Sparkasse. Mit dem Blick für Herne. - Herner Sparkasse

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Sparkasse. Mit dem Blick für Herne. - Herner Sparkasse

Mit dem Blick für

B Herne.

B den Sport.

B die Kunst und die Kultur.

B die Bildung und die Erziehung.

Sparkasse. Mit dem Blick für das Wesentliche.

Impressum

Herausgeber: Herner Sparkasse, Berliner Platz 1, 44623 Herne

Redaktion: Dirk Plötzke, Jörg Velling (Herner Sparkasse)

Gestaltung: Stadtmarketing Herne GmbH

Fotos: Herner Sparkasse, Stefan Kuhn, Deutscher Sparkassenverlag

Druck: Blömeke Druck SRS GmbH, Herne


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Auf einen Blick.

Die Herner Sparkasse

2008 2007

B Geschäftsvolumen 1.654,7 Mio. EUR 1.639,0 Mio. EUR

B Bilanzsumme 1.640,8 Mio. EUR 1.624,0 Mio. EUR

B Kundeneinlagen 1.202,4 Mio. EUR 1.256,7 Mio. EUR

B Kreditvolumen 829,6 Mio. EUR 824,4 Mio. EUR

B Kunden-Depotvolumen 376,6 Mio. EUR 279,6 Mio. EUR

B Bilanzgewinn 1,5 Mio. EUR 1,5 Mio. EUR

B Mitarbeiter 454 459

B davon Auszubildende 29 30


Inhalt

Herner Sparkasse · Geschäftsbericht 2008

Sparkasse. Mit dem Blick für das Gemeinwohl. 07

Mit dem Blick für Herne. 09

Mit dem Blick für den Sport. 11

Mit dem Blick für die Kunst und die Kultur. 13

Mit dem Blick für die Bildung und die Erziehung. 15

Organe 16

Lagebericht 17

Bericht des Verwaltungsrates 43

Jahresabschluss 44

Bilanz 46

Gewinn- und Verlustrechnung 48

Anhang zur Bilanz 49

Herner Sparkasse. Mit dem Blick auf ihre Geschäftsstellen. 64

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Vorwort

Sparkasse.

Mit dem Blick für das Gemeinwohl.

Sehr geehrter Kunde,

sehr geehrter Geschäftsfreund,

Vertrauen, Sicherheit und Stabilität – das bietet die Herner Sparkasse den Menschen in der Region seit 1867.

Als verlässlicher Partner und fairer Finanzdienstleister vor Ort nimmt die Herner Sparkasse ihre Aufgabe

mit großer Verantwortung wahr.

Angesichts der Situation an den Finanzmärkten und in der deutschen Bankenlandschaft zeigt sich gerade

in der heutigen Zeit: Gut, dass es Sparkassen gibt!

Denn Sparkassen arbeiten nach einem bewährten und stabilen Geschäftsmodell. Dieses ist eng auf die

Realwirtschaft ausgerichtet und hat die Versorgung aller Bevölkerungsgruppen der Region sowie der

mittelständischen Wirtschaft und der Kommune mit kreditwirtschaftlichen Leistungen zum Ziel.

Wir machen Geschäfte, die wir verstehen, mit Menschen, die wir kennen. Deshalb ist die Herner Sparkasse

nicht direkt von der Finanzmarktkrise betroffen und kann auch in diesen turbulenten Zeiten über

einen positiven Geschäftsverlauf berichten.

Mit diesem vom Investment Banking weit entfernten Geschäftsmodell leben und erfüllen wir unseren öffentlichen

Auftrag. Dieser liegt im Bereich des allgemeinen öffentlichen Interesses, insbesondere der Gemeinnützigkeit

sowie sozialer, wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer, struktureller und kommunalpolitischer Ziele.

Diese Zielsetzungen spiegeln sich sowohl im Handeln der Herner Sparkasse als auch im Engagement

der „Bildungs- und Erziehungsstiftung der Herner Sparkasse“ sowie der „Herner Sparkassenstiftung für

Kunst und Kultur“ wider.

Mit ihrer lokalen Verankerung übernimmt die Sparkasse Verantwortung für Herne und die wirtschaftliche

Entwicklung in der Region.

Bei unseren Kunden und Geschäftsfreunden bedanken wir uns für die gute Zusammenarbeit und das

entgegengebrachte Vertrauen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der Herner Sparkasse möchten wir unseren Dank für die gute geleistete Arbeit aussprechen.

Mit dem Blick für das Gemeinwohl wird sich die Herner Sparkasse auch in Zukunft als der vertrauensvolle

Partner für umfassende Finanzdienstleistungen vielfältig in Herne engagieren.

Hans-Jürgen Mulski Antonio Blanquez

a Der Vorstand der Herner Sparkasse (v. l.): Hans-Jürgen Mulski (Vorsitzender), Antonio Blanquez (Mitglied)

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Sparkasse.

Mit dem Blick für Herne.

Sparkasse.

Mit dem Blick für Erziehung.

Als Unternehmen, das in einem sozialen Kontext steht, nimmt die Herner Sparkasse ihre wirtschaftliche

und gesellschaftliche Verantwortung vor Ort sehr vielfältig und gemeinwohlorientiert wahr.

Mit ihrer Wirtschaftskompetenz berät und unterstützt die Sparkasse Betriebe vor Ort bei der Verwirklichung

ihrer unternehmerischen Ziele. Dabei ist sie der wichtigste Finanzpartner des Mittelstandes in

Herne. Die Finanzierung der regionalen Wirtschaft und die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung

mit Finanzdienstleistungen gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Herner Sparkasse.

Aufgrund ihres öffentlichen Auftrages ist die Herner Sparkasse in besonderem Maße mit den Menschen

in Herne verbunden. Mit ihrem Stiftungsengagement fördert sie vor allem die gesellschaftliche Entwicklung

in der Region.

Unsere „Bildungs- und Erziehungsstiftung“, die „Herner Sparkassenstiftung für Kunst und Kultur“ sowie

langfristige Förderungen stärken das soziale Umfeld nachhaltig. Vielen Gruppen der Gesellschaft kommt

das soziale Engagement der Herner Sparkasse zugute: Gefördert werden zum Beispiel Projekte in Kindergärten

und Schulen, Initiativen für behindertengerechtes Wohnen sowie verschiedene Sportveranstaltungen

und Vereine in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Herne e. V.

Alles in allem belief sich das Fördervolumen der beiden Stiftungen auf eine Summe von mehr als 70.000

Euro. Zusätzlich wurden knapp 45.000 Euro aus dem PS-Zweckertrag für zehn gemeinnützige Einrichtungen

in Herne zur Ausschüttung bereitgestellt. Darüber hinaus engagierte sich die Herner Sparkasse

durch umfangreiche Spenden für gemeinnützige, karitative und soziale Einrichtungen.

Mit dem Blick für Herne liegen die Schwerpunkte unseres Förderengagements in den Bereichen Kultur,

Soziales, Sport sowie der Wirtschafts- und Wissenschaftsförderung.

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Sparkasse.

Mit dem Blick für die Kultur.

Sparkasse.

Mit dem Blick für den Sport.

Als wichtiges Bindeglied der Gesellschaft stärkt der Sport den Zusammenhalt und schafft Vorbilder. Deshalb

unterstützt und fördert die Herner Sparkasse den Sport und sorgt für die notwendigen Rahmenbedingungen

zur Leistungsentwicklung: in der Nachwuchsförderung, im Breiten- und im Spitzensport.

Die Herner Sparkasse steht in engem Kontakt mit dem Stadtsportbund Herne e. V., der als Dachorganisation

die Mittelzuwendungen der Sparkasse für den Sport an die Vereine und Institutionen in Herne

weiterleitet.

Die Basis für Erfolge im Spitzensport wird mit der Beteiligung der Herner Sparkasse an der Nachwuchsleistungsförderung

gelegt. Jungen Sporttalenten und verschiedenen Vereinsprojekten werden mit den

Fördermitteln die geeigneten Rahmenbedingungen für die weitere Leistungsentwicklung geboten.

Neben den verschiedenen Spenden- und Sponsoringaktivitäten sind auch der alljährlich stattfindende

St. Martini City Lauf sowie der Silvesterlauf traditionell eine feste Größe in der Sparkassen-Förderung.

Mit dem Blick für den Sport fördert die Herner Sparkasse damit diejenigen, die andere mit ihrer Leistung

und Begeisterung mitreißen.

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Sparkasse.

Mit dem Blick für die Kunst

und die Kultur.

Sparkasse.

Mit dem Blick für die Kunst.

Die Kunst- und Kulturförderung stellt eine wichtige Säule des gesellschaftlichen Engagements der Herner

Sparkasse dar. Als verlässlicher und kompetenter Partner in der Kulturförderung engagiert sich die

Herner Sparkasse in vielen kulturellen Bereichen. Die Kulturförderung umfasst dabei unter anderem die

Bereiche Musik, Tanz, Malerei oder Fotografie.

Die Bandbreite der Förderung ist vielfältig: Ausstellungen, wie zum Beispiel „schuhtick“ im LWL-Museum

für Archäologie, oder Projekte, wie der Sonderauftritt der Comedian Harmonists in Herne, wurden 2008

ebenso unterstützt wie das Europakonzert oder die Tage Alter Musik.

Das Ziel der „Herner Sparkassenstiftung für Kunst und Kultur“ ist es dabei, Konzerte, Kunstwerke und

Ausstellungen vor Ort zu fördern und sie den Menschen zugänglich zu machen. Dabei sollen Kunst und

Kultur verstärkt in das breite Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden.

Für die Finanzierung des künftigen zentralen Shoah-Denkmals auf dem Willi-Pohlmann-Platz hat die

Stiftung in 2008 die Kostenübernahme zugesagt.

Mit „Jugend musiziert“ liegt ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Nachwuchsförderung. Der Nachwuchswettbewerb

ist nur ein Beispiel für das Engagement der Herner Sparkasse, die es sich zum Ziel

gesetzt hat, junge Künstler bei ihren ersten Schritten in Richtung einer erfolgreichen Karriere zu unterstützen.

Mit dem Blick für die Kunst und die Kultur handelt die Sparkasse damit unter dem Aspekt des nutzenstiftenden

Gemeinwohls in Herne.

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Sparkasse.

Mit dem Blick für die Bildung.

Sparkasse.

Mit dem Blick für die Bildung

und die Erziehung.

Für die Herner Sparkasse haben Aktivitäten, die der Verbesserung der Chancen und Perspektiven für Kinder,

Jugendliche und Familien dienen, einen hohen Stellenwert. Dieser bedeutende Bestandteil unseres

gesellschaftlichen Engagements zeichnet sich durch eine breite Förderung von Bildung, Forschung und

Wissenschaft aus.

Unter anderem wurde die Einrichtung einer Trainingswohnung für Schülerinnen und Schüler der Schule

am Schwalbenweg sowie der Robert-Brauner-Schule von der „Bildungs- und Erziehungsstiftung der

Herner Sparkasse“ gefördert. Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in Wohn- und Alltagssituationen

werden hier in Form eines realitätsnahen Wohntrainings vorbereitet und eingeübt.

Auch das von der Stadtbibliothek Herne getragene Projekt „SommerLeseClub – Schock Deine Lehrer, lies

ein Buch“, wird von der Stiftung gefördert. Hierbei sollen Schülerinnen und Schüler dazu animiert werden,

in den Sommerferien Bücher zu lesen. Das zugleich vom Kultursekretariat des Landes Nordrhein-

Westfalen unterstützte Projekt erfreut sich einer stetig wachsenden Beliebtheit.

Zur Bildungsförderung der Sparkasse gehört auch der Sparkassen-SchulService. Mit didaktisch aufbereiteten

und praxisbezogenen Materialien wird der alltägliche Umgang mit wirtschaftlichen Themen ebenso

gefördert wie die Vermittlung von wichtigen Grundlagen für das spätere Berufsleben.

Mit dem Blick für die Bildung und die Erziehung unterstützt die Herner Sparkasse die Vermittlung von

Bildungsinhalten, das Bereitstellen von Lernmöglichkeiten und die Ausbildung von Fähigkeiten im gesellschaftlichen

Kontext.

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Organe

Der Verwaltungsrat

Horst Schiereck, Vorsitzender

Mitglieder

Dr. Frank Dudda, stellvertretender Vorsitzender

Jürgen Nolte, stellvertretender Vorsitzender

Manfred Judel

Willy Lehmann

Egbert Lewicki

Manuela Lukas

Elisabeth Müller

Gerd Pieper

Markus Schlüter

Norbert Schwanengel

Jörg Thielemann

Erika Wagner

Petra Wobig

Armin Wolf

Der Kreditausschuss (ab Dezember 2008 Risikoausschuss)

bestehend aus dem Vorsitzenden und vier Mitgliedern des Verwaltungsrates

Der Vorstand

Hans-Jürgen Mulski, Vorsitzender

Antonio Blanquez, Mitglied


Lagebericht

Mit dem Rückblick auf 2008

und dem Ausblick auf 2009.


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Lagebericht

A. Darstellung der Sparkasse

Die Herner Sparkasse mit Sitz in Herne entstand

durch Fusion der beiden vormals selbstständigen

Sparkassen Herne und Wanne-Eickel zum

01.01.1977.

Die Vorgängersparkasse Herne wurde im Jahre

1867 als Sparkasse der Gemeinden des Amtes

Herne gegründet, die ehemalige Sparkasse Wanne-Eickel

hat ihre Wurzeln in den Amtssparkassen

Wanne und Eickel, die 1902 ihre Geschäftstätigkeit

aufnahmen.

Die Sparkasse ist beim Amtsgericht Bochum unter

der Nummer A 5098 im Handelsregister eingetragen.

Gemäß § 1 Abs. 1 Sparkassengesetz Nordrhein-

Westfalen (SpkG NW n. F.) ist die Sparkasse eine

Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied

des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes,

Münster, und über diesen dem Deutschen

Sparkassen- und Giroverband e. V., Berlin

und Bonn, angeschlossen.

Träger der Sparkasse ist die Stadt Herne, eine

Gebietskörperschaft des öffentlichen Rechts. Die

Stadt Herne ist ebenfalls Mitglied des Westfälisch-

Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes.

Das Geschäftsgebiet der Sparkasse ist das Gebiet

der Stadt Herne sowie das Gebiet der angrenzenden

Städte und Kreise.

Die Sparkasse ist Mitglied im bundesweiten

Haftungs verbund der Sparkassen-Finanzgruppe

(siehe dazu B. 2.).

Die Sparkasse ist im Gebiet der Stadt Herne neben

der Hauptstelle Herne und der Niederlassung

Wanne-Eickel mit insgesamt 14 Geschäftsstellen

und einem ImmobilienCenter vertreten. Insgesamt

21 Geldautomaten stehen den Kunden in 13

Geschäftsstellen und an zwei weiteren externen

Standorten für Auszahlungen, teilweise auch für

Einzahlungen, ständig zur Verfügung.

B. Wirtschaftliche und rechtliche

Rahmenbedingungen im Jahre 2008

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1. Welt, Europa, Deutschland

Die Weltwirtschaft befindet sich seit dem Herbst

des Jahres 2008 im Abschwung, nachdem sich

das Konjunkturklima weltweit bereits seit dem

Frühjahr des Berichtsjahres deutlich abgekühlt

hatte. Zur Verstärkung der Abwärtstendenzen trugen

mehrere Faktoren bei. Vor allem der weltweite

rohstoffbedingte Inflationsschub, die Preisturbulenzen

auf den Immobilienmärkten einiger Länder

sowie die drastischen Auswirkungen der globalen

Finanzmarktkrise sorgten für eine deutliche

Verlangsamung der weltweiten Produktion. Die

Zuspitzung der Finanzmarktkrise seit September

2008 trübte zudem den konjunkturellen Ausblick

auf das Folgejahr zusätzlich ein. Das Zusammenbrechen

mehrerer großer Banken in den USA sowie

die staatlichen Stützungsmaßnahmen sorgten

für massive Verunsicherung auf den Geld- und Kapitalmärkten,

wobei die realwirtschaftlichen Konsequenzen

dieser Entwicklung noch immer nicht

genau prognostizierbar sind.

Zu einer starken Belastung für die wirtschaftliche

Entwicklung führte der Inflationsschub, zu dem es

infolge des drastischen Anstiegs der Rohstoffpreise

gekommen war, wobei sich insbesondere die

Preise für Nahrungsmittel massiv erhöhten. Die

privaten Haushalte reagierten auf die Inflationsentwicklung

mit einer ausgeprägten Konsumzurückhaltung,

die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum

auswirkte.

Dämpfend auf die Weltkonjunktur wirkten auch

die Marktkorrekturen vorangegangener Übertreibungen

an den Immobilienmärkten insbesondere

in den USA, Großbritannien und Spanien. Im Zuge

des Verfalls der Hauspreise reduzierten sich auch

die Bauinvestitionen und bewirkten damit einen

negativen Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche

Produktion und die Einkommensentwicklung in


diesen Ländern. Der mit den Preisbereinigungen

einhergehende Vermögensverlust bei den Immobilienbesitzern

reduzierte ferner die Anschaffungsneigung

für andere Konsumgüter.

Im September 2008 erreichten die Erschütterungen

im globalen Finanzsystem eine neue Dimension.

Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman

Brothers beschädigte das Vertrauen in die

Stabilität von Banken und Versicherungen so

massiv, dass die Kreditbeziehungen zwischen den

Finanzinstituten nahezu zum Erliegen gekommen

sind. Damit verbunden war eine Verschlechterung

der Finanzierungsbedingungen vor allem für Unternehmen

und Privathaushalte, was sich in einer

Verlangsamung der Investitions- und Konsumausgaben

bemerkbar machte. Die Notenbanken und

Regierungen reagierten weltweit mit Liquiditätshilfen

und Zinssenkungen und sorgten damit für

Lösungen für die teilweise gravierenden Solvenzprobleme

der Banken und trugen damit zu einer

teilweisen Wiederherstellung des Vertrauens in

den Finanzsektor bei.

Vor allem in den Vereinigten Staaten dominierte

die Finanz- und Immobilienkrise die konjunkturelle

Entwicklung. Die Beschränkungen in der

Kreditvergabe wirkten sich negativ auf die Investitions-

und Konsumnachfrage aus, so dass die

Wirtschaftspolitik weit reichende Maßnahmen in

unterschiedlichen Bereichen ergreifen musste, um

auf die entstandene Negativdynamik zu reagieren.

Ein umfangreiches Konjunkturprogramm zusammen

mit kumulierten Leitzinssenkungen um 425

Basispunkte sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt

der USA im Jahr 2008 noch immerhin mit

einem Wachstum um 1,5% prognostiziert wird.

