankenaufsicht bei der EZB für große, systemrelevante Banken +++ Verfahren

für Abwicklung überschuldeter Banken +++ vereinheitlichte Mindeststandards der nationalen Einlagensicherungssysteme,

keine europaweite Einlagensicherung +++ Gelder des Euro-Rettungsschirms

nur bei Arbeitsfähigkeit der europäischen Bankenaufsicht +++ Einhaltung strikter Haushaltsregeln

+++ Umsetzung der Regeln des gestärkten Stabilitäts- und Wachstumspakts und des Fiskalpakts +++

Sanktionen bei Verstößen gegen Grenzwerte des Stabilitäts- und Wachstumspakts +++ Stärkung der

Möglichkeiten für Überwachung und Überprüfung der nationalen Haushalte durch Europäische Kommission

+++ Umschuldungsverfahren für verschuldete Staaten +++ Fokussierung der EU-Fördermittel

auf Wettbewerbsfähigkeit stärkende Projekte

Eine gemeinsame Währung ist ein unverzichtbares Instrument im internationalen Handel und in der

weltweiten Währungspolitik. Wir treten daher für den weiteren Abbau der Neuverschuldung sowie die

strikte Einhaltung nationaler Schuldenbremsen ein. (S. 13)

Gemeinsame Bankenaufsicht für große, grenzüberschreitend tätige Institute; Trennung von Geldpolitik

und Aufsichtsfunktion mit perspektivischer Ausgliederung der Aufsichtseinheit aus der EZB

in eigenständige europäische Aufsichtsbehörde +++ europäische Abwicklungsregeln für Banken,

Einrichtung europäische Abwicklungsbehörde und durch Bankenabgabe finanzierter, europäischer

Restrukturierungsfonds für große Banken +++ im Krisenfall Rückforderung von Boni, Einbehaltung

von Dividenden, Beteiligung der Eigentümer an Verlusten +++ Verschärfung der Regeln für Ratingagenturen;

Einrichtung europäische Ratingagentur +++ europäischer Schuldentilgungsfonds für

alle Mitglieder der Währungsunion mit verbindlichem Schuldenabbau- und Reformplan +++ Ausbau

der Währungsunion zu einer Wirtschafts- und Sozialunion +++ gemeinsame Wirtschaftsregierung

+++ Impulse für nachhaltiges Wachstum durch Europäischen Investitions- und Aufbaufonds +++

Bekämpfung dauerhafter und exzessiver wirtschaftlicher Ungleichgewichte

Wir setzen uns für eine engere Abstimmung der Steuerpolitik der Mitgliedstaaten ein. Verbindliche Steuer-Mindeststandards

für Unternehmensgewinne und Kapitaleinkommen sind nicht nur ein Gebot der fiskalischen

Stabilität, sondern auch unverzichtbar, um fairen Wettbewerb im Binnenmarkt zu ermöglichen. (S. 25)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

5

Ziel Stabilitätsunion, Ablehnung Haftungsunion +++ Ablehnung gesamtschuldnerischer Haftung für

Staatsanleihen der Mitgliedstaaten +++ Unabhängigkeit der EZB +++ Stärkung Bundesbank in EZB

+++ Ablehnung Staatsfinanzierung durch EZB +++ Notwendigkeit von Strukturreformen, keine falschen

Anreize setzen +++ Beibehaltung der eigenen Budgethoheit und Verantwortung für sorgfältiges

Haushalten bei EU-Mitgliedstaaten +++ Europäische Insolvenzordnung für Staaten +++ keine Leistung

ohne Gegenleistung +++ Rettungs- bzw. Kapitalisierungsmaßnahmen für Banken nur bei gleichzeitiger

Mithaftung des betreffenden Sitzstaates +++ ESM keine Dauerlösung

Wir stehen für eine Stabilitätsunion mit soliden Haushalten und Finanzen. Eine Haftungsunion wird es

mit uns nicht geben. (…) Eine gesamtschuldnerische Haftung für Staatsanleihen der Mitgliedstaaten, wie

über Eurobonds oder einen Altschuldentilgungsfonds, lehnen wir Liberalen aus politischen, rechtlichen

und wirtschaftlichen Gründen ab (…). (S. 81)

Befürwortung Europäische Bankenunion +++ gemeinsame Bankenaufsicht mit einheitlichem Regelwerk;

direkte Aufsicht über internationale Banken; Vereinheitlichung der Aufsichtsstandards; Durchgriffs-

und Letztentscheidungsrecht bei Versagen nationaler Aufseher bei Aufsicht über kleine Institute

+++ gemeinsame Mechanismen zur Abwicklung von Krisenbanken +++ gemeinsamer Rahmen für

europäische Einlagensicherungssysteme +++ bankenfinanzierter Rettungsfonds +++ europäischer

Schuldentilgungspakt, finanziert durch Vermögensabgaben in den Mitgliedstaaten +++ Zinssenkungen

durch gemeinsame Kreditaufnahmen +++ gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik, europäische

Solidarunion mit verbindlichen Regeln +++ Regulierung Schattenbanksektor +++ Umbau ESM

in Europäischen Währungsfonds, der Kontrolle durch Europäisches Parlament unterliegt +++ Ziel:

Eurobonds +++ umfassendere Beteiligung des Privatsektors an Krisenkosten +++ Schaffung Staateninsolvenzverfahren

+++ Neues Amt eines EU-Kommissars für Wirtschaft und Währung +++ Regulierung

Ratingagenturen; Schaffung einer von Banken unabhängigen Ratingagentur auf europäischer Ebene

Unser Ziel bleiben Eurobonds, auch wenn sie nicht von heute auf morgen realisierbar sind. Mit Europäischen

Anleihen samt strengen Auflagen gelingt es mit einer gemeinschaftlichen Haftungszusage aller

Mitgliedsstaaten (Eurobonds) am besten, der Vertrauens- und Finanzierungskrise in der Eurozone ein

Ende zu setzen. (S. 57)

Neuausrichtung Währungsunion +++ Beendigung von Kürzungsdiktat und Austerität +++ engere Abstimmung

der Wirtschafts-, Fiskal-, Steuer-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitiken der Euro-Mitgliedsländer

+++ Verpflichtung der Euro-Staaten auf ausgeglichene Handelsströme in Europäischer Ausgleichsunion

+++ Beseitigung der Exportorientierung Deutschlands durch deutliche Stärkung der Binnenwirtschaft

+++ Direktfinanzierung Eurozonen-Staaten durch EZB +++ Gründung europäische Bank für öffentliche

Anleihen +++ Schaffung öffentliche, europäische Ratingagentur +++ Ablehnung Übertragung

Bankenaufsicht auf EZB

Am Anfang jeder Krisenlösung steht: Abbau der Ungleichgewichte, steigende Löhne und sozial-ökologische

Investitionsprogramme, die Nachfrage steigern, Finanzmärkte regulieren und Vermögende besteuern.

(S. 46)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Hans-Joachim Haß

Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Industriepolitik

Telefon: 030 2028-1591

E-Mail: h.hass@bdi.eu


6 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Europapolitik

Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen +++ Stärkung der europäischen Wertschöpfungsketten

+++ Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen +++ Abbau von Handelsbarrieren

im Binnenmarkt und weltweit +++ sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung durch

verstärkte Konvergenz in der europäischen Energie- und Klimapolitik +++ Forschung und Innovation

gemeinsam mit der Industrie als Wachstumstreiber mobilisieren +++ Ausbau der Energie-, Transportund

Breitbandnetze +++ konsequente Anwendung des Wettbewerbsfähigkeitschecks bei allen Vorschlägen

der EU-Kommission

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas +++ „Pakt für Wettbewerbsfähigkeit“ +++ solide Finanzpolitik

+++ Wachstumsförderung durch Strukturreformen in den europäischen Mitgliedstaaten +++

stärkere Ausrichtung der EU-Fördermittel auf wettbewerbsfähigkeitssteigernde Projekte +++ mehr

Investitionen in Bildung, Forschung und Zukunftstechnologien +++ weiterentwickelte gemeinsame

EU-Sicherheitsstrategie und Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit in Europa bis hin zur europäischen

Armee +++ Beitrittsperspektive für Staaten des Westlichen Balkans +++ deutsch-französische

Partnerschaft als Motor Europas +++ Vertiefung Partnerschaft zu Polen +++ Vertiefung der Beziehungen

zwischen EU und Türkei, keine Vollmitgliedschaft

Wir wollen dazu einen Pakt für Wettbewerbsfähigkeit beschließen, in dem die Nationalstaaten sich mit

der Europäischen Kommission auf konkrete Maßnahmen verständigen, um ihre Situation zielgenau zu

verbessern. (S. 14)

Weiterentwicklung zu Wirtschafts- und Sozialunion +++ Vertiefung politische Union +++ gemeinsame,

parlamentarisch kontrollierte Wirtschaftsregierung +++ stärkere Harmonisierung von europäischer

Arbeits-, Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Investitionspolitik +++ gemeinsame Wirtschaftspolitik mit

längerfristig ausgeglichenen Leistungsbilanzen +++gemeinsames Verständnis und konkrete gemeinsame

Zielvorgaben für europäische Wachstumsstrategie +++ Europäischer Investitions- und Aufbaufonds

+++ Projektanleihen, Umschichtung bestehender Strukturfondsmittel, Aufwertung der Europäischen Investitionsbank

+++ Investitionen in Bildung, FuE, Ausbau europäischer Infrastrukturnetze +++ Strukturwandel

EU-Budget +++ Reform der Arbeitsweise der Europäischen Union entsprechend nationalen

Gewaltenteilungsmodellen +++ bei Vertragsreform Berücksichtigung Subsidiaritätsprinzip; Prüfung der

Kompetenzverteilung zwischen nationaler und europäischer Ebene +++ europäischer Schuldentilgungsfonds

aller Mitglieder +++ Einrichtung eines Sozialen Stabilitätspakts +++ stärker vergemeinschaftete,

gemeinsame Außer- und Sicherheitspolitik der EU +++ stärkerer integrierter gemeinsamer Ansatz in

EU-Entwicklungspolitik +++ Fortführung Beitrittsverhandlungen mit der Türkei +++ Beitrittsperspektive

Westlicher Balkan +++ Ausbau Asienpolitik

Dabei wollen wir auch die industrielle Erneuerung Europas auf den Weg bringen. Wir streben einen

Europäischen Investitions- und Aufbaufonds an, der die Finanzierung und Durchführung von europaweiten

Programmen zur Förderung eines nachhaltigen und tragfähigen Wachstums, zur Stärkung der

Binnennachfrage sowie zur Förderung von gerecht entlohnter Beschäftigung verbindlich macht. (S. 26)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

7

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit +++ verstärkte Koordinierung der Wirtschaftspolitik +++ Vollendung

des europäischen Binnenmarktes +++ Stärkung Europas Führungsrolle in Schlüsselbereichen von

Forschung, Technologie und Dienstleistungen +++ Reform der Arbeitsweise der Europäischen Union

+++ bessere Durchsetzung des Subsidiaritätsgrundsatzes +++ Erweiterung der EU bei beitrittsfähigen

Kandidaten und Aufnahmefähigkeit der EU +++ Festhalten an Beitrittsperspektive Türkei +++ EU-Annäherung

Staaten der Östlichen Partnerschaft bei entschlossenen rechtsstaatlichen Reformen +++

Beitrittsperspektive für Westlichen Balkan

Eine verstärkte Koordinierung der Wirtschaftspolitik zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit Europas ist

eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zur politischen Union. Wir wollen den europäischen Binnenmarkt

vollenden (…) und Europas Führungsrolle in den Schlüsselbereichen von Forschung, Technologie

und Dienstleistungen stärken. (S. 78)

Ergänzung Wirtschafts- und Währungsunion um politische Union +++ europäische Industriepolitik für

erneuerbare Energien +++ Stärkung EU-Haushalt mit Prioritätensetzung +++ Integration aller Staaten

des Westlichen Balkans ohne Grenzänderung; Beitrittsabhängigkeit von Fortschritten im Beitrittsprozess;

Etablierung neues Transitionsverfahren +++ ernsthafter Beitrittsprozess mit Türkei +++ Reform

der Arbeitsweise der Europäischen Union +++ Schaffung Europäische Gemeinschaft für erneuerbare

Energien (ERENE) +++ Weiterentwicklung Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen in der Erzeugung Erneuerbarer Energien einen Schlüssel für eine

nachhaltige Wirtschaftsweise und wollen eine wettbewerbsfähige Solarindustrie als industriellen Schwerpunkt

in der EU. Wir wollen eine europäische Industriepolitik für Erneuerbare Energien. Eine solche

Förderung muss auch durch entsprechende Finanzierungsinstrumente zum Aufbau einer schlagkräftigen

Erneuerbare-Energien-Industrie begleitet werden. (S. 52)

Friedliches, weltoffenes und solidarisches Europa +++ gemeinsames Aushandeln von Sozialstandards

+++ grundlegende Reform der EU-Verträge +++ Einführung soziale Fortschrittsklausel +++ Vorrang

sozialer Grundrechte und Tarifautonomie vor Binnenmarktfreiheiten +++ Stärkung der Rechte des

Europäischen Parlaments +++ Anstreben Mindestregeln für europäisches Tarif- und Sozialsystem +++

Abschaffung EU-Rüstungsagentur

Die Europäische Union muss zu einer tatsächlich demokratischen, sozialen, ökologischen und friedlichen

Union umgestaltet werden. Die Vertragsgrundlagen der Europäischen Union sind dafür nicht

geeignet. (S.50)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Bernd Dittmann

BDI/BDA Business Representation Brüssel

Leiter der Abteilung Europapolitik

Telefon: 0032 2 792-1002

E-Mail: b.dittmann@bdi.eu


8 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Finanzmarktregulierung

Banken- und Finanzmarktregulierung mit Augenmaß +++ nachteilige Regulierungsfolgen für Finanzversorgung

und Risikomanagement vermeiden +++ Sicherung der Mittelstandsfinanzierung +++ regulatorische

Unterstützung der Langfristfinanzierung +++ Erhalt des Universalbankensystems, Ablehnung

von überzogenen Eingriffen in die Bankenstruktur +++ Belastungen für die Realwirtschaft durch

Finanztransaktionssteuer vermeiden +++ Überarbeitung der regulatorischen Rahmenbedingungen für

Kreditverbriefungen

Wirksame Regulierung internationaler Finanzmärkte +++ Berücksichtigung der Belange des Mittelstandes

bei Umsetzung von Basel III +++ Kontrolle von Schattenbanken +++ Einführung der Finanztransaktionssteuer

EU-weit, mittelfristig weltweit +++ Abtrennung hochspekulativer Geschäfte

vom Einlagen- und Kreditgeschäft, aber Erhalt des Universalbankensystems +++ Erhalt und Stärkung

der Bankenstruktur mit Genossenschaftsbanken, Privatbanken und Sparkassen +++ Sicherheit der

Verbraucher bei Finanzgeschäften stärken

Wir werden bei der Umsetzung der strengeren Eigenkapitalvorschriften („Basel III“) die Belange des

Mittelstands berücksichtigen. Uns geht es darum, dass die besondere Finanzierungsstruktur kleinerer

und mittlerer Firmen nicht zu Nachteilen bei ihrer Kreditversorgung führt. (S. 19)

Umfassende Finanzmarktregulierung +++ Einführung europäische Finanzmarkttransaktionsteuer

+++ strengere Eigenkapitalvorschriften für Banken, Versicherungen und andere Finanzinstitute +++

Umsetzung Baseler Regelwerk und – wo nötig – Ergänzung, beispielsweise durch flexible Obergrenzen

für die Beleihung von Immobilien +++ Einschränkung des Eigenhandels +++ Trennung Investmentund

Geschäftsbanken +++ Regulierung Schattenbanksektor +++ Bekämpfung Offshore-Finanzplätze

+++ Verbot schädlicher Finanzprodukte +++ Stärkung des Verbraucherschutzes bei Finanzgeschäften

+++ Handel von Derivaten grundsätzlich auf transparenten und geregelten Handelsplattformen +++

Einschränkung Hochfrequenzhandel durch Mindesthaltefristen +++ Unterbindung von Spekulationen

mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen ohne realwirtschaftlichen Bezug

Kein Finanzmarktakteur, kein Finanzprodukt, kein Markt darf in Zukunft unreguliert sein. (…) Vorrang

für realwirtschaftliche Investitionen gegenüber der Spekulation und Rückführung des Finanzsektors auf

seine eigentliche Aufgabe: Dienstleister der Realwirtschaft zu sein. (S. 13)

International strengere Finanzmarktregeln +++ Zusammenführung von Haftung und Risiko +++ national

und international wettbewerbsfähige Institute durch effektive Risikopuffer und Risikomanagementsysteme

+++ Ankauf von Staatsanleihen durch Banken mit Eigenkapital unterlegen +++ Verbesserung

der Aufsicht +++ gemeinsame Europäische Bankenaufsicht: institutionelle Trennung von Zentralbankund

Aufsichtsfunktion +++ Erhalt des Wettbewerbs der verschiedenen Bankensysteme, Geschäftsmodelle

und Branchenstrukturen +++ Stärkung des Universalbankensystems, gegebenenfalls Nachsteuerung

+++ Ablehnung des Zugriffs auf nationale Einlagensicherungsfonds oder Restrukturierungsfonds

+++ Rückzug des Staates aus Landesbanken +++ Weiterentwicklung von krisen- und zukunftsfesten

Rahmenbedingungen für Kapitalmarkt +++ Ablehnung von neuen Steuern im Finanzmarktbereich

Neue Steuern können die Aufsichts- und Regelungslücken im Bereich der Finanzmärkte nicht schließen.

