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katjahagen

SCHÖNER REISEN DAS KREUZFAHRTMAGAZIN/Kundenmagazin/Hagen+Pollmeier Corporate Publishing

HERBST 2013 4,90 EURO

schöner reisen

Das Kreuzfahrtmagazin

JETZT

NEU!

Einmalige Erlebnisse

Die besten Flusskreuzfahrten

im Herbst und Winter

Kanaren aktuell

Top-Tipps für tolle Törns zu

den Inseln des ewigen Frühlings

Neuer Luxusliner

Golf bis Ocean Spa: Was die

Europa 2 ihren Gästen bietet

Großer Test

Welches Kreuzfahrtschiff

erfüllt meine Wünsche

Traumziel Karibik

Wo Sommer und gute Laune niemals enden.

Die schönsten Schiffe für jeden Urlaubswunsch –

vom nostalgischen Segler bis zum Ozeanriesen


NORDLAND ROYAL

WELTWEITE KREUZFAHRTEN – DESIGNED FOR WOW SM

NEU:

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7 Nächte Norwegische Fjorde

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Legend of the Seas

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Reisen Sie ab August 2014 auf der frisch renovierten Legend of the Seas ® erstmalig ab Hamburg in

den hohen Norden und erleben Sie einmalige Naturlandschaften hautnah. An Bord erwarten Sie

zahlreiche Entspannungs- und Entertainmentangebote sowie eine große Auswahl an Spezialitätenrestaurants.

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EDITORIAL

... Anker auf für Ihr neues Kreuzfahrtmagazin

Herzlich willkommen bei der Jungfernfahrt von SCHÖNER REISEN –

Ihrem neuen Kreuzfahrtmagazin für Fluss und Meer.

aus dem Logbuch …

Bootsname: SCHÖNER REISEN – Das

Kreuzfahrtmagazin

Auftrag: In See stechen und mit spannenden

Geschichten wiederkommen.

Törn: Von Ende September bis Dezember

– dann erscheint das neue Heft!

Reisegebiete: Antarktis, Karibische See,

Südpazifi k, Mittelmeer, Arabische See,

Panama-Kanal, Rhein, Main, Donau ...

Häfen: Avignon, Hamburg, Sa n-Blas-

Inseln, Cartagena, Straßburg, Nassau,

Montego Bay, Miami, Cozumel, Aruba,

Koblenz, Las Palmas, Santa Cruz de

Tenerife, Budapest, Arrecife, Wien, Köln,

Funchal, Kotor, Athinios, Venedig …

Ahoi, liebe Kunden und Passagiere,

mit diesem neuen Kreuzfahrtmagazin

möchten wir uns ganz herzlich für Ihre

Treue bedanken. SCHÖNER REISEN wird

Sie ab sofort viermal jährlich kostenlos

in die faszinierende Welt der Kreuzfahrt

entführen. Wir berichten über die neuesten

Schiffe, schönsten Routen, Destinationen

und Landgänge. Außerdem geben wir

Ihnen jede Menge Expertentipps, damit

ihre nächste Kreuzfahrt ein unvergessliches

Erlebnis wird. Viel Spaß beim Lesen!

Herzlichst

Ihr Reisebüro der Kreuzfahrt Initiative

... und ein paar der Crew-Mitglieder

Fotos: Shutterstock (2), privat, Blind

Angelika Bucerius

die promovierte Volkswirtin

und Ex-Leistungssportlerin

schreibt heute als Journalistin

über Kreuzfahrt, Kulinarik,

Sport und Gesundheit.

Christofer Knaak

hat seine Leidenschaft zum

Beruf gemacht: Er leitet das

Ressort Cruises & Ferries bei

der Fachzeitung touristik

aktuell und ist Buchautor.

Franz Neumeier

Der gelernte Zeitungsredakteur

ist seit 2009 freier

Reisereporter und veröffentlichte

über 100 Artikel zum

Thema Kreuzfahrten.

Marius Leweke

lebt und arbeitet derzeit in

Shanghai – das Lieblingsziel

des erfahren Reisejournalisten

sind und bleiben

aber die Kanaren.

Stefan Krücken

liebt Maritimes und schrieb

für den Ankerherz-Verlag

das Buch Wellenbrecher:

Kapitäne erzählen ihre

besten Geschichten.

01/2013 SCHÖNER REISEN 3


Willkommen an Bord Ihres Kreuzfahrtmagazins

Leinen los! Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Kreuzfahrt

und genießen Sie die Vorfreude auf den nächsten Urlaub auf dem Wasser.

32

48

18

10

10 Titelthema:

Traumziel Karibik

Wo der Sommer niemals endet,

werden jetzt Kreuzfahrtträume

wahr. Von der romantischen

Segeljacht bis zum schwimmenden

Ferienresort reicht

das vielfältige Angebot der

Reedereien – Landgänge an

den einsamen Stränden von

Privatinseln inklusive.

60

6 News: Antworten auf

Ihre Kreuzfahrt-Fragen

Darf mein Hund an Bord Wer

kontrolliert die Sicherheit der

Schiffe Können wir auf See eine

romantische Hochzeit feiern

18 Schiffsporträt:

die neue Europa 2

Was der Luxusliner von Hapag-

Lloyd den Gästen bietet.

Cover: Doug Armand/Getty Images

4 SCHÖNER REISEN 01/2013


INHALT

54

28

38

22 Reportage: Kurs auf

die Kanaren und Madeira

Unterwegs zu den sonnigen

Stränden, schönen Gärten und

spannenden Städten der Inseln

des ewigen Frühlings.

28 Aktuelle Tipps:

zehn Flusskreuzfahrten

in Herbst und Winter

Ob Weihnachten, Wellness oder

Silvester – tolle Tipps für ganz

besondere Reisen auf Europas

schönsten Wasserstraßen.

32 Test: Welche Kreuzfahrt

passt zu mir

Clubschiff, Flusskreuzer oder

Luxusliner – der große Test

verrät, auf welchen Kreuzfahrtschiffen

Sie bei Ihrer nächsten

Seereise wirklich rundum

glücklich werden.

38 Einmal im Leben –

einen Großsegler erleben

Kreuzfahrt auf die nostalgische

Tour: Mit der Star Flyer durch

den Panama-Kanal.

44 Was macht eigentlich

… ein Lotse an Bord

Ted Davisson, seit 30 Jahren

Lotse auf dem Mississippi, erklärt

im Interview, wie kleine und

große Kreuzfahrtschiffe selbst

schwierige Passagen meistern.

47 Service: die besten

Kreuzfahrttipps – von

Ausflug bis Trinkgeld

Wie genau ist das eigentlich

mit dem Programm an Bord der

Schiffe, der Kinderbetreuung

oder dem Landgang

Antworten auf die wichtigsten

Fragen zur Kreuzfahrt.

48 Destinationen: der

Zauber des Orients

Die alten und neuen Wunder der

Vereinigten Arabischen Emirate

auf dem Seeweg entdecken.

52 Tipps: 10 Argumente

für eine Kreuzfahrt

Keine Chance für Skeptiker.

Warum Neulinge das Abenteuer

„Kreuzfahrt“ wagen sollten.

54 Seemannsgeschichten:

der Jäger aus Hamburg

Sieben Monate sind Walfänger

während der 50er-Jahre auf See.

Kapitän Gerdau erzählt, warum

ihn der gefährliche Beruf fast

das Leben gekostet hätte.

60 Ratgeber: Reisepapiere

Welche Ausweise Sie auf einer

Kreuzfahrt dabeihaben sollten.

62 Glossar: das große

Kreuzfahrt-ABC

Auf einer Kreuzfahrt begegnen

vor allem Einsteigern viele

Ausdrücke, die nicht sofort zu

verstehen sind oder verwirren.

Das Kreuzfahrt-ABC erklärt

die wichtigsten deutschen und

englischen Begriffe.

66 Routen & Reviere:

fünf tolle Fahrten im

östlichen Mittelmeer

Griechische Inseln, italienische

Perlen, kroatische Küste: Bis

November kreuzen noch Schiffe

im Mittelmeer – Top-Reisen für

Kurzentschlossene.

Standards

3 Editorial

46 Impressum

67 Vorschau

01/2013 SCHÖNER REISEN 5


Hätten Sie’s gewusst

1

Wir möchten an Bord heiraten –

darf der Kapitän uns trauen

Das Gerücht hält sich hartnäckig, Kapitäne dürften

keine rechtskräftigen Trauungen vollziehen –

es sei denn, die Schiffe fahren unter der Flagge

Maltas, Bermudas oder der Bahamas. Dagegen

spricht Papierkram. Den Traum von einer

feierlichen Verlobungszeremonie oder romantischen

Hochzeit auf See machen aber fast alle

Kreuzfahrtgesellschaften möglich – der Gang

zum Standesbeamten wird einfach nachgeholt.

Was Sie schon immer über

die vielfältige Welt der

Kreuzfahrt wissen wollten.

Hier sind die Antworten

auf Ihre Fragen.

Kann ich auch mit Hund eine

Kreuzfahrt machen

Ja, im Prinzip schon. Allerdings nur bei ganz

wenigen Kreuzfahrtgesellschaften: Luxuriös

bei Cunard, pragmatisch bei Hurtigruten

sowie Color Line und komplett auf Hund

abgestimmt bei speziellen Flusskreuzfahrten

von 1AVista. Bei allen anderen Kreuzfahrtgesellschaften

gilt die bekannte Hunde-Regel:

„Wir müssen draußen bleiben.“

3

2

Wie viel Gepäck darf ich

mit an Bord nehmen

Kreuzfahrtgesellschaften sind

großzügig und haben keine

Grenzen festgelegt. Aber

Achtung: Wer mit dem Flugzeug

anreist, sollte unbedingt

die Limits der Fluggesellschaften

beachten – in der

Regel liegen sie zwischen

20 bis 23 Kilogramm in der

Economy Class.

Fotos: iStockphoto.com (4), Fotolia.com (2), Jörg Glaescher/laif

6 SCHÖNER REISEN 01/2013


SIE FRAGEN – WIR ANTWORTEN

4

Ich würde gern eine

Kreuzfahrt-Weltreise

machen – geht das

Kein Problem, viele Reedereien

bieten Weltreisen an.

So fahren das Traumschiff

Deutschland oder die

Silver Whisper ab Winter

2014 jeweils 134 und 113

Tage um die Erde. Und die

britische Traditionsreederei

Cunard Line hat sogar

einen 84-seitigen Katalog

mit dem Titel „Weltreisen

2014“ aufgelegt.

Darf ich auf amerikanischen Schiffen

ab 18 Jahren Alkohol trinken

Bei Abfahrten in den USA gilt die strengere,

amerikanische Regelung: Alkohol erst ab

21 Jahren. Einige US-Reedereien machen

inzwischen aber Ausnahmen: Sie senken

die Altersgrenze bei Europa-Kreuzfahrten

auf 18, verlangen manchmal aber eine

vor Ort von den Eltern unterschriebene

Einverständniserklärung.

6

5

Was passiert, wenn ich zu spät vom

Landgang zurückkomme

Wer zu spät vom Landausfl ug zurückkehrt, hat

viele Lacher auf seiner Seite, aber trotzdem das

Nachsehen. Hat das Schiff einmal abgelegt, ist

es zu spät. Der Passagier ist verantwortlich

dafür, rechtzeitig wieder an Bord zu sein. Wichtiger

als die Abfahrtszeit ist dabei die im Tagesprogramm

und an der Tafel an der Gangway

angegebene „back on board“-Zeit. Sie liegt in

der Regel eine halbe Stunde bis Dreiviertelstunde

vor der tatsächlichen Abfahrtszeit.

Wie viel Verpflegung wird für eine

Kreuzfahrt benötigt

Martin Jordan, Koch der Voyager of the Seas,

verriet der Süddeutschen im Interview, was für

eine zweiwöchige Transatlantikfahrt geladen

wird: „16 Tonnen Rindfl eisch und fast ebenso

viel Hähnchenfl eisch, drei Tonnen Hummer, zehn

Tonnen Muscheln und Austern, drei Tonnen

Lachs. Hinzu kommen gut 22 Tonnen Mehl, vier

Tonnen Zucker und 1300 kg Kaffee. Dann noch

40 Tonnen Früchte, 60 Tonnen Gemüse – die

16 Tonnen Kartoffeln nicht inklusive, 2600 Liter

Eiscreme, 9000 Liter Milch, gut fünf Tonnen

Käse und 4200 Becher Joghurt. Auch 150.000

Eier kommen mit.“

7

01/2013 SCHÖNER REISEN 7


Wie sicher sind Kreuzfahrten

Reedereien unternehmen große Anstrengungen, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.

Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Prozesses gegen den Kapitän der Costa Concordia.

Ausnahmsweise

hoher Seegang:

Kreuzfahrten

führen normalerweise

durch

ruhige Gewässer.

1Was geschieht, wenn das Schiff in

raue See gerät

Modernes Wetterradar ermöglicht, Unwetter

weiträumig zu umfahren. Zudem sind alle

Kreuzfahrtschiffe mit Stabilisatoren ausgestattet.

Diese werden bei zu hohen Wellen wie Flossen

seitlich unterhalb der Wasserlinie ausgefahren.

Sie verhindern zu starkes „Rollen“ des Schiffes

um die Längsachse. Zur Sicherheit sind bei

Unwetter die Außendecks gesperrt.

2Wie hält der Kapitän das Schiff

auf dem richtigen Kurs

Der Kurs wird mit Hilfe von GPS auf einer elektronischen

Seekarte „abgesteckt“ und laufend

automatisch mit anderen wichtigen Daten

– etwa von Radar und Tiefenmesser – abgeglichen.

Zur Ausstattung der Kommandobrücke

gehören zwei derartige Seekartensysteme, zwei

bis vier Radarmonitore, GPS und Autopilot. Als

Absicherung stehen zudem aktuelle Seekarten

als Ausdruck bereit.

3

Wer überprüft die Sicherheit von

Kreuzfahrtschiffen

Alle Kreuzfahrtschiffe müssen den Vorschriften

der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation

IMO, einer Unterorganisation der Vereinten

Nationen, entsprechen. Schon beim Bau werden

Konstruktion, Materialien und Verarbeitung

laufend auf der Werft überprüft. Vor der Auslieferung

werden noch einmal auf See alle

Systeme mehrere Tage lang kontrolliert. Diese

Tests werden alle fünf Jahre wiederholt.

4

Wie sieht es bei Schiffen unter

„Billigflaggen“ aus

Alle wichtigen Sicherheitsvorkehrungen sind

weltweit einzuhalten. Wenn ein Schiff in einen

Hafen in den USA oder der EU einläuft, greifen

sogar strengere Vorschriften. Sie werden in

jedem Hafen kontrolliert. Bei Verstößen darf kein

Passagier an Bord, das Schiff nicht auslaufen.

Foto: Mitsuaki Iwago/Minden Pictures/Getty Images

8 SCHÖNER REISEN 01/2013


SIE FRAGEN – WIR ANTWORTEN

Sicherheitsvorschriften

Costa Concordia

SEENOTÜBUNG IST PFLICHT

Noch vor oder unmittelbar nach dem Auslaufen müssen alle Passagiere auf ihren

Notfall-Sammelpunkten erscheinen und die Rettungsübungen absolvieren.

Costa-Kreuzfahrten:

Mängel beseitigt!

Nach der Havarie der Costa

Concordia im Januar 2012

hat die Reederei eine Reihe

neuer Sicherheitsmaßnahmen

eingeführt. So wird auf Costa-

Schiffen die obligatorische

Seenotübung schon vor dem

Auslaufen im Hafen durchgeführt.

Die Notfall-Ansagen

sind – nach Vorbild der Luftfahrt

– nun auf allen Schiffen knapp

und einheitlich. Zudem überwacht

die Reederei per GPS den

Kurs jedes ihrer Schiffe zentral,

um Abweichungen früher zu

erkennen. Schließlich wird der

Einstieg in die Rettungsboote

mindestens einmal jährlich im

Wasser geprobt.

Ablauf Der Kapitän informiert

per Lautsprecher in

mehreren Sprachen darüber,

dass die Seenotübung

ansteht. Sie wird durch eine

festgelegte Reihe von Signalen

eingeleitet: Sieben kurze

und ein langer Ton rufen

zum Sammeln. Das ist das

Zeichen für die Passagiere, in

ihre Kabinen zu gehen, dort

die Schwimmweste zu holen

und anzulegen. Besatzungsmitglieder

sind an strategisch

wichtigen Orten verteilt und

zeigen den Weg zur richtigen

Sammelstelle. Die Nutzung

der Fahrstühle ist dabei

strikt untersagt. Die Nummer

dieser Musterstation – so

eine andere Bezeichnung –

steht mit Schiffsnamen und

Kabinennummer auch auf der

Schwimmweste.

Kontrolle An der Sammelstelle

überprüfen die

Crew-Mitglieder anhand

der Passagierliste, ob sich

tatsächlich alle Reisenden

eingefunden haben. Bevor

nicht jeder seine Musterstation

gefunden hat, beendet

der Kapitän die Übung nicht.

Keine Ausreden Die

Teilnahme an der Seenotübung

ist laut internationaler

Abkommen für alle Passagiere

Pfl icht! Wer zum Beispiel

erkrankt ist, muss sich vorher

von der entsprechenden

Liste streichen lassen. Zur

Übung gehört auch, dass die

Besatzungsmitglieder sich

persönlich davon überzeugen,

dass alle Kabinen vollständig

evakuiert sind.

Fotos: Shutterstock, iStockphoto.com, Florentine/pixelio.de, Petra Bork/pixelio.de

5

Welche Ausbildung hat die Crew in

Sachen Sicherheit

Alle Besatzungsmitglieder werden entsprechend

geschult. Schwerpunkte sind Erste Hilfe, Brandschutz

und -bekämpfung sowie der Umgang mit

großen Menschengruppen in Notfällen. Außerdem

proben die Kapitäne mit ihrer Besatzung

regelmäßig den Ernstfall.

6

Wie viele Rettungsboote hat ein

Kreuzfahrtschiff

International vorgeschrieben ist, dass ein Viertel

mehr Platz auf den Rettungsbooten sein muss,

als Menschen an Bord sind. Dies soll sicherstellen,

dass wirklich jeder einen Platz fi ndet.

7

Wie lange dauert es, ein Schiff

komplett zu evakuieren

Innerhalb von 30 Minuten nach dem Signal des

Kapitäns, das Schiff zu verlassen, müssen die

Rettungsboote bereit sein, Passagiere aufzunehmen,

zu Wasser gelassen und vom Schiff

wegmanövriert zu werden.

8

Wer entscheidet, wann das Schiff

evakuiert wird

Der Kapitän oder, falls dieser ausfällt, der Erste

Offi zier. Die Entscheidung, Rettungsboote zu

Wasser zu lassen, ist die Ausnahme. Bei den

meisten Unfällen ist es sicherer für Passagiere

und Besatzung, an Bord zu bleiben.

9

Warum ist es meist besser, an

Bord zu bleiben

Die meisten Bereiche eines Schiffes lassen sich

bei Wassereinbruch so abschotten, dass es weiter

schwimm- und manövrierfähig bleibt

10

Wie sicher ist die Seereise

Sehr sicher: Seit 2005 sind bei fast

100 Millionen Kreuzfahrtpassagieren weltweit

weniger als 50 Tote zu beklagen – im Vergleich

zu anderen Verkehrsmitteln eine wirklich sehr

niedrige Quote.

01/2013 SCHÖNER REISEN 9


Kreuzfahrt in die

Karibik

Von der Segeljacht bis zum schwimmenden Ferienressort:

In der Karibik gibt es für jeden das passende Kreuzfahrtschiff.

x

Foto: Franz Neumeier; Infografi k: www.Axelkock.de

ein kreisrundes Eiland mit goldgelbem

Sand, ein paar windschiefen

Kokospalmen und zwei mit Schilf

gedeckten Hütten, umgeben von Korallenriffen

und türkisblauem Meer. Von der

Nachbarinsel aus paddeln Vater und Sohn

des Ureinwohnerstamms der Kunas in einem

einbaumartigen Kanu hinüber zum Palmenstrand.

Sie sind das Empfangskomitee für

eine Handvoll Kreuzfahrt-Touristen, die auf

einer der 365 zumeist unbewohnten Trauminseln

im San-Blas-Archipel im Karibischen

Meer vor Panama einen Stopp einlegen.

Die Passagiere der Segel-Kreuzfahrtjacht

Star Flyer haben es einfacher: Ihr motorisiertes

Beiboot bringt sie ohne viel Kraftanstrengung

ans Ufer. Nur ganz wenige Kreuzfahrtschiffe

kommen hier vorbei, deshalb ist es

besonders idyllisch – keine Margarita-Strandbars,

keine Made-in-China-Souvenirläden.

Dafür faulenzen am einsamen Palmenstrand,

baden und schnorcheln zwischen bizarren

Korallenriffen und exotisch-bunten Fischen.

Doch das ist nur eine Seite der Karibik.

Viele Häfen, in denen die großen Kreuzfahrtschiffe

anlegen, sind eine Mischung aus Party-

und Shopping-Meile am Hafen und

10 SCHÖNER REISEN 01/2013


KARIBIK

Karibik – Ziel aller

Kreuzfahrtträume

Weiße Strände, blaues Meer und jede Menge gute Laune. In der

Karibik werden alle Reisewünsche wahr. Das vielfältige Angebot

reicht von der Segeljacht bis zum schwimmenden Ferienresort.