In Japan zeigten sich ebenfalls die Auswirkungen

der internationalen Finanzkrise, jedoch war das

Bankensystem zunächst vergleichsweise gering

von den Turbulenzen betroffen. Eine nachlassende

Auslandsnachfrage und die geringe Konsumneigung

der Privathaushalte, die nach Jahren der

Deflation mit deutlich gestiegenen Verbraucher-

Lagebericht

preisen konfrontiert waren, sorgten für eine insgesamt

schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung

mit einer Wachstumsrate von 0,7% im Jahr

2008. Im ersten Halbjahr des Jahres 2008 zeigte

sich die wirtschaftliche Entwicklung in den meisten

Schwellenländern anhaltend stabil. Seit dem

Spätsommer des Berichtsjahres hat sich diese Situation

jedoch grundlegend verändert. Die schwächere

Weltkonjunktur bewirkte eine teilweise drastische

Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität in

den asiatischen Schwellenländern, so dass in einigen

Staaten internationale Stützungsaktionen von

anderen Regierungen oder von Organisationen

initiiert wurden.

Auch im Euro-Raum setzte sich die positive wirtschaftliche

Entwicklung im Jahr 2008 nicht weiter

fort. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes

liegt mit 1,2% deutlich unter dem Ergebnis der

beiden vorangegangenen Jahre. Länder, die im

Vorfeld selbst einen Immobilienboom erlebt hatten,

wie z. B. Spanien und Irland, waren deutlich

von der Korrektur der Immobilienpreise betroffen.

Zeitlich verzögert bekamen andere Staaten, u. a.

Deutschland und Österreich, die indirekten Folgen

der Krise in Form einer ausländischen Nachfrageschwäche

zu spüren.

Die Finanzkrise findet ihren Niederschlag in hohen

Abschreibungen, einem schwindenden Vertrauen

der Banken untereinander und einer gesunkenen

Liquidität im Bankensektor. Staatliche Stützungsmaßnahmen

zur Stabilisierung der Märkte, z. B.

durch (Teil-)Übernahmen von Banken, belasteten

die öffentlichen Haushalte. Trotz der spürbar gestiegenen

Inflationsraten – bedingt durch den bis

zur Jahresmitte stark gestiegenen Ölpreis und

Verteuerungen bei den Lebensmitteln – senkte

die EZB im Zuge der Finanzkrise die Leitzinsen

deutlich von 4,0% auf 2,5%, um das Vertrauen der

Verbraucher und Konsumenten zu stärken.

Sowohl privater Verbrauch als auch die Bruttoanlageinvestitionen

gingen dennoch im Jahresverlauf

zurück, so dass sich in Verbindung mit den

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20

Lagebericht

weniger dynamischen Exporten ein eher trübes

Bild abzeichnete. Die Situation der öffentlichen

Haushalte war geprägt von der einsetzenden konjunkturellen

Abschwächung und der Finanzkrise.

Geringere Steuereinnahmen, höhere Sozialausgaben

und hohe Aufwendungen zur Stabilisierung

des Finanzsektors führten zu einer Erhöhung der

Defizitquote im Euroraum von 0,6% auf 1,3%.

Die deutsche Konjunktur befand sich am Jahresanfang

2008 noch in einer recht soliden Verfassung.

Hierzulande war der wirtschaftliche Aufschwung

nicht von einer überhitzten Entwicklung

im Immobilienbereich begleitet und ebenso ging

die Konjunktur nicht mit einer starken Expansion

der Kreditfinanzierung einher. Die Jahre des

konjunkturellen Aufschwungs wurden von den

Unternehmen in Deutschland zur Bereinigung

der Bilanzen und zum Aufbau einer beachtlichen

Eigenfinanzierungsquote genutzt. Neben den Impulsen

aus dem umfangreichen Exportgeschäft

wirkten die Ausrüstungsinvestitionen als ein weiteres

Standbein.

Binnenwirtschaftliche Impulse, insbesondere vom

privaten Konsum, blieben im gesamten Jahresverlauf

eher schwach. Die Zurückhaltung der inländischen

Konsumenten lässt sich auf die Preissteigerungen

auf den Rohstoffmärkten vor allem

für Energie und Nahrungsmittel zurückführen. Die

Tariflohnerhöhungen des Berichtsjahres wurden

inflationsbedingt weitgehend aufgezehrt, so dass

eine spürbare Belebung der Konsumausgaben

ausblieb.

Auch die deutsche Bankenlandschaft litt unter der

Zuspitzung der Finanzkrise im Herbst 2008. Das

Vertrauen innerhalb des Banken- und Versicherungssektors

wurde massiv geschädigt, so dass

die Politik in Deutschland sich veranlasst sah, mittels

des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes die

realwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise

einzudämmen. Kern des Gesetzes ist die Einrichtung

eines Finanzmarktstabilisierungsfonds, dem

die folgenden Instrumente zur Verfügung stehen:

Garantien für wechselseitige Kreditgewährung,

Beteiligung durch Zuführung von Eigenkapital

und Übertragung von risikobehafteten Bilanzpositionen

an den Fonds. Im Zuge der Stabilisierungsmaßnahmen

ist festzuhalten, dass sich die Kreditvergabekonditionen

der Banken in Deutschland

nur geringfügig verschärft haben. Eine Kreditrationierung

oder gar eine Kreditklemme ist bislang

nicht zu beobachten.

Im Kapitalmarktbereich verringerte sich die Umlaufrendite

von 4,34% zum Jahresende 2007 im

Zuge der Finanzmarktkrise zum Jahresschluss

2008 auf 2,86%. Das kurzfristige Zinsniveau zog

bedingt durch die Liquiditätskrise im Jahresverlauf

deutlich an, so dass sich eine inverse Zinsstruktur

ergab.

1.2. Regionale und lokale

Wirtschaftsentwicklung

Im ersten Halbjahr 2008 wies die Wirtschaft in

Nordrhein-Westfalen nach Berechnungen des

Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung

(RWI) noch ein Wachstum von 2,4% auf.

Unter dem Eindruck des weltweiten Konjunktureinbruchs

sank dieser Zuwachs in der zweiten Jahreshälfte

jedoch auf 0,5%. Insgesamt entspricht

dies dem Bundesdurchschnitt. Wachstumsmotor

waren zunächst die Exportwirtschaft und die Investitionsgüterindustrie,

die – wie auch die Inlandsnachfrage

– in den letzten beiden Quartalen 2008

einbrachen. Grund hierfür war die internationale

Konjunkturabschwächung, der sich auch die Wirtschaft

in NRW nicht entziehen konnte. Insgesamt

wird eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes

um 1,5% im Berichtsjahr für NRW prognostiziert.

Ausdruck der positiven Wirtschaftsentwicklung im

ersten Halbjahr ist eine auf 8,5% gesunkene Arbeitslosenquote

in 2008 (2007: 9,5%).

Die Wirtschaft im Ruhrgebiet startete mit viel

Kraft in das Jahr 2008. Die Geschäftslage hat sich

nach dem Konjunkturbericht 2009 der Industrie-

und Handelskammern im Ruhrgebiet während

des Berichtsjahres jedoch deutlich abgekühlt.


Ausschlaggebend hierfür waren eine schwächere

Weltkonjunktur, hohe Rohstoff- und Energiepreise,

der starke Euro sowie die Finanzmarktkrise mit

ihren Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

Dennoch belegt die Umfrage, dass die befragten

Unternehmen zu Beginn des Jahres 2009 keine

Kreditklemme verspürten. Während rund 18% der

Unternehmen über verschlechterte Kreditkonditionen

aufgrund von veränderten Bonitäten berichteten,

meldeten 70% unveränderte und 11%

sogar verbesserte Kreditbedingungen.

Nach Angaben der IHK Mittleres Ruhrgebiet kann

das Fundament der Ruhrwirtschaft zum Jahresbeginn

2009 als robust bezeichnet werden. Die Unternehmen

haben in den Vorjahren investiert und

ihre Wettbewerbsposition ausgebaut. Ein stabiles

Preisniveau, die gestoppte weitere Aufwertung

des Euro sowie gesunkene Ölpreise zum Ende des

Berichtsjahres trugen zu dieser Entwicklung bei.

Jedoch ist für 2009 mit einem fortgesetzten konjunkturellen

Abschwung und rezessiven Entwicklungen

zu rechnen.

Daher fallen die Erwartungen der Ruhrwirtschaft

Anfang 2009 skeptisch aus. Produktionskapazitäten

sind unausgelastet und Investitionsbudgets

werden zurückgefahren. Nach dem Abbau von Arbeitslosigkeit

in den Vorjahren wird in diesem Jahr

mit Beschäftigungsrückgängen gerechnet.

Der IHK-Konjunkturklimaindex, der auf einer Umfrage

bei rund 900 Unternehmen mit annähernd

180.000 Beschäftigten basiert, untermauert diese

Erwartungen. Lag der Indikator im Herbst 2008

noch bei 108 Punkten (Vorjahr: 122 Punkte), hat

sich dieser gegen Ende des Berichtsjahres auf 78

Punkte verringert. Damit verzeichnete er den bisher

stärksten Rückgang innerhalb eines halben Jahres.

Lagebericht

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

Im Berichtsjahr wurde das neue Sparkassengesetz

für Nordrhein-Westfalen im Landtag verabschiedet

und veröffentlicht. Mit der Neufassung des Gesetzestextes

wurden neben einigen redaktionellen

Anpassungen auch bedeutende Veränderungen

für die Sparkassen wirksam. Die Sparkassenverordnung

als gesetzesähnliche Vorschrift zur Konkretisierung

der Geschäfte der Sparkassen wurde

mit Verkündung des neuen Sparkassengesetzes

aufgehoben. Teilweise sind Vorschriften im neuen

Gesetz aufgegangen.

Gesetzlich kodifiziert ist nunmehr der Kontrahierungszwang

der Sparkassen zur Führung von Girokonten,

der sich bislang nur aus der Sparkassenverordnung

hat begründen lassen. Zu den

wesentlichen Neuerungen im Sparkassengesetz

zählen die Veränderung in der Organstruktur

(Wegfall des Kreditausschusses als Organ; Ersatz

durch den Risikoausschuss als Ausschuss des

Verwaltungsrates), die Möglichkeit des Trägers

zur Bildung von nicht fungiblem Trägerkapital,

die Veränderung hinsichtlich der Verwendung des

Jahresüberschusses, die Beleihung der WestLB

AG mit der Funktion als Sparkassenzentralbank sowie

die Aufsichtszuständigkeit durch das Finanzministerium

des Landes Nordrhein-Westfalen.

Zur Stärke der Sparkassen-Finanzgruppe trägt der

Haftungsverbund wesentlich bei. Das überregionale

Sicherungssystem gewährleistet, dass im

Bedarfsfall ausreichend Mittel zur Verfügung stehen,

um die Forderungen der Kunden und das Institut

selbst zu schützen. Daneben besteht für die

Sparkassen in Westfalen-Lippe ein Reservefonds

auf regionaler Ebene mit der WestLB AG und der

Westdeutschen Immobilienbank AG.

Die Ratingagentur Moody´s hat der Sparkassenorganisation

im Januar 2008 ein Verbundrating von

Aa2 erteilt. Dabei hebt Moody‘s mit Blick auf die

gemeinsame Stellung der Sparkassen die Stärke

ihres attraktiven Geschäftsmodells, ihre stabile

21


22

Lagebericht

und dominierende Stellung im Privatkunden- und

Mittelstandsgeschäft, ihr insgesamt günstiges Risikoprofil

und ihre soliden fundamentalen Finanzdaten

positiv hervor. Im April 2008 wurde darüber

hinaus den Mitgliedern des Haftungsverbundes

der Sparkassen-Finanzgruppe, also den Sparkassen,

Landesbanken und Landesbausparkassen,

von der kanadischen Ratingagentur Dominion

Bond Rating Service (DBRS) die im Januar 2007

erteilte Ratinguntergrenze (Floor) von A (high) für

langfristige Verbindlichkeiten bestätigt. Diese Ratingnote

ist vergleichbar mit einem Niveau von A1

bei der Agentur Moody‘s. Auf Antrag kann diese

Bewertung – als Mindestbewertung – auch jeder

einzelnen Sparkasse zugewiesen werden.

Die Praxis hat gezeigt, dass die tatsächlichen Auswirkungen

des Wegfalls der Gewährträgerhaftung

im Jahr 2005 auf die Sparkasse gering sind. Die

Sparkasse als lokal tätiges Kreditinstitut refinanziert

sich vorrangig aus dem Kundengeschäft.

Darüber hinaus im Einzelfall benötigte Mittel werden

regelmäßig innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe

oder am nationalen Markt beschafft. Die

öffentlich-rechtliche Trägerschaft der Stadt Herne

wird auch künftig die Sparkasse bei der Erfüllung

ihrer Aufgaben unterstützen.

Seit dem 1. Januar 2008 werden die Ende Dezember

2005 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

bekannt gegebenen Mindestanforderungen

an das Risikomanagement (MaRisk)

umgesetzt. Die MaRisk ersetzen und ergänzen die

in der Vergangenheit erlassenen Mindestanforderungen

der Bankenaufsicht an das Betreiben von

Handelsgeschäften (MaH), die Ausgestaltung der

Internen Revision (MaIR) und für die Organisation

des Kreditgeschäfts (MaK). Bezüglich der eingeräumten

Entlastungen und Gestaltungsspielräume

sind die neuen MaRisk unmittelbar wirksam geworden;

für die über die bisherigen Regelungen hinausgehenden

Anforderungen hatte die Sparkasse

von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, diese bis

spätestens zum 01.01.2008 umzusetzen. Zeitgleich

erlangten die Solvabilitätsverordnung (SolvV) sowie

die Liquiditätsverordnung (LiqV) Gültigkeit.

C. Geschäftspolitische Strategie

Die Sparkasse ist ein Wirtschaftsunternehmen des

Trägers Stadt Herne mit der Aufgabe, der geld-

und kreditwirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung

und der Wirtschaft, insbesondere des in

der Satzung definierten Geschäftsgebiets und des

Trägers zu dienen.

Die Kreditversorgung dient vornehmlich der Kreditausstattung

des Mittelstandes sowie der wirtschaftlich

schwächeren Bevölkerungskreise. Die

Geschäfte werden unter Beachtung des öffentlichen

Auftrags nach kaufmännischen Grundsätzen

geführt. Die Gewinnerzielung ist nicht Hauptzweck

des Geschäftsbetriebes.

D. Darstellung und Analyse des

Geschäftsverlaufs

1. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Das Geschäftsvolumen der Sparkasse entwickelte

sich wie in den Vorjahren auch im Jahr 2008 in

einem durch einen starken Konditions- und Preiswettbewerb

geprägten Umfeld recht moderat. Angesichts

des anhaltend schwierigen Wettbewerbsumfelds

und der Rahmenbedingungen ist die Spar-

kasse mit den erzielten Geschäftsergebnissen im

abgelaufenen Jahr 2008 insgesamt zufrieden.

Die positive Entwicklung des konjunkturellen Umfeldes

zu Jahresbeginn schlug sich in einer erhöhten

Kreditnachfrage nieder, jedoch wurde das zu Jahresbeginn

geplante Wachstumsziel von 1,8% nicht vollständig

erreicht. Das zu Jahresbeginn angestrebte

Wachstum bei den Kundeneinlagen von 0,4% wurde

ebenfalls verfehlt, wobei die Bestandsrückgänge bei

den bilanzwirksamen Einlagen zumindest teilweise

durch den Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft mit

Kunden kompensiert werden konnten. Das Provisionsgeschäft

belebte sich wie auch im Jahr 2007

deutlich, so dass das geplante Wachstum der Provisionserlöse

sogar übertroffen wurde.


Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr 2008 von

1.624,0 Mio. EUR auf 1.640,8 Mio. EUR. Unter Einbeziehung

der Avalkredite wuchs das aus Bilanzsumme

und Eventualverbindlichkeiten bestehende

Geschäftsvolumen von 1.639,0 Mio. EUR auf

1.654,7 Mio. EUR.

2. Kreditgeschäft

Im Gegensatz zu den Vorjahren sind im Berichtsjahr

2008 die Kreditbestände (Kundenforderungen,

Treuhandkredite, Wechsel und Avale) unter Berücksichtigung

der Risikovorsorge um 0,6% auf 829,6

Mio. EUR (Vorjahr: -4,4%) gestiegen. In unseren

ursprünglichen Planungen zu Beginn des Jahres

2008 gingen wir von einem Wachstum in Höhe von

1,8% aus.

Getragen wurde die positive Entwicklung von einer

deutlichen Steigerung der mittelfristigen Kredite

um 14,5 Mio. EUR und damit um 36,9% (Vorjahr:

-16,8%).

Erhöhungen der Bestände ergaben sich ferner bei

den langfristigen Krediten (um 1,4 Mio. EUR/0,2%)

sowie bei den übernommenen Bürgschaften (um

1,3 Mio. EUR/6,1%). Eine negative Bestandsentwicklung

stellte sich hingegen bei den kurzfristigen

Ausleihungen (um 8,1 Mio. EUR/11,4%) und den

Wechselkrediten (um 0,8 Mio. EUR/79,2%) ein. Die

Bestände im gewerblichen Kreditgeschäft (+3,3%)

konnten insgesamt ausgeweitet werden, während

sowohl bei den Privatpersonen (-0,5%) als auch bei

den Forderungen an öffentliche Haushalte (-56,4%)

rückläufige Kreditvolumina zu verzeichnen sind.

Im Berichtsjahr setzte sich die Belebung des Kreditneugeschäfts

fort. Mittels der neuen Ausleihungen

wurden die hohen Tilgungsleistungen

kompensiert und die Gesamtbestände leicht ausgeweitet.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich

die Darlehensauszahlungen im kurz-, mittel- und

langfristigen Geschäft insgesamt um 2,9% auf

126,1 Mio. EUR (Vorjahr: +14,8%). Dabei verzeichneten

sowohl die Auszahlungen an Privatperso-

Lagebericht

nen (um 2,7% auf 55,1 Mio. EUR) als auch an gewerbliche

Kreditnehmer (um 20,3% auf 70,7 Mio.

EUR) teils deutliche Zuwächse.

Bei den Darlehenszusagen offenbarte sich eine

noch positivere Tendenz. Im Berichtsjahr wurden

Kreditmittel im Volumen von insgesamt 142,1 Mio.