Wir sind gegen Steuermodelle, die Bürokratie schaffen, nicht effektiv erhoben werden können – und am

Ende die Falschen treffen: die Betriebe, die Sparer und die Bürger, die für ihr Alter vorsorgen. (S. 22)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

9

Schulden- und Größenbremse für Banken +++ Langfristig deutlich höhere Leverage Ratio +++ Regulierung

von Schattenbanken +++ Ausweitung der Haftung von Ratingagenturen +++ unabhängige

Europäische Ratingagentur +++ Haftung von Managern, Eigentümern und Gläubigern von Banken,

Versicherern und Fonds +++ i.d.R. teilweise Umwandlung von Bankanleihen in haftendes Kapital

bei Bankenschieflage +++ Umgestaltung des Vergütungssystems im Finanzsektor +++ Trennbankensystem

+++ Tempolimit für Hochfrequenzhandel +++ Finanztransaktionssteuer: Besteuerung aller

Finanztransaktionen – auch außerbörslich, möglichst europaweit +++ Verbot von Investitionen in

Streumunitionshersteller +++ Verbot von Spekulationen mit Nahrungsmitteln +++ Ausbau des Verbraucherschutzes

für Finanzprodukte

Der wichtigste Schritt in Richtung transparenterer und einfacherer Regeln ist eine Schuldenbremse für

Banken. Nur wenn die Eigenkapitalausstattung des Finanzsystems insgesamt ansteigt, sinkt dessen

Anfälligkeit gegen unerwartete Schocks (…) darüber hinaus werden wir in Deutschland wie in Europa

Mechanismen entwickeln, um Großbanken hin zu kleineren Geldinstituten zu führen. (S. 59/60)

Demokratische Kontrolle und Steuerung von Finanzmärkten und Banken +++ Finanzmärkte und

Banken in Dienst der Gesellschaft stellen +++ Vergesellschaftung privater Großbanken, Verkleinerung

von Landesbanken +++ einmalige Vermögensabgabe in Deutschland und allen EU-Staaten; Freibetrag

für Betriebsvermögen +++ Bankenabgabe +++ Finanztransaktionsteuer für jede Finanztransaktion in

Höhe von 0,1 % +++ Bankenabgabe +++ Offenlegung aller Verlustrisiken in den Bankbilanzen +++

Umbau Bankensektor nach dem Modell der Sparkassen und Genossenschaftsbanken +++ Abwicklung

des Investmentbankings als Geschäftsfeld +++ Auflösung bzw. Regulierung Schattenbanken +++ Verfahren

zur Insolvenz und Neustrukturierung; Verlusthaftung Eigentümer und Gläubiger +++ Schaffung

einer Europäischen Ratingagentur +++ Einführung eines Finanz-TÜV +++ Begrenzung von Dispo-Zinsen

auf höchstens 5 % +++ Verbot von Spekulationen mit Nahrungsmitteln

(…) treten wir für eine neue Wirtschafts- und Sozialordnung ein. Der Finanzsektor muss demokratisch

kontrolliert werden. In Zukunft sollen alle Banken dem Gemeinwohl dienen. Deshalb ist es geboten, die

privaten Großbanken zu vergesellschaften. (S. 29)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Hans-Joachim Haß

Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Industriepolitik

Telefon: 030 2028-1591

E-Mail: h.hass@bdi.eu


10 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Haushalt

Priorität für Haushaltskonsolidierung +++ über Konsolidierung mehr Vertrauen in Standort und Märkte

gewinnen +++ positive Ausgangslage: 2014 erneut Rekordsteuereinnahmen erwartet; Tendenz weiter

steigend +++ Deutschland hat kein Einnahme-, sondern Ausgabeproblem +++ Rekordsteuereinnahmen

rechtfertigen keine Steuererhöhungen +++ Schwerpunkt auf mehr Ausgabeneffizienz +++ Ziel:

verstärkte Ausgabendisziplin

Fortsetzung des Konsolidierungskurses und Schuldenabbau +++ Senkung der Gesamtverschuldung

schrittweise auf max. 60 % der Wirtschaftsleistung +++ Verstärken von Investitionen in Bildung, Forschung

und Infrastruktur +++ Stärkung kommunaler Finanzkraft +++ Bekenntnis zu angemessenem

Länderfinanzausgleich und zum Solidarpakt, deshalb Einsetzung einer dritten Föderalismuskommission

zur Neuordnung der Bund-Länder-Beziehungen

Deshalb haben wir die Ausgaben begrenzt, die Schuldenbremse eingeführt und ihre Regeln zum schrittweisen

Abbau der Neuverschuldung von Anfang an eingehalten. Erstmals seit 40 Jahren wollen wir in der

nächsten Wahlperiode einen Haushalt ohne neue Schulden vorlegen. (...) Zugleich wollen wir die Gesamtverschuldung

des Staates schrittweise auf maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung senken. (S. 25/26)

Solide Staatsfinanzen +++ Schaffung von Voraussetzungen für gemeinsame Anleihen von Bund und

Ländern +++ Investitions- und Entschuldungspakt für Kommunen; Einrichtung eines nationalen

Schuldentilgungsfonds für Altschulden Länder und Kommunen +++ Prüfung von Anschlussregeln für

Solidarpakt II im Rahmen der Neujustierung des Länderfinanzausgleichs, ggf. Solidarpakt III für strukturschwache

Regionen ab 2020

Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte rückt mit der Schuldenbremse stärker als bisher in den

Mittelpunkt. Bund und Länder müssen ihren Beitrag dazu leisten. Dabei setzen wir auf den gelebten

Föderalismus und das Prinzip, füreinander einzustehen. (S. 66)

Ausgeglichener Staatshaushalt; Fortsetzung Haushaltskonsolidierung +++ Einstieg in Schuldentilgung

+++ Aufnahme Geldwertstabilität ins Grundgesetz +++ Senkung Staatsquote +++ Befristung

für Beihilfen und Verknüpfung mit festem Abbaupfad; Fortsetzung nur mit Parlamentsbeschluss +++

Subventionsabbau +++ Subventionsbremse für Bundeshaushalt +++ neue Föderalismuskommission:

Reform Bund-Länder-Finanzausgleich, Abbau Doppelzuständigkeiten und Mischfinanzierungen, Ausbau

Finanzautonomie der Länder; stärkere Trennung zwischen Bundes- und Landessteuern

Mit einer „neuen Nachhaltigkeitsformel“, der Sparregel, wollen wir den Weg für eine effiziente und dauerhafte

Sanierung der Staatsfinanzen ebnen. Dazu wollen wir sicherstellen, dass reale Steuermehreinnahmen,

die aus Wachstum entstehen, ausschließlich für Schuldenabbau und Investitionen verwendet

werden. (S. 12)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

11

Steuer-und Haushaltskonzept in Form eines grünen Klimaschutzhaushaltes +++ vielfältige Einsparungen

wie z.B. Abschaffung klima- und umweltschädlicher Subventionen, Steuerbefreiung von Kerosin,

Verzicht auf Rüstungsprojekte, Straffung Beschaffungswesen +++ Einführung Gender-Budgeting +++

Effizienzprüfung für alle staatlichen Ausgabenprogramme +++ Neuordnung Länderfinanzausgleich im

Rahmen Föderalismusreform III; hierbei Schaffung neuer gesetzlicher Grundlage für Erhebung eines

Zuschlags auf Einkommensteuer zum Aufbau Altschuldentilgungsfonds

In Form eines Klimaschutzhaushaltes werden wir ein Steuer- und Haushaltskonzept vorlegen, mit dem

wir die nötigen Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz und Erneuerbare Energien durch den konsequenten

Abbau klima- und umweltschädlicher Subventionen solide und verlässlich finanzieren. (S. 42)

Abschaffung der Schuldenbremse in Grundgesetz und Landesverfassungen +++ Gender-Budgeting +++

Bewahrung Solidarpakt II; Anschlussförderung durch Solidarpakt III für Krisenregionen in Ost und West

Weg mit der «Schuldenbremse«! Das einzige, was diese bremst und zerstört ist die soziale, kulturelle und

demokratische Entwicklung der Gesellschaft. Wir setzen uns ein für ihre Streichung aus dem Grundgesetz

und aus allen Landesverfassungen. (S. 28)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Berthold Welling

Leiter der Abteilung Steuern und Finanzpolitik

Telefon: 030 2028-1507

E-Mail: b.welling@bdi.eu


12 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Steuerpolitik

Rekordsteuereinnahmen bieten Chance für steuerpolitische Strukturreformen +++ Ziel: modernes Unternehmenssteuerrecht

+++ keine ertragsunabhängigen Elemente +++ international kompatibles Steuerrecht

+++ Steuererhöhungen schaden Wachstum und Beschäftigung +++ klare Absage an Vermögensteuern,

Vermögensabgabe, Erhöhung des Spitzensteuersatzes; Finanztransaktionssteuer +++ Industrie

ist Problemlöser und darf nicht durch eine verfehlte Steuerpolitik zum Teil des Problems werden

keine Steuererhöhungen, insbesondere keine Wiedereinführung der Vermögensteuer und Erhöhung der

Erbschaftsteuer +++ Angleichung der Unternehmenssteuern in Europa +++ Abbau der kalten Progression

+++ Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung +++ Verbesserung der steuerlichen

Rahmenbedingungen für Investoren zur Unterstützung junger, wachstumsstarker Unternehmen +++

steuerliche Anreize für Eigenkapitalausstattung bei Mittelstand und Familienunternehmen +++ Deckelung

der Steuerbelastung bei Betriebsübergaben +++ grenzüberschreitende Durchsetzung von Steueransprüchen

+++ international abgestimmtes Vorgehen bei grenzüberschreitender Steuergestaltung +++

Einführung einer Finanztransaktionssteuer

Leistung muss sich lohnen. Wir wollen deshalb die Leistungsträger in der Mitte unserer Gesellschaft

weiter entlasten. Dazu wollen wir die sogenannte kalte Progression abbauen. (...)Eine Wiedereinführung

der Vermögensteuer und Erhöhung der Erbschaftsteuer schadet (…) unserer Wettbewerbsfähigkeit und

vernichtet Arbeitsplätze. (S. 27)

Anhebung Spitzensteuersatz von 42 % bzw. 45 % auf 49% ab 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen

+++ (nationale) Vermögensteuer unter Berücksichtigung besondere Situation Mittelstand,

Personengesellschaften und Familienunternehmen +++ Erbschaftsteuer: Rücknahme von Begünstigungen;

stärkere Kopplung von Begünstigungen an dauerhaften Erhalt von Arbeitsplätzen +++ Erhöhung

Abgeltungssteuer unter Beibehaltung Optionswahlrecht von 25 % auf 32 %; anschließend Ersetzung

Abgeltungssteuer durch synthetische Besteuerung von Kapitalerträgen innerhalb von drei Jahren +++

Rücknahme steuerlicher Privilegien für einzelne Interessengruppen +++ Streichung steuerlicher Subventionen

+++ Weiterentwicklung Gewerbesteuer +++ Einführung Finanzmarkttransaktionssteuer,

auch auf europäischer Ebene +++ Begrenzung steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern +++

Besteuerung von Vermögen in Europa +++ einheitliche Mindeststeuersätze und Mindestbemessungsgrößen

bei Ertrags- und Unternehmenssteuern in der EU

Steuerpolitik ist für uns Gesellschaftspolitik. (...) Dazu wollen wir den Spitzensteuersatz von 42 bzw. 45

Prozent auf 49 Prozent für zu versteuernde Einkommen ab 100.000 Euro bzw. 200.000 Euro bei Eheleuten

erhöhen. (...) Wir werden die Vermögensteuer auf ein angemessenes Niveau heben (…) Wir werden

(…) die von der schwarz-gelben Koalition eingeführten Begünstigungen [Anm.: bei der Erbschaftsteuer]

zurücknehmen (...). (S. 66 - 68)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

13

Senkung Steuer- und Abgabenlast +++ regelmäßige Anpassung Einkommensteuertarif +++ Halbteilungsgrundsatz

ins Grundgesetz +++ Ablehnung von Einführung von EU-Steuern +++ grundlegende Reform des

Einkommen- und Grundsteuerrechts +++ möglichst rechtsform- und finanzierungsneutrale Unternehmensteuer

+++ Abbau des Solidaritätszuschlags bis 2019 +++ Ablehnung Verschärfung des Erbschaftsteuerrechts,

einer Vermögensabgabe bzw. -steuer +++ Vereinfachung der Erbschafts- und Schenkungsteuer +++ Überführen

Gewerbesteuer in kommunales Einkommen- und Körperschaftsteuersystem +++ Abgeltungsteuer:

Heraufsetzung Freibeträge +++ Überprüfung des Systems der Verbrauchssteuern +++ aufkommensneutrale

MwSt-Reform; Soll- statt Ist-Besteuerung +++ wettbewerbsfähige Gruppenbesteuerung +++ steuermindernde

Eigenkapitalverzinsung +++ keine neuen Steuern im Finanzmarktbereich, keine spezifischen Konsumsteuern

Unabhängig von der Höhe der Steuern sparen weitere Vereinfachungen des Steuerrechts Bürgern und

Unternehmen Zeit und Kosten. (…) In diesem Zusammenhang wollen wir insbesondere Pauschalregelungen

einführen, Pauschalen anheben, zu Lasten des Mittelstandes abgeschaffte Pauschalregelungen

wieder herstellen, sowie Berichtspflichten und sonstige Bürokratie reduzieren. (S. 13)

Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 % bei 80.000 Euro +++ Abschaffung MwSt-Ermäßigungen; europäische

Reform der MwSt +++ Abschaffung Abgeltungssteuer +++ einmalig befristete Vermögensabgabe +++

Verdopplung des Aufkommens aus Erbschaftsteuer; Ersetzung der Befreiung von Betriebsvermögen durch gesonderte

Freibeträge und Stundungsregelungen +++ Finanztransaktionssteuer: Besteuerung aller Finanztransaktionen

+++ ökologische Finanzreform +++ länderbezogene Offenlegungspflichten +++ Strafsteuer für Finanztransaktionen

in und aus Niedrigsteuerländern in allen EU-Staaten +++ Doppelbesteuerungsabkommen:

Automatischer Informationsaustausch und Übergang zur Anrechnungsmethode +++ steuerliche Förderung

von KMU: Abschaffung Poolabschreibungen bei geringwertigen Wirtschaftsgütern; Erhöhung Grenze der

Sofortabsetzbarkeit +++ Änderungen der steuerlichen Förderung einbehaltener Gewinne +++ 15 %ige Steuergutschrift

für Forschungsausgaben für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten +++ Reform Grundsteuer

+++ Erhalt Gewerbesteuer +++ CO2-Reform der Kfz-Steuer+++ Besteuerung von Ressourcen

schrittweisen Abbau umweltschädlicher Subventionen (…) Dazu gehört eine Reform der Luftverkehrsteuer,

der Kfz-Steuer und der Besteuerung von Diesel und Heizstoffen ebenso wie eine ökologische

Besteuerung von Dienstwagen und das Streichen von Ausnahmen bei der Ökosteuer. Wir wollen die

ökologische Finanzreform auch auf nicht energetische Rohstoffe ausweiten (…) (S. 77)

Spitzensteuersatz ab 65.000 Euro bei 53 %; Reichensteuer ab 1 Mio. Euro Einkommen bei 75 % +++

Millionärssteuer 5 % auf Privat- und Betriebsvermögen+++ Reform Erbschaftssteuer +++ Finanztransaktionssteuer

+++ Erhöhung Körperschaftsteuer auf 25 % +++ europaweite Vereinheitlichung der Unternehmensbesteuerung

+++ Ausweitung ermäßigter Mehrwertsteuersatz +++ Abschaffung Ausnahmen

und Befreiungen für Industrie bei Ökosteuer und Energieabgaben +++ einmalige Vermögensabgabe in

Deutschland und allen EU-Staaten +++ Abschaffung Abgeltungssteuer +++ Verbreiterung Basis Gewerbesteuer

und Umwandlung in Gemeindewirtschaftsteuer +++ Steuererleichterungen für im Eigentum

der Belegschaft stehende Unternehmen

Für Deutschland fordert DIE LINKE eine einmalige Vermögensabgabe in Höhe von 10 Prozent ab einem

persönlichen Freibetrag von einer Million Euro (bei Betriebsvermögen zwei Millionen Euro), 20 Prozent

ab 10 Millionen Euro, 30 Prozent ab 100 Millionen Euro. (S. 25)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Berthold Welling

Leiter der Abteilung Steuern und Finanzpolitik

Telefon: 030 2028-1507

E-Mail: b.welling@bdi.eu


14 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Energiepolitik

International wettbewerbsfähige Industriestrompreise +++ Überarbeitung des EEG +++ zügiger Ausbau

der Stromnetze +++ Versorgungssicherheit und Netzqualität sicherstellen +++ Smartifizierung der

Verteilnetze +++ Konsistenz der Energie- und Klimaziele auf deutscher und EU-Ebene herstellen +++

europäische Harmonisierung der EE-Förderung +++ engere Abstimmung mit Nachbarländern +++

Gebäudeenergieeffizienzpotenziale nutzen +++ Investitionssicherheit für Gebäudeeigentümer +++

steuerliches Anreizsystem; Verstetigung der KfW-Förderung

Bezahlbare Energiekosten +++ zielgenaue Entlastungen energieintensiver Unternehmen +++ Weiterentwicklung

EEG: keine rückwirkenden Eingriffe in bestehende Anlagen, Erreichung von wettbewerbsfähigen

Preisen für erneuerbare Energien +++ Ausbau der Stromnetze +++ Weiterentwicklung

regionaler Netze zu intelligenten Netzen +++ Beschleunigung des Baus neuer, effizienter Reservekapazitäts-Kohle-

und Gaskraftwerke +++ Entwicklung neuer Speichertechnologien +++ Anteilserwerb von

Bürgern an Netzausbau – „Bürgerdividende“ +++ Verminderung des Energieverbrauchs bei Gebäuden

um 20 % und des Stromverbrauchs um mind. 10 % bis 2020; finanzielle Förderung von Energiesparmaßnahmen;

steuerliche Förderung bei Gebäudesanierung +++ Schaffung eines europäischen Energie-Binnenmarktes

+++ rechtlich bindende Vorgaben für Sicherheit aller Kernkraftwerke in der EU

Unser Ziel ist, dass Deutschland ein wettbewerbsfähiges Industrieland bleibt. Bezahlbare Energie ist

dafür besonders wichtig, gerade für energieintensive Industrien im Wettbewerb mit ausländischer Konkurrenz.

(…) Unternehmen auch künftig zielgenau entlasten, um Nachteile durch unterschiedliche internationale

Rahmenbedingungen bei Steuern und Abgaben auszugleichen. (S. 44)

„Masterplan Energiewende“ +++ Neukonzeptionierung Strompreisbildungssystem +++ grundlegende

EEG-Reform +++ Kohle- und Gaskraftwerke als Brückentechnologie +++ Ausbau und Modernisierung

aller Netze +++ Zusammenführung Übertragungsnetze in „Deutsche-Netz-Gesellschaft“ unter Beteiligung

öffentlicher Hand +++ Erweiterung grenzüberschreitende Kuppelstellen +++ Förderung Speichertechnologien

+++ Einbindung der Bürger durch Beteiligungsmöglichkeiten +++ Industriebefreiung von

Energiesteuern nur bei Nachweis Verminderung Energieverbrauch +++ Ausbau KWK +++ Erhöhung

KfW-Programm energetische Gebäudesanierung; Ausrichtung CO2-Gebäudesanierungsprogramm an

tatsächlich eingesparter Energie +++ Förderprogramme für kleine Unternehmen für energieeffiziente

Geräte und Anlagen +++ Keine Unterstützung des Exports von Atomtechnologie +++ Kostentragung

Atommüll/Rückbau durch „Verursacher“ +++ Bündelung der Kompetenzen in Energieministerium

Der Masterplan wird nach einer umfassenden Konsultation mit den Akteuren der Energiewende aufgestellt

und soll alle wichtigen Aspekte der Erzeugung und Nutzung Erneuerbarer Energien, des Netzausbaus

und der Speichertechnik, der Vorhaltung konventioneller Erzeugungskapazitäten und des Energieeffizienzpotenzials

zusammenführen. (S. 37)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

15

Regelmäßige Überprüfung von Fördermaßnahmen, ggf. Anpassung +++ Senkung Stromsteuer auf

EU-Mindestmaß +++ EEG-Reform: Reformvorschläge nur für Neuanlagen; Ersetzung EEG-Marktprämie

durch degressiven Marktzuschlag auf Börsenpreis mit Unterscheidung nach Technologien, nicht

Anlagengröße; Einführung Mengenmodell +++ EU-Binnenmarkt für erneuerbare Energien +++ verlässliche

Rahmenbedingungen für Investitionen in Reserve- und Ersatzkraftwerke +++ Umsetzung Energie-Effizienz-Richtlinie

nach Anreiz, nicht Zwang +++ Ausbau Bioenergie verstärkt über Nutzung Restund

Koppelprodukte +++ Fortsetzung KfW-Gebäudesanierungsprogramm und steuerliche Förderung

der energetischen Gebäudesanierung +++ ergebnisoffene Suche für Endlagerstandort +++ Bündelung

Energieerzeugung und -versorgung zentral bei Bundeswirtschaftsministerium

Ausnahmen von EEG-Umlage und Stromsteuer für energieintensiv produzierende Unternehmen, die im

internationalen Wettbewerb stehen, sind zur Sicherung von Beschäftigung und Wirtschaftswachstum

am Industriestandort Deutschland unverzichtbar. (…) Das wichtigste Ziel ist jedoch die Begrenzung der

Kosten der Energiewende insgesamt. (S. 18)

Einleitung Kohleausstieg +++ Reform EEG: Befreiung von Industriesubventionen, Einspeise- und

Anschlussvorrang für erneuerbare Energien +++ Befürwortung Smart Grids und Stromspeicher +++

Nutzung Erdkabel +++ Gründung deutsche Netzgesellschaft, mehrheitlich in öffentlicher Hand +++

Novelle KWK: KWK-Anteil bis 2020 auf mind. 25 %, Anreize für Mini- und Mikro-KWK +++ Ablehnung