Route

Diese Häfen steuern Sie auf einer

Karibik-Kreuzfahrt an

Die beliebtesten Ziele sind die Bahamas, die

Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba

und Puerto Rico. Reizvoll ist aber auch die

Inselkette der Kleinen Antillen, die sich von

den St. Kitts über Martinique und Grenada

bis Tobago und Bonaire zieht.

Golf von

Mexiko

Fort Lauderdale

USA

Key West

BAHAMAS

Nassau

Atlantischer

Ozean

500 km

KUBA

Cuzumel

MEXIKO

Montego Bay

JAMAIKA

Isla de Roatan

HONDURAS

Karibisches

Meer

Traum aus Tausend und

RICO

DOM. REP. einer Nacht: In ST. Sharjah- THOMAS

La Romana Stadt funkelt der Charlotte Charme Amalie

San Juan

des Bay Orients weiter. ST. KITTS

Curaçao

PUERTO

VENEZUELA

0X/2013 SCHIFF AHOI 11

Fotos: Blindmann

GUADELOUPE

DOMINICA

MARTINIQUE

BARBADOS

Bonaire

Isla Margarita

TOBAGO


Jagdrevier und Badeparadies –

die einmaligen Strände

Immer noch unberührt: Fischer

auf den US Virgin Islands – auf

Deutsch: Jungfraueninseln.

Träumen unter Palmen: Zu Recht ist

St. Lucia auch bei vielen Stars und Promis

ein beliebtes Ferienziel.

12 SCHÖNER REISEN 01/2013


KARIBIK

Wo der Name Programm ist:

Paradise Island auf den Bahamas.

Sonne, Traum Strand, aus Tausend Relaxen: und Die Majesty

of the einer Seas Nacht: liegt In vor Sharjah- Royal Caribbeans

Stadt Privatinsel funkelt Coco der Cay. Charme

des Orients weiter.

faszinierender Landschaft sowie bedeutender,

historischer Stätten im Hinterland.

Fotos: Barbados Tourism Authority, Hans-Juergen Spengemann/pixelio.de, Franz Neumeier (2)

Beim Landgang gibt es hier viel zu erleben:

von Maya-Ruinen, kolonialen Gouverneurs-

Palästen und ganzen Stadtvierteln aus dem

Unesco-Welterbe über legendäre Rum-Fabriken

und Bootsausfl üge zu Naturwundern

oder zum Hochseeangeln bis hin zu Duty-

Free-Shopping einschließlich der spannenden

Mischung aus gefälschten Rolex-Uhren

am Straßenrand und recht preisgünstigem,

aber durchaus echtem Diamanten- oder

Smaragd-Schmuck in den zahllosen Juwelierläden.

Trotzdem hat jede der zahlreichen

Karibik-Inseln ihren ganz eigenen Charakter,

man muss nur manchmal etwas genauer

hinsehen und den oberflächlichen Touristen-

Trubel hinter sich lassen.

Das ganz private Paradies

Halb naturbelassen, halb künstlich geschaffen

sind die eigenen Inselparadiese der großen

Reedereien am nordöstlichen Rand der

Karibik. Dort finden auch die Passagiere der

preisgünstigeren, großen Schiffe das Gefühl

von einsamen Stränden und Piraten-Romantik

– und das gelingt sogar ziemlich gut.

Einfach loslassen und genießen fällt kaum

irgendwo leichter als hier. Nicht von ungefähr

kommt die Vermutung, dass der sagenumwobene

Inselstaat Atlantis irgendwo auf

dem Meeresgrund zwischen den Hunderten

Name

Castaway

Cay

Catalina

Island

Coco Cay

Great Stirrup

Cay

Half Moon

Cay

Labadee

Princess

Cays

Infos

Exklusiv für Gäste: die

Privatinseln der Reedereien

Sonne, Sand, Palmen und das

türkisgrüne Meer. Ein Tag am

Strand gehört zu jeder Karibik-

Kreuzfahrt. Eine ganze Reihe

von Reedereien leistet sich für

ihre Gäste einen eigenen,

privaten Küstenabschnitt,

manche sogar ganze Inseln.

Geografischer

Name

GrößeBesitzer/

Gorda Cay17,5 Quadratkilometer

(davon

genutzt 10 %)

Catalina Island

(mitgenutzter

Privatstrand)

9,6 Quadratkilometer

Little Stirrup Cay0,57 Quadratkilometer

Great Stirrup Cay1 Quadratkilometer

Little San

Salvador Island

Labadee (Privatstrand

auf Haiti)

Südspitze der

Insel Eleuthera

(Bahamas)

9,7 Quadratkilometer

(davon

0,28 genutzt)

1,1 Quadratkilometer

0,17 Quadratkilometer

(Eleuthera

insges. 570 Quadratkilometer)

von Inseln der Bahamas liegt. Zahlreiche historische

Schiffswracks aus der Zeit der Piraten

und Sklavenhändler warten darauf, entdeckt

zu werden. Und wer weiß, vielleicht ist

auf der einen oder anderen Insel auch noch

ein sagenhafter Piratenschatz vergraben.

Als die Kreuzfahrt-Jacht Prinzessin Victoria

Louise 1901 mit wohlbetuchten Urlaubern

von Hamburg aus zum ersten Mal in

die Karibik fuhr, war noch nicht einmal

Betreiber

Walt Disney

Company

Dominikanische

Republik

Royal Caribbean

Cruises

Norwegian

Cruise Line

Reedereiengenutzt

Disney Cruise Line1998

Costa Cruisesunbekannt

Royal Caribbean International,

Celebrity Cruises,

Azamara Club Cruises,

MSC

Norwegian Cruise Line,

Regent Seven Seas, MSC

Carnival Corp.Holland America Line,

Cunard Line, Carnival

Cruise Line, Seabourn

Royal Caribbean

Cruises

Royal Caribbean International,

Celebrity Cruises,

Azamara Club Cruises

Princess CruisesPrincess Cruises, P & O

Cruises

seit

1985

1977

1997

1986

1992

01/2013 SCHÖNER REISEN 13


KARIBIK

Spielen und staunen – Kreuzfahrer

genießen viel Abwechslung

Spaß im Sand: Auf jeder Karibik-

Kreuzfahrt gehört ein Strandausflug

zum Angebot.

Kultur auf Kuba: das Museum of Fine Arts in der

Hauptstadt Havanna.

der Begriff „Kreuzfahrt“ geläufig. „Vergnügungsreisen

zur See“ hießen diese Seereisen

der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-

Actien-Gesellschaft (HAPAG) damals. Mit

der Karibik hat vor ziemlich genau 110 Jahren

alles angefangen. Bis heute gehört eine

Karibik-Kreuzfahrt für die meisten zu den

Dingen, die man einmal im Leben gemacht

haben muss.

Mehr als 15 Millionen Kreuzfahrtpassagiere

weltweit, davon allein zwei Millionen

aus Deutschland, zeigen heute, dass HAPAG

goldrichtig lag. Bot die Prinzessin Victoria

Louise Platz für gerade einmal 180 Passa-

in einem Karibik-Hafen allerdings der Einschneise

eines Flughafens. Ein Kreuzfahrtschiff

nach dem anderen läuft im 15-Minuten-Takt

ein, macht fest, entlässt Tausende

von Passagieren an Land zum Schnorcheln,

Sonnenbaden, Shoppen oder zu Ausflügen

zu Maya-Ruinen, in den tropischen Regenwald,

zu spektakulären Wasserfällen und

ähnlichen Naturwundern. In den beliebtesten

Karibik-Häfen wie Nassau (Bahamas),

Charlotte Amalie (St. Thomas, US Virgin Islands),

Grand Cayman oder dem mexikanischen

Cozumel bedarf es schon etwas Kreativität

oder eines durch ein üppiges Trinkgeld

freundlich gestimmten Taxifahrers, um abseits

der Einkaufsstraßen und Touristen-Hotspots

ein ruhiges Plätzchen am Strand zum

Genießen zu finden.

Im Sommer ist es zwar heiß in der Karibik,

dafür sind aber weniger Schiffe unterwegs

und die Preise sinken. Hurrikane, die vor allem

im Spätsommer gehäuft auftreten, sind

kein ernstes Problem. Die Kreuzfahrtschiffe

umfahren Schlechtwettergebiete in grogiere,

fahren heute auf den größten Kreuzfahrtschiffen

der Welt, der Oasis of the Seas

und der Allure of the Seas, jeweils über 6000

Passagiere durch karibische Gewässer.

Wenn in den Sommer-Fahrgebieten wie

Alaska, Mittelmeer und Ostsee das Wetter

ungemütlich und die See unruhig wird, dann

herrscht Hochsaison in der Karibik. Von November

bis April sind die Temperaturen angenehm

warm, nicht zu heiß. Und die geplante

Fahrtroute ist nicht durch Hurrikane bedroht.

Begegnungen: Die Unterwasserwelt der Karibik ist

für Vielfalt und Farbenpracht berühmt.

Tricks für große Häfen

Manchmal gleicht die morgendliche Ankunft

14 SCHÖNER REISEN 01/2013


KARIBIK

Reiseinfos

RUM, RHYTHMUS UND PIRATEN

Mythen und Legenden aus wilden, vergangenen Zeiten begleiten noch heute die

Reisenden in der Karibik. Meist geht es um Tabak, Musik, Rum und Piraten.

Fotos: Kubanisches Fremdenverkehrsamt (3), joakant/pixelio.de, iStockphoto.com

Captain Jack Sparrow hält in

den „Fluch der Karibik“-Filmen

die großen Freibeuter lebendig.

Den berüchtigten Blackbeard

etwa. Der pfl egte sich brennende

Lunten in den Bart zu fl echten,

um noch furchterregender zu

erscheinen. Oder Calico Jack,

Erfi nder der Piratenfl agge „Jolly

Roger“. An seiner Seite gingen

zwei Frauen mit auf Kaperfahrt:

Anne Bonny und Mary Read. Ein

anderer Pirat, Henry Morgan,

schaffte es auf die Flaschen einer

jamaikanischen Rum-Marke.

Schnaps aus Zuckerrohr

ist seit dem 17. Jahrhundert

ein beliebtes Getränk – und ein

wichtiges Exportprodukt. Als älteste

noch bestehende Brennerei

gilt Mount Gay auf Barbados.

Die industrielle Produktion

begründete Don Facundo Bacardi

vor 150 Jahren auf Kuba. Sein

weißer Rum, im Gegensatz zum

würzig-kräftigen Jamaika-Rum

eher weich schmeckend, erlangte

schnell Weltruhm. Heute hat die

Firma ihren Sitz auf den Bahamas.

Auf Kuba wird in der alten Destillerie

nun Havana Club gebrannt,

die Gebäude stehen Besuchern

offen. Kenner schätzen übrigens

besonders den eleganten Rhum

agricole, der nur auf Gouadeloupe

und Martinique aus reinem

Zuckerrohrsaft hergestellt wird.

Zigarren aus Kuba sind

ein weiteres typisches Produkt

der Karibik – und immer ein

passendes Souvenir. Wer nach

politischem Gusto kaufen will:

Winston Churchill schätzte die

Marke Romeo y Julieta, John F.

Kennedy ließ sich H. Upmanns

liefern und Fidel Castro schuf die

Cohiba 1964 als Staatsgeschenk;

sie sind erst seit 1982 auch frei

erhältlich.

Im Rhythmus der Karibik

schwingen die ganze Freude –

und das ganze Leid – mit, die die

vergangenen Jahrhunderte mit

Kolonialherrschaft und Sklaverei,

Befreiung und Lebenslust

beschert haben. Getanzt wird zu

Salsa-Klängen aus Kuba und zu

Merengue aus der Dominikanischen

Republik – nicht umsonst

nach süßem Baiser-Gebäck

benannt. Auf Jamaika sind Bob

Marleys Erben immer noch aktiv

und kombinieren den Reggae

erfolgreich mit Hip-Hop. Trinidads

Steeldrums erinnern an die

Zeit, als die Kolonialherren alle

Holztrommeln verbrannten und

die Musiker auf Ölfässern den

Rhythmus schlugen. Und später

am Abend wiegen Trova- und Son-

Balladen Einheimische und Gäste

sanft in die karibische Nacht.

01/2013 SCHÖNER REISEN 15


Vom Segler bis zum Ozeanriesen:

Für jeden Geschmack das passende Schiff

StyleReedereiErlebnisHighlightsBesondere Routen

Segelromantik

Sea Cloud, Star Clippers,

Windstar, Compagnie

du Ponant (Le Ponant)

Unter Segeln von Insel zu Insel

fahren, mit einsamen Stränden,

traumhaften Buchten und

herrlichen Tauch-Revieren

Familiäre Atmosphäre, wenige

Passagiere, oft ungewöhnliche

Routen

7 Nächte Kuba intensiv mit der Star Flyer, ab/bis Cienfuegos,

Februar/März 2014

10 Nächte karibische Trauminseln mit Sea Cloud II, Santo

Domingo – Bridgetown, März 2014

Luxus pur

Seadream, Silversea,

Crystal, Regent,

Seabourn, Oceania,

Azamara, Hapag-Lloyd

Kreuzfahrten

Oft in kleinen Häfen abseits des

Massentourismus die Schönheit der

Karibik genießen und dabei alle

Annehmlichkeiten eines 5-Sterne-

Hotels genießen

Höchstes Serviceniveau, kleine

Schiffe und exklusive Extras, die es

bei anderen Reedereien nicht gibt

14 Nächte Weihnachten/Silvester unter Palmen mit der

Europa 2, ab/bis Miami

10 Nächte zu den Grenadinen auf der Seadream I, ab/bis

Bridgetown, Barbados

Elegant und

klassisch

Princess Cruises,

Celebrity Cruises,

Holland America Line

Die elegante Variante: auf mittelgroßen

Schiffen mit gutem Service

und meist exzellentem Essen

Alle Vorteile großer Kreuzfahrtschiffe,

aber auf kleineren Schiffen mit

gehobenem Niveau

11 Nächte Südkaribik und Panamakanal auf der Zuiderdam

(Holland America), ab/bis Fort Lauderdale

19 Nächte südliche Karibik auf der Emerald Princess, ab/

bis Fort Lauderdale, jeweils im Frühjahr und Herbst

Karibik auf

Deutsch

AIDA, TUI Cruises,

Passat, Phoenix

Karibik in allen Varianten zusammen

mit deutschen Urlaubern

erleben: von den AIDA-Club-

Schiffen über gediegene

All-inklusive-Atmosphäre bis zu

älteren Kreuzfahrt-Klassikern

Rein deutsches Publikum, Deutsch

als Bordsprache

11 Nächte östliche und südliche Karibik auf der AIDAluna,

ab /bis La Romana, November 2013

7 Nächte nördliche Karibik auf der Mein Schiff 2 von

Bridgetown nach La Romana, November 2013 bis April

2014

Party auf

dem Meer

Familienurlaub

Freestyle

Ferienresorts

auf See

Carnival Cruise LinesMit einem Frozen Margarita im

Whirlpool liegen und in der

karibische Sonne entspannen oder

bei der Poolparty kräftig feiern

Disney Cruise LineAuf hohem Niveau und ganz im

Zeichen von Micky Maus und Co.

mit amerikanischer Perfektion

und gutem Service – perfekt für

Familien

Norwegian Cruise LineKreuzfahrt für alle, denen Kleiderordnung,

Kapitänsdinner und

feste Tischzeiten ein Graus sind

– ungezwungen, leger und absolut

familientauglich

Royal Caribbean International

Die größten Schiffe der Reederei

werden selbst zur Hauptattraktion:

An Bord wird für Jung und Alt so

viel geboten, dass mancher im

Hafen gar nicht an Land geht

Italian Style MSC, CostaF amilienfreundlich und manchmal

etwas turbulent, eben typisch

mediterran-italienisch

Zahlreiche Abfahrtshäfen in den

USA, sehr amerikanisch geprägt

Aquaduck-Wasserrutsche, rotierendes

Dinner-System, exklusiv für

Erwachsene reservierte Bereiche

Kein Dresscode, keine fest zugewiesenen

Restauranttische oder

feste Essenszeiten, kein Captain‘s

Dinner

Aqua Theater und Central Park auf

der Oasis/Allure of the Seas, Surf-

Simulator auf Oasis- und Freedom-

Class-Schiffen

Kostengünstiges Kreuzfahren;

Jachtclub-Suiten-Komplex auf den

MSC-Fantasia-Class-Schiffen

7 Nächte östliche Karibik mit der Carnival Sunshine,

ab/bis New Orleans, Januar 2014

7 Nächte westliche Karibik mit der Disney Fantasy, ab/bis

Port Canaveral, Januar bis März 2014

12 Nächte Karibik auf Amerikanisch auf der Norwegian

Breakaway, ab/bis New York, Januar 2014

7 Nächte westliche Karibik auf dem weltgrößten

Kreuzfahrtschiff Allure of the Seas, ab/bis Fort Lauderdale,

Winter 2014

10 Nächte karibische Urlaubsträume auf der Luminosa,

ab/bis Miami, Januar 2014

7 Nächte Antillen auf der MSC Musica, ab/bis Fort de

France (Martinique), Dezember 2013

Fotos: Kubanisches Fremdenverkehrsamt , Dominican Republic Ministry of Tourism (2), tokamuwi/pixelio.de,

16 SCHÖNER REISEN 01/2013


KARIBIK

ßem Bogen. Freilich wirft das bisweilen die

geplante Route über den Haufen. Statt zu

den Antillen geht es dann zu den Caymans,

nach Bermuda, Jamaika oder Mexiko.

Schiffe jeder Größe

und Klasse

Die Auswahl an Schiffen, die in den türkisblauen

Gewässern zwischen den zahllosen

Inseln der Karibik kreuzen, ist groß: Das Angebot

reicht vom mondänen Segelschiff Sea

Cloud II und edlen, kleineren Schiffen wie

der Azamara Journey über Aidas Clubschiffe

und Party-Schiffe aller Größenklassen von

Carnival bis hin zu eleganten Cruise Linern

wie der Celebrity Solstice, Holland America

oder Princess Cruises und den innovativen

Mega-Schiffen wie der Allure of the Seas

oder der Norwegian Epic.

Eng mit der Größe der Schiffe hängt meist

auch die Fahrtroute zusammen: Je kleiner

das Schiff, desto spezieller die angelaufenen

Häfen. Während die ganz großen Liner sich

auf wenige Massenziele beschränken müssen,

die mehrere tausend Kreuzfahrtgäste

gleichzeitig bewältigen können, machen den

Reiz einer Karibik-Kreuzfahrt auf einem kleineren

Schiff vor allem die exotischeren Ziele

aus. Statt großer Häfen wie Cozumel oder

Nassau stehen dann eher selten angelaufene

Inseln wie St. Lucia, Aruba, Grenada oder

Bonaire auf dem Programm – oder manchmal

auch die besonders faszinierenden San-

Blas-Inseln.

Rein deutsches Publikum und fast durchgängig

Deutsch sprechendes Personal finden

Karibik-Kreuzfahrer nur bei TUI Cruises sowie

auf AIDA-Schiffen auf den Routen von

der Dominikanischen Republik, Barbados

oder Jamaika aus. Andere deutsche Schiffe

wie die Deutschland, Europa, Delphin oder

Albatros setzen die Karibik eher sporadisch

auf den Fahrplan.

Ein paar Brocken Schul-Englisch reichen

aber auch auf den internationalen Schiffen

völlig aus. Notfalls gibt es bei fast allen Reedereien

deutschsprachige Gästebetreuer,

deutsche Speisekarten und entsprechendes

Infomaterial. Die drei größten Kreuzfahrtgesellschaften,

Carnival Cruise Lines, Royal Caribbean

International und Norwegian Cruise

Line fahren mit zahlreichen Schiffen in der

Karibik – sowohl mit 1800- bis 2800-Passagiere-Schiffen

als auch mit ihren Flaggschiffen,

die schwimmenden Ferienresorts

gleichen und mit 3600 bis 6300 Passagieren

keineswegs überfüllt oder beengt, sondern

eher großzügig und weitläufig wirken.

Amerikanischer in Design und Publikum

geben sich die Schiffe von Celebrity Cruises,

Princess Cruises, Holland America und

Disney Cruise Line – Letztere vor allem für

anspruchsvolle Familien-Kreuzfahrten. Luxus

pur plus Nostalgie bietet der Großsegler Sea

Cloud II. Stylisch-modernen, aber auch nicht

ganz billigen Luxus gibt es beispielsweise bei

Seabourn oder Silversea.

Eines aber ist allen Karibik-Schiffen gemeinsam:

Sie bringen ihre Passagere jeden

Tag zu neuen Traumzielen. Schönes, warmes

Wetter und jede Menge gute Laune sind dabei

fast immer garantiert.

Autor: Franz Neumeier

Freude inklusive:

Die Karibik

zaubert jedem

Gast ein Lächeln

ins Gesicht.