EUR (Vorjahr: +16,5%) zugesagt. Zum Jahresende

2008 beläuft sich der Bestand der zugesagten und

noch nicht in Anspruch genommenen kurz-, mittel-

und langfristigen Darlehen auf 28,4 Mio. EUR.

Der Trend zu rückläufigen Darlehenszusagen für

die Finanzierung des Wohnungsbaus (Neubau,

Kauf/Erwerb) konnte im Berichtsjahr 2008 gebrochen

werden. Während im Jahr 2007 35,7 Mio.

EUR für diese Zwecke zugesagt wurden, erhöhte

sich dieser Wert im Berichtsjahr um 35,3% auf

48,3 Mio. EUR.

Die zumindest in der ersten Jahreshälfte 2008 positive

konjunkturelle Entwicklung schlägt sich somit

auch bei der Sparkasse in den Zahlen des Kreditneugeschäfts

nieder. Sowohl private Haushalte

und Unternehmen steigerten die Kreditnachfrage.

Inwiefern sich dieser Trend im Zuge der erwarteten

wirtschaftlichen Entwicklung des Jahres 2009

fortsetzt, bleibt abzuwarten.

Der Anteil der Kundenforderungen (ohne Avale) an

der Stichtagsbilanzsumme sinkt geringfügig auf

49,7% und liegt damit knapp unter dem Bilanzanteil

des Vorjahres (49,8%). Im Vergleich mit dem

Durchschnitt aller westfälisch-lippischen Sparkassen

ist dieser Bilanzanteil weiterhin unterdurchschnittlich.

Damit haben die Eigenanlagen der Sparkasse (insbesondere

Wertpapiere und Forderungen an Kreditinstitute)

neben dem Kreditgeschäft wesentliche

Bedeutung.

23


24

Lagebericht

3. Wertpapierbestand

Im Jahr 2008 verringerte sich wie bereits im Vorjahr

der gesamte Bestand an eigenen Wertpapieranlagen

um 3,8% auf 568,6 Mio. EUR (Vorjahr:

-4,4%). Dabei sank der Bestand der Schuldverschreibungen

und anderen festverzinslichen

Wertpapiere um 5,0% auf 457,4 Mio. EUR, während

sich der Bestand der Aktien und anderen

nicht festverzinslichen Wertpapiere um 1,6% auf

111,2 Mio. EUR erhöhte. Der Bestandsrückgang

bei den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen

Wertpapieren steht in Verbindung

mit den Zuwächsen im Kreditgeschäft mit Kunden,

denen sinkende Bestände im Einlagengeschäft

gegenüberstehen. Die Bestandssteigerung bei

Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren

ist insbesondere auf die Aufstockung bei

Wertpapier-Spezialfonds zurückzuführen.

Am gesamten Wertpapierbestand belief sich der

Anteil der Schuldverschreibungen und anderen

festverzinslichen Wertpapiere auf 80,5% (Vorjahr:

81,5%). Der Bestand an Aktien und anderen nicht

festverzinslichen Wertpapieren besteht zu 94,7%

aus Anlagen in Spezialfonds und anderen Investmentfonds

(Vorjahr: 94,3%).

Aufgrund der Finanzmarktkrise waren zum Bilanzstichtag

einige Wertpapiermärkte (u. a. für Pfandbriefe

und Unternehmensanleihen) als illiquide

einzustufen. Die handelsrechtliche Bewertung

der von der Inaktivität der Märkte betroffenen

Wertpapiere erfolgt anhand des beizulegenden

Wertes, der im Rahmen eines Bewertungsmodells

(Discounted-Cash-Flow) ermittelt wurde. Aufgrund

dieser Tatsache sind die angesetzten Zeitwerte mit

entsprechenden Unsicherheiten zu betrachten.

4. Beteiligungen/Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz der Sparkasse, der unter Beteiligungen

und Anteilen an verbundenen Unternehmen

ausgewiesen ist, verblieb im Berichtsjahr

nahezu konstant. Unter Beteiligungen ausgewiesen

sind die Beteiligungen am Westfälisch-Lippischen

Sparkassen- und Giroverband, Münster,

mit 16,3 Mio. EUR, an der Erwerbsgesellschaft der

S-Finanzgruppe mbH & Co. KG mit 10,4 Mio. EUR,

an der Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

GmbH Bochum mit 49,9 TEUR und an der Stadtmarketing

Herne GmbH mit 2,0 TEUR.

Im Bilanzposten „Anteile an verbundenen Unternehmen“

ist die 100%ige Tochtergesellschaft der

Sparkasse, die Versicherungsdienst der Herner

Sparkasse GmbH, mit ihrem Stammkapital von

25,6 TEUR erfasst.

5. Einlagengeschäft

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden einschließlich

der verbrieften Verbindlichkeiten weisen

zum Bilanzstichtag mit insgesamt 1.202,4

Mio. EUR einen deutlichen Rückgang um 54,2

Mio. EUR/4,3% auf. Im Vorjahr hingegen waren

die Einlagenbestände noch um 0,6% angestiegen.

Auch im Vergleich mit dem Durchschnitt der

westfälisch-lippischen Sparkassen (+2,7%) zeigt

sich eine gegensätzliche Bestandsentwicklung im

bilanzwirksamen Einlagengeschäft.

Das am Jahresanfang geplante Wachstum von

0,4% wird deutlich verfehlt, was zum überwiegenden

Teil auf die Bestandsrückgänge bei den

klassischen Spareinlagen sowie den Zuwachsspareinlagen

zurückzuführen ist. Die Termingelder

der Unternehmen und Selbstständigen hingegen

wuchsen um 7,7 Mio. EUR/20,0%. Bei den Privatpersonen,

deren gesamte Einlagenbestände sich

um 32,5 Mio. EUR/3,1% verringerten, setzte sich

zudem der Trend zu einer verstärkten Geldvermögensbildung

im Wertpapierbereich fort. Innerhalb

der Ersparnis der Privaten ergaben sich – insbe-


sondere aufgrund unseres ständigen Angebotes

„Privatfestgeld“ mit besonders günstigen und

wettbewerbsfähigen Konditionen – Umschichtungen

zulasten der Spareinlagen (-12,0%) und der

als Sichteinlagen geführten Geldmarkteinlagen

(-6,1%), deren Gegenwerte auf Termingeldkonten

(+28,5%) und in Eigenemissionen der Sparkasse

(+2,8%) angelegt wurden.

Diese Veränderungen hatten auch Auswirkungen

auf die Struktur der gesamten Kundenverbindlichkeiten:

Spareinlagen (-56,9 Mio. EUR bzw. -12,2%

auf 407,7 Mio. EUR) sanken ebenso wie die Sichteinlagen

(-40,1 Mio. EUR bzw. -8,7% auf 418,9

Mio. EUR); Bestandssteigerungen ergaben sich

hingegen bei den Termingeldern (um 37,5 Mio.

EUR bzw. +25,4% auf 184,9 Mio. EUR) und in Eigenemissionen

(um 5,2 Mio. EUR bzw. +2,8% auf

189,2 Mio. EUR).

In der gesamten Entwicklung der Einlagenbestände

von Kunden zeigt sich – wie seit Jahren – die Bevorzugung

liquider Anlagen, die aufgrund der inversen

Zinsstruktur im Jahresverlauf eine höhere Rentabilität

besaßen als längerfristige Geldanlagen.

Das im vierten Jahr in Folge hohe Wachstum

der Termingeldbestände ist weitgehend auf das

Privat festgeld mit Laufzeiten bis zu einem Jahr zurückzuführen,

das zu Konditionen angeboten wird,

die eine Alternative zu den Geldmarktkonditionen

der Direktbanken darstellen.

6. Interbankengeschäft

Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich

zum Jahresende um 28,2 Mio. EUR auf 164,5 Mio.

EUR. Der Bestand besteht fast ausschließlich aus

bei Kreditinstituten unterhaltenen Liquiditätsreserven

und kurzfristigen Termineinlagen.

Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten zum Bilanzstichtag um 55,1

Mio. EUR bzw. 22,6% auf 298,7 Mio. EUR. Bei den

Verbindlichkeiten handelt es sich zu einem erheb-

Lagebericht

lichen Teil um langfristige Sparkassenbriefe und

Termingelder, die in Erwartung steigender Zinsen

zur Refinanzierung von Kredit- und Wertpapiergeschäften

verkauft bzw. aufgenommen wurden. Das

Volumen dieser Refinanzierungsgeschäfte mit Kreditinstituten

beläuft sich auf 135,1 Mio. EUR und

hat sich gegenüber dem Vorjahr um 19,3 Mio. EUR

verringert. Offenmarktgeschäfte mit der Deutschen

Bundesbank bestehen im Volumen von 78,0 Mio.

EUR. Darüber hinaus handelt es sich im Wesentlichen

um Weiterleitungsdarlehen.

7. Dienstleistungsgeschäft

Das Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse entwickelte

sich in 2008 recht positiv. Das Vorjahresergebnis

– ausgedrückt im Provisionsüberschuss

– konnte mit einem Zuwachs um 8,3% gesteigert

werden; der zum Jahresbeginn 2008 geplante Zuwachs

konnte aufgrund gesteigerter Aktivitäten,

insbesondere im Wertpapiergeschäft, sogar übertroffen

werden.

Im Wertpapierkundengeschäft ergab sich eine

Steigerung des Gesamtumsatzes in Höhe von

gut 8%. Trotz der negativen Kursentwicklung an

den Aktienbörsen ergab sich ein Nettoabsatz

von Wertpapieren in Höhe von fast 30 Mio. EUR;

Schwerpunkt blieb hierbei der Absatz von Investmentzertifikaten.

Die Vermittlung von Immobilien dagegen war wie

bereits im Vorjahr wertmäßig rückläufig, während

die Anzahl der vermittelten Objekte konstant war.

Das hohe Niveau des Vorjahres bei der Vermittlung

von Versicherungen, die über die Versicherungsdienst

der Herner Sparkasse GmbH abgewickelt

wird, konnte im Berichtsjahr trotz intensiver

Aktivitäten nicht gehalten werden. Dagegen verlief

die Vermittlung von Bausparverträgen gegenüber

dem Vorjahr etwas erfolgreicher.

25


26

Lagebericht

8. Investitionen

2008 verminderte sich der Bestand der Sachanlagen

– insbesondere um planmäßige Abschreibungen

– um 0,7 Mio. EUR bzw. 3,1% auf 20,8 Mio. EUR.

Neben der technischen sowie organisatorischen

Um- bzw. Neugestaltung der Geschäftsstellen Holthausen

und Wanne-Nord beschränkten sich die Investitionen

in Sachanlagen im Berichtsjahr im Wesentlichen

auf planmäßige und sonstige erforderliche

Ersatzinvestitionen.

9. Personalbericht

Zum Jahresende 2008 beschäftigte die Sparkasse

(ohne Vorstand) insgesamt 454 Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen

(31.12.2007: 459 Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen),

davon 100 Teilzeitbeschäftigte und 29

Auszubildende. Während Wettbewerber teilweise

massiv Arbeitskräfte einsparen, setzt die Sparkasse

in ihrer Personalpolitik auf größtmögliche Kontinuität.

So ist es das Bestreben der Sparkasse, alle

Auszubildenden nach erfolgreicher Beendigung

ihrer Ausbildungszeit in das Angestelltenverhältnis

zu übernehmen: Im Jahre 2008 beendeten

zehn Auszubildende mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung

ihre Ausbildung und wurden in

das Angestelltenverhältnis übernommen.

Unser Ziel bleibt es, unseren Kunden ein attraktives

und umfassendes Dienstleistungsangebot

zu unterbreiten und eine hohe Beratungsqualität

zu gewährleisten. Deshalb hatte auch im vergangenen

Jahr die gezielte Aus- und Fortbildung unserer

Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen für uns eine

hohe Bedeutung: Insgesamt elf Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen

absolvierten an der Sparkassenakademie

Münster Fortbildungslehrgänge zum Sparkassenfachwirt

bzw. zum Sparkassenbetriebswirt.

E. Darstellung und Analyse der

Lage der Sparkasse

1. Vermögenslage

Nach Zuführung des Bilanzgewinns 2007 betragen

zum Jahresende 2008 die Gewinnrücklagen

einschließlich des Fonds für allgemeine Bankrisiken

unter Berücksichtigung der immateriellen

Vermögensgegenstände und des Abzugspostens

gemäß § 10 Abs. 2a Satz 2 Nr. 6 KWG (gleichzeitig

Kernkapital) 90,6 Mio. EUR. Das Ergänzungskapital

besteht ausschließlich aus Vorsorgereserven nach

§ 340f HGB.

Neben den im Jahresabschluss ausgewiesenen

Gewinnrücklagen und dem Fonds für allgemeine

Bankrisiken verfügt die Sparkasse über weitere

umfangreiche Eigenkapitalbestandteile im Sinne

des KWG und angemessene stille Reserven. Die

Eigenkapitalanforderungen des Kreditwesengesetzes

wurden jederzeit erfüllt. Das Verhältnis

der angerechneten Eigenmittel zu den Adressen-

und Marktpreisrisiken sowie den operationellen

Risiken überschreitet am 31.12.2008 mit einer

Gesamtkennziffer von 20,2% deutlich den durch

die ab 1. Januar 2008 relevante Solvabilitätsverordnung

(SolvV) vorgeschriebenen Mindestwert

von 8,0%. Die Sparkasse verfügt damit über eine

überdurchschnittliche Kapitalbasis für ein weiteres

Geschäftswachstum.

Mit der Bildung von Wertberichtigungen und

Rückstellungen wurde den Risiken im Kreditgeschäft

und sonstigen Verpflichtungen entsprechend

den strengen Bewertungsmaßstäben der

Sparkasse angemessen Rechnung getragen. Der

Wertpapierbestand wurde unter Anwendung des

strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die übrigen

Vermögensgegenstände wurden ebenfalls

vorsichtig bewertet.


2. Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im ab gelaufenen

Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen

Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die

Anforderungen der Liquiditätsverordnung der Bundesanstalt

für Finanzdienstleistungsaufsicht wurden

stets eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften

wurden Guthaben bei der Deutschen

Bundesbank in erforderlicher Höhe geführt.

Die eingeräumten Kredit- und Dispositionslinien

bei der Deutschen Bundesbank wurden nicht in

Anspruch genommen. Ein Spitzenausgleich erfolgte

über das laufende Konto bei der WestLB AG

bzw. durch Tagesgeldaufnahmen oder Tagesgeldanlagen.

Refinanzierungsgeschäfte in Form von

Offenmarktgeschäften (Hauptrefinanzierungsgeschäfte)

mit der Deutschen Bundesbank wurden

getätigt. Das Volumen betrug zum Bilanzstichtag

78 Mio. EUR.

3. Ertragslage

Die Sparkasse kann trotz des im Berichtsjahr ins-

Lagebericht

gesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes ein

recht erfolgreiches Ergebnis präsentieren.

Die Ertragslage – gemessen am Ergebnis vor Bewertung

und Risikovorsorge – gestaltete sich im

Vergleich zum Vorjahr deutlich positiv.

Die Begründung für diese Entwicklung ist zum

einen im deutlich gesteigerten Provisionsüberschuss

und zum anderen in der Verringerung der

anderen Verwaltungsaufwendungen zu sehen.

Der wettbewerbsmäßig weiter beeinträchtigte

Zinsüberschuss konnte somit durch ergriffene

Maßnahmen zur Kostensenkung sowie durch erhöhte

Erträge aus dem Provisionsgeschäft ausgeglichen

werden.

Die sinkende Zinsentwicklung zum Jahresende

führte zu einem vergleichsweise moderaten Bewertungsbedarf

beim eigenen Wertpapierbestand

der Sparkasse. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft

lag hingegen oberhalb des mittelfristigen

Durchschnittswertes. Das Ergebnis vor Steuern

übertrifft den Vorjahreswert deutlich. Die wesentlichen

Erfolgskomponenten sind in der folgenden

Tabelle aufgeführt:

Erfolgskomponenten

GuV

Posten

2008

Mio. EUR

2007

Mio. EUR

Veränderung

Mio. EUR %

Zinsüberschuss 1 bis 4 38,3 38,5 -0,2 -0,5

Provisionsüberschuss 5 und 6 10,4 9,6 0,8 8,3

Nettoergebnis aus Finanzgeschäften 7 -0,1 0,1 -0,2 -200,0

Sonstige betriebliche Erträge 8 und 9 1,6 1,3 0,3 23,1

Summe und Erträge 50,3 49,5 0,8 1,6

Personalaufwand 10a -20,6 -19,5 -1,1 -5,6

Anderer Verwaltungsaufwand 10 b -10,0 -13,6 3,6 26,5

Sonstige betriebliche Aufwendungen 11, 12 -3,2 -3,0 -0,2 -6,7

Ergebnisse vor Bewertung und Risikovorsorge 16,5 13,4 3,1 23,1

Ertrag bzw. Aufwand aus Bewertung und

Risikovorsorge sowie Neutrales Ergebnis

13 bis 17 -9,8 -9,5 -0,3 -3,2

Ergebnisse vor Steuern 6,7 3,9 2,8 71,8

Steueraufwand 24 und 25 -5,2 -2,4 -2,8 116,7

Jahresüberschuss 26 1,5 1,5 0,0 0,0

27


28

Lagebericht

Zur weitergehenden Analyse der Ertragslage wird

für interne Zwecke und für den überbetrieblichen

Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich

der Sparkassenorganisation eingesetzt,

in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse

des Ergebnisses im Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme

erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses

vor Bewertung werden die in

der obigen Tabelle aufgeführten Erträge und Aufwendungen

um periodenfremde und außergewöhnliche

Posten berichtigt, die in der internen

Darstellung einem Neutralen Ergebnis zugerechnet

werden. Soweit nachstehend Ergebnisse aus

diesem Betriebsvergleich herangezogen werden,

wird ausdrücklich darauf verwiesen.

Die wichtigste Ertragsquelle der Sparkasse ist weiterhin

der Zinsüberschuss. Dieser ist im vergangenen

Geschäftsjahr erneut um 0,2 Mio. EUR (0,5%)

auf 38,3 Mio. EUR zurückgegangen (Vorjahr:

-1,5%). Dabei erhöhten sich sowohl die Zinserträge

zzgl. der Erträge aus Aktien, Beteiligungen und

Gewinnabführungsverträgen als auch die Zinsaufwendungen.

Beeinträchtigt wurde das Zinsergebnis

u. a. durch die im Jahresverlauf zeitweise

inverse Zinskurve. Darüber hinaus wirkte sich der

anhaltend intensive Preiswettbewerb negativ aus.

Dennoch wurde der Planwert von 36,1 Mio. EUR

recht deutlich überschritten.