CCS und Fracking +++ Einrichtung Energiesparfonds für energetische Quartiersanierung; Prüfung

steuerliche Förderung privater Hausbesitzer +++ Stromverbrauchsreduktion um 15 % bis 2020 +++

Forschungsprogramm für deutsche Solarindustrie +++ EU-weiter Atomausstieg, Integration deutsche

Energiewende in europäische Energielandschaft +++ höhere Sicherheitsanforderungen für Atomkraftwerke

+++ Finanzierung ergebnisoffener Endlagersuche durch „Verursacher“ +++ Kompetenzerweiterung

des Bundesumweltministeriums zu Umwelt- und Energieministerium

Die neue, saubere Energie wird dabei von vielen kleinen Unternehmen in Bürgerhand erzeugt, nicht nur

von einigen wenigen Großkonzernen, die heute den Wandel bremsen, weil sie uns teuren Strom verkaufen

wollen, ohne Konkurrenz fürchten zu müssen. Wir ziehen endlich die Konsequenz daraus, dass die

natürlichen Ressourcen begrenzt sind und eine Energieversorgung der Zukunft nicht auf Kohle und Öl

aufbauen darf – und auf Atom schon gar nicht. (S. 13)

Keine Belassung der Stromversorgung bei Konzernen +++ Überführung von Strom- und Wärmenetzen

in öffentliche Hand oder unter demokratischen Gesichtspunkten geführte Unternehmen +++ Garantie

der Strompreise als Grundversorgung +++ Überarbeitung Netzentwicklungsplan: geringerer Netzausbau

aufgrund dezentraler Energieversorgung +++ Ablehnung Großprojekte von Energiekonzernen zum

Ausbau erneuerbarer Energien +++ Ausstieg Kohleverstromung +++ Abschaffung Industrierabatte bei

Ökosteuer, Netzentgelten, Emissionshandel und im EEG +++ Verpflichtung auf kostenloses Stromgrundkontingent

und Strompreismoratorium für Privathaushalte +++ Verdopplung Sanierungsraten

energetische Gebäudesanierung +++ Verbot Im- und Export Atommüll +++Verbot CCS und Fracking

Die Grundversorgung mit Energie muss als Grundrecht gewährleistet, die Verschwendung von Energie

eingedämmt werden. Die Versorgung darf nicht in den Händen von Konzernen liegen. Strom- und Gassperren

wollen wir verbieten. (S. 10)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Carsten Rolle

Leiter der Abteilung Energie- und Klimapolitik

Telefon: 030 2028-1595

E-Mail: c.rolle@bdi.eu


16 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Klimapolitik

Anstreben eines verbindlichen internationalen Abkommens +++ Ablehnung nationales Klimaschutzgesetz

+++ klare berechenbare und verlässliche Vorgaben für Investoren +++ jetzt EU-Ziele und -Maßnahmen

für 2030 und 2040 festlegen +++ Maßnahmen und Ziele besser aufeinander abstimmen +++

mehr Kosteneffizienz +++ Reduktion der Gesamtbelastung der Unternehmen +++ Treibhausgasminderung

als Leitziel, EU ETS als Leitinstrument +++ tragfähige konsistente energie- und klimapolitische

Gesamtstrategie unabdingbar +++ intakte Wertschöpfungsketten erhalten

Anhebung des europäischen Klimaziels auf 30 % (1990 – 2020), nationales Minderziel von 40 % +++

Behebung bestehender Schwächen beim Emissionshandel und Anreizsetzung zur Treibhausgasvermeidung

bei angemessener Berücksichtigung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft +++ Einsetzen der

Einnahmen aus Zertifikatehandel für die Energiewende +++ schrittweise Entwicklung eines weltweiten

Emissionshandelssystems +++ Umsetzung der Idee des „Clubs der Energiewendestaaten“ +++ neues

verbindliches Klimaabkommen +++ Schaffung von Rahmenbedingungen für Investitionen privater

Anleger in klimafreundliche Projekte

Wir wollen diese ehrgeizigen Ziele möglichst wirtschaftlich erreichen. Dazu setzen wir auch auf einen

europaweiten, marktwirtschaftlich organisierten Emissionshandel. Bestehende Schwächen am jetzigen

Handelssystem wollen wir beheben und wirksame Anreize setzen, damit klimaschädliche Treibhausgase

vermieden werden können. Zugleich werden wir den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Wettbewerbsfähigkeit

unserer Wirtschaft angemessen berücksichtigen. Die Einnahmen aus dem Zertifikatehandel

wollen wir auch für die Energiewende einsetzen. Eine erneuerbare Energieversorgung und Energiesparen

sind der beste Klimaschutz. (S. 82)

EU: unkonditionierte Zusage zur Verminderung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 % +++

Verbesserung Energieeffizienz des Verkehrs und Minderung CO2-Ausstoss +++ Reaktivierung europäischer

Emissionshandel +++ nationales Klimaschutzprogramm

Wir werden den Klimawandel bekämpfen und bis zum Jahr 2050 mindestens 95 % unserer CO2-Emissionen

im Vergleich zum Basisjahr 1990 absenken. (…) Um die Klimaschutzziele zu erreichen, werden

wir ein verbindliches nationales Klimaschutzgesetz mit Zwischenschritten (40 % Senkung bis 2020, 60

% bis 2030 und mindestens 80 % bis 2040) erarbeiten. Dieses Gesetz wird Ziele für alle klimarelevanten

Sektoren, wie Industrie, Verkehr sowie Land- und Forstwirtschaft, beinhalten. Im Rahmen des Klimaschutzgesetzes

werden zudem feste Zwischenschritte auf dem Weg zu einer Halbierung des Endenergieverbrauchs

bis 2050 festlegt. (S. 91/92)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

17

Neues Klimaschutzabkommen: Ausrichtung der Verpflichtungen an Emissionen und Wirtschaftskraft,

nicht Industrie- oder Entwicklungsland; in Zwischenzeit zügige Ratifizierung der zweiten Verpflichtungsperiode

des Kyoto-Protokolls +++ Ablehnung der Ersetzung des Emissionshandels durch CO2-Steuer

+++ Ausweitung des EU-Emissionshandels auf gesamten Verkehrs- und Wärmesektor +++ Forderung

nach intensiveren Verhandlungen zur Vernetzung des EU-Emissionshandels mit bestehenden und

geplanten Handelssystemen z.B. in Nordamerika, Korea und Australien +++ Einhaltung der Zusagen

Deutschlands zur Finanzierung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern und Kontrolle des

Einsatzes der vergebenen Mittel +++ Voranbringen des Dialogs über die Chancen einer emissionsarmen

Modernisierung zur Flankierung der UN-Klimaverhandlungen

Wir legen beim Klimaschutz ein hohes Gewicht auf den Emissionshandel. Er gewährleistet eine wirksame

Emissionsbegrenzung zu den geringsten wirtschaftlichen Kosten. Eine Ersetzung des EU-Emissionshandels

durch eine CO2-Steuer lehnen wir entschieden ab. Wir Liberalen wollen den EU-Emissionshandel auf den

gesamten Verkehrs- und Wärmesektor ausweiten. Ansatzpunkt soll dort die oberste Handelsebene von

Brennstoffen sein. Steuern, die ihre ökologische Lenkungswirkung verlieren, können im Gegenzug gesenkt

oder abgeschafft werden. (S. 73)

Deutschland als Vorreiter in Klimaschutz +++ Klimaschutzgesetz: Zielvorgaben Reduktion Treibhausgasemissionen

(bis 2020 um 40 %, bis 2030 um 60 %, bis 2040 um 80 %, bis 2050 um 95 %), Vorgabe konkreter

Maßnahmen und Sanktionen für Industrie-, Verkehrs-, Wärme- und Strombereich – Verpflichtung

Bundesregierung zur Vorlage Maßnahmenpaket alle 2 Jahre für die einzelnen Sektoren mit Überprüfung

durch unabhängige Experten +++Anstreben eines ambitionierten Nachfolgeabkommens für Kyoto-Protokoll

bis 2015 +++ Ausbau Klimaschutzallianzen +++ internationale „Klimapolitik der unterschiedlichen

Geschwindigkeiten“ +++ Abbau von klima- und umweltschädlichen Subventionen +++ Erhöhung europäisches

Klimaschutzziel auf 30 % Emissionsreduktion bis 2020 +++ Reform Europäischer Emissionshandel

+++ Fortentwicklung der europäischen Klima-, Erneuerbaren- und Energieeffizienzziele bis 2013:

Absenkung Treibhausgasemissionen um 45 %, Steigerung EU-Anteil an erneuerbaren Energien auf 45 %

Den europäischen Emissionshandel wollen wir stärken durch eine Verknappung der Verschmutzungsrechte,

höhere Standards und einen Mindestpreis für CO2. Bis zur Einigung auf europäischer Ebene

geht Deutschland durch Einführung eines nationalen Mindestpreises voran, der Anreize schafft, alte

Kohlekraftwerke stillzulegen und in Klimaschutz zu investieren. Statt einer Ausweitung des Emissionshandels

wollen wir in anderen Emissionssektoren eine stärkere Orientierung der Energiesteuern am

CO2-Ausstoß. (S. 41)

Klimaschutzgesetz: Halbierung Treibhausgasausstoß in Deutschland bis 2020, Reduktion um mindestens

90 % bis 2050

Wir wollen den Treibhausgasausstoß in Deutschland bis 2020 gegenüber 1990 halbieren, bis 2050 um

mindestens 90 Prozent reduzieren und dies in einem Klimaschutzgesetz festschreiben. (S. 60)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Carsten Rolle

Leiter der Abteilung Energie- und Klimapolitik

Telefon: 030 2028-1595

E-Mail: c.rolle@bdi.eu


18 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik

Ökologie und Ökonomie zum beiderseitigen Vorteil verbinden +++ Zielkonflikte auf regulatorischer

Ebene auflösen +++ EU-Umweltrecht einheitlich umsetzen +++ keine EU-Richtlinie zum Bodenschutz

+++ REACH-Verordnung unverändert beibehalten +++ keine absoluten Limits für Ressourceneinsatz

in der Produktion +++ keine Rekommunalisierung in der Kreislaufwirtschaft, Produktverantwortung

sichern +++ keine Ausweitung der Berichtspflichten zu Nachhaltigkeit und CSR +++ keine neuen

Rechtsvorgaben zur Biodiversität

Internationale Verankerung von Nachhaltigkeit +++ Ende der Verschuldungspolitik für ein ökonomisch

und finanziell nachhaltiges Wachstum +++ weitere Entkopplung von Wirtschaftswachstum und

Ressourcenverbrauch +++ neue Maßstäbe für Wohlstandsmessung +++ Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft

+++ einheitliches Lärmschutzprogramm +++ Vermeidung von Luftschadstoffen an der

Quelle +++ Sicherung kommunaler Entscheidungskompetenz bei Trink- und Abwasser in eigener Regie

oder in Partnerschaft mit privaten Unternehmen +++ CO2-neutrale, energie- und klimaangepasste Stadt

+++ verstärkter Schutz land- und forstwirtschaftlicher Flächen bei Neubau von Gebäuden und Straßen

+++ Verlust biologischer Vielfalt eindämmen

Wir wollen weitergehen auf dem Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Nicht Abfälle, sondern die Wiederverwertung

ist unser Ziel. (…) wollen wir die Verpackungstonne zu einer einheitlichen Wertstofftonne

weiterentwickeln. Wir wollen, dass dabei private und kommunale Entsorger eingebunden bleiben. (S. 83)

Modernisierung des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes +++ Messung des Wohlstands und wirtschaftlichen

Erfolgs nicht nur am BIP, sondern auch am hohen Beschäftigungsstand und möglichst ausgeglichener

Leistungsbilanz +++ möglichst absolute Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch

+++ produktivere Nutzung von Ressourcen +++ Aktionsprogramm „Lärmschutz“ +++ zwischen Bund

und Ländern abgestimmtes Lärmschutzkonzept +++ stärkerer Einfluss von Umwelt- und Naturschutzverbänden

beim Umbau zur ökologischen Industriegesellschaft +++ Erweiterung und Präzisierung

der Berichtspflichten von Unternehmen zu sozialen und ökologischen Herstellungsbedingungen +++

Verlust an Biodiversität kurzfristig verringern, langfristig stoppen

Durch eine Senkung der Materialintensität, der Minimierung von Abfall und durch Kreislaufsysteme

wollen wir eine Entkoppelung von Wohlstand und quantitativem Wachstum erreichen.(…) Ein wichtiger

Beitrag dazu ist eine ökologische Industriepolitik mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Der

verminderte Einsatz von Ressourcen bei Material- und Energiekosten stärkt zugleich die Wettbewerbsfähigkeit

der deutschen Wirtschaft. Im Bereich der Abfallwirtschaft sehen wir die Kommunen als zentrale

Akteure, die Aufgaben der Daseinsvorsorge erfüllen. (S. 91)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

19

Flächendeckende Einführung der Wertstofftonne; keine Parallelsysteme, keine Bevorteilung kommunaler

oder privater Anbieter +++ Entrümpelung des Naturschutzrechts; Ersatzgeld anderen Kompensationsinstrumenten

gleichstellen +++ Nachhaltigkeitszertifizierung aller Agrarrohstoffe +++ ressortübergreifende

und indikatorenbasierte Nachhaltigkeitsstrategien auf nationaler und europäischer Ebene +++

Ergänzung der Gesetzesfolgenabschätzung um Generationenbilanzierung zentraler Vorhaben +++ Erhalt

des BIP als klarer messbarer Größe für Wachstum +++ Erwartung an Publikumsgesellschaften, bei Jahresbilanz

gemäß Deutschem Nachhaltigkeitskodex zu verfahren; Empfehlung an alle Unternehmen zur

Verbesserung der Rohstoff- und Umweltbilanz +++ Bundesprogramm Biologische Vielfalt ausbauen

Um den Ressourcenschutz zu stärken, wollen wir das Recycling durch die flächendeckende Einführung

der Wertstofftonne voranbringen. Hier sollen anders als bei der gelben Tonne nicht nur Verpackungen,

sondern alle geeigneten Wertstoffe gesammelt werden. Die Umstellung muss so erfolgen, dass es weder zu

einer Bevorteilung der kommunalen noch der privaten Anbieter kommt und Parallelsysteme vermieden

werden. (…) setzen wir uns dafür ein, anspruchsvolle Recyclingquoten auch für die mengenmäßig wichtigen

Gewerbe- und Bauabfälle festzusetzen. (S. 74)

Neues Wohlstands- und Nachhaltigkeitsgesetz, „Grüner Wohlstandskompass“ inklusive sozialer und

ökologischer Aspekte, Berichtspflicht für Unternehmen zu Nachhaltigkeit +++ Abschaffung umweltschädlicher

Subventionen +++ strengere Grenzwerte für Umweltbelastungen +++ Erneuerung der

Industrie bei Energie- und Materialeffizienz, Top-Runner-Ansatz +++ feste Obergrenzen für Ressourcenverbrauch

und Emissionen, Einfluss auf Preisgestaltung bei Ressourcen +++ verbindliche Recyclingquoten

+++ längere Haltbarkeit von Produkten, Förderung von Reparatur und Wiederverwendung +++

Rücknahmepflichten für Hersteller, Handypfand +++ flächendeckende Wertstoffsammlung, Förderung

von Mehrwertquoten, Abgabe auf Einwegverpackungen +++ Zentrale Bundesstelle statt Verpackungsverordnung

und dualer Systeme +++ Änderungen bei REACH +++ ehrgeizige Bodenschutzregelung

+++ schärfere Grenzwerte für Luftschadstoffe +++ Verankerung von Naturschutz in allen Politikbereichen

+++ Verbot der Nano-Anwendung bis zum Nachweis der Unbedenklichkeit +++ Bundesprogramm

Biologische Vielfalt finanziell aufstocken

Die EU-Chemikalienverordnung REACH wollen wir so verbessern, dass nur unbedenkliche Chemikalien

auf den Markt kommen und gefährliche Stoffe durch unbedenkliche ersetzt werden. (…) wollen wir eine

Chemiewende und die Herstellung und Nutzung umweltfreundlicher, gesundheitlich unbedenklicher

Chemikalien vorantreiben. (S. 154)

Verbindliche ökologische Zielvorgaben, mehrjährige Stufenpläne +++ Produktrücknahme- und Verwertungszuführungspflicht

der Hersteller +++ Offenlegungspflicht für Unternehmen zu Umweltdaten und

Sozialstandards, auch von Tochterfirmen, Zulieferern und Auftragsfertigern; Kontrolle durch Bürger und

Umweltbehörden +++ Nationales Umsetzungsprogramm für Ziele der Wasserrahmenrichtlinie +++

Reduzierung von Emissionen: Verschärfung der Vorschriften; Anlagengrößenbegrenzungen, strengere

Abstandsregelungen +++ Bundesprogramm Biologische Vielfalt finanziell aufstocken

Wir wollen, dass der Bundestag, der Bundesrat und die Bundesbehörden ihre Kompetenzen nutzen, um

die Rahmenbedingungen für den besseren Schutz von Boden, Wasser, Luft und biologischer Vielfalt zu

verbessern. (S. 68/69)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Thomas Holtmann

Leiter der Abteilung Umwelt, Technik und Nachhaltigkeit

Telefon: 030 2028-1550

E-Mail: t.holtmann@bdi.eu


20 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Arbeitsmarkt

Keine Rücknahme der Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 – Erhalt flexibler Beschäftigungsformen

wie Zeitarbeit, befristete Beschäftigung +++ Arbeitslosengeld II: Reform Erwerbsfreibeträge für mehr

vollzeitnahe Beschäftigung +++ kein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn +++ gesetzliche Regelung

der Tarifeinheit +++ mittelfristig Ausbau Potenzialzuwanderung +++ Senkung Lohnzusatzkosten bzw.

Stabilisierung unter 40 % +++ Festhalten an Rente mit 67

Gesetzliche Verpflichtung der Tarifpartner, für Bereiche ohne Tarifverträge tariflichen Mindestlohn

festzulegen +++ stabile Lohnzusatzkosten unter 40 % +++ „Lebenszeitpolitik“: Auszeiten für Kindererziehung,

Weiterbildung und Pflege +++ familienfreundliche Arbeitswelt +++ „Wiedereinstiegs-BAföG“

+++ Teilelterngeld +++ Großelternzeit +++ Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit nach Erziehungsoder

Pflegephase +++ Regelfall Festanstellung, daneben Zeitarbeit, Befristungen und Werkverträge +++

Tarifpartnerschaft stärken +++ Unterstützung Tarifparteien bei Equal-pay in Zeitarbeit +++ Stärkung

berufliche Ausbildung +++ Prüfung von gesetzlichen Transparenzpflichten für Entgeltgleichheit von

Männern und Frauen +++ Willkommenskultur für Zuwanderer

Wir ( ..) wollen für die Bereiche, in denen es keine Tarifverträge gibt, die Tarifpartner gesetzlich in die

Pflicht nehmen. Sie sollen gemeinsam in einer Kommission einen tariflichen Mindestlohn festlegen (…).