01/2013 SCHÖNER REISEN 17


Europa 2 – entspannter

Wie das neue Flaggschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten Maßstäbe

x

als vor fast genau zwei Jahren der erste

Stahlschnitt erfolgte, hatte Hapag-

Lloyd Kreuzfahrten ein großes Ziel:

Die Europa 2 sollte das beste Kreuzfahrtschiff der

Welt werden. Unter den strengen Augen deutscher

Ingenieure wurde in der STX-Werft im französischen

St. Nazaire mit höchstmöglicher Akribie

an der Umsetzung gearbeitet. Und das Ziel wurde

wohl erreicht – die Europa 2 setzt baulich wie

konzeptionell Maßstäbe.

So bietet der moderne Luxusliner seinen maximal

516 Gästen ausschließlich Suiten mit eigener

Veranda und mindestens 28 Quadratmetern

Wohnraum. Das ist im Vergleich zu anderen

Schiffen das größte Raumangebot pro Passagier.

Sieben exquisite Restaurants mit flexiblen

Tischzeiten und freier Platzwahl stehen für das

Konzept des „legeren Luxus“. „21 Knoten, aber

keine Krawatte“, lautet eine Werbespruch der

Reederei. Berufstätige und Familien sollen sich an

Bord der Europa 2 frei und wohlfühlen. Herzstück

des überschaubaren Schiffes ist das Pooldeck mit

einem verhältnismäßig großen Schwimmbecken

und einem gläsernen Magrodome, der das gesamte

Deck bei schlechtem Wetter überdacht.

Viel Freiraum bietet auch das Reiseangebot: Der

Luxusliner fährt siebentägige Routen, die wahlweise

zu zwei- und dreiwöchigen Kreuzfahrten

kombiniert werden können. Der Clou dabei:

Selbst bei dreiwöchigen Reisen läuft die Europa 2

keinen Hafen doppelt an. Auch an Seetagen

dürfte kaum Langeweile aufkommen: An

Bord gibt es einen über 1.000 Quadratmeter

großen Spa- und Fitnessbereich

sowie zwei Golfsimulatoren.

Und auch beim Entertainment

setzt die Europa 2 Maßstäbe.

Zahlen, Daten, Fakten

890 originale Kunstwerke etwa von Damien Hirst oder Gerhard Richter zieren

das Schiff. 19.000 Flaschen Wein aus 14 Ländern lagern im „Keller“,

die teuerste kostet 1413 Euro. Auf der Werft arbeiteten bis zu

1150 Arbeiter gleichzeitig am Schiff. Ein neuartiger Katalysator

reduziert die Abgase um 95 Prozent. Kapitän Friedrich Jan

Akkermann misst genau 199 Zentimeter.

18 SCHÖNER REISEN 01/2013


SCHIFFSPORTRÄT

Luxus

beim Komfort und Service setzt.

Reiseinfos

OHNE SCHLIPS

Die Europa 2 bietet legeren Luxus

und Individualität.

Passagiere Die Europa 2 richtet sich an

anspruchsvolle Vielreisende, die an Land

vielleicht in einem luxuriösen, modernen

Designhotel einchecken würden und beruflich

stark eingespannt sind.

Dresscode Smoking und Krawatte dürfen

zu Hause bleiben. Smart Casual – Hemd

und Jackett – ist angesagt.

Philosophie Mehr Lifestyle und weniger

Kreuzfahrt-Rituale sollen zu einer lockeren

Atmosphäre beitragen – bei höchstem

Service-Niveau.

Unterhaltung Das Spektrum ist breit und

reicht von Lesungen mit Donna Leon und

Comedy mit Cordula Stratmann bis zu Popsängerin

Kim Wilde oder dem amüsanten

Streichquartett Salut Salon.

Bordsprache Offi zielle Bordsprachen sind

Deutsch und Englisch. Im ersten Jahr dürfte

die Europa 2 allerdings fest in deutscher

Hand sein.

Ziele 2014 wird die Europa 2 im Mittelmeer,

in Nord- und Ostsee sowie in der Karibik

und in Südamerika kreuzen und dabei

vorzugsweise kleinere Häfen anlaufen. Auch

Transatlantik-Passagen mit Ziel New York

sind buchbar. Siebentägige Routen können

zu zwei- und dreiwöchigen Kreuzfahrten

kombiniert werden. Außerdem gibt es

ausgewiesene Kreuzfahrten extra für Golfer

und für Familien.

Stolzes Schiff auf Jungfernfahrt:

Die Europa 2 verlässt nach

ihrer Taufe im Mai Hamburg.

Fotos: Hapag Loyd-Kreuzfahrten GmbH, Fotolia.com,

R_K_B_by_Petra Dietz/pixelio.de

SCHÖNER REISEN 01/2013 19


Die Highlights der Europa 2

Ein Schiff ist wie eine schwimmende Stadt. Wir zeigen Ihnen, was wo zu finden ist.

So entstand der Luxusliner

20 Monate dauerte der Bau der Europa 2. Im

Mai dieses Jahres wurde sie in Dienst gestellt

und in Hamburg getauft. Gut 225 Meter misst

das neue Flaggschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

– das übrigens die „alte“ Europa nicht

ersetzt, sondern die Flotte ergänzt. Die Suiten,

öffentlichen und Crew-Bereiche erstrecken sich

über elf Decks. Der Tiefgang des Schiffes beträgt

6,30 Meter.

Europa 2 (Länge 225,38 m, Breite 26,70 m, Höhe 40 m)

Airbus A380 (Länge 72,30 m,

Höhe 24,10 m)

Auto (z. B. VW Golf, Länge 4,22 m, EU-Sattelzug (18,35 m lang,

Breite 1,78 m Höhe1,64 m)

2,55 m Breite, 4 m Höhe)

Sansibar

Ein Stückchen Sylt für

unterwegs. Der Ableger des

legendären Strandlokals ist

„der“ Treffpunkt am Heck –

ideal für einen Sundowner

mit endlosem Horizont.

Oceans Spa & Fitness

Vier unterschiedliche Saunen auf

über 1.000 Quadratmetern erwarten

die Passagiere der Europa 2. Für

Wellness-Fans gibt es 16 Spa-Suiten,

Hamam, Eisbrunnen, Tepidarium und

Thalasso-Therapie.

Golfsimulatoren

Mit fachkundiger Hilfe von PGA-Profi s

können Passagiere hier ihren Schwung

verbessern. Auch eine Videoanalyse ist

möglich. 19 Golfreisen sind buchbar.

Knopf Kids Club

Einer von drei Kinderbereichen an Bord. Kinderbetreuung

gibt es bereits ab zwei Jahren, Kids bis

elf Jahre reisen kostenlos mit, 12- bis 15-Jährige

zahlen 50 Euro pro Nacht.

20 SCHÖNER REISEN 01/2013


SCHIFFSPORTRÄT

Grand Penthouse Suite

78 Quadratmeter Wohnraum, getrennt in

Wohn- und Schlafbereich, eine Dusche mit

Dampfsauna und ein Whirlpool mit Meerblick

sind nur einige der Annehmlichkeiten

dieser Kabinenkategorie.

Steckbrief: imposante Daten

Länge/Breite/Tiefgang225,38 m / 26,7 m / 6,3 m

Gesamtleistung24.000 kW

Geschwindigkeit21 Knoten

Stabilisatoren2 x 14 m² Flügelfl äche

Passagierkapazität516 auf 7 Decks

Suiten251 Suiten von 35 m² bis 114 m²

Restaurants8

BordspracheDeutsch und Englisch

Crew370

Zodiacs (Motor-Schlauchboote)12

Tender (150 Plätze)4

Durchschnittlicher Tagespreis600 Euro pro Person

WerftSTX Europe, St. Nazaire, Frankreich

Owner Suite

Das Nonplusultra unter den Suiten: 114

Quadratmeter erlesenes Domizil auf dem

Wasser. Schwerlich erschwinglich und

natürlich mit privatem Butler. Die Europa 2

hat zwei davon.

Fotos: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH;

Infografi k: www.Axelkock.de

Theater

Im Theater mit zwei Rängen werden von renommierten

Regisseuren exklusiv produzierte Bühnenshows

vor einer großen LED-Wand dargeboten.

01/2013 SCHÖNER REISEN 21


KANAREN

x

w

anderschuhe Auf einer

Kreuzfahrt Der erfahrene

Seereisende schüttelt den

Kopf und schmunzelt, als er die schweren

Treter am Rucksack der Passagiere baumeln

sieht, die sich vor ihm zum Check-in im schicken

Kreuzfahrtterminal von Las Palmas eingereiht

haben.

Sicher, Smoking und Lackschuhe gehören

nicht mehr unbedingt ins Gepäck, auch auf

diesem Schiff geht es leger zu. Das Paar mit

den Wanderschuhen küsst sich und lächelt

den älteren Fahrgast an, als sie bemerken,

dass sie Kabinennachbarn sind. Das Schiffshorn

ertönt. 21 Uhr. Leinen los. Die Fahrt

beginnt. An der langen Hafenpromenade

winken einzelne Spaziergänger, der

22 SCHÖNER REISEN 01/2013


Inselhüpfen vor

Europas Haustür

Spaniens höchster Berg, Portugals schönste Gärten, Strände in weiß

und schwarz. Spannende Städte und faszinierende Landschaften.

Impressionen einer Reise zu den Kanaren und Madeira.

Ein Bild zum Träumen: Teneriffas

Küste mit dem 3718 Meter hohen

Berg Teide im Hintergrund.

Foto: TUI Cruises

01/2013 SCHÖNER REISEN 23


Strand hat sich geleert und zum Abschied

grüßen die Lichter der Inselhauptstadt in die

sternenklare, stockdunkle Nacht. Ralf und

Julia, die mit den Wanderschuhen, sitzen auf

dem Balkon ihrer Kabine. „Wusstest du, dass

auf den Kanaren die größte Sternwarte Europas

steht“, fragt sie. „Weil hier der Himmel

so klar ist und es kaum Wolken gibt.“

Ihr Freund nickt. „Auf La Palma. Da sind wir

in drei Tagen.“

Der erste Tag gehört dem Ozean – und

dem Schiff. Seeluft genießen, im Deckchair

entspannen, Traumschiff-Feeling. Die Sonne

gibt ihr abendliches Feuerball-Schauspiel

und versinkt kitschig-gülden Richtung Amerika

im Atlantik. Und am zweiten Tag legt

das Schiff in Funchal an. Wer seine Kabine

auf der richtigen Seite hat, blickt schon

morgens auf die malerisch an einem Hang

gebaute Inselhauptstadt und den oberhalb

gelegene Luftkurort Monte. „Sie laufen dort

hoch, obwohl es eine Seilbahn gibt“, fragt

Siegbert, der erfahrene Seereisende, seine

Kabinennachbarn. Julia lacht und schüttelt

den Kopf. „Wir gehen zu den Levadas.“

„Atencao – Attention – Achtung!“, ruft

Wanderführer Luis und knipst seine Stirnlampe

an. Gute 100 Meter verläuft der Weg

in einem Tunnel. Das Wasser in der Levada,

einem Bewässerungskanal, an dessen Rand

sich die kleine Gruppe im Gänsemarsch ins

Dunkle bewegt, plätschert leise. Seit Hunderten

von Jahren versorgt ein dichtes Netz

schmaler Kanäle den fruchtbaren Süden Madeiras

mit Wasser aus dem niederschlagsrei-

Über Vulkanasche auf Kamelrücken gleiten:

Urlaubsvergnügen auf Lanzarote.

Der ideale Strand: Heller Sand, grüne Palmen und

blaues Meer auf Teneriffa.

chen Inselnorden. Am Tunnelausgang wachsen

Strelitzien und Hortensien, beide typisch

für die „Blumeninsel“. „Aber hier nicht ursprünglich

heimisch“, sagt Luis. Die Pflanzen

kamen erst mit den Siedlern aus Kontinentaleuropa.

Später schätzten – und schätzen

heute noch – Winterfl üchtlinge das milde

Klima. Kaiserin Sisi weilte 1860 hier, später

Santa Cruz de Tenerife:

moderne Hafenstadt mit Flair.

Wassersportler schätzen Wind, Wellen und endlose

Strände auf Fuerteventura.

kam Winston Churchill und hinterließ einige

Gemälde. Österreichs letzter Kaiser Karl starb

1922 in Monte, wo er auch begraben wurde.

Von hier oben hat man den besten Blick

auf den Hafen. „Jetzt könnt ihr kontrollieren,

ob euer Schiff noch da ist“, lacht Luis, ehe

er seine Wandertruppe zur rasanten Fahrt in

Korbschlitten zurück nach Funchal führt.

24 SCHÖNER REISEN 01/2013


KANAREN

Lanzarotes

berühmter

Kaktusgarten:

ein Werk César

Manriques.

Immer das Schiff im Blick. Seilbahn nach Monte, dem

Ausflugsort über Madeiras Hauptstadt Funchal.

Schiffe & Routen

Mitten in der Stadt ankert das Schiff auch in

Santa Cruz de La Palma. Eine kleine Insel mit

großen Attraktionen. Etwa dem astronomischen

Zentrum mit seinen Sternwarten auf

dem Roque de los Muchachos, die Wissenschaftlern

einen ungetrübten Blick in den

Himmel über Nordeuropa ermöglichen. Oder

den gigantischen Erosionskrater Caldera de

Taburiente, für den Julia und Ralph heute

wieder die Wanderschuhe schnüren. Mitreisender

Siegbert wählt als Genussmensch die

Tour zu den Tabakbauern. „Hecho en Canarias“

ist unter Zigarrenliebhabern ein Qualitätsmerkmal.

Rund um Brena Alta wachsen

die Pfl anzen, aus denen die „Puros“ von

Hand gerollt werden.

Reise zum Mond

Ein Kontinent im Kleinen: Mit diesem Slogan

werben die Kanarischen Inseln für sich selbst.

Und manchmal ist die Welt nicht genug.

„Hier haben sie garantiert die Mondlandung

gefi lmt“, sagt Ralph, der nie geglaubt hat,

dass die Amerikaner tatsächlich dort oben

gelandet sind. Vorsichtig steigt Julia ihm

durch das Gelände mit den senkrecht nach

oben ragenden weißen Gesteinsformationen

nach. Wie einst Neil Armstrong, nur ohne

Raumanzug. Die Ähnlichkeit mit dem Mond

verhalf dem Gebiet im Nationalpark Cañadas

zu seinem spanischen Namen: Paisaje Lunar.

Und Filme wurden dort auch schon gedreht.

Zuletzt droschen hier griechische Götter im

Fantasy-Streifen „Kampf der Titanen“ aufeinander

ein. Auch zum „Planet der Affen“

wurde die einmalige Landschaft schon auf

der Leinwand gemacht.

La Palma

La Gomera

Madeira

Kanarische Inseln

Teneriffa

100 km

Atlantischer

Ozean

Las Palmas

Gran Canaria

Lanzarote

Fuerteventura

Diese Schiffe kreuzen

zwischen den Kanaren.

Mein Schiff 1 Ab Las Palmas

mit zwei Routen, die im 7-Tage-

Rhythmus wechseln.

Aida Stella und Aida blu

Ab Las Palmas 7 Tage auf zwei

Routen. Die Aida Vita fährt

zusätzlich zu den Kapverden.

MSC Armonia 15 Tage zu

allen Inseln und nach Marokko

und Madeira.

Weitere Schiffe, die die Kanaren

in unterschiedlicher Kombination

im Programm haben, sind

Albatros, Hamburg, Silver

Wind, SeaDream und der

Großsegler Sea CLoud II.

MAROKKO

Agadir

Fotos: Costa, Turismo Canarias (2), Turismo Lanzarote, (2) Shutterstock; Infografi k: www. Axelkock.de

01/2013 SCHÖNER REISEN 25


BLINDTEXT

Auf dem Vulkan

Zu Filmruhm kam Lanzarote auch schon.

„Timm Thaler mit Thomas Ohrner für die

Kinder und Pedro Almodóvars Zerrissene

Umarmungen mit Penélope Cruz für

die Erwachsenen“, zählt Bettina auf. Die

43-Jährige lebt seit 15 Jahren auf der Insel

– „der Liebe wegen“. Manchmal begleitet

sie Reisegruppen zu ihrem Lieblingsort,

dem Nationalpark Timanfaya. „Nirgendwo

sonst kommt man dem vulkanischen

Ursprung der Kanaren so nahe.“ Schon

wenige Meter unter der Oberfläche direkt

unter dem Besucherzentrum inmitten der

dunklen Lavalandschaft ist es heiß, richtig

Madeiras Wahrzeichen: Spitzdachhäuser im Dorf

Santana im Inselinneren.

heiß. „Tretet mal ein paar Schritte zurück.“

Carlos, der Nationalparkführer in der grauen

Uniform, schiebt eine Heugabel voll

Stroh in ein vorbereitetes, etwa zwei Meter

tiefes Loch im Lavaboden. Das Stroh fängt

binnen Sekunden Feuer. „Urgewalt der Natur“,

meint Bettina philosophisch.

Die Wolken bleiben unten: Krater Caldera de

Taburiente auf La Palma.

Nationalpark Garajonay: Auf La Gomera Lorbeeren

ernten – wörtlich genommen.

Steht unter

Naturschutz: die

Dünenlandschaft

von Maspalomas

auf Gran Canaria.

Ein paar Kilometer weiter wachsen in von

Menschen gebuddelten Senken in schwarzer

Vulkanasche Weinreben. Natursteinmauern

schützen vor dem Wind, angebaut

werden hauptsächlich Moscatel und Malvasiertrauben.

Genussmensch Siegbert ist beeindruckt.

Vor allem, weil La Geria trotz der

anstrengenden Arbeitsbedingungen das

größte Anbaugebiet der Kanaren ist. Darauf

ein Glas Cava! Am besten im Restaurant

des Castillo San José an Arrecifes Hafen mit

Blick aufs Schiff. Das Lokal hat César Manrique

gestaltet. Die Werke des berühmten

Künstlers, Architekten und Umweltschützers

prägen die Insel: der Aussichtspunkt

Mirador del Río, der Kaktusgarten, die Höhle

Jameos del Agua, sein eigenes Wohnhaus

und vieles mehr sind zu besichtigen.

Sandkasten für Riesen

Eine große, karge Insel. Ein Hafen in einer

Stadt, die wenig zu bieten hat. Fuerteventuras

herbe Schönheit erschließt sich

erst auf den zweiten Blick. Etwa auf einer

Fahrradtour über die sanften, aber doch

strapaziösen Hügel – Tour-de-France-Sieger

Alberto Contador trainierte hier. Oder bei

der Fahrt im offenen Jeep über holprige

Wirtschaftswege abseits der festen Stra-

26 SCHÖNER REISEN 01/2013


KANAREN

Levadas auf

Madeira: Wanderschuhe

einpacken.

Vom Schiff aufs Rad: Auf den Kanaren gibt

es zahlreiche attraktive Routen.

ßen. Wassersportler sehen den wahren

Reiz Fuerteventuras in Wind und Wellen:

Mit Boogieboards auf den Wogen zu surfen

– ein bei jungen und jung gebliebenen

Kreuzfahrtgästen beliebter „Land“-Ausfl

ug. „Gerade im Herbst“, sagt Surflehrer

Andreas, „gibt es Wellen für jeden Surfertyp.“

Profis tummeln sich dann an den

Stränden der Westküste genauso wie Anfänger.

„Und hinterher erzählen wir uns,

wie toll wir sind“, lacht Andreas und sucht

für Ralph einen passenden Neoprenanzug

aus. Julia ist indessen auf Aloe-Vera-Tour.

Mit großen Messern geht es auf die Felder

und mit einem kräftigen Hieb werden die

dicken, saftigen Blätter der Heilpflanze abgeschnitten.

Frisch vom Acker auf die Haut

– ein perfektes Naturkosmetikum.

Als an diesem Abend der Kapitän das

Schiff Kurs nach Westen einschlagen lässt,

zurück nach Gran Canaria, scheint sich die

Abendsonne zum Abschied noch einmal

verbeugen zu wollen. Vor dem riesigen

Feuerball zeichnet sich ganz fern am Horizont

wie ein winziger Finger die Silhouette

des Teide ab. So als wollte er zum Abschied

die Reisenden ermahnen, doch nur ja wiederzukommen

auf die Kanaren.

Autor: Marius Leweke

Reiseinfos

KULTUR, NATUR UND KULINARIK

Landschaftliche Vielfalt, Kulturstätten von Weltrang und inseltypische

Spezialitäten: Es gibt viele Gründe für einen Landgang auf den Kanaren.

Berge und Täler Vulkanaktivitäten

prägen das Landschaftsbild

aller Kanarischen

Inseln. Nicht entgehen lassen

sollten sich Kreuzfahrtpassagiere

die Reste des Timanfaya

auf Lanzarote. Ein weiteres

Muss ist der berühmte Teide

auf Teneriffa, Spaniens höchster

Berg, zu dem auch eine

Seilbahn führt.

Walbeobachtung Auch

wenn Passagiere von Deck

immer wieder Delfi ne sehen:

Eine Fahrt direkt zu den

Meeressäugern ist nicht

zu ersetzen. Die Walbeobachtungsboote

zwischen

Teneriffa und La Gomera

halten strenge Naturschutzvorschriften

ein.

Wein und Käse Eine

eigene Weinstraße, die Ruta

de Vinos, führt zu Teneriffas

besten Weingütern.