In Relation zur Durchschnittsbilanzsumme ergibt

sich auf der Grundlage des Betriebsvergleichs eine

Zinsspanne von 2,25% (nach 2,16% im Vorjahr).

Der Provisionsüberschuss stieg deutlich um 8,3%

auf 10,4 Mio. EUR. Aufgrund der gegenläufigen

Tendenz des Zinsüberschusses erhöhte sich das

Verhältnis von Provisions- zu Zinsüberschuss von

24,9% auf 27,2%.

Die Personalaufwendungen steigen bedingt durch

die tarifliche Entgeltanpassung gegenüber dem

Vorjahreswert um 1,1 Mio. EUR bzw. 5,6%, während

die anderen Verwaltungsaufwendungen sich

um 3,6 Mio. EUR bzw. 26,5% verringerten. Hierbei

ist zu berücksichtigen, dass im Wert des Vor-

jahres nennenswerte Rückstellungszuführungen

für Leistungen an den regionalen Reservefonds

enthalten sind. Die in den Vorjahren begonnenen

und im Berichtsjahr fortgeführten Maßnahmen zur

Kostenbegrenzung zeigten in 2008 in Ansätzen

ihre Wirkung.

Das Verhältnis von Aufwendungen und Erträgen

hat sich 2008 nach den Werten der Gewinn- und

Verlustrechnung von 72,9% auf 67,4% vermindert.

Die Cost-Income-Ratio aus den berichtigten Werten

der Erfolgsrechnung des Betriebsvergleichs

verbessert sich im Vergleich zu 2007 von 65,9%

auf 65,5%.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung, das sich

nach Berichtigungen um periodenfremde und außergewöhnliche

Beträge nach den Grundsätzen

für den Betriebsvergleich ergibt, zeigt in absoluten

Werten eine Steigerung von 15,9 Mio. EUR auf

16,7 Mio. EUR. Im Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme

ergibt sich für diese Steue rungsgröße

ein Wert von 0,99% nach 0,94% im Vorjahr. Der

Wert liegt aus den bereits erläuterten Gründen

über dem zu Jahresbeginn pro gnostizierten Wert.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie

Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

(Bewertung und Risikovorsorge), werden nach der

gemäß § 340f Abs. 3 Handelsgesetzbuch zulässigen

Verrechnung mit Erträgen in Höhe von 5,4

Mio. EUR (2007: 5,5 Mio. EUR) ausgewiesen. Daneben

erfolgt eine Zuführung zum Fonds für allgemeine

Bankrisiken in Höhe von 4,4 Mio. EUR.

Der Steueraufwand ist (nach 2,4 Mio. EUR im Vorjahr)

– u. a. bedingt durch aperiodische Steuern –

deutlich auf 5,2 Mio. EUR gestiegen.

Der Jahresüberschuss des Jahres 2008 beträgt 1,5

Mio. EUR und liegt damit auf Vorjahresniveau. Gemäß

der Neufassung des Sparkassengesetzes für

das Land Nordrhein-Westfalen entscheidet die Trägerversammlung

auf Vorschlag des Verwaltungsrates

über die Verwendung des Jahresüberschusses.


Das Betriebsergebnis vor Bewertung – auf der

Grundlage des Betriebsvergleiches – als Maßgröße

der Ertragskraft liegt nach den Jahren 2006 und

2007, in denen der Durchschnittswert der Sparkassen

vergleichbarer Größe in Westfalen-Lippe

unterschritten wurde, im Berichtsjahr wieder über

dem Referenzwert. Es ermöglicht auch nach Berücksichtigung

des Bewertungsergebnisses eine

angemessene Aufstockung des Eigenkapitals als

Grundlage für die künftige Geschäftsausweitung.

4. Zusammenfassung

Die Vermögenssituation der Sparkasse ist – gemessen

am Durchschnitt der westfälisch-lippischen

Sparkassen – überdurchschnittlich gut. Eine

ausreichende Liquidität ist, insbesondere aufgrund

der hohen Wertpapierbestände, jederzeit

gewährleistet. Die Ertragslage liegt im Berichtsjahr

aus den vorstehend beschriebenen Gründen

über dem Durchschnittsniveau der Vergleichssparkassen.

F. Risikobericht

1. Ziele und Strategien des

Risikomanagements

Der Gesamtvorstand der Sparkasse hat in der Risikostrategie

die risikopolitische Ausrichtung der

Sparkasse festgelegt. Gemäß der geschäftspolitischen

Zielsetzung der Sparkasse werden Risiken

bei günstigem Chance-/Risikoprofil bewusst eingegangen,

während bei ungünstigerem Chance-/

Risikoprofil eine Kompensation oder Verminderung

der Risiken erfolgt. Risiken mit vertret barem

potenziellen Schaden werden akzeptiert. Begrenzt

werden die eingegangenen Risiken durch den

Umfang des bereitgestellten Risikodeckungspotenzials

und dem hieraus abgeleiteten Risikolimit

bzw. den für die einzelnen Risikoarten festgelegten

Teillimiten. Die übergreifende Risikostrategie

wird ergänzt um Detailstrategien für das Kredit-

Lagebericht

und Marktpreisrisiko sowie um die Rahmenbedingungen

für Handelsgeschäfte.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse überprüft die

vom Vorstand festgelegte Risikostrategie anhand

des vierteljährlich vom Vorstand vorzulegenden

Gesamtrisikoberichts.

2. Risikomanagementsystem

Zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung

der Risiken hat die Sparkasse ein Risikomanagement-

und -überwachungssystem eingerichtet.

Das Risikomanagement umfasst die Verfahren zur

Identifizierung und Bewertung der Risiken, die

Festlegung von geeigneten Steuerungsmaßnahmen

und die notwendigen Kontrollprozesse. Das

Risikomanagementsystem ist Bestandteil einer

ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation gemäß

§ 25a Abs. 1 KWG.

Der Gesamtvorstand ist für die Festlegung der

Risikostrategien in den Geschäftsfeldern und für

die Entwicklung des Risikomanagementsystems

verantwortlich.

Für alle risikorelevanten Geschäfte ist bis in die

Ebene des Vorstandes eine funktionale Trennung

zwischen Markt und Marktfolge festgelegt. Diese

Trennung gilt analog für den Handel einerseits

und für Abwicklung, Rechnungswesen und Überwachung

andererseits. Damit wird der von der

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement

(MaRisk) geforderten Funktionstrennung

Rechnung getragen.

Risikobehaftete Geschäfte werden nur getätigt,

wenn deren Risikogehalt von allen damit befassten

Mitarbeitern beurteilt werden kann.

Bevor Geschäfte mit neuen Produkten oder auf

neuen Märkten regelmäßig abgeschlossen werden,

sind im Rahmen einer Testphase das Risikopotenzial

dieser Geschäfte zu bewerten und die

29


30

Lagebericht

für die Abwicklung notwendigen Prozesse in Arbeitsanweisungen

festzulegen.

Die Innenrevision prüft in regelmäßigen Abständen

das eingerichtete Risikomanagementsystem.

Zielsetzung der Prüfungen ist insbesondere die

ordnungsgemäße Handhabung der festgelegten

Regelungen sowie die Feststellung von Schwachstellen

im Risikomanagementsystem und die

Überwachung der Umsetzung notwendiger Anpassungen.

3. Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess umfasst alle Aktivitäten

der Sparkasse zum systematischen Umgang

mit Risiken. Er teilt sich auf in die Einzelschritte Risikoerkennung,

Risikobewertung, Risikomessung,

Risikoberichterstattung, Risikosteuerung und Risikokontrolle.

Im Rahmen der Risikoinventur werden jährlich alle

auf die Geschäftsbereiche und Funktionsbereiche

der Sparkasse einwirkenden Risiken systematisch

anhand von festgelegten Risikoindikatoren ermittelt

und dem Risikokatalog zugeordnet.

Über eine Risikobewertung werden die wesentlichen

Risiken der Sparkasse festgelegt. Die Bewertung

erfolgt anhand einer Risikokennzahl, die

sich aus den drei Merkmalen Eintrittswahrscheinlichkeit,

mögliche Schadenshöhe und Beherrschbarkeit

zusammensetzt. Nach der Höhe der Risikokennzahl

richtet sich die Einordnung des

jeweiligen Risikos in eine Risikoklasse. Die Einordnung

in eine Risikoklasse bestimmt den Umfang

der notwendigen Maßnahmen zur Beobachtung

und Steuerung des jeweiligen Risikos.

Für jede Risikoart sind Methoden zur Messung des

Risikos festgelegt. Die Messung für die in die Risikotragfähigkeitsrechnung

einbezogenen wesentlichen

Risiken erfolgt grundsätzlich GuV-orientiert,

d. h. die Risiken werden danach gemessen, ob und

in welcher Höhe ihr Eintritt Auswirkungen auf den

handelsrechtlichen Jahresüberschuss der Sparkasse

hat. Bei der Beurteilung der Marktpreisrisiken

und der aus dem Kreditgeschäft resultierenden

Adressenausfallrisiken wird die GuV-orientierte

Sichtweise ergänzt um eine betriebswirtschaftliche

(wertorientierte) Betrachtung.

Über die eingegangenen Risiken wird dem Gesamtvorstand

der Sparkasse regelmäßig und unter

Beachtung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben

durch die MaRisk schriftlich berichtet. Eine Adhoc-Berichterstattung

erfolgt bei Risikoereignissen

von wesentlicher Bedeutung.

Die zur Steuerung bzw. Verringerung von Risiken

einzusetzenden Instrumente sind vom Vorstand

abschließend festgelegt worden. Die Bearbeitungs-

und Kontrollprozesse sind in Arbeitsanweisungen

umfassend beschrieben.

Die durchgeführten Maßnahmen zur Steuerung

bzw. Verringerung der Risiken werden regelmäßig

auf Effektivität und Effizienz überprüft. Zwischen der

Risikosteuerung und der Risikokontrolle besteht

mindestens eine personelle Funktionstrennung. Die

sich aus der Risikokontrolle ergebenden Korrekturen

fließen in den Risikomanagementprozess ein.

Für alle Teilschritte des Risikomanagements sind

Verantwortlichkeiten festgelegt worden. Die jährlich

durchzuführende Risikoinventur erfolgt dezentral

in den für die Abwicklung der einzelnen Geschäfts-

und Organisationsbereiche zuständigen Abteilungen.

Die Bewertung der Risiken nach einheitlichen

Bewertungsmaßstäben wird auf Vorschlag des Risikomanagers

vom Vorstand festgelegt.

Die Aktivitäten zur Messung, Steuerung und Überwachung

der Risiken sind in der Abteilung Vorstandssekretariat

zusammengefasst worden. Das

Vorstandssekretariat analysiert und quantifiziert

die Risiken der Sparkasse, überwacht die Einhaltung

der vom Vorstand festgelegten Li mite und

übernimmt die Risikoberichterstattung.


Das Risikomanagementsystem ist in einem Risikohandbuch

dokumentiert. Die Fortentwicklung des

Risikomanagementsystems und die Abstimmung

der gesamten Aktivitäten im Risikomanagementsystem

sind auf einen Risikomanager übertragen

worden.

4. Risikokategorisierung

Die im Rahmen der Risikoinventur festgestellten

Risiken ordnen wir den im obigen Schaubild dargestellten

Risikokategorien und -arten zu.

5. Darstellung der wesentlichen Risikoarten

5.1. Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft

Als Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft verstehen

wir die Gefahr von Ausfällen der im Rahmen

des Kreditgeschäfts vertraglich zugesagten

Leistungen durch den Ausfall eines Geschäftspartners

sowie durch Wertminderungen der Forderungen

aufgrund nicht vorhersehbarer Verschlechterung

der Bonität eines Geschäftspartners.

Der Vorstand der Sparkasse hat eine Risikostrategie

für das Kreditgeschäft festgelegt, die jährlich

Risikokategorien

Liquiditätsrisiken Marktpreisrisiken Adressrisiken

Refinanzierungsrisiko

Liquiditätsrisiko

i. e. S.

Operationelle

Risiken

Lagebericht

Sonstige Risiken

Zinsänderungsrisiko Kreditrisiko Infrastruktur Strategische Risiken

Währungsrisiko (Spez.) Kursrisiko Mitarbeiter Reputationsrisiko

Marktliquiditätsrisiko Aktienkursrisiko Kontrahentenrisiko Interne Verfahren

Sachwertrisiko Emittentenrisiko Externe Einflüsse

Optionsrisiko Strukturrisiko

Länderrisiko

Sonstiges

Ausfallrisiko

überprüft wird. Innerhalb der Kreditrisikostrategie

wurde insbesondere bestimmt, dass für Kreditvergaben

an Kreditnehmer aus festgelegten Risikobranchen

erhöhte Anforderungen an die Bonität

der Kreditnehmer oder die Sicherstellung der Engagements

gelten. Die Regelungen gelten analog

für Kreditvergaben an Kreditnehmer, die eine festgelegte

Größenordnung überschreiten.

Grundlage jeder Kreditentscheidung ist eine detaillierte

Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer.

Im risikorelevanten Kreditgeschäft nach den Ma-

Risk ist ein zweites Kreditvotum durch einen vom

Markt unabhängigen Bereich (Abteilung „Marktfolge

Kreditgeschäft“) notwendig.

Vom Markt unabhängige Zuständigkeitsbereiche

erstellen jeweils zum Quartalsende einen Kreditrisikobericht,

in dem über die Entwicklung aller

wesentlichen Aspekte des Kreditportfolios zu berichten

ist.

Die Organisation des Kreditgeschäfts und die

Bonität einzelner Kreditnehmer werden jährlich

durch die Innenrevision der Sparkasse in umfangreichen

Stichproben geprüft.

31


32

Lagebericht

Wir teilen unser Kreditgeschäft in zwei große

Gruppen auf, wobei auf das Firmenkunden- und

Kommunalkreditgeschäft 50% des Kreditvolumens

(ohne Treuhandkredite und Avale) entfallen

und auf das Privatkundengeschäft 47%. Die verbleibenden

3% verteilen sich auf sonstige Kreditnehmer

(Organisationen ohne Erwerbszweck und

ausländische Unternehmen und Privatpersonen).

Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich keine nennenswerten

Veränderungen.

Im Rahmen der Erstellung des vierteljährlichen

Kreditrisikoberichts wird die Verteilung der Firmenkundenkredite

auf Branchen im Hinblick auf

Konzentrationsrisiken analysiert. Ein deutlicher

Branchenschwerpunkt ist mit rd. 47% der Bereich

Dienstleistungen, der sich wiederum aus den Teilbereichen

„Dienstleistungen für Unternehmen“

und „Öffentliche und persönliche Dienstleistungen“

zusammensetzt. Darin enthalten sind die

freien Berufe. Besondere Risiken sind aus der

Branchenverteilung derzeit nicht abzuleiten.

Die Großkredite gemäß § 13 Abs. 1 KWG (10% des

haftenden Eigenkapitals gemäß § 10 KWG) machten

am 31.12.2008 das 0,4fache (Höchstgrenze

gemäß § 13 Abs. 3 KWG: das 8fache) des am Bilanzstichtag

31.12.2008 geltenden haftenden Eigenkapitals

gemäß § 10 KWG aus (31.12.2007: das

0,8fache).

Zur Beurteilung der Bonität der Kreditnehmer

stützen wir uns auf ein vom Deutschen Sparkassen-

und Giroverband (DSGV) entwickeltes Kreditinformations-

und -überwachungssystem mit den

Bausteinen Einzelbilanzanalyse und Statistische

Bilanzanalyse.

Zudem wird das vom DSGV entwickelte einheitliche

Ratingverfahren der Sparkassenorganisation

für das gewerbliche Kreditgeschäft eingesetzt. Für

gewerbliche Kreditnehmer mit geringem Obligo

nutzen wir das sog. Kleinstkundenrating. Seit Mitte

des Jahres setzt die Sparkasse das ebenfalls vom

DSGV entwickelte Immobiliengeschäftsrating zur

Beurteilung von Immobilienkunden bzw. Objektfinanzierungen

ein. Die Bonitätsbeurteilung von

Anträgen der Privatkunden zur Gewährung von

Baufinanzierungen und Konsumentenkrediten erfolgt

über das vom DSGV entwickelte Antragsscoring,

dem sich ein Verhaltensscoring anschließt.

Zur frühzeitigen Identifizierung der Kreditnehmer,

bei deren Engagements sich erhöhte Risiken abzuzeichnen

beginnen, setzen wir ein Verfahren zur

Früherkennung von Kreditrisiken ein, das auf einem

vom DSGV entwickelten Konzept beruht. Im Rahmen

dieses Verfahrens sind quantitative und qualitative

Indikatoren festgelegt worden, die eine frühzeitige

Risikoidentifizierung ermöglichen sollen.

Soweit einzelne Kreditengagements festgelegte

Kriterien aufweisen, die auf erhöhte Risiken hindeuten,

wird dieses Kreditengagement einer gesonderten

Beobachtung durch eine vom Markt unabhängige

Stelle unterzogen (Intensivbetreuung).

Kritische Kreditengagements werden von auf die

Sanierung bzw. Abwicklung spezialisierten Mitarbeitern

auf der Grundlage eines Sanierungs- bzw.

Abwicklungskonzeptes betreut (Problemkredite).

Die Bestände der einer Intensivbetreuung unterzogenen

Kredite haben sich geringfügig von 2,1%

des gesamten Kreditvolumens (inkl. nicht ausgeschöpfter

Linien und noch nicht valutierter Kredite)

auf 2,5% erhöht. Die Risiken sind größtenteils

durch eine entsprechende Sicherstellung bzw. die

Bildung einer angemessenen Risikovorsorge abgedeckt.

Die Bestände der Problemkredite machten

wie im Vorjahr 3,8% des Kreditvolumens aus.

In unseren Organisationsrichtlinien haben wir

Kriterien festgelegt, auf deren Grundlage sowohl

die Kundenbetreuer als auch die für die Kreditweiterbearbeitung

zuständigen Stellen die

Kreditengagements zu ermitteln haben, für die

Risikovorsorgemaßnahmen in Form von Einzelwertberichtigungen

und Rückstellungen erforderlich

sind. Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle


Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender

Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse

der Kreditnehmer davon ausgegangen werden

kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich

sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen

nach den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen

zu vereinnahmen. Bei der Bemessung

der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen

Realisationswerte der gestellten Sicherheiten

berücksichtigt. Die Innenrevision prüft

die Vollständigkeit und Angemessenheit der vorgesehenen

Wertberichtigungen in umfangreichen

Stichproben.

Im Rahmen der Risikoberichterstattung wird der

Vorstand vierteljährlich über die Entwicklung der

Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung

der Limitsysteme und die Entwicklung der

notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken

schriftlich unterrichtet.