Eine Lohnfestsetzung durch die Politik lehnen wir ab. (S. 24)

„Familienarbeitszeit“; Änderung Teilzeit- und Befristungsgesetz +++ Anti-Stress-Verordnung +++

flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro +++ Stärkung Tarifvertragssystem und

Tarifbindung +++ Erleichterung Allgemeinverbindlichkeitserklärung +++ Entgeltgleichheitsgesetz und

Frauenförderung in Privatwirtschaft +++ Leiharbeit: gleicher Lohn und Arbeitsbedingungen, Unzulässigkeit

von Befristungen und Kopplung der Befristung an Arbeitseinsatz +++ klare Definition von

Schein-Selbständigkeit und Schein-Werkverträgen +++ Abschaffung sachgrundlose Befristung; Überprüfung

Befristungskatalog +++ Minijob-Reform +++ Ausweitung Mitbestimmung +++ öffentlich geförderter

Beschäftigungssektor +++ Weiterentwicklung Arbeitslosenversicherung zu Arbeitsversicherung

+++ Bündnis gegen Fachkräftemangel +++ Beschleunigung Anerkennungsverfahren von ausländischen

Abschlüssen +++ Rechtsanspruch auf Weiterbildung +++ Überprüfung Rente mit 67

Wir wollen einen gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von mindestens 8,50 Euro einführen

(…), der auf Vorschlag einer vom BMAS eingesetzten Mindestlohnkommission jährlich angepasst

wird. (S. 19)

Stabile Lohnzusatzkosten unter 40 % +++ Rückzahlung Überschüsse in Sozialversicherungen an Beitragszahler

+++ Bekenntnis zu Tarifautonomie +++ Ablehnung allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn

+++ mehr Möglichkeiten für Lohnuntergrenzen im Einklang mit Tarifautonomie +++ mehr Engagement

bei Weiterqualifizierung +++ Liberales Bürgergeld +++ keine gesetzliche Regelung Tarifeinheit

+++ Erhalt und Weiterentwicklung flexibler Beschäftigungsformen +++ keine Verschärfung Kündigungsschutz

+++ Lockerung Vorbeschäftigungsverbot bei befristeter Beschäftigung; Verhinderung Kettenbefristungen

durch einjährige Karenzfrist +++ modernes Einwanderungsrecht (Punktesystem) +++ Erleichterung

flexibler Arbeitszeitmodelle, Home-Office-Möglichkeiten und Wechsel zwischen Voll- und Teilzeit

Auch zukünftig soll die Höhe der Lohnuntergrenzen Branche für Branche festgelegt werden (…) Wir

wollen (…) im Arbeitnehmer-Entsendegesetz (…) die Möglichkeit schaffen, auf gemeinsamen Antrag

der Tarifpartner und bei Zustimmung des Tarifausschusses die Lohnuntergrenze eines repräsentativen

Tarifvertrags allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Zudem wollen wir (…) das (…) Mindestarbeitsbedingungengesetz

praktikabler gestalten. (S. 32/33)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

21

Eindämmung prekärer Arbeitsverhältnisse: Ersetzung Minijobs, Verhinderung Missbrauch von Leiharbeit

und Werkverträgen, Stärkung Tarifvertragssystem +++ Reduzierung Befristungsgründe; Abschaffung

Befristungen ohne Sachgrund +++ flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von mind. 8,50

Euro (Mindestlohnkommission); Erleichterung Allgemeinverbindlichkeitserklärung +++ Ausbau Mitbestimmung

+++ Entgeltgleichheitsgesetz +++ Gleichstellungsgesetz für Privatwirtschaft +++ Umbau

Arbeitslosenversicherung zu Arbeitsversicherung +++ „sozialer Arbeitsmarkt“ +++ Anti-Stress-Verordnung

+++ einheitliche Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen +++ Punktesystem

für ausländische Fachkräfte +++ Grüne Grundsicherung +++ familienfreundliche Arbeitszeitpolitik

+++ Rückkehrrecht auf Vollzeit

Wir wollen Müttern und Vätern mehr Flexibilität geben, ihre Arbeitszeiten mit den Anforderungen ihrer

Familie in Einklang zu bringen (…) Wir führen ein Rückkehrrecht auf eine Vollzeittätigkeit ein (…).

Auch eine Weiterentwicklung des Teilelterngeldes und eine Flexibilisierung der Elternzeit führen zu mehr

Spielraum. (S. 151)

Gesetzlicher Mindestlohn i. H. v. 10 Euro +++ Abschaffung Hartz IV +++ Verbot von Leiharbeit +++

Werkverträge nur mit Zustimmung des Betriebsrats +++ Umwandlung Minijobs in sozialversicherungspflichtige

Arbeitsplätze +++ Verbot von Kettenbefristungen und sachgrundlosen Befristungen;

Beschränkung Befristung +++ Abschaffung Rente mit 67 +++ Allgemeinverbindlichkeitserklärung auf

Antrag einer Tarifvertragspartei; Vetorecht für Gewerkschaften +++ Beendigung strukturelle Unterbezahlung

von Frauen +++ allgemeine Verdienstobergrenze bei 40-fachem des gesellschaftlichen Minimums

+++ Verkürzung Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich +++ Arbeitszeitkontrollen

durch unabhängige Arbeitnehmervertretungen +++ Anti-Stress-Verordnung +++ Ausbau Mitbestimmung

+++ lebensstandardsichernde Versicherung gegen Erwerbslosigkeit +++ öffentlich geförderter

Beschäftigungssektor +++ Gleichstellungsgesetz für Privatwirtschaft +++ Rückkehrrecht auf Vollzeit

+++ gesetzliches Verbot von Massenentlassungen

Lohndumping muss verhindert werden: mit einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von zehn

Euro. (…) Der Mindestlohn muss jährlich ansteigen(…). Bis zum Ende der Wahlperiode sollte der gesetzliche

Mindestlohn an der Marke »60 Prozent des nationalen Durchschnittslohnes« ausgerichtet werden.

Das sind derzeit 12 Euro. (S. 13)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Hans-Joachim Haß

Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Industriepolitik

Telefon: 030 2028-1591

E-Mail: h.hass@bdi.eu


22 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Mittelstand und Familienunternehmen

Mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen statt selektiver Förderpolitik +++ wettbewerbsgerechte

Unternehmensbesteuerung für Mittelstand und Personengesellschaften +++ Einführung einer steuerlichen

Forschungsförderung +++ Mittelstandsgerechte Forschungsprogramme für Cybersicherheit +++

Stärkung des Normenkontrollrats und vergleichbares Gremium auf EU-Ebene +++ keine verpflichtende

CSR-Berichterstattung des Mittelstandes +++ verbindlicher Wettbewerbsfähigkeitscheck sowie KMU-

Test +++ Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kreditfinanzierungen +++ bedarfsgerechte Weiterentwicklung

der Exportfinanzierung

Erhalt und Ausbau der Wirtschaftsstruktur aus Großindustrie und Mittelstand +++ Zugang zu günstigen

Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer +++ Marktchancen durch Patente und Normen

stärken +++ Fortsetzung der Außenwirtschaftsoffensive der Bundesregierung und der Kampagne „German

Mittelstand“ +++ Verstetigung des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand +++ Erleichterung

des Zugangs zu Forschungsergebnissen +++ unbürokratisches Vorantreiben von Innovationen

für kleine Unternehmen +++ Steigerung der Forschungsanstrengungen insbesondere des Mittelstands

durch Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung +++ steuerliche Anreize für Eigenkapitalausstattung

bei Mittelstand und Familienunternehmen +++ keine zu hohen steuerlichen Belastungen bei

Betriebsübergaben +++ Berücksichtigung der Belange des Mittelstandes bei Umsetzung von Basel III

+++ Bürokratieabbau: Stärkung Normenkontrollrat (neue Abbauziele, Einbeziehung Bürokratiekosten

Kommunen und öffentliche Verwaltung), Verkürzung Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen, Abbau

statistischer Meldepflichten, schnellere Verfahren im Vergaberecht +++ Entlastung von Bürokratie

auf EU-Ebene; Frühwarnsystem und Bürokratie-Überprüfung bei EU-Gesetzgebung +++ Erleichterung

von Unternehmensgründungen

Mittelständische Unternehmer denken, planen und handeln langfristig. Eine verlässliche Steuerpolitik ist

für diese Planungssicherheit unverzichtbar. Steuererhöhungen lehnen wir deshalb konsequent ab. (S. 19)

Mittelstandsförderung: bessere Abschreibungsmöglichkeiten, steuerliche Anreize für Investitionen in

FuE, gute Kreditversorgung +++ Verhinderung von Hemmnissen der Mittelstandsfinanzierung +++

Prüfung eines neuen Anreizsystems auf Kapitalmärkten zur Förderung langfristiger Realinvestitionen

+++ Berücksichtigung Besonderheiten Mittelstand, Personengesellschaften und Familienunternehmen

bei Vermögensteuer +++ mittelstandsfreundliche Ausgestaltung von Basel III +++ Diversifizierung

von Finanzquellen für den Mittelstand +++ Einrichtung einer Ratingagentur für den Mittelstand +++

Ausweitung der Fördermöglichkeiten bei Existenzgründungen von technologischen Innovationen auf sozial-innovative

Gründungen +++ Abbau von Bürokratie in nationaler und europäischer Rechtssetzung,

Verkürzung von Verwaltungswegen

Wir wollen eine Vermögensteuer, die der besonderen Situation des deutschen Mittelstandes, von Personengesellschaften

und Familienunternehmen Rechnung trägt und ihre zukunftssichernde Eigenkapitalbildung

sichert, sowie ihre Investitionsspielräume nicht belastet. (S. 29)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

23

Vereinfachungen des Steuerrechts – Wiederherstellung von zulasten des Mittelstandes abgeschafften

Pauschalregelungen; Bürokratieabbau +++ Vereinfachung der Erbschafts- und Schenkungsteuer +++

möglichst rechtsform- und finanzierungsneutrale Ausgestaltung der Unternehmensteuer +++ wettbewerbsfähiges

Gruppenbesteuerungsrecht in Konzernbesteuerung +++ steuermindernde Eigenkapitalverzinsung

bei Veranlagung nach EStG +++ mittelstandsfreundliche Umsetzung Basel III +++ Heraufsetzen

Bagatellgrenze bei Regionalförderung +++ Bürokratieabbau und umfassende Zuständigkeit

eines Ministeriums für Bürokratie (ggf. Bundeswirtschaftsministerium) +++ Stärkung Innovationskraft

deutscher Mittelstand und Industrie; steuerliche Forschungsförderung +++ stärkere Einbeziehung des

Mittelstands in Außenwirtschaftspolitik +++ Einsetzen für Europäische Privatgesellschaft (Europa-GmbH)

als Rechtsform für exportstarken deutschen Mittelstand +++ unbürokratischer und beschleunigter

Einstieg in technologiespezifische Förderung von FuE für KMU +++ Gewinnung des Mittelstandes als

Partner in der Entwicklungszusammenarbeit

Die Erbschaft- und Schenkungsteuer wollen wir aufkommensneutral weiter entwickeln und vereinfachen.

Eine einheitliche Bemessungsgrundlage nach dem Verkehrswert, verbunden mit moderaten Steuersätzen

und angemessenen Freibeträgen vermeidet dabei unnötige Bürokratie, schafft Rechtssicherheit

in der Unternehmensnachfolge und stärkt das Vertrauen in den Standort Deutschland. Bei jeder Unternehmensnachfolge

muss die Erbschaftsteuer aus den zukünftigen Erträgen erwirtschaftet werden können.

Das wollen wir durch Höchstgrenzen und vernünftige Stundungsregeln garantieren. Der altmodische

Stufentarif in der Erbschaftsteuer (…) ist zu ersetzen durch einen Stufentarif der üblichen Form, wonach

der Tarif der jeweils nächsten Stufe erst ab Einsetzen der nächsten Stufe greift. (S. 15)

Verbesserungen der Bedingungen für Existenzgründer +++ steuerliche Förderung von KMU: Abschaffung

Poolabschreibungen bei geringwertigen Wirtschaftsgütern; Erhöhung Grenze der Sofortabsetzbarkeit

+++ Änderungen der steuerlichen Förderung einbehaltener Gewinne (Thesaurierung) +++

15 %ige Steuergutschrift für Forschungsausgaben für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten +++

Verbesserung Zugang zu Wagniskapital +++ breitere Versorgung mit Mikrokrediten+++ Verdopplung

des Aufkommens aus Erbschaftsteuer; Ersetzung der Befreiung von Betriebsvermögen durch gesonderte

Freibeträge und Stundungsregelungen

Unser Konzept der Vermögensabgabe haben wir so gestaltet, dass Selbständigen und Unternehmern, die

nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, ein armutsfestes und auskömmliches Alterseinkommen

aus eigenem Vermögen ermöglicht wird. (S. 66)

Erhöhter Freibetrag bei geplanter Millionärsteuer für betriebsnotwendiges Sachvermögen von Einzelunternehmer

und Personengesellschaften +++ Innovationsprogramme für den ostdeutschen Mittelstand

+++ Investitionen in KMU+++ gesetzliches Verbot von Massenentlassungen

Kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe sind für Beschäftigung und Wertschöpfung

in den Regionen wichtig. Und sie können Pfeiler des regionalen sozial-ökologischen Umbaus

sein. Vielfach fehlt ihnen aber das Geld für Investitionen, und bei schwachem Eigenkapital qualifizieren

sie sich schwer für Fördermittel. Wir brauchen öffentliche Programme, um ihre Mittel für Investitionen

zu stärken. (S. 59)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Matthias Krämer

Leiter der Abteilung Mittelstand, Familienunternehmen

und Verbandsentwicklung

Telefon: 030 2028 1470

E-Mail: m.kraemer@bdi.eu


24 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Rechtspolitik

Corporate Governance Kodex stärken +++ keine Überregulierung unternehmensinterner Entscheidungen

+++ aktienrechtliches Beschlussmängelrecht reformieren +++ grenzüberschreitende Sitzverlegung

in Europa rechtsicher regeln +++ Statut für Europäische Privatgesellschaft +++ keine Sammelklagen

+++ sanktionsmindernde Anerkennung von Compliance-Programmen +++ Ratifizierung der UNCAC-

Resolution +++ praxistaugliche EU-Datenschutz-Verordnung +++ einheitlichen europäischen Patentschutz

vollenden

Stärkung der Marktchancen durch Patente und Normen +++ Weiterentwicklung des Urheberrechts u.a.

hinsichtlich veränderter digitaler Anwendungsmöglichkeiten +++ Berücksichtigung aktueller digitaler

Entwicklungen und Gewährleistung eines umfassenden Verbraucherdatenschutzes auf deutschem

Niveau bei Überarbeitung des Europäischen Datenschutzrechts +++ verpflichtende „Flexi-Quote“ für

börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen; ab 2020 feste 30 %-Quote für Frauen in Aufsichtsräten

von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen +++ Entwicklung eines „Check

Allgemeiner Geschäftsbedingungen“ +++ Verankerung einer Bürokratieüberprüfung auf europäischer

Ebene; Einführung eines Frühwarnsystems für Maßnahmen, die den Mittelstand betreffen

Mit einer verpflichtenden „Flexi-Quote“ werden wir von den (...) Unternehmen fordern, eine verbindliche

Frauenquote für Vorstand und Aufsichtsrat festzulegen. (..). Zugleich werden wir gesetzlich regeln, dass

ab dem Jahr 2020 eine feste Quote von 30 Prozent für Frauen in Aufsichtsratsmandaten von voll mitbestimmungspflichtigen

und börsennotierten Unternehmen gilt. (S. 63)

Wirksame Langfristorientierung der Vergütungs- und Bonisysteme +++ festgeschriebenes Maximalverhältnis

zwischen Grundgehalt und Boni +++ Festschreibung der Verpflichtung von Aktiengesellschaften

auch auf Arbeitnehmer und Allgemeinwohl +++ Absenkung Schwellenwert für paritätische Mitbestimmung

auf 1000 Beschäftigte +++ Ausweitung des deutschen Mitbestimmungsrechts auf Unternehmen

in ausländischer Rechtsform und Sitz in Deutschland +++ 40 %-Geschlechterquote für Aufsichtsräte

und Vorstände börsennotierter und mitbestimmter Unternehmen +++ Reform des Urheberrechts mit

Interessenausgleich Urheber, Nutzer und Verwerter; Neuregelung Leistungsschutzrecht +++ Hohes

Datenschutzniveau auch in der digitalen Welt +++ Einführung Unternehmensstrafrecht; Ausbau der

Vermögensabschöpfung +++ Strafbarkeit Abgeordnetenbestechung +++ verpflichtendes Lobbyregister

+++ Ausweitung des Informationsfreiheitsgesetzes +++ Abbau von Bürokratie durch Ausrichtung der

Rechtsetzung auf den Mittelstand

Dazu fordern wir eine wirksame Langfristorientierung der Vergütungs- und Bonisysteme, ein festgeschriebenes

Maximalverhältnis zwischen Grundgehalt und Boni, ebenso wie die Begrenzung der steuerlichen

Absetzbarkeit von Vorstands- und sonstigen Managergehältern, einschließlich Boni und von Abfindungen

(...) (S. 14)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

25

Zustimmungspflicht für Aktionäre für Vorstandsvergütungen oberhalb bestimmter Rahmenvorgaben und Beträge

+++ Ablehnung gesetzliche Frauenquote; Erwartung deutlicher Verbesserungen von Unternehmen +++

Einsetzen für Europäische Privatgesellschaft (Europa-GmbH) +++ Bekämpfung von Verletzungen des geistigen

Eigentums im Internet wie in der analogen Welt +++ modernes Urheberrecht zur Beseitigung von Rechtsunsicherheiten

in digitalisierter Welt +++ modernes, technikfestes Datenschutzrecht; hohes Schutzniveau bei

künftiger EU-Datenschutzverordnung +++ keine unverhältnismäßigen Werbeverbote für frei verkäufliche

Genussmittel (Tabak, Alkohol) +++ Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption +++ Einrichtung

eines Europäischen Subsidiaritätsgerichts +++ Reduzierung von Berichtspflichten und sonstiger Bürokratie

Wir wollen mehr Frauen in Führungsverantwortung sowohl in der Wirtschaft als auch im Öffentlichen

Dienst. (…) Wir erwarten daher von Unternehmen in Deutschland eine deutliche Verbesserung des Frauenanteils

in Führungspositionen (…) lehnen ... eine gesetzliche Quote jedoch ab. (S. 47)

50 %-Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände +++ Haftung der Mutter- für ihre Tochterkonzerne

bei Menschenrechtsverletzungen +++ bessere Klagemöglichkeiten für Opfer von Menschenrechtsverletzungen

durch Unternehmen +++ Begrenzung Boni und Abfindungen; verbindliche Zustimmung

Hauptversammlung für Vorstandsvergütung +++ Absenkung Schwelle für paritätische Mitbestimmung

auf 1000 Beschäftigte, auch in ausländischen Rechtsformen +++ AGG-Reform +++ Verlängerung

Gewährleistungsfristen; Verbleib der Beweislast für Mangel bei Verkäufer auch nach den ersten Monaten

+++ Weiterentwicklung Patentrecht +++ transparente Reform Urheberrecht: Stärkung Rechte

Urheber, angemessene Vergütung, Privilegierung nichtkommerzieller Nutzer; Ermöglichung Privatkopie

+++ Ablehnung Leistungsschutzrecht +++ Datenschutz ins Grundgesetz; Datenverarbeitung nur mit

Zustimmung des Bürgers, kein Profiling +++ Korruptionsregister +++ Strafbarkeit Abgeordnetenbestechung

+++ Einführung Unternehmensstrafrecht +++ verpflichtendes Lobbyistenregister, Karenzzeiten

und Verbot der Mitarbeit von Lobbyisten in Ministerien +++ Ausbau des Informationsfreiheitsgesetz

+++Ausweitung des Verbandsklagerechts +++ Gruppenklagen für Verbraucher

Das Patentrecht entwickeln wir weiter, denn es soll die Kultur der Selbständigkeit befördern und nicht

hemmen. Der Patentschutz soll sich auf neue Produkte und Ideen beschränken und nicht als Mittel

gegen NeugründerInnen eingesetzt werden können. (...) Patente auf Lebewesen sind zu verbieten. (S. 67)

Gesetzliche Begrenzung von Managergehältern auf das 20-fache der untersten Lohngruppe im Unternehmen;

Abschaffung steuerliche Abzugsfähigkeit; Verbot von Boni und überhöhten Abfindungen +++

Frauenquote in Vorständen und sämtlichen Politikbereichen +++ Ausweitung Mitbestimmung u.a. auf

Veräußerungen und Übernahmen sowie „Scheinauslandsgesellschaften“ +++ bundesweites Register für

korrupte Unternehmen +++ modernes Patent- und Urheberrecht; Ablehnung Leistungsschutzrecht+++