Kirchen und Kunst

Die großen Städte Las Palmas

und Santa Cruz haben

hervorragende Museen;

sehenswert ist auch die

Kirche San Juan Batista in

Arucas auf Gran Canaria.

Aktiv erholen Sportliche

Kreuzfahrer freuen sich auf

das Wandern auf La Gomera

und La Palma, Radtouren

auf Fuerteventura und

Lanzarote oder eine Runde

Golf auf Teneriffa.

Fotos: sxc.hu (2), TUI Cruises (2), Turismo Canarias, Norbert Eisele-Hein/Mauritius Images, Shutterstock

01/2013 SCHÖNER REISEN 27


10 Die schönsten

Flusskreuzfahrten

im Herbst und Winter

Zwischen Traubenlese und Silvester wird es gemütlich auf Europas

Wasserstraßen – Zeit für einen besonderen Urlaub an Bord.

Einmalige Stimmung: Die River Cloud II

gleitet elegant durch die Herbstlandschaft.

28 SCHÖNER REISEN 01/2013


FLUSSKREUZFAHRT

Fotos: Sea Cloud Cruises GmbH (2), Lüftner Cruises, A-Rosa

x

d

en goldenen Herbst auf Rhein, Main

oder Donau genießen. Zu Weihnachten

in festlich geschmückten

Städten anlegen. Oder Silvester stimmungsvoll auf

dem Wasser feiern. Wer glaubt, eine Kreuzfahrt sei

nur etwas für den Sommer, irrt. SCHÖNER REISEN

gibt die besten Tipps für tolle Flusskreuzfahrten

von Oktober bis zum Jahreswechsel.

1. Wellness

Entspannung ganz

fließend

Gemütlicher als auf dem Fluss reist es sich kaum

von Stadt zu Stadt. Perfekt, wenn die Gäste unterwegs

nach Herzenslust entspannen können. Dafür

bieten Flusskreuzfahrtschiffe kleine Wellness-Oasen

mit Behandlungsräumen, Sauna und Whirlpool.

Massagen und Wellness-Behandlungen gibt es

Ende November zum Beispiel an Bord der Amadeus-Flotte

von Lüftner Cruises und der A-Rosa-Flusskreuzfahrtschiffe.

2. Genuss

Wein und Käse

Kulinarisch sind die Regionen an

den Flüssen Mosel, Rhein und Donau ein echtes

Highlight. Wer die Gaumenfreuden in Ruhe

genießen möchte, bucht ein spezielles Angebot

für Gourmets: So fährt die River Cloud II bei ihrer

Reise auf Mosel und Rhein (ab 20.10.) u. a. von

Straßburg aus zur Verkostung von 200 verschiedenen

Sorten beim Käseveredler René Tourrette

und zur Weinprobe in das durch den Film „Im Namen

der Rose“ bekannte Kloster Eberbach. Weinproben

gehören auch zu den Attraktionen auf den

Rhein-Kreuzfahrten mit der Aurelia (ab 27.11.), der

Ariana (ab 28.11.) und der Amelia (ab 29.11.).

3. Sport

Mit Rad und Schiff

Entspannt an Bord, aktiv an Land:

Touren mit bordeigenen Fahrrädern und unter Führung

des Radwander-Spezialisten Terranova bietet

A-Rosa auch noch im frühen Herbst an. Beispielsweise

am Oberrhein mit A-Rosa Aqua (ab 13.10.).

Die einmalige Kulturlandschaft des Elbtales bei Dresden

können Kreuzfahrer per Rad und Schiff mit der

Swiss Ruby erkunden (ab 23.10.).

Gediegene Eleganz prägt das

Bordleben auf einer Flusskreuzfahrt

– Whirlpool mit Aussicht

inklusive.

4. Kabarett

Es darf gelacht

werden

Eine Seefahrt mit Kabarettisten und Comedy-

Künstlern ist garantiert lustig. Heiteres Bordprogramm

bietet das berühmte Hamburger Theater

„Schmidts Tivoli“ auf der Rhein-Reise mit A-Rosa

Aqua (ab 5.10.). Die TUI Sonata legt am 14.10. für

eine lange Comedy-Nacht in Düsseldorf ab.

5. Kultur

Auf den Spuren

der Romantik

Imposante Schlösser, Klöster und Burgen sind entlang

von Donau, Rhein und Main das ganze

01/2013 SCHÖNER REISEN 29


Mit liebevollen

Details erfreuen die

Reedereien ihre Gäste

zur Weihnachtszeit.

Jahr über zu bestaunen. Aber im Herbst setzen

Kulturkreuzfahrten außergewöhnliche Akzente.

So besucht die River Cloud II zum Beispiel Heide

Prinzessin von Hohenzollern auf Schloss Burg Namedy

bei Koblenz. Die Schlossherrin lädt dabei zu

einer exklusiven Führung ein (ab 20.10.). Besonders

romantisch ist auch die Fahrt mit der Swiss

Pearl auf der Rhône mit der einmaligen Natur der

Camargue und charmanten Städten wie Lyon,

Arles, Avignon (ab 8./15./22.10.).

6. Musik

Walzertakt und

Orgelklänge

Ganz im Zeichen klassischer Musik stehen zwei

Kreuzfahrten von Lüftner Cruises. Entlang der

Donau informieren Spezialisten auf der Amadeus

Elegant über das umfangreiche Programm:

eine Aufführung im Opernhaus von Budapest,

ein Abendkonzert in der Klarissenkirche

von Bratislava, der Besuch der Staats- oder

Volksoper in Wien sowie eine Stadtrundfahrt

„Auf den Spuren der Großen Meister – das

Wien von Haydn, Mozart und Beethoven“ (ab

26.10.). Virtuos aufgespielt wird auch an Bord

der Amadeus Princess: Auf der Rheinreise von

Amsterdam nach Basel sorgt ein Ensemble unter

der Leitung der Sächsischen Orgelakademie für

einen Hörgenuß (ab 24.10.).

7. Bella Italia

Adria, Po, Venedig

Nicko Tours entführt mit der

MS Bellissima zu den Sehnsuchtsorten entlang

des Flusses Po. Die Reise nach Bella Italia beginnt

in der venezianischen Lagune und führt

durch die charmanten Landschaften Venetiens

und der Emilia Romagna. Wie ein Hochseeschiff

fährt die „Schöne“ dabei sogar ein kurzes Stück

entlang der Adria-Küste. Höhepunkt bei der

Rückkehr nach Venedig ist die Fahrt auf dem

Canal Grande – vorbei am Markusplatz: kein

Lärm, keine Abgase, keine Ampeln, stattdessen

Kanäle, Kunst und Kostbarkeiten – einfach herrlich

(wöchentlich, letzte Abfahrt 2.11.).

Erhabene Kulisse: die Amadeus

Diamond vor der Basilika von

Esztergom an der Donau.

Fotos: Lüftner Cruises (2), A-Rosa (2), Nicko Tours, Transocean

30 SCHÖNER REISEN 01/2013


FLUSSKREUZFAHRT

8. Weihnachtsmärkte

Winterwunder

Glühwein und Christkindl

Selbst die Bankenmetropole Frankfurt zeigt sich

im Dezember ungewöhnlich festlich: Von Fachwerkhäusern

umgeben, zieht sich einer der

größten Weihnachtsmärkte Deutschlands vom

Römerberg bis zum aufwendig dekorierten Mainkai.

Dort legen die Arosa Silva und die Amadeus

Princess (mehrere Termine) an. Die Belvedere

fährt durch das „Winterwunderland“ Bayern,

die Bellevue besucht die romantischen Adventsmärkte

entlang der Donau – hier gilt Bratislava

als besonders bezaubernd. Auf dem Rhein, wo

ein Halt zum Besuch des Weihnachtsmarkts von

Straßburg ein Muss ist, sind im Advent die Swiss

Tiara, die Bellriva und die Vista Prima unterwegs

(jeweils mehrere Termine ab Ende November).

9. Weihnachten

Besinnliche Festtage

Die Fahrten auf Flusskreuzfahrtschiffen

zu Weihnachten werden wegen der einmaligen

Stimmung und den besonderen Programmen

immer beliebter: Die Schiffe sind festlich geschmückt

und beleuchtet, an Bord werden selbstverständlich

Leckereien wie Glühwein, Plätzchen oder Stollen

serviert und alle Gäste haben die Möglichkeit, an

Land einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen.

Außerdem wird der Heiligabend mit einer Weihnachts-Gala-

und Weihnachts-Gala-Abendessen an

Bord gefeiert. Wer es lieber beschaulich im privaten

Kreis mag, zieht sich für die Bescherung in die

eigene Kabine zurück. Heiligabend im pittoresken

Speyer mit Besuch des Weihnachtsmarktes und

der Christmette sind der Höhepunkt der Reise auf

dem Rhein mit der Amadeus Elegant (ab 22.12.).

Heiligabend in Wien ermöglicht A-Rosa auf gleich

drei Schiffen: A-Rosa Bella, Donna und Mia ab/bis

Passau bis Wien (ab 23.12.).

Flussfahrt mal anders: Die

Herbstsonne beim Wein

genießen, über Weihnachtsmärkte

– hier in Bratislava –

bummeln oder auf das neue

Jahr anstoßen.

10. Silvester

Logenplatz beim

Feuerwerk

Das Feuerwerk zum Jahreswechsel vom Wasser

aus zu erleben ist ein wahrhaft krönender Jahresabschluss.

Denn wenn sich der Lichterglanz im

nachtschwarzen Flusswasser spiegelt und von Berghängen,

Burgen oder Hausfassaden reflektiert wird,

vervielfacht sich das Spektakel.

Die Reedereien suchen sich zu Silvester attraktive

Anlegestellen aus, um allen Passagieren für das

Feuerwerk die besten Logenplätze mit der idealen

Sicht zu bieten – sei es in Antwerpen mit der Swiss

Tiara oder in Mainz mit der Bellevue (jeweils ab

28.12.). Die Belvedere feiert Silvester in Wien. Am

Neujahrsmorgen können die Gäste hier das Neujahrskonzert

in der Wiener Hofburg besuchen (ab

28.12.). Das spektakuläre Feuerwerk in Budapest

erleben die Passagiere an Bord der Amadeus Brilliant

(ab 29.12.).

Autor: Angelika Bucerius

01/2013 SCHÖNER REISEN 31


Der Entdecker

schätzt Kunst und

Architektur und liebt

es, fremde Kulturen

zu erkunden.

Welcher

Kreuzfahrt-Typ

sind Sie

Immer mehr Deutsche zieht es im Urlaub aufs Wasser. Ob

Clubschiff, Luxusliner, Expeditionsschiff oder Flusskreuzer –

die Kreuzfahrtbranche bietet für jeden Geschmack das passende

Schiff. Und welcher Kreuzfahrttyp sind Sie Machen Sie den Test!

32 SCHÖNER REISEN 01/2013


TEST

Beim Wort Kreuzfahrt denken Sie

Welchen Prominenten würden Sie gern an

spontan an …

Bord treffen

B Komfort und nette Gesellschaft.

C Joachim Gauck.

C Eine exquisite Küche.

A Jan Delay.

A Entspannung am Pool.

B Sir Simon Rattle.

D Ziele, die man nur mit dem Schiff entdecken

D Promi Kein Bedarf.

kann.

Fotos: Dreamstime, John Woodcock/Getty Images

SO GEHT’S

Beantworten Sie die Fragen

möglichst spontan und markieren

Sie die passende Antwort.

Zählen Sie dann zusammen,

welchen Buchstaben Sie am

häufigsten angekreuzt haben.

Die Auswertung fi nden Sie

auf Seite 36.

Bei welchem Landausflug sind Sie mit

von der Partie

A Schnorchelsafari im Roten Meer.

D Schlauchboot-Anlandung in der Antarktis.

B Besuch der Eremitage in St. Petersburg.

C Hubschrauber-Rundfl ug über den Gletschern

Alaskas.

Was ist Ihnen im Urlaub sehr wichtig

D Naturerlebnisse.

B Einblicke in andere Kulturen.

A Sonne und Strand.

C Zeit für mich zu haben.

Welche Rolle spielt der Reisepreis

A Eine wichtige. Ich suche nach Sonderangeboten.

D Eine Nebenrolle. Das besondere Erlebnis darf

auch etwas kosten.

01/2013 SSCHÖNER REISEN 33


Der Abenteurer sucht

das Neue, Aufregende

– er schreckt auch vor

Extremen nicht zurück.

Der Genießer lässt

sich gern verwöhnen

– an Leib und Seele.

B Der Preis ist nur ein Faktor – das Preis-

Leistungs-Verhältnis muss stimmen.

C Ein exklusiver Service hat seinen Preis –

dafür bin ich gern bereit zu zahlen.

Welche Kabine buchen Sie

B Eine Außenkabine – der Blick aufs Meer ist

herrlich!

C Auf jeden Fall eine Suite.

D Unten, mittig, da ist der Seegang nicht so stark

zu spüren.

A Im Zweifel die günstigste – ich brauche sie

doch nur zum Schlafen.

Auf Ihrem Schiff werden auch Suiten

mit Butler-Service angeboten. Käme das

für Sie in Frage

A Mit Butler!

B Nein. Service ist zwar wichtig, aber einen

persönlichen Butler brauchen wir nicht.

D Mist. Ich bin auf dem falschen Schiff gelandet.

C Ja, das ist durchaus eine Überlegung wert.

Einmal zum

Südpol,

Pinguine

gucken

Sie verreisen zwei Wochen. Kommen Sie

mit einem Koffer pro Person aus

C Warum sollte ich

A Klar. Sommersachen nehmen kaum Platz weg.

B Das wird knapp. Schließlich möchte man

abends die Garderobe wechseln.

D Natürlich. Aufs Schicksein kommt es ja nun

wirklich bei einer Kreuzfahrt nicht an.

Der Kapitän lädt zum Captain's Dinner.

Ein Highlight für Sie

B Oh ja, das gehört zu einer Kreuzfahrt einfach

dazu.

C Unbedingt. Wir rechnen mit einer Einladung an

den Kapitänstisch.

A So richtig wie beim „Traumschiff“ Das wäre

ja mal ganz witzig.

D Nö. Der Kapitän läuft einem doch auf dem

Schiff sowieso ständig über den Weg.

Eine Horde Kinder zieht grölend über

das Deck – Piratenparty!

A Toll, was die sich für die Kleinen an Bord

alles ausdenken!

D Rette sich, wer kann. Was machen die denn

hier an Bord

B Niedlich. Und die ziehen bestimmt bald weiter

in den Kinderclub.

C Wenn ihr mich sucht: Ich bin jetzt erst mal im

Wellness-Bereich.

34 SCHÖNER REISEN 01/2013


TEST

Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt

fasst mehr als 6.000 Passagiere. Wäre

das etwas für Sie

C Nein. Bei so vielen Gästen ist ein persönlicher

Service nicht möglich.

D Nicht mal geschenkt. In den für uns

spannenden Häfen kann so ein Riesenschiff

nicht anlegen.

B Nein, das ist viel zu groß, zu laut und auch viel

zu unübersichtlich.

A Warum nicht Das Unterhaltungs- und

Sportangebot soll ja fantastisch sein.

Auf vielen Schiffen ist Englisch die

Bord sprache. Ein Problem für Sie

A Ach was. Mein Schulenglisch hat im Urlaub

noch immer ausgereicht.

C Im Prinzip nicht. Aber einige der besten Schiffe

der Welt sind deutschsprachig.

D Nein, ich reise nämlich gern in internationaler

Gesellschaft.

B Deutsch ist mir lieber.

Wie sieht für Sie das ideale Abendessen

im Urlaub aus

B Kein Kampf um Sitzplätze, bitte: ein Vier-Gänge-Menü

am fest reservierten Tisch.

D Ein kleines Restaurant, das regionale

Spezialitäten anbietet.

A Ein reichhaltiges Büfett, da fi ndet jeder

etwas Passendes.

C Sterneküche im À-la-Carte-Restaurant.

Im großen Schiffs-Theater wird abends

eine Show angeboten. Sitzen Sie im

Publikum

B Ja, so etwas bekommt man zu Hause einfach

nicht geboten.

A Klar, ist doch im Reisepreis enthalten.

C Ich bevorzuge den Pianisten in meiner

Lieblingslounge.

D Nein, ich ziehe mich lieber zurück und lese in

Ruhe ein Buch.

Welche Ausgaben sind in Ihrer Reisekasse

fest eingeplant

A Cocktails, Souvenirs, Internet.

B Landausfl üge, Wein, Trinkgelder.

D Ausfl üge, Bargeträn ke, Einkäufe im Bordshop.

C Wellness-Anwendungen, Taxifahrten und

Champagner.

Bei welchem Landausflug sind Sie mit

von der Partie

A Schnorchelsafari im Roten Meer.

D Schlauchboot-Anlandung in der Antarktis.

B Besuch der Eremitage in St. Petersburg.

C Hubschrauber-Rundfl ug über den Gletschern

Alaskas.

Die Auflösung Ihres Tests finden Sie auf der

nächsten Seite.

Fotos: Dodeskaden/Getty Images, Shutterstock,Greg Paprocki/Getty Images

Auf vielen Schiffen wird ein

pauschales Trinkgeld automatisch vom

Bordkonto abgebucht. Sind Sie damit

einverstanden

A Nein, das ist ein versteckter Preisaufschlag.

C Guter Service sollte belohnt werden. Die Höhe

des Trinkgelds bestimme ich allerdings immer

noch gern selbst.

B T rinkgeld ist selbstverständlich. Aber ich übergebe

es lieber persönlich.

D Nein, die Reisen sind teuer genug.

Das Animationsteam lädt zur

morgendlichen Aqua-Fitness ein. Machen

Sie mit

D Ist der Pool auf unserem Schiff dafür überhaupt

groß genug

B Kein schlechter Start in den Tag: Das probiere ich

gern mal aus.

A Nee. Erstens schlafe ich aus, zweitens ist Wassergymnastik

was für Senioren.

C Nein, ich buche lieber einen Personal Trainer.

Der Sonnenanbeter

liebt Schiffe mit Fun

und Action, ohne

feste Kleiderordnung

und Tischzeiten.

01/2013 SCHÖNER REISEN 35


Die besten Angebote

für jeden Typ

Diese Schiffe treffen genau Ihren Geschmack

für eine unvergessliche Kreuzfahrt.

x

k

eine Kreuzfahrt gleicht der anderen.

Wenn 6.000 Amerikaner

auf einem Megaliner von Miami

aus auf die Bahamas cruisen, herrscht

eine andere Stimmung als unter den knapp

200 Gästen, die etwa mit der Hanseatic die

Nordwestpassage durchfahren. Selbst bei

Schiffen, die im selben Zielgebiet unterwegs

sind, gibt es große Unterschiede. Beispiel

Tischzeit: Sitzt dieselbe Gruppe von Beginn

bis Ende der Reise am selben Tisch zusammen,

fühlt sich das anders an als das Freestyle

Cruising, wo die Passagiere zu jeder Mahlzeit

zwanglos neu zusammentreffen. Auf italienischen

Schiffen ist oft die ganze Familie mit

Oma, Opa, Onkel, Tante und allen Kindern

gemeinsam unterwegs, während auf noblen

deutschen Luxusdampfern Paare meist gesetzteren

Alters gemeinsam urlauben.

Erholung garantiert So oder so:

Die Auswahl an Schiffen, Routen und Zielen

war nie größer als heute. Vom Großsegler

und dem 80-Gäste-Schiff mit Privatjacht-

Ambiente bis zum Ozeanriesen mit Wasserrutsche,

Eislaufbahn und Spielcasino

reicht das vielfältige Angebot für jeden

Geschmack an Bord. Und angesteuert wird

weltweit fast jeder Hafen, der touristisch interessant

und sicher genug für Kreuzfahrtgäste

und -schiffe ist.

Autor: Nadine Runge

TYP

FAHRGEBIET

AUSFLÜGE

REISETIPP

SCHIFFE

A: SONNENANBETER

Entspannung, Sport und Spaß – und das

Ganze bitte mit Sonnengarantie! So sieht

richtiger Urlaub für Sie aus. Die modernen

Megaliner sind genau das Richtige – Reisen

ohne Garderobezwänge oder feste Tischzeiten,

dafür mit riesigem Freizeitangebot. Vollpension,

Fitnesscenter und Live-Musik sind

inklusive, das macht die Kosten kalkulierbar.

Nordsee, Ostsee, Mittelmeer, Adria, Schwarzes

Meer, Atlantik, Kanaren, Indischer Ozean,

Karibik, Transatlantik.

Wal- und Delfi nbeobachtung, Shoppingtour

in Barcelona, Kamelreiten auf Lanzarote,

Schnorcheln in der Karibik.

7 Nächte Kanaren auf Mein Schiff 1 (Gran

Canaria, Agadir, Teneriffa, La Gomera, Lanzarote),

diverse Termine (TUI).

Deutschsprachig Aida Sol, Mein Schiff 1.

International MSC Sinfonia, Norwegian

Spirit, Serenade of the Seas, Carnival Magic.

Fluss A-Rosa Luna.

36 SCHÖNER REISEN01/2013


AUFLÖSUNG

B: ENTDECKER

Ihr Urlaub fi ndet nicht nur im Liegestuhl

statt. Sie wollen fremde Kulturen, historische

Sehenswürdigkeiten und beeindruckende

Kunst und Architektur entdecken.