Die Entwicklung der Risikostruktur zeigt gegenüber

dem Vorjahr eine leichte Erhöhung der Risiken

aus dem Kreditgeschäft. Durch die gebildeten

Wertberichtigungen und Rückstellungen haben

wir allen erkennbaren akuten Risiken Rechnung

getragen. Dabei wurden neben den Grundsätzen

kaufmännischer Vorsicht strenge interne Bewertungsmaßstäbe

angelegt.

5.2. Adressenausfallrisiken der Beteiligungen

61,0% der Beteiligungen der Sparkasse entfallen

auf die Beteiligung am Kapital des Westfälisch-Lippischen

Sparkassen- und Giroverbandes (WLSGV).

Der WLSGV ist u. a. Träger von Beteiligungen an der

Provinzial Nord-West Versicherungsgruppe, der

WestLB AG und der Landesbausparkasse LBS. Weitere

38,8% entfallen auf die Erwerbsgesellschaft

der S-Finanzgruppe, die ihrerseits Anteile an der

Landesbank Berlin Holding hält. Die übrigen Beteiligungen

sind für die Finanz- und Ertragslage

der Sparkasse von nachgeordneter Bedeutung.

Lagebericht

5.3. Adressenausfallrisiken und

Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften

Zu den Handelsgeschäften zählen wir alle Eigenanlagen

in Form von Tages- und Termingeldanlagen,

Schuldverschreibungen und Wertpapieren

öffentlicher Emittenten, Kreditinstituten und anderer

Unternehmen. Das Adressenausfallrisiko

definieren wir entsprechend dem Adressenausfallrisiko

im Kreditgeschäft. Marktpreisrisiken der

Handelsgeschäfte sind mögliche Ertragseinbußen,

die sich aus der Veränderung der Marktpreise

der Schuldverschreibungen und sonstigen Wertpapiere

ergeben.

In Rahmenbedingungen hat der Vorstand festgelegt,

dass Handelsgeschäfte ausschließlich im

Rahmen folgender Strategien abgeschlossen werden

können:

• Geldhandelsgeschäfte in Form von Tages- und

Termingeldanlagen zur Anlage liquider Mittel

und zu Zwecken des Bilanzstrukturmanagements.

• Anlage in festverzinslichen Wertpapieren und

Investmentfonds zu Zwecken des Bilanzstrukturmanagements

und zur Verbesserung der

Rentabilität.

• Anlage in Aktien zur Verbesserung der Rentabilität.

• Daneben hält die Sparkasse Wertpapiere im

Handelsbestand zum Zwecke der Erzielung eines

Eigenhandelserfolges.

• Geschäfte in Derivaten werden hauptsächlich

zur Sicherung der Marktpreisrisiken einzelner

Anlagen oder zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos

abgeschlossen.

Der Bestand der Schuldverschreibungen, Wertpapiere

und Termingelder hat sich zum Bilanzstichtag

wie folgt entwickelt:

33


34

Lagebericht

Art 31.12.2008 Mio. EUR 31.12.2007 Mio. EUR

Termingelder 137,1 40,0

Schuldverschreibungen und Anleihen 457,4 481,6

Aktien 0,8 1,2

Wertpapierspezialfonds 104,2 101,9

Sonstige Investmentfonds 1,1 1,3

Genussrechtskapital, sonstige Wertpapiere 5,1 5,1

Insgesamt 705,7 631,1

Zum Einsatz und Bestand der derivativen Finanzinstrumente

verweisen wir auf unsere Erläuterungen

im Anhang zum Jahresabschluss.

Zur Begrenzung von Adressenausfallrisiken aus

Handelsgeschäften haben wir Volumenlimite für

einzelne Adressen festgelegt. Überdies werden

die Adressenrisiken mit Hilfe der aus den externen

Ratings abgeleiteten Ausfallwahrscheinlichkeiten

quantifiziert und limitiert.

Zur Begrenzung der Marktpreisrisiken ist ein Globallimit

festgelegt. Das Globallimit wird in einzelne

Teillimite für fest definierte Portfolios untergliedert.

Der Umfang der Handelsbuchgeschäfte ist auf 3,0

Mio. EUR begrenzt. Aus der geringen Handelsaktivität

und dem niedrigen Volumen der Handelsgeschäfte

resultiert die Einstufung der Sparkasse als

Nichthandelsbuchinstitut.

Der Entscheidung zur Anlage in Schuldverschreibungen

und Wertpapieren wird ein externes Rating

zu Grunde gelegt. Nach den Rahmengrundsätzen

des Vorstandes ist ein Mindestrating nach

Moody’s von A3 und nach Standard & Poor’s von

A- erforderlich. Dieses gilt auch für Anlagen, die

in Wertpapierspezialfonds verwaltet werden.

Darüber hinaus können in begrenztem Umfang

Schuldverschreibungen mit einem Rating von

Baa3 (Moody’s) bzw. BBB- (Standard & Poor’s) und

ohne Rating erworben werden. Bei den Wertpapieren

ohne Rating handelt es sich hauptsächlich

um Anteile an sonstigen Investmentfonds. Im Rahmen

der festgelegten Limite können Aktien für das

Anlagebuch erworben werden, sofern es sich um

Standardwerte handelt, die in einem Hauptindex

vertreten sind.

Das Länderrisiko wird durch die bereits dargelegte

Vorgabe eines Mindestratings begrenzt.

Die Ermittlung der Marktpreisrisiken der Handelsgeschäfte

erfolgt anhand von Overnight- und Value-at-Risk-Szenarien,

letztere mit einer fest vorgegebenen

Haltedauer von zehn Tagen. Darüber

hinaus findet eine tägliche Bewertung zu Marktpreisen

(Mark-to-Market) statt.

Der Ermittlung der Risikopotenziale liegt eine

Vergangenheitsbetrachtung zu Grunde, die es

erlaubt, den Risikokurs anzugeben, der mit einer

99%igen Wahrscheinlichkeit nicht unterschritten

wird. Stützbereich der Risikoparameter sind die

letzten 250 Handelstage.

Der Value-at-Risk ist, soweit sich das Risiko in der

Gewinn- und Verlustrechnung niederschlägt, in

der Risikotragfähigkeitsrechnung durch das zur

Risikoabdeckung bereitgestellte Risikodeckungspotenzial

abzusichern.

Die angewandten Risikoparameter werden mindestens

halbjährlich einem Backtesting unterzogen,

um deren Vorhersagekraft einschätzen zu

können.

Die Überwachung des Marktpreisrisikos wird in

der Abteilung Vorstandssekretariat unter strenger

Beachtung der Funktionstrennung zur Handelsabteilung

wahrgenommen. Es wird täglich geprüft,


ob sich die Adressenrisiken und die Marktpreisrisiken

innerhalb der vorgegebenen Limite bewegen.

Im Falle von Limitüberschreitungen entscheidet

der Gesamtvorstand auf der Grundlage von Vorschlägen

der Fachbereiche über Maßnahmen zur

Verringerung der Risiken.

Der Gesamtvorstand wird täglich über die Veränderung

der Risikokennzahlen sowie der schwebenden

Gewinne und Verluste unterrichtet. Die

Fachabteilung unterrichtet den Gesamtvorstand

darüber hinaus monatlich über die Risiko- und

Ertragslage der Handelsgeschäfte der Sparkasse.

Insbesondere im letzten Quartal des vergangenen

Jahres erhöhte sich das Risikopotenzial in Folge

der Finanzmarktkrise zeitweise. Die Risiken waren

jedoch zu jeder Zeit beherrschbar. Soweit es im

abgelaufenen Geschäftsjahr zu Überschreitungen

von festgelegten Limiten für Adressenausfallrisiken

und Marktpreisrisiken aus den Handelsgeschäften

kam, handelte es sich ausschließlich um

vom Gesamtvorstand gebilligte Vorgänge. Die

Überschreitungen waren jeweils durch eine ausreichende

Risikodeckungsmasse abgeschirmt.

5.4. Zinsänderungsrisiken

Das Zinsänderungsrisiko verstehen wir als Risiko

von Wertveränderungen der verzinslichen Vermögens-

und Schuldposten infolge von Marktzinsänderungen.

Aufgrund von unterschiedlichen

Beständen an festverzinslichen Aktiva und Passiva

besteht zudem die Gefahr einer Verringerung der

Zinsspanne (Zinsspannenrisiko).

Zur Ermittlung der Auswirkungen von Marktzinsänderungen

auf den Vermögenswert aller zinstragenden

Aktiv- und Passivpositionen (Zinsbuch)

nutzt die Sparkasse das Modell einer wertorientierten

Zinsrisikosteuerung (Barwertkonzept). Grund -

lage der Wertermittlung der Zinsgeschäfte sind

alle innerhalb der jeweiligen Restlaufzeit (Zinsbindung)

liegenden Zahlungen (Cashflows). Diese

Zahlungen werden mit der der jeweiligen Laufzeit

Lagebericht

entsprechenden aktuellen Rendite abgezinst. Die

Zinsbindung bzw. die Zahlungen variabel verzinslicher

Geschäfte leitet die Sparkasse nach dem

vom DSGV entwickelten Verfahren der gleitenden

Durchschnitte aus dem tatsächlichen Zinsanpassungsverhalten

dieser Geschäfte ab.

Für den aus dem Gesamt-Cashflow der Sparkasse

errechneten Barwert wird anschließend das

Verlustrisiko (Value-at-Risk) ermittelt und der zu

erwartenden Performance gegenübergestellt. Die

Berechnungen des Value-at-Risk und der erwarteten

Performance beruhen auf der historischen

Simulation der Marktzinsveränderungen.

Die negative Abweichung der Performance innerhalb

der nächsten 63 Tage (Haltedauer) von

diesem statistisch erwarteten Wert wird mit einer

Wahrscheinlichkeit von 99% (Konfidenzniveau)

berechnet.

Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientieren

wir uns an einer als effizient eingeschätzten

Benchmark. Das Zinsbuch der Sparkasse weist zum

Bilanzstichtag ein im Vergleich zur Benchmark geringfügig

höheres Risiko aus. Zur Absicherung des

Zinsänderungsrisikos werden neben bilanzwirksamen

Instrumenten auch Zinsswaps eingesetzt

(vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).

Neben der wertorientierten Berechnung wird

als notwendige Nebenbedingung vierteljährlich

eine GuV-orientierte Rechnung zur Ermittlung

des Zinsspannenrisikos durchgeführt. Das Zinsspannenrisiko

wird unter Berücksichtigung unterschiedlicher

Anpassungselastizitäten variabel

verzinslicher Aktiv- und Passivposten über unterschiedliche

Zinsszenarien berechnet (dynamische

Elastizitätsbilanz).

Über die Entwicklung der Zinsänderungsrisiken

wird der Gesamtvorstand vierteljährlich unterrichtet.

Das aktuelle Zinsänderungsrisiko einschließlich

des Zinsspannenrisikos ist nicht unbedeutend,

jedoch vor dem Hintergrund der Vermögens- und

Ertragslage der Sparkasse vertretbar.

35


36

Lagebericht

5.5. Liquiditätsrisiken

Unter dem Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden,

dass die Sparkasse ihren Zahlungsverpflichtungen

im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht

mehr nachkommen kann.

Neben dem vorgenannten Liquiditätsrisiko im engeren

Sinne existiert das sog. Marktliquiditätsrisiko,

welches darin besteht, dass Aktiva aufgrund

der Illiquidität der Märkte im Bedarfsfall nicht oder

nur zu ungünstigen Konditionen veräußert oder

Passiva nicht bzw. nur zu ungünstigen Konditionen

beschafft werden können.

Der Gesamtvorstand wird monatlich über die Liquiditätslage

der Sparkasse sowie über wesentliche

Entwicklungen unterrichtet. Zur Vermeidung

von Liquiditätsrisiken erfolgt vierteljährlich eine

Liquiditätsplanung auf der Grundlage der vereinbarten

und erwarteten Zahlungseingänge und

Zahlungsverpflichtungen. Mit Hilfe von Szenariobetrachtungen

wird regelmäßig die Belastbarkeit

der Liquiditätslage überprüft.

Zur Sicherung ausreichender Liquidität halten

wir – in Abhängigkeit von der aktuellen Liquiditätssituation

– neben einem ausreichenden

Bestand von Tages- und Termingeldanlagen börsengängige

festverzinsliche Wertpapiere, die im

Rahmen des Pfandpoolverfahrens der Deutschen

Bundesbank jederzeit beliehen werden können.

Darüber hinaus steht die WestLB AG mit einer

Liquiditätskreditlinie zur Verfügung. Bei Bedarf

können zudem Wertpapiere der Liquiditätsreserve

veräußert werden. Neben der Liquiditätsplanung

erfolgt arbeitstäglich eine Disposition der

Zahlungsein- und -ausgänge.

Aufgrund der Illiquidität der Märkte im Zusammenhang

mit der Finanzmarktkrise war eine

Veräußerung bestimmter Wertpapiere der Liquiditätsreserve

(insbesondere Pfandbriefe und Unternehmensanleihen)

im vergangenen Jahr zeitweise

nur schwer bzw. nur unter Inkaufnahme von

Kursabschlägen möglich. Zwar konnte trotz der

liquiditätsbedingten Kursabschläge im Berichtsjahr

per Saldo ein positives Bewertungsergebnis

aus Wertpapieren verbucht werden. Trotzdem

stuft der Vorstand das Liquiditätsrisiko – vor dem

Hintergrund der andauernden Finanzmarkt- und

Liquiditätskrise – als wesentliches Risiko ein.

Dessen ungeachtet wurden die Anforderungen

des § 11 KWG bzw. der Liquiditätsverordnung

im Berichtsjahr eingehalten und der geforderte

Mindestwert für die Liquiditätskennzahl deutlich

überschritten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften

wurden entsprechende Guthaben bei

der Deutschen Bundesbank unterhalten.

Die Zahlungsfähigkeit war im Berichtszeitraum jederzeit

gegeben; sie kann im Hinblick auf die derzeitige

Ausstattung mit liquiden Mitteln, die erwarteten

Liquiditätszuflüsse sowie die Kredit- und

Refinanzierungsmöglichkeiten auch weiterhin als

gewährleistet angesehen werden.

5.6. Operationelle Risiken

Operationelle Risiken bedeuten die Gefahr von

Verlusten infolge der Unangemessenheit oder des

Versagens von Prozessen, Menschen und Systemen

oder durch elementare Schadensereignisse.

Personelle Risiken sollen durch die Begleitung der

Arbeitsprozesse in Form von Arbeitsbeschreibungen

und internen Kontrollen verringert werden.

Weiterhin erfolgt im Rahmen eines periodischen

Beurteilungssystems die Überprüfung der fachlichen

Kompetenzen und charakterlichen Eigenschaften

der Mitarbeiter. Die fachliche Kompetenz

der Mitarbeiter wird durch strukturierte Aus- und

Fortbildungsmaßnahmen gestärkt.

Zur Begrenzung rechtlicher Risiken werden geprüfte

Vertragsmuster verwendet.

Im Bereich der IT-Risiken liegen die Schwerpunkte

in Maßnahmen zur Weiterentwicklung unseres IT-

Notfallkonzepts und der Sicherheit der DV-Systeme.


Drohende Elementarschäden sind soweit möglich

versichert. Die Angemessenheit dieser Versicherungen

wird jährlich überprüft.

Für Notfall- und Katastrophensituationen bestehen

Alarm- und Räumungspläne für die Sparkassenzentrale

und die Geschäftsstellen. Mit Hilfe eines Notfallhandbuchs,

in dem die Notfallkonzepte für alle

wesentlichen Prozesse der Sparkasse zusammengefasst

sind, soll die Fortführung der Geschäftstätigkeit

in Notfallsituationen sichergestellt werden.

Bekannt gewordene Schadensfälle und die Versuche

geschäftsschädigender Handlungen werden

systematisch in einer Schadensfalldatenbank gesammelt

und ausgewertet.

Der Vorstand wird vierteljährlich über Art und Umfang

eingetretener Schadensfälle und die eingeleiteten

organisatorischen und personellen Maßnahmen

unterrichtet.

Zur Abschätzung des künftigen Risikopotenzials

nutzt die Sparkasse die vom DSGV entwickelte

Risikolandkarte. Bei der Risikolandkarte handelt

es sich um ein Verfahren zur strukturierten Identifizierung

und Bewertung der operationellen Risiken.

Darüber hinaus ist ein besonderes Handbuch

für operationelle Risiken erarbeitet worden.

5.7. Sonstige Risiken

Strategische Risiken: Strategische Risiken betreffen

die Gefährdung der langfristigen Erfolgsposition

der Sparkasse durch Veränderungen im rechtlichen

oder gesellschaftlichen Umfeld, aber auch von Seiten

der Markt- und Wettbewerbsbedingungen.

Reputationsrisiko: Das Reputationsrisiko betrifft

direkte oder indirekte Verluste aufgrund einer Verschlechterung

des Ansehens der Sparkasse beim

Träger, den Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern

sowie in der allgemeinen Öffentlichkeit.

Bei den sonstigen Risiken handelt es sich um Spe-

Lagebericht

zialrisiken, für die es keine Regelmäßigkeiten gibt

und die daher in einem integrierten System schwer

zu bewerten sind, aber dennoch nicht unbedeutendes

Risikopotenzial beinhalten. Sie stehen deshalb

unter besonderer Beobachtung des Vorstandes

und werden kontinuierlich analysiert und bewertet.

6. Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Sparkasse erstellt eine periodenorientierte Risikotragfähigkeitsrechnung.

Die Risikotragfähigkeit

bezeichnet die Fähigkeit der Sparkasse, die

Risiken des Bankgeschäfts durch die vorhandenen

finanziellen Mittel (bilanzielles Eigenkapital, Vorsorgereserven,

Betriebsergebnis des laufenden

Jahres) zu decken. Für den Fall, dass Risiken schlagend

werden, sollen die entstehenden Verluste

durch diese Mittel aufgefangen werden können.

Ausgehend vom gesamten Risikodeckungspotenzial

hat der Vorstand diejenige Teilmenge bestimmt,

die im Risikofall zur Abdeckung möglicher Verluste

herangezogen werden soll. Der vom Vorstand festgelegte

Anteil am Risikodeckungspotenzial stellt

die Grundlage für die Limitierung des Gesamtrisikos

bzw. der einzelnen Risikoarten dar. In die Risikotragfähigkeit

einbezogen werden Adressen ausfallrisiken,

Marktpreisrisiken und operationelle Risiken.