Verlängerung Garantie- und Gewährleistungspflichten +++ keine Plakat- und Kinowerbung für Tabakprodukte,

kein Sponsoring durch Tabakfirmen +++ starkes Datenschutzrecht +++ Ausweitung des Informationsfreiheitsgesetzes

+++ verpflichtendes Lobbyistenregister; Karenzzeit von 5 Jahren und keine

Mitarbeit von Lobbyisten in Ministerien +++ Strafbarkeit Abgeordnetenbestechung +++ gesetzliche

Verpflichtung zur Offenlegung aller Zulieferer für deutsche Firmen

Die privatwirtschaftliche Aneignung von Wissen in Form von Urheber- und Patentrechten darf nicht zur

ökonomischen oder kulturellen Entwicklungsschranke werden. (S. 83)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Heiko Willems

Leiter der Abteilung Recht und Versicherung

Telefon: 030 2028-1436

E-Mail: h.willems@bdi.eu


26 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Globalisierung und Welthandel

WTO stärken, Multilateralen Prozess (Doha) durch Teilabschlüsse (Handelserleichterungen) fortsetzen

+++ Handelshemmnisse abbauen, zunehmenden Protektionismus eindämmen +++ ambitionierte

Freihandelsabkommen abschließen (ASEAN, Indien, Japan, USA etc.) +++ Mittlerfunktion der G20

zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern stärken und damit Impulse für Marktöffnung

und Wachstum setzen +++ Schutzniveau deutscher Investitionsverträge in EU-Abkommen mit

Drittstaaten sicherstellen +++ Zugang zu Energie und Rohstoffen sichern +++ Visapflichten weiter

liberalisieren +++ auf internationaler Ebene vergleichbare Rahmenbedingungen für Finanzierungen und

Risikoabsicherung, auch für Krankenhaus-Systemexport, sicherstellen

Ablehnung von Handelsbeschränkungen und Stärkung des freien Welthandels, Fortführung der

DOHA-Runde +++ Abbau von Handelshemmnissen zwischen EU und USA im Rahmen einer transatlantischen

Handels- und Investitionspartnerschaft +++ gegen schädliche Wettbewerbsverzerrungen und

für faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen in allen Ländern +++ Abschaffung von

Exportbeschränkungen für Rohstoffe +++ Verankerung des Themas Rohstoffversorgung und -verfügbarkeit

in WTO-Verhandlungen und FTAs +++ Unterstützung der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft

bei Erschließung von Exportmärkten +++ Ausgleich der entfallenen Grenzkontrollen im

Schengen-Raum durch geeignete Maßnahmen wie anlassunabhängige Kontrollen an den Grenzen +++

Angleichung der Rüstungsexportrichtlinien in der EU +++ Fortsetzung der Außenwirtschaftsoffensive

der Bundesregierung und der Kampagne „German Mittelstand“

CDU und CSU lehnen Handelsbeschränkungen ab und wollen den internationalen Freihandel stärken

– etwa durch Fortführung der sogenannten „Doha-Runde“, in der über eine weitere Öffnung der Märkte

und stärkere Einbeziehung der Entwicklungsländer in den Welthandel verhandelt wird. (S. 22)

Rückkehr zu restriktiven Exportrichtlinien bzgl. Rüstungsexporte; Ablehnung Rüstungsexporte in

Krisenländer und Länder mit massiver Missachtung und Verletzung Menschenrechte +++ keine

Ausweitung Rüstungsexporte aus wirtschaftlichen Gründen+++ Schaffung eines parlamentarischen

Kontrollgremiums für zentrale Waffenexportentscheidungen +++ Kontrolle möglicher Weitergaben aus

Deutschland exportierter Waffen an Dritte +++ ausdrückliche Unterstützung für ein transatlantisches

Freihandelsabkommen bei höchsten ökonomischen, sozialen und ökologischen Standards +++ weltweite

Durchsetzung sozialer Mindeststandards +++ Kopplung von EU-Handelsabkommen an Einhaltung

und Überwachung der ILO-Kernarbeitsnormen

Wir wollen zurück zu den restriktiven Exportrichtlinien der rot-grünen Regierungszeit. Rüstungsexporte

in Krisengebiete und in Länder, in denen die Menschenrechte massiv missachtet und verletzt werden,

lehnen wir ab. Eine Ausweitung von Rüstungsexporten aus wirtschaftlichen Gründen und als Ersatz für

eine gestalterische Außenpolitik lehnen wir entschieden ab. (S. 110)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

27

Liberalisierung des Handels +++ Ablehnung von Exportbeschränkungen oder Sanktionen wegen Außenhandelsüberschüssen

+++ weitere Öffnung der Weltwirtschaft +++ konsequenter Abbau von Handelshemmnissen

+++ rascher Abschluss Doha-Runde; während Verhandlungen bilaterale Freihandelsabkommen

mit anderen Wirtschaftsmächten +++ Unterstützung für EU-Verhandlungen mit Indien, Mercosur,

Japan und USA +++ Internationalisierung der ostdeutschen Exportwirtschaft +++ stärkere Einbeziehung

des Mittelstands in Außenwirtschaftspolitik +++ Berücksichtigung der Obsoleszenz von technischen Geräten

bei internationalen Handelsabkommen +++ Verwirklichung einer transatlantischen Freihandelszone

+++ verstärkte Nutzung von Formaten wie G20 +++ weitere Verzahnung außen-, sicherheits-, entwicklungs-

und wirtschaftspolitischer Interessen im Bereich der Außenwirtschaft +++ Ausbau der internationalen

rechtlichen Zusammenarbeit auf dem Feld des Rechtsexports mit Schwellen- und Übergangsländern

Wir wollen den Freihandel weltweit vorantreiben und Handelshemmnisse jeder Art konsequent abbauen.

(…) Ein rascher Abschluss der laufenden Doha-Runde in der Welthandelsorganisation wäre daher

ein großer Fortschritt für alle. Solange die Verhandlungen nicht vorankommen muss jedoch die Chance

ergriffen werden, bilaterale Freihandelsabkommen mit anderen Wirtschaftsmächten zu schließen. (S. 25)

Nachhaltige internationale Handels- und Investitionspolitik +++ Berichtspflicht für Unternehmen über

Einhaltung von Sozial-, Umwelt-, Transparenz- und Menschenrechtsstandards sowie Einführung länderund

projektbezogener Berichtspflichten für transnationale Konzerne +++ Neuausrichtung der internationalen

Handelspolitik nach ökologischen und sozialen Standards +++ Stärkung von Entwicklung und

von Menschenrechten als Ziel künftiger bilateraler Freihandelsabkommen +++ grundsätzliches Anstreben

einer multilateralen Handelsordnung +++ Ungeeignetheit von G8 und G20 für fairen Interessenausgleich

+++ Beheimatung aller zentralen Institutionen globaler Koordination und Regulierung bei

UN +++ Steigerung Mitspracherechte Schwellen- und Entwicklungsländer in Weltbank und IWF

Folgende Grundsätze müssen in allen EU-Investitions- und -Handelsabkommen gelten: umfassende

Transparenz, verpflichtende menschenrechtliche, soziale und ökologische Folgeabschätzungen vor und

nach dem Abschluss von Abkommen, verbindliche auch auf die Auswirkungen des Abkommens selbst

bezogene Menschenrechts- und Umweltklauseln, die Anerkennung von Schutzinteressen schwächerer

Länder, die Förderung lokalen und regionalen Handels und der Ausbau der Wertschöpfung in den Entwicklungsländern.

(S. 53/54)

Berücksichtigung des Kultur- und Medienbereichs bei internationalen Freihandels- und Investitionsabkommen

+++ negative Erwartungen an EU-Freihandelsabkommen mit USA +++ Veränderung der

weltweiten Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu Entwicklungschancen der Menschen +++ teilweise

Beendigung Wirtschaftspartnerabkommen und Freihandelsabkommen +++ Verpflichtung deutscher

Konzerne auf Einhaltung der sozialen und demokratischen Rechte weltweit; gesetzliche Regelungen

zu Transparenz und Rechenschaftsbericht; Klagerechte für Betroffene auch an Heimatstandort +++

umfassende Visaliberalisierung, möglichst Aufhebung Visumspflicht +++ Exportverbot für Software und

Geräte, die Verfolgung von Internetnutzern oder Errichtung von Internetsperren dienen

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, die regionale Wirtschaftsbündnisse unterlaufen oder gefährden,

müssen beendet werden. Dasselbe gilt für Freihandelsabkommen. Es dürfen nicht länger neoliberale

Strukturanpassungen erzwungen werden. (S. 54)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Oliver Wieck

Leiter der Abteilung Außenwirtschaftspolitik

Telefon: 030 2028-1562

E-Mail: o.wieck@bdi.eu


28 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Internationale Märkte

Investitionsklima, Instrumente der Außenwirtschaftsförderung und politische Flankierung in Wachstumsmärkten

stärken +++ strategische Partnerschaften in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung

vertiefen, z.B. Deutsch-Chinesischer Beratender Wirtschaftsausschuss, Brasilien, Modernisierungspartnerschaft

mit Russland +++ nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Schwellenländern und Wachstumsmärkten

jenseits der BRICS fördern und nutzen +++ Betrachtung Afrikas als Chancenkontinent

+++ Visapflicht abschaffen, wo immer möglich und Visabestimmungen vereinfachen, wo immer

machbar +++ Schutz geistiges Eigentum verbessern +++ Harmonisierung von Zertifizierung und

Standardisierung

Stärkung der transatlantischen Partnerschaft +++ Anstreben eines neuen Partnerschaftsabkommens

zwischen EU und Russland sowie einer weiteren Liberalisierung der Visaregelungen für Unternehmer

+++ Aufbau eines EU-weiten Ein-und Ausreiseregisters +++ Prüfung eines elektronischen Visumverfahrens

als Ausgleich für Lockerungen bei Visapflicht +++ Stärkung der Ostseezusammenarbeit und

Verstärkung der Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik +++ Strategische Partnerschaften

mit Schwellenländern +++ Ausbau der Beziehungen zu Regionalorganisationen wie ASEAN und

MERCOSUR

Aufstrebende Schwellenländer gewinnen politisch und wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung. Bei der

Lösung globaler Probleme wollen wir die großen Schwellenländer wie Brasilien, China, Indien, Mexiko,

Nigeria und Südafrika noch mehr einbinden, zum Beispiel im Rahmen der Gruppe der wichtigsten

Industrie- und Schwellenländer (G 20), und die Beziehungen zu Regionalorganisationen wie ASEAN

oder MERCOSUR ausbauen. Ob Sicherheitspolitik, Klimaschutz, Armutsbekämpfung oder Weltwirtschaft:

Viele der Herausforderungen auf diesen und weiteren Feldern können wir nur zusammen mit den großen

Schwellenländern meistern. Außerdem ist ein reger Wirtschaftsaustausch mit den dynamisch wachsenden

Volkswirtschaften von großer Bedeutung für sichere und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze bei uns. (S. 120)

Neubelebung und Stärkung transatlantischer Partnerschaft +++ enge Abstimmung und gemeinsame

Initiativen im Nahen Osten und der arabischen Welt +++ Entwicklung gemeinsamer transatlantischer

Strategien für den asiatischen Kontinent und den Pazifischen Raum +++ Angebot der Mittlerfunktion

für amerikanisch-russischen Dialog +++ Anstreben strategischer Partnerschaften zu aufstrebenden

Staaten +++ umfassende Modernisierungspartnerschaft mit Russland; Anstreben von Visaliberalisierung

+++ Bedeutungszunahme des afrikanischen Kontinents und der aufstrebenden Mächte in Lateinamerika

+++ Revitalisierung der EU-Zentralasienstrategie

Darüber hinaus wollen wir strategische Partnerschaften zu anderen aufstrebenden Staaten wie zum

Beispiel Brasilien, Indien, Südafrika oder China aufbauen beziehungsweise weiterentwickeln. Bereits

bestehende strategische Partnerschaften wie mit Russland müssen mit neuem Leben erfüllt werden.

Neben Asien mit seiner politischen und wirtschaftlichen Dynamik wird der afrikanische Kontinent in

unserer unmittelbaren europäischen Nachbarschaft an Bedeutung zunehmen. Das gilt auch für die aufstrebenden

Mächte in Lateinamerika. (S. 112/113)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

29

Erhöhung der Exportchancen der deutschen Wirtschaft durch Erschließung neuer aufstrebender Märkte

+++ Transparenz bei internationalen Verhandlungen zum Schutz des geistigen Eigentums +++ Ausbau

der internationalen rechtlichen Zusammenarbeit auf dem Feld des Rechtsexports mit Schwellen- und

Übergangsländern +++ Forderung nach intensiveren Verhandlungen zur Vernetzung des EU-Emissionshandels

mit bestehenden und geplanten Handelssystemen z.B. in Nordamerika, Korea und Australien +++

Ausbau der Beziehungen zu neuen Gestaltungsmächten +++ Gemeinsame Nutzung der Chancen der

Globalisierung mit China +++ Visafreiheit mit Russland, Türkei sowie östlichen und südlichen Nachbarn

der EU +++ großzügigere und flexiblere Handhabung der Visa-Vergabe +++ Afrika als Chancenkontinent;

Beförderung dessen Innovationskraft +++ Entwicklung von Partnerschaften im Bereich Erneuerbare Energien

mit Nordafrika +++ Unterstützung der demokratischen Kräfte in den Reformstaaten des Arabischen

Frühlings durch Angebote im Bereich Rechtsstaatsaufbau, Marktzugang, Bildung und Arbeit

Wir wollen die Exportchancen der deutschen Wirtschaft durch die Erschließung neuer aufstrebender

Märkte erhöhen. Dazu gehören insbesondere Länder, die bislang wirtschaftspolitisch und unternehmerisch

weniger beachtet wurden. Alle diese Länder verfügen über große Binnenmärkte und entwickeln sich

sehr dynamisch. Wir wollen dabei an die erfolgreiche Außenwirtschaftsoffensive der Bundesregierung

anknüpfen, die die Außenwirtschaftspolitik und ihr Instrumentarium neu ausgerichtet und gebündelt

hat. Ziel ist es, das Interesse deutscher Unternehmen für diese Länder zu stärken und sie tatkräftig zu

unterstützen. (S. 25)

Liberalisierung der europäischen und deutschen Visapolitik; Erleichterungen bei der Visavergabe,

dem Marktzugang und der Arbeitsmigration +++ Überprüfung von Visapflichten, insbesondere Aufhebung

Visumspflicht für Östliche Partnerschaft, Russland, Kosovo und Türkei +++ Betonung einer

wertebasierten Außen- und Sicherheitspolitik, die u.a. die demokratischen Reformbemühungen in der

arabischen Welt im Rahmen der EU-Nachbarschaftspolitik unterstützt +++ Unterstützung der Schwellen-

und Entwicklungsländer bei ihren Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel durch Technologietransfer

und das notwendige Know-how +++ Steigerung der Mitspracherechte Schwellen- und

Entwicklungsländer in Weltbank und IWF

Transnational agierende Unternehmen müssen in die globale Transformation eingebunden und durch

klare Regeln zur Einhaltung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards verpflichtet werden.

(S. 297/298.)

Verbindliche Regeln für multinationale Unternehmen in Hinblick auf soziale und demokratische Rechte

weltweit +++ gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung aller Zulieferer für deutsche Firmen

DIE LINKE fordert umfassende Visaliberalisierungen bzw. möglichst eine Aufhebung der Visumpflicht.

Wir fordern offene Grenzen für alle Menschen. (S. 78)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Friedolin Strack

Leiter der Abteilung Internationale Märkte

Telefon: 030 2028-1423

E-Mail: f.strack@bdi.eu


30 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Entwicklungszusammenarbeit

Globale Entwicklungsziele (MDGs) mit der Wirtschaft, insbesondere in Energie und Infrastruktur,

weiterentwickeln +++ Zusammenarbeit Entwicklungspolitik – Wirtschaft, einschließlich Mittelstand,

stärken +++ Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungspolitik weiter verzahnen +++ EZ-Programme

in Bereichen wie Energie, Infrastruktur, Berufliche Bildung, Gesundheitsinfrastruktur und Wasser

stärken +++ Entwicklung innovativer Finanzierungs- und Risikoabsicherungsinstrumente, insbesondere

für den Krankenhaus-Systemexport +++ Budgethilfe zurückfahren

Verbindliche Ziele der Entwicklungszusammenarbeit durch Weiterentwicklung der Milleniumsentwicklungsziele

und neue Nachhaltigkeitsziele +++ Unterstützung von Partnerländern beim Aufbau einer

sozial und ökologisch ausgerichteten Marktwirtschaft +++ Schlüsselbereiche nachhaltige Entwicklung

und Armutsbekämpfung +++ Unterstützung der Veränderungsprozesse insbesondere im südlichen

Mittelmeerraum, der östlichen Nachbarschaft, Subsahara Afrika +++ Hinwirken auf verantwortungsvollen

Umgang mit Rohstoffen in Förderländern +++ Stärkung der Zusammenarbeit zwischen deutscher

Wirtschaft und Entwicklungspolitik +++ Bekenntnis zu eigenständigem BMZ +++ Stärkung der Zusammenarbeit

zwischen GIZ und KfW +++ Festhalten am Ziel, 0,7 % des Bruttonationaleinkommens

für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, bei Effizienzsteigerung des

entwicklungspolitischen Instrumentariums

Wir wollen im Sinne einer sicheren und nachhaltigen Versorgung mit Rohstoffen auch in den Förderländern

auf den verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen hinwirken. Das gilt vor allem für die

Wahrung der Menschenrechte und die Einhaltung international anerkannter sozialer und ökologischer

Standards. (S. 22)

Aufbau einer kooperativen Weltordnung +++ Schaffung eines Globalen Rates der Vereinten Nationen

für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik +++ Stärkung der Stimmen von Entwicklungs- und

Schwellenländern in internationalen Finanz- und Wirtschaftsinstitutionen +++ Stärkung der multilateralen

Zusammenarbeit und der EU Entwicklungspolitik +++ Weiterentwicklung der Milleniumsentwicklungsziele

zu „Zielen der nachhaltigen Entwicklung“ +++ Berichtspflichten für transnationale

Unternehmen +++ Unterstützung des Auf- und Ausbaus des privaten Sektors in Partnerländern +++

Bekenntnis zu eigenständigem „Bundesministerium für globale Zusammenarbeit und nachhaltige

Entwicklung“ +++ Festhalten am 0, 7% Ziel, Bereitstellung von zusätzlich 1 Mrd. Euro jährlich für

Entwicklungszusammenarbeit

Auch global tätige Unternehmen tragen Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte. Wir setzen

uns ein für erweiterte Transparenzanforderungen für transnationale Unternehmen, insbesondere im

Rohstoffsektor, durch länder- und projektbezogene Berichtpflichten. (S. 116)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

31

Effizienz der Umsetzungsstrukturen der Entwicklungszusammenarbeit verbessern +++ Umsetzung

integrierter Entwicklungskonzepte u.a. in den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit +++

Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit auf 50 Länder +++ Afrika als Chancen-Kontinent

begreifen +++ liberale Entwicklungspolitik als Dreiklang aus Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft

+++ Ausbau der Kooperation mit der deutschen Wirtschaft, insbesondere Mittelstand +++ gemeinsam

mit dem Privatsektor Weiterentwicklung von innovativen Finanzierungsinstrumenten +++ Finanzierung

von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern +++ Defizite bei Millenniumsentwicklungszielen

angehen +++ Menschenrechts-Kontrolle für Entwicklungsprojekte +++ Kriterien für Budgethilfe in

europäischer Entwicklungspolitik verschärfen

In der Entwicklungszusammenarbeit wollen wir die Kooperation mit der Wirtschaft weiter ausbauen. Die

Voraussetzungen für Investitionen deutscher wie auch einheimischer Unternehmen und die Entwicklung

der lokalen und regionalen Märkte wollen wir durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen mit den

Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit erleichtern. (S. 25)

Entwicklungspolitik ist Teil einer globalen Strukturpolitik +++ Einsatz für klimaneutrale und ressourcenschonende

Wirtschaft, globale Gerechtigkeit und Menschenrechte +++ Unterstützung Schwellenund

Entwicklungsländer bei Klimaschutz durch Technologie- und Wissenstransfer +++ Verbesserung

des Medikamentenzugangs für Entwicklungs- und Schwellenländer +++ verbindliche soziale, ökologische

und menschenrechtliche Standards für transnationale Unternehmen, insbesondere im Rohstoffbereich

+++ Haftungsregelungen und Klagemöglichkeiten in Deutschland und der EU für Opfer schwerer

Menschenrechtsverletzungen +++ Milleniumsentwicklungsziele: Zusammenführen der Entwicklungsund

Umweltagenda +++ Weiterentwicklung des BMZ zu Ministerium für internationale Zusammenarbeit

und nachhaltige Entwicklung +++ Festhalten am 0,7 % Ziel, Bereitstellung von zusätzlich 1,2 Mrd.