Sie sind auf einem kleinen, klassischen

Kreuzfahrtschiff gut aufgehoben. Und der

Zweiturlaub Darf gern auf Rhein, Donau

oder Elbe stattfi nden!

Mittelmeer, Schwarzes Meer, Indischer

Ozean, Rotes Meer, Asien, Australien, Karibik,

Transatlantik, Südamerika, Weltreise.

Vulkane auf La Réunion, Besuch bei einem

Indianerstamm, Auf den Spuren von Pizarro,

Regenwald im Jeep

24 Tage Fernost auf Astor (Australien,

Singapur, Malaysia, Thailand, Indonesien,

Australien), 4. bis 28.3.2014.

Deutschsprachig Astor, Amadea, Hamburg,

FTI Berlin. International Pacifi c Princess,

Prinsendam. Fluss Aurelia, Bellevue, Casanova,

Viking Truvor.

C: GENIESSER

Einfach mal abschalten und sich rundum

verwöhnen lassen: Im Urlaub genießen Sie

vor allem eins: Zeit für sich zu haben. Zeit

für gutes Essen und edle Weine, für Golf und

Wellness. Ob schwimmendes Boutique-Hotel

oder moderner Luxusliner: Sie schätzen individuellen

Topservice auf Fünf-Sterne-Niveau

zum entsprechenden Preis.

Mittelmeer, Schwarzes Meer, Orient, Asien,

Südamerika, Australien, Südsee, Karibik,

Transatlantik, Weltreise.

Helikopterfl ug über St. Lucia, Weinprobe auf

Teneriffa, Ranchbesichtigung in Uruguay,

Opernbesuch in Sydney.

10 Tage Koloniales Erbe auf Deutschland

(Dubai, Abu Dhabi, Qatar, Oman, Indien),

8. bis 17.12.2013 (Deilmann).

Deutschsprachig Europa, Deutschland.

International Queen Mary 2, Sea Cloud,

Crystal Serenity, Seven Seas Mariner.

Fluss River Cloud II, Century Diamond.

D: ABENTEURER

Massentourismus ist Ihnen ein Graus. Sie

wollen im Urlaub Neues entdecken und

unberührte Natur genießen. Ziel Ihrer

Forschungsreisen sind die abgelegenen

Weltregionen. Expeditionsschiffe bringen Sie

an Orte, die nicht per Auto oder Flugzeug

zu erreichen sind – in die Antarktis oder zu

kleinen Inselparadiesen im Pazifi k.

Nordmeer, Mittelmeer, Transatlantik, Antarktis,

Asien, Atlantik, Australien, Südsee.

Regenwald in Ghana, Glasbodenboot auf

Bora Bora, Namib-Wüste. Anlandungen in

der Antarktis.

10 Tage Expedition Antarktis auf Fram (Ushuaia,

Drakestraße, Antarktis, Ushuaia) diverse

Termine (Hurtigruten).

Deutschsprachig Bremen, Hanseatic.

International Fram, Expedition, Silver

Explorer, Celebrity Xpedition.

Fluss Michael Svetlova.

01/2013 SSCHÖNER REISEN 37


Unter Segeln

auf zweiWeltmeeren

Kreuzfahrt auf die nostalgische Tour: Mit dem Großsegler

Star Flyer durch den Panama-Kanal.

x

k

apitän Klaus Müller kneift die

Augen zusammen. Es ist sieben

Uhr morgens. Wir stehen an

Deck hinter dem riesigen hölzernen Steuerrad

und nehmen Kurs auf die erste Schleuse

des Panamakanals. Miraflores auf der pazifischen

Seite. Der Lotse ist an Bord, mit Tauen

wird die Star Flyer an vier Treidelloks festgemacht.

Die Signalpfeife ertönt und der elegante

Segler setzt sich in Bewegung. „Nur

kleine Schiffe dürfen hier aus eigener Kraft

hineinfahren“, erklärt Kapitän Müller seinen

gut 100 Passagieren, die sich hinter ihm versammelt

haben und fasziniert das Schauspiel

verfolgen. Das Schleusentor schließt

38 SCHÖNER REISEN 1/2013


REPORTAGE

Unter vollen Segeln in der Karibik:

Star Flyer (vorne) und Star Clipper.

Fotos: STAR CLIPPERS KREUZFAHRTEN GmbH

1/2013 SCHÖNER REISEN 39


Tauwerk wie einst auf dem

nostalgischen Großsegler.

Kapitän Müller begrüßt den

Tag mit seinem Dudelsack.

Schiff ahoi:

Begegnungen

auf hoher See.

sich, die Kammer wird geflutet. „Mit 13 Millionen

Litern Wasser“, sagt Kapitän Müller.

„Pro Minute.“ In der Kammer nebenan wird

zeitgleich ein voll beladenes Containerschiff

abgesenkt.

Der Kapitän spielt auf dem

Dudelsack

Das Schleusentor vor uns öffnet sich und wir

werden weitergezogen, um dann mit Motorkraft

in den Panamakanal einzufahren.

An den Ufern wechselt sich das Grün der

Gräser und Bäume mit dem Braun abgetragener

Hügel ab. Es herrscht weniger Verkehr

als gedacht. Eine Handvoll Frachter und ein

Kriegsschiff kommen der schneeweißen,

grazilen Star Flyer entgegen. An den beiden

nächsten Hebewerken, Pedro Miguel

und Gatun, wiederholt sich das Schleusen-

Schauspiel – wieder vor großem Publikum.

Auf der Star Flyer ist man nah dran – an

allem. Die Brücke ist immer offen, und die

Crew sucht stets das Gespräch mit den Passagieren.

Wir lernen einander kennen und

bestaunen gemeinsam, wie der Kanal breiter

wird, das Baum- und Buschwerk dichter:

Zwischen sattgrünen Mangroven tauchen

sogar Krokodile auf. Durch die Karibik geht

es unter vollen Segeln. Musikalisch begleitet

von Kapitän Müller – mit dem Dudelsack.

Mehr als 20 Jahre hat der erfahrene Seemann

in Schottland verbracht, seitdem lässt

er sein Instrument immer wieder erklingen.

Die warme Karibikluft weht die Töne über

das Deck, die Holzplanken wärmen die nackten

Füße und das Schiff schaukelt sich leise

in den Sonnenuntergang. Taue und Holz

knarzen die ganze Nacht – wie ein leichtes

Schnarchen.

Am nächsten Mittag erreichen wir die San

Blas-Inseln. Die Kette zählt so viele Inseln wie

das Jahr Tage, zieht sich bis zur Grenze nach

Kolumbien und gilt als eines der letzten unerforschten

Gebiete der Karibik. Kuna Indianer

– ihre Vorfahren waren vor den Eroberern

hierher geflohen – sitzen vor strohgedeckten

Häusern und lassen sich für ein Trinkgeld mit

einem Vogel oder einem Äffchen im Arm fotografieren.

Ein Beiboot bringt uns zu einer

palmengesäumte Nachbarinsel, die mit feinsandigem

Strand und kristallklarem Wasser

zum Sonnen und Schnorcheln einlädt.

40 SCHÖNER REISEN 1/2013


REPORTAGE

Willkommen an Bord: Die

buntgemischte Crew zeigt mit

Fähnchen, wo sie herkommt.

Romantik pur: Sanft

gleitet die Star Flyer

durch das Meer.

Reisewissen

100 JAHRE PANAMAKANAL: DIE

SCHÖNSTE WASSERSTRASSE DER WELT

1914 wurde die 82 Kilometer lange Verbindung zwischen Atlantik und

Pazifik eröffnet. Über eine Million Schiffe haben sie seither passiert.

Die Lotsen leisten Maßarbeit, wenn

sie ein Schiff der Panamax-Klasse in die

Schleuse einfahren. Panamax benennt

die Höchstmaße für ein Schiff, das durch

den Kanal fahren darf: 294,3 Meter

Länge. 32,3 Meter Breite und 12,04 Meter

Tiefgang. Dann sind auf jeder Seite noch

61 Zentimeter bis zur Schleusenwand –

knapper geht es nicht. 300 Lotsen sind

rund um die Uhr im Einsatz, um Tag für

Tag bis zu 40 Schiffe durch den Kanal zu

schleusen. Während für die Star Flyer die

Maximalgröße kein Thema ist, macht die

Begrenzung anderen Kreuzfahrtschiffen

die Passage unmöglich. Die Queen Mary 2

etwa muss mit ihren 345 Metern draußen

bleiben. Derzeit erreicht jedes zweite der

gut 14.000 Schiffe, die jährlich von Colón

nach Panama City und umgekehrt fahren,

die Maximalgröße. Gut 15 Stunden dauert

die Passage, erreicht werden dabei gerade

einmal sechs Knoten oder elf Stundenkilometer.

Dennoch lohnt sich der Weg:

Denn die Route um Kap Horn an Amerikas

Südspitze ist gute 10.000 Kilometer lang

und dauert drei Wochen.

Der Kanalbau dauerte insgesamt

über 30 Jahre. Dabei starben 28.000

Arbeiter, die meisten an Seuchen, die

damals noch nicht beherrschbar waren.

Heute ist der Kanal ein wichtiger

Devisenbringer für den Staat Panama. Die

Durchfahrt ist nicht besonders preiswert:

Kreuzfahrtschiffe zahlen 134 US-Dollar

pro Passagierbett.

1/2013 SCHÖNER REISEN 41


Unterwegs geht die Star

Flyer in traumhaften

Badebuchten vor Anker.

Aktiv beim Landgang:

Kajaktouren

sind im Angebot.

Das Sport-Team der Star Flyer hat für solche

Gelegenheiten auch ein kleines Segelboot

und Surfbretter im Schlepptau.

Wenn die Star Flyer ankert, bringen Beiboote die

Passagiere an Land oder zu ihren Ausflugszielen.

Frei wie ein Vogel

Am folgenden Seetag klettere ich, mit Gurten

gut gesichert und unter Hilfestellung

zweier Crewmitglieder ins Krähennest, den

Ausguck in gut 15 Metern Höhe. Perfekt.

Nach diesem Erlebnis melde ich mich beim

wachhabenden Offi zier im Steuerhaus sogleich

für eine weitere Tour an Bord an: Ins

Klüvernetz an der Bugspitze. Über dem

Wasser laufen und betrachten wie der

Großsegler zu meinen Füßen das Karibische

Meer teilt.

Cartagena ist die älteste Stadt Kolumbiens

– und der wichtigste Hafen des Landes.

Wir machen zwischen Containerschiffen

fest und erkunden die Millionenmetrople,

42 SCHÖNER REISEN 1/2013


REPORTAGE

Abenteuer an Bord: Schwindelfreie dürfen –

gut abgesichert – in die Takelage klettern.

Schnittig: Die 115

Meter lange Star Flyer

setzt die Tradition

alter Großsegler fort.

deren Altstadt als schönstes Zeugnis der

Kolonialzeit auf dem Kontinent gilt. Vor

abgeblätterten, farbigen Fassaden, an denen

Holzbalkone mit gedrechselten Streben

und bunten Blumen hängen, bieten

Straßenverkäufer allerlei karibisch-buntes

Kunsthandwerk feil. Am Abend genießen

wir im Restaurant Juan del Mar am Plaza

de San Diego Meeresfrüchte aus der offenen

Küche, lauschen Karibik-Klängen und

erfreuen uns an einem großen Mobile mit

Fischmotiven, nach dem die Katzenfiguren

auf den umlaufenden Dachziegeln greifen.

Gegen den Wind

Ein kräftiger Passat versperrt uns den Weg

nach Aruba. „So ist das im Leben – damit

muss man klarkommen“, sagt Kapitän

Müller trocken. Am darauffolgenden

Morgen muss er dann bekanntgeben,

dass der Stopp auf Aruba leider ausfällt.

Das kann bei einem Segelschiff schon mal

vorkommen, denn: „Wir fahren auf dieser

Route gegen Wind und Strom“, erklärt der

Kapitän. Er nimmt direkt Kurs auf Willemstad

auf der Insel Curacao. An den zusätzlichen

Seetagen, es sind nun drei statt

der geplanten zwei, sorgt die Besatzung

für Kurzweil, auf einem Segler kennt man

sich. Shuffleboards werden mit Kreide auf

die Planken gemalt und in der gut ausgestatteten

Bibliothek erzählt Kapitän Müller

aus der Geschichte der Seefahrt. Und

zwischendurch begleitet uns immer wieder

ein fröhlicher Schwarm Delfine. Diese aber

gegen den Strom.

!

Buchtipp

Barfuß durch den

Panamakanal

Christofer Knaak,

Autor dieser

Reportage über die

Star Flyer, entführt

in seinem neuen

Buch die Leser zu

Traumzielen

zwischen Alaska,

Panama und

Südafrika.

EuBuCo Verlag,

12,90 Euro.

Autor: Christofer Knaak

1/2013 SCHÖNER REISEN 43


Was macht eigentlich …

ein Lotse

Einem Lotsen begegnen Kreuzfahrt-Passagiere meist nur, wenn er mit einem

kleinen Boot seitlich an die Bordwand herangefahren wird und oft mit einem

waghalsigen Sprung auf das Kreuzfahrtschiff wechselt. Aber was genau macht

der Lotse eigentlich auf der Brücke Ted Davisson erklärt, wie er kleine und

große Pötte navigiert und wie schwierige Passagen gemeistert werden.

Mr. Davisson, Sie sind

seit 30 Jahren Lotse

auf dem Mississippi.

Was sind Ihre

Aufgaben

Hier ausnahmsweise

selbst am Steuer:

Lotse Ted Davisson

aus New Orleans

Technisch gesehen tun wir zwei Dinge: Wir

helfen einerseits dem Kapitän ganz allgemein

dabei, sein Schiff sicher zu navigieren,

und andererseits führen wir an Bord die Regie

in Hinblick auf die konkrete Bewegung

des Schiffs. Das vorausgeschickt, sieht die

Realität meiner Erfahrung nach so aus: Der

Kapitän teil sein Kommando freiwillig mit

mir, nimmt meine Instruktionen entgegen

und handelt danach – egal, welche Art von

Manöver das Schiff gerade ausführt.

Trotzdem ist der Kapitän immer für sein

Schiff selbst verantwortlich und trägt die

Verantwortung. Lediglich im Panama-Kanal

übernimmt der Lotse tatsächlich die Aufgaben

des Kapitäns. In allen anderen Häfen

dieser Welt bleibt der Kapitän aber der einzig

Verantwortliche und Kommandierende

über sein Schiff.

Es ergibt sich von selbst, dass diese ziemlich

ungewöhnliche Beziehung zwischen

Lotse und Kapitän manchmal auch etwas

heikel sein kann. Aber die Führung von Seeschiffen

hat sich längst zur Teamarbeit mit

intensiver Zusammenarbeit zwischen Lotse

und Kapitän entwickelt. Und das gilt natürlich

auch für das Verhältnis zwischen Lotse

und Kapitän auf Kreuzfahrtschiffen, die den

Mississippi River hochfahren.

Welche Ausbildung

und welche Lizenzen

benötigt man, um den

Job eines Lotsen

ausüben zu dürfen

In den USA, wo ich tätig bin, benötigt man

eine First Class Pilot’s License für Handelsschiffe

der US-Küstenwache, um als Lotse

auf Handelsschiffen mit amerikanischer

oder auch ausländischer Flagge arbeiten zu

dürfen. Im Hafen von New Orleans verlangt

die Baton Rouge Pilot Association (NOBRA),

in der ich Mitglied bin, dass jeder Bewerber

für eine Lotsenstelle mindestens ein Jahr aktiv

mit einer First Class Pilot’s License zur See

gefahren sein muss.

Zusätzlich müssen einige Seefahrts-Kurse

belegt werden, beispielsweise zum Umgang

mit einem Schiff in einer Notsituation.

Fotos: Ted Davisson, Fotolia.com

44 SCHÖNER REISEN 01/2013


INTERVIEW

Was hat Sie

persönlich zum Beruf

des Lotsen geführt

Wenn Sie als Lotse an

Bord eines Schiffes

sind, übernehmen Sie

dann auch mal selbst

das Ruder oder geben

Sie direkte Anweisungen

an den Steuermann

Die genauen Bedingungen findet man auf

der NOBRA-Website. Darüber hinaus verlangt

die NOBRA Pilot Association jährliche

Gesundheitstests und Fortbildungskurse.

Ich habe in der High School und während

der Sommerferien auf der Delta Queen gearbeitet,

manchmal als Hilfskraft an Deck

oder als Gepäckträger, manchmal auch im

Maschinenraum. Nach dem College stellte

ich fest, dass ich genug Stunden „Coast

Guard time“ gesammelt hatte, um eine Lizenz

als Maat zu bekommen. Also entschied

ich mich, weiter am Fluss zu arbeiten,

absolvierte die National River Academy

und arbeitete als Steuermann auf Schubschiffen

zwischen St. Louis und Chicago am

Illinois River.

Später kehrte ich auf die Raddampfer zurück

und erarbeitete mir über die Jahre eine

First Class Pilot’s License für den Mississippi

und Ohio River von der Mündung des Mississippi

bis nach Cincinnati, Ohio. Ich war

Master, Erster Offizier und Steuermann sowohl

auf der Delta Queen als auch Mississippi

Queen, bevor ich dann 1980 bei der

New Orleans – Baton Rouge Pilot Association

als Lotse anfangen durfte, wo ich heute

noch immer arbeite. Ich unterstütze die Besatzung

von Fracht- und Kreuzfahrtschiffen

bei der schwierigen Passage von New Orleans

nach Baton Rouge auf dem Mississippi.

Ich gebe mündliche Anweisungen an das

Team auf der Brücke. Das Brückenteam besteht

aus Kapitän, Erstem Offizier und Steuermann.

Um das Schiff zu steuern, gebe ich

dem Steuermann Anweisungen, in welche

Richtung und wie weit er das Steuerrad bewegen

soll. Wenn das Schiff also beispielsweise

den Kurs nur ganz leicht nach Steuerbord

verändern soll, sage ich „Steuerbord

10“ – das Steuerrad muss dann also um

zehn Grad nach Steuerbord eingeschlagen

werden.

Die Ruderanzeige eines Schiffs reicht von

35 Grad in die eine bis 35 Grad in die andere

Richtung. Je nachdem, wie schnell das

Schiff seinen Kurs ändern soll, muss das

Haben Sie als Lotse

schon einmal einen

schweren Unfall an

Bord erlebt

Sie lieben Ihren Beruf,

das ist ganz offensichtlich.

Aber gibt es auch

Dinge, die Sie daran

nerven

Steuerrad entsprechend stark oder weniger

stark eingeschlagen werden.

Abhängig von der Schwere eines Unfalls,

ob nur eine einfache Grundberührung oder

womöglich eine Kollision, wird ein Bericht

für die Küstenwache erstellt. Wenn die Situation

ernst genug war, leiten sowohl Küstenwache

als auch NTSB (National Transportation

Safety Board) Untersuchungen ein.

Aber unabhängig vom jeweiligen Unfall

und seiner Schwere wird immer der Kapitän

dafür verantwortlich gemacht. Der Lotse

wird in die Untersuchung eingebunden, um

die Details zu ermitteln. Während der Untersuchung

werden also die Fakten geklärt und

dann festgestellt, wen eine Schuld trifft und

ob jemand seine Pflichten vernachlässigt hat.

Ja, unglücklicherweise war ich in meiner

33-jährigen Karriere als Lotse im Auftrag

des Staates von Louisiana auf dem Mississippi

River zweimal persönlich in schwere

Unfälle verwickelt. Beim ersten Unfall hat

die M/V Nova Gorica die Huey-P.-Long-Brücke

an der Unterseite gestreift (Anmerkung

der Redaktion: eine große Stahlbrücke über

den Mississippi für Auto- und Eisenbahnverkehr

ein paar Meilen flussaufwärts von New

Orleans). Der Schaden war so gravierend,

dass die Brücke zwei Wochen für den Verkehr

gesperrt werden musste. Im zweiten

Fall fielen Strom und Antrieb der M/V Bright

Field aus, sodass sie in New Orleans am Ufer

die River Walk Shopping Mall rammte. Dabei

entstanden schwere Schäden sowohl an

dem Einkaufszentrum als auch am Schiff.

Glücklicherweise wurde ich in beiden Fällen

durch die Untersuchungen von Küstenwache

und NTSB entlastet, mich traf keine Schuld

und ich hatte meine Pflichten nicht verletzt.

Ja, ich liebe meinen Job! Aber um Ihre Frage

zu beantworten: Es gibt eigentlich nur eines,

das mich wirklich nervt. Und das sind Schiffsagenten,

die ihre Befugnisse überschreiten

und versuchen, entgegen meiner Entscheidung

oder der des Kapitäns etwas völlig verantwortungsloses

durchzusetzen – beispielsweise

das Schiff bei schlechter Sicht im

01/2013 SCHÖNER REISEN 45


INTERVIEW

Was war die

verrückteste Situation,

die Sie je als Lotse

erlebt haben

Wackelig und waghalsig:

Die Lotsen klettern über

eine Hängeleiter an Bord.

Hafen ohne Unterstützung durch einen

Schlepper zu manövrieren. Die Schiffsagenten

vergessen manchmal, dass sie für uns arbeiten

und nicht andersherum. Und das wir auf

diesem Gebiet die Experten sind und genau

wissen, was sicher und vernünftig ist.