Liquiditätsrisiken werden, soweit GuV-wirksam, im

Wesentlichen bei der Ermittlung der Marktpreisrisiken

mit berücksichtigt, weshalb auf eine separate

Quantifizierung im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung

verzichtet wird. Sonstige Risiken

bleiben unberücksichtigt, da diese im Rahmen der

Erstellung des Gesamtrisikoprofils als nicht wesentliche

Risiken eingestuft wurden, d. h. für die

Sparkasse weniger bedeutsam sind.

Bereits bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials

werden die erwarteten Verluste, deren

Quantifizierung anhand der durchschnittlichen

Verluste der vergangenen Jahre sowie individueller

Einschätzungen erfolgt, in Abzug gebracht.

Zu limitieren sind diejenigen Risikopotenziale, die

37


38

Lagebericht

über den erwarteten Verlust, d. h. über den Normalfall,

hinausgehen.

Das Adressenausfallrisiko im Kreditgeschäft wird

mit dem 1,3fachen des durchschnittlichen Bewertungsergebnisses

der letzten zehn Jahre, bezogen

auf das aktuelle Kreditvolumen, berechnet.

Bei der Ermittlung des Emittentenrisikos wird der

erwartete Verlust, der sich aufgrund der ratingbedingten

Ausfallwahrscheinlichkeit der betreffenden

Wertpapiere ergibt, gleichfalls mit dem Faktor

1,3 multipliziert. Zusätzlich wird der Ausfall des

größten Emittenten einer vorgegebenen Rating-

Kategorie simuliert. Der höhere Wert wird in die

Risikotragfähigkeitsrechnung übernommen.

Das Zins-/Aktienrisiko entspricht der Summe aus

realisierten Gewinnen/Verlusten und schwebenden

Verlusten im Risikofall. Der Risikofall entspricht

dem Value-at-Risk, also dem Verlust, der

mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% unter Berücksichtigung

einer Haltedauer von 10 Tagen

nicht überschritten wird. Das Zinsänderungsrisiko

findet über das Zinsspannenrisiko aus der dynamischen

Elastizitätsbilanz Berücksichtigung, für

operationelle Risiken wird ein Pauschalbetrag i. H.

v. 1% des Verwaltungsaufwands angesetzt.

Der Risikomanager erstellt vierteljährlich einen Risikogesamtbericht,

der dem Gesamtvorstand vorgelegt

wird. Der Risikogesamtbericht umfasst eine

zusammenfassende Darstellung und Würdigung

aller wesentlichen Einzelrisiken einschließlich einer

Bewertung der Gesamtrisikosituation der Sparkasse.

Der Risikogesamtbericht enthält zudem die

GuV-orientierte Risikotragfähigkeitsrechnung.

Der Risikogesamtbericht und die zur Risikominderung

vorgesehenen und eingeleiteten Maßnahmen

werden dem Verwaltungsrat vom Vorstand

vorgestellt und erläutert.

Die Risikotragfähigkeitsrechnungen der Sparkasse

zeigen, dass die Risikotragfähigkeit uneingeschränkt

gegeben ist.

G. Vorgänge von besonderer Bedeutung

nach Schluss des Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem

Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

H. Voraussichtliche Entwicklung

der Sparkasse (Prognosebericht)

1. Geschäftsentwicklung

Der Konjunkturaufschwung der deutschen Wirtschaft,

der im ersten Quartal 2005 begann, fand

im Jahr 2008 sein Ende. Die gesamtwirtschaftliche

Produktion stieg im Jahresmittel 2008 zwar noch

um rund 1,7% an, jedoch kam es schon im Jahresverlauf

zu einer deutlichen Abschwächung der

Wachstumsdynamik.

Alle wichtigen Frühindikatoren deuten auf einen

konjunkturellen Abschwung im Jahr 2009 hin.

Trotz der bislang moderaten Arbeitsmarktentwicklung

beherrschen Besorgnisse über die weiteren

Auswirkungen der Finanzkrise, die konjunkturelle

Entwicklung und die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln

die Stimmung der Verbraucher. Für

das Jahr 2009 wird nun maximal mit einer Stagnation

des Bruttoinlandsproduktes gerechnet, wahrscheinlicher

ist der Rückgang des BIP in Deutschland

um mehr als einen Prozentpunkt.

Bei der Zusammensetzung des Bruttoinlandsproduktes

ist eine Verlagerung der Wachstums kräfte zu

erwarten. Die Investitionen und der Außenhandel

werden kaum positive Impulse für die wirtschaftliche

Entwicklung setzen können. Stattdessen sollte

der private Konsum vom derzeitigen Wegfall der

Belastungen in Form von Preissteigerungen profitieren.

Die Löhne dürften zudem nochmals kräftig

steigen, so dass sich eine moderate Erhöhung der

verfügbaren Einkommen einstellen sollte.

Bei den Finanzierungsbedingungen ist davon auszugehen,

dass im Prognosezeitraum weitere Zins-


senkungen durch die EZB erfolgen werden, um

eine Kreditklemme auch dauerhaft zu vermeiden.

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt wird im Jahr

2009 zu Ende gehen. Die Arbeitslosenquote wird

sich im Jahresverlauf 2009 voraussichtlich deutlich

erhöhen.

Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte

wird sich deutlich erhöhen. Die Defizitquote

steigt durch schwächere Staatseinnahmen im Zusammenhang

mit der konjunk turellen Abkühlung

bei gleichzeitig wachsenden Staatsausgaben u. a.

für die Erhöhung des Kindergeldes, Ausgaben für

Bildung und den Anstieg der Arbeitnehmerentgelte

im öffentlichen Dienst.

Auch bei den Unternehmen in Westfalen-Lippe hat

es bei den Geschäftserwartungen einen drastischen

Umschwung gegeben. Das Stimmungsbild

hat sich in der aktuellen Umfrage nahezu umgekehrt,

so dass nun die Pessimisten zahlenmäßig

dominieren. Die deutlich getrübten Zukunftserwartungen

können als Signal gewertet werden,

dass sich die Konjunktur im Prognosejahr weiter

abschwächen wird. Der in den Sommermonaten

eingesetzte Abschwung dürfte sich zudem mit

zunehmender Dynamik fortsetzen. Der gestiegene

Konjunkturpessimismus zieht sich dabei durch

sämtliche Wirtschaftszweige im Verbandsgebiet.

Verstärkt wird die Skepsis der Unternehmen durch

die Turbulenzen auf den Finanzmärkten. Die tatsächlichen

realwirtschaftlichen Auswirkungen der

Krise sind noch immer nicht vollständig abschätzbar.

Entscheidend wird die Kreditvergabepolitik

der Kreditinstitute sein, da hierdurch die Investitionsmöglichkeiten

der Unternehmen massiv beeinflusst

werden. Für die Region Westfalen-Lippe

mit einer mittelständisch geprägten Wirtschaft hat

dies eine besondere Bedeutung.

Die Umfragen der Industrie- und Handelskammern

des Ruhrgebiets bestätigen, dass die allgemeine

Konjunkturabschwächung auch das mittlere Ruhrgebiet

voll erfasst hat. Gleichwohl ist es weiten Tei-

Lagebericht

len der regionalen Wirtschaft bisher gelungen, die

Auswirkungen der Abschwächung vorerst in Grenzen

zu halten. Die Aussichten für das Prognosejahr

werden wegen der sinkenden Auftragseingänge

und der stockenden Umsätze weitgehend pessimistisch

beurteilt.

Für unser Geschäftsgebiet erwarten wir eine

gegenüber dem Vorjahr trotz der negativen Bedingungen

kaum veränderte Entwicklung. Die

Auswirkungen der Finanzkrise auf die Kreditvergabepolitik

der Institute kann für die Sparkasse auch

positive Effekte besitzen. Negativ kann sich eine

nachhaltige konjunkturelle Rezession auswirken.

Auf Basis der wirtschaftlichen Rahmendaten erwarten

wir für das Prognosejahr eine lediglich

moderate Belebung der Nachfrage nach Investitionskrediten

sowie nach Krediten der privaten

Haushalte für Konsum und Wohnungsbau. Nach

der positiven Entwicklung des Berichtsjahres gehen

wir für 2009 von einem gemäßigten Wachstum

der Kreditbestände an Kunden in Höhe von

1,4% aus. Die Rahmenbedingungen in unserem

Geschäftsgebiet lassen derzeit kaum höhere

Wachstumsraten erwarten, so dass wir auch für

die Folgejahre ein Kreditwachstum in ähnlicher

Größenordnung einplanen.

Im Einlagengeschäft wird sich unserer Einschätzung

nach der Wettbewerb unvermindert fortsetzen.

Aufgrund der Erfahrungen der Vorjahre planen

wir mit einem eher bescheidenen Wachstum

der bilanzwirksamen Einlagen in einer Größenordnung

von 0,4%.

Unser Ziel ist es weiterhin, die Marktanteile im Bereich

der Ersparnis nicht nur konstant zu halten,

sondern zusätzlich auszubauen. Eine permanente

Überwachung der Entwicklung der Einlagenbestände

ist unerlässlich, um bei Bedarf kurzfristig

Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Zwar

liegt das geplante Einlagenwachstum deutlich

unter den Ergebnissen der Jahre vor 2007, jedoch

erwarten wir zudem eine weitere Belebung

des Wertpapiergeschäftes, so dass die gesamte

39


40

Lagebericht

Ersparnisbildung bilanzwirksame Positionen und

den Nettoabsatz an Wertpapieren umfasst. Insgesamt

gelten für die Einlagenentwicklung die gleichen

regionalen und lokalen Rahmenbedingungen

wie für das Kreditgeschäft, so dass wir auch

für die kommenden Jahre mit Wachstumsraten in

ähnlichem Volumen planen.

Die vorgenannten Prognosen zur Entwicklung im

Kredit- und Einlagengeschäft werden insgesamt

nach unserer Planung zu einer leichten Erhöhung

der Bilanzsumme im Jahre 2009 führen. Für das

Jahresende 2009 erwarten wir ein Bilanzsummenwachstum

von etwa 0,3%, auch 2010 und in den

Folgejahren dürfte die Wachstumsrate auf diesem

ermäßigten Niveau liegen.

Im Dienstleistungsgeschäft gehen wir vor dem

Hintergrund einer weiter zunehmenden Nachfrage

nach Vorsorgeprodukten und einer ständigen

Intensivierung der Vermittlungsbemühungen von

einem Vermittlungsergebnis bei Versicherungsverträgen

mindestens auf dem Niveau des Jahres

2008 aus. Die Wertpapierumsätze werden nach

unserer Einschätzung aufgrund einer systematischen

Kundenberatung und des Einsatzes von

Finanzplanungsprogrammen sowohl in unseren

VermögensmanagementCentern als auch in den

Basis-Geschäftsstellen 2009 und in den Folgejahren

nochmals steigen, wenngleich die Zuwachsraten

sich tendenziell verringern werden.

2. Finanzlage

Unerwartete Liquiditätsbelastungen sind im laufenden

Jahr nicht zu erwarten. Im Jahr 2009 sind

Investitionen für den Umzug der Geschäftsstelle

Eickel und die Implementierung des VermögensmanagementCenters

Wanne-Eickel in Eickel von

bis zu 3,0 Mio. EUR vorgesehen. Die weiteren Investitionen

werden sich im Wesentlichen auf planmäßige

Ersatzbeschaffungen beschränken.

3. Ertragslage

Nach dem aktuellen Stand unserer Planungen

wird sich der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragsquelle

im Jahr 2009 auf 2,23% der durchschnittlichen

Bilanzsumme (DBS) bzw. 38,9 Mio.

EUR belaufen. Basis dieser Prognoserechnung ist

die Annahme einer weiterhin expansiven Geldpolitik

der Europäischen Zentralbank mit anhaltend

niedrigen Leitzinsen zur Stabilisierung der wirtschaftlichen

Entwicklung in der Eurozone. Außerdem

wird eine Festigung der Zinsstrukturkurve mit

einer normalen Krümmung erwartet.

Im Rahmen des Provisionsergebnisses erwarten

wir, insbesondere durch eine geplante zusätzliche

Ausweitung der Umsatztätigkeit unserer Kunden

im Wertpapier- und im Kreditkartengeschäft,

eine Erhöhung des Provisionsüberschusses auf

11,1 Mio. EUR im Jahr 2009. Auch die Erträge aus

dem Zahlungsverkehr und dem sonstigen Vermittlungsgeschäft

werden sich nach unserer Einschätzung

weiter leicht erhöhen.

Im Gegenzug werden sich die Verwaltungsaufwendungen

im Prognosejahr voraussichtlich um gut 0,4

Mio. EUR bzw. 1,3% erhöhen. Dies liegt einerseits

in der Umsetzung der tariflichen Entgelterhöhung

und andererseits in moderaten Steigerungen bei

den Sachkosten begründet. Zur Begrenzung des

Kostenwachstums wurden bereits in den vergangenen

Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen.

Auch im Prognosejahr und den kommenden Jahren

wird der Notwendigkeit der Kostenbegrenzung

besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Die Gesamtaufwandsquote von 60,0%, die uns als

Zielgröße dient, wurde im Jahr 2008 überschritten.

Nach dem aktuellen Stand der Berechnungen

werden wir diese Größe auch in den Jahren 2009

und 2010 nicht erreichen.

In der Zusammenfassung erwarten wir im Jahr 2009

ein Betriebsergebnis vor Bewertung etwa auf dem

Niveau des Jahres 2008. Diese Tendenz begründet

sich im Wesentlichen auf einer Kompensation der


Effekte aus steigenden Erlösen und Kosten. Auch

für das Jahr 2010 rechnen wir mit einem Betriebsergebnis

in vergleichbarer Größenordnung.

Das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft

sollte durch die von uns erwartete Entwicklung der

Kapitalmarktzinsen im Jahr 2009 nur unwesentlich

beeinflusst werden. Ein deutlicher Anstieg des

Zinsniveaus hätte jedoch auf die Kurswerte unserer

festverzinslichen Wertpapiere einen negativen

Einfluss.

Aus unseren Wertpapierspezialfonds sind insbesondere

im Hinblick auf getroffene Kurssicherungsvereinbarungen

auch bei einer negativen Entwicklung

des Zinsniveaus und der Aktienkurse keine

wesentlichen negativen Auswirkungen auf das Bewertungsergebnis

zu erwarten.

Gleichwohl birgt ein Anhalten oder gar ein Verschärfen

der Finanzmarktkrise weitere Risiken

für die Bewertung der eigenen Wertpapiere der

Sparkasse, so dass Abschreibungen auf niedrigere

Zeitwerte aufgrund von Bonitätsverschlechterungen

bzw. Illiquidität der Märkte im Planungszeitraum

nicht auszuschließen sind.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist nur

mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren.

Durch unser Kreditrisikomanagement sind wir bemüht,

die erkannten Risiken zu vermindern und

neue Risiken zu vermeiden. Der Bestand an Krediten

mit erhöhten und akuten Risiken hat sich im

Berichtsjahr geringfügig erhöht. Die im Risikobericht

erläuterten Maßnahmen werden nach unserer

Einschätzung dazu führen, dass die Ertragslage des

laufenden Jahres – wie schon in den Vorjahren –

nicht wesentlich durch Risikovorsorgemaßnahmen

belastet wird. Derzeit nicht vorhersehbare negative

Entwicklungen einzelner Kreditnehmer können

dennoch zu einem nennenswerten Risikovorsorgebedarf

im Prognosezeitraum führen. Eine Quantifizierung

dieser Risiken ist jedoch nicht möglich.

Umgekehrt kann eine positive Entwicklung bereits

wertberichtigter Kreditengagements das Bewertungsergebnis

positiv beeinflussen.

Lagebericht

Außergewöhnliche Erträge oder Aufwendungen,

die das Ergebnis des Jahres 2009 beeinflussen

könnten, sind nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.

Die Ertragssteuerquote wird im Prognosezeitraum

2009 wie bisher bei 31,93 % liegen.

Der Jahresüberschuss nach Steuern wird 2009

unter Zugrundelegung der vorgenannten Erläuterungen

voraussichtlich etwa auf dem Niveau des

Vorjahres liegen.

41


42

Horst Schiereck,

Oberbürgermeister der Stadt Herne,

Vorsitzender des Verwaltungsrates


Bericht des Verwaltungsrates

Bericht des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2008

Der Verwaltungsrat hat sich in fünf Sitzungen mit der geschäftlichen Lage, der Zahlungsbereitschaft

sowie der Rentabilität und Zinspolitik der Sparkasse, grundsätzlichen Fragen der Geschäftspolitik, mit

Personalangelegenheiten und sonstigen wichtigen Geschäftsvorfällen befasst und damit die ihm übertragenen

Aufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Über die Entwicklung des Budgets wurde der

Verwaltungsrat vom Vorstand regelmäßig unterrichtet.

Von der Prüfungsstelle des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes erhielten Jahresabschluss

und Lagebericht 2008 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Gemäß § 15 Abs. 2 Buchstabe d) des Sparkassengesetzes Nordrhein-Westfalen n. F. stellt der Verwaltungsrat

den Jahresabschluss fest und billigt den Lagebericht des Vorstandes.

Der Verwaltungsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Berichtsjahr

geleistete erfolgreiche Arbeit.

Herne, 7. Mai 2009

S Herner Sparkasse

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates

Horst Schiereck

43


Jahresabschluss.

Mit dem Blick auf die Zahlen.