Euro jährlich

Es geht um nichts weniger als um einen grundlegenden Umbau in der Weltwirtschaft, um eine Neuvermessung

des Verhältnisses von Ökonomie und Ökologie, von marktgetriebener Dynamik und politischer

Regulierung, von ressourcenschonender Produktion und gerechter Verteilung auch zwischen den Geschlechtern.

(…) transnational agierende Unternehmen müssen (…) durch klare Regeln zur Einhaltung

sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards verpflichtet werden. (S. 297/298)

Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit an den Interessen und Bedürfnissen des Südens +++

solidarische Wirtschafts-, Ressourcen- und Handelspolitik zur Bekämpfung von Armut und Hunger +++

Verpflichtungen für deutsche Konzerne, soziale und demokratische Rechte weltweit zu wahren +++

gesetzliche Regelungen für Transparenz und Rechenschaftspflicht, einschließlich Offenlegung aller Zulieferer

+++ Anhebung der deutschen Gelder für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 % des Bruttoinlandsproduktes;

zusätzliche Klimafinanztransfers auf 7 Mrd. Euro jährlich bis 2020

Wir fordern einen ehrlichen und solidarischen Wissenstransfer. Die Freihandelsabkommen der EU mit Entwicklungs-

und Schwellenländern dienen dagegen einseitig den Interessen transnationaler Konzerne. (S. 54)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Friedolin Strack

Leiter der Abteilung Internationale Märkte

Telefon: 030 2028-1423

E-Mail: f.strack@bdi.eu


32 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Forschung, Innovation und Technologie

Akzeptanz innovativer Technologien in der Gesellschaft fördern +++ Fachkräftemangel bekämpfen

+++ Forschungsförderung in Deutschland wertschöpfungsorientiert ausrichten +++ Einstieg in die steuerliche

Forschungsförderung für Unternehmen aller Größenklassen schaffen +++ breitenwirksame und

themenoffene Projektförderung für Mittelstand stärken +++ Wirtschaftsbeteiligung an EU-Forschungsförderung

steigern +++ Hochschulfinanzierung neu ausrichten und sichern +++ Zugang zu Schlüsseltechnologien

sichern +++ Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie verstärken

Unterstützung von Forschungsprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette +++ Steigerung

Anteil FuE am BIP +++ steuerliche Forschungsförderung; insbesondere zur Steigerung der Forschungsanstrengungen

des Mittelstands +++ zentrales Innovationsprogramm Mittelstand verstetigen +++ Verbesserung

steuerlicher Rahmenbedingungen für Investoren zur Unterstützung junger, wachstumsstarker

Unternehmen v.a. im High-Tech-Bereich +++ Schlüsselindustrie in Deutschland halten und ausbauen,

Zukunftstechnologien stärken +++ Weiterentwicklung der High-Tech-Strategie 2020 +++ bereichs- und

themenübergreifende Projekte fördern +++ „Open Innovation“-Initiative für Zugänglichmachung von

vorhandenem Wissen in Organisationen für Außenstehende +++ Risiko und Chancen neuer Technologien

diskutieren: Technikbegeisterung fördern +++ Digitalisierung der Gesellschaft vorantreiben +++

Entwicklung von Zukunftskonzepten für Industrie 4.0 +++ Ausbau der medizinischen Forschung und

der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung +++ Änderung Grundgesetz für Zusammenarbeit

Bund und Länder +++ Verlängerung des Paktes für Forschung und Innovation bis 2020 +++ Exzellenzinitiative

über 2017 hinaus fördern +++ Zusammenschlüsse von Unternehmen und Forschungseinrichtungen

fördern +++ EU-Mittel auf Reformen und Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung

und Technologie konzentrieren +++ Verstärkung der Anstrengungen für einen Forschungsraum Europa

„Horizon 2020“

Wir werden Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Labor bis hin zum Prototyp unterstützen.

(…) Mit der steuerlichen Forschungsförderung schaffen wir ein neues Instrument, das unseren

Unternehmen helfen soll, eigene Forschung voranzutreiben. (S.41)

FuE auf über 3 % am BIP steigern +++ neue Form der steuerlichen Forschungsförderung, die KMU

zugute kommt +++ Entwicklung von „High-End-Produkten“ und Wandel der Produktion +++ Ausweitung

der Fördermöglichkeiten bei Existenzgründungen von technologischen Innovationen auf sozial-innovative

Gründungen +++ Fortsetzung Pakt für Forschung und Innovation sowie Exzellenzinitiative

+++ Pakt „Gute Lehre“ ausbauen +++ Grundfinanzierung der Hochschulen stärken (Verfassungsrecht

ändern) +++ Transparenz und Partizipation von Forschungszielen, „Wissenschaftsforum“ mit Wissenschaftsfond

für Partizipation der Zivilgesellschaft beim BMBF schaffen

Für Deutschland stehen dabei die Entwicklung von „High-End-Produkten” und der Wandel in der Produktion

im Vordergrund. (…) Neben der Projektförderung wollen wir eine neue Form der steuerlichen

Forschungsförderung etablieren, die kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommt. (S. 27/28)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

33

Innovationskraft von Mittelstand und Industrie weiter stärken +++ Erhöhung der Zahl der forschenden

und innovativen Unternehmen +++ Investitionen in strategisch notwendige Forschungs- und Wachstumsfelder

+++ Einführung der steuerlichen Forschungsförderung im Rahmen der haushalterischen Möglichkeiten

+++ Entwicklung von Technologie- und Innovationsclustern durch die zielgerichtete Vernetzung

von Universitäten, Fachhochschulen und forschenden Einrichtungen mit möglichen Kapitalgebern

Im Zeichen der Haushaltskonsolidierung wollen wir in strategisch notwendige Forschungs- und Wachstumsfelder

investieren und eine steuerliche Forschungsförderung einführen. (S. 66)

Gezielte Förder- und Forschungsprogramme und zielgenaue ökologische Leitplanken oder Nachfrageimpulse

für neue Investitionschancen für Unternehmen +++ Stärkung der Forschung für nachhaltige

Entwicklung +++ unbürokratische 15 %-ige Steuergutschrift für Forschungsausgaben für Unternehmen

mit bis zu 250 Beschäftigten +++ nationales Kompetenzzentrum für tierversuchsfreie Methoden +++

Open Access als verpflichtende Bedingung für öffentliche Forschungsförderung +++ gesellschaftliches

Innovationsklima durch Entbürokratisierung und Beratung durch Lotsendienste fördern +++ inter- und

transdisziplinäre Forschung unterstützen +++ mindestens 1 Mrd. Euro jährlich mehr für Hochschulen

+++ Kooperationsverbot Bund-Länder aufheben +++ Mehr als 3 % des BIP für FuE (bis 2020 3,5 %)

+++ bundesweit einheitliche und verbindliche abschlussbezogene Bildungsstandards in allen Fächern

Eine 15 %ige Steuergutschrift für Forschungsausgaben für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten soll

die innovativen Kräfte kleiner und mittelgroßer Unternehmen unbürokratisch stärken, wofür wir allein

im Bundeshaushalt 200 Mio. Euro einplanen. (S. 66)

Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit orientieren

+++ verpflichtende Open-Access-Veröffentlichungen von steuerfinanzierten Forschungsergebnisse

+++ Offenlegungspflicht von Kooperationsvereinbarungen +++ Nutzbarmachung von urheberrechtlich

geschützten Werken für Bildung, Forschung und Lehre +++ Abschaffung des Bologna-Systems +++

Grundfinanzierung des öffentlichen Wissenschaftssystems gegenüber Drittmittelforschung deutlich stärken

+++ Exzellenzinitiative zugunsten der Hochschulförderung in der Breite ersatzlos auslaufen lassen

+++ neues Bundesforschungsgesetz

Aus diesem Grunde setzen wir uns für verpflichtende Open-Access-Veröffentlichungen(…) ein. (S. 37)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Gregor Strauch

Leiter der Abteilung Innovation und Gesundheitswirtschaft

Telefon: 030 2028-1562

E-Mail: g.strauch@bdi.eu


34 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Telekommunikation und Internet

Digitale Standortpolitik für Deutschland und der EU stärken +++ Ausbau der Breitbandinfrastruktur

effizient fördern, Investitionen und Wettbewerb stärken +++ Intelligente Netze für Industrie 4.0

voranbringen +++ zusätzliche Frequenzspektren für Breitbanddienste nutzen +++ IT-Sicherheit und

Datenschutz als Standortvorteil ausbauen +++ Datenschutz in der EU stärken +++ Cloud Computing

voranbringen +++ internationale Standards entwickeln +++ keine Diskriminierung, aber Differenzierung

des Datenmanagements im Internet +++ Immaterialgüterrechte zukunftsfest ausgestalten +++

digitale Chancen kommunizieren +++ Gründungs- und Kreativlandschaft mit industriellen Strukturen

verbinden +++ Medienregulierung an digitale Zukunft anpassen

Deutschland bis 2020 zum digitalen Wachstumsland Nr. 1 in Europa machen +++ flächendeckende

Breitbandversorgung bis 2018 +++ Förderfähigkeit des Breitbandausbaus durch EU-Mittel sichern,

Breitband im ländlichen Raum durch CEF unterstützen +++ bessere Nutzung der „Digitalen Dividende

II“ +++ Rahmenbedingungen für WLAN-Nutzung verbessern +++ Digitalisierung als politische

Querschnittsaufgabe +++ Forschung zu „Cloud Computing“ und „Big Data“ fördern +++ Konzepte für

Industrie 4.0 entwickeln, Chancen für Produktion und Logistik nutzen +++ verantwortungsbewusste

Datenpolitik, Deutschland als attraktiven Datenstandort entwickeln +++ gesetzlichen Handlungsbedarf,

beispielsweise für die Netzneutralität, prüfen +++ geeigneten Rechtsrahmen für digitale Gesellschaft

schaffen +++ Digitales Weißbuch, das Stand der Digitalisierung darstellt

Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie hängt (…) maßgeblich von der gelungenen Verschmelzung

von ITK mit klassischen Industriegütern ab, die sogenannte Industrie 4.0. Gerade in den traditionellen

Wirtschaftsbereichen wird die Digitalisierung immer stärker zum Wachstumsmotor. (S. 55)

Netzpolitik als Zukunftspolitik gestalten +++ Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur +++ kommunale

Anleihen für Ausbau von Breitbandnetzen +++ weiterer Ausbau Hochgeschwindigkeitsdatennetz +++

Zugang zum Internet als demokratisches Bürgerrecht +++ rechtlichen Ordnungsrahmen im Internet

und für soziale Netzwerke, wirksamer Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte +++ Meinungsvielfalt

und fairen Wettbewerb im Netz sichern +++ flächendeckende Breitbandversorgung durch

gesetzliche Universaldienstverpflichtung sichern ++ Netzneutralität gesetzlich verankern +++ Änderung

WLAN-Betreiberhaftung +++ Position des Urhebers stärken +++ Leistungsschutzrecht ablehnen

Deutschland braucht ein schnelles Internet – für alle und überall. Wir wollen deshalb rasch eine flächendeckende

Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen. Darüber hinaus werden wir den weiteren

Ausbau des Hochgeschwindigkeitsdatennetzes vorantreiben. (S. 34)

Flächendeckender Ausbau Breitbandkommunikation +++ modernes, technikfestes Datenschutzrecht +++

keine anlasslose Vorratsdatenspeicherung +++ Persönlichkeitsrechte im Netz stärken; Verhaltens- Nutzungs-

und Bewegungsprofile ohne Wissen und Willen der Betroffenen als Gefahr; „rote Linien“ für soziale

Netzwerke +++ Nutzungsbedingungen müssen verständlich formuliert sein +++ Erhalt der Netzneutralität

+++ Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber durch Änderung Betreiberhaftung +++ Kennzeichnung von

Volumentarifen +++ Grundversorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen inklusive Breitbandinternetanschluss;

dynamische Anpassung an wachsende Übertragungskapazitäten

Wir werden auch in Zukunft dafür eintreten, dass der Datenverkehr im Netz frei ist. Die Menschen in

Deutschland sollen sich nicht damit abfinden müssen, dass alle ihre Daten im Internet durch die Regierung

überwacht und analysiert werden. Netzneutralität ist als Grundprinzip der Telekommunikationsregulierung

anerkannt. Das heißt, dass es eine Diskriminierung von einzelnen Angeboten innerhalb einer

Dienstklasse nicht geben darf. Gleiches muss auch gleich behandelt werden. (S. 57)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

35

Netzpolitik als zentrales Zukunftsthema +++ flächendeckende Versorgung mit Breitbandanschlüssen

über verpflichtenden Universaldienst +++ flächendeckendes Glasfasernetz aufbauen +++ kostenfrei

nutzbare WLAN-Netzwerke ausbauen +++ gesetzliche Netzneutralität +++ digitalen Wandel, z.B.

durch intelligente Stromnetze und vernetzte Mobilität, nutzen +++ Internetfreiheit sichern, durch

Monopole und Oligopole bei zentralen Diensten sowie staatliche Überwachung bedroht +++ Start-ups

Kreativ- und Internetwirtschaft fördern +++ Umstellung auf freie Software in Behörden +++ Green-IT

fördern +++ globaler Kodex zur Sicherung der Freiheits- und Bürgerrechte im Internet +++ globale

Internet-Governance-Struktur zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung +++ neues Grundrecht auf

Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme +++ Erweiterung

Fernmeldegeheimnis nach Artikel 10 GG in umfassende Kommunikations- und Mediennutzungsgeheimnis

+++ Reform des EU-Datenschutzrechts unterstützen +++ Regelungen zur Einschränkung der

Datensammlung zur Erstellung von Kundenprofilen +++ Verbot von Cookies +++ keine Vorratsdatenspeicherung

und heimliche Online-Durchsuchung +++ Urheberrecht fair gestalten

Wie die Postzustellung bis in die abgelegenen Regionen unseres Landes geregelt ist, wollen wir auch den

Zugang zu einem Breitbandanschluss für alle Menschen über einen Universaldienst sicherstellen. (S. 190)

Breitband-Internetanschlüsse als gesetzlichen Universaldienst; gesetzliche Festschreibung von zunächst

10 Mbit/s +++ Sicherung Netzneutralität +++ Überführung Telekommunikationsnetze in öffentliches

oder gemeinwirtschaftliches Eigentum +++ Exportverbot für Software und Geräten, die Verfolgung von

Internetnutzern oder Errichtung von Internetsperren dienen +++ Rundfunkräte demokratisieren und

quotieren

Gemeinnützige Zusammenschlüsse in Landkreisen und Kommunen könnten den Netzausbau leisten und die

Anschlüsse entsprechend frei nachnutzbar gestalten. Um dies zu erleichtern, setzt sich DIE LINKE für eine

Streichung des Privatisierungsgebots im Telekommunikationssektor im Grundgesetz und in den EU-Richtlinien

ein. (S. 59)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Ben Möbius

Leiter der Abteilung Mobilität und Kommunikation

Telefon: 030 2028-1629

E-Mail: b.moebius@bdi.eu


36 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Verkehrspolitik

Infrastruktur, Innovationen und Intermodalität für nachhaltige Mobilität stärken +++ 14 Mrd. Euro in

die Bundesverkehrswege investieren +++ Prioritäten nach Nutzen-Kosten; Infrastrukturbericht +++

überjährige Finanzkreisläufe +++ ÖPP stärker nutzen +++ bessere , frühzeitigere Bürgerbeteiligung

+++ Planung und Genehmigung beschleunigen +++ Lärmschutz verbessern +++ neue Antriebstechnik

technologieoffen fördern +++ intelligente Verkehrssysteme vorantreiben +++ Luftverkehrsteuer

abschaffen +++ SES zügig umsetzen +++ wettbewerbsneutraler Emissionshandel im Luftverkehr +++

nationales Luftverkehrskonzept +++ mehr Wettbewerb auf der Schiene +++ optimierte Anreizregulierung

einführen +++ Hafenhinterlandanbindungen und seewärtige Zufahrten ausbauen

Mobilität als Voraussetzung für Wohlstand stärken +++ 25 Mrd.-Investitionsprogramm für Bundesfernstraßen

+++ ÖPP verstärkt nutzen +++ kein generelles Tempolimit auf Autobahnen +++ Ausbau europäischer

Verkehrsachsen +++ BVWP 2015 zügig fertigstellen +++ Prüfung Abschaffung Luftverkehrssteuer

+++ Aktionsplan „Güterverkehr und Logistik“ weiterentwickeln +++ Kombinierten Verkehr

fördern +++ wettbewerbsorientierte Eisenbahnregulierung, Missbrauchskontrolle durch BNetzA +++

LuFV weiterentwickeln +++ Festhalten am Modell des integrierten Konzerns +++ Stärkung See- und

Binnenhäfen sowie Wasserstraßen +++ Förderung Werftindustrie fortsetzen +++ Technologieoffenheit

bei Antriebstechnik; steuerliche Anreize; Pilotprojekte +++ intelligente Verkehrssysteme +++ Beseitigung

Ost/West-Infrastrukturungleichgewichte +++ bessere Bürgerbeteiligung +++ weniger Lärm,

Eisenbahntrassensanierung, Weiterentwicklung Fluglärmgesetz

Als eines der erfolgreichsten Länder beim Export von Gütern und Dienstleistungen sind wir auf leistungsstarke

Straßen- und Schienenverbindungen angewiesen. Wir wollen deshalb die Infrastruktur unseres

Landes stärken (…). (S. 7/8)

Gesellschaftlicher Konsens für Infrastruktur +++ bessere Mobilitätspolitik für Wohlstand und Lebensqualität

+++ höhere Investitionen in Bundesverkehrswege, inklusive Brücken +++ verkehrsträgerübergreifende

Netzplanung +++ Nationales Verkehrswegeprogramm, in das 80 % der Neu- und Ausbaumittel

fließen, Engpässe beseitigen +++ mehr Verkehr auf Schiene und Binnenschiff +++ Deutschland-Takt

+++ höhere Schienennetzinvestitionen; keine „Zerschlagung“, Privatisierung der Deutschen Bahn +++

Lärmschutz verbessern, Sanierungsmittel Schiene verdoppeln, wirksames lärmabhängiges Trassenpreissystem;

besserer Lärmschutz an Flughäfen und Straßen +++ Bürger früher und stärker in Planungsprozesse

einbinden +++ zwischen Bund und Ländern abgestimmtes Luftverkehrskonzept +++ höhere

Energieeffizienz des Verkehrs, weniger CO2-Ausstoss +++ Förderung neuer Antriebe und Kraftstoffe

sowie effizienter Organisation von Verkehr und Logistik

Unsere Verkehrssysteme sind heute chronisch unterfinanziert – es gelingt immer weniger, die Substanz zu

erhalten. Wir wollen ausreichend Mittel zuverlässig für die Bundesverkehrswege zur Verfügung stellen.