Gute Frage und zweifellos scheint es auf jedem

Trip, ob nun auf einem Schiff mit US-

Flagge oder einem internationalen Schiff,

einige ungewöhnliche oder witzige Situationen

zu geben, während man den Mississippi

River hinauf- oder hinunterfährt.

Aber eine Situation ist mir besonders im

Gedächtnis geblieben. In einer nebligen

Nacht sagte mir ein griechischer Frachtschiffkapitän

allen Ernstes – und obwohl

sein Radar nicht funktionierte–, dass wir

versuchen sollten, durch den Nebel den

Fluss hochzufahren und uns dabei allein auf

sein Satelliten-Navigationssystem zu verlassen

– ein Vorgänger des heutigen GPS. Das

Problem dabei: Sein Satelliten-System

spuckte lediglich den Längen- und Breitengrad

unserer Position aus, zeigte aber weder

andere Schiffe in der Nähe an, noch

Mit kleinen

Booten kommen

die Lotsen an

Bord und führen

Schiffe sicher

durch Fluss und

Hafen.

hatte es integrierte Flusskarten. Aber es

kam noch schlimmer. Dieser Kapitän versuchte

mich sogar zu bestechen, um sein

Schiff durch den Nebel zu steuern. Als ich

mich weigerte, fragte mich der ebenfalls

griechische Erste Offi zier recht indigniert:

„Was ist los mit dir, Lotse Warst du noch

nie in Baton Rouge“ Das sagt, denke ich,

alles!

Autor: Franz Neumeier

Fotos: Ted Davisson

Impressum

SCHÖNER REISEN – Das Kreuzfahrtmagazin

Eine Kooperation mit der Kreuzfahrt Initiative e.V.

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Stefan Krücken, Marius Leweke, Franz Neumeier,

Sabine Pinnau (CvD), Nadine Runge

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Nachdruck auch auszugsweise nur mit

Genehmigung des Verlages.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird

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1. Jahrgang 2013

Auflage

97.500 Exemplare garantiert verbreitete

Exemplare.

Bezugspreis

Einzelheft 4,90 Euro

46 SCHÖNER REISEN 01/2013


RATGEBER

Fotos: Fotolia (4), Hypovereinsbank

Top Kreuzfahrt-Tipps –

von Ausflug bis Trinkgeld

Wie ist das eigentlich mit dem Programm an Bord der

Schiffe, der Kinderbetreuung und dem Landgang

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kreuzfahrt.

So beginnt Ihr Urlaub schon vor der Reise.

Alle Reedereien bieten Ausflüge an. In vielen

Häfen können Gäste aber gut alleine losziehen.

Vorsicht: Der Kapitän wartet beim Auslaufen

nicht auf einzelne Passagiere.

Sicherheit ist wichtig: Die Teilnahme an

1

2

der Übung kurz nach der Abreise ist kein

3

Spaß, sondern Pflicht jedes Passagiers.

Schwimmbäder sind Standard an Bord von

Kreuzfahrtschiffen. Sie sind meist mit Seewasser

gefüllt und beheizbar.

4

Auf die Kommandobrücke darf nur die Besatzung.

Ausnahme: Geführte Touren.

5

Die Kleiderordnung ist um einiges lässiger

als vor ein paar Jahren. Dunkler Anzug ist

nur noch bei Gala-Abenden angesagt.

6

Ein Schiffsarzt ist meist ab 100 Passagieren

an Bord. Kreuzfahrtschiffe haben immer

ein Hospital, manche sogar mit Dialyse.

Shows und Entertainment spielen eine

große Rolle. Viele Schiffe haben richtige

Theatersäle mit hunderten Plätzen.

Bezahlt wird an Bord mit Plastikkarte,

die Rechnung gibt es beim Ausschiffen.

Auf der Reise gibt es Vollverpflegung –

mit mindestens vier Mahlzeiten am Tag.

7 8

9

An alles gedacht

Dann kann die Reise

ja losgehen!

10

Über das nächste Ziel informieren fachkundige

Lektoren an Bord in Vorträgen zu

Land und Leuten.

11

Themenkreuzfahrten werden immer beliebter:

Das Spektrum reicht von Golf und

Wandern bis zu Schlager- oder Heavy Metal-Cruises.

12

Wenn eine US-Reederei Freestyle Cruising

anbietet, ist damit eine Reise ohne die

sonst üblichen festen Tischzeiten gemeint.

13

Moderne Kreuzfahrtschiffe haben elegante

Wellnessbereiche – oft sogar mit Blick auf

das Meer.

Innenkabinen sind immer preiswerter und

14

lohnen sich vor allem für Schiffsurlauber,

die gerne am geselligen Bordleben teilnehmen

möchten.

15

Die großen Schiffe haben Stabilisatoren

und schaukeln nur noch wenig. Wer dennoch

seekrank wird: Der Bordarzt hilft.

16

Selbst Luxusliner sind auf Familien bestens

vorbereitet. Mit Kids Club, Kinderprogramm

und eigenen Animateuren.

17

18

Viele Schiffe haben ein internationales

Publikum. Wer gar kein Wort Englisch versteht,

sollte lieber bei einer deutschen Reederei

buchen.

Internet an Bord ist Standard, aber mit

Preisen von 10 bis 61 Cent pro Minute

19

nicht ganz billig.

20

Trinkgeld ist oft im Preis inbegriffen oder

landet automatisch auf der Rechnung.

Wenn nicht, gibt die Reederei Tipps.

Kapitäne von Schiffen, die unter der Flagge

Maltas oder Bermudas fahren, dürfen an

Bord rechtsgültige Trauungen vornehmen.

01/2013 SCHÖNER REISEN 47


Der Zauber

desOrients

Die Vereinigten Arabischen Emirate lassen sich wunderbar auf dem Seeweg entdecken.

Traum in Weiß: die Sheikh-Zayed-

Moschee in Abu Dhabi.

48 SCHÖNER REISEN 01/2013


EMIRATE

ehemalige Wahrzeichen, das einem Segel

nachempfundene Nobelhotel Burj al Arab.

Und mein Kreuzfahrtschiff, verschwindend

winzig, obwohl es selbst eine schwimmende

Kleinstadt ist. Ich winke und mache mich auf

den Weg zur Einschiffung. Taxis sind zuverlässig

und preiswert in den Emiraten, der Benzinpreis

liegt bei 25 Cent pro Liter.

Fujairah ist der erste Hafen auf der Fahrt

durch die Emirate. Die Privatchauffeure warten

direkt am Pier, die individuelle Erkunx

m

it einer Geschwindigkeit

von zehn Metern pro Sekunde

rast der Fahrstuhl

nach oben. Knappe 40 Sekunden lang spüre

ich ein Kribbeln im Bauch. 452 Meter. 124ste

Etage. Höher dürfen Besucher nicht. Obwohl

der Burj Khalifa, höchstes Gebäude der Welt,

828 Meter in den Himmel über Dubai ragt

und angeblich noch aus 100 Kilometern Entfernung

zu sehen ist. Drei einander stützende

Gebäudeteile, auf einer y-förmigen Achse,

nach oben immer schmaler werdend – mit der

dynamischen Ausrichtung einer Rakete. Die

Aussichtsplattform ist teils verglast, teils im

Freien, von hohen beruhigend dicken Scheiben

begrenzt, die aus waagerechten Schlitzen

den (Foto-)Blick komplett freigeben. Gut

zu wissen: Wer die Fahrt auf den Burj Khalifa

vorab bucht, zahlt deutlich weniger als die

Laufkundschaft.

Unter mir schrumpft die Mega-City Dubai

mitsamt ihren zahlreichen spielzeuggroßen

Baukränen zur Lego-Stadt. Die aufgeschütteten

Inseln, aus denen später „The World“

werden soll, sind zu erkennen, ebenso das

Nach oben offen: Der Burj Khalifa

ragt mit seinen 828 Metern hoch

über die Skyline Dubais hinaus.

Fotos: Visit Abu Dhabi, Dubai Tourism, Costa Kreuzfahrten

Landgang mit Wüstenschiff: schwankt mehr als ein

moderner Luxusliner.

dungstour durch das kaum bekannte Emirat

kostet 50 Euro – für den ganzen Tag. Was

vollkommen ausreicht, um ganz Fujairah zu

erkunden: Mit 143.000 Einwohnern ist es gerade

einmal halb so groß wie das Saarland.

Der Weg von den fantastisch leeren Traumstränden

führt auf einer befestigten Straße in

das karge Hajar-Gebirge. Kein Reisebus begegnet

uns, hin und wieder treffen wir andere

Individualurlauber, die ebenfalls an den tiefen

Schluchten anhalten, an deren Wänden sich

die Geologie der Jahrmillionen spiegelt und

deren Grund ein ausgetrockneter Flusslauf

bildet. Eine Einöde mit schroffem Charme.

Am Abend geht es an Bord feucht-fröhlich

zu – im Gegensatz zum mit Alkoholverbot belegten

Fujairah. Eisskulpturen, Cocktails und

orientalische Süßspeisen läuten die „Weiße

Nacht“ am Lido-Deck ein. Dennoch heißt es

am nächsten Tag früh aufstehen. Die große

Sultan-Qabus-Moschee in Omans Hauptstadt

Muscat ist nur bis elf Uhr vormittags für Nicht-

Muslime geöffnet. Laut Bordzeitung soll sie

heute sogar ganz geschlossen bleiben.

01/2013 SCHÖNER REISEN 49


BLINDTEXT

Die Hotels Burj

al Arab (links)

und Atlantis

laden nach der

Kreuzfahrt zum

Strandurlaub ein.

Anbieter & Routen

Diese Schiffe sind im

kommenden Winter in den

Emiraten unterwegs

Aida Diva: Fährt ab/bis Dubai

über Muscat, Abu Dhabi und

Bahrain.

Costa Fortuna: Fährt ab/bis

Dubai über Muscat und Khasab in

Oman und Abu Dhabi.

MSC Lirica: Fährt ab/bis Dubai

nach Abu Dhabi, Khor Fakkan,

Muscat und Khasab – mit

abschließendem Übernachtaufenthalt

in Dubai.

MS Deutschland: Das ZDF-

„Traumschiff“ fährt im Dezember

von Dubai nach Abu Dhabi, Doha,

Khasab und Porbandar nach

Mumbai.

BAHRAIN

KATAR

100 km

Persischer

Golf

Abu Dhabi

VEREINIGTE

ARABISCHE EMIRATE

Khor

Fakkan

Dubai

Doch laut meinem Taxifahrer ist sie offen. Er

hat recht – und so kann ich mit einer kleinen

Handvoll Touristen den riesigen, mit Swarovski-Kristallen

verzierten Lüster mit seinen

über 1000 Lampen bewundern. „Gestern

kam man hier kaum durch“, sagt Mohammed,

der junge Student, der Fragen zur Moschee

beantwortete, die zu den größten der

Welt zählt. Inklusive Hof können dort bis zu

20.000 Gläubige gemeinsam beten.

Der größte Teppich der Welt

Doch nicht nur der Sultan vom Oman, der

seit 1970 regiert und seither eine ganze

Reihe von Gotteshäusern errichten ließ, manifestiert

seinen Glauben im Bau von Moscheen.

In Abu Dhabi lasse ich mich an der

Sheikh-Zayed-Moschee absetzen, der drittgrößten

der Welt. Meine Kleidung ist korrekt.

Männer müssen

lange Hosen

und Hemd oder

T-Shirt mit Ärmeln

Khasab

OMAN

Golf

von Oman

Muscat

tragen, Frauen

weite Kleidung,

die bis zu den

Knöcheln reicht

und dazu ein

Kopftuch. Neben

mir schlüpft eine

Gruppe chinesischer

Frauen in

bereit gehaltene,

lange schwarze

Gewänder. Kichernd fotografi eren sie sich

gegenseitig. Ein hochgewachsener Amerikaner

muss eine weiße Dishdasha, klassisches

Kleidungsstück der Emirate überziehen, um

seine nackten Beine zu bedecken. Kurios: Zu

den Toiletten im Untergeschoss führen Rolltreppen.

Heute ist Mittwoch und die Moschee den

ganzen Tag über für Touristen offen – freitags

ist sie bis 16:30 Uhr den Gläubigen vorbehalten.

Zwischen den strahlend weißen Kuppeln,

Mauern und Minaretten – sie sind 107 Meter

hoch – offenbaren sich im weitläufigen Innenhof

goldverzierte Säulengänge, der blitzblanke

Marmorboden ist mit schwarzgoldenen

Ornamenten verziert. Staunend und demütig

schreitet man barfuß darüber hinweg.

Im Inneren bin ich von Superlativen umzingelt.

Der Teppich aus dem Iran ist mit 5.627

Quadratmetern der größte der Welt. Ebenso

wie der Leuchter über mir massives Messing,

zwölf Tonnen schwer und deutsche Wertarbeit

aus München. Ich trete einen Schritt zur

Seite. 15 Meter ist der Lüster hoch und fügt

sich harmonisch in die 75 Meter hohe Kuppel

ein. Was wäre, wenn hier tatsächlich 40.000

Gläubige das Gelände füllen

Der Scheich mag es grün

Ich bitte den Taxifahrer um einen Abstecher

in die Stadt, die deutlich mehr Grün zu bieten

hat als Dubai. „Das gefällt unserem Herrscher

besser“, sagt der Chauffeur auf Englisch. Immer

wieder steht ich unvermittelt vor dem

Fotos: Dubai Tourism, Bildpixel/pixelio.de,; Infografi k: www.Axelkock.de

50 SCHÖNER REISEN 01/2013


EMIRATE

Begegnungen: Ein

klassisches Holzboot, Dhau

genannt, trifft die Aida.

Fotos: Visit Abu Dhabi, AIDA Cruises, Dubai Tourism (3)

Zwölf Tonnen massives Messing: der große

Kronleuchter in der Sheikh-Zayed-Moschee.

Im Kaufrausch: Kein Ort der Welt hat so riesige

Shopping Malls wie Dubai.

Eingang zu einem weitläufigen Park oder begrünten

Spielplätzen, in denen Wasserspiele

oder zumindest Rasensprinkler im Dauerbetrieb

tanzen. Ein Kontrast zur staubtrockenen

Wüste. An der Corniche, der schicken Strandpromenade,

bin ich fast allein. Kein Einheimischer

kommt auf die Idee, sich zur Mittagsstunde

freiwillig in die Sonne zu begeben.

Nur ein Jetski-Fahrer jagt über das Wasser

und bringt ein bisschen Leben vor die Skyline

aus modernen Bürogebäuden am gegenüberliegenden

Ufer. Alles wirkt sehr künstlich, die

Palmen entlang der Flaniermeile, die am Nobelhotel

Emirates Palace endet, wurden akkurat

im selben Abstand voneinander gepflanzt.

Es geht zurück an Bord. Am Abend manövriert

der Kapitän unser Schiff zwischen Frachtern

aus dem Hafen Abu Dhabis, es weht ein

erfrischender Wind – eine Wohltat nach dem

heißen, sonnigen Tag, obwohl die trockene

Wüstenluft die hohen Temperaturen noch erträglich

gemacht hat. Wir entfernen uns von

den Lichtern der Stadt, vor uns liegt der in

nächtliches Schwarz getauchte Ozean.

Sehenswert: Das Dubai Museum gewährt einen

Einblick in die Vergangenheit der Megacity.

Andere Länder, andere Haustiere: In den Emiraten

hält der Adel sich Jagdfalken.

Das Erbe Dubais

Nach dem Aufwachen liegt unser Schiff bereits

im Hafen von Dubai, Ausgangspunkt

und Ziel unserer Kreuzfahrt. Die Impressionen

des Orients liegen hinter uns, vor uns baut

sich das okzidental angehauchte Arabien auf:

Dubai – die Megacity der Vereinigten Arabischen

Emirate. Wie unglaublich dynamisch

sich das zweitgrößte der insgesamt sieben

Emirate entwickelt, wird bei einem Besuch

des sehenswerten Dubai Museums im Al-Fahidi

Fort deutlich: An den langen, gekalkten

Wänden hängen historische Schwarz-Weiß-

Fotografien aus den Sechzigerjahren, als Dubai

nicht mehr als eine kleine, unscheinbare

Beduinensiedlung war, deren wenige Tausend

Bewohner vom Fischfang, Perlentauchen und

Handel lebten.

Sein beduinisches Erbe bewahrt Dubai

neben dem Heritage Village im historischen

Stadtviertel Bastakiya am Dubai Creek, einem

Meeresarm, der die Stadt teilt. Bastakiya besteht

aus etwa 50 niedrigen, honigfarbenen

Häusern, die Anfang des 20. Jahrhunderts

aus Lehm und Korallenstein gebaut wurden.

Ihre von Säulen umlaufenen Innenhöfe haben

den Charakter von Oasen. Prächtige Blumen

ranken aus schweren Steinkübeln um patinierte

Fensterläden aus Holz, aus Brunnen

plätschern gleichmäßige Wasserspiele. Ich

kehre in ein kleines Restaurant ein, genieße

ein einfaches orientalisches Mahl und spüre

einmal mehr den Zauber der Emirate.

Autor: Christofer Knaak

01/2013 SCHÖNER REISEN 51


10

gute Argumente

für eine Kreuzfahrt

Kreuzfahrt-Fans begegnen immer wieder Skeptikern.

Hier sind zehn reizvolle Gründe, warum Neulinge unbedingt

das Abenteuer „Kreuzfahrt“ wagen sollten.

1Eine wunderbare Rundreise

ohne ständig Koffer

ein- und auspacken zu müssen

Ein Kreuzfahrtschiff legt fast jeden Tag

in einem anderen Hafen an und dient als

schwimmendes Hotel. Die Reise zum nächsten

Ziel verbringen die Passagiere nicht in einem

engen Bus oder Auto, sondern in einem

schwimmenden Ferienresort: am Pool, in der

Cocktailbar, im Spielcasino, einem feinen

Restaurant oder im Bord-Theater.

3Spontan sein und sich alle

Möglichkeiten offen halten

Auf dem Schiff kann man alles, muss nichts. Wer gerne spontan entscheidet,

statt langfristig zu planen, findet auf einer Kreuzfahrt ideale Bedingungen.

Ob Buffet-Restaurant oder 5-Gänge-Menü mit Bedienung, Sushi, Pizza oder

Steakhaus: Die Entscheidung fällt im Extremfall nur wenige Minuten vor dem

Essen. Und das Abendprogramm Ob Sport, Comedy, Broadway-Show, Jazz

Club, Disco, Piano Bar oder Tanzen: Einfach kurzfristig entscheiden, denn das

komplette Programm ist an Bord jederzeit verfügbar.

2Interessante Menschen

aus aller Welt treffen

Natürlich ist das Geschmackssache, aber viele

Urlauber sind froh, wenn sie in den Ferien

mal keinen Deutschen begegnen, deren

höchstes Glück es zu sein scheint, in Spanien

auf Curry-Wurst und Erdinger Weißbier zu

bestehen. Gerade auf Schiffen internationaler

Reedereien trifft man interessante Menschen

aus aller Welt, manchmal sind Kreuzfahrer

aus über 50 Nationen an Bord.

4Lieber auf dem Ozean schippern,

als am Flughafen zu warten

Viele Kreuzfahrten starten in Hamburg, Kiel, Warnemünde

oder schnell erreichbaren Häfen im Süden wie

Genua, Savona und Venedig. So können die Gäste

um nervige Flughäfen einen weiten Bogen machen.

Statt beispielsweise nach Malta, Mallorca oder Athen

zu fliegen, genießen die Passagiere schon die Anreise

dorthin per Kreuzfahrtschiff in vollen Zügen.

Fotos: Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten GmbH (2), Makrodepecher/pixelio.de, TUI Cruises, Fotolia.com

52 SCHÖNER REISEN 01/2013


RATGEBER

5Luxus-Urlaub mit

top Preis-Leistungs-

Verhältnis genießen

Auf den ersten Blick ist der Preis einer

Kreuzfahrt höher als für einen vergleichbaren

Urlaub an Land. Doch das täuscht.

Denn an Bord sind sämtliche Mahlzeiten,

oft auch Getränke, vor allem aber das

komplette Freizeit- und Unterhaltungsprogramm

inklusive. Wer die Kosten zusammenrechnet,

die für ein vergleichbares

Hotel, Essen, ähnliches Entertainment,

Sport und Kinderbetreuung an Land zusätzlich

zu bezahlen wären, merkt schnell:

Eine Kreuzfahrt ist keineswegs immer

teurer als ein Urlaub an Land.

