Novellierung Trinkwasserverordnung 2011

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Novellierung Trinkwasserverordnung 2011

Trinkwasserverordnung

Mehr Verbraucherschutz durch Änderung der Trinkwasserverordnung

Zweck der Verordnung ist es, die menschliche

Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich

aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für

den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch

Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und

Reinheit nach Maßgabe der folgenden Vorschriften zu

schützen

Das Bundesministerium für Gesundheit hat am 11. Mai 2011 die Erste Verordnung zur Änderung der

Trinkwasserverordnung verkündet. Die Trinkwasserverordnung aus dem Jahr 2001 wurde in einigen

Punkten an neuere Entwicklungen angepasst werden. Die geänderte Trinkwasserverordnung trat am

1. November 2011 in Kraft.

Legionellen

Es gibt für den Parameter Legionellen umfassende neue Regelungen, die einen technischen

Maßnahmenwert (100 Legionellen pro 100 ml Trinkwasser) einführen und im Bedarfsfall eine

Ortsbesichtigung der betroffenen Trinkwasser-Installation und eine Gefährdungsanalyse vorschreiben.

Was sind Legionellen

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die die sogenannte "Legionärskrankheit" verursachen

können. Die "Legionärskrankheit" ist eine schwere Form der Lungenentzündung. In Deutschland

erkranken jährlich ca. 30.000 Menschen an einer Legionellen-Infektion.

Eine Entziehung der Untersuchungspflicht hätte neben eventuell schlimme gesundheitliche Folgen

auch juristische Konsequenzen. Werden Vorsatz oder Fahrlässigkeit nachgewiesen, sieht der

Gesetzgeber erhebliche Geld- oder sogar Freiheitsstrafen vor.

Bis zum Wasserzähler unterliegt unser Trinkwasser stets den strengsten Kontrollen. Ab dieser Stelle

jedoch, d.h. Vom Keller bis zur letzen Wasserentnahmestelle, trifft die Verantwortung den

Hauseigentümer.

Besonders warmes Wasser kommt es vermehrt zur Bildung von Keimen, wodurch ein erhöhtes Risiko

beim Duschen oder Baden besteht.

Pflichten für den Eigentümer und Verwalter

Der Gesetzgeber fordert eine jährliche Untersuchung der zentralen Trinkwassererwärmung auf

Legionellen. Betroffen sind alle Anlagen, die in einem Speicherinhalt ab 400 Liter haben. Selbst

kleinere Speicher von z.B. 200 Liter Inhalt, die mehr als 3 Liter Wasserinhalt im den Rohrleitungen

zwischen Speicher und und erster Entnahmestelle haben, müssen überprüft werden.

Eine jährliche Untersuchung ist nahezu für alle Mehrfamilienhäuser oder vermietete Einfamilienhäuser

maßgeblich und bindend.


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Wo befinden sich die Probenahmestellen

Die Probenahmestellen können vom zuständigen Gesundheitsamt festgelegt werden. Bei der

Standarduntersuchung erfolgt die Probenahme in der Regel an folgenden Stellen:

• in der Warmwasserleitung, Abgang nach dem Trinkwassererwärmer

• in der Zirkulationsleitung, Eingang vor dem Trinkwassererwärmer

• an der letzten Duscharmatur bei jedem Warmwasserstrang

Nach der Trinkwasserverordnung muss der Hauseigentümer sicherstellen, dass geeignete

Probenahmestellen vorhanden sind. Dafür bieten sich sogenannte „abflammbare“

Probenahmearmaturen an, die in die Warmwasser- und Zirkulationsleitung beim Trinkwassererwärmer

eingebaut werden.

Ebenfalls wichtig: Der Hauseigentümer unterliegt definierten Mitteilungspflichten gegenüber dem

Gesundheitsamt. So muss das Gesundheitsamt mindestens vier Wochen im Voraus informiert

werden, wenn die erstmalige Inbetriebnahme, eine Wiederinbetriebnahme und bauliche bzw.

betriebstechnische Veränderungen der häuslichen Trinkwasseranlage vorgesehen sind. Innerhalb von

drei Tagen muss eine Information erfolgen, wenn die Trinkwasseranlage stillgelegt wurde. Heute

bestehende Trinkwasseranlagen (Großanlagen) sind unverzüglich dem Gesundheitsamt anzuzeigen.

Link: Änderung Trinkwasserverordnung

http://www.bmg.bund.de/ministerium/presse/pressemitteilungen/2011-02/aenderung-dertrinkwasserverordnung.html

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