Jahresabschluss

der Herner Sparkasse

zum 31.12.2008

Land Nordrhein-Westfalen

Regierungsbezirk Arnsberg

b Bilanz

b Gewinn- und Verlustrechnung

b Anhang

b Bestätigungsvermerk

Jahresabschluss

45


46

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2008 Aktivseite

EUR EUR EUR EUR

31.12.2007

TEUR

1. Barreserve

a) Kassenbestand 13.727.979,22 13.659

b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 24.549.608,86 12.503

38.277.588,08 26.162

2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung

bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind

a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen

sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0

b) Wechsel 0,00 0

0,00 0

3. Forderungen an Kreditinstitute

a) täglich fällig 18.458.639,46 87.319

b) andere Forderungen 146.102.498,89 49.020

164.561.138,35 136.339

4. Forderungen an Kunden 815.664.088,43 809.362

darunter: durch Grundpfandrechte

gesichert 406.540.790,81 (402.730)

Kommunalkredite 32.548.238,54 (55.874)

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

a) Geldmarktpapiere

aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 0,00 (0)

ab) von anderen Emittenten 0,00 0

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 0,00 (0)

0,00 0

b) Anleihen und Schuldverschreibungen

ba) von öffentlichen Emittenten 30.606.475,11 53.920

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 30.606.475,11 (53.920)

bb) von anderen Emittenten 425.893.361,60 427.234

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 425.893.361,60 (427.234)

456.499.836,71 481.154

c) eigene Schuldverschreibungen 871.752,06 409

Nennbetrag 906.000,00 (434)

457.371.588,77 481.563

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 111.196.533,95 109.402

7. Beteiligungen 26.734.792,96 26.797

darunter:

an Kreditinstituten 0,00 (0)

an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)

8. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59 26

darunter:

an Kreditinstituten 0,00 (0)

an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)

9. Treuhandvermögen 20.568,74 23

darunter:

Treuhandkredite 20.568,74 (23)

10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich

Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0

11. Immaterielle Anlagewerte 106.684,00 30

12. Sachanlagen 20.817.327,85 21.480

13. Sonstige Vermögensgegenstände 4.690.586,54 11.434

14. Rechnungsabgrenzungsposten 1.359.161,24 1.357

Summe der Aktiva 1.640.825.623,50 1.623.975


Jahresbilanz zum 31. Dezember 2008 Passivseite

EUR EUR EUR EUR

31.12.2007

TEUR

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) täglich fällig 1.100.997,53 3.097

b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 297.648.363,80 240.572

298.749.361,33 243.669

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von drei Monaten

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist

393.449.520,32 450.375

von mehr als drei Monaten 14.271.940,07 14.169

407.721.460,39 464.544

b) andere Verbindlichkeiten

ba) täglich fällig 418.901.591,98 458.889

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 357.022.915,44 309.159

775.924.507,42 768.048

1.183.645.967,81 1.232.592

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

a) begebene Schuldverschreibungen 18.783.106,49 24.063

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0

18.783.106,49 24.063

darunter:

Geldmarktpapiere

eigene Akzepte und

0,00 (0)

Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)

4. Treuhandverbindlichkeiten 20.568,74 23

darunter:

Treuhandkredite 20.568,74 (23)

5. Sonstige Verbindlichkeiten 13.075.111,21 5.614

6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.671.390,37 2.010

7. Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen und

ähnliche Verpflichtungen 7.229.818,00 6.752

b) Steuerrückstellungen 1.383.800,00 0

c) andere Rückstellungen 18.184.766,04 17.073

26.798.384,04 23.825

8. Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0

9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0

10. Genussrechtskapital 0,00 0

darunter: vor Ablauf von

zwei Jahren fällig 0,00 (0)

11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 23.400.000,00 19.000

12. Eigenkapital

a) gezeichnetes Kapital 0,00 0

b) Kapitalrücklage 0,00 0

c) Gewinnrücklagen

ca) Sicherheitsrücklage 68.052.241,25 66.554

cb) andere Rücklagen 5.126.678,95 5.127

73.178.920,20 71.681

d) Bilanzgewinn 1.502.813,31 1.498

74.681.733,51 73.179

Summe der Passiva 1.640.825.623,50 1.623.975

1. Eventualverbindlichkeiten

a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0

b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 13.920.222,57 15.039

c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0

13.920.222,57 15.039

2. Andere Verpflichtungen

a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0

b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0

c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 28.474.862,31 19.216

28.474.862,31 19.216

47


48

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008

EUR EUR EUR

01.01. - 31.12.07

TEUR

1. Zinserträge aus

a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 50.376.106,77 48.002

b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen

24.320.489,05 23.387

2. Zinsaufwendungen

74.696.595,82

41.652.230,50

33.044.365,32

71.389

40.384

31.005

3. Laufende Erträge aus

a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 4.409.049,62 6.661

b) Beteiligungen

c) Anteilen an verbundenen Unternehmen

392.262,44

0,00

597

0

4.801.312,06 7.258

4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder

Teilgewinnabführungsverträgen 457.684,05 215

5. Provisionserträge 11.139.405,35 10.270

6. Provisionsaufwendungen 694.180,80 651

10.445.224,55 9.619

7. Nettoaufwand (im Vorjahr Nettoertrag) aus Finanzgeschäften 112.902,19 129

8. Sonstige betriebliche Erträge 1.647.805,71 1.317

9. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0

50.283.489,50 49.543

10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

a) Personalaufwand

aa) Löhne und Gehälter

ab) Soziale Abgaben und Aufwen-

14.945.949,48 14.489

dungen für Altersversorgung und für

Unterstützung 5.615.468,77 5.041

darunter:

für Altersversorgung: 2.455.155,95 EUR

20.561.418,25 19.530

(1.960)

b) andere Verwaltungsaufwendungen 10.034.730,32 13.588

30.596.148,57 33.118

11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.886.636,41 2.193

12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.306.453,14 796

13. Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 4.400.000,00 4.000

14. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und

bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen

im Kreditgeschäft 5.382.598,14 5.511

15. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten

Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen

im Kreditgeschäft 0,00 0

5.382.598,14 5.511

16. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,

Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagever-

mögen behandelte Wertpapiere 0,00 0

17. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an

verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen

behandelten Wertpapieren 0,00 0

0,00 0

18. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0

19. Einstellungen in Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0

20. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 6.711.653,24 3.925

21. Außerordentliche Erträge 0,00 0

22. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0

23. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0

24. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.108.076,01 2.286

25. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 100.763,92 141

5.208.839,93 2.427

26. Jahresüberschuss 1.502.813,31 1.498

27. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0

1.502.813,31 1.498

28. Entnahmen aus Gewinnrücklagen

a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0

b) aus anderen Rücklagen 0,00 0

0,00 0

29. Einstellungen in Gewinnrücklagen

a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0

b) in andere Rücklagen 0,00 0

0,00 0

30. Bilanzgewinn 1.502.813,31 1.498


A. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bewertung der Vermögensgegenstände, der

Verbindlichkeiten und der schwebenden Geschäfte

erfolgt gem. den §§ 252 ff. und §§ 340 ff. HGB.

Forderungen

Forderungen an Kunden und Kreditinstitute haben

wir zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung

von Darlehen einbehaltene Disagien werden

kapitalanteilig auf die Laufzeit der Darlehen bzw.

eine kürzere Zinsbindungsdauer verteilt. Wechsel

werden abgezinst mit den effektiven Hereinnahmesätzen

ausgewiesen.

Erkennbaren Risiken aus Forderungen wurde

durch deren Bewertung nach den Grundsätzen

kaufmännischer Vorsicht ausreichend Rechnung

getragen. Soweit die Gründe für vorgenommene

Wertberichtigungen nicht mehr bestehen, werden

Zuschreibungen vorgenommen.

Bezüglich der Bewertung und Bilanzierung von

strukturierten Schuldscheindarlehen verweisen

wir auf den entsprechenden Abschnitt.

Strukturierte Produkte

Strukturierte Produkte werden grundsätzlich als einheitlicher

Vermögensgegenstand bilanziert. Liegen

die Voraussetzungen für eine einheitliche Bewertung

nicht vor, werden die strukturierten Produkte für

Zwecke der Bewertung in ihre Bestandteile zerlegt.

Strukturierte Schuldscheindarlehen

Die Sparkasse hält am Bilanzstichtag zwei strukturierte

Schuldscheindarlehen deutscher Kreditinstitute

(Zins- und Kreditstrukturen) in einer

Größenordnung von TEUR 6.000 (Nominalwert)

im Bestand. Die Papiere sind von den Emittenten

kapitalgarantiert.

Anhang zur Bilanz

Die Verzinsung der strukturierten Schuldscheindarlehen

ist in einem Fall – bei einem bestehenden

Schuldnerkündigungsrecht – in gestaffelter

Form fest vorgegeben. Im anderen Fall ist der Zins

an die Risiken aus einem Portfolio von Genussrechten

deutscher mittelständischer Unternehmen

gekoppelt.

Eine Abzinsung auf Schuldscheindarlehen haben

wir vorgenommen, wenn eine voraussichtlich dauerhafte

Zinslosigkeit der Zinsstrukturen droht.

Wertpapiere

Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten

bewertet, soweit die beizulegenden Werte am

Bilanzstichtag nicht niedriger sind (strenges Niederstwertprinzip).

Soweit aufgrund der Kursentwicklung die Gründe

für die in den vergangenen Geschäftsjahren

vorgenommenen Abschreibungen nicht mehr

bestehen, werden Zuschreibungen auf den höheren

beizulegenden Wert, höchstens bis zu den

Anschaffungskosten vorgenommen.

Unsere Wertpapiere haben wir daraufhin untersucht,

ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt

besteht oder der Markt als inaktiv anzusehen ist.

Dabei haben wir die Marktverhältnisse in enger

zeitlicher Nähe zum Bilanzstichtag einbezogen.

Einen aktiven Markt haben wir unterstellt, wenn

Marktpreise von einer Börse, einem Händler oder

einer Preis-Service-Agentur leicht und regelmäßig

erhältlich sind und auf aktuellen und regelmäßig

auftretenden Markttransaktionen beruhen.

Für die an einem aktiven Markt gehandelten Wertpapiere

wurde der Börsen-/Marktpreis zum Abschlussstichtag

verwendet.

49


50

Anhang zur Bilanz

Insbesondere aufgrund der Finanzmarktkrise waren

jedoch die Märkte für unseren zinsbezogenen

Wertpapierbestand zum Bilanzstichtag als nicht

aktiv anzusehen. Daher haben wir, sofern auch

keine Informationen über jüngste Transaktionen

in diesen oder vergleichbaren Wertpapieren vorlagen,

ein Bewertungsmodell bzw. in Einzelfällen von

der WestLB mitgeteilte indikative Kurse verwendet.

Die indikativen Kurse haben wir anhand weiterer

Marktinformationen einer Plausibilitätskontrolle

unterzogen.

Die modellbasierte Ermittlung eines beizulegenden

Wertes erfolgte mit Hilfe von Discounted Cashflow

Verfahren (DCF-Modell). Die aus den jeweiligen

Wertpapieren erwarteten Cashflows werden mit einem

laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz auf den

Bewertungsstichtag abgezinst. Der Schätzung der

Cashflows wurden grundsätzlich die vertraglichen

Regelungen über die Zins- und Tilgungszahlungen

zugrunde gelegt.

Zur Bewertung der Floater wurde der aktuelle Zinssatz

sowie der Zinssatz zum Vergleichsstichtag auf

Basis der jeweiligen Swap-Kurven der Stichtage

unter Berücksichtigung der jeweiligen Restlaufzeit

ermittelt. Hierdurch werden varia ble Kupons

synthetisch zu festen Zinssätzen, so dass der Zinszahlungsrhythmus

grundsätzlich auf jährlich umgestellt

wird.

Drohende Zahlungsausfälle wurden in den zu diskontierenden

Cashflows berücksichtigt.

Der Diskontierungszins setzt sich aus einem Basiszins

und einem Risikozuschlag zusammen. Für

die Bestimmung der Parameter haben wir vorrangig

am Markt beobachtbare Werte verwendet. Als

Basiszins haben wir deshalb die für den Interbankenhandel

mit Zinsswaps am Markt beobachtbare

Zinsstrukturkurve („Swap-Kurve“) verwendet.

Der Risikozuschlag setzt sich aus einem Zuschlag

für das Adressenausfallrisiko des Emittenten und

einem Zuschlag für das Liquiditätsrisiko zusammen.

Den Risikozuschlag für das Adressenausfallrisiko

haben wir mithilfe der sich aus einem externen Rating

ergebenden statistischen Ausfallwahrscheinlichkeit,

die mit einer erwarteten Ausfallquote

gewichtet wurde, berechnet, da keine aus einem

aktiven Markt für Kreditversicherungsprämien

(Credit Default Swaps) ableitbaren Risikozuschläge

ermittelbar waren. Bei Pfandbriefen inländischer

Emittenten haben wir auf einen zusätzlichen Risikoaufschlag

für Adressenausfallrisiken verzichtet.

Inaktive Märkte zeichnen sich insbesondere dadurch

aus, dass der Liquiditätsspread nicht mehr

am Markt beobachtbar ist. Für die Bewertung haben

wir deshalb auf eine individuelle Schätzung

zurückgegriffen. Ausgangspunkt für die Schätzung

war der letztmalig aus einem aktiven Markt

abgeleitete Liquiditätsspread, hilfsweise der aus

dem Bewertungskurs zum 31.12.2007 errechnete

Wert. Der Entwicklung der Finanzmarktkrise haben

wir bei der Festlegung des Liquiditätsspreads

dadurch Rechnung getragen, dass wir den Ausgangswert

in Abhängigkeit von den relevanten

Marktbedingungen angemessen erhöht haben.

Insbesondere haben wir Wert darauf gelegt, dass

sich die Entwicklung im vierten Quartal des Jahres

2008 in der Festlegung des Liquiditätsspreads

hinreichend widerspiegelt.

Für Investmentfondsanteile haben wir grundsätzlich

als beizulegenden (Zeit-)Wert den investmentrechtlichen

Rücknahmepreis angesetzt.

Die unternehmensindividuelle Festsetzung wesentlicher

Bewertungsparameter ist mit Ermessensentscheidungen

verbunden, die trotz sachgerechter

Ermessensausübung im Vergleich mit

aktiven Märkten zu deutlich höheren Schätzunsicherheiten

führen.

Bei der Bewertung unserer Wertpapiere haben wir

die in dem Rechnungslegungshinweis des Instituts

der Wirtschaftsprüfer (IDW) „Umwidmung und

Bewertung von Forderungen und Wertpapieren“

nach HGB (IDW RH 1.014) vom 09.01.2009 gestellten

Anforderungen beachtet. Der Bestand unserer


verzinslichen Wertpapiere wurde nahezu vollständig

mithilfe eines DCF-Modells bewertet.

Anteilsbesitz

Anteile an verbundenen Unternehmen und Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht,

werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten

bilanziert; bei voraussichtlich dauernder

Wertminderung werden Abschreibungen auf den

niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Soweit die Gründe für einen niedrigeren Wertansatz

nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen

bis zum Zeitwert, höchstens bis zu den Anschaffungskosten

vorgenommen.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen

werden zu Anschaffungskosten, vermindert

um planmäßige Abschreibungen entsprechend

der voraussichtlichen Nutzungsdauer, bilanziert.

Dabei orientieren wir uns grundsätzlich an der von

der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsdauer;

für Mobilien an den sog. Abschreibungstabellen,

für Immobilien an § 7 EStG.

Aus Vereinfachungsgründen werden in Anlehnung

an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände

von geringem Wert (bis EUR 150) sofort

als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände

(bis EUR 1.000) in einem Sammelposten

eingestellt, der über einen Zeitraum

von fünf Jahren gewinnmindernd aufgelöst wird.

Wir haben die entgeltlich erworbene Software

nach den Vorgaben der IDW-Stellungnahme „Bilanzierung

von Software beim Anwender“ (IDW

RS HFA 11) unter dem Bilanzposten „Immaterielle

Anlagewerte“ ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen werden für Gebäude

grundsätzlich linear vorgenommen.

Anhang zur Bilanz

Soweit steuerrechtlich höhere degressive Abschreibungssätze

zugelassen sind, werden diese

angewandt.

Für Einbauten in gemieteten Gebäuden wird die

Vertragsdauer zugrunde gelegt, wenn sie kürzer ist

als die für Gebäude geltende Abschreibungsdauer.

Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung

einschließlich Betriebsvorrichtungen wer den,

soweit steuerrechtlich zulässig, degressiv abgeschrieben.

Im Jahr der Anschaffung wird die zeitanteilige

Jahresabschreibung verrechnet. Es wird

von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, von der

degressiven auf die lineare Abschreibungsmethode

überzugehen, wenn dies zu höheren Abschreibungen

führt.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte

Wert von Vermögensgegenständen über

dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag

beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige

Abschreibungen Rechnung getragen.

Falls die Gründe für vorgenommene außerplanmäßige

Abschreibungen nicht mehr bestehen,

werden Zuschreibungen vorgenommen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden zu ihrem Rückzahlungsbetrag

bewertet. Aufgewendete Disagien werden

in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten,

erhaltene Agioerträge in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten

eingestellt und über die Laufzeit

planmäßig abgeschrieben bzw. vereinnahmt.

Zerobonds und ähnliche Verbindlichkeiten wurden

mit dem Barwert bilanziert.

51


52

Anhang zur Bilanz

Rückstellungen

Rückstellungen werden in Höhe des Betrages gebildet,

der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung

notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren

Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden

nach versicherungsmathematischen Grundsätzen

entsprechend des Teilwertverfahrens ermittelt.

Infolge der Entwicklung des langfristigen Kapitalmarktzinses

hat die Sparkasse im Jahr 2006 den

zugrunde liegenden Rechnungszins auf 4% gesenkt.

Der sich aufgrund der Verminderung des

Rechnungszinses errechnete Erhöhungsbetrag von

TEUR 1.420 wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung

der Jahre 2006, 2007 und 2008 mit jeweils einem

Viertel berücksichtigt. Der verbleibende Erhöhungsbetrag

wird dem Geschäftsjahr 2009 belastet.

B. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

Derivative Finanzinstrumente

Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten hat

die Sparkasse im Jahr 2008 nur in Form von Swaps

getätigt. Diese sind als schwebende Geschäfte in

der Bilanz nicht auszuweisen. Sie werden bei Abschluss

entsprechend ihrer Zweckbestimmung

dem Handels- oder Anlagebuch zugeordnet.

1. Forderungen an die bzw. Verbindlichkeiten gegenüber der eigene(n) Girozentrale

Forderungen an die bzw. Verbindlichkeiten gegenüber der WestLB AG, Düsseldorf/Münster, sind in

folgenden Bilanzposten enthalten:

Bilanzposten 31.12.2008 TEUR 31.12.2007 TEUR

Aktiva 3

Forderungen an Kreditinstitute

95.049 108.045

Passiva 1

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die zur Absicherung von Zinsänderungs- oder

sonstigen Marktpreisrisiken abgeschlossenen derivativen

Geschäfte werden in die Gesamtbetrachtung

der jeweiligen Risikoart einbezogen und sind

somit nicht gesondert zu bewerten.

Währungsumrechnung

Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 340h HGB.

Der Gesamtbetrag der auf fremde Währung lautenden

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten

beträgt TEUR 750 bzw. TEUR 731.