6Leckeres Essen in gemütlicher Atmosphäre macht den

Urlaub doppelt erholsam

Feinschmecker kommen auf den meisten Kreuzfahrtschiffen voll auf ihre Kosten – mit

großer Auswahl und ohne umständliche Suche nach einem passenden Restaurant oder

Reservierungsstress. Je größer das Kreuzfahrtschiff, desto mehr verschiedene Restaurants

stehen zur Auswahl: vom Italiener und Mexikaner über das klassische Steakhaus oder

auch mal eine brasilianische Churrascaria bis zu asiatischen Spezialitätenrestaurants und

sogar gelegentlich ein Restaurant auf Sterne-Niveau …

7Kinder und Eltern wollen gemeinsam Urlaub machen,

aber nicht immer dasselbe unternehmen

Das ist der klassische Urlaubskonflikt bei Familien: Die Eltern wollen stundenlang „antike

Steine“ besichtigen, die Kinder sind vom Strand nicht wegzukriegen. Auf einer Kreuzfahrt

lassen sich beide Interessen kombinieren. Durch die hervorragende Kinderbetreuung auf

vielen Schiffen können die Kinder das speziell für sie entwickelte Bordprogramm genießen,

während die Eltern in Ruhe auf Besichtigungstour gehen. Sind die Eltern vom Ausflug zurück,

verbringt die Familie trotzdem viel gemeinsame Zeit an Bord. Besonders hochklassige

Reedereien bieten sogar ein spezielles Landausflugsprogramm für Kinder an.

8Mit wenigen Urlaubstagen

so viele Traumziele

wie möglich besuchen

Viele Berufstätige können sich heute

keinen langen Urlaub mehr erlauben. Eine

Kreuzfahrt bietet die ideale Möglichkeit,

in wenigen Tagen viel zu erleben, viele

Traumziele innerhalb von nur sieben oder

zehn Tagen zu besuchen und sich dabei

trotzdem noch am Pool und im bordeigenen

Spa zu erholen.

9Mit einer Kurz- oder

Schnupper-Kreuzfahrt

Seereisen ohne Risiko testen

Und für die größten Kreuzfahrt-Skeptiker

gibt es Kurz- oder Schnupper-Kreuzfahrten.

Fast jede Reederei bietet mehrmals im

Jahr drei- bis fünftägige Kurzkreuzfahrten

an, auf denen Neulinge mit wenig Zeitund

Geldaufwand ausprobieren können,

ob ihnen das Kreuzfahren liegt. Von Kiel,

Warnemünde oder Hamburg aus hält sich

auch der Aufwand für die Anreise in Grenzen.

Bei ferneren Zielen – wie etwa einer

Karibik-Kurzreise von Miami aus – bietet

sich an, die Kreuzfahrt an einen ohnehin

geplanten Florida-Urlaub anzuhängen.

10

Kreuzfahrten sind

bezahlbare Traumreisen

Insel-Hopping in der Karibik, Rundreise durch

die Südsee: Solche Urlaubsträume lassen sich

auf einer Kreuzfahrt wesentlich günstiger und

mit weniger Zeitaufwand erfüllen. Das Schiff

bringt die Passagiere gezielt zu den schönsten

Plätzen der Welt, die sonst nur viel aufwändiger

zu erreichen wären.

Autor: Franz Neumeier

01/2013 SCHÖNER REISEN 53


54 SCHÖNER REISEN 01/2013

Fotos: Ankerherz-Verlag


SEEMANNSGARN

Kapitäne erzählen

Der Waljäger aus Hamburg

Sieben Monate sind die Walfänger aus Hamburg auf hoher See, ohne einen

Hafen anzulaufen. Sie kämpfen gegen Eiseskälte, gegen Erschöpfung, gegen

Schiffskoller auf den engen Jagdbooten und gegen die Stürme der Antarktis.

Es ist ein gefährlicher Beruf, der Hermann Gerdau beinahe das Leben kostet.

der schwimmenden Fabrik, um Treibstoff oder

Munition aufzunehmen, und konnten Funkstille

halten, was wichtig war, weil die anderen Jäger

mithörten, die Fänger aus Japan, Norwegen

oder Russland. Wenn überhaupt, unterhielten

wir uns mit der Olympic Challenger, unserem

Mutterschiff, in geheimen Codes, mit denen

wir die Positionen durchgaben, wo geschossene

Wale auf dem Meer trieben.

Mein Jagdboot hieß Olympic Hunter, Nummer

15 in einer Flotte von 16 Booten, die aus

dem Hamburger Hafen auslief, Anfang der

1950er Jahre. Offi ziell Schiffe der Deutschen

Walfanggesellschaft, gehörten sie in Wahrheit

der Olympic Line des griechischen Reeders Arisx

s

obald sich das Meer grünlich färbte,

vom Blut und vom Fett, wussten wir,

dass die Olympic Challenger in der

Nähe sein musste. Wir folgten dann der Spur

toteles Onassis. Meist begannen die Reisen Anfang

September; drei Wochen weit ging es quer

über den Atlantik und durch den Panamakanal

zur Küste von Peru. Mit langsamer Fahrt, um

Treibstoff zu sparen. Vor Peru jagten wir Pottwale,

an deren Haut manchmal noch die Saugnäpfe

von großen Kraken klebten, dann gingen wir

auf einen südlichen Kurs und fuhren bis weit hinunter

ins Weddell-Meer vor dem antarktischen

Kontinent.

Für jeden Wal gab es eine

»Schwanzprämie«

Mindestens sieben Monate blieben wir ununterbrochen

auf See. Unsere Heimat waren umgebaute

Korvetten der amerikanischen Navy,

schnelle, robuste Schiffe, denen die Stürme

des Atlantiks oder schwere See in der Antarktis

wenig anhaben konnten. Auf 50 Metern Schiff

lebten wir mit 20 Mann Besatzung, was dazu

führte, dass es, je länger die Reise dauerte, auch

zu Meinungsverschiedenheiten kam. Dass sich

jemand eine blutige Nase holte, gehörte dazu,

aber im Allgemeinen kamen wir gut miteinander

aus, was auch an unserem Arbeitspensum

lag: Zum Streiten fehlte die Zeit; sogar die

Weihnachtsfeiern fielen meistens aus. Was mich

betraf, war ich nach meinen Erfahrungen auf

U-Boot 406 im Zweiten Weltkrieg ganz andere

Lebensumstände gewohnt.

Wenn der Ausguck am Mast einen Blas ausrief,

eine Art Nebelfontäne, die aufsteigt, wo die

Atemluft des Tieres kondensiert, steuerten wir

mit voller Fahrt, mit bis zu 20 Knoten, darauf zu.

Der Schießer, der im Fanggebiet gleichzeitig als

Kapitän des Bootes diente, besetzte die Kanone

auf der Back. Schützen an der Harpune waren

immer Norweger. Was Brasilianer im Fußball sind,

bedeuten Norweger für den Walfang: Sie kennen

alle Tricks und schießen am besten. Sie wurden

behandelt wie Stars und wurden auf

01/2013 SCHÖNER REISEN 55


+++75 o 3'S,47 o 15'W+++imWeddell-Meer,Antarktis+++

Walfangboot 15, das Schiff

von Hermann Gerdau.

der Rückreise vor Kapstadt abgesetzt und durften

nach Europa zurückfliegen.

Ich bin überzeugt, dass es niemand fertigbrächte,

einen Wal zu töten, wenn der Wal seinen

Schmerz herausschreien könnte. Die ersten

Abschüsse haben mich irritiert. Wenn die erste

Harpune nicht das Herz traf, tauchte das Tier

hinab in die Tiefe; ein Wal besitzt unglaubliche

Kräfte und es war beeindruckend, mit welchem

Tempo die Leine abspulte. 30 Kilo wog eine Harpune,

auf die wir eine Granate aufschraubten;

an der Harpune hing eine etwa 50 Meter lange

Schießleine aus Nylon, die an eine starke, besonders

belastbare Manila-Leine angespleißt wurde.

Das Manila-Tau führte über den Mast zur Walwinde

und weiter unter Deck. Durch Bootsmanöver

machten wir den Wal an der Leine müde,

dann setzten wir den tödlichen Schuss.

Anschließend wurde der Kadaver an der

Bordwand vertäut und mit Pressluft gefüllt, damit

er an der Oberfläche trieb; wir steckten eine

Flagge mit der Fangbootnummer hinein und beschnitten

die Schwanzflosse, denn diese konnte

auch das tote Tier wie ein Propeller antreiben

und den Kadaver ganz langsam abtreiben lassen.

Für jeden Wal gab es eine »Schwanzprämie«,

zusätzlich zum Anteil am Fang der Reise

und der täglichen Heuer. Jeden Abend sammelten

vier Transportboote die Beute des Tages ein

und schleppten sie zum Fabrikschiff, wo man

die Wale auf das Schlachtdeck zog, in Würfel

zerlegte und den Speck auskochte. Hauptsächlich

für Waschmittel, für Seife oder Margarine.

Über Tierschutz machte sich damals niemand

Gedanken, Greenpeace gab es nicht und selbst,

wenn man Mitleid mit dem Tier empfinden

mochte, schob man solche Gefühle bei Seite. Ich

war dankbar, eine Arbeit zu haben, ein Einkommen,

mit dem ich meine Familie ernähren konnte.

Ich war froh, für Onassis arbeiten zu dürfen,

der den »Angehörigen aller Besatzungen meiner

Walflotte« zu Weihnachten eine Grußkarte

schicken ließ, inklusive eines gelben Umschlags,

in dem ein Scheck lag. Obwohl ich über eine

bessere Qualifi kation verfügte und schon 38

Jahre alt war, heuerte ich auf meiner ersten Reise

als Matrose an; auf meiner fünften Fahrt in

die Antarktis, also fünf Jahre später, diente ich

als Erster Offizier.

1947, als ich aus dem Krieg nach Hause zurückkehrte,

nach Winsen, einer Kleinstadt im

Süden von Hamburg, hatten schwere Zeiten begonnen.

Ich war stark abgemagert nach mehreren

Wochen Gefangenschaft in einem belgischen

Lager, in dem Dutzende Männer qualvoll

verhungert waren. Mein Frau Alwine und ich

mussten zwei kleine Jungen durchbringen; es

mangelte uns an allem, an Geld, an Kleidung,

an einer Perspektive. Zum Glück besaßen wir

einen kleinen Garten, Kaninchen und Hühner,

sonst hätten wir es nicht geschafft. Ich hatte

meine Seefahrtspatente zu Kriegszeiten erworben,

weshalb sie von den Behörden nicht anerkannt

wurden. Erst nach einem Jahr fand ich

eine Anstellung als Hilfsarbeiter; ich schleppte

Kannen in einer Molkerei oder schaufelte Steinkohle

aus Eisenbahnwaggons in Loren, die ich

über einen Rangierbahnhof schob. Zimperlich

bin ich nicht, das ist nicht meine Art, aber es

war extrem harte Arbeit, für die ich weniger als

eine Mark in der Stunde bekam.

Eines Nachts, als ich wieder restlos erschöpft

nach Hause kam, sagte meine Frau zu mir:

»Hermann, so geht das nicht weiter.« Sie kannte

jemanden im Hamburger Hafen, einen gewissen

Doktor Schubert, der jemanden in der

Deutschen Walfanggesellschaft kannte. Es war

eine kleine Chance. Ich fuhr nach Hamburg und

meldete mich bei einem Kapitän der Fangflotte,

der gerade in der Hohwaldtswerft inspizierte,

wie eines der Schiffe umgebaut wurde. Nach

einigen Fragen zu meiner Laufbahn sagte er:

»Ming Jong, du kommst auf Boot 15. Im September

geht es los.« Dann drückte er mir 50

Mark in die Hand. Ein Vorschuss von 50 Mark!

Ich mochte es nicht glauben. Noch nie hatte ich

einen solchen Geldschein besessen.

Wir arbeitete rund um die Uhr

und sahen aus wie die Piraten

Wir lebten in den Jahren nach dem Krieg so

entbehrungsreich, dass es sich mancher aus der

Sicht des 21. Jahrhunderts kaum vorstellen mag.

Niemandem an Bord des Walfangbootes Olympic

Hunter wäre es eingefallen, sich zu beschweren

über Monate auf einem engen Schiff. Über

Eis, über Sturm, über Heimweh. Oder darüber,

dass die Arbeit kein Ende zu nehmen schien,

weil die Sonne im antarktischen Sommer nicht

untergeht, und wir jagten, solange der Blas eines

Wales gesichtet wurde. Blauwale, Finnwale, Buckelwale

schossen wir, an manchen Tagen bis zu

acht Tiere. Am brutalsten gingen die Japaner vor,

die entgegen den Schutzbestimmungen auch

Muttertiere töteten; ich glaube aber nicht, dass

sich irgendeine Nation um Regeln scherte.

56 SCHÖNER REISEN 01/2013


SEEMANNSGARN

+++Jagdboot»OlympicHunter«,»No.15«derFlotte+++

An Deck eines Fangbootes, das auf der langen Reise von Hamburg in die Fangebiete in der Antarktis unterwegs ist, prüfen die Walfänger (ganz links im Bild

Hermann Gerdau) eine Harpune.

01/2013 SCHÖNER REISEN 57


SEEMANNSGARN

+++75 o 3'S,47 o 15'W+++währendder1950erJahre+++

Die geschossenen Wale pumpte man mit Luft auf – abends sammelte sie das Mutterschiff ein. Hermann Gerdau (vorne im Bild) wurde einmal von einer zuckenden

Schwanzflosse am Kopf getroffen und kam ins Bordhospital der Olympic Challenger.

58 SCHÖNER REISEN 01/2013


Auf der Olympic Challenger, einem umgebauten,

180 Meter langen Tanker, arbeiteten

mehr als 400 Männer rund um die Uhr und

in 12-Stunden-Schichten. Wir liefen das Mutterschiff

an, wenn uns der Treibstoff ausging,

die Munition oder die Neuigkeiten. Der Funker

der Olympic Challenger hörte jeden Tag Radio

Norddeich oder die Deutsche Welle und schrieb

die wichtigsten Ereignisse auf eine Seite Papier,

die er an die Jagdboote weitergab. Natürlich

vermissten wir unsere Familien, aber immerhin

wussten wir, dass es ihnen gut ging, weil die

Reederei finanziell für sie sorgte, wenn wir auf

See waren. Wie man mit dem Schmerz der Trennung

umging Das war nun mal so, sage ich

noch heute.

An Bord der Olympic Challenger gab es auch

ein Hospital – was mir das Leben rettete, als

mich die zuckende Schwanzfl osse eines Blauwals

am Kopf traf. Ich ging glücklicherweise

nicht außenbords, sondern sank bewusstlos an

Deck. Drei Wochen dauerte die Behandlung im

Hospital. Verletzungen kamen häufi g vor; oft

Schnittwunden durch die Flensmesser. Alkohol

war an Bord nur in geringen Dosen erlaubt; gegen

Mittag ging der Kapitän mit einer Buddel

Rum durch die Reihen und schenkte aus, aber

nur einen Schuss, zum Aufwärmen. Dann ging

die Arbeit an Deck wieder von vorne los.

Die Temperaturen waren recht erträglich,

zehn Grad minus, kälter wurde es nicht im

antarktischen Sommer; wir trugen dicke Unterwäsche,

Rollkragenpullover und bewegten uns

viel. Zog schlechtes Wetter auf, kamen die Seen

acht Meter hoch, und peitschte der Wind, legte

der Kapitän das Boot in den Windschatten eines

Eisbergs. Wir warteten ab, ruhten uns aus

und ich kam dazu, ein Buch zu lesen. Monat

für Monat arbeiteten wir uns weiter, rund um

die Antarktis, aus dem Weddell-Meer vorbei am

Königin-Maud-Land, weiter ins Rossmeer bis in

die Amundsensee. Wenn im April die Temperatur

stark abfi el und die Heftigkeit der Stürme

zunahm, traten wir die Heimreise an.

Wir müssen ausgesehen haben wie Piraten,

mit unseren Bärten und der verschmutzten

An Bord verirrte sich in antarktischen Gewässern

auch mal ein Pinguin.

Arbeitskleidung, als wir in Hamburg oder Cuxhaven

festmachten. Ich hebe einen Artikel aus

dem »Hamburger Abendblatt« auf, mit einem

Foto, das zeigt, wie mich meine Frau und Kinder

an der Gangway abholten. Ungefähr 15.000

D-Mark verdiente ich mit jeder Reise, damals

ein kleines Vermögen. Wir kauften davon einen

Volkswagen, einen neuen Käfer, mit dem wir ins

Sauerland fuhren, sogar nach Italien, unter die

Sonne der Adria. Ich meldete mich zur Seefahrtschule

in Altona an, um das Kapitänspatent zu

machen. 1956, nach fünf Reisen, hatte ich genug

vom Walfang und musterte ab. Die Entscheidung

war mein Glück, denn Onassis verkaufte seine

Flotte im gleichen Jahr nach Japan. Die Geschichte

des deutschen Walfangs war beendet, doch in

meinem Leben begann ein neues Kapitel.

Mindestens sieben Monate verbrachte die Mannschaft auf dem nur 50 Meter langen Schiff während ihrer

Reise um die Welt – ohne einen Hafen anzulaufen.

Buchtipp

Die Geschichte von Waljäger Hermann Gerdau

stammt aus dem Buch Wellenbrecher. Autor

Stefan Krücken erzählt auf 248 Seiten weitere

Berichte von Kapitänen und ihrem Leben auf See.

Mit farbigen Porträts, Illustrationen, historischen

Fotografi en, Karte und Glossar. Hardcover, 29,90

Euro. Ankerherz-Verlag, www.ankerherz.de

Autor: Stefan Krücken

Kurzportrait

Kapitän Hermann Gerdau, 1913 in

einem Dorf der Lüneburger Heide geboren,

fuhr nach seiner Zeit als Walfänger bis zu

seiner Pensionierung 1978 ausschließlich

für die Reederei Christian F. Ahrenkiel.

In der Hamburger Traditionsreederei gilt

er als eine Legende. 2001 verstarb seine

Frau Alwine, mit der er drei Jahre zuvor

Diamanthochzeit gefeiert hatte. Gerdau lebt

in Schleswig-Holstein.

01/2013 SCHÖNER REISEN 59


Reisepapiere für

die Kreuzfahrt

Eine Kreuzfahrt im Mittelmeer – wozu braucht man da einen Reisepass Nicht

immer ist Urlaubern ganz klar, welche Ausweise und Dokumente sie auf

dem Schiff dabeihaben sollten. Die wichtigsten Tipps zu Reisepass, Visum & Co.

x

z

unächst gilt auf einer Kreuzfahrt

nichts anderes als bei einem Landurlaub:

Wer in fremde Länder reist,

muss die passenden Dokumente parat haben.

Für die EU und den Schengen-Raum

genügt grundsätzlich der Personalausweis,

ansonsten ist ein Reisepass nötig. Einige

Reedereien verlangen unabhängig vom

Fahrgebiet generell einen Reisepass. Auf

exotischeren Kreuzfahrt-Routen ist auch ein

Visum nötig. Heikel kann es werden, wenn

Erwachsene mit Kindern verreisen, die nicht

ihre eigenen sind – dann sind meist zusätzliche

Reisedokumente empfehlenswert.

Immer mit Reisepass

Für Kreuzfahrt-Urlauber ist fast immer ein

Reisepass sinnvoll. Grund: Geschieht unterwegs

etwas Unvorhergesehenes, könnte

der Pass nötig sein – z. B. bei Routenänderungen,

wenn der Passagier wegen eines

medizinischen Notfalls in ein Nicht-EU-Land

ausgeflogen werden muss oder in einem Hafen

das Schiff verpasst und dann auf eigene

Faust weiterreisen muss.

Auf die Gültigkeit achten

Der Reisepass sollte mindestens noch sechs

Monate länger gültig sein, als die Kreuzfahrt

dauert. Denn in einigen Ländern ist Touristen

der Aufenthalt ohne spezielles Visum für

drei, manchmal sechs Monte gestattet. Also

gilt: Rechtzeitig das Ablaufdatum kontrollieren

und gegebenenfalls einen neuen beantragen.

Eigene Ausweise für Kinder

Kinder jeglichen Alters benötigen ein eigenes

Ausweisdokument – der Eintrag im Reisepass

der Eltern reicht nicht. Empfehlenswert

ist auch für Kinder der elektronische

Reisepass – er ist vor allem zur Einreise in die

USA zwingend nötig. Auf Antrag wird er für

Kinder unter zwölf Jahren anstatt des vorgesehenen

Kinderreisepasses ausgestellt. Der

alte Kinderausweis und der neue Kinderreisepass

berechtigen nicht in jedem Land zur

Einreise. Deshalb vorab auf der Internet-Seite

des Auswärtigen Amtes über die jeweiligen

Einreisebestimmungen informieren.

60 SCHÖNER REISEN 01/2013


RATGEBER

Fotos: AIDA Cruises, Shutterstock, Royal Caribbean, Florentine/pixelio.de, RainerSturm/pixelio.de

Karibik-Kreuzfahrt via USA

Wer auf dem Weg in die Karibik einen Zwischenstopp

in den USA einlegt, und sei es nur,

um das Flugzeug zu wechseln, reist offiziell

in die USA ein und wieder aus – damit sind

alle Einreiseformalitäten für die USA fällig: von

der Pflicht zum elektronischen Reisepass (auch

für Kinder) über Foto und Fingerabdrücke bis

zur spätestens 72 Stunden vor der Einreise zu

beantragenden ESTA-Genehmigung. Wer sich

darum nicht kümmert, riskiert den Rückflug

nach Deutschland – auf eigene Kosten – oder

wird schon am Start-Flughafen abgewiesen.