Auch für Brückenbauwerke im Straßen- und Schienenverkehr. (S. 33)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

37

Infrastruktur und Mobilität unverzichtbar für Herausforderungen der Globalisierung +++ bessere Verknüpfung

der Verkehrsträger +++ keine einseitigen Benachteiligung deutscher Unternehmen +++ Lärmschutz

verbessern +++ maßvolle Anpassung der LKW-Maut +++ Feldversuch Lang-LKW fortsetzen +++ kein

generelles Tempolimit +++ Effizienzsteigerungen konventioneller Motoren, bessere Rahmenbedingungen

für Elektromobilität +++ Verbleiben der Netz-Erträge im Schienennetz +++ Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag

auflösen +++ mehr Wettbewerb im Schienenverkehr +++ Trennung von Netz und

Betrieb +++ Ausbau Hafenhinterlandanbindungen, Wasserstraßen inkl. NOK +++ koordinierte Weiterentwicklung

der Flughafeninfrastruktur +++ Luftverkehrsteuer abschaffen +++ Emissionshandel Luftverkehr

wettbewerbsneutral

Eine bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur ist außerdem ein entscheidender Standortfaktor unserer Volkswirtschaft.

Wir bekennen uns deshalb zur Notwendigkeit, unsere Verkehrswege zu erhalten und weiter

bedarfsgerecht auszubauen. (S. 68)

Verkehrswende +++ Priorität für ÖPNV, Zufußgehen, Fahrrad, Elektroantrieb, Schienenverkehr +++

BVWP künftig als Bundesmobilitätsplan +++ Gender-Mainstreaming bei Verkehrsplanung +++ Güterverkehr

verlagern und vermeiden +++ 20 % weniger Treibhausgasemissionen bis 2020 +++ 2-Liter-Auto

bis 2025 (60g CO2/km) +++ Umstellung Eisenbahn auf erneuerbare Energien bis 2030 +++ kombinierten

Verkehr fördern +++ LKW-Maut als Logistikabgabe inkl. externe Kosten +++ Feldversuch

„Monstertrucks“ beenden +++ jährlich 1 Mrd. Euro mehr investieren in Ausbau des Schienennetzes mit

Lärmschutz +++ Abschaffung der Gewinnabführung der Infrastruktursparten an DB-Konzernmutter,

Gewinn ins Netz reinvestieren +++ Überführung Eisenbahninfrastruktur in unmittelbares Eigentum des

Bundes +++ Hafenhinterlandanbindungen und Binnenschifffahrt stärken +++ „ökologisch schädliche

Subventionen“ bei Flugverkehr und Dienstwagen beenden +++ generelles Tempolimit +++ Lärmschutz

durch Nachtflugverbot, Lärmprivilegien Bahn abschaffen, Sanierungsmittel für Straße und Schiene

verdoppeln +++ Nationales Flughafenkonzept +++ mehr Bürgerbeteiligung in Planungsverfahren;

Möglichkeit der direkten Abstimmung der Bürger über Großprojekte; Einführung Klagemöglichkeiten in

frühem Planungsstadium

(…) muss die Lkw-Maut zu einer Logistikabgabe weiterentwickelt werden, d. h. zukünftig auch die externen

Umweltkosten berücksichtigen und auf Lkw ab 3,5 Tonnen sowie auf alle Bundesstraßen ausgedehnt

werden. Wir wollen Fernbusse ebenfalls in die Mautpflicht aufnehmen. (S. 173)

Vorrang von Schiene und Schifffahrt im Güterverkehr +++ Schienenverkehrssektor ausschließlich

unter öffentlichem Einfluss +++ Ablehnung Bahnprivatisierung +++ weitgehende Verlagerung Flugverkehr

auf Schiene +++ EU-CO2-Grenzwert für Neuwagen max. 60 gr/km für 2025 +++ Importverbot

Argotreibstoff +++ Einführung Flugbenzinsteuer, Abschaffung MwSt.-Befreiung Auslandsflüge und

Anhebung Flugticketsteuer +++ Untersagung „Monster-Lkw“ +++ Nachtflugverbot +++ Tempolimit

120 km/h +++ Bürgerräte

Wir wollen Bürgerräte auf Bundes-, regionaler und kommunaler Ebene einführen, um die Entscheidungen

[Anm: zur umweltgerechten Mobilitätsplanung] zu demokratisieren. (S. 68)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Ben Möbius

Leiter der Abteilung Mobilität und Kommunikation

Telefon: 030 2028-1629

E-Mail: b.moebius@bdi.eu


38 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Sicherheitspolitik

Stärkung der Unternehmenssicherheit gegen Spionage und Organisierte Kriminalität +++ Schaffung

eines nationalen Wirtschaftsschutzkonzeptes +++ Erhöhung der IT-/Cybersicherheit auf Basis freiwilliger

Kooperation von Industrie und Staat +++ Stärkung eines gesellschaftlichen Sicherheitsbewusstseins

+++ Ausbau internationaler Sicherheitsstandards und -kooperationen +++ Definition nationaler

Sicherheitsinteressen +++ Stärkung der Sicherheitsforschung +++ Harmonisierung von Beschaffungsbedarfe

und Exportrichtlinien in der EU

Erhöhung Cybersicherheit +++ IT-Sicherheitsgesetz: Sicherstellen des Einhaltens von Sicherheitsmindeststandards

in allen kritischen Infrastrukturen sowie Verbesserung des Informationsaustauschs mit

den Behörden bei akuten IT-Sicherheitsvorfällen +++ Mindestdatenspeicherung regeln +++ Besserer

Schutz vor Industriespionage +++ internationale Sicherheitskooperationen ausbauen +++ Vorantreiben

der Sicherheitsforschung +++ weiterentwickelte gemeinsame EU-Sicherheitsstrategie +++ Schutz

von Handelswegen +++ Unverzichtbarkeit der deutschen wehrtechnischen Industrie +++ Angleichung

der Rüstungsexportrichtlinien in der EU

Deutsche Unternehmen werden zunehmend Opfer von Cyberspionage. Wichtige Forschungs- und Entwicklungsergebnisse

werden so ausgespäht. Wir wollen den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit

Arbeitsplätze in unserem Land vor gezielter Industriespionage besser schützen – u. a. durch Sicherheitspartnerschaften

und einen besseren Informationsaustausch zwischen Staat und Wirtschaft. (S. 117)

Ablehnung Privatisierung von Sicherheitsaufgaben +++ Beitrag der Unternehmen gegen Cyberangriffe

+++ stärker vergemeinschaftete, gemeinsame Außer- und Sicherheitspolitik der EU +++ neue Impulse

für konventionelle Abrüstung und Rüstungskontrolle +++ Rückkehr zu restriktiven Exportrichtlinien

bzgl. Rüstungsexporte; Ablehnung Rüstungsexporte in Krisenländer und Länder mit massiver Missachtung

und Verletzung Menschenrechte +++ keine Ausweitung Rüstungsexporte aus wirtschaftlichen

Gründen +++ Kontrolle möglicher Weitergaben aus Deutschland exportierter Waffen an Dritte +++

Ablehnen einer „überstürzten Entscheidung“ zur Beschaffung von Kampfdrohnen +++ Schaffung eines

parlamentarischen Kontrollgremiums für zentrale Waffenexportentscheidungen

Die so genannte Cyberkriminalität, also die Kriminalität im und aus dem Internet, steigt besorgniserregend.

Die IT-Abhängigkeit von Unternehmen, Staat und Bürgerinnen und Bürgern nimmt zu – und

damit auch das Schadenspotenzial. (…) Auch die Unternehmen müssen ihren Beitrag gegen Cyberangriffe

leisten. Wir wollen, dass sie Attacken melden, damit Polizei und Staatsanwaltschaft rasch Ermittlungen

führen können und so Schäden für die Unternehmen, die Kunden und letztlich die Volkswirtschaft

minimiert werden. (S. 99/100)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

39

IT-Sicherheit als Verantwortung der Wirtschaft +++ vertiefte Integration in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik

der EU +++ Verstärkung der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen im Rahmen des Weimarer

Dreiecks +++ Einrichtung einer ständigen Schaltstelle auf Ebene der Bundesregierung (Auswärtiges Amt)

zum Informationsaustausch und Koordinierung militärischer und ziviler Maßnahmen +++ Entwicklung

und Fortschreibung einer nationalen Sicherheitsstrategie als Beitrag zu einer EU-Sicherheitsstrategie +++

Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts zeitnah im direkten Anschluss an Berichtszeitraum +++

Ausbau der Kontrolle über weiteren Verbleib und Verwendung exportierter Waffen und Rüstungsgüter +++

Ausweitung Rüstungskontrolle auf neue Technologien der modernen Kriegsführung, z.B. Spionagesoftware

Digitale Angriffe auf öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen, etwa Energie- oder Wasserversorger,

auf Infrastrukturen wie Verkehrsbetriebe oder auf Finanzinstitute, können die Funktionsfähigkeit unserer

Gesellschaft fundamental beeinträchtigen oder zum Erliegen bringen. (…) Wir sehen vor allem die Wirtschaft

in der Verantwortung, durch Investitionen in IT-Sicherheit und gemeinsam vereinbarte Standards

zu Datensicherheit und Schutzmechanismen ihrer Verantwortung für die Informationsgesellschaft gerecht

zu werden. (S. 61/62)

Parlamentarische und zivilgesellschaftliche Kontrolle von Waffenexporten +++ Transparenz für Beschlüsse

des Bundessicherheitsrats über Rüstungsexportentscheidungen +++ Verpflichtung zur Offenlegung

von Spenden an Parteien und Mandatsträger für Unternehmen, die Antrag auf Genehmigung von

Rüstungsexporten stellen +++ neues Kontrollgesetz zur Begrenzung Waffenexporte +++ Verbot von Investitionen

in Streumunitionshersteller +++ Verzicht bzw. Reduzierung Rüstungsprojekte +++ kein Abbau

eines freien und offenen Internets unter Deckmantel der Cybersicherheit +++ Reform Waffenrecht

+++ restriktives Rüstungsexportgesetz mit konkreten, im Wege von Verbandsklagen justiziablen Kriterien

+++ Verbot von Rüstungsexporten an Staaten, die Menschenrechte nicht einhalten +++ Verbot von

Hermes-Bürgschaften für Rüstungsexporte und Exporte von Produktionslizenzen für Kriegswaffen an

Drittstaaten +++ gesetzliche Endverbleibskontrolle +++ Verzicht auf Drohnenanschaffung für Bundeswehr

+++ Abschaffung Bundessicherheitsrat; Einführung Entscheidung der gesamten Bundesregierung

im Konsensprinzip und umgehende Information an Parlament und Öffentlichkeit +++ Einsetzen eines

parlamentarischen Kontrollgremiums mit aufschiebendem Vetorecht bei Entscheidungen über sensible

Exporte zur Stellungnahme +++ Übertragung Zuständigkeit für Rüstungsexporte von BMWi auf AA

Es ist beispielsweise nicht hinnehmbar, dass deutsche Waffen an alle Welt verkauft werden – ohne ausreichende

parlamentarische und zivilgesellschaftliche Kontrolle. (S.20)

Verbot von Waffenexporten und Produktion von Rüstungsgütern +++ Umbau Rüstungsindustrie auf

zivile Produktion; Finanzierung Forschung zur Rüstungskonversion durch öffentliche Gelder wie durch

betroffene Privatwirtschaft und ihre Verbände +++ Beteiligungsverbot deutscher Unternehmen an internationalen

oder ausländischen Rüstungsunternehmen +++ Abschaffung EU-Rüstungsagentur; EU-weites

Verbot Rüstungsexporte

Wir wollen die Rüstungsindustrie auf zivile Produktion umbauen, so dass die Arbeit der Beschäftigten nicht

im Dienste von Krieg und Zerstörung steht. Statt Milliarden für Rüstung und Militär auszugeben, sollen alternative

Energien, der öffentlicher Verkehr mit neuen Verkehrssystemen und die öffentliche Daseinsvorsorge

ausgebaut werden. (S. 52)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Matthias Wachter

Leiter der Abteilung Sicherheit und Rohstoffe

Telefon: 030 2028-1579

E-Mail: m.wachter@bdi.eu


40 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Rohstoffpolitik

Abbau von Handels- und Wettbewerbsverzerrungen +++ Zugang zu heimischen energetischen und

nicht-energetischen Rohstoffe langfristig gewährleisten +++ Weiterentwicklung der Außenwirtschaftsinstrumente

zur Unterstützung der Rohstoffbezugssicherung +++ Umwelt- und Sozialstandards von

ausländischem Rohstoffabbau im Rahmen von Entwicklungspolitik verbessern +++ Steigerung der

Ressourceneffizienz durch Beratungsangebote für Unternehmen +++ Monitoring kritischer Rohstoffe

durch Deutsche Rohstoffagentur

Strategische Rohstoffpartnerschaften +++ Abschaffung von Exportbeschränkungen +++ Verankerung

des Themas Rohstoffversorgung und -verfügbarkeit in WTO-Verhandlungen und FTAs +++ Hinwirken

auf verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen in Förderländern +++ verstärkte Forschungsanstrengungen

zur Rohstoffsicherung +++ internationale Zusammenarbeit mit Rohstoffländern in der

Wissenschaft +++ Wiederverwendung und verstärkte Nutzung einheimischer Rohstoffe +++ Nutzung

heimischer Braunkohle als Grundstoff +++ Fracking: Ausschluss von Gefahren für Menschen und

Trinkwasser, Ablehnung von Gasgewinnung mittels gesundheitsgefährdender Chemikalien

Zur Sicherung einer stabilen Versorgung mit Rohstoffen setzen wir auf strategische Partnerschaften und

die Abschaffung von Exportbeschränkungen, die es derzeit in zahlreichen Ländern gibt. (…) Wir begrüßen

die Initiativen der deutschen Wirtschaft zum Aufbau einer Rohstoffallianz. Sie soll die Versorgung unserer

Wirtschaft mit Rohstoffen langfristig gewährleisten. Wir wollen diese Entwicklung mit verstärkten

Forschungsanstrengungen zur Rohstoffsicherung begleiten und dazu die internationale Zusammenarbeit

mit wichtigen Rohstoffländern im Wissenschaftsbereich stärken. (S. 21/22)

Unterbindung von Rohstoffspekulationen ohne realwirtschaftlichen Bezug +++ Fracking: Moratorium

bis Fracking ohne giftige Chemikalien möglich +++ länder- und projektbezogene Berichtspflichten für

transnationale Unternehmen, insbesondere im Rohstoffsektor

Es fehlen noch viele und grundlegende Informationen, um die Auswirkungen und Risiken der Fracking-Technologie

zu beurteilen. Wir setzen uns für einen Verzicht des Einsatzes von Fracking ein, bis

alle Risiken für Gesundheit und Umwelt bewertet und ausgeschlossen wurden. Dieses Moratorium soll

so lange gelten, bis Fracking-Methoden ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, die zu einer schädlichen

Veränderung des Grund- und Trinkwassers führen, zur Verfügung stehen. (S. 40)

Weitere Rohstoffpartnerschaften und Abbau Handelshemmnisse und Wettbewerbsverzerrungen +++

Unterstützung von Programmen zur Diversifizierung von Rohstoffbezugsquellen, Explorations- und Bergbaumaßnahmen

sowie Konzessionserwerb und -beteiligung +++ Unterstützung von KMU bei Rohstoffsicherung,

Verbesserung der Rohstoffeffizienz und Netzwerkbildung +++ Fracking: Chance für Gelingen der

Energiewende; Ausschluss Gefährdung von Grund- oder Trinkwasser – umfassendes Vetorecht für Wasserbehörden

+++ Eintreten für Freihandel und Zugang zu weltweiten Rohstoffmärkten +++ Einhaltung der

Menschenrechte in Rohstoffländern

Gleichzeitig wollen wir die Wirtschaft durch gezielte Programme weiter bei der Diversifizierung von Rohstoffbezugsquellen,

Explorations- und Bergbaumaßnahmen sowie Konzessionserwerb und Beteiligungen

unterstützen. Dazu zählen auch die Garantien für ungebundene Finanzkredite und Hermes-Deckungen

bei der Erschließung neuer oder schwieriger Märkte. Zudem wollen wir die Beratung und Unterstützung

insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Rohstoffsicherung, Verbesserung der Rohstoffeffizienz

und der Netzwerkbildung weiter verstärken. (S. 25)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

41

Ersatz endlicher Rohstoffe durch erneuerbare +++ geringere Verwendung und Recycling knapper

Rohstoffe sowie Ersetzung durch günstigere und umweltschonendere Rohstoffe +++ Ökosteuer auch für

nicht energetische Rohstoffe +++ Einhaltung von Umweltschutz und Transparenz bei konventioneller

Rohstoffförderung in Deutschland +++ Ablehnung Fracking +++ stärkere Kontrolle internationaler

Rohstoffmärkte +++ verbindliche soziale, ökologische und menschenrechtliche Standards bei Abbau,

Weiterverarbeitung und dem Handel von Rohstoffen sowie Transparenz im Rohstoffbereich

Grüne Rohstoffpolitik setzt neben Effizienz auf Recycling und verlässt sich nicht auf Importe von Rohstoffen

mit häufig zweifelhafter Herkunft. Recycling ist ohne chemische Prozesse in den seltensten Fällen

möglich. (S.51)

Angemessene Bezahlung von Rohstoffen +++ Forcierung ressourcensparender Produktion durch

Verteuerung Rohstoffe +++ Förderung der Verarbeitung von Rohstoffen in Herkunftsländern +++

Verpflichtung zu Energie- und Rohstoffmanagementsystemen+++ Verpflichtung zur Offenlegung aller

Zulieferer für deutsche Firmen, sowohl für Rohstoffe als auch Produktion +++ Etablierung Mengenregulierung

bei Import und Förderung ausgewählter Rohstoffe auf EU-Ebene +++ Abschaffung der Vorranggebiete

für Rohstoffsicherung im Bundesberggesetz +++ Einführung eines besonderen Nachweises

der Erforderlichkeit bei Rohstoffabbau unter besiedelten Gebieten +++ Verbot Fracking

Wenn die Bundesregierung von „deutschen Interessen“ spricht, sind fast immer wirtschaftliche Interessen

wie Rohstoffsicherung oder der Zugang zu Absatzmärkten gemeint. (…) DIE LINKE stellt sich gegen jede

imperialistische Politik und steht für eine konsequente Friedenspolitik. (S. 52)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Matthias Wachter

Leiter der Abteilung Sicherheit und Rohstoffe

Telefon: 030 2028-1579

E-Mail: m.wachter@bdi.eu


42 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Wettbewerb und Öffentliche Aufträge

Keine Einführung von Sammelklagen im Kartellrecht +++ Compliance-Bemühungen bußgeldmildernd

anerkennen +++ Anwendung des Kartellrechts auf öffentlich-rechtliche Gebühren +++ keine verschuldensunabhängige

Entflechtung +++ Rekommunalisierung eindämmen +++ Wettbewerbsgleichheit

kommunaler und privater Anbieter +++ Wettbewerb um öffentliche Aufträge ohne Ausnahmebereiche

+++ soziale und ökologische Anforderungen mit Auftragsbezug +++ Vergabeverfahren nicht zulasten

des Rechtsschutzes verkürzen +++ ÖPP und Privatisierung nicht ausschließen +++ nur verfassungskonformes

Korruptionsregistergesetz

Gegen schädliche Wettbewerbsverzerrungen und für faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen

in allen Ländern +++ schnellere Verfahren im Vergaberecht +++ verstärkte Nutzung der Möglichkeiten

von Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (ÖPP), wenn dadurch Kosten gespart und Projekte

schneller umgesetzt werden können +++ Entlastung energieintensiver Industrien im internationalen

Wettbewerb +++ für wettbewerbsfähige Beihilfesätze für Schlüsselindustrien im Osten des Landes +++

Trinkwasserversorgung und Entsorgung von Abwässern ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge; Art

der Durchführung bleibt Städten und Gemeinden vorbehalten +++ Zusammenarbeit zwischen Kommunen

stärken

Wir setzen uns gegen schädliche Wettbewerbsverzerrungen und für faire Wettbewerbsbedingungen für

unsere Unternehmen in allen Ländern ein. Auch der Mittelstand braucht faire Rahmenbedingungen im

weltweiten Wettbewerb. Deshalb werden wir bei der Schaffung der Rahmenbedingungen auf nationaler

Ebene die Auswirkung auf seine internationale Wettbewerbsfähigkeit im Blick behalten. (S. 20)

Berücksichtigung von Tariftreue, sozialen und ökologischen Kriterien bei der Anwendung des Vergaberechts

+++ Verbesserung der Kommunalisierung von Infrastruktureinrichtungen +++ keine Privatisierungen

insbesondere bei Behinderung des Zugangs zu öffentlichen Gütern; keine Privatisierungen gegen

Willen der Bürger +++ Herausnehmen der Wasserversorgung aus Konzessionsrichtlinie +++ Stärkung

der öffentlichen Daseinsvorsorge; faire Wettbewerbsregeln für öffentliche Unternehmen; kein Zwang zur

Privatisierung von Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung, Personennahverkehr, Flughäfen

und Flugsicherung, wichtiger Gesundheits- und Sozialdienste sowie öffentlich-rechtlicher Rundfunk

+++ Einrichtung eines bundesweiten Korruptionsregisters

Das Wettbewerbs- und Kartellrecht dient dazu, die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu

wahren. Wir werden bei Zusammenschlüssen von Unternehmen die Interessen der Verbraucher wahren.