1.452 860


2. Wertpapiere

Anhang zur Bilanz

Aufteilung der in den nachfolgenden Bilanzposten enthaltenen Wertpapiere nach börsennotierten

und nicht börsennotierten Wertpapieren:

Bilanzposten Insgesamt TEUR Börsennotiert TEUR Nicht börsennotiert TEUR

Aktiva 5

Schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere

Aktiva 6

Aktien und andere nicht festverzinsliche

Wertpapiere

3. Anteilsbesitz

457.372 456.500 872

111.197 1.429 109.788

In nachstehendem Bilanzposten werden die Anteile an dem Unternehmen ausgewiesen, an dem die

Sparkasse mit mindestens 20% beteiligt ist:

Bilanzposten

Aktiva 8

Anteile an verbundenen

Unternehmen

Firma und Sitz der Gesellschaft

Versicherungsdienst der

Herner Sparkasse GmbH, Herne

Eigenkapital TEUR 26

Beteiligungsquote % 100

Vorläufiges Jahresergebnis 2008 vor

Ergebnisabführung TEUR

210

Gegenüber dem verbundenen Unternehmen besteht aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages

die Verpflichtung zur Verlustübernahme.

Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, da die Mehrheitsbeteiligung von untergeordneter Bedeutung

für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist.

53


54

Anhang zur Bilanz

4. Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2008

Anlageart

Finanzanlagen

Anschaffungskosten

Die Sachanlagen entfallen mit TEUR 14.913 auf Grundstücke und Bauten, die von der Sparkasse im Rahmen

ihrer eigenen Tätigkeit genutzt werden, und mit TEUR 3.714 auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung.

5. Treuhandgeschäfte

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten betreffen jeweils in voller Höhe die Forderungen

an Kunden bzw. die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

6. Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten sind enthalten:

7. Nachrangige Vermögensgegenstände

Zugänge Abgänge Abschreibungen Buchwert

TEUR TEUR TEUR

aufgelaufene

TEUR

Geschäftsjahr

TEUR

Nachrangige Vermögensgegenstände sind in folgendem Bilanzposten enthalten:

31.12.2008

TEUR

31.12.2007

TEUR

Beteiligungen 26.797 --- 62 --- --- 26.735 26.797

Anteile an

verbundenen

Unternehmen

26 --- --- --- --- 26 26

Immaterielle

Anlagewerte

546 108 --- 547 31 107 30

Sachanlagen 53.631 1.207 1.423 32.598 1.855 20.817 21.480

Bilanzposten

Aktiva 14

31.12.2008 TEUR 31.12.2007 TEUR

Disagio aus Verbindlichkeiten

Passiva 6

208 207

Agio aus Verbindlichkeiten 3 12

Disagio aus Forderungen 1.580 1.688

Bilanzposten 31.12.2008 TEUR 31.12.2007 TEUR

Aktiva 3

Forderungen an Kreditinstitute 3.145 3.145


8. Rückstellungen

Anhang zur Bilanz

Der Posten „andere Rückstellungen“ enthält eine Rückstellung für die im Rahmen der Stützungsmaßnahmen

der WestLB AG gegebenenfalls notwendigen Nachschussverpflichtungen an den regionalen

Reservefonds des WLSGV von TEUR 3.941.

9. Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind folgende nicht unwesentliche Einzelposten enhalten:

Bilanzposten 31.12.2008 TEUR

Passiva 5

Anteil an der Haftung für eine zusätzliche Fremdfinanzierung zum Erwerb der Landesbank

Berlin Holding AG (LBBH) durch eine Zweckgesellschaft der Sparkassenorganisation. 4.201

Bis zur endgültigen Abwicklung eines notleidenden Kreditengagements treuhändisch

verwaltetes Guthaben. 7.294

10. Verbindlichkeiten, für die Vermögensgegenstände als Sicherheit übertragen sind

Für folgende der in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Vermögensgegenstände als

Sicherheit übertragen:

Bilanzposten

Passiva 1

31.12.2008 TEUR 31.12.2007 TEUR

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 149.152 66.429

11. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In folgendem Bilanzposten sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bzw. Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausgewiesen:

Bilanzposten

Passiva 2

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

31.12.2008 TEUR 31.12.2007 TEUR

Verbundene Unternehmen 470 546

Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 107 285

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56

Anhang zur Bilanz

12. Fristengliederung

Bilanzposten Forderungen bzw. Verbindlichkeiten

mit einer Restlaufzeit von

bis drei

Monate

mehr als

drei Monate

bis ein Jahr

mehr als

ein Jahr bis

fünf Jahre

mehr

als fünf

Jahre

mit unbestimmter

Laufzeit

im Jahr

2009 fällig

TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR

Aktiva

3. Forderungen an Kreditinstitute

b) andere Forderungen 37.343 100.000 --- 8.759

4. Forderungen an Kunden

5. Schuldverschreibungen und andere

24.164 61.045 231.590 406.888 91.977

festverzinsliche Wertpapiere

Passiva

1. Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten

b) mit vereinbarter Laufzeit oder

87.632

Kündigungsfrist 81.378 24.880 106.930 84.460

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von mehr als drei Monaten

b) andere Verbindlichkeiten

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder

1.861 6.631 5.316 463

Kündigungsfrist

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

201.694 89.360 62.850 3.119

a) begebene Schuldverschreibungen 4.392

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten --- --- --- ---

C. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Provisionserträge

Etwa 20% der Provisionserträge in Höhe von insgesamt TEUR 11.139 entfallen auf für Dritte erbrachte

Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, insbesondere die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner

(Versicherungen, Bausparverträge, Immobilien, Investmentzertifikate).

2. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Vom ausgewiesenen Steueraufwand entfallen rund 14,4% auf Nachzahlungen für Vorjahre infolge einer

Außenprüfung gemäß § 193 ff. der Abgabenordnung und rund 6,3% auf steuerliche Mehraufwendungen,

die wegen der möglicherweise steuerlichen Nichtanerkennung der in 2007 gebildeten Rückstellung

für Nachschussverpflichtungen an den regionalen Reservefonds notwendig wurden.


D. Sonstige Angaben

1. Marktrisikobehaftete Geschäfte

2. Beizulegende Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente

Anhang zur Bilanz

Die Sparkasse hat im Geschäftsjahr und in Vorjahren derivative Finanzinstrumente abgeschlossen, die

teilweise am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren.

Zins-Swaps werden zur Steuerung des sich aus dem Zinsbuch aller zinstragenden Aktiva und Passiva

ergebenden Zinsänderungsrisikos (Macro-Hedge) oder zur Sicherung des sich aus einzelnen Festzinspositionen

ergebenden Zinsänderungsrisikos (Micro-Hedge) eingesetzt.

Die Arten und der Umfang der derivativen Finanzinstrumente, bezogen auf die Nominalwerte der zugrunde

liegenden Referenzwerte sind der Tabelle zu entnehmen:

Derivative Finanzinstrumente

Zinsrisiken

Insgesamt TEUR

Nominalbeträge

Handelsgeschäfte TEUR Deckungsgeschäfte TEUR

Zins-Swaps 85.000 --- 85.000

Den am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten derivativen Finanzinstrumenten sind folgende beizulegende

Zeitwerte beizumessen:

Derivative Finanzinstrumente

Sicherungsgeschäfte

Beizulegende Zeitwerte

Micro-Hedge TEUR Macro-Hedge TEUR

Handelsgeschäfte TEUR

Zinsrisiken

Zins-Swaps --- -2.744 ---

Der beizulegende Zeitwert der Zins-Swaps wird über die Abzinsung der künftigen Zahlungen (Cashflows)

fiktiver Gegengeschäfte (Glattstellungsfiktion) auf den Abschlussstichtag ermittelt (Discounted-

Cashflow-Verfahren). Die Diskontierungsfaktoren werden den von der WestLB AG veröffentlichten Zinsstrukturkurven

am Markt gehandelter Swaps entnommen.

Die Zinsänderungsrisiken messen wir durch die Ermittlung der Auswirkungen von Marktzinsänderungen

auf den Vermögenswert aller zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (Zinsbuch) über die Abzinsung

aller innerhalb der jeweiligen Restlaufzeit liegenden Zahlungen (Cashflows). Diese werden mit der der

jeweiligen Laufzeit entsprechenden aktuellen Rendite abgezinst. Den negativen beizulegenden Zeitwerten

der in das Zinsbuch einbezogenen Zins-Swaps (Macro-Hedge) stehen nach unseren Berechnungen

im Rahmen der Steuerung des Zinsänderungsrisikos höhere Unterschiedsbeträge zwischen den ermittelten

Vermögenswerten und den Bilanzwerten der zinstragenden Aktiv- und Passivposten gegenüber.

57


58

Anhang zur Bilanz

3. Angabe der Vorstandsbezüge gemäß § 19 Abs. 5 SpkG NW und § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a) HGB

Die Mitglieder des Vorstandes erhielten im Geschäftsjahr Bezüge von:

Mulski, Hans-Jürgen 274

Blanquez, Antonio 251

Gesamtbezüge des Vorstandes 525

4. Gesamtbezüge der Mitglieder des Verwaltungsrats § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe b) HGB

Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 33.

5. Pensionsrückstellungen und -zahlungen für bzw. an frühere Mitglieder des Vorstandes

und deren Hinterbliebene

An frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden TEUR 439 gezahlt; die Pensionsrückstellungen

für diesen Personenkreis betrugen am 31.12.2008 TEUR 5.004.

6. Kreditgewährungen an den Vorstand und Verwaltungsrat

Den Mitgliedern des Vorstandes hatte die Sparkasse zum 31.12.2008 Kredite in Höhe von TEUR 1 und

den Mitgliedern des Verwaltungsrats Kredite in Höhe von TEUR 9.844 gewährt.

7. Mitarbeiter/-innen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Mitarbeiter 2008 2007

Vollzeitkräfte 301 308

Teilzeit- und Ultimokräfte 100 100

TEUR

401 408

Auszubildende 24 25

Insgesamt 425 433


Anhang zur Bilanz

8. Nicht aus der Bilanz ersichtliche Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle

Verpflichtungen

Die Herner Sparkasse ist aufgrund des Tarifvertrages über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten

des öffentlichen Dienstes verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine zu einer Betriebsrente führende

Versicherung bei einer Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Sie ist deshalb Beteiligte der Versorgungsanstalt

des Bundes und der Länder in Karlsruhe (VBL).

Die VBL ist eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene rechtsfähige Anstalt des öffentlichen

Rechts. Sie steht unter der Aufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Aufgabe der VBL ist es, Arbeitnehmern

der bei ihr beteiligten Arbeitgeber im Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche

Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung zu zahlen. Die arbeitsrechtlichen Grundlagen

sind in den Versorgungstarifverträgen des öffentlichen Dienstes geregelt. Die gezahlten Renten

werden jeweils am 01.07. eines Jahres um 1,0% angepasst.

Die Finanzierung der Leistungen der VBL erfolgt nach dem Abschnittsdeckungsverfahren (Umlageverfahren).

Der Deckungsabschnitt beträgt fünf Jahre. Der aktuelle Deckungsabschnitt umfasst die Jahre

2002 bis 2007. Der Umlagesatz ist so bemessen, dass die für die Dauer des Deckungsabschnitts zu

entrichtende Umlage zusammen mit den übrigen zu erwartenden Einnahmen und dem verfügbaren

Vermögen ausreicht, die Ausgaben während des Deckungsabschnitts sowie der folgenden sechs Monate

zu erfüllen.

Der Hebesatz beträgt derzeit 7,86% der zusatzversorgungspflichtigen Entgelte. Davon werden 1,41%

durch die Arbeitnehmer getragen. Daneben wurde ein Sanierungsgeld in Höhe von 0,57% der Entgeltsumme

des Abrechnungsjahres erhoben.

Die an die VBL geleisteten Zahlungen betrugen in 2008 TEUR 1.072.

Wenn ein Mitglied die VBL verlassen will, ist eine nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte

Ausgleichszahlung für die bei der VBL verbleibenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich. Im

Falle des Austritts der Sparkasse zum 31.12.2007, hätte die Ausgleichszahlung Mio. EUR 17,4 betragen.

Eine Angabe zu einer möglichen Ausgleichszahlung zum 31.12.2008 kann von der VBL erst im dritten

Quartal 2009 gemacht werden, da die entsprechenden versicherungsmathematischen Berechnungen

zur Ermittlung des Ausgleichsbetrages erst durchgeführt werden können, wenn alle Jahresmeldungen

der Mitglieder vorliegen und verarbeitet sind.

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60

Anhang zur Bilanz

9. Verwaltungsrat und Vorstand

Vorsitzender Stv. Vorsitzende

Verwaltungsrat

Mitglieder

Horst Schiereck 1. Dr. Frank Dudda Manfred Judel Sparkassenangestellter

Hauptamtlicher Geschäftsführer eines Willy Lehmann Sparkassenangestellter i. R.

Oberbürgermeister Bundesverbandes Egbert Lewicki Lehrer

2. Jürgen Nolte Manuela Lukas Hausfrau

Sparkassenangestellter Elisabeth Müller Sparkassenangestellte

Gerd Pieper Unternehmer

(Einzelhandel mit

Parfümerieartikeln)

Markus Schlüter Angestellter

(Kommunalverwaltung)

Norbert Schwanengel Beamter i. R.

(Landesverwaltung)

Jörg Thielemann Sparkassenangestellter

Erika Wagner Verwaltungsangestellte i. R.

(Kommunalverwaltung)

Petra Wobig Sparkassenangestellte

Armin Wolf Steuerberater

Herne, 15. April 2009

Vorstand

Vorsitzender Mitglied

Hans-Jürgen Mulski Antonio Blanquez

S Herner Sparkasse

Der Vorstand

Hans-Jürgen Mulski Antonio Blanquez


Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Anhang zur Bilanz

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang

– unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Herner Sparkasse für das Geschäftsjahr

vom 01.01.2008 bis 31.12.2008 geprüft.

Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen

handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Sparkasse. Unsere

Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den

Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der

Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung

vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und

Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze

ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der

Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das

wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche Fehler

berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht

überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung

der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie

die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der

Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der

Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss,

vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse und stellt die Chancen

und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Münster, 28. April 2009

Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband

- Prüfungsstelle -

Menke

Wirtschaftsprüfer

61


Mit dem Blick für Ihre Kunden.

Die Beraterinnen und Berater

der Herner Sparkasse.


64

Herner Sparkasse.

Mit dem Blick auf ihre

Geschäftsstellen.

Wiedereröffnung der Geschäftsstelle Wanne-Nord am 21. November 2008


Geschäftsstelle Anschrift Telefon | Fax Geldautomaten

Hauptstelle Postfach 10 18 69 | 44621 Herne 02323/590-0 | Fax: -235

Berliner Platz 1 | 44623 Herne E-Mail: info@herner-sparkasse.de

Vermögensmanagement- Berliner Platz 1 | 44623 Herne 02323/590-369 | Fax: -367

Center Herne E-Mail: vmc-herne@herner-sparkasse.de

FirmenkundenCenter Berliner Platz 1 | 44623 Herne 02323/590-616 | Fax: -371

E-Mail: firmenkunden@herner-sparkasse.de

GewerbekundenCenter Berliner Platz 1 | 44623 Herne 02323/590-369 | Fax: -367

E-Mail: gewerbekunden@herner-sparkasse.de

ImmobilienCenter Berliner Platz 9 | 44623 Herne 02323/590-315 | Fax: -432

E-Mail: immobilien@herner-sparkasse.de

Niederlassung Wanne Hauptstraße 224 | 44649 Herne 02323/590-740 | Fax: -755

Vermögensmanagement- Hauptstraße 224 | 44649 Herne 02323/590-709 | Fax: -734

Center Wanne E-Mail: vmc-wanne@herner-sparkasse.de

Sodingen Mont-Cenis-Straße 267a | 44627 Herne 02323/590-203 | Fax: -513

Vermögensmanagement- Mont-Cenis-Straße 267a | 44627 Herne 02323/590-408 | Fax: -407

Center Sodingen E-Mail: vmc-sodingen@herner-sparkasse.de

Horsthausen Horsthauser Straße 205 | 44628 Herne 02323/590-204 | Fax: -514

Holthausen Castroper Straße 270 | 44627 Herne 02323/590-205 | Fax: -515

Bahnhof Bahnhofsplatz 12 - 14 | 44629 Herne 02323/590-206 | Fax: -516

Herne-Süd Hölkeskampring 43 | 44625 Herne 02323/590-207 | Fax: -517

Constantin Mülhauser Straße 9 | 44627 Herne 02323/590-208 | Fax: -518

Elpes Hof Langforthstraße 17 | 44628 Herne 02323/590-209 | Fax: -519

Baukau Germanenstraße 77 | 44629 Herne 02323/590-200 | Fax: -510

City Bahnhofstraße 56 | 44623 Herne 02323/590-201 | Fax: -511

Eickel Auf der Wenge 10 - 12 | 44651 Herne 02323/590-763 | Fax: -703

Röhlinghausen Edmund-Weber-Straße 201 | 44651 Herne 02323/590-764 | Fax: -704

Holsterhausen Bielefelder Straße 123 | 44625 Herne 02323/590-765 | Fax: -705

Wanne-Nord Hauptstraße 345 | 44649 Herne 02323/590-766 | Fax: -706

Bickern Bickernstraße 70 | 44649 Herne 02323/590-767 | Fax: -707

Geldautomaten außerhalb der Geschäftsstellen

City Center Bahnhofstraße 7 | 44623 Herne

Decathlon Holsterhauser Straße 200 | 44625 Herne

65


Unser Fritz

66

B226

Bickernstraße 70

Röhlinghausen

Herner Sparkasse.

Mit dem Blick auf ihre Geschäftsstellen.

Hauptstraße 345

Wanne

Hauptstraße 224

Edmund-Weber-Straße 201

Crange

Eickel

B226

Bielefelder Straße 123

Auf der Wenge 10-12

Baukau

Germanenstraße 77

Holsterhausen

Horsthauser Straße 205

Horsthausen

Bahnhofsplatz 12-14

Herne-Mitte

Bahnhofstraße 56

A43

Berliner Platz 1 & 9

Hölkeskampring 43

Langforthstraße 17

Sodingen

Mülhauser Straße 9

Castroper Straße 270

Holthausen

Die Herner Sparkasse investierte im abgelaufenen Jahr gut 1,1 Mio. Euro in die Ausstattung ihrer Geschäftsstellen. Nach umfangreichen

Baumaßnahmen wurden zwei Standorte vollständig modernisiert und mit innovativer Technik ausgestattet. An der Castroper Straße 270

wurde die Geschäftsstelle Holthausen rund acht Wochen lang modernisiert und am 22. Oktober 2008 wiedereröffnet. Nach rund dreimonatiger

Umbauzeit wurde die Geschäftsstelle Wanne-Nord in der Hauptstraße 345 am 21. November 2008 wiedereröffnet.

A42

Börnig

Mont-Cenis-Straße 267a

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