Tipp: Ausweiskopien

Um die Freigabe des Schiffs durch die örtlichen

Behörden im jeweiligen Hafen zu beschleunigen

bzw. überhaupt erst zu ermöglichen,

sammelt die Reederei bei Betreten des Schiffs

auf vielen Fahrtrouten die Pässe der Passagiere

ein und behält sie bis zum Ende der Kreuzfahrt.

Daher sollte man zusätzlich zum Reisepass

auch den Personalausweis und/oder eine

Kopie des Reisepasses dabeihaben, um sich an

Land notfalls ausweisen zu können. Gegebenenfalls,

z. B. in der Karibik, an der Rezeption

des Schiffs nachfragen, ob für den jeweiligen

Landgang eine Reisepass-Kopie genügt.

Wann ist ein Visum nötig

Passagiere genießen in häufig von Kreuzfahrtschiffen

angesteuerten Ländern während des

Landgangs Visafreiheit, vorausgesetzt, sie fahren

am Abend mit ihrem Schiff weiter. Wer zurückbleibt,

sollte seinen Reisepass dabeihaben.

Wer sich

frühzeitig über

die nötigen Einreisedokumente

informiert, kann

seine Kreuzfahrt

unbeschwert

genießen.

In einigen Ländern wie Oman, Kuwait, Bahrein,

Katar, Kenia oder Kap Verde ist zwar ein

Visum erforderlich, es wird aber bei Ankunft

vor Ort ausgestellt. Nur die Kosten dafür sind

im Reisepreis gewöhnlich nicht enthalten.

Werden die Ziele exotischer, ist oft ein rechtzeitig

vorher zu beantragendes Visum nötig.

Die Reisebedingungen der Reedereien sehen

in der Regel vor, dass der Passagier sich um seine

Visa selbst kümmern muss. Einige sind auf

Wunsch bei der Beschaffung behilflich. Wer in

St. Petersburg auf eigene Faust an Land gehen

will, benötigt ein vorher zu beantragendes Visum

im Pass. Passagiere, die auf Landausflügen

der Reederei gebucht sind, wird dagegen

vor Ort ein Tagesvisum ausgestellt.

Manche Grenzbeamte reagieren auf bestimmte

Einreisestempel empfindlich.

Tipp: Zwei Pässe mitnehmen

Eine Besonderheit tritt bei Hafenstopps sowohl

in Israel als auch in arabischen Ländern auf: Israel

reagiert nämlich genauso empfindlich auf

Stempel von einigen arabischen Ländern im

Reisepass wie umgekehrt. Auskunft darüber,

wo solche Einreisestempel für Schwierigkeiten

sorgen können, gibt die Kreuzfahrtgesellschaft.

Die israelischen Behörden verwenden

daher bei Kreuzfahrt-Passagieren oft ein Einlegeblatt

für den Visa-Stempel. Hierauf sollte

man achten. Wer bereits einen möglicherweise

Probleme bereitenden Visa-Stempel im Reisepass

hat, beantragt am besten einen zweiten

Reisepass. Er wird von deutschen Behörden

bei Nennung dieser Gründe ausnahmsweise

ausgestellt. Dann muss man die beiden Pässe

nur noch strikt getrennt vorzeigen.

Kreuzfahrt mit Kindern

Zunehmend strikt kontrollieren einige Staaten,

ob Kinder wirklich mit Einwilligung der

sorgeberechtigten Eltern reisen. Kanada z. B.

verweigert die Einreise, wenn keine von der

kanadischen Botschaft in Deutschland beglaubigten

Papiere vorgelegt werden können, dass

der Reisende das Aufenthaltsbestimmungsrecht

für das Kind hat.

Besondere Vorsorge ist auch immer nötig,

wenn z. B. Papa allein mit seiner minderjährigen

Tochter auf Kreuzfahrt geht (Zustimmung

der Mutter nötig), Alleinerziehende mit ihren

Kindern unterwegs sind, Großeltern ihre Enkel

einladen oder ein Teenager zusammen mit der

Familie eines Schulfreundes wegfährt – dann

verlangen die Kreuzfahrtgesellschaften meist

einen Nachweis. Fälschlicherweise ist dabei

vor allem bei US-Reedereien von einer „notariell

beglaubigten“ Bescheinigung die Rede.

Eine einfache Beglaubigung reicht hier oft –

aber eben nicht immer. Deshalb diese Frage

frühzeitig vor Abreise mit der Reederei klären.

Achtung: Bei US-Reedereien gelten Passagiere

meist erst mit 21 Jahren als volljährig.

Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt

Nachweise wie Kopien der Geburtsurkunden

selbst dann mit, wenn die ganze Familie inklusive

sorgeberechtigter Eltern an Bord geht.

Denn fragt ein Grenzbeamter, ob „Peter

Schmidt“ das Sorgerecht für die minderjährige

„Sophia Müller“ hat, ist das allein mit dem

Reisepass nicht nachzuweisen. Alleinerziehende

erkundigen sich beim Jugendamt nach einer

entsprechenden Bescheinigung. Geschiedene

Eltern führen im Zweifel eine Kopie der

Sorgerechtsvereinbarung mit.

Autor: Franz Neumeier

01/2013 SCHÖNER REISEN 61


Kreuzfahrt

A B C

a

Allgemeiner Alarm – englisch general alarm

Ertönen sieben kurze und ein langes Alarmsignal

– Glocken oder Sirenen – müssen alle

Passagiere und die Besatzung zu ihren Notfallstationen

(„Muster Station“) gehen. Dort gibt

es weitere Anweisungen. Der General Alarm

ist die erste Alarmstufe und ausdrücklich keine

Aufforderung zum Verlassen des Schiffs.

Atrium – atrium

Zentralbereich, der sich auf vielen Kreuzfahrtschiffen

über mehrere Decks in die

Höhe erstreckt. Hier befinden sich üblicherweise

auch Rezeption, Zahlmeister/Purser

und der Buchungsschalter für Landausflüge.

Auf Reede – at anchor

„Auf Reede” liegt ein Kreuzfahrtschiff, wenn

es nicht an der Hafenmauer anlegt, sondern

beispielsweise vor dem Hafen oder in einer

Bucht die Position hält – sei es mit Hilfe eines

automatischen, satellitengestützten Positionshaltesystems

oder durch Setzen des Ankers.

Ausschiffung – disembarkation

Das Aussteigen.

Außenkabine – outside cabin,

oceanview cabin

Kabine mit einem Fenster oder einem Bullauge,

aber ohne Balkon.

Auf einer Kreuzfahrt begegnen vor allem Einsteigern

viele Begriffe, die nicht sofort verständlich sind. Und auch

wer zum ersten Mal auf einem englischsprachigen Schiff

fährt, sollte die gängigsten Wörter kennen. SCHÖNER

REISEN erklärt die Bedeutung der wichtigsten

Ausdrücke auf einem Kreuzfahrtschiff.

bBackbord – port side

In Fahrtrichtung linke Seite des

Schiffs.

Balkonkabine – balcony oder

verandah cabin

Kabine mit Balkon.

Bar-Kellner – bar steward

Er ist zuständig für alkoholische

oder zuzahlungspflichtige Getränke

und den Service an den Bars.

Bordkarte – keycard

Auf den meisten Schiffen ersetzt

eine elektro nische Karte im

Scheckkarten-Format den Kabinenschlüssel.

Die Bordkarte dient

auch als Identifi kation beim Betreten

und Verlassen des Schiffs und

zur Bezahlung der Nebenkosten.

Brücke – bridge

Von dort aus führt ein Offizier das Schiff. Das

Steuer hält der Rudergänger in der Hand.

Bug – bow, forward

Vordere Spitze des Schiffs.

Bugstrahlruder – bow thruster

Seitlich ausgerichtete Propeller,

die das Manövrieren beim Anund

Ablegen erleichtern.

c

Chefkoch – head chef, executive chef

Ranghöchster Koch, der für alle Restaurants

an Bord verantwortlich ist.

e

Einschiffung – embarkation, check-in

Gesamter Einsteigevorgang inklusive

Prüfung der Reiseunterlagen und Ausstellen

der Bordkarte im Kreuzfahrt-

Terminal.

Fotos: TUI Cruises (2), Brad Wilson/Getty Images,, Fotolia, Hapag Loyd GmbH

62 SCHÖNER REISEN 01/2013


RATGEBER

f

Flagge – flag

Die Flagge zeigt an, in welchem Land das

Schiff registriert ist – und damit welche

hoheitliche Zuständigkeit für das Schiff gilt.

g

Gangway – gangway

Treppe oder Steg zum Betreten und Verlassen

des Schiffs. In großen Kreuzfahrthäfen

kommen stattdessen oft bewegliche Brücken

wie am Flughafen zum Einsatz.

k

Kabine – stateroom, cabin

Das Hotelzimmer an Bord. Amerikaner nennen

die Kabine auch „stateroom”, weil auf

den Mississippi-Raddampfern des 19 Jahrhunderts

die Kabinen häufi g keine Nummern

hatten, sondern nach den amerikanischen

Bundesstaaten benannt waren.

Kabinen-Steward – cabin steward

Personal, das für die Pfl ege und Reinigung

der Kabinen zuständig ist.

Kapitän – captain

Ranghöchster Offi zier an Bord, verantwortlich

für das gesamte Schiff.

Küche, Kombüse – galley

Die Schiffsküche. Der Begriff „Kombüse“

ist auf Kreuzfahrtschiffen ungebräuchlich.

Selbst auf deutschen Schiffen hat sich der

englische Begriff „Galley“ eingebürgert.

l

Lido Deck – lido deck

Das Lido Deck ist – in Anlehnung an das

italienische Wort „lido” für Strand – normalerweise

das Deck, auf dem sich der

Pool befi ndet. Manchmal wird aber auch

der Außenbereich mit kleinem Swimmingpool

am Heck eines Schiffs als Lido Deck

bezeichnet.

h

Heck, Achtern – stern, aft

Hinterer Teil des Schiffs.

Hilfskellner – assistant waiter, busboy

Er ist für das Abräumen, kostenlose Getränke

und den Brotkorb zuständig.

Hotel Manager – hotel manager

Ranghöchster Offi zier für den Hotel-Bereich.

Ihm unterstehen in der Regel die Restaurants,

Bars, Rezeption und der Kabinen-Bereich. Die

Crew spricht oft flapsig auch vom „Hotman“.

i

Innenkabine – inside cabin

Kabine ohne Fenster.

Knoten – knots

Die Geschwindigkeit von Hochseeschiffen

wird in Knoten gemessen: Ein Knoten

entspricht einer Seemeile pro Stunde

oder 1,852 Kilometer pro Stunde.

Die Reisegeschwindigkeit moderner

Kreuzfahrtschiffe beträgt meist zwischen

16 und 22 Knoten.

Kellner – waiter, dining room steward

Er nimmt die Bestellungen entgegen, serviert

zusammen mit dem Hilfskellner das Essen

und informiert die Gäste manchmal auch

über das Programm des nächsten Tages.

Kreuzfahrtdirektor, Kreuzfahrtleiter –

cruise director

Ranghöchster Offizier im Entertainment- und

Reiseleiter-Team. Der Unterhaltungschef agiert

oft als Moderator der abendlichen Shows.

Lotse – pilot

Ortskundiger, nautischer Berater des Kapitäns.

In vielen Häfen, in Kanälen und bei

schwierigen Passagen muss ein Lotse an

Bord genommen werden. Er hilft beim Navigieren

und gibt genaue Anweisungen für

die Manöver. Die Verantwortung für das

Schiff und damit die Entscheidungsgewalt

hat aber immer der Kapitän (einzige Ausnahme:

Panama-Kanal).

01/2013 SCHÖNER REISEN 63


m

Marina – marina

Kleinere Kreuzfahrtschiffe verfügen oft über

eine feste oder ausklappbare Plattform, von

der aus die Passagiere direkt im Meer baden

können, die aber auch als Anleger für

Zodiac-Schlauchboote und für Wassersport-

Geräte wie Jetskis dienen kann.

Mittschiffs – midships

Der mittlere, zentrale Bereich des Schiffs zwischen

Bug und Heck.

Musterstation – muster station

Sammelpunkt im Notfall.

n

Nebelhorn, Schiffshorn – whistle, horn

Das Signalhorn, mit dem akustische Signale

gegeben werden können, beispielsweise

beim Ablegen des Schiffs oder zur Positionsangabe

im Nebel. Früher war dies eine

Dampfpfeife. Deshalb wird im Englischen

immer noch gelegentlich von „Whistle“

gesprochen.

p

Pod-Antrieb – azimuth thruster

Moderner Schiffsantrieb für optimale Manövrierbarkeit.

Der Propeller ist an einer

um 360 Grad drehbaren Gondel unter dem

Schiff angebracht. Am weitesten verbreitet

ist der „Azipod“ von ABB.

Promenadendeck – promenade deck

Offenes Deck entlang den Seiten des Schiffs,

manchmal auch komplett umlaufend; dient

oft als Joggingbahn, zum Sonnen und meist

als Sammelpunkt (Musterstation) im Notfall.

Auf einigen Schiffen gibt es im Inneren des

Schiffs eine Art Einkaufspassage, die sich in

der Höhe über mehrere Decks erstreckt. Dieser

Bereich wird dann oft ebenfalls als „promenade“

bezeichnet.

Purser – purser

Der Begriff hat sich auch im Deutschen

eingebürgert und entspricht dem früheren

Zahlmeister. Der Purser ist zuständig für die

Abrechnungen an Bord.

r

Reiseleiter – shore excursion manager

Organisiert die Landausflüge und alles, was

damit zusammenhängt.

Restaurantleiter – mâitre d‘hôtel, mâitre d‘

Verantwortlich für den Gäste-Bereich des

Restaurants. Oft steht ihm ein oder mehrere

Stellvertreter (assistant mâitre d‘hôtel, dining

room captain) zur Seite.

s

Sicherheitsübung – muster drill

Notfallübung, die noch vor Ablegen des

Schiffs oder unmittelbar danach durchgeführt

wird und bei jeder Reise erneut die

Teilnahme aller Passagiere und Besatzungsmitglieder

verlangt.

64 SCHÖNER REISEN 01/2013


RATGEBER

Schornstein – stack, funnel

Schornstein, durch den die Abgase der

Schiffsmaschinen abgeleitet werden.

Schotte – watertight doors

Wasserdichte, automatisch verschließbare

Türen, die das Schiff in mehrere voneinander

unabhängige, wasserdichte Teilbereiche

trennen und bei einem Wasser einbruch das

Sinken des Schiffs verhindern sollen.

Schrauben-Antrieb – propeller propulsion

Traditioneller Schiffsantrieb. Dabei ist der

Propeller im Gegensatz zum Pod-Antrieb an

einer feststehenden Welle montiert und das

Schiff wird über ein Ruder gesteuert.

Staff-Kapitän – staff captain

Vertreter des Kapitäns.

Tenderplattform – tender platform

Plattform knapp über der Wasser linie an der

Seite des Schiffs. Sie kann ausgeklappt werden,

um dort Passagiere in die Tenderboote

aufzunehmen.

Tonnage – tonnage

Die Tonnage wird mit einem rechnerischen

Wert, der Buttoraumzahl BRZ (früher „Bruttoregistertonnen“)

angegeben, die aber

nichts mit dem tatsächlichen Gewicht des

Schiffs zu tun hat.

Tiefgang – draught

So tief reicht der Schiffsrumpf unter Wasser.

vVerbindungstür – connecting door

Oft sind benachbarte Kabinen mit einer Tür

direkt verbunden, so dass größere Familien

oder gemeinsam reisende Freunde zwei Kabinen

zusammenhängend nutzen können.

z

Zodiacs – zodiacs

Robuste Schlauchboote, die vor allem auf

Expeditionsschiffen und sehr kleinen Kreuzfahrtschiffen

zum Anlanden dienen.

Autor: Franz Neumeier

Fotos: TUI Cruises, Fotolia.com, Marsel Van Oosten/Hurtigruten GmbH, Dieter Schuetz/pixelio.de

Steuerbord – starboard

In Fahrtrichtung rechte Seite des Schiffs.

Suite – suite

Größte und luxuriöseste Kabinenkategorie,

in der Regel mit Balkon. Eine Suite besteht

aus mehr als einem Zimmer.

t

Tenderboot, Beiboot – tender boat

Boot, das zum Transport von Passagieren

vom Schiff an Land und zurück verwendet

wird, wenn das Schiff vor Anker („auf Reede“)

liegt und nicht direkt anlegen kann.

Meist kommen größere Rettungsboote als

Tenderboote zum Einsatz.

01/2013 SCHÖNER REISEN 65


ROUTEN & REVIERE

5 tolle Fahrten im östlichen Mittelmeer

Griechische Inseln, italienische Perlen oder kroatische Küste: Bis November kreuzen noch

zahlreiche Schiffe im Mittelmeer. Hier sind die schönsten Routen für Kurzentschlossene.

Montenegro

Türkei

Die Fassade der

fast 2000 Jahre

alten Celsus-Bibliothek

ist eines

der berühmtesten

Bauwerke im

antiken Ephesos. Ein Besuch der grandiosen

Ruinenstätte gilt als ein Höhepunkt jeder

Kreuzfahrt zur türkischen Ägäisküste.

Reisetipp: Griechische Inseln & Türkei

(Venedig – Split – Ephesos – Mykonos

– Argostoli – Venedig), 7 Nächte

mit Royal Caribbean Splendour of the

Seas im Oktober oder November.

Atemberaubend schön ist die Fahrt

durch die malerische Bucht zwischen

den schroffen schwarzen Bergen

in die Hafenstadt Kotor. Umgeben

von einer alten Stadtmauer, gehört

das ehemalige Piratenversteck zum

Weltkulturerbe der UNESCO.

Reisetipp: Adria mit Kroatien

(Malta – Dubrovnik – Kotor –

Bari – Korfu – Malta),

7 Nächte mit TUI Cruises

Mein Schiff 2 im Oktober.

Santorin

Wer von Griechenlands Inseln träumt, hat

die weißen Häuser mit den blauen Dächern

Santorins vor Augen. Zum Hauptort Thira führt

eine Seilbahn. Authentischer ist es, den steilen

Weg auf dem Eselsrücken zurückzulegen.

Reisetipp: Griechische Inseln & Türkei

(Istanbul – Ephesos – Bodrum – Marmaris

– Rhodos – Santorin – Athen – Mykonos

– Neapel – Rom), 12 Nächte mit

Celebrity Constellation

im

Oktober oder

November.

Venedig

Die Königin an der Adria: Kenner schätzen die

besondere Atmosphäre der „Serenissima“ im

Herbst, weil die Touristen weniger werden.

Dann atmen die Venezianer auf und genießen

die Schönheit ihrer Stadt.

Reisetipp: Venedig – Korfu – Santorin –

Mykonos – Olympia – Venedig,

7 Nächte mit

NCL Norwegian

Jade im Oktober.

Kroatien

In allen Blautönen, von hellem Türkis bis

Tintenschwarz, zeigt sich die Adria vor der kroatischen

Küste. Ein Naturschauspiel ohnegleichen.

Gleichzeitig locken Städte wie Dubrovnik

und Istanbul mit pulsierendem Nachtleben.

Reisetipp: Italien, Griechenland & die

Türkei (Bari – Olympia – Izmir – Istanbul

– Dubrovnik – Venedig – Bari), 7 Nächte

mit MSC Preziosa im Oktober.

Fotos: Birgit Winter/pixelio.de, Costa Kreuzfahrten, Dieter Schuetz/pixelio.de, H. Hoppe/pixelio.de, Hermann Eberhardt/pixelio. de, MSC, Michel Verdure/NCL, Royal Caribbean International, schwizer/pixelio.de, TUI Cruises

66 SCHÖNER REISEN 01/2013


VORSCHAU

Abenteuer Antarktis Expedition

ins ewige Eis. Zu Besuch bei Pinguinen und Walen. Die

große Reportage über eine unvergessliche Kreuzfahrt

in die coolste Region der Welt.

Ratgeber Darf

an Bord noch gequalmt werden

Viele Reedereien verschärfen

die Raucher-Regeln. SCHÖNER REISEN

zeigt in einer großen Übersicht, was verboten

wurde und was noch erlaubt ist.

Kreuzfahrt 2014 Der große Guide mit den schönsten

Schiffen, neuen Destinationen, besten Routen und spannendsten

Landgängen – für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Schiffsporträt Mein

Schiff 3. Wie das neue Kreuzfahrtschiff

von TUI Cruises mit

„Premium Alles Inklusive“ die

Passagiere verwöhnen möchte.

... und das erwartet Sie im nächsten Heft

Die nächste Ausgabe von SCHÖNER REISEN – Das Kreuzfahrtmagazin erscheint rechtzeitig

zum Planen und Buchen der kommenden Saison am 20. Dezember 2013. Hier schon mal

ein Vorgeschmack auf das neue Heft.

Für Sie getestet Was kostet

eigentlich eine Kreuzfahrt SCHÖNER

REISEN hat die Preise verglichen und

verrät, womit Sie rechnen müssen und

wie Sie sparen können.

Hurtig Routen

2.500 Seemeilen, 34 Häfen

und unzählige unvergessliche

Momente – mit dem Postschiff

durch Fjord-Norwegen.

Fotos: AIDA, Arnau Ferrer, TUI Cruises, iStockphoto.com, Fotolia.com, Hurtigruten GmbH

01/2013 SCHÖNER REISEN 67

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