Das Wettbewerbs- und Kartellrecht ist aber kein Wert an sich und muss mit anderen Interessen abgestimmt

werden, etwa im Gesundheitsbereich. (S. 15)

Stärkung des Wettbewerbsrechts einschließlich Möglichkeit der Entflechtung +++ Abbau von Bürokratie,

z.B. bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen +++ Staatsquote senken; Möglichkeiten der Privatisierung

prüfen; „Privat vor Staat“ +++ Beibehaltung von Ausnahmen von EEG-Umlage und Stromsteuer für energieintensiv

produzierende Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen

Monopole und Kartelle zerstören die Funktionsfähigkeit des marktwirtschaftlichen Systems. Deshalb fordern

wir Liberale eine Stärkung des Wettbewerbsrechts einschließlich der Möglichkeit der Entflechtung.

Das schafft Chancen, Perspektiven und Zukunft. (S. 14)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

43

Ausrichtung der Beschaffung durch öffentliche Hand auf innovative Produkte +++ Anbieter bei

übergroßer Marktmacht zur Aufgabe von Unternehmens- und Marktanteilen zwingen +++ Verhinderung

von Wettbewerbsvorteilen durch Verlagerung ökologischer und sozialer Kosten auf Umwelt und

Gesellschaft +++ Stärkung Bundeskartellamt bei Regulierung von oligopolistischen und monopolistischen

Märkten durch neue GWB-Novelle +++ Beendigung unfairer Wettbewerbsvorteile internationaler

Konzerne durch Steuergestaltungsmodelle +++ mehr Wettbewerb, mehr Preistransparenz und weniger

Macht für die großen Strom- und Mineralölkonzerne; mehr Wettbewerb auf dem Gasmarkt und Überwindung

der Bindung des Gaspreises an den Ölpreis +++ Privatisierungen nur im Ausnahmefall +++

Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit +++ Ablehnung Privatisierung Wasserversorgung

+++ Einführung von Kartellstrafen zur finanziellen Stärkung der Verbraucherarbeit, Überprüfung Verbandsklagerecht

für Verbraucherverbände +++ Einsetzen für Beobachtung von Verschmelzungen von

IT-Infrastruktur- und Inhalteanbietern durch BNetzA und BKartA +++ Prüfung eines automatischen

und rechtssicheren Ausschlusses von Dumpingangeboten im Vergabeverfahren

Wir wollen die Transformation der Wirtschaft auch über diesen Hebel stärker vorantreiben, indem die

öffentliche Hand bei der Beschaffung konsequenter auf innovative Produkte setzt. Diese Produkte und

Dienstleistungen, die von öffentlichen Stellen gekauft werden, sollen ökologisch nachhaltig und unter

menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, entsprechend den Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation

(ILO), produziert sein und den Kriterien des fairen Handels genügen. (S.52)

Überführung strukturbestimmender privater Unternehmen in öffentliches Eigentum +++ Verknüpfung

Vergabe öffentlicher Aufträge an Mindestlöhne und Einhaltung ortsüblicher Tarifverträge +++ Stoppen

von Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen und PPP-Projekte; Rekommunalisierung privatisierter

Bereiche der Daseinsvorsorge +++ Bürgerabstimmungen über Privatisierungen von Wasser und anderen

Gütern der Daseinsvorsorge +++ staatliche Hilfen für Wirtschaft nur im Tausch gegen entsprechende

Eigentumsanteile der öffentlichen Hand und der Belegschaften +++ Bevorzugung von im Eigentum der

Belegschaft stehende Unternehmen bei Vergabe öffentlicher Aufträge +++ Schaffung eines schärferen

Wettbewerbs- und Kartellrechts für Strom-, Gas- und Mineralölkonzerne

Unternehmen der Daseinsvorsorge, Finanzinstitute und strukturbestimmende Unternehmen der Energiewirtschaft

gehören schon längst in öffentliche Hand. Wir wollen strukturbestimmende Großunternehmen in

gesellschaftliche Eigentumsformen überführen. Das schließt das Ziel der Entmachtung der großen Stromkonzerne

ein. Sie müssen in öffentliches Eigentum überführt werden. Ihre Vergesellschaftung wird durch Rekommunalisierung

und Dezentralisierung der Energiewirtschaft erreicht, mit demokratischer Selbstverwaltung

und demokratischer Kontrolle. (S. 63)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Niels Lau

Leiter der Abteilung Wettbewerb,

Öffentliche Aufträge und Verbraucher

Telefon: 030 2028-1404

E-Mail: n.lau@bdi.eu


44 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Verbraucherpolitik

Vielfalt und Wettbewerb sind bester Verbraucherschutz +++ Unternehmen und Verbraucher teilen dasselbe

Interesse: gute Qualität, sichere Produkte und angemessene Preise +++ Überregulierung konterkariert

Konsumentensouveränität +++ keine staatliche Konsumlenkung durch Steuern und öffentliche

Pranger +++ kein Aktionismus bei der Umsetzung von EU Vorgaben +++ nachhaltige Verbraucherpolitik

am Maßstab der Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit orientieren

„Sachverständigenrat für Verbraucherpolitik“ +++ Online-Schlichter für Streitigkeiten bei Online-Einkäufen

+++ Ausbau Portal „Lebensmittelklarheit.de“ +++ Gütesiegel für Verbraucherfreundlichkeit

+++ Lebensmitteleigenkontrollsysteme der Unternehmen verbessern+++ EU-Frühwarnsystems für

Lebensmittelsektor +++ Gewinnabschöpfung bei kriminellen Handlungen im Lebensmittelbereich

+++ europaweit verpflichtende Herkunftskennzeichnung +++ „Transparenzoffensive Tierhaltung“

+++ „Bundesregionalprogramm“ +++ deutsches Verbraucherschutzniveau europaweit verankern +++

Nutzung persönlicher Daten nur mit ausdrücklicher Einwilligung +++ barrierefreier Tourismus +++

unabhängige Honorarberatung für Finanzprodukte +++ Vergleichsportal zu Bankgebühren

(..) werden wir einen „Sachverständigenrat für Verbraucherpolitik“ mit unabhängigen Experten und

Wissenschaftlern einrichten. Er soll regelmäßig einen „Lagebericht der Verbraucher“ mit Empfehlungen

an die Politik erstellen. (S. 98/99)

Erweiterung Berichtspflichten für Unternehmen zu sozialen und ökologischen Herstellungsbedingungen,

Haltung, Herkunft, Eigenschaften, Inhalten von Produkten +++ Ampelkennzeichnung +++

Veröffentlichung Lebensmittelüberwachungsergebnisse auch ohne Grenzwertüberschreitungen +++

Hygieneampel +++ Sachverständigenrat für Verbraucherfragen +++ Ablehnung Gentechnik +++

VIG: Informationsanspruch gegenüber Unternehmen +++ Werbe– und Sponsoringverbot in Kindergärten

und Schulen +++ Aufgabenerweiterung BaFin, BNetzA und BLE auf Verbraucherpolitik +++

„Verbraucher-Ombudsperson“ +++ Verpflichtung zu sicherem Onlinebanking ohne Mehrkosten +++

Recht auf Girokonto+++ Deckelung Dispozinsen und Gebühren für Bankautomaten +++ unabhängige

Honorarberatung und Verpflichtung zum Angebot von Nettotarifen +++ „Marktwächter“ für Finanzen,

Gesundheit, Lebensmittel, Energie, digitale Welt +++ Hinweisgeberschutzgesetz +++ Einziehung von

Unrechtsgewinnen +++ Änderung Ressortzuständigkeiten für Verbraucherpolitik

Wir wollen klare Aussagen über Herkunft, Eigenschaften und Inhalte von Produkten und Dienstleistungen,

schnell vergleichbare Informationen, wie die Ampelkennzeichnung für Nährwerte bei Lebensmitteln.

Unternehmen sollen die sozialen und ökologischen Bedingungen in der Herstellung offenlegen. (S. 15)

Keine Werbeverbote und Konsumsteuern +++ Prozesskennzeichnung bei Verarbeitung gentechnisch

veränderter Organismen +++ Bekämpfung Obsoleszenz durch Vorgabe technischer Normen +++ Kennzeichnung

von Daten-Volumentarifen +++ Preistransparenz für mobile Auskunftsdienste +++ bundesweite

Standards für Lebensmittelkontrolle +++ keine Werbeverbote und Handelsbeschränkungen legal handelbarer

Erzeugnisse +++ Klassifizierung von Finanzprodukten +++ Verbesserung Fahrgastrechte +++ Verbesserung

Standards der EU-Spielzeugrichtlinie +++ Ausbau Verbraucherbildung +++ Stützung Verbraucherorganisationen

+++ Streitwertdeckelung im Urheberrecht für Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch

Liberale Verbraucherpolitik wendet sich gegen politische Bevormundung durch Formen der Konsumsteuerung.

Deshalb lehnen wir eine Ausweitung von Werbeverboten oder die Einführung spezifischer Konsumsteuern ab.

Schlupflöcher für Betrüger und Abzocker schließen wir. Denn effizienter Verbraucherschutz ist die Wirtschaftspolitik

für jedermann. Eine funktionierende Marktwirtschaft braucht das Vertrauen der Marktteilnehmer zueinander.

Deshalb verteidigt effizienter liberaler Verbraucherschutz die redlichen Unternehmer gegen die „windigen“. (S. 62)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

45

Verbraucherportal „Unternehmenscheck“ +++ unabhängige Marktwächter +++ Gütesiegel und Infopflichten

für Finanz- und Altersvorsorgeprodukte +++ Deckelung Dispo- und Überziehungszinsen

+++ Verwendung Kartellstrafen für Verbraucherarbeit +++ Verbandsklagerecht für Verbraucherverbände

+++ Ermöglichung von Gruppenklagen +++ Sachverständigenrat für Verbraucherfragen +++

unabhängige Verbrauchervertretung +++ Verlängerung Gewährleistungsfristen; Beweislast für Mangel

bei Verkäufer +++ Ablehnung Gentechnik und Nanopartikel in Lebensmitteln und Kosmetika +++

Verschärfung Gentechnikgesetz +++ Ausweitung Kennzeichnungen über Haltungs- und Herstellungsbedingungen,

Inhaltsstoffe, Herkunft von Lebensmitteln +++ Ampelkennzeichnung, Hygienebarometer

+++ VIG: Informationsrechte gegenüber Unternehmen +++ Einschränkung der Datensammlung für

Kundenprofile +++ Schlichtungsstelle für Fahrgäste +++ ausnahmslos kostenlose Telefonwarteschleifen

Die Grundvoraussetzung für bewussten Konsum ist, dass Unternehmen verpflichtet werden, ihre ökologischen

und sozialen Produktionsbedingungen einschließlich ihrer vorgelagerten Lieferketten zu dokumentieren

und offenzulegen. Nur so können VerbraucherInnen und NGOs die grünen Aussagen von Unternehmen

bewerten und seriöse Unternehmungen von unseriösem Greenwashing unterscheiden. (S. 181)

Verlängerung Garantie- und Gewährleistungspflichten +++ Produktrücknahmepflicht nach Ablauf des

Lebenszyklus +++ Verbot von Fracking, Agro-Gentechnik, Biopatente und Biopiraterie +++ Stärkung

Kostenbeteiligung Lebensmittelwirtschaft bei Lebensmittelkontrollen +++ Ampelkennzeichnung +++

Ausweitung VIG auf alle Dienstleistungen und Auskunftsanspruch gegenüber Unternehmen +++

Verbot Tierversuche für Kosmetika und Arzneimittel +++ Finanz-TÜV +++ Ausweitung Werbeverbot

für Tabakprodukte +++ Verbot aggressiver und regelmäßiger Printwerbung +++ Abschaffung privater

Krankenversicherung +++ Deckelung Dispozinsen +++ kostenfreies Grundkontingent an Strom +++

Strompreismoratorium bis zur Einrichtung Energiebeirat

Wir wollen die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber den Unternehmen stärken.

Dabei geht es nicht nur um Informationsrechte, sondern auch darum, klare gesetzliche Vorgaben und

Regulierungen gegenüber den Unternehmen und eine öffentliche Kontrolle der Märkte durchzusetzen:

angefangen bei sicheren Lebensmitteln über Telekommunikation und Internet, Finanzdienstleistungen,

bezahlbare Wohnungen, die Versorgung mit Wasser und Energie bis zu einem kundenfreundlichen öffentlichen

Nah- und Fernverkehr. (S. 71)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Niels Lau

Leiter der Abteilung Wettbewerb,

Öffentliche Aufträge und Verbraucher

Telefon: 030 2028-1404

E-Mail: n.lau@bdi.eu


46 BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Bundestagswahl 2013 kompakt

Gesundheitswirtschaft und Gesundheitspolitik

Deutschland zum Leitmarkt und Kompetenzzentrum für Gesundheitswirtschaft machen +++ Gesundheitssystem

deregulieren +++ Wettbewerb und marktwirtschaftliche Elemente im Gesundheitssystem

fördern +++ Eigenverantwortung der Versicherten und Patienten stärken +++ Vernetzung der Forschungs-,

Wirtschafts- und Gesundheitspolitik angehen +++ schnelle Prüfverfahren sicherstellen +++

medizinische Innovationen anerkennen und schnell zum Patienten bringen +++ telemedizinische

Infrastruktur ausbauen

Gesundheitswirtschaft als eine der innovativsten Branchen in Deutschland +++ technische und rechtliche

Voraussetzungen für Ausbau Telemedizin +++ Ablehnung staatliche Einheitsversicherung +++

Wettbewerb Krankenkassen +++ neue Chancen durch Bio- und Gentechnologie

Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den innovativsten Branchen in Deutschland. Die hohe Wertschöpfung

und Exportorientierung der Branche bieten gute Voraussetzungen, auch in Zukunft einen wichtigen

Beitrag zum Wohlstand in unserem Land zu leisten. Angesichts des medizinisch-technischen Fortschritts,

einer alternden Bevölkerung und eines zunehmenden Gesundheitsbewusstseins wird dieser Wirtschaftszweig

auch weiterhin auf Wachstums- und Beschäftigungskurs bleiben. Das gilt auch für die Telemedizin,

in der wir eine gute Möglichkeit sehen, unser leistungsfähiges Gesundheitssystem auf hohem Niveau

weiterzuentwickeln. (S. 77)

Einführung Bürgerversicherung; einheitliches Versicherungssystem mit einheitlicher Honorarordnung

für gesetzliche und private Krankversicherungen +++ solidarische Wettbewerbsbedingungen zwischen

Krankenkassen +++ umfassendes Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz +++ verstärkte

Anstrengungen bei Tabakprävention +++ Qualitätssteigerung medizinische Versorgung +++ Stärkung

Nutzgedanken bei Arzneimitteltherapien, diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie

Medizinprodukten +++ Ausbau unabhängige Überprüfung, Kontrolle und Versorgungsforschung bei

Medizinprodukten

In pharmakologischen und medizintechnischen Innovationen stecken erhebliche Potenziale für die Verbesserung

von Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten sowie für die wirtschaftliche

Prosperität unseres Landes. (S. 75)

Förderung technischer Assistenzsysteme und weiterer telemedizinischer Anwendungen +++ Abbau haftungsrechtlicher

Vorgaben für den Einsatz telemedizinischer Anwendungsfälle +++ Abschaffung Budgetmedizin

und Einführung Kostenerstattungsprinzip in gesetzlicher Krankenversicherung +++ Absage an

Einheitskasse mit Einheitsversorgung für Einheitspatienten +++ Ausbau Beitragsautonomie der Krankenkassen

+++ stärkerer Fokus auf Altersmedizin bei medizinischer Forschung

Wir befürworten den stärkeren Einsatz von Telemedizin und den Abbau von haftungsrechtlichen Vorgaben

für den Einsatz telemedizinischer Anwendungsfälle. Der Einsatz technischer Assistenzsysteme

ermöglicht Älteren und Kranken ein besseres Leben. (S. 39)


BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

47

Bürgerversicherung unter Einbeziehung aller Bürger und Einkommen; Angebot durch gesetzliche

und private Krankenversicherungen bei gemeinsamer Honorarordnung +++ Verbesserung Sicherheit,

Wirksamkeit und Nutzen von Medizinprodukten; Registrierungs- und Veröffentlichungspflicht für

Pharmaunternehmen für Arzneimittelstudien/-resultate +++ Ausbau Forschungsprojekte zur Arzneimittelverträglichkeit

++ Offenlegung von Abhängigkeiten von Drittmittelgebern +++ Verbesserung des

Medikamentenzugangs für Entwicklungs- und Schwellenländer +++ Anstreben Angleichung der Preisregulierung

und Regelungen zur Qualitätstransparenz für Arzneimittel innerhalb der EU +++ Schaffung

„Stiftung Warentest“ im Gesundheitswesen +++ Präventionsgesetz +++ Einführung und Anwendung

telemedizinischer Dienste

Sicherheit, Wirksamkeit und Nutzen von Medizinprodukten müssen verbessert werden. Dazu gehören ein

europaweit einheitliches staatliches Zulassungsverfahren für Hochrisikoprodukte, strenge Vorgaben für

klinische Studien, ein Medizinprodukteregister und eine bessere Nutzenbewertung neuer Untersuchungsund

Behandlungsmethoden. Notwendig ist zudem eine Produkthaftpflicht für Medizinproduktehersteller.

(S. 126)

Solidarische Gesundheitsversicherung für alle +++ Abschaffungen von Zuzahlungen und Zusatzbeiträgen

+++ Reduzierung der privaten Versicherungen auf Zusatzleistungen +++ Begrenzung Arzneimittelpreise

+++ Entwicklung von flexiblen, preiswerten und dezentralen IT-Lösungen im Gesundheitswesen

Wir treten für eine effektive Begrenzung der Arzneimittelpreise ein. Die verantwortlichen Behörden sollen

diese Preise festsetzen. Die Einführung einer Positivliste ist überfällig: Alle sinnvollen Medikamente

müssen vollständig erstattet werden – teure Medikamente, die nur scheinbar neu sind, gehören dagegen

nicht in den Leistungskatalog. (S. 20)

Ihr Ansprechpartner im BDI:

Dr. Gregor Strauch

Leiter der Abteilung Innovation und Gesundheitswirtschaft

Telefon: 030 2028-1562

E-Mail: g.strauch@bdi.eu


48

BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Bundestagswahl 2013 kompakt

Impressum

Herausgeber:

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)

Breite Straße 29

D-10178 Berlin

T: 030 2028-0

www.bdi.eu

Gesamtredaktion:

Judith C. Nikolay, Dr. Thomas Koenen

Fotos:

Cover: © Anticiclo - Fotolia.com

Gestaltungskonzept:

Michel Arencibia

www.man-design.net

Stand:

August 2013